The Agricultural Course
Spiritual Science Foundations
for the Prosperity of Agriculture
GA 327
20 June 1924, Dornach
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The Agricultural Course, tr. SOL
Nachträglicher mündlicher Bericht Rudolf Steiners
Rudolf Steiner's Subsequent Oral Report
Meine lieben Freunde!
My dear friends!
[ 1 ] Ich bin eben zurückgekommen von der Reise nach Breslau-Koberwitz, die ja vor allen Dingen diesmal einem bestimmten Ziel gedient hat; aber das spezielle Ziel war verbunden mit einem ganz Allgemein-Anthroposophischen. Zunächst handelt es sich ja darum, wie Sie wissen, dass eine Anzahl von Landwirten, die innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft stehen, gewünscht hat, dass für sie ein Kursus gehalten werde mit besonderen landwirtschaftlichen Gesichtspunkten, mit Dingen, die die Landwirtschaft betreffen. Es waren wirklich weithin zugereist diejenigen, die innerhalb unserer Gesellschaft Landwirte sind, um in ganz ernster Weise für dasjenige, was aus anthroposophischer Forschung heraus für dieses Gebiet des menschlichen Arbeitens gegeben werden kann, Gesichtspunkte zu bekommen.
[ 1 ] I have just returned from my trip to Breslau-Koberwitz, which, as you know, served a specific purpose this time; but that specific purpose was connected to a very general anthroposophical one. First of all, as you know, a number of farmers who are members of the Anthroposophical Society had requested that a course be held for them focusing on specific agricultural aspects—on matters pertaining to agriculture. Those who are farmers within our Society had indeed traveled from far and wide to gain, in a very serious manner, insights into what anthroposophical research can offer for this sphere of human activity.
[ 2 ] Bei solch einem praktischen Lebensgebiete handelt es sich ja natürlich durchaus auch um Gesichtspunkte für das Arbeiten, nicht um irgendwelche Theorien. Deshalb wurden auch durchaus praktische Gesichtspunkte erwartet.
[ 2 ] In such practical areas of life, these are, of course, very much practical considerations for work, not just some theories. That is why practical considerations were certainly expected.
[ 3 ] Nun war diese Veranstaltung eine in sich geschlossene und für die Teilnehmer außerordentlich befriedigende, weil die Teilnehmer an diesem landwirtschaftlichen Kursus einschließlich derjenigen Mitglieder des Vorstandes vom Goetheanum, die anwesend sein konnten – Frau Doktor Steiner, Fräulein Vreede und Doktor Wachsmuth –, Gäste waren im Schlosse Koberwitz bei unserem lieben Freunde, dem Grafen Keyserlingk.
[ 3 ] Now, this event was a self-contained occasion and one that proved exceptionally satisfying for the participants, because the attendees of this agricultural course—including those members of the Goetheanum Executive Board who were able to be present—Dr. Steiner, Miss Vreede, and Dr. Wachsmuth—were guests at Koberwitz Castle with our dear friend, Count Keyserlingk.
[ 4 ] Und man darf wohl sagen, es war eine ganz außerordentlich im anthroposophischen Sinne gehaltene Aufnahme. Denn es war eben nicht gerade eine Kleinigkeit, an einem Orte, wohin man ja von Breslau mit dem Auto immerhin dreiviertel Stunden fährt, eine ganze Gesellschaft nicht nur sich niedersetzen zu lassen zu Vorträgen, sondern auch ganz reichlich zu bewirten. Die Gesellschaft bestand ja immerhin aus mehr als hundert Teilnehmern, die jeden Tag bewirtet werden mussten.
[ 4 ] And one can certainly say that it was a reception held in a truly extraordinary way, in the anthroposophical sense. After all, it was no small feat to not only have an entire group gather for lectures at a location that is, after all, a three-quarter-hour drive from Breslau by car, but also to provide them with such generous hospitality. The group consisted, after all, of more than a hundred participants who had to be catered for every day.
[ 5 ] Die Gesellschaft kam gewöhnlich um die elfte Stunde nach Koberwitz. In Koberwitz konnten die Leute nicht wohnen, sie kamen von Breslau aus nach Koberwitz. Und dann begann zunächst der Vortrag, der bis ein Uhr dauerte. Dann verwandelte sich bald der Vortrag in das Frühstück, wobei die Gäste fast das ganze Schloss benützen konnten und alles, was dazugehört, was sehr interessant ist. Dann dauerte das bis gegen einhalb oder dreiviertel zwei Uhr. Dann war noch eine Aussprache über landwirtschaftliche Gegenstände bis drei Uhr. Das war also der Koberwitzer Teil der ganzen Veranstaltung. Das ging durch zehn Tage hindurch.
[ 5 ] The group usually arrived in Koberwitz around the eleventh hour. People couldn’t stay in Koberwitz; they traveled there from Breslau. And then the lecture began, lasting until one o’clock. Soon after, the lecture gave way to breakfast, during which the guests had access to almost the entire castle and all its amenities—which was very interesting. That lasted until about half past one or a quarter to two. Then there was a discussion on agricultural topics until three o’clock. So that was the Koberwitz portion of the entire event. It went on for ten days.
[ 6 ] Sie sehen also, welch reichliches Entgegenkommen da war. Nun muss ich ja sagen, leicht ist es aber dennoch der Gräfin und dem Grafen Keyserlingk nicht geworden, diesen Kursus zu veranstalten, denn er war lange versprochen, und ich konnte immer wieder nicht hinkommen. Deshalb war ja schon bei der Weihnachtstagung der Neffe des Grafen Keyserlingk hier in Dornach, und dem Neffen wurde dazumal gesagt, als er hierhergeschickt wurde: Entweder bringst du mir das ganz bestimmte Versprechen, dass noch im nächsten Halbjahr dieser Kursus stattfinden werde, oder du kommst mir überhaupt nicht nach Hause. Unter diesen Auspizien ist dann der Neffe, der ja auch sonst manches Merkwürdige in der Welt zustande gebracht hat, hier erschienen und hat tatsächlich so eindringlich gesprochen, dass ich ihm sagte, sobald es nur irgend sein könne, würde der Kursus stattfinden.
[ 6 ] So you can see just how accommodating they were. Now, I must say, it was still no easy task for Countess and Count Keyserlingk to organize this course, because it had been promised for a long time, and I kept being unable to attend. That is why Count Keyserlingk’s nephew was already here in Dornach for the Christmas conference, and the nephew was told at the time, when he was sent here: Either you bring me a very specific promise that this course will take place within the next six months, or you are not to come to my home at all. Under these circumstances, the nephew—who has, incidentally, brought about many other curious things in the world—appeared here and spoke so forcefully that I told him the course would take place as soon as it was at all possible.
[ 7 ] Nun konnte er nicht früher sein, fand also zu Pfingsten statt. Es war ein schönes Pfingstfest, ein recht anthroposophisches Pfingstfest. Es ist etwas sehr Eigentümliches um dieses Gut Koberwitz und seine Umgebung. Es gehört ja zum Gut Koberwitz eine Landwirtschaft von dreißigtausend Morgen. Es ist eines der größten Güter. Es kann also schon sehr viel von der Landwirtschaft dort besehen werden. Es wurde auch dort sehr viel gesehen, denn es wurde alles mit einem außerordentlichen Entgegenkommen gezeigt.
[ 7 ] Well, it couldn’t have been any earlier, so it took place at Pentecost. It was a beautiful Pentecost celebration, a truly anthroposophical one. There is something very distinctive about the Koberwitz estate and its surroundings. The Koberwitz estate includes thirty thousand Morgen of farmland. It is one of the largest estates. So there is a great deal to see there in terms of agriculture. A great deal was seen there, too, because everything was shown with extraordinary hospitality.
[ 8 ] Eines fällt einem sogleich auf, wenn man ankommt in Koberwitz und die erste Verrichtung vollbringen will, sich die Hände zu waschen: Man merkt sogleich, dass im Waschbecken Eisen drinnen ist. Der Boden in Koberwitz ist nämlich ein Boden, der eisenhaltig ist. Und ich denke tatsächlich daran, dass dieser Boden in der mannigfaltigsten Weise noch Verwendung finden könnte, denn er ist außerordentlich eisenreich. Nun fand ich tatsächlich dieses Entgegenkommen des Eisens überall. Und deshalb sagte ich gleich beim ersten Mittag, um die Hausleute zu begrüßen, dass es einem vor allen Dingen auffällt, dass in Koberwitz alles aus Eisen ist: Der Neffe war schon aus Eisen in seinen Forderungen, als er hier zu Weihnachten erschien; der Boden ist ganz eisengetränkt, und dort herrscht etwas Zielbewusstes und Energisches, sodass ich nicht anders sagen konnte, als: die eiserne Gräfin und der eiserne Graf. Es war auch tatsächlich in dem moralischen Verhalten etwas durchaus Eisernes.
[ 8 ] One thing immediately strikes you when you arrive in Koberwitz and go to wash your hands: You notice right away that there is iron in the sink. The soil in Koberwitz is, in fact, iron-rich. And I do indeed think that this soil could still be put to use in a wide variety of ways, for it is extraordinarily rich in iron. Now, I actually found this abundance of iron everywhere. And that is why, right at the first lunch, when greeting the household, I said that what strikes one above all else is that everything in Koberwitz is made of iron: The nephew was already as unyielding as iron in his demands when he arrived here for Christmas; the soil is completely saturated with iron, and there is a sense of determination and energy there, so that I could not help but say: the Iron Countess and the Iron Count. There was, in fact, something thoroughly iron-like about their moral conduct as well.
[ 9 ] Bei dem landwirtschaftlichen Kursus handelte es sich dann darum, zunächst zu entwickeln, welches die Bedingungen des Gedeihens der verschiedenen Gebiete der Landwirtschaft sind. Da gibt es ja außerordentlich interessante Gebiete, Pflanzenwachstum, Tierzucht, Waldwirtschaft, Gartenwirtschaft und so weiter. Dann dasjenige, was zum Allerinteressantesten gehört, die Geheimnisse des Düngens, die außerordentlich wirkliche Geheimnisse sind.
[ 9 ] The agricultural course was initially focused on determining the conditions necessary for the prosperity of the various branches of agriculture. There are, of course, extraordinarily interesting fields—plant growth, animal husbandry, forestry, horticulture, and so on. Then there is what is among the most interesting of all: the secrets of fertilization, which are truly extraordinary secrets.
[ 10 ] Für alles dieses wurden zunächst die Prinzipien, die Zusammenhänge entwickelt, die ja deshalb in der gegenwärtigen Zeit ganz besonders bedeutsam erscheinen, weil ja, so sehr man es glauben mag oder nicht, gerade die Landwirtschaft unter der materialistischen Weltanschauung am allermeisten von rationellen Prinzipien abgekommen ist. Und die wenigsten Menschen wissen ja, dass im Laufe der letzten Jahrzehnte sich innerhalb der Landwirtschaft das ergeben hat, dass alle Produkte, von denen der Mensch eigentlich lebt, degenerieren, und zwar in einem außerordentlich raschen Maßstab degenerieren.
[ 10 ] For all of this, the principles and interrelationships were first developed; these appear particularly significant in the present day precisely because—believe it or not—it is agriculture, more than any other sector, that has strayed the farthest from rational principles under the influence of a materialistic worldview. And very few people realize that, over the course of the last few decades, a trend has emerged within agriculture whereby all the products on which human beings actually depend are degenerating—and degenerating at an extraordinarily rapid pace.
[ 11 ] Es ist schon so, dass nicht etwa bloß die moralische Entwicklung der Menschheit in der Gegenwart, in der Zeit des Überganges vom Kali Yuga zu dem lichten Zeitalter, im Degenerieren ist, sondern es ist dasjenige, was der Mensch mit seinen Maßnahmen aus der Erde und aus dem, was unmittelbar darüber ist, gemacht hat, in einem raschen Degenerieren, das statistisch heute festgestellt ist, das besprochen wird in landwirtschaftlichen Vereinigungen zum Beispiel, dem gegenüber eben nur die Menschen machtlos sind.
[ 11 ] It is indeed true that it is not merely the moral development of humanity in the present—in this time of transition from the Kali Yuga to the Age of Light— is in a state of degeneration, but rather what human beings have done to the Earth and to what lies immediately above it through their actions is undergoing rapid degeneration—a fact that has been statistically established today and is discussed in agricultural associations, for example—and against which human beings are simply powerless.
[ 12 ] Und so kann sich heute auch schon der materialistische Landwirt, wenn er überhaupt nicht ganz dumpf dahinlebt, sondern etwas nachdenkt über die Dinge, die sich ja täglich oder wenigstens jährlich ergeben, ungefähr ausrechnen, in wie viel Jahrzehnten die Produkte so degeneriert sein werden, dass sie noch im Laufe dieses Jahrhunderts nicht mehr zur Nahrung der Menschen dienen können.
[ 12 ] And so even today, a materialistic farmer—if he isn’t just going through life in a complete daze but actually gives some thought to the issues that arise daily, or at least annually—can roughly calculate how many decades it will take for agricultural products to degenerate to the point where they will no longer be fit for human consumption even within this century.
[ 13 ] Also es handelt sich dabei durchaus um eine Frage, die im allereminentesten Sinne eine, ich möchte sagen, kosmisch-irdische Frage ist. Gerade bei der Landwirtschaft zeigt es sich, dass aus dem Geiste heraus Kräfte geholt werden müssen, die heute ganz unbekannt sind, und die nicht nur die Bedeutung haben, dass etwa die Landwirtschaft ein bisschen verbessert wird, sondern die die Bedeutung haben, dass überhaupt das Leben der Menschen – der Mensch muss ja von dem leben, was die Erde trägt –, eben weitergehen könne auf Erden auch im physischen Sinne.
[ 13 ] So this is indeed a question that, in the most eminent sense, is—I would say—a cosmic-earthly question. In agriculture in particular, it becomes clear that forces must be drawn from the spirit that are completely unknown today—forces that are significant not merely in terms of, say, slightly improving agriculture, but in terms of ensuring that human life itself—for humans must, after all, live off what the earth provides—can indeed continue on earth, even in the physical sense.
[ 14 ] Es handelte sich also schon um ein ganz beträchtliches Thema. Und die Prinzipien, die dann angegeben wurden, um zu zeigen, unter welchen Bedingungen sich Pflanzen entwickeln in der verschiedensten Art, die Tiere entwickeln, die Prinzipien, nach denen gedüngt werden muss, nach denen das Unkraut entfernt werden muss, nach denen die Schädlinge der Landwirtschaft, die Parasiten vertilgt werden können, nach denen die Pflanzenkrankheiten bekämpft werden können, all das sind ja heute auf dem Gebiete der Landwirtschaft außerordentlich eklatante Fragen.
[ 14 ] So this was already a very significant topic. And the principles that were then outlined—to show the conditions under which plants of all kinds develop, the conditions under which animals develop—the principles governing how to fertilize, how to remove weeds, how to eradicate agricultural pests and parasites, and how to combat plant diseases— all of these are, after all, extraordinarily pressing issues in the field of agriculture today.
[ 15 ] Nachdem diese Prinzipien besprochen worden sind, wurde dann übergegangen zu dem, was nun zunächst zu tun ist, um es dahin zu bringen, dass eine Düngerreform kommt, eine Reform in der Bekämpfung des Unkrautes und der tierischen Pflanzenschädlinge, der Parasiten, und in der Bekämpfung der Pflanzenkrankheiten. Und es hat sich nun im Anschlusse an den Kursus und die jeden Tag an den Kursus sich anschließenden Besprechungen ein «Ring», wie der Graf Keyserlingk es nannte, der dort versammelten anthroposophischen Landwirte gebildet, der im engsten Zusammenhange mit der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum hier arbeiten will. Sodass die Naturwissenschaftliche Sektion Prinzipien auszuarbeiten hat nach den Grundlagen, die zunächst über die geologische Bodenbeschaffenheit, über die sonstige Bodenbeschaffenheit, über die Futtermöglichkeiten, über die Dungmöglichkeiten, über alle Gebiete, die eben in Betracht kommen, Nähe des Waldes, klimatische Verhältnisse und so weiter. Nachdem diese Angaben in der entsprechenden Weise gemacht sind vonseiten der landwirtschaftlichen Fachleute, werden hier die Prinzipien dann ausgearbeitet werden, nach denen die weiteren Versuche nun zu gestalten sind, um dasjenige, was als praktische Winke im Kurse gegeben worden oder in den Diskussionen noch angeführt worden ist, tatsächlich so auszuprobieren, dass jeder dann sagen kann, wenn auch manches heute noch absonderlich erscheint: Wir haben es probiert, es geht.
[ 15 ] After these principles had been discussed, the conversation then turned to what needs to be done first to bring about a reform in the use of fertilizers, a reform in the control of weeds and animal plant pests—the parasites—and in the control of plant diseases. And following the course and the daily discussions that followed it, a “circle”—as Count Keyserlingk called it—of the anthroposophical farmers gathered there has now formed, which intends to work here in close collaboration with the Scientific Section at the Goetheanum. Thus, the Scientific Section must work out principles based on the fundamentals—initially concerning geological soil conditions, other soil characteristics, forage possibilities, manure applications, and all relevant factors such as proximity to the forest, climatic conditions, and so on. Once this information has been provided in the appropriate manner by the agricultural experts, the principles will then be worked out here, according to which the further experiments are to be designed, in order to actually test what has been given as practical guidance in the course or mentioned in the discussions, so that everyone can then say—even if some things still seem strange today—‘We have tried it; it works.’
[ 16 ] Dazu soll also dieser Ring von Landwirten da sein, der im engsten Zusammenhange mit der Naturwissenschaftlichen Sektion und auch mit Fräulein Doktor Vreede, weil astronomische Angaben dazu notwendig sind, arbeiten wird.
[ 16 ] To this end, there is to be this group of farmers, which will work in close collaboration with the Scientific Section and also with Dr. Vreede, since astronomical data is necessary for this purpose.
[ 17 ] Selbstverständlich wird in der mannigfaltigsten Weise überhaupt die ganze Freie Hochschule, insbesondere die Medizinische Sektion auch dabei beteiligt sein. Sodass also gerade nach den Intentionen, die von unseren Freunden, namentlich von unseren Freunden Graf Keyserlingk und Herrn Stegemann, ausgearbeitet worden sind während des Kurses, die Sache hoffentlich nun auch auf praktischem Gebiete einen günstigeren Verlauf nimmt als manches, was unter anderen Auspizien, unter nicht so sachgemäßen Auspizien in der letzten Zeit von manchen unternommen worden ist.
[ 17 ] Of course, the entire School of Spiritual Science—and the Medical Section in particular—will be involved in this in the most diverse ways possible. Thus, in accordance with the intentions formulated by our friends—namely Count Keyserlingk and Mr. Stegemann—during the course, the matter will hopefully now take a more favorable course in practical terms than many of the initiatives undertaken recently by others under different auspices, under auspices that were not quite so appropriate.
[ 18 ] Die Bedingung des Gelingens besteht aber in Folgendem, und es wurde strenge betont, wiederholt immer wieder und wiederum, dass dasjenige, was der Inhalt dieses Kurses war, zunächst das geistige Eigentum des Ringes der Landwirte bleibt, der praktischen Landwirte. Es waren ja auch Interessenten der Landwirtschaft da, die dann nicht in den Ring eintreten konnten, denen ist es ausdrücklich auferlegt worden, dass nicht in altgewohnter anthroposophischer Weise gleich wiederum alles an jeden ausgeschwatzt wird, denn die Dinge können nur dann ihre praktische Bedeutung erlangen, wenn zunächst dasjenige, was Inhalt des Kursus war, im fachmännischen Kreise bleibt, von Landwirten ausgeprüft wird. Manche Dinge werden vier Jahre zum Ausprobieren brauchen. Während dieser Zeit wird dasjenige, was an praktischen Winken gegeben worden ist, nicht über den Kreis der landwirtschaftlichen Gemeinschaft hinauskommen, weil es gar keinen Zweck hat, dass man über die Dinge bloß redet, sondern die Dinge sind eben dazu da, dass sie tatsächlich in die Lebenspraxis hereinkommen. Und jeder begeht ein Unrecht, der dort die Dinge gehört hat, und sie etwa irgendwie ausschwätzt.
[ 18 ] The condition for success, however, lies in the following—and this was strongly emphasized, repeated over and over again—that the content of this course remains, for the time being, the intellectual property of the Farmers’ Circle, that is, of practicing farmers. There were, after all, people interested in agriculture who were unable to join the Association; it was expressly stipulated to them that—contrary to the customary anthroposophical practice—not everything should be blabbed out to everyone right away, for these ideas can only attain their practical significance if, to begin with, the content of the course remains within expert circles and is tested by farmers. Some things will take four years to test. During this time, the practical guidance that has been given will not go beyond the circle of the agricultural community, because there is absolutely no point in merely talking about these things; rather, they are meant to actually be incorporated into everyday practice. And anyone who has heard these things there and then goes and blabs them around is doing wrong.
[ 19 ] Das sind die Dinge, die sich zunächst auf den, wie ich glaube, fruchtbaren landwirtschaftlichen Kursus beziehen. Es konnte auch noch in Breslau eine Eurythmie-Vorstellung stattfinden, die am Pfingstsonntag morgens war, die außerordentlich stark besucht war, und die in einer außerordentlich günstigen Weise aufgenommen worden ist.
[ 19 ] These are the things that relate, first and foremost, to what I believe is a fruitful agricultural course. There was also an eurythmy performance in Breslau on the morning of Pentecost Sunday, which was exceptionally well attended and received an exceptionally favorable reception.
[ 20 ] Außer diesen Veranstaltungen fanden zahlreiche andere statt. Vor allen Dingen morgens dauerten die landwirtschaftlichen Debatten von etwa viertel nach elf Uhr bis nachmittags drei Uhr. Das war in Koberwitz draußen, wie gesagt. Die anderen Dinge waren in Breslau drinnen – was dazwischen liegt, werde ich nachher sagen –, und jeder Tag wurde damit abgeschlossen, dass ein anthroposophischer Vortrag für Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft stattfand, der sich im Wesentlichen auch mit den Karmafragen beschäftigte, die ja hier schon seit Wochen den Gegenstand der Betrachtungen bildeten. Sie wurden dort in neun Vorträgen zusammengefasst. Ich habe einen kurzen Bericht über die ganze Sache ja schon gegeben in dem Mitteilungsblatte, das dem «Goetheanum» beiliegt, das eben heute herausgekommen ist. Da ist schon über die ganze Breslauer Veranstaltung berichtet. Ich darf auch dabei sogleich wieder betonen: Aus dem, was nun an den verschiedensten Orten erprobt werden konnte, in Prag, in Bern, in Paris, jetzt wieder in Breslau, darf ich sagen, dass dasjenige, was von der Weihnachtstagung ausgegangen ist, dieser esoterische Zug, der jetzt durch die ganze Anthroposophische Gesellschaft geht, der das Neue, man könnte sagen eigentlich dasjenige ist, was nach der wirklichen Neubegründung der Anthroposophischen Gesellschaft jetzt da ist, früher nicht da war, dass das nun von den Herzen überall in einer wirklich, in einer deutlich befriedigenden nicht nur, sondern außerordentlich seelenhaften Weise entgegengenommen wird; sodass wirklich die begründete Hoffnung besteht, dass jetzt, nachdem die Anthroposophische Gesellschaft durch die Weihnachtstagung ihre Spiritualität gewonnen hat, bewusst spirituell schon von dem esoterischen Vorstand in Dornach gearbeitet wird, dass jetzt tatsächlich überall bemerkt werden kann, dass nicht nur die Strömung nach auswärts geht, sondern dass die Herzen der Teilnehmer dieser Strömung durchaus entgegenkommen.
[ 20 ] In addition to these events, numerous others took place. Above all, the agricultural debates in the mornings lasted from about a quarter past eleven until three in the afternoon. That was out in Koberwitz, as I said. The other events took place indoors in Breslau—I will explain what happened in between later—and each day concluded with an anthroposophical lecture for members of the Anthroposophical Society, which also dealt primarily with questions of karma, which had, after all, been the subject of discussion here for weeks. These were summarized there in nine lectures. I have already provided a brief report on the whole matter in the newsletter that accompanies the Goetheanum, which was just published today. It already covers the entire Breslau event. I would also like to emphasize once again: Based on what has now been tested in various places—in Prague, in Bern, in Paris, and now again in Breslau—I can say that what emerged from the Christmas Conference—this esoteric current that is now flowing through the entire Anthroposophical Society, which is the new, one might say is actually what is present now following the true reestablishment of the Anthroposophical Society—something that was not there before—is now being received from the heart everywhere in a truly, in a distinctly satisfying, not merely but extraordinarily soulful way; so that there is truly well-founded hope that now, after the Anthroposophical Society has gained its spirituality through the Christmas Conference, and the esoteric executive committee in Dornach is already working consciously and spiritually, it can now actually be observed everywhere that not only is the current flowing outward, but that the hearts of the participants are truly responding to this current.
[ 21 ] Man konnte das bei den Abendvorträgen, bei den Mitgliedervorträgen am Abend sehr, sehr deutlich sehen. Und die Herzlichkeit außerdem, mit der Breslau und Koberwitz auch diesen Vorträgen entgegengekommen ist, die gestaltete sich wirklich in einer spirituell-organisatorischen Weise aus, denn es war tiefes anthroposophisches Verständnis, und es hatte sich auch umgesetzt, in der Materie verwirklicht. Ich brauche das nur zu erwähnen, dass am letzten Abend, am Montagabend in Breslau, dann statt des Vortrages alles beschlossen wurde mit einem geselligen Zusammensein. Es waren ja wirklich von weither viele Mitglieder zugereist, lange Zeit hatten die Mitglieder der deutschen Gegenden nicht so etwas gehabt, es waren von weither, von Süddeutschland, von Westdeutschland, von den näheren Gegenden auch selbstverständlich die Mitglieder zugereist, sodass große Säle von den Mitgliedern überfüllt waren. Am letzten Abend, beim geselligen Zusammensein, nachdem am Sonntag viele oder die meisten fortreisen mussten, waren eben immerhin noch so dreihundertsiebzig Mitglieder anwesend, die nun alle zum Abendbrot bewirtet wurden drinnen in Breslau von dem Hause Keyserlingk.
[ 21 ] This was very, very evident during the evening lectures and the members’ presentations in the evening. And the warmth with which Breslau and Koberwitz welcomed these lectures, too, truly took shape in a spiritual and organizational way, for it was a deep anthroposophical understanding, and it had also been put into practice, realized in the material world. I need only mention that on the last evening—Monday evening in Breslau—instead of a lecture, everything concluded with a convivial get-together. Many members had indeed traveled from far away; for a long time, members from the German regions had not had an event like this. Members had come from far away—from southern Germany, from western Germany, and of course from the nearby regions as well—so that the large halls were overflowing with members. On the last evening, during the social gathering—after many, or most, had had to leave on Sunday—there were still some three hundred and seventy members present, all of whom were treated to dinner in Wrocław at the Keyserlingk residence.
[ 22 ] Sie müssen sich also nur vorstellen, dass in einem Lokal in Breslau, hineingebracht auf Lastautos, alles dasjenige war, was für die Bewirtung von dreihundertsiebzig Anthroposophen, die an diesem Abend, wie ich beim Herumgehen bemerkte, einen außerordentlich guten Appetit hatten, nötig war. – Ja, das geschieht so beim Bilderanschauen, man ist niemals so hungrig, als wenn man durch Bildergalerien gegangen ist, das geschieht offenbar auch so bei anthroposophischen Vorträgen. Da hat es sich in den Tagen zusammengesammelt. Aber das Schönste war das, dass die Anthroposophen einen großen Appetit hatten, dreihundertsiebzig an der Zahl waren, und dass noch eine ganze Menge übrig geblieben ist.
[ 22 ] So just create a mental image of a restaurant in Breslau, brought in by trucks, where everything needed to cater to three hundred and seventy anthroposophists who, as I noticed while walking around, had an exceptionally hearty appetite that evening was present. – Yes, that’s how it is when looking at pictures; you’re never as hungry as when you’ve walked through art galleries, and apparently the same thing happens at anthroposophical lectures. It had all built up over the past few days. But the best part was that the anthroposophists had a hearty appetite—there were three hundred and seventy of them—and that quite a lot was left over.
[ 23 ] Diese Vorträge bildeten also den Schluss des Tages, sodass vom landwirtschaftlichen Kursus und von den anthroposophischen Mitgliederversammlungen die ganze Veranstaltung eingerahmt war. Zwischendrinnen war ein Kursus über künstlerische Sprachgestaltung von Frau Doktor Steiner; es waren zwei Versammlungen für die Breslauer Jugendgruppe; es waren zwei Klassenstunden [– und alles das eben dazwischen drinnen.] Und am letzten Sonntag kam noch etwas dazu. Da fand sich Herr Kugelmann mit seiner Schauspielertruppe ein, die neue künstlerische Bühnenspiele begründet haben unter den Anregungen des Sprachkursus, der vor zwei Jahren hier am Goetheanum war, und die uns die «Iphigenie» vorführen wollten, was tatsächlich mit Bezug auf alles dasjenige, was aus dem Sprachkursus hervorgegangen ist, eine ganz vielversprechende, zunächst vielversprechende Sache war.
[ 23 ] These lectures thus brought the day to a close, so that the entire event was framed by the agricultural course and the anthroposophical members’ meetings. In between, there was a course on artistic speech formation led by Dr. Steiner; there were two meetings for the Breslau youth group; there were two class sessions [—and all of that right in between.] And last Sunday, something else was added. Mr. Kugelmann arrived with his theater troupe, who had founded new artistic stage plays inspired by the speech course held here at the Goetheanum two years ago, and who wanted to perform “Iphigenia” for us—which, in light of everything that had emerged from the speech course, was indeed a very promising—at least initially promising—undertaking.
[ 24 ] Die Zeit war reichlich, wirklich reichlich ausgefüllt, aber es war eben auch möglich, mancherlei zu bringen für Mitglieder, die lange Zeit entbehrt haben, überhaupt an einer anthroposophischen Veranstaltung teilnehmen zu können. [So schloss die ganze Veranstaltung dann in Breslau-Koberwitz.]
[ 24 ] The time was filled to the brim—truly to the brim—but it was also possible to offer a variety of things to members who had long been unable to attend an anthroposophical event at all. [And so the entire event in Breslau-Koberwitz came to a close.]
[ 25 ] Zwischen diesen Dingen waren dann die Begehungen der Güter. Man schaute sich dasjenige an, was auf dem Gute zu sehen war, wobei natürlich immer in alle diese Dinge in Mitteleuropa dasjenige hineinspielt heute, was sich so deutlich bemerkbar macht in der absolut zusammenbrechenden Wirtschaft. Ich meine das Wirtschaftsleben im Allgemeinen. Das Gut Koberwitz ist ja in ausgezeichneter Weise bewirtschaftet, die Landwirtschaft muss ja natürlich fortgehen, aber das Wirtschaftsleben ist schon in einem furchtbaren Zustande in Deutschland. Nun, am Montag waren dann, ich glaube um elf Uhr abends, die Veranstaltungen zu Ende.
[ 25 ] In between these matters, there were the inspections of the estates. We looked at whatever there was to see on the estate, although, of course, all these matters in Central Europe are inevitably influenced today by what is so clearly evident in the economy, which is in a state of absolute collapse. I am referring to economic life in general. The Koberwitz estate is, of course, managed exceptionally well—farming must naturally continue—but economic life in Germany is already in a terrible state. Well, on Monday, I believe around eleven o’clock in the evening, the events came to an end.
[ 26 ] Dann konnte ich am Dienstag herüberfahren nach Jena-Lauenstein, wo eine Anzahl unserer jüngeren Freunde mit Fräulein Doktor Ilse Knauer zusammen eine Heil- und Erziehungsstätte begründen für nicht nur schwach begabte, sondern wirklich konstitutionell kranke Kinder, die erzogen werden und so weit gebracht werden sollen, als es eben geht. Dieses Institut ist wie gesagt in Begründung begriffen. Ich konnte die Sache etwas inaugurieren und konnte die ersten aufgenommenen Kinder sehen. Sodass wir die Sache in Lauenstein, in der Nähe von Jena, sozusagen haben auf die Beine bringen können.
[ 26 ] Then, on Tuesday, I was able to drive over to Jena-Lauenstein, where a number of our younger friends, together with Dr. Ilse Knauer, are establishing a therapeutic and educational facility not only for children with learning disabilities, but also for those who are truly physically ill—children who are to be educated and helped to reach their full potential. As I said, this institute is currently being established. I was able to help inaugurate the project and see the first children admitted. So we have, so to speak, gotten the project off the ground in Lauenstein, near Jena.
[ 27 ] Dann bin ich eben über Stuttgart hierhergekommen. Nicht wahr, in Stuttgart ist ja vor allen Dingen dasjenige heute – von dem übrigen abgesehen – das außerordentlich Bedrückende, dass in der Waldorfschule, die in pädagogisch-didaktischer und in geistiger Beziehung so außerordentliche Fortschritte macht, das Wirtschaftliche geradezu trostlos ist. Sie müssen nur bedenken, heute morgen zum Beispiel habe ich die fünfte Klasse wiederum so einrichten müssen, dass aus zwei Klassen drei geworden sind, wir haben also jetzt die fünfte Klasse a, die fünfte Klasse b, die fünfte Klasse c. Auch die sechste Klasse haben wir in drei Abteilungen. Die meisten Klassen haben wir in zwei Abteilungen, selbst bis in die höheren Klassen hinauf. Wir haben über achthundert Schüler in der Waldorfschule. Die Sache geht außerordentlich gut fort in pädagogisch-didaktischer Beziehung und auch in geistiger Beziehung, aber das Wirtschaftliche der Waldorfschule ist geradezu trostlos, wirklich im tiefsten Sinne trostlos!
[ 27 ] So I came here via Stuttgart. Isn’t it true that what is particularly distressing in Stuttgart today—aside from everything else—is that at the Waldorf School, which is making such extraordinary progress in terms of pedagogy, didactics, and spiritual development, the financial situation is downright bleak. Just consider this: this morning, for example, I had to reorganize the fifth grade again so that two classes became three; so now we have fifth grade A, fifth grade B, and fifth grade C. We also have the sixth grade divided into three sections. Most of the classes are divided into two sections, even up into the higher grades. We have over eight hundred students at the Waldorf School. Things are going exceptionally well from a pedagogical and didactic standpoint, as well as from a spiritual standpoint, but the financial situation of the Waldorf School is downright bleak—truly bleak in the deepest sense!
[ 28 ] Sie müssen nur bedenken, wir hatten, sagen wir, in den Wochen vor Weihnachten noch einen Monatsetat in der Waldorfschule von etwa 6000 bis 8000 Mark, was jetzt einem Monatsetat von 25 000 bis 27 000 Mark infolge des ungeheuren Hinaufschnellens der Lebensmittelpreise in Deutschland entspricht. Das sind natürlich Dinge, die ganz furchtbar sind. Und wir standen vor einiger Zeit vor der finanziellen Situation, dass wir von diesen 25 000 bis 27 000 Mark Monatsetat etwa 15 000 bis 17 000 Mark nicht gedeckt haben, dass wir also mit einem Defizit im Monat werden zu rechnen haben in der nächsten Zeit von 15 000 bis 17 000 Goldmark.
[ 28 ] You just have to consider that, let’s say, in the weeks leading up to Christmas, we still had a monthly budget at the Waldorf School of about 6,000 to 8,000 marks, which now corresponds to a monthly budget of 25,000 to 27,000 marks as a result of the tremendous surge in food prices in Germany. These are, of course, terrible circumstances. And some time ago, we faced a financial situation in which we were short by about 15,000 to 17,000 marks out of this monthly budget of 25,000 to 27,000 marks, meaning that we will have to reckon with a monthly deficit of 15,000 to 17,000 gold marks in the near future.
[ 29 ] Das ist schon eine bedrückende Sache, die sehr schwer auf der Seele lastet, denn alles ist eingerichtet: Ein Lehrerkollegium, das über vierzig Lehrer umfasst, ist da, über achthundert Schüler sind da. Das alles geht natürlich außerordentlich schwierig weiterzutragen unter solchen wirtschaftlichen Voraussetzungen, und namentlich unter den wirtschaftlichen Aussichten, die da bestehen in Deutschland.
[ 29 ] This is indeed a distressing situation that weighs heavily on the soul, for everything is already in place: there is a faculty of over forty teachers, and there are over eight hundred students. Of course, it is extremely difficult to keep all of this going under such economic conditions, and especially given the economic outlook that currently exists in Germany.
[ 30 ] Nun ist es möglich gewesen, durch Opferwilligkeit von anthroposophischen Freunden zunächst für die nächsten drei, vier oder fünf Monate von diesem monatlichen Manko 10 000 Mark zu decken, sodass nur noch etwa 6000 bis 7000 Mark monatlich etwa werden gedeckt werden müssen in den letzten Monaten. Die könnten ja auch gedeckt werden, aber es ist schon das wahr, meine lieben Freunde, dass eben in der anthroposophischen Gesellschaft doch, wenn es auf die Dinge ankommt, die etwas praktisch gehandhabt werden sollen, manche nicht praktische Art des Verhaltens da ist.
[ 30 ] Thanks to the willingness of anthroposophical friends to make sacrifices, it has now been possible to cover 10,000 marks of this monthly shortfall for the next three, four, or five months, so that only about 6,000 to 7,000 marks per month will need to be covered in the final months. That amount could certainly be covered as well, but it is true, my dear friends, that in the Anthroposophical Society, when it comes to matters that need to be handled in a practical way, there are some who behave in an impractical manner.
[ 31 ] Man braucht sich nur zu überlegen, wie ich bei einer Versammlung des Waldorfschulvereins kürzlich sagte, was hoffentlich recht weit hinausgetragen wird – denn diese Dinge weiter hinauszutragen ist viel wichtiger als dasjenige, was von Anthroposophen in der Gegenwart manchmal hinausgetragen wird –, ich sagte: Wir haben in Deutschland ganz gering gerechnet 10 000 Anthroposophen. Wenn in jeder Woche überall gesammelt wird, in jeder Woche jeder nur 50 Pfennige gibt, so sind das in jeder Woche von 10 000 Anthroposophen 5000 Mark, und es ist etwas, was mit Leichtigkeit zu handhaben wäre, wenn man es eben nur täte. Sodass ich sagte: In der Anthroposophischen Gesellschaft ist es vielfach so, dass unsere Einrichtungen so schwach fundiert sind, dass die Leute, die gern ihr Geld geben würden – das ist eine Erfahrung –, absolut nicht wissen, auf welche Weise sie es losbringen können.
[ 31 ] One need only consider, as I said recently at a meeting of the Waldorf School Association—and I hope this message will be spread far and wide, for spreading these ideas is far more important than what is sometimes put out by anthroposophists today—I said: We have, by a very conservative estimate, 10,000 anthroposophists in Germany. If collections were taken everywhere every week, and if everyone gave just 50 pfennigs each week, that would amount to 5,000 marks per week from 10,000 anthroposophists—and it is something that could easily be managed, if only people would do it. So I said: In the Anthroposophical Society, it is often the case that our institutions are so poorly funded that people who would gladly give their money—and this is based on experience—have absolutely no idea how they can contribute it.
[ 32 ] Ja, es bleibt aber immerhin doch eine sehr schwer erträgliche Sache, diese Situation der Waldorfschule, und ich darf bei dieser Gelegenheit ja erwähnen, dass gerade durch die Opferwilligkeit der Schweizer Freunde in der letzten Zeit ein gar nicht unbeträchtlicher, sondern recht beträchtlicher Monatsetat teilweise durch direkte Beihilfe, aber namentlich durch Übernahme von Patenschaft für Kinder – Pate ist derjenige, der für ein Kind der Waldorfschule den Monatsetat von 25 bis 27 Mark bezahlt – geleistet worden ist. [Und durch Übernahme von solchen Patenschaften ist ja von schweizerischer Seite ein Beträchtliches geleistet worden.]
[ 32 ] Yes, but the situation at the Waldorf School remains, after all, a very difficult one to bear, and I would like to take this opportunity to mention that, thanks precisely to the willingness of our Swiss friends to make sacrifices in recent times, a monthly budget—not at all insignificant, but quite substantial—has been partially covered, partly through direct financial aid, but primarily through the sponsorship of children —a sponsor is someone who pays the monthly budget of 25 to 27 marks for a child at the Waldorf School—has been made available. [And by taking on such sponsorships, the Swiss have indeed made a considerable contribution.]
[ 33 ] Aber es bleibt natürlich doch eine sehr trübe Aussicht und etwas sehr, sehr Bedrückendes, diese Verhältnisse in der Waldorfschule.
[ 33 ] But of course, the outlook remains very bleak, and the conditions at the Waldorf School are something very, very depressing.
[ 34 ] Wenn sich etwa 250 bis 300 Paten noch finden würden, und die Mitgliedsbeiträge besser einlaufen würden, Sammlungen stattfinden würden, so würde es aber gar nicht so schwierig sein. Nur natürlich muss ja gesagt werden, dass gegenwärtig in Deutschland eine gar nicht zu beschreibende Geldknappheit vorhanden ist. Nicht als ob keine Werte da wären, aber es ist eine solche Geldknappheit doch da, dass gar keine Zirkulation eigentlich möglich ist. Also das wirtschaftliche Leben ist schon in einer recht üblen Verfassung in Mitteleuropa.
[ 34 ] If we could find another 250 to 300 sponsors, and if membership dues were collected more reliably and fundraisers were held, it wouldn’t be all that difficult. Of course, it must be said that there is currently an indescribable shortage of money in Germany. It’s not that there are no assets, but the shortage of money is so severe that circulation is virtually impossible. So economic life is already in a pretty dire state in Central Europe.
[ 35 ] Das ist so der Bericht, den ich Ihnen habe geben wollen. Alle diese Dinge zeigen, dass alles, was auf anthroposophischem Felde aus der anthroposophischen Bewegung heraus selber gemacht wird, eine sehr starke Kraft in der Gegenwart aufweist. Die ganze Gestalt, welche die Waldorfschule angenommen hat, zeigt schon eben eine sehr, sehr starke Kraft, die dem Anthroposophischen innewohnt. Und das tritt auch sonst hervor.
[ 35 ] That is the report I wanted to give you. All these things show that everything done in the field of anthroposophy by the anthroposophical movement itself possesses a very strong force in the present. The very form that the Waldorf school has taken already demonstrates a very, very strong force inherent in anthroposophy. And this is evident in other ways as well.
[ 36 ] Bedürfnis ist vorhanden nach demjenigen, was Anthroposophie geben kann. Es war ein Sprachkursus, also ein Kursus für künstlerische Sprachbehandlung angesetzt, der in wenigen Stunden absolviert werden musste, weil ja wirklich gar nicht die Zeit vorhanden war für so vieles. Aber da meldeten sich, ich glaube, 160 Leute oder so etwas. Man kann nicht in fünf Stunden 160 Leuten Sprachunterricht geben, sodass die Sache so eingerichtet werden musste, dass etwa 30 Leute vorne saßen, die bekamen einen wirklichen Sprachunterricht; die andern konnten nur zuhören. Also Bedürfnis ist durchaus vorhanden, ein tiefes, ein intensives, ein weitgehendes Bedürfnis. Wir müssten nur in der Lage sein, die vorhandenen Kräfte wirklich flottzumachen, und wir müssten eben tatsächlich im anthroposophischen Wirken weiterkommen.
[ 36 ] There is a need for what anthroposophy has to offer. A language course—that is, a course on the artistic use of language—had been scheduled, which had to be completed in just a few hours because there really wasn’t enough time for so many things. But I believe about 160 people signed up. You can’t teach 160 people a language in five hours, so the arrangement had to be such that about 30 people sat in the front and received actual language instruction; the others could only listen. So the need is definitely there—a deep, intense, and far-reaching need. We just need to be able to really mobilize the available resources, and we need to make real progress in our anthroposophical work.
[ 37 ] Es ist ja Tatsache, dass so etwas, wie es in Breslau der Fall war, hat zustande kommen können, eben durchaus dem Wirken, wie ich schon sagte, des eisernen Grafen und der eisernen Gräfin Keyserlingk und unserem alten Freunde, der ja fast so lange, als die anthroposophische Bewegung wirkt, seinerseits auch wirkt, dem Rektor Bartsch, zuzuschreiben, der als junger Mann begonnen hat, Anthroposoph zu sein, jetzt eben pensionierter Schulrektor geworden ist, aber noch immer so sehr jugendlich sich fühlt mit andern zusammen, dass er bei seinen Begrüßungsworten, die er mir am ersten Abend der Mitgliederversammlung, der Vorträge, gehalten hat, mich den Vater genannt hat, was er ganz außerordentlich stark während der ganzen zehn Tage hat büßen müssen!
[ 37 ] It is indeed a fact that something like what happened in Breslau could have come about precisely because of the influence—as I have already said—of the “Iron Count” and the “Iron Countess” Keyserlingk, and of our old friend, Rector Bartsch, who has been active for almost as long as the anthroposophical movement itself has existed; he began as a young man an anthroposophist, has now retired as a school principal, but still feels so youthful in the company of others that, in his welcoming remarks to me on the first evening of the members’ meeting and the lectures, he called me “Father”—a remark for which he had to atone quite severely throughout the entire ten days!
[ 38 ] Das ist der Bericht, den ich Ihnen habe geben wollen, meine lieben Freunde, von jener Veranstaltung, die Sie zweifellos schon deshalb interessieren muss, weil es vielleicht nun doch gelingt, auf einem bestimmten Gebiete, vom Anthroposophischen ausgehend, ins unmittelbare Leben hinein auch etwas zu bringen. Denn man sieht, es kann auf anthroposophischem Gebiete von beiden Seiten her, von dem höchst Spirituellen und von dem ganz Praktischen, von beiden Seiten her kann mitgewirkt werden. Und eigentlich erst dann wird richtig gewirkt, wenn diese beiden Seiten etwas ineinander verweben und miteinander in vollste Harmonie gebracht werden.
[ 38 ] This is the report I wanted to give you, my dear friends, about that event, which must undoubtedly interest you simply because it may now, after all, be possible to bring something from anthroposophy into everyday life in a specific area. For it is clear that in the field of anthroposophy, contributions can be made from both sides—from the most spiritual and from the most practical—and it is only when these two sides are interwoven and brought into complete harmony with one another that true work is accomplished.
[ 39 ] Die Fehler, die da im anthroposophischen Wirken sehr leicht entstehen können, die entstehen ja eben gerade dadurch, dass auf der einen Seite dasjenige, was spirituell ist, nicht ins wirkliche Leben übergeht, dass es eine Art Theorie, oder eine Art, ich möchte sagen, Glaube an Worte bleibt, nicht einmal an Gedanken, sondern Glaube an Worte bleibt, dass auf der anderen Seite wiederum nicht die Einsicht in richtiger Weise beizubringen ist, dass in das unmittelbar praktische Handhaben das Spirituelle wirklich eingreifen kann.
[ 39 ] The errors that can very easily arise in anthroposophical work arise precisely because, on the one hand, what is spiritual does not translate into real life—it remains a kind of theory, or a kind of, I would say, a belief in words—not even in thoughts, but a belief in words—and, on the other hand, that the insight into how the spiritual can truly intervene in immediate practical action is not properly conveyed.
[ 40 ] Sie müssen ja nur das eine bedenken, meine lieben Freunde, heute versteht eigentlich kein Mensch das Wesen des Düngens. Gewiss, es wird instinktiv durch Tradition aus alten Zeiten gemacht. Aber das Wesen des Düngens verstehen, das tut heute eigentlich kein Mensch. Es weiß kein Mensch im Grunde genommen – außer denjenigen, die das aus Geistigem heraus wissen können –, was eigentlich der Dünger für den Acker bedeutet, und warum er in gewissen Gegenden unerlässlich und notwendig ist, und wie er zu handhaben ist. Es weiß zum Beispiel kein Mensch heute, dass alle die mineralischen Dungarten gerade diejenigen sind, die zu dieser Degenerierung, von der ich gesprochen habe, zu diesem Schlechterwerden der landwirtschaftlichen Produkte das Wesentliche beitragen. Denn heute denkt eben jeder einfach: Nun ja, zum Pflanzenwachstum gehört eine bestimmte Menge Stickstoff, und die Leute finden einfach ganz gleichgültig, auf welche Weise dieser Stickstoff bereitet wird, wo er herkommt. Das ist aber nicht gleichgültig, wo er herkommt, sondern es handelt sich wirklich darum, dass zwischen Stickstoff und Stickstoff, zwischen dem Stickstoff, wie er in der Luft mit dem Sauerstoff zusammen ist, [zwischen diesem toten Stickstoff und dem lebendigen Stickstoff in der Erde] ein großer Unterschied ist. Sie werden es nicht leugnen, meine lieben Freunde, dass ein Unterschied ist zwischen einem Menschen, der lebendig herumgeht und einem Leichnam, einem menschlichen Leichnam. Das eine ist tot, das andere ist lebendig und beseelt.
[ 40 ] You need only keep one thing in mind, my dear friends: today, virtually no one understands the essence of fertilization. Certainly, it is done instinctively, out of tradition from ancient times. But to understand the essence of fertilization—that is something virtually no one does today. Fundamentally, no one knows—except those who can know this through spiritual insight—what fertilizer actually means for the field, why it is indispensable and necessary in certain regions, and how it should be handled. For example, no one today knows that all these mineral fertilizers are precisely the ones that contribute most significantly to the degeneration I have spoken of—to this deterioration in the quality of agricultural products. For today, everyone simply thinks: Well, plant growth requires a certain amount of nitrogen, and people are simply indifferent to how this nitrogen is produced or where it comes from. But it is not a matter of indifference where it comes from; rather, the point is that there is a great difference between nitrogen and nitrogen—between the nitrogen as it exists in the air combined with oxygen [between this dead nitrogen and the living nitrogen in the soil]. You will not deny, my dear friends, that there is a difference between a person who walks around alive and a corpse, a human corpse. One is dead; the other is alive and animated.
[ 41 ] Dasselbe ist zum Beispiel für den Stickstoff und die anderen Stoffe der Fall. Es gibt toten Stickstoff. Das ist derjenige, der in unserer Luftumgebung ist, der dem Sauerstoff beigemischt ist, und der eine Rolle spielt bei unserem ganzen Atmungsprozess und bei dem Prozess des Zusammenlebens mit der Luft. Der darf nicht lebendig sein, aus dem einfachen Grunde, weil, wenn wir in lebendiger Luft leben würden, wir fortwährend ohnmächtig sein würden. Dass die Luft tot ist, der Sauerstoff tot ist, der Stickstoff tot ist, das ist die Bedingung einer Luft, in der viele Menschen so atmen sollen, dass sie bewusst, besonnen denken können.
[ 41 ] The same is true, for example, of nitrogen and other substances. There is “dead” nitrogen. This is the nitrogen found in the air around us, mixed with oxygen, which plays a role in our entire breathing process and in our interaction with the air. It must not be “alive,” for the simple reason that if we were to live in “living” air, we would constantly be fainting. The fact that the air is “dead,” that the oxygen is “dead,” and that the nitrogen is “dead”—this is the condition of an atmosphere in which many people are to breathe so that they can think consciously and calmly.
[ 42 ] Der Stickstoff, der in der Erde ist, der mit dem Dung hineinkommen muss, der unter dem Einfluss des ganzen Himmels sich bilden muss, dieser Stickstoff muss ein lebendiger sein.
[ 42 ] The nitrogen that is in the soil—which must be introduced through manure and which must form under the influence of the entire sky—must be a living nitrogen.
[ 43 ] Und das sind zwei verschiedene Stickstoffe: derjenige Stickstoff, der über dem Niveau der Erde ist, und derjenige, der unter dem Niveau der Erde ist; das eine ist toter Stickstoff; das andere ist lebendiger Stickstoff.
[ 43 ] And these are two different kinds of nitrogen: the nitrogen that is above ground level and the nitrogen that is below ground level; one is dead nitrogen; the other is living nitrogen.
[ 44 ] Und so ist es mit allem. Dasjenige, was für eine Weiterpflege der Natur notwendig ist, das ist ja vollständig in das Nichtwissen hineingekommen im Laufe des materialistischen Zeitalters. Man weiß ja die wichtigsten Dinge nicht. Und so werden die Dinge fortgehandhabt, gewiss aus einem ganz guten Instinkte heraus, aber der verschwindet allmählich. Die Traditionen verschwinden. Die Leute werden mit Wissenschaft die Äcker düngen. Die Kartoffeln, das Getreide, alles wird immer schlechter.
[ 44 ] And so it is with everything. That which is necessary for the continued preservation of nature has, after all, been completely lost to ignorance in the course of the materialistic age. People simply do not know the most important things. And so things are carried on—certainly out of a very good instinct—but that instinct is gradually disappearing. Traditions are disappearing. People will fertilize the fields with science. Potatoes, grain—everything is getting worse and worse.
[ 45 ] Das wissen auch die Leute, dass es schlechter wird, konstatieren es statistisch. Es ist heute nur eben erst das Sträuben vorhanden gegen praktische Maßregeln, welche ausgehen von demjenigen, was man in geistiger Anschauung gewinnen kann.
[ 45 ] People know this, too—that things are getting worse—and they can back it up with statistics. The only thing that exists today is resistance to practical measures based on what can be gained through spiritual insight.
[ 46 ] Dass man in diesen Dingen einmal richtig schaut, richtig sieht, das ist von einer ungeheuren Bedeutung. Ich habe es auch hier öfter gesagt, wenn einer eine Magnetnadel hat, die immer eine ganz bestimmte Richtung einnimmt, die eine Spitze nach dem magnetischen Nordpol, die andere Spitze nach dem magnetischen Südpol, so würde man ihn für kindisch halten, wenn er sagen würde, in der Magnetnadel drinnen liegen die Gründe, warum die eine Spitze immer nach Norden, die andere Spitze immer nach dem Süden zeigt. Man sagt, hier ist die Erde, da ist die Magnetnadel; warum zeigt die Magnetnadel mit der einen Spitze nach Norden, mit der anderen Spitze nach Süden? Weil hier ein magnetischer Nordpol, hier ein magnetischer Südpol ist; der richtet die Richtung der Magnetnadel nach der einen und nach der anderen Seite. Die ganze Erde nimmt man zu Hilfe, um die Richtung der Magnetnadel zu erklären. Man geht aus der Magnetnadel heraus. Man würde den für kindisch halten, der meinte, dass die Ursache dafür in der Magnetnadel liege.
[ 46 ] It is of immense importance to take a close look at these matters and see them clearly. I’ve said this here before: if someone has a compass needle that always points in a very specific direction—one end toward the magnetic North Pole, the other toward the magnetic South Pole—you’d think they were being childish if they said that the reasons why one end always points north and the other always points south lie inside the compass needle itself. We say: here is the Earth, there is the magnetic needle; why does the magnetic needle point with one end toward the north and the other toward the south? Because here is the magnetic north pole, and here is the magnetic south pole; they determine the direction of the magnetic needle toward one side and the other. We draw on the entire Earth to explain the direction of the magnetic needle. We start from the magnetic needle itself. Anyone who thought the cause lay within the magnetic needle would be considered childish.
[ 47 ] So kindisch ist man aber, wenn man glaubt, dass dasjenige, was die heutige Wissenschaft in unmittelbarer Nähe der Pflanzen oder in der unmittelbaren Umgebung konstatiert, von dem abhänge, was man da anschaut. Am Pflanzenwachstum ist der ganze Himmel mit seinen Sternen beteiligt! Das muss man wissen. Das muss in die Köpfe wirklich nun einmal hineinkommen. Man muss sich sagen können, es ist ebenso kindisch, in der heutigen Art Botanik zu treiben, wie es kindisch wäre, über die Magnetnadel so zu reden, wie ich es heute angedeutet habe.
[ 47 ] But it is childish to believe that what modern science observes in the immediate vicinity of plants or in their immediate surroundings depends on what one is looking at. The entire sky, with all its stars, plays a part in plant growth! You have to know that. It really must sink into people’s minds. You have to be able to tell yourself that it is just as childish to practice botany in today’s way as it would be childish to talk about the magnetic needle the way I have suggested today.
[ 48 ] Und gewisse Dinge kann jeder Gebildete sich heute aneignen, wenn er nur Sinn hat für die allereinfachsten Bedingungen des anthroposophischen Lebens.
[ 48 ] And any educated person today can acquire certain things, provided they have a sense of the very simplest conditions of anthroposophical life.
[ 49 ] Dasjenige, was ich in Penmaenmawr zum allerersten Mal angedeutet habe im vorigen Jahre, das ist außerordentlich wichtig. Die Leute wissen ja heute nicht einmal, wie Mensch und Tier sich ernährt, geschweige denn eine Pflanze. Die Leute glauben, Ernährung besteht darinnen, dass der Mensch die Substanzen seiner Umgebung isst. Er nimmt sie in den Mund herein; sie kommen dann in den Magen. Da wird ein Teil abgelagert, ein Teil geht weg. Dann wird der verbraucht, der abgelagert worden ist. Dann geht der auch weg. Dann wird das wieder ersetzt. In einer ganz äußerlichen Weise stellt man sich heute die Ernährung vor. So ist es aber nicht, [so nämlich,] dass mit den Nahrungsmitteln, die der Mensch aufnimmt durch seinen Magen, aufgebaut werden Knochen, Muskeln, sonstige Gewebemasse, – das gilt ausgesprochen ja nur für den menschlichen Kopf. Und alles dasjenige, was auf dem Umwege durch die Verdauungsorgane in weiterer Verarbeitung im Menschen sich ausbreitet, das bildet nur das Stoffmaterial für seinen Kopf und für alles dasjenige, was im NervenSinnes-System und dem, was dazugehört, sich ablagert, währenddem zum Beispiel für das Gliedmaßensystem oder für die Organe des Stoffwechsels selber die Substanzen, die man braucht, also sagen wir, um Röhrenknochen zu gestalten für die Beine oder für die Arme, oder [um] Därme zu gestalten für den Stoffwechsel, für die Verdauung, gar nicht durch die durch den Mund und Magen aufgenommene Nahrung gebildet werden, sondern sie werden durch die Atmung und sogar durch die Sinnesorgane aus der ganzen Umgebung aufgenommen. Es findet fortwährend im Menschen ein solcher Prozess statt, dass das durch den Magen Aufgenommene hinaufströmt und im Kopfe verwendet wird, dass dasjenige aber, was im Kopfe beziehungsweise im Nerven-Sinnes-System aufgenommen wird aus Luft und aus der anderen Umgebung, wiederum hinunterströmt, und daraus werden die Organe des Verdauungssystems oder die Gliedmaßen. Wenn Sie also wissen wollen, woraus die Substanz der großen Zehe besteht, müssen Sie nicht auf die Nahrungsmittel hinschauen. Wenn Sie Ihr Gehirn fragen: Woher kommt die Substanz? Da müssen Sie auf die Nahrung sehen. Wenn Sie aber die Substanz Ihrer großen Zehe – insofern sie nicht Sinnessubstanz, also mit Wärme und so weiter ausgekleidet ist, insofern wird sie auch durch den Magen ernährt, sondern dasjenige, was sie außerdem an Gerüstesubstanz und so weiter ist –, kennen wollen, so wird das aufgenommen durch die Atmung, durch die Sinnesorgane, ein Teil sogar durch die Augen. Und das geht alles, wie ich es ja öfter hier ausgeführt habe, durch einen siebenjährigen Zyklus in die Organe hinein, sodass der Mensch substanziell in Bezug auf sein Gliedmaßen-Stoffwechsel-System, das heißt die Organe, aufgebaut ist aus kosmischer Substanz. Nur das Nerven-Sinnes-System ist aus tellurischer, aus irdischer Substanz aufgebaut. Nun, sehen Sie, das ist eine so fundamental bedeutsame Tatsache, dass [überhaupt das Leben,] das physische Leben von Mensch und Tier überhaupt nur beurteilt werden kann, wenn das gewusst wird. Und nichts, nicht einmal die Mittel und Wege, um so etwas zu wissen, nichts ist in der heutigen Wissenschaft gegeben. Man kann es gar nicht wissen mit der heutigen Wissenschaft. Es geht gar nicht, weil, wenn die heutige Wissenschaft mit ihren Mitteln arbeitet, sie gar nicht zu so etwas kommen kann. Es ist unmöglich, es ist aussichtslos. Das sind die Dinge, die eben durchaus bedacht werden müssen. Daher haben wir heute diese Trennung von Theorie und Praxis. [Die heutige Theorie ist theoretisch und unpraktisch.] Die heutige Praxis ist geistlos, ist eine bloße Routine.
[ 49 ] What I first hinted at in Penmaenmawr last year is extremely important. People today don’t even know how humans and animals feed themselves, let alone plants. People believe that nutrition consists of humans eating the substances in their environment. They put them in their mouths; they then enter the stomach. There, some is stored, and some is excreted. Then what has been stored is used up. Then that, too, is excreted. Then it is replaced again. Today, people have a purely superficial mental image of nutrition. But that is not how it is—namely, that the food a person takes in through the stomach is used to build bones, muscles, and other tissue mass—this applies explicitly only to the human head. And everything that, via a roundabout route through the digestive organs, spreads throughout the human body for further processing—that merely forms the material substance for the head and for everything that is deposited in the nervous-sensory system and its associated structures, whereas, for example, for the limb system or for the organs of metabolism themselves, the substances required —that is, to form tubular bones for the legs or arms, or to form intestines for metabolism and digestion—are not formed at all from the food taken in through the mouth and stomach, but are absorbed from the entire environment through respiration and even through the sense organs. A continuous process takes place within the human being whereby what is taken in through the stomach flows upward and is utilized in the head, while what is taken in by the head—or rather, by the nervous and sensory system—from the air and the surrounding environment flows downward again, and from this, the organs of the digestive system or the limbs are formed. So if you want to know what the substance of your big toe consists of, you don’t need to look at the food you eat. If you ask your brain, “Where does this substance come from?” then you must look to the food. But if you want to know the substance of your big toe—insofar as it is not sensory substance, that is, lined with warmth and so on (in which case it is also nourished by the stomach), but rather what constitutes its structural substance and so on—this is absorbed through breathing, through the sense organs, and in part even through the eyes. And all of this, as I have often explained here, enters the organs through a seven-year cycle, so that the human being is, in terms of the metabolism of the limbs—that is, the organs—substantially composed of cosmic substance. Only the nervous-sensory system is composed of telluric, earthly substance. Now, you see, this is such a fundamentally significant fact that [life itself—] the physical life of humans and animals—can only be understood at all if this is known. And nothing—not even the means and methods to know such a thing—is provided by modern science. It is simply impossible to know this with modern science. It is simply not possible because, when modern science works with its current methods, it cannot arrive at such an understanding at all. It is impossible; it is a lost cause. These are the things that must certainly be taken into consideration. That is why we have this separation between theory and practice today. [Today’s theory is theoretical and impractical.] Today’s practice is spiritless; it is mere routine.
[ 50 ] Aber es hört auf dasjenige, was aus dem Geist kommt, unpraktisch zu sein, wenn es eben tatsächlich aus dem Geiste kommt. Es wird dann im eminentesten Sinne praktisch.
[ 50 ] But what comes from the spirit ceases to be impractical when it actually comes from the spirit. It then becomes practical in the most eminent sense.
[ 51 ] [Morgen wird um halb neun abends die Klassenstunde sein und am Sonntag um acht Uhr wird mein Vortrag sein, in dem ich die Karmabetrachtungen fortsetzen werde. Sonntag um fünf Uhr wird hier eine Eurythmieaufführung sein.]
[ 51 ] [The class session will be tomorrow at 8:30 p.m., and my lecture will be on Sunday at 8:00 p.m., during which I will continue my reflections on karma. There will be a eurythmy performance here on Sunday at 5:00 p.m.]
