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Spiritual Science and Medicine
GA 312

27 March 1920, Dornach

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Siebenter Vortrag

Lecture Seven

[ 1 ] Ich habe Sie gestern auf einiges aufmerksam gemacht, das wir zunächst zugrunde legen müssen in bezug auf die Anpassung des Menschen an die tellurischen und kosmischen Verhältnisse, das mehr räumlicher Natur war. Aber dasjenige, was mehr räumlicher Natur ist, müssen wir mit dem Zeitlichen verbinden, denn wir dürfen niemals vergessen, daß der Mensch als Wesen in seiner Ganzheit betrachtet werden muß, das heißt, daß der ganze Mensch gewissermaßen Kind und reifer Mensch und Greis ist und daß er so organisiert ist, daß diese drei Werdeglieder seines Wesens eigentlich wiederum in jedem einzelnen drinnenstecken. Das, was wir auf diese Weise heute gewinnen werden, werden wir dann zusammenzufügen haben mit dem Übersinnlichen, dann erst werden wir uns dem nähern können, was die speziellen Betrachtungen sind. Vor allen Dingen mache ich Sie darauf aufmerksam, daß ebenso wie für das Jugendalter die Pädagogik gezwungen ist, Rücksicht zu nehmen auf die Verschiedenheit der Lebensalter, also von der Geburt bis zum Zahnwechsel, vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife und dann weiter, eigentlich alles dasjenige, was auf die Medizin hinausläuft, die Notwendigkeit hat, auf den ganzen Menschen Rücksicht zu nehmen, das heißt auf den Menschen von der Geburt bis zum Tode. Ich will zunächst, wie ich schon gesagt habe, unsere als Anthroposophen uns gebräuchlichen Ausdrücke gebrauchen und werde dann zuletzt darauf eingehen, wie man bei Außenstehenden diese Ausdrücke etwa übersetzen könnte. Es wird uns dieses Übersetzen dann leichter werden, wenn wir eine Weile weiter fortgeschritten sind in unserer Betrachtung. Vor allen Dingen wird man sich, wenn wir zum Beispiel das kindliche Lebensalter betrachten, klar sein müssen, daß in diesem kindlichen Lebensalter erst in den Menschen dasjenige eingearbeitet wird, was funktionell liegt in dem eigentlichen Ich und in dem astralischen Leibe, wie wir die Dinge bezeichnen. Dieses Funktionelle wird erst so eingearbeitet in das Organische im kindlichen Alter, daß es dann wirklich arbeiten kann mit der biegsamen und elastischen organischen Substanz. Es ist daher nicht zu verwundern, daß gerade im Kindesalter Störungen auftreten, die zusammenhängen mit dieser Einarbeitung des höheren Menschlichen in das niedere Menschliche, insbesondere in dem Lebensalter vom 7.bis 14., 15., 16. Lebensjahr, wo sich der Ätherleib gegenüber dem physischen Leib seine Stellung erobern muß, damit die Geschlechtsreife eintreten kann. Da ist vielfach eine Möglichkeit vorhanden, daß die Elastizität des physischen Leibes und des Ätherleibes nicht zusammenfallen. Es ist ja im wesentlichen die Aufgabe des astralischen Leibes, den Ausgleich dieser Elastizitäten des physischen Leibes und des Ätherleibes zu bewirken. Wenn sie nicht zusammenarbeiten, so wird der astralische Leib oftmals genötigt, seine Kräfte zu verstärken. Hat er dann nicht genügend Kräfte, so treten eben Krankheitserscheinungen ein, denen zu Hilfe gekommen werden muß durch äußere Maßnahmen. Deshalb werden Sie auch finden, daß im kindlichen Lebensalter Krankheitserscheinungen eintreten, die sich gerade, ich möchte sagen, in physischen Entladungen zeigen, wie zum Beispiel bei der Chorea. Alle Erkrankungen, die auf diesen Symptomenkomplex hinauslaufen, das heißt neben dem, was im Organischen selbst vor sich geht, diese Symptomenkomplexe, also diese psychischen Störungen zeigen, alle diese Erkrankungen mit psychischen Störungen hängen eben zusammen mit der dem Astralleib nicht ganz gewohnten Arbeit, die er in bezug auf die Ausgleichung von Elastizität in bezug auf physischen und ätherischen Leib zu leisten hat.

[ 1 ] I have drawn your attention to certain fundamentals in human adaptation to telluric and cosmic conditions. The indications referred mainly to space, but we must relate space to time. For man must be considered as a whole;—the whole human being is, so to speak, child, adult and old man, and is so organised that these three time-members of his being are present in every individual. The results of our present inquiry we shall have to combine with the results of super-sensible research, and then we shall be in a position to proceed to more special studies. Just as educational theory and practice for the young have to take note of the different epochs in the child's life, i.e., from birth to the change of teeth; from this to puberty, and so forth, so also must medicine contemplate human life and constitution as a whole from birth until death. In dealing with this I shall begin by using the anthroposophical terminology familiar to us, and then consider how this vocabulary may best be rendered for a more unprepared audience. It will be easier for us to translate thus after having proceeded further in our inquiry. It is most important to grasp that in childhood the functional content of both the ego proper and the astral body—to use our terms—has to be fitted into the human being. During the period of childhood, this functional content becomes fitted into the organism, so that later on it can really work with the supple and plastic organic substance. Therefore it can occasion no surprise that the disturbances associated with this permeation of the higher human elements into the lower, occur in childhood, especially from the seventh to the fourteenth, fifteenth or sixteenth year, for at this period the etheric body has to struggle for its right place in relation to the physical body, so that sexual maturity may come about. And there is a frequent risk of the elasticity of the physical and etheric bodies not coinciding. To equalise and balance these two comparative elasticities is in the main the duty of the astral body. If they do not work harmoniously together, the astral body often has to intensify its energies; and if its forces are insufficient for this extra call, morbid symptoms result, which must be met by external measures, and so you will find that in childhood there are forms of illness which break out in physical manifestations, as, for instance, in chorea. All diseases and disturbances culminating in this complex of symptoms, that is, accompanied by psychic disturbance, in addition to the organic manifestations, are linked up with the unaccustomed effort and strain on the astral body, in the task of bringing about an equilibrium between the elasticities of the etheric and the physical bodies.

[ 2 ] Wenn Sie dann ähnliche Erscheinungen wie Chorea auftreten sehen bei Schwangeren, so wird Ihnen das nur allzu begreiflich sein, denn durch die Schwangerschaft wird selbstverständlich dieses Zusammenklingen der Elastizität des physischen und des Ätherleibes unterbrochen, und Sie haben dann wiederum dem astralischen Leib zuzumuten dasjenige, was Sie ihm gerade im kindlichen Alter zuzumuten haben. Daher werden wir bei Krankheiten, die in diesem kindlichen Lebensalter auftreten und die bei Schwangeren manchmal Begleiterscheinungen der Schwangerschaft sind, nach Mitteln trachten müssen, die den astralischen Leib — das sind die Fragestellungen, die in den nächsten Tagen vorgelegt sein sollen — in seiner ganzen Wirksamkeit so stärken, daß seine Funktionen auch in die Richtung hineinfallen, die er eben gerade mit der Elastizität des physischen und des ätherischen Leibes mit Bezug auf das Ausgleichen zu vollziehen hat.

[ 2 ] If you observe in pregnant women symptoms of the same kind as in chorea, you will be well able to understand their origin, for the harmony of elasticity in physical and etheric bodies is of course interfered with by pregnancy, and the astral body has to shoulder the same extra responsibility as fell to it in childhood. Therefore it will be necessary to reinforce and stimulate the whole range of the astral body's activity in the illnesses peculiar to the early years of life, and sometimes synchronising with the pregnant state as well. We must see that the functions of the astral body are so directed as to act as a balancing factor between the elasticity of the physical and that of the etheric. (The necessary measures will be discussed in the lectures to follow.)

[ 3 ] Dagegen werden Sie finden — und deshalb habe ich betont, daß es so wichtig ist, auf die Lebensalter Rücksicht zu nehmen -—, daß Krankheiten, welche hintendieren irgendwie nach der Polyarthritis oder nach irgendwelchen damit verwandten Erscheinungen, ihre wesentliche Erscheinungszeit haben erst vom 14., 15., 16. Lebensjahre bis zum Ende der Zwanzigerjahre. Da hat ja der Astralleib selber sich in das richtige Verhältnis zum physischen Leib und Atherleib zu versetzen, und wenn er nicht genügend dazu vorbereitet ist, wenn man zum Beispiel im kindlichen Alter nicht das Nötige getan hat, um ihn in der richtigen Weise vorzubereiten, so wird er sein richtiges Verhältnis nicht hervorrufen können, und die Folge davon wird sein, daß entweder schon in diesem Alter Krankheitserscheinungen auftreten oder aber, daß Krankheitserscheinungen in dem folgenden Lebensalter als Gefolge auftreten. Und das ist das Wichtige, daß man die Zeit gewissermaßen in das Krankheitsstudium hereinbezieht, dad man — wenn ich mich jetzt etwas einseitig ausdrücken darf — nicht voraussetzt, daß die Natur den menschlichen Organismus möglichst bequem eingerichtet hat, damit man an ihm möglichst leicht und bequem ablesen kann, wie man ihn kurieren soll. So ist der menschliche Organismus nicht eingerichtet, daß man an ihm möglichst bequem ablesen kann, wie man ihn kurieren kann. Daß man möglichst bequem ablesen sollte, wie man ihn kurieren kann, das wird zu stark vorausgesetzt.

[ 3 ] On the other hand and this is why I have emphasised the need of taking age into consideration—you will find that diseases tending to Polyarthritis and the like, generally appear from the fourteenth, fifteenth or sixteenth year, till the end of the twenties. In this period of life the astral body has to put itself into the correct relationship with the physical and etheric, and if it has not been adequately prepared for this by the necessary treatment in childhood, it will not be able to establish the correct relationship. The result will be the appearance of morbid symptoms, either in the period from the middle teens to the end of the twenties, or in the following period. The important point is, to give great weight to the time-factor in the study of disease, and—if I may express myself in a somewhat superficial manner—not to assume that nature has made the human organism with a special eye to our convenience, so that we may easily and conveniently read off from it the curative measures necessary. But the human organism has not been made with a view to ease and convenience in the discovery of cures. And there is too much inclination to assume that such is actually the case.

[ 4 ] Der Grundsatz ist in einer gewissen Beziehung richtig: Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden. — Aber es kann sich darum handeln, daß der hauptsächlichste Symptomenkomplex, den man als das Ähnliche bezeichnet zu dem, was der Symptomenkomplex der Heilung ist, den man aufsucht, in einem anderen Lebensalter liegt als der andere, daß zum Beispiel vor den Zwanzigerjahren ein Symptomenkomplex da ist, der meinetwillen durch den Einfluß äußerer Mittel hervorgerufen werden kann, und daß dann diese Mittel, die vor den Zwanzigerjahren den Krankheitsprozeß hervorrufen, in einer gewissen Weise zum Heilmittel werden nach den Zwanzigerjahren. Das ist also das, was bei diesem so oftmals betonten Satze: Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden, berücksichtigt werden muß.

[ 4 ] Of course there is a certain truth in the axiom “Like is cured by like.” But it may happen that the main group of symptoms—which is taken to be the “Like” to be cured by “like”—has arisen in another period of life: for instance, a complex of symptoms may be present before the age of twenty, possibly provoked by external measures; and these same external measures which provoked the morbid process at the earlier age, may become a remedy, to some extent, after the twenties have been left behind.

[ 5 ] Dann ist aber vor allen Dingen, wenn man den Gesamtzustand des Menschen, ob gesund oder krank, ins Auge fassen will, wichtig, daß der Mensch gewissermaßen in zwei einander polarisch entgegengesetzten Lebensaltern lebt, daß er in der Jugend anderen Einflüssen ausgesetzt ist, daß er in der Jugend mehr ausgesetzt ist den obersonnigen Einflüssen, dem Saturn-, Jupiter-, Marseinfluß, daß er im späteren Alter mehr ausgesetzt ist den untersonnigen Einflüssen, dem Venus-, Merkur-, Mondeneinfluß, wenn ich sie bezeichnen soll nach dem, was wir gestern gesagt haben. Der Mondeneinfluß tritt ja aber verhältnismäßig am frühesten und am deutlichsten auf.

[ 5 ] In visualising the general health of any individual, we must bear in mind that man lives in two life-epochs, which are in some respects polarised. In youth he is under other influences than he is later on. The dominant influences in youth are those of the outer planets, Jupiter, Saturn and Mars, and in later life the inner planets, Venus, Mercury and the Moon, to give them the titles already mentioned. But the earliest and most conspicuous influence of all is that of the Moon.

[ 6 ] Das weist uns wieder darauf hin, daß wir das Räumliche bei der Betrachtung des Menschen mit dem Zeitlichen stets verbinden müssen. Erst dann, wenn man dieses tut, kommt man dazu, gewisse Erscheinungen, die im Leben des Menschen auftreten, im richtigen Lichte zu sehen. Und wir werden bei den Einzelheiten auch ein wenig immer berühren, wie man eigentlich vorzugehen hat, um die Verhältnisse zur Menschenerkenntnis in dem richtigen Lichte zu sehen.

[ 6 ] Thus we have to complete the consideration of Space by the consideration of Time. Only by these means can we learn correctly to estimate and appreciate certain phenomena of human life and constitution. We shall, when we go more into detail, give some indication of how to proceed if one wants to see the facts in the light of the true knowledge of man.

[ 7 ] Sehen Sie, dasjenige, was auf den Menschen wirkt, beginnt im Grunde genommen schon vor der Geburt, eigentlich schon vor der Empfängnis. Und ich habe mich oftmals gefragt bei der Erforschung dieser Dinge: Woher kommt es denn eigentlich, daß so viele Krankheitsprozesse in der gebräuchlichen medizinischen Literatur als «unbekannten Ursprunges», als irgend etwas bezeichnet werden, auf dessen Ursprung man nicht so recht verweisen kann. Das rührt davon her, daß man eben ganz außer acht läßt, daß der Komplex von Kräften, auf den wir gestern als außertellurischen hingewiesen haben, schon da ist, wenn sich der Mensch sogar seiner Empfängnis nähert, nicht nur seiner Geburt, und daß alles das, was so auf den Menschen wirkt, dann umgekehrte Gegenwirkungen erzeugt, daß also gewisse Prozesse, die eigentlich schon liegen vor der Konzeption, Gegenwirkungen erzeugen nach der Konzeption oder namentlich nach der Geburt. Und manchmal kann man im menschlichen Leben nur dasjenige beobachten, was dann nach der Geburt eintritt und eine Art Gegenwirkung ist gegen dasjenige, was schon vor der Konzeption im ganzen Zusammenhang des Naturdaseins da war.

[ 7 ] The influences that mould man begin their work before birth, and indeed even before conception. In the course of my investigations, I have often wondered why so many morbid processes have been described as “of unknown origin” in current medical literature; that is, as matters whose origin cannot accurately be determined. The cause of this uncertainty is the neglect of that whole complex of forces which we have recognised as extra-telluric, which is already at work while man approaches—not only his birth—but his own conception. Acting thus on man, they also provoke opposite reactions later on, so that certain processes that actually antedate conception, have reactions after conception or after birth. Sometimes it is only possible to observe and record the post-natal effects, which are a species of defensive reaction against what was present before conception in the whole system of nature.

[ 8 ] Das, was ich jetzt sagte, bezieht sich insbesondere in sehr hohem Grade auf alles dasjenige, was mit der Ossifikation und mit der Sklerose zusammenhängt. Die Sklerose und auch das Ossifizieren sind eigentlich Prozesse, welche ihre Gegenprozesse schon vor der Konzeption haben. Sie wirken entgegen ganz normal als organische Formprozesse demjenigen, was im Menschen vor der Konzeption als Zerstäubungsprozesse, als Ausbreitungsprozesse wirkt. Das ist außerordentlich wichtig, daß man das ins Auge faßt. Man wird den Skleroseprozeß nicht beherrschen können, wenn man ihn nicht in dieser Weise beziehen kann auf das Außertellurische, auch insoferne es von der Geburt oder von der Konzeption an im Menschen selber auftritt, wenn man ihn nicht beziehen kann auf einen außermenschlichen und außertellurischen Prozeß, der vor der Konzeption liegt.

[ 8 ] These considerations apply particularly to all the processes of ossification and sclerosis Not only sclerosis, but bone formation in itself, is a reactive process: both react to processes operative before conception. They are quite normal contrary or defensive reaction is included among the formative forces and counteracting the processes of dispersal and diffusion that act in man before conception. It is extremely important to bear that in mind. It is impossible to control the tendency to sclerosis without reference to extra-telluric factors working from birth or from conception onwards, and without referring this tendency to an extra-human and extra-telluric process dating from before the time of conception.

[ 9 ] Nun aber können alle diese Prozesse, die eintreten müssen, über eine gewisse Grenze, gewissermaßen über ihre Schwingungsmitte hinausgehen. Solche Prozesse, wie die Sklerotisierung oder die Ossifikation, sind gewissermaßen Schwingungen gegen eine Mittellage hin, und sie können übergreifen, sie können also zu stark werden. Sie treten dann in ganz anderer Form auf. Zunächst treten sie auf in Form von Dispositionen. Und in den Dispositionen müssen wir eigentlich viel Wesentliches vom Wesen des Menschen suchen. Wenn dasjenige, was in der Össifikation und in der Sklerose normal ist oder erst abnorm auf seinem eigenen Felde im Laufe des Lebens wird, nach der anderen Seite schwingt und also dieser Prozeß sozusagen nicht auf seinem Felde, sondern in anderen Organsystemen des Menschen sich abwickelt, dann tritt etwas auf, was das krankhafte Gegenbild ist eines Vorkonzeptionellen, was wir in den verschiedenen Arten der Karzinombildung vor uns haben.

[ 9 ] All these processes are liable to go over a certain limit, to swing over their normal level, as it were. Ossification or sclerosis, e.g., swing towards a medium position, and can overleap it and become too strong. They then take the form of “dispositions,” which reveal much that is most significant in the inner being of man. When the particular factor that manifests itself normally in bone formation or sclerosis, and only becomes abnormal with advancing age, in its own sphere, swings over to the opposite half and works into other organs outside its proper sphere, then indeed we have a symptom that is the morbid antithesis of a pre-natal process, and that manifests in the various kinds of carcinoma formation.

[ 10 ] Diese Dinge ins Auge zu fassen ist eben nur möglich, wenn man versucht, den ganzen Werde- und Seinsprozeß des Menschen wirklich zu durchschauen, Ohne das wird einem immer so etwas wie die Karzinombildung verhältnismäßig ein unbekannter Faktor im menschlichen Leben sein, wenn man ihn nicht beziehen kann auf etwas, was in irgendeiner Weise im Menschen wirken muß, was nur, ausgeartet, auf ein anderes Feld sich überträgt.

[ 10 ] It is only by including man's whole course of being and becoming in our sphere of vision, that we can grasp these phenomena. For otherwise the development of carcinoma must always remain a mysterious factor in the life of man, if we cannot relate it to some process necessarily at work in man that exceeds its limits and invades other regions.

[ 11 ] In ähnlicher Weise ist nun etwas anderes zu betrachten. In ähnlicher Weise ist dasjenige zu betrachten, was Ihnen im kindlichen Alter entgegentritt in der Hydrozephalie, im Hydrozephalus. Eigentlich sind wir alle für die Hydrozephalie veranlagt, und sie muß auch dasein. Würde sie nicht dasein, so würden wir niemals zu einer ordentlichen Ausbildung unseres Gehirns und Nervensystems kommen können. Denn das muß gewissermaßen aus dem im Menschen befindlichen flüssigen Elemente herausgeholt werden. So daß wir im kindlichen Alter immer einen Kampf anschauen können zwischen der Hydrozephalie und zwischen dem, was die Hydrozephalie bekämpft, was eintritt in die menschliche Organisation, um die Hydrozephalie zu bekämpfen. Man sollte eigentlich nicht allein von einer Hydrozephalie sprechen, sondern man sollte auch von dem Gegenteil sprechen, von einem zu starken Schwinden des Wassers im Gehirn. Das ist eine Krankheit, die man vielleicht zu wenig beachtet und die eigentlich nur der notwendig zu beachtende Gegenpol der Hydtozephalie ist. Wir pendeln als kleine Kinder eigentlich immer hin und her zwischen diesen beiden Extremen, der Hydrozephalie und ihrem Gegenteil später.

[ 11 ] Another phenomenon can be considered in a similar way—the cases of hydrocephaly we often observe during childhood. We all have the tendency to become hydrocephalous, and this tendency is a necessary one; otherwise we could never attain adequate development of our brain and nervous system. For these must, as it were, be formed from out of the fluid element present in man. Thus we can observe a prolonged struggle during childhood between hydrocephaly and another factor that enters the human organisation in order to oppose the hydrocephalous tendency. We ought to have a definite term for this polar opposite, as well as for hydrocephaly itself; the opposite is a deficiency of liquid in the brain. It is neglected as a morbid condition today, but it is the antithesis of hydrocephaly. As young children, we oscillate perpetually between hydrocephaly and its unnamed antithesis which appears later on.

[ 12 ] Nun aber kann es geschehen — und wir werden auf das Therapeutische noch näher eingehen —, daß man etwas in dieser Beziehung übersieht, nämlich, daß man den richtigen Zeitpunkt, der immer da ist, wo gewissermaßen approximativ die Hydrozephalie ganz aufhören darf, übersieht und daß man die Neigung zur Hydrozephalie zu früh wegschafft, sei es durch Erziehung, sei es durch Diät, sei es durch Behandlung überhaupt im kindlichen, namentlich im Säuglingslebensalter, daß man also, ich möchte sagen, die Hydrozephalie zu früh verschwinden macht. Da tritt uns dann ganz besonders entgegen die Schädlichkeit des Nicht-Hinschauens auf den ganzen Lebensverlauf des Menschen. Denn ich möchte wiederum darauf hinweisen, daß hier ein ganzes Heer von medizinischen Doktorarbeiten geliefert werden könnte, wenn in Aussicht genommen würde, den Zusammenhang zu suchen zwischen diesem Verlauf der Hydrozephalie im kindlichen Alter und der Syphilis, in der Disposition zur Syphilis, die dann später auftritt. Von dem Verfolgen der kleinen Lebewesen hat man dabei eigentlich gar nichts. Wirklich hat man nur etwas davon, wenn man auf solche Dinge Rücksicht zu nehmen vermag, wie ich sie eben jetzt auseinandersetzte. Es würde ungeheuer viel getan werden für die Prophylaxe der Syphilis, wenn man versuchen würde, im allerkindlichsten Lebensalter den Menschen gewissermaßen fix zu machen gegen dasjenige, was in den verschiedenen syphilitischen Erscheinungen dann - sie sind auch verschieden, wie wir noch hören werden -— auftreten kann.

[ 12 ] But we may be liable to overlook an important factor in Time, the exact moment, which always exists, even if not apprehended, in which the hydrocephalous tendency may be allowed to cease. (We shall deal later with the therapeutic aspect.) Ignoring this time factor, we may remove the hydrocephalous tendency too soon, either through education, or dieting, or special treatment in childhood, and especially in early infancy. Thus a normal tendency is obliterated too soon. And the results illustrate the harm of too short a view of the whole course of human life. Legions of medical doctoral theses could be produced if adequate study were devoted to the association between the course of hydrocephaly in infancy and childhood, and syphilis, or the disposition to this disease in later life. The search for microbes is not really helpful here. Help and light come from consideration of the factors already mentioned. It would be of immense help to the prophylactic treatment of syphilis, if attempts were made to immunise man in earliest childhood against the forces that later on may manifest in the various symptoms of syphilis—for these are various,

[ 13 ] Es ist immer notwendig, wenigstens bei der Diagnose sich zu erinnern, daß diese Dinge so sind, immer bei der Diagnose zurückzugehen auf dasjenige, was gerade im Werdeprozeß des Menschen auf die eigentliche Ursache verweist. Etwas ungeheuer Bedeutungsvolles in dieser Beziehung ist nun das Folgende: Man kann sagen, daß sich der ganze organische Prozeß verschiebt, sowohl der Prozeß im oberen Menschen gegen das Herz wie der Prozeß im unteren Menschen von ganz unten wiederum durch den Unterleib gegen das Herz zu. Zum Herzen als dem eigentlichen Stauungsorgan drängt sich die ganze menschliche Bildung von der einen und von der anderen Seite hin. Nun geschieht aber dieses Vorschieben in den verschiedenen Lebensaltern. Geht man den Erscheinungen zu Leibe, das heißt eignet man sich einen Blick an für die Erscheinungen, die auftreten, namentlich im jugendlicheren Alter bei all dem, was irgendwie zusammenhängt mit einem zuletzt Führen zur Pneumonie oder Pleuritis im jugendlichen Lebensalter, nimmt man all das zusammen, was da hineinspielt in diese Vorgänge, dann findet man, daß das ein vorgeschobener Prozeß ist, derselbe Prozeß ist, der sich im noch früheren Lebensalter auslebt in der Hydrozephalie. Es ist einfach die Hydrozephalie ein Stück weiter in der menschlichen Organisation nach unten geschoben und bildet da die Disposition für Pneumonie oder pleuritische Erscheinungen, aber auch für dasjenige, was gerade im kindlichen Alter mit diesen Erscheinungen zusammenhängt.

[ 13 ] In diagnosis it is particularly necessary to remember these relations, and to refer back to the proper causes, which lie in the whole process of man's coming into being. Here is another matter of extreme significance. The whole organic process, as it were, advances against the heart, both from the upper bodily sphere, and from below upwards through the hypogastrium. The whole formative process of man presses towards the heart, from both sides; the heart is the real barrier, or organ acting as a dam. This organic pressure on the heart takes place at different ages. Let us consider the symptoms, which appear at an early age and may reach a culmination in pneumonia or pleurisy in youth. If we consider carefully all that contributes towards them, they will be perceived as a process that has been advanced, the same as that which in still earlier youth manifests itself as hydrocephaly. Hydrocephaly has simply been shifted downward in the body, and appears here as a disposition to pneumonia or pleurisy, together with all the effects related to these in childhood.

[ 14 ] Es ist aber auch bei diesen Erscheinungen im kindlichen Alter so, daß sie ihre Gegenprozesse haben im späteren Lebensalter, dal} sie also später eigentlich wiederum sich einstellen, aber in ihren Polaritäten. Und mancher würde bei den ganzen Vorgängen, die sich zum Beispiel abspielen bei Endokarditis, auch bei der akuten, zurecht kommen mit seinen ganzen Anschauungen, wenn er die Frage in der folgenden Weise stellen würde, wenn er sich sagen würde: Ich will einmal wissen, wie sich Krankheitserscheinungen abgespielt haben in einem früheren Lebensalter, die irgendwie mit der Pneumonie oder mit der Pleuritis zusammenhängen. — Das führt dazu, darauf zu sehen, daß nicht in einer verfrühten oder zu schnellen Weise Pneumonie und pleuritische Erscheinungen bei Kindern zurückgetrieben werden. Nicht wahr, selbstverständlich Eltern und Erzieher haben die Sehnsucht, daß diese Erscheinungen möglichst schnell zurückgehen, aber gerade bei diesen Zuständen des Menschen ist es eigentlich ungeheuer wichtig, daß man sie, ich möchte sagen, ihrem eigenen Schicksal überläßt und als Arzt dabei ist, um gewisse Dinge abzulenken, die sonst schädigend wirken könnten, daß man aber den Krankheitsvorgang wirklich ablaufen läßt. Deshalb ist bei nichts mehr als bei diesen Erscheinungen — bei anderen natürlich auch —, aber bei nichts mehr als bei diesen Erscheinungen in kindlichen Krankheitsfällen, die mit Pleuritis oder Pneumonie zusammenhängen, notwendig, daß man eine Art physikalische oder, wie man es heute auch nennt, Naturheilkunde anwendet, das heißt versucht, dem Krankheitsprozesse einen möglichst normalen Verlauf zu verschaffen, aber ihn nicht beschleunigt, ihn nicht zu früh abkürzt. Das ist nämlich deshalb wichtig, weil ein solcher Krankheitsprozeß, der zu früh abgekürzt wird, verhältnismäßig bald zu Dispositionen für Herzkrankheiten und alles, was damit zusammenhängt, führt, namentlich auch zu Dispositionen für Polyarthritis und so weiter. Das also ist ganz besonders zu berücksichtigen, daß man auf diesem Gebiete nicht den Krankheitsprozeß gewissermaßen stört. Es würde bei manchen Menschen die Anlage zu allerlei Erkrankungen, die sich dann in Unregelmäßigkeiten des Herzens entlädt, hinweggeräumt werden, wenn man gewissermaßen das, was die Pleuritis und die Pneumonie wollen, nicht stören würde.

[ 14 ] These manifestations in childhood have their contrary processes in later years; they may recur later on, but do so in their polar form. And in the case of Endocarditis, e.g., even in acute cases, the physician would do well to inquire whether there were any morbid symptoms at an earlier age, having any connection with pneumonia or pleurisy. And the lesson should be: beware of suppressing such phenomena as pneumonia and pleurisy in children by hasty and intensive treatment. Of course, it is obvious that parents and teachers are most anxious that such symptoms should vanish; but it is highly advisable to leave them to take their course. The medical man should watch over the case and avert possible harmful by-effects, but allow the process to “work itself out.” Particularly in such cases, a kind of “physical” treatment, or, as it is now termed, Nature-healing, is to be recommended; this may be desirable in other cases, of course, but in none more so than in diseases of the type of pleurisy or pneumonia during childhood. This means, one should try to ensure the most normal course of the process of disease; the course is neither accelerated nor stopped too early. If such a process is shortened before the proper time, the result is a comparatively early disposition to cardiac diseases with all their accessories, especially a susceptibility to polyarthritis so it is urgently necessary to beware of interfering with the process of disease in this region. The tendency to cardiac diseases would be removed in many individual cases, if what we may term the intention of pneumonia or pleurisy were not disturbed.

[ 15 ] In alledem sieht man diesen Zusammenhang, der da besteht innerhalb des ganzen Werdeprozesses des Menschen. Dabei könnte man sich ja auch erinnern, wie notwendig es ist, auf diesen mehr extremen Fall hinzuschauen, nicht bloß da, wo der Mensch wirklich ernsthaftig krank ist, auch auf die Fälle, in denen der Mensch leichter erkrankt ist, wo einem auch die Heilung leichter wird, wo man manchmal gar nicht unterscheiden kann, ob man geheilt hat oder nicht geheilt hat, wo man zu dem Patienten sagen muß: Machen Sie keine Dummheiten, wollen Sie nicht geheilt sein, die Sache wird schon besser werden. Denn das ist auch etwas, was außerordentlich wichtig wäre, daß man überhaupt nicht so furchtbar viel heilen würde. Das Heilen als solches ist ja ganz schön, aber es gehört dazu, zu berücksichtigen, daß jene Individuen im Leben doch gar nicht so selten sind, die eigentlich alle möglichen Krankheiten schon durchgemacht haben nach ihrer eigenen Meinung, die alle Heilmethoden und alle Heilmittel durchgemacht haben und bei denen es schwer ist, wiederum irgend etwas zu finden, wenn sie schon ein höheres Alter erreicht haben — krank sind sie ja immer —, das sie beruhigt und dergleichen. Es wäre schon besser, wenn man ein wenig in den Menschen das Bewußtsein hervorrufen würde, daß die meisten eigentlich wirklich gar nicht so krank sind, als sie glauben. Selbstverständlich hat das seine Schattenseiten. Aber hier in diesem Zusarmmenhange darf es ja durchaus gesagt werden.

[ 15 ] In all these instances we can see the inter-relationships in the whole process of man's growth and development. In this connection one should also remember the case in which the patient is only slightly affected and in which a cure is easier, but in which it is sometimes impossible to be sure whether it has been achieved or not. In such a case one may be compelled to tell the patient not to be anxious, that his condition will soon be relieved, etc., for it would also be of the greatest benefit if we did not try to cure so much! The cure of disease as such is certainly an excellent thing. But it should be borne in mind that there are many people who have passed through every sort of disease—according to their own account, at least—and have also tested every method of treatment. These people, when they have reached a good age, are not easily satisfied by another remedy for their complaints, for they are always “invalids,” It would be a good thing to make people aware that most of them are really not so ill as they believe. Of course there are drawbacks in such an attitude. But it may well be brought forward in the present connection.

[ 16 ] Nun müssen Sie alle diese Dinge aber in dem Lichte sehen, daß eben der Mensch dadurch ein kompliziertes Wesen ist, daß er ja zunächst seine physische Organisation hat, seine ätherische Organisation, die viel Arbeit hat vom 7.bis 14. Jahre, um sich einzuarbeiten in den physischen Organismus, die dann wiederum herausgetrieben wird bei solchen Dingen wie bei der Schwangerschaft, müssen dann Rücksicht darauf nehmen, daß erst nach dem 14. Jahre das ordentliche Einarbeiten des astralischen Leibes und noch später das Einarbeiten des Ich stattfindet, daß aber das Ich jetzt nicht etwa so vorgestellt werden sollte, als ob es draußen wäre. Es ist natürlich niemals im wachen Zustande außerhalb des Organismus, sondern das Einarbeiten ist eine Erhöhung des Zusammenarbeitens. Daher hat man es auch immer damit zu tun, daß bei jeder Störung im Organismus das Ich gewisse Schwierigkeiten hat, sich da in dem anderen drinnen recht zur Geltung zu bringen. Da muß man ja sagen, daß heute schon die Medizin, ohne daß sie es weiß, seit langem so weit ist, daß sie sogar von diesen Schwierigkeiten des Ich, mit den drei übrigen Organisationen des Menschen fertigzuwerden, Zeichnungen macht, die außerordentlich lehrreich sind für diesen Kampf des Ich mit den anderen drei Körpern. Man sieht nur nicht diesen Kampf darinnen, weil man selbstverständlich im Zeitalter der materialistischen Weltanschauung lebt. Aber jedesmal, wenn Sie eine richtige Fieberkurve zeichnen, so haben Sie in dieser Fieberkurve den genauen Abdruck dieses eben charakterisierten Kampfes darinnen. Es gibt daher für die Einsicht in diesen Zusammenhang auch kaum irgend etwas Anschaulicheres als das Verfolgen der Fieberkurven bei den verschiedenen Krankheitszuständen. Gewiß, für die Therapie mag es sogar viel weniger wichtig sein als für die Pathologie. Aber man muß etwas verstehen von diesen Dingen, wenigstens im allgemeinen etwas davon verstehen. Denn sehen Sie, Sie können nur einen Einblick gewinnen in so etwas, wie zum Beispiel, sagen wir, die Pneumonie selber ist oder wie der Typhus abdominalis ist, wenn Sie eine Anschauung gewinnen über den Verlauf der Fieberkurve. Da sehen Sie, wenn Sie die zwei Haupttypen der Fieberkurve bei der Pneumonie studieren, wenn Sie also zum Beispiel vergleichen die Fieberkurve bei dem kritischen Verlauf und bei dem anderen Verlauf, wie in ganz anderer Weise das in seinem Eingreifen in die Organisation gestörte Ich, wenn es den Rückschlag ausführt, zu tun hat in dem einen und in dem anderen Falle. Nicht wahr, es zeigt Ihnen zum Beispiel bei der Pneumonie zunächst die Fieberkurve — ich zeichne nur schematisch — den Kampf, dann den Rückschlag beim kritischen Abfall unter die Normaltemperatur (siehe Zeichnung Seite 148). Da ist eben die Möglichkeit geboten, durch die Anstrengungen, die vorher gemacht worden sind, nachher den Rückschlag auszuführen. Bei dem anderen, dem lyrischen Verlauf, ist es weniger möglich, die Rückwirkungen in die eigene Kraft einzufügen, daher das andere, unregelmäßigere Absteigen auch der gefährlichere Verlauf ist.

[ 16 ] All these things must be considered in the light of the complexity of man's being. He has, to begin with, his physical organisation; then his etheric organisation, which takes such great trouble to work its way into the physical organism between the seventh and fourteenth years. This etheric body is expelled again during certain processes, such as gestation. After the fourteenth year there begins the active installation of the astral body, and later that of the ego itself. The ego must not be visualised, however, as external to the body in previous stages of growth. It is never external to the body in the waking state, but its “installation” means that the collaboration becomes intensified. Therefore every organic disturbance occasions difficulties and obstructions for the ego in maintaining its position. Contemporary medical science, without knowing it, even shows in diagrams and graphs these difficulties of the ego in coping with the other three vehicles. Of course, living and moving in a materialistic age, one does not fully see this combat in these diagrams. But whenever you trace a proper “fever curve,” you are recording an exact expression of this struggle of the ego. For studying this struggle, therefore, there is hardly anything more instructive than the temperature chart. Of course this may be less significant for therapy than for pathology. But we must know of these matters and understand them, at least in their main outlines. For we can only gain a true insight into the nature of, e.g., pneumonia or abdominal typhus, if we can visualise the course of its temperature curve. Let us suppose we are studying the two main types of temperature curve in pneumonia, and comparing the curve in critical, and in less serious cases. How different in the two cases is the effort of the ego whose intervention in the organisation is impeded! How differently does the ego carry out its counter-attack! In pneumonia, for instance, the temperature curve shows first the struggle, and then the collapse to a temperature below normal, in critical cases. (See Diagram 12). It becomes possible to carry out the counter-attack because of the previous efforts and exertions. In the other type (the lytic case), it is less possible to counter-attack out of the forces of the individual; so the more irregular drop of temperature is actually more dangerous.

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[ 17 ] Insbesondere aber werden Sie hineinschauen in diese ganze Arbeit des Ich gegenüber den anderen drei Organisationen, wenn Sie die Fieberkurve des Typhus in Betracht ziehen. Da haben Sie ein anschauliches Bild davon, wie da eigentlich das Ich kämpft. Das ist dasjenige, was Ihnen zeigen kann, wie gerade das Einlaufen der Naturwissenschaft in die Medizin notwendig macht, daß man schon Rücksicht nimmt auf diese verschiedenen Organisationen des Menschen. Die Verwirrungen in der medizinischen Wissenschaft sind eben dadurch allein zustande gekommen, daß die Wissenschaft materialistisch geworden ist und sich beschränkte darauf, die Vorgänge im physischen Leibe zu beobachten. Diese Vorgänge im physischen Leibe sind aber eben niemals etwas Selbständiges und vor allen Dingen, sie sind nicht etwas in ihrer Art ganz Gleichwertiges. Denn sehen Sie, im physischen Leibe kann irgend etwas besonders davon abhängen, daß der Ätherleib drinnen arbeitet oder auch daß der astralische Leib oder das Ich drinnen arbeiten. Es sind immer physische Vorgänge, aber die physischen Vorgänge sind danach spezialisiert, sie haben einen ganz anderen Charakter nach dem höheren Gliede, das da in der physischen Organisation arbeitet.

[ 17 ] The temperature curve in typhus is still more illuminating as regards the working of the ego upon the three other human vehicles. It presents a graphic and definite record of what the ego has to surmount. Such examples can prove how the introduction of natural-scientific methods into medicine compels us to know about the manifold human organisation. The confusions that have arisen in medical science originated in the materialistic phase, which made science limit its observation to the physical body. These processes in the physical body, however, are never autonomous, and above all they are never all of equal significance. For some of these manifestations may be due to the action of the etheric body, others again to that of the astral body, or the ego. They are all physical processes, but specialised and differentiated according to their origin. Their character differs widely, according to which of the higher members of man is operative within the physical body.

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[ 18 ] Nehmen Sie nun all das zusammen, was ich gestern gesagt habe in bezug auf die Abhängigkeit des Menschen von dem Außertellurischen und Tellurischen und was ich heute hinzugefügt habe mit Bezug auf seinen zeitlichen Werdeprozeß, so werden Sie sich folgendes sagen können — und das wird Ihnen nun ein wenig auf den Weg helfen, den wir weiter verfolgen wollen, wie man eigentlich solche Untersuchungen anstellt, von denen ich jetzt rede. Sie werden sich sagen können: Auf den Menschen werden fortwährend Kräfte ausgeübt. Diese Kräfte aber sind zunächst, wenn wir die physische und ätherische Organisation des Menschen betrachten, außertellurische oder auch tellurische, die ihnen entgegenwirken, also solche, die von Saturn, Jupiter, Mars herrühren, solche, die von Venus, Merkur und Mond herrühren, die (siehe Zeichnung Seite 149) eigentlich sich schon umsetzen in tellurische Einflüsse. Sehen Sie, es ist nämlich so bei der Beziehung der Erde und des Mondes wiederum, daß man sich da auch sehr leicht täuschen kann über das, was eigentlich vorliegt. Der Mensch denkt so leicht: Nun, der Mond ist da oben, da hat er seinen Einfluß. — Das ist aber nicht vollständig gedacht. Eigentlich ist der Mond nicht nur der Begleiter der Erde, sie umkreisend, sondern dieselbe Kraft, die im Monde liegt und die auf die Erde wirkt, die ist auch in der Erde selbst enthalten. Die Erde hat ihr Mondhaftes, das von ihr nach außen wirkt (siehe Zeichnung Seite 150). Im Physischen sind all die Vorgänge, die sich in Ebbe und Flut und in vielem anderen zeigen, zum Beispiel in der Menstruation, nicht eigentlich tellurische Wirkungen, sondern sie sind eigentlich lunarische Wirkungen, aber sie kommen nicht von dem Einflusse des Mondes, wie neuere Theorien angeben, sondern von dem, was in der Erde selbst Mondhaftes ist. Daher entsprechen sich die Dinge äußerlich. Aber sie stehen, in der Regel wenigstens, nicht in einem unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang. So müssen wir auch, wenn wir von den untersonnigen Planeten reden, ihr Gegenbild in der Erde suchen und dann die mehr physische Rückwirkung, die Rückwirkung auf das Physische vom Irdischen ausgehend, denken. Dasjenige, was mehr seelischgeistig entsteht, das müssen wir den außerirdischen Planeten zuschreiben. Beim Monde ist das also so: Der Mond wirft gewissermaßen auf die Erde herunter gewisse Bildekräfte, was sich dadurch äußert, daß er anregt zu dem Wirken der Menschen selbst, das sich im Phantasieschaffen auslebt. Der Mond hat einen großen Einfluß auf das seelische Phantasieschaffen. Solche Dinge müssen auch einmal studiert werden. Man berücksichtigt sie natürlich viel zu wenig im Zeitalter des Materialismus. Aber sie sind durchaus vorhanden. Der Mond hat einen starken Einfluß in mehr geistig-seelischer Beziehung auf das menschliche Phantasieschaffen. Sein Gegenbild, die Mondenwirkung auf das Organische, geht entgegengesetzt von dem Mondhaften der Erde aus und wirkt von da aus auf die menschliche Organisation. Das ist also dasjenige, was zu berücksichtigen ist. Das gilt zum Beispiel auch für die untersonnigen Planeten, die außerhalb des Mondes stehen.

[ 18 ] Now, if you bring together all that was said yesterday as to human dependence on the extra-telluric and telluric forces, and what I added today about human development extending into time, you will be able to form a conclusion that may be of help in the investigation with which we are now concerned. You will be able to postulate that certain forces are continually in action on man. These forces (if we consider the physical and etheric bodies) are extra-telluric as well as telluric, which work against them. They may be subdivided into those of the outer planets, Saturn, Jupiter, and Mars; and those of the inner planets, Venus, Mercury and the Moon. These latter forces, as a matter of fact, change into telluric influences. (See Diagram 13 arrow pointing outwards.) The interaction of Earth and Moon is complex and deceptive in certain ways, and easily misinterpreted. Man is apt to think: there is the moon, above, whence its influence must descend. But this view is incomplete. The moon is not merely earth's satellite circling around her; the same force that dwells within the moon and works upon the earth, is also contained within the earth itself. The earth has its own lunar principle working outwards from within. (See Diagram 14). Physical manifestations such as the tides and many allied phenomena are not essentially telluric, but lunar; nevertheless they are not directly due to lunar influence (as recent theories claim), but to the lunar principle in the earth itself. There is an apparent correspondence between these effects and the moon, but there is, at least generally, no immediate connection in time. So when we trace the influence of the inner planets, we must look for their counter-image in the earth itself, so that the physical effect, the effect upon the physical, comes via the earth. And on the other hand, to the outer planets must be ascribed effects in the realm of soul and spirit. We may define the Moon's action thus: it throws, as it were, certain formative forces down to the earth, and they manifest themselves in the human activities, especially those of creative fantasy and imagination. The lunar influence on the imaginative and creative powers of the soul is immense. These things should be studied; they are, of course, not adequately investigated and recorded in this age of materialism. But that they exist, is irrefutable. The moon affects directly the soul and spirit, promoting creative imagination. The Moon's counterpart, the lunar influence on all organic life, starts from the earth, and from there acts on the human organisation. This (twofold) action must be taken into account. The same rule holds good for the inner planets, which lie beyond the moon.

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[ 19 ] So sehen wir, daß auf den Menschen in der verschiedensten Weise tellurisch lokalisierte Kräfte, terrestrische meinetwillen, oder außertellurische lokalisierte Kräfte wirken. Nun, diese Kräfte können wir nur studieren, wenn wir das Ergebnis ihres Zusammenwirkens in dem ganzen Menschen sehen, in dem ganzen Menschen, niemals es sehen in irgendeinem Teil des Menschen, am wenigsten in der Zelle; bitte das wohl zu beachten: am wenigsten in der Zelle. Denn was ist die Zelle? Die Zelle ist eigentlich dasjenige, was sich eigensinnig geltend macht mit einem Eigenwachstum, mit einem Eigenleben gegen dasjenige, was der Mensch ist. Und wenn Sie auf der einen Seite den Menschen sehen in seiner ganzen Form aus den tellurischen und außertellurischen Wirkungen zusammengefügt und dann die Zelle irgendwie beachten, so ist die Zelle dasjenige, was diesen ersten Wirkungen ins Konzept hineinspukt, was geradezu diese äußeren Wirkungen zerstört, weil es sein eigenes Leben entfalten will. Wir kämpfen in unserem Organismus eigentlich fortwährend gegen das Leben der Zelle. Und das krasseste Unding von Anschauungen ist eben gerade entstanden durch die Zellularpathologie und Zellularphysiologie, die überall die Zellen zugrunde legen und überall den menschlichen Organismus als Aufbau von Zellen ansehen, während der Mensch ein Ganzes ist, das mit dem Kosmos zusammenhängt und eigentlich immer gegen den Eigensinn der Zellen zu kämpfen hat. Die Zelle ist dasjenige, was im Grunde genommen fortwährend unseren Organismus stört, statt ihn aufzubauen. Natürlich, wenn solche Grundanschauungen einziehen in die ganze sonstige Anschauungsweise, so ist es kein Wunder, wenn man zu den verkehrtesten Betrachtungen über den Menschen und alles, was mit ihm zusammenhängt, kommt.

[ 19 ] Thus man is affected in the most diverse ways, by telluric forces—call them terrestrial if you so prefer—and by extra-telluric forces If we wish to study these forces, we must look at the result of their co-operation in the whole human entity. They cannot be traced in any isolated part of man, and least of all in the cell—please note especially, in the cell least of all. For what is the cell? It is the element that obstinately maintains its separate existence, its own separate life and growth, contrary to the whole of human life and growth. Picture to yourselves, on the one hand, man built up in his whole frame by the telluric and extra-telluric forces, and on the other hand, the cell as that element which intervenes in the operation of these forces, upsets their ground-plan and conception, and even destroys their working by developing its own urge towards independent life. Actually we wage a ceaseless war in our organism against the life of the cell. And the most impossible of conceptions has just arisen in that Cellular Pathology and Cellular Physiology which find cells as the source and basis of everything, and regard the human organism as an aggregate of cells. Whereas, in truth, man is a whole in relationship with the cosmos, and has to wage perpetual war against the independent life and growth of the cells. In fact the cell is the ceaselessly irritating and disturbing factor in our organism, not the unit of construction. And if such fundamental errors enter into the general scientific view, it is not to be wondered at if the most mistaken conclusions are drawn regarding the nature of man in all its implications.

[ 20 ] So treten uns gewissermaßen im Menschenbildeprozeß und im Zellenprozeß zwei entgegengesetzte Kräftekomplexe entgegen, die Organe liegen in der Mitte drinnen, und sie sind Leber oder Herz oder dergleichen, je nachdem das eine oder das andere überwiegt. Sie sind fortwährend Ausgleiche zwischen diesen zwei Kräftekomplexen, die ich Ihnen angeführt habe. Die Organe sind etwas, was zuweilen mehr hinneigt zu dem Zellenhaften, das Zellenhafte dann bekämpft wird durch das Kosmische, oder es sind solche Organe — wir werden sie im einzelnen charakterisieren —, bei denen mehr das Kosmische überwiegt und das Zellenhafte zurücktritt. Insbesondere ist es interessant, von einem solchen Gesichtspunkte aus zu betrachten alles dasjenige, was an Organsystemen liegt zwischen dem eigentlichen Sexual- und Ausscheidetrakt und dem Herzen. In diesem Systeme ist am meisten Ähnlichkeit vorhanden mit dem, was das Zellenleben eigentlich will. Wenn man den ganzen Menschen durchgeht und alle seine Organisationsglieder betrachtet: am meisten Ähnlichkeit findet man zwischen den charakterisierten Teilen des Menschen und dem Zellenleben eben bei diesem Teile.

[ 20 ] So we may say that the formative process of man and the process of cell formation represent, as it were, two opposite sets of forces. The individual organs are right amidst the action of these forces; they become liver or heart and so forth according to whether the one or the other set of forces prevails. They represent a continuous balance between two poles. Some of the organs tend towards the cellular principle, and the cosmic factors have to counteract this tendency. Or again, in other organs—which we shall presently specify—the cosmic action dominates the cellular principle. In the light of this knowledge, it is especially interesting to observe all the organic groups that lie between the genital tract and the excretory tract on the one hand, and the heart on the other. These organs, more than any others, resemble the actual state towards which cellular life tends to develop. This resemblance is noticeable in comparison with all the other organs of man.

[ 21 ] Das aber führt uns dazu, folgendes zu erkennen. Das führt uns dazu, uns zu fragen: Wie ist es denn nun eigentlich bei der Zelle? Die Zelle entwickelt gewissermaßen, sagen wir, um die Sache etwas auf die Spitze zu treiben, eigensinnig Leben; sie entwickelt ein eigensinniges Leben. Diesem eigensinnigen Leben, das die Zelle gewissermaßen punktuell entwickelt, wirkt fortwährend ein anderes entgegen, ein Äußeres. Und dieses Äußere, was da entgegenwirkt, das nimmt der Zelle, den Bildekräften der Zelle das Leben, läßt ihr die Tropfenform, saugt ihr gewissermaßen das Leben aus und läßt ihr die Tropfenform. Das ist etwas, was man eigentlich wissen sollte, daß in allem, was auf unserer Erde die Tropfenform hat, gleichgültig, ob es im Außermenschlichen oder im Innermenschlichen ist, eine Resultierende zweier Kräfte liegt, etwas, was zum Leben will, und etwas, was dieses Leben aus ihm aussaugt.

[ 21 ] And we must draw the following conclusion as to the essence of the cell. The cell develops—let us exaggerate somewhat, but consciously, and in order to make our point clear—an obstinate and antagonistic life, a life of self-assertion. This obstinate life centred in one point meets the resistance of another force, external to it. And this external element counteracting the cellular process, takes away the vitality from its formative forces. It leaves untouched its globular shape as of a drop of liquid, but sucks the life from it, as it were. This should be an elementary piece of knowledge familiar to all; everything on our earth that is globular in form, whether within or external to the human frame, is the result of the interplay of two forces, one urging towards life, the other drawing life away.

[ 22 ] Nun ist es interessant, daß, wenn man nachprüft, welche Vorstellungen eigentlich die ältere Medizin bei dem Merkurialen hatte, man da auf das kommt, daß das Merkuriale dasjenige ist, dem das Leben weggenommen und die Tropfenform gelassen ist, so daß man also in dem Merkurialen etwas zu sehen hat, welches durch seinen Eigensinn zum lebenden Tropfen werden will, zur Zelle werden will, aber durch die planetarischen Wirkungen des Merkur verhindert wird daran und dadurch bloß der Leichnam der Zelle wird, eben das Merkurtröpfelchen. Da haben Sie den mittleren Zustand zwischen dem Salzigen und dem Phosphorischen, und da haben Sie zu gleicher Zeit etwas von dem allerdings sehr komplizierten Weg, den man gehen muß, um hinzuschauen, wie die Planetenwirkungen sich ausleben in dem, was uns auf der Erde entgegentritt. Jeder Tropfen Quecksilber wäre ein Lebendes, wenn der Planet Merkur nicht da wäre. Und alles dasjenige, was bei uns am meisten hinneigt, zum Zelligen zu werden, also der Trakt im Menschen, von dem ich gerade vorhin gesprochen habe, der ist daher am meisten darauf angewiesen, der rechten Einwirkung des Planeten Merkur ausgesetzt zu werden, also das sind diejenigen Teile des Unterleibes, die zwischen den eigentlichen Ausscheidungsorganen und dem Herzen liegen. Die sind ganz besonders darauf angewiesen, wenn ich mich so ausdrücken darf, nicht verhindert zu werden an einer gewissen Tendenz, die sie haben, das Zellige aufrechtzuerhalten und es doch nicht so weit kommen zu lassen, daß es vom Leben ganz überwuchert würde, also ausgesetzt zu bleiben dem lähmenden, dem das Leben lähmenden, ertötenden Merkurzustande. Sonst werden die Tätigkeiten dieser Organe gleich wuchernd, wenn sie in diesem Mittelzustande nicht erhalten werden.

[ 22 ] If we examine the concept of the mercurial in ancient medicine we learn that it was held that the mercurial has been deprived of life but retains the globular form. This means that the mercurial element must be visualised as tending obstinately to the condition of a living drop of matter, i.e., to a cell, but as prevented by the planetary action of Mercury from being more than a corpse of a cell—that is to say, the typical quicksilver globule. Here is the condition midway between the saline and phosphoric; and here is also a glimpse of the very intricate road we must follow in order to understand the living working of planetary forces in the earth's substances. Were it not for the planet Mercury, every drop of quicksilver would be a living thing. And all the parts of the human frame which tend most definitely to the cellular principle—that is, the region specified above—need more than any other to receive the proper influence of the planet Mercury. This means that the region below the heart and above the organs of evacuation, depends very much on the preservation of a certain inherent tendency to maintain the cellular process, without letting it get so out of hand that it is quite overwhelmed by life forces. That is, it depends on making the cellular process remain under the devitalising life-paralysing Mercury condition; otherwise the activity of the organs under discussion would at once tend to become exuberant. Now to follow up these facts, further and further, to the relationship between these organs and the metal mercury or quicksilver: the representative of the mercurial condition.

[ 23 ] Wenn man so etwas dann immer weiter und weiter verfolgt, dann kommt man eben zu der Beziehung, die besteht zwischen diesen Organen und dem Merkur, dem Metall, welches repräsentiert den Merkurzustand. Sie sehen, daß der Weg, der auf diese Weise unternommen wird, durchaus ein ganz rationeller ist, und da man ja dasjenige, was schon gefunden werden kann durch übersinnliches Schauen für die gegenwärtige oder zukünftige Menschheit, immer mehr und mehr wird durch äußere, sinnlich wahrnehmbare Tatsachen belegen müssen, so würde es schon gut sein, wenn man klinisch und in der Literatur verfolgen würde, wie nun die einzelnen Wirkungen, sei es von den Mineralien, von den Metallen, mineralisch, tierisch, sei es von den in den Pflanzen enthaltenen Mineralien und Metallen, auf den menschlichen Organismus eigentlich sind.

[ 23 ] As you will observe, this path you are following represents a perfectly rational train of thought, and what has been found through super-sensible vision will have to be confirmed by external and sense-perceptible facts, for the humanity of the present and future. Therefore it is advisable to follow up in clinical observation and in literature the detailed effects upon the human organism of the minerals and metals themselves, and of the minerals and metals contained in plants or animals.

[ 24 ] Man kann ja das Studium beginnen an ganz besonders charakteristischen Dingen in dieser Beziehung. Ich habe Ihnen gesprochen heute davon, daß einer gewissen Tendenz, die vorkonzeptionell ist, entgegenarbeiten muß eine Össifikation, die Sklerose. Dieses Össifizieren und Sklerotisieren hat aber ein vollständiges Gegenbild. Sie brauchen nur, um es zum Wuchern zu bringen, dem Menschen eine Bleivergiftung beizubringen. Natürlich werden die Versuche nicht so weit gehen dürfen, daß man wirklich eine Bleivergiftung erzeugt, um die Arteriosklerose zu studieren, aber das Wichtige ist, daß man eben Erscheinungen, die eintreten, wo die Natur für einen selber experimentiert, in diesem Sinne verfolgt, um dadurch darauf zu kommen, welche innere Verwandtschaft besteht zwischen dem, was im Menschen selber ausgeht von denselben Kräften, die im Blei wirken, und dem Blei. Es ist eben durchaus studiengemäß zu verfolgen der im Blei wirksame Prozeß und der Prozeß des Ossifizierens und des Sklerotisierens im Menschen.

[ 24 ] We can begin such an investigation with some particularly significant and characteristic facts. Thus I have already referred to a tendency originating before conception, that has to be counteracted by the process of ossification or sclerosis. But there is a complete counterpart to sclerosis and ossification; to produce it one would only have to induce lead poisoning in a man. Of course the experimental tests must not go so far as to set up serious plumbism, for the purpose of studying arterio-sclerosis. But it is most important to be able to follow up cases in which nature itself makes the experiment, in order to find out the inner relationship between lead and the phenomena produced in the human organism through the same forces as are formative in lead. It is possible to trace by close study the correspondence between the process working in lead, and the process of ossification and sclerotisation in man.

[ 25 ] Ebenso könnte studiert werden ein Wechselverhältnis zwischen den Prozessen, die im Zinn sind, und alledem, was ich vorhin charakterisiert habe als die Wechselwirkung zwischen der Hydrozephalie und ihrem Gegenteil, und man würde dann finden, daß in diesem ganzen Komplex des kindlichen Alters, das darauf ausläuft, ich möchte sagen, das richtige Härteverhältnis zwischen dem Kopf und den Weichteilen zu bewirken, dieselben Kräfte wirken wie in dem Zinn.

[ 25 ] A parallel study could be made of the inter-relationship of the processes inherent in the metal tin, and all that I have already described as the balance between hydrocephaly and its counterpart. This would reveal that this whole complex in childhood, which tends to establish the right ratio of density between the bony part and the soft parts of the head, is due to the action of the same forces as those belonging to tin.

[ 26 ] Nun haben wir ja gesehen, daß dieser Prozeß vorrückt im späteren Alter gegen die Lunge. Da kommen wir dazu — und da brauchen wir ja gar nicht weit zu gehen, man braucht nur manches, was in der medizinischen Literatur seit Jahrhunderten notifiziert ist, in der richtigen Weise zusammenzulesen —, die innige Verwandtschaft zwischen diesem Prozeß, der zusammenhängt mit alledem, was in den Begleiterscheinungen von Pneumonie und Pleuritis ist, und in seinem Verhältnis zu den Kräften im Eisen zu sehen. Diesen Zusammenhang wird man dann wiederum verfolgen bis in den gewöhnlichen Prozeß hinein, der sich abspielt durch die Anwesenheit des Eisens im Blute, wo er gewissermaßen normal ist. Sie können denselben Prozeß, der sich abspielt bei der Wechselwirkung von Eisen und Blut, heraufverfolgen etwas mehr zum Lungensystem und allem, was damit zusammenhängt, und Sie bekommen dann eine Anschauung über die Wirksamkeit des Eisens, ich möchte sagen, bei der in die Lunge vorgerückten Wechselwirkung zwischen Hydrozephalie und ihrem Gegenbild. So, sehen Sie, wirken diese Dinge wechselweise ineinander. Nur durch dieses wechselweise Ineinanderwirken und wiederum durch das Beziehen auf das Außermenschliche bekommt man die Möglichkeit, auf die Heilwirkungen von Heilmitteln zu kommen.

[ 26 ] As we have seen, this process moves towards the lungs in later life, So we come to this—that we need only collect and collate material that has been recorded in medical literature for centuries, in order to see the deep relationship between this process, with its accessory symptoms in pneumonia and pleurisy, and the forces proper to iron. Then we have to follow this relationship to the normal process that comes about through the normal action of iron in the blood. You can follow up the same process working between iron and the blood, until it approaches the lungs and their accessories, and you will get an intuitive conception of the efficacy of iron in cases where the balance between hydrocephaly and its opposite has progressed as it were. Thus do these forces work with and into one another. Only by recognising this continuous interaction, and by reference to the extra-human processes, can we be in a position to ascertain the healing effects of remedial substances.

[ 27 ] So würde sich aber, wenn man tatsächlich einmal einen Wert darauf legen würde, in dieser Art das Menschenwesen anzusehen, ganz zweifellos für den Beobachter eine Art von Intuition ergeben, die eigentlich bei allen Diagnosen von einer ganz besonderen Wichtigkeit sein würde. Denn es kommt dabei wirklich an auf das Zusammenschauen von vielem. Man sollte bei jeder Diagnose im Auge haben, wie der Mensch in der Welt drinnen steht und wie der Mensch bisher gelebt hat und verspricht, im Folgenden zu leben. Was meine ich damit, wenn ich sage: Im Folgenden zu leben? Ja, in dem gegenwärtigen Menschen ist ja schon durchaus in einer gewissen Weise dasjenige keimhaft veranlagt, was er in dem Rest seines Lebens, namentlich organisch, verleben wird.

[ 27 ] It it were actually found worth while to consider human nature from this angle, the observer would indisputably develop a sense of intuition of great importance in all diagnosis. For diagnosis really depends on the “seeing together” of so many elements. In every diagnosis, the physician should visualise the position and attitude of the patient to the world; the manner of his earlier life, his probable future way of life. There is already in the man of today the germinal disposition of what he will live through and experience, especially in the organic sphere, during the rest of his life.

[ 28 ] Wenn man den Zusammenhang dann sucht von alledem, was ich jetzt gesagt habe, von der Wirkungsweise von Blei, Zinn und Eisen auf den menschlichen Organismus, mit dem, was noch von metallischer Seite als Wirkung ausgehen kann, so kommt man darauf, daß diesen gewissermaßen polarisch entgegengesetzt sind die Wirkungen von Kupfer, Merkur und Silber.

[ 28 ] The connection between what we have stated as to the effects of lead, tin and iron on the human organism, and the effects of the influence of other metals, is to be found in the polarity between the metals referred to and the workings of copper, mercury and silver.

[ 29 ] Das, was ich jetzt gesagt habe, bezieht sich nicht etwa auf irgendein Protegieren von Heilmitteln, aber ich muß es erwähnen aus dem Grunde, um Sie eben darauf hinzuweisen, wie ganz bestimmt geartete Wechselwirkungen bestehen zwischen jener Konfiguration, welche die Kräfte in diesen Metallen und, wie wir gesehen haben, auch in anderen Substanzen haben, und den Bildekräften des menschlichen Organismus selbst. Daher werden gewisse Kräfte, wie zum Beispiel die in dem Kupfer verankerten, in einer gewissen Weise entgegenwirken den im Eisen verankerten. Aus diesem Entgegenwirken wird man entnehmen können, was man von den anderen Kräften brauchen muß, wenn eine gewisse Art von Kräften, sagen wir die Eisenkräfte, zu stark vorhanden sind, zu stark wirken. Man wird zum Beispiel finden, daß bei ganz bestimmten krankhaften Erscheinungen des menschlichen Organismus offenbar die Eisenkräfte in ihm zu stark sein müssen. Dann handelt es sich darum, daß man Kupfer oder Kupferähnliches, was ja auch aus dem Pflanzenreich genommen werden kann, wie Sie sehen werden, dagegen verwendet.

[ 29 ] What I have said does not mean any “pushing” of certain remedies. But it has to be presented to you, in order to establish the very definite inter-relationships between the configurations of forces in the metals—and of course other substances—and the formative forces of the human organism. This is why certain forces, as, for instance, those inherent in copper, work in a particular way against those inherent in iron. We must bear this opposition in mind, so as to know what substances to apply or use, if a certain type of force—e.g., that of iron—becomes too active and predominates. In some diseases the forces of iron are obviously too strong; there we must have recourse to copper or copper products, which can also be derived from the vegetable kingdom, as you will see later on.

[ 30 ] Nun habe ich Ihnen heute vielleicht mit diesem Ausblick nach manchen Seiten hin recht viel zugemutet. Allein ich hoffe, daß, wenn Sie sich manches ansehen, was ich gerade heute vorgebracht habe, Sie daraus erkennen werden, wie diese Dinge weiter verarbeitet werden müssen und wie gerade aus dieser Verarbeitung etwas sehr Fruchtbares hervorgehen kann für eine Umgestaltung des medizinischen Studienwesens und des ganzen medizinischen Wesens.

[ 30 ] Perhaps with this survey I have asked you to assimilate too much in many respects. I hope, however, that if you examine my statements in detail, you will recognise the need of following up these things and the possibility of very fruitful results for the transformation of the study of medicine and the whole medical practice and life.