The Agricultural Course
Spiritual Science Foundations
for the Prosperity of Agriculture
GA 327
12 June 1924, Koberwitz
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The Agricultural Course, tr. SOL
Vierter Vortrag
Fourth Lecture
Meine lieben Freunde!
My dear friends!
[ 1 ] Sie haben ja gesehen, es handelt sich bei der Auffindung von geisteswissenschaftlichen Methoden auch für die Landwirtschaft darum, gewissermaßen die Natur und die Wirkung des Geistes in der Natur im Großen anzuschauen, in seinem umfassenden Kreise, während die materialistisch gefärbte Wissenschaft immer mehr und mehr dazu gekommen ist, in die kleinen Kreise, in das Kleine, hineinzugehen. Wenn man es auch bei so etwas wie der Landwirtschaft nicht immer gleich mit dem Allerkleinsten, dem mikroskopisch Kleinen, zu tun hat, womit man es in den anderen Naturwissenschaften so oft zu tun hat, so hat man es doch zu tun mit demjenigen, was in kleinen Kreisen wirkt und aus der Wirkung der kleinen Kreise erschlossen werden kann. Aber die Welt, in der der Mensch und andere Erdenwesen leben, sie ist ja durchaus nicht etwas, was man nur von kleinen Kreisen aus beurteilen kann. So zu verfahren gegenüber dem, was eigentlich in Betracht kommt gerade zum Beispiel bei der Landwirtschaft, wie heute die landläufige Wissenschaft verfährt, würde ebenso sein, wie wenn man die ganze Wesenheit des Menschen erkennen wollte, sagen wir, aus seinem kleinen Finger und aus dem Ohrzipfel, und von da aus sich aufbauen wollte dasjenige, was im Großen und Ganzen in Betracht kommt. Demgegenüber müssen wir stellen wiederum — und das ist heute so notwendig wie nur irgend möglich — eine wirkliche Wissenschaft, die auf die großen Weltzusammenhänge geht.
[ 1 ] As you have seen, the development of humanities-based methods for agriculture involves, in a sense, viewing nature and the influence of the spirit in nature on a grand scale, within its comprehensive scope, whereas science with a materialistic bent has increasingly come to focus on the smaller spheres, on the minute details. Even in a field like agriculture, where one is not always immediately dealing with the very smallest, the microscopically small—as is so often the case in the other natural sciences—one is nevertheless dealing with that which operates within small spheres and can be inferred from the effects of those small spheres. But the world in which human beings and other earthly beings live is by no means something that can be assessed solely on the basis of small circles. To proceed in this way with regard to what actually matters—for example, in agriculture—as conventional science does today, would be just as if one wanted to understand the entire nature of a human being, say, from his little finger and the tip of his ear, and from there to construct an understanding of what matters on a larger scale. In contrast, we must once again—and this is as necessary today as it could possibly be—establish a true science that addresses the great interconnections of the world.
[ 2 ] Wie sehr stark Wissenschaft im heutigen landläufigen Sinne oder in dem landläufigen Sinn von vor einigen Jahren sich selber korrigieren muss, das geht hervor aus den wissenschaftlichen Torheiten, die vor gar nicht langer Zeit zum Beispiel in Bezug auf die Ernährung des Menschen geherrscht hatten. Die Dinge waren alle ganz wissenschaftlich, sie waren auch wissenschaftlich bewiesen, und man konnte gegen den Beweis, wenn man sich nur darauf verlegte, was da eben in Betracht gezogen wurde, auch gar nichts einwenden. Es war als wissenschaftlich bewiesen, dass ein Mensch, der da ein mittleres Körpergewicht von siebzig bis fünfundsiebzig Kilogramm hat, dass ein solcher Mensch etwa hundertzwanzig Gramm Eiweiß als Nahrung braucht. Nun, wie gesagt, das war sozusagen wissenschaftlich bewiesen. Heute glaubt kein Mensch, der wissenschaftliche Ansichten hat, mehr an diesen Satz. Denn die Wissenschaft hat sich selber korrigiert. Heute weiß jeder Mensch, dass hundertzwanzig Gramm Eiweißnahrung nicht nur nicht notwendig, sondern direkt schädlich sind, und dass der Mensch eigentlich am gesündesten bleibt, wenn er nur fünfzig Gramm täglich in sich aufnimmt. Da hat sich die Wissenschaft selber korrigiert. Heute weiß man, dass es wirklich so ist, dass, wenn überflüssiges Eiweiß aufgenommen wird, das Eiweiß im Darm Zwischenprodukte erzeugt, die Giftwirkungen haben. Und wenn man nicht nur die unmittelbaren Lebensepochen des Menschen, worin man ihm das Eiweiß verabreicht, bloß untersucht, sondern das ganze Leben des Menschen, so erkennt man, dass von diesen Giftwirkungen des überflüssigen Eiweißes hauptsächlich die Arterienverkalkung im Alter herrührt. So sind die wissenschaftlichen Untersuchungen zum Beispiel in Bezug auf den Menschen oftmals dadurch irrig, dass sie nur auf den Augenblick sehen. Aber ein Menschenleben dauert doch eben, wenn es normal ist, länger als zehn Jahre, und die schädlichen Wirkungen von den so herbeigesehnten scheinbar günstigen Ursachen, die stellen sich oftmals sehr spät ein.
[ 2 ] Just how much science—in today’s common understanding or in the common understanding of a few years ago—must correct itself is evident from the scientific absurdities that prevailed not so long ago, for example, regarding human nutrition. Everything was entirely scientific; it was also scientifically proven, and if one relied solely on what was being considered at the time, there was absolutely nothing one could object to regarding the evidence. It was scientifically proven that a person with an average body weight of seventy to seventy-five kilograms needed approximately one hundred twenty grams of protein in their diet. Well, as I said, that was, so to speak, scientifically proven. Today, no one with a scientific outlook believes in this statement anymore. For science has corrected itself. Today, everyone knows that 120 grams of protein is not only unnecessary but actually harmful, and that people actually remain healthiest when they consume only 50 grams daily. Science has corrected itself on this point. Today we know that it is indeed true that when excess protein is consumed, the protein produces byproducts in the intestines that have toxic effects. And if one examines not only the immediate stages of a person’s life during which protein is administered, but the person’s entire life, one realizes that these toxic effects of excess protein are the primary cause of arteriosclerosis in old age. Thus, scientific studies concerning human beings, for example, are often misleading because they focus only on the present moment. But a human life, when normal, lasts longer than ten years, and the harmful effects of these seemingly beneficial causes—which are so eagerly sought after—often manifest themselves very late.
[ 3 ] Geisteswissenschaft kann in einen solchen Fehler eben weniger verfallen. Gewiss, ich will gar nicht einstimmen in die billige Kritik, die ja sehr häufig geübt wird aus dem Grunde, weil die landläufige Wissenschaft sich in solcher Art korrigieren muss, wie ich es eben ausgesprochen habe. Man kann gut einsehen, dass das nicht anders sein kann und dass es notwendig ist. Aber auf der anderen Seite ist es ebenso billig, über Geisteswissenschaft herzufallen, wenn sie ins praktische Leben eingreifen will, weil sie nun eben einmal genötigt ist, auf die größeren Zusammenhänge des Lebens zu sehen, und weil ihr da in die Augen fallen diejenigen Kräfte und Substanzen, die dann in das Geistige hereingehen, nicht bloß die grobmateriellen Kräfte und Substanzialitäten. Das gilt durchaus auch für die Landwirtschaft, und es gilt insbesondere dann, wenn in der Landwirtschaft infrage kommt die Düngungsfrage.
[ 3 ] The humanities are simply less prone to falling into such an error. Certainly, I have no intention of joining in the cheap criticism that is so frequently leveled simply because mainstream science must correct itself in the manner I have just described. It is easy to see that this cannot be otherwise and that it is necessary. But on the other hand, it is just as facile to attack the humanities when they seek to intervene in practical life, precisely because they are compelled to look at the broader contexts of life, and because what catches their eye there are those forces and substances that then enter into the spiritual realm—not merely the grossly material forces and substances. This certainly applies to agriculture as well, and it applies in particular when the question of fertilization arises in agriculture.
[ 4 ] Schon wie so häufig, ich möchte sagen, die Worte gesetzt werden heute gerade von den Wissenschaftern, wenn die Düngungsfrage in Betracht kommt, schon das zeigt, dass man eigentlich wenig wirkliche Anschauung davon hat, was das Düngen im Haushalt der Natur eigentlich wirklich bedeutet. Man hört heute sehr oft die Phrase: Der Dünger enthalte die Futterstoffe für die Pflanzen. Nun ja, ich habe die paar Sätze, die ich vorausgeschickt habe, aus dem Grunde gesagt, um Ihnen zu zeigen, wie in Bezug auf das Futter beim Menschen gerade in der neuesten Zeit, in der unmittelbaren Gegenwart, die Wissenschaft sich korrigieren musste. Da musste sie sich korrigieren, weil sie eben von einer ganz falschen Anschauung ausgeht in Bezug auf die Ernährung irgendeines Wesens.
[ 4 ] As is so often the case—I would say—the very words used today by scientists when the issue of fertilization comes up already show that people actually have very little real understanding of what fertilization truly means in the balance of nature. Today one very often hears the phrase: “Fertilizer contains the nutrients for plants.” Well, I said those few sentences at the beginning to show you how, with regard to human nutrition—especially in recent times, in the immediate present—science has had to correct itself. It had to correct itself because it starts from a completely wrong view regarding the nutrition of any living being.
[ 5 ] Sehen Sie, man glaubte nämlich, das Allerwichtigste in der Ernährung — nehmen Sie nicht übel, dass ich die Dinge so unbefangen sage — sei dasjenige, was man täglich isst. Nun, das ist schon wichtig, was man täglich isst. Aber der meiste Teil dessen, was man täglich isst, ist gar nicht dazu da, um als Substanz in den Körper aufgenommen zu werden und im Körper abgelagert zu werden. Sondern der meiste Teil ist da, damit er die Kräfte, die er in sich enthält, an den Körper abgibt, den Körper in Regsamkeit bringt. Und der meiste Teil desjenigen, was man auf diese Weise in sich aufnimmt, wird eigentlich wieder ausgeschieden, sodass man sagen muss, nicht um eine gewichtsmäßige Anordnung im Stoffwechsel handelt es sich hauptsächlich, sondern darum handelt es sich, ob wir mit den Nahrungsmitteln die Lebendigkeit der Kräfte in der richtigen Weise in uns aufnehmen können. Denn diese Lebendigkeit brauchen wir zum Beispiel, wenn wir gehen oder wenn wir arbeiten, überhaupt, wenn wir die Arme bewegen.
[ 5 ] You see, people used to believe that the most important thing about nutrition—please don’t take offense at my speaking so bluntly—was what you eat every day. Well, what you eat every day is certainly important. But most of what you eat every day isn’t actually meant to be absorbed by the body as substance and stored there. Rather, most of it is there to release the forces it contains to the body, to stimulate the body’s activity. And most of what we take in in this way is actually excreted again, so that we must say: it is not primarily a matter of weight-based balance in metabolism, but rather a matter of whether we can properly absorb the vitality of these forces into ourselves through our food. For we need this vitality, for example, when we walk or when we work—indeed, whenever we move our arms.
[ 6 ] Dagegen dasjenige, was der Körper in der Weise braucht, um die Substanzen in sich abzulagern, um sich sozusagen zu bereichern mit Substanzen — jenen Substanzen, die man dann wiederum abstößt, wenn man alle sieben bis acht Jahre seine Körpersubstanz erneuert —, das wird zum allergrößten Teile aufgenommen durch die Sinnesorgane, durch die Haut, durch die Atmung. Sodass dasjenige, was der Körper eigentlich substanziell in sich aufnehmen, was er ablagern muss, das nimmt er in äußerst feiner Dosierung auf, fortwährend, und verdichtet es erst im Organismus. Er nimmt es aus der Luft auf, verhärtet und verdichtet dann das so weit, dass man es dann in Nägeln, Haaren und so weiter abschneiden muss. Es ist ganz falsch, die Formel aufzustellen: Aufgenommene Nahrung, Durchgang durch den Körper, Nägel- und Hautabschuppung und dergleichen, sondern man muss formulieren: Atmung, feinste Aufnahme durch die Sinnesorgane, sogar durch die Augen, Durchgang durch den Organismus, Ausstoßen. Während in der Tat dasjenige, was wir durch den Magen aufnehmen, wichtig ist dadurch, dass es innere Regsamkeit hat wie ein Heizmaterial, die Kräfte zum Willen, der im Körper wirkt, in den Körper einführt.
[ 6 ] On the other hand, what the body needs in order to store substances within itself—to enrich itself, so to speak, with substances—those substances that are then expelled when the body’s substance is renewed every seven to eight years—is absorbed for the most part through the sense organs, through the skin, and through respiration. Thus, what the body actually needs to take in substantively—what it must store—it absorbs in extremely fine doses, continuously, and only then condenses it within the organism. It takes it in from the air, then hardens and condenses it to such an extent that it must subsequently be shed in the form of nails, hair, and so on. It is entirely wrong to formulate the process as follows: ingested food, passage through the body, shedding of nails and skin, and the like; rather, one must formulate it as: breathing, the finest absorption through the sense organs—even through the eyes—passage through the organism, and expulsion. Whereas, in fact, what we take in through the stomach is important in that it possesses an inner vitality, like fuel, which introduces into the body the forces of the will that are at work within it.
[ 7 ] Nun sehen Sie: Man wird ja ganz verzweifelt, wenn man an dieses, was die Wahrheit ist, was sich einfach ergibt aus geistiger Forschung, herankommen sieht die Ansichten der heutigen Wissenschaft, die genau das Umgekehrte davon verficht. Man wird deshalb verzweifelt, weil man sich sagt, dass es so schwierig ist, mit dieser heutigen Wissenschaft in den wichtigsten Fragen sich überhaupt zu verständigen. Und ein solches Verständnis muss kommen; denn die heutige Wissenschaft würde absolut in eine Sackgasse führen gerade gegenüber dem praktischen Leben. Und sie kann auf ihren Wegen einfach gewisse Dinge, auf die sie fast mit der Nase gestoßen wird, nicht verstehen. Ich rede gar nicht von den Experimenten. Das ist in der Regel wahr, was die Wissenschaft sagt darüber. Die Experimente kann man ganz gut brauchen; was dann theoretisiert wird, ist schlimm. Aus dem gehen die praktischen Winke für die verschiedenen Gebiete des Lebens leider hervor. Wenn man auf das alles sieht, sieht man die Schwierigkeit der Verständigung. Aber auf der anderen Seite muss diese Verständigung kommen auf den allerpraktischsten Gebieten des Lebens, zu denen die Landwirtschaft gehört.
[ 7 ] Now you see: One becomes quite desperate when one sees that the views of modern science—which advocate exactly the opposite of what the truth is, what simply emerges from spiritual research—are getting in the way of that truth. One becomes desperate because one realizes how difficult it is to even reach an understanding with modern science on the most important questions. And such an understanding must come; for modern science would lead absolutely nowhere, especially when it comes to practical life. And in its own ways, it simply cannot understand certain things that it practically stumbles upon. I’m not even talking about the experiments. What science says about this is generally true. The experiments are quite useful; what is then theorized, however, is problematic. Unfortunately, this gives rise to the practical guidelines for the various areas of life. When one looks at all of this, one sees the difficulty of reaching an understanding. But on the other hand, this understanding must be achieved in the most practical areas of life, which include agriculture.
[ 8 ] Sehen Sie, man muss schon Einsichten haben auf den verschiedensten Gebieten des landwirtschaftlichen Lebens über die Wirkungsweise des Stofflichen, der Kräfte und auch über die Wirkungsweise des Geistigen, wenn man die Dinge in der richtigen Weise behandeln will. Das Kind, solange es nicht weiß, wozu ein Kamm ist, beißt hinein, verwendet ihn ganz im stillosen, unmöglichen Sinne. Und so wird man auch die Dinge im stillosen, unmöglichen Sinne verwenden, wenn man nicht weiß, was ihr Wesen ist, wie sich eigentlich die Sache bei denen verhält, auf die es ankommt.
[ 8 ] You see, one must have insight into the most diverse areas of agricultural life—into the workings of the material, the forces, and also the workings of the spiritual—if one wants to handle things in the right way. A child, as long as it doesn’t know what a comb is for, bites into it, using it in a completely inappropriate and absurd way. And so one will also use things in an inappropriate and absurd way if one does not know what their essence is, how things actually stand with regard to what really matters.
[ 9 ] Betrachten wir da einmal, um zu einer Vorstellung zu kommen, einen Baum. Sehen Sie, ein Baum unterscheidet sich von einer ganz gewöhnlichen jahresmäßigen Pflanze, die bloß Kraut bleibt. Er umgibt sich mit der Rinde, mit der Borke und so weiter. Was ist nun eigentlich das Wesen dieses Baumes im Gegensatz zur einjährigen Pflanze? Vergleichen wir einmal einen solchen Baum mit einem Erdhügel, der aufgeworfen ist und der außerordentlich humusreich ist, der außerordentlich viel, mehr oder weniger in Zersetzung begriffene Pflanzenstoffe in sich hält, vielleicht auch tierische Zersetzungsstoffe in sich enthält.
[ 9 ] To get a better idea, let’s consider a tree. You see, a tree differs from an ordinary annual plant, which remains merely a herb. It is surrounded by bark, and so on. What, then, is the true nature of this tree as opposed to an annual plant? Let’s compare such a tree to a mound of earth that has been heaped up and is exceptionally rich in humus—one that contains an extraordinary amount of plant matter in various stages of decomposition, and perhaps also animal decomposition products.
[ 10 ] Nehmen wir an, das wäre der Erdhügel, in den ich eine kraterförmige Vertiefung hineinmachen will, humusreicher Erdhügel, und das wäre der Baum. Außen das mehr oder weniger Feste, und innerlich wächst das, was dann zur Ausgestaltung des Baumes führt. Es wird Ihnen sonderbar erscheinen, dass ich diese zwei Dinge nebeneinanderstelle. Aber sie haben mehr Verwandtschaft miteinander, als Sie meinen. Denn Erdiges, das in dieser Weise, wie ich es beschrieben habe, von humusartigen Substanzen durchzogen ist, die in Zersetzung begriffen sind, solches Erdiges hat Ätherisch-Lebendiges in sich. Und darauf kommt es an. Wenn wir ein solches Erdiges haben, das in seiner besonderen Beschaffenheit uns zeigt, dass es Ätherisch-Lebendiges in sich hat, so ist es eigentlich auf dem Wege, die Pflanzenumhüllung zu werden. Es bleibt nur nicht. Es kommt nicht dazu, die Pflanzenumhüllung zu werden, die sich hineinzieht in die Rinde, in die Borke des Baumes. Und Sie können sich vorstellen, es kommt in der Natur nicht dazu. Es ist so, dass einfach, statt dass ein solcher Erdhügel gebildet wird und da Humusartiges hineinkommt, das durch die besonderen charakteristischen Eigentümlichkeiten wirkt im Erdboden, die vom Ätherisch-Lebendigen ausgehen, sich einfach der Hügel in einer höheren Entwicklungsform um die Pflanze herumschließt.
[ 10 ] Let’s assume this is the mound of earth into which I want to dig a crater-shaped depression—a mound rich in humus—and that this is the tree. On the outside is the more or less solid substance, and on the inside grows what will eventually shape the tree. It may seem strange to you that I am placing these two things side by side. But they are more closely related than you might think. For earth that is permeated in the way I have described—by humus-like substances that are in the process of decomposition—such earth contains an ethereal-living quality. And that is what matters. When we have such soil, whose particular nature reveals to us that it contains an ethereal-living quality, it is actually on its way to becoming the plant’s outer covering. Yet it does not remain that way. It does not come to become the plant’s outer covering that draws itself into the bark of the tree. And you can imagine that this does not happen in nature. What happens is that, instead of such a mound of earth being formed and humus-like material entering it—which acts in the soil through the special characteristic properties emanating from the ethereal-living—the mound simply closes around the plant in a higher form of development.


[ 11 ] Wenn nämlich für irgendeinen Ort der Erde ein Niveau, das Obere der Erde, vom Inneren der Erde sich abgrenzt, so wird alles dasjenige, was sich über diesem normalen Niveau einer bestimmten Gegend erhebt, eine besondere Neigung zeigen zum Lebendigen, eine besondere Neigung zeigen, sich mit Ätherisch-Lebendigem zu durchdringen. Sie werden es daher leichter haben, gewöhnliche Erde, unorganische, mineralische Erde, fruchtbar zu durchdringen mit humusartiger Substanz oder überhaupt mit einer in Zersetzung begriffenen Abfallsubstanz, wenn Sie Erdhügel aufrichten und diese damit durchdringen. Dann wird das Erdige selber die Tendenz bekommen, innerlich lebendig, pflanzenverwandt zu werden. Derselbe Prozess geht vor bei der Baumbildung. Die Erde stülpt sich auf, umgibt die Pflanze, gibt ihr Ätherisch-Lebendiges um den Baum herum. Warum?
[ 11 ] For if, at any point on Earth, a level—the upper part of the Earth—is demarcated from the Earth’s interior, then everything that rises above this normal level in a given region will exhibit a particular affinity for the living, a particular tendency to become permeated with the etheric-living. You will therefore find it easier to enrich ordinary soil—inorganic, mineral soil—with humus-like substances or, more generally, with decomposing organic matter, if you build mounds of earth and infuse them with these materials. Then the earth itself will develop a tendency to become inwardly alive, akin to a plant. The same process occurs in tree formation. The earth forms a covering, surrounds the plant, and provides it with ethereal-living force all around the tree. Why?
[ 12 ] Sehen Sie, ich sage das alles aus dem Grunde, um Ihnen eine Vorstellung davon zu erwecken, dass eine innige Verwandtschaft besteht zwischen demjenigen, was in die Konturen dieser Pflanze einbeschlossen ist, und demjenigen, was der Boden um die Pflanze herum ist. Es ist gar nicht wahr, dass das Leben mit der Kontur, mit dem Umkreis der Pflanze aufhört. Das Leben als solches setzt sich fort namentlich von den Wurzeln der Pflanze aus in den Erdboden hinein, und es ist für viele Pflanzen gar keine scharfe Grenze zwischen dem Leben innerhalb der Pflanze und dem Leben im Umkreise, in dem die Pflanze lebt. Vor allen Dingen muss man von diesem durchdrungen sein, muss dieses gründlich verstehen, um das Wesen einer gedüngten Erde oder einer sonstwie ähnlich bearbeiteten Erde wirklich verstehen zu können.
[ 12 ] You see, I am saying all this for one reason: to give you an idea that there is a deep connection between what is enclosed within the contours of this plant and the soil surrounding it. It is not at all true that life ends with the outline, with the perimeter of the plant. Life as such continues, specifically from the plant’s roots into the soil, and for many plants there is no sharp boundary at all between the life within the plant and the life in the surrounding area where the plant lives. Above all, one must be thoroughly imbued with this understanding and grasp it deeply in order to truly comprehend the nature of fertilized soil or soil that has been cultivated in any other similar way.
[ 13 ] Man muss wissen, dass das Düngen in einer Verlebendigung der Erde bestehen muss, damit die Pflanze nicht in die tote Erde kommt und es schwer hat, aus ihrer Lebendigkeit heraus das zu vollbringen, was bis zur Fruchtbildung notwendig ist. Sie vollbringt leichter das, was zur Fruchtbildung notwendig ist, wenn sie schon ins Leben hineingesenkt wird. Im Grunde genommen hat alles Pflanzenwachstum dieses leise Parasitäre, dass es sich eigentlich auf der lebendigen Erde wie ein Parasit entwickelt. Und das muss sein. Wir müssen, da wir in vielen Gegenden der Erde nicht darauf rechnen können, dass die Natur selber genügend organische Abfälle in die Erde hineinversenkt, die sie dann so weit zersetzt, dass wirklich die Erde genügend durchlebt wird, wir müssen dem Pflanzenwachstum mit der Düngung zu Hilfe kommen in gewissen Gegenden der Erde. Am wenigsten in den Gegenden, wo sogenannte Schwarzerde ist. Denn diese ist eigentlich so, dass die Natur selber das besorgt, dass die Erde genügend lebendig ist, wenigstens in gewissen Gegenden.
[ 13 ] It is important to understand that fertilization must consist of revitalizing the soil so that the plant does not end up in dead soil and struggle to accomplish, through its own vitality, what is necessary for fruit formation. It accomplishes what is necessary for fruit formation more easily if it is already immersed in life. Essentially, all plant growth has this subtle parasitic quality, in that it actually develops on living soil like a parasite. And that is necessary. Since we cannot count on nature itself to incorporate enough organic waste into the soil in many regions of the world—which it would then decompose to the point where the soil is truly suffused with life—we must support plant growth through fertilization in certain regions of the world. Least of all in areas where there is so-called “black soil.” For in these areas, nature itself ensures that the soil remains sufficiently alive, at least in certain regions.
[ 14 ] Sie sehen, dass man also wirklich verstehen muss, um was es sich da handelt. Nun muss man aber noch etwas anderes verstehen, man muss verstehen — es ist ein hartes Wort —, eine Art persönliches Verhältnis zu all dem zu gewinnen, was in der Landwirtschaft in Betracht kommt, vor allen Dingen ein persönliches Verhältnis zum Dünger und namentlich zu dem Arbeiten mit dem Dünger. Das erscheint als eine unangenehme Aufgabe; aber ohne dieses persönliche Verhältnis geht es nicht. Warum? Sehen Sie, es wird Ihnen das sogleich ersichtlich sein, wenn Sie auf das Wesen irgendeines Lebendigen überhaupt eingehen können. Wenn Sie auf das Wesen eingehen, so hat das Lebendige immer eine Außenseite und eine Innenseite. Die Innenseite liegt innerhalb irgendeiner Haut, die Außenseite liegt außerhalb der Haut. Jetzt fassen Sie einmal die Innenseite ins Auge.
[ 14 ] As you can see, you really have to understand what this is all about. But there is something else you must understand: you must—and this is a difficult concept—develop a kind of personal relationship to everything involved in agriculture, above all a personal relationship to fertilizer and, in particular, to working with fertilizer. This may seem like an unpleasant task; but without this personal relationship, it simply won’t work. Why? You see, this will become immediately clear to you if you can attune yourself to the nature of any living being at all. When you attune yourself to its nature, the living being always has an outer side and an inner side. The inner side lies within some kind of skin; the outer side lies outside the skin. Now, let’s consider the inner side for a moment.
[ 15 ] Die Innenseite hat nicht nur Kraftströme, die nach außen gehen, in der Richtung dieser Pfeile, sondern das innere Leben eines Organischen hat auch Kraftströme, die von der Haut nach innen gehen, die zurückgedrängt werden. Nun ist das Organische umgeben außen von allen möglichen Kraftstrrömungen. Nun gibt es etwas, was in ganz exakter Weise, aber in einer Art persönlicher Weise zum Ausdruck bringt, wie sich das Organische das Verhältnis seines Inneren und Äußeren gestalten muss. Alles dasjenige, was da an Kraftwirkungen im Innern des Organischen vor sich geht und eigentlich im Innern des Organismus, also innerhalb seiner Hautkonturen, das Leben anregt und erhält, alles das muss — verzeihen Sie wieder den harten Ausdruck — in sich riechen, man könnte auch sagen stinken. Und darin besteht im Wesentlichen das Leben, dass dieses, was sonst, wenn es verduftet, den Geruch verbreitet, stattdessen zusammengehalten wird, dass die Dinge nicht nach außen zu stark ausstrahlen, die duften, sondern dass die Dinge im Innern zurückgehalten werden, die da duften. Nach außen hin muss der Organismus in der Weise leben, dass er möglichst wenig von dem, was dufterregendes Leben in ihm erzeugt, durch seine begrenzende Haut nach außen lässt, sodass man sagen könnte, ein Organisches ist umso gesünder, je mehr es im Innern und je weniger es nach außen riecht.
[ 15 ] The interior not only has streams of force that flow outward, in the direction of these arrows, but the inner life of an organic being also has streams of force that flow inward from the skin—which are pushed back. Now, the organic being is surrounded on the outside by all kinds of streams of force. There is something that expresses, in a very precise yet personal way, how the organic being must shape the relationship between its interior and exterior. All those forces at work within the organic being—and actually within the organism itself, that is, within the contours of its skin—that stimulate and sustain life must—forgive me again for the harsh expression—smell, or one might even say stink. And this is essentially what life consists of: that which would otherwise, if it were to evaporate, spread its scent is instead held together; that the things which give off a scent do not radiate too strongly outward, but rather that the things within which give off a scent are held back. Outwardly, the organism must live in such a way that it allows as little as possible of what the life-giving fragrance within it produces to pass through its boundary—the skin—to the outside, so that one could say: the more an organism smells from within and the less it smells outwardly, the healthier it is.
[ 16 ] Denn nach außen hin ist der Organismus, namentlich der Pflanzenorganismus, dazu prädestiniert, Geruch nicht abzugeben, sondern aufzunehmen. Und wenn man durchschaut das Fördernde einer aromatisch riechenden Wiese, die von aromatisch riechenden Pflanzen durchsetzt ist, so wird man aufmerksam auf das gegenseitig im Leben sich Unterstützende. Dieses Duftende, das sich da ausbreitet und das anders ist als der bloße Lebensduft, duftet aus Gründen, die wir wohl noch werden beibringen können, und ist das, was von außen jetzt auf die Pflanze wirkt. Alle diese Dinge muss man lebendig im persönlichen Verhältnis eigentlich haben, dann steckt man drinnen in der wirklichen Natur.
[ 16 ] For outwardly, the organism—specifically the plant organism—is predestined not to emit odors, but to absorb them. And when one perceives the life-sustaining power of an aromatic meadow interspersed with aromatic plants, one becomes aware of how life supports one another. This fragrance, which spreads out there and is distinct from the mere scent of life, emanates for reasons we will likely be able to explain, and is what now acts upon the plant from the outside. One must actually experience all these things vividly in a personal relationship; only then is one truly immersed in real nature.
[ 17 ] Nun wird es sich darum handeln, eben einzusehen, dass das Düngen und alles Ähnliche darin bestehen muss, dem Boden einen gewissen Grad von Lebendigkeit zu erteilen, aber nicht nur einen gewissen Grad von Lebendigkeit zu erteilen, sondern ihm auch die Möglichkeit zu geben, dass in ihm auch das bewirkt werde, worauf ich gestern besonders hingedeutet habe, dass in ihm der Stickstoff sich so verbreiten kann, dass an gewisse Kraftlinien hin, wie ich es Ihnen gezeigt habe, das Leben getragen werde gerade mithilfe des Stickstoffs. Wir müssen also, wenn wir düngen, so viel Stickstoff an das Erdreich heranbringen, dass das Lebendige hingetragen werde eben zu den Strukturen, zu denen es im Erdreich, da wo Pflanzenboden sein soll, unter der Pflanze getragen werden muss. Das ist die Aufgabe nun. Diese Aufgabe muss aber in exakt sachlicher Weise verrichtet werden.
[ 17 ] Now, the point is to recognize that fertilizing and all similar practices must consist of imparting a certain degree of vitality to the soil, but not merely to impart a certain degree of vitality, but also to enable what I specifically pointed out yesterday to take place within it—namely, that nitrogen can spread throughout it in such a way that life is carried along certain lines of force, as I have shown you, precisely with the help of nitrogen. So when we fertilize, we must supply the soil with enough nitrogen to carry the living force precisely to those structures within the soil—where the plant root system is to be—that must be nourished beneath the plant. That is the task at hand. But this task must be carried out in a precise and objective manner.
[ 18 ] Nun sehen Sie, einen starken Fingerzeig kann das schon geben, dass Sie, wenn Sie Mineralisches, rein Mineralisches, als Dungstoff anwenden, niemals in Wirklichkeit an das Erdige herankommen, sondern im äußersten Fall an das Wässrige der Erde. Sie können eine Wirkung mit mineralischen Dungmitteln im Wässrigen der Erde erzeugen, aber Sie dringen nicht vor zur Belebung des Erdigen selber. Daher werden Ihnen Pflanzen, welche unter dem Einfluss irgend welchen mineralischen Düngers stehen, ein solches Wachstum zeigen, das verrät, wie es nur unterstützt wird von angeregter Wässrigkeit, nicht von belebter Erdigkeit.
[ 18 ] Now you see, this can serve as a strong indication that when you use mineral substances—purely mineral substances—as fertilizer, you never actually reach the earthy element, but at most the watery element of the earth. You can produce an effect with mineral fertilizers in the watery aspect of the earth, but you do not penetrate to the vitalization of the earth itself. Therefore, plants that are under the influence of any mineral fertilizer will exhibit a type of growth that reveals it is supported only by stimulated wateriness, not by vitalized earthiness.
[ 19 ] Wir können, wenn wir diese Dinge wirklich studieren wollen, am besten das vornehmen, dass wir uns zunächst an das anspruchsloseste Düngemittel wenden, an den Kompost, der ja sogar zuweilen verachtet wird. Da haben wir ein Belebungsmittel der Erde, in das hineinversetzt wird eigentlich alles dasjenige, was irgendwie Abfälle sind, die man wenig achtet, die von der Landwirtschaft, vom Garten herkommen, von demjenigen, was man als Gras hat verfallen lassen, bis zu demjenigen, was sich bildet aus abfallenden Blättern und dergleichen, sogar bis zu demjenigen, was von verendeten Tieren kommt und so weiter. Nun sehen Sie, man sollte solche Dinge eigentlich durchaus nicht verachten, sie enthalten noch etwas bewahrt nicht nur von Ätherischem, sondern sogar von Astralischem. Das ist wichtig. In dem Komposthaufen haben wir tatsächlich von alle demjenigen, was da hereinkommt, Ätherisches, Ätherisch-Wesendes, Lebendes, aber auch Astralisches. Und zwar haben wir ein wesendes Ätherisches und Astralisches darinnen in einem nicht so starken Grade wie im Dünger oder der Jauche, aber wir haben es gewissermaßen standhafter; es macht sich sesshaft darinnen, namentlich das Astralische macht sich sesshafter. Und es handelt sich nur darum, dass wir diese Sesshaftigkeit in entsprechender Weise berücksichtigen. Es wird das Astralische in seiner Wirkung auf den Stickstoff sogleich beeinträchtigt, wenn ein zu stark wucherndes Ätherisches vorhanden ist. Ein zu stark wucherndes Leben im Ätherischen lässt sozusagen das Astralische im Komposthaufen nicht aufkommen.
[ 19 ] If we truly want to study these things, the best approach is to start with the most unassuming fertilizer of all: compost, which is sometimes even looked down upon. Here we have a soil revitalizer into which is actually mixed everything that is in some way considered waste—things that are held in low regard, originating from agriculture and gardening, ranging from grass that has been left to rot to fallen leaves and the like, and even including what comes from dead animals and so on. Now you see, one really should not despise such things at all; they still contain something preserved—not only of the ethereal, but even of the astral. That is important. In the compost heap, we actually have—from everything that goes into it—the ethereal, the ethereal essence, the living, but also the astral. Specifically, we have essential etheric and astral elements in it—though not to the same degree as in manure or liquid manure—but they are, so to speak, more enduring; they settle within it, particularly the astral elements. And the only thing that matters is that we take this settling into account in an appropriate way. The astral aspect is immediately impaired in its effect on the nitrogen if there is an ethereal element that is growing too vigorously. An ethereal life that grows too vigorously prevents, so to speak, the astral aspect from emerging in the compost pile.
[ 20 ] Nun gibt es ja etwas in der Natur, dessen Vorzüglichkeit für diese Natur ich Ihnen schon von den verschiedensten Gesichtspunkten angeführt habe. Das ist das Kalkige. Bringen Sie daher Kalkiges etwa in Form von Ätzkalk in den Komposthaufen, so entsteht das Eigentümliche, dass, ohne dass man zu stark wirkt auf das Verduften des Astralischen, das Ätherische aufgenommen wird von dem Ätzkalk, damit auch der Sauerstoff aufgesogen und das Astralische in einer schönen Weise zur Wirkung gebracht wird. Damit erreicht man etwas ganz Bestimmtes. Damit erreicht man, dass man, wenn man mit Kompost düngt, dem Boden etwas mitteilt, was die Neigung hat, sehr stark das Astralische mit dem Erdigen ohne den Umweg des Ätherischen zu durchdringen.
[ 20 ] Now there is something in nature whose excellence for nature I have already described to you from a wide variety of perspectives. That is the calcareous substance. If you therefore add calcareous material—such as quicklime—to the compost pile, a unique effect occurs: without exerting too strong an influence on the evaporation of the astral, the etheric is absorbed by the quicklime, so that oxygen is also absorbed and the astral is brought into play in a beautiful way. This achieves something very specific. This ensures that when you fertilize with compost, you impart to the soil something that tends to penetrate the astral with the earthly very strongly, without taking the detour through the etheric.
[ 21 ] Also denken Sie sich, es wird das Astralische, ohne erst den Umweg zu machen durch das Ätherische, sehr stark eindringen in das Erdige, sodass das Erdige dadurch ganz besonders, ich möchte sagen, astralisiert wird, und auf dem Umweg des Astralisierten in der Weise durch das Stickstoffhaltige durchdrungen wird, sodass, was da entsteht, wirklich sehr ähnlich ist einem gewissen Prozess im menschlichen Organismus, der pflanzenähnlich im menschlichen Organismus ist, aber so pflanzenähnlich ist, dass er wenig Wert darauf legt, es zur Fruchtbildung kommen zu lassen, es gleichsam bei der Blattbildung, Stängelbildung bleiben lässt. Namentlich müssen wir diesen Prozess, den wir da der Erde mitteilen, deshalb in uns haben, damit wir in der entsprechenden Weise die Nahrungsmittel zu der Regsamkeit anleiten, von der ich Ihnen gesprochen habe, dass sie da sein muss. Zu dieser Regsamkeit regen wir aber auch den Boden an, wenn wir ihn in der beschriebenen Weise behandeln. Und wir bereiten dadurch den Boden so, dass er uns das erzeugen kann, bei dem es besonders gut ist, wenn es aufgezehrt wird zum Beispiel von den Tieren, sodass sie unter seiner weiteren Einwirkung innere Regsamkeit entwickeln, den Körper innerlich rege machen. Das heißt mit anderen Worten: Wir werden guttun, mit diesem Kompost unsere Wiesen und Weiden zu düngen, und werden, wenn wir das streng durchführen, dazu gelangen, gerade dadurch — namentlich dann, wenn wir die anderen Prozeduren machen, um die es sich handelt —, ein gutes Weidefutter zu erzielen, ein solches Weidefutter, das auch noch, wenn es abgesenst wird, als Trockenfutter brauchbar ist. Aber ich möchte sagen, um bei solchen Dingen in der richtigen Weise vorzugehen, muss man eben in die ganze Sache hineinsehen. Denn was man da im Einzelnen tun muss, das hängt doch vielfach vom Gefühl natürlich ab. Aber dieses Gefühl entwickelt sich, wenn man in die ganze Natur dieses Prozesses richtig hineinsieht.
[ 21 ] So imagine that the astral, without first taking a detour through the etheric, will penetrate the earthly very strongly, so that the earthly is thereby made particularly, I would say, “astralized,” and, through this astralized state, is permeated by the nitrogenous realm in such a way that what arises there is truly very similar to a certain process in the human organism—one that is plant-like within the human organism—but so plant-like that it places little emphasis on bringing about fruit formation, leaving it, as it were, at the stage of leaf and stem formation. Specifically, we must have this process—which we impart to the earth—within ourselves so that we can guide the foodstuffs in the appropriate way toward the vitality that I have told you must be present. But we also stimulate this vitality in the soil when we treat it in the manner described. And in doing so, we prepare the soil so that it can produce what is particularly beneficial when consumed, for example, by animals, so that under its continued influence they develop inner vitality and invigorate their bodies from within. In other words: We will do well to fertilize our meadows and pastures with this compost, and if we carry this out rigorously, we will achieve—precisely through this process, especially when we carry out the other procedures in question—high-quality pasture forage, the kind that remains usable as dry feed even after it has been mowed. But I would like to say that in order to proceed correctly in such matters, one must look at the whole picture. For what one must do in each specific case depends, of course, largely on intuition. But this intuition develops when one truly understands the entire nature of this process.
[ 22 ] Nun wiederum, wenn man den Komposthaufen einfach so lässt, wie ich es bisher beschrieben habe, so kann es sehr leicht sein, dass er sein Astrales nach allen Seiten hin verbreitet. Und es wird sich darum handeln, dass man jetzt entwickelt das persönliche Verhältnis zu diesen Dingen, dass man möglichst solch einen Haufen dazu bringt, möglichst wenig zu riechen, was man leicht dadurch erreichen kann, dass man zunächst versucht, dünne Schichten zu legen, dann etwas, sagen wir, Torfmull darauflegt, wiederum eine Schichte und so weiter. Dadurch wird zusammengehalten, was sonst verduften würde. Denn der Stickstoff ist ja wirklich dasjenige, was schr gerne in allen möglichen Formverbindungen das Weite sucht. Der wird nun zurückgehalten. Was ich dadurch andeuten will, ist hauptsächlich das, dass man das ganze landwirtschaftliche Wesen eben mit der Überzeugung behandeln muss, dass man das Leben überallhin, ja sogar das Astralische überallhin ergießen muss, damit die ganze Sache wirke.
[ 22 ] Now, on the other hand, if you simply leave the compost pile as I have described so far, it is very likely that it will spread its astral essence in all directions. And the point is to develop a personal relationship with these things—to ensure that such a pile emits as little odor as possible. This can easily be achieved by first laying down thin layers, then adding, say, peat moss on top, followed by another layer, and so on. This holds together what would otherwise evaporate. For nitrogen is indeed the element that tends to take flight in all manner of chemical compounds. It is now held in check. What I am trying to suggest by this is mainly that one must approach the entire agricultural process with the conviction that life—indeed, even the astral—must be poured out everywhere so that the whole endeavor may take effect.
[ 23 ] Nun aber von da ausgehend kann sich Ihnen etwas anderes ergeben. Haben Sie schon einmal nachgedacht, warum die Kühe Hörner haben oder gewisse Tiere Geweihe haben? Das ist eine außerordentlich wichtige Frage. Aber dasjenige, was die Wissenschaft darüber bietet, ist gewöhnlich etwas außerordentlich Einseitiges und ÄuBerliches. Beantworten wir uns die Frage, warum die Kühe Hörner haben. Sehen Sie, ich habe gesagt, das Organische, das Lebendige, muss nicht immer nur nach außen gerichtete Kraftströme haben, sondern kann auch nach innen gerichtete Kraftstrrömungen haben. Nun stellen Sie sich einmal so ein Organisches vor, das klumpig gebildet ist, nach außen gehende Kraftströmungen, nach innen gehende Kraftströmungen hat. Die Sache würde recht unregelmäßig sein, und es würde zustande kommen ja ein Organisch-Klumpiges, so ein klumpiges Lebewesen. Wir würden ganz sonderbar ausschende Kühe haben, wenn das nur der Fall wäre. Die wären alle klumpig, mit kleinen Fußansätzen, wie sie es im ersten Embryonalstadium noch sind. So würden sie bleiben, sie würden grotesk aussehen. Aber so ist die Kuh ja nicht eingerichtet, sondern die Kuh hat Hörner, hat Klauen. Was geschieht an den Stellen, wo die Klaue, das Horn wächst? Da wird ein Ort gebildet, der in besonders starker Weise die Strömungen nach innen sendet. Da wird das Äußere ganz besonders stark abgeschlossen. Da ist nicht nur die Kommunikation durch die durchlässige Haut oder das Haar [verschlossen], sondern da werden die Tore für das nach außen Strömende vollständig verschlossen. Daher hängt die Hornbildung zusammen mit der ganzen Gestalt des Tieres. Hornbildung und Klauenbildung hängen zusammen mit der ganzen Gestaltung des Tieres.
[ 23 ] But starting from there, something else may become clear to you. Have you ever wondered why cows have horns or why certain animals have antlers? That is an extraordinarily important question. But what science has to offer on this subject is usually something extraordinarily one-sided and superficial. Let’s answer the question of why cows have horns. You see, I’ve said that the organic, the living, does not always have to have only outward-directed currents of force, but can also have inward-directed currents of force. Now imagine such an organic being that is lumpy in form, with outward-directed currents of force and inward-directed currents of force. The result would be quite irregular, and what would emerge would indeed be an organic, lumpy form—a lumpy living being. We would have cows with a very strange appearance if that were the case. They would all be lumpy, with small foot attachments, as they still are in the first embryonic stage. They would remain that way; they would look grotesque. But that is not how the cow is constructed; rather, the cow has horns and hooves. What happens at the points where the hoof and the horn grow? There a place is formed that directs the currents inward with particular intensity. There, the exterior is sealed off with exceptional strength. Not only is communication through the permeable skin or hair [blocked], but the gates for what flows outward are completely sealed off. Therefore, horn formation is connected to the animal’s entire form. Horn formation and hoof formation are connected to the animal’s entire structure.
[ 24 ] In ganz anderer Weise ist es bei der Geweihbildung. Bei der Geweihbildung handelt es sich nicht darum, dass die Ströme zurückgeführt werden in den Organismus, sondern dass gewisse Strömungen gerade ein Stück nach außen geführt werden, dass Ventile da sind, wodurch gewisse Strömungen — die müssen ja nicht immer flüssig und luftförmig sein, sondern sie können auch Kraftströmungen sein, die in dem Geweih lokalisiert sind —, dass diese da außen entladen werden. Der Hirsch ist schön dadurch, dass er eine starke Kommunikation mit seiner Umgebung dadurch hat, dass er gewisse seiner Strömungen nach außen sendet und mit der Umgebung lebt, dadurch aufnimmt alles dasjenige, was in den Nerven und Sinnen organisch wirkt. Er wird ein nervöser Hirsch. In gewisser Beziehung sind alle die Tiere, die Geweihe haben, von einer leisen Nervosität durchströmt, was man ihnen in den Augen schon ansehen kann.
[ 24 ] Antler formation is a completely different process. Antler formation is not a matter of currents being channeled back into the organism, but rather of certain currents being directed outward to a certain extent; there are valves through which certain currents—which need not always be liquid or gaseous, but can also be currents of force localized in the antlers—are discharged outward. The beauty of the stag lies in the fact that it maintains a strong connection with its surroundings by sending certain currents outward and living in harmony with its environment, thereby absorbing everything that has an organic effect on its nerves and senses. It becomes a nervous stag. In a certain sense, all animals with antlers are permeated by a subtle nervousness, which can already be seen in their eyes.
[ 25 ] Die Kuh hat Hörner, um in sich hineinzusenden dasjenige, was astralisch-ätherisch gestalten soll, was da vordringen soll beim Hineinstreben bis in den Verdauungsorganismus, sodass viel Arbeit entsteht gerade durch die Strahlung, die von Hörnern und Klauen ausgeht, im Verdauungsorganismus. Wer daher die Maul- und Klauenseuche verstehen will, also das Zurückwirken des Peripherischen auf den Verdauungstrakt, der muss diesen Zusammenhang durchschauen. Und unser Maul- und Klauenseuche-Mittel ist aufgebaut auf dem Durchschauen dieses Zusammenhanges. Nun, sehen Sie, dadurch haben Sie im Horn etwas, was durch seine besondere Natur und Wesenheit gut dazu geeignet ist, das Lebendige und Astralische zurückzustrahlen in das innere Leben. Etwas Lebenstrahlendes, und sogar AstralischStrahlendes haben Sie im Horn. Es ist schon so. Würden Sie im lebendigen Kuhorganismus herumkriechen können, so würden Sie, wenn Sie drin wären im Bauch der Kuh, das riechen, wie von den Hörnern aus das Astralisch-Lebendige nach innen strömt. Bei den Klauen ist das in einer ähnlichen Weise der Fall.
[ 25 ] The cow has horns to channel into itself that which is to take astral-etheric form—that which is to penetrate as it strives inward into the digestive system—so that a great deal of work is generated in the digestive system precisely through the radiation emanating from the horns and hooves. Therefore, anyone who wants to understand foot-and-mouth disease—that is, the effect of the peripheral on the digestive tract—must grasp this connection. And our foot-and-mouth disease remedy is based on an understanding of this connection. Now, you see, this means that in the horn you have something which, due to its special nature and essence, is well suited to radiating the living and astral back into the inner life. In the horn you have something that radiates life, and even astral radiance. It is indeed so. If you could crawl around inside the living cow’s organism, once you were inside the cow’s belly, you would smell how the astral-life force flows inward from the horns. The same is true of the hooves in a similar way.
[ 26 ] Sehen Sie, das gibt nun einen Fingerzeig zu solchen Dingen, wie sie von unserer Seite empfohlen werden können, um dasjenige, was nun zum gewöhnlichen Stalldünger verwendet wird, in seiner Wirksamkeit weiter zu erhöhen. Der gewöhnliche Stalldünger, was ist er denn eigentlich? Der gewöhnliche Stalldünger ist dasjenige, was in das Tier hereingekommen ist an äußerer Nahrung, bis zu einem gewissen Grade, bis zu einem gewissen Punkte vom Organismus aufgenommen worden ist, dazu Veranlassung gegeben hat, dass Kraftwirkungen dynamisch im Organismus entstehen, aber eigentlich nicht in erster Linie zur Bereicherung mit Substanz verwendet wird, sondern wieder ausgeschieden wird. Aber es war im Organismus, es hat sich durchdrungen mit Astralischem und mit Ätherischem. Es hat sich durchzogen im Astralischen mit den Kräften, die stickstofftragend sind, im Ätherischen mit den Kräften, die sauerstofftragend sind. Mit dem hat sich die Masse, die nun als Mist erscheint, durchdrungen.
[ 26 ] You see, this gives us a clue as to the kinds of measures we can recommend to further increase the effectiveness of what is currently used as ordinary barn manure. Ordinary stable manure—what exactly is it? Ordinary stable manure is that part of the external food that has entered the animal and, to a certain degree, up to a certain point, has been absorbed by the organism, giving rise to dynamic forces within the organism, but which is not primarily used to enrich the body with substance, but is instead excreted again. But it was within the organism; it became imbued with astral and etheric elements. In the astral realm, it became permeated with nitrogen-bearing forces; in the etheric realm, with oxygen-bearing forces. The mass that now appears as manure has been imbued with these forces.
[ 27 ] Denken Sie nun, wir nehmen diese Mas: ergeben sie der Erde in irgendeiner Form — wir werden auf die Einzelheiten noch eingehen —, wir geben ja eigentlich der Erde ein Ätherisch-Astralisches, das rechtmäßigerweise im Bauch des Tieres ist und im Bauch des Tieres da Kräfte erzeugt von pflanzlicher Art. Denn die Kräfte, die wir in unserem Verdauungstrakt erzeugen, sind von pflanzlicher Art. Wir müssen eigentlich furchtbar dankbar sein, dass der Mist übrig bleibt; denn er trägt Ätherisches und Astralisches aus dem Innern der Organe heraus ins Freie. Das bleibt daran. Wir müssen es nur in entsprechender Weise erhalten, sodass wir also im Mist vor uns haben etwas, was ätherisch und astralisch ist. Dadurch wirkt es schon belebend und auch astralisierend auf den Erdboden, im Erdigen. Nicht bloß im Wässrigen, sondern namentlich im Erdigen. Es hat die Kraft, das Unorganische des Erdigen zu überwinden.
[ 27 ] Now consider this: when we take this manure—and return it to the earth in some form (we will go into the details later)—we are actually giving back to the earth an etheric-astral substance that rightfully belongs in the animal’s gut, where it generates plant-like forces. For the forces we generate in our digestive tract are of a plant-like nature. We really ought to be tremendously grateful that manure remains; for it carries the etheric and astral out of the interior of the organs into the open. That is what remains in it. We need only preserve it in an appropriate manner so that what we have before us in the manure is something that is ethereal and astral. Through this, it already has a vitalizing and also astralizing effect on the soil, on the earthly realm. Not merely in the aqueous realm, but specifically in the earthly realm. It has the power to overcome the inorganic aspect of the earthly realm.
[ 28 ] Nun, es muss ja natürlich dasjenige, was da der Erde übergeben wird, seine ursprüngliche Form, die es hatte, ehe es aufgenommen wurde als Nahrungsmittel, verlieren, denn es muss eben durch einen inneren organischen Prozess des Stoffwechselsystems durchgegangen sein. Es wird in gewisser Beziehung in Zersetzung, in Auflösung begriffen sein. Aber am besten ist es, wenn es eben in dem Punkte ist, wo es durch sein eigenes Ätherisches und Astralisches in Auflösung begriffen ist. Da stellen sich dann die Parasiten, die kleinsten Lebewesen ein. Die haben da einen guten Nährboden. Deshalb glaubt man ja auch, dass nun diese parasitären Wesen mit der Güte des Düngers überhaupt etwas zu tun haben. Diese sind aber eigentlich nur die Anzeichen dafür, dass der Dünger in diesem oder jenem Zustande ist. Dadurch, dass sie dies anzeigen, können sie Bedeutung haben. Aber wenn wir glauben, dass wir durch Impfung mit diesen Bakterien und dergleichen den Dünger radikal besser machen können, so geben wir uns doch eben einer Täuschung hin. Das kann dem äußeren Schein nach zunächst der Fall sein, aber in Wirklichkeit ist es nicht der Fall. Ich werde darauf noch zu sprechen kommen, inwiefern diese Dinge in Wirklichkeit nicht der Fall sind. Aber gehen wir jetzt weiter.
[ 28 ] Well, of course, whatever is returned to the earth must lose the original form it had before it was ingested as food, because it must have undergone an internal organic process within the metabolic system. In a certain sense, it will be in a state of decomposition, of dissolution. But it is best when it is at the point where it is in the process of dissolution through its own etheric and astral bodies. That is when the parasites—the tiniest living beings—appear. They find a good breeding ground there. That is why people believe that these parasitic organisms have anything to do with the quality of the fertilizer at all. But they are actually only signs that the fertilizer is in one state or another. Because they indicate this, they can be significant. But if we believe that we can radically improve the fertilizer by inoculating it with these bacteria and the like, then we are simply deluding ourselves. Outwardly, this may appear to be the case at first, but in reality, it is not. I will return to this later to explain to what extent these things are not actually the case. But let’s move on now.
[ 29 ] Nehmen wir Dünger, wie wir ihn bekommen können, stopfen wir damit ein Kuhhorn aus und geben wir in einer gewissen Tiefe — ich will sagen etwa dreiviertel bis einhalb Meter tief, wenn wir einen unten nicht zu tonigen oder zu sandigen Boden haben — das Kuhhorn in die Erde. Wir können ja einen guten Boden dazu, der nicht sandig ist, auswählen. Sehen Sie, dadurch, dass wir nun das Kuhhorn mit seinem Mistinhalt eingegraben haben, dadurch konservieren wir im Kuhhorn drinnen die Kräfte, die das Kuhhorn gewohnt war, in der Kuh selber auszuüben, nämlich rückzustrahlen dasjenige, was Belebendes und Astralisches ist. Dadurch, dass das Kuhhorn äußerlich von der Erde umgeben ist, strahlen alle Strahlen in seine innere Höhlung hinein, die im Sinne der Ätherisierung und Astralisierung gehen. Und es wird der Mistinhalt des Kuhhorns mit diesen Kräften, die nun dadurch alles heranziehen aus der umliegenden Erde, was belebend und astralisch ist, es wird der ganze Inhalt des Kuhhorns den ganzen Winter hindurch, wo die Erde also am meisten belebt ist, innerlich belebt. Innerlich belebt ist die Erde am meisten im Winter. Das ganze Lebendige wird konserviert in diesem Mist, und man bekommt dadurch eine außerordentlich konzentrierte, belebende Düngungskraft in dem Inhalte des Kuhhorns.
[ 29 ] Let’s take some manure—whatever we can get—stuff it into a cow horn, and bury the horn in the ground at a certain depth—I’d say about three-quarters to one and a half meters deep, provided the soil below isn’t too clayey or too sandy. We can, of course, choose a good spot for this—one that isn’t sandy. You see, by burying the cow horn with its manure contents, we preserve within the horn the forces that the cow horn was accustomed to exerting within the cow itself—namely, to radiate back that which is life-giving and astral. Because the cow horn is surrounded by earth on the outside, all the rays that work toward etherization and astrification radiate into its inner cavity. And the manure inside the cowhorn, through these forces—which now draw from the surrounding earth everything that is vitalizing and astral—the entire contents of the cowhorn are internally vitalized throughout the winter, when the earth is most vitalized. The earth is most internally enlivened in winter. All that is living is preserved in this manure, and as a result, one obtains an extraordinarily concentrated, life-giving fertilizing power within the contents of the cowhorn.
[ 30 ] Dann kann man das Kuhhorn ausgraben; man nimmt dasjenige, was da als Mist drin ist, heraus. Bei unseren letzten Proben in Dornach haben sich die Herrschaften selber davon überzeugt, dass, als wir den Mist herausgenommen haben, er überhaupt nicht mehr gestunken hat. Es war das ganz auffällig. Er hatte keinen Geruch mehr, aber er fing natürlich an, etwas zu riechen, als er nun wieder mit Wasser bearbeitet wurde. Das bezeugt, dass alles Riechende in ihm konzentriert und verarbeitet ist. Da ist eine ungeheure Kraft darinnen an Astralischem und an Ätherischem, die Sie brauchen können dadurch, dass Sie nun dasjenige, was Sie da aus dem Kuhhorn herausnehmen, nachdem es überwintert hat, mit gewöhnlichem Wasser, das nur vielleicht etwas erwärmt sein sollte, verdünnen. Es hat sich immer ergeben, indem ich zuerst die Fläche angeschaut habe, die da gedüngt werden sollte — man bekommt dadurch einen Eindruck über das Quantitative —, wenn man mit solchem Dünger versorgen will eine Fläche, die etwa so groß ist wie, sagen wir, von dem dritten Fenster vielleicht bis zu dem ersten Quergang, man dazu nur ein Kuhhorn braucht, dessen Inhalt man verdünnt in etwa einem halben Eimer Wasser. Dann hat man nötig, diesen ganzen Inhalt des Kuhhorns aber in eine gründliche Verbindung zu bringen mit dem Wasser. Das heißt, man muss jetzt anfangen zu rühren, und zwar so zu rühren, dass man schnell rührt am Rande des Eimers, an der Peripherie herumrührt, sodass sich im Innern fast bis zum Boden herunter ein Krater bildet, sodass das Ganze in der Tat rundherum durch Drehung in Rotierung ist. Dann dreht man schnell um, sodass das Ganze nun nach der entgegengesetzten Seite brodelt. Wenn man das eine Stunde fortsetzt, so bekommt man eine gründliche Durchdringung.
[ 30 ] Then you can dig up the cow horn; you take out whatever manure is inside it. During our last experiments in Dornach, the participants saw for themselves that when we removed the manure, it no longer smelled at all. It was quite striking. It no longer had any odor, but of course it began to smell a bit again once it was treated with water. This proves that everything that gives off a smell is concentrated and processed within it. There is an immense power within it—both astral and etheric—which you can utilize by diluting what you remove from the cow’s horn, after it has spent the winter there, with ordinary water, which should perhaps be slightly warmed. It has always been the case—based on my first inspection of the area to be fertilized (which gives one an impression of the quantity required)—that if one wishes to apply such fertilizer to an area roughly the size of, say, from the third window to the first cross-aisle, one needs only one cowhorn, the contents of which are diluted in about half a bucket of water. Then you need to ensure that the entire contents of the cow horn are thoroughly mixed with the water. That means you must now begin stirring—and stir in such a way that you stir quickly along the edge of the bucket, moving around the periphery, so that a vortex forms inside, almost down to the bottom, so that the whole mixture is indeed rotating all around. Then you quickly turn it over so that the mixture now bubbles on the opposite side. If you continue this for an hour, you’ll achieve thorough blending.
[ 31 ] Ja, Sie müssen nur bedenken, wie wenig man braucht an Arbeit. Die Arbeitslast wird nicht sehr groß sein für diese Dinge. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass die sonst unbeschäftigten Mitglieder einer Landwirtschaft ein besonderes Vergnügen haben werden, gerade in dieser Weise wenigstens im Anfang dieser Sache Mist zu rühren. Wenn also die Haustöchter und Haussöhne das besorgen, so könnte es in der wunderbarsten Weise besorgt werden. Denn es ist ein sehr angenehmes Gefühl, zu entdecken, wie eben ein doch noch leise gehaltener Duft aus dem ganz Duftlosen sich herausentwickelt. Dieses persönliche Verhältnis, das Sie entwickeln können zu der Sache, hat etwas außerordentlich Wohltuendes für den Menschen, der gerne die Natur im Allgemeinen wahrnimmt, nicht nur so, wie es im Baedeker steht.
[ 31 ] Yes, you just have to consider how little work is required. The workload won’t be very heavy for these tasks. Besides, I could imagine that the otherwise idle members of a farming household would take particular pleasure in, at least in the beginning, stirring up manure in this way. So if the daughters and sons of the household take care of this, it could be done in the most wonderful way. For it is a very pleasant feeling to discover how a faint scent gradually emerges from something that was completely odorless. This personal connection that you can develop with the task has an extraordinarily soothing effect on people who enjoy experiencing nature in general, not just as it’s described in the Baedeker.
[ 32 ] Sehen Sie, dann wird es sich nur darum handeln — bei kleinen Flächen kann man es mithilfe einer gewöhnlichen Spritze tun —, die Sache auszuspritzen über geackerten Boden, sodass es sich mit dem Erdreich vereinigt. Es ist ja selbstverständlich, dass man nötig hat, dann die Sache so zu machen, dass man für größere Flächen besondere Maschinen wird konstruieren müssen. Aber wenn man es nun dahin bringt, das gewöhnliche Düngen mit dieser Art, ich möchte sagen, «geistigem Miste» zu verbinden, dann wird man schon schen, welche Fruchtbarkeit aus diesen Dingen hervorgehen kann. Namentlich wird man sehen, dass diese Dinge ja entwickelbar sind in einer ganz außerordentlichen Weise. Denn es kann sich gleich an diese Maßnahme, die ich eben beschrieben habe, eine andere anschließen, die in Folgendem bestehen kann:
[ 32 ] You see, then it will simply be a matter of—for small areas, you can do this with an ordinary sprayer—spraying the substance over tilled soil so that it mixes with the earth. It goes without saying that for larger areas, one will need to design special machines to carry out the process. But once we manage to combine ordinary fertilization with this kind of—I would say—“spiritual manure,” we will see what fertility can result from these things. In particular, one will see that these things can indeed be developed in a truly extraordinary way. For the measure I have just described can be immediately followed by another, which might consist of the following:
[ 33 ] Man nimmt wiederum Kuhhörner, füllt sie aber jetzt aus nicht mit Mist, sondern füllt sie aus mit bis zu Mehl zerriebenem Quarz ‚oder Kiesel, oder auch [Orthoklas-Feldspat], und bildet aus diesem einen Brei, der etwa die Dicke eines ganz dünnen Teiges hat, und füllt damit das Kuhhorn aus. Jetzt, statt dass man das Kuhhorn überwintern lässt, lässt man es übersommern, nimmt es alsdann, nachdem es übersommert hat, im Spätherbst heraus, bewahrt nun den Inhalt bis zum nächsten Frühjahr, dann nimmt man heraus dasjenige, was da dem sommerlichen Leben in der Erde ausgesetzt war, und behandelt es in ähnlicher Weise, nur dass man jetzt viel geringere Quantitäten braucht, Sie können also ein erbsengroßes Stückchen verteilen durch Rühren auf einen Eimer Wasser, vielleicht auch nur ein stecknadelkopfgroßes Stückchen. Nur muss man das auch eine Stunde lang rühren. Wenn Sie das verwenden zum äußeren Bespritzen der Pflanzen selber — es wird sich insbesondere bewähren bei Gemüsepflanzen und dergleichen —, nicht zum brutalen Begießen, sondern zu einem Bespritzen, dann werden Sie sehen, wie nun das der Wirkung, die von der anderen Seite durch den Kuhhornmist aus der Erde kommt, unterstützend zur Seite steht.
[ 33 ] Once again, cow horns are used, but this time they are not filled with manure; instead, they are filled with quartz—or pebbles, or even [orthoclase feldspar]—ground into a fine powder, which is then mixed into a paste about as thick as very thin dough, and used to fill the cow horn. Now, instead of letting the cow horn sit over the winter, it is left out over the summer; then, after it has spent the summer outdoors, it is removed in late fall, and the contents are stored until the following spring. At that time, the portion that was exposed to the summer conditions in the soil is removed and treated in a similar manner, except that much smaller quantities are now needed, So you can disperse a pea-sized piece by stirring it into a bucket of water—perhaps even just a pinhead-sized piece. You just have to stir it for an hour. If you use this to spray the plants themselves—it will prove particularly effective for vegetable plants and the like—not for heavy watering, but for light spraying, then you will see how it supports the effect that comes from the other side, from the cow horn manure in the soil.
[ 34 ] Und wenn man einmal, was ja gar nicht so, ich möchte sagen, uneben wäre, die Sache auch wirklich für Felder ausdehnen würde — warum sollte denn es nicht auch möglich sein, Maschinen zu haben, sie werden nicht so schwer herzustellen sein, die einfach über ganze Felder die ganz schwache Bespritzung, die wir brauchen, ausgießen —, dann würden Sie sehen, wie der Kuhhornmist von unten heraufstößt, das andere von oben zieht, weder zu schwach noch zu stark zieht. Und in wunderbarer Weise, gerade bei Saatfrüchten, könnte das wirken.
[ 34 ] And even if—which, I would say, isn’t really that far-fetched—one were to actually extend this approach to fields—why shouldn’t it also be possible to have machines, they won’t be that difficult to manufacture—that simply dispense the very light spray we need across entire fields—then you would see how the cowhorn manure pushes up from below and the other pulls from above, neither too weakly nor too strongly. And this could work wonderfully, especially with seed crops.
[ 35 ] Sehen Sie, die Dinge werden eben, ich möchte sagen, aus einem größeren Kreis der Betrachtung herausgenommen, nicht aus demjenigen, was man gerade mit der einen Sache macht, was eben wirklich so ist, wie wenn man aus dem Finger den ganzen Menschen aufbauen wollte theoretisch; und dadurch wird ja gewiss etwas erreicht, was wirklich auch nicht zu unterschätzen Sehen Sie, das, was man heute untersucht, was dem Landwirt, wie man sagt, produktiv sein kann, zuletzt kommt es doch nur darauf hinaus, dass man untersucht, wie man die Produktion finanziell am erträgnisreichsten machen kann. Es kommt auf viel anderes nicht an. Nicht wahr — gewiss, man denkt nicht immer daran, aber unbewusst liegt das doch zugrunde —, man ist dann erstaunt als Landwirt, wenn man durch irgendeine Maßnahme augenblicklich große Erfolge erzielt, große Kartoffeln hat, etwas hat, was Größe hat, was schwillt. Ja, aber man geht von da aus nicht weiter in der Untersuchung, denn das alles ist nicht das Wichtigste bei der Sache.
[ 35 ] You see, things are—I would say—viewed from a broader perspective, not just in terms of what one is currently doing with that one thing, which is really just like trying to construct the entire human being theoretically from a single finger; and through that, of course, something is achieved that really shouldn’t be underestimated. You see, what is being studied today—what is said to be productive for the farmer—ultimately boils down to nothing more than examining how to make production as financially profitable as possible. Little else matters. Isn’t that right?—certainly, one doesn’t always think about it, but subconsciously that is the underlying premise—and as a farmer, one is then amazed when, through some measure, one achieves immediate great success: large potatoes, something that is big, something that swells. Yes, but one doesn’t take the investigation any further from there, because none of that is the most important aspect of the matter.
[ 36 ] Das Wichtigste ist, wenn die Dinge an den Menschen herankommen, dass sie seinem Dasein am allergedeihlichsten sind. Sie können ja irgendwelche Frucht ziehen, die glänzend aussieht, auf dem Felde oder im Obstgarten, aber sie ist vielleicht für den Menschen nur magenfüllend, nicht eigentlich sein inneres Dasein organisch befördernd. Aber bis zu diesem Punkte, dass der Mensch die beste Art von Nahrung für seinen Organismus erhält, kann es ja diese Wissenschaft heute nicht bringen, weil sie dazu gar nicht den Weg findet.
[ 36 ] The most important thing is that, when things come to a person, they be most beneficial to his existence. They may indeed produce some kind of fruit that looks splendid in the field or in the orchard, but it may serve only to fill a person’s stomach, without actually promoting their inner being in an organic way. But this science cannot yet reach the point where a person receives the best kind of nourishment for their organism, because it cannot find the way to do so.
[ 37 ] Aber Sie sehen, in dem, was so gesprochen wird aus der Geisteswissenschaft heraus, liegt ja zugrunde der ganze Haushalt der Natur. Es wird aus dem Ganzen heraus gedacht; [daher ist das Einzelne, was man sagen muss, maßgebend für das Ganze.] Es kann gar nichts anderes herauskommen, wenn man so die Landwirtschaft betreibt, als dass sie für den Menschen und für die Tiere das Beste gibt. Es wird sogar überall bei der Betrachtung von dem Menschen ausgegangen, der Mensch wird zur Grundlage gemacht. Dadurch ergeben sich die Winke, die gegeben werden dafür, dass sich die Menschennatur am allerbesten unterhält. Das ist dasjenige, was diese Form von Betrachtung unterscheidet von denjenigen, die heute üblich sind.
[ 37 ] But you see, what is spoken of in this way from the perspective of spiritual science is, in fact, the very foundation of the entire order of nature. It is conceived from the whole; [therefore, the individual details that must be addressed are decisive for the whole.] When agriculture is practiced in this way, the result can be nothing other than that it provides the very best for both humans and animals. In fact, the human being is the starting point for every consideration; the human being is made the foundation. This gives rise to the guidelines that ensure human nature is sustained in the very best possible way. This is what distinguishes this form of consideration from those that are common today.
Erste Fragenbeantwortung
First Question and Answer Session
Geht die Verdünnung in arithmetischer Art weiter?
Does the dilution continue in an arithmetic progression?
[ 38 ] Rudolf Steiner: Man wird ja in Bezug darauf einiges auszusprechen haben. Die Wahrscheinlichkeit, die sich ergeben wird, ist diese, dass man mit der Zunahme der Fläche größere Wassermengen, weniger Kuhhörner brauchen wird, sodass man also mit verhältnismäßig wenigen Kuhhörnern große Flächen wird düngen können. Wir hatten in Dornach fünfundzwanzig Kuhhörner und haben davon verteilt vorläufig auf einen größeren Garten. Wir hatten dabei genommen ein Horn auf einen halben Eimer. Dann haben wir noch einmal angesetzt einen ganzen Eimer mit zwei Kuhhörnern. Dann hatten wir noch eine Fläche zu düngen, die war wesentlich größer: sieben Kuhhörner auf sieben Eimer.
[ 38 ] Rudolf Steiner: There will certainly be a lot to say about this. The likely outcome is that, as the area increases, we will need larger quantities of water and fewer cow horns, so that we will be able to fertilize large areas with relatively few cow horns. In Dornach, we had twenty-five cow horns and initially distributed them over a larger garden. We used one horn per half bucket. Then we prepared another batch using two cow horns per whole bucket. After that, we had another area to fertilize that was considerably larger: seven cow horns per seven buckets.
Darf man zum Rühren des Mistes für größere Flächen ein Rührwerk benutzen oder ist das nicht angängig?
Is it okay to use a mixer to turn the manure on larger areas, or is that not allowed?
[ 39 ] Das ist natürlich etwas, was entweder streng aufgefasst werden kann, oder wo man sich auch entschließen kann, allmählich in Surrogatmäßiges hineinzurutschen. Es ist schon ganz zweifellos, dass das Rühren mit der Hand doch etwas anderes bedeutet als das maschinenmäßige Rühren. Das wird der Mechanist natürlich nicht zugeben. Aber bedenken Sie nur, was für ein gewaltiger Unterschied ist, ob Sie mit der Hand wirklich rühren, dabei alle die feinen Bewegungen mit hineinbekommen in das Rühren, die die Hand ausführt, alle die Dinge, die eventuell hineinkommen, eventuell auch die Empfindungen, ob das alles hineinkommt oder ob man einfach maschinenmäßig das umrührt. Natürlich glauben ja heute die Leute das nicht, dass dieser Unterschied in Betracht komme, aber man merkt das auch durchaus im Medizinischen. Glauben Sie, dass es durchaus nicht einerlei ist, ob man irgendein Heilmittel mehr manuell oder maschinenmäßig herstellt. Der Mensch gibt den Dingen etwas mit, wenn er sie selber bearbeitet — so etwas müssen Sie nicht belächeln. Ich bin öfter befragt worden — eine Anzahl von Ihnen wird ja die Ritter’schen Heilmittel in der Medizin kennen —, was ich von den Ritter’schen Heilmitteln halte. sen ja vielleicht, dass von diesen Ritter’schen Heilmitteln die einen große Heilhymnen singen, andere verbreiten, sie haben keine besonderen Wirkungen. Die Wirkungen sind ja selbstverständlich da, aber ich bin auch fest davon überzeugt, dass, wenn gerade diese Mittel allgemein in den Handel eingeführt werden, dass sie dann ihre Wirkungen wesentlich verlieren, weil gerade bei diesen Mitteln es nicht einerlei ist, ob der Arzt selber im Besitze des Mittels ist und dieses unmittelbar dem Patienten übergibt. Der Arzt bringt nämlich, wenn er so etwas an den Patienten abgibt, wenn das alles nur in einem kleinen Kreis geschieht, einen gewissen Enthusiasmus mit. Nun werden Sie sagen, der Enthusiasmus wiegt nichts, den kann man nicht abwiegen. Aber er vibriert mit, und die Ärzte sind begeistert, wenn sie enthusiasmiert sind. Es wirkt Licht sehr stark auf die Heilmittel, warum soll nicht auch die Begeisterung auf sie wirken? Aber er vermittelt und er wirkt viel, sodass die heutigen begeisterten Ärzte große Wirkungen hervorrufen können. Das Rittermittel wirkt gerade dadurch sehr stark. Man wird große Wirkungen hervorrufen können mit der Begeisterung. Wenn Sie aber das handwerksmäßig betreiben, so wird wahrscheinlich die Wirkungsweise verdunsten. Das ist, was bei solchen Dingen in Betracht kommt, ob man irgendetwas mit all dem macht, was von der menschlichen Hand ausgeht — und es geht vieles von der menschlichen Hand aus — oder ob man es mit der Maschine macht. Aber es könnte sich nach und nach herausstellen, dass das ein großes Vergnügen ist, dieses Rühren vorzunehmen, sodass man an einen maschinenmäßigen Betrieb, wo man viele Kuhhörner braucht, gar nicht denken wird. Man wird dazu kommen, dass man das einfach an Sonntagen zum Nachtisch machen wird. Dann wird schon einfach dadurch, wenn man viele Gäste einzuladen hat, und das an Sonntagen macht, und die nötige Unterhaltung dabei hat, das Allerschönste dabei erreicht werden ohne Maschinen.
[ 39 ] Of course, this is something that can either be interpreted strictly, or where one might also decide to gradually slip into a sort of surrogate approach. There is no doubt at all that stirring by hand means something different from machine-like stirring. The mechanist, of course, will not admit this. But just consider what a tremendous difference there is between actually stirring by hand—incorporating all the subtle movements that the hand makes into the stirring, all the elements that might be introduced, perhaps even the sensations—and whether all of that is incorporated, or whether one simply stirs it mechanically. Of course, people today don’t believe that this difference matters, but you can definitely notice it in the medical field as well. Do you believe that it really does make a difference whether a remedy is prepared manually or mechanically? A person imparts something to things when they work on them themselves—you shouldn’t scoff at that. I’ve often been asked—some of you are probably familiar with Ritter’s remedies in medicine—what I think of them. You may have noticed that while some sing the praises of these remedies, others claim they have no particular effects. The effects are, of course, there, but I am also firmly convinced that if these very remedies were to be widely introduced into the market, they would then lose much of their effectiveness, because with these particular remedies, it does matter whether the doctor himself possesses the remedy and administers it directly to the patient. For when the doctor dispenses such a remedy to the patient—provided this all takes place within a small circle—he brings a certain enthusiasm with him. Now you might say that enthusiasm weighs nothing; it cannot be measured. But it resonates, and doctors are inspired when they are enthusiastic. Light has a very strong effect on the remedies—why shouldn’t enthusiasm also have an effect on them? But it conveys and has a powerful effect, so that today’s enthusiastic doctors can bring about great results. The Ritter remedy works very powerfully precisely because of this. One will be able to bring about great results through enthusiasm. But if you approach this in a mechanical, routine manner, the mode of action will likely dissipate. That is what comes into play with such matters: whether one does anything with all that emanates from the human hand—and much does emanate from the human hand—or whether one does it with a machine. But it might gradually turn out that this stirring is such a great pleasure that one will not even think of a machine-based operation requiring many cow horns. People will eventually come to simply make this for dessert on Sundays. Then, simply by inviting many guests over on Sundays and providing the necessary entertainment, the very best results will be achieved without machines.
Die Verteilung eines halben Eimers Wasser auf eine Fläche von einem Drittel Morgen wird technisch schon kleine Schwierigkeiten bieten. Wenn nun die Menge der Kuhhörner gesteigert wird, so steigert sich das alles nicht allein um die Zahl der Kuhhörner, sondern weit schneller. Es würde also die Verteilung wiederum dann noch schwieriger werden. Kann man da diese Menge Wasser noch durch mehr Wasser verdünnen, oder kommt es darauf an, dieses Verhältnis (von einem halben Eimer) zu belassen, wie es ist? Dass man also ungefähr einen halben Eimer auf ein Drittel Morgen nimmt?
Distributing half a bucket of water over an area of one-third of an acre will, technically speaking, present some minor difficulties. If the number of cow horns is increased, the problem doesn’t just increase proportionally with the number of cow horns—it increases much more rapidly. This would make the distribution even more difficult. Is it possible to dilute this amount of water with more water, or is it important to keep this ratio (of half a bucket) as it is? In other words, to use approximately half a bucket per one-third of an acre?
[ 40 ] Das wird man schon können. Aber ich glaube, dass dann die Rührmethode sich ändern muss. Sie können es so machen, dass Sie zunächst in einem halben Eimer Wasser ein Kuhhorn fertig rühren, dann dieses im Eimer verdünnen, dann wird man wiederum rühren müssen; ich glaube aber, dass es dann schon besser wäre, dass man ausrechnet, wie viel weniger Substanz man in einem halben Eimer rühren muss, und dann halbeimerweise rührt, wenn auch weniger als ein Kuhhorn. Es kommt ungeheuer viel darauf an, dass man ein inniges Durchdringen herbeiführt. Es ist ja lange noch nicht, wenn man die Substanz ins Wasser gießt und umrührt, ein wirkliches Durchdringen da. Man muss ein inniges Durchdringen hervorrufen, und es ist immer, wenn man eine nur einigermaßen dicke Substanz hineinschüttet, oder wenn man nicht kräftig rührt, auch keine gründliche Vermischung da. Ich glaube, es ist für den Menschen leichter, wenn er möglichst viele halbe Eimer mit geringen Substanzen verrührt, als wenn er wieder rühren soll das aufgelöste Wasser.
[ 40 ] I'm sure that's possible. But I think the mixing method would have to change. You can do it this way: first mix one cowhorn’s worth in half a bucket of water, then dilute this in the bucket—but you’ll have to stir it again; however, I think it would be better to calculate how much less substance you need to mix in half a bucket, and then mix it in half-bucket batches, even if it’s less than one cowhorn’s worth. It is of the utmost importance to ensure thorough mixing. Simply pouring the substance into the water and stirring it is by no means enough to achieve true mixing. One must bring about a thorough permeation, and whenever one pours in a substance that is even moderately thick, or if one does not stir vigorously, there is no thorough mixing. I believe it is easier for a person to stir as many half-buckets as possible with small amounts of substance than to have to stir the dissolved water again.
Könnte man die Flüssigkeit, in der immer noch feste Bestandteile zurückbleiben werden, durchseihen, um sie mit einem Sprühapparat besser verteilen zu können?
Could the liquid—which will still contain solid particles—be strained so that it can be distributed more effectively using a sprayer?
[ 41 ] Das glaube ich, wird nicht nötig sein. Denn wenn schnell umgedreht wird, dann bekommt man eine ziemlich trübe Flüssigkeit, dann wird man keine Rücksichten zu nehmen brauchen, ob da noch irgendwelche Fremdkörper drinnen sind. Der Mist wird sich richtig verteilen lassen. Reiner Kuhmist ist der beste, aber ich glaube nicht, dass man sich dieser Mühe unterziehen muss, auch wenn fremde Körper drinnen sind, extra eine Reinigung auszuführen. Wenn Fremdkörper drinnen sind, so werden sie unter Umständen, ohne dass sie eine Schädlichkeit haben vielmehr sehr günstig wirken können, weil bei der Konzentrierung und nachmaligen Verdünnung ja tatsächlich nichts anderes als die Strahlung wirkt, nicht mehr die Substanzen, nur noch das dynamische Strahlen, sodass Sie nicht der Gefahr ausgesetzt sind, an der Stelle, wo solch ein Fremdkörper versenkt würde, Kartoffeln zu kriegen, die lange Sprossen hätten und nichts dran. Diese Gefahr wird wohl nicht vorhanden sein.
[ 41 ] I don't think that will be necessary. Because if you turn it over quickly, you'll end up with a pretty murky liquid, and then you won't have to worry about whether there are any foreign objects left inside. The manure will spread out evenly. Pure cow manure is best, but I don’t think you need to go to the trouble of cleaning it specifically, even if there are foreign objects in it. If there are foreign objects in it, under certain circumstances they may—far from being harmful—actually have a very beneficial effect, because during the concentration and subsequent dilution, it’s really nothing but the radiation that’s at work—not the substances anymore, just the dynamic radiation—so you’re not at risk of getting potatoes with long sprouts and no flesh at the spot where such a foreign object would be buried. potatoes with long sprouts and no flesh. This risk is unlikely to exist.
Ich dachte nur an das Verwenden des Sprühapparates.
I was just thinking about using the sprayer.
[ 42 ] Durchseihen kann man es, das schadet nichts. Man könnte am besten gleich die Maschinen so machen, dass sie ein Sieb haben vor dem Versprühen.
[ 42 ] You can strain it; that won't do any harm. The best thing would be to design the machines so that they have a strainer in place before spraying.
Es wurde nicht gesagt, ob man die Masse aus dem Horn abwiegen sollte, um ein proportioniertes Verhältnis zu bekommen. Ist der halbe Eimer ein schweizerischer Eimer oder ist es eine Liter-Angabe?
It wasn't specified whether you should weigh the mixture out of the horn to get the right proportions. Is “half a bucket” a Swiss bucket, or is it a liter?
[ 43 ] Ich habe einen Schweizer Eimer genommen — den Melkeimer in der Schweiz —, die ganze Sache ist ausprobiert worden nach der unmittelbaren Anschauung, Jetzt müsste man es auf die Gewichtsverhältnisse bringen.
[ 43 ] I used a Swiss bucket—the milking bucket used in Switzerland—and the whole thing was tested based on direct observation. Now we need to calculate the weight ratios.
Kann man die Kuhhörner öfters gebrauchen, oder müssen sie immer von frisch geschlachteten Tieren sein?
Can cow horns be reused, or do they always have to come from freshly slaughtered animals?
[ 44 ] Ich denke — wir haben diese Sache nicht ausprobiert —, dass nach dem, was man wissen kann über solche Dinge, man die Kuhhörner drei bis vier Mal hintereinander wird brauchen können, dass es aber dann nicht mehr ganz stimmen wird. Es könnte ja sein, dass unter Umständen die Möglichkeit auch bestünde, dadurch, dass man vielleicht die Kuhhörner dann, nachdem man sie drei bis vier Jahre gebraucht hat, im Kuhstall aufbewahrt, dass man sie dann für ein weiteres Jahr verwenden könnte. Ich habe aber keine Idee, wie viel einer Landwirtschaft an Kuhhörnern zur Verfügung stehen, ob man nötig hat, da besonders sparsam vorzugehen oder nicht. Eine Frage, die ich jetzt nicht entscheiden kann.
[ 44 ] I think—we haven’t tried this out yet—that, based on what we know about these things, you’ll be able to use the cow horns three or four times in a row, but after that, they won’t work quite as well anymore. It could be that, under certain circumstances, there might be a possibility—by storing the cow horns in the barn after using them for three to four years—that they could then be used for another year. However, I have no idea how many cow horns a farm has at its disposal, or whether one needs to be particularly frugal with them or not. That’s a question I can’t answer right now.
Woher kann man die Kuhhörner beziehen? Müssen die aus der osteuropäischen oder mitteleuropäischen Gegend genommen sein?
Where can I buy cow horns? Do they have to come from Eastern or Central Europe?
[ 45 ] Woher man Kuhhörner nimmt, ist ganz gleichgültig, man muss sie nur nicht vom Schindacker nehmen, sie müssen möglichst frisch sein. Es ist ja allerdings das Merkwürdige, so paradox es klingt, dass westliches Leben, Leben auf der westlichen Halbkugel ganz anders ist als Leben auf der östlichen Halbkugel. Leben in Afrika, Asien, Europa bedeutet etwas anderes als Leben in Amerika. So könnte es vielleicht sein, dass unter Umständen Hörner von amerikanischem Vieh in etwas anderer Weise zur Wirksamkeit zu bringen sein werden. Vielleicht könnte sich das herausstellen, dass man bei diesen Hörnern genötigt ist, den Mist etwas zu verdicken, dichter zu machen, mehr aneinanderzuhämmern. Hörner aus der Gegend nehmen, wo man ist, das ist das allerbeste. Es ist eine ungeheuer starke Verwandtschaft zwischen den Kräften, die in den Kuhhörnern einer Gegend sind, und den Kräften, die sonst in dieser Gegend sind, während fremde Hörnerkräfte mit den Dingen, die in der Erde sind, streiten können. Nun, da muss man auch berücksichtigen, dass es ja sehr häufig so ist, dass die Kühe, die Hörner liefern werden in irgendeiner Gegend, nicht unmittelbar aus dieser Gegend stammen. Da wird man darüber hinwegkommen, [da wird man] berücksichtigen müssen, dass, wenn die Kuh etwa drei bis vier Jahre auf einem bestimmten Boden gefressen, also gelebt hat, dass sie dann zu diesem Boden gehört, wenn es nicht westliches Vieh ist.
[ 45 ] It doesn’t matter where you get the cow horns from; you just have to make sure they’re not from Schindacker, and they need to be as fresh as possible. It is, however, curious—as paradoxical as it sounds—that life in the Western Hemisphere is completely different from life in the Eastern Hemisphere. Life in Africa, Asia, and Europe means something different than life in America. So it might be that, under certain circumstances, horns from American cattle will need to be prepared in a slightly different way to be effective. Perhaps it could turn out that, with these horns, one is forced to thicken the manure a bit, make it denser, and pack it more tightly together. Using horns from the area where you are is the very best option. There is an incredibly strong affinity between the forces present in the cow horns of a given region and the forces that are otherwise present in that region, whereas foreign horn forces can conflict with the elements found in the earth. Now, one must also take into account that it is very often the case that the cows that will provide horns in a given region do not originate directly from that region. One will have to get past this, [one will have to] take into account that if the cow has grazed—that is, lived—on a particular piece of land for about three to four years, then she belongs to that land, provided she is not Western cattle.
Wie alt dürfen diese Hörner sein? Müssen sie von einer alten oder Jungen Kuh sein?
How old can these horns be? Do they have to come from an old or a young cow?
[ 46 ] Ich meine — alles dies muss durchversucht werden — nach dem Wesen der Sache, dass halbalte, im mittleren Kuhalter stehende Hörner die allerbesten sein würden.
[ 46 ] I mean—all of this needs to be thoroughly tested—given the nature of the matter, horns from cows in their middle years would be the very best.
Wie groß müssen die Hörner sein?
How big do the horns need to be?
[ 47 ] (Dr. Steiner zeichnet die Größe des Horns auf die Tafel — ca. 30 bis Tafel 4 40 cm lang. Danach ist die gewöhnliche Horngröße eines Allgäuer Viehs gemeint.)
[ 47 ] (Dr. Steiner draws the size of the horn on the board—about 30 to 40 cm long. This refers to the typical horn size of cattle from the Allgäu region.)
Ist es nicht auch wesentlich, ob das Horn von einem Schnittochsen oder von einem männlichen oder weiblichen Tier genommen wird?
Doesn't it also matter whether the horn comes from a castrated bull or from a male or female animal?
[ 48 ] Es ist die größte Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass von Ochsen die Sache überhaupt nicht wirkt, dass bei einem Stier sie verhältnismäßig schwach wirkt. Deshalb sage ich auch immer Kuhhörner, Kühe sind in der Regel weiblichen Geschlechts! Ich meine das weibliche Tier.
[ 48 ] It is most likely that this method won't work at all with oxen, and that it will have a relatively weak effect on a bull. That's why I always say “cow horns”—cows are usually female! I'm referring to the female animal.
Wann sät man Getreidepflanzen, Brotkorn, am besten aus?
When is the best time to plant grain crops, such as bread grain?
[ 49 ] Nicht wahr, es wird sich die Antwort auf diese Frage genau ergeben, wenn ich die Aussaat im Vortrag bespreche. Die Aussaat ist natürlich außerordentlich wichtig, und es ist ein großer Unterschied, ob man nahe an den Wintermonaten oder ob man weniger nahe an den Wintermonaten ist. Wenn man nahe an den Wintermonaten ist, dann wird man eine starke Reproduktionsfähigkeit, wenn man weiter von den Wintermonaten ist, eine starke Nährhaftigkeit in den Getreidepflanzen bewirken.
[ 49 ] Isn't that right? The answer to this question will become clear when I discuss sowing in the lecture. Sowing is, of course, extremely important, and it makes a big difference whether one is close to the winter months or farther from them. If one is close to the winter months, this will result in strong reproductive capacity in the grain plants; if one is farther from the winter months, it will result in strong nutrient retention in the grain plants.
Kann man den Kuhhornmist auch mit Sand verteilen? Hat Regen dabei eine Bedeutung?
Can cow manure also be spread with sand? Does rain play a role in this?
[ 50 ] Was sich auf den Sand bezieht, so mag man das tun. Wir haben es nicht probiert. Es ist gar nichts dagegen. Wie natürlich der Regen wirkt, das ist etwas, was man erst noch einmal versuchen müsste. Es istanzunchmen, dass der Regen keine Veränderung dabei hervorruft, eventuell sogar eine Befestigung der Sache wird bewirken können. Aber auf der anderen Seite handelt es sich doch um eine so starke Konzentration von Kräften, dass man schon auch denken könnte, dass durch den kleinen Stoß, der ausgeübt wird beim fallenden Regentropfen, zu viel versprüht werden könnte. Es ist wirklich eine feine Wirkung, und man muss das alles in Betracht ziehen. Beim Hinbreiten durch Sand zwischen dem Kuhmist wird nichts einzuwenden sein.
[ 50 ] As for the sand, you might try that. We haven’t tried it ourselves. There’s nothing wrong with it. How natural the rain looks is something you’d have to try out for yourself. It seems to us that the rain doesn’t cause any changes—it might even help to stabilize the structure. But on the other hand, the concentration of forces is so great that one might think the slight impact caused by falling raindrops could cause too much of it to be scattered. It really is a subtle effect, and you have to take all of that into account. There should be no problem spreading it through the sand mixed with cow manure.
Wie sind bei der Aufbewahrung des Kuhhorns und seines Inhalts irgendwelche schädlichen Einflüsse abzuhalten?
How can harmful influences be prevented when storing the cow horn and its contents?
[ 51 ] Im Allgemeinen gilt bei solchen Dingen dieses, dass das Entfernen der sogenannten schädlichen Einflüsse in der Regel mehr Schädlichkeiten hervorruft, als wenn man sie lässt. Nicht wahr, es ist ja nun mal so, dass man in der neueren Zeit so furchtbar darauf sieht, überall zu desinfizieren. In diesen Dingen geht man zweifellos auf allen Gebieten zu weit. So hat es sich bei unseren Heilmitteln darum gehandelt, dass, wenn man absolut alle Möglichkeit der Verschimmelung verhindern will, dass man dann wieder Methoden anwenden muss, welche die eigentliche Heilkraft hemmen. Nun habe ich vor dem, was sich da ansetzt an Schädlichkeiten, gar nicht solchen Respekt. Es schadet gar nicht so viel. Es ist am besten, wenn man sich nicht viel bestrebt, Reinigungsmethoden anzuwenden, sondern wenn man sie lässt, wie sie sind. Wir haben Schweinsblasen darüber getan, damit die Erde nicht hineinfällt. Eine besonders mit den Hörnern selbst vorzunehmende Reinigung ist gar nicht besonders zu empfehlen. Man muss sich schon bekannt machen damit, dass Schmutz nicht immer «Schmutz» ist. Wenn Sie sich zum Beispiel das Gesicht mit einer dünnen Goldschichte beschmieren, so ist das Schmutz, Gold ist aber nicht Schmutz. Also Schmutz ist nicht immer Schmutz. Schmutz ist zuweilen dasjenige, was gerade konservierend wirkt.
[ 51 ] Generally speaking, when it comes to such matters, removing so-called harmful influences usually causes more harm than leaving them alone. Isn’t it true that, in recent times, people have become so obsessed with disinfecting everything? In this regard, we’re undoubtedly going too far in every area. Take our remedies, for example: if you want to prevent even the slightest possibility of mold growth, you end up having to use methods that actually inhibit their healing power. Now, I don’t have much concern about the harm that might arise from that. It isn’t really that harmful. It’s best not to go to great lengths to apply cleaning methods, but rather to leave them as they are. We’ve placed pig bladders over them so that soil doesn’t fall inside. A special cleaning procedure involving the horns themselves is not particularly recommended. One must come to understand that dirt is not always “dirt.” For example, if you smear your face with a thin layer of gold, that is dirt, but gold is not dirt. So dirt is not always dirt. Dirt is sometimes precisely what has a preservative effect.
Soll man dieses möglichst weite Ins-Chaos-Treiben des Samens durch irgendwelche Maßnahmen unterstützen?
Should we take any measures to help the sperm get as deep into the chaos as possible?
[ 52 ] Man könnte es unterstützen, aber es wird nicht notwendig sein. Wenn überhaupt Samenbildung eintritt, dann tritt das Maximum an Chaosbildung schon ein. Dabei wird man es nicht zu unterstützen brauchen. Man wird brauchen gerade die Unterstützung bei der Düngung. Aber bei der Samenbildung glaube ich nicht, dass sich eine Notwendigkeit einstellt, die Chaosbildung — wenn überhaupt befruchtender Same da ist, so ist vollständiges Chaos da — zu befördern. Wird es nicht auch notwendig sein, etwas zu tun für die kosmischen Kräfte, die erhalten werden sollten bis zur neuen Pflanzenbildung? Man könnte es natürlich dadurch, dass man den Boden mehr kieselig macht, als er ist. Denn durch den Kiesel wirkt eigentlich, was in der Erde aufgefangen wird von dem eigentlich Kosmischen. So könnte man es machen, doch glaube ich nicht, dass es notwendig ist.
[ 52 ] One could support it, but it won’t be necessary. If seed formation occurs at all, then the maximum level of chaos will already set in. In that case, there will be no need to support it. Support will be needed specifically for fertilization. But when it comes to seed formation, I do not believe there will be a need to promote the chaos—if there is any fertile seed at all, then complete chaos is already present. Won’t it also be necessary to do something for the cosmic forces that should be preserved until new plant growth begins? One could, of course, do this by making the soil more siliceous than it is. For it is through the silica that what is absorbed into the earth from the truly cosmic realm actually takes effect. One could do it that way, but I do not believe it is necessary.
Wie groß sollen die Versuchsflächen sein?
How large should the test plots be?
[ 53 ] Darüber könnte man ja in der folgenden Weise Versuche machen. Es ist bei diesen Dingen immer verhältnismäßig leicht möglich, die Richtlinien anzugeben, aber die zweckmäßige Größe einer Sache muss man doch eigentlich selbst ausprobieren. Nun werden ja für diese Frage die Versuche verhältnismäßig sehr leicht anzustellen sein. Sagen wir, Sie pflanzen nebeneinander einmal auf zwei Versuchsbeeten Weizen und Esparsette. Da werden Sie dann die Möglichkeit haben, eine Pflanze, welche ihrer eigenen Neigung nach leicht zur Samenbildung treibt — beim Weizen zur dauernden Samenbildung treibt -, wenn Sie Kiesel anwenden, die Beeinträchtigung der Samenbildung finden: Bei der Esparsette werden Sie sehen, dass dort die Samenbildung wohl ganz unterdrückt wird, wohl auch, dass sie in verzögerter Weise erfolgt. Man kann immer, wenn man über diese Dinge forschen will, zum Vergleiche nehmen, was der Saatfrucht, dem Weizen, an Eigenschaften anhaftet, und wiederum, was an ähnlichen Eigenschaften bei der Esparsette, den Leguminosen gilt, und in dieser Weise über die Samenbildung sehr interessante Versuche anstellen.
[ 53 ] One could conduct experiments on this in the following way. With these matters, it’s always relatively easy to lay out guidelines, but you really have to test for yourself to determine the appropriate scale for a given situation. Now, it should be relatively easy to set up experiments to address this question. Let’s say you plant wheat and sainfoin side by side in two test beds. You will then have the opportunity to observe that a plant which, by its very nature, tends easily toward seed formation—in the case of wheat, toward continuous seed formation—will show impaired seed formation if you apply gravel. With the sainfoin, you will see that seed formation is either completely suppressed or occurs in a delayed manner. Whenever one wishes to investigate these matters, one can always compare the characteristics inherent in the grain crop, wheat, with those similar characteristics found in sainfoin and other legumes, and in this way conduct very interesting experiments on seed formation.
Ist es gleichgültig, wann man die verdünnten Mengen auf den Acker bringt?
Does it matter when you apply the diluted solution to the field?
[ 54 ] Das ist ganz gewiss nicht gleichgültig, wenn man aufbewahren wollte die Kuhhörner als Kuhhörner, nachdem man sie aus der Erde genommen hat. Man kann sie aber in der Regel drinnen lassen, bis man sie braucht; da werden sie, auch wenn sie überwintern sollen und noch eine Zeit lang im Sommer drinbleiben, nicht schlechter werden. Wenn man aber genötigt wäre, sie woanders aufzubewahren, da müsste man eine Kiste machen, die man innerlich mit Torfmull auspolstert, sodass allseitig Polster sind von Torfmull. Dann müsste man die Kuhhörner in das Innere hineinbringen, damit die sehr starke Konzentration erhalten bleiben kann. Dagegen das schon verdünnte Wasser aufzubewahren, das ist unter keinen Umständen zu raten. Das Rühren müsste schon besorgt werden, wenn man in nicht allzu langer Zeit danach die Sache verwenden will.
[ 54 ] This is certainly not a trivial matter if you want to keep the cow horns as cow horns after removing them from the ground. However, you can generally leave them indoors until you need them; even if they are to be stored over the winter and remain indoors for a while during the summer, they will not deteriorate. If, however, you were forced to store them elsewhere, you would have to make a box lined with peat moss on the inside, so that there is a cushion of peat moss on all sides. Then you would have to place the cow horns inside so that their very strong concentration can be preserved. On the other hand, storing the already diluted water is not advisable under any circumstances. Stirring would need to be done if one intends to use the mixture within a relatively short time afterward.
Wenn man Wintergetreide behandeln will, soll man dann die Hörner ein Vierteljahr nach dem Herausnehmen aus der Erde verwenden?
If you want to treat winter grains, should you use the horns three months after pulling them out of the ground?
[ 55 ] Am besten wird es immer sein — es kommt nicht darauf an —, sie, bis man sie verwenden will, drinnen zu lassen in der Erde. Wenn man sie im bevorstehenden Frühherbst verwendet, lässt man sie bis zu dem Zeitpunkte drinnen, bis man sie braucht. Der Mist wird dadurch nicht schlechter.
[ 55 ] It is always best—it doesn't matter—to leave them in the ground until you are ready to use them. If you plan to use them in early fall, leave them in the ground until you need them. This won't make the manure any worse.
Werden nicht durch die feinen Zerstreuungsapparate infolge des dadurch bewirkten feinen Zerstäubens der Flüssigkeit die ätherischen und astralischen Kräfte sich verlieren?
Won't the ethereal and astral forces be lost as a result of the fine atomization of the liquid caused by these fine atomizing devices?
[ 56 ] Das ganz sicher nicht. Die sind sehr gebunden. Wie man auch überhaupt von dem Geistigen weniger zu fürchten braucht, dass es einem davonläuft — wenn man es nicht von vorneherein fortschickt —, als von dem Materiellen.
[ 56 ] Certainly not. They are very firmly bound. In fact, one has less reason to fear that the spiritual will slip away—unless one sends it away from the start—than one does with the material.
Wie behandelt man die übersommerten Kuhhörner mit den mineralischen Bestandteilen?
How do you treat the overgrown cow horns with the mineral ingredients?
[ 57 ] Denen schadet es nichts, wenn sie herausgenommen werden und irgendwo aufbewahrt werden. Die können Sie irgendwo hinwerfen auf einen Haufen. Der Substanz schadet es nichts, die übersommert hat. Die dürfen von der Sonne beschienen werden. Das kann ihnen sogar nützen.
[ 57 ] It won't hurt them if you take them out and store them somewhere. You can just toss them in a pile somewhere. It won't harm the plant that has survived the summer. They can be exposed to the sun; that might even be good for them.
Muss man die Hörner an der betreffenden Stelle vergraben, wo man später düngen will auf dem Felde, oder kann man sie nebeneinander an irgendeinem anderen Orte vergraben?
Do you have to bury the horns exactly where you plan to apply fertilizer later in the field, or can you bury them side by side in some other location?
[ 58 ] Es wird das einen so geringen Unterschied geben, dass man es gar nicht zu beachten braucht. Man wird es praktisch am besten so machen, dass man sich eine Stelle aussucht, die verhältnismäßig gute Erde hat, also nicht gerade stark mineralische Erde, sondern etwas humusartige Erde, und da kann man auf einem Fleck alle Kuhhörner vergraben, die man überhaupt braucht.
[ 58 ] The difference will be so slight that it’s not even worth considering. Practically speaking, the best approach is to choose a spot with relatively good soil—not soil that’s particularly mineral-rich, but rather soil with some humus—and then bury all the cow horns you need in that one spot.
Wie ist es, wenn man in der Landwirtschaft Maschinen benutzt? Es wird doch gesagt, man solle keine Maschine benutzen?
What's it like to use machines in agriculture? Don't they say you shouldn't use machines?
[ 59 ] Ja, natürlich, sehen Sie, das ist eine Frage, die man im Grunde genommen gar nicht einmal landwirtschaftlich beantworten kann. Es ist ja ganz zweifellos, dass man heute bei unserem gegenwärtigen sozialen Leben eine ziemlich unaktuelle Frage aufwirft, wenn man fragt, ob man Maschinen verwenden darf. Man wird ja kaum heute Landwirt sein können, ohne Maschinen zu verwenden. Es sind ja natürlich auch nicht alle Vorgänge so verwandt mit den intimsten Naturvorgängen wie gerade dieses Rühren und dergleichen. Gerade so, wie man also hier nicht herankommen sollte mit dem rein Maschinellen an einen so intimen Naturvorgang, so sorgt in Bezug auf die anderen gemeinten Elemente die Natur schon selbst dafür, dass man für das, womit die Maschinen nichts zu tun haben, mit der Maschine auch nicht viel anfangen kann. Bei der Samenbildung kann die Maschine nicht viel machen, das besorgt die Natur selber. Ich glaube doch, dass die Frage nicht sonderlich stark aktuell ist. Aber es ist schon heute so: Wie soll man heute ohne Maschine fertig werden? Aufmerksam wird nur darauf zu machen sein, dass man wiederum nicht einen ausgesuchten Maschinenfimmel zu haben braucht bei der Landwirtschaft. Es wird sich ganz gewiss herausstellen, dass, wenn irgendjemand einen solchen Maschinenfimmel hat, er bei der Landwirtschaft viel schlechter verfahren wird, selbst wenn die neue Maschine Verbesserungen bringt, als wenn er seine alte Maschine fortverwender, bis sie nichts mehr wert ist. Das sind aber Dinge, die nicht im strengen Sinne des Wortes mehr landwirtschaftlich sind.
[ 59 ] Yes, of course—you see, this is a question that, fundamentally speaking, cannot even be answered in purely agricultural terms. There is no doubt that, given our current social reality, asking whether one is allowed to use machines raises a rather outdated question. After all, it’s hardly possible to be a farmer today without using machines. Of course, not all processes are as closely related to the most intimate natural processes as, for example, this stirring and the like. Just as one shouldn’t approach such an intimate natural process with purely mechanical means, nature itself ensures—with regard to the other elements in question—that for those things machines have nothing to do with, there isn’t much one can do with machines either. When it comes to seed formation, machines can’t do much; nature takes care of that itself. I do believe, however, that this question isn’t particularly pressing at the moment. But the reality today is this: How is one supposed to manage without machines? We simply need to be mindful that one doesn’t need to have an obsessive fascination with machines when it comes to agriculture. It will certainly turn out that if anyone has such an obsession with machinery, they’ll fare much worse in farming—even if the new machine brings improvements—than if they continued to use their old machine until it’s no longer worth anything. But these are things that, strictly speaking, are no longer agricultural.
Kann man das angegebene Quantum von im Wasser aufgelöstem Kuhhornmist auch auf die Hälfte der angegebenen Fläche benutzen?
Can the specified amount of cow horn manure dissolved in water also be used on half the specified area?
[ 60 ] Dann kriegen Sie wuchernde Früchte, dann kommt das heraus, was ich vorhin bei anderer Gelegenheit angedeutet habe. Wenn Sie die Sache zum Beispiel für den Kartoffelbau verwenden oder irgendetwas anderes, dann bekommen Sie wuchernde Früchte, ausgebreitetes Stängelwerk, und dasjenige, was Sie wollen, setzt sich nicht eigentlich an. Sie bekommen dasselbe, was man geile Stellen nennt. Was man an geilen Stellen hat, das bekommen Sie dadurch, dass Sie zu viel nehmen.
[ 60 ] Then you’ll get overgrown crops, and that’s what I hinted at earlier on another occasion. If, for example, you use this method for growing potatoes or anything else, you’ll get overgrown crops, sprawling stems, and what you actually want won’t really take hold. You’ll end up with what people call “overgrown patches.” What you get with “overgrown spots” is the result of using too much.
Wie ist es bei Futterpflanzen, wo man das Wuchernde haben will, bei Spinat?
What about food crops where you actually want them to grow vigorously, like spinach?
[ 61 ] Ich glaube, wir werden auch da nur verwenden diesen halben Eimer mit dem einen Kuhhorn, wie wir es in Dornach auch selber getan haben für eine Fläche, die im Wesentlichen gerade Gemüsegarten ist. Man wird für Dinge, die auf größere Flächen gebaut werden, schon viel weniger brauchen. Das ist schon das Optimum.
[ 61 ] I think we’ll just use that half-bucket with the cow horn there, too, just as we did ourselves in Dornach for an area that’s essentially just a vegetable garden. You’ll need much less for things built on larger areas. That’s really the optimal amount.
Ist es gleichgültig, welchen Mist man braucht, ob Kuhmist oder Pferdedünger oder Schafdünger?
Does it matter what kind of manure you use—cow manure, horse manure, or sheep manure?
[ 62 ] Das beste Material für diese Prozedur ist ja zweifellos der Kuhmist. Es könnte sich aber darum handeln, auch die Frage weiter zu untersuchen, ob man Pferdemist dazu verwenden soll. Dann wird es sich wohl darum handeln, dass man, wenn man Pferdemist in dieser Weise behandeln will, das Horn etwas mit Pferdehaaren aus der Mähne wird umwickeln müssen, um auf diese Weise dasjenige, was ja beim Pferd, das keine Hörner hat, eigentlich in der Mähne sitzt, zur Wirksamkeit zu bringen.
[ 62 ] The best material for this procedure is undoubtedly cow manure. However, it might be worth further investigating whether horse manure should also be used for this purpose. In that case, if one wishes to treat horse manure in this way, one will likely need to wrap the horn slightly with horsehair from the mane in order to harness the power of what is actually found in the mane of a horse—which, of course, has no horns.
Soll man es vor oder nach der Aussaat machen?
Should you do it before or after sowing?
[ 63 ] Es ist das Richtige, das vor der Aussaat zu machen. Wir werden sehen, wie es wirkt. Denn wir sind dieses Jahr etwas spät an die Sache herangekommen, und es wird einiges nach der Aussaat gemacht werden. Wir werden also schen, ob das beeinträchtigt. Aber das Selbswverständliche ist, dass man es vor der Saat macht, damit der Boden schon betroffen wird.
[ 63 ] It’s best to do this before sowing. We’ll see how it works. We got a little late into it this year, so some work will have to be done after sowing. We’ll see if that has any negative impact. But of course, it’s best to do it before sowing so that the soil is already prepared.
Kann man die Mistkuhhörner auch für das Mineralische verwenden?
Can the cow horns also be used for mineral supplements?
[ 64 ] Man kann das zwar; aber man kann sie auch nicht öfter verwenden als drei bis vier Mal. Ihre Kräfte verlieren sie schon nach drei- bis viermaligem Gebrauch.
[ 64 ] You can do that, but you shouldn't use them more than three or four times. They lose their effectiveness after just three or four uses.
Kommt es darauf an, welche Persönlichkeiten die Arbeit ausführen, oder können auch beliebige andere Persönlichkeiten die Arbeit ausführen, oder soll es ein Anthroposoph sein?
Does it matter which individuals perform the work, or can any other individuals do it, or does it have to be an anthroposophist?
[ 65 ] Das ist natürlich die Frage. Heute aufgeworfen, wird sie ja viel belächelt werden. Ich erinnere Sie daran, dass es Menschen gibt, bei denen Blumen, die sie an ihren Fenstern züchten, wunderbar gedeihen. Bei anderen Menschen gedeihen sie gar nicht, sondern verdorren. Solche Dinge sind nun einmal schon da. Alles dasjenige aber, was da auf eine äußerlich nicht erklärliche, innerlich aber sehr durchschaubare Weise geschieht durch den Einfluss des Menschen selber, das geschieht schon auch dadurch, dass der Mensch, sagen wir, Meditationen verrichtet und sich durch das meditative Leben vorbereitet — ich habe es gestern charakterisiert. Man lebt ja eigentlich ganz anders mit dem Stickstoff, der die Imaginationen enthält, wenn man meditiert. Dadurch versetzt man sich in eine Lage, die bewirkt, dass alles das wesentlich wirksam ist; in eine solche Lage versetzt man sich dann überhaupt gegenüber dem gesamten Pflanzenwachstum. Nur ist heute die Sache eben nicht so deutlich, als sie einmal war in Zeiten, in denen diese Dinge anerkannt waren. Und es gab solche Zeiten, da haben die Leute tatsächlich gewusst, dass sie durch gewisse Verrichtungen, die sie vorgenommen haben, sich einfach geeignet gemacht haben für die Pflege des Pflanzenwachstums. Heute, wo das nicht beachtet wird, färben die anderen Leute ab, und diese feinen subtilen Wirkungen gehen verloren, wenn man sich fortwährend unter Menschen bewegt, die so etwas nicht beachten. Deshalb ist es sehr leicht zu widerlegen, wenn man so etwas anwendet. Ich nehme daher noch etwas Anstoß, gerade über solche Dinge schon vor einer größeren Gesellschaft frei zu reden, weil sie natürlich heute aus den Lebensverhältnissen heraus sehr leicht widerlegt werden können. Es ist eine außerordentlich kitzlige Frage aufgeworfen worden bei der Besprechung im Bockschen Saale durch unseren Freund Stegemann, ‚ob man die parasitären Wesen bekämpfen kann auf diesem Wege, auf dem Wege der, sagen wir, Konzentration und dergleichen. Es ist ganz ohne Frage, wenn Sie das in der richtigen Weise machen, dass man es kann. Wenn man insbesondere an dem Zeitpunkt, der von Mitte Januar bis Mitte Februar liegt, wo die Erde ihre größten Kräfte, welche namentlich am meisten in der Erde konzentriert sind, entfaltet, wenn man da sich sozusagen eine Festeszeit festseizen würde und da eben solche Konzentrationen vornehmen würde, dann würden schon sich Wirkungen zeigen können. Wie gesagt, eine kitzlige Frage, aber eine Frage, die sich positiv so beantworten lässt. Nur muss man das dann im Einklang mit der ganzen Natur vollziehen. Man muss wissen, dass es etwas ganz anderes ist, ob man in der Mittwinterzeit oder in der Hochsommerzeit eine Konzentrationsübung macht.
[ 65 ] That, of course, is the question. If raised today, it will surely be met with derision. Let me remind you that there are people for whom the flowers they grow on their windowsills thrive beautifully. For others, however, they do not thrive at all but wither away. Such things simply exist. But everything that happens in a way that is externally inexplicable yet internally very transparent through the influence of the human being themselves—this also happens because the human being, let’s say, engages in meditation and prepares themselves through the meditative life—as I described yesterday. When one meditates, one actually relates quite differently to the nitrogen that contains the imaginations. Through this, one places oneself in a state that causes all of this to be essentially effective; one then places oneself in such a state with regard to the entire process of plant growth. It’s just that today the matter is not as clear as it once was in times when these things were recognized. And there were such times when people actually knew that through certain practices they undertook, they simply made themselves suitable for nurturing plant growth. Today, when this is not taken into account, one’s character becomes tainted, and these subtle, delicate influences are lost when one constantly moves among people who do not pay attention to such things. That is why it is very easy to refute such practices when one applies them. I therefore still hesitate somewhat to speak freely about such matters even before a larger audience, because, given today’s living conditions, they can of course be very easily refuted. An extraordinarily delicate question was raised during the discussion in the Bock Hall by our friend Stegemann: ‘Can one combat parasitic beings in this way—through, let’s say, concentration and the like?’ There is no question at all that, if you do it the right way, it can be done. If, in particular, during the period from mid-January to mid-February—when the earth unfolds its greatest forces, which are most concentrated within the earth itself—if one were to set aside a specific time, so to speak, and carry out such concentrations then, effects would certainly begin to show. As I said, it’s a delicate question, but one that can be answered in the affirmative. However, you must carry it out in harmony with nature as a whole. You must realize that there is a significant difference between performing a concentration exercise in midwinter and doing so in midsummer.
[ 66 ] Es ist da schon sehr vieles in manchen Volkssprüchen enthalten, was dem heutigen Menschen noch wichtige Winke geben kann, Sehen Sie, ich hätte gestern gut auch das noch anführen können, dass ich unter den vielen Dingen, die ich in der diesmaligen Inkarnation machen sollte, aber wozu es nicht gekommen ist, als ganz junger Mensch die Idee gehabt habe, eine sogenannte Bauernphilosophie zu schreiben, das Begriffsleben der Bauern in allen Dingen, von denen sie berührt werden, zu verzeichnen. Da hätte etwas ganz außerordentlich Schönes herauskommen können, es wäre die Behauptung [des] Grafen widerlegt worden, dass die Bauern dumm sind. Es würde eine subtile Weisheit herausgekommen sein, eine Philosophie, die geradezu grandios sich über Intimitäten des Naturlebens ergeht, schon in der Wortbildung. Man ist ja wirklich erstaunt über das, was der Bauer eigentlich weiß von dem, was innerhalb der Natur vorgeht. Eine solche Bauernphilosophie zu schreiben, heute ist es nicht mehr möglich; in unserer Zeit haben sich die Dinge meist gänzlich verloren. Heute ist es nicht mehr so wie vor fünfzig, vierzig Jahren. Ja, das war etwas ganz außerordentlich Bedeutsames, denn da konnte man viel mehr lernen bei den Bauern als auf der Universität. Aber es war eben eine ganz andere Zeit, man lebte mit den Bauern auf dem Lande, und wenn die Leute mit den Kalabresern kamen, die dann die heutige sozialistische Bewegung einleiteten, dann waren das Raritäten. Heute ist die Welt ganz verändert. Die jüngeren hier anwesenden Damen und Herren haben gar keine Ahnung davon, wie die Welt sich verändert hat im Laufe der letzten dreißig bis vierzig Jahre. Und da ist heute schon schr viel verloren gegangen, was von den eigentlichen Schönheiten vorhanden war in den Volksmundarten, noch mehr verloren gegangen von der eigentlichen Bauernphilosophie, die eine Art Kulturphilosophie war. Selbst in den Bauernkalendern standen dazumal noch Sachen, die heute nicht mehr drinnenstehen. Sie schauten auch anders aus, sie waren gemütlich. Ich kannte noch Bauernkalender, wo man schlechtes Papier verwandte, aber drinnen waren die Planetenzeichen, die waren mit Farben gemacht, und außen war ein ganz kleines Zuckerl auf dem Titelblatt, dem stand man zuerst gegenüber, ein winziges Zuckerl, daran konnte man lecken immer, wenn man das Buch benutzte. Auf diese Weise wurde das Buch auch noch schmackhaft gemacht. Das haben die Leute hintereinander benutzt.
[ 66 ] There is indeed a great deal contained in some folk sayings that can still offer important guidance to people today. You see, I could well have mentioned yesterday that, among the many things I was supposed to do in this incarnation but never got around to, I had the idea as a very young man to write what might be called a “peasant philosophy”—to document the peasants’ understanding of all the things that affect them. Something extraordinarily beautiful could have come of it; it would have refuted the count’s claim that farmers are stupid. It would have revealed a subtle wisdom, a philosophy that delves magnificently into the intimacies of life in nature—even in the very formation of words. One is truly amazed at what the peasant actually knows about what goes on within nature. To write such a “peasant philosophy” today is no longer possible; in our time, most of that has been completely lost. Today it is no longer as it was fifty or forty years ago. Yes, that was something extraordinarily significant, for back then one could learn much more from the peasants than at the university. But it was simply a very different time; people lived with the farmers in the countryside, and when the Calabrians arrived—who later initiated today’s socialist movement—they were a rarity. Today, the world has changed completely. The younger ladies and gentlemen present here have no idea at all how the world has changed over the course of the last thirty to forty years. And so much has already been lost today of the true beauty that existed in the vernacular dialects—even more has been lost of the true peasant philosophy, which was a kind of cultural philosophy. Even the peasant calendars of that time still contained things that are no longer found in them today. They also looked different; they had a cozy feel to them. I still remember farmers’ almanacs made of rough paper, but inside were the zodiac signs, drawn in color, and on the outside, on the title page, there was a tiny little candy—that’s what you saw first—a tiny piece of candy you could always lick whenever you used the book. That’s how they made the book even more appealing. People used them one after another.
Wenn größere Flächen gedüngt werden, muss man dann das rein gefühlsmäßig machen in Bezug auf die Anzahl der zu verwendenden Kuhhörner?
When fertilizing larger areas, do you have to rely on intuition when it comes to determining the number of cow horns to use?
[ 67 ] Ich würde das nicht raten. In solchem Fall glaube ich, dass man doch wirklich vernünftig sein muss. Ich würde raten, dass man zunächst alles tut, um durch gefühlsmäßiges Ausprobieren die günstigsten Resultate zu erzielen, und dass man dann anfängt, um der Welt Rechnung zu tragen, die Sache in Zahlen umzusetzen, sodass man dann richtige Tabellen hat und dass die Leute dann diese Tabellen benutzen können. Ich würde raten: Wenn irgendjemand nach seiner Gesinnung dazu veranlagt ist, das gefühlsmäßig zu machen, so soll er das machen; in seinem Verhalten aber den anderen Leuten gegenüber nicht so tun, als wenn er die Tabellen nicht sehr schätzte, und es den anderen Leuten in ausrechenbaren Zahlen und Tabellen geben. Es sollte alles wirklich in durchrechenbare Zahlen und Summen verwandelt werden. Das ist dasjenige, was man heute wirklich nötig hat. Wir brauchen Kuhhörner, um die Sache durchzuführen, aber wir brauchen keine Stierhörner, um die Sache zu vertreten. Das ist gerade dasjenige, was so leicht zu Widerständen führt. Ich möchte da raten, möglichst zu Kompromissen überzugehen und möglichst die äußeren Urteile gut zu berücksichtigen.
[ 67 ] I wouldn't recommend that. In such a case, I believe one really has to be reasonable. I would advise doing everything possible at first to achieve the best results through intuitive trial and error, and then, to take the world into account, begin to translate the matter into numbers so that you end up with accurate tables that people can then use. My advice is this: If anyone is naturally inclined to approach this intuitively, they should do so; but in their interactions with others, they shouldn’t act as if they don’t value the tables very much, and they should provide others with calculable numbers and tables. Everything should truly be transformed into calculable numbers and sums. That is what is truly needed today. We need cow horns to carry this out, but we do not need bull horns to advocate for it. That is precisely what so easily leads to resistance. I would advise moving toward compromises as much as possible and taking external judgments into careful consideration.
Kann man Ätzkalkdüngung im Komposthaufen in den Prozentsätzen, wie sie heute vorgeschrieben werden, verwenden?
Can quicklime fertilizer be used in a compost pile in the percentages currently required by regulations?
[ 68 ] Das alte Verfahren wird sich schon als ein günstiges erweisen. Man wird nur etwas spezifizieren müssen, je nachdem man moorigen Boden hat oder sandigen Boden; bei Sandboden wird man etwas weniger Ätzkalk erforderlich haben, während der Moorboden einen etwas höheren Ätzkalkgehalt erfordert wegen der [Sauerstoffbindung].
[ 68 ] The old method will certainly prove to be effective. One will simply need to make some adjustments depending on whether the soil is peaty or sandy; sandy soil will require slightly less quicklime, while peaty soil requires a slightly higher quicklime content due to [oxygen binding].
Wie steht es mit dem Umgrabenlassen des Komposthaufens?
What about having someone turn the compost pile?
[ 69 ] Das tut ihm nicht schlecht. Natürlich, es handelt sich nur darum, dass, wenn man umgegraben hat, man möglichst wiederum durch eine Erdlage, die man außen herum macht, die Sache schützt, dass, nachdem umgegraben ist, man noch eine Erddecke darauf tut. Es ist besonders gut, Torferde, Torfmull dafür zu verwenden.
[ 69 ] That doesn't hurt it at all. Of course, the point is simply that, after you've dug around the plant, you should protect it as much as possible by creating a ring of soil around it—that is, after digging, you should cover it with another layer of soil. It's especially good to use peat soil or peat compost for this.
Welche Art Kali ist gemeint, das in einer Übergangswirtschaft eventuell verwendet werden kann?
What type of potash might be suitable for use in a transition economy?
[ 70 ] Kalimagnesia.
[ 70 ] Kalimagnesia.
Wie verwendet man den übrig bleibenden Dünger am besten, nachdem die Kuhhörner gefüllt sind? Soll man diesen im Herbst auf das Feld bringen, damit er das Wintererlebnis durchmacht, oder soll man ihn bis zum Frühjahr liegen lassen?
What is the best way to use the remaining fertilizer after the cow horns have been filled? Should it be spread on the field in the fall so it can go through the winter, or should it be left to sit until spring?
[ 71 ] [Es ist am allerbesten, ihn zu vermischen mit anderem Dünger unmittelbar nachdem man ihn gewonnen hat.
[ 71 ] [It is best to mix it with other fertilizer immediately after harvesting it.
Es bleibt eine Menge Dünger übrig. Ist es richtig, diesen abfallenden Dünger einzukompostieren und vielleicht immer ein Jahr erst liegen zu lassen?
There's a lot of fertilizer left over. Is it okay to compost this leftover fertilizer and maybe let it sit for a year first?
[ 72 ] Nicht liegen lassen und so benutzen, wie man ihn jetzt benutzt; aber — er ist ja denn etwas zu stark — möglichst ihn verteilen in anderem.
[ 72 ] Don't just leave it as is and use it the way you're using it now; but—since it is a bit too strong—try to mix it with something else as much as possible.
Es handelt sich um den überschüssigen Dünger, der übrig bleibt, nachdem die Düngung auf die neue Weise geschehen ist. Auch dieser Dünger muss doch verwendet werden?]
This refers to the excess fertilizer that remains after fertilization has been carried out using the new method. Surely this fertilizer has to be used as well?]
[ 73 ] Sie müssen sich klar sein darüber, [dass ich heute nur die Hälfte der Vorträge gehalten habe,] dass ja diese Kuhhorndüngung nicht etwa vollständig ersetzt die Düngung überhaupt, dass man natürlich weiterdüngen muss. Es wird sich darum handeln, die neue Düngung als eine Art Extradüngung zu betrachten, welche die bisherigen Düngungsverfahren wesentlich erhöht. Dabei bleibt die andere Düngung bestehen.
[ 73 ] You need to be clear about the fact [that I’ve only covered half of the lectures today], that this cow horn fertilization does not completely replace fertilization altogether, and that, of course, you still need to continue fertilizing. The idea is to view this new method of fertilization as a kind of supplemental fertilization that significantly enhances existing fertilization practices. The other methods of fertilization will remain in place.
