Rudolf Steiner in the Waldorf School
GA 298
11 June 1921, Stuttgart
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Rudolf Steiner in der Waldorfschule
8. Ansprache bei der Feier zum Abschluss des zweiten Schuljahres
8. Ansprache bei der Feier zum Abschluss des zweiten Schuljahres
[ 1 ] Meine lieben Kinder! Zu euch habe ich zuerst zu sprechen. Ihr habt ein Schuljahr hinter euch. Als ihr in die Klassen, in denen ihr jetzt seid, eintratet, da wart ihr ein Jahr jünger, jetzt seid ihr ein Jahr älter geworden. Das kann euch daran erinnern, wie ihr immer älter werdet, und das wird euch darauf bringen, daß ihr einmal aus Kindern große Menschen werdet, Menschen, die in der Welt werden tüchtig sein müssen, damit sie arbeiten können, damit sie dasjenige, was die Welt und was andere Menschen von ihnen verlangen, wirklich auch ausführen können.
[ 1 ] Meine lieben Kinder! Zu euch habe ich zuerst zu sprechen. Ihr habt ein Schuljahr hinter euch. Als ihr in die Klassen, in denen ihr jetzt seid, eintratet, da wart ihr ein Jahr jünger, jetzt seid ihr ein Jahr älter geworden. Das kann euch daran erinnern, wie ihr immer älter werdet, und das wird euch darauf bringen, daß ihr einmal aus Kindern große Menschen werdet, Menschen, die in der Welt werden tüchtig sein müssen, damit sie arbeiten können, damit sie dasjenige, was die Welt und was andere Menschen von ihnen verlangen, wirklich auch ausführen können.
[ 2 ] Nun erinnert euch daran, wie ihr ganz klein wart. Ihr wart alle einmal ganz kleine Babys, erinnert euch daran, die nicht haben sprechen können. Ihr habt sprechen gelernt, ihr habt manches andere gelernt. Als ihr schon manches gelernt hattet, da kamt ihr zu uns in die Schule. Eure Eltern haben euch zu uns in die Schule getan. Denkt an diese eure Eltern, sie haben an euch gedacht. Als ihr Babys wart, als ihr ganz kleine Kinder wart, da haben die Eltern sich gesorgt darüber: Was wird aus meinem Knaben, oder was wird aus meinem Mädchen werden? Werden sie einmal tüchtige Menschen werden, so daß ich selbst - so sagte der Vater, und so sagte die Mutter -, wenn ich einmal alt sein werde, mit Zuversicht hinblicken kann auf meine Kinder? - Und seht, ihr lieben Kinder, damit ihr solche Menschen werdet, haben euch eure Eltern hierhergebracht; ihr wart das Allerliebste, das eure Eltern gehabt haben. Eure Eltern haben sich gesorgt: Wird mein Kind ein tüchtiger Mensch werden? - Und weil sie geglaubt haben, daß in der Waldorfschule solche Lehrer sind, die aus den Kindern tüchtige Menschen machen können, haben euch eure Eltern hierhergebracht in diese Waldorfschule.
[ 2 ] Nun erinnert euch daran, wie ihr ganz klein wart. Ihr wart alle einmal ganz kleine Babys, erinnert euch daran, die nicht haben sprechen können. Ihr habt sprechen gelernt, ihr habt manches andere gelernt. Als ihr schon manches gelernt hattet, da kamt ihr zu uns in die Schule. Eure Eltern haben euch zu uns in die Schule getan. Denkt an diese eure Eltern, sie haben an euch gedacht. Als ihr Babys wart, als ihr ganz kleine Kinder wart, da haben die Eltern sich gesorgt darüber: Was wird aus meinem Knaben, oder was wird aus meinem Mädchen werden? Werden sie einmal tüchtige Menschen werden, so daß ich selbst - so sagte der Vater, und so sagte die Mutter -, wenn ich einmal alt sein werde, mit Zuversicht hinblicken kann auf meine Kinder? - Und seht, ihr lieben Kinder, damit ihr solche Menschen werdet, haben euch eure Eltern hierhergebracht; ihr wart das Allerliebste, das eure Eltern gehabt haben. Eure Eltern haben sich gesorgt: Wird mein Kind ein tüchtiger Mensch werden? - Und weil sie geglaubt haben, daß in der Waldorfschule solche Lehrer sind, die aus den Kindern tüchtige Menschen machen können, haben euch eure Eltern hierhergebracht in diese Waldorfschule.
[ 3 ] Denkt daran, daß ihr lernen müßt! Eure Eltern haben euch hierhergebracht, haben euch zu euren lieben Lehrern gegeben. Ihr aber müßt euren Eltern jeden Tag und namentlich am Ende eines jeden Jahres ein Geschenk nach Hause bringen, ein Geschenk, das eure Eltern so sehr lieben, wenn es ein gutes Geschenk sein wird, so daß sie sagen können: Mein Bub oder mein Mädchen hat etwas Ordentliches gelernt. - Das müßt ihr als etwas recht Schönes betrachten, wenn ihr am Ende des Schuljahres nach Hause gehen könnt und sagen könnt: Vater und Mutter, ich habe mich recht angestrengt, um etwas recht Gutes zu . lernen. - Dann, meine lieben Kinder, dann habt ihr euren Eltern eine große Sorge abgenommen und eine große Freude gemacht. Daran wollen wir heute ganz besonders denken. Wir wollen daran denken, daß wir hier als Kinder in der Schule sind, damit wir unseren Eltern dasjenige erfüllen, was sie sich vorgenommen haben, was sie vorausgesetzt haben, als sie uns hierher gebracht haben.
[ 3 ] Denkt daran, daß ihr lernen müßt! Eure Eltern haben euch hierhergebracht, haben euch zu euren lieben Lehrern gegeben. Ihr aber müßt euren Eltern jeden Tag und namentlich am Ende eines jeden Jahres ein Geschenk nach Hause bringen, ein Geschenk, das eure Eltern so sehr lieben, wenn es ein gutes Geschenk sein wird, so daß sie sagen können: Mein Bub oder mein Mädchen hat etwas Ordentliches gelernt. - Das müßt ihr als etwas recht Schönes betrachten, wenn ihr am Ende des Schuljahres nach Hause gehen könnt und sagen könnt: Vater und Mutter, ich habe mich recht angestrengt, um etwas recht Gutes zu . lernen. - Dann, meine lieben Kinder, dann habt ihr euren Eltern eine große Sorge abgenommen und eine große Freude gemacht. Daran wollen wir heute ganz besonders denken. Wir wollen daran denken, daß wir hier als Kinder in der Schule sind, damit wir unseren Eltern dasjenige erfüllen, was sie sich vorgenommen haben, was sie vorausgesetzt haben, als sie uns hierher gebracht haben.
[ 4 ] Dann wollen wir daran denken, daß wir mit jedem Jahre älter werden, daß wir einmal erwachsene Menschen sein werden. Und da kommt das Leben mit seinen Schmerzen, mit seinem Schicksal, mit seiner Freude, da kommt aber auch das Leben mit seiner Arbeit. Das Leben, meine lieben Kinder, wird viel von euch verlangen. Das Leben wird für euch ganz besondere Voraussetzungen haben. Nun, meine lieben Kinder, eines wird euch immer Kraft geben, eines wird euch immer Sonne geben: wenn Ihr euch erinnern könnt, wie ihr hier in der Schule wart, wie ihr eure Lehrer allmählich lieber und lieber gewonnen habt. Ihr habt doch eure Lehrer sehr lieb? [Ja! - antworten die Kinder.] Wenn ihr später zurückdenken könnt: Da habe ich etwas gelernt, da war einmal ein schöner Tag, da hat der Lehrer lieb zu mir gesprochen, dahabe ich in der Schule eine rechte Freude gehabt - da werdet ihr wirklich eine Sonne haben, die ins Leben hineinstrahlt. Wenn ihr einmal ganz alt seid und graue Haare habt, könnt ihr euch zurückerinnern, wie ihr etwas Schönes erlernt habt. Wenn ihr euch recht erinnert, wie ihr inderSchule wart, werdet ihr sehen: das gibt Kraft, davon hat man etwas bis zu seinem Tode.
[ 4 ] Dann wollen wir daran denken, daß wir mit jedem Jahre älter werden, daß wir einmal erwachsene Menschen sein werden. Und da kommt das Leben mit seinen Schmerzen, mit seinem Schicksal, mit seiner Freude, da kommt aber auch das Leben mit seiner Arbeit. Das Leben, meine lieben Kinder, wird viel von euch verlangen. Das Leben wird für euch ganz besondere Voraussetzungen haben. Nun, meine lieben Kinder, eines wird euch immer Kraft geben, eines wird euch immer Sonne geben: wenn Ihr euch erinnern könnt, wie ihr hier in der Schule wart, wie ihr eure Lehrer allmählich lieber und lieber gewonnen habt. Ihr habt doch eure Lehrer sehr lieb? [Ja! - antworten die Kinder.] Wenn ihr später zurückdenken könnt: Da habe ich etwas gelernt, da war einmal ein schöner Tag, da hat der Lehrer lieb zu mir gesprochen, dahabe ich in der Schule eine rechte Freude gehabt - da werdet ihr wirklich eine Sonne haben, die ins Leben hineinstrahlt. Wenn ihr einmal ganz alt seid und graue Haare habt, könnt ihr euch zurückerinnern, wie ihr etwas Schönes erlernt habt. Wenn ihr euch recht erinnert, wie ihr inderSchule wart, werdet ihr sehen: das gibt Kraft, davon hat man etwas bis zu seinem Tode.
[ 5 ] Es gibt etwas, das die Erinnerung nicht lieb macht, das die Erinnerung trübt, wenn wir denken müssen: Ach, da war ich ein fauler Kerl! - Das ist nicht gut im späteren Leben, wenn man daran denken muß, wie man ein fauler Kerl war, das wirkt sehr schlimm im Leben, wenn man sich daran erinnern muß, daß man nicht den Lehrer, die Lehrerin geliebt hat, daß? man nicht den Gegenstand oder das, was auf der Tafel stand, was gesagt wurde und was vorgelesen worden ist, geliebt hat. Es ist immer wunderschön, wenn man sich später erinnern kann, wie man fleißig war, wie man den Lehrer oder die Lehrerin geliebt hat. Es ist etwas Schmerzliches, wenn man sich sagen muß: Da war ich ein fauler Junge. Wenn ich nicht ein fauler Junge gewesen wäre, so wäre ich jetzt ein geschickter Mensch. - Die Faulheit hat euch vielleicht Vergnügen gemacht; später werdet ihr es bitter bereuen, wenn ihr faul gewesen seid. Ebenso werdet ihr nichts verstehen vom Leben, wenn ihr unaufmerksam gewesen seid; das ganze Leben wird euch dann sein wie eine Sonne, vor der eine gelbe Wolke steht, die alle Welt mit Hagel bedeckt. So wird das sein, wenn ihr euch erinnern müßt: Ihr habt die Lehrer nicht geliebt oder dasjenige, was euch gelehrt worden ist. Wenn ihr das bedenkt, dann wird das ein guter Gedanke sein, wenn ihr an Fleiß und Aufmerksamkeit und Liebe denkt.
[ 5 ] Es gibt etwas, das die Erinnerung nicht lieb macht, das die Erinnerung trübt, wenn wir denken müssen: Ach, da war ich ein fauler Kerl! - Das ist nicht gut im späteren Leben, wenn man daran denken muß, wie man ein fauler Kerl war, das wirkt sehr schlimm im Leben, wenn man sich daran erinnern muß, daß man nicht den Lehrer, die Lehrerin geliebt hat, daß? man nicht den Gegenstand oder das, was auf der Tafel stand, was gesagt wurde und was vorgelesen worden ist, geliebt hat. Es ist immer wunderschön, wenn man sich später erinnern kann, wie man fleißig war, wie man den Lehrer oder die Lehrerin geliebt hat. Es ist etwas Schmerzliches, wenn man sich sagen muß: Da war ich ein fauler Junge. Wenn ich nicht ein fauler Junge gewesen wäre, so wäre ich jetzt ein geschickter Mensch. - Die Faulheit hat euch vielleicht Vergnügen gemacht; später werdet ihr es bitter bereuen, wenn ihr faul gewesen seid. Ebenso werdet ihr nichts verstehen vom Leben, wenn ihr unaufmerksam gewesen seid; das ganze Leben wird euch dann sein wie eine Sonne, vor der eine gelbe Wolke steht, die alle Welt mit Hagel bedeckt. So wird das sein, wenn ihr euch erinnern müßt: Ihr habt die Lehrer nicht geliebt oder dasjenige, was euch gelehrt worden ist. Wenn ihr das bedenkt, dann wird das ein guter Gedanke sein, wenn ihr an Fleiß und Aufmerksamkeit und Liebe denkt.
[ 6 ] Das ist dasjenige, weswegen ihr hier seid. Ihr seid hier, um tüchtige, kraftvolle Menschen im Leben zu werden; das könnt ihr nur werden, wenn ihr euch so erinnert an eure Kindheit, daß ihr euch sagen könnt: Ich habe mich angestrengt, aufmerksam zu sein und liebevoll zu sein zu meinen Lehrgegenständen und zu meinen Lehrern. - Das ist dasjenige, was ihr in jeder Stunde fühlen sollt. Wenn ihr des Morgens in die Schule hereinkommt, wenn ihr den Morgenspruch sagt, dann sollt ihr euch erinnern: Ich bin da, um ein tüchtiger Mensch zu werden. - Wenn ihr aus der Schule nach Hause geht, dann sollt ihr daran denken: Jede Minute ist verloren, in der ich nicht fleißig, aufmerksam und liebevoll gewesen bin, weil ich meinen Eltern schwere Sorge bereite. - Das Beste, was ihr euren Eltern mitbringen könnt, ist, daß eure Eltern, wenn sie euch zurückkommen sehen, sich sagen: Ich sehe es meinem Kinde an, daß es heute etwas Ordentliches aus der Schule mitbringt. - Denkt daran, daß ihr so aus der Schule zu euren Eltern nach Hause kommt, daß sie sich sagen: Das werden einmal tüchtige Menschen sein. - Das möchte ich zu euch, meine lieben Kinder, sagen, weil jedes Schuljahr uns älter macht, und wir uns erinnern, wie wir älter werden.
[ 6 ] Das ist dasjenige, weswegen ihr hier seid. Ihr seid hier, um tüchtige, kraftvolle Menschen im Leben zu werden; das könnt ihr nur werden, wenn ihr euch so erinnert an eure Kindheit, daß ihr euch sagen könnt: Ich habe mich angestrengt, aufmerksam zu sein und liebevoll zu sein zu meinen Lehrgegenständen und zu meinen Lehrern. - Das ist dasjenige, was ihr in jeder Stunde fühlen sollt. Wenn ihr des Morgens in die Schule hereinkommt, wenn ihr den Morgenspruch sagt, dann sollt ihr euch erinnern: Ich bin da, um ein tüchtiger Mensch zu werden. - Wenn ihr aus der Schule nach Hause geht, dann sollt ihr daran denken: Jede Minute ist verloren, in der ich nicht fleißig, aufmerksam und liebevoll gewesen bin, weil ich meinen Eltern schwere Sorge bereite. - Das Beste, was ihr euren Eltern mitbringen könnt, ist, daß eure Eltern, wenn sie euch zurückkommen sehen, sich sagen: Ich sehe es meinem Kinde an, daß es heute etwas Ordentliches aus der Schule mitbringt. - Denkt daran, daß ihr so aus der Schule zu euren Eltern nach Hause kommt, daß sie sich sagen: Das werden einmal tüchtige Menschen sein. - Das möchte ich zu euch, meine lieben Kinder, sagen, weil jedes Schuljahr uns älter macht, und wir uns erinnern, wie wir älter werden.
[ 7 ] Nachdem ich zu den Kindern gesprochen habe, möchte ich ein kurzes Wort über die Köpfe der Kinder hinweg zu den lieben Eltern der Kinder sprechen. Dasjenige, was uns hier in der Schule als Lehrerschaft vereint, ist die Erkenntnis, daß durch alles menschliche Wirken ein GöttlichGeistiges durchgeht, daß der Mensch sich diesem Göttlich-Geistigen hingeben kann, sich besonders hingeben muß bei einer solchen Aufgabe, wie sie dem Lehrer erwächst. Unsere Lehrer müssen sich immer bewußt sein, daß ihre Aufgabe ein Herabrufen des Geistes der Welt in die Schule hinein ist, und sie müssen in diesem Bewußtsein leben. Dies Bewußtsein, meine sehr verehrten Anwesenden, begründet in unserer Lehrerschaft am besten jenes notwendige Verhältnis zu den Eltern der Schulkinder. Dies Verhältnis soll so sein, daß wir wirklich als Lehrer mit den Eltern recht zusammen denken, harmonisch zusammen empfinden, daß wir dasjenige in der Schule wollen, was die Eltern selbst mit ihren verkörperten Idealen, mit ihren lieben Kindern wollen. Das insbesondere hämmert unseren Lehrern ihre Weltanschauung jeden Morgen ins Herz und in die Seele hinein. Unsere Lehrer lernen, indem sie auf die Seelen der Kinder hinsehen, den Wert der Menschenseele am Kinde erkennen. Daher wissen sie es, was Ihr ihnen gebracht habt, indem Ihr Eure Kinder gebracht habt und damit die Gabe ins Schulhaus getragen habt, um den Geist in Menschenseelen einführen zu können. In diesem tiefen, dankbaren, wohlwollenden Gefühl empfangen unsere Lehrer dasjenige, was Ihr als Euer Liebstes ins Schulhaus hineinbringt. Daraus entspringt das Bestreben dieser Lehrer, in Dankbarkeit und Liebe Euch nach ihren Kräften zurückzugeben, was Ihr selbst gegeben habt, in den Seelen, die Ihr wiederum schaut, wenn Eure Kinder zu Euch nach Hause kommen, oder wenn sie ins Leben hinaus entlassen werden sollen. In diesem menschlichen Entwickelungsglauben empfangen unsere Lehrer eine Gabe von Euch. Eine Gegengabe möchten sie geben, indem sie Eure Kinder zu guten Menschen machen. Dazu bedarf es des vollen Einverständnisses mit Euch. Daher können die verehrten Anwesenden überzeugt sein, daß, wenn Sie als Eltern nach diesem Einverständnis streben, wenn Sie es in der rechten Weise harmonisch zusammenfühlend zum Ausdruck bringen, wie es jüngst geschehen ist, daß dann unsere Lehrer fühlen - was auch sonst wirken möge an Gegnerschaft und Feindseligkeit: sie haben sicheren Boden unter den Füßen. In diesem Einklang mit den Eltern mögen die Lehrer den Impuls des Wirkens suchen.
[ 7 ] Nachdem ich zu den Kindern gesprochen habe, möchte ich ein kurzes Wort über die Köpfe der Kinder hinweg zu den lieben Eltern der Kinder sprechen. Dasjenige, was uns hier in der Schule als Lehrerschaft vereint, ist die Erkenntnis, daß durch alles menschliche Wirken ein GöttlichGeistiges durchgeht, daß der Mensch sich diesem Göttlich-Geistigen hingeben kann, sich besonders hingeben muß bei einer solchen Aufgabe, wie sie dem Lehrer erwächst. Unsere Lehrer müssen sich immer bewußt sein, daß ihre Aufgabe ein Herabrufen des Geistes der Welt in die Schule hinein ist, und sie müssen in diesem Bewußtsein leben. Dies Bewußtsein, meine sehr verehrten Anwesenden, begründet in unserer Lehrerschaft am besten jenes notwendige Verhältnis zu den Eltern der Schulkinder. Dies Verhältnis soll so sein, daß wir wirklich als Lehrer mit den Eltern recht zusammen denken, harmonisch zusammen empfinden, daß wir dasjenige in der Schule wollen, was die Eltern selbst mit ihren verkörperten Idealen, mit ihren lieben Kindern wollen. Das insbesondere hämmert unseren Lehrern ihre Weltanschauung jeden Morgen ins Herz und in die Seele hinein. Unsere Lehrer lernen, indem sie auf die Seelen der Kinder hinsehen, den Wert der Menschenseele am Kinde erkennen. Daher wissen sie es, was Ihr ihnen gebracht habt, indem Ihr Eure Kinder gebracht habt und damit die Gabe ins Schulhaus getragen habt, um den Geist in Menschenseelen einführen zu können. In diesem tiefen, dankbaren, wohlwollenden Gefühl empfangen unsere Lehrer dasjenige, was Ihr als Euer Liebstes ins Schulhaus hineinbringt. Daraus entspringt das Bestreben dieser Lehrer, in Dankbarkeit und Liebe Euch nach ihren Kräften zurückzugeben, was Ihr selbst gegeben habt, in den Seelen, die Ihr wiederum schaut, wenn Eure Kinder zu Euch nach Hause kommen, oder wenn sie ins Leben hinaus entlassen werden sollen. In diesem menschlichen Entwickelungsglauben empfangen unsere Lehrer eine Gabe von Euch. Eine Gegengabe möchten sie geben, indem sie Eure Kinder zu guten Menschen machen. Dazu bedarf es des vollen Einverständnisses mit Euch. Daher können die verehrten Anwesenden überzeugt sein, daß, wenn Sie als Eltern nach diesem Einverständnis streben, wenn Sie es in der rechten Weise harmonisch zusammenfühlend zum Ausdruck bringen, wie es jüngst geschehen ist, daß dann unsere Lehrer fühlen - was auch sonst wirken möge an Gegnerschaft und Feindseligkeit: sie haben sicheren Boden unter den Füßen. In diesem Einklang mit den Eltern mögen die Lehrer den Impuls des Wirkens suchen.
[ 8 ] Ein drittes Wort möchte ich an Euch, meine lieben Lehrer, richten. Ihr seid vereinigt mit dem Geist einer Geistesweltanschauung. Ihr versucht nach den besten Kräften, die in Euch wurzeln, im Sinne nicht einer Weltanschauungsschule, im Sinne der Durchdringung alles Erziehungswesens mit einer durchgeistigten Gesinnung, die Seelen der werdenden Menschen zu erkennen, an diesen Seelen der werdenden Menschen zu arbeiten. Dabei lernt man am besten zwei Dinge kennen, meine lieben Freunde und Freundinnen.
[ 8 ] Ein drittes Wort möchte ich an Euch, meine lieben Lehrer, richten. Ihr seid vereinigt mit dem Geist einer Geistesweltanschauung. Ihr versucht nach den besten Kräften, die in Euch wurzeln, im Sinne nicht einer Weltanschauungsschule, im Sinne der Durchdringung alles Erziehungswesens mit einer durchgeistigten Gesinnung, die Seelen der werdenden Menschen zu erkennen, an diesen Seelen der werdenden Menschen zu arbeiten. Dabei lernt man am besten zwei Dinge kennen, meine lieben Freunde und Freundinnen.
[ 9 ] Das erste ist dasjenige, was in menschlicher Freiheit aus der schöpferischen Kraft, aus dem Inneren herausquillt. Wir lernen allmählich erkennen, wie wir selbst fortwährend von den Kindern lernen müssen, was ihnen frommt. Wir lernen erkennen, daß nur dasjenige, was wir aus der Freiheit erschaffen, was als unser Bestes ersteht im Umgange mit den Kindern, hineinwirkt in die Seele des Kindes. Unsere Schöpferkraft kann uns im besten Sinne des Wortes selbst dazu heranentwickeln; das betrachten wir als unser Bestes in unserer ganzen Arbeit.
[ 9 ] Das erste ist dasjenige, was in menschlicher Freiheit aus der schöpferischen Kraft, aus dem Inneren herausquillt. Wir lernen allmählich erkennen, wie wir selbst fortwährend von den Kindern lernen müssen, was ihnen frommt. Wir lernen erkennen, daß nur dasjenige, was wir aus der Freiheit erschaffen, was als unser Bestes ersteht im Umgange mit den Kindern, hineinwirkt in die Seele des Kindes. Unsere Schöpferkraft kann uns im besten Sinne des Wortes selbst dazu heranentwickeln; das betrachten wir als unser Bestes in unserer ganzen Arbeit.
[ 10 ] Der andere Punkt ist der, daß wir gerade aus unserer Weltanschauung heraus eine tiefere Beziehung zur Schicksalsidee gebildet haben. Wir arbeiten künstlerisch an den Seelen der Kinder. Das, woran wir künstlerisch arbeiten, ist nicht so wie das äußere Kunstwerk in Marmor oder Holz, es ist etwas, was sich schicksalsmäßig mit uns verbindet. Wenn wir so am Tage vor unseren Kindern stehen, wenn wir ihnen dasjenige einzuverleiben, einzuseelen, einzugeistigen versuchen, was als rechte Einsicht im Hintergrunde dasteht, verbinden wir uns für eine Ewigkeit schicksalsmäßig mit diesen Seelen, so daß uns im Reiche der Ewigkeit an dem, was wir gebildet haben in den verschiedenen Metamorphosen, die Art, wie wir es gemacht haben, entgegentreten wird. Aus dem Freiheits- und Schicksalsgefühl quillt in einer Weltauffassung, wie wir sie hier haben, die wahre Lehrerverantwortlichkeit. Aus dem Geiste dieser Lehrerverantwortlichkeit heraus haben unsere Freunde und Freundinnen gesprochen vorhin; sie haben zu den Kindern gesprochen und über die Köpfe der Kinder hinweg zu den Eltern. Ich wollte diesen Worten nur einen zusammenfassenden Ausdruck verleihen.
[ 10 ] Der andere Punkt ist der, daß wir gerade aus unserer Weltanschauung heraus eine tiefere Beziehung zur Schicksalsidee gebildet haben. Wir arbeiten künstlerisch an den Seelen der Kinder. Das, woran wir künstlerisch arbeiten, ist nicht so wie das äußere Kunstwerk in Marmor oder Holz, es ist etwas, was sich schicksalsmäßig mit uns verbindet. Wenn wir so am Tage vor unseren Kindern stehen, wenn wir ihnen dasjenige einzuverleiben, einzuseelen, einzugeistigen versuchen, was als rechte Einsicht im Hintergrunde dasteht, verbinden wir uns für eine Ewigkeit schicksalsmäßig mit diesen Seelen, so daß uns im Reiche der Ewigkeit an dem, was wir gebildet haben in den verschiedenen Metamorphosen, die Art, wie wir es gemacht haben, entgegentreten wird. Aus dem Freiheits- und Schicksalsgefühl quillt in einer Weltauffassung, wie wir sie hier haben, die wahre Lehrerverantwortlichkeit. Aus dem Geiste dieser Lehrerverantwortlichkeit heraus haben unsere Freunde und Freundinnen gesprochen vorhin; sie haben zu den Kindern gesprochen und über die Köpfe der Kinder hinweg zu den Eltern. Ich wollte diesen Worten nur einen zusammenfassenden Ausdruck verleihen.
[ 11 ] Noch einmal sei es euch Kindern gesagt: Kommt mit derselben Liebe und mit derselben Lust zur Aufmerksamkeit im nächsten Schuljahr in die Schule hinein; lernt noch mehr, als ihr es bis jetzt getan habt, eure Lehrer lieben; denkt daran, daß das Sinnen eurer Lehrer Tag und Nacht darauf gerichtet ist, euch zu tüchtigen Menschen zu machen. Eure Lehrer lieben euch, indem sie dadurch, daß sie eure Seelen, eure Geister, eure Leiber bilden, euch zu tüchtigen Menschen machen. Das wollen wir uns recht tief einprägen, indem wir aus diesem Schuljahr hinausgehen. Wir wollen mit der entsprechenden Kraft das nächste Schuljahr recht gut beginnen. Nehmt es euch vor: Ich will fleißig und aufmerksam sein, ich will liebevoll zu den Gegenständen und zu den Lehrern und Lehrerinnen werden. - Es wird gehen, es wird noch besser gehen, als es dieses Jahr gegangen ist.
[ 11 ] Noch einmal sei es euch Kindern gesagt: Kommt mit derselben Liebe und mit derselben Lust zur Aufmerksamkeit im nächsten Schuljahr in die Schule hinein; lernt noch mehr, als ihr es bis jetzt getan habt, eure Lehrer lieben; denkt daran, daß das Sinnen eurer Lehrer Tag und Nacht darauf gerichtet ist, euch zu tüchtigen Menschen zu machen. Eure Lehrer lieben euch, indem sie dadurch, daß sie eure Seelen, eure Geister, eure Leiber bilden, euch zu tüchtigen Menschen machen. Das wollen wir uns recht tief einprägen, indem wir aus diesem Schuljahr hinausgehen. Wir wollen mit der entsprechenden Kraft das nächste Schuljahr recht gut beginnen. Nehmt es euch vor: Ich will fleißig und aufmerksam sein, ich will liebevoll zu den Gegenständen und zu den Lehrern und Lehrerinnen werden. - Es wird gehen, es wird noch besser gehen, als es dieses Jahr gegangen ist.
