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Man's Life on Earth and
the Essence of Christianity
GA 349

7 May 1923, Dornach

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Vom Leben des Menschen und der Erde. Über das Wesen des Christentums
  1. Man's Life on Earth and the Essence of Christianity, tr. SOL

12. Über die Wesenheit von Christus, Ahriman und Luzifer in ihrem Verhältnis zum Menschen

12. Über die Wesenheit von Christus, Ahriman und Luzifer in ihrem Verhältnis zum Menschen

[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Ist Ihnen etwas eingefallen, was heute noch besprochen werden soll?

[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Ist Ihnen etwas eingefallen, was heute noch besprochen werden soll?

Fragestellung: Vielleicht würde Herr Doktor über die Wesenheit von Christus, Ahriman und Luzifer im Verhältnis zum Menschen etwas sagen.

Fragestellung: Vielleicht würde Herr Doktor über die Wesenheit von Christus, Ahriman und Luzifer im Verhältnis zum Menschen etwas sagen.

[ 2 ] Dr. Steiner: Da muß man noch von einer anderen Seite auf die Wesenheit des Menschen überhaupt eingehen, sonst kommt Ihnen das natürlich als eine Art von Aberglauben vor. Da möchte ich Ihnen auf Grund dessen, was wir schon durchgesprochen haben, das Folgende sagen.

[ 2 ] Dr. Steiner: Da muß man noch von einer anderen Seite auf die Wesenheit des Menschen überhaupt eingehen, sonst kommt Ihnen das natürlich als eine Art von Aberglauben vor. Da möchte ich Ihnen auf Grund dessen, was wir schon durchgesprochen haben, das Folgende sagen.

[ 3 ] Sehen Sie, meine Herren, man hat heute so das Bewußtsein, als ob der Mensch ein durch und durch ganz gleichartiges Wesen sei. Das ist er nicht; sondern der Mensch ist eigentlich fortwährend in einem Zustande, in dem er auflebt und wiederum stirbt. Man lebt nicht bloß bei der Geburt auf und stirbt nicht bloß mit dem Tode, sondern - ich habe es Ihnen auch schon öfter auseinandergesetzt - man stirbt fortwährend und lebt wiederum auf.

[ 3 ] Sehen Sie, meine Herren, man hat heute so das Bewußtsein, als ob der Mensch ein durch und durch ganz gleichartiges Wesen sei. Das ist er nicht; sondern der Mensch ist eigentlich fortwährend in einem Zustande, in dem er auflebt und wiederum stirbt. Man lebt nicht bloß bei der Geburt auf und stirbt nicht bloß mit dem Tode, sondern - ich habe es Ihnen auch schon öfter auseinandergesetzt - man stirbt fortwährend und lebt wiederum auf.

[ 4 ] Nun, wenn wir zum Beispiel unseren Kopf anschauen, so ist ja der Kopf eigentlich innerlich ganz und gar aus demjenigen bestehend, was man Nervensubstanz nennt. Sie wissen ja, die Nerven laufen sonst nur als Fäden durch den Organismus, aber der Kopf ist innerlich ganz Nerv. Wenn man das zeichnet, so schaut es eigentlich so aus (Zeichnung $. 220): der Kopf, die Stirne; da ist der Kopf innerlich ganz Nerv, eine starke Nervenmasse; dann geht noch etwas von dieser Nervenmasse durch das Rückenmark. Dann aber gehen die Nervenfäden durch den ganzen Körper. Also dasjenige, was nur in Fäden durch den ganzen Körper geht, das ist im Kopfe als eine einheitliche Masse vorhanden. Das ist die Nervenmasse.

[ 4 ] Nun, wenn wir zum Beispiel unseren Kopf anschauen, so ist ja der Kopf eigentlich innerlich ganz und gar aus demjenigen bestehend, was man Nervensubstanz nennt. Sie wissen ja, die Nerven laufen sonst nur als Fäden durch den Organismus, aber der Kopf ist innerlich ganz Nerv. Wenn man das zeichnet, so schaut es eigentlich so aus (Zeichnung $. 220): der Kopf, die Stirne; da ist der Kopf innerlich ganz Nerv, eine starke Nervenmasse; dann geht noch etwas von dieser Nervenmasse durch das Rückenmark. Dann aber gehen die Nervenfäden durch den ganzen Körper. Also dasjenige, was nur in Fäden durch den ganzen Körper geht, das ist im Kopfe als eine einheitliche Masse vorhanden. Das ist die Nervenmasse.

[ 5 ] Wenn Sie zum Beispiel nun noch das Innere des menschlichen Bauches anschauen, so haben Sie darinnen auch noch sehr viele Nerven. Da ist dann das sogenannte Sonnengeflecht. Da ist sehr viel Nerv noch drinnen. Aber in die Arme und Hände und in die Beine und Füße, da laufen eben die Nerven ganz fadenförmig aus.

[ 5 ] Wenn Sie zum Beispiel nun noch das Innere des menschlichen Bauches anschauen, so haben Sie darinnen auch noch sehr viele Nerven. Da ist dann das sogenannte Sonnengeflecht. Da ist sehr viel Nerv noch drinnen. Aber in die Arme und Hände und in die Beine und Füße, da laufen eben die Nerven ganz fadenförmig aus.

[ 6 ] Wenn Sie nun wiederum nach etwas anderem hinschauen, nach den Blutgefäßen, dann werden Sie finden: Im Kopfe verlaufen die Blutgefäße ziemlich fein. Dagegen sind die Blutgefäße besonders stark in der Herzgegend ausgebildet; und dann sind ja dicke Blutadern in den Gliedern. So daß man sagen kann: Wir haben auf der einen Seite das Nervensystem, auf der anderen Seite das Blutsystem.

[ 6 ] Wenn Sie nun wiederum nach etwas anderem hinschauen, nach den Blutgefäßen, dann werden Sie finden: Im Kopfe verlaufen die Blutgefäße ziemlich fein. Dagegen sind die Blutgefäße besonders stark in der Herzgegend ausgebildet; und dann sind ja dicke Blutadern in den Gliedern. So daß man sagen kann: Wir haben auf der einen Seite das Nervensystem, auf der anderen Seite das Blutsystem.

Wandtafel 1
Wandtafel 1
Wandtafel 1
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[ 7 ] Nun ist die Sache so, daß wir aus dem Blut immer wiederum, jeden Tag, jede Stunde, neu geboren werden. Das Blut bedeutet immer die Erneuerung. Würden wir also bloß Blut in uns haben, so würden wir wie Wesen sein, die fortwährend wachsen, größer werden, frisch sind und so weiter. Aber sehen Sie, meine Herren, würden wir bloß Nerven sein, würden wir also nur aus Nerven bestehen, dann würden wir fortwährend abgespannt, müde sein, wir würden eigentlich fortwährend absterben. So daß wir zwei entgegengesetzte Prinzipien in uns haben, das Nervensystem, das uns fortwährend alt werden läßt, sogar dem Tode fortwährend überliefert, und das Blutsystem, das mit dem Nahrungssystem in Zusammenhang steht, das uns fortwährend jung werden läßt und so weiter.

[ 7 ] Nun ist die Sache so, daß wir aus dem Blut immer wiederum, jeden Tag, jede Stunde, neu geboren werden. Das Blut bedeutet immer die Erneuerung. Würden wir also bloß Blut in uns haben, so würden wir wie Wesen sein, die fortwährend wachsen, größer werden, frisch sind und so weiter. Aber sehen Sie, meine Herren, würden wir bloß Nerven sein, würden wir also nur aus Nerven bestehen, dann würden wir fortwährend abgespannt, müde sein, wir würden eigentlich fortwährend absterben. So daß wir zwei entgegengesetzte Prinzipien in uns haben, das Nervensystem, das uns fortwährend alt werden läßt, sogar dem Tode fortwährend überliefert, und das Blutsystem, das mit dem Nahrungssystem in Zusammenhang steht, das uns fortwährend jung werden läßt und so weiter.

[ 8 ] Die Sache, die ich Ihnen jetzt erklärt habe, die kann man nun auch noch weiter ausführen. Sie wissen ja, im Alter werden manche Menschen so, daß man sagen muß, sie sind verkalkt. Verkalkung tritt ein, Sklerose. Die Menschen kommen dann sehr leicht, wenn ihre Adern, wie man sagt, verkalken, also gerade die Blutgefäßwände verkalken, dazu, sich nicht mehr recht bewegen zu können. Und wenn dann eine besonders starke Verkalkung eintritt, dann wird der Mensch vom Schlag getroffen, wie man sagt. Er bekommt einen Schlag. Der Schlag, den der Mensch bekommt, besteht ja nur darinnen, daß seine Blutgefäße verkalken und eben nicht mehr halten.

[ 8 ] Die Sache, die ich Ihnen jetzt erklärt habe, die kann man nun auch noch weiter ausführen. Sie wissen ja, im Alter werden manche Menschen so, daß man sagen muß, sie sind verkalkt. Verkalkung tritt ein, Sklerose. Die Menschen kommen dann sehr leicht, wenn ihre Adern, wie man sagt, verkalken, also gerade die Blutgefäßwände verkalken, dazu, sich nicht mehr recht bewegen zu können. Und wenn dann eine besonders starke Verkalkung eintritt, dann wird der Mensch vom Schlag getroffen, wie man sagt. Er bekommt einen Schlag. Der Schlag, den der Mensch bekommt, besteht ja nur darinnen, daß seine Blutgefäße verkalken und eben nicht mehr halten.

[ 9 ] Was ist denn da eigentlich über den Menschen gekommen, wenn er verkalkt, wenn er sklerotisch wird? Sehen Sie, da ist es so, als ob seine Blutgefäßwände zu Nerven werden wollten. Das ist das Merkwürdige. Die Nerven, die müssen fortwährend absterben. Die Nerven müssen gewissermaßen das ganze Leben in demselben Zustande sein, in dem die Blutgefäße gar nicht sein dürfen. Die Blutgefäße müssen frisch sein. Die Nerven müssen fortwährend zum Absterben geneigt sein. Wenn dagegen der Mensch Nerven bekommt, die zu weich sind, die also nicht genügend, wenn ich mich so ausdrücken darf, verkalkt sind, die zu weich sind, dann wird er verrückt. Also Sie sehen, die Nerven dürfen nicht wie die Blutgefäße sein und die Blutgefäße nicht wie die Nerven.

[ 9 ] Was ist denn da eigentlich über den Menschen gekommen, wenn er verkalkt, wenn er sklerotisch wird? Sehen Sie, da ist es so, als ob seine Blutgefäßwände zu Nerven werden wollten. Das ist das Merkwürdige. Die Nerven, die müssen fortwährend absterben. Die Nerven müssen gewissermaßen das ganze Leben in demselben Zustande sein, in dem die Blutgefäße gar nicht sein dürfen. Die Blutgefäße müssen frisch sein. Die Nerven müssen fortwährend zum Absterben geneigt sein. Wenn dagegen der Mensch Nerven bekommt, die zu weich sind, die also nicht genügend, wenn ich mich so ausdrücken darf, verkalkt sind, die zu weich sind, dann wird er verrückt. Also Sie sehen, die Nerven dürfen nicht wie die Blutgefäße sein und die Blutgefäße nicht wie die Nerven.

[ 10 ] Das ist eben das, was uns zwingt, zu sagen, der Mensch hat zwei Prinzipien in sich. Das eine ist das Nervenprinzip. Das verursacht, daß er eigentlich fortwährend alt wird. Vom Morgen bis zum Abend wird man eigentlich immer ein bißchen älter. In der Nacht frischt sich das wieder vom Blut herein auf. So geht das immer, wie der Pendelschlag der Uhr: alt werden, jung werden, alt werden, jung werden. Natürlich, wenn wir vom Morgen bis Abend wachen, dann werden wir eben älter, und wenn wir vom Abend bis zum Morgen schlafen, werden wir wieder jünger; aber ein bißchen etwas bleibt immer übrig. Also es bessert schon die Nacht die Sache aus; aber von jedem Tag Altwerden bleibt ein bißchen übrig. Und wenn dann das beim Menschen eine genügend große Summe gibt, dann stirbt er eben wirklich. Das ist die Geschichte. Wir haben also zwei Dinge im Menschen, die sich einander entgegenarbeiten, das Altwerden, das Jungwerden.

[ 10 ] Das ist eben das, was uns zwingt, zu sagen, der Mensch hat zwei Prinzipien in sich. Das eine ist das Nervenprinzip. Das verursacht, daß er eigentlich fortwährend alt wird. Vom Morgen bis zum Abend wird man eigentlich immer ein bißchen älter. In der Nacht frischt sich das wieder vom Blut herein auf. So geht das immer, wie der Pendelschlag der Uhr: alt werden, jung werden, alt werden, jung werden. Natürlich, wenn wir vom Morgen bis Abend wachen, dann werden wir eben älter, und wenn wir vom Abend bis zum Morgen schlafen, werden wir wieder jünger; aber ein bißchen etwas bleibt immer übrig. Also es bessert schon die Nacht die Sache aus; aber von jedem Tag Altwerden bleibt ein bißchen übrig. Und wenn dann das beim Menschen eine genügend große Summe gibt, dann stirbt er eben wirklich. Das ist die Geschichte. Wir haben also zwei Dinge im Menschen, die sich einander entgegenarbeiten, das Altwerden, das Jungwerden.

[ 11 ] Nun können wir uns das aber auch seelisch anschauen. Ich habe es Ihnen jetzt körperlich erklärt. Sehen Sie, wenn das Jungwerden gar zu stark im Menschen Platz greift, dann bekommt er Rippenfellentzündung oder Lungenentzündung. Es ist nämlich so, daß die Sachen, die ganz gut sind, die ausgezeichnet sind, wenn sie in ihren Grenzen bleiben, dann, wenn sie überhandnehmen, zur Krankheit werden. Die Krankheit ist im Menschen nichts anderes, als daß etwas, was er immer braucht, überhand nimmt. Fieber rührt davon her, daß das Jungwerden viel zu stark in uns wird. Das können wir nicht mehr vertragen. Wir fangen an, zu frisch zu werden mit unserem ganzen Leib. Dann haben wir Fieber oder eine Pleuritis, das ist eine Rippenfellentzündung, dabei, oder eine Lungenentzündung.

[ 11 ] Nun können wir uns das aber auch seelisch anschauen. Ich habe es Ihnen jetzt körperlich erklärt. Sehen Sie, wenn das Jungwerden gar zu stark im Menschen Platz greift, dann bekommt er Rippenfellentzündung oder Lungenentzündung. Es ist nämlich so, daß die Sachen, die ganz gut sind, die ausgezeichnet sind, wenn sie in ihren Grenzen bleiben, dann, wenn sie überhandnehmen, zur Krankheit werden. Die Krankheit ist im Menschen nichts anderes, als daß etwas, was er immer braucht, überhand nimmt. Fieber rührt davon her, daß das Jungwerden viel zu stark in uns wird. Das können wir nicht mehr vertragen. Wir fangen an, zu frisch zu werden mit unserem ganzen Leib. Dann haben wir Fieber oder eine Pleuritis, das ist eine Rippenfellentzündung, dabei, oder eine Lungenentzündung.

[ 12 ] Nun, das Ganze kann man aber auch seelisch anschauen. Sehen Sie, seelisch kann der Mensch auch vertrocknen, oder er kann so werden, wie er sonst körperlich im Fieber wird. Da gibt es gewisse Eigenschaften des Menschen - man hört sie nicht gerne, weil sie besonders heute so viele Menschen haben -, das ist: man wird pedantisch, man wird ein Philister. Sie wissen, daß es ja heute immerhin Philister gibt. Philister gibt es schon. Man wird Philister, man wird Pedant. Man wird, während dem man eigentlich als Schulmeister ein ganz frischer Kerl sein sollte, gerade als Schulmeister vertrocknet. Ja, das ist wiederum dasselbe, wie wenn unsere Blutgefäße verkalken, vertrocknen. Wir können auch seelisch vertrocknen. Und dann wiederum können wir auch seelisch erweichen. Das ist, wenn man ein Schwärmer wird, ein Mystiker oder ein Theosoph wird. Ja, was will man denn da? Da will man nicht ordentlich denken. Da will man mit der Phantasie in alle Welten hinausgreifen, ohne ordentlich zu denken. Das ist dasselbe, wie wenn man körperlich Fieber kriegt. Mystiker werden, Theosoph werden, heißt seelisch Fieber kriegen.

[ 12 ] Nun, das Ganze kann man aber auch seelisch anschauen. Sehen Sie, seelisch kann der Mensch auch vertrocknen, oder er kann so werden, wie er sonst körperlich im Fieber wird. Da gibt es gewisse Eigenschaften des Menschen - man hört sie nicht gerne, weil sie besonders heute so viele Menschen haben -, das ist: man wird pedantisch, man wird ein Philister. Sie wissen, daß es ja heute immerhin Philister gibt. Philister gibt es schon. Man wird Philister, man wird Pedant. Man wird, während dem man eigentlich als Schulmeister ein ganz frischer Kerl sein sollte, gerade als Schulmeister vertrocknet. Ja, das ist wiederum dasselbe, wie wenn unsere Blutgefäße verkalken, vertrocknen. Wir können auch seelisch vertrocknen. Und dann wiederum können wir auch seelisch erweichen. Das ist, wenn man ein Schwärmer wird, ein Mystiker oder ein Theosoph wird. Ja, was will man denn da? Da will man nicht ordentlich denken. Da will man mit der Phantasie in alle Welten hinausgreifen, ohne ordentlich zu denken. Das ist dasselbe, wie wenn man körperlich Fieber kriegt. Mystiker werden, Theosoph werden, heißt seelisch Fieber kriegen.

[ 13 ] Aber alle zwei Bedingungen müssen wir immer in uns haben. Wir können gar nicht erkennen, wenn wir nicht die Phantasie gebrauchen können, und wir können gar nicht irgendwie etwas zusammenarbeiten, wenn wir nicht ein bißchen Pedanten sind, wenn man nicht allerlei einregistriert und so weiter. Macht man es zu viel, ist man ein Pedant, ein Philister. Macht man es gerade im rechten Maß, ist man eben eine richtige Seele.

[ 13 ] Aber alle zwei Bedingungen müssen wir immer in uns haben. Wir können gar nicht erkennen, wenn wir nicht die Phantasie gebrauchen können, und wir können gar nicht irgendwie etwas zusammenarbeiten, wenn wir nicht ein bißchen Pedanten sind, wenn man nicht allerlei einregistriert und so weiter. Macht man es zu viel, ist man ein Pedant, ein Philister. Macht man es gerade im rechten Maß, ist man eben eine richtige Seele.

[ 14 ] Das ist es, daß man immer irgend etwas hat, was eben im rechten Maße im Menschen sein muß, was aber, wenn es überhand nimmt, körperlich oder seelisch krank macht.

[ 14 ] Das ist es, daß man immer irgend etwas hat, was eben im rechten Maße im Menschen sein muß, was aber, wenn es überhand nimmt, körperlich oder seelisch krank macht.

[ 15 ] Ebenso ist das Geistige, meine Herren. Wir können nicht immer schlafen, wir müssen auch manchmal aufwachen. Denken Sie sich, was das für ein Ruck ist, wenn man aufwacht! Stellen Sie sich nur vor, wie das beim Schlaf ist: Sie liegen da, Sie wissen nichts von Ihrer Umgebung. Wenn Sie einen guten Schlaf haben, kann Sie einer sogar kitzeln und Sie wachen nicht einmal auf. Denken Sie, was das für ein Unterschied ist! Nachher wachen Sie auf, sehen alles, was um Sie herum ist, hören alles, was um Sie herum ist. Das ist ein großer Unterschied. Wenn Sie nun aufwachen - ja, diese Kraft zum Aufwachen müssen wir in uns haben; wenn Sie aber zu stark ist, wenn man immer aufwacht, wenn man gar nicht schlafen kann zum Beispiel, dann ist eben die Aufwachekraft zu stark in uns.

[ 15 ] Ebenso ist das Geistige, meine Herren. Wir können nicht immer schlafen, wir müssen auch manchmal aufwachen. Denken Sie sich, was das für ein Ruck ist, wenn man aufwacht! Stellen Sie sich nur vor, wie das beim Schlaf ist: Sie liegen da, Sie wissen nichts von Ihrer Umgebung. Wenn Sie einen guten Schlaf haben, kann Sie einer sogar kitzeln und Sie wachen nicht einmal auf. Denken Sie, was das für ein Unterschied ist! Nachher wachen Sie auf, sehen alles, was um Sie herum ist, hören alles, was um Sie herum ist. Das ist ein großer Unterschied. Wenn Sie nun aufwachen - ja, diese Kraft zum Aufwachen müssen wir in uns haben; wenn Sie aber zu stark ist, wenn man immer aufwacht, wenn man gar nicht schlafen kann zum Beispiel, dann ist eben die Aufwachekraft zu stark in uns.

[ 16 ] Wiederum gibt es solche Leute, die überhaupt gar nicht recht aufwachen können. Es gibt ja solche Menschen, die ihr ganzes Leben herumdämmern und herumträumen, die immerwährend schlafen mögen. Ja, diese Menschen können nicht aufwachen. Wir müssen die Fähigkeit haben, richtig einschlafen zu können; aber wir dürfen diese Fähigkeit, richtig einzuschlafen, auch nicht zu stark haben. Sonst schlafen wir ewig, wachen gar nicht mehr auf.

[ 16 ] Wiederum gibt es solche Leute, die überhaupt gar nicht recht aufwachen können. Es gibt ja solche Menschen, die ihr ganzes Leben herumdämmern und herumträumen, die immerwährend schlafen mögen. Ja, diese Menschen können nicht aufwachen. Wir müssen die Fähigkeit haben, richtig einschlafen zu können; aber wir dürfen diese Fähigkeit, richtig einzuschlafen, auch nicht zu stark haben. Sonst schlafen wir ewig, wachen gar nicht mehr auf.

[ 17 ] So kann man sagen: Wir können in dreierlei Weise gewisse Zustände beim Menschen unterscheiden. Erstens körperlich. Da haben wir auf der einen Seite das Nervensystem. Das ist fortwährend etwas, was zur Verhärtung hinneigt, zur Verkalkung. Wir sagen also:

[ 17 ] So kann man sagen: Wir können in dreierlei Weise gewisse Zustände beim Menschen unterscheiden. Erstens körperlich. Da haben wir auf der einen Seite das Nervensystem. Das ist fortwährend etwas, was zur Verhärtung hinneigt, zur Verkalkung. Wir sagen also:

[ 18 ] Sehen Sie, Sie sind ja alle schon so alt, mit Ausnahme des einzigen, der da unter Ihnen sitzt, daß Sie Ihr Nervensystem ein bißchen verkalkt haben müssen. Denn hätten Sie heute noch Ihr Nervensystem, wie Sie es hatten, als Sie ein halbes Jahr alt waren, da wären Sie alle verrückt. Sie können nicht mehr ein so weiches Nervensystem haben. Diejenigen Leute, die verrückt sind, die haben eben ein kindliches Nervensystem. Also wir müssen die Kraft der Verhärtung, der Verkalkung in uns haben. Und auf der anderen Seite müssen wir die Kraft der Verweichung, der Verjüngung haben. Diese zwei Kräfte müssen sich das Gleichgewicht halten.

[ 18 ] Sehen Sie, Sie sind ja alle schon so alt, mit Ausnahme des einzigen, der da unter Ihnen sitzt, daß Sie Ihr Nervensystem ein bißchen verkalkt haben müssen. Denn hätten Sie heute noch Ihr Nervensystem, wie Sie es hatten, als Sie ein halbes Jahr alt waren, da wären Sie alle verrückt. Sie können nicht mehr ein so weiches Nervensystem haben. Diejenigen Leute, die verrückt sind, die haben eben ein kindliches Nervensystem. Also wir müssen die Kraft der Verhärtung, der Verkalkung in uns haben. Und auf der anderen Seite müssen wir die Kraft der Verweichung, der Verjüngung haben. Diese zwei Kräfte müssen sich das Gleichgewicht halten.

[ 19 ] Wenn man die Sache seelisch anschaut, dann können wir sagen: Der Verhärtung entspricht seelisch Pedanterie, Philisterhaftigkeit, Materialismus, trockener Verstand.

[ 19 ] Wenn man die Sache seelisch anschaut, dann können wir sagen: Der Verhärtung entspricht seelisch Pedanterie, Philisterhaftigkeit, Materialismus, trockener Verstand.

[ 20 ] Das alles muß man überschauen. Ein bißchen Philister müssen wir sein, sonst würden wir ein Springingerl sein. Ein bißchen Pedanten müssen wir sein, sonst würden wir gar nicht richtig unsere Sachen aufheben. Statt daß wir unseren Rock in den richtigen Schrank hängen, würden wir ihn in den Ofen oder in den Schornstein hineinhängen. Also ein bißchen Philister und ein bißchen Pedant sein ist ganz schön, aber es darf eben nicht zu stark sein. Dann haben wir seelisch auch die Kraft in uns zur Phantastik, zur Schwärmerei, zur Mystik, zur Theosophie. Wenn die alle zu stark werden, diese Kräfte, dann werden wir eben ein Phantast, ein Schwärmer. Das dürfen wir nicht werden. Aber wir dürfen auch nicht alle Phantasie weg haben.

[ 20 ] Das alles muß man überschauen. Ein bißchen Philister müssen wir sein, sonst würden wir ein Springingerl sein. Ein bißchen Pedanten müssen wir sein, sonst würden wir gar nicht richtig unsere Sachen aufheben. Statt daß wir unseren Rock in den richtigen Schrank hängen, würden wir ihn in den Ofen oder in den Schornstein hineinhängen. Also ein bißchen Philister und ein bißchen Pedant sein ist ganz schön, aber es darf eben nicht zu stark sein. Dann haben wir seelisch auch die Kraft in uns zur Phantastik, zur Schwärmerei, zur Mystik, zur Theosophie. Wenn die alle zu stark werden, diese Kräfte, dann werden wir eben ein Phantast, ein Schwärmer. Das dürfen wir nicht werden. Aber wir dürfen auch nicht alle Phantasie weg haben.

[ 21 ] Ich kannte einmal einen Menschen, der hat alle Phantasie gehaßt, und er ging niemals ins Theater zum Beispiel, in eine Oper schon gar nicht, weil er sagte: Das ist ja alles nicht wahr. — Er hatte eben gar keine Phantasie. Ja, wenn man aber gar keine Phantasie hat, dann wird man eben ein ganz trockenes Subjekt, dann wird man ein Schleicher durchs Leben, nicht ein richtiger, wirklicher Mensch. Also das darf wieder nicht ausarten.

[ 21 ] Ich kannte einmal einen Menschen, der hat alle Phantasie gehaßt, und er ging niemals ins Theater zum Beispiel, in eine Oper schon gar nicht, weil er sagte: Das ist ja alles nicht wahr. — Er hatte eben gar keine Phantasie. Ja, wenn man aber gar keine Phantasie hat, dann wird man eben ein ganz trockenes Subjekt, dann wird man ein Schleicher durchs Leben, nicht ein richtiger, wirklicher Mensch. Also das darf wieder nicht ausarten.

[ 22 ] Wenn wir es nun geistig ansehen, so haben wir die Kraft zur Verhärtung im Aufwachen. Im Aufwachen nehmen wir unseren Körper fest in die Hand, gebrauchen unsere Glieder. Und die Kraft, die sonst im Körper in der Verweichung, in der Verjüngung ist, die haben wir im Einschlafen. Da sinken wir in die Träume hinüber. Da haben wir unseren Körper nicht mehr in der Hand.

[ 22 ] Wenn wir es nun geistig ansehen, so haben wir die Kraft zur Verhärtung im Aufwachen. Im Aufwachen nehmen wir unseren Körper fest in die Hand, gebrauchen unsere Glieder. Und die Kraft, die sonst im Körper in der Verweichung, in der Verjüngung ist, die haben wir im Einschlafen. Da sinken wir in die Träume hinüber. Da haben wir unseren Körper nicht mehr in der Hand.

[ 23 ] Man kann sagen, der Mensch ist eigentlich fortwährend der Gefahr ausgesetzt, in die eine oder in die andere Sache hineinzufallen, entweder zu stark der Verweichung oder zu stark der Verhärtung zu verfallen.

[ 23 ] Man kann sagen, der Mensch ist eigentlich fortwährend der Gefahr ausgesetzt, in die eine oder in die andere Sache hineinzufallen, entweder zu stark der Verweichung oder zu stark der Verhärtung zu verfallen.

[ 24 ] Wenn Sie einen Magneten haben, so wissen Sie, der Magnet zieht das Eisen an. Wir sagen, wir haben zweierlei Magnetismus im Magneten. Die haben wir auch. Wir haben positiven Magnetismus und negativen Magnetismus. Der eine zieht die Magnetnadel an, der andere stößt sie ab. Sie sind entgegengesetzt.

[ 24 ] Wenn Sie einen Magneten haben, so wissen Sie, der Magnet zieht das Eisen an. Wir sagen, wir haben zweierlei Magnetismus im Magneten. Die haben wir auch. Wir haben positiven Magnetismus und negativen Magnetismus. Der eine zieht die Magnetnadel an, der andere stößt sie ab. Sie sind entgegengesetzt.

[ 25 ] Nicht wahr, im Physischen, im Körperlichen geniert man sich durchaus nicht, den Sachen Namen zu geben. Man braucht Namen. Ich habe Ihnen jetzt etwas beschrieben, körperlich, seelisch und geistig, was jeder von Ihnen immer wahrnehmen kann, immer sieht, worüber jeder von Ihnen sich klar sein kann. Aber wir brauchen Namen. Wenn wir positiven Magnetismus haben, müssen wir uns klar sein, das ist nicht das Eisen; das ist im Eisen drinnen. Etwas Unsichtbares ist im Eisen drinnen.

[ 25 ] Nicht wahr, im Physischen, im Körperlichen geniert man sich durchaus nicht, den Sachen Namen zu geben. Man braucht Namen. Ich habe Ihnen jetzt etwas beschrieben, körperlich, seelisch und geistig, was jeder von Ihnen immer wahrnehmen kann, immer sieht, worüber jeder von Ihnen sich klar sein kann. Aber wir brauchen Namen. Wenn wir positiven Magnetismus haben, müssen wir uns klar sein, das ist nicht das Eisen; das ist im Eisen drinnen. Etwas Unsichtbares ist im Eisen drinnen.

[ 26 ] Wer das nicht zugibt, daß etwas Unsichtbares im Eisen drinnen ist, der wird sagen: Du bist ein dummer Kerl! Da soll ein Magnetismus im Eisen drinnen sein? Das ist ein Hufeisen. Damit beschlage ich mein Roß. — Nicht wahr, so einer ist ein Idiot, der nicht zugibt, daß da im Eisen etwas Unsichtbares drinnen ist, der sein Roß damit beschlägt. Man kann dieses Hufeisen zu etwas ganz anderem als zum Hufebeschlagen verwenden, wenn der Magnetismus drinnen ist.

[ 26 ] Wer das nicht zugibt, daß etwas Unsichtbares im Eisen drinnen ist, der wird sagen: Du bist ein dummer Kerl! Da soll ein Magnetismus im Eisen drinnen sein? Das ist ein Hufeisen. Damit beschlage ich mein Roß. — Nicht wahr, so einer ist ein Idiot, der nicht zugibt, daß da im Eisen etwas Unsichtbares drinnen ist, der sein Roß damit beschlägt. Man kann dieses Hufeisen zu etwas ganz anderem als zum Hufebeschlagen verwenden, wenn der Magnetismus drinnen ist.

[ 27 ] Nun, ebenso, sehen Sie, ist erwas Unsichtbares, Übersinnliches, in dem Verhärten drinnen. Und dieses Unsichtbare, Übersinnliche, Wesenhafte, das man beobachten kann, wenn man dazu die Gabe hat, nennt man ahrimanisch. Ahrimanisch sind also die Kräfte, die aus dem Menschen fortwährend eine Art von Leichnam machen möchten. Wären nur ahrimanische Kräfte da, würden wir fortwährend Leichnam werden, und wir würden Pedanten werden, ganz versteinerte Menschen. Wir würden fortwährend aufwachen, wir würden nicht schlafen können.

[ 27 ] Nun, ebenso, sehen Sie, ist erwas Unsichtbares, Übersinnliches, in dem Verhärten drinnen. Und dieses Unsichtbare, Übersinnliche, Wesenhafte, das man beobachten kann, wenn man dazu die Gabe hat, nennt man ahrimanisch. Ahrimanisch sind also die Kräfte, die aus dem Menschen fortwährend eine Art von Leichnam machen möchten. Wären nur ahrimanische Kräfte da, würden wir fortwährend Leichnam werden, und wir würden Pedanten werden, ganz versteinerte Menschen. Wir würden fortwährend aufwachen, wir würden nicht schlafen können.

[ 28 ] Die Kräfte, die uns nun verweichen, verjüngen, die uns zur Phantasie bringen, das sind die luziferischen Kräfte, das sind diejenigen Kräfte, die wir brauchen, damit wir eben nicht ein lebender Leichnam werden. Aber wenn nur die luziferischen Kräfte da wären, ja, da blieben wir unser ganzes Leben lang Kinder. Also in der Welt braucht es die luziferischen Kräfte, damit wir nicht schon mit drei Jahren Greise sind. In der Welt braucht es die ahrimanischen Kräfte, damit wir nicht fortwährend Kinder bleiben. Diese zwei entgegengesetzten Kräfte müssen im Menschen sein.

[ 28 ] Die Kräfte, die uns nun verweichen, verjüngen, die uns zur Phantasie bringen, das sind die luziferischen Kräfte, das sind diejenigen Kräfte, die wir brauchen, damit wir eben nicht ein lebender Leichnam werden. Aber wenn nur die luziferischen Kräfte da wären, ja, da blieben wir unser ganzes Leben lang Kinder. Also in der Welt braucht es die luziferischen Kräfte, damit wir nicht schon mit drei Jahren Greise sind. In der Welt braucht es die ahrimanischen Kräfte, damit wir nicht fortwährend Kinder bleiben. Diese zwei entgegengesetzten Kräfte müssen im Menschen sein.

Wandtafel 2
Wandtafel 2
Wandtafel 2
Wandtafel 2

[ 29 ] Nun handelt es sich darum, daß diese zwei entgegengesetzten Kräfte ausgeglichen sein müssen. Worin liegt nun die Ausgleichung? Es darf nichts von diesen Kräften überhandnehmen.

[ 29 ] Nun handelt es sich darum, daß diese zwei entgegengesetzten Kräfte ausgeglichen sein müssen. Worin liegt nun die Ausgleichung? Es darf nichts von diesen Kräften überhandnehmen.

[ 30 ] Sehen Sie, wir schreiben jetzt, nicht wahr, 1923. Diese ganze Zeit von der Zeitenwende bis 1923 ist eigentlich so, daß die Menschheit in der Gefahr steht, den ahrimanischen Kräften zu verfallen. Sie müssen nur bedenken, eigentlich wird man heute da, wo es keine Geisteswissenschaft gibt, ahrimanisch erzogen. Denken Sie nur, unsere Kinder kommen in die Volksschule, müssen da Dinge lernen, die ihnen ganz komisch vorkommen müssen - ich habe es Ihnen schon angedeutet —, an denen sie gar kein Interesse haben können. Sie haben den Vater immer gesehen, habe ich Ihnen gesagt; ja, der schaut so aus, hat Haare, Ohren, Augen, und nachher sollen sie lernen, das da hier (geschrieben): Vater, das ist der Vater. Es ist ihnen ganz fremd. Sie haben kein Interesse dafür. Und so ist es mit allem, was die Kinder zunächst in der Volksschule lernen sollen. Sie haben gar kein Interesse dafür.

[ 30 ] Sehen Sie, wir schreiben jetzt, nicht wahr, 1923. Diese ganze Zeit von der Zeitenwende bis 1923 ist eigentlich so, daß die Menschheit in der Gefahr steht, den ahrimanischen Kräften zu verfallen. Sie müssen nur bedenken, eigentlich wird man heute da, wo es keine Geisteswissenschaft gibt, ahrimanisch erzogen. Denken Sie nur, unsere Kinder kommen in die Volksschule, müssen da Dinge lernen, die ihnen ganz komisch vorkommen müssen - ich habe es Ihnen schon angedeutet —, an denen sie gar kein Interesse haben können. Sie haben den Vater immer gesehen, habe ich Ihnen gesagt; ja, der schaut so aus, hat Haare, Ohren, Augen, und nachher sollen sie lernen, das da hier (geschrieben): Vater, das ist der Vater. Es ist ihnen ganz fremd. Sie haben kein Interesse dafür. Und so ist es mit allem, was die Kinder zunächst in der Volksschule lernen sollen. Sie haben gar kein Interesse dafür.

[ 31 ] Und dies ist ja der Grund, warum man wiederum vernünftige Schulen einrichten muß, wo die Kinder zunächst das lernen, wofür sie ein Interesse haben können. Würde das Unterrichten so fortgehen, wie man es heute macht, dann würden die Menschen eben sehr früh vergreisen, greisenhaft werden, alt werden, weil das ahrimanisch ist. Das macht den Menschen alt. So wie heute die Kinder in der Schule erzogen werden, so ist das alles ahrimanisch. Das ist eben in diesen neunzehnhundert Jahren so, daß die ganze Entwickelung der Menschheit nach dem Ahrimanischen hingeht. Vorher war es anders.

[ 31 ] Und dies ist ja der Grund, warum man wiederum vernünftige Schulen einrichten muß, wo die Kinder zunächst das lernen, wofür sie ein Interesse haben können. Würde das Unterrichten so fortgehen, wie man es heute macht, dann würden die Menschen eben sehr früh vergreisen, greisenhaft werden, alt werden, weil das ahrimanisch ist. Das macht den Menschen alt. So wie heute die Kinder in der Schule erzogen werden, so ist das alles ahrimanisch. Das ist eben in diesen neunzehnhundert Jahren so, daß die ganze Entwickelung der Menschheit nach dem Ahrimanischen hingeht. Vorher war es anders.

[ 32 ] Wenn Sie nun zurückgehen, sagen wir, vom Jahre 8000 bis zur Zeitenwende, da war es anders, da waren die Menschen der Gefahr ausgesetzt, daß sie nicht alt werden konnten. Schulen gab es ja nicht in dem heutigen Sinne in diesen alten Zeiten. Schulen gab es nur für diejenigen Menschen, die schon ein respektables Alter erlangt hatten, und die dann richtige Gelehrte werden sollten. Für die gab es Schulen. Für die Kinder gab es ja in alten Zeiten keine Schulen. Die lernten eben im Leben. Dasjenige, was sie sahen, das lernten sie. Also es gab weder Schulen, noch bemühte man sich, den Kindern irgend etwas beizubringen, was ihnen fremd war. Da war die Gefahr vorhanden, daß die Menschen ganz ins Luziferische kamen, daß sie in die Schwärmerei, also ins Luziferische kamen. Und es war auch so. In diesen alten Zeiten, da war viel Weisheit vorhanden, das habe ich Ihnen schon gesagt. Aber natürlich, da mußte erst dieses Luziferische gezügelt werden, sonst hätten sie eigentlich den ganzen Tag Gespenstergeschichten erzählen wollen! Das war dasjenige, was die Leute besonders geliebt haben.

[ 32 ] Wenn Sie nun zurückgehen, sagen wir, vom Jahre 8000 bis zur Zeitenwende, da war es anders, da waren die Menschen der Gefahr ausgesetzt, daß sie nicht alt werden konnten. Schulen gab es ja nicht in dem heutigen Sinne in diesen alten Zeiten. Schulen gab es nur für diejenigen Menschen, die schon ein respektables Alter erlangt hatten, und die dann richtige Gelehrte werden sollten. Für die gab es Schulen. Für die Kinder gab es ja in alten Zeiten keine Schulen. Die lernten eben im Leben. Dasjenige, was sie sahen, das lernten sie. Also es gab weder Schulen, noch bemühte man sich, den Kindern irgend etwas beizubringen, was ihnen fremd war. Da war die Gefahr vorhanden, daß die Menschen ganz ins Luziferische kamen, daß sie in die Schwärmerei, also ins Luziferische kamen. Und es war auch so. In diesen alten Zeiten, da war viel Weisheit vorhanden, das habe ich Ihnen schon gesagt. Aber natürlich, da mußte erst dieses Luziferische gezügelt werden, sonst hätten sie eigentlich den ganzen Tag Gespenstergeschichten erzählen wollen! Das war dasjenige, was die Leute besonders geliebt haben.

[ 33 ] So daß man sagen kann: Vor sehr alten Zeiten, etwa von 8000 bis zur Zeitenwende, war ein luziferisches Zeitalter, und dann kam ein ahrimanisches Zeitalter.

[ 33 ] So daß man sagen kann: Vor sehr alten Zeiten, etwa von 8000 bis zur Zeitenwende, war ein luziferisches Zeitalter, und dann kam ein ahrimanisches Zeitalter.

[ 34 ] Schauen wir uns jetzt einmal das luziferische Zeitalter an. Sehen Sie, da haben diejenigen, die damals in diesen alten Zeiten Gelehrte waren, gewisse Sorgen gehabt. Die damals Gelehrte waren, die lebten ja in solchen turmförmigen Gebäuden. Der babylonische Turm, von dem Ihnen in der Bibel erzählt wird, ist ja nur eines von diesen Gebäuden. Da lebten diese Gelehrten. Diese Gelehrten sagten: Nun ja, wir haben es hier gut. Mit uns will auch unsere Phantasie durchgehen. Wir möchten immer ins Gespenstische, immer ins Luziferische herein. Aber da haben wir unsere Instrumente. Da schauen wir in die Sterne hinaus und sehen, wie die Sterne sich bewegen. Das zügelt unsere Phantasie. Denn wenn ich einen Stern anschaue und will, daß er so geht, so geht er eben nicht so. Da wird also die eigene Phantasie gezügelt.

[ 34 ] Schauen wir uns jetzt einmal das luziferische Zeitalter an. Sehen Sie, da haben diejenigen, die damals in diesen alten Zeiten Gelehrte waren, gewisse Sorgen gehabt. Die damals Gelehrte waren, die lebten ja in solchen turmförmigen Gebäuden. Der babylonische Turm, von dem Ihnen in der Bibel erzählt wird, ist ja nur eines von diesen Gebäuden. Da lebten diese Gelehrten. Diese Gelehrten sagten: Nun ja, wir haben es hier gut. Mit uns will auch unsere Phantasie durchgehen. Wir möchten immer ins Gespenstische, immer ins Luziferische herein. Aber da haben wir unsere Instrumente. Da schauen wir in die Sterne hinaus und sehen, wie die Sterne sich bewegen. Das zügelt unsere Phantasie. Denn wenn ich einen Stern anschaue und will, daß er so geht, so geht er eben nicht so. Da wird also die eigene Phantasie gezügelt.

[ 35 ] Also die Gelehrten, die wußten, sie lassen sich durch die Weltenerscheinungen ihre Phantasie zügeln. Oder sie hatten physikalische Instrumente. Sie wußten: Wenn ich mir vorstelle, ich habe ein ganz kleines Stückchen Holz, heize ein bißchen ein, da wird ein Riesenfeuer — so kann ich das in der Vorstellung sagen, aber wenn ich es wirklich mache, wird eben aus dem kleinen Stückchen Holz ein kleines Feuer.

[ 35 ] Also die Gelehrten, die wußten, sie lassen sich durch die Weltenerscheinungen ihre Phantasie zügeln. Oder sie hatten physikalische Instrumente. Sie wußten: Wenn ich mir vorstelle, ich habe ein ganz kleines Stückchen Holz, heize ein bißchen ein, da wird ein Riesenfeuer — so kann ich das in der Vorstellung sagen, aber wenn ich es wirklich mache, wird eben aus dem kleinen Stückchen Holz ein kleines Feuer.

[ 36 ] Das war also eigentlich der Sinn dieser alten Lehranstalten, die wuchernde Phantasie dieser Menschen zu zügeln. Und die Sorge, die diese Leute hatten, die bestand darinnen, daß sie sagten: Ja, da sind nun die anderen alle, es können ja nicht alle Gelehrte werden! Und da gaben sie die Lehren heraus, die manchmal ehrlich waren, manchmal unehrlich. Das sind die alten Religionslehren, die durchaus von der Wissenschaft ausgehen, nur natürlich arteten auch die Priester aus. Und so sind auch die unehrlichen Lehren — die ehrlichen sind zum Teil, zum größten Teil verlorengegangen — auf die Nachwelt gekommen. Das war die Zügelung des Luziferischen.

[ 36 ] Das war also eigentlich der Sinn dieser alten Lehranstalten, die wuchernde Phantasie dieser Menschen zu zügeln. Und die Sorge, die diese Leute hatten, die bestand darinnen, daß sie sagten: Ja, da sind nun die anderen alle, es können ja nicht alle Gelehrte werden! Und da gaben sie die Lehren heraus, die manchmal ehrlich waren, manchmal unehrlich. Das sind die alten Religionslehren, die durchaus von der Wissenschaft ausgehen, nur natürlich arteten auch die Priester aus. Und so sind auch die unehrlichen Lehren — die ehrlichen sind zum Teil, zum größten Teil verlorengegangen — auf die Nachwelt gekommen. Das war die Zügelung des Luziferischen.

[ 37 ] Und wie es im Ahrimanischen ist, das wissen Sie ja. Die Wissenschaft von heute strebt immer mehr und mehr dem Ahrimanischen zu. Eigentlich ist unsere ganze Wissenschaft etwas, das uns heute vertrocknet macht. Denn diese Wissenschaft, die kennt eigentlich nur eben das Körperliche, das heißt das Verkalkte, das Materielle. Und das ist dasjenige, was eben in unserer ganzen Zivilisation das Ahrimanische ist.

[ 37 ] Und wie es im Ahrimanischen ist, das wissen Sie ja. Die Wissenschaft von heute strebt immer mehr und mehr dem Ahrimanischen zu. Eigentlich ist unsere ganze Wissenschaft etwas, das uns heute vertrocknet macht. Denn diese Wissenschaft, die kennt eigentlich nur eben das Körperliche, das heißt das Verkalkte, das Materielle. Und das ist dasjenige, was eben in unserer ganzen Zivilisation das Ahrimanische ist.

[ 38 ] Zwischen beiden steht dasjenige drinnen, was man nun im wirklichen Sinne das Christliche nennt. Sehen Sie, meine Herren, das wirkliche Christliche kennt man ja zu wenig in der Welt. Wenn man dasjenige christlich nennt, was man in der Welt kennt, da müßte man ja natürlich das Christliche bekämpfen, das ist ja selbstverständlich.

[ 38 ] Zwischen beiden steht dasjenige drinnen, was man nun im wirklichen Sinne das Christliche nennt. Sehen Sie, meine Herren, das wirkliche Christliche kennt man ja zu wenig in der Welt. Wenn man dasjenige christlich nennt, was man in der Welt kennt, da müßte man ja natürlich das Christliche bekämpfen, das ist ja selbstverständlich.

[ 39 ] Aber diejenige Wesenheit, von der ich Ihnen auch das letzte Mal einiges gesprochen habe, die eben in der Zeitenwende geboren ist und dreiunddreißig Jahre gelebt hat, diese Persönlichkeit, die war ja nicht so, wie es die Leute beschreiben, sondern sie hatte eigentlich die Absicht gehabt, für alle Menschen solche Lehren zu geben, die einen Ausgleich, ein Gleichgewicht zwischen dem Ahrimanischen und dem Luziferischen möglich machten. Und christlich sein heißt eben, den Ausgleich zwischen dem Ahrimanischen und dem Luziferischen suchen. Christlich sein kann man nämlich wirklich nicht so, wie es heute die Menschen oftmals nennen.

[ 39 ] Aber diejenige Wesenheit, von der ich Ihnen auch das letzte Mal einiges gesprochen habe, die eben in der Zeitenwende geboren ist und dreiunddreißig Jahre gelebt hat, diese Persönlichkeit, die war ja nicht so, wie es die Leute beschreiben, sondern sie hatte eigentlich die Absicht gehabt, für alle Menschen solche Lehren zu geben, die einen Ausgleich, ein Gleichgewicht zwischen dem Ahrimanischen und dem Luziferischen möglich machten. Und christlich sein heißt eben, den Ausgleich zwischen dem Ahrimanischen und dem Luziferischen suchen. Christlich sein kann man nämlich wirklich nicht so, wie es heute die Menschen oftmals nennen.

[ 40 ] Was heißt denn zum Beispiel christlich sein im körperlichen Sinne? Christlich sein im körperlichen Sinne heißt, ich eigne mir Kenntnisse über den Menschen an. Der Mensch kann auch krank werden. Der Mensch bekommt Rippenfellentzündung. Was heißt das, er bekommt Rippenfellentzündung? Das heißt: zu viel Luziferisches ist in ihm. Weiß ich das, daß zu viel Luziferisches in ihm ist - wenn er also Rippenfellentzündung bekommt, ist zu viel Luziferisches in ihm -, dann muß ich sagen: Wenn ich eine Waage habe (Zeichnung $. 230) und die schnellt hier zu stark herauf, dann muß ich die Gewichte wegnehmen. Wenn sie zu stark heruntersinkt, muß ich da Gewichte zugeben. Jetzt sage ich mir: Hat ein Mensch Rippenfellentzündung, so ist das Luziferische zu stark, das Ahrimanische zu schwach. Ich muß etwas Ahrimanisches dazutun, dann gleicht sich das wieder aus.

[ 40 ] Was heißt denn zum Beispiel christlich sein im körperlichen Sinne? Christlich sein im körperlichen Sinne heißt, ich eigne mir Kenntnisse über den Menschen an. Der Mensch kann auch krank werden. Der Mensch bekommt Rippenfellentzündung. Was heißt das, er bekommt Rippenfellentzündung? Das heißt: zu viel Luziferisches ist in ihm. Weiß ich das, daß zu viel Luziferisches in ihm ist - wenn er also Rippenfellentzündung bekommt, ist zu viel Luziferisches in ihm -, dann muß ich sagen: Wenn ich eine Waage habe (Zeichnung $. 230) und die schnellt hier zu stark herauf, dann muß ich die Gewichte wegnehmen. Wenn sie zu stark heruntersinkt, muß ich da Gewichte zugeben. Jetzt sage ich mir: Hat ein Mensch Rippenfellentzündung, so ist das Luziferische zu stark, das Ahrimanische zu schwach. Ich muß etwas Ahrimanisches dazutun, dann gleicht sich das wieder aus.

[ 41 ] Nehmen wir also an, ich sage mir ganz richtig: Dieser Mensch hat Rippenfellentzündung; wie kann ich ihm helfen? Ich nehme, sagen wir, ein Stück Birkenholz. Das Birkenholz wächst im Frühling stark. Gerade Birkenholz ist etwas sehr Gutes, namentlich wenn es gegen die Rinde zu liegt; es sind in der Rinde sehr gute Wachstumskräfte drinnen. Die töte ich ab, das heißt, ich verkohle das Birkenholz. Dann habe ich Birkenholzkohle. Was habe ich denn da gemacht aus dem frischen, immerfort sich verjüngenden Birkenholz? Birkenholzkohle habe ich daraus gemacht, Ahrimanisches habe ich daraus gemacht. Und jetzt mache ich ein Pulver aus dieser Birkenholzkohle und gebe es demjenigen ein, der in der Rippenfellentzündung zu viel Luziferisches in sich hat. Dann habe ich das Ahrimanische zu dem hinzugefügt, was er zu viel an Luziferischem hat.

[ 41 ] Nehmen wir also an, ich sage mir ganz richtig: Dieser Mensch hat Rippenfellentzündung; wie kann ich ihm helfen? Ich nehme, sagen wir, ein Stück Birkenholz. Das Birkenholz wächst im Frühling stark. Gerade Birkenholz ist etwas sehr Gutes, namentlich wenn es gegen die Rinde zu liegt; es sind in der Rinde sehr gute Wachstumskräfte drinnen. Die töte ich ab, das heißt, ich verkohle das Birkenholz. Dann habe ich Birkenholzkohle. Was habe ich denn da gemacht aus dem frischen, immerfort sich verjüngenden Birkenholz? Birkenholzkohle habe ich daraus gemacht, Ahrimanisches habe ich daraus gemacht. Und jetzt mache ich ein Pulver aus dieser Birkenholzkohle und gebe es demjenigen ein, der in der Rippenfellentzündung zu viel Luziferisches in sich hat. Dann habe ich das Ahrimanische zu dem hinzugefügt, was er zu viel an Luziferischem hat.

[ 42 ] Sehen Sie, dann habe ich den Ausgleich geschaffen. Wie ich bei der Waage etwas hinzufügen muß, wenn sie zu hoch hinaufschnellt auf der einen Seite, ebenso habe ich, wenn zu viel Luziferisches in der Rippenfellentzündung da ist, Birkenholzkohle hinzugefügt. Das Birkenholz habe ich mineralisch gemacht dadurch, daß ich es verkohlte. Ahrimanisch ist es gemacht worden.

[ 42 ] Sehen Sie, dann habe ich den Ausgleich geschaffen. Wie ich bei der Waage etwas hinzufügen muß, wenn sie zu hoch hinaufschnellt auf der einen Seite, ebenso habe ich, wenn zu viel Luziferisches in der Rippenfellentzündung da ist, Birkenholzkohle hinzugefügt. Das Birkenholz habe ich mineralisch gemacht dadurch, daß ich es verkohlte. Ahrimanisch ist es gemacht worden.

[ 43 ] Oder nehmen Sie einmal an, ein Mensch bekommt so ein müdes, gelähmtes Aussehen, so daß ich mir sagen kann: den trifft nächstens der Schlag. Da ist zu viel Ahrimanisches in ihm. Jetzt muß ich Luziferisches in ihn hineingeben, damit es sich ausgleicht. Was werde ich denn da tun?

[ 43 ] Oder nehmen Sie einmal an, ein Mensch bekommt so ein müdes, gelähmtes Aussehen, so daß ich mir sagen kann: den trifft nächstens der Schlag. Da ist zu viel Ahrimanisches in ihm. Jetzt muß ich Luziferisches in ihn hineingeben, damit es sich ausgleicht. Was werde ich denn da tun?

[ 44 ] Sehen Sie, wenn ich eine Pflanze habe: Da ist die Wurzel. Sie wissen, die Wurzel ist hart. Die enthält viele Salze. Das ist nicht luziferisch. Der Stamm und die Blätter sind auch noch nicht luziferisch. Aber ich gehe da weiter hinauf, und da habe ich eine riechende, eine stark riechende Blüte. Das will fort, geradeso wie die Phantasie fort will, sonst würde ich es gar nicht riechen können. Nun nehme ich aus der Blüte den Saft. Der ist luziferisch. Dann gebe ich es in der richtigen Weise ein, gleiche so das Ahrimanische aus, und ich kann ihn heilen.

[ 44 ] Sehen Sie, wenn ich eine Pflanze habe: Da ist die Wurzel. Sie wissen, die Wurzel ist hart. Die enthält viele Salze. Das ist nicht luziferisch. Der Stamm und die Blätter sind auch noch nicht luziferisch. Aber ich gehe da weiter hinauf, und da habe ich eine riechende, eine stark riechende Blüte. Das will fort, geradeso wie die Phantasie fort will, sonst würde ich es gar nicht riechen können. Nun nehme ich aus der Blüte den Saft. Der ist luziferisch. Dann gebe ich es in der richtigen Weise ein, gleiche so das Ahrimanische aus, und ich kann ihn heilen.

[ 45 ] Was tut die heutige Medizin? Die heutige Medizin, ja, die probiert. Es kommt ein Chemiker darauf, daß er das Acetylphenetidin entdeckt. Ich brauche Ihnen nicht auseinanderzusetzen, was das ist; das ist ein komplizierter Stoff. Nun nimmt man den in ein Krankenhaus. Da sind meinetwillen dreißig Patienten. Man gibt allen dreißig Patienten Acetylphenetidin ein, nimmt das Fieberthermometer, mißt, notiert, und wenn dabei etwas herauskommt, betrachtet man es als ein Heilmittel.

[ 45 ] Was tut die heutige Medizin? Die heutige Medizin, ja, die probiert. Es kommt ein Chemiker darauf, daß er das Acetylphenetidin entdeckt. Ich brauche Ihnen nicht auseinanderzusetzen, was das ist; das ist ein komplizierter Stoff. Nun nimmt man den in ein Krankenhaus. Da sind meinetwillen dreißig Patienten. Man gibt allen dreißig Patienten Acetylphenetidin ein, nimmt das Fieberthermometer, mißt, notiert, und wenn dabei etwas herauskommt, betrachtet man es als ein Heilmittel.

[ 46 ] Aber man hat gar keinen Begriff, wie das im menschlichen Körper eigentlich zugeht. Man guckt nicht hinein in den menschlichen Körper. Erst wenn man weiß: bei der Rippenfellentzündung ist zu viel Luziferisches, da muß man Ahrimanisches hinzutun; beim Schlag ist zu viel Ahrimanisches, da muß man Luziferisches dazutun — dann ist es das Richtige. Das ist es, was heute der Menschheit fehlt. Die Menschheit ist in diesem Sinne zu wenig christlich, weil das Christliche der Ausgleich ist. Sehen Sie, ich zeige Ihnen, worin das Christliche in ganz körperlichem Heilen besteht. Darin besteht das Christliche, daß man den Ausgleich sucht.

[ 46 ] Aber man hat gar keinen Begriff, wie das im menschlichen Körper eigentlich zugeht. Man guckt nicht hinein in den menschlichen Körper. Erst wenn man weiß: bei der Rippenfellentzündung ist zu viel Luziferisches, da muß man Ahrimanisches hinzutun; beim Schlag ist zu viel Ahrimanisches, da muß man Luziferisches dazutun — dann ist es das Richtige. Das ist es, was heute der Menschheit fehlt. Die Menschheit ist in diesem Sinne zu wenig christlich, weil das Christliche der Ausgleich ist. Sehen Sie, ich zeige Ihnen, worin das Christliche in ganz körperlichem Heilen besteht. Darin besteht das Christliche, daß man den Ausgleich sucht.

[ 47 ] Sehen Sie, das wollte ich ja auch in dieser Holzfigur darstellen, die im Bau sein soll. Da ist oben Luzifer, das Luziferische, das ist alles dasjenige, was beim Menschen Fieberhaftes, Phantasie, Einschlafen ist; und nach unten alles dasjenige, was sich verhärten will, das Ahrimanische. Und zwischen drinnen der Christus.

[ 47 ] Sehen Sie, das wollte ich ja auch in dieser Holzfigur darstellen, die im Bau sein soll. Da ist oben Luzifer, das Luziferische, das ist alles dasjenige, was beim Menschen Fieberhaftes, Phantasie, Einschlafen ist; und nach unten alles dasjenige, was sich verhärten will, das Ahrimanische. Und zwischen drinnen der Christus.

[ 48 ] Das ist dasjenige, was einen darauf bringt, was man in der Medizin, in der Naturwissenschaft, in der Soziologie, was man überall tun soll. Und heute gehört es eben zu den Menschen, daß sie verstehen, wie Luziferisches und Ahrimanisches in der Menschennatur drinnen ist.

[ 48 ] Das ist dasjenige, was einen darauf bringt, was man in der Medizin, in der Naturwissenschaft, in der Soziologie, was man überall tun soll. Und heute gehört es eben zu den Menschen, daß sie verstehen, wie Luziferisches und Ahrimanisches in der Menschennatur drinnen ist.

[ 49 ] Aber was verstehen denn die Menschen von den Dingen? Da hat einmal ein in Basel und auch noch darüber hinaus sehr berühmter Pastor, Frohnmeyer hat er geheißen, ein sehr berühmter Pastor, vorgetragen. Der hat sich zwar nicht die Mühe genommen, diese Figur anzuschauen, aber er hat wiederum bei einem anderen gelesen, der es vielleicht auch nicht angeschaut hat, sondern wieder abgeschrieben hat, daß hier eine Figur gemacht wird, oben luziferisch, in der Mitte Christus, und unten ahrimanisch. Es sind ja drei Figuren, die übereinander sind, und, nicht wahr, es sind sogar mehrere, Ahriman zweimal, Luzifer auch zweimal. Nun aber, dieser Frohnmeyer hat es so gut gewußt, daß er geschrieben hat: Der Steiner macht da draußen in Dornach etwas ganz Schreckliches, eine Christus-Figur, die oben luziferische Züge hat, und nach unten tierische Merkmale.

[ 49 ] Aber was verstehen denn die Menschen von den Dingen? Da hat einmal ein in Basel und auch noch darüber hinaus sehr berühmter Pastor, Frohnmeyer hat er geheißen, ein sehr berühmter Pastor, vorgetragen. Der hat sich zwar nicht die Mühe genommen, diese Figur anzuschauen, aber er hat wiederum bei einem anderen gelesen, der es vielleicht auch nicht angeschaut hat, sondern wieder abgeschrieben hat, daß hier eine Figur gemacht wird, oben luziferisch, in der Mitte Christus, und unten ahrimanisch. Es sind ja drei Figuren, die übereinander sind, und, nicht wahr, es sind sogar mehrere, Ahriman zweimal, Luzifer auch zweimal. Nun aber, dieser Frohnmeyer hat es so gut gewußt, daß er geschrieben hat: Der Steiner macht da draußen in Dornach etwas ganz Schreckliches, eine Christus-Figur, die oben luziferische Züge hat, und nach unten tierische Merkmale.

[ 50 ] Nun, die Christus-Figur hat gar keine luziferischen Züge, sondern einen ganz menschlichen Kopf. Aber das hat er verwechselt. Er hat geglaubt, eine Christus-Figur, die nach oben luziferische Züge hat und nach unten tierische Merkmale. — Nun ist der Christus nach unten überhaupt nicht fertig, sondern es ist noch ein Holzklotz!

[ 50 ] Nun, die Christus-Figur hat gar keine luziferischen Züge, sondern einen ganz menschlichen Kopf. Aber das hat er verwechselt. Er hat geglaubt, eine Christus-Figur, die nach oben luziferische Züge hat und nach unten tierische Merkmale. — Nun ist der Christus nach unten überhaupt nicht fertig, sondern es ist noch ein Holzklotz!

[ 51 ] So hat dieser nach Wahrheit strebende christliche Pastor die Sache beschrieben, und die ganze Welt sagt nun, das muß doch wahr sein, denn das ist doch ein Pastor, der das geschrieben hat! — Es ist eben schwer, dagegen aufzukommen, wenn die Leute nicht einsehen, nicht begreifen wollen. Sie laufen immer zu den Pastoren, weil sie glauben, was die Pastoren sagen. Aber da haben Sie ein Beispiel von Verleumdung, das also so jämmerrlich ist, daß man sich überhaupt etwas größeres gar nicht denken kann.

[ 51 ] So hat dieser nach Wahrheit strebende christliche Pastor die Sache beschrieben, und die ganze Welt sagt nun, das muß doch wahr sein, denn das ist doch ein Pastor, der das geschrieben hat! — Es ist eben schwer, dagegen aufzukommen, wenn die Leute nicht einsehen, nicht begreifen wollen. Sie laufen immer zu den Pastoren, weil sie glauben, was die Pastoren sagen. Aber da haben Sie ein Beispiel von Verleumdung, das also so jämmerrlich ist, daß man sich überhaupt etwas größeres gar nicht denken kann.

[ 52 ] Und merkwürdige Ansichten haben diese Menschen. Der Pastor Frohnmeyer, der hat dies also geschrieben. Nun war damals noch, als er dies geschrieben hat, Dr. Boos hier am Goetheanum. Sie wissen ja, Dr. Boos hat die Manier, ein bißchen mit der Keule dreinzuschlagen. Man mag ja darüber seine Ansicht haben, ob man mit der Keule dreinschlagen soll oder mit dem Bartwisch. Der Bartwisch ist weicher, mehr luziferisch, die Keule ist hart, mehr ahrimanisch. Also es kommt darauf an, mit was man dreinschlagen soll. Aber nun, da hat er also dem Frohnmeyer einmal die Wahrheit gesagt, etwas mit der Keule die Wahrheit gesagt. - Wer kriegt einen Brief von Frohnmeyer? Ich! Ich kriege einen langen Brief von Dr. Frohnmeyer, daß ich doch den Dr. Boos veranlassen soll, nicht so unartig zu sein gegen Dr. Frohnmeyer.

[ 52 ] Und merkwürdige Ansichten haben diese Menschen. Der Pastor Frohnmeyer, der hat dies also geschrieben. Nun war damals noch, als er dies geschrieben hat, Dr. Boos hier am Goetheanum. Sie wissen ja, Dr. Boos hat die Manier, ein bißchen mit der Keule dreinzuschlagen. Man mag ja darüber seine Ansicht haben, ob man mit der Keule dreinschlagen soll oder mit dem Bartwisch. Der Bartwisch ist weicher, mehr luziferisch, die Keule ist hart, mehr ahrimanisch. Also es kommt darauf an, mit was man dreinschlagen soll. Aber nun, da hat er also dem Frohnmeyer einmal die Wahrheit gesagt, etwas mit der Keule die Wahrheit gesagt. - Wer kriegt einen Brief von Frohnmeyer? Ich! Ich kriege einen langen Brief von Dr. Frohnmeyer, daß ich doch den Dr. Boos veranlassen soll, nicht so unartig zu sein gegen Dr. Frohnmeyer.

[ 53 ] Denken Sie sich einmal, was die Menschen für Begriffe haben. Man kann es gar nicht fassen, was sie für Begriffe haben. Sie verleumden jemanden, wie ich es Ihnen erzählt habe, und nachher wenden sie sich an einen, daß man gegen den, der die Unwahrheit richtigstellt, vorgehen soll!

[ 53 ] Denken Sie sich einmal, was die Menschen für Begriffe haben. Man kann es gar nicht fassen, was sie für Begriffe haben. Sie verleumden jemanden, wie ich es Ihnen erzählt habe, und nachher wenden sie sich an einen, daß man gegen den, der die Unwahrheit richtigstellt, vorgehen soll!

[ 54 ] Das ist eben das Schwierige, daß sich das Publikum, namentlich das bürgerliche Publikum, gar nicht irgendwie bequemt dazu, in diesen Dingen selber zu sehen, sondern es wird eben hingenommen; weil ihnen amtlich die Betreffenden hingesetzt sind, so ist es richtig. Deswegen ist unsere Zivilisation ja so ungeheuer frivol, so gemein in vielen Dingen.

[ 54 ] Das ist eben das Schwierige, daß sich das Publikum, namentlich das bürgerliche Publikum, gar nicht irgendwie bequemt dazu, in diesen Dingen selber zu sehen, sondern es wird eben hingenommen; weil ihnen amtlich die Betreffenden hingesetzt sind, so ist es richtig. Deswegen ist unsere Zivilisation ja so ungeheuer frivol, so gemein in vielen Dingen.

[ 55 ] Es handelt sich darum, daß die ganze Denkweise von heute in ein solches Fahrwasser kommen muß, daß man wieder einsieht: mit all diesem Gerede vom Christlichen ist es nichts, sondern man muß es sachlich nehmen. Man muß also wissen, die Medizin kann christlich werden, wenn man zum Beispiel folgendes weiß. Sagen wir, einer zeigt ganz genau, daß, wenn in regelmäßiger Weise der Mensch Zucker gegessen hat, vielleicht schon als Kind, er den Leberkrebs kriegt - das ist ein Ahrimanischwerden der Leber —, und nun muß man wissen, was man dagegen anwenden soll: das entsprechende Luziferische. Geradeso wie ein Mensch unterscheidet zwischen Wärme und Kälte, muß man unterscheiden zwischen Luziferischwerden und Ahrimanischwerden. Nicht wahr, wenn einem die Glieder erstarrt sind, da ist man ahrimanisch geworden. Wenn man nun warme Umschläge, warme Tücher auflegt, so ist das das Luziferische, das gegenwirkt. Und so muß man eben auf allen Gebieten unter allen Umständen wissen, wie es mit dem Menschen beschaffen ist. Dann wird die Medizin christlich.

[ 55 ] Es handelt sich darum, daß die ganze Denkweise von heute in ein solches Fahrwasser kommen muß, daß man wieder einsieht: mit all diesem Gerede vom Christlichen ist es nichts, sondern man muß es sachlich nehmen. Man muß also wissen, die Medizin kann christlich werden, wenn man zum Beispiel folgendes weiß. Sagen wir, einer zeigt ganz genau, daß, wenn in regelmäßiger Weise der Mensch Zucker gegessen hat, vielleicht schon als Kind, er den Leberkrebs kriegt - das ist ein Ahrimanischwerden der Leber —, und nun muß man wissen, was man dagegen anwenden soll: das entsprechende Luziferische. Geradeso wie ein Mensch unterscheidet zwischen Wärme und Kälte, muß man unterscheiden zwischen Luziferischwerden und Ahrimanischwerden. Nicht wahr, wenn einem die Glieder erstarrt sind, da ist man ahrimanisch geworden. Wenn man nun warme Umschläge, warme Tücher auflegt, so ist das das Luziferische, das gegenwirkt. Und so muß man eben auf allen Gebieten unter allen Umständen wissen, wie es mit dem Menschen beschaffen ist. Dann wird die Medizin christlich.

[ 56 ] Ebensogut muß die Pädagogik, das Schulwesen christlich werden. Das heißt, man muß so erziehen, daß die Kinder nicht greisenhaft werden schon von frühester Kindheit an. Also man muß sie in der Schule mit solchen Dingen anfangen lassen, die ihnen naheliegen, für die sie Interesse haben und so weiter.

[ 56 ] Ebensogut muß die Pädagogik, das Schulwesen christlich werden. Das heißt, man muß so erziehen, daß die Kinder nicht greisenhaft werden schon von frühester Kindheit an. Also man muß sie in der Schule mit solchen Dingen anfangen lassen, die ihnen naheliegen, für die sie Interesse haben und so weiter.

[ 57 ] Sie sehen, wenn man die Sache so auffaßt, so liegt in dem Gebrauch der Ausdrücke ahrimanisch, luziferisch, christlich, gar nicht irgend etwas Abergläubisches, sondern etwas vollkommen Wissenschaftliches. Und das ist es ja auch.

[ 57 ] Sie sehen, wenn man die Sache so auffaßt, so liegt in dem Gebrauch der Ausdrücke ahrimanisch, luziferisch, christlich, gar nicht irgend etwas Abergläubisches, sondern etwas vollkommen Wissenschaftliches. Und das ist es ja auch.

[ 58 ] Wie ging denn die geschichtliche Entwickelung? Ja, nicht wahr, da war eine Zeit von den ältesten christlichen Zeiten bis ins 12., 13. Jahrhundert hin, noch ins 14. Jahrhundert, da war es ja den Christen verboten, die Bibel zu lesen. Das Neue Testament zu lesen war verboten. Das durften ja nur die Priester lesen. Die allgemeinen Gläubigen durften nicht die Bibel lesen. Warum? Ja, weil allerdings die Geistlichen wußten, die Bibel muß man richtig lesen. Die Bibel ist noch in einer Zeit entstanden, in welcher die Menschen nicht so gedacht haben, wie sie heute denken, sondern in der die Menschen bildlich gedacht haben. Also muß man die Bibel richtig lesen. Würden nun die Menschen, ohne daß sie richtig vorbereitet sind, die Bibel lesen, so würden sie darauf kommen, daß die Bibel vier Testamente hat, das Matthäus-Evangelium, das Markus-Evangelium, das Lukas-Evangelium, das Johannes-Evangelium. Nun, die widersprechen einander. Warum widersprechen die einander? Ja, meine Herren, das muß man nur richtig verstehen. Das «Einander-Widersprechen» konnte wirklich ein halbwegs nicht auf den Kopf gefallener Mensch auch schon im 4., 5. Jahrhundert einsehen. Natürlich widersprechen sie einander.

[ 58 ] Wie ging denn die geschichtliche Entwickelung? Ja, nicht wahr, da war eine Zeit von den ältesten christlichen Zeiten bis ins 12., 13. Jahrhundert hin, noch ins 14. Jahrhundert, da war es ja den Christen verboten, die Bibel zu lesen. Das Neue Testament zu lesen war verboten. Das durften ja nur die Priester lesen. Die allgemeinen Gläubigen durften nicht die Bibel lesen. Warum? Ja, weil allerdings die Geistlichen wußten, die Bibel muß man richtig lesen. Die Bibel ist noch in einer Zeit entstanden, in welcher die Menschen nicht so gedacht haben, wie sie heute denken, sondern in der die Menschen bildlich gedacht haben. Also muß man die Bibel richtig lesen. Würden nun die Menschen, ohne daß sie richtig vorbereitet sind, die Bibel lesen, so würden sie darauf kommen, daß die Bibel vier Testamente hat, das Matthäus-Evangelium, das Markus-Evangelium, das Lukas-Evangelium, das Johannes-Evangelium. Nun, die widersprechen einander. Warum widersprechen die einander? Ja, meine Herren, das muß man nur richtig verstehen. Das «Einander-Widersprechen» konnte wirklich ein halbwegs nicht auf den Kopf gefallener Mensch auch schon im 4., 5. Jahrhundert einsehen. Natürlich widersprechen sie einander.

[ 59 ] Aber denken Sie sich, ich habe den Herrn Burle von vorne photographiert und zeige Ihnen allen das Bild. Nun, da kennen Sie von dem Bilde aus den Herrn Burle. Nun kommt einer und photographiert ihn von der Seite, so daß man das Profil sieht, nicht wahr. Ich zeige Ihnen das, und Sie würden alle sagen: «Das ist nicht der Herr Burle, der schaut ja ganz anders aus; von vorne muß man ihn anschauen, da schaut er so aus. Aber was du mir zeigst von der Seite, das ist nicht der Herr Burle!» - Ja, das ist auch der Herr Burle, aber er ist es nur von zwei verschiedenen Seiten! Und gar, wenn ich ihn von hinten photographieren würde, würden Sie sagen: «Aber er hat doch auch eine Nase, nicht lauter Haare!» Aber das ist ja von verschiedenen Seiten her!

[ 59 ] Aber denken Sie sich, ich habe den Herrn Burle von vorne photographiert und zeige Ihnen allen das Bild. Nun, da kennen Sie von dem Bilde aus den Herrn Burle. Nun kommt einer und photographiert ihn von der Seite, so daß man das Profil sieht, nicht wahr. Ich zeige Ihnen das, und Sie würden alle sagen: «Das ist nicht der Herr Burle, der schaut ja ganz anders aus; von vorne muß man ihn anschauen, da schaut er so aus. Aber was du mir zeigst von der Seite, das ist nicht der Herr Burle!» - Ja, das ist auch der Herr Burle, aber er ist es nur von zwei verschiedenen Seiten! Und gar, wenn ich ihn von hinten photographieren würde, würden Sie sagen: «Aber er hat doch auch eine Nase, nicht lauter Haare!» Aber das ist ja von verschiedenen Seiten her!

[ 60 ] Wenn man nun geistige Vorgänge von verschiedenen Seiten her «photographiert», so nehmen sie sich auch verschieden aus. Man muß eben wissen, daß die Evangelien von vier verschiedenen Seiten her schildern. Daher müssen sie sich einander widersprechen, so wie sich ein Bild von Herrn Burle von vorne, von der Seite, von hinten voneinander unterscheidet.

[ 60 ] Wenn man nun geistige Vorgänge von verschiedenen Seiten her «photographiert», so nehmen sie sich auch verschieden aus. Man muß eben wissen, daß die Evangelien von vier verschiedenen Seiten her schildern. Daher müssen sie sich einander widersprechen, so wie sich ein Bild von Herrn Burle von vorne, von der Seite, von hinten voneinander unterscheidet.

[ 61 ] Aber nun sind ja die Zeiten gekommen, in denen die Leute gesagt haben: Das gibt es nicht, sich erst vorbereiten, um die Evangelien zu lesen. Vorbereiten tun wir uns heute überhaupt für nichts mehr. Wir lassen uns in der Schule vorbereiten, da lassen wir uns dressieren; aber wenn wir einmal über die Dressur hinaus sind, so über vierzehn, fünfzehn Jahre, da gibt es nichts mehr vorzubereiten, da müssen wir alles verstehen. - Nun, das ist ja so die normale Ansicht von heute.

[ 61 ] Aber nun sind ja die Zeiten gekommen, in denen die Leute gesagt haben: Das gibt es nicht, sich erst vorbereiten, um die Evangelien zu lesen. Vorbereiten tun wir uns heute überhaupt für nichts mehr. Wir lassen uns in der Schule vorbereiten, da lassen wir uns dressieren; aber wenn wir einmal über die Dressur hinaus sind, so über vierzehn, fünfzehn Jahre, da gibt es nichts mehr vorzubereiten, da müssen wir alles verstehen. - Nun, das ist ja so die normale Ansicht von heute.

[ 62 ] Warum soll denn auch das nicht dazu führen, daß die Leute sehen: Da ist ein Goetheanum, da gehen zur Vorbereitung nicht Kinder hinein, sondern uralte Kerle mit Glatzen wollen noch immer vorbereitet sein. Ja, eine Schule, in die nicht Kinder gehen, sondern nur alte Leute, das muß ja ein Narrenhaus sein! — Sehen Sie, so sagen sie, weil sie sich das gar nicht vorstellen können, daß die Leute noch etwas lernen wollen. So ist es schon heute. Und das ist es, daß wir uns klar sein müssen: Um so etwas, wie die Evangelien zu lesen, muß man richtig sich erst dazu vorbereiten, weil es bildhaft gemeint ist. Geradeso wie wenn heute einer ein chinesisches Schriftstück lesen wollte, so müßte er ja auch erst die Buchstaben kennenlernen. Wenn man heute die Evangelien so nehmen wollte, wie die Evangelien geschrieben sind, so wäre es natürlich ein Unsinn, geradeso wie die chinesische Schrift ein Kritzekratze ist, wenn man sie nicht vernünftig anschaut. Wenn man aber die Dinge richtig versteht, dann kommt man eben darauf, daß alles im Christlichen dahin geht: Du sollst lernen, immer das Ahrimanische mit dem Luziferischen richtig ins Gleichgewicht zu bringen, nicht daß das eine heraufschlägt, das andere hinunterschlägt.

[ 62 ] Warum soll denn auch das nicht dazu führen, daß die Leute sehen: Da ist ein Goetheanum, da gehen zur Vorbereitung nicht Kinder hinein, sondern uralte Kerle mit Glatzen wollen noch immer vorbereitet sein. Ja, eine Schule, in die nicht Kinder gehen, sondern nur alte Leute, das muß ja ein Narrenhaus sein! — Sehen Sie, so sagen sie, weil sie sich das gar nicht vorstellen können, daß die Leute noch etwas lernen wollen. So ist es schon heute. Und das ist es, daß wir uns klar sein müssen: Um so etwas, wie die Evangelien zu lesen, muß man richtig sich erst dazu vorbereiten, weil es bildhaft gemeint ist. Geradeso wie wenn heute einer ein chinesisches Schriftstück lesen wollte, so müßte er ja auch erst die Buchstaben kennenlernen. Wenn man heute die Evangelien so nehmen wollte, wie die Evangelien geschrieben sind, so wäre es natürlich ein Unsinn, geradeso wie die chinesische Schrift ein Kritzekratze ist, wenn man sie nicht vernünftig anschaut. Wenn man aber die Dinge richtig versteht, dann kommt man eben darauf, daß alles im Christlichen dahin geht: Du sollst lernen, immer das Ahrimanische mit dem Luziferischen richtig ins Gleichgewicht zu bringen, nicht daß das eine heraufschlägt, das andere hinunterschlägt.

[ 63 ] Und deshalb geniert sich die Anthroposophie auch nicht, von dem Christlichen in diesem Sinne zu reden. Sie betont, daß das Christliche nicht darinnen besteht, daß man fortwährend den Christus-Namen im Munde führt und so weiter. Das werfen ja die Leute der Anthroposophie vor, daß sie so wenig von Christus spricht. Nun, ich sage immer: Ja, seht ihr, die Anthroposophie redet nicht viel von Christus, weil sie die Zehn Gebote kennt. Und ihr redet so viel von Christus, weil ihr nicht einmal das Gebot kennt: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnötig aussprechen.

[ 63 ] Und deshalb geniert sich die Anthroposophie auch nicht, von dem Christlichen in diesem Sinne zu reden. Sie betont, daß das Christliche nicht darinnen besteht, daß man fortwährend den Christus-Namen im Munde führt und so weiter. Das werfen ja die Leute der Anthroposophie vor, daß sie so wenig von Christus spricht. Nun, ich sage immer: Ja, seht ihr, die Anthroposophie redet nicht viel von Christus, weil sie die Zehn Gebote kennt. Und ihr redet so viel von Christus, weil ihr nicht einmal das Gebot kennt: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnötig aussprechen.

[ 64 ] Wenn einer heute als christlicher Pastor predigt, so wird der ChristusName fortwährend ausgesprochen. Man soll ihn nur aussprechen, wenn man wirklich richtig versteht, worauf es ankommt! Das ist es, nicht wahr, wodurch sich die Anthroposophie davon unterscheidet, die wirklich im richtigen Sinne christlich sein will, aber ohne abergläubisch, ohne frömmelnd zu sein, nur wirklich wissenschaftlich sein will, in diesem Sinne wirklich nur wissenschaftlich sein will. Und in dieser Weise betrachtet sie auch dasjenige, was sich hineingestellt hat zwischen die alte Zeit, die luziferisch war, und die neue Zeit, die ahrimanisch ist, betrachtet sie eben dieses Ereignis in Palästina als das Maßgebende für die Weltgeschichte.

[ 64 ] Wenn einer heute als christlicher Pastor predigt, so wird der ChristusName fortwährend ausgesprochen. Man soll ihn nur aussprechen, wenn man wirklich richtig versteht, worauf es ankommt! Das ist es, nicht wahr, wodurch sich die Anthroposophie davon unterscheidet, die wirklich im richtigen Sinne christlich sein will, aber ohne abergläubisch, ohne frömmelnd zu sein, nur wirklich wissenschaftlich sein will, in diesem Sinne wirklich nur wissenschaftlich sein will. Und in dieser Weise betrachtet sie auch dasjenige, was sich hineingestellt hat zwischen die alte Zeit, die luziferisch war, und die neue Zeit, die ahrimanisch ist, betrachtet sie eben dieses Ereignis in Palästina als das Maßgebende für die Weltgeschichte.

[ 65 ] Und wenn man wiederum richtig verstehen wird, was da eigentlich auf der Erde geschehen ist, dann wird man eben eigentlich erst wiederum, ich möchte sagen, zu sich kommen. Die Menschen sind ja jetzt außer sich mit ihrer ganz äußerlichen Wissenschaft. Davon wollen wir dann am nächsten Mittwoch um neun Uhr weitersprechen. Das ist dasjenige, was ich auf die Frage zur Antwort geben wollte. Ich glaube, man kann die ganze Sache schon verstehen.

[ 65 ] Und wenn man wiederum richtig verstehen wird, was da eigentlich auf der Erde geschehen ist, dann wird man eben eigentlich erst wiederum, ich möchte sagen, zu sich kommen. Die Menschen sind ja jetzt außer sich mit ihrer ganz äußerlichen Wissenschaft. Davon wollen wir dann am nächsten Mittwoch um neun Uhr weitersprechen. Das ist dasjenige, was ich auf die Frage zur Antwort geben wollte. Ich glaube, man kann die ganze Sache schon verstehen.