Rhythms in the Cosmos and in the Human Being
GA 350
20 July 1923, Dornach
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Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen
12. Menschliche und kosmische Atmung — Das Lichtatmen der Erde — Die Befruchtung bei der Pflanze und beim Menschen; die Befruchtung des Wassers durch den Blitz
12. Menschliche und kosmische Atmung — Das Lichtatmen der Erde — Die Befruchtung bei der Pflanze und beim Menschen; die Befruchtung des Wassers durch den Blitz
[ 1 ] Wenn man die Gedanken noch etwas fortsetzt, die wir das letzte Mal ausgeführt haben, dann kommt man zu folgendem. Es war in der Zeit, als ich jung war, sehr jung noch, da machte es ein großes Aufsehen, als ein herumziehender Hypnotiseur seine Vorstellungen mit Menschen gab. Nun braucht man ja solchen Leuten nicht ein besonderes Lob zu spenden, die außerordentlich ernste Sachen in einer theatralischen Weise in das Publikum bringen, und ich will durchaus nicht etwa einen besonderen Hymnus anstimmen auf Hansen, der in den siebziger, achtziger Jahren, namentlich in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in theatralischer Weise Vorstellungen gegeben hat über ein Gebiet, das dazumal die Wissenschaft überhaupt noch gar nicht behandelt hatte, über das dazumal die Wissenschaft nichts wußte. Aber immerhin, seither hat sich die Wissenschaft gerade unter dem Einflusse dieser theatralischen Vorstellungen von Hansen dieses Gegenstandes bemächtigt.
[ 1 ] Wenn man die Gedanken noch etwas fortsetzt, die wir das letzte Mal ausgeführt haben, dann kommt man zu folgendem. Es war in der Zeit, als ich jung war, sehr jung noch, da machte es ein großes Aufsehen, als ein herumziehender Hypnotiseur seine Vorstellungen mit Menschen gab. Nun braucht man ja solchen Leuten nicht ein besonderes Lob zu spenden, die außerordentlich ernste Sachen in einer theatralischen Weise in das Publikum bringen, und ich will durchaus nicht etwa einen besonderen Hymnus anstimmen auf Hansen, der in den siebziger, achtziger Jahren, namentlich in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in theatralischer Weise Vorstellungen gegeben hat über ein Gebiet, das dazumal die Wissenschaft überhaupt noch gar nicht behandelt hatte, über das dazumal die Wissenschaft nichts wußte. Aber immerhin, seither hat sich die Wissenschaft gerade unter dem Einflusse dieser theatralischen Vorstellungen von Hansen dieses Gegenstandes bemächtigt.
[ 2 ] Nun möchte ich Ihnen namentlich ein Experiment zunächst erzählen, das Hansen, nachdem man es lange vergessen hatte, wiederum vor dem staunenden Publikum vorgeführt hat. Er hat zwei Stühle genommen, diese in einer bestimmten Entfernung aufgestellt (es wird gezeichnet), hat dann einen Menschen einfach durch den Einfluß seiner eigenen Persönlichkeit, wie man sagt, hypnotisiert, ihn also dazu gebracht, daß er zunächst in einem schlafähnlichen Zustand war — aber in einem schlafähnlichen Zustand, der viel tiefer ist als der gewöhnliche Schlaf —; dann konnte er diesen Menschen nehmen und konnte ihn so herlegen, daß der Kopf auf dem einen Stuhl war und die Füße auf dem anderen Stuhl. Nun wissen Sie ja, wenn das dem Menschen bei vollem Bewußtsein passiert, so fällt er eben zwischen den zwei Stühlen herunter. Dieser Mensch ist zunächst nicht zwischen den zwei Stühlen heruntergefallen, sondern blieb steif wie ein Besenstiel liegen, wo er war. Aber dem nicht genug. Der Hansen, der ein ziemlich korpulenter, schwerer Mensch war, ging nun hin und stellte sich dann ganz kühn senkrecht auf den Bauch des Menschen darauf. Da stand nun also der schwere Herr Hansen darauf. Der Mensch rührte sich nicht, sondern blieb liegen wie ein Brett, trotzdem auf ihm der Hansen daraufstand.
[ 2 ] Nun möchte ich Ihnen namentlich ein Experiment zunächst erzählen, das Hansen, nachdem man es lange vergessen hatte, wiederum vor dem staunenden Publikum vorgeführt hat. Er hat zwei Stühle genommen, diese in einer bestimmten Entfernung aufgestellt (es wird gezeichnet), hat dann einen Menschen einfach durch den Einfluß seiner eigenen Persönlichkeit, wie man sagt, hypnotisiert, ihn also dazu gebracht, daß er zunächst in einem schlafähnlichen Zustand war — aber in einem schlafähnlichen Zustand, der viel tiefer ist als der gewöhnliche Schlaf —; dann konnte er diesen Menschen nehmen und konnte ihn so herlegen, daß der Kopf auf dem einen Stuhl war und die Füße auf dem anderen Stuhl. Nun wissen Sie ja, wenn das dem Menschen bei vollem Bewußtsein passiert, so fällt er eben zwischen den zwei Stühlen herunter. Dieser Mensch ist zunächst nicht zwischen den zwei Stühlen heruntergefallen, sondern blieb steif wie ein Besenstiel liegen, wo er war. Aber dem nicht genug. Der Hansen, der ein ziemlich korpulenter, schwerer Mensch war, ging nun hin und stellte sich dann ganz kühn senkrecht auf den Bauch des Menschen darauf. Da stand nun also der schwere Herr Hansen darauf. Der Mensch rührte sich nicht, sondern blieb liegen wie ein Brett, trotzdem auf ihm der Hansen daraufstand.
[ 3 ] Das ist also etwas, was durchaus gemacht werden kann, was seitdem oft gemacht wurde und an dem die Wissenschaft nicht mehr zweifelt, während sie früher davon nichts gewußt hat und von dem eigentlich nicht sehr sympathischen Hansen darüber belehrt werden mußte. Sehen Sie, ein Mensch, der in diesem Zustand ist, von dem sagt man, er sei in Katalepsie.
[ 3 ] Das ist also etwas, was durchaus gemacht werden kann, was seitdem oft gemacht wurde und an dem die Wissenschaft nicht mehr zweifelt, während sie früher davon nichts gewußt hat und von dem eigentlich nicht sehr sympathischen Hansen darüber belehrt werden mußte. Sehen Sie, ein Mensch, der in diesem Zustand ist, von dem sagt man, er sei in Katalepsie.
[ 4 ] Wenn etwas so auftritt, daß einer daliegen kann wie ein hölzernes Brett und einer sich sogar daraufstellen kann und es so vorübergehend geschieht, daß es durch den Einfluß einer anderen Persönlichkeit vollführt wird, nun, dann ist es eben ein Experiment, dann ist es nicht so besonders schlimm. Aber wir können sagen, im kleinen findet sich dieser Zustand durchaus im Leben vor. Er findet sich manchmal vor. Natürlich tritt er dann eigentlich nur demjenigen Menschen entgegen, der ärztliche Beobachtungen machen kann. Und er tritt einem dann entgegen, wenn Menschen in eine ganz bestimmte Krankheit verfallen, die man eine Geisteskrankheit nennt.
[ 4 ] Wenn etwas so auftritt, daß einer daliegen kann wie ein hölzernes Brett und einer sich sogar daraufstellen kann und es so vorübergehend geschieht, daß es durch den Einfluß einer anderen Persönlichkeit vollführt wird, nun, dann ist es eben ein Experiment, dann ist es nicht so besonders schlimm. Aber wir können sagen, im kleinen findet sich dieser Zustand durchaus im Leben vor. Er findet sich manchmal vor. Natürlich tritt er dann eigentlich nur demjenigen Menschen entgegen, der ärztliche Beobachtungen machen kann. Und er tritt einem dann entgegen, wenn Menschen in eine ganz bestimmte Krankheit verfallen, die man eine Geisteskrankheit nennt.
[ 5 ] So zum Beispiel gibt es Menschen, die kommen dazu, daß sie, während sie vorher sehr entschlossene Menschen waren, brauchbar in ihrem Beruf, plötzlich so denken, als wenn ihnen alle Gedanken eingefroren wären. Es kann vorkommen, daß ein Mensch regelmäßig jeden Morgen, sagen wir, um acht Uhr an seine Arbeit gegangen ist. Er ist zur rechten Zeit aufgestanden und so weiter. Plötzlich gefällt es ihm da sehr schön im Bett. Er will immer aufstehen, aber er kann den Willen nicht finden, aufzustehen. Und wenn nun dennoch die Furcht wirkt — er hat die Uhr neben sich liegen, es ist eine bestimmte Zeit — und er ist nun endlich aufgestanden, so kann er den Willen nicht finden, zu frühstükken, dann wieder nicht, fortzugehen. Er kommt schließlich dazu, sich immer selber zu sagen: Das kann ich nicht, das kann ich nicht —, benimmt sich schließlich wie ein Stock, kann sich zu nichts entschließen. Und das kommt dann so weit, daß er in eine Art Zustand verfällt, den man ihm auch körperlich ansieht: er ist starr. Während er früher schnell seine Arme bewegt hat, bewegt er sie jetzt langsam, während er früher wie ein Springingerl gelaufen ist, wird es ihm jetzt schwer, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Der ganze Mensch wird starr und schwer. Das ist etwas, was als Krankheit manchmal schon in früher Jugend beim Menschen auftritt.
[ 5 ] So zum Beispiel gibt es Menschen, die kommen dazu, daß sie, während sie vorher sehr entschlossene Menschen waren, brauchbar in ihrem Beruf, plötzlich so denken, als wenn ihnen alle Gedanken eingefroren wären. Es kann vorkommen, daß ein Mensch regelmäßig jeden Morgen, sagen wir, um acht Uhr an seine Arbeit gegangen ist. Er ist zur rechten Zeit aufgestanden und so weiter. Plötzlich gefällt es ihm da sehr schön im Bett. Er will immer aufstehen, aber er kann den Willen nicht finden, aufzustehen. Und wenn nun dennoch die Furcht wirkt — er hat die Uhr neben sich liegen, es ist eine bestimmte Zeit — und er ist nun endlich aufgestanden, so kann er den Willen nicht finden, zu frühstükken, dann wieder nicht, fortzugehen. Er kommt schließlich dazu, sich immer selber zu sagen: Das kann ich nicht, das kann ich nicht —, benimmt sich schließlich wie ein Stock, kann sich zu nichts entschließen. Und das kommt dann so weit, daß er in eine Art Zustand verfällt, den man ihm auch körperlich ansieht: er ist starr. Während er früher schnell seine Arme bewegt hat, bewegt er sie jetzt langsam, während er früher wie ein Springingerl gelaufen ist, wird es ihm jetzt schwer, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Der ganze Mensch wird starr und schwer. Das ist etwas, was als Krankheit manchmal schon in früher Jugend beim Menschen auftritt.
[ 6 ] Das ist derselbe Zustand, nur nicht so stark und nur, daß er nicht auf einmal auftritt, sondern ganz langsam. Man kann natürlich nicht in derselben Weise, wenn ein Mensch anfängt, kataleptisch zu werden, ihn gleich auf zwei Stühle legen und sich darauf stellen oder auf den Betreffenden setzen, aber er wird so, daß er seinen Körper nicht mehr richtig handhaben kann.
[ 6 ] Das ist derselbe Zustand, nur nicht so stark und nur, daß er nicht auf einmal auftritt, sondern ganz langsam. Man kann natürlich nicht in derselben Weise, wenn ein Mensch anfängt, kataleptisch zu werden, ihn gleich auf zwei Stühle legen und sich darauf stellen oder auf den Betreffenden setzen, aber er wird so, daß er seinen Körper nicht mehr richtig handhaben kann.
[ 7 ] Das ist der eine Zustand. Jetzt aber hat der Hansen den Leuten noch andere Experimente vorgeführt, die früher immer nachgemacht worden sind, auf die aber auch die Wissenschaft seit jener Zeit aufmerksam geworden ist. Bevor sie durch den Dilettanten und Schauspieler Hansen darauf aufmerksam gemacht worden war, hat sich die Wissenschaft nicht damit beschäftigt. Diese Zustände bestanden darin: Der Hansen ließ sich irgend jemand aus dem Publikum heraus kommen. Es ist von dummen Leuten gesagt worden, er hätte das vorher besprochen, aber das ist natürlich ein Unsinn. Er erkannte eben die richtigen Persönlichkeiten, die dazu brauchbar waren, aus dem Publikum. Es ist nicht mit jedem gleich gut zu machen; da hat er sich einen Blick dafür angeeignet, wer dafür geeignet ist. Nun ließ er sich einen Menschen vom Publikum heraus kommen und wiederum wirkte sein persönlicher Einfluß. Er stellte sich hin, indem er stark sich mit seinen eigenen Beinen, die sehr dick waren, fest auf den Boden stellte. Er hatte so einen Blick, von dem man meinte, wenn er vorne herein geht, geht er hinten wieder heraus, also einen durchbohrenden Blick, wie man sagt. Und immer hatte er das Auge so, sehen Sie (es wird gezeichnet): Wenn er einen Menschen anschaute, wurde das Auge so, daß das Weiße oben und unten sichtbar blieb, so auf war. Während sonst gewöhnlich das Lid bis über das Weiße geht, so daß das Weiße ober- und unterhalb der Pupille nicht zu sehen ist, war es bei ihm so, daß dadurch der Blick noch ganz besonders, wie man sagt, fixierend geworden war.
[ 7 ] Das ist der eine Zustand. Jetzt aber hat der Hansen den Leuten noch andere Experimente vorgeführt, die früher immer nachgemacht worden sind, auf die aber auch die Wissenschaft seit jener Zeit aufmerksam geworden ist. Bevor sie durch den Dilettanten und Schauspieler Hansen darauf aufmerksam gemacht worden war, hat sich die Wissenschaft nicht damit beschäftigt. Diese Zustände bestanden darin: Der Hansen ließ sich irgend jemand aus dem Publikum heraus kommen. Es ist von dummen Leuten gesagt worden, er hätte das vorher besprochen, aber das ist natürlich ein Unsinn. Er erkannte eben die richtigen Persönlichkeiten, die dazu brauchbar waren, aus dem Publikum. Es ist nicht mit jedem gleich gut zu machen; da hat er sich einen Blick dafür angeeignet, wer dafür geeignet ist. Nun ließ er sich einen Menschen vom Publikum heraus kommen und wiederum wirkte sein persönlicher Einfluß. Er stellte sich hin, indem er stark sich mit seinen eigenen Beinen, die sehr dick waren, fest auf den Boden stellte. Er hatte so einen Blick, von dem man meinte, wenn er vorne herein geht, geht er hinten wieder heraus, also einen durchbohrenden Blick, wie man sagt. Und immer hatte er das Auge so, sehen Sie (es wird gezeichnet): Wenn er einen Menschen anschaute, wurde das Auge so, daß das Weiße oben und unten sichtbar blieb, so auf war. Während sonst gewöhnlich das Lid bis über das Weiße geht, so daß das Weiße ober- und unterhalb der Pupille nicht zu sehen ist, war es bei ihm so, daß dadurch der Blick noch ganz besonders, wie man sagt, fixierend geworden war.
[ 8 ] Nun, das machte dann auf den Menschen, den er sich da als sein Opfer ausgewählt hatte, einen riesigen Eindruck; der fing schon an, wie man sagt, etwas unbewußt zu werden. Das Bewußtsein kam ihm abhanden, aber es stellte sich etwas ganz Merkwürdiges ein. Hansen sagte dann: Sie können sich jetzt nicht vom Boden wegbewegen. Ihre Füße sind an den Erdboden gebannt! — Der probierte — er konnte nicht weg, konnte keinen einzigen Schritt machen. Er konnte einfach nicht, blieb stehen. Dann sagte Hansen bei den geeigneten Opfern: Sie müssen jetzt niederknien! — Der kniete nieder. Sehen Sie, da oben erscheint ein Engel. — Der faltete die Hände, machte ein furchtbar verzücktes Gesicht und schaute zu dem Engel hinauf. Das alles machte der Hansen mit diesen Leuten, die er sich als Opfer ausersah. Er wählte sich natürlich etwas schwachbewußte Menschen, aber an denen konnte er die Sachen machen und machte sie dann vor dem ganzen Publikum. Seine Sachen waren nicht etwa Schwindeleien — viele Leute haben auch behauptet, er sei ein Schwindler —, aber es sind Dinge gewesen, die seither an den wissenschaftlichen Instituten durchaus nachgemacht worden sind und daher gelten.
[ 8 ] Nun, das machte dann auf den Menschen, den er sich da als sein Opfer ausgewählt hatte, einen riesigen Eindruck; der fing schon an, wie man sagt, etwas unbewußt zu werden. Das Bewußtsein kam ihm abhanden, aber es stellte sich etwas ganz Merkwürdiges ein. Hansen sagte dann: Sie können sich jetzt nicht vom Boden wegbewegen. Ihre Füße sind an den Erdboden gebannt! — Der probierte — er konnte nicht weg, konnte keinen einzigen Schritt machen. Er konnte einfach nicht, blieb stehen. Dann sagte Hansen bei den geeigneten Opfern: Sie müssen jetzt niederknien! — Der kniete nieder. Sehen Sie, da oben erscheint ein Engel. — Der faltete die Hände, machte ein furchtbar verzücktes Gesicht und schaute zu dem Engel hinauf. Das alles machte der Hansen mit diesen Leuten, die er sich als Opfer ausersah. Er wählte sich natürlich etwas schwachbewußte Menschen, aber an denen konnte er die Sachen machen und machte sie dann vor dem ganzen Publikum. Seine Sachen waren nicht etwa Schwindeleien — viele Leute haben auch behauptet, er sei ein Schwindler —, aber es sind Dinge gewesen, die seither an den wissenschaftlichen Instituten durchaus nachgemacht worden sind und daher gelten.
[ 9 ] Daneben tat er zum Beispiel das Folgende. Er nahm einen Stuhl und setzte ihn dem hin, der so war, daß er keine eigenen Gedanken ‘mehr hatte, sondern nur die Gedanken, die ihm der Hansen eingab. Jetzt stellte sich der Hansen hin und sagte: Hier ist ein Apfel! — Nicht wahr, Äpfel sind sehr gut, Äpfel sind schmackhaft. Nun nahm er eine Kartoffel, gab sie dem, und der biß ab mit einem riesigen Wohlgefallen und aß die Kartoffel als einen Apfel. Also der Hansen konnte den Leuten nicht bloß einreden, daß sie einen Engel sehen, sondern auch einreden, daß eine Kartoffel ein Apfel ist und als ein Apfel gegessen wird. Dann nahm er zum Beispiel Wasser und sagte: Jetzt gebe ich dir einen besonders süßen Wein! — Oh, man sah, wie der die Süßigkeit genoß! — Solche Versuche machte der Hansen. Das war die andere Art von Versuchen.
[ 9 ] Daneben tat er zum Beispiel das Folgende. Er nahm einen Stuhl und setzte ihn dem hin, der so war, daß er keine eigenen Gedanken ‘mehr hatte, sondern nur die Gedanken, die ihm der Hansen eingab. Jetzt stellte sich der Hansen hin und sagte: Hier ist ein Apfel! — Nicht wahr, Äpfel sind sehr gut, Äpfel sind schmackhaft. Nun nahm er eine Kartoffel, gab sie dem, und der biß ab mit einem riesigen Wohlgefallen und aß die Kartoffel als einen Apfel. Also der Hansen konnte den Leuten nicht bloß einreden, daß sie einen Engel sehen, sondern auch einreden, daß eine Kartoffel ein Apfel ist und als ein Apfel gegessen wird. Dann nahm er zum Beispiel Wasser und sagte: Jetzt gebe ich dir einen besonders süßen Wein! — Oh, man sah, wie der die Süßigkeit genoß! — Solche Versuche machte der Hansen. Das war die andere Art von Versuchen.
[ 10 ] Was hat er denn getan bei dem Menschen, bei dem er sich daraufstellte? Da hat er den Willen tot gemacht. Der hatte gar keinen Willen mehr. Bei den Menschen, die er so behandelte, wie ich zuletzt gesagt habe, da hat er nur die Gedanken beeinflußt. Die mußten nur so denken, wie der Hansen dachte; wenn er sagte: Das ist ein Apfel — und so weiter, nach dem Geschmack von Hansen, und wenn er sagte: Das ist ein Engel — da folgten sie dem Gedanken von Hansen und sahen den Engel.
[ 10 ] Was hat er denn getan bei dem Menschen, bei dem er sich daraufstellte? Da hat er den Willen tot gemacht. Der hatte gar keinen Willen mehr. Bei den Menschen, die er so behandelte, wie ich zuletzt gesagt habe, da hat er nur die Gedanken beeinflußt. Die mußten nur so denken, wie der Hansen dachte; wenn er sagte: Das ist ein Apfel — und so weiter, nach dem Geschmack von Hansen, und wenn er sagte: Das ist ein Engel — da folgten sie dem Gedanken von Hansen und sahen den Engel.
[ 11 ] Ja, sehen Sie, der Hansen konnte noch ganz andere Sachen machen. Er machte zum Beispiel das Folgende: Er ließ sich so einen herauskommen aus dem Publikum, den er für ein besonders geeignetes Opfer hielt, und er hypnotisierte ihn zuerst, das heißt, er machte ihn so, daß er kein eigenes Bewußtsein hatte, daß er alle Gedanken aufnahm, die der Hansen ihm eingab. Nun sagte er: Jetzt werden zehn Minuten vergehen. Ich werde dich nach zehn Minuten aufwecken. Dann wirst du zu dem Manne, der dort hinten in der Ecke sitzt, hingehen und ihm die Uhr aus der Tasche ziehen wie ein Dieb. — Nun weckte er den zuerst auf — der Hansen machte inzwischen mit allen möglichen anderen alles mögliche —, der wurde unruhig, stand auf, ging hin zu dem hinten in der Ecke Sitzenden und zog ihm die Uhr aus der Tasche.
[ 11 ] Ja, sehen Sie, der Hansen konnte noch ganz andere Sachen machen. Er machte zum Beispiel das Folgende: Er ließ sich so einen herauskommen aus dem Publikum, den er für ein besonders geeignetes Opfer hielt, und er hypnotisierte ihn zuerst, das heißt, er machte ihn so, daß er kein eigenes Bewußtsein hatte, daß er alle Gedanken aufnahm, die der Hansen ihm eingab. Nun sagte er: Jetzt werden zehn Minuten vergehen. Ich werde dich nach zehn Minuten aufwecken. Dann wirst du zu dem Manne, der dort hinten in der Ecke sitzt, hingehen und ihm die Uhr aus der Tasche ziehen wie ein Dieb. — Nun weckte er den zuerst auf — der Hansen machte inzwischen mit allen möglichen anderen alles mögliche —, der wurde unruhig, stand auf, ging hin zu dem hinten in der Ecke Sitzenden und zog ihm die Uhr aus der Tasche.
[ 12 ] Nun sehen Sie, man nimmt natürlich lateinische Namen. Die lateinische Sprache, das habe ich Ihnen ja schon gesagt, ist immer zu der Logik zu verwenden; und diejenigen Experimente, die ich Ihnen zuerst beschrieben habe, nennt man hypnotische Experimente, und diese, wo er schon aufgeweckt ist und nachher noch dieselbe Sache macht — post heißt nach —, die nennt man eben posthypnotische Experimente. Seither spricht man von Hypnose und Posthypnose und weiß, daß der Mensch in solche Zustände kommen kann.
[ 12 ] Nun sehen Sie, man nimmt natürlich lateinische Namen. Die lateinische Sprache, das habe ich Ihnen ja schon gesagt, ist immer zu der Logik zu verwenden; und diejenigen Experimente, die ich Ihnen zuerst beschrieben habe, nennt man hypnotische Experimente, und diese, wo er schon aufgeweckt ist und nachher noch dieselbe Sache macht — post heißt nach —, die nennt man eben posthypnotische Experimente. Seither spricht man von Hypnose und Posthypnose und weiß, daß der Mensch in solche Zustände kommen kann.
[ 13 ] Diese Dinge weisen aber tief hinein in die menschliche Natur, denn es ist ja tatsächlich später dazu gekommen, daß man gerade diese posthypnotischen Sachen viel weiter ausgedehnt hat. Wenn man einen tief genug in Hypnose versetzt und ihm sagt: Nach drei Tagen mußt du das und das ausführen —, so tut er es auch, wenn er die geeignete Persönlichkeit dazu ist. Diese Experimente sind ja gemacht worden.
[ 13 ] Diese Dinge weisen aber tief hinein in die menschliche Natur, denn es ist ja tatsächlich später dazu gekommen, daß man gerade diese posthypnotischen Sachen viel weiter ausgedehnt hat. Wenn man einen tief genug in Hypnose versetzt und ihm sagt: Nach drei Tagen mußt du das und das ausführen —, so tut er es auch, wenn er die geeignete Persönlichkeit dazu ist. Diese Experimente sind ja gemacht worden.
[ 14 ] Nun, nicht wahr, im Leben kommen diese Dinge nicht in dieser Schärfe vor. Aber, wie ich Ihnen an dem Menschen gezeigt habe, der sich nicht mehr bewegen kann, sie kommen doch abgeschwächt vor. Der andere Zustand, der kommt auch im Leben vor. Sie werden schon kennengelernt haben nicht nur solche Menschen, die ganz gelähmt sind und nichts mehr mit sich anzufangen wissen, also in gewissem Sinne kataleptisch sind, sondern Sie werden auch schon solche kennengelernt haben, die plötzlich anfangen — während sie früher im Grunde genommen ganz besonnene Menschen gewesen sind —, ganz geschwätzige Menschen zu werden. Man kommt gar nicht mehr nach; es sprudeln die Gedanken, sie schwätzen, schwätzen, schwätzen wie ein Rad. Bei denen ist es geradeso wie bei den Menschen, die eine Kartoffel essen für einen Apfel, nur daß das eine Mal der Hansen derjenige ist, der einen Einfluß hat, während diejenigen, die in dieser Weise ihre raschen Gedanken haben, die so ihre Gedanken lossprudeln, abhängig sind von ihrem eigenen Bauch. Denn das ist das Interessante, daß der eigene Bauch — ich habe Ihnen ja vieles erzählt davon, wie im Bauch die Leber und so weiter denkt — viel schneller denkt als der Kopf. Und wenn nun der Mensch im Kopf so schwach wird, daß er diesen Gedanken, die aus dem Bauch kommen, nicht mehr den nötigen Widerstand entgegensetzt, sie nicht mehr langsam genug macht, dann sprudeln diese Gedanken heraus. Die sind also von ihrem eigenen Bauch hypnotisiert.
[ 14 ] Nun, nicht wahr, im Leben kommen diese Dinge nicht in dieser Schärfe vor. Aber, wie ich Ihnen an dem Menschen gezeigt habe, der sich nicht mehr bewegen kann, sie kommen doch abgeschwächt vor. Der andere Zustand, der kommt auch im Leben vor. Sie werden schon kennengelernt haben nicht nur solche Menschen, die ganz gelähmt sind und nichts mehr mit sich anzufangen wissen, also in gewissem Sinne kataleptisch sind, sondern Sie werden auch schon solche kennengelernt haben, die plötzlich anfangen — während sie früher im Grunde genommen ganz besonnene Menschen gewesen sind —, ganz geschwätzige Menschen zu werden. Man kommt gar nicht mehr nach; es sprudeln die Gedanken, sie schwätzen, schwätzen, schwätzen wie ein Rad. Bei denen ist es geradeso wie bei den Menschen, die eine Kartoffel essen für einen Apfel, nur daß das eine Mal der Hansen derjenige ist, der einen Einfluß hat, während diejenigen, die in dieser Weise ihre raschen Gedanken haben, die so ihre Gedanken lossprudeln, abhängig sind von ihrem eigenen Bauch. Denn das ist das Interessante, daß der eigene Bauch — ich habe Ihnen ja vieles erzählt davon, wie im Bauch die Leber und so weiter denkt — viel schneller denkt als der Kopf. Und wenn nun der Mensch im Kopf so schwach wird, daß er diesen Gedanken, die aus dem Bauch kommen, nicht mehr den nötigen Widerstand entgegensetzt, sie nicht mehr langsam genug macht, dann sprudeln diese Gedanken heraus. Die sind also von ihrem eigenen Bauch hypnotisiert.
[ 15 ] Das ist überhaupt das Merkwürdige im Leben: Der Mensch hat diese zwei entgegengesetzten Organe, den Kopf und den Bauch. Beide denken. Aber es ist schon einmal wahr: Der Kopf denkt langsam und der Bauch denkt schnell. Der Kopf denkt viel zu langsam und der Bauch viel zu schnell, aber Sie wissen ja: Wenn man ganz Dickes und ganz Dünnes zusammengießt, so kommt ein Mittelzustand heraus. So ist es auch beim Menschen: Die Zustände vom Kopf machen die Bauchzustände langsam und die Bauchzustände machen die Kopfzustände schnell, und auf diese Weise gleicht sich das aus.
[ 15 ] Das ist überhaupt das Merkwürdige im Leben: Der Mensch hat diese zwei entgegengesetzten Organe, den Kopf und den Bauch. Beide denken. Aber es ist schon einmal wahr: Der Kopf denkt langsam und der Bauch denkt schnell. Der Kopf denkt viel zu langsam und der Bauch viel zu schnell, aber Sie wissen ja: Wenn man ganz Dickes und ganz Dünnes zusammengießt, so kommt ein Mittelzustand heraus. So ist es auch beim Menschen: Die Zustände vom Kopf machen die Bauchzustände langsam und die Bauchzustände machen die Kopfzustände schnell, und auf diese Weise gleicht sich das aus.
[ 16 ] Sehen Sie, darauf beruhen aber überhaupt die Weltvorgänge, daß entgegengesetzte Zustände ineinander wirken. In dieser Beziehung wird das, was man heute Wissenschaft nennt, noch furchtbar viel lernen müssen. Ich will Ihnen da gleich etwas sagen. Nehmen Sie an, man hat einen halbwegs normalen Menschen. Wenn dieser Mensch ungefähr 72 Jahre alt wird — das können Sie sich ausrechnen, ich habe Sie ja schon einmal darauf aufmerksam gemacht —, dann hat er 25 920 Tage gelebt. Das sind 72 Jahre. So viele Tage lebt normalerweise der Mensch. Und wenn Sie die Atemzüge des Menschen messen, zählen, so finden Sie, daß er im Tage geradesoviele Atemzüge macht. Also der Mensch macht, wenn er normal lebt und sein Organismus nicht vorher zerstört ist — denn sonst kann er nicht 72 Jahre alt werden; wenn man nicht 72 Jahre lebt, ist man durch irgend etwas zerstört —, im Leben soviele Tage durch wie Atemzüge im Tag. So lebt der Mensch. Er lebt so, daß er jeden Tag, vom Sonnenaufgang bis wieder zum Sonnenaufgang, 25 920 Atemzüge macht, und daß er während des gewöhnlichen Lebens, das das Patriarchenalter erreicht, 25 920 Tage lebt.
[ 16 ] Sehen Sie, darauf beruhen aber überhaupt die Weltvorgänge, daß entgegengesetzte Zustände ineinander wirken. In dieser Beziehung wird das, was man heute Wissenschaft nennt, noch furchtbar viel lernen müssen. Ich will Ihnen da gleich etwas sagen. Nehmen Sie an, man hat einen halbwegs normalen Menschen. Wenn dieser Mensch ungefähr 72 Jahre alt wird — das können Sie sich ausrechnen, ich habe Sie ja schon einmal darauf aufmerksam gemacht —, dann hat er 25 920 Tage gelebt. Das sind 72 Jahre. So viele Tage lebt normalerweise der Mensch. Und wenn Sie die Atemzüge des Menschen messen, zählen, so finden Sie, daß er im Tage geradesoviele Atemzüge macht. Also der Mensch macht, wenn er normal lebt und sein Organismus nicht vorher zerstört ist — denn sonst kann er nicht 72 Jahre alt werden; wenn man nicht 72 Jahre lebt, ist man durch irgend etwas zerstört —, im Leben soviele Tage durch wie Atemzüge im Tag. So lebt der Mensch. Er lebt so, daß er jeden Tag, vom Sonnenaufgang bis wieder zum Sonnenaufgang, 25 920 Atemzüge macht, und daß er während des gewöhnlichen Lebens, das das Patriarchenalter erreicht, 25 920 Tage lebt.
[ 17 ] Ja, was bedeutet denn das: Wir leben in einem normalen Leben, das das Patriarchenalter erreicht, 25 920 Tage? Was bedeutet das? — Das bedeutet, daß wir bei der Erde 25 920 mal Tag und Nacht mitmachen. Wir machen das mit, wir können das 25 920 mal miterleben. Was tut denn die Erde beim Tag- und Nachtwerden? Ja, sehen Sie, meine Herren, gerade das ist das Wichtige, was schon Goethe geahnt hat und was man heute ganz mit Bestimmtheit sagen kann: Wenn es anfängt Tag zu werden, so zieht die Erde die Lichtkräfte, die Weltkräfte an der Stelle an sich heran, wo wir gerade sind. Auf der anderen Halbkugel ist es anders, da ist es umgekehrt, aber es ist derselbe Vorgang. Also die Erde und alles, was in der Erde ist, atmet Licht ein; wenn es Nacht ist, atmet sie wieder aus. Was wir in der kurzen Zeit zwischen der Einatmung und Ausatmung mit der Luft machen, das macht die Erde in einem Tag.
[ 17 ] Ja, was bedeutet denn das: Wir leben in einem normalen Leben, das das Patriarchenalter erreicht, 25 920 Tage? Was bedeutet das? — Das bedeutet, daß wir bei der Erde 25 920 mal Tag und Nacht mitmachen. Wir machen das mit, wir können das 25 920 mal miterleben. Was tut denn die Erde beim Tag- und Nachtwerden? Ja, sehen Sie, meine Herren, gerade das ist das Wichtige, was schon Goethe geahnt hat und was man heute ganz mit Bestimmtheit sagen kann: Wenn es anfängt Tag zu werden, so zieht die Erde die Lichtkräfte, die Weltkräfte an der Stelle an sich heran, wo wir gerade sind. Auf der anderen Halbkugel ist es anders, da ist es umgekehrt, aber es ist derselbe Vorgang. Also die Erde und alles, was in der Erde ist, atmet Licht ein; wenn es Nacht ist, atmet sie wieder aus. Was wir in der kurzen Zeit zwischen der Einatmung und Ausatmung mit der Luft machen, das macht die Erde in einem Tag.
[ 18 ] Sie sehen also, die Erde ist furchtbar viel langsamer als wir, fürchterlich viel langsamer. Wir machen in einem Tag so viel Atemzüge, wie die Erde in unserem ganzen Leben. Das sehen Sie daraus. Wenn man nun genauer zusieht, dann kommt beim Menschen aber etwas Besonderes heraus. Atmen tut der Mensch so, daß das Blut den Atem braucht. Das Blut wird in den Gedärmen, das heißt im Bauch erzeugt; der Unterleib also will so schnell atmen. Wir können deshalb sagen: Die menschliche Atmung, die hängt zusammen mit dem Unterleib, mit dem Bauch.
[ 18 ] Sie sehen also, die Erde ist furchtbar viel langsamer als wir, fürchterlich viel langsamer. Wir machen in einem Tag so viel Atemzüge, wie die Erde in unserem ganzen Leben. Das sehen Sie daraus. Wenn man nun genauer zusieht, dann kommt beim Menschen aber etwas Besonderes heraus. Atmen tut der Mensch so, daß das Blut den Atem braucht. Das Blut wird in den Gedärmen, das heißt im Bauch erzeugt; der Unterleib also will so schnell atmen. Wir können deshalb sagen: Die menschliche Atmung, die hängt zusammen mit dem Unterleib, mit dem Bauch.
[ 19 ] Sehen Sie, wenn man wirklich ganz so wissenschaftlich, wie es eigentlich unsere Wissenschaft jetzt nur über den Bauch macht, den Kopf betrachtet, dann ist es beim Kopf so, daß er eigentlich immer sich bemüht, die Atmung etwas zurückzuweisen. Die Atmung geht ja auch in den Kopf. Der Kopf will nämlich so atmen, daß er nur einen Atemzug im Tag bekommt, und er verlangsamt unser Atmen fortwährend. Der Kopf will nur so atmen, daß er einmal im Tag einatmet und ausatmet, während wir in ungefähr vier Sekunden ein- und ausatmen. Der Kopf will eigentlich den Atem verlangsamen, viel langsamer machen. So daß wir sagen können: Kosmische Atmung, die wird eigentlich durch den Kopf ausgeführt; nur saust immerfort die Atmung von dem Körper herauf zu dem Kopf, schnell, und wieder langsam bewegt sich die Atmung vom Kopf nach dem Körper hin. Haben Sie daher einen Menschen, der seinen Willen gehemmt kriegt, der also starr wird, was tritt bei dem ein? Die Atmung im Bauch ist nicht in Ordnung, und die ganz langsame Kopfatmung will sich ausbreiten über den ganzen Körper. Nun liegt der Kerl da und der Hansen steht darauf. Die Kopfatmung will den ganzen Körper beherrschen: er wird starr. Wenn aber einer schwatzt und schwatzt und schwatzt, dann will die Kopfatmung nicht mehr recht tun, und die schnelle Körperatmung kommt herauf, und er schwatzt. Da kriegt man, wie man sagt, nicht Hypnose, sondern Gedankenflucht.
[ 19 ] Sehen Sie, wenn man wirklich ganz so wissenschaftlich, wie es eigentlich unsere Wissenschaft jetzt nur über den Bauch macht, den Kopf betrachtet, dann ist es beim Kopf so, daß er eigentlich immer sich bemüht, die Atmung etwas zurückzuweisen. Die Atmung geht ja auch in den Kopf. Der Kopf will nämlich so atmen, daß er nur einen Atemzug im Tag bekommt, und er verlangsamt unser Atmen fortwährend. Der Kopf will nur so atmen, daß er einmal im Tag einatmet und ausatmet, während wir in ungefähr vier Sekunden ein- und ausatmen. Der Kopf will eigentlich den Atem verlangsamen, viel langsamer machen. So daß wir sagen können: Kosmische Atmung, die wird eigentlich durch den Kopf ausgeführt; nur saust immerfort die Atmung von dem Körper herauf zu dem Kopf, schnell, und wieder langsam bewegt sich die Atmung vom Kopf nach dem Körper hin. Haben Sie daher einen Menschen, der seinen Willen gehemmt kriegt, der also starr wird, was tritt bei dem ein? Die Atmung im Bauch ist nicht in Ordnung, und die ganz langsame Kopfatmung will sich ausbreiten über den ganzen Körper. Nun liegt der Kerl da und der Hansen steht darauf. Die Kopfatmung will den ganzen Körper beherrschen: er wird starr. Wenn aber einer schwatzt und schwatzt und schwatzt, dann will die Kopfatmung nicht mehr recht tun, und die schnelle Körperatmung kommt herauf, und er schwatzt. Da kriegt man, wie man sagt, nicht Hypnose, sondern Gedankenflucht.
[ 20 ] Jetzt können Sie sagen — wirklich, Sie können das sagen: Aber eigentlich ist die Welt doch dumm eingerichtet, denn wir sind ja dadurch, daß unsere Kopfatmung nicht stimmt zu der Körperatmung, fortwährend in Gefahr, entweder dadurch, daß die Körperatmung zu kurz kommt oder die Kopfatmung zu kurz kommt, Trottel zu werden. — Das ist also eine schlimme Geschichte. Durch diese Dinge sind wir fortwährend der Gefahr ausgesetzt, trottelig zu werden. Sie können sagen: Donnerwetter, wie ist doch die Welt dumm eingerichtet! — Aber ich will Ihnen etwas anderes sagen, meine Herren.
[ 20 ] Jetzt können Sie sagen — wirklich, Sie können das sagen: Aber eigentlich ist die Welt doch dumm eingerichtet, denn wir sind ja dadurch, daß unsere Kopfatmung nicht stimmt zu der Körperatmung, fortwährend in Gefahr, entweder dadurch, daß die Körperatmung zu kurz kommt oder die Kopfatmung zu kurz kommt, Trottel zu werden. — Das ist also eine schlimme Geschichte. Durch diese Dinge sind wir fortwährend der Gefahr ausgesetzt, trottelig zu werden. Sie können sagen: Donnerwetter, wie ist doch die Welt dumm eingerichtet! — Aber ich will Ihnen etwas anderes sagen, meine Herren.
[ 21 ] Betrachten Sie zum Beispiel die Frau, das Weib. Insofern das Weib Mensch ist, ist es natürlich so, daß in ihm die schnellere Körperatmung, die langsamere Kopfatmung vor sich geht. Die langsamere Atmung ist die kosmische Atmung. Aber die führt die Frau nur mit dem Kopf aus. Mit dem übrigen Körper führt sie die schnelle Körperatmung aus. Die gehen nur durcheinander. Nehmen Sie aber an, die Frau wird befruchtet. Was geschieht denn da? Sehen Sie, da wird für eine gewisse kleine Stelle des Körpers im Uterus, in der Gebärmutter, in der übrigen Atmung des Körpers durch die befruchtende Substanz, die vom Manne kommt, die Kopfatmung eingeführt. So daß jetzt die Frau, während sie schwanger ist, eine langsame Kopfatmung hat, aber auch eine langsame Atmung im Unterleib hat. Mitten in die Körperatmung mischt sich eine langsame Kopfatmung hinein, so daß jetzt der Mensch dadurch zweimal Kopfatmung hat. Und was bildet sich? Der Kopf zunächst. Was ist denn also da durch die Befruchtung in den Körper hineingekommen? Sehen Sie, da ist die kosmische Atmung, die wir sonst nur im Kopfe haben, hineingekommen. Der Mensch nimmt die ganze Welt auf in seinem Atmungsprozeß. Also die Befruchtung, die besteht eigentlich darinnen, daß der Mensch die ganze Welt aufnimmt in seinen Atmungsprozeß. Dasjenige, was bei der Befruchtung des Menschen geschieht, ist eigentlich dieses, daß wirklich, während sonst der Leib des Menschen immer nur die menschliche Leibesatmung hat, da für neun Monate eingepflanzt wird die kosmische Atmung, die sonst der Mensch nur im Kopfe hat.
[ 21 ] Betrachten Sie zum Beispiel die Frau, das Weib. Insofern das Weib Mensch ist, ist es natürlich so, daß in ihm die schnellere Körperatmung, die langsamere Kopfatmung vor sich geht. Die langsamere Atmung ist die kosmische Atmung. Aber die führt die Frau nur mit dem Kopf aus. Mit dem übrigen Körper führt sie die schnelle Körperatmung aus. Die gehen nur durcheinander. Nehmen Sie aber an, die Frau wird befruchtet. Was geschieht denn da? Sehen Sie, da wird für eine gewisse kleine Stelle des Körpers im Uterus, in der Gebärmutter, in der übrigen Atmung des Körpers durch die befruchtende Substanz, die vom Manne kommt, die Kopfatmung eingeführt. So daß jetzt die Frau, während sie schwanger ist, eine langsame Kopfatmung hat, aber auch eine langsame Atmung im Unterleib hat. Mitten in die Körperatmung mischt sich eine langsame Kopfatmung hinein, so daß jetzt der Mensch dadurch zweimal Kopfatmung hat. Und was bildet sich? Der Kopf zunächst. Was ist denn also da durch die Befruchtung in den Körper hineingekommen? Sehen Sie, da ist die kosmische Atmung, die wir sonst nur im Kopfe haben, hineingekommen. Der Mensch nimmt die ganze Welt auf in seinem Atmungsprozeß. Also die Befruchtung, die besteht eigentlich darinnen, daß der Mensch die ganze Welt aufnimmt in seinen Atmungsprozeß. Dasjenige, was bei der Befruchtung des Menschen geschieht, ist eigentlich dieses, daß wirklich, während sonst der Leib des Menschen immer nur die menschliche Leibesatmung hat, da für neun Monate eingepflanzt wird die kosmische Atmung, die sonst der Mensch nur im Kopfe hat.
[ 22 ] Da sehen Sie eine Beziehung des Menschen zu dem ganzen Weltenall. An der Stelle, wo der Mensch entsteht, im Mutterleibe, will die Mutter nur so atmen, daß ein Atemzug den ganzen Tag braucht. Dadurch verlangsamt die Mutter dort die Prozesse so, daß sie nicht nur leben kann, sondern einen neuen Menschen bilden kann. Denn durch das, was sonst mit dem Kopfe diese langsamen Prozesse ausführt, leben wir durch unseren Kopf eben unsere Lebenszeit hindurch 72 Jahre. Wenn wir sagen, der Mensch lebt normalerweise 72 Jahre und wenn wir sehen, daß es neun Monate sind, bis ein neuer Mensch entsteht, so ist es gar kein Wunder, daß ein neuer Mensch in neun Monaten entsteht, denn der Mensch lebt 72 Jahre, wir drücken gewissermaßen nur die 72 Jahre zusammen in der Atmung, und es entsteht der neue Mensch. Das ist aber etwas, was Sie so tief hineinsehen läßt in die ganze Natur, daß Sie dadurch auch die Grundlage bekommen können für das andere Denken.
[ 22 ] Da sehen Sie eine Beziehung des Menschen zu dem ganzen Weltenall. An der Stelle, wo der Mensch entsteht, im Mutterleibe, will die Mutter nur so atmen, daß ein Atemzug den ganzen Tag braucht. Dadurch verlangsamt die Mutter dort die Prozesse so, daß sie nicht nur leben kann, sondern einen neuen Menschen bilden kann. Denn durch das, was sonst mit dem Kopfe diese langsamen Prozesse ausführt, leben wir durch unseren Kopf eben unsere Lebenszeit hindurch 72 Jahre. Wenn wir sagen, der Mensch lebt normalerweise 72 Jahre und wenn wir sehen, daß es neun Monate sind, bis ein neuer Mensch entsteht, so ist es gar kein Wunder, daß ein neuer Mensch in neun Monaten entsteht, denn der Mensch lebt 72 Jahre, wir drücken gewissermaßen nur die 72 Jahre zusammen in der Atmung, und es entsteht der neue Mensch. Das ist aber etwas, was Sie so tief hineinsehen läßt in die ganze Natur, daß Sie dadurch auch die Grundlage bekommen können für das andere Denken.
[ 23 ] Betrachten Sie jetzt die Erde und in der Erde drinnen die Pflanzen. Also sagen wir, wir haben jetzt die Wurzel der Pflanze, wir haben hier den Stamm der Pflanze mit den Blättern, und wir haben da oben die Blüte. Wenn Sie sich die Wurzel anschauen, so ist sie im Erdboden drinnen ganz umgeben von Salzen. Da sind überall Salze (Zeichnung S. 226). Diese Salze sind schwer. Die Wurzel steckt also ganz in der Tafel 20 Schwere drinnen. Aber mit der Schwere ist es ganz eigentümlich. Die Schwere wird nämlich überwunden. Wenn Sie abgeschnittene Köpfe der Menschen nehmen würden, so würden die doch ein ziemliches Gewicht haben. Der menschliche Kopf ist schwer. Oder wenn Sie schließlich einen Schweinskopf in die Hand nehmen, ist er schwer. Wenn Sie den Kopf an sich tragen, so spüren Sie das nicht, wie der Kopf da aufsitzt und schwer ist, weil die Schwere überwunden ist beim Kopf. So aber wird auch bei der Pflanze die Schwere überwunden. Denn würde die Pflanze die Schwere spüren in den Blättern, so würde sie ja nicht aufwärts wachsen, sondern immer mehr herunter. Nun wächst die Pflanze aber aufwärts, sie überwindet die Schwere. Dadurch aber, daß sie die Schwere überwindet, wird sie zugänglich dem Licht. Das Licht wirkt in sie hinein, und das Licht kommt von oben nach unten, entgegengeserzt der Schwere. Also die Pflanze kommt immer mehr und mehr hinauf zum Licht, wird immer mehr und mehr, während sie als Wurzel in die Salze der Erde eingepflanzt war, nun ausgesetzt der Sonne mit ihrem Lichte. Indem sie der Sonne mit ihrem Lichte ausgesetzt wird, da entsteht hier (siehe Zeichnung) in ihr die Befruchtung; der Fruchtknoten mit dem Keime bildet sich, so daß also durch die Lichtwirkung die neue Pflanze entsteht. Bei der Pflanze sieht man es ganz genau. Das, was ich beim Menschen kosmische Atmung genannt habe, was beim Menschen durch die Befruchtung eingepflanzt wird, das wird bei der Pflanze jedes Jahr herangetragen durch das Licht, so daß also die Pflanze von der Schwere zum Lichte und dadurch zur Befruchtung wächst.
[ 23 ] Betrachten Sie jetzt die Erde und in der Erde drinnen die Pflanzen. Also sagen wir, wir haben jetzt die Wurzel der Pflanze, wir haben hier den Stamm der Pflanze mit den Blättern, und wir haben da oben die Blüte. Wenn Sie sich die Wurzel anschauen, so ist sie im Erdboden drinnen ganz umgeben von Salzen. Da sind überall Salze (Zeichnung S. 226). Diese Salze sind schwer. Die Wurzel steckt also ganz in der Tafel 20 Schwere drinnen. Aber mit der Schwere ist es ganz eigentümlich. Die Schwere wird nämlich überwunden. Wenn Sie abgeschnittene Köpfe der Menschen nehmen würden, so würden die doch ein ziemliches Gewicht haben. Der menschliche Kopf ist schwer. Oder wenn Sie schließlich einen Schweinskopf in die Hand nehmen, ist er schwer. Wenn Sie den Kopf an sich tragen, so spüren Sie das nicht, wie der Kopf da aufsitzt und schwer ist, weil die Schwere überwunden ist beim Kopf. So aber wird auch bei der Pflanze die Schwere überwunden. Denn würde die Pflanze die Schwere spüren in den Blättern, so würde sie ja nicht aufwärts wachsen, sondern immer mehr herunter. Nun wächst die Pflanze aber aufwärts, sie überwindet die Schwere. Dadurch aber, daß sie die Schwere überwindet, wird sie zugänglich dem Licht. Das Licht wirkt in sie hinein, und das Licht kommt von oben nach unten, entgegengeserzt der Schwere. Also die Pflanze kommt immer mehr und mehr hinauf zum Licht, wird immer mehr und mehr, während sie als Wurzel in die Salze der Erde eingepflanzt war, nun ausgesetzt der Sonne mit ihrem Lichte. Indem sie der Sonne mit ihrem Lichte ausgesetzt wird, da entsteht hier (siehe Zeichnung) in ihr die Befruchtung; der Fruchtknoten mit dem Keime bildet sich, so daß also durch die Lichtwirkung die neue Pflanze entsteht. Bei der Pflanze sieht man es ganz genau. Das, was ich beim Menschen kosmische Atmung genannt habe, was beim Menschen durch die Befruchtung eingepflanzt wird, das wird bei der Pflanze jedes Jahr herangetragen durch das Licht, so daß also die Pflanze von der Schwere zum Lichte und dadurch zur Befruchtung wächst.
[ 24 ] Wir werden also sagen: Dasjenige, was beim Menschen erst verfolgt werden muß durch die Gedanken, so daß man weiß, da dringt die kosmische Atmung ein, da entsteht ein Stückchen Kopf an einer bestimmten Stelle im Inneren des menschlichen Körpers —, das sehen wir da auch jedes Jahr, wenn wir die Pflanzen anschauen. Da kommt die äußere Welt von dem unendlichen Weltenraum her in Form des Lichtes und bringt das Kosmische hinein in die Pflanze, und die Erde wird in ihrer Pflanzenwelt vom Kosmos befruchtet. Das ist außerordentlich interessant. Wenn einer hinschaut auf eine Pflanzenblüte, so kann er sich sagen: Da befruchtet das Weltenall — es ist nämlich Kosmos gleich Weltenall — die Blüte. Das andere ist nur eine Beigabe, daß das Staubkorn herüberkommt und so weiter; das ist eben eine Beigabe, weil im Physischen alles physisch verlaufen muß. Aber in Wirklichkeit ist es das Licht, das aus dem Weltenall kommt und die Pflanzenblüte befruchtet, das den Keim zu der neuen Pflanze legt.
[ 24 ] Wir werden also sagen: Dasjenige, was beim Menschen erst verfolgt werden muß durch die Gedanken, so daß man weiß, da dringt die kosmische Atmung ein, da entsteht ein Stückchen Kopf an einer bestimmten Stelle im Inneren des menschlichen Körpers —, das sehen wir da auch jedes Jahr, wenn wir die Pflanzen anschauen. Da kommt die äußere Welt von dem unendlichen Weltenraum her in Form des Lichtes und bringt das Kosmische hinein in die Pflanze, und die Erde wird in ihrer Pflanzenwelt vom Kosmos befruchtet. Das ist außerordentlich interessant. Wenn einer hinschaut auf eine Pflanzenblüte, so kann er sich sagen: Da befruchtet das Weltenall — es ist nämlich Kosmos gleich Weltenall — die Blüte. Das andere ist nur eine Beigabe, daß das Staubkorn herüberkommt und so weiter; das ist eben eine Beigabe, weil im Physischen alles physisch verlaufen muß. Aber in Wirklichkeit ist es das Licht, das aus dem Weltenall kommt und die Pflanzenblüte befruchtet, das den Keim zu der neuen Pflanze legt.
[ 25 ] Ja, meine Herren, sieht man aber nicht, was da eigentlich geschieht? Was da eigentlich geschieht, sieht man nicht, weil es klein ist. Man kann es aber schen! Betrachten wir jetzt das, was da an der Pflanze geschieht, in einer ganz anderen Weise. Nehmen wir an, hier ist die Erde (siehe Zeichnung $. 228). Sehen Sie sich nicht eine Pflanze an, sondern sehen Sie dahin nach der Erde, wie in der Ferne — von einem Berg aus vielleicht, da ist es am besten zu sehen — der Nebel aufsteigt, wie man sagt. Da steigt der Nebel auf. Der Nebel besteht aus Wasser. Wenn Sie die Pflanze anschauen würden, so wäre die Geschichte nicht ganz unähnlich, wäre etwas Ähnliches. Sie würden, wenn Sie so eine Pflanze ansehen würden — da müßten Sie sich nur lange hinsetzer, den ganzen Frühling, und immer beobachten —, sehen: Zuerst ist es tief, dann steigt es auf, da teilt es sich zu den Blättern. Aber die Nebel gehen ja auch auseinander, wenn sie aufsteigen. Also da, in der Pflanze, sind es nur die festen Salze, die da aufsteigen bis zur Blüte. Jetzt schauen Sie dahin, zur Erde: Da steigt eben nur das Wasser auf, nicht so feste Teile, wie wenn es eine Pflanze wird; aber das Wasser steigt auf. Wenn die Pflanze zu einer bestimmten Stelle kommt da oben, da wird sie befruchtet vom Weltenall. Wenn das Wasser, das hier in Form des Nebels aufsteigt, zu einer bestimmten Stelle kommt, da wird es auch aus dem Weltenall befruchtet. Und was geschieht dann? Ja, meine Herren, da blitzt es! Das geschieht ja nicht immer, aber dann, wenn die Befruchtung eintritt und die Dinge so ausdrücklich sind wie im Sommer — sonst geschieht ja auch der Blitz, aber er ist unsichtbar —, da wird vom Weltenall durch Licht und Wärme das Wasser hier befruchtet. Dasselbe, was in der Pflanze geschieht, geschieht da oben und ist im Blitz sichtbar. Und wenn der Nebel oben befruchtet ist, fällt er als fruchtbarer'Regen wieder herab. Also wenn Sie eine Nebelwolke aufsteigen sehen, so ist das eigentlich eine — aber ganz dünne — riesige Pflanze; die öffnet da oben im Weltenall ihre Blüte, wird befruchtet, zieht sich zusammen, und in dem Regenwasser fallen die befruchteten Wassertröpfchen wieder herunter.
[ 25 ] Ja, meine Herren, sieht man aber nicht, was da eigentlich geschieht? Was da eigentlich geschieht, sieht man nicht, weil es klein ist. Man kann es aber schen! Betrachten wir jetzt das, was da an der Pflanze geschieht, in einer ganz anderen Weise. Nehmen wir an, hier ist die Erde (siehe Zeichnung $. 228). Sehen Sie sich nicht eine Pflanze an, sondern sehen Sie dahin nach der Erde, wie in der Ferne — von einem Berg aus vielleicht, da ist es am besten zu sehen — der Nebel aufsteigt, wie man sagt. Da steigt der Nebel auf. Der Nebel besteht aus Wasser. Wenn Sie die Pflanze anschauen würden, so wäre die Geschichte nicht ganz unähnlich, wäre etwas Ähnliches. Sie würden, wenn Sie so eine Pflanze ansehen würden — da müßten Sie sich nur lange hinsetzer, den ganzen Frühling, und immer beobachten —, sehen: Zuerst ist es tief, dann steigt es auf, da teilt es sich zu den Blättern. Aber die Nebel gehen ja auch auseinander, wenn sie aufsteigen. Also da, in der Pflanze, sind es nur die festen Salze, die da aufsteigen bis zur Blüte. Jetzt schauen Sie dahin, zur Erde: Da steigt eben nur das Wasser auf, nicht so feste Teile, wie wenn es eine Pflanze wird; aber das Wasser steigt auf. Wenn die Pflanze zu einer bestimmten Stelle kommt da oben, da wird sie befruchtet vom Weltenall. Wenn das Wasser, das hier in Form des Nebels aufsteigt, zu einer bestimmten Stelle kommt, da wird es auch aus dem Weltenall befruchtet. Und was geschieht dann? Ja, meine Herren, da blitzt es! Das geschieht ja nicht immer, aber dann, wenn die Befruchtung eintritt und die Dinge so ausdrücklich sind wie im Sommer — sonst geschieht ja auch der Blitz, aber er ist unsichtbar —, da wird vom Weltenall durch Licht und Wärme das Wasser hier befruchtet. Dasselbe, was in der Pflanze geschieht, geschieht da oben und ist im Blitz sichtbar. Und wenn der Nebel oben befruchtet ist, fällt er als fruchtbarer'Regen wieder herab. Also wenn Sie eine Nebelwolke aufsteigen sehen, so ist das eigentlich eine — aber ganz dünne — riesige Pflanze; die öffnet da oben im Weltenall ihre Blüte, wird befruchtet, zieht sich zusammen, und in dem Regenwasser fallen die befruchteten Wassertröpfchen wieder herunter.
[ 26 ] Jetzt haben Sie eine Erklärung für den Blitz. Die Leute glauben, da oben seien so etwas wie riesige Leidener Flaschen oder riesige Elektrizitätsapparate; aber das ist ein Irrtum, In Wirklichkeit wird da draußen das Wasser der Erde befruchtet, daß es wiederum seine Vorgänge auf Erden ausführen kann. Und dasjenige, was in der Pflanze geschieht, das geschieht nur viel tiefer, weil die Pflanze fester ist; es geschehen immer hier oben bei der Blüte, wenn die richtige Jahreszeit da ist, diese kleinen Blitze, die man nur nicht sieht. Aber diese kleinen Blitze führen ja zur Befruchtung. Sie haben also in der Erscheinung von Nebel und Regen dieselbe Erscheinung, die auftritt in der Pflanze bei der Befruchtung. Und das geht dann herein bis zum Menschen, wo die kosmische, die Weltatmung, die sonst im Kopfe nur ist, in dem Unterleibe des Menschen auftritt.
[ 26 ] Jetzt haben Sie eine Erklärung für den Blitz. Die Leute glauben, da oben seien so etwas wie riesige Leidener Flaschen oder riesige Elektrizitätsapparate; aber das ist ein Irrtum, In Wirklichkeit wird da draußen das Wasser der Erde befruchtet, daß es wiederum seine Vorgänge auf Erden ausführen kann. Und dasjenige, was in der Pflanze geschieht, das geschieht nur viel tiefer, weil die Pflanze fester ist; es geschehen immer hier oben bei der Blüte, wenn die richtige Jahreszeit da ist, diese kleinen Blitze, die man nur nicht sieht. Aber diese kleinen Blitze führen ja zur Befruchtung. Sie haben also in der Erscheinung von Nebel und Regen dieselbe Erscheinung, die auftritt in der Pflanze bei der Befruchtung. Und das geht dann herein bis zum Menschen, wo die kosmische, die Weltatmung, die sonst im Kopfe nur ist, in dem Unterleibe des Menschen auftritt.
[ 27 ] Nehmen Sie jetzt den kataleptischen Menschen. Was ist denn bei dem der Fall? Ja, meine Herren, wenn man den kataleptischen Körper untersuchen würde, dann würde man finden, daß der besonders salzreich geworden ist. Der ist nämlich ähnlich geworden einer Pflanzenwurzel, und zwar besonders im Kopf. Wenn unser Kopf so salzreich wird wie eine Pflanzenwurzel, dann werden wir trottelig durch die Kopfstarrheit, die sich dann nur auf das übrige ausdehnt. Wenn Sie also Leute sehen, die sich nicht entschließen können zu gehen, nicht einmal die Hände zu erheben, sich aus dem Bett am Morgen zu erheben: die haben zuviel Salz gekriegt im Kopfe, sind zu ähnlich geworden der Wurzel der Pflanze. Wenn Sie Menschen sehen, die immer schwätzen und schwätzen: die sind zu ähnlich geworden der Blüte der Pflanze. Wenn man nämlich redet, so redet man ja eigentlich nur einen Teil von dem, was man weiß. Aber diejenigen, die immer schwätzen und schwätzen, die möchten eigentlich immer alles dasjenige sagen, was sie haben. Die möchten eigentlich immer einen ganzen Menschen bilden, weil eigentlich ihr Bauch redet. Und dieser, wenn er die Welt anzieht, sie aufnimmt, der wird dann zum Kopfe. Aber es geht zu schnell dann, wie beim Bauch, wie bei der menschlichen Atmung.
[ 27 ] Nehmen Sie jetzt den kataleptischen Menschen. Was ist denn bei dem der Fall? Ja, meine Herren, wenn man den kataleptischen Körper untersuchen würde, dann würde man finden, daß der besonders salzreich geworden ist. Der ist nämlich ähnlich geworden einer Pflanzenwurzel, und zwar besonders im Kopf. Wenn unser Kopf so salzreich wird wie eine Pflanzenwurzel, dann werden wir trottelig durch die Kopfstarrheit, die sich dann nur auf das übrige ausdehnt. Wenn Sie also Leute sehen, die sich nicht entschließen können zu gehen, nicht einmal die Hände zu erheben, sich aus dem Bett am Morgen zu erheben: die haben zuviel Salz gekriegt im Kopfe, sind zu ähnlich geworden der Wurzel der Pflanze. Wenn Sie Menschen sehen, die immer schwätzen und schwätzen: die sind zu ähnlich geworden der Blüte der Pflanze. Wenn man nämlich redet, so redet man ja eigentlich nur einen Teil von dem, was man weiß. Aber diejenigen, die immer schwätzen und schwätzen, die möchten eigentlich immer alles dasjenige sagen, was sie haben. Die möchten eigentlich immer einen ganzen Menschen bilden, weil eigentlich ihr Bauch redet. Und dieser, wenn er die Welt anzieht, sie aufnimmt, der wird dann zum Kopfe. Aber es geht zu schnell dann, wie beim Bauch, wie bei der menschlichen Atmung.
[ 28 ] So können wir sagen: Der Hansen hat die Menschen, die er auf zwei Stühle gelegt hat und auf die er sich dann daraufgestellt hat, im Kopf zu ähnlich gemacht einer Pflanzenwurzel. — Da sehen Sie die Verwandtschaft des menschlichen Kopfes mit der Pflanzenwurzel. Man kann sogar den ganzen Kopf ähnlich machen einer Pflanzenwurzel. Und die Menschen, denen er eingeredet hat, sie sollen eine Kartoffel wie einen Apfel essen, die hat er ähnlich gemacht einer Blüte. Da sehen Sie die Ähnlichkeit des Bauchmenschen, also des Unterleibsmenschen, mit der Blüte. Dasjenige, was der Hansen den Wissenschaftern vorgemacht hat, das macht man noch heute, aber zu der Erklärung, die nachgerade ins ganze Weltenall hineinführt, sind die Leute eben bis heute nicht gekommen.
[ 28 ] So können wir sagen: Der Hansen hat die Menschen, die er auf zwei Stühle gelegt hat und auf die er sich dann daraufgestellt hat, im Kopf zu ähnlich gemacht einer Pflanzenwurzel. — Da sehen Sie die Verwandtschaft des menschlichen Kopfes mit der Pflanzenwurzel. Man kann sogar den ganzen Kopf ähnlich machen einer Pflanzenwurzel. Und die Menschen, denen er eingeredet hat, sie sollen eine Kartoffel wie einen Apfel essen, die hat er ähnlich gemacht einer Blüte. Da sehen Sie die Ähnlichkeit des Bauchmenschen, also des Unterleibsmenschen, mit der Blüte. Dasjenige, was der Hansen den Wissenschaftern vorgemacht hat, das macht man noch heute, aber zu der Erklärung, die nachgerade ins ganze Weltenall hineinführt, sind die Leute eben bis heute nicht gekommen.
[ 29 ] So, nun können wir auch die Frage beantworten, ob denn die Natur wirklich so dumm eingerichtet ist, daß wir Trottel werden können, entweder durch falsche Kopf- oder Bauchatmung, einmal durch Kopfatmung kataleptisch, das andere Mal geschwätzig dadurch, daß wir Gedankenflucht haben und unseren Willen nicht gebrauchen können. Nun, demjenigen, der das für so außerordentlich töricht hält und sagt, wenn er die Welt zu machen gehabt hätte, dann hätte er sie etwas anders gemacht, dann brauchten wir nicht eben der Gefahr ausgesetzt zu sein, nach zwei Richtungen hin Trottel sein zu können, dem kann man antworten: Aber wenn das nicht der Fall wäre, wenn wir nicht auch im Bauch des Menschen die Kopfatmung erzeugen könnten, die dann entsteht, wenn wir starr werden, dann könnte ja überhaupt der Mensch nicht entstehen, dann würde die Befruchtung nicht eintreten können, dann gäbe es keine Menschen auf der Erde!
[ 29 ] So, nun können wir auch die Frage beantworten, ob denn die Natur wirklich so dumm eingerichtet ist, daß wir Trottel werden können, entweder durch falsche Kopf- oder Bauchatmung, einmal durch Kopfatmung kataleptisch, das andere Mal geschwätzig dadurch, daß wir Gedankenflucht haben und unseren Willen nicht gebrauchen können. Nun, demjenigen, der das für so außerordentlich töricht hält und sagt, wenn er die Welt zu machen gehabt hätte, dann hätte er sie etwas anders gemacht, dann brauchten wir nicht eben der Gefahr ausgesetzt zu sein, nach zwei Richtungen hin Trottel sein zu können, dem kann man antworten: Aber wenn das nicht der Fall wäre, wenn wir nicht auch im Bauch des Menschen die Kopfatmung erzeugen könnten, die dann entsteht, wenn wir starr werden, dann könnte ja überhaupt der Mensch nicht entstehen, dann würde die Befruchtung nicht eintreten können, dann gäbe es keine Menschen auf der Erde!
[ 30 ] Also Sie sehen, die Gefahr, daß wir Trottel werden, die hängt zusammen mit dem, daß wir überhaupt entstehen können. Hätte also irgendwie in der Natur die Absicht bestanden, keine Menschen entstehen zu lassen, ja, dann, nicht wahr, dann brauchten auch keine Trottel zu entstehen. Aber weil schon einmal Menschen entstehen mußten, muß auch die Gefahr vorhanden sein, daß Trottel entstehen können. So hängt eines mit dem anderen zusammen. Es ist gar kein Grund, daß man über die Natur loswettert, wenn man sieht, wie die Dinge zusammenhängen. Es könnte ja auch einer sagen: Donnerwetter, wie dumm, daß 2 mal 2=4 ist! — Ich möchte, daß es=6 wäre; dann hätte ich mehr. — Aber das geht nicht! Und so geht es auch nicht, daß der Mensch überhaupt auf der Erde ist, ohne daß die Gefahr vorhanden ist, daß der Mensch trottelig wird. Diese Dinge muß man nur richtig durchschauen. Dann aber kommt man auch dazu, überall die Dinge richtig zu sehen.
[ 30 ] Also Sie sehen, die Gefahr, daß wir Trottel werden, die hängt zusammen mit dem, daß wir überhaupt entstehen können. Hätte also irgendwie in der Natur die Absicht bestanden, keine Menschen entstehen zu lassen, ja, dann, nicht wahr, dann brauchten auch keine Trottel zu entstehen. Aber weil schon einmal Menschen entstehen mußten, muß auch die Gefahr vorhanden sein, daß Trottel entstehen können. So hängt eines mit dem anderen zusammen. Es ist gar kein Grund, daß man über die Natur loswettert, wenn man sieht, wie die Dinge zusammenhängen. Es könnte ja auch einer sagen: Donnerwetter, wie dumm, daß 2 mal 2=4 ist! — Ich möchte, daß es=6 wäre; dann hätte ich mehr. — Aber das geht nicht! Und so geht es auch nicht, daß der Mensch überhaupt auf der Erde ist, ohne daß die Gefahr vorhanden ist, daß der Mensch trottelig wird. Diese Dinge muß man nur richtig durchschauen. Dann aber kommt man auch dazu, überall die Dinge richtig zu sehen.
[ 31 ] Da wird man sagen, wenn einer den Blitz anschaut: Ist der Blitz nur da oben? — O nein, der ist den ganzen Sommer hindurch, indem die Pflanzen befruchtet werden, über die Wiesen, über die Wälder hin, überall da ist der niedere Blitz. Und zum Schluß ist es ein Blitz, der in uns immer vorgeht. Innerlich sind wir ganz durchsetzt von denselben Erscheinungen, die wir manchmal sehen, wenn es blitzt, und unsere Gedanken sind ein Aufblitzen in uns. Nur natürlich dasjenige, was einmal als ein mächtiger Blitz erscheint, das verläuft ganz schwach in unserem Denken. Jetzt werden Sie sich aber auch sagen können: Es hat doch einen Sinn, zu sagen, wenn ich den Blitz anschaue, daß mir da die Weltengedanken erscheinen, weil das dasselbe ist, wie das, was in mir ist. — Man muß nur die Dinge nicht abergläubisch, sondern eben wissenschaftlich betrachten.
[ 31 ] Da wird man sagen, wenn einer den Blitz anschaut: Ist der Blitz nur da oben? — O nein, der ist den ganzen Sommer hindurch, indem die Pflanzen befruchtet werden, über die Wiesen, über die Wälder hin, überall da ist der niedere Blitz. Und zum Schluß ist es ein Blitz, der in uns immer vorgeht. Innerlich sind wir ganz durchsetzt von denselben Erscheinungen, die wir manchmal sehen, wenn es blitzt, und unsere Gedanken sind ein Aufblitzen in uns. Nur natürlich dasjenige, was einmal als ein mächtiger Blitz erscheint, das verläuft ganz schwach in unserem Denken. Jetzt werden Sie sich aber auch sagen können: Es hat doch einen Sinn, zu sagen, wenn ich den Blitz anschaue, daß mir da die Weltengedanken erscheinen, weil das dasselbe ist, wie das, was in mir ist. — Man muß nur die Dinge nicht abergläubisch, sondern eben wissenschaftlich betrachten.
[ 32 ] Sehen Sie, es ist immerhin interessant, daß am Ende des 19. Jahrhunderts die Wissenschaft so weit war, daß sie überhaupt solche wichtigen Sachen gar nicht beachtet hat, daß ein Scharlatan, ein Beutelschneider wie der Hansen kommen mußte und den Leuten diese Sachen zeigen mußte. Dann hat die Wissenschaft erst angefangen, auf diese Sachen aufmerksam zu sein. Daraus können Sie aber sehen, daß es mit dieser Wissenschaft im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gar nicht so weit her war, wie die Leute immer sagen. Gewiß, auf den äußerlichen Gebieten haben die Leute damals große Entdeckungen gemacht, haben Röntgenstrahlen und so weiter gefunden, aber auf dem innerlich menschlichen Gebiete hat man überhaupt gar nicht verlangt, etwas Ordentliches zu wissen, und verlangt es bis heute nicht. Daher ist unsere Wissenschaft gar nicht anwendbar auf das Menschliche und hilft dem Menschlichen gar nichts. Sie können heute noch so viel an Hochschulen errichten: wenn Sie dahin gehen — dasjenige, was im Menschen wirkt, wird Ihnen nicht erklärt. Aber zu gleicher Zeit wird Ihnen auch nicht erklärt, wie eigentlich der Vorgang ist bei der Pflanzenbefruchtung. Und beim hinaufsteigenden Nebel und herunterkommenden Regen wird die Sache so erklärt, als ob das eigentlich nicht viel anders wäre, als wenn auf dem Herde gekocht würde: daß aufsteigen die Dünste, dann wieder herunterfallen. Das ist eben nicht so, sondern indem die Dünste aufsteigen, kommen sie oben in ein Gebiet, wo sie befruchtet werden vom Weltenall, und ein Beweis, daß sie befruchtet werden, ist eben der Blitz. Und dann sieht man eben die Befruchtung, die sonst auch geschieht.
[ 32 ] Sehen Sie, es ist immerhin interessant, daß am Ende des 19. Jahrhunderts die Wissenschaft so weit war, daß sie überhaupt solche wichtigen Sachen gar nicht beachtet hat, daß ein Scharlatan, ein Beutelschneider wie der Hansen kommen mußte und den Leuten diese Sachen zeigen mußte. Dann hat die Wissenschaft erst angefangen, auf diese Sachen aufmerksam zu sein. Daraus können Sie aber sehen, daß es mit dieser Wissenschaft im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gar nicht so weit her war, wie die Leute immer sagen. Gewiß, auf den äußerlichen Gebieten haben die Leute damals große Entdeckungen gemacht, haben Röntgenstrahlen und so weiter gefunden, aber auf dem innerlich menschlichen Gebiete hat man überhaupt gar nicht verlangt, etwas Ordentliches zu wissen, und verlangt es bis heute nicht. Daher ist unsere Wissenschaft gar nicht anwendbar auf das Menschliche und hilft dem Menschlichen gar nichts. Sie können heute noch so viel an Hochschulen errichten: wenn Sie dahin gehen — dasjenige, was im Menschen wirkt, wird Ihnen nicht erklärt. Aber zu gleicher Zeit wird Ihnen auch nicht erklärt, wie eigentlich der Vorgang ist bei der Pflanzenbefruchtung. Und beim hinaufsteigenden Nebel und herunterkommenden Regen wird die Sache so erklärt, als ob das eigentlich nicht viel anders wäre, als wenn auf dem Herde gekocht würde: daß aufsteigen die Dünste, dann wieder herunterfallen. Das ist eben nicht so, sondern indem die Dünste aufsteigen, kommen sie oben in ein Gebiet, wo sie befruchtet werden vom Weltenall, und ein Beweis, daß sie befruchtet werden, ist eben der Blitz. Und dann sieht man eben die Befruchtung, die sonst auch geschieht.
[ 33 ] Aber die Sache ist eben so, daß das eine große Bedeutung hat. Nehmen Sie das Jahr. In einem Jahre ist Winter und Sommer, wie sonst Tag und Nacht in vierundzwanzig Stunden. Und in einem Menschenleben sind 25 920 Tage. Wenn Sie nun 25 920 Jahre nehmen, dann kriegen Sie die Zeit heraus, wo die Erde noch nicht war, und wo sie wieder nicht sein wird. Wir sind jetzt ungefähr etwas über die Mitte hinaus, also etwa über 13 000 Jahre besteht die Erde; dann wird sie wieder zugrundegehen, nach etwa 11 000 Jahren oder so etwas. Geradesp wie der Mensch 25 920 Tage lebt, lebt die Erde 25 920 Jahre, so wie sie jetzt ist. Sie verändert sich; sie ist einmal jung gewesen, wird alt. Und das ist eben außerordentlich wichtig, daß man weiß: Jedes Jahr müssen die Wasser ausgesetzt sein dem Weltenall, auf irgendeinem Punkt, auf irgendeiner Stelle der Erde müssen jedes Jahr die Wasser dem Weltenall ausgesetzt sein, sonst würde die Erde nicht leben können. Die Erde lebt mit dem Weltenall, wie wir leben mit der Luft. Würde jemand die Luft außer uns wegnehmen auf der Erde, wir könnten nicht im Tag unsere 25 920 Atemzüge machen. Würde jemand die Sonne wegnehmen, also das Licht, die Erde könnte nicht leben. So lebt die Erde durch das ganze Weltenall, wie wir leben durch die Luft um uns herum. — So daß man also richtig sagen kann: Wir gehen auf der Erde spazieren; die Erde geht im Weltenall spazieren. Wir atmen auf der Erde; die Erde atmet im Weltenall.
[ 33 ] Aber die Sache ist eben so, daß das eine große Bedeutung hat. Nehmen Sie das Jahr. In einem Jahre ist Winter und Sommer, wie sonst Tag und Nacht in vierundzwanzig Stunden. Und in einem Menschenleben sind 25 920 Tage. Wenn Sie nun 25 920 Jahre nehmen, dann kriegen Sie die Zeit heraus, wo die Erde noch nicht war, und wo sie wieder nicht sein wird. Wir sind jetzt ungefähr etwas über die Mitte hinaus, also etwa über 13 000 Jahre besteht die Erde; dann wird sie wieder zugrundegehen, nach etwa 11 000 Jahren oder so etwas. Geradesp wie der Mensch 25 920 Tage lebt, lebt die Erde 25 920 Jahre, so wie sie jetzt ist. Sie verändert sich; sie ist einmal jung gewesen, wird alt. Und das ist eben außerordentlich wichtig, daß man weiß: Jedes Jahr müssen die Wasser ausgesetzt sein dem Weltenall, auf irgendeinem Punkt, auf irgendeiner Stelle der Erde müssen jedes Jahr die Wasser dem Weltenall ausgesetzt sein, sonst würde die Erde nicht leben können. Die Erde lebt mit dem Weltenall, wie wir leben mit der Luft. Würde jemand die Luft außer uns wegnehmen auf der Erde, wir könnten nicht im Tag unsere 25 920 Atemzüge machen. Würde jemand die Sonne wegnehmen, also das Licht, die Erde könnte nicht leben. So lebt die Erde durch das ganze Weltenall, wie wir leben durch die Luft um uns herum. — So daß man also richtig sagen kann: Wir gehen auf der Erde spazieren; die Erde geht im Weltenall spazieren. Wir atmen auf der Erde; die Erde atmet im Weltenall.
[ 34 ] Sehen Sie, man könnte ja eine merkwürdige Wissenschaft bilden. Sie wissen, der menschliche Kopf ist ja rund (es wird gezeichnet) und hat, wenn man noch nicht ganz alt ist, hier die Haare. Jetzt leben da — nun, das ist ja nicht wünschenswert, aber es kommt vor — Wesen in diesem Wald. Nehmen wir an, die bilden aus den Schuppen hier eine Stelle, wo die Gescheitesten immer zusammenkommen und die Dummen belehren; das wäre eine Läuse-Universität auf dem menschlichen Kopfe selber. Nun, man kann das ja annehmen. Was würden denn diese gescheiten Läuse den dummen lehren? Sie würden lehren: Der Kopf, der ist etwas Lebloses, denn wir spazieren darauf herum. Es bilden sich die leblosen Schuppen. Wenn man ein bißchen hineingräbt, kommt man an die leblosen Gebeine. — Das alles würden die gescheiten Läuse den dummen Läusen an der Läuse-Universität da oben erklären. Sie würden ungefähr den menschlichen Kopf so erklären, wie wir an unseren Universitäten die Erde erklären. Diese Läuse-Professoren — verzeihen Sie, ich meine natürlich die, die am Kopfe sind —, die würden also nichts wissen davon, daß der menschliche Kopf lebt; sie würden also eine Geologie vom Kopf auseinandersetzen und den Kopf für tot erklären. Ja, aber, meine Herren, an unseren Schulen macht man ja das! Da wird die Erde für tot erklärt. Man weiß nichts von ihrer Atmung. Denn an dieser Läuse-Universität würde man niemals etwas davon erfahren, daß der Mensch atmet, also hier würde nichts erklärt von der menschlichen Atmung; es würde erklärt: Der Mensch ist tot, der Menschenkopf ist eine tote Kugel. — Und wenn nicht gerade die Kopfläuse in irgendeine Beziehung kämen zu den Körperläusen, so würden die Kopfläuse überhaupt nie etwas erfahren vom Körper.
[ 34 ] Sehen Sie, man könnte ja eine merkwürdige Wissenschaft bilden. Sie wissen, der menschliche Kopf ist ja rund (es wird gezeichnet) und hat, wenn man noch nicht ganz alt ist, hier die Haare. Jetzt leben da — nun, das ist ja nicht wünschenswert, aber es kommt vor — Wesen in diesem Wald. Nehmen wir an, die bilden aus den Schuppen hier eine Stelle, wo die Gescheitesten immer zusammenkommen und die Dummen belehren; das wäre eine Läuse-Universität auf dem menschlichen Kopfe selber. Nun, man kann das ja annehmen. Was würden denn diese gescheiten Läuse den dummen lehren? Sie würden lehren: Der Kopf, der ist etwas Lebloses, denn wir spazieren darauf herum. Es bilden sich die leblosen Schuppen. Wenn man ein bißchen hineingräbt, kommt man an die leblosen Gebeine. — Das alles würden die gescheiten Läuse den dummen Läusen an der Läuse-Universität da oben erklären. Sie würden ungefähr den menschlichen Kopf so erklären, wie wir an unseren Universitäten die Erde erklären. Diese Läuse-Professoren — verzeihen Sie, ich meine natürlich die, die am Kopfe sind —, die würden also nichts wissen davon, daß der menschliche Kopf lebt; sie würden also eine Geologie vom Kopf auseinandersetzen und den Kopf für tot erklären. Ja, aber, meine Herren, an unseren Schulen macht man ja das! Da wird die Erde für tot erklärt. Man weiß nichts von ihrer Atmung. Denn an dieser Läuse-Universität würde man niemals etwas davon erfahren, daß der Mensch atmet, also hier würde nichts erklärt von der menschlichen Atmung; es würde erklärt: Der Mensch ist tot, der Menschenkopf ist eine tote Kugel. — Und wenn nicht gerade die Kopfläuse in irgendeine Beziehung kämen zu den Körperläusen, so würden die Kopfläuse überhaupt nie etwas erfahren vom Körper.
[ 35 ] So ist es: Wenn die Menschen auf der Erde nicht in Beziehung kommen zu anderen Wesen höherer Art, so erfahren sie niemals etwas davon, daß die Erde auch ins Weltenall hinaus ihre Wasser als Körper sendet und befruchtet wird, atmet und befruchtet wird. Ja, wir können uns wirklich von da, vom Kopfe aus — von der Vorstellung, was an dieser Kopf-Universität da als eine Wissenschaft vorgetragen würde —, eine Vorstellung machen, wie die Wissenschaft von der Erde beschaffen ist. So ist sie nämlich wirklich beschaffen! Und Sie sehen daraus, daß es schon notwendig ist, daß man über dasjenige, von dem man ja einsehen kann: Es ist eben vom beschränkten Standpunkte her — daß man über das hinauskommt. Man muß darüber hinauskommen.
[ 35 ] So ist es: Wenn die Menschen auf der Erde nicht in Beziehung kommen zu anderen Wesen höherer Art, so erfahren sie niemals etwas davon, daß die Erde auch ins Weltenall hinaus ihre Wasser als Körper sendet und befruchtet wird, atmet und befruchtet wird. Ja, wir können uns wirklich von da, vom Kopfe aus — von der Vorstellung, was an dieser Kopf-Universität da als eine Wissenschaft vorgetragen würde —, eine Vorstellung machen, wie die Wissenschaft von der Erde beschaffen ist. So ist sie nämlich wirklich beschaffen! Und Sie sehen daraus, daß es schon notwendig ist, daß man über dasjenige, von dem man ja einsehen kann: Es ist eben vom beschränkten Standpunkte her — daß man über das hinauskommt. Man muß darüber hinauskommen.
[ 36 ] Und hinaus kommt eben eine wirkliche Geisteswissenschaft, die ebenso wissenschaftlich vorgeht und die also auch diese Dinge erklären kann, welche der Hansen dazumal der Wissenschaft erst gebracht hat.
[ 36 ] Und hinaus kommt eben eine wirkliche Geisteswissenschaft, die ebenso wissenschaftlich vorgeht und die also auch diese Dinge erklären kann, welche der Hansen dazumal der Wissenschaft erst gebracht hat.
[ 37 ] Nun, meine Herren, wir sind noch nicht fertig mit dieser Hypnosefrage und mit dem anderen. Diese Dinge werde ich noch das nächste Mal ein wenig besprechen, weil man sie vergleichen muß mit dem, wie sie sich verhalten zum gewöhnlichen Schlafe. Und das, was geschieht, wenn der Mensch schläft, was geschieht, wenn der Mensch kataleptisch wird — denn beim gewöhnlichen Schlaf können Sie nicht auf zwei Stühlen liegen und auf sich herumtreten lassen —, den Unterschied zwischen Schlaf und Hypnose, den Unterschied zwischen Katalepsie und Gedankenflucht, das will ich Ihnen am nächsten Mittwoch um neun Uhr weiter erklären.
[ 37 ] Nun, meine Herren, wir sind noch nicht fertig mit dieser Hypnosefrage und mit dem anderen. Diese Dinge werde ich noch das nächste Mal ein wenig besprechen, weil man sie vergleichen muß mit dem, wie sie sich verhalten zum gewöhnlichen Schlafe. Und das, was geschieht, wenn der Mensch schläft, was geschieht, wenn der Mensch kataleptisch wird — denn beim gewöhnlichen Schlaf können Sie nicht auf zwei Stühlen liegen und auf sich herumtreten lassen —, den Unterschied zwischen Schlaf und Hypnose, den Unterschied zwischen Katalepsie und Gedankenflucht, das will ich Ihnen am nächsten Mittwoch um neun Uhr weiter erklären.
