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The Emergence of Natural Science
in World History
and its Subsequent Development
GA 326

6 January 1923, Dornach

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Neunter Vortrag

Neunter Vortrag

[ 1 ] Es liegt ja in der Natur der Sache, daß der Gegenstand eines solchen Vortragszyklus, wie es dieser ist, eigentlich unerschöpflich ist, daß die Dinge erweitert und vor allem vertieft werden können. Aber da doch einmal leider ein Abschluß gemacht werden muß, so muß man sich damit begnügen, Richtlinien und Andeutungen zu geben. Daher werde ich natürlich auch heute nur die schon gegebenen spärlichen Richtlinien und Andeutungen so ergänzen können, daß das Bild wenigstens in einem gewissen Sinne einen Abschluß bietet.

[ 1 ] Es liegt ja in der Natur der Sache, daß der Gegenstand eines solchen Vortragszyklus, wie es dieser ist, eigentlich unerschöpflich ist, daß die Dinge erweitert und vor allem vertieft werden können. Aber da doch einmal leider ein Abschluß gemacht werden muß, so muß man sich damit begnügen, Richtlinien und Andeutungen zu geben. Daher werde ich natürlich auch heute nur die schon gegebenen spärlichen Richtlinien und Andeutungen so ergänzen können, daß das Bild wenigstens in einem gewissen Sinne einen Abschluß bietet.

[ 2 ] Gehen wir noch einmal aus von der Wesenheit des Menschen, wie sie uns gegeben werden kann durch die Forschungen der Geisteswissenschaft, dann müssen wir sagen: Wir gliedern den Menschen in seinen physischen Leib, in seinen ätherischen oder Bildekräfteleib, in seinen astralischen Leib, welcher im wesentlichen ja das Seelisch-Innere darstellt, und in seine Ich-Organisation. Seien wir uns klar darüber, daß der physische Leib im eigentlichen Sinne lebt nur in demjenigen geringeren Teile der Menschenorganisation, der als Festes, scharf Konturiertes bezeichnet werden kann, daß dagegen alles dasjenige, was Saft, Säfteartiges ist, was Flüssiges ist im menschlichen Organismus, schon so ergriffen wird von dem ätherischen oder Bildekräfteleib, daß es in einer fortwährenden Mischung, Entmischung, chemischen Verbindung, chemischen Lösung, in einer fortwährenden Strömung ist, aber in Strömungen, die auch gerade wieder durch Mischung, Entmischung, Lösung, Verbindung herbeigeführt werden. Seien wir uns dann klar darüber, daß innerhalb dieser Menschheitsorganisation Gasiges, Luftförmiges ist, wie dasjenige, was in der Tätigkeit zum Beispiel des Sauerstoffes und anderer an sich gasartiger Körper liegt. Darinnen wirkt aber die astralische Organisation. Und endlich wirkt in alledem, was wärmehaft ist im Menschen, die Ich-Organisation. Das ist aber nicht so, daß man jetzt das schematisch nehmen darf, was ich eben gesagt habe, sondern man muß sich klar sein darüber, daß dadurch, daß zum Beispiel alles Saftartige und Flüssige von dem Bildekräfteleib durchpulst ist, es dadurch auch mitreißt dasjenige, was fest ist, daß alles in inniger Wechselwirkung, im Durcheinanderspiel ist in der menschlichen Organisation. Dessen muß man sich immer bewußt sein. Aber seien wir uns jetzt weiter darüber klar, daß diese menschliche Organisation im Laufe der Menschheitsentwickelung in verschiedener Art erlebt worden ist. Wir haben ja gerade das als eine Hauptsache während dieser Vorträge uns vor Augen geführt.

[ 2 ] Gehen wir noch einmal aus von der Wesenheit des Menschen, wie sie uns gegeben werden kann durch die Forschungen der Geisteswissenschaft, dann müssen wir sagen: Wir gliedern den Menschen in seinen physischen Leib, in seinen ätherischen oder Bildekräfteleib, in seinen astralischen Leib, welcher im wesentlichen ja das Seelisch-Innere darstellt, und in seine Ich-Organisation. Seien wir uns klar darüber, daß der physische Leib im eigentlichen Sinne lebt nur in demjenigen geringeren Teile der Menschenorganisation, der als Festes, scharf Konturiertes bezeichnet werden kann, daß dagegen alles dasjenige, was Saft, Säfteartiges ist, was Flüssiges ist im menschlichen Organismus, schon so ergriffen wird von dem ätherischen oder Bildekräfteleib, daß es in einer fortwährenden Mischung, Entmischung, chemischen Verbindung, chemischen Lösung, in einer fortwährenden Strömung ist, aber in Strömungen, die auch gerade wieder durch Mischung, Entmischung, Lösung, Verbindung herbeigeführt werden. Seien wir uns dann klar darüber, daß innerhalb dieser Menschheitsorganisation Gasiges, Luftförmiges ist, wie dasjenige, was in der Tätigkeit zum Beispiel des Sauerstoffes und anderer an sich gasartiger Körper liegt. Darinnen wirkt aber die astralische Organisation. Und endlich wirkt in alledem, was wärmehaft ist im Menschen, die Ich-Organisation. Das ist aber nicht so, daß man jetzt das schematisch nehmen darf, was ich eben gesagt habe, sondern man muß sich klar sein darüber, daß dadurch, daß zum Beispiel alles Saftartige und Flüssige von dem Bildekräfteleib durchpulst ist, es dadurch auch mitreißt dasjenige, was fest ist, daß alles in inniger Wechselwirkung, im Durcheinanderspiel ist in der menschlichen Organisation. Dessen muß man sich immer bewußt sein. Aber seien wir uns jetzt weiter darüber klar, daß diese menschliche Organisation im Laufe der Menschheitsentwickelung in verschiedener Art erlebt worden ist. Wir haben ja gerade das als eine Hauptsache während dieser Vorträge uns vor Augen geführt.

[ 3 ] Dasjenige, was wir zum Beispiel heute als Gegenstand der äußeren Physik oder Mechanik bezeichnen, wurde erreicht ursprünglich durch inneres Erleben des physischen Leibes, so daß wir sagen können: Unsere heutige Physik enthält Aussagen, welche entstanden sind dadurch, daß es ursprünglich eine innere, erlebte Physik des physischen Leibes gab und daß diese aus dem Menschen, wie ich oft gesagt habe, herausgeworfen worden ist und nunmehr nur als eine die äußere Natur beobachtende Physik weiterfiguriert. Ebenso war es einstmals, sogar in der Dekadenz noch während der mittelalterlichen Alchimistenzeit, mit demjenigen, was innerlich im Menschen lebt durch den ätherischen Leib. Wo der ätherische Leib im Menschen mit seiner "Tätigkeit einsetzt, da findet statt jener Säfteprozeß, jener Flüssigkeitsprozeß, der einstmals erlebt wurde und jetzt nur noch durchschimmert durch allerlei phantastisch-alchimistische Angaben, welche die Leute heute in älteren Schriften finden, die aber ursprünglich eine geistvoll ausgearbeitete Wissenschaft waren, aber innerlich erlebt innerhalb der ätherischen Organisation des Menschen. Das ist erst auf dem Wege, herausgeworfen zu werden, denn wir haben eigentlich noch nicht eine voll ausgebildete Chemie. Aber wir haben viele chemische Vorgänge in der Welt, die wir zu begreifen suchen, oder die unsere Wissenschaft zu begreifen sucht, jedoch auf eine physisch-mechanische Weise.

[ 3 ] Dasjenige, was wir zum Beispiel heute als Gegenstand der äußeren Physik oder Mechanik bezeichnen, wurde erreicht ursprünglich durch inneres Erleben des physischen Leibes, so daß wir sagen können: Unsere heutige Physik enthält Aussagen, welche entstanden sind dadurch, daß es ursprünglich eine innere, erlebte Physik des physischen Leibes gab und daß diese aus dem Menschen, wie ich oft gesagt habe, herausgeworfen worden ist und nunmehr nur als eine die äußere Natur beobachtende Physik weiterfiguriert. Ebenso war es einstmals, sogar in der Dekadenz noch während der mittelalterlichen Alchimistenzeit, mit demjenigen, was innerlich im Menschen lebt durch den ätherischen Leib. Wo der ätherische Leib im Menschen mit seiner "Tätigkeit einsetzt, da findet statt jener Säfteprozeß, jener Flüssigkeitsprozeß, der einstmals erlebt wurde und jetzt nur noch durchschimmert durch allerlei phantastisch-alchimistische Angaben, welche die Leute heute in älteren Schriften finden, die aber ursprünglich eine geistvoll ausgearbeitete Wissenschaft waren, aber innerlich erlebt innerhalb der ätherischen Organisation des Menschen. Das ist erst auf dem Wege, herausgeworfen zu werden, denn wir haben eigentlich noch nicht eine voll ausgebildete Chemie. Aber wir haben viele chemische Vorgänge in der Welt, die wir zu begreifen suchen, oder die unsere Wissenschaft zu begreifen sucht, jedoch auf eine physisch-mechanische Weise.

[ 4 ] Damit aber haben wir dasjenige erschöpft, was der Mensch durch seine Organisation innerlich zunächst erlebt hatte und dann nach außen geworfen hat. In diesem Prozesse des Nach-außen-Werfens hat sich ja alles entwickelt, von der Astronomie bis zu den spärlichen Anfängen des chemischen Wissens von heute. Dagegen wurde in älteren Zeiten dasjenige, was wir heute als den Inhalt der abstrakten Psychologie bezeichnen, was eigentlich nur etwas darstellt, was für die Leute nichts Reales mehr ist, Denken, Fühlen, Wollen, das wurde einstmals so erlebt, daß es eigentlich gar nicht im Menschen erlebt wurde, sondern daß der Mensch sich mit der Welt draußen außer sich fühlte, wenn er das Seelische erlebte. Also gerade das Körperliche erlebte man einstmals im Inneren; das Seelische erlebte man, indem man aus sich herausging und mit der Welt draußen lebte. So daß Psychologie einstmals eine Wissenschaft war von demjenigen in der Welt, was so auf den Menschen wirkt, daß er als seelisches Wesen sich selber erscheint. Dadurch, daß dieses mit der Außenwelt Erlebte in den Menschen hineingekommen ist, während die Physik und die Chemie herausgeworfen wurden, wurde die Psychologie und das Nächste, das ich gleich zu besprechen habe, die Pneumatologie, in den Menschen hineingestopft und verloren ihre Realität, wurden zu bloßen subjektiven Wahrnehmungen und so weiter, aus denen man nicht mehr herauskam. Dasjenige also, was der Mensch durch seinen astralischen Leib, der ja auch im Schlafe aus ihm heraus kann, mit der Welt erlebt, das ist nun Gegenstand der Psychologie. Dasjenige, was der Mensch einstmals als Geist erst recht im vollen Umfange der Welt mit dieser erlebte, das war einmal Pneumatologie. Heute ist dies, wie ich schon gesagt habe, zusammengeschrumpft zu der bloßen Ich-Vorstellung oder eigentlich nur Ich-Empfindung. So daß wir heute haben auf der einen Seite als Wissenschaft von der äußeren Natur dasjenige, was einstmals inneres Erlebnis war, und wir haben als Wissenschaft vom Inneren des Menschen dasjenige, was äußeres Erlebnis war. Also dasjenige, was heute äußere Wissenschaft ist, war einstmals Innenerlebnis, wenn auch körperhaft, im Körper gefühlt, in der eigenen Bewegung zum Beispiel gefühlt, während man heute die Bewegung nur äußerlich beschreibt. Dagegen dasjenige, was man heute bloß als Innerliches betrachtet, Empfindungen, Gedanken, Wahrnehmungen, das wurde einstmals außen mit der Welt erlebt. Das ist eben Psychologie, Pneumatologie.

[ 4 ] Damit aber haben wir dasjenige erschöpft, was der Mensch durch seine Organisation innerlich zunächst erlebt hatte und dann nach außen geworfen hat. In diesem Prozesse des Nach-außen-Werfens hat sich ja alles entwickelt, von der Astronomie bis zu den spärlichen Anfängen des chemischen Wissens von heute. Dagegen wurde in älteren Zeiten dasjenige, was wir heute als den Inhalt der abstrakten Psychologie bezeichnen, was eigentlich nur etwas darstellt, was für die Leute nichts Reales mehr ist, Denken, Fühlen, Wollen, das wurde einstmals so erlebt, daß es eigentlich gar nicht im Menschen erlebt wurde, sondern daß der Mensch sich mit der Welt draußen außer sich fühlte, wenn er das Seelische erlebte. Also gerade das Körperliche erlebte man einstmals im Inneren; das Seelische erlebte man, indem man aus sich herausging und mit der Welt draußen lebte. So daß Psychologie einstmals eine Wissenschaft war von demjenigen in der Welt, was so auf den Menschen wirkt, daß er als seelisches Wesen sich selber erscheint. Dadurch, daß dieses mit der Außenwelt Erlebte in den Menschen hineingekommen ist, während die Physik und die Chemie herausgeworfen wurden, wurde die Psychologie und das Nächste, das ich gleich zu besprechen habe, die Pneumatologie, in den Menschen hineingestopft und verloren ihre Realität, wurden zu bloßen subjektiven Wahrnehmungen und so weiter, aus denen man nicht mehr herauskam. Dasjenige also, was der Mensch durch seinen astralischen Leib, der ja auch im Schlafe aus ihm heraus kann, mit der Welt erlebt, das ist nun Gegenstand der Psychologie. Dasjenige, was der Mensch einstmals als Geist erst recht im vollen Umfange der Welt mit dieser erlebte, das war einmal Pneumatologie. Heute ist dies, wie ich schon gesagt habe, zusammengeschrumpft zu der bloßen Ich-Vorstellung oder eigentlich nur Ich-Empfindung. So daß wir heute haben auf der einen Seite als Wissenschaft von der äußeren Natur dasjenige, was einstmals inneres Erlebnis war, und wir haben als Wissenschaft vom Inneren des Menschen dasjenige, was äußeres Erlebnis war. Also dasjenige, was heute äußere Wissenschaft ist, war einstmals Innenerlebnis, wenn auch körperhaft, im Körper gefühlt, in der eigenen Bewegung zum Beispiel gefühlt, während man heute die Bewegung nur äußerlich beschreibt. Dagegen dasjenige, was man heute bloß als Innerliches betrachtet, Empfindungen, Gedanken, Wahrnehmungen, das wurde einstmals außen mit der Welt erlebt. Das ist eben Psychologie, Pneumatologie.

[ 5 ] Nun müssen wir uns vor Augen rufen, was eigentlich auf der einen Seite der Physik und Chemie, auf der anderen Seite der Psychologie und Pneumatologie notwendig ist, wenn sie nun in bewußter Weise — denn der Mensch ist heute im Zeitalter der Bewußtseinsseelenentwickelung — weitergeführt werden sollen. Nehmen wir einmal zum Beispiel die Physik, die ja zum größten Teile in der neueren Zeit eigentlich abstrakt-mechanisch geworden ist, nehmen wir die Physik. Nun, aus meiner Darstellung ist Ihnen hervorgegangen, daß eigentlich die Betrachtungsweise in dem neuen naturwissenschaftlichen Zeitalter immer mehr und mehr sich gedrängt fühlte, die reine, angeschaute Mechanik des Raumes zu ihrem Inhalte zu machen im Physikalischen, die angeschaute Mechanik des Raumes. Erinnern Sie sich nur an das, was ich im letzten Vortrage gesagt habe: Bewegung wurde einstmals innerlich miterlebt, und man beurteilte die Bewegung nach dem, was man innerlich als Bewegung erlebte, schaute einen fallenden Stein an und erlebte seinen inneren Bewegungsimpuls im eigenen menschlichen Inneren, nämlich im physischen Leibe. Daraus ist geworden beim Hinauswerfen das Messen des Fallraumes in der ersten Sekunde. Das ist es, was heute in allen unseren Vorstellungen über die Natur steckt, daß durch dasjenige, was angeschaut wird, einfach vergegenwärtigt werden soll, was wirklich ist.

[ 5 ] Nun müssen wir uns vor Augen rufen, was eigentlich auf der einen Seite der Physik und Chemie, auf der anderen Seite der Psychologie und Pneumatologie notwendig ist, wenn sie nun in bewußter Weise — denn der Mensch ist heute im Zeitalter der Bewußtseinsseelenentwickelung — weitergeführt werden sollen. Nehmen wir einmal zum Beispiel die Physik, die ja zum größten Teile in der neueren Zeit eigentlich abstrakt-mechanisch geworden ist, nehmen wir die Physik. Nun, aus meiner Darstellung ist Ihnen hervorgegangen, daß eigentlich die Betrachtungsweise in dem neuen naturwissenschaftlichen Zeitalter immer mehr und mehr sich gedrängt fühlte, die reine, angeschaute Mechanik des Raumes zu ihrem Inhalte zu machen im Physikalischen, die angeschaute Mechanik des Raumes. Erinnern Sie sich nur an das, was ich im letzten Vortrage gesagt habe: Bewegung wurde einstmals innerlich miterlebt, und man beurteilte die Bewegung nach dem, was man innerlich als Bewegung erlebte, schaute einen fallenden Stein an und erlebte seinen inneren Bewegungsimpuls im eigenen menschlichen Inneren, nämlich im physischen Leibe. Daraus ist geworden beim Hinauswerfen das Messen des Fallraumes in der ersten Sekunde. Das ist es, was heute in allen unseren Vorstellungen über die Natur steckt, daß durch dasjenige, was angeschaut wird, einfach vergegenwärtigt werden soll, was wirklich ist.

[ 6 ] Und was kann angeschaut werden in der äußeren Welt? Angeschaut werden kann die Bewegung, die Ortsveränderung. Die Geschwindigkeit lassen wir ja in der Regel verschwinden in einem Differentialquotienten, da wo wir sie recht nett verschwinden lassen können. Aber dasjenige, was wir beobachten können, ist die Bewegung, und die Geschwindigkeit drücken wir ja durch die Bewegung in einer Sekunde aus, also durch Räumlichkeit. Aber damit sind wir mit unserem Erleben gänzlich aus dem Naturkörper heraus. Wir sind mit nichts drinnen, wenn wir bloß seine Bewegung, das heißt seine Ortsveränderung im Raume betrachten. Wir kommen nur wieder hinein, wenn wir Mittel und Wege finden, durch Fortsetzung derselben Methode, durch die wir herausgekommen sind, auch den räumlichen Körper, den physischen Körper wieder innerlich zu ergreifen. Dann müssen wir anstelle der bloßen Bewegung, der Ortsveränderung im Raume, die Geschwindigkeit innerhalb der Körper als dasjenige betrachten, was den Körpern so eigen ist, daß wir wissen können, wie der Körper innerlich ist, weil wir die Geschwindigkeit auch in uns finden, wenn wir wieder auf uns zurückschauen.

[ 6 ] Und was kann angeschaut werden in der äußeren Welt? Angeschaut werden kann die Bewegung, die Ortsveränderung. Die Geschwindigkeit lassen wir ja in der Regel verschwinden in einem Differentialquotienten, da wo wir sie recht nett verschwinden lassen können. Aber dasjenige, was wir beobachten können, ist die Bewegung, und die Geschwindigkeit drücken wir ja durch die Bewegung in einer Sekunde aus, also durch Räumlichkeit. Aber damit sind wir mit unserem Erleben gänzlich aus dem Naturkörper heraus. Wir sind mit nichts drinnen, wenn wir bloß seine Bewegung, das heißt seine Ortsveränderung im Raume betrachten. Wir kommen nur wieder hinein, wenn wir Mittel und Wege finden, durch Fortsetzung derselben Methode, durch die wir herausgekommen sind, auch den räumlichen Körper, den physischen Körper wieder innerlich zu ergreifen. Dann müssen wir anstelle der bloßen Bewegung, der Ortsveränderung im Raume, die Geschwindigkeit innerhalb der Körper als dasjenige betrachten, was den Körpern so eigen ist, daß wir wissen können, wie der Körper innerlich ist, weil wir die Geschwindigkeit auch in uns finden, wenn wir wieder auf uns zurückschauen.

[ 7 ] Also dasjenige, was notwendig ist, das ist, daß die Entwickelungsrichtung der Naturwissenschaft für die äußere physische Welt in dem Sinne fortgesetzt werde, daß man von der Betrachtung der Bewegung, der Ortsveränderung im Raume übergeht zu der Charakteristik der Geschwindigkeit, die der einzelne Körper hat. Also wir müssen von der Bewegung aufsteigen zu der Geschwindigkeit. Dadurch kommen wir in das Reale, in das Wirkliche hinein. Wenn wir einen Körper im Raume seinen Ort verändern sehen, kommen wir nicht in das Reale, in das Wirkliche hinein; wenn wir aber wissen, der Körper hat einen innerlichen Geschwindigkeitsantrieb, so ist das etwas, was im Wesen dieses Körpers oder Körperteiles und so weiter liegt. Wir sagen gar nichts aus über einen Körper, wenn wir seine Ortsveränderung angeben, aber wir sagen etwas aus über den Körper, wenn wir sagen: Er hat in sich den Antrieb zur Eigengeschwindigkeit. Das ist dann eine Figenschaft von ihm, das ist etwas, was zu seinem Wesen gehört. Sie können sich das auf eine triviale Weise klarmachen. Wenn ich einen Menschen sich bewegen sehe, so weiß ich nichts über ihn. Wenn ich aber weiß, der hat in sich einen starken Antrieb, sich schnell zu bewegen, da weiß ich etwas über ihn. Ebenso weiß ich etwas über ihn, wenn ich weiß, er hat einen Antrieb, sich langsam zu bewegen. Also, ich muß die Möglichkeit haben, in meine Vorstellungen etwas aufzunehmen, was im Inneren eines Körpers etwas bedeutet. Es ist weniger darum zu tun, ob zum Beispiel die neuere Physik von Atomen redet oder nicht, sondern darum ist es zu tun, wenn sie von Atomen redet, so muß sie diese als Geschwindigkeitsanläufe sehen. Das ist das Wesentliche.

[ 7 ] Also dasjenige, was notwendig ist, das ist, daß die Entwickelungsrichtung der Naturwissenschaft für die äußere physische Welt in dem Sinne fortgesetzt werde, daß man von der Betrachtung der Bewegung, der Ortsveränderung im Raume übergeht zu der Charakteristik der Geschwindigkeit, die der einzelne Körper hat. Also wir müssen von der Bewegung aufsteigen zu der Geschwindigkeit. Dadurch kommen wir in das Reale, in das Wirkliche hinein. Wenn wir einen Körper im Raume seinen Ort verändern sehen, kommen wir nicht in das Reale, in das Wirkliche hinein; wenn wir aber wissen, der Körper hat einen innerlichen Geschwindigkeitsantrieb, so ist das etwas, was im Wesen dieses Körpers oder Körperteiles und so weiter liegt. Wir sagen gar nichts aus über einen Körper, wenn wir seine Ortsveränderung angeben, aber wir sagen etwas aus über den Körper, wenn wir sagen: Er hat in sich den Antrieb zur Eigengeschwindigkeit. Das ist dann eine Figenschaft von ihm, das ist etwas, was zu seinem Wesen gehört. Sie können sich das auf eine triviale Weise klarmachen. Wenn ich einen Menschen sich bewegen sehe, so weiß ich nichts über ihn. Wenn ich aber weiß, der hat in sich einen starken Antrieb, sich schnell zu bewegen, da weiß ich etwas über ihn. Ebenso weiß ich etwas über ihn, wenn ich weiß, er hat einen Antrieb, sich langsam zu bewegen. Also, ich muß die Möglichkeit haben, in meine Vorstellungen etwas aufzunehmen, was im Inneren eines Körpers etwas bedeutet. Es ist weniger darum zu tun, ob zum Beispiel die neuere Physik von Atomen redet oder nicht, sondern darum ist es zu tun, wenn sie von Atomen redet, so muß sie diese als Geschwindigkeitsanläufe sehen. Das ist das Wesentliche.

[ 8 ] Nun frägt sich aber: Wie kommt man zu einer solchen Anschauung? Man kann das am besten bei der Physik erörtern, die Chemie ist heute viel zu wenig weit dazu. Wie kommt man zu einer solchen Anschauung? Ja, sehen Sie, da muß man sich jetzt klar werden darüber, was man eigentlich tut, indem man in der Richtung denkt des Herauswerfens der innerlich erlebten Mechanik und Physik in den äußeren Raum. Man tut das, daß man sich sagt: Gleichgültig was da draußen im Raume ist seinem Wesen nach. Darum kümmere ich mich nicht. Ich schaue ja immer nur dasjenige an, was meßbar ist und in mechanische Formeln gebracht werden kann, das heißt, ich sehe ab von allem übrigen, was eben nicht mechanisch ist. — Wozu kommt man dann? Da kommt man dazu, in der Erkenntnis denselben Prozeß zu vollziehen, den ein Mensch vollzieht, wenn er stirbt — ich meine jetzt den physischen Menschen. Wenn er stirbt, geht das Leben aus ihm heraus, der tote Organismus bleibt übrig. Wenn ich anfange, mechanisch zu denken, geht aus meiner Erkenntnis das Leben heraus. Dann habe ich eine Wissenschaft vom Toten. Und dessen muß man sich radikal klar bewußt sein: Man präpariert sich eine Wissenschaft von nur Totem, indem man das Mechanisch-Physikalische allein zum Gegenstand der Weltenbetrachtung oder der Naturbetrachtung macht. Man muß dieses Bewußtsein in sich tragen: Ich gehe auf das Tote los. Ja, man muß sich sogar sagen können: Das ist das Große an der neueren Naturwissenschaft, daß sie sich unbewußt dazu entschlossen hat, nicht etwa wie die alten Alchimisten noch einen Rest von Leben in der äußeren Natur zu sehen, sondern geradewegs sich zu sagen: Was auch immer da in den Mineralien, Pflanzen, Tieren usw. ist, ich betrachte an ihnen überhaupt nur dasjenige, was das Tote ist, denn ich wende nur Vorstellungen und Begriffe an, die auf das Tote passen. Daher ist die Natur unserer Physik das Tote.

[ 8 ] Nun frägt sich aber: Wie kommt man zu einer solchen Anschauung? Man kann das am besten bei der Physik erörtern, die Chemie ist heute viel zu wenig weit dazu. Wie kommt man zu einer solchen Anschauung? Ja, sehen Sie, da muß man sich jetzt klar werden darüber, was man eigentlich tut, indem man in der Richtung denkt des Herauswerfens der innerlich erlebten Mechanik und Physik in den äußeren Raum. Man tut das, daß man sich sagt: Gleichgültig was da draußen im Raume ist seinem Wesen nach. Darum kümmere ich mich nicht. Ich schaue ja immer nur dasjenige an, was meßbar ist und in mechanische Formeln gebracht werden kann, das heißt, ich sehe ab von allem übrigen, was eben nicht mechanisch ist. — Wozu kommt man dann? Da kommt man dazu, in der Erkenntnis denselben Prozeß zu vollziehen, den ein Mensch vollzieht, wenn er stirbt — ich meine jetzt den physischen Menschen. Wenn er stirbt, geht das Leben aus ihm heraus, der tote Organismus bleibt übrig. Wenn ich anfange, mechanisch zu denken, geht aus meiner Erkenntnis das Leben heraus. Dann habe ich eine Wissenschaft vom Toten. Und dessen muß man sich radikal klar bewußt sein: Man präpariert sich eine Wissenschaft von nur Totem, indem man das Mechanisch-Physikalische allein zum Gegenstand der Weltenbetrachtung oder der Naturbetrachtung macht. Man muß dieses Bewußtsein in sich tragen: Ich gehe auf das Tote los. Ja, man muß sich sogar sagen können: Das ist das Große an der neueren Naturwissenschaft, daß sie sich unbewußt dazu entschlossen hat, nicht etwa wie die alten Alchimisten noch einen Rest von Leben in der äußeren Natur zu sehen, sondern geradewegs sich zu sagen: Was auch immer da in den Mineralien, Pflanzen, Tieren usw. ist, ich betrachte an ihnen überhaupt nur dasjenige, was das Tote ist, denn ich wende nur Vorstellungen und Begriffe an, die auf das Tote passen. Daher ist die Natur unserer Physik das Tote.

[ 9 ] Seien Sie sich klar darüber, daß erst dann die Naturwissenschaft auf einem guten Fundament stehen wird, wenn sie sich vollständig darüber aufgeklärt hat, daß sie mit dieser Denkweise das Tote ergreift. Bei der Chemie ist es ähnlich. Das kann ich heute der Kürze der Zeit wegen nicht ausführen. Aber dadurch, daß wir in dieser Weise die Bewegung betrachten, die Geschwindigkeit dabei zunächst verlieren und darauf eine Physik bauen, betrachten wir das Tote, das heißt den Endzustand des Wesenhaften, auf das wir unsere Betrachtung erstrecken. Denn der Tod kommt am Ende. Also wenn wir die Natur betrachten mit Hilfe der heutigen Mechanik und Physik, müssen wir uns unbedingt klar sein, wir betrachten einen Leichnam.

[ 9 ] Seien Sie sich klar darüber, daß erst dann die Naturwissenschaft auf einem guten Fundament stehen wird, wenn sie sich vollständig darüber aufgeklärt hat, daß sie mit dieser Denkweise das Tote ergreift. Bei der Chemie ist es ähnlich. Das kann ich heute der Kürze der Zeit wegen nicht ausführen. Aber dadurch, daß wir in dieser Weise die Bewegung betrachten, die Geschwindigkeit dabei zunächst verlieren und darauf eine Physik bauen, betrachten wir das Tote, das heißt den Endzustand des Wesenhaften, auf das wir unsere Betrachtung erstrecken. Denn der Tod kommt am Ende. Also wenn wir die Natur betrachten mit Hilfe der heutigen Mechanik und Physik, müssen wir uns unbedingt klar sein, wir betrachten einen Leichnam.

[ 10 ] Die Natur war nicht immer so. Sie war einstmals anders. Es ist Torheit zu glauben, wenn ich einen Leichnam betrachte, der war immer so. Gerade daß ich erkenne, daß er ein Leichnam ist, beweist mir, daß er einstmals ein lebender Organismus war. In dem Augenblicke, wo Sie sich klar sein werden, daß Sie mit Hilfe der heutigen Mechanik und Physik die Natur so betrachten, wie sie ist — denn es paßt und wird immer mehr passen —, desto mehr werden Sie sich klar sein können: Die gegenwärtige Natur ist ein Leichnam, insofern sie in die Begriffe und die Ideen der gegenwärtigen Physik eingeschlossen ist. Also wird da ein Leichnam betrachtet.

[ 10 ] Die Natur war nicht immer so. Sie war einstmals anders. Es ist Torheit zu glauben, wenn ich einen Leichnam betrachte, der war immer so. Gerade daß ich erkenne, daß er ein Leichnam ist, beweist mir, daß er einstmals ein lebender Organismus war. In dem Augenblicke, wo Sie sich klar sein werden, daß Sie mit Hilfe der heutigen Mechanik und Physik die Natur so betrachten, wie sie ist — denn es paßt und wird immer mehr passen —, desto mehr werden Sie sich klar sein können: Die gegenwärtige Natur ist ein Leichnam, insofern sie in die Begriffe und die Ideen der gegenwärtigen Physik eingeschlossen ist. Also wird da ein Leichnam betrachtet.

[ 11 ] Und wo ist nun die Möglichkeit, zum Anfangszustand des Wesenhaften zu kommen? Der Leichnam ist der Endzustand des Wesenhaften. Wo ist die Möglichkeit, zum Anfangszustand zu kommen? Ja, meine sehr verehrten Anwesenden und lieben Freunde, es gibt keine Möglichkeit, durch die Betrachtung der Bewegung wiederum die Geschwindigkeit zu entdecken. Da können Sie noch so lange die Differentialquotienten anstarren, so finden Sie sie nicht, sondern Sie müssen wiederum zum Menschen zurückgehen und müssen den Menschen jetzt, während er sich früher von innen erlebt hat, von außen nach seinem physischen Organismus betrachten und darauf kommen, daß Sie im Menschen, und vorzugsweise im unteren Menschen, den Anfangszustand des Wesenhaften in der Natur haben. Das heißt, Sie müssen hier im physischen und ätherischen Leib, in der physischen und ätherischen Organisation den Anfangszustand der Natur suchen.

[ 11 ] Und wo ist nun die Möglichkeit, zum Anfangszustand des Wesenhaften zu kommen? Der Leichnam ist der Endzustand des Wesenhaften. Wo ist die Möglichkeit, zum Anfangszustand zu kommen? Ja, meine sehr verehrten Anwesenden und lieben Freunde, es gibt keine Möglichkeit, durch die Betrachtung der Bewegung wiederum die Geschwindigkeit zu entdecken. Da können Sie noch so lange die Differentialquotienten anstarren, so finden Sie sie nicht, sondern Sie müssen wiederum zum Menschen zurückgehen und müssen den Menschen jetzt, während er sich früher von innen erlebt hat, von außen nach seinem physischen Organismus betrachten und darauf kommen, daß Sie im Menschen, und vorzugsweise im unteren Menschen, den Anfangszustand des Wesenhaften in der Natur haben. Das heißt, Sie müssen hier im physischen und ätherischen Leib, in der physischen und ätherischen Organisation den Anfangszustand der Natur suchen.

[ 12 ] Anders kommt kein Abschluß der Physik und Chemie zustande als durch wirkliche Menschenkunde. Aber ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, eine wirkliche Menschenkunde erreichen Sie nicht dadurch, daß Sie die gegenwärtigen physikalischen und chemischen Methoden nun auf den Menschen anwenden. Dadurch tragen Sie das Tote wiederum in den Menschen zurück, und Sie machen den physischen Leib des Menschen, also seine untere Organisation, von neuem tot. Sie betrachten dann eben nur das Tote am Menschen. Sie müssen sich klar sein darüber, daß es notwendig ist, das Lebendige am Menschen zu betrachten, also nicht wiederum rückwärts anzuwenden die physikalische und chemische Methode auf die menschliche Natur. Sondern dafür sind gerade die Methoden notwendig, die eben auf dem Wege der geisteswissenschaftlichen Forschung gefunden werden können. Das heißt, die geisteswissenschaftliche Forschung erfüllt die historische Forderung der Naturwissenschaft.

[ 12 ] Anders kommt kein Abschluß der Physik und Chemie zustande als durch wirkliche Menschenkunde. Aber ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, eine wirkliche Menschenkunde erreichen Sie nicht dadurch, daß Sie die gegenwärtigen physikalischen und chemischen Methoden nun auf den Menschen anwenden. Dadurch tragen Sie das Tote wiederum in den Menschen zurück, und Sie machen den physischen Leib des Menschen, also seine untere Organisation, von neuem tot. Sie betrachten dann eben nur das Tote am Menschen. Sie müssen sich klar sein darüber, daß es notwendig ist, das Lebendige am Menschen zu betrachten, also nicht wiederum rückwärts anzuwenden die physikalische und chemische Methode auf die menschliche Natur. Sondern dafür sind gerade die Methoden notwendig, die eben auf dem Wege der geisteswissenschaftlichen Forschung gefunden werden können. Das heißt, die geisteswissenschaftliche Forschung erfüllt die historische Forderung der Naturwissenschaft.

[ 13 ] Die historische Forderung der Naturwissenschaft läßt sich in die Worte fassen: Die Naturwissenschaft ist dazu gekommen, das Leichnamhafte an der Natur zu betrachten. Die anthroposophische Geisteswissenschaft muß zu diesem Leichnamhaftigen hinzufinden die Anfangszustände, die nur im Menschen selber erhalten sind und einstmals in älteren Epochen der Weltentwickelung, der Erdenentwickelung, auch äußerlich reale waren. Einstmals waren ganz andere Prozesse Naturprozesse, Prozesse, die auch ihren Anfang in sich hatten. Heute gehen wir auf den Leichnamen desjenigen herum, was anfangs war. Aber im unteren Menschen sind uns Anfangszustände bewahrt. Da kann man finden bis zum Saturnzustand hinauf, was einstmals war. Sehen Sie, da ergibt es sich eben, daß eine historische Betrachtungsweise uns über den gegenwärtigen Zustand der Naturwissenschaft einfach hinausführt. Warum? Das ist ja ganz klar. Wir stehen ja mitten drinnen in einer Entwickelungsepoche. Wenn wir, wie es so viele tun, einfach die heutige Art als die höchste ansehen und nicht wissen, wie der wirkliche Hergang etwas ganz anderes erfordert, dann betrachten wir auch historisch falsch, denn man kann zum Beispiel einen Menschen, der fünfundzwanzig Jahre alt geworden ist, nicht bloß so betrachten, daß man seine durchlebten fünfundzwanzig Jahre betrachtet, sondern muß auch das in ihm sehen, was ihm die Möglichkeit bietet, weiterzuleben. Das ist das eine.

[ 13 ] Die historische Forderung der Naturwissenschaft läßt sich in die Worte fassen: Die Naturwissenschaft ist dazu gekommen, das Leichnamhafte an der Natur zu betrachten. Die anthroposophische Geisteswissenschaft muß zu diesem Leichnamhaftigen hinzufinden die Anfangszustände, die nur im Menschen selber erhalten sind und einstmals in älteren Epochen der Weltentwickelung, der Erdenentwickelung, auch äußerlich reale waren. Einstmals waren ganz andere Prozesse Naturprozesse, Prozesse, die auch ihren Anfang in sich hatten. Heute gehen wir auf den Leichnamen desjenigen herum, was anfangs war. Aber im unteren Menschen sind uns Anfangszustände bewahrt. Da kann man finden bis zum Saturnzustand hinauf, was einstmals war. Sehen Sie, da ergibt es sich eben, daß eine historische Betrachtungsweise uns über den gegenwärtigen Zustand der Naturwissenschaft einfach hinausführt. Warum? Das ist ja ganz klar. Wir stehen ja mitten drinnen in einer Entwickelungsepoche. Wenn wir, wie es so viele tun, einfach die heutige Art als die höchste ansehen und nicht wissen, wie der wirkliche Hergang etwas ganz anderes erfordert, dann betrachten wir auch historisch falsch, denn man kann zum Beispiel einen Menschen, der fünfundzwanzig Jahre alt geworden ist, nicht bloß so betrachten, daß man seine durchlebten fünfundzwanzig Jahre betrachtet, sondern muß auch das in ihm sehen, was ihm die Möglichkeit bietet, weiterzuleben. Das ist das eine.

[ 14 ] Das andere ist, daß unsere Psychologie ganz dünn geworden ist, die Pneumatologie fast bis zum Verschwinden dünn. Auch für diese muß man wiederum wissen, wozu sie gekommen sind in der gegenwärtigen Epoche. Nun, wenn heute einer redet von Blau, Rot, von cis, von g, von Wärmequalitäten, so sagt er: Das sind subjektive Empfindungen. Das ist ja heute schon populäres Bewußtsein. Was ist aber eine bloße subjektive Empfindung? Sie ist Erscheinung, Schein in einem gewissen Sinne, sagen wir also Erscheinung. Geradeso wie wir in der äußeren Natur nur die Bewegung betrachten, so betrachten wir in der Psychologie und Pneumatologie bloß die Erscheinung. Und wie uns in der äußeren Beobachtung für die Bewegung die Geschwindigkeit fehlt, so fehlt uns für die heutige Beobachtung des inneren Seelenlebens das Wesentliche — das Wesen. Damit aber bekommen wir, weil wir die bloße Erscheinung betrachten, und das Wesen nicht mehr erleben, dadurch bekommen wir, wenn wir unser Inneres erleben, nicht mehr Sein, sondern Schein. Und so, wie erlebt werden heute Denken, Fühlen und Wollen, so sind sie Schein. Und an diesem Schein nagen ja unsere heutigen Erkenntnistheoretiker in einer entsetzlichen Weise herum. Sie kommen einem wirklich vor wie der berühmte Held, der sich an seinem eigenen Haarschopf in die Höhe ziehen will, oder wie ein Mensch, der im Inneren eines Eisenbahnwagens steht und fortwährend anschiebt im Inneren und gar nicht merkt, daß er da nicht weiterkommen kann, wenn er im Inneren anschiebt. So kommen einem die heutigen Erkenntnistheoretiker vor. Sie reden, aber es ist keine Kraft in ihren Reden, weil sie sich nur innerhalb des Scheins bewegen.

[ 14 ] Das andere ist, daß unsere Psychologie ganz dünn geworden ist, die Pneumatologie fast bis zum Verschwinden dünn. Auch für diese muß man wiederum wissen, wozu sie gekommen sind in der gegenwärtigen Epoche. Nun, wenn heute einer redet von Blau, Rot, von cis, von g, von Wärmequalitäten, so sagt er: Das sind subjektive Empfindungen. Das ist ja heute schon populäres Bewußtsein. Was ist aber eine bloße subjektive Empfindung? Sie ist Erscheinung, Schein in einem gewissen Sinne, sagen wir also Erscheinung. Geradeso wie wir in der äußeren Natur nur die Bewegung betrachten, so betrachten wir in der Psychologie und Pneumatologie bloß die Erscheinung. Und wie uns in der äußeren Beobachtung für die Bewegung die Geschwindigkeit fehlt, so fehlt uns für die heutige Beobachtung des inneren Seelenlebens das Wesentliche — das Wesen. Damit aber bekommen wir, weil wir die bloße Erscheinung betrachten, und das Wesen nicht mehr erleben, dadurch bekommen wir, wenn wir unser Inneres erleben, nicht mehr Sein, sondern Schein. Und so, wie erlebt werden heute Denken, Fühlen und Wollen, so sind sie Schein. Und an diesem Schein nagen ja unsere heutigen Erkenntnistheoretiker in einer entsetzlichen Weise herum. Sie kommen einem wirklich vor wie der berühmte Held, der sich an seinem eigenen Haarschopf in die Höhe ziehen will, oder wie ein Mensch, der im Inneren eines Eisenbahnwagens steht und fortwährend anschiebt im Inneren und gar nicht merkt, daß er da nicht weiterkommen kann, wenn er im Inneren anschiebt. So kommen einem die heutigen Erkenntnistheoretiker vor. Sie reden, aber es ist keine Kraft in ihren Reden, weil sie sich nur innerhalb des Scheins bewegen.

[ 15 ] Sehen Sie, diesem Reden habe ich zweimal versucht, ein gewisses Ende zu machen, das erste Mal in meiner «Philosophie der Freiheit», wo ich gezeigt habe, wie nun dieser Schein, der im reinen Denken liegt, wenn er innerlich vom Menschen im Denken erfaßt wird, gerade der Freiheitsimpuls ist. Denn wäre in dem, was man subjektiv erlebt, etwas anderes als Schein, so würde man nie frei sein können. Wird aber der Schein zu reinem Denken, dann kann man frei sein, weil dasjenige, was nicht ein Sein ist, einen eben nicht bestimmt, währenddem uns ein jedes Sein bestimmen müßte. Das war das erste Mal. Das zweite Mal war, wie ich auf dem philosophischen Kongreß in Bologna psychologisch die Sache analysiert habe. Da versuchte ich zu zeigen, daß in der Tat die Empfindungen und Gedanken der Menschen nicht innerlich erlebt werden, sondern äußerlich erlebt werden, daß man das auch aus einer jetzt aus dem Geiste der Gegenwart hervorgehenden Betrachtungsweise gewinnen kann.

[ 15 ] Sehen Sie, diesem Reden habe ich zweimal versucht, ein gewisses Ende zu machen, das erste Mal in meiner «Philosophie der Freiheit», wo ich gezeigt habe, wie nun dieser Schein, der im reinen Denken liegt, wenn er innerlich vom Menschen im Denken erfaßt wird, gerade der Freiheitsimpuls ist. Denn wäre in dem, was man subjektiv erlebt, etwas anderes als Schein, so würde man nie frei sein können. Wird aber der Schein zu reinem Denken, dann kann man frei sein, weil dasjenige, was nicht ein Sein ist, einen eben nicht bestimmt, währenddem uns ein jedes Sein bestimmen müßte. Das war das erste Mal. Das zweite Mal war, wie ich auf dem philosophischen Kongreß in Bologna psychologisch die Sache analysiert habe. Da versuchte ich zu zeigen, daß in der Tat die Empfindungen und Gedanken der Menschen nicht innerlich erlebt werden, sondern äußerlich erlebt werden, daß man das auch aus einer jetzt aus dem Geiste der Gegenwart hervorgehenden Betrachtungsweise gewinnen kann.

[ 16 ] Diese Anläufe werden eben verstanden werden müssen. Dann wird man wissen, daß es sich darum handelt, in dem Schein wiederum das Sein zu finden, so wie in der Bewegung die Geschwindigkeit. Und dann wird man darauf kommen, was dieser innerlich erlebte Schein ist. Dieser innerlich erlebte Schein wird sich einen enthüllen als dasjenige, was der Anfangszustand des Wesenhaften ist. Denn der Mensch erlebt diesen Schein, lebt sich selbst als Schein in den Schein hinein und macht ihn dadurch zum Keim künftiger Welten. Aus unserer, aus der physischen Scheinwelt herausgeborenen Ethik und Moral, ich habe es oft gesagt, werden künftige physische Welten entstehen, wie aus dem Pflanzenkeim heute die Pflanze entsteht. So daß man es da zu tun hat mit dem Anfangszustand des Wesenhaften. Und erst dadurch, daß man darauf kommt, daß Psychologie und Pneumatologie, damit wir eine ordentliche Naturwissenschaft haben, darauf hintendieren müssen, dasjenige, was sie durch Beobachtung gewinnen, als einen Anfangszustand zu betrachten, werden sie tatsächlich von der anderen Seite her jenes Licht werfen, das zur Naturwissenschaft gehört. Aber, was ist denn dieser Anfangszustand?

[ 16 ] Diese Anläufe werden eben verstanden werden müssen. Dann wird man wissen, daß es sich darum handelt, in dem Schein wiederum das Sein zu finden, so wie in der Bewegung die Geschwindigkeit. Und dann wird man darauf kommen, was dieser innerlich erlebte Schein ist. Dieser innerlich erlebte Schein wird sich einen enthüllen als dasjenige, was der Anfangszustand des Wesenhaften ist. Denn der Mensch erlebt diesen Schein, lebt sich selbst als Schein in den Schein hinein und macht ihn dadurch zum Keim künftiger Welten. Aus unserer, aus der physischen Scheinwelt herausgeborenen Ethik und Moral, ich habe es oft gesagt, werden künftige physische Welten entstehen, wie aus dem Pflanzenkeim heute die Pflanze entsteht. So daß man es da zu tun hat mit dem Anfangszustand des Wesenhaften. Und erst dadurch, daß man darauf kommt, daß Psychologie und Pneumatologie, damit wir eine ordentliche Naturwissenschaft haben, darauf hintendieren müssen, dasjenige, was sie durch Beobachtung gewinnen, als einen Anfangszustand zu betrachten, werden sie tatsächlich von der anderen Seite her jenes Licht werfen, das zur Naturwissenschaft gehört. Aber, was ist denn dieser Anfangszustand?

[ 17 ] Es ist dieser Anfangszustand im Äußeren, nicht im Inneren jetzt, das geht aus meiner ganzen Betrachtungsweise hervor, es ist der Anfangszustand im Äußeren, also wenn ich hinausschaue und die grüne Pflanzendecke da ist, die farbige Welt, das Rote und Grüne und Blaue, und wenn da draußen die Töne sind. Was sind denn nur diese flüchtigen Gebilde, die die heutige Physik und Physiologie und Psychologie nur als etwas Subjektives betrachten wollen? Sie sind dasjenige, woraus sich die Welten der Zukunft draußen schaffen. Und Rot ist nicht das von der Materie im Auge oder im Gehirn Erzeugte, sondern das Rot ist der allererste noch scheinhafte Keim zukünftiger Welten.

[ 17 ] Es ist dieser Anfangszustand im Äußeren, nicht im Inneren jetzt, das geht aus meiner ganzen Betrachtungsweise hervor, es ist der Anfangszustand im Äußeren, also wenn ich hinausschaue und die grüne Pflanzendecke da ist, die farbige Welt, das Rote und Grüne und Blaue, und wenn da draußen die Töne sind. Was sind denn nur diese flüchtigen Gebilde, die die heutige Physik und Physiologie und Psychologie nur als etwas Subjektives betrachten wollen? Sie sind dasjenige, woraus sich die Welten der Zukunft draußen schaffen. Und Rot ist nicht das von der Materie im Auge oder im Gehirn Erzeugte, sondern das Rot ist der allererste noch scheinhafte Keim zukünftiger Welten.

[ 18 ] Lernen Sie das aber kennen, dann werden Sie auch ein wenig anschauen wollen, was diesen künftigen Welten draußen einmal als Leichnam entsprechen wird. Es wird nicht der Leichnam sein, den wir früher durch unsere Physik und Chemie gefunden haben, sondern es wird ein Zukunftsleichnam sein. Man wird ihn erkennen, wenn man das, was da draußen als Zukunftsleichnam einmal entstehen wird, heute schon im oberen Menschen entdeckt, in demjenigen Menschen, in dem vorzugsweise astralischer Leib und Ich tätig sind. Indem man da für diesen Anfangszustand den Endzustand erlebt, versteht man endlich ordentlich das Nervensystem und das Gehirn, insofern sie tot sind, nicht insofern sie lebendig sind. Sie können sogar toter als ein Leichnam sein in einem gewissen Sinne, indem sie den Nullpunkt des Toten, gerade im besonderen für das Nervensystem, noch überwinden und toter werden als tot. Dadurch aber werden sie gerade zu Trägern des sogenannten Geistigen, daß in ihnen das Tote lebt, daß in ihnen der Endzustand lebt, den die äußere Natur noch nicht einmal erreicht hat; daß sie noch über diesen Endzustand hinausgehen. Man wird also, um Psychologie und Pneumatologie in der Welt draußen zu finden, entdecken müssen, wie im menschlichen Organismus, und zwar in der Kopforganisation und in der halben rhythmischen Organisation, vorzugsweise der Atmungsorganisation, das Tote west. Wir müssen hineinschauen in unseren Kopf und von ihm uns sagen: Der stirbt fortwährend. Denn wenn er lebte, würde die sprießende und sprossende Lebensmaterie nicht denken können. Weil er aber sich auslebt, weil er fortwährend tot wird, haben die seelisch-geistig wesenhaften Gedanken in ihm die Möglichkeit, über dem Toten sich als der neue lebendige Schein auszubreiten.

[ 18 ] Lernen Sie das aber kennen, dann werden Sie auch ein wenig anschauen wollen, was diesen künftigen Welten draußen einmal als Leichnam entsprechen wird. Es wird nicht der Leichnam sein, den wir früher durch unsere Physik und Chemie gefunden haben, sondern es wird ein Zukunftsleichnam sein. Man wird ihn erkennen, wenn man das, was da draußen als Zukunftsleichnam einmal entstehen wird, heute schon im oberen Menschen entdeckt, in demjenigen Menschen, in dem vorzugsweise astralischer Leib und Ich tätig sind. Indem man da für diesen Anfangszustand den Endzustand erlebt, versteht man endlich ordentlich das Nervensystem und das Gehirn, insofern sie tot sind, nicht insofern sie lebendig sind. Sie können sogar toter als ein Leichnam sein in einem gewissen Sinne, indem sie den Nullpunkt des Toten, gerade im besonderen für das Nervensystem, noch überwinden und toter werden als tot. Dadurch aber werden sie gerade zu Trägern des sogenannten Geistigen, daß in ihnen das Tote lebt, daß in ihnen der Endzustand lebt, den die äußere Natur noch nicht einmal erreicht hat; daß sie noch über diesen Endzustand hinausgehen. Man wird also, um Psychologie und Pneumatologie in der Welt draußen zu finden, entdecken müssen, wie im menschlichen Organismus, und zwar in der Kopforganisation und in der halben rhythmischen Organisation, vorzugsweise der Atmungsorganisation, das Tote west. Wir müssen hineinschauen in unseren Kopf und von ihm uns sagen: Der stirbt fortwährend. Denn wenn er lebte, würde die sprießende und sprossende Lebensmaterie nicht denken können. Weil er aber sich auslebt, weil er fortwährend tot wird, haben die seelisch-geistig wesenhaften Gedanken in ihm die Möglichkeit, über dem Toten sich als der neue lebendige Schein auszubreiten.

[ 19 ] Sehen Sie, hier liegen die großen Aufgaben, die sich einfach durch die historische Betrachtungsweise aus der Naturwissenschaft selbst ergeben. Erfassen wir sie nicht, dann gehen wir als Gespenster durch die gegenwärtige Entwickelung der Naturwissenschaft und nicht mit dem Bewußtsein eines Menschen, der da weiß, daß eine Epoche, die begonnen hat, auch wiederum ihre Fortsetzung erfahren muß. Sie können sich denken, daß viel Unbewußtes schon lebt in demjenigen, was heute von der Naturwissenschaft gefunden worden ist, denn die Literatur gibt überall Anhaltspunkte. Aber die Menschen können noch nicht unterscheiden. Daher haben heute gewisse Leute eben das am allerliebsten, was möglichst chaotisch, pendelnd ist. Straff ausgehen auf Physik und Chemie auf der einen Seite, Psychologie und Pneumatologie auf der anderen Seite, das gefällt den Leuten nicht, denn da müßten sie wiederum Ernst machen mit dem Innen und Außen. Das gefällt den Leuten nicht. Daher möchten sie ja im unklaren zwischen der Psychologie und der Chemie herumplätschern. Und dadurch entsteht eine Zwitterwissenschaft, die heute das Lieblingskind der Naturforschung und sogar das Lieblingskind der Philosophen geworden ist, die Physiologie. Sobald man auf die Realität kommen wird, wird die Physiologie zerfallen auf der einen Seite in Psychologie, das heißt Psychologie, welche auch Welterkenntnis ist, auf der anderen Seite in Chemie, das heißt in Chemie, welche auch Menschenerkenntnis ist.

[ 19 ] Sehen Sie, hier liegen die großen Aufgaben, die sich einfach durch die historische Betrachtungsweise aus der Naturwissenschaft selbst ergeben. Erfassen wir sie nicht, dann gehen wir als Gespenster durch die gegenwärtige Entwickelung der Naturwissenschaft und nicht mit dem Bewußtsein eines Menschen, der da weiß, daß eine Epoche, die begonnen hat, auch wiederum ihre Fortsetzung erfahren muß. Sie können sich denken, daß viel Unbewußtes schon lebt in demjenigen, was heute von der Naturwissenschaft gefunden worden ist, denn die Literatur gibt überall Anhaltspunkte. Aber die Menschen können noch nicht unterscheiden. Daher haben heute gewisse Leute eben das am allerliebsten, was möglichst chaotisch, pendelnd ist. Straff ausgehen auf Physik und Chemie auf der einen Seite, Psychologie und Pneumatologie auf der anderen Seite, das gefällt den Leuten nicht, denn da müßten sie wiederum Ernst machen mit dem Innen und Außen. Das gefällt den Leuten nicht. Daher möchten sie ja im unklaren zwischen der Psychologie und der Chemie herumplätschern. Und dadurch entsteht eine Zwitterwissenschaft, die heute das Lieblingskind der Naturforschung und sogar das Lieblingskind der Philosophen geworden ist, die Physiologie. Sobald man auf die Realität kommen wird, wird die Physiologie zerfallen auf der einen Seite in Psychologie, das heißt Psychologie, welche auch Welterkenntnis ist, auf der anderen Seite in Chemie, das heißt in Chemie, welche auch Menschenerkenntnis ist.

[ 20 ] Wird man diese beiden Gebilde haben, so wird jenes Zwischengebilde verschwinden, das Physiologie ist. Weil heute ein wahrer Morast vorhanden ist, können Sie da drinnen alles finden, und weil jeder die Möglichkeit hat, je nachdem er nach links oder rechts jongliert, so ein bißchen was Seelisches oder ein bißchen was Körperliches zu meinen, dadurch kommt er gut weg. Das ist dasjenige, was vor allen Dingen als der letzte Rest des Unklarwerdens älterer Vorstellungen verschwinden muß: die Physiologie im heutigen Sinne. Denn so unklar sind die physiologischen Begriffe aus dem Grunde, weil immer in ihnen etwas Seelisches und etwas Körperliches steckt, was man nicht unterscheidet. Und es gefällt einem gerade, daß man nicht zu unterscheiden braucht, denn da kann man herumflunkern mit den Worten und auch sogar in den Tatsachen. Und das Wesentliche ist, wie gesagt, daß Physiologie für den, der klar anschauen und klar denken will, endet in einem Flunkern mit Worten und Tatsachen. Und ehe man sich das nicht zu gestehen getraut, nimmt man es nicht ernst mit der Historie der Naturwissenschaft. Denn die geht nicht bloß von unbestimmten Zeiten bis zur Gegenwart, sondern sie geht von der Gegenwart weiter, und man versteht die Historie nur, wenn man auch den Weiterlauf der Dinge versteht, nicht etwa im abergläubisch-prophetischen Sinne, sondern so, daß man von jetzt ab anfangen kann, das Richtige zu tun. Und unendlich viel Richtiges ist zu tun gerade auf dem Gebiete der Naturwissenschaft. Denn die Naturwissenschaft ist groß geworden. Sie ist, ich möchte sagen, ein guter Junge, der vielleicht heute gerade so ein bißchen in den Flegeljahren ist, aber der eben weiter gepflegt werden muß, damit er erwachsen wird. Und er wird weiterwachsen, wenn solche unklaren Gebilde wie die Physiologie verschwinden, und Physik, Pneumatologie in der angedeuteten Weise wiederum erstehen, die schon hervorgehen werden, wenn man im Ernste anthroposophische Denkweise auf diese Wissenschaften anwenden wird; wenn die Menschen wiederum die Meinung haben werden, sie lernen etwas, wenn ihnen irgend jemand spricht von einer wirklichen Physik, von einer wirklichen Chemie, von einer wirklichen Psychologie und Pneumatologie; wenn sie nicht mehr den Drang haben, alles durch solche Zwitterdinge und chaotisierte Wissenschaften wie die Physiologie für die Welt und für den Menschen zu begreifen. Dann werden wir wiederum auf einem gesunden Boden der menschlichen Erkenntnisentwickelung stehen.

[ 20 ] Wird man diese beiden Gebilde haben, so wird jenes Zwischengebilde verschwinden, das Physiologie ist. Weil heute ein wahrer Morast vorhanden ist, können Sie da drinnen alles finden, und weil jeder die Möglichkeit hat, je nachdem er nach links oder rechts jongliert, so ein bißchen was Seelisches oder ein bißchen was Körperliches zu meinen, dadurch kommt er gut weg. Das ist dasjenige, was vor allen Dingen als der letzte Rest des Unklarwerdens älterer Vorstellungen verschwinden muß: die Physiologie im heutigen Sinne. Denn so unklar sind die physiologischen Begriffe aus dem Grunde, weil immer in ihnen etwas Seelisches und etwas Körperliches steckt, was man nicht unterscheidet. Und es gefällt einem gerade, daß man nicht zu unterscheiden braucht, denn da kann man herumflunkern mit den Worten und auch sogar in den Tatsachen. Und das Wesentliche ist, wie gesagt, daß Physiologie für den, der klar anschauen und klar denken will, endet in einem Flunkern mit Worten und Tatsachen. Und ehe man sich das nicht zu gestehen getraut, nimmt man es nicht ernst mit der Historie der Naturwissenschaft. Denn die geht nicht bloß von unbestimmten Zeiten bis zur Gegenwart, sondern sie geht von der Gegenwart weiter, und man versteht die Historie nur, wenn man auch den Weiterlauf der Dinge versteht, nicht etwa im abergläubisch-prophetischen Sinne, sondern so, daß man von jetzt ab anfangen kann, das Richtige zu tun. Und unendlich viel Richtiges ist zu tun gerade auf dem Gebiete der Naturwissenschaft. Denn die Naturwissenschaft ist groß geworden. Sie ist, ich möchte sagen, ein guter Junge, der vielleicht heute gerade so ein bißchen in den Flegeljahren ist, aber der eben weiter gepflegt werden muß, damit er erwachsen wird. Und er wird weiterwachsen, wenn solche unklaren Gebilde wie die Physiologie verschwinden, und Physik, Pneumatologie in der angedeuteten Weise wiederum erstehen, die schon hervorgehen werden, wenn man im Ernste anthroposophische Denkweise auf diese Wissenschaften anwenden wird; wenn die Menschen wiederum die Meinung haben werden, sie lernen etwas, wenn ihnen irgend jemand spricht von einer wirklichen Physik, von einer wirklichen Chemie, von einer wirklichen Psychologie und Pneumatologie; wenn sie nicht mehr den Drang haben, alles durch solche Zwitterdinge und chaotisierte Wissenschaften wie die Physiologie für die Welt und für den Menschen zu begreifen. Dann werden wir wiederum auf einem gesunden Boden der menschlichen Erkenntnisentwickelung stehen.

[ 21 ] Insbesondere leidet natürlich die Therapie unendlich unter der gegenwärtigen Physiologie. Das kann man sich denken, weil sie mit lauter Dingen arbeitet, die einem beim klaren Denken überhaupt aus der Hand fallen. Mit ein bißchen anthroposophischen Redensarten geht es wirklich den großen Aufgaben der Zeit gegenüber heute nicht ab. Auch nicht damit geht es ab, daß man so ein bißchen an der Grenze zwischen Psychologie und Chemie physiologisch herumpfuscht, sondern allein damit, daß man Ernst macht, die sich aus der geisteswissenschaftlichen Anthroposophie ergebenden Methoden auch auf Physik und Chemie anzuwenden. Wenn man ein Faulpelz ist — verzeihen Sie den harten Ausdruck, er ist ja vielleicht in diesem Falle nicht ganz radikal gemeint —, dann sagt man: Man kann doch nur, wenn man hellsichtig ist, über diese Dinge sachgemäß urteilen. Also, bis ich hellsichtig bin, lasse ich mir Zeit, da lasse ich mich nicht darauf ein, die Physik und Chemie oder gar noch die Physiologie irgendwie zu tadeln.

[ 21 ] Insbesondere leidet natürlich die Therapie unendlich unter der gegenwärtigen Physiologie. Das kann man sich denken, weil sie mit lauter Dingen arbeitet, die einem beim klaren Denken überhaupt aus der Hand fallen. Mit ein bißchen anthroposophischen Redensarten geht es wirklich den großen Aufgaben der Zeit gegenüber heute nicht ab. Auch nicht damit geht es ab, daß man so ein bißchen an der Grenze zwischen Psychologie und Chemie physiologisch herumpfuscht, sondern allein damit, daß man Ernst macht, die sich aus der geisteswissenschaftlichen Anthroposophie ergebenden Methoden auch auf Physik und Chemie anzuwenden. Wenn man ein Faulpelz ist — verzeihen Sie den harten Ausdruck, er ist ja vielleicht in diesem Falle nicht ganz radikal gemeint —, dann sagt man: Man kann doch nur, wenn man hellsichtig ist, über diese Dinge sachgemäß urteilen. Also, bis ich hellsichtig bin, lasse ich mir Zeit, da lasse ich mich nicht darauf ein, die Physik und Chemie oder gar noch die Physiologie irgendwie zu tadeln.

[ 22 ] Meine lieben Freunde, meine verehrten Anwesenden, man braucht wahrhaftig nicht Kenntnisse zu haben, die über das rein Anschauliche hinausgehen, wenn man einen Leichnam betrachtet, um zu wissen, daß er tot ist und daß er vom Leben kommen muß. Ebensowenig braucht man hellsichtig zu sein, um die heutigen wirklichen Tatsachen der Physik und Chemie sachgemäß zu analysieren und sie zurückzuführen auf dasjenige, was ihnen als Lebendiges zugrunde liegt, wenn man hingewiesen wird darauf: Du findest das Lebendige, du brauchst nur den unteren Menschen zu betrachten, du brauchst nur sachgemäß, ohne die Konfusion der heutigen Physiologie, den heutigen Menschen zu betrachten, dann hast du das notwendige Ergänzungsglied für Physik und Chemie. Versuche einmal im Menschen den Bewegungsmechanismus wirklich zu studieren, statt fortwährend Koordinatenachsen zu zeichnen und da hinein, abgesehen vom Menschen, die Bewegungen zu konstruieren. Versuche, statt fortwährend die Differentialquotienten und die Integrationen weiter zu vermehren, versuche einmal die Bewegungsmechanik am Menschen zu studieren von außen her, wie man sie einstmals von innen her erlebt hat, dann hast du dasjenige, was du brauchst für deine äußere Naturbeobachtung in Physik und Chemie.

[ 22 ] Meine lieben Freunde, meine verehrten Anwesenden, man braucht wahrhaftig nicht Kenntnisse zu haben, die über das rein Anschauliche hinausgehen, wenn man einen Leichnam betrachtet, um zu wissen, daß er tot ist und daß er vom Leben kommen muß. Ebensowenig braucht man hellsichtig zu sein, um die heutigen wirklichen Tatsachen der Physik und Chemie sachgemäß zu analysieren und sie zurückzuführen auf dasjenige, was ihnen als Lebendiges zugrunde liegt, wenn man hingewiesen wird darauf: Du findest das Lebendige, du brauchst nur den unteren Menschen zu betrachten, du brauchst nur sachgemäß, ohne die Konfusion der heutigen Physiologie, den heutigen Menschen zu betrachten, dann hast du das notwendige Ergänzungsglied für Physik und Chemie. Versuche einmal im Menschen den Bewegungsmechanismus wirklich zu studieren, statt fortwährend Koordinatenachsen zu zeichnen und da hinein, abgesehen vom Menschen, die Bewegungen zu konstruieren. Versuche, statt fortwährend die Differentialquotienten und die Integrationen weiter zu vermehren, versuche einmal die Bewegungsmechanik am Menschen zu studieren von außen her, wie man sie einstmals von innen her erlebt hat, dann hast du dasjenige, was du brauchst für deine äußere Naturbeobachtung in Physik und Chemie.

[ 23 ] In der äußeren Natur werden diejenigen, die den Atomismus behaupten, noch immer dir gegenüber Recht haben, sogar sich zu der sehr spirituellen Behauptung versteigen können: Wenn man im Sinne des heutigen Physikers spreche über die Materie, so sei die Materie für ihn ja gewiß nichts Materielles. Das sagen heute schon Physiker, das sagen unsere Gegner. Sie haben in diesem Falle das Richtige. Wenn wir diesem Richtigen in der Weise nur erwidern, daß wir wiederum dableiben, wo man die halben Wahrheiten hat, nämlich bloß die Endzustände des Wesenhaften, dann werden wir niemals demjenigen, was von den Gegnern kommt, gewachsen sein, was in der Gegenwart nötig ist.

[ 23 ] In der äußeren Natur werden diejenigen, die den Atomismus behaupten, noch immer dir gegenüber Recht haben, sogar sich zu der sehr spirituellen Behauptung versteigen können: Wenn man im Sinne des heutigen Physikers spreche über die Materie, so sei die Materie für ihn ja gewiß nichts Materielles. Das sagen heute schon Physiker, das sagen unsere Gegner. Sie haben in diesem Falle das Richtige. Wenn wir diesem Richtigen in der Weise nur erwidern, daß wir wiederum dableiben, wo man die halben Wahrheiten hat, nämlich bloß die Endzustände des Wesenhaften, dann werden wir niemals demjenigen, was von den Gegnern kommt, gewachsen sein, was in der Gegenwart nötig ist.

[ 24 ] Hier liegen die Aufgaben der Spezialisten. Hier liegen die Aufgaben derer, die auf dem einen oder anderen Gebiete der Wissenschaften die nötige Vorbildung haben. Dann aber werden wir nicht eine physizierte Anthroposophie, eine chemisierte Anthroposophie, sondern dann werden wir eine anthroposophische Chemie, eine anthroposophische Physik wirklich begründen. Dann werden wir nicht eine im Sinne der alten Medizin ein bißchen umgeänderte neuere Medizin begründen, sondern dann werden wir eine anthroposophische Medizin begründen. Die Aufgaben liegen durchaus da, und sie sind überall skizziert. Es handelt sich darum, daß geradeso, wie für das einfache Seelengemüt aufgenommen werden können die überall in den Vorträgen, in den Zyklen zerstreuten Bemerkungen, die den Menschen tragen können, auch überall die einzelnen Winke aufgefaßt werden, die zum notwendigen Fortschritt in den einzelnen Wissenschaften führen müssen.

[ 24 ] Hier liegen die Aufgaben der Spezialisten. Hier liegen die Aufgaben derer, die auf dem einen oder anderen Gebiete der Wissenschaften die nötige Vorbildung haben. Dann aber werden wir nicht eine physizierte Anthroposophie, eine chemisierte Anthroposophie, sondern dann werden wir eine anthroposophische Chemie, eine anthroposophische Physik wirklich begründen. Dann werden wir nicht eine im Sinne der alten Medizin ein bißchen umgeänderte neuere Medizin begründen, sondern dann werden wir eine anthroposophische Medizin begründen. Die Aufgaben liegen durchaus da, und sie sind überall skizziert. Es handelt sich darum, daß geradeso, wie für das einfache Seelengemüt aufgenommen werden können die überall in den Vorträgen, in den Zyklen zerstreuten Bemerkungen, die den Menschen tragen können, auch überall die einzelnen Winke aufgefaßt werden, die zum notwendigen Fortschritt in den einzelnen Wissenschaften führen müssen.

[ 25 ] Aber es geht in der Zukunft nicht ab, ohne daß Mensch und Natur wiederum eins werden, daß dasjenige, was in der Natur als Endzustand des Wesenhaften durch Physik und Chemie erforscht wird, durch ein zur Physik und Chemie gehöriges Wesenhaftes im unteren Menschen ergänzt wird, im Menschen, der abhängig ist vom physischen Leib und Ätherleib. Es kommt darauf an, daß dies gesucht werde, nicht darauf, daß man Wertigkeitssysteme in der Chemie, daß man Strukturformeln oder daß man ein periodisches System als besonders Wesenhaftes hervorhebt, denn das ist ja auch nur ein Schema. Nicht darauf allein kommt es an — diese Dinge sind als Rechnungsmünzen oder als ganze Rechnungsweisen ganz nützlich —, sondern darauf kommt es an, daß man sich sagt: Studiere ich äußerlich die chemischen Vorgänge, so sind darinnen nicht die chemischen Gesetze, denn die liegen im Entstehen der chemischen Prozesse, die finde ich einzig und allein, wenn ich mich daran mache, in ernstlicher Arbeit die Prozesse im Menschen zu suchen, welche in seinem Säftekreislauf, welche in seiner Säftetätigkeit durch die Tätigkeit des ätherischen Leibes stattfinden. Die Erklärung der chemischen Vorgänge in der Natur liegt in den Vorgängen des ätherischen Leibes. Und diese sind wiederum abgebildet in dem Säftespiel im menschlichen Organismus, das genauem Studium zugänglich ist.

[ 25 ] Aber es geht in der Zukunft nicht ab, ohne daß Mensch und Natur wiederum eins werden, daß dasjenige, was in der Natur als Endzustand des Wesenhaften durch Physik und Chemie erforscht wird, durch ein zur Physik und Chemie gehöriges Wesenhaftes im unteren Menschen ergänzt wird, im Menschen, der abhängig ist vom physischen Leib und Ätherleib. Es kommt darauf an, daß dies gesucht werde, nicht darauf, daß man Wertigkeitssysteme in der Chemie, daß man Strukturformeln oder daß man ein periodisches System als besonders Wesenhaftes hervorhebt, denn das ist ja auch nur ein Schema. Nicht darauf allein kommt es an — diese Dinge sind als Rechnungsmünzen oder als ganze Rechnungsweisen ganz nützlich —, sondern darauf kommt es an, daß man sich sagt: Studiere ich äußerlich die chemischen Vorgänge, so sind darinnen nicht die chemischen Gesetze, denn die liegen im Entstehen der chemischen Prozesse, die finde ich einzig und allein, wenn ich mich daran mache, in ernstlicher Arbeit die Prozesse im Menschen zu suchen, welche in seinem Säftekreislauf, welche in seiner Säftetätigkeit durch die Tätigkeit des ätherischen Leibes stattfinden. Die Erklärung der chemischen Vorgänge in der Natur liegt in den Vorgängen des ätherischen Leibes. Und diese sind wiederum abgebildet in dem Säftespiel im menschlichen Organismus, das genauem Studium zugänglich ist.

[ 26 ] Anthroposophie, meine lieben Freunde und verehrten Anwesenden, ist nach dieser Richtung hin durchaus eine Aufgabe, und eine ernste Aufgabe, und das ist es, warum wir Forschungsinstitute begründet haben, in denen angefangen werden muß, intensiv zu arbeiten, damit diejenigen Methoden, die sich aus der Anthroposophie ergeben, auch wirklich gepflegt werden. Das ist es, was auch in unserer Therapie das Wesentliche ist, daß nun endlich die alte konfuse Physiologie aus ihr verschwinde, und an ihre Stelle eine reale Chemie und eine reale Psychologie treten. Aber ohne diese reale Chemie und ohne diese reale Psychologie, in die die Physiologie zerfallen muß, wird man auch niemals über die Erkrankungsprozesse und über die Heilprozesse in der menschlichen Natur etwas sagen können, weil einfach jeder Krankheitsprozeß ein abnormer psychologischer Prozeß ist und jeder Heilungsprozeß ein abnormer chemischer Prozeß. Und est wenn man wird sehen können, inwiefern der chemische Prozeß der Heilung zu beeinflussen ist, und inwiefern der psychologische Prozeß des Krankwerdens eben in richtiger Psychologie zu begreifen ist, dann wird man auch eine Pathologie und Therapie haben. Das geht aus dem Geiste anthroposophischer Betrachtungsweise hervor.

[ 26 ] Anthroposophie, meine lieben Freunde und verehrten Anwesenden, ist nach dieser Richtung hin durchaus eine Aufgabe, und eine ernste Aufgabe, und das ist es, warum wir Forschungsinstitute begründet haben, in denen angefangen werden muß, intensiv zu arbeiten, damit diejenigen Methoden, die sich aus der Anthroposophie ergeben, auch wirklich gepflegt werden. Das ist es, was auch in unserer Therapie das Wesentliche ist, daß nun endlich die alte konfuse Physiologie aus ihr verschwinde, und an ihre Stelle eine reale Chemie und eine reale Psychologie treten. Aber ohne diese reale Chemie und ohne diese reale Psychologie, in die die Physiologie zerfallen muß, wird man auch niemals über die Erkrankungsprozesse und über die Heilprozesse in der menschlichen Natur etwas sagen können, weil einfach jeder Krankheitsprozeß ein abnormer psychologischer Prozeß ist und jeder Heilungsprozeß ein abnormer chemischer Prozeß. Und est wenn man wird sehen können, inwiefern der chemische Prozeß der Heilung zu beeinflussen ist, und inwiefern der psychologische Prozeß des Krankwerdens eben in richtiger Psychologie zu begreifen ist, dann wird man auch eine Pathologie und Therapie haben. Das geht aus dem Geiste anthroposophischer Betrachtungsweise hervor.

[ 27 ] Und wenn man das nicht drinnen sehen will, so will man nur auch bloß ein bißchen was, nun ja, was ein bißchen anders ist als die anderen Dinge, aber man will doch nicht ernstlich an die Arbeit gehen. Denn alles dasjenige, was ich hier skizziert habe, ist eigentlich nur eine Beschreibung dessen, wie gearbeitet werden soll, denn eine wirkliche Psychologie in dem Sinne, eine wirkliche Chemie in dem Sinne kommt durch Arbeit zustande. Und im Grunde genommen sind die Bedingungen dieser Arbeit vorhanden, weil in der Literatur sehr viele Tatsachen stehen, die die Leute, so wie ein blindes Huhn ein Korn, gefunden haben, aber nicht verstehen. Wenn diejenigen, die in unserem anthroposophischen Sinne arbeiten, die Tatsachen aufgreifen würden und etwas dazu beitragen würden, daß man es wirklich versteht, daß zum Beispiel das verstanden werde, was ich gestern in einem kleineren Kreise betont habe, daß das Wesentliche an der Milz dasjenige ist, daß sie eigentlich ein Ausscheidungsorgan ist, daß sie selber eine Ausscheidung ist von dem, worauf es ankommt, nämlich von dem Funktionieren im Ätherleib — und unermeßlich viele Tatsachen liegen in der medizinischen Literatur da, die nur verarbeitet zu werden brauchen, aber eben verarbeitet werden sollten —, dann kommen die Dinge durchaus zusammen, und es entsteht das daraus, was entstehen soll.

[ 27 ] Und wenn man das nicht drinnen sehen will, so will man nur auch bloß ein bißchen was, nun ja, was ein bißchen anders ist als die anderen Dinge, aber man will doch nicht ernstlich an die Arbeit gehen. Denn alles dasjenige, was ich hier skizziert habe, ist eigentlich nur eine Beschreibung dessen, wie gearbeitet werden soll, denn eine wirkliche Psychologie in dem Sinne, eine wirkliche Chemie in dem Sinne kommt durch Arbeit zustande. Und im Grunde genommen sind die Bedingungen dieser Arbeit vorhanden, weil in der Literatur sehr viele Tatsachen stehen, die die Leute, so wie ein blindes Huhn ein Korn, gefunden haben, aber nicht verstehen. Wenn diejenigen, die in unserem anthroposophischen Sinne arbeiten, die Tatsachen aufgreifen würden und etwas dazu beitragen würden, daß man es wirklich versteht, daß zum Beispiel das verstanden werde, was ich gestern in einem kleineren Kreise betont habe, daß das Wesentliche an der Milz dasjenige ist, daß sie eigentlich ein Ausscheidungsorgan ist, daß sie selber eine Ausscheidung ist von dem, worauf es ankommt, nämlich von dem Funktionieren im Ätherleib — und unermeßlich viele Tatsachen liegen in der medizinischen Literatur da, die nur verarbeitet zu werden brauchen, aber eben verarbeitet werden sollten —, dann kommen die Dinge durchaus zusammen, und es entsteht das daraus, was entstehen soll.

[ 28 ] Ein einzelner in einem einzelnen physischen Leben könnte das vielleicht machen, wenn dieses physische Leben sechshundert Jahre lang dauern würde. Aber dann würden schon wieder andere Aufgaben da sein, und man wäre längst veraltet mit demjenigen, was man erarbeitet hat. Was für die Menschheit geleistet werden soll, muß auch in menschlichem Zusammenarbeiten und Zusammenwirken geleistet werden. Also müssen Zusammenarbeiten und Zusammenwirken entstehen. Das ist dasjenige, was nun die zweite Aufgabe ist. Und ich glaube, am klarsten und radikalsten gehen diese Aufgaben der Anthroposophischen Gesellschaft gerade aus einer wirklichen realen Betrachtung der Geschichte der Naturwissenschaft in der neueren Zeit hervor.

[ 28 ] Ein einzelner in einem einzelnen physischen Leben könnte das vielleicht machen, wenn dieses physische Leben sechshundert Jahre lang dauern würde. Aber dann würden schon wieder andere Aufgaben da sein, und man wäre längst veraltet mit demjenigen, was man erarbeitet hat. Was für die Menschheit geleistet werden soll, muß auch in menschlichem Zusammenarbeiten und Zusammenwirken geleistet werden. Also müssen Zusammenarbeiten und Zusammenwirken entstehen. Das ist dasjenige, was nun die zweite Aufgabe ist. Und ich glaube, am klarsten und radikalsten gehen diese Aufgaben der Anthroposophischen Gesellschaft gerade aus einer wirklichen realen Betrachtung der Geschichte der Naturwissenschaft in der neueren Zeit hervor.

[ 29 ] Diese Geschichte der Naturwissenschaft der neueren Zeit zeigt uns auf jedem Blatte, daß damit etwas Großartiges heraufgekommen ist, denn man konnte niemals früher das wirkliche Tote betrachten, daher auch aus dem Toten nichts machen. Man konnte nie früher den innerlichen Schein wirklich betrachten, daher auch niemals einen innerlichen Schein durch Menschenkraft beleben, also auch nicht zur Freiheit kommen. Heute stehen wir vor einer grandiosen Welt, welche allein möglich geworden ist dadurch, daß die Naturwissenschaft das Tote betrachtet, das ist die Welt der Technik, die schon dadurch sich in ihrer besonderen Weise verrät, daß das Wort aus dem Griechischen genommen ist, wo es noch die «Kunst» bedeutet, daher Kunst verrät, wo die Technik noch Geist enthält. Heute ist sie die Verarbeitung des Geistes nur im Sinne der abstrakten, geistlosen Gedanken, und wir stehen gerade vor dem Technischen heute so, daß wir uns sagen müssen: Wir haben es erreichen können nur dadurch, daß wir eine richtige Erkenntnis von dem Toten erlangt haben. Dieses war notwendig, daß die Menschheitsentwickelung einmal ordentlich hinschaute auf das Reich des Toten. Dadurch ist sie eingetreten in das Reich der Technik. Jetzt steht aber der Mensch da innerhalb dieses Reiches der Technik, das ihn überall umgibt, jetzt steht er da, er blickt in dieses Reich der Technik: Das ist endlich einmal ein Gebiet, wo gewiß kein Geist im wirklichen Sinne drinnen ist. Daß man in der Technik, in bezug auf das Geistige der Technik auf jedem Gebiete jene innerliche Empfindung hat, die fast der Schmerzempfindung über das Hinsterben eines Menschen entspricht, darauf kommt es an. Denn wenn man in der Erkenntnis auch Empfindung und Gefühl entwickeln kann, so wird man ein, wenn auch ein andersgeartetes Gefühl haben, wie man es hat beim Hinsterben eines Menschen, wo aus dem lebendigen Organismus ein Leichnam wird, wie man es hat, wenn man einen Leichnam anschaut. Ein solches Gefühl wird man neben der abstrakten, gleichgültigen, kalten Erkenntnis bei der wirklichen Erkenntnis haben, daß die Technik die Verarbeitung des Toten ist. Dann wird dieses Gefühl der stärkste Antrieb sein, den Geist zu suchen auf neuen Wegen.

[ 29 ] Diese Geschichte der Naturwissenschaft der neueren Zeit zeigt uns auf jedem Blatte, daß damit etwas Großartiges heraufgekommen ist, denn man konnte niemals früher das wirkliche Tote betrachten, daher auch aus dem Toten nichts machen. Man konnte nie früher den innerlichen Schein wirklich betrachten, daher auch niemals einen innerlichen Schein durch Menschenkraft beleben, also auch nicht zur Freiheit kommen. Heute stehen wir vor einer grandiosen Welt, welche allein möglich geworden ist dadurch, daß die Naturwissenschaft das Tote betrachtet, das ist die Welt der Technik, die schon dadurch sich in ihrer besonderen Weise verrät, daß das Wort aus dem Griechischen genommen ist, wo es noch die «Kunst» bedeutet, daher Kunst verrät, wo die Technik noch Geist enthält. Heute ist sie die Verarbeitung des Geistes nur im Sinne der abstrakten, geistlosen Gedanken, und wir stehen gerade vor dem Technischen heute so, daß wir uns sagen müssen: Wir haben es erreichen können nur dadurch, daß wir eine richtige Erkenntnis von dem Toten erlangt haben. Dieses war notwendig, daß die Menschheitsentwickelung einmal ordentlich hinschaute auf das Reich des Toten. Dadurch ist sie eingetreten in das Reich der Technik. Jetzt steht aber der Mensch da innerhalb dieses Reiches der Technik, das ihn überall umgibt, jetzt steht er da, er blickt in dieses Reich der Technik: Das ist endlich einmal ein Gebiet, wo gewiß kein Geist im wirklichen Sinne drinnen ist. Daß man in der Technik, in bezug auf das Geistige der Technik auf jedem Gebiete jene innerliche Empfindung hat, die fast der Schmerzempfindung über das Hinsterben eines Menschen entspricht, darauf kommt es an. Denn wenn man in der Erkenntnis auch Empfindung und Gefühl entwickeln kann, so wird man ein, wenn auch ein andersgeartetes Gefühl haben, wie man es hat beim Hinsterben eines Menschen, wo aus dem lebendigen Organismus ein Leichnam wird, wie man es hat, wenn man einen Leichnam anschaut. Ein solches Gefühl wird man neben der abstrakten, gleichgültigen, kalten Erkenntnis bei der wirklichen Erkenntnis haben, daß die Technik die Verarbeitung des Toten ist. Dann wird dieses Gefühl der stärkste Antrieb sein, den Geist zu suchen auf neuen Wegen.

[ 30 ] Und eigentlich könnte ich mir vorstellen, daß ein Bild der Zukunft dieses ist, daß der Mensch steht über all den Schornsteinen, über all den Fabriken, über all den Telephonen, über all demjenigen, was in wunderbarer Weise die Technik hervorgebracht hat in der neuesten Zeit wie über einer großen bloß mechanischen Erde, daß er über diesem Grab alles Geistigen steht und seinen sehnsuchtsvollen Ruf hin erschallen läßt in das Weltenall — seine Sehnsucht würde ihm erfüllt. Denn geradeso wie aus dem toten Stein, der ganz gewiß tot ist, durch die richtige Behandlung herausschlägt das lebendige Feuer, so muß aus der toten Technik der lebendige Geist sich ergeben, wenn die richtig die Technik fühlenden Menschen da sind.

[ 30 ] Und eigentlich könnte ich mir vorstellen, daß ein Bild der Zukunft dieses ist, daß der Mensch steht über all den Schornsteinen, über all den Fabriken, über all den Telephonen, über all demjenigen, was in wunderbarer Weise die Technik hervorgebracht hat in der neuesten Zeit wie über einer großen bloß mechanischen Erde, daß er über diesem Grab alles Geistigen steht und seinen sehnsuchtsvollen Ruf hin erschallen läßt in das Weltenall — seine Sehnsucht würde ihm erfüllt. Denn geradeso wie aus dem toten Stein, der ganz gewiß tot ist, durch die richtige Behandlung herausschlägt das lebendige Feuer, so muß aus der toten Technik der lebendige Geist sich ergeben, wenn die richtig die Technik fühlenden Menschen da sind.

[ 31 ] Und auf der anderen Seite: Man muß sich nur klar sein, was das reine Denken, das heißt jener Schein ist, aus dem herausgeholt werden können die stärksten moralischen Antriebe, die individuellen moralischen Antriebe, wie ich sie in der «Philosophie der Freiheit» geschildert habe, dann wird der Mensch in einer neuen Weise vor jener Empfindung stehen, vor der einst Nikolaus der Kusaner, vor der Meister Eckhart gestanden haben. Sie sagten: Wenn ich mich erhebe über alles dasjenige, was ich zunächst zu beobachten gewohnt bin, komme ich zu dem «Nicht» mit allem, was ich gelernt habe. Aber in dem «Nicht» ersteht mir das «Icht», das Ich. — Wenn der Mensch nur ganz richtig zum reinen Denken vordringt, dann findet er in diesem reinen Denken das Nicht, das zum Icht wird, zum Ich wird, aus dem aber die ganze Fülle der ethischen Handlungen hervorgeht, die neu weltschöpferisch sind. Und ich könnte mir einen Menschen vorstellen, der zunächst, indem er alle Erkenntnis der Gegenwart, wie sie gerade durch die Naturwissenschaft inauguriert worden ist, auf sich wirken läßt und jetzt in der neueren Zeit, Jahrhunderte nach dem Meister Eckhart und nach Nikolaus Cusanus, den Blick in das Innere richtet und mit der heutigen Denkweise an diesem Nicht des Inneren ankommt, und wie er in diesem Nicht entdeckt, wie jetzt erst recht der Geist zu ihm spricht. Und ich könnte mir vorstellen, daß sich diese zwei Dinge vereinigen, daß der Mensch auf der einen Seite ginge an den Ort, wo die Technik in öder Weise allen Geist verläßt, und daß er da den Ruf hinaus richtet in die Weltenfernen nach dem Geiste; wenn er sich dann besänne und also in sein Inneres blickte, wie ich es jetzt eben bezeichnet habe, daß er dann aus dem Inneren heraus die göttliche Antwort auf seinen in die Weltenfernen hinausgesandten Ruf empfangen würde. Wenn wir lernen, durch eine neue, anthroposophisierte Naturwissenschaft die Rufe in die Welt hinaus in unendlicher Sehnsucht nach dem Geistigen in unserem Inneren erschallen zu lassen, dann wird das der richtige Ausgangspunkt sein, daß wir auch finden können durch eine anthroposophisierte Innenerkenntnis die Antwort auf diesen sehnsuchtsvoll in die Welten hinaus geschrieenen Ruf nach dem Geistigen.

[ 31 ] Und auf der anderen Seite: Man muß sich nur klar sein, was das reine Denken, das heißt jener Schein ist, aus dem herausgeholt werden können die stärksten moralischen Antriebe, die individuellen moralischen Antriebe, wie ich sie in der «Philosophie der Freiheit» geschildert habe, dann wird der Mensch in einer neuen Weise vor jener Empfindung stehen, vor der einst Nikolaus der Kusaner, vor der Meister Eckhart gestanden haben. Sie sagten: Wenn ich mich erhebe über alles dasjenige, was ich zunächst zu beobachten gewohnt bin, komme ich zu dem «Nicht» mit allem, was ich gelernt habe. Aber in dem «Nicht» ersteht mir das «Icht», das Ich. — Wenn der Mensch nur ganz richtig zum reinen Denken vordringt, dann findet er in diesem reinen Denken das Nicht, das zum Icht wird, zum Ich wird, aus dem aber die ganze Fülle der ethischen Handlungen hervorgeht, die neu weltschöpferisch sind. Und ich könnte mir einen Menschen vorstellen, der zunächst, indem er alle Erkenntnis der Gegenwart, wie sie gerade durch die Naturwissenschaft inauguriert worden ist, auf sich wirken läßt und jetzt in der neueren Zeit, Jahrhunderte nach dem Meister Eckhart und nach Nikolaus Cusanus, den Blick in das Innere richtet und mit der heutigen Denkweise an diesem Nicht des Inneren ankommt, und wie er in diesem Nicht entdeckt, wie jetzt erst recht der Geist zu ihm spricht. Und ich könnte mir vorstellen, daß sich diese zwei Dinge vereinigen, daß der Mensch auf der einen Seite ginge an den Ort, wo die Technik in öder Weise allen Geist verläßt, und daß er da den Ruf hinaus richtet in die Weltenfernen nach dem Geiste; wenn er sich dann besänne und also in sein Inneres blickte, wie ich es jetzt eben bezeichnet habe, daß er dann aus dem Inneren heraus die göttliche Antwort auf seinen in die Weltenfernen hinausgesandten Ruf empfangen würde. Wenn wir lernen, durch eine neue, anthroposophisierte Naturwissenschaft die Rufe in die Welt hinaus in unendlicher Sehnsucht nach dem Geistigen in unserem Inneren erschallen zu lassen, dann wird das der richtige Ausgangspunkt sein, daß wir auch finden können durch eine anthroposophisierte Innenerkenntnis die Antwort auf diesen sehnsuchtsvoll in die Welten hinaus geschrieenen Ruf nach dem Geistigen.

[ 32 ] Nicht bloß in einer dokumentarischen Weise wollte ich Ihnen die Entwickelung der Naturwissenschaft darstellen in der neueren Zeit, sondern darstellen wollte ich Ihnen, wie ein Mensch dasteht, der begreift diese naturwissenschaftliche Entwickelung und sich heute in einem schweren Moment der Menschheitsentwickelung für den Fortgang der Menschheit das Richtige zu sagen weiß.

[ 32 ] Nicht bloß in einer dokumentarischen Weise wollte ich Ihnen die Entwickelung der Naturwissenschaft darstellen in der neueren Zeit, sondern darstellen wollte ich Ihnen, wie ein Mensch dasteht, der begreift diese naturwissenschaftliche Entwickelung und sich heute in einem schweren Moment der Menschheitsentwickelung für den Fortgang der Menschheit das Richtige zu sagen weiß.