Cooperation Between Doctors and Pastoral Caregivers
Pastoral Medicine Course
GA 318
14 September 1924, Dornach
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Siebenter Vortrag
Lecture Seven
[ 1 ] Meine lieben Freunde! Wenn man nur mit den Mitteln, die man bekommt durch die heutige Wissenschaft — gegen die ja natürlich in bezug auf ihre eigenen Leistungen, in bezug auf die Leistungen dieser Wissenschaft nichts eingewendet werden soll, denn soweit sie mit ihren Methoden dringen kann, dringt sie ja in ausgezeichneter Weise in das ein, was ihr auf ihrem Wege eben werden kann -, wenn man nur mit diesen Mitteln zu tun hat, dann kann man eigentlich zu dem Verständnis des Menschen nicht kommen. Man kann deshalb nicht dazu kommen, weil ja im menschlichen Leben, so wie es nun einmal dasteht, Leiblich-Physisches, Seelisch-Geistiges ineinander verwoben ist. In das Leiblich-Physische hinein erstrecken sich die Erdenprozesse, ringsherum die Erdenprozesse der Gegenwart. Wir verfolgen dann mit der heutigen, gerade für das Außermenschliche verhältnismäßig gut arbeitenden Wissenschaft die physikalisch-chemischen Prozesse der äußeren, außermenschlichen Natur, und wir geben uns da leicht der Vorstellung hin: So wie diese chemischen Prozesse verlaufen im physikalischen Kabinett, oder bei der Beobachtung desjenigen Stückes Welt, das unmittelbare Erdenumgebung ist, oder im chemischen Laboratorium, so ungefähr stellt man sich vor, setzen sich diese Prozesse dann auch im Inneren des Menschen fort. Man beschreibt außen die Verbrennung als die Verbindung irgendeiner Substanz mit dem Sauerstoff, setzt dann, wenn man von menschlicher innerer Tätigkeit spricht, die Gedanken in den Menschen hinein fort, die man so gewonnen hat, spricht auch im menschlichen Inneren von Verbrennung, während man wissen sollte, daß dafür gar keine Möglichkeit besteht. Denn gerade so, wie sich ein Lebendiges zu einem Toten verhält, so verhält sich der Vorgang, der im Inneren des Menschen als einer Verbrennung ähnlich beschrieben werden kann, zu einer äußeren Verbrennung. Äußere Verbrennung ist unorganisch, äußere Verbrennung ist lebenslos. Im Inneren haben wir es mit einer lebendigen Verbrennung zu tun, mit einer lebendig gewordenen Verbrennung. Das hat auch für die übrige Wissenschaft große Folgen, bedeutsame Folgen. Denn sehen Sie, die äußere Verbrennung unterliegt ja mit Bezug auf die Substanz, die sie ergreift, ganz bestimmten, sagen wir Wärmeverhältnissen. Wir können uns nur vorstellen nach unserer Wissenschaft, daß sich eine gewisse Entzündungstemperatur ergibt, Verbrennungswärme da ist für diese äußeren Verhältnisse. Das ist durchaus nicht etwas, was sich ins Innere des menschlichen Organismus in derselben Weise fortsetzt. Unter bestimmten Temperaturgraden kann sich äußerlich irgendeine Substanz mit dem Sauerstoff verbinden, eine Verbrennung ist da. Nicht bei derselben Temperatur braucht sich das im Inneren zu verbinden, da herrschen andere Gesetze. Ich sage, das hat für die äußere Wissenschaft eine bestimmte Bedeutung, denn man stellt Hypothesen auf in der äußeren Wissenschaft, die recht plausibel erscheinen. Man schließt aus den Verhältnissen, die jetzt auf der Erde sind, auf frühere Zustände. Der berühmte jenensische Physiologe Preyer hat so etwas getan. Ihm war die gewöhnliche Kant-Laplacesche Theorie zu dumm, und er ist zurückgegangen zu gewissen lebendigen Feuerprozessen, von denen die Evolution ausgegangen sein soll. Ja, das hat er sich vorgestellt, daß die bei denjenigen Temperaturen verlaufen müssen, wo entsprechende Feuerprozesse heute verlaufen müssen. Das muß nicht sein. Man kann zunächst gehen von heutigen unorganischen Feuerprozessen zu ähnlichen Prozessen, wie sie heute im menschlichen Organismus sind, wo bei einer wesentlich niedereren Temperatur dieselben Vorgänge zustande kommen. Dann würde man auch für eine hypothetische Vorstellung eines irdischen Urzustandes etwas ganz anderes herausbekommen.
[ 1 ] Dear friends, if one had no other means of investigation than that provided by modern science, one would never attain an understanding of the human being. Certainly it is not my wish to belittle the accomplishments of this science in its own areas, for as far as its methods allow it to go, it brilliantly explores whatever can have the slightest relevance to it. But one cannot reach the human being by this means, because in human life in its present form, physical-etheric body and soul-and-spirit are interwoven. Present earth processes reach into the physical-etheric body from every direction. With modern science we follow these physical-chemical processes of outer nature, that is, of nature outside the human being. Comparatively speaking, this science is good for the world outside us. People have simply accepted the idea that just as these chemical processes occur in a physics or chemistry laboratory, or in some piece of the world that we are able to observe as our immediate environment, so approximately they are also then continued within the human being. For instance, combustion is described as the combining of some substance or other with oxygen; then the thoughts about this are continued unchanged when speaking of the process within the human body, and combustion is still described as happening the same way within us. But one should know that this is not possible. For the process in a human being that is analogous to combustion is related to external combustion precisely as something living is related to something dead. Combustion in the external world is inorganic, lifeless, while within a human being we have a combustion that has become living. This fact is important for all of science. External combustion, so far as the substance it affects is concerned, is definitely subject to conditions of warmth. According to science, there is a definite so-called flash point, and the heat of combustion always relates to this external condition. This does not continue in the same way within the human organism. Externally, given a certain temperature, any substance can combine with oxygen and produce combustion. Within the human being the same temperature is not needed for that to happen; other laws prevail. This is important for external science, because external science sets up hypotheses that appear to be perfectly plausible. Earlier conditions are assumed from the conditions that now exist on the earth. Preyer, the famous Jena physiologist,8 Wilhelm Preyer (1811–1897). Professor of Physiology. Wrote Hypotheses Concerning the Origin of Life in Scientific Facts and Problems (1880). has done just that. He found the ordinary Kant-Laplace theory too stupid, so he went back to certain dynamic fire processes from which evolution was supposed to have originated. He also took it for granted that these must have happened at temperatures that today are necessary for similar fire processes to happen. That was not necessarily so. One can of course go in thought from the inorganic fire processes of this present age to similar processes in this age in the human organism, although actually these latter happen at an essentially lower temperature. But on this basis, even for a hypothetical view of original earth conditions, one would get quite different results.
[ 2 ] Sie sehen also, die Vorstellungen, die gang und gäbe werden, haben für das gesamte Auffassen des Weltbildes eine ganz bestimmte Bedeutung. Kurz, man kann mit den Mitteln, die die heutige Wissenschaft liefert, nicht auskommen, um schon die äußere Welt in ihrem Verlauf und die unmittelbare Gegenwart daraus zu verstehen. Das gibt ja natürlich sogleich Schwierigkeiten, wenn eine gewisse Tendenz auftritt. Ich kann von diesen Schwierigkeiten wirklich sprechen, weil ich sie persönlich in einer außerordentlich starken Weise erlebt habe.
[ 2 ] You can see that the ideas that become fashionable are particularly important when one wants to acquire a comprehensive picture of the world. In short, with the means that modern science provides it is not possible to gain an understanding of the external world, either in its evolution or in its present state. Naturally this causes difficulties if a certain attitude prevails.
[ 3 ] Sehen Sie, Sie dürfen mir glauben, durch meine ganze Entwickelung hindurch ging ein Zug, der nur so bezeichnet werden kann - Sie sehen es aus der Beschreibung meines «Lebensganges» —: alleräußerster Respekt vor der Naturwissenschaft der Gegenwart! Dieser Respekt war immer da. Nirgends, in keinem Punkte konnte ich mich entschließen, eine ablehnende Kritik im trivialen Sinne, wie es leicht vorkommt, aufzuwenden gegen dasjenige, was als Naturwissenschaft, sei es auf dem Gebiete des äußeren Chemisch-Mechanisch-Physikalischen, sei es auf dem Gebiete des Medizinischen aufzubringen. Aber dabei stand mir doch die Evolution auch als geistiges Bild vor Augen, war da. Nun hatte man das Bestreben, dasjenige, was sich geistig eröffnet, sagen wir für so etwas wie die atlantische Zeit oder die lemurische Zeit oder noch weiter zurück oder vorwärts, mit demjenigen in Einklang zu bringen, was die Naturwissenschaft gibt. Das geht für dasjenige, was die Naturwissenschaft für die unmittelbare Gegenwart sagt, in leidlicher Weise. In dem Augenblick, wo die Naturwissenschaft anfängt, wild zu werden und Hypothesen aufzustellen, die über die Gegenwart in eine Zeit weit zurückliegender Vergangenheit gehen, bekommt man die allerschwersten Konflikte, wenn man das geistig Geschaute mit dem in Einklang bringen soll, was die Naturwissenschaft sagt. Daher kommt man in Konflikte, gerade wenn man im Einklang mit der Naturwissenschaft leben will, dieser Naturwissenschaft, gegen die die Geisteswissenschaft nie etwas haben will; denn man wird doch nicht so unvernünftig sein, gegen Tatsachen etwas einzuwenden. Aber um so mehr kommt man in Konflikt mit den Anschauungen. Sobald der Naturforscher redet: gut - sobald er anfängt zu schreiben, so wird er eigentlich schon wild, und dann kann man nicht mehr mit. Das ist dasjenige, was da als ein schwerer Konflikt vorliegt, der auch eingesehen werden muß von demjenigen, der irgendwie in Berührung kommt mit dem, was die heutige Wissenschaft geben kann.
[ 3 ] I can speak of these difficulties because I myself have experienced them with particular intensity. Truly, through my whole life there has been one foremost characteristic—you will find it mentioned in my autobiography.9 Rudolf Steiner, Autobiography (Hudson, N.Y.: Anthroposophic Press, 1999). I can only describe it as the greatest possible respect for modern natural science. My respect has never changed. Never at any time would I have criticized in a trivial sense—which would be so easy to do—what natural science was bringing forward, whether in the field of external chemical, of mechanical or physical research, or of medicine. And yet at the same time evolution stood there before my eyes as a spiritual vision. And the need arose to bring what was opening up for me spiritually—for instance, the Atlantean time, or the Lemurian time, or something still further back, or further forward—to bring that into harmony with what natural science was giving out. This has not been too difficult with what natural science says about the immediate present. But when it begins to exceed its bounds, to “go wild,” when it advances hypotheses that reach from the present age to a time lying far in the past, we encounter the most severe conflicts if we want to bring what we have seen spiritually into harmony with what science is saying. We come into conflict with science just when we would like to be in accord with it. Spiritual science would never choose to be in disagreement with natural science. For surely one would not be so unintelligent as to oppose facts! All the more, then, one comes into conflict with opinions. As long as natural researchers talk, that is good. As soon as they begin writing, they really “go wild,” and then one can no longer go along with what they say. This is a serious situation, and it must be reckoned with by anyone who has to relate in any way to what modern science is able to give.
[ 4 ] Denn sehen Sie, diese Wissenschaft kommt eben einfach nicht an den Menschen heran, weil der Mensch eben auch nach dem Seelischen und nach dem Geistigen hin in die Welt hereingestellt ist, und in seinen Prozessen lebt sich nicht nur aus dasjenige, was man äußerlich erforscht, bis zu den Erscheinungen der Aerodynamik oder der Aeromechanik herauf oder der Kalorik, sondern in seinen Erscheinungen lebt sich zum Beispiel auch dasjenige aus, was aus früheren Erdenleben in sein Karma hereinkommt. Wir sahen gestern, daß man es förmlich mit Händen greifen konnte bei einem Menschen wie Ferdinand Raimund. Dazu fehlt jede Möglichkeit des Überganges, wenn man nur die Mittel der heutigen Naturwissenschaft in Betracht zieht. Aber nun sehen Sie, man muß eben aufsteigen dazu, dasjenige, was äußerlich am Menschen sich als Vorgänge darstellt, gewissermaßen von dem Geistigen abfangen zu lassen, ins Geistige einzugliedern. Dann kommt man doch gut zurecht, gerade wenn man ganz fest steht in der Physiologie des Atmungsvorganges, in der Physiologie des Zirkulationsvorganges, in bezug auf dasjenige, was man schon wissen kann auch durch die Mittel der heutigen Naturwissenschaft, wenn man versucht, gerade vom Atmungs- und Zirkulationsvorgange aus zu begreifen, wie das physische Leben mit dem Geistigen zusammenhängt.
[ 4 ] Natural science simply does not reach as far as the human being. Human beings have a soul nature and a spiritual nature, and do not have just a physical organism with physical processes that can be investigated externally—even to such phenomena as those of aerodynamics or thermodynamics. We also have living in us our karma from earlier earth-lives; we see it manifesting in our personality. We found this plainly evident in such a person as Ferdinand Raimund. But there is no possibility of exploring such connections if we only have the means of modern science at our disposal. We must indeed advance to a new level. We must begin from the side of spiritual science to look at what manifests as external human processes and relate them to what we see as spiritual processes. We will be going in the right direction, for instance, if, holding fast to the physiology of breathing and circulation as we already know it from current natural science, we proceed further to examine how physical life is connected with spiritual life.
[ 5 ] Denn sehen Sie, wenn wir zunächst den Prozeß der Einatmung des Menschen ins Auge fassen: dieser Prozeß der Einatmung im Menschen, er besteht darin, daß äußeres Luftförmiges aufgenommen wird von dem Menschen. Dieses äußere Luftförmige ist aber nicht eben ein bloß Passives, das von der fertigen Menschennatur aufgenommen wird und darinnen weiter so verarbeitet wird, daß sich der Sauerstoffaufnahmeprozeß in einen Kohlensäurebildenden Prozeß verwandelt und so einfach die Einatmung in die Ausatmung übergeht, sondern dieser Einatmungsprozeß stellt sich in Wirklichkeit als ein fortwährender Erzeuger der menschlichen Wesenheit dar. Er arbeitet fortwährend an dem Aufbau der menschlichen Wesenheit von außen herein mit. Von der Welt herein wird im Einatmungsprozeß der Mensch fortwährend aufgebaut, und der Mensch nimmt wirklich nicht bloß den amorphen Sauerstoff auf, sondern in dem Sauerstoff, den er irrtümlich als amorph ansieht, in dem nimmt er auf Gestaltungskräfte, die seinem eigenen Wesen entsprechen. Wenn wir Atemnot haben, so sitzt wirklich in den Atmungswegen eine fremde elementarische Wesenheit drinnen. Aber das ist in dem abnorm gestalteten Atmungsprozeß. In dem normal gestalteten Atmungsprozeß, meine lieben Freunde, sitzt fortwährend ein entstehender Mensch. Fortdauernd geht aus dem Makrokosmos eine werdende Menschengeburt, eine Luftmenschengeburt in den Menschen hinein. Der ganze Prozeß, der sich da abspielt, der steht unter der Aktivität des astralischen Leibes, so daß man sich die Sache so vorstellen muß (Tafel 8): Wir atmen ein; die Einatmungstätigkeit ist aktiviert durch den astralischen Leib. Der ganze Prozeß, der sich da abspielt, der fortdauernd eine Menschenwerdung ist, dieser Prozeß spielt sich im Element der Luft ab, in alledem, was im Menschen luftförmig mitarbeitet, spielt sich dieser Prozeß ab, so daß wir da ein fortwährendes Menschwerden haben im Einatmungsprozeß in dem Element des Luftförmigen.
[ 5 ] Let us look at human inhalation. It consists of our taking in external gaseous substance. But this is not just a passive happening, something being taken in by a human being in a completed condition and elaborated within. It is not just changing over from one process, inhalation, to another process, exhalation—from the inhaling of oxygen to the forming of carbon dioxide. The inhalation process shows itself in reality to be continuously creating the human being, working continuously to build the human being, from without inwards. In the inhalation process we find there is a constant building up, proceeding inward from the cosmos. Human beings do not merely inhale amorphous oxygen. In the oxygen that we regard, mistakenly, simply as a gaseous substance we inhale formative forces appropriate to our own being. If sometimes we have shortness of breath, some alien elemental is lying across the path of our breathing. That occurs in abnormal breathing. But in normal breathing, there is always a human being coming into being. Continuously a human birth is occurring out of the macrocosm; an air-human is being born into the human. The entire process is an activity of the astral body. We must picture it in this way: We inhale. The inhaling is activated by the astral body. The entire process is a continuous being-born. It takes place in the element of air, in everything that is air within us. We have a perpetual human birth in the element of air in the inhalation process.
[ 6 ] Aber sehen Sie, nun atmen wir wieder aus. Wir atmen aus und atmen ja im wesentlichen Kohlensäure aus. Es wird im Anschluß an andere organische Vorgänge der Kohlenstoff gewissermaßen für die Ausatmung gesammelt. Man stellt sich das vor nun wiederum als eine Art passiven Reaktionsprozesses oder so etwas Ähnlichem. Man hat überhaupt keine klare Vorstellung über diese Dinge. Man untersucht eben einfach dasjenige, was man mit physischen Mitteln nach dieser Richtung untersuchen kann, aber man macht sich keine klaren Vorstellungen. Nun sehen Sie, diese Ausatmung aber ist wieder aktiviert, in ihr ist nicht bloß ein passiver Prozeß enthalten in bezug auf den Menschen, sondern es ist Aktivität darinnen, eine Aktivität, die ja die Aktivität des Ätherleibes ist. Das ganze geht in dem Elemente des Flüssigen vor sich, in demjenigen Elemente, das man früher eben Wasser genannt hat, wo alles Flüssige Wasser war. Wir können den Ausdruck weiter gebrauchen. Das geht im Elemente des Wassers vor sich.
[ 6 ] But now we also breathe out. We breathe out carbon dioxide. At the conclusion of other organic processes carbon dioxide is, in a certain sense, collected for outbreathing. That too is commonly presented as a kind of passive reaction, or something similar. People simply do the research they are able to do in this field with physical means, and they don't arrive at a clear conception. Now the exhalation also is activated. It is not just some passive human process. There is activity in it: activity of the etheric body. The entire process occurs in the fluid element, the element that in earlier times was called water, when everything that was fluid was called water. We can continue to use the expression. This process takes place in the element of water.
[ 7 ] Nun entsteht da eine wichtige Frage, die Ihnen natürlich allen auf der Zunge liegen muß. Die Frage: Ja, wie ist es nun im Schlaf? Denn im Schlaf ist zunächst der Ätherleib drinnen, für die Ausatmung gibt uns das also keine Skrupel. Aber wie können wir im Schlaf einatmen, da doch der astralische Leib draußen ist? — Ja, sehen Sie, da ist es eben so, daß in der Tat im Schlafe nur der mikrokosmische Teil des astralischen Leibes herausgeht und um so tätiger wird das astralische des Makrokosmos während des Schlafes. Da tritt die ganze Astralität des Makrokosmos ein während des Schlafes, da wird die Atmungstätigkeit, die ja gerade dadurch etwas Verschiedenes ist von der wachenden Atmungstätigkeit, geregelt durch die Tätigkeit des Makrokosmos. Sie sehen also hier einen bedeutenden Unterschied auftreten zwischen der Einatmung im Wachen und der im Schlaf. Die Einatmung im Schlafen wird geregelt von außen her im Menschen. Die Einatmung im Wachen regelt er selber von innen heraus mit seinem astralischen Leib, während die Astralität des Kosmos für ihn eintritt im Schlaf. Da haben Sie schon einen bedeutsamen Anhaltspunkt, um in die Einsicht des Pathologischen zu kommen. Der Kosmos hat die Merkwürdigkeit, daß er mit Bezug auf irdische Verhältnisse, so wie wir über die Erde eine Strecke weit hinauskommen, gesund ist. In der Nähe der Erde sind allerlei sich durch Klimatisches und sonstiges ausdrückende Prozesse, die die Astralität des Kosmos abnorm machen können. Ebenso kann durch andere Prozesse, die wir noch kennenlernen werden, die innere Astralität des Menschen abnorm sein. Hier haben wir die Quelle des Pathologischen auf einem bestimmten Gebiete, aber wir sehen die Quelle des Pathologischen bis hinein ins Geistig-Seelische gehen, und das ist das Wesentliche.
[ 7 ] Now there should come an important question: how is it during sleep? In sleep the etheric body is first and foremost within the human organism; therefore for exhalation there is no problem. But how can we inhale during sleep if the astral body is outside? Well, the fact is that during sleep actually only the microcosmic part of the astral body goes out of the physical organism; the macrocosmic astrality is all the more active at that time. All the astrality of the macrocosm enters during sleep. Our breathing activity during sleep is for this reason very different from our breathing activity while awake, because it is regulated by the activity of the macrocosm. So there is an essential difference between inhalation while awake and inhalation while asleep. The control of our inhalation during sleep comes from outside. When we are awake we control our inhalation ourselves through our astral body, from within outwards. While we are asleep the cosmic astrality enters our organism to do this for us. Here you have an important clue by which to approach questions of pathology. The cosmos has this remarkable attribute. You find that it holds a healthy relation to earth conditions if you go far enough above the earth. Close to the earth there are all kinds of influences through climate and other circumstances that can make the cosmic astrality abnormal. Similarly, through other processes that we have yet to learn about, the inner astrality of the human being can become abnormal. There we have the source of a certain kind of pathological condition, but the source is within, in soul and spirit. That is an essential fact.
[ 8 ] Nun gehen wir weiter. Sehen Sie, der Atmungsprozeß ist ein verhältnismäßig, relativ also, grober. Wir atmen Luftförmiges ein, atmen Luftförmiges aus. Der ganze Atmungsprozeß hat etwas Grobes, wenn wir ihn vergleichen mit all den Vorgängen, die ja sowohl in uns fluten, wie im äußeren Makrokosmos fluten, wenn wir ihn vergleichen mit den Vorgängen in der Fluktuation der Wärme, im Wärmeelemente innen und außer dem Menschen. Im Inneren des Menschen sind ja Wärmedifferenzierungen, außen sind Wärmedifferenzierungen. Wir können uns wegdenken Luft, Wasser, Erde, wir können vor uns hinstellen nur diese Wärmedifferenzen. Für den Physiker hat das keinen Sinn, weil er die Wärmedifferenzen nur für Zustände der Materie ansieht. Die Geisteswissenschaft weiß, daß man es bei der Wärme mit einem Element zu tun hat. Wir dürfen also von einem Element sprechen, es als selbständig und aktiv ansprechen, das, was im Wärmeelement enthalten ist. Nun liegt dem ganzen menschlichen Leben gegenüber dem Atmungsprozeß ein feinerer Prozeß der Aufnahmen durch den Wärmeprozeß zugrunde. Und wir können sprechen: Kommen wir hinauf bis in die Lungengegend des Menschen - fassen Sie aber das, was ich grob äußerlich sage, recht innerlich auf -, kommen wir hinauf bis zur Lungenorganisation, so haben wir es mit dem groben Atmungsprozeß in der Luft zu tun. Kommen wir aber hinauf in die Regionen, die vorzugsweise vom Haupt geregelt werden, aber im ganzen Menschen in Abschwächung vorhanden sind, haben wir einen verfeinerten Atmungsprozeß, der sich aber nicht im Luftelement, sondern im Wärmeelement abspielt. So daß wir sagen können: Wir kommen hinauf zu einem verfeinerten Prozeß, der besteht in einer außerordentlich feinen Aufnahme von Wärme aus dem Makrokosmos, Einatmung von Wärme und Ausatmung von Wärme. — Aber die Sache ist jetzt so, wenn wir die grobe Ein- und Ausatmung verfolgen, dann steht der Mensch mit der Außenwelt in Wechselwirkung: Einatmung-Ausatmung, Einatmung-Ausatmung, herein-heraus, herein-heraus, so ist der Prozeß. Hier ist es nicht so; hier ist zwar herein, aber jetzt nicht in demselben Sinne heraus wie bei der gewöhnlichen Atmung, sondern die Ausatmung geht in den Menschen selber hinein, wird zum innerlichen Prozeß. Dasjenige, was nun vom Nerven-Sinnessystem ausgeatmet wird, verbindet sich dem Prozeß der Einatmung, der durch die Lunge vermittelten Einatmung. So daß wir haben nach dem Sinnes-Nervensystem hin einen Prozeß, den wir als einen verfeinerten Atmungsprozeß bezeichnen können, und der in seiner Einatmung richtig eine Aufnahme von außen ist; aber abgegeben wird dasjenige, was da hereinkommt, nicht wieder nach außen, sondern es wird übertragen an den gröberen Atmungsprozef, geht an die Einatmung über, geht auf dem Einatmungsweg weiter in den Organismus hinein.
[ 8 ] Now let us go further. The breathing process is comparatively coarse. We breathe gaseous substance in and we breathe gaseous substance out. The whole process is coarse as compared to all the other processes that occur in us as well as in the macrocosm—for instance, those that have to do with the fluctuation of heat, with the element of warmth inside and outside the human being. There are differentiations of warmth inside the human being and differentiations outside the human being. We can think away air, water, earth, and hold before us only these differences in warmth. To physicists this makes no sense, because they regard warmth only as a condition of a material substance. But spiritual science knows that in warmth one has to do with a separate element. We can speak of warmth as an independent active element. Now fundamental to our entire human life there is a receptive process that is finer than the breathing process. It is the warmth process. When we examine the human lung region, when we study the organization of the lungs, we are looking at the coarse breathing process in the element of air. But when we come up higher to the region centered primarily in the head (although it is present to a smaller degree in the entire human organism), we come to a finer breathing process that occurs not in the element of air but in the element of warmth. Therefore we can say: higher up, we come to a finer process consisting of an extraordinarily fine reception of warmth from the macrocosm, breathing-in of warmth and breathing-out of warmth. But now this is what we must see: in the coarse inhalation-exhalation of the lungs, the human being is participating in an active exchange with the outer world: breathing in, breathing out, breathing in, breathing out, in, out, in, out. The process I am now describing is not like that. There is indeed an “in,” but there is not an “out” in the same sense as in ordinary breathing. In this warmth-breathing the exhalation actually takes place within the human being; it is an inner process. What is exhaled by the nerve-sense system becomes united with what is being inhaled by the lungs. Thus the nerve-sense system carries on a very fine breathing process of which the inhalation is indeed a taking-in from outside, but what is taken in is not released again to the outside. It is given over to the coarser breathing process of the lungs, to the air inhalation, and is then by way of that air inhalation carried farther into the organism.
[ 9 ] Aber Sie haben jetzt das, daß Sie sagen können: Die Wärme des Makrokosmos geht auf diesem Wege durch die Atmung in den menschlichen Organismus hinein, aber nicht bloß die Wärme, sondern die Wärme trägt mit: Licht, makrokosmischen Chemismus, makrokosmische Vitalität, makrokosmisches Leben. — Lichtäther, chemischer Äther des Makrokosmos, Lebensäther des Makrokosmos wird auf dem Wege der Wärmeeinatmung hineingetragen, geht über in den menschlichen Organismus. Das Wärmeelement trägt das Licht verankert, trägt das chemische Element, trägt das vitale Element in den Menschen hinein, gibt es an den Einatmungsprozeß ab. Das ganze, was da oberhalb des Atmungsprozesses liegt, was sich da darstellt als ein verfeinerter Atmungsprozeß, aber auch als ein metamorphosierter Atmungsprozeß, das studiert man ja nicht im eigentlichen Sinne heute, das fällt ganz aus der Physiologie heraus, nur fällt dadurch etwas in die Physiologie hinein, was dann in ihr wie ein Fremdkörper wirkt. Das ist ein Punkt, wo man absolut nicht zurechtkommt, wenn man auf der einen Seite vom Geistigen, auf der anderen Seite von der Natur ausgeht. Da fällt wie ein Fremdkörper hinein die Sinnesphysiologie, was sich differenziert in Sehen, Hören, Wärmeempfindung abspielt. Es sind wie Glieder, äußere Ranken dieses Prozesses, der anfänglich Aufnahme von Wärme ist, beladen mit Licht, Chemismus, Vitalität. Das differenziert sich mit dem Sinnesprozeß hinaus. Aber nun kennt der Mensch im Sinnesvorgang nur das Peripherische, nicht das Zentrale, daher ist ihm die Sinnesphysiologie etwas wie ein völliger Fremdkörper. Da plätschert in den einzelnen Sinnen der Physiologe herum, dann dilettiert der Psychologe. Da wird Hypothese über Hypothese geschmiedet. Natürlich muß das sein, weil man die einzelnen ganz spezifischen Prozesse des Sehens, des Hörens vor sich hat, aber ihren Zusammenfluß, ihren Zusammenlauf nach dem Inneren gar nicht überschaut. Man sieht nicht, wie das alles zusammenfließt in der Wärmeaufnahme, die in sich trägt Licht, Chemismus, Vitalität aus dem Makrokosmos herein, da kommt man dann an die Atmung heran, und erst dann wird es eine wirkliche Sinnesphysiologie geben, wenn der Sinnesphysiologe wird sagen können: Ach, da gehe ich von den Vorgängen, von den physiologisch-physischen Vorgängen des Auges aus, gehe in den Nerven hinein, der das nach innen fortsetzt, komme allmählich in die Atmungswege hinein, aus den Sinneswegen, den Verstandeswegen in die Atmung hinein. - Da wird man begreifen, daß da einmal im Erdenleben das Joga hat entstehen können, wenn man das Sinnesleben, das an der Peripherie abläuft, ein wenig außer acht läßt. In die Jogapraxis geht man da, wo der ganze Prozeß übergeht in den Prozeß der Einatmung, und projiziert das, was dahinterliegt, in der Sinneswahrnehmung, und kommt in die Jogapraxis hinein. Sie sehen, daß praktisch instinktiv in ehemaligen Weltanschauungen so etwas gewußt worden ist. Aber die neuere Naturwissenschaft muß überall vor Rätseln stehen, weil sie nicht die Tatsachen schauen kann und nicht die Zusammenhänge schauen kann. Sie will wüst spekulieren. Sie beobachtet Auge und Ohr; dann fängt sie an, wüst zu spekulieren, was da im Inneren eigentlich vorgeht. Und wenn sie merkt, daß sie in eine Sackgasse kommt, daß das, was sie im Auge und Ohr ausspekuliert, wenn sie es nach innen verfolgt, in eine Sackgasse führt, weil man den verfeinerten Atmungsprozeß, den ich auseinandergesetzt habe, nicht als Tatsache ergreifen will, dann sagt sie: Nun ja, das, was im Inneren abläuft, das ist eben parallel dem, was im Äußeren abläuft. Parallelismus! — Die Prozesse laufen gleichzeitig ab, das ist natürlich der allerbequemste Ausweg.
[ 9 ] We can perceive the following process: The cosmic warmth enters the human organism by way of breathing. But not only warmth. The warmth carries with it light, macrocosmic chemism, and macrocosmic life, vitality. Light ether, chemical ether, and life ether from the macrocosm are carried by the inhalation of warmth into the human organism. The element of warmth carries light, as well as the chemical and life elements, into the human being, and gives them over to the air-inhalation process. This entire process, which lies over the air-breathing process and which appears as a refined (or even metamorphosed) breathing process, is not studied today in a real sense. It is lacking entirely from physiology—well, a bit of it falls into physiology and works there as a foreign body. This is an example of how one gets nowhere if one works separately from the spirit on one side and from nature on the other. It is something entirely foreign to the physiology of the senses as the latter is commonly presented, with the various senses—seeing, hearing, sensation of warmth—totally differentiated. In reality, they are only the limbs, the outer shoots of this other process that, to begin with, is the taking-in of warmth and with it light; chemism, and life. This is different from the sense process. As it is now, people know only the peripheral aspects of the sense process, not this central activity; that's why the current physiology of the senses is like a completely foreign body to them. Physiologists dabble around in the separate senses and treat them in a dilettantish fashion. And they pile hypothesis upon hypothesis. Of course this is bound to happen because they are looking at the single, separate processes of seeing, hearing, and so forth, and are completely missing the fact that all the senses flow in together, stream in together into the human being. No one sees that all this flows in, is taken in together with the taking in of warmth and the light, chemism, and life that warmth carries in with it from the macrocosm. Only after that does one come to the breathing of the lungs. There will only be a real physiology of the senses when the physiologist is able to say: I follow the physical, physiological processes of the eye to the nerve, which then carries the process inward; I come gradually to the path of the breathing, out of the paths of the senses and thinking to the breathing. Then it will be understood how yoga could come about in earth-life: that is, by disregarding the sense life that takes its course at the periphery. In the practice of yoga, activity goes entirely into a conscious inhalation process; what lies behind it, namely, sense perception, is made the object of consciousness through the breathing activity. You see, in earlier world conceptions, such things were known and put into practice instinctively. But modern science will surely encounter riddles everywhere, because it is not able to see facts and make the connection between them. It observes eye and ear; then it begins to speculate wildly about what happens inside. And if it notices that the hypothesis it attempts as it follows eye and ear inward leads to a blind alley—because it will not accept as fact the finer breathing process that I have presented—then it says, “Why, of course, what goes on inside is simply paralleling what goes on outside.” Parallelism—the processes occur at the same time! Well, that's a very convenient way out!
[ 10 ] Sehen Sie, das ist auch dasjenige, was sowohl dem Priester wie dem Arzt eine feste Stelle geben wird innerhalb des ganzen Betriebes des modernen Erkenntnislebens, denn er wird es nicht mehr abzulehnen brauchen dieses Erkenntnisleben. Ungeheure Schätze trägt die Sinnesphysiologie von allen Seiten herbei, nur ist es mit diesen Schätzen so, als ob man die wunderbarsten Baumaterialien zu einem schönen Hause von allen Seiten herbeiführen würde. Diese Materialien sind ausgezeichnet. Nun führt man sie herbei, schichtet sie auf zu einem großen Wall, aber man kann kein Haus bauen. Es ist unmöglich, das Haus zu bauen. Man trägt alles, was in den Sinnen vorgeht, herbei, schichtet es auf einen großen Wall und kommt nicht zu einer Verarbeitung, denn diese Verarbeitung müßte darin liegen, daß man nun das zusammenarbeitet im Inneren des Menschen mit dem, was man äußerlich erforscht hat, jetzt diesen ins Ätherische und Astralische verlaufenden Prozeß der feineren Atmung verfolgen würde; da würde man anfangen, das Haus zu bauen. Natürlich würde man ein Tropf sein, wenn man nun das Haus bauen könnte und sagt: man müsse anfangen damit, diesen Wall von besten Baumaterialien, der herbeigeschafft worden ist, wegzuschaffen. Das wird man doch nicht tun. Wenn er da ist, wird man anfangen, das Haus zu bauen.
[ 10 ] This should provide firm ground for both priest and physician in connection with contemporary knowledge, for they will no longer have to reject this knowledge. The physiology of the senses has gathered tremendous treasures from all sides, but it is like a man who has collected the most excellent building materials for a beautiful house and carries them to a place and arrange them in an enormous pile, but then he can't build the house. He can't possibly build the house. Everything that occurs in the senses has been gathered together and arranged in a great pile, but no work starts. To start the work, what goes on inside the human being has to be added to what has already been researched externally. Inquiry must be made into the process of the finer breathing that takes place in the etheric and astral bodies. From there one can go on to build the house. Naturally, when the house can be built one would be a fool to say: The first thing we have to do is to get rid of this great pile of building materials lying here. We will certainly not say that. Now that it is all there, we can begin to build the house.
[ 11 ] Ebenso wäre es unsinnig, wenn man das täte, was heute von vielen Leuten getan wird, die in dilettantischer Weise den Dingen gegenüberstehen, wenn die Naturwissenschaft in Grund und Boden kritisiert wird, abgelehnt wird. Sie braucht nicht abgelehnt zu werden, man soll die Baumaterialien Stück für Stück benützen, sie sind sehr brauchbar, man kriegt etwas sehr Schönes heraus, wenn man das benützt, was heute in der Sinnesphysiologie gegeben ist, die als solche ein Wall ist. Und so können Sie sagen: Wir schauen hinauf von dem, was da in der Atmung als fortwährend gegenwärtige Menschenbildung herantritt zu dem verfeinerten Atmungsprozeß, der sich im Wärmeelement abspielt, aber in den die ganze ätherische Welt des Makrokosmos hineinspielt. Da schauen wir hinauf, wenn wir zum oberen Menschen kommen.
[ 11 ] It would be just as foolish to do what many people do today who look at things in a dilettantish way—that is, criticize natural science from the ground up and reject it. It does not have to be rejected. Every piece of the building material can be used, it is all valuable, and there will be a fine result if all that is given out today by the physiology of the senses is used. But as it is now, it is just a pile of material. So we can say: We extend our view from what takes place in ordinary breathing as the continuous creation of present-day human beings to the finer breathing process that takes place higher up in the element of warmth, into which the entire cosmic etheric world plays. That is what we see if we study the upper human being.
[ 12 ] Wir können aber auch hinunterschauen zum unteren Menschen, vom Atmungsprozeß aus. Da kommen wir dann, wie wir nach oben gegenüber dem Einatmungsprozeß zu einer Verfeinerung kommen, so kommen wir gegenüber dem Ausatmungsprozeß nach unten zu einer stärkeren Vergröberung, und wir treten allmählich von dem Prozeß, der sich innerlich abspielt in der Kohlensäurebildung, über, nach unten zu dem Prozeß, der sich abspielt in der Verdauung. So wie wir nach oben den Einatmungsprozeß verbinden müssen mit diesem feinen Nerven-Sinnesprozeß, der ins Geistige übergeht, müssen wir nach unten den Ausatmungsprozeß verbinden mit dem Prozeß der Verdauung, wo die menschliche Tätigkeit allmählich ins Physische übergeht, so daß wir nach unten kommen in dasjenige, wo durch den physischen Leib vollzogen wird Stoffwechseltätigkeit, modifizierte Ausatmung. Gewissermaßen was an Tätigkeit, an Aktivität die Ausatmung im Inneren zurückläßt, das macht den Stoffwechsel, so wie das, was die Atmung aufnimmt von der Nerven-Sinnes-Geistestätigkeit in innere Tätigkeit übergeht, so ist das, was von der Ausatmung an Aktivität im Inneren des Menschen zurückbleibt, die Summe der Kräfte, die den Stoffwechsel formen, der nun in dem Element vor sich geht, das früher Erde genannt wurde in alledem, was in dem menschlichen Organismus an die Festigkeit sich anlehnt (Tafel 8).
[ 12 ] But we can also look below in the air-breathing and study the lower human being. Then, just as we reach in air inhalation a higher, finer process, so now in air exhalation we reach a lower, coarser process. Below we gradually go from the inner activity of forming carbon dioxide to the process of digestion. Above, we had to connect air inhalation with that finer nerve-sense process that becomes a spiritual activity. Below we have to connect air exhalation with the digestive process, where the human activity gradually becomes purely physical, becomes altogether a metabolic activity of the physical body—which is a modified exhalation. In a certain sense, the activity that exhalation leaves behind within us is the metabolism. Just as what breathing takes in of nerve-sense spirit activity becomes inner activity, so what remains behind of inner activity from exhalation becomes the sum of forces forming metabolism. The metabolism is active in the element that in earlier epochs was called earth, the name for everything in the human organism that tends toward solidity. (Plate IV)


[ 13 ] Nun, sehen Sie, betrachten wir den ganzen Prozeß noch etwas intimer, dann haben wir eigentlich einen vierfach geteilten Prozeß im Menschen. Wir haben den Prozeß, den wir da oben charakterisieren konnten, von dem wir sagen können, seine Ausatmung geht eigentlich in den Menschen hinein. Wenn wir nun den äußerlich zu erkennenden Prozeß der Einatmung nehmen, müssen wir in der Einatmung sehen zu gleicher Zeit eine Verbindung des Eingeatmeten mit dem, was von oben herunterkommt. Hier müssen wir das polarisch Entgegengesetzte sagen. Da läßt die Ausatmung die Kräfte für den Stoffwechsel zurück. Es wird nicht etwas aufgenommen von der Ausatmung, sondern es wird etwas abgegeben. Wir haben also innere Ausatmung und außerdem eine innere Einatmung, und dann die Verbindung dieser inneren Einatmung mit demjenigen, was der physische Leib tut, als den eigentlichen Stoffwechsel-Verdauungsprozeß.
[ 13 ] If we now study the entire process more closely, we find it has four parts. We have the process that we have just characterized, of which we can say that exhalation really goes into the human being. If we look at our ordinary external inhalation, we see a union of what is inhaled with what comes down from above. With exhalation, we have to say the opposite. Exhalation leaves forces behind for metabolism. It does not take something up; it gives something away. So we have an inner inhalation as well as an inner exhalation. The union of this inner inhalation with what the physical body does is the actual metabolic digestive process.
[ 14 ] Nun, sehen Sie, wenn Sie diese vierfache Differenzierung ins Auge fassen, geht Ihnen ein Licht auf über den Menschen; denn außerdem zeigt sich das Folgende (Tafel 8): Hier, auf diesem Wege, geht das Wärmeelement, das trägt Licht, Chemismus, Vitalität, geht da herein, verbindet sich mit der Atmung, aber es gibt an die Atmung nicht das Licht ab, es behält es; es gibt an die Atmung nur den Chemismus ab und die Vitalität. Das Licht bleibt also hier schon zurück und füllt als inneres Licht den Menschen aus, wird zur Gedankentätigkeit.
[ 14 ] And now if you look carefully at this fourfold differentiation, you will see the human being in a new light, for the following facts also appear: (Plate IV) Here is the path of the warmth element coming into the human being and bringing light, chemism, and life. It connects itself with the breathing and gives chemism and life to it. But it does not give light to the breathing. It holds that back. The light stays behind and floods the human being as inner light, becoming thought activity.
[ 15 ] Beim weiteren Fortgang dieser Einatmung und Ausatmung wird der makrokosmische Chemismus abgegeben und wird im Menschen innerer Chemismus, der die äußere Laboratoriumschemie, die in den Prozessen ist, die wir im äußeren Laboratorium haben, ablöst. Im Menschen ist makrokosmischer Chemismus, der abgelagert wird in ihm, indem dieser innere Atmungsprozeß fortgesetzt wird, so daß wir sagen können: Hier wird Chemismus abgelagert. - Und bis herein in diese Wechselwirkung zwischen Ausatmung und Stoffwechsel geht der Lebensäther und wird vom Menschen aufgenommen. So daß Sie, wenn Sie den Prozeß von oben nach unten verfolgen, haben: Licht hereinkommen auf den Wegen des Wärmeäthers, stopp! Da, wo die Atmung eintritt, ist für das Licht stopp, es breitet sich das Licht aus, es wird nicht weiter aufgenommen von der Organisation des Menschen, kann sich als Licht ausbreiten. Wir tragen einen Lichtorganismus als reinen Lichtorganismus in uns, der denkt. Wir verfolgen den Prozeß bis dahin, wo Einatmung an Ausatmung grenzt, bis dahin trägt der durch den Nerven-Sinnesprozeß hineingetragene Chemismus. Jetzt Chemismus stopp! Innerer Chemismus, ein chemischer Organismus in uns, der fühlt.
[ 15 ] Also, as inhalation and exhalation proceed, the macrocosmic chemism is given off and becomes inner chemism—which is something different from the chemistry with which we are acquainted in our ordinary laboratory work. Macrocosmic chemism is introduced into the human being by this extension of the inner breathing process. So we can say that here chemism is introduced. Also the life ether goes in and is taken up by the human being through the interplay of exhalation and metabolism. So if we follow the process from above to below, we have light coming in by way of the warmth ether, and then coming to a stop. Where the breathing enters, it comes to a “stop!” for the light. The light spreads itself out. It is not carried farther by the human organism; it can spread out as light. We carry within us a pure light organism, a light organism that thinks. We follow the process farther inward to where inhalation borders on exhalation; and we find the chemism is carried in to that point through the nerve-sense process. Now the chemism comes to a stop. It is an inner chemism, a chemical organism in us that feels.
[ 16 ] Jetzt gehen wir weiter hinunter, da wo die Ausatmung den Verdauungsprozeß zurückläßt, den Stoffwechselprozeß. Der geht nicht hinein bis zu dem äußeren Stoffwechselprozeß in der Nahrungsaufnahme, sondern nur bis zu den inneren Vorgängen des Stoffwechsels. Stopp mit dem Lebensäther. Der Lebensäther bildet wieder eine menschliche Organisation, die will. So kommt Denken, Fühlen und Wollen zustande.
[ 16 ] Now let us go down further to where exhalation leaves the digestive-metabolic process behind—not the external metabolic process of food consumption, but the inner metabolic activity. There it is “stop!” for the life ether. The life ether forms a human organism that wills. Thus thinking, feeling, and willing come about.
[ 17 ] Den ganzen Prozeß können wir nun in seinem physischen Abbild verfolgen. Nehmen wir alles dasjenige, was da oben ist: innerlich zeigt es sich im Denken. Aber das ist sehr verfeinert. Hinter ihm steht alles das, was ich Ihnen jetzt beschrieben habe. Das alles geht auf dem Nervenwege vor sich. Die Nervenwege sind die äußerlichen physischen Leiter für alles das.
[ 17 ] We can now follow the entire process as it is reflected in our physical body. Take everything that is above: within, it manifests as thinking, but thinking is unsubstantial. Behind it lies all I have described to you that happens along the nerve paths. They are the external, physical paths for thinking.
[ 18 ] Jetzt gehen Sie zu dem nächsten Prozeß. Da haben Sie im nächsten Prozeß: Aufnahme dieses obersten Prozesses im Menschen durch den Atmungsprozeß, und das spielt sich ab in einer physisch-sinnlichen Projektion im arteriellen Zirkulationsprozeß. Die arteriellen Zirkulationswege sind die zweiten Wege.
[ 18 ] Now go to the next process. You have this, the uppermost process in the human being, taken in through the breathing; it manifests in physical reflection as the arterial circulation. The arterial circulation is the second kind of path.
[ 19 ] Wir kommen zum dritten Prozeß, der sich abspielt zwischen Ausatmung und Verdauung-Stoffwechsel. Der hat wieder seine Wege, das sind die venösen Zirkulationswege. Wir kommen zum dritten, zu den venösen Zirkulationswegen.
[ 19 ] Then we come to the third process, which takes place between exhalation and metabolism. This also has its own path, the veins. So the third path is the venous circulation.
[ 20 ] Und wir gehen weiter. Wir kommen noch weiter in den Menschen hinein und müssen suchen, wo da die Wege sind, wie sich der Prozeß, dem nun genommen ist von der Seite des Hereinkommens selbst die Vitalität, der sich seine eigene Vitalität von außen versorgen muß, von unten, von außen versorgen muß. Wir haben da seine physische Projektion im Lymphprozeß und in den Lymphwegen (Tafel 8).
[ 20 ] Now if we go still farther into the human being we find the process that provides a path for itself from below, from outside. It is the process by which the life ether is taken up. It must provide the life ether for itself from outside, from below. We find the physical projection of this in the lymph formation and the lymph system. (Plate IV)
[ 21 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, jetzt haben Sie die Relation zwischen Äußerem und Innerem. Da liegt vieles hinter dem, was SinnesEinatmungsprozeß ist, im Hineinkommen, da liegt es dahinten. Aber in dem, was dahinten liegt, wirkt manches, was dem Menschen heute unbekannt bleibt. Da wirkt mit das Karma, das aus dem früheren Erdenleben kommt. Das strahlt da herein, verschwindet für das Wahrnehmen. Da strahlt das Karma herein. Derjenige, der mit geistigem Auge untersucht die Nervenwege, wie sie sich auf den Sinneswegen hineinbilden, der findet auf diesen Wegen das Karma. Das strömt da ein. Ebenso aber findet man auf der anderen Seite in der Lymphbildung nicht bloß einen physischen Prozeß, sondern indem auf den Lymphwegen die Lymphe in den Organismus hineingeht, sieht man Johannes Müller, der berühmte Physiologe, hat schon gesagt: Was ist Lymphe? Blut ohne rote Blutkörperchen -; Blut ist Lymphe mit roten Blutkörperchen. Es ist allgemein gesprochen, aber es hat eine gewisse Richtigkeit; man sieht, wie Lymphe ins Blut geht und den gegenwärtigen Menschen dadurch versorgt. Wir sehen aber in der Lymphe alles das, was noch nicht Blut geworden ist, sehen auch noch das Weben und Leben des werdenden Karmas. Da drinnen im Lymphprozeß bildet sich wieder das Karma. Die Lymphwege sind zu gleicher Zeit die Anfänge der Karmawege für die Zukunft (Tafel 8, rechts).
[ 21 ] So now you have the relation between outer and inner. Very much lies behind the nerve-sense inhalation. It is an incoming activity, and in what lies behind it there is much that remains unknown to us. Karma is active there, karma from the previous earth-life. It is not perceptible, but it streams in. Karma streams in. If with spiritual vision one investigates the nerve paths, if one investigates how they are formed in relation to the senses, one finds on these paths: karma. Karma streams in. On the other hand, in the lymph formation one does not only find a physical process: the fact that lymph enters the organism by the lymph vessels lets one see how lymph goes into the blood and takes care of us in that way Johannes Müller, the well-known physiologist,10Johannes Müller (1801–1858). Berlin physiologist. has already said, “What is lymph? Lymph is blood without any red corpuscles. And blood? Blood is lymph with red corpuscles.” This is, of course, a broad statement, but it is correct in a certain way. We see in lymph everything that has not yet become blood; we see in it also the living-weaving of developing karma. In the lymph process new karma is forming. The lymph vessels are the beginning of the paths of future karma. (Plate IV, right side)
[ 22 ] So kommen Sie vom Geistigen in den Menschen herein, da, wo Sie das verspüren, daß sich auf Wärmewegen Licht, Chemismus, Vitalität des Makrokosmos hereinziehen, da verspüren Sie immer mehr, je mehr Sie vom Licht herauskommen zu den vitalen Wegen und dann das allgemeine Weltenleben hineinfließen sehen, da verspüren Sie das Hereinfließen des Karmas, das sich nun im menschlichen Erdenleben zwischen Geburt und Tod auslebt. Aber es lebt sich aus, indem es durch die Nerven, auch noch durch den abgeschwächten arteriellen Prozeß geht, zurückgestaut wird vom venösen Prozeß. Da schieben sich auch, wenn es an den venösen Prozeß herankommt, da schieben sich auch die Nebelwellen des Karmas herein. Und indem der Mensch das venöse Blut bildet, bekommt er in sich zu gleicher Zeit diese Aufstopfungen des Karmas und handelt im Sinne des Karmas.
[ 22 ] So as you approach the human being from the world of spirit and perceive that macrocosmic light, chemism, and life are brought on paths of warmth, as you come from the light to the life paths and see the general cosmic life flowing in, you perceive more and more the flowing-in of karma which then becomes active in the human being's earth-life between birth and death. It works its way in through the nerves; it moves forward through the modified arterial process, and then is held back, dammed up in the venous process. When it reaches the venous process it pushes itself in on mysterious waves. And as we form venous blood we get this piling-up of karma within us, and then we act from karmic impulses.
[ 23 ] Umänderung des Blutes kann bloß Zorn andeuten. Das, was sich da aufstopft, weil das Vergangene nicht hinuntergelassen wird in den venösen Prozeß, das führt zum Handeln, das geht in die Ausgestaltung des Karmas über.
[ 23 ] A change in the blood can merely mean anger. On the other hand, what piles up there because the past is not allowed down into the venous process leads to actions that bring about the shaping of karma.
[ 24 ] Das, was von der Lymphe nicht heraufgelassen wird, was nicht ins Blut übergeht, das sammelt sich tief im Unterbewußtsein an, das bildet tief im Unterbewußtsein einen Kern, das trägt der Mensch, wenn er den materiellen Prozeß abstößt, hinaus durch die Todespforte. Es ist das werdende Karma.
[ 24 ] What the lymph does not allow to go over into the blood gathers deep in the subconscious. It forms a seed in the subconscious, a seed that we carry out with us through the gate of death when we throw off our physical body. It is the karma-to-be, the karma still to be developed.
[ 25 ] Oberhalb der Atmung schaut man das Karma, das aus der Vergangenheit kommt, unterhalb der Ausatmung, mit der Zirkulation unterhalb der Ausatmung, da, wo die Lymphe noch nicht zu Blut geworden ist, da schaut man das werdende Karma. Das steckt da drinnen, und so kann man sagen: Karma (Tafel 8, links, gelb), es läuft ein in den arteriellen Prozeß, bleibt im Menschen zurück; es bildet sich der venöse Prozeß, Karma entsteht wiederum. Wir haben hier oben die Grenze, wo Karma anfängt sich zu stauen in dem Nerven-Sinnesarteriellen Prozeß.
[ 25 ] Above, in the breathing process one perceives the karma that comes out of the past. Below the exhalation, in the circulation where the lymph has not yet become blood, one sees the latent karma. It stays in the lymph. So one can say (Plate IV, left, yellow) that karma flows into the human arterial process and stays behind; the venous process is formed and karma comes into being again. We have here the borderline where karma begins to pile up in the nerve-sense-arterial process.
[ 26 ] Wir haben hier unten entsprechend dem Prozeß, der von dem Lymphmäßigen in das Venöse übergeht: wir haben hier das hereinkommende Karma, hier haben wir das herauskommende Karma, wenn wir die noch nicht zu Blut gewordene Lymphe mit dem geistigen Auge betrachten. So haben wir den Zusammenschluß des Physischen und des Geistigen. Oben grenzt der Mensch an das Geistige qualitativ an. Wir sehen ihn angrenzen an sein Karma. Zwischendrinnen staut sich das gegenwärtige Leben. Unten sehen wir, wenn wir die noch nicht zu Blut gewordene Lymphe betrachten, das entstehende Karma. Zwischen vergangenem Karma und werdendem Karma mittendrinnen steht das menschliche Erdenleben, das eine Stauung zwischen beiden darstellt, von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet. Aber wir können die Sache hineinverfolgen bis zum physischen Prozeß.
[ 26 ] Below, corresponding to the process that goes from lymph to veins, we have incoming karma. When we look with spiritual eyes at the lymph that has not yet become blood, we see outgoing karma. Thus we have the connection between physical and spiritual. Above, the human being qualitatively comes close to the spiritual and touches karma. In between, the present life is dammed up. Below, in the lymph not yet become blood, we see the new karma arising, beginning to be formed. Between past karma and karma that is forming, in between stands the human earth-life, which—looked at from this point of view—is a damming-up between the two. Thus we can follow the procedure right into the physical process.
[ 27 ] Davon wollen wir dann morgen weitersprechen. Sie sehen, wir kommen immer mehr und mehr hinein, das Geistige auch im Physischen zu sehen, das aber wird erst die praktische Anwendung vollkommen machen.
[ 27 ] We will speak further about this tomorrow. You can realize that we are coming more and more to see the spiritual working in the physical. Only this will perfect our practical work.
