The Agricultural Course
Spiritual Science Foundations
for the Prosperity of Agriculture
GA 327
11 June 1924, Koberwitz
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The Agricultural Course, tr. SOL
Dritter Vortrag
Third Lecture
Meine lieben Freunde!
My dear friends!
[ 1 ] Die Kräfte der Erde und des Kosmos, von denen ich Ihnen gesprochen habe, sie wirken ja innerhalb des Landwirtschaftlichen durch die Stoffe der Erde. Und es wird daher nur möglich sein, zu allerlei praktischen Gesichtspunkten in den nächsten Tagen den Übergang zu finden, wenn wir heute uns auch mit der Frage etwas genauer noch beschäftigen: Wie wirken durch die Stoffe der Erde die Kräfte, von denen wir gesprochen haben? Nun werden wir da gewissermaßen einen Exkurs machen müssen in die Tätigkeit der Natur überhaupt.
[ 1 ] The forces of the Earth and the cosmos, which I have spoken to you about, are at work within agriculture through the substances of the Earth. And so it will only be possible to make the transition to various practical considerations in the coming days if we also examine the following question in a bit more detail today: How do the forces we have discussed work through the substances of the earth? Now we will have to make, so to speak, a digression into the workings of nature in general.
[ 2 ] Eine der allerwichtigsten Fragen, welche aufgeworfen werden können, wenn es sich um die Produktion auf landwirtschaftlichem Gebiete handelt, war schon diejenige nach der Bedeutung und dem Einflusse des Stickstoffes auf die gesamte landwirtschaftliche Produktion. Allein gerade diese Frage nach dem Wesen der Wirksamkeit des Stickstoffs ist ja heute in eine große Verwirrung hineingeraten. Man sieht sozusagen überall, wo Stickstoff täig ist, nur die Ausläufer seiner Wirkungen, das Alleroberflächlichste, worin er sich äußert. Man sieht aber nicht hinein in die Naturzusammenhänge, in denen der Stickstoff wirkt, und das kann man auch nicht, wenn man innerhalb eines Naturgebiets stehen bleibt; das kann man nur, wenn man [über] die Weiten des Naturgebiets hinausschaut und sich um die Betätigung des Stickstoffs im Weltenall dabei bekümmert. Man kann sogar sagen — und das wird aus meinen Ausführungen hervorgehen —, der Stickstoff als solcher spielt vielleicht nicht einmal die allererste Rolle im pflanzlichen Leben; allein seine Rolle kennenzulernen, ist dennoch in erster Linie notwendig für das Verständnis des pflanzlichen Lebens.
[ 2 ] One of the most important questions that can be raised when it comes to agricultural production has always been that of the significance and influence of nitrogen on overall agricultural production. Yet it is precisely this question regarding the nature of nitrogen’s effectiveness that has become a source of great confusion today. Virtually everywhere nitrogen is at work, one sees only the outward manifestations of its effects—the most superficial aspects through which it expresses itself. But one does not see into the natural contexts in which nitrogen acts, and one cannot do so if one remains confined to a single natural domain; this is possible only if one looks beyond the bounds of that natural domain and considers the activity of nitrogen in the universe as a whole. One might even say—and this will become clear from my remarks—that nitrogen as such may not even play the very primary role in plant life; yet understanding its role is nonetheless of primary importance for comprehending plant life.
[ 3 ] Der Stickstoff hat aber, indem er wirkt im Naturwesen, ich möchte sagen, vier Geschwister, deren Wirkungen man zugleich kennenlernen muss, wenn man seine Funktionen, seine Bedeutung im sogenannten Haushalte der Natur begreifen will. Und diese vier Geschwister sind diejenigen, die mit ihm verbunden sind auf eine ja auch heute der äußeren Wissenschaft noch geheimnisvolle Weise, verbunden sind in dem pflanzlichen und tierischen Eiweiß. Es sind die vier Geschwister: Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel.
[ 3 ] However, nitrogen—in its action within the natural world—has, I would say, four “siblings,” whose effects one must also understand if one wishes to grasp its functions and its significance in what is called the “economy of nature.” And these four “siblings” are those that are connected to nitrogen—in a way that remains a mystery even to modern science today—and are found in plant and animal proteins. These four “siblings” are: carbon, oxygen, hydrogen, and sulfur.
[ 4 ] Wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen will, so darf man nämlich nicht bloß unter den bedeutenden Ingredienzien des Eiweißes aufführen Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff, sondern man muss den für das Eiweiß in einer tiefbedeutsamen Weise tätigen Stoff, den Schwefel, mit anführen. Denn der Schwefel ist gerade dasjenige innerhalb des Eiweißes, was den Vermittler darstellt zwischen dem überall in der Welt ausgebreiteten Geistigen, zwischen der Gestaltungskraft des Geistigen und dem Physischen. Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muss die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiss von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichträger.
[ 4 ] If one wishes to understand the full significance of protein, one must not merely list hydrogen, oxygen, nitrogen, and carbon as its major constituents; rather, one must also include sulfur, the substance that plays a profoundly significant role in protein. For sulfur is precisely that element within protein which acts as the mediator between the spiritual realm—which is spread throughout the world—and the formative power of the spiritual and the physical. And one can certainly say that anyone who truly wishes to trace the footprints left by the spirit in the material world must follow the activity of sulfur. Even if this activity is not as obvious as that of other substances, it is nonetheless of the utmost importance, because it is through sulfur that the spiritual works into the physical realm of nature; sulfur is, in fact, the very carrier of the spiritual. It bears its ancient name, “sulfur,” which is, of course, related to the name “phosphorus”; it bears this ancient name because in earlier times, people saw in the light—in the spreading light, the sun-like light—the spreading spiritual as well. And that is why these substances, which are connected with the influence of light upon matter—such as sulfur and phosphorus—were called the bearers of light.
[ 5 ] Nun wird uns aber gerade deshalb — weil die Tätigkeit des Schwefels im Haushalt der Natur eine so feine ist, am besten dadurch, dass wir die anderen vier Geschwister, Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, einmal ins Auge fassen und nun wirklich verstehen lernen — vor Augen treten, was eigentlich diese Stoffe im ganzen Weltenwesen sind. Denn der Chemiker weiß ja heute nicht viel von diesen Stoffen. Er weiß, wie sie äußerlich ausschauen, wenn er sie im Laboratorium hat, er kennt aber die innere Bedeutung dieser Stoffe im Ganzen der Weltenwirksamkeiten eigentlich gar nicht. Und die Kenntnis, die man heute durch die Chemie hat von diesen Stoffen, ist eigentlich keine viel größere als diejenige, die man von einem Menschen hat, den man seiner äußeren Gestalt nach beim Vorbeigehen auf der Straße gesehen hat, den man vielleicht abgeknipst hat mit einem fotografischen Apparate, und an den man sich erinnert mithilfe des fotografischen Bildes. Denn was die Wissenschaft tut mit diesen Stoffen, deren tieferes Wesen man eben kennen muss, ist nicht viel mehr als ein Abknipsen mit dem fotografischen Apparat, und was in unseren Büchern steht, in unseren Vorträgen vorkommt über diese Stoffe, das enthält eigentlich nicht viel mehr.
[ 5 ] But it is precisely for this reason—because the role of sulfur in the workings of nature is such a subtle one—that we can best come to understand what these substances actually are within the whole of the universe by taking a closer look at its other four “siblings”—carbon, hydrogen, nitrogen, and oxygen—and truly coming to understand them. For the chemist today does not know much about these substances. He knows what they look like on the outside when he has them in the laboratory, but he actually knows nothing of the inner significance of these substances within the totality of cosmic forces. And the knowledge we have today of these substances through chemistry is actually not much greater than the knowledge we have of a person whom we have seen in passing on the street based on their outward appearance, whom we may have photographed with a camera, and whom we remember with the help of that photograph. For what science does with these substances—whose deeper nature one must understand—is not much more than taking a photograph with a camera, and what is written in our books or discussed in our lectures about these substances does not actually contain much more than that.
[ 6 ] Gehen wir daher — die Anwendung auf das Pflanzliche wird sich schon ergeben — zunächst von dem Kohlenstoff aus. Dieser Kohlenstoff, sehen Sie, der ist ja [ein] aus einer sehr aristokratischen Position in der neuen Zeit [heruntergesunkener Got], — diese Wege haben ja dann später viele andere Weltenwesen gemacht — zu einer sehr, sehr plebejischen Situation. Man sieht halt in dem Kohlenstoff dasjenige, was man in die Öfen tut, die Kohle. Man sieht in dem Kohlenstoff dasjenige, womit man schreibt, den Graphit. Man schätzt ja eine bestimmte Modifikation des Kohlenstoffes noch immer als aristokratisch, den Demant; aber man kann ihn ja nicht mehr sehr schätzen, weil man ihn nicht kaufen kann. Und so ist dasjenige, was über den Kohlenstoff gewusst wird, eigentlich gegenüber der ungeheuren Bedeutung des Kohlenstoffs im Weltall ein außerordentlich Geringes. Dieser — sprechen wir ihn als Kerl an — schwarze Kerl galt nämlich bis vor einer verhältnismäßig sehr kurzen Zeit, bis vor ein paar Jahrhunderten, als dasjenige, was man mit einem sehr edlen Namen bezeichnete, mit dem Namen des «Steins der Weisen».
[ 6 ] Let us therefore—the application to the plant kingdom will become clear in due course—begin with carbon. This carbon, you see, is [one] that has [fallen] from a very aristocratic position in the new era [—a fallen god]—a path that many other beings in the world would later take—to a very, very plebeian situation. One simply sees in carbon that which one puts into furnaces: coal. In carbon, one sees what one uses for writing: graphite. One still regards a certain modification of carbon as aristocratic—the diamond—but one can no longer hold it in high esteem because one cannot afford to buy it. And so what is known about carbon is, in fact, extraordinarily little compared to the immense significance of carbon in the universe. This—let’s call him a guy—black guy was, in fact, until relatively recently—just a few centuries ago—considered to be what was referred to by a very noble name: the “Philosopher’s Stone.”
[ 7 ] Man hat ja viel herumgeschwätzt über dasjenige, was der Stein der Weisen sein soll; aber aus diesem Herumschwätzen ist nicht viel herausgekommen. Denn wenn die alten Alchemisten und dergleichen Leute vom Stein der Weisen gesprochen haben, meinten sie den Kohlenstoff in seinen verschiedenen Vorkommnissen. Und sie hielten seinen Namen nur deshalb für so geheim, weil ja, wenn sie diesen nicht geheim gehalten häuten, eigentlich jeder den Stein der Weisen natürlich gehabt hätte. Aber es war schon der Kohlenstoff. Und warum war es der Kohlenstoff?
[ 7 ] There has been a lot of idle chatter about what the Philosopher’s Stone is supposed to be; but not much has come of all this chatter. For when the ancient alchemists and the like spoke of the Philosopher’s Stone, they meant carbon in its various forms. And they considered its name so secret simply because, if they hadn’t kept it secret, everyone would naturally have had the Philosopher’s Stone. But it was indeed carbon. And why was it carbon?
[ 8 ] Wir können dabei beantworten mit einer älteren Anschauung zugleich etwas, was man heute aber wissen sollte vom Kohlenstoff. Sehen Sie, wenn man absieht von der zerbröckelten Form, in der wir durch gewisse Vorgänge, durch die er durchgegangen ist, den Kohlenstoff in der Natur haben als Steinkohle oder auch als Grafit, wenn wir den Kohlenstoff auffassen in seiner lebendigen Tätigkeit, wie er durchgeht durch den Menschen, durch den Tierkörper, wie er aufbaut aus seinen Verhältnissen heraus den Pflanzenkörper, so erscheint uns das Amorphe, Gestaltlose, das man sich als Kohlenstoff vorstellt, nur als der letzte Ausläufer, als der Leichnam desjenigen, was die Kohle, der Kohlenstoff, im Haushalte der Natur eigentlich ist,
[ 8 ] We can use an older perspective to shed light on something we should know about carbon today. You see, if we look beyond the crumbly form in which we find carbon in nature—as bituminous coal or graphite—due to certain processes it has undergone, and instead consider carbon in its living activity—how it passes through human beings and animal bodies, how it builds up the plant body from its own properties— then the amorphous, formless substance that we imagine as carbon appears to us merely as the final offshoot, as the corpse of what coal—carbon—actually is in the economy of nature,
[ 9 ] Der Kohlenstoff ist nämlich der Träger aller Gestaltungsprozesse in der Natur. Was auch gestaltet werden mag, ob die verhältnismäßig kurz bleibende Gestalt der Pflanze, ob die in ewigem Wechsel begriffene Gestalt des tierischen Organismus ins Auge gefasst wird, der Kohlenstoff ist da der große Plastiker, der nicht bloß seine schwarze Substanzialität in sich trägt, sondern der, wenn er in voller Tätigkeit, in innerer Beweglichkeit ist, die gestaltenden Weltenbilder, die großen Weltenimaginationen überall in sich trägt, aus denen alles dasjenige, was in der Natur gestaltet wird, eben hervorgehen muss. Ein geheimer Plastiker waltet in dem Kohlenstoff, und dieser geheime Plastiker, indem er die verschiedensten Formen aufbaut, die in der Natur aufgebaut werden, bedient sich dabei des Schwefels. Sodass wir anschauen müssen, wenn wir auf den Kohlenstoff in der Natur hinschauen wollen im richtigen Sinne, wie die Geisttätigkeit des Weltenalls sozusagen sich mit dem Schwefel befeuchtet, als Plastiker tätig ist, und mithilfe des Kohlenstoffs die festere Pflanzenform aufbaut, dann aber auch wiederum die im Entstehen schon vergehende Form des Menschen aufbaut, der gerade dadurch Mensch ist, nicht Pflanze, dass er die eben entstehende Form immer wiederum sogleich vernichten kann, indem er den Kohlenstoff, als Kohlensäure an den Sauerstoff gebunden, absondert. Eben weil der Kohlenstoff im menschlichen Körper uns Menschen zu steif, zu fest formt, wie eine Palme macht — er schickt sich an, uns so fest zu machen —, da baut die Atmung sogleich ab, reißt diesen Kohlenstoff aus der Festigkeit heraus, verbindet ihn mit dem Sauerstoff, befördert ihn nach außen, und wir werden so gestaltet in einer Beweglichkeit, die wir als Menschenwesen brauchen. Aber in der Pflanze ist er so drinnen, dass er in einer gewissen Weise in einer festen Gestalt auch bei den einjährigen Pflanzen in einem gewissen Grade festgehalten wird.
[ 9 ] Carbon, in fact, is the vehicle of all formative processes in nature. Whatever may be formed—whether one considers the relatively short-lived form of the plant or the form of the animal organism, which is in a state of perpetual change— carbon is the great sculptor—not merely bearing its own black substance within itself, but—when it is in full activity, in inner dynamism—carrying within itself everywhere the formative world-images, the great world-imaginations, from which everything that is formed in nature must emerge. A secret sculptor reigns within carbon, and this secret sculptor, in building up the most diverse forms that are constructed in nature, makes use of sulfur. Thus, if we wish to look at carbon in nature in the proper sense, we must observe how the spiritual activity of the universe, so to speak, is moistened by sulfur, acts as a sculptor, and, with the help of carbon, builds up the more solid plant form, but then also builds up the form of the human being—which is already passing away even as it arises—who is human, not a plant, precisely because he can immediately destroy the form that is just emerging by excreting carbon, bound to oxygen as carbon dioxide. Precisely because carbon in the human body forms us humans too stiffly, too solidly—like a palm tree—it sets out to make us that solid—breathing immediately breaks this down, tears this carbon out of its solid state, combines it with oxygen, transports it outward, and we are thus shaped into the mobility that we, as human beings, need. But in plants, it is embedded in such a way that, to a certain extent, it is retained in a solid form—even in annual plants.
[ 10 ] Ein alter Spruch sagt in Bezug auf den Menschen: «Blut ist ein ganz besonderer Saft», und man muss mit Recht sagen, dass das menschliche Ich im Blute pulsiert, auf physische Weise sich äußert. Aber eigentlich ist es im Genaueren gesprochen der webende, waltende, sich gestaltende und seine Gestalt wieder auflösende Kohlenstoff, auf dessen Bahnen, befeuchtet mit dem Schwefel, dieses Geistige des Menschen im Blute sich bewegt, das wir Ich nennen, und so wie das menschliche Ich als der eigentliche Geist des Menschen im Kohlenstoff lebt, so lebt wiederum gewissermaßen das Welten-Ich im Weltengeist auf dem Umwege durch den Schwefel in dem sich gestaltenden und immer wieder auflösenden Kohlenstoff.
[ 10 ] An old saying about human beings goes: “Blood is a very special fluid,” and it is rightly said that the human “I” pulsates in the blood and expresses itself physically. But strictly speaking, it is actually the weaving, reigning, forming, and dissolving carbon along whose paths—moistened with sulfur—this spiritual aspect of the human being moves in the blood, which we call the “I,” and just as the human “I”—as the very spirit of the human being—lives within the carbon, so too does the World-I, in a sense, live within the World Spirit, indirectly through the sulfur, in the carbon that takes form and dissolves again and again.
[ 11 ] Es ist so, dass in früheren Epochen unserer Erdentwicklung der Kohlenstoff dasjenige war, was überhaupt abgeschieden worden ist. Erst später kam dann dasjenige dazu, was zum Beispiel das Kalkige ist, das der Mensch dann benützt, um als Unterlage nun auch ein Festeres zu schaffen, ein festeres Gerüste für sich zu schaffen. Damit dasjenige, was im Kohlenstoff lebt, bewegt sein kann, schafft der Mensch in seinem kalkigen Knochengerüste ein unterliegendes Festes, das Tier auch, wenigstens das höhere Tier. Damit hebt sich der Mensch heraus in seiner beweglichen Kohlenstoffbildung aus der bloß mineralischen, festen Kalkbildung, die die Erde hat, und die er auch sich eingliedert, um feste Erde in sich zu haben. Im Kalk, in der Knochenbildung hat er die feste Erde in sich.
[ 11 ] The fact is that in earlier epochs of our Earth’s development, carbon was the substance that was deposited in the first place. Only later did other substances—such as calcium carbonate—come into play, which humans then use to create a firmer foundation, a sturdier framework for themselves. So that what lives within the carbon can move, human beings create a solid foundation within their calcareous skeletal framework—as do animals, at least the higher animals. In this way, human beings distinguish themselves, through their mobile carbon formation, from the purely mineral, solid calcareous formation found in the Earth, which they also incorporate into themselves in order to possess solid earth within themselves. In the calcium, in the formation of bones, he possesses the solid earth within himself.
[ 12 ] Nun sehen Sie: Dabei können Sie die Vorstellung haben, dass allem Lebendigen ein entweder mehr oder weniger festes oder mehr oder weniger fluktuierendes, kohlenstoffartiges Gerüste zugrunde liegt, auf dessen Bahnen sich das Geistige bewegt durch die Welt. Lassen Sie mich das nur ganz schematisch einmal hinzeichnen, damit wir die Sache recht anschaulich haben. Ich will so ein Gerüste, das der Geist mithilfe des Schwefels irgendwie aufbaut, so hinzeichnen. Das ist also entweder fortwährend wechselnder Kohlenstoff, der in dem Schwefel in sehr feiner Dosierung sich bewegt, oder es ist auch wie bei den Pflanzen ein mehr oder weniger fest gewordenes, mit anderen Substanzen, Ingredienzien [vereinigt], festgewordenes Kohlenstoffgerüst.
[ 12 ] Now you see: You can imagine that all living things are based on a carbon-like framework—one that is either more or less solid or more or less fluctuating—along whose paths the spiritual moves through the world. Let me sketch this out very schematically so that we can visualize it clearly. I want to sketch such a framework, which the spirit somehow builds with the help of sulfur. So this is either constantly changing carbon, moving within the sulfur in very fine doses, or—as with plants—a carbon framework that has become more or less solidified, [combined] with other substances and ingredients.


[ 13 ] Nun sehen Sie: Wenn wir den Menschen oder auch schließlich ein anderes Lebewesen betrachten, so muss — das ist ja gerade in unserem Zusammensein schon des Öfteren hervorgehoben worden — dieses Lebendige von einem Ätherischen, das der eigentliche Träger des Lebens ist, durchzogen sein. Das also, was da darstellt das kohlenstoffartige Gerüste eines Lebendigen, das muss durchzogen sein von dem Ätherischen wiederum, sodass sich das Ätherische an diesen Gerüstbalken mehr still festhält, oder dass es mehr oder weniger fluktuierend in Bewegung ist. Aber es muss das Ätherische ganz ausgebreitet sein, wo das Gerüste ist. Wir können also sagen: Ein Ätherisches muss überall da sein, wo dieses Gerüste ist.
[ 13 ] Now, you see: When we consider a human being—or, for that matter, any other living being—then—as has already been emphasized quite often in our gatherings—this living being must be permeated by an ethereal substance, which is the actual bearer of life. So what constitutes the carbon-like framework of a living being must in turn be permeated by the etheric, so that the etheric either clings more firmly to these framework beams or is in more or less fluctuating motion. But the etheric must be fully spread out wherever the framework is. We can therefore say: An etheric must be present wherever this framework is.
[ 14 ] Nun, dieses Ätherische, das würde etwas sein, was zunächst als Ätherisches innerhalb unserer physischen Erdenwelt nicht existieren könnte, wenn es für sich bliebe. Es würde sozusagen wie ein Nichts überall hindurchschlüpfen, würde nicht angreifen können dasjenige, was es anzugreifen hat in der physisch-irdischen Welt, wenn es nicht einen physischen "Träger hätte. Das ist ja das eigentümliche bei allem, was wir auf der Erde haben, dass das Geistige immer physische Träger haben muss. Die Materialisten nehmen dann nur die physischen Träger und vergessen das Geistige. Sie haben immer recht, weil ja das Nächste, was uns entgegentritt, der physische Träger ist. Aber sie lassen eben durchaus außer Acht, dass Geistiges überall einen physischen Träger haben muss. Und dieser physische Träger des Geistigen, das im Ätherischen wirkt — wir können sagen, im Ätherischen wirkt das niederste Geistige —, dieser physische Träger, der von dem Ätherischen durchzogen wird, also so durchzogen wird, dass der Äther sich gewissermaßen wiederum befeuchtet mit dem Schwefel und nun in das Physische hineinführt dasjenige, was es nun nicht in Gestaltung, nicht im Gerüste-Bauen, sondern in einer ewigen Beweglichkeit, Lebendigkeit, in dieses Gerüstwesen hineinzutragen hat, dieses Physische, das da aus dem Äther mithilfe des Schwefels die Lebenswirkungen hineinträgt, das ist der Sauerstoff. Sodass Sie also dasjenige, was ich hier grün skizziert habe, sich auch vorstellen können, wenn Sie es als physischen Aspekt betrachten, dass das den Sauerstoff und auf dem Wege des Sauerstoffs die wallende, vibrierende, webende Wesenheit des Ätherischen darstellt.
[ 14 ] Well, this ethereal aspect would be something that, at first, could not exist as an ethereal entity within our physical earthly world if it remained on its own. It would, so to speak, slip through everything like nothingness; it would be unable to interact with that which it must interact with in the physical, earthly world if it did not have a physical “vehicle.” That is, after all, the peculiar thing about everything we have on Earth: that the spiritual must always have physical vehicles. Materialists then focus only on the physical vehicles and forget the spiritual. They are always right, because the next thing we encounter is, of course, the physical vehicle. But they completely disregard the fact that the spiritual must have a physical vehicle everywhere. And this physical vehicle of the spiritual, which acts in the etheric—we can say that the lowest spiritual acts in the etheric—this physical vehicle, which is permeated by the etheric, is permeated in such a way that the ether, so to speak, is once again imbued with sulfur and now carries into the physical realm that which it is not to carry in the form of structure or framework-building, but rather in an eternal mobility and liveliness—into this framework of being; this physical element that carries the life forces from the ether into the physical realm with the aid of sulfur—that is oxygen. So that you can also imagine what I have outlined here in green—if you consider it as a physical aspect—that it represents oxygen and, through the medium of oxygen, the surging, vibrating, weaving essence of the ethereal.
[ 15 ] Auf diesem Wege des Sauerstoffes bewegt sich das Ätherische mithilfe des Schwefels. Dadurch wird der Atmungsprozess erst sinnvoll. Wir nehmen durch den Atmungsprozess den Sauerstoff auf. Der heutige Materialist spricht nur von diesem Sauerstoff, den er in der Retorte hat, wenn er die Elektrolyse von Wasser macht. Aber in diesem Sauerstoff lebt überall das niederste Übersinnliche, das Ätherische, wenn es nicht daraus getötet ist, wie es in der Luft getötet sein muss, die wir um uns haben. In der Atmungsluft ist das Lebendige des Sauerstoffs getötet, damit wir nicht ohnmächtig werden durch den lebendigen Sauerstoff. Wir werden, wenn sich ein höheres Lebendiges in uns hineinbegibt, dadurch ohnmächtig. Schon eine gewöhnliche Wachstumswucherung, die in uns auftritt, wenn sie lebt an einem Orte, wo es nicht sein soll, macht uns ohnmächtig und noch viel mehr als das. Und so würden wir, wenn wir von einer lebendigen Luft, in der lebendiger Sauerstoff ist, umgeben wären, ganz betäubt herumgehen. Der Sauerstoff um uns herum muss getötet sein. Aber ich möchte sagen, von Geburt an ist er der Träger des Lebens, des Ätherischen. Er wird auch hier gleich der Träger des Lebens, wenn er aus der Aufgabensphäre herauskommt, die ihm zugeteilt ist dadurch, dass er uns Menschen äußerlich um die Sinne herum umgeben muss. Kommt er durch die Atmung in uns hinein, [von draußen, wo er tot sein muss], so wird er [in uns] wiederum lebendig. Es ist nicht derselbe Sauerstoff, der da in uns zirkuliert, wie er äußerlich ist, wo er uns umgibt. Er ist in uns lebendiger Sauerstoff, und so wird er auch gleich lebendiger Sauerstoff, wenn er aus der Atmungsluft in den Erdboden hineindringt, wenn auch sein Leben da ein geringergradiges ist wie in uns Menschen oder [in den] Tieren. Aber er wird da lebendiger Sauerstoff. Der Sauerstoff unter der Erde ist nicht derselbe wie derjenige, der über der Erde ist.
[ 15 ] The ethereal element moves along this path of oxygen with the help of sulfur. This is what gives the respiratory process its true meaning. We take in oxygen through the respiratory process. Today’s materialist speaks only of this oxygen, which he has in his retort when he performs the electrolysis of water. But within this oxygen, the lowest supersensible realm—the ethereal—lives everywhere, unless it has been killed off, as it must be in the air that surrounds us. In the air we breathe, the life force of the oxygen is neutralized so that we do not faint from the living oxygen. We do faint, however, when a higher life force enters us. Even an ordinary growth that occurs within us—when it thrives in a place where it shouldn’t be—makes us faint, and much more than that. And so, if we were surrounded by living air containing living oxygen, we would walk around completely dazed. The oxygen around us must be dead. But I would like to say that, from birth, it is the bearer of life, of the ethereal. It also becomes the bearer of life here as soon as it steps out of the sphere of activity assigned to it by the fact that it must surround us humans externally, around our senses. When it enters us through breathing [from the outside, where it must be dead], it becomes alive again [within us]. The oxygen circulating within us is not the same as the oxygen that surrounds us externally. Within us, it is living oxygen, and it immediately becomes living oxygen when it penetrates from the air we breathe into the earth, even though its life there is of a lower degree than in us humans or [in] animals. But there, it becomes living oxygen. The oxygen beneath the earth is not the same as that which is above the earth.
[ 16 ] Es ist ja schwer, sich über diese Sache mit den Physikern, den Chemikern zu verständigen. Denn nach den Methoden, die sie anwenden, muss immer schon der Sauerstoff herausgezogen werden aus dem Irdischen; daher haben Sie nur toten Sauerstoff vor sich. Es kann gar nicht anders sein. Aber dem ist ja jede Wissenschaft ausgesetzt, die nur auf das Physische gehen will. Sie kann nur Leichname verstehen. In Wirklichkeit ist der Sauerstoff der Träger des lebendigen Äthers, und dieser lebendige Äther bemächtigt sich des Sauerstoffs, beherrscht ihn, indem er das auf dem Umwege durch den Schwefel tut.
[ 16 ] It is indeed difficult to reach an understanding with physicists and chemists on this matter. For according to the methods they employ, oxygen must always be extracted from earthly matter; therefore, all they have before them is dead oxygen. It cannot be any other way. But this is a problem faced by any science that seeks to focus solely on the physical. It can only understand corpses. In reality, oxygen is the carrier of the living ether, and this living ether takes possession of the oxygen and controls it by doing so indirectly through sulfur.
[ 17 ] Nun aber habe ich jetzt — gewissermaßen noch nebeneinander auf der einen Seite das Kohlenstoffgerüst, in dem das Höchste auf Erden uns zugängliche Geistige seine Wirksamkeit zeigt, das menschliche Ich, oder das in den Pflanzen wirkende Weltengeistige. Und wir haben, wenn wir auf den menschlichen Prozess hinschauen, die Atmung, den in dem Menschen auftretenden lebendigen Sauerstoff, der den Äther trägt; und dann das Gerüst aus Kohlenstoff, das da dahintersteht und beim Menschen bewegt ist. Die müssen zueinander. Der Sauerstoff muss sich auf die Wege begeben können, die durch das Gerüst vorgezeichnet sind, und muss dahin gehen können, wo irgendeine Linie oder so etwas hingezeichnet ist vom Kohlenstoff, vom Geiste des Kohlenstoffs, und überall in der Natur muss das Ätherisch-Sauerstoffliche den Weg finden können zu dem GeistigKohlenstofflichen. Wie macht es das? Wer ist da der Vermittler?
[ 17 ] But now I have—in a sense, still side by side—on the one hand the carbon framework in which the highest spiritual force accessible to us on earth manifests its activity: the human “I,” or the world spirit at work in plants. And when we look at the human process, we have respiration—the living oxygen present in the human being that carries the ether—and then the carbon framework that lies behind it and is set in motion within the human being. These must interact with one another. Oxygen must be able to take the paths marked out by the framework and must be able to go where a line or something of that nature is drawn by carbon, by the spirit of carbon; and everywhere in nature, the etheric-oxygenic must be able to find its way to the spiritual-carbonic. How does it do that? Who is the mediator here?
[ 18 ] Da ist der Vermittler der Stickstoff. Der Stickstoff leiter das Leben hinein in die Gestaltung, die im Kohlenstoff verkörpert ist. Überall, wo der Stickstoff auftritt, hat er die Aufgabe, das Leben zu vermitteln mit dem Geistigen, das zunächst geformt ist im Kohlenstofflichen. Die Brücke zwischen dem Sauerstoff und dem Kohlenstoff wird überall im Tier-, im Pflanzenreich, auch im Innern der Erde bewirkt durch den Stickstoff. Und diejenige Geistigkeit, die wiederum mithilfe des Schwefels da im Stickstoff herumwirtschaftet, diese Geistigkeit ist dieselbe, die wir als die astralische bezeichnen. Es ist die astralische Geistigkeit im menschlichen Astralleibe, es ist die astralische Geistigkeit im Umkreis der Erde, wo ja auch das Astralische wirkt im Leben der Pflanzen, im Leben der Tiere und so weiter.
[ 18 ] Nitrogen is the mediator here. Nitrogen channels life into the form embodied in carbon. Wherever nitrogen appears, its task is to mediate between life and the spiritual, which is initially formed within the carbonic. The bridge between oxygen and carbon is established everywhere in the animal and plant kingdoms, as well as within the Earth, by nitrogen. And the spiritual force that, with the help of sulfur, is at work within the nitrogen—this spiritual force is the very same one we call the astral. It is the astral spirit in the human astral body; it is the astral spirit in the Earth’s atmosphere, where the astral realm also exerts its influence on the life of plants, the life of animals, and so on.
[ 19 ] Und so haben wir, geistig gesprochen, zwischen den Sauerstoff und Kohlenstoff hineingestellt das Astralische, aber dieses Astralische prägt sich im Physischen dadurch aus, dass es den Stickstoff benützt, um physisch wirken zu können. Überall, wo Stickstoff ist, breitet sich Astralisches aus. Denn das Ätherisch-Lebendige würde wolkenartig überall hinfluten, würde gar nicht berücksichtigen dieses Kohlenstoffgerüst, wenn der Stickstoff nicht eine so ungeheure Anziehung zu dem Kohlenstoffgerüst hätte. Überall, wo Linien und Wege gebahnt sind im Kohlenstoff, da schleppt der Stickstoff den Sauerstoff, da schleppt das Astralische im Stickstoff das Ätherische hin. Das ist der große Schlepper, dieser Stickstoff, des Lebendigen zu dem Geistigen hin,
[ 19 ] And so, spiritually speaking, we have placed the astral between oxygen and carbon, but this astral manifests itself in the physical realm by using nitrogen to be able to act physically. Wherever there is nitrogen, the astral spreads out. For the etheric-life force would flood everywhere like a cloud, paying no heed at all to this carbon framework, if nitrogen did not exert such an immense attraction toward the carbon framework. Wherever lines and pathways have been carved out in carbon, nitrogen drags oxygen along, and the astral within nitrogen drags the ethereal along. Nitrogen is the great transporter, drawing the living toward the spiritual,
[ 20 ] Daher ist dieser Stickstoff im Menschen das Wesentliche für das Seelische im Menschen, das ja der Vermittler ist zwischen dem bloRen Leben und dem Geiste. Dieser Stickstoff ist eigentlich etwas sehr Wunderbares. Wenn wir seinen Weg im menschlichen Organismus verfolgen, so ist er wieder ein ganzer Mensch. Es gibt so einen Stickstoffmenschen. Könnten wir ihn herausschälen, so würde er das schönste Gespenst sein, das es geben könnte. Denn er ahmt vollständig nach dasjenige, was im festen Gerüst des Menschen ist. Auf der anderen Seite verfließt er auch gleich wieder in das Leben. Da sehen Sie hinein in den Atmungsprozess. [Da nimmt der Mensch durch den Atmungsprozess den Sauerstoff auf, in das ätherische Leben in sich auf.] Da kommt der innere Stickstoff, der nun den Sauerstoff hinschleppt überall da, wo Kohlenstoff, das heißt Gestaltetes, webendes, wandelndes Gestaltetes ist; da bringt er den Sauerstoff hin, damit er sich dieses Kohlige holt und hinausbefördert. Aber der Stickstoff ist doch derjenige, der das vermittelt, dass aus Sauerstoff Kohlensäure wird, die Kohlensäure ausgeatmet wird.
[ 20 ] Therefore, this nitrogen in human beings is the essence of the soul, which is, after all, the mediator between mere life and the spirit. This nitrogen is actually something truly wondrous. If we trace its path through the human organism, it is, in a sense, a whole human being in itself. There is such a thing as a “nitrogen human.” If we could isolate it, it would be the most beautiful specter imaginable. For it completely mimics that which is contained within the solid framework of the human being. On the other hand, it also flows right back into life. Here you can glimpse into the process of breathing. [Through the process of breathing, the human being takes in oxygen and absorbs it into the etheric life within.] Then comes the inner nitrogen, which now carries the oxygen wherever there is carbon—that is, formed matter, weaving, transforming formed matter; it brings the oxygen there so that it can take up this carbonaceous substance and transport it out. But nitrogen is, after all, the element that mediates the transformation of oxygen into carbon dioxide, which is then exhaled.
[ 21 ] Dieser Stickstoff umgibt uns überall. Es ist ja nur ein geringer Teil Sauerstoff, das heißt Lebensträger, um uns herum, und ein großer Teil astralischer Geistträger, Stickstoff. Bei Tage ist für uns ungeheuer notwendig der Sauerstoff, bei Nacht auch, der Sauerstoff in der Umgebung. Wir respektieren bei Tag und Nacht vielleicht weniger den Stickstoff, weil wir meinen, dass wir — ich meine den Stickstoff der Atmungsluft — ihn weniger brauchen. Aber der Stickstoff ist dasjenige, was einen geistigen Bezug zu uns hat. Sie könnten folgendes Experiment machen.
[ 21 ] This nitrogen surrounds us everywhere. After all, there is only a small portion of oxygen—that is, the bearer of life—around us, and a large portion of astral spirit-bearers, namely nitrogen. During the day, oxygen is immensely necessary for us, and at night as well—the oxygen in the environment. We may pay less attention to nitrogen during the day and night because we think that we—I mean the nitrogen in the air we breathe—need it less. But nitrogen is what has a spiritual connection to us. You could try the following experiment.
[ 22 ] Sie könnten einmal versuchen, mit dem Menschen, der in einem gewissen Luftraume ist, zu experimentieren, und könnten der Luft, die in diesem Raume ist, entziehen ein kleines Quantum Stickstoff, sodass die Luft um den Menschen herum etwas stickstoffärmer wäre, als in gewöhnlicher Weise die Luft um den Menschen herum ist. Sie würden sich überzeugen, wenn das Experiment vorsichtig ausgeführt werden könnte: Der Stickstoff ersetzt sich sogleich wiederum, wenn auch nicht von außen, sondern es zeigt sich, dass er sich ersetzt vom Innern des Menschen. Der Mensch muss abgeben seinen Stickstoff, um den Stickstoff wieder in denjenigen quantitativen Zustand zurückzuführen, den er eben gewöhnt ist. Wir sind als Menschen darauf angewiesen, das richtige Prozentverhältnis herzustellen zwischen unserem ganzen inneren Wesen und dem uns umgebenden Stickstoff; es geht gar nicht, dass der Stickstoff außen weniger ist. Er würde zwar noch immer taugen, wir brauchen ja nicht den Stickstoff zu atmen, er würde ja noch immer hinreichen, aber der geistige Bezug, der da ist, für den reicht nur diejenige Stickstoffmenge hin, die man in der Luft gewöhnt ist.
[ 22 ] You could try conducting an experiment with a person who is in a certain volume of air, and remove a small amount of nitrogen from the air in that space, so that the air around the person would be slightly lower in nitrogen than the air around a person normally is. If the experiment could be carried out carefully, you would see for yourself: The nitrogen is immediately replenished—not from the outside, but, as it turns out, from within the person. The person must release their nitrogen in order to restore it to the quantitative state to which they are accustomed. As human beings, we are dependent on establishing the correct percentage ratio between our entire inner being and the nitrogen surrounding us; it is simply not possible for there to be less nitrogen on the outside. It would still be sufficient—after all, we do not need to breathe nitrogen—and it would still be enough, but for the spiritual connection that exists, only the amount of nitrogen one is accustomed to in the air is sufficient.
[ 23 ] Sie sehen also, der Stickstoff spielt stark ins Geistige hinein, und dann werden Sie auch jetzt, ich möchte sagen, einen Gedanken, eine Vorstellung haben können, dass ja dieser Stickstoff für das Leben der Pflanzen notwendig sein muss. Die Pflanze hat ja, so wie sie zunächst auf dem Boden steht, nur ihren physischen Leib und ihren Ätherleib, nicht den astralischen Leib in sich darinnen wie das Tier; aber das Astralische von außen muss sie überall umgeben. Die Pflanze würde nicht [Pflanze sein], wenn das Astralische sie nicht von außen berührte, Sie nimmt nur nicht das Astralische auf wie das Tier und der Mensch, aber sie muss von außen davon berührt werden.
[ 23 ] So you see, nitrogen plays a major role in the spiritual realm, and now, I would say, you can begin to form a thought, an idea, that this nitrogen must indeed be necessary for the life of plants. After all, the plant, as it initially stands on the ground, has only its physical body and its etheric body—it does not possess an astral body within itself like the animal does; but the astral must surround it from the outside on all sides. The plant would not be a plant if the astral realm did not touch it from the outside; it simply does not absorb the astral realm in the same way as animals and humans do, but it must be touched by it from the outside.
[ 24 ] Das Astralische ist überall, und der Stickstoff, der Träger des Astralischen, ist überall, er webt in der Luft als Leichnam, aber in dem Augenblicke, wo er in die Erde kommt, wird er wiederum lebendig. Geradeso wie der Sauerstoff lebendig wird, wird der Stickstoff lebendig. Dieser Stickstoff in der Erde wird nicht bloß lebendig, sondern er ist dasjenige — was man besonders auf landwirtschaftlichem Gebiete berücksichtigen soll —, was, so paradox es heute erscheint dem materialistisch vertrackten Gehirn, was nicht bloß lebendig, sondern empfindlich wird. Er wird richtig ein Träger einer geheimnisvollen Empfindlichkeit, die über das ganze Erdenleben ausgegossen ist. Er ist derjenige, der empfindet, ob das richtige Quantum Wasser in irgendeinem Erdgebiete ist. Er empfindet das als sympathisch, er empfindet es als antipathisch, wenn zu wenig Wasser da ist. Er empfindet es als sympathisch, wenn für irgendeinen Boden die richtigen Pflanzen da sind und so weiter. Und so gießt dieser Stickstoff über alles eine Art empfindendes Leben aus.
[ 24 ] The astral is everywhere, and nitrogen, the carrier of the astral, is everywhere; it floats in the air like a corpse, but the moment it enters the earth, it comes to life again. Just as oxygen comes to life, so does nitrogen. This nitrogen in the earth does not merely come alive; rather, it is that which—and this should be taken into account especially in the field of agriculture—becomes not only alive but also sensitive, however paradoxical that may seem today to the materialistically entangled mind. It truly becomes a carrier of a mysterious sensitivity that is poured out over all earthly life. It is the element that senses whether the right amount of water is present in any given area of soil. It perceives this as favorable; it perceives it as unfavorable when there is too little water. It perceives it as favorable when the right plants are present for a given soil, and so on. And so this nitrogen pours a kind of sentient life over everything.
[ 25 ] Man kann sagen: Von alledem, was ich erzählt habe gestern und die vorigen Stunden, dass da die Planeten Saturn, Sonne, Mond und so weiter einen Einfluss haben auf die Pflanzengestalt und auf das Pflanzenleben: Ja, das weiß man nicht[, könnte man sagen, man weiß das nicht.] Ja, sehen Sie, so für das gewöhnliche Leben kann man das sagen, man weiß es nicht. Aber der Stickstoff, der überall ist, der weiß das nämlich, der weiß das ganz richtig. Der Stickstoff ist nicht unbewusst über das, was von den Sternen ausgeht und im Leben der Pflanzen und im Leben der Erde weiterwirkt. Er ist der empfindende Vermittler, wie auch der Stickstoff im menschlichen Nerven-SinnesSystem dasjenige ist, was die Empfindung vermittelt; er ist in Wahrheit derjenige, der Träger der Empfindung ist.
[ 25 ] One could say: Of everything I’ve talked about yesterday and in the past few hours—that the planets Saturn, the Sun, the Moon, and so on have an influence on the form of plants and on plant life—yes, we don’t know that[; one could say we don’t know that.] Yes, you see, in ordinary life one can say that—we don’t know it. But nitrogen, which is everywhere, actually does know this; it knows it quite accurately. Nitrogen is not unaware of what emanates from the stars and continues to influence the life of plants and the life of the Earth. It is the sensing mediator, just as nitrogen in the human nervous and sensory system is what mediates sensation; in truth, it is the very carrier of sensation.
[ 26 ] Nun sehen Sie, da können Sie eigentlich in das feine Leben der Natur hineinblicken, indem Sie den überall wie die fluktuierenden Empfindungen sich herumbewegenden Stickstoff ins Auge fassen. Und es wird sich uns ergeben, dass gerade in der Behandlung des Stickstoffs für das Pflanzenleben etwas ungeheuer Wichtiges liegt. Solches wird dann Gegenstand der weiteren Betrachtungen natürlich sein. Nun ist aber etwas anderes gerade noch notwendig.
[ 26 ] Now you see, you can actually gain insight into the subtle workings of nature by observing the nitrogen that moves about everywhere, much like fluctuating sensations. And it will become clear to us that the treatment of nitrogen holds something immensely important for plant life. This, of course, will be the subject of further consideration. But first, there is something else that is absolutely necessary.
[ 27 ] Sie sehen also, dass da in einem lebendigen Zusammenwirken desjenigen, was aus dem Geiste heraus im Kohlenstofflichen Gerüstgestalt annimmt, mit demjenigen, was aus dem Astralischen heraus im Stickstoffartigen das Gerüst durchsetzt mit Leben und es empfindend macht, dass da Leben drinnen wirksam ist im Sauerstofflichen.
[ 27 ] So you can see that there is a lively interplay between that which takes on form in the carbon-based framework from the spiritual realm and that which, from the astral realm, infuses the framework with life through nitrogen and makes it sensitive—so that life is at work within it through oxygen.
[ 28 ] Das aber alles wirkt dadurch im Irdischen zusammen, dass es sich noch durchdringt mit anderem, mit etwas, was nun für die physische Welt die Verbindung herstellt mit den Weiten des Kosmos. Denn es darf natürlich nicht so sein für unser Irdisches, dass die Erde da so als Festes hinwandert im Weltenall und sich absondert von der übrigen Welt. Wenn das die Erde täte, dann wäre sie in der Lage, in der ein Mensch wäre, der innerhalb einer Landwirtschaft lebte, aber selbstständig bleiben will, das, was da draußen auf dem Acker wächst, außer sich lassen will. Das tut er vernünftigerweise nicht. Wir finden manches heute auf den Äckern. In der nächsten Zeit finden wir es in dem Magen der verehrten Herrschaften drinnen. Dann wiederum nimmt es den Weg zurück auf die Äcker in irgendeiner Weise. Wir können gar nicht sagen, dass wir uns als Menschen absondern können, sondern wir sind verbunden mit unserer Umgebung, wir gehören schließlich dazu. Ebenso, wie mein kleiner Finger zu mir gehört, so gehören die Dinge, die drum herum sind, natürlich zu dem ganzen Menschen dazu. Es muss ein fortwährender Stoffaustausch da sein. Es muss auch zwischen der Erde mit allen ihren Wesen und dem ganzen Weltenall so sein. Alles dasjenige, was auf der Erde in physischen Gestalten lebt, muss zurückgeführt werden können in das Weltenall, gewissermaßen gereinigt und geläutert werden können in dem Weltenall.
[ 28 ] But all of this works together in the earthly realm because it is still interwoven with something else—something that establishes the connection between the physical world and the vastness of the cosmos. For it cannot, of course, be the case for our earthly existence that the Earth wanders through the cosmos as a solid body and isolates itself from the rest of the world. If the Earth were to do that, it would be in the same position as a person who lives within a farming community but wants to remain independent, wanting to exclude what grows out there in the fields. Sensibly, he does not do that. We find all sorts of things in the fields today. Before long, we’ll find them in the stomachs of the esteemed gentlemen and ladies. Then, in turn, they’ll find their way back to the fields in one way or another. We cannot say at all that we, as human beings, can separate ourselves; rather, we are connected to our surroundings—after all, we are part of them. Just as my little finger belongs to me, so too do the things that surround us naturally belong to the whole human being. There must be a continuous exchange of matter. This must also be the case between the Earth, with all its beings, and the entire universe. Everything that lives on Earth in physical form must be able to be returned to the universe—and, in a sense, purified and refined within the universe.
[ 29 ] Sodass wir also Folgendes haben: Wir haben zunächst dasjenige, was ich vorhin blau hingezeichnet habe: das Kohlenstoffgerüst, und was Sie da grün sehen, das ätherische Sauerstoffwesen; und wir haben dann, überall vom Sauerstoff ausgehend, durch den Stickstoff vermittelt hin zu den verschiedenen Linien dasjenige, was sich ausbildet als das Astralische, was da eben den Übergang bildet zwischen dem Kohlenstoffartigen und dem Sauerstoffartigen. Überall könnte ich zeigen, wie da in die blauen Linien hinein der Stickstoff schleppt dasjenige, was in den grünen Linien schematisch angedeutet ist.
[ 29 ] So we have the following: First, we have what I drew in blue earlier: the carbon framework, and what you see there in green, the ethereal oxygen entity; and then, emanating from the oxygen everywhere and mediated by nitrogen to the various lines, we have what develops as the astral, which forms the transition between the carbon-like and the oxygen-like. Everywhere I could show how, within the blue lines, nitrogen carries what is schematically indicated in the green lines.
[ 30 ] Aber alles dasjenige, was so in den Lebewesen ganz strukturhaft in feiner Zeichnung ausgebildet ist, das muss nämlich wiederum auch verschwinden können. Nicht der Geist verschwindet, aber dasjenige, was da der Geist in den Kohlenstoff hineingebaut hat, wofür er sich das Leben aus dem Sauerstoff heranzieht. Alles das muss wieder verschwinden können. Nicht nur so weit, als es auf der Erde verschwindet, sondern es muss in den Kosmos, in das Weltenall hinaus verschwinden können. Das macht ein Stoff, der, so nahe es nur möglich ist, verwandt ist mit dem Physischen, und wiederum, so nahe es nur möglich ist, verwandt ist mit dem Geistigen, das macht der Wasserstoff, in dem eigentlich, wenn wir richtig sprechen — trotzdem er selber das Feinste ist, was physisch ist —, das Physische ganz zersplittert, vom Schwefel getragen hineinflutet in das Ununterscheidbare des Weltenalls.
[ 30 ] But everything that is formed in living beings in such a finely detailed, structural way must, in turn, also be able to disappear. It is not the spirit that disappears, but rather what the spirit has built into the carbon—the very thing for which it draws life from the oxygen. All of this must be able to disappear again. Not merely to the extent that it disappears on Earth, but it must be able to disappear out into the cosmos, into the universe. This is accomplished by a substance that is, as closely as possible, related to the physical, and in turn, as closely as possible, related to the spiritual—this is accomplished by hydrogen, in which, strictly speaking—even though it is itself the finest of all physical substances—the physical is completely fragmented and, carried by sulfur, floods into the indistinguishable vastness of the cosmos.
[ 31 ] Man könnte sagen: Der Geist ist ja in solchen Gebilden physisch geworden, er lebt da drinnen im Leibe astralisch, in seinem Abbild als Geist, als Ich. Da lebt er auf physische Art als ins Physische verwandelter Geist. Da ist ihm nicht wohl nach einiger Zeit. Er will sich auflösen. Er braucht jetzt, indem er sich wiederum mit dem Schwefel benetzt, wiederum einen Stoff, innerhalb dessen er nun alle Bestimmtheit, alle Struktur verlässt und ins allgemeine Unbestimmte, Chaotische des Weltenalls sich herausbegibt, wo nichts mehr von dieser oder jener Organisation ist. Und das Stoffliche, das so nahe ist dem Geistigen auf der einen Seite, so nahe dem Stofflichen auf der anderen Seite, ist der Wasserstoff. Er trägt alles dasjenige, was irgendwie gestaltetes, belebtes Astralisches ist, wiederum in die Weiten des Weltenalls hinauf, sodass es so wird, dass es aus dem Weltenall wieder aufgenommen werden kann, wie wir das beschrieben haben. Der Wasserstoff löst eigentlich alles auf.
[ 31 ] One could say: The spirit has, in fact, become physical in such forms; it lives there inside the body in an astral state, in its image as spirit, as the “I.” There it lives in a physical way as a spirit transformed into the physical. After some time, it does not feel at ease there. It wants to dissolve. Now, by anointing itself once more with sulfur, it needs a substance within which it can abandon all definiteness, all structure, and emerge into the general indeterminacy and chaos of the universe, where nothing of this or that organization remains. And the material substance that is so close to the spiritual on one side, yet so close to the material on the other, is hydrogen. It carries everything that is in any way shaped, animated astral matter back up into the vastness of the universe, so that it can be reabsorbed from the universe, as we have described. Hydrogen actually dissolves everything.
[ 32 ] Und sehen Sie, so haben wir diese fünf Stoffe, die eigentlich zunächst darstellen dasjenige, was da wirkt und webt im Lebendigen und auch im scheinbar Toten, das ja nur vorübergehendes Totes ist: Schwefel, Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, alle diese Stoffe stehen in innerer Beziehung zu einem ganz bestimmt gearteten Geistigen, sind also etwas ganz anderes als dasjenige, von dem unsere Chemie spricht. Unsere Chemie spricht nur von den Leichnamen der Stoffe. Sie spricht nicht von den wirklichen Stoffen. Die muss man als empfindende, lebendige kennenlernen. Nur just im Wasserstoff gerade, weil er zunächst der scheinbar dünnste mit dem geringsten Atomgewicht ist, ist eigentlich dasjenige, was am wenigsten Geist ist.
[ 31 ] One could say: The spirit has, in fact, become physical in such forms; it lives there inside the body in an astral state, in its image as spirit, as the “I.” There it lives in a physical way as a spirit transformed into the physical. After some time, it does not feel at ease there. It wants to dissolve. Now, by anointing itself once more with sulfur, it needs a substance within which it can abandon all definiteness, all structure, and emerge into the general indeterminacy and chaos of the universe, where nothing of this or that organization remains. And the material substance that is so close to the spiritual on one side, yet so close to the material on the other, is hydrogen. It carries everything that is in any way shaped, animated astral matter back up into the vastness of the universe, so that it can be reabsorbed from the universe, as we have described. Hydrogen actually dissolves everything.
[ 33 ] Sehen Sie, wenn man meditiert — ich muss das schon einfügen, damit Sie sehen, dass solche Dinge nicht im blauen Dunst des Geistes gefasst werden —, was tut man denn da eigentlich? Der Orientale hat es auf seine Art getan. Wir im mitteleuropäischen Okzident, wir machen es auf unsere Weise. Wir vollbringen eine Meditation, die sich nur mittelbar anlehnt an den Atmungsprozess, wir weben und leben in Konzentration und Meditation. Aber das alles, was wir da tun, indem wir uns den seelischen Übungen hingeben, hat doch, wenn auch nur eine ganz leise, subtile körperliche Gegenseite. Es wird immer, wenn auch nur eben in ganz subtiler Weise, durch das Meditieren der regelmäßige Gang des Atmens, dasjenige, was mit dem menschlichen Leben so eng zusammenhängt, etwas abgeändert. Wir behalten meditierend immer die Kohlensäure etwas mehr in uns als beim gewöhnlichen wachen Bewusstseinsprozess. Immer bleibt etwas mehr Kohlensäure in uns. Dadurch stoßen wir nicht so, wie man es im gewöhnlichen stierhaften Leben macht, stets immer gleich die ganze Wucht der Kohlensäure ab. Wir behalten noch etwas zurück. Wir stoßen nicht die ganze Wucht der Kohlensäure da hinaus, wo uns überall der Stickstoff umgibt. Wir behalten etwas zurück.
[ 31 ] One could say: The spirit has, in fact, become physical in such forms; it lives there inside the body in an astral state, in its image as spirit, as the “I.” There it lives in a physical way as a spirit transformed into the physical. After some time, it does not feel at ease there. It wants to dissolve. Now, by anointing itself once more with sulfur, it needs a substance within which it can abandon all definiteness, all structure, and emerge into the general indeterminacy and chaos of the universe, where nothing of this or that organization remains. And the material substance that is so close to the spiritual on one side, yet so close to the material on the other, is hydrogen. It carries everything that is in any way shaped, animated astral matter back up into the vastness of the universe, so that it can be reabsorbed from the universe, as we have described. Hydrogen actually dissolves everything.
[ 34 ] Nun sehen Sie, wenn Sie an etwas mit dem Schädel anstoßen wie an einen Tisch, so werden Sie nur Ihres eigenen Schmerzes dabei bewusst, wenn Sie aber sanfter reiben, werden Sie sich der Oberfläche des Tisches bewusst und so weiter. So ist es auch, wenn Sie meditieren. Sie wachsen allmählich herein in ein Erleben des Stickstoffes rings um Sie herum. Das ist der reale Vorgang beim Meditieren. Alles wird Erkenntnis, auch dasjenige, was in dem Stickstoff lebt. Denn dieser ist ein sehr gescheiter Kerl, er unterrichtet einen über dasjenige, was Merkur, Venus und so weiter tun, weil er das weiß, es eben empfindet. Alle diese Dinge beruhen auf durchaus realen Vorgängen. Und da ist dasjenige, wo nun — ich werde davon einiges noch genauer berühren — in der Tat beginnt das Geistige in dem inneren Tun schon einen gewissen Bezug zu der Landwirtschaft zu gewinnen. Da ist denn dasjenige, was insbesondere immer so das Interesse unseres lieben Freundes Stegemann erregt hat, dieses Zusammenwirken des Seelisch-Geistigen mit demjenigen, was [da] um uns herum ist. Denn, sehen Sie, es ist nun nicht schlecht, wenn derjenige, der Landwirtschaft zu besorgen hat, meditieren kann. Er macht sich dadurch empfänglich für die Offenbarungen des Stickstoffs. Er wird immer empfänglicher für die Offenbarungen des Stickstoffs. Und man geht dazu über, die Landwirtschaft in einem ganz anderen Stil und Sinne zu betreiben, wenn man sich so empfänglich gemacht hat für die Offenbarungen des Stickstoffs, als wenn man es nicht tut. Da weiß man dann allerlei plötzlich. Es taucht auf. Da weiß man allerlei von den Geheimnissen, die auf den Gütern und auf den Bauernhöfen walten.
[ 34 ] Now, you see, if you bump your head against something—like a table—you become aware only of your own pain; but if you rub it gently, you become aware of the surface of the table, and so on. It is the same when you meditate. You gradually grow into an experience of the nitrogen all around you. That is the real process of meditation. Everything becomes knowledge, even that which lives within the nitrogen. For nitrogen is a very clever fellow; it teaches you about what Mercury, Venus, and so on do, because it knows this—it simply senses it. All these things are based on entirely real processes. And this is where—I’ll go into some of this in more detail later—the spiritual aspect of inner activity actually begins to take on a certain connection to agriculture. This is precisely what has always particularly aroused the interest of our dear friend Stegemann: this interaction between the soul-spiritual and what surrounds us. For, you see, it is certainly no bad thing if the person responsible for agriculture is able to meditate. Through this, he makes himself receptive to the revelations of nitrogen. He becomes increasingly receptive to the revelations of nitrogen. And once one has made oneself so receptive to the revelations of nitrogen, one begins to practice agriculture in a completely different style and spirit than if one had not. Then one suddenly knows all sorts of things. They simply emerge. One learns all sorts of things about the mysteries that reign on the estates and on the farms.
[ 35 ] Und sehen Sie, man kann ja das nicht wiederholen, was ich eben vor einer Stunde hier gesagt habe, aber ich kann es doch in einer gewissen Weise wiederum charakterisieren. Nehmen wir nun einen Bauern, den der Gelehrte nicht für gelehrt hält; der geht über seinen Acker. Ja, der gelehrte Mann sagt, der Bauer sei dumm, aber in Wirklichkeit ist das nicht wahr, einfach aus dem Grunde nicht wahr, weil der Bauer — verzeihen Sie, es ist das so — eigentlich ein Meditant ist. Was er in seinen Winternächten durchmeeditiert, das ist sehr, sehr vieles. Und er eignet sich das schon an, was eine Art Erwerben geistiger Erkenntnis ist. Er kann es dann nur nicht aussprechen. Und das ist so, dass es plötzlich da ist. Man geht durch die Felder, und plötzlich ist es da. Man weiß etwas, man probiert es nachher. Ich habe das wenigstens in meiner Jugend immer wiederum erfahren, wo ich mit Bauern gelebt habe, durchaus, es ist so.
[ 35 ] And you see, I can’t exactly repeat what I said here an hour ago, but I can still describe it in a certain way. Let’s take a farmer whom the scholar does not consider learned; he is walking across his field. Yes, the learned man says the farmer is stupid, but in reality that is not true—simply not true for the reason that the farmer—forgive me, but it is so—is actually a meditator. What he meditates on during his winter nights amounts to a great, great deal. And he does indeed acquire a kind of spiritual insight. He just cannot put it into words. And it’s like this: suddenly it’s there. You’re walking through the fields, and suddenly it’s there. You know something; you try it out later. At least that’s what I experienced time and again in my youth, when I lived with farmers—it’s definitely true.
[ 36 ] Und an solche Dinge muss eigentlich angeknüpft werden. Das bloß Intellekwualistische macht es nicht aus. Das führt uns nicht in solche Tiefen hinein. An solche Dinge muss angeknüpft werden. Es ist schließlich das Leben und Weben in der Natur ein so feines, dass es sich mit den grobmaschigen Verstandesbegriffen nicht erfassen lässt. Diese Fehler hat in neuerer Zeit die Wissenschaft gemacht. Die will mit den grobmaschigen Verstandesbegriffen die Dinge so durchschauen, die eben viel feiner gewoben sind.
[ 36 ] And it is precisely these things that we must build upon. A purely intellectual approach is not enough. It does not lead us into such depths. We must build upon such things. After all, life and the interweaving of nature are so subtle that they cannot be grasped with the coarse concepts of the intellect. Science has made this mistake in recent times. It seeks to penetrate things that are woven much more finely using the coarse concepts of the intellect.
[ 37 ] Sehen Sie, es sind alle diese Stoffe, Schwefel, Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, nun im Eiweiß vereinigt. Und jetzt werden wir noch genauer begreifen die Samenbildung, als wir sie bisher begreifen konnten. Sehen Sie, wenn irgendwie Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff in Blatt, Blüte, Kelch, Wurzel vorkommt, so sind sie überall an andere Stoffe gebunden in irgendeiner Form. Sie sind abhängig von diesen anderen Stoffen, sind nicht selbstständig. Auf zweifachem Wege werden sie nur selbstständig, entweder indem der Wasserstoff das alles hinausträgt in die Weiten des Weltenalls und alle Besonderheit der Sache nimmt, es wegzieht, alles in einem allgemeinen Chaos aufgehen lässt, oder aber indem das Wasserstoffliche hineinrreibt in die kleine Samenbildung die Eiweißurstoffe und sie dort selbstständig macht, sodass sie empfänglich werden für die Einwirkung des Kosmos. In der kleinen Samenbildung ist Chaos, und ganz im Umkreis ist wiederum Chaos. Und da muss aufeinanderwirken Chaos im Samen auf Chaos im weitesten Umkreis der Welt. Dann entsteht das neue Leben.
[ 37 ] You see, all these elements—sulfur, carbon, oxygen, nitrogen, and hydrogen—are now combined in protein. And now we will understand seed formation even more precisely than we have been able to so far. You see, whenever carbon, hydrogen, and nitrogen occur in leaves, flowers, calyxes, or roots, they are bound to other substances in some form everywhere. They are dependent on these other substances; they are not independent. They become independent in only two ways: either by hydrogen carrying all of this out into the vastness of the universe, stripping away all the particularity of the matter, drawing it away, and allowing everything to dissolve into a general chaos; or by the hydrogen-like force rubbing the protein-forming substances into the small seed formation and making them independent there, so that they become receptive to the influence of the cosmos. There is chaos within the tiny seed, and chaos again in the entire surrounding area. And there, the chaos within the seed must interact with the chaos in the widest expanse of the world. Then new life arises.
[ 38 ] Und nun sehen wir uns einmal an, wie die Wirkungsweise dieser sogenannten Stoffe, die aber eigentlich Geisuräger sind, in der Natur zustande kommt. Sehen Sie, auch dasjenige, was da meinetwillen im Innern des Menschen wirkt als Sauerstoff und wiederum als Stickstoff, das beträgt sich ja eigentlich ziemlich ordentlich; da drinnen leben eben die Eigenschaften des Sauerstoffes und des Stickstoffes. Man kommt nur mit der gewöhnlichen Wissenschaft nicht darauf, weil es sich eben im Innern der Natur scheinbar verbirgt. Aber die Ausläufer des Kohlenstoffartigen und des Wasserstoffartigen können sich nicht so ordentlich betragen. Nehmen wir zunächst das Kohlenstoffartige, wenn es herankommt in seiner Wirksamkeit aus dem Pflanzenreich an das Tier- und Menschenreich, da muss eben das Kohlenstoffartige erst beweglich werden, vorübergehend. Um nun die feste Gestalt darzustellen, da muss es sich auf ein tiefer liegendes Gerüste aufbauen und das ist dasjenige, was als ein ganz tiefliegendes Gerüst in unserem kalkartigen Knochengerüst enthalten ist, was aber auch enthalten ist in dem Kieseligen, das wir ja immer in uns tragen, sodass der Kohlenstoff im Menschen und auch im Tier bis zu einem gewissen Grade seine Gestaltungskraft maskiert. Er rankt sich hinauf an der Gestaltungskraft von Kalk und Kiesel. Kalk gibt ihm die irdische, Kiesel die kosmische Gestaltungskraft. Und da erklärt er sich im Menschen selber und auch im Tier nicht immer für ganz allein maßgebend, sondern er lehnt sich an an dasjenige, was Kalk und Kiesel gestalten.
[ 38 ] And now let’s take a look at how the effects of these so-called substances—which are actually spiritual agents—come about in nature. You see, even what acts within the human being—as oxygen and, in turn, as nitrogen—actually behaves quite orderly; the properties of oxygen and nitrogen are precisely what live there. Conventional science simply cannot grasp this because it seems to be hidden within nature itself. But the offshoots of the carbon-like and hydrogen-like elements cannot behave so orderly. Let us first take the carbon-like element: when it approaches the animal and human kingdoms in its activity from the plant kingdom, the carbon-like element must first become mobile—temporarily. In order to take on a solid form, it must build itself upon a deeper framework—and this is precisely what is contained as a very deep framework within our calcareous skeletal structure, but is also contained within the siliceous substance that we always carry within us, so that the carbon in humans and also in animals masks its formative power to a certain degree. It climbs upward, supported by the formative power of calcium and silica. Calcium gives it the earthly formative power, and silica the cosmic formative power. And so, in human beings as well as in animals, it does not always assert itself as the sole determining factor, but rather leans on that which calcium and silica shape.
[ 39 ] Aber Kalk und Kiesel finden wir nun auch als die Grundlage des Pflanzenwachstums. Und wir müssen nun eine Erkenntnis entwickeln desjenigen, was da der Kohlenstoff im ganzen menschlichen Verdauungs-, Atmungs- und Zirkulationsprozess entwickelt im Verhältnis zum Knochenbau und zum kieseligen Bau, desjenigen, was da drinnen vorgeht, was wir gewissermaßen sehen würden, wenn wir hineinkriechen könnten, und von dem Zirkulationsprozess im Menschen uns zeigen lassen könnten, wie da ausstrahlt die Kohlenstoffgestaltung in das Kalkige und Kieselige. Diesen Blick müssen wir entfalten, wenn wir hinschauen über eine Erdfläche, die mit Pflanzen bedeckt ist und die unter sich Kalk und Kiesel hat. In den Menschen kann man nicht hineinschauen. Aber da muss man diese Erkenntnis entwickeln, da muss man hinschauen können, wie das Sauerstoffliche eingefangen wird von dem Stickstofflichen und da hinuntergetragen wird in das Kohlenstoffliche, aber in das Kohlenstoffliche, insofern es sich anlehnt an das Kalkige und an das Kieselige. Wir können auch sagen: Weil [das Sauerstoffliche] durch den Kohlenstoff nur durchgeht. Wir können auch sagen: Da muss in die Erde hineingetragen werden dasjenige, was in der Umgebung lebt, was belebt wird als Sauerstoffliches. Das muss hereingetragen werden mithilfe des Stickstoffs in die Tiefe der Erde, damit es sich dort an das Kieselige, im Kalkigen sich gestaltend, anlehnen kann.
[ 39 ] But we now also find calcium and silica as the foundation of plant growth. And we must now develop an understanding of how carbon, throughout the entire human digestive, respiratory, and circulatory processes, relates to bone structure and siliceous structure—of what is happening inside there, what we would, so to speak, see if we could crawl inside, and if we could let the circulatory process in the human being reveal to us how the carbonic formation radiates into the calcareous and siliceous structures. We must cultivate this perspective when we look out over an area of earth covered with plants and containing lime and silica beneath them. We cannot look inside human beings. But there we must develop this insight; there we must be able to see how the oxygenic element is captured by the nitrogenic element and carried down into the carbonaceous element—but into the carbonaceous element insofar as it is connected to the calcareous and siliceous elements. We can also say: Because [the oxygenic element] merely passes through the carbon. We can also say: That which lives in the environment—that which is animated as the oxygenic element—must be carried into the earth. It must be carried with the help of nitrogen into the depths of the earth so that it can there rest against the siliceous element, taking shape within the calcareous element.
[ 40 ] Und dieser Prozess, der kann, wenn man überhaupt nur Empfindung und Empfänglichkeit dafür hat, in der wunderbarsten Weise beobachtet werden bei den Schmetterlingsblütlern, bei den Leguminosen, bei alle demjenigen, was man in der Landwirtschaft nennen kann die Stickstoffsammler, die in der Tat darauf angewiesen sind, den Stickstoff heranzuziehen, um ihn mitzuteilen demjenigen, was unter ihnen ist. Und wenn man auf diese Leguminosen hinschaut, so kann man schon sagen: Da unten in der Erde ist etwas, was bedürftig ist, wie etwa die menschliche Lunge des Sauerstoffs bedürftig ist, aber bedürftig ist des Stickstoffs; und das ist das Kalkige. Da unten in der Erde, das Kalkige in der Erde ist tatsächlich, man möchte sagen, ebenso auf eine Art Stickstoffeinatmung angewiesen, wie die menschliche Lunge auf die Sauerstoffeinatmung angewiesen ist. Und die Schmetterlingsblütler, diese Pflanzen stellen eigentlich dar etwas Ähnliches wie dasjenige, was auf unseren Epithelzellen geschieht. Auf dem Wege der Einatmung, da geht es herunter. Und es sind dies eigentlich im Wesentlichen die einzigen Pflanzen solcher Art. Alle anderen stehen nicht der Einatmung nahe, sondern der Ausatmung. Und so löst sich denn auseinander für unsere Betrachtung, ich möchte sagen, der gesamte Organismus der Pflanzenwelt, wenn wir das Stickstoffliche heranziehen, als eine Art Stickstoffatmung betrachten, es löst sich auseinander der gesamte Organismus der Pflanzenwelt. Denn überall da, wo wir Schmetterlingsblütler antreffen, sehen wir gewissermaßen auf die Atmungswege, und wo wir andere Pflanzen finden, sehen wir auf die anderen Organe hin, die die Atmung in viel geheimerem Sinne treiben und eigentlich andere Funktionen zur Aufgabe haben.
[ 40 ] And this process—if one has even the slightest sense of it or receptivity to it—can be observed in the most wonderful way in the papilionaceous plants, in the legumes, in all those plants that, in agriculture, are called nitrogen-fixing plants—plants that are, in fact, dependent on drawing up nitrogen to share it with what lies beneath them. And when one looks at these legumes, one can already say: Down there in the earth is something that is in need—just as the human lung is in need of oxygen—but it is in need of nitrogen; and that is the calcareous substance. Down there in the earth, the calcareous matter in the earth is in fact—one might say—just as dependent on a kind of nitrogen inhalation as the human lungs are on the inhalation of oxygen. And the legumes—these plants actually represent something similar to what happens in our epithelial cells. Through the process of inhalation, it goes down. And these are essentially the only plants of this kind. All others are not closely related to inhalation but to exhalation. And so, for our consideration, I would say, the entire organism of the plant world—when we bring in the nitrogenic aspect and view it as a kind of nitrogen respiration—the entire organism of the plant world unfolds before us. For wherever we encounter legumes, we are, so to speak, looking at the respiratory tracts, and wherever we find other plants, we are looking at the other organs that carry out respiration in a much more hidden sense and actually have other functions as their task.
[ 41 ] Das ist die Aufgabe, dass man das Pflanzenwesen so ansehen lernt, dass jede Pflanzenart hineingestellt erscheint in einen Gesamtorganismus der Pflanzenwelt, wie das einzelne menschliche Organ in den gesamten Organismus des Menschen hereingestellt erscheint. Man muss die einzelnen Pflanzen als Teile eines Ganzen ansehen können. Und wenn man diese Sache so ansieht, dann wird man eben auf die große Bedeutung gerade der Schmetterlingsblütler kommen. Man wird darauf kommen — gewiss, man kennt ja diese Dinge —, aber es ist notwendig, sie aus diesen geistigen Untergründen heraus zu erkennen, weil sonst die große Gefahr besteht, dass man demnächst, wo man noch mehr verlieren wird von der Tradition, in der Anwendung des Neuen auf ganz falsche Bahnen kommen wird.
[ 41 ] The task is to learn to view the plant kingdom in such a way that each plant species appears to be embedded within the overall organism of the plant world, just as an individual human organ appears to be embedded within the entire human organism. One must be able to view individual plants as parts of a whole. And when one views this matter in this way, one will come to realize the great significance of the papilionaceous plants in particular. One will come to this realization—certainly, one is already familiar with these things—but it is necessary to recognize them from these spiritual foundations, because otherwise there is a great danger that, in the near future, when even more of the tradition will be lost, one will go down entirely the wrong path in applying the new.
[ 42 ] Man kann sehen, wie diese Schmetterlingsblütler eigentlich wirken: Sie haben alle den Zug, dass sie das Fruchtende, das sich bei den anderen Pflanzen mehr nach oben hinzieht, mehr in der Region des Blattartigen erhalten. Es will fruchten, bevor es zur Blüte kommt. Sie haben überall das bei den Schmetterlingsblütlern, dass es fruchten will, bevor es zur Blüte kommt. Das rührt davon her, weil eben viel mehr der Erde zu bei diesen Pflanzen das gehalten wird, was sich im Stickstoffmäßigen auslebt — sie tragen ja das Stickstoffmäßige zur Erde hin; es lebt sich alles das Stickstoffmäßige bei diesen Pflanzen weiter der Erde zugeneigt aus als bei anderen Pflanzen, wo es sich im weiteren Abstand von der Erde entwickelt. Sie sehen, wie diese Pflanzen die Neigung haben, die Blätter nicht in dem gewöhnlichen Grün, sondern auch etwas dunkler zu färben. Sie sehen auch, wie eine Art Verkümmerung der eigentlichen Frucht bei diesen Pflanzen vorliegt, wie die Samen dieser Pflanzen nur eine kurze Zeit samenfähig sind und dann die Samenfähigkeit verlieren. Diese Pflanzen sind nämlich daraufhin organisiert, dass sie dasjenige, was die Pflanzenwelt vom Winter hat, nicht vom Sommer, dass sie das ganz besonders zur Ausbildung bringen. Daher möchte man sagen: In diesen Pflanzen liegt immer die Tendenz, auf den Winter zu warten, sie wollen eigentlich warten auf den Winter mit demjenigen, was sie entwickeln. Es wird verzögert das Wachsen, wenn sie genügend das finden, was sie eigentlich brauchen: genügenden Stickstoff in der Luft, den sie auf ihre Art nach unten befördern können.
[ 42 ] You can see how these legumes actually function: They all tend to keep the fruiting part—which in other plants extends more toward the top—closer to the leafy region. They seek to bear fruit before they bloom. This is a characteristic found throughout the legumes: they seek to bear fruit before they bloom. This stems from the fact that, in these plants, much more of what is expressed in the nitrogenic aspect is retained closer to the earth—they carry the nitrogenic aspect down toward the earth; in these plants, all that pertains to nitrogen continues to manifest with a greater inclination toward the earth than in other plants, where it develops at a greater distance from the earth. You can see how these plants tend to color their leaves not in the usual green, but in a somewhat darker shade. You can also see how there is a kind of stunting of the actual fruit in these plants, how the seeds of these plants remain viable for only a short time and then lose their viability. These plants are, in fact, organized in such a way that they bring to full development what the plant world derives from winter, not from summer. Therefore, one might say: In these plants there is always a tendency to wait for winter; they actually want to wait for winter with what they are developing. Growth is delayed when they find enough of what they actually need: sufficient nitrogen in the air, which they can transport downward in their own way.
[ 43 ] Ja, sehen Sie, das sind so die Arten, wie man hineinschauen kann in das Werden und Leben dessen, was in und über dem Erdboden vorgeht. Und wenn $ie zu dem noch hinzunehmen das Folgende, dass das Kalkige eigentlich eine wunderbare Verwandtschaft hat mit der menschlichen Begierdenwelt, so sehen Sie ja, wie da alles organisch, lebendig wird. Der Kalk, wenn er noch sein Element, das Kalzium, ist, dann gibt er schon gar keine Ruhe, da will er durchaus sich erfühlen, Kalk werden, verbinden das Kalzium mit Sauerstoff; aber er ist dann noch immer nicht zufrieden, hat Begierde nach allem Mösglichen, alle möglichen [metallischen Säuren] bis zu dem nicht mehr mineralischen Bitumen hin, will er aufnehmen. Er will alles an sich heranziehen; er entwickelt im Boden die rechte Begierdennatur. Wer eine Empfindung hat, wird den Unterschied, den man gegenüber einem anderen Stoffe hat, finden. Der Kalk saugt einen ja aus. Man hat da die deutliche Empfindung, es ist dasjenige, was wirklich Begierdennatur zeigt, überall ausgebreitet, wo das Kalkige ist, was eigentlich das Pflanzliche auch heranzicht. Denn alles das, was der Kalk haben will, lebt in dem Pflanzlichen. Es muss ihm nur immer wieder entrissen werden. Womit wird es ihm entrissen? Durch das ungeheuer Vornehme, das gar nichts mehr will.
[ 43 ] Yes, you see, these are the kinds of ways in which one can gain insight into the development and life of what takes place in and above the soil. And if you add to that the fact that the calcareous realm actually has a wonderful kinship with the world of human desires, then you can see how everything there becomes organic and alive. Lime, when it is still in its elemental form—calcium—doesn’t rest at all; it is determined to feel itself out, to become lime, to combine calcium with oxygen; but even then it is still not satisfied; it craves all sorts of things—all kinds of [metallic acids] right up to bitumen, which is no longer a mineral—and wants to absorb them. It wants to draw everything toward itself; it develops the very nature of desire in the soil. Anyone with a sense of perception will discern the difference compared to other substances. The lime practically drains you dry. One has the distinct sensation that it is precisely this that truly exhibits a nature of craving, spread everywhere where the calcareous substance is found—which is actually what the plant kingdom also draws toward itself. For everything that lime desires lives within the plant kingdom. It must simply be snatched away from it time and again. By what is it snatched away? By that which is immensely noble, which desires nothing at all.
[ 44 ] Es gibt ein solches Vornehmes, das eigentlich gar nichts mehr will, das in sich ruht. Das ist das Kieselige. Das ist zur Ruhe in sich selber gekommen. Und wenn die Menschen glauben, sie könnten das Kieselige nur sehen in demjenigen, was feste mineralische Konturen hat, so ist das nicht so. Das Kieselige ist in homöopathischer Dosis überall herum, und das ruht in sich selber, das macht keinen Anspruch. Der Kalk beansprucht alles, das Kieselige beansprucht eigentlich gar nichts mehr. Das ist, wie unsere Sinnesorgane, die auch von sich selbst nicht wahrgenommen werden, sondern die das Äußere wahrnehmen. Das Kieselige ist der allgemeine äußere Sinn im Irdischen, das Kalkige ist die allgemeine äußere Begierde im Irdischen, und der Ton vermittelt beides. Ton steht dem Kieseligen etwas näher, aber er vermittelt doch hin nach dem Kalk.
[ 44 ] There is a kind of nobility that actually desires nothing more, that is at peace within itself. This is the siliceous. It has found peace within itself. And while people may believe they can only see the siliceous in things that have solid, mineral contours, that is not the case. The siliceous is present everywhere in homeopathic doses, and it rests within itself; it makes no demands. The calcareous claims everything; the siliceous, in fact, claims nothing at all. It is like our sense organs, which are not perceived by themselves but perceive the external world. The siliceous is the general external sense in the earthly realm; the calcareous is the general external desire in the earthly realm; and clay mediates between the two. Clay is somewhat closer to the siliceous, but it nevertheless mediates toward the calcareous.
[ 45 ] Nun sehen Sie, das sollte man einmal so durchschauen, damit man zu einem empfindenden Erkennen kommt. Man sollte den Kalk auch wiederum fühlen als den Begierdenkerl, denn er ist derjenige, der alles gerade an sich reißen will, und den Kiesel als denjenigen vornehmen Herrn, der nun alles dasjenige, was von dem Kalk entrissen wird, ihm entreißt, hineinträgt in das Atmosphärische und die Formen der Pflanzen ausbildet. Da lebt er entweder so, dass er sich wie in einer Burg verschanzt, wie im Schachtelhalm, oder er lebt überall in einer feinen Weise, in einem schwachen Grade, wenn auch manchmal in sehr homöopathischer Dosis verteilt, und bewirkt eigentlich dasjenige, was da dem Kalk entrissen werden muss. Sehen Sie, da tritt einem auch wiederum das entgegen, was da als eine ungeheuer intime Naturwirkung vorhanden ist.
[ 45 ] Now, you see, one should really take the time to think this through so that one can arrive at an intuitive understanding. One should also perceive the lime as the “desire-driven fellow,” for it is the one that wants to seize everything for itself, and the pebble as the noble gentleman who snatches away from the lime everything that is wrested from it, carries it into the atmospheric realm, and forms the shapes of the plants. There it either lives by entrenching itself as if in a fortress, as in the horsetail, or it lives everywhere in a subtle way, to a faint degree—even if sometimes distributed in very homeopathic doses—and actually brings about precisely what must be wrested away from the lime. You see, here too we encounter what is present as an immensely intimate natural process.
[ 46 ] Der Kohlenstoff ist der eigentlich Gestaltende in allen Pflanzen, der Gestalter des Gerüstartigen. Aber im Laufe der Erdenentwicklung wurde ihm das schwierig gemacht. Der Kohlenstoff könnte alle Pflanzen gestalten, wenn unter ihm nur Wasser wäre. Da wäre alles gewachsen, aber nun ist der Kalk unten, der stört ihn, und darum verbindet er sich mit dem Kiesel, und Kiesel und Kohlenstoff zusammen nun im Verein mit dem Ton, sie gestalten wiederum, eben weil der Widerstand des Kalkigen überwunden werden muss. Wie lebt denn nun da drinnen eine solche Pflanze?
[ 46 ] Carbon is the true formative force in all plants; it is the shaper of the skeletal structure. But in the course of the Earth’s evolution, this task was made difficult for it. Carbon could shape all plants if there were only water beneath it. Everything would have grown then, but now there is lime at the bottom that interferes with it, and that is why it combines with silica; and silica and carbon together, now in union with clay, shape in turn—precisely because the resistance of the lime must be overcome. How, then, does such a plant live in there?
[ 47 ] Da unten will mit Fangarmen das Kalkige sie ergreifen, da oben will das Kieselige sie so ganz fein und schlank und fasrig machen wie die Wasserpflanzen sind, aber mitten drinnen steht, unsere wirklichen Pflanzenformen bildend, der Kohlenstoff, der das alles ordnet. Und gerade so, wie unser astralischer Leib zwischen Ich und Ätherleib Ordnung schafft, so wirkt der Stickstoff, als das Astralische, dazwischen. Das muss man verstehen lernen, wie da der Stickstoff drinnen wirtschaftet zwischen dem Kalkigen, dem Tonigen und dem Kieseligen, und zwischen alle demjenigen, was das Kalkige sonst noch fortwährend nach unten verlangt, das Kieselige fortwährend ausstrahlen möchte nach oben.
[ 47 ] Down below, the calcareous substance seeks to grasp them with tentacles; up above, the siliceous substance seeks to make them as delicate, slender, and fibrous as aquatic plants are; but right in the middle, forming our actual plant forms, stands carbon, which brings order to it all. And just as our astral body creates order between the I and the etheric body, so does nitrogen, as the astral element, act in between. We must learn to understand how nitrogen works within—between the calcareous, the argillous, and the siliceous elements, and between all that which the calcareous element otherwise constantly seeks to draw downward and the siliceous element constantly seeks to radiate upward.
[ 48 ] Da entsteht die Frage, wie in der richtigen Weise das Stickstoffartige eben in die Pflanzenwelt hineinzubringen ist. Mit dieser Frage werden wir uns morgen beschäftigen und damit den Übergang finden zu den Düngungsarten.
[ 48 ] This raises the question of how nitrogen can be properly introduced into the plant world. We will address this question tomorrow and thereby make the transition to the different types of fertilization.
