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The Rudolf Steiner Archive

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On Health and Illness
GA 348

13 January 1923, Dornach

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Vierzehnter Vortrag

14. The Effect of Nicotine—Vegetarian and Meat Diets—On Taking Absinthe—Twin Births

Fragen: 1. Es wird gefragt, wie das wirke, wenn ein Mensch Pflanzennahrung oder Fleischnahrung zu sich nimmt, und wenn er Nikotin genießt.

A question is raised concerning the effects of vegetarian and meat diets, and of nicotine.

2. In bezug auf Befruchtung: Woher es komme, daß Frauen Söhne bekommen, wenn von den Vorfahren niemand Söhne bekommen habe, und wie es zu erklären sei, daß jemand zweimal hintereinander Zwillinge bekommen habe. Ferner welchen Einfluß zum Beispiel Absinth, Schnaps auf den Samen habe.

Concerning conception, how is it possible that women bear sons if none of the ancestors had sons? How can the birth of two sets of twins be explained? What influence does absinthe have on semen?

3. In bezug auf das Alter von Wespen und Bienen; es bestehe ein Unterschied.

What is the difference between the ages of wasps and bees?

[ 1 ] Dr. Steiner: Diese Sachen, die ich besprochen habe, gelten natürlich nur, wenn ich von Bienen gesprochen habe, für die Bienen, nicht für die Wespen. Bei den Bienen ist es etwas anders als bei den Wespen. Das gilt für die Bienen, nicht für die Wespen.

[ 1 ] Dr. Steiner: The matters I have discussed regarding bees naturally refer only to bees and not to wasps. Bees differ from wasps, so my statements refer to bees, not wasps.

[ 2 ] Nun wollen wir einmal versuchen, auf diese Fragen einzugehen. Die erste Anregung war diese, etwas zu sprechen über den Einfluß des Nikotins, also des Giftes, das durch das Rauchen, den Tabak überhaupt, in den menschlichen Körper eingeführt wird. Sehen Sie, da muß man erstens sich klar sein darüber, worin sich die Wirkung dieses Nikotins zeigt. Die Wirkung des Nikotins zeigt sich vor allen Dingen in der Herztätigkeit, so daß durch das Nikotin eine größere, eine stärkere Herztätigkeit hervorgerufen wird. Das heißt aber, da das Herz nicht selber eine Pumpe ist, sondern nur anzeigt, was im Körper vorgeht - das Herz schlägt schneller, wenn das Blut schneller zirkuliert —, daß das Nikotin eigentlich auf die Blutzirkulation wirkt und die Blutzirkulation lebhafter macht. Man muß sich also darüber klar sein, daß durch die Einführung von Nikotin in den menschlichen Körper die Blutzirkulation zu einer lebhafteren gemacht wird. Dadurch wird eine stärkere Herztätigkeit hervorgerufen.

[ 2 ] Now we shall try to go into these questions. The first asked about the influence of nicotine and therefore of the poison that is introduced into the human body through smoking and through tobacco in general. First, we must be clear how the effect of nicotine shows itself. The effect of nicotine shows itself above all in the activity of the heart. Through nicotine, an increased, stronger activity of the heart is called forth. The heart is not a pump, however, but only indicates what goes on in the body: the heart beats faster when the blood circulates faster. Nicotine therefore actually affects the blood circulation, animating it. One must therefore be clear that through the introduction of nicotine into the human body, the blood circulation is stimulated. This, in turn, calls forth a stronger activity of the heart.

[ 3 ] Nun muß man diese ganzen Vorgänge im menschlichen Organismus verfolgen. Sie müssen durchaus sich darüber klar sein, daß alles das, was im menschlichen Organismus vor sich geht, eigentlich streng geregelt ist. Man kann sich zum Beispiel nichts Wichtigeres vorstellen für den menschlichen Organismus, als daß man, wenn man an den Puls greift, bei einem ziemlich erwachsenen Menschen, auch später noch im menschlichen Alter, in der Minute durchschnittlich etwa so um 72 Pulsschläge herausbekommt.

[ 3 ] Now, this whole process in the human organism must be traced. You must be clear that everything occurring in the human organism is actually strictly regulated. One of the most important points regarding the human organism, for example, is the fact that the pulse rate of the adult is 72 beats a minute, and this holds true even into old age.

[ 4 ] Dagegen hat der Mensch - ich habe Ihnen das schon einmal gesagt — etwa 18 Atemzüge. Das ist also in der Minute der Fall. Wenn Sie 18 mit 4 multiplizieren, bekommen Sie 72. Das heißt, im Durchschnitt geht der Blutstoß viermal so schnell durch den Körper als der Atmungsstoß. Natürlich ist das nur eine Durchschnittszahl, denn für jeden Menschen ist das verschieden. Und darauf beruht gerade der Unterschied der Menschen untereinander, daß sie dieses Verhältnis verschieden haben. Aber im Durchschnitt ist es wie 1 zu 4, also viermal so starke Blutzirkulation wie Atmungsrhythmus.

[ 4 ] By comparison, as I have mentioned to you before, man takes about 18 breaths a minute. When you multiply 18 by 4, you get 72. This means that on the average the blood substance pulses four times as quickly through the body as does the breath. Of course, these are average figures; they differ slightly in each human being. The fact that this ratio varies in people accounts for the differences between them, but on the average it is 1:4; that is, the blood circulation is four times stronger than that of the breathing rhythm.

[ 5 ] Wenn ich nun Nikotin in den menschlichen Organismus hineinbringe, so kann ich es aus zwei Gründen hineinbringen: Erstens aus der Leidenschaft für den Tabak; zweitens aber kann ich es auch hineinbringen als Heilmittel. Alles dasjenige, was auf der einen Seite Gift ist, ist nämlich auf der anderen Seite ein Heilmittel. Alles, könnte man sagen, ist Gift und Heilmittel. Denn natürlich, wenn Sie zum Beispiel ein paar Eimer Wasser auf einmal austrinken, so ist es ein Gift, während es in der entsprechenden Menge ein Nahrungsmittel ist, und wenn man es gar in merkwürdig kleinen Mengen einführt, kann es sogar ein Heilmittel sein. Wasser ist überhaupt ein starkes Heilmittel durch allerlei Methoden, die man dabei anwendet. Also selbst von den gewöhnlichsten Stoffen kann man sagen: Dasjenige, was Gift ist, kann zugleich Heilmittel sein. Und deshalb muß man die Wirkung kennen, die ein solcher Stoff, eine solche Substanz auch auf den menschlichen Organismus hat.

[ 5 ] If I now introduce nicotine into the human organism, I can do it for two reasons—first, because of a strong liking for tobacco, and second, as a remedy. Every substance that is poisonous is also a remedy. Everything, one can say, is both poisonous and healing. If, for example, you drink several buckets of water, they naturally have a poisonous effect, whereas the proper amount is a means of sustenance, and when it is introduced in unusually small amounts, it can even be a remedy. As a matter of fact, water is generally a potent remedy when certain methods are employed. It can therefore be said that even the most commonplace substances can be poisons as well as remedies. This is why the effect that a given substance has on the human organism must be known.

[ 6 ] Bringe ich also Tabak in den menschlichen Organismus, so regt er zunächst die Blutzirkulation an. Das Blut wird lebhafter, zirkuliert lebhafter. Jetzt regt er aber nicht in demselben Maße die Atmung an. Die Atmungsstöße, die bleiben dieselben. Aber nun paßt der Blutkreislauf nicht mehr mit der Atmung zusammen. Wenn der Mensch Nikotin in seinen Körper hineinbringt, müßte er eine andere Blutzirkulation haben als er hat.

[ 6 ] If I introduce tobacco into the human organism, it first stimulates the blood circulation. The blood becomes more active, circulating more vigorously. Breathing, however, is not stimulated to the same degree by tobacco; the breathing rhythm remains the same. The blood circulation is therefore no longer synchronized with the breathing. If man were to introduce nicotine into his body, he would need a blood circulation different from the one he ordinarily has.

[ 7 ] Sagen wir also zum Beispiel, es wäre ein Mensch gerade auf den Durchschnitt abgestimmt — das gibt es zwar nicht, aber nehmen wir an, er wäre es: er sollte 18 Atemzüge und 72 Pulsschläge haben. Nun hat er dadurch, daß er Nikotin genießt, sagen wir, 76 Pulsschläge. Dadurch hat er kein richtiges Verhältnis zwischen den Pulsschlägen und den Atemzügen. Die Folge davon ist, daß, während sich mit jedem Pulsschlag eine bestimmte Menge Sauerstoff mit dem Blut verbinden sollte, das Blut nicht genügend Sauerstoff erhält. Die Folge der Nikotinvergiftung ist also, daß das Blut zu große Mengen Sauerstoff aufnehmen will, das heißt, daß das Blut zu viel Sauerstoff beansprucht. Die Atmung gibt nicht so viel Sauerstoff her. Daher kommt es, daß eine ganz geringe Atemnot eintritt. Natürlich ist die Atemnot so gering, daß sie im einzelnen nicht bemerkt wird, denn ich habe Ihnen schon gesagt, der menschliche Körper kann im ganzen viel aushalten. Aber dasjenige, was durch den Nikotingenuß hervorgerufen wird, das ist immer eine bestimmte, ganz kleine Atemnot. Diese ganz kleine Atemnot verursacht nämlich bei jedem Atemzug ein Angstgefühl. Jede Atemnot verursacht Angstgefühl. Wenn man nun Angst hat und man trägt diese Angst mit sich herum, dann beherrscht man sie eher, als diese furchtbar kleine Angst, die man da bekommt, die ganz unbewußt bleibt. Das sind ja gerade die Krankheitsursachen, daß so etwas wie Angst oder Furcht oder Schreck unbemerkt bleibt.

[ 7 ] Let us say, for example, that there were a person whose system was adjusted to the exact average of 18 breaths and 72 pulse beats (there aren't any such persons, but let's assume there were one). Now, nicotine causes his pulse rate to increase to, let us say, 76 beats. The correct ratio between the pulse and the respiration thus is altered. The result is that the blood doesn't receive enough oxygen, since a certain amount is supposed to be absorbed into the blood with each pulse beat. The consequence of nicotine poisoning, therefore, is that the blood demands too much oxygen. The breathing process does not supply enough oxygen, and a slight shortness of breath occurs. This shortness of breath is, of course, so negligible that it escapes notice; after all, as I have told you, the human body can take a lot of abuse. Nevertheless, the use of nicotine always calls forth a definite, very slight shortness of breath. This slight shortness of breath causes with each breath a feeling of anxiety. Every shortness of breath causes a feeling of anxiety. It is easier to control a normal sensation of anxiety than this terribly slight anxiety, of which one is completely unconscious. When something like anxiety, fear, or shock remains unnoticed, it is a direct source of illness.

[ 8 ] Nun bleibt bei dem, der fortwährend raucht, fortwährend die Ursache da, daß er immer, ohne daß er es merkt, ganz ausgefüllt ist von einer gewissen Angst. Nun wissen Sie aber, wenn Sie Angst kriegen, daß dann Ihr Herz pumpert. Nun, das wird Sie zu der Erkenntnis führen, daß bei einem, der sich durch Nikotin fortwährend vergiftet, das Herz eigentlich fortwährend etwas zu schnell geht. Aber wenn es etwas zu schnell geht, dann wird es auch verdickt, geradeso wie mein Bizeps, mein Oberarmmuskel dick wird, wenn ich ihn fortwährend anstrenge. Das ist unter Umständen nicht so schlimm, wenn es nicht zu einem Reißen der inneren Gewebe kommt. Aber wenn einmal der Herzmuskel — das ist auch ein Muskel — durch seine Tätigkeit zu dick wird, dann drückt er überall auf die anderen Organe. Und die Folge davon ist in der Regel, daß dann vom Herzen aus wiederum die Blutzirkulation gestört wird. Die Blutzirkulation kann nicht vom Herzen eingeleitet werden, aber gestört werden kann sie, wenn das Blut ein verdicktes Herz findet.

[ 8 ] Such a source of illness is constantly present in a person who is a heavy smoker because, without realizing it, he is always filled with a certain anxiety. Now, you know that if you suffer from anxiety, your heart pumps more quickly. This leads you to realize that the heart of a person who constantly poisons himself with nicotine continuously beats somewhat too fast. When it beats too quickly, however, the heart thickens, just as the muscle of the upper arm, the biceps, grows thicker when it is constantly strained. Under some circumstances, this is not so bad, as long as the inner tissue doesn't tear. If the heart muscle—it is also a muscle—becomes too thick from over-exertion, however, it exerts pressure on all the other organs with the result, as a rule, that beginning from the heart the blood circulation becomes disturbed. The circulation of the blood cannot be initiated by the heart, but it can be disturbed when the heart is thickened.

[ 9 ] Wenn nun das Herz verdickt wird, dann ist die nächste Folge davon, daß nämlich die Nieren krank werden, weil durch das Zusammenstimmen wiederum von Herz- und Nierentätigkeit die ganze menschliche Leibesorganisation in Ordnung gehalten ist. Das Herz und die Nieren müssen immer zusammenstimmen. Es muß natürlich alles im Menschen zusammenstimmen, aber Herz und Niere sind in unmittelbarer Verbindung. Man merkt gleich, wenn im Herzen etwas nicht richtig ist, kommt die Niere auch nicht mehr in der richtigen Weise in Ordnung, und dann wird nicht mehr in der richtigen Weise abgesondert. Dann kommt Unrichtiges in die Urinabsonderung hinein, und die Folge davon ist, daß der Mensch ein viel zu schnelles Lebenstempo einschlägt und sich deshalb furchtbar rasch abnutzt. Und so wird derjenige, der eben für seine Leibesverhältnisse zu viel Nikotin in seinen Leib hineinkriegt, daran langsam zugrundegehen. Er geht eigentlich langsam zugrunde an allerlei inneren, das Herz beeinflussenden Angstzuständen.

[ 9 ] The next consequence of a thickened heart is that the kidneys become ill, since it is due to the harmonious activities of heart and kidneys that the entire human bodily organization is kept functioning properly. The heart and kidneys must always work in harmony. Naturally, everything in the human being must harmonize, but the heart and kidneys are directly connected. It quickly becomes apparent that when something is amiss in the heart, the kidneys no longer function properly. Urinary elimination no longer works in the right way with the result that man develops a much too rapid tempo of life and comes to wear himself out too quickly. A person who takes into his body too much nicotine in relation to his bodily proportions therefore will slowly but surely deteriorate. Actually, he gradually perishes from a variety of inner conditions of anxiety that influence the heart.

[ 10 ] Nun kann man ja eigentlich gerade Angstzustände in ihrer Wirkung auf die seelischen Tätigkeiten sehr leicht beurteilen. Man wird bei denjenigen Leuten, die zu viel Nikotin in ihren Körper hineinbringen, eben merken, daß allmählich auch ihre Gedankenkraft beeinträchtigt wird. Die Gedankenkraft wird dadurch beeinträchtigt, daß der Mensch, wenn er durch irgend etwas in Angst herumgeht, ja nicht mehr ordentlich denken kann. So daß also bei solchen Menschen gewöhnlich die Nikotinvergiftung auch dadurch erkannt werden kann, daß man findet, ihre Gedanken kommen nicht mehr ganz in Ordnung. Sie urteilen gewöhnlich viel zu rasch. Sie steigern dann dieses viel zu rasche Urteilen manchmal bis zu Verfolgungswahngedanken. So also kann man sagen, daß tatsächlich der Nikotingenuß, wenn er als Genuß figuriert, die menschliche Gesundheit untergräbt.

[ 10 ] The effects of states of anxiety on the activities of the soul can easily be determined. In people who have introduced too much nicotine into their bodies, it becomes noticeable that gradually their power of thought is also impaired. The power of thought is impaired, because man can no longer think properly when he lives in anxiety. Nicotine poisoning, therefore, can be recognized by the fact that such people's thoughts are no longer quite in order. They usually jump to conclusions much too quickly. They sometimes intensify this overly rapid judgment to paranoid thoughts. We can therefore say that the use of nicotine for pleasure actually undermines human health.

[ 11 ] Aber, meine Herren, Sie müssen überall, bei allen diesen Sachen die andere Seite betrachten. Nicht wahr, daß die Menschen rauchen, das ist ja erst in der Entwickelung der Menschheit aufgekommen. Ursprünglich haben die Menschen nicht geraucht. Der Tabakgenuß ist etwas, was erst im Laufe der Zeit heraufgekommen ist. Nun, man muß die andere Seite betrachten.

[ 11 ] In all such matters, however, you must consider the other side. Smoking is something that has only come about in humanity's recent evolution. Originally, human beings did not smoke, and it is only recently that the use of tobacco has become fashionable. Now let us look at the other side of the coin.

[ 12 ] Nehmen Sie an, das, was ich früher als ein Manko hingeschrieben habe, ist eingetreten beim Menschen. Er hat statt 72 Pulsschlägen nur 68. Nehmen Sie also an, der Mensch, der einen zu wenig lebhaften Blutkreislauf hat, fängt jetzt an zu rauchen. Ja, sehen Sie, da muß man zunächst sich klar darüber sein, daß da jetzt auch der Blutkreislauf angeregt wird — aber von 68 auf 72, auf das Richtige wird er angeregt, so daß dann Atmung und Blutkreislauf zusammenstimmen. Wenn also einer zu einem Arzt kommt und sich krank fühlt nach irgendeiner Richtung, und der Arzt bemerkt, die Krankheit kommt von einem zu schwachen Blutkreislauf, so kann er ihm sogar das Rauchen anraten.

[ 12 ] Let us assume that a person's pulse beats only 68 instead of 72 times per minute. Such a person, whose blood circulation is not animated enough, now begins to smoke. You see, then, his blood circulation is stimulated in the right direction, from 68 to 72, so that his blood circulation and breathing harmonize. If, therefore, a doctor notices that an illness is caused by weak blood circulation, he may even advise his patient to smoke.

[ 13 ] Sehen Sie, ich habe Ihnen gesagt: Wenn der Blutkreislauf zu schnell ist im Verhältnis zum Atmen, hat man es mit furchtbaren Angstzuständen zu tun, die aber nicht bewußt werden. Wenn aber einer einen zu schwachen Blutkreislauf von irgend etwas anderem hat, dann drückt sich das dadurch aus, daß er herumgeht und irgend etwas will, aber er weiß nicht, was er will. Das ist geradeso eine charakteristische Krankheitserscheinung, daß es Menschen gibt, die herumgehen und etwas wollen, die aber nicht wissen, was sie wollen. Bedenken Sie doch nur, wie viele Menschen es gibt, die so herumgehen und nicht wissen, was sie wollen! Die sind dann, wie man sagt, unbefriedigt im Leben. Nicht wahr, es sind solche Leute, die in irgendeinen Beruf hineinkommen, aber er ist ihnen nicht recht und so weiter. Das rührt von einer zu schwachen Blutzirkulation her. Und wenn man also solch einen Menschen hat, dann kann man sagen: Es ist sogar gut, ihm etwas Nikotin beizubringen, ihn durch Nikotin zu heilen. Und da ihm das Rauchen angenehm ist, so braucht man ihm nicht Nikotin als Medizin zu geben, sondern man kann ihm sogar anraten, er solle rauchen, wenn er früher kein Raucher war.

[ 13 ] As was said before, when the blood circulation is too rapid relative to breathing, one is dealing with terrible conditions of anxiety, which, however, do not become conscious. If for some reason a person's blood circulation is too weak, however, this makes itself felt by the fact that he goes around wanting to do something but not knowing what. This is also a characteristic phenomenon of illness; there are people who go around wanting something, but they do not know what it is that they want. Just think how many people go around without knowing what they want! One commonly says that they are dissatisfied with life. They are the people, who, for example, somehow drift into some profession, which then does not suit them, and so forth. This is really due to a blood circulation that is too weak. With such a person one can actually say that it is beneficial to administer nicotine to cure him. If smoking is agreeable to him, one need not prescribe nicotine in medicinal form, but one can advise him to smoke, if previously he wasn't a smoker.

[ 14 ] Es ist tatsächlich so, daß in der neueren Zeit die Menschen immer zahlreicher geworden sind, die eigentlich nicht wissen, was sie wollen. Und das ist auch sehr leicht in der neueren Zeit, daß die Menschen nicht wissen, was sie wollen, denn die Mehrzahl der Menschen so seit drei, vier Jahrhunderten hat sich eigentlich abgewöhnt, irgendwie sich geistig mit etwas zu beschäftigen. Sie gehen in ihr Büro, beschäftigen sich mit dem, was sie eigentlich nicht gerne mögen, aber was ihnen Geld bringt, und sitzen ihre Bürostunden ab, sind meinetwillen auch ganz fleißig, aber sie haben gar kein richtiges Interesse außer demjenigen, daß sie ins Theater gehen, Zeitungen lesen. So weit ist es ja allmählich gekommen. Das Bücherlesen ist ja heute zum Beispiel schon eine Seltenheit.

[ 14 ] It is actually true that in recent times people who really do not know what they want have become more and more numerous. It is indeed easy in our modern age for people not to know what they want, because, since about three or four centuries ago, the majority of them have become unaccustomed to occupying themselves with something spiritual. They go to their offices and busy themselves with something they actually dislike but that brings in money. They sit through their office hours, are even quite industrious, but they have no real interests except going to the theater or reading newspapers. Gradually, things have been reduced to this. Even reading books, for example, has become a rarity today.

[ 15 ] Das alles kommt aber davon, weil die Leute eigentlich gar nicht wissen, was sie wollen. Es muß ihnen erst vorgeschrieben werden, was sie wollen. Und wenn man Zeitungen liest, ins Theater geht, so regt das zwar die Sinne und den Verstand an, aber nicht das Blut. Das ist eben gerade das: Wenn man sich hinsetzen muß und irgendwie ein schweres Buch liest, da wird das Blut angeregt. Sobald man sich anstrengen muß, um etwas zu verstehen, wird das Blut angeregt. Aber das wollen ja die Leute heute nicht mehr. Die wollen nicht sich anstrengen, um etwas zu verstehen. Das ist etwas, was den Leuten ganz zuwider ist. Sie wollen nichts verstehen! Und dadurch, wenn sie nichts verstehen wollen, wird ihr Blut dick gemacht, Das dicke Blut geht dann langsamer, und die Folge davon ist, daß sie fortwährend ein Mittel brauchen, um dieses tatsächlich immer dicker werdende Blut in Gang zu bringen. In Gang wird es gebracht, wenn sie den Glimmstengel, den Nikotinstengel in den Mund stecken; aber dünner wird es nicht, nur die Blutzirkulation wird immer schwerer. Und die Folge kann dann sein, daß sie in einem Alter, wo das noch nicht der Fall zu sein brauchte, allerlei Alterserscheinungen kriegen.

[ 15 ] That this has all come about is due to the fact that people don't know at all what they want. They must be told what they want. Reading newspapers or going to the theater stimulates the senses and the intellect but not the blood. When one must sit down and read some difficult book, the blood is stimulated. As soon as an effort has to be made to understand something, the blood is stimulated, but people do not want that anymore. They quite dislike having to exert themselves to understand something. That is something quite repugnant to people. They do not want to understand anything! This unwillingness to understand causes their blood to thicken. Such thick blood circulates more slowly. As a result, a remedy is constantly required to bring this increasingly thick blood into motion. It is brought into motion when they stick a cigarette into the mouth. The blood doesn't become thinner, but the blood circulation becomes ever more difficult. This can cause people to become afflicted with various signs of old age at a time in life when this needn't yet occur.

[ 16 ] Man sieht daraus, wie der menschliche Körper außerordentlich fein in seiner Tätigkeit ist. Nicht nur, wenn man das Blut untersucht, bekommt man etwas heraus, sondern man bekommt auch etwas heraus, wenn man die Art und Weise, wie sich ein Mensch verhält, ob er langsam oder schnell denkt, untersucht.

[ 16 ] This shows how extraordinarily delicate the human body's activity is. Diagnostic results are obtained not only when the blood is examined but also when the manner in which a person behaves—whether he thinks slowly or quickly—is studied.

[ 17 ] Also Sie sehen, meine Herren: Derjenige, der etwas wissen will über die Wirkung des Nikotins, der muß eben den ganzen Blutkreislauf und die Atmung genau kennen.

[ 17 ] You therefore can see, gentlemen, that if you wish to know something about the effect of nicotine, you must be thoroughly familiar with the entire circulatory and breathing processes.

[ 18 ] Nun erinnern Sie sich, was ich Ihnen neulich ausführlich gesagt habe: Das Blut selber wird aber erzeugt in dem Knochenmark; da kommt es eigentlich heraus. Nun, wenn das Blut in dem Knochenmark erzeugt wird und man bringt das Blut in eine zu große Bewegung, dann muß das Knochenmark auch schneller arbeiten als es sollte. Die Folge davon ist, daß die Knochen nicht mehr nachkommen in ihrer Arbeit, und dann bilden sich innerhalb der Knochen diejenigen Tiere aus, diejenigen kleinen Tiere, die uns eigentlich im Leben auffressen. Es hat Ärzte gegeben, wie zum Beispiel Metschnikow, die glaubten, daß überhaupt diese Osteophagen—so nennt man sie, diese kleinen Kerle—, die Ursache des menschlichen Todes sind. Wenn es keine Osteophagen gäbe, sagte der Metschnikow, dann würden wir ewig leben. Er meinte, daß die uns richtig auffressen. Nun, Tatsache ist, daß, je älter wir werden, desto mehr Osteophagen da sind. Also wahr ist es schon, daß unsere Knochen nach und nach aufgefressen werden von den Osteophagen. Aber auf der anderen Seite ist es geradeso, als wenn man eben einen Acker gut düngt: dann wächst mehr darauf, als wenn man ihn schlecht düngt. Und so etwas wie zum Beispiel Nikotin in den Körper hineinbringen, das bedeutet, daß man die Knochen schlecht macht für uns, aber für die Osteophagen, für diese Menschenfresser, Knochenfresser, macht man sie gerade gut. Was für uns Menschen ein Schlechtes ist, ist für diese kleinen Tiere das Allerbeste, was man machen kann.

[ 18 ] Now, remember what I recently told you about how the blood is produced in the bone marrow. Essentially it comes from there. If the blood is produced in the bone marrow and the blood is made to circulate too quickly, then the bone marrow must also work faster than it should. As a result, the bones cannot keep up with their work, and then those creatures develop within the bones, those little creatures that devour us. Doctors such as Metchnikoff believed that these osteoclasts, as such little fellows are called, are the cause of human death. Metchnikoff said that if there were no osteoclasts, we would live forever. He held that they literally devour us. The fact is that the older we get, the more osteoclasts are present. It is true that our bones are gradually eaten by the osteoclasts, but from the other side it is like fertilizing a field well—more will grow on it than if it were badly fertilized. For man, the introduction of nicotine into the body has a detrimental effect on the bones, but for these cannibalistic bone-devourers, the osteoclasts, it creates the best environment possible.

[ 19 ] So ist es eben in der Welt. Wenn einer bequem denken will, denkt er, die Welt ist von einem Herrgott gemacht, und da muß alles gut sein. Nun kann man sagen: Ja, warum hat denn der Herrgott neben den Knochen gleich die Osteophagen wachsen lassen? Wenn er die Osteophagen nicht hätte wachsen lassen, würden wir nicht aufgefressen werden während des Lebens; da könnten wir unsere Knochen so schlecht behandeln, daß sie zuletzt nur an irgend etwas anderem zugrundegehen; sie würden aber jedenfalls jahrhundertelang halten können, wenn diese kleinen Viecher da nicht drinnen wären.

[ 19 ] This is how it is in the world. A lazy thinker assumes that the world is fashioned by the Good Lord and so all must be well. Then one can ask why God allowed the osteoclasts to grow alongside the bones? If He had not allowed the osteoclasts to grow, we would not be slowly devoured throughout life. Instead, we could abuse our bones so terribly that something else would finally make them deteriorate. In any case, they could last for centuries if these little beasts were not contained within them.

[ 20 ] Aber das nützt einem nichts, wenn man nur so bequem denkt. Es nützt einem bloß, wenn man wirklich auf die Tatsachen eingeht, und wenn man weiß, daß eben diejenigen feinen Kräfte, die an der Knochenentstehung beteiligt sind, ihre Feinde haben, daß eben auch ihre Schöpfung da ist, denn das sind eben diese Osteophagen, die wir zu Millionen in uns haben. Je älter Sie werden, desto mehr haben Sie diese Osteophagen in sich, Sie haben immer Menschenfresser in sich, wenn sie auch klein sind. Die großen Menschenfresser sind nicht die allergescheitesten; die allergescheitesten sind diejenigen, die wir auf diese Weise da in uns tragen, und die also tatsächlich einen wiederum günstigen Boden gewinnen, wenn man eben Nikotin in den Körper hineinbringt.

[ 20 ] It serves no purpose, however, to think lazily this way. The only useful thing is to go truly into the facts, to know that the delicate forces instrumental in building up the bones have their adversaries. These osteoclasts, too, are part of creation, and we have them within us by the millions. The older you get, the more of these osteoclasts you have. You have cannibals, though they are minute, always within you. Actual cannibals are not the most clever; the cleverest are those that we carry around within us in this way, and they find fertile ground when nicotine is introduced into the body.

[ 21 ] Sehen Sie, daraus können Sie aber erkennen, daß es eben außerordentlich wichtig ist, den ganzen Menschen gründlich zu verstehen, wenn man überhaupt sagen will, wie irgendein Stoff im menschlichen Körper wirkt.

[ 21 ] You can recognize the extraordinary importance of thoroughly understanding the entire human being in order to determine how a given substance works in the human body.

[ 22 ] Nun ißt ja der Mensch fortwährend. Er ißt Tierisches, und er ißt Pflanzliches. Ich habe Ihnen schon einmal gesagt: Es fällt mir gar nicht ein, irgendwie zu agitieren für diese oder jene Nahrungsweise, sondern ich sage nur, wie sie wirkt. Und es ist oftmals vorgekommen, daß Vegetarier zu mir gekommen sind und gesagt haben, sie fühlen sich manchmal so zu einer leisen Ohnmacht geneigt und so weiter, und da sagte ich ihnen: Ja, das rührt eben davon her, daß Sie kein Fleisch essen. — Nicht wahr, man muß die Dinge ganz objektiv betrachten. Man muß nicht irgend etwas erzwingen wollen. Aber «objektiv betrachten» — was heißt das mit Bezug auf Pflanzenessen und Fleischessen? Sehen Sie, meine Herren, betrachten Sie eine Pflanze. Eine Pflanze bringt es dazu, daß sie ihren Keim, der in die Erde gesenkt wird, bis zu den grünen Blättern und farbigen Blumenblättern entwickelt. Und nun vergleichen Sie so etwas, was Sie von der Pflanze bekommen - also entweder, sagen wir, Sie pflücken direkt Ahren ab oder Sie pflücken Kraut ab und machen das zu irgendeinem Kohlgemüse oder dergleichen, indem Sie eskochen -, vergleichen Sie das mit dem Fleisch, mit dem Muskelfleisch der Tiere, es ist ein ganz anderer Stoff, nicht wahr. Aber in welchem Verhältnis stehen diese zwei Stoffe?

[ 22 ] Now, man constantly eats. He eats animal substances and he eats those of plants. I have told you before that I have no intention of promoting one or another form of diet. I only point out the effects. Vegetarians have frequently come to me saying they are prone to slight fainting spells, and so on. I have told them that it is because they don't eat meat. These matters must be viewed quite objectively; one must not desire to force something. What is the “objective view,” however, regarding eating plants and eating meat? Consider the plant. A plant manages to develop the seed that is planted in the earth all the way to green leaves and colorful flower petals. Now, you either receive your nourishment directly from grains, or you pluck a cabbage and make soup or something. Compare what you get from the plant with what is present in meat, usually an animal's muscle. Meat is a completely different substance from the plant. What is the relationship between these two substances?

[ 23 ] Sie wissen }a, es gibt Tiere, die sind einfach gute vegetarische Wesen. Es gibt doch Tiere, die kein Fleisch essen. Sagen wir also zum Beispiel unsere Kühe, die essen kein Fleisch. Pferde sind auch nicht auf Fleisch erpicht; die fressen ja auch nur Pflanzen. Nun müssen Sie sich klar sein: Das Tier, das schoppt nicht bloß immer die Nahrung in sich hinein, sondern es stößt auch fortwährend das, was in seinem Körper ist, heraus. Bei den Vögeln wissen Sie, daß es so etwas gibt wie die Mauserung. Da verlieren die Vögel ihre Federn und müssen sie durch neue ersetzen. Sie wissen, daß die Hirsche ihre Geweihe abwerfen. Und Sie schneiden sich die Nägel ab; die wachsen wieder nach. Aber dasjenige, was da so sichtbar äußerlich auftritt, das ist ja fortwährend da! Wir stoßen fortwährend Haut ab. Ich habe Ihnen das schon einmal auseinandergesetzt. Und in einem Zeitraum von etwa sieben bis acht Jahren haben wir den ganzen Körper abgestoßen und durch einen neuen ersetzt. Das ist aber bei den Tieren auch der Fall.

[ 23 ] You know that there are some animals that are simply gentle vegetarian beings. There are animals that do not eat meat. Cows, for example, eat no meat. Neither are horses keen on meat; they also eat only plants. Now, you must be clear that an animal not only absorbs food but is also constantly shedding what is inside its body. Among birds you know that there is something called moulting. The birds lose their feathers and must replace them with new ones. You know that deer drop their antlers. You cut your nails, and they grow back. What appears outwardly so visible here is part of a continuous process. We constantly shed our skins. I have explained this to you once before. During a period of approximately seven to eight years, our entire bodies are shed and replaced with new ones. This is also the case with animals.

[ 24 ] Also betrachten Sie eine Kuh oder einen Ochsen: Ja, wenn Sie ihn nach Jahren betrachten, so ist ja das Fleisch, das in ihm drinnen ist, ein ganz anderes. Beim Ochsen ist es etwas anders als beim Menschen; es geht das Auswechseln sogar schneller. Es ist also ein anderes Fleisch da. Woraus ist aber das Fleisch geworden? Das müssen Sie sich fragen. Das ist ja aus lauter Pflanzenstoffen geworden! Der Ochse hat selber aus Pflanzenstoffen Fleisch in seinem Körper erzeugt. Das ist ja das Allerwichtigste, was man dabei bedenken muß. Also der tierische Körper ist imstande, aus dem Pflanzlichen Fleisch zu machen.

[ 24 ] Consider a cow or an ox. After some years the flesh within it has been entirely replaced. With oxen the exchange takes place even faster than with human beings. A new flesh is therefore made. From what did this flesh originate, however? You must ask yourselves this. The ox itself has produced the flesh in its body from plant substances. This is the most important point to consider. This animal's body is therefore capable of producing meat from plants.

[ 25 ] Nun, meine Herren, Sie können Kohl noch solange kochen, dann kriegen Sie noch immer kein Fleisch daraus! Das gibt es nicht, daß Sie Fleisch kriegen in Ihrer Pfanne oder in Ihrem Haferl! Ebensowenig hat schon jemals einer einen Kuchen gebacken so, daß daraus Fleisch geworden ist. Also das kann man nicht durch äußere Kunst machen. Aber, im Grunde genommen, im tierischen Körper wird das gemacht, was man äußerlich nicht machen kann. Es wird eben einfach Fleisch erzeugt im tierischen Körper. Ja, dazu müssen die Kräfte eben erst im Körper sein. Unter unseren technischen Kräften haben wir keine solchen, durch die wir einfach aus Pflanzen Fleisch machen können. Das haben wir nicht. Also in unserem Körper und im tierischen Körper sind Kräfte, welche aus Pflanzensubstanz, Pflanzenstoffen Fleischstoffe machen können.

[ 25 ] Now, you can cook cabbage as long as you like, but you won't turn it into meat! You do not produce meat in your frying pan or your stew pot, and nobody has ever baked a cake that became meat. This cannot be done with outer skills, but, taken fundamentally, the animal's body can accomplish inwardly what one can't do outwardly. Flesh is produced in the animal's body, and to do this, forces must first be present in the body. With all our technological forces, we have none by which we can simply produce meat from plants. We don't have that, but in our bodies and in animal bodies there are forces that can make meat substance from plant substance.

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[ 26 ] Jetzt betrachten Sie eine Pflanze. Das soll die Pflanze sein (siehe Zeichnung). Da ist sie noch auf der Wiese oder auf dem Feld. Bis daher haben die Kräfte gewirkt, haben grüne Blätter, Blüten hervorgebracht und so weiter. Nun denken Sie sich, eine Kuh frißt nun diese Pflanze.

[ 26 ] Now, this is a plant (sketching) that is still in a, meadow or field. The forces that have been active up to this point have brought forth green leaves, berries, and so forth. Imagine a cow devours this plant. When the cow devours this plant, it becomes flesh in her.

[ 27 ] Wenn die Kuh oder der Ochse diese Pflanze frißt, dann wird sie in ihm zu Fleisch. Das heißt, er hat die Kräfte, durch die er aus dieser Pflanze Fleisch machen kann, in sich.

[ 27 ] This means that the cow possesses the forces that can make this plant into meat.

[ 28 ] Nun denken Sie sich, diesem Ochsen fiele es auf einmal ein, zu sagen: Das ist mir zu langweilig, daß ich da herumgehen und mir erst diese Pflanzen abbeißen soll. Das kann für mich ein anderes Vieh machen. Ich fresse gleich dieses Vieh! Nun schön, der Ochse würde anfangen Fleisch zu fressen. Aber er kann doch das Fleisch selber erzeugen! Er hat die Kräfte dazu in sich. Was geschieht also, wenn er statt Pflanzen Fleisch direkt frißt? Er läßt die ganzen Kräfte ungenützt, die in ihm Fleisch erzeugen können! Wenn Sie irgendwo eine Fabrik sich denken, durch die irgend etwas erzeugt werden soll, und Sie erzeugen nichts, aber bringen die ganze Fabrik in Tätigkeit — denken Sie sich einmal, was da für Kraft verlorengeht! Es geht ja ungeheure Kraft verloren. Aber, meine Herren, die Kraft, die im tierischen Körper verlorengeht, die kann ja nicht einfach verlorengehen. Der Ochse ist endlich ganz angestopft von dieser Kraft; die tut etwas anderes in ihm, als aus Pflanzenstoffen Fleischstoffe zu machen. Diese Kraft, die bleibt bei ihm, die ist ja da. Die tut etwas anderes in ihm. Und das, was sie tut, das erzeugt in ihm allerlei Unrat. Statt daß Fleisch erzeugt wird, werden schädliche Stoffe erzeugt. Der.Ochse würde also, wenn er anfangen würde, plötzlich ein Fleischfresser zu werden, sich mit allen möglichen schädlichen Stoffen ausfüllen. Namentlich mit Harnsäure und mit Harnsäuresalzen würde er sich ausfüllen.

[ 28 ] Now imagine that an ox suddenly decided that it was too tiresome to graze and nibble plants, that it would let another animal eat them and do the work for it, and then it would eat the animal. In other words, the ox would begin to eat meat, though it could produce the meat by itself. It has the inner forces to do so. What would happen if the ox were to eat meat directly instead of plants? It would leave all the forces unused that can produce the flesh in him. Think of the tremendous amount of energy that is lost when the machines in a factory in which something or other is manufactured are all turned on without producing anything. There is a tremendous loss of energy. But the unused energy in the ox's body cannot simply be lost, so the ox is finally filled with it, and this pent-up force does something in him other than produce flesh from plant substances. It does something else in him. After all, the energy remains; it is present in the animal, and so it produces waste products. Instead of flesh, harmful substances are produced. Therefore, if an ox were suddenly to turn into a meat eater, it would fill itself with all kinds of harmful substances such as uric acid and urates.

[ 29 ] Nun haben solche Harnsäuresalze nämlich auch ihre besonderen Gewohnheiten. Die besonderen Gewohnheiten der Harnsäuresalze sind, daß sie eine Schwäche haben gerade für das Nervensystem und für das Gehirn. Und die Folge davon würde sein, wenn der Ochse direkt Fleisch fressen würde, daß sich in ihm riesige Mengen von Harnsäuresalzen absondern würden; die würden nach dem Gehirn gehen und der Ochse würde verrückt werden. Wenn wir das Experiment machen könnten, eine Ochsenherde plötzlich mit Tauben zu füttern, so würden wir eine ganz verrückte Ochsenherde kriegen. Das ist so der Fall. Trotzdem die Tauben so sanft sind, würden die Ochsen verrückt werden.

[ 29 ] Now urates have their specific effects. The specific effects of urates are expressed in a particular affinity for the nervous system and the brain. The result is that if an ox were to consume meat directly, large amounts of urates would be secreted; they would enter the brain, and the ox would go crazy. If an experiment could be made in which a herd of oxen were suddenly fed with pigeons, it would produce a completely mad herd of oxen. That is what would happen. In spite of the gentleness of the pigeons, the oxen would go mad.

[ 30 ] Sehen Sie, eine solche Sache spricht natürlich gegen den Materialismus, denn wenn die Ochsen bloß Tauben fressen würden, so müßten die Ochsen sanft werden wie die Tauben, wenn bloß das Materielle wirksam wäre — sie werden das ganz gewiß nicht, sondern sie werden furchtbar leidenschaftliche und wütende Kerle werden. Nun denken Sie einmal, das wird ja schon dadurch bestätigt, wie leidenschaftlich die Rosse werden, wenn man ihnen nur ein bißchen Fleisch gibt; gleich fangen sie an, wild zu werden, weil sie eben auch nicht Fleischnahrung gewohnt sind.

[ 30 ] You see, such a matter naturally testifies against materialism, because if oxen only ate pigeons and if only the material element were effective, they would have to become as gentle as the pigeons. That would not be the case at all, however. Instead, the oxen would turn into terribly wild, furious creatures. This is proved by the fact that horses become extremely violent when fed a little meat. They begin to grow wild, because they are not accustomed to eating meat.

[ 31 ] Nun, meine Herren, das geht natürlich auf den Menschen über. Es ist sehr interessant in der Geschichte: Ein Teil der Bevölkerung von Asien ißt streng vegetarisch. Das sind nämlich sanfte Leute, die wenig Krieg führen. Erst in Vorderasien hat man angefangen Fleisch zu essen, und da begann auch die Kriegswut. Und die Sache ist diese, daß einfach diejenigen asiatischen Völker, die also kein Fleisch essen, die Kräfte, die sonst unverbraucht, unbenutzt gelassen werden, zum Umwandeln von Pflanzenstoffen in Fleischstoff verwenden. Und die Folge davon ist, daß sie sanft bleiben, währenddem die anderen Völker, welche Fleisch essen, eben nicht so sanft bleiben.

[ 31 ] This, of course, applies also to human beings. It is very interesting that historically a part of Asia's peoples is strictly vegetarian. These are gentle people who rarely wage war. In the Near East, people began to eat meat and thus brought about the madness of war. The peoples of the Asian nations transform plants into flesh by making use of the forces that otherwise are left unused, unconscious. Consequently, these people remain gentle whereas the meat eaters of other nations do not remain so gentle.

[ 32 ] Nun, nicht wahr, muß man aber sich darüber klar sein, daß ja die Menschen zu solchen Überlegungen, wie wir sie jetzt machen, erst nach und nach reif geworden sind. Als die Menschen angefangen haben, Fleisch zu essen, konnte man sich das ja nicht so überlegen, wie wir es jetzt gerade gemacht haben. Das ist alles aus dem Gefühl und aus dem Instinkt hervorgegangen.

[ 32 ] We must be clear that people have only gradually become mature enough for such deliberations as we are presenting here. When people began to eat meat, it could not be considered in the way we have just done; it all arose from feeling and instinct.

[ 33 ] Sehen Sie, der Löwe frißt fortwährend Fleisch; er ist kein Pflanzenfresser. Der Löwe hat ein sehr kurzes Gedärm, Und diejenigen Tiere, die Pflanzenfresser sind, die haben ein sehr langes Gedärm. Da ist der Darm sehr lang. Aber so ist es auch beim Menschen. Wenn der Mensch einfach in irgendeiner Rasse oder irgendeinem Volk geboren ist und alle seine Vorfahren Fleisch gegessen haben, dann ist ja der Darm schon kürzer geworden, schon zu kurz geworden für den bloßen Vegetarismus. Und dann muß der Mensch erst all das durchmachen, was ihn befähigt, trotzdem seine Gesundheit aufrecht zu erhalten, wenn er bloß Pflanzen ißt.

[ 33 ] You see, the lion continually devours meat; he is no plant eater. The lion also has very short intestines, unlike the plant-eating animals whose intestines are very long. This is also the case in humans. If a person is born into a certain race or people whose ancestors ate meat, then his intestines will already be shorter. They will be too short for pure vegetarianism. If, in spite of that, he eats only plants, he will have to practice all sorts of measures to remain healthy.

[ 34 ] Gewiß, es ist heute schon durchaus möglich, Vegetarier zu sein. Und es hat sehr viel für sich. Namentlich hat man einen gewissen Nutzen vom bloßen Pflanzenessen, nicht Fleischessen: man wird nicht so schnell müde. Von innen heraus wird man nicht so schnell müde, weil eben nicht solche Harnsalze und Harnsäuren abgesondert werden. Man wird nicht so schnell müde und behält einen freieren Kopf, kann daher auch leichter denken, wenn man überhaupt denkt. Derjenige, der nicht denken kann, dem nützt es natürlich auch nichts, wenn er seinen Kopf frei bekommt von Harnsäuresalzen, denn, nicht wahr, es ist notwendig, daß die ganze menschliche Organisation zusammenstimmt. Nun also, es kann sich der Mensch heute durch eine Überwindung zum Pflanzenesser machen. Dann verwendet er die Kräfte, die bei den meisten Menschen, die heute Fleisch essen, eben einfach nicht verwendet werden.

[ 34 ] It is certainly possible to be a vegetarian today, and it has many points in its favor. One of the main advantages of eating only vegetables is that one does not tire as quickly. Since no uric acid and urates are secreted, one does not tire as quickly but will retain a clearer head and think more easily—if one is in the habit of thinking! A person who cannot think does not gain anything by freeing his brain from urates, because it is necessary for the whole human organization to harmonize. In any case, through self-control, a person can become a vegetarian today. Then he uses those forces that, in people who eat meat, are simply left unused.

[ 35 ] Sehen Sie, ich will Sie auf eine eigentümliche Erscheinung aufmerksam machen. Das ist folgendes. Wenn Sie heute in der Welt Umschau halten, so werden Sie finden: Es gibt eine Krankheit, die die menschliche Gesundheit rasch untergräbt; das ist die sogenannte Diabetes, Zuckerkrankheit. Da wird zuerst im Urin Zucker gefunden, und der Mensch unterliegt dann sehr bald der Zerstörung des Körpers durch zu viel Zuckererzeugung. Die Krankheit ist eigentlich recht fatal. Der Zucker ist zugleich dasjenige, was den Menschen innerlich stark hält, wenn der Zucker in der richtigen Weise in den Organismus übergeführt wird.

[ 35 ] Now, I wish to call your attention to a strange phenomenon. If you look around in the world, you will find that there is an illness that quickly undermines human health. It is so-called diabetes, the sugar sickness. First, sugar is discovered in the urine, and man soon succumbs to the body's deterioration, which is caused by an over-abundance of sugar. It is a truly fatal illness. Sugar is also what keeps the human being inwardly strong, when taken in the right way.

[ 36 ] Das können Sie sogar äußerlich statistisch nachweisen. In Rußland wird viel weniger Zucker gegessen als in England, und das macht den ganzen Unterschied zwischen dem russischen Volk und dem englischen Volke. Die Engländer sind selbstbewußt und egoistisch; die Russen sind schwächlich, zwar unegoistisch, aber schwächlich. Das hängt damit zusammen, daß in Rußland wenig Zucker, in England sehr viel Zucker gegessen wird zum Beispiel in den Nahrungsmitteln. Aber der menschliche Leib braucht eine Menge Zucker, die er verarbeiten muß. Wie einen dauernd die Knochen stützen, so stützen einen fortwährend die Zuckermengen, die man im Körper herumschlenkert. Wenn aber zu viel Zucker in den Urin hineingeht, so geht zu wenig in den Körper hinein, und die Gesundheit wird untergraben. Das ist die Zuckerkrankheit.

[ 36 ] This can even be verified by statistics. Much less sugar is consumed in Russia than in England. This really accounts for the entire difference between the Russian people and the English. The English are self-conscious and egotistical; the Russians are unselfish and physically not as vigorous. This is related to the lower sugar consumption in Russia than in England, where a large amount of sugar is eaten in the food. The human body, however, requires the assimilation of an amount of sugar. Just as the bones support a human being, so the amounts of sugar circulating in his body sustain him. If, then, too much sugar is eliminated in the urine, too little is taken up by the body and the health is undermined. This is diabetes.

[ 37 ] Nun ist es so, daß die Zuckerkrankheit heute häufiger bei Juden auftritt als bei Nichtjuden. Gewiß, es haben ja auch andere die Zuckerkrankheit, aber heute haben sie besonders die Juden häufig. Dieses Volk neigt nämlich zur Zuckerkrankheit. Der Jude nimmt etwas schwer Zucker auf, braucht ihn aber auf der anderen Seite. Also müßte eigentlich die jüdische Diät dahingehen, dem menschlichen Körper möglichst zu erleichtern, den Zucker in ihm zu verwenden, nicht gleich abzuführen.

[ 37 ] Diabetes is today more prevalent among Jews. Certainly others also have diabetes, but it occurs with particular frequency today among Jews. These people have a tendency to diabetes. The Jew has more difficulty absorbing sugar, yet on the other hand he requires it. The Jewish diet should therefore actually tend to make it as easy as possible for the human body to make use of sugar and not to eliminate it.

[ 38 ] Wenn Sie das Alte Testament lesen, da werden Sie allerlei Speisevorschriften finden, Speisevorschriften, die heute noch beachtet werden in denjenigen Restaurants in den Städten, wo «koscher» daraufsteht. Sie werden solche Restaurants kennen; da steht mit jüdischen Buchstaben «koscher» drauf. Da wird also koscher gekocht. Das wird nach den alten mosaischen Speisevorschriften gemacht. Und wenn Sie prüfen, was da eigentlich zugrunde liegt, dann werden Sie finden, daß dem zugrunde liegt, daß der Jude möglichst so essen soll, daß er den Zucker verarbeiten kann, weil dieses Volk schwer den Zucker verarbeiten kann. Namentlich das Verbot von Schweinefleisch - das Schweinefleisch erschwert außerordentlich die Zuckerverarbeitung im Menschen — war darauf berechnet, die Zuckerkrankheit, Diabetes, zu verhindern. Man muß das Alte Testament sogar medizinisch lesen können; dann wird es furchtbar interessant. Es ist außerordentlich interessant, dem nachzugehen, worauf die einzelnen Verbote und die koschere Zubereitung von dem oder jenem berechnet sind. Sogar das sogenannte Schächten, die besondere Art, zum Beispiel Geflügel zu töten, Schächten überhaupt, ist darauf berechnet, daß so viel Blut noch in dem Fleisch bleibt, das der Jude genießt, daß er die richtige Zuckerbereitung für sich haben kann.

[ 38 ] If you read the Old Testament, you will find a variety of dietary rules that to this day are observed in restaurants that serve kosher food. Kosher cooking follows the ancient Mosaic dietary laws. If you study these, you will find the essence lies in the fact that Jews should eat food that allows the greatest assimilation of sugar, since this people has difficulty absorbing it. Pork makes the assimilation of sugar extremely difficult—pork aggravates diabetes unusually in the human being—so the prohibition of pork was calculated particularly to prevent diabetes. You see, you must read the Old Testament even from a medical standpoint; then it becomes terribly interesting. It is fascinating to trace what the various prohibitions and kosher preparations of foods are intended to accomplish. Even the so-called “Schächten,” the special way of butchering and killing poultry, for example, is intended to retain just the right amount of blood in the meat a Jew consumes so he can assimilate from it the right amount of sugar.

[ 39 ] Nun werden Sie wissen, daß gerade in der letzten Zeit allmählich die Juden ihre Speisegebote nicht mehr beachten, aber sie bleiben ja doch in ihrem Volkszusammenhang drinnen; und das bekommt ihnen schlecht, denn es sind eigentlich Volksgebote. Und dadurch kriegen sie leichter die Zuckerkrankheit als andere Menschen. Das ist die Geschichte.

[ 39 ] In recent times, Jews have gradually neglected their dietary laws, although they still remain within their racial relationships. Since the dietary rules are really rules for a specific racial group, to abandon them is detrimental, and they therefore succumb more readily to diabetes than other people. That is how it is.

[ 40 ] Also wir können schon sagen, man sieht, daß die Fleischnahrung im Menschen unverbrauchte Kräfte erzeugt, die sich dann dazu anschicken, in unrichtiger Weise im menschlichen Körper zu wirken und Unrat in ihm zu erzeugen. Nun ist es natürlich so, daß dieser Unrat ja auch wiederum fortgeschafft werden kann. Aber es ist manchmal eine sehr komplizierte Geschichte. Man kann schon sagen: Manche Dinge, richtig ausgesprochen, die nehmen sich ganz sonderbar aus. Man lernt Leute kennen, die arbeiten in ihrer Art den Winter hindurch, essen aber auch in ihrer Art den Winter hindurch, indem sie gerade soweit mit Lust essen, daß sie noch eine kleine Magenverstimmung jeden Tag haben, die sie dann durch die nötigen Schnäpse, die sie trinken, im Zaum halten. Aber kaum kommt der April oder Mai heran, dann sind sie für Karlsbad reif oder für irgendein anderes Bad. Dann haben sie nämlich in ihrem Organismus, in ihrem Körper, eine ganze Menge von Unrat angesammelt, und jetzt handelt es sich darum, daß sie eigentlich einen Ausmister brauchen, Es muß ausgemistet werden. Nun gehen sie nach Karlsbad. Und Sie wissen ja, wie das Karlsbader Wasser wirkt; das bewirkt eine ganz lebhafte Diarrhöe. Da wird auch entsprechend ausgemistet. Nun misten sie aus, und dann können sie, wenn sie zurückkommen, wieder anfangen. Aber sie erreichen in der Regel nichts anderes, als daß sie dann jedes Jahr nach Karlsbad gehen müssen. Denn wenn sie einmal verhindert werden, nach Karlsbad zu gehen, kriegen sie gleich so etwas wie Diabetes, Zuckerkrankheit, und dergleichen.

[ 40 ] We therefore can say that a meat diet produces unused forces in the human being that work in the human body improperly to produce waste. Naturally, this waste can then be eliminated again, but it is often a quite complicated task. One can say that when some matters are rightly expressed, they look quite peculiar. Some people work in their own particular way all winter long and eat in their own way, too. They consume with pleasure just enough food to give them a slight stomach upset every day, which they keep under control by drinking the necessary amount of alcohol. Come April or May they are ready for Karlsbad or some other health spa, since by that time they have accumulated a goodly amount of waste in their organisms, in their bodies. What they really need now is a thorough cleansing. The system must be cleaned out. They go to Karlsbad. You know that the waters of Karlsbad cause vigorous diarrhea, which purges the system. This done, they can return home and begin all over again. As a rule, no more is necessary than to go to Karlsbad every year, but if they are kept from going once, they suffer from something like diabetes or some related problem.

[ 41 ] Nicht wahr, wenn man so gesellschaftlich sich ausdrückt, dann sieht es leidlich aus, wenn man sagt: der geht nach Karlsbad. Aber in Wirklichkeit bedeutet das eigentlich, einen anstellen, der mit Misteimern den Körper wieder in Ordnung bringt. Und das tun die Schlucke von Karlsbader Wasser und die Einwirkung des Bades. Die bewirken also, daß da gründlich ausgemistet wird. Dann geht es wiederum eine Zeitlang.

[ 41 ] From the standpoint of an affluent society, it does not sound too bad to say that so-and-so is going to Karlsbad. In reality, it means using manure buckets to put one's body back in order; this is what drinking the waters and taking the baths at Karlsbad accomplish. The system is thoroughly purged and is then all right for a while.

[ 42 ] Ja, meine Herren, auf diese Weise kann man natürlich die Volksgesundheit nicht gerade heben. Schließlich ist es ja eigentlich so, daß nach der Art und Weise, wie so jemand ißt, der nach Karlsbad oder einem ähnlichen Bad gehen kann, die Sachen schon alle auf den Markt gebracht werden. Der andere, der nicht nach Karlsbad geht, muß auch essen. Bei dem wird dann nicht ausgemistet, wenn er nicht das Geld hat, nach Karlsbad zu gehen. Er kriegt ja nichts anderes zu essen. Daher muß schon bei der Medizin angefangen werden, das soziale Leben in die richtigen Bahnen zu bringen.

[ 42 ] Naturally, this is no way to raise the level of national health. Ultimately, the quality of all foods processed and sold on the market is geared to the eating habits of a person who can afford to go to Karlsbad or a similar spa. One who cannot afford to go to Karlsbad also has to eat, but he can't be purged without the money. No other foods are available to him. Therefore, a start must be made in medicine to set social life on the right course.

[ 43 ] Nun, darüber könnte man natürlich noch lange reden! Was ich heute noch vergessen haben sollte, das will ich Ihnen noch im Laufe der Zeit sagen.

[ 43 ] Naturally, one could expound on this subject much longer. If I have forgotten something today, however, I shall try to tell you about it in the course of time.

[ 44 ] Mit dem Absinth — das will ich nur noch hinzufügen - ist es so, daß er eigentlich ganz ähnlich wirkt wie der Alkohol im Wein zum Beispiel, und zwar liegt der Unterschied nur darinnen, daß beim Alkohol direkt das Stoffliche ruiniert wird — der Schlaf gleicht wieder etwas aus —, während beim Absinth auch noch der Schlaf ruiniert wird. Beim Absinth ist es so, daß der Mensch gerade, während er schläft, den eigentlichen Katzenjammer kriegt und am Schlaf verhindert wird. Und man muß schlafen, wenn man den Alkohol trinkt. Gewöhnlich muß ja — das bezeugt schon die Redensart — ein Räuschchen ausgeschlafen werden. Also auf den Alkoholgenuß wirkt eigentlich das Schlafen günstig; das gleicht aus. Und dadurch ist der Absinth schädlicher als der gewöhnliche Alkohol, daß das beim Absinth nicht der Fall ist; da wird auch der Schlaf noch ruiniert.

[ 44 ] Concerning absinthe, I only wish to add that it actually works quite similarly to the alcohol in wine, for example. The difference is that while wine directly ruins the physical substance—sleep evens matters out somewhat—absinthe also ruins the sleep. With absinthe, a person gets a hangover during sleep, and he is therefore prevented from sleeping well. One must sleep, however, if one drinks alcohol. Ordinarily, too much drink must be slept off—this is testified to by the expression, “to sleep it off.” Sleep has a beneficial effect on alcohol intake and evens matters out. For this reason, absinthe is more damaging than ordinary alcohol, because even sleep is ruined.

[ 45 ] Nun brauchten Sie nur einmal zu beobachten, wie im Schlafe zum Beispiel unsere Haare schneller wachsen. Derjenige, der sich rasiert zum Beispiel, der weiß, daß, wenn er einmal einen Tag sehr lange geschlafen hat, er sich schnellstens rasieren muß. Haben Sie das nicht auch schon bemerkt? (- Doch! -) Wenn die seelische Tätigkeit nicht da ist im Körper, dann geht das sehr rasch. Der Schlaf ist ja dazu da, daß er gerade die Wachstumskräfte im physischen Körper anregt. Nun, der Absinth, der wirkt aber noch in den Schlaf hinein. Und bei den Absinthsäufern ist es so, daß nicht einmal im Schlaf ein Ausgleich geschaffen wird. So daß selbst im Schlaf für die Frauen, wenn sie Absinth trinken, das Blut ruiniert wird, die roten Blutkörperchen, und für die Männer die weißen Blutkörperchen ruiniert werden.

[ 45 ] Now you need to consider how our hair, for example, grows more rapidly during sleep. A person who shaves knows that when he sleeps particularly late on a given day, he is more in need of a shave when he wakes. Have you noticed this? (Answer: “Oh yes!”) When the soul activity is absent from the body, whiskers grow very quickly. Sleep is there to stimulate the growth forces in the physical body. Absinthe, however, extends its effects even into sleep, and with absinthe-drinkers sleep does not neutralize these effects. The red corpuscles of the blood are even ruined in sleep in women who drink absinthe, and in men the white corpuscles are ruined.

[ 46 ] Aber nun kommt gerade noch etwas anderes dazu. Beim Absinthtrinken wird dadurch, daß es bis in den Schlaf hinein wirkt, die monatliche Periode außerordentlich stark beeinflußt, Und es kommen dann die Unregelmäßigkeiten beim Absinthtrinken, aber noch mehr bei der Nachkommenschaft. Und die Folge davon ist, daß die Absonderung, die jederzeit regelmäßig alle vier Wochen stattfinden sollte, unregelmäßig vor sich geht.

[ 46 ] Something else comes in here. Since absinthe works all the way into sleep, a woman's monthly period is very strongly influenced. Irregularities then occur that become even more pronounced in her descendants. The result is that ovulation, which should occur every four weeks, takes place irregularly.

[ 47 ] Also das Wesentliche, was man über den Absinth sagen kann, ist, daß er ja ähnlich wirkt wie der gewöhnliche Alkohol in Wein, Bier oder Schnaps, daß er aber auch noch den Schlaf ruiniert.

[ 47 ] The main thing that. can be said about absinthe is, therefore, that it works similarly to the ordinary alcohol in wine, beer, or cognac, but it even ruins sleep. Though one could go into more detail, I wish to say something concerning the other question that was asked about twins.

[ 48 ] Nun möchte ich Ihnen geschwind noch - man kann ja solche Sachen weiter ausführen — über die andere Frage mit den Zwillingen etwas sagen. Die Befruchtung geschieht geradeso bei den späteren Zwillingsgeburten wie bei den Geburten, wo nur ein Mensch geboren wird. Also die Befruchtung geschieht immer so, daß in die weibliche Eizelle ein männliches Samenkörperchen eindringt, nachher gleich sich die Bahn schließt, und da drinnen gehen dann die weiteren Vorgänge vor sich.

[ 48 ] In identical twin births, fertilization occurs just as it does for single births. A male sperm penetrates the female egg cell, which then closes itself off; all the other processes take place within it. The number of offspring derived from this egg is determined by something quite other than the number of male sperm. Only one sperm enters the egg, whereas the whole world has an influence on the offspring. They are created by the forces of the entire universe.

[ 49 ] Aber sehen Sie, die Zahl der Nachkommen ist eigentlich durch etwas ganz anderes bestimmt, als etwa durch die Zahl der männlichen Samenkerne. Es kommt nur ein Samenkern hinein in die weibliche Eizelle, während auf die Nachkommenschaft die ganze Welt Einfluß hat. Es wird von den Kräften der ganzen Welt heraus die Nachkommenschaft bewirkt. Und da kann es namentlich zum Beispiel vorkommen, daß kurz nach der Befruchtung die Frau denselben Einflüssen ausgesetzt ist - es wird etwas kurios sein, was ich Ihnen jetzt sage, aber es ist das trotzdem eine Wahrheit -, denselben Einflüssen aus dem Weltenall ausgesetzt ist. Nehmen Sie an — natürlich muß da alles zusammenstimmen -, aber nehmen Sie an, die Befruchtung geschieht gerade beim abnehmenden Mond. Dann ist beim abnehmenden Mond die Frau gewissen Kräften im Weltenall ausgesetzt, die von einem Stückchen Mond herrühren. Jetzt aber ist es bei der Befruchtung so, daß die ersten Vorgänge, in den ersten drei Wochen, eigentlich ganz unbestimmt sind. Da kann man gar nichts sagen, nicht wahr. Nach drei Wochen ist der Mensch erst ein kleines Fischchen. Vorher ist alles ganz unbestimmt. Wenn nun drei Wochen verlaufen, also immer so, daß aus dem Menschenkeim alles Mögliche werden kann, wenn das nun gerade paßt, daß die Frau auch noch hineinkommt in den zunehmenden Mond, dann sind dieselben Einflüsse da von außen her, und dann hat schon ein bißchen gewirkt der abnehmende Mond, ein bißchen wirkt der zunehmende Mond, und die Zwillingsgeburt kann entstehen.

[ 49 ] What I have to say now sounds somewhat curious, but it is the truth. It can happen that shortly after fertilization the woman is subjected again to the same influences from the cosmos. This is what I mean: let us assume that fertilization occurs during the time of the waning moon. The woman is then exposed to certain forces in the cosmos that originate from a certain segment of the moon. Now, in the first three weeks after fertilization the initial processes are completely indefinite. Nothing can yet be determined. After three weeks, the human being is just a minute little fish-like thing. Before that, everything is indefinite. The three weeks run their course, always in such a way that almost anything can develop from the human germ, and if things are just right and the woman now comes under the influence of the waxing moon, then the same influences are again present externally. Some effects have already been present from the waning moon; now the waxing moon also has an influence, and the birth of twins can come about.

[ 50 ] Aber es kann auch so sein, daß zum Beispiel die Frau, sagen wir, etwas Antipathie überhaupt hat gegen das Kinderkriegen, vielleicht eine ganz unbewußte Antipathie; vielleicht ist sie in ihrem Bewußtsein ganz begierig aufs Kinderkriegen, aber unbewußt hat sie eine gewisse Antipathie. Sie braucht nur eine gewisse Antipathie zu haben gerade gegen den Mann, den sie geheiratet hat. Solche Antipathien gibt es nämlich doch auch. Ja, meine Herren, dann hält sie selbst zurück die rasche Entwickelung des sogenannten Embryos, des Menschenkeimes, und dann wirkt dasjenige, was einmal wirken sollte, das wirkt dann mehrmals aus dem Weltenall heraus, und dann können Drillinge entstehen. Es ist sogar schon vorgekommen, daß Vierlinge entstanden sind. Aber das alles wird niemals durch die Befruchtung bewirkt, sondern durch die anderen Einflüsse, die stattfinden, durch die äußeren Einflüsse. Würde nämlich durch die Befruchtung bewirkt werden, daß Zwillinge entstehen, dann wären sie ganz gewiß sehr verschieden voneinander, weil sie dann von verschiedenen männlichen Samenkörperchen herrühren würden. Sie könnten ja auch aus zwei Eiern kommen und so weiter, nicht aus einem Ei. Aber bei Zwillingen ist ja das Auffallende, daß sie bis auf merkwürdige Dinge gleich sind; also zum Beispiel noch das, was in späterem Alter auftritt, entwickelt sich bei Zwillingen gleich. Das ist aus dem Grunde, weil sie aus einem einzigen Ei hervorgehen. Also das müssen Sie festhalten: Bei Zwillingsgeburten ist die Befruchtung nicht anders, sondern es wirken die äußeren Einflüsse da mit.

[ 50 ] It can also be possible that a woman might consciously be eager to have a child, but subconsciously she harbors a certain antipathy, perhaps a totally unconscious antipathy, toward bearing children. She need only have a certain antipathy toward the man she has married. Such antipathies also exist. Then she herself holds back the rapid development of the so-called embryo, the human germ. The influences that should have an effect once work several times from the cosmos, and thus triplets can result. Even quadruplets have been born. All this is never caused by the fertilization, however, but by the other influences, the outer influences. If identical twin births were to occur at fertilization, the twins would certainly turn out to be different from each other since they would have had to originate from different sperm. Twins can indeed also come from two eggs rather than one. But the striking feature of identical twins is that they are alike even in unusual characteristics; even what comes about at a later age, for instance, develops in the same way in twins. The reason is that they emerge from one egg. So you must realize that fertilization is not different in the case of identical twin births, but rather outer influences play their part here.