Man and World
How Spirit Works in Nature
GA 351
24 October 1923, Dornach
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How Spirit Works in Nature, tr. SOL
5. Über die Natur der Kometen
5. On the Nature of Comets
[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Hat jemand eine Frage zu stellen?
[ 1 ] Good morning, gentlemen! Does anyone have a question?
Fragesteller: Vor einigen Vorträgen war gesprochen worden vom großen Weltenkosmos; ich möchte fragen wegen Kometen mit einem großen Schwanz. Was hat das für eine Bedeutung?
Questioner: In some of the previous lectures, there was talk of the vast cosmos; I would like to ask about comets with long tails. What is the significance of this?
[ 2 ] Dr. Steiner: Nun, sehen Sie, meine Herren, da müssen wir uns an das erinnern, was ich gerade in der letzten Zeit gesagt habe. Ich will einiges von dem wiederholen, was wir vor einigen Vorträgen gesagt haben.
[ 2 ] Dr. Steiner: Well, you see, gentlemen, we must remember what I have been saying recently. I would like to repeat some of what we said in previous lectures.
[ 3 ] Wenn wir den Menschen betrachten, so müssen wir sagen: Es ist für sein ganzes Leben, namentlich auch für seine geistigeEntwickelungzweierlei notwendig. Erstens, daß Kohlensäure nach dem Kopfe hinauf geht. Der Mensch sondert ja fortwährend Kohlenstoff in sich aus. Eigentlich kann man sagen: Der Mensch, insofern er ein fester Körper ist, ist aus Kohlenstoff aufgebaut. Also der Mensch sondert fortwährend Kohlenstoff aus sich aus. Nun, dieser Kohlenstoff, der würde ja zuletzt so werden in uns, daß wir alle schwarze Säulen würden. Wir würden schwarze Säulen werden, wenn dieser Kohlenstoff sich erhalten würde. Wir brauchen ihn zum Leben, aber wir müssen ihn fortwährend wieder umwandeln, daß er etwas anderes wird. Das geschieht durch den Sauerstoff. Nun, zuletzt atmen wir den Sauerstoff mit dem Kohlenstoff als Kohlensäure aus. In unserer Ausatmungsluft ist Kohlensäure. Aber diese Kohlensäure brauchen Sie. Man findet sie auch, wenn man zum Beispiel Selterswasser hat, und innen in den Perlen ist Kohlensäure darinnen. Diese Kohlensäure, die nicht ausgeatmet wird, die geht fortwährend nach dem menschlichen Kopf hinauf, und die brauchen wir, damit wir nicht dumm sind, damit wir denken können; sonst würde Sumpfgas, das aus Kohlenstoff und Wasserstoff besteht, nach dem menschlichen Kopf hinaufgehen. Zum Denken also brauchen wir Kohlensäure.
[ 3 ] When we consider human beings, we must say: Two things are necessary for their entire life, particularly for their spiritual development. First, that carbon dioxide rises to the head. After all, human beings are constantly excreting carbon from their bodies. In fact, one could say: Insofar as a human being is a solid body, it is composed of carbon. So human beings are constantly excreting carbon from their bodies. Now, if this carbon were to remain within us, we would eventually all turn into black columns. We would become black columns if this carbon were to remain. We need it to live, but we must constantly convert it so that it becomes something else. This happens through oxygen. Ultimately, we exhale the oxygen combined with the carbon as carbon dioxide. There is carbon dioxide in the air we exhale. But you need this carbon dioxide. You can also find it, for example, in seltzer water; there is carbon dioxide inside the bubbles. This carbon dioxide, which isn’t exhaled, constantly rises to the human head, and we need it so that we aren’t stupid, so that we can think; otherwise, marsh gas—which consists of carbon and hydrogen—would rise to the human head. So, to think, we need carbon dioxide.
[ 4 ] Nun habe ich ja auch schon angedeutet, was wir zum Willen, zum Wollen brauchen. Also fangen wir beim Gehen an, beim Händebewegen, beim Armbewegen - da beginnt ja eigentlich dieses Wollen: da müssen wir eine Verbindung von Kohlenstoff und Stickstoff immer bilden und immer wieder auflösen. Aber dieses Zyan oder die Zyansäure, die muß fortwährend sozusagen in unsere Glieder fahren. Sie verbindet sich in den Gliedern dann mit Kalium. Es entsteht Zyankalium, das aber auch gleich wieder aufgelöst wird. Damit wir überhaupt leben können, muß fortwährend Vergiftung in uns sein und wiederum Entgiftung, Auflösung. Das ist das Geheimnis des menschlichen Lebens: Kohlensäure auf der einen Seite, Zyankali, das mit dem Kalium verbunden wird, auf der anderen Seite. Mit jeder Bewegung, mit jedem Finger bildet sich etwas Zyansäure, und die Sache ist dann so, daß wir die Sache gleich wieder auflösen, indem wir die Finger bewegen. Also das muß im Menschen auch da sein.
[ 4 ] Well, I’ve already hinted at what we need for will, for the act of willing. So let’s start with walking, with moving our hands, with moving our arms—that’s actually where this willing begins: there, we must constantly form and dissolve a bond between carbon and nitrogen. But this cyanide—or hydrocyanic acid—must constantly flow into our limbs, so to speak. It then combines with potassium in the limbs. This produces potassium cyanide, which is immediately broken down again. In order for us to live at all, there must be a constant process of poisoning within us, followed by detoxification and breakdown. That is the secret of human life: carbonic acid on the one hand, and potassium cyanide—which combines with potassium—on the other. With every movement, with every finger, a little hydrocyanic acid is formed, and the way it works is that we immediately break it down again by moving our fingers. So this must also be present in human beings.
[ 5 ] Alles aber, was beim Menschen da sein muß, das muß auch im Weltenall draußen da sein, muß im Weltenall draußen irgendwie vorhanden sein. Es ist nun so, daß die Kometen immer wiederum untersucht worden sind. Und gerade mit den Kometen hat sich eine Art, möchte ich sagen, kleine Geschichte abgespielt in der anthroposophischen Bewegung. Ich habe einmal in Paris Vorträge gehalten und rein aus der inneren Erkenntnis heraus gesagt, daß in den Kometen etwas Zyansäure vorhanden sein muß, daß also Zyansäure in den Kometen vorhanden ist. Bis dahin hatte man in der Wissenschaft noch nicht darauf aufmerksam gemacht, daß in den Kometen Zyansäure vorhanden ist. Dann aber ist kurz darauf ein Komet gekommen. Es war eben der, von dem Sie reden. Und gerade an diesem Kometen hat man mit den vollkommeneren Instrumenten, die man ja früher nicht hatte, entdeckt, daß nun wirklich in dem Kometen, dem Kometenstoff Zyansäure drinnen ist! So daß man also darauf hinweisen kann, wenn die Leute immer fragen: Hat denn Anthroposophie irgend etwas vorausgesagt? - Ja, diese Entdeckung des Zyan in den Kometen, die ist zum Beispiel ganz offenbar vorausgesagt gewesen. Es ist bei vielem auch noch so gegangen; aber da, beim Kometen, war es eben ganz offenbar. Nun, es ist eben heute eigentlich kein Zweifel selbst bei der äußeren Wissenschaft, daß in der Kometenatmosphäre, in der Kometenluft - der Komet ist ja eigentlich aus sehr feinem Stoff gebildet, ist ja eigentlich nur Äther, nur Luft - Zyansäure drinnen ist.
[ 5 ] But everything that must exist within the human being must also exist out there in the universe; it must be present in the universe in some way. The fact is that comets have been studied time and again. And it is precisely with comets that a sort of—I would say—little story has unfolded within the anthroposophical movement. I once gave lectures in Paris and, speaking purely from inner knowledge, stated that there must be some hydrocyanic acid present in comets—that is, that hydrocyanic acid is present in comets. Up until then, scientists had not yet pointed out that hydrocyanic acid is present in comets. But then, shortly afterward, a comet appeared. It was, in fact, the one you are talking about. And it was precisely with this comet that scientists, using more sophisticated instruments—which were not available earlier—discovered that there really is hydrocyanic acid in the comet, in the comet’s material! So one can point this out when people keep asking: Has anthroposophy predicted anything at all?—Yes, this discovery of cyanide in comets, for example, was quite clearly predicted. This has also been the case with many other things; but in this instance, with the comet, it was quite obvious. Well, even in conventional science there is actually no doubt today that the comet’s atmosphere—the comet is, after all, composed of very fine matter; it is essentially just ether, just air—contains hydrocyanic acid.
[ 6 ] Ja, was heißt das, meine Herren? Das heißt, dasselbe, was wir fortwährend in unseren Gliedern bilden müssen, das ist draußen in der Kometenatmosphäre auch drinnen. Jetzt denken Sie sich, wie oft ich gesagt habe hier, daß das Ei gebildet wird aus dem ganzen Weltenall herein-also auch Menschen, Tier und Pflanze, indem sie aus dem Ei gebildet werden, werden sie aus dem ganzen Weltenall heraus gebildet. Ich möchte Ihnen das am Menschen selber erklären, damit Sie ganz genau einsehen, was diese Kometen eigentlich für eine Bedeutung im ganzen Weltenall haben.
[ 6 ] Yes, what does that mean, gentlemen? It means that what we must continually form within our own bodies is also present out there in the comet’s atmosphere. Now just think how often I have said here that the egg is formed from the entire universe—and so too are humans, animals, and plants; since they are formed from the egg, they are formed from the entire universe. I would like to explain this to you using the human being as an example, so that you may understand exactly what significance these comets actually have in the entire universe.
[ 7 ] Gehen wir da- manchem kann es sonderbar erscheinen, aber Sie werden sehen, daß das, wasSie haben wollen, am bestendadurch erklärt wird-, gehen wir einmal von etwas Geschichtlichem aus. Da gab es ja, Jahrhunderte bevor das Christentum begründet wurde, ein altes Volk im heutigen Griechenland, die Griechen. Die alten Griechen haben so viel für das geistige Leben geleistet, daß heute noch immer unsere Gymnasiasten Griechisch lernen müssen, weil man der Ansicht ist, daß man dadurch ein ganz besonders gescheiter Mensch wird, wenn man heute noch Griechisch lernt. Nun, die Griechen haben wirklich außerordentlich viel für das geistige Leben geleistet. Man lernt heute nicht Indisch, nicht Ägyptisch, sondern Griechisch. Damit wollen die Leute zum Ausdruck bringen, daß die Griechen für das geistige Leben besonders viel geleistet haben. In der einfachen Tatsache, daß wir mit unseren Gymnasiasten das Griechische pflegen, zeigt sich das. Die Griechen selbst haben nur Griechisch mit ihren Kindern getrieben, trotzdem sie für das geistige Leben so viel geleistet haben.
[ 7 ] Let’s start—it may seem strange to some, but you’ll see that this is the best way to explain what you’re looking for—let’s begin with a bit of history. Centuries before Christianity was founded, there was an ancient people in what is now Greece: the Greeks. The ancient Greeks contributed so much to intellectual life that even today our college students are required to learn Greek, because it is believed that learning Greek today makes one a particularly intelligent person. Well, the Greeks truly made an extraordinary contribution to intellectual life. Today we don’t learn Indian or Egyptian, but Greek. By this, people want to express that the Greeks contributed a great deal to intellectual life. This is evident in the simple fact that we cultivate the study of Greek with our college students. The Greeks themselves taught only Greek to their children, even though they contributed so much to intellectual life.
[ 8 ] Nun gab es hauptsächlich zwei Volksstämme in Griechenland, die von besonderer Bedeutung waren, die aber sehr verschieden voneinander waren: der eine, das waren die Bewohner von Sparta, der andere die von Athen. Sparta und Athen, das waren die zwei bedeutendsten Städte in Griechenland. Dazu kamen noch ein paar andere, die auch bedeutend waren, aber nicht so bedeutend wie Sparta und Athen. Die Bewohner dieser zwei Städte waren also sehr verschieden voneinander. Ich will heute von den anderen Verschiedenheiten absehen, aber verschieden waren sie schon dadurch, daß sie sich im Reden ganz anders verhielten. Die Spartaner saßen immer ruhig beieinander und redeten wenig. Sie liebten das Reden nicht. Aber wenn sie etwas redeten, da wollten sie, daß das, was sie redeten, eine gewisse Bedeutung habe; das sollte Macht haben über den Menschen. Weil aber der Mensch schließlich nicht immer, wenn er plappert, etwas Bedeutendes sagen kann, so schwiegen sie, wenn sie nichts Bedeutendes zu reden hatten, und redeten immer in kurzen Sätzen. Diese kurzen Sätze waren im ganzen Altertum berühmt. Man redete von den kurzen Sätzen des spartanischen Volkes, und es waren diejenigen, die berühmt wurden, oftmals ungeheure Weisheitssprüche.
[ 8 ] There were mainly two tribes in Greece that were of particular importance, but which were very different from one another: one was the people of Sparta, and the other was the people of Athens. Sparta and Athens were the two most important cities in Greece. There were also a few others that were significant, but not as significant as Sparta and Athens. The inhabitants of these two cities were thus very different from one another. I will set aside the other differences today, but they were already different in that they behaved quite differently when speaking. The Spartans always sat quietly together and spoke little. They did not like to talk. But when they did speak, they wanted what they said to have a certain significance; it was meant to have power over people. But since people cannot always say something meaningful when they chatter, they remained silent when they had nothing meaningful to say, and they always spoke in short sentences. These short sentences were famous throughout antiquity. People spoke of the short sentences of the Spartan people, and it was these that became famous—often as profound aphorisms of wisdom.
[ 9 ] Bei den Athenern war es schon nicht so. Die Athener liebten eine schöne Rede; sie liebten es, wenn man schön redete. Die Spartaner: kurz, gemessen, ruhig in ihrer Rede. Die Athener, die wollten recht schön reden. Redekunst lernten sie, indem sie schön redeten. Die plapperten eben schon mehr; nicht so viel wie wir heute, aber sie plapperten doch schon mehr als die Spartaner.
[ 9 ] It was not like that with the Athenians. The Athenians loved eloquent speech; they loved it when people spoke eloquently. The Spartans: brief, measured, and calm in their speech. The Athenians, on the other hand, wanted to speak quite eloquently. They learned the art of rhetoric by speaking eloquently. They simply chattered more; not as much as we do today, but they still chattered more than the Spartans.
[ 10 ] Worauf beruhte denn der Unterschied zwischen dem vielredenden Athener und dem weniger, aber bedeutsam und mächtig redenden Spartaner? Der beruhte auf der Erziehung. Die Erziehungskunst wird heute natürlich wenig studiert. Aber es beruhte das, was ich sage, auf der Erziehung. Die spartanischen Knaben namentlich wurden ganz anders erzogen als die athenischen. Die spartanischen Knaben mußten viel mehr Gymnastik treiben: Tanz, Ringspiele, alle möglichen gymnastischen Künste. Und die Redekunst, die eigentliche Zungengymnastik, die wurde bei den Spartanern gar nicht geübt. Das Reden ließen sie ganz von selber kommen.
[ 10 ] What, then, was the basis for the difference between the verbose Athenian and the Spartan, who spoke less but with greater significance and power? It was based on upbringing. The art of education is, of course, little studied today. But what I am saying is based on upbringing. Spartan boys, in particular, were educated quite differently from Athenian boys. Spartan boys had to engage in much more physical exercise: dance, wrestling, and all kinds of athletic skills. And the art of rhetoric—the actual exercise of the tongue—was not practiced at all among the Spartans. They let speech come entirely naturally.
[ 11 ] Alles dasjenige, was in der Sprache liegt, das bildet sich nämlich aus durch die übrige Bewegung des menschlichen Körpers. Sie können es richtig beobachten: Wenn ein Mensch langsame, gemessene Bewegungen hat, die richtig gymnastisch sind, dann redet er auch ordentlich. Namentlich wenn ein Mensch mit Schritten geht, die ordentlich sind, dann redet er auch ordentlich. Es kommt natürlich auf das kindliche Alter an. Wenn ein Mensch im Alter das Podagra kriegt, so macht es nichts mehr; da hat er schon das Reden gelernt. Es kommt auf die Zeit an, wo man reden lernt. Aber die Spartaner legten allen Wert darauf, daß viel, viel Gymnastik geübt wurde, und sie unterstützten diese Gymnastik noch dadurch, daß sie die Körper der Kinder mit Öl einrieben und mit Sand bestrichen; dann ließen sie sie Gymnastik machen. Die Athener trieben zwar auch Gymnastik - in ganz Griechenland trieb man Gymnastik -, aber eben schon viel weniger, und sie ließen die älteren Knaben Zungengymnastik, Redekunst treiben. Das taten die Spartaner nicht.
[ 11 ] Everything that is inherent in language is, in fact, shaped by the rest of the human body’s movements. You can observe this clearly: When a person makes slow, measured movements—truly gymnastic in nature—they also speak properly. In particular, when a person walks with proper strides, they also speak properly. Of course, it depends on a person’s age. If a person develops gout in old age, it no longer matters; by then, they have already learned to speak. It depends on the time when one learns to speak. But the Spartans placed great emphasis on practicing a great deal of gymnastics, and they further supported this gymnastics by rubbing the children’s bodies with oil and coating them with sand; then they had them do gymnastics. The Athenians also practiced gymnastics—gymnastics was practiced throughout Greece—but to a much lesser extent, and they had the older boys practice rhetoric and the art of speech. The Spartans did not do that.
[ 12 ] Nun, das hat aber eine ganz bestimmte Folge. Wissen Sie, wenn so diese kleinen spartanischen Buben mit ihrem geölten und mit Sand geriebenen Körper ihre Gymnastik trieben, dann mußten sie sehr viel innere Wärme entwickeln - viel, viel innere Wärme entwickeln. Und wenn die Athener ihre Gymnastik trieben, dann war das etwas ganz besonderes bei den Athenern. Wenn solch ein Tag gewesen wäre wie heute und dieBuben hätten bei den Spartanern nicht wollen draußen im Freien ihre Gymnastik treiben, nun, da wäre es zugegangen! Da hätten die Gymnasten, die Erzieher, diese Buben ordentlich behandelt! Wenn die Athener einen solchen Tag hatten wie heute, so stürmisch, da versammelten sie ihre Buben mehr im Inneren der Räume und ließen sie die Redekunst treiben. Sie riefen sie aber hinaus, wenn die Sonne ganz wunderbar schien, wenn alles funkelte. Da mußten die athenischen Buben draußen ihre gymnastischen Übungen machen. Denn bei den Athenern wurde etwas anders gedacht als bei den Spartanern. Bei den Spartanern war gedacht worden: Alles, was die Buben an Bewegungen ausführen, müssen sie vom innern Körper aus ausführen; da mag es draußen stürmen und hageln und wettern und winden, das ist ganz gleichgültig. Man sagte sich: Das muß vom Menschen selber kommen.
[ 12 ] Well, that has a very specific consequence. You see, when those little Spartan boys did their gymnastics with their bodies oiled and rubbed with sand, they had to generate a great deal of internal heat—a great, great deal of internal heat. And when the Athenians practiced their gymnastics, it was something quite special among the Athenians. If it had been a day like today and the boys hadn’t wanted to do their gymnastics outdoors with the Spartans, well, all hell would have broken loose! The gymnasts and the instructors would have really put those boys in their place! When the Athenians had a day like today—so stormy—they gathered their boys indoors and had them practice rhetoric. But they called them outside when the sun was shining beautifully, when everything was sparkling. Then the Athenian boys had to do their gymnastic exercises outdoors. For the Athenians thought differently than the Spartans did. The Spartans believed that whatever movements the boys performed had to come from within their own bodies; it didn’t matter if it was storming, hailing, raining, or windy outside—that was completely irrelevant. They said to themselves: “It must come from the person himself.”
[ 13 ] Der Athener sagte anders. Der sagte: Wir leben von der Sonne, und wenn die Sonne uns aufweckt zur Bewegung, dann wollen wir uns bewegen; wenn die Sonne nicht da ist, wollen wir uns nicht bewegen. So sagte der Athener, und deshalb wurde bei den Athenern auf die äußere Sonnenwärme gesehen. Bei den Spartanern wurde auf die innere Sonnenwärme, auf die Sonnenwärme, die der Mensch schon verarbeitet hat, gesehen, und bei dem Athener auf die äußere Sonne, die schön auf die Haut scheint - die Haut nicht mit Sand eingerieben, wenigstens nicht so viel wie bei den Spartanern, sondern da sollte die Sonne die Haut bearbeiten. Das war der Unterschied. Und wenn heute in den Schulbüchern von dem Unterschied zwischen Athenern und Spartanern steht, dann kriegt man eigentlich nur die Vorstellung, daß da irgend etwas Wunderbares gewesen sein muß, warum just die Spartaner stille, nur gemessen redende, außerdem stark abgehärtete Menschen waren, und warum die Athener die Schönredekunst ausgeübt haben, die dann bei den Römern ihre weitere Ausbildung gefunden hat. Die Leute können heute nicht Geschichte und Naturwissenschaft zugleich treiben. Die Geschichte redet für sich, und die Naturwissenschaft redet für sich. Aber wenn ich Ihnen sage: Die Spartaner haben ihre Buben mit Öl und Sand eingerieben und sie dann bei jedem Wetter ihre spartanischen Künste machen lassen, und die Athener, die haben ihre Buben nicht so viel mit Sand und Öl eingerieben und sonst ihre Redekunst im Inneren der Palästren getrieben -, dann wissen Sie, wie von Naturtatsachen aus dieser Unterschied der ja einander benachbarten Spartaner und Athener eigentlich bewirkt worden ist.
[ 13 ] The Athenian said otherwise. He said: We live by the sun, and when the sun awakens us to movement, then let us move; when the sun is not there, let us not move. So said the Athenian, and that is why the Athenians focused on the sun’s external warmth. The Spartans focused on the sun’s internal warmth—the warmth that the human body has already processed—while the Athenians focused on the external sun, which shines beautifully on the skin—the skin not rubbed with sand, at least not as much as with the Spartans, but rather the sun was meant to work on the skin. That was the difference. And when school textbooks today describe the difference between the Athenians and the Spartans, they really only create a mental image of what must have been marvelous about why the Spartans, in particular, were quiet, measured in their speech, and, moreover, highly hardened people, and why the Athenians practiced the art of rhetoric, which was then further developed by the Romans. People today cannot pursue history and natural science at the same time. History speaks for itself, and natural science speaks for itself. But if I tell you: The Spartans rubbed their boys with oil and sand and then had them practice their Spartan arts in all kinds of weather, while the Athenians didn’t rub their boys with sand and oil nearly as much and otherwise practiced the art of rhetoric inside the palaestrae—then you’ll understand how this difference between the Spartans and Athenians, who were neighbors after all, was actually brought about by natural facts.
[ 14 ] Also sagen wir, wenn wir da (es wird gezeichnet) die Erde haben und hier die Sonne: Wenn auf die Sonne gesehen wird, wie sie scheint, und da der Athener ist, dann entsteht eben der Athener; und wenn nicht so sehr auf die Sonne gesehen wird, sondern auf dasjenige, was die Sonne schon im Menschen gemacht hat, und auf die mehr innere Wärme gesehen wird, dann entsteht daraus der Spartaner. Sehen Sie, da bildet man Geschichte und Naturgeschichte zusammen. So ist es.
[ 14 ] So let's say that if we have the Earth there (as shown in the drawing) and the Sun here: When one looks at the sun as it shines, and the Athenian is there, then the Athenian is formed; and when one does not look so much at the sun itself, but rather at what the sun has already created within the human being—and at that innerer warmth—then the Spartan is formed from this. You see, this is where history and natural history come together. That is how it is.


[ 15 ] Nun können wir also sagen: Wenn der Mensch darauf sieht, daß er in seinem Inneren viel Wärme entwickelt, dann wird seine Sprache kurz und gemessen. - Warum? Weil er sich mit seinem ganzen Verstand mehr an das Weltenall wendet. Wenn aber der Mensch sich von der Sonne bescheinen läßt wie der Athener, dann wendet er sich weniger an das Weltenall mit seinem Verstand; dann wendet er sich gerade mit dem Verstand mehr nach innen, mit der Wärme nach außen; der Spartaner: mit der Wärme nach innen, mit dem Verstand nach außen. Und vom Verstand hat der Spartaner die Sprache des Weltenalls gelernt; die ist weise, die ist in ihm ausgebildet worden. Der Athener hat nicht die Sprache des Weltenalls gelernt, sondern nur die Bewegung des Weltenalls, weil er sich in der Sonnenwärme der Gymnastik überlassen hat.
[ 15 ] So now we can say: When a person becomes aware that he is generating a great deal of warmth within himself, his speech becomes brief and measured. — Why? Because he turns his entire mind more toward the universe. But when a person allows himself to be bathed in the sun’s light, like the Athenian, he turns his intellect less toward the universe; instead, he turns his intellect more inward, while directing his warmth outward; the Spartan, on the other hand, directs his warmth inward and his intellect outward. And through his intellect, the Spartan has learned the language of the universe; it is wise, and it has been cultivated within him. The Athenian has not learned the language of the universe, but only the movement of the universe, because he has given himself over to gymnastics in the warmth of the sun.
[ 16 ] Wenn wir heute noch das, was von den Spartanern geblieben ist, anschauen, so sagen wir uns: Oh, diese Spartaner haben die Weisheit der Welt wiedergegeben in ihren kurzen Sätzen. - Die Athener haben angefangen, schon mehr das, was der Mensch innerlich an Verstand hat, in ihren schönen Satzwendungen von sich zu geben. Dasjenige, was die Spartaner in ihrer Sprache gehabt haben, das ist zum großen Teil der Menschheit verlorengegangen, das ist in Griechenland mit den Spartanern verschwunden. Mit der Sprache des Weltenalls kann der Mensch heute nicht mehr leben. Aber das, was die Athener angefangen haben zu treiben: schöngewundene Sätze - es ist besonders dann in Rom mit der Schönrednerei groß geworden. Und die Römer haben wenigstens noch schön geredet. Auch im Mittelalter hat man noch gelernt, schön zu reden. Heute reden die Menschen aber furchtbare Sätze. Man braucht nur einmal im einzelnen das anzuschauen - nun, man könnte jede andere Stadt nehmen, aber in Wien sind zum Beispiel schon seit Wochen die Wahlen: Ja, schön geredet wird da nicht, aber furchtbar, eine ganze Sintflut von Reden, aber nicht schön! Und das ist dasjenige, was nach und nach aus dem geworden ist, was bei den Athenern noch, allerdings in Schönheit, gepflegt worden ist. Das kommt aus dem Menschen heraus. Das Weltenall, wahrhaftig, das macht keine Wahlreden - aber der Mensch macht sie! Die Spartaner haben nicht Wahlreden gehalten; die Spartaner haben in ihren kurzen Sätzen ausgedrückt, wie das Weltenall redet. Sie haben nach den Sternen hinaufgesehen und haben gedacht: Der Mensch, der rennt so in der Welt herum und ist ein «Gschaftlhuber». Der Stern, der bewegt sich langsam, so daß er nicht bald langsam, bald schnell, sondern immer gleichmäßig dahingeht. Dann ist das Sprichwort entstanden, das geblieben ist für alle Zeiten: Eile mit Weile - und so weiter. Der Stern kommt doch an sein Ziel! Und so haben gerade die Spartaner sehr viel von dem gelernt, was draußen im Weltenall ist.
[ 16 ] When we look today at what remains of the Spartans, we say to ourselves: Oh, these Spartans have captured the wisdom of the world in their concise phrases. - The Athenians began to express, in their beautiful turns of phrase, more of what lies within the human mind. What the Spartans possessed in their language has, for the most part, been lost to humanity; it vanished from Greece along with the Spartans. People today can no longer live with the language of the universe. But what the Athenians began to do—crafting beautifully twisted sentences—really flourished in Rome with the art of eloquent speech. And the Romans, at least, still spoke beautifully. Even in the Middle Ages, people still learned to speak beautifully. Today, however, people speak in terrible sentences. One need only take a closer look at this—well, one could take any other city, but in Vienna, for example, the elections have been going on for weeks: Yes, there is no beautiful speech there, but rather a terrible, veritable deluge of speeches—yet not beautiful! And that is what has gradually become of what was still cultivated among the Athenians, albeit in beauty. That comes from within human beings. The universe, truly, does not deliver campaign speeches—but human beings do! The Spartans did not give campaign speeches; the Spartans expressed in their short sentences how the universe speaks. They looked up at the stars and thought: Man runs about in the world like this and is a “Gschaftlhuber.” The star moves slowly, so that it does not move sometimes slowly, sometimes quickly, but always at a steady pace. Then the proverb arose that has endured for all time: “Haste makes waste”—and so on. The star reaches its destination after all! And so the Spartans, in particular, learned a great deal from what exists out there in the universe.
[ 17 ] Und jetzt können wir übergehen zu etwas, was ich auch schon bei Ihnen hier bemerkt habe, wir können übergehen von der Wärme zum Licht. Über die Wärme möchte ich nur noch das Folgende sagen. Bedenken Sie, wenn ein Mensch notwendig hat, recht viel Wärme zu entwikkeln, dann müßte er ein starker Mensch werden. Und wenn ein Mensch Gelegenheit hat, recht viel an der Sonne zu sein, müßte er gerade dadurch ein recht viel redender Mensch werden. Nun brauchen Sie nur ein bißchen die Geographie anzuschauen: Gehen Sie nach Italien, wo die Menschen mehr der Sonne ausgesetzt sind, so werden Sie sehen, was das für ein geschwätziges Volk ist! Und gehen Sie nach dem Norden, wo die Menschen mehr der Kälte ausgesetzt sind: Ja, da können Sie manchmal in Verzweiflung kommen - die Leute reden nicht, weil, wenn man immer innere Wärme entwickeln muß, das den inneren Antrieb zu reden vertreibt. Schon bei uns hier wirkt es fast komisch, wenn manchmal ein Mensch aus dem Norden komm; er stellt sich hin zum Reden - ja, dann steht er, redet aber noch nichts. Nicht wahr, wenn so ein italienischer Agitator auf die Tribüne tritt, der redet schon, bevor er drauf ist, der redet schon drunten. Dann geht es weiter, dann sprudelt das nur so! Wenn ein nordischer Mensch, der viel Wärme entwickeln muß, weil keine äußere Wärme da ist, sprechen soll: so ein nordischer Mensch, der stellt sich hin - man kommt zur Verzeiflung, denn er fängt gar nicht an; er will erwas sagen, aber er fängt gar nicht an. Das ist schon so: Innere Wärme vertreibt die Begierde zum Reden, äußere Wärme facht die Begierde zum Reden an. Natürlich kann man das alles dann durch Kunst umbilden. Die Spartaner haben das nicht getrieben durch das Äußere, sondern durch ihren eigenen Rassencharakter, haben eben-trotzdem sieNachbarn mit den Athenern waren-, weil sie sich viel vermischt haben mit vom Norden kommenden Menschen, diese Rederuhe entwickelt. Unter den Athenern waren zum Beispiel sehr viele, die aus heißen Gegenden sich rassenhaft gemischt haben unter die Athener; dadurch haben sie den Redefluß entwickelt. Also da sehen wir es, wie selbst der rednerische Mensch zusammenhängt mit Sonne und mit Wärme. Jetzt gehen wir zum Licht.
[ 17 ] And now we can move on to something I’ve already noticed about you here; we can move from heat to light. I’d just like to say the following about heat. Consider this: if a person needs to generate a great deal of heat, then he would have to become a strong person. And if a person has the opportunity to spend a great deal of time in the sun, that very fact would make him a very talkative person. Now you need only look a little at geography: Go to Italy, where people are more exposed to the sun, and you’ll see what a chatty people they are! And go to the north, where people are more exposed to the cold: Yes, there you can sometimes become desperate—people don’t talk because, when you constantly have to generate inner warmth, it drives away the inner urge to speak. Even here, it seems almost comical when someone from the north comes along; he stands there to speak—yes, he stands there, but doesn’t say a word yet. Isn’t it true that when an Italian agitator steps onto the podium, he’s already talking before he even gets up there—he’s already talking while he’s still down below. Then it just keeps going—it just bubbles right out! When a northern person—who has to generate a lot of warmth because there’s no external warmth—is supposed to speak: such a northern person stands there—it’s enough to drive you to despair, because he doesn’t even start; he wants to say something, but he just doesn’t get started. It’s true: inner warmth dispels the desire to speak, while external warmth stokes the desire to speak. Of course, all of this can then be transformed through art. The Spartans did not achieve this through external means, but through their own racial character; even though they were neighbors with the Athenians—because they had intermingled extensively with people coming from the north—they developed this reticence in speech. Among the Athenians, for example, there were many who came from hot regions and intermingled racially with the Athenians; through this, they developed their eloquence. So here we see how even the eloquent person is connected to the sun and to heat. Now let’s move on to light.
[ 18 ] Da brauchen wir uns nur an etwas zu erinnern, was ich Ihnen schon gesagt habe. Denken Sie einmal an ein Säugetier. Ein Säugetier entwickelt innerlich den Keim zum neuen Säugetier. Der Keim wird innerlich von dem Muttertier getragen; alles geht innerlich vor sich. Nehmen wir dagegen den Schmetterling. Ich habe Ihnen gesagt: Der Schmetterling legt das Ei, aus dem Ei kriecht die Raupe aus, die Raupe verpuppt sich zum Kokon, und aus dem Kokon treibt das Sonnenlicht den Schmetterling aus, der vielfarbig ist. Sehen Sie sich dagegen das Säugetier an (es wird gezeichnet), dieses Säugetier entwickelt in seinem Uterus ganz versteckt das neue Tier. Da haben wir wiederum zwei Gegensätze, wunderbare Gegensätze. Schauen Sie sich an: Da ist das Ei unbedeckt. Wenn die Raupe auskriecht, kommt schon das Licht. Die Raupe, sagte ich Ihnen, geht zum Licht, spinnt ihren Kokon, die Hülle, daß sie zur Puppe wird, nach dem Licht, und das Licht ruft wiederum den Schmetterling hervor. Und das Licht ruht nicht und rastet nicht, gibt dem Schmetterling seine Farben. Die Farben sind durch das Licht hervorgerufen; das Licht behandelt den Schmetterling.
[ 18 ] All we need to do is recall something I’ve already told you. Think of a mammal. A mammal develops the embryo for a new mammal internally. The embryo is carried internally by the mother; everything takes place internally. Take the butterfly, on the other hand. I’ve told you: The butterfly lays an egg; the caterpillar crawls out of the egg; the caterpillar forms a cocoon; and the sunlight draws the multicolored butterfly out of the cocoon. Now look at the mammal (it is being drawn); this mammal develops the new animal completely hidden within its uterus. Here again we have two opposites—wonderful opposites. Look: the egg is exposed. As soon as the caterpillar crawls out, the light is already there. The caterpillar, as I told you, moves toward the light, spins its cocoon—the shell that transforms it into a pupa—toward the light, and the light, in turn, brings forth the butterfly. And the light neither rests nor ceases; it gives the butterfly its colors. The colors are brought forth by the light; the light acts upon the butterfly.
[ 19 ] Nehmen Sie dagegen die Kuh, den Hund. Ja, das kleine Junge, das da drinnen ist im mütterlichen Uterus, in der Gebärmutter, das kann nicht das äußere Licht haben, ist dem Äußeren gegenüber ganz in der Finsternis eingeschlossen. Also das muß sich da drinnen entwickeln, in der Finsternis.
[ 19 ] Take, for example, the cow or the dog. Yes, the little child that is in there, in the mother’s uterus, cannot see the light from the outside; it is completely enclosed in darkness from the outside world. So it must develop in there, in the darkness.
[ 20 ] Aber nichts, was lebt, kann sich in der Finsternis entwickeln. Das ist einfach Unsinn, wenn man glaubt, daß sich etwas in der Finsternis entwickeln kann. Doch wie ist denn das eigentlich hier mit der Geschichte? Ich will Ihnen einen Vergleich sagen. Man kann ja hoffen, daß man, wenn die Erde einmal sehr arm wird an Kohle, direkte Sonnenwärme durch irgendeine Umwandlung wird zum Heizen benützen können; aber heute geht das eben noch nicht, daß man die Sonnenwärme unmittelbar zum Heizen benützt. Es wird vielleicht gar nicht mehr lange dauern, so wird man darauf kommen, wie man es machen kann; aber heute benützen wir zum Beispiel die Kohle. Ja, meine Herren, die Kohlen sind auch nichts anderes als Sonnenwärme, nur Sonnenwärme, die vor vielen, vielen Tausenden von Jahren zur Erde hergeströmt ist, im Holz sich verfangen hat und aufbewahrt wurde als Kohle. Heizen wir, so bringen wir aus der Kohle die vor Jahrtausenden und Jahrtausenden in der Erde angesammelte Sonnenwärme wieder heraus.
[ 20 ] But nothing that is alive can develop in darkness. It’s simply nonsense to believe that anything can develop in darkness. But what exactly is the story here? Let me give you an analogy. One can certainly hope that, once the Earth becomes very low on coal, we’ll be able to use direct solar heat—through some kind of conversion—for heating; but today, it’s simply not yet possible to use solar heat directly for heating. It may not be long before we figure out how to do it; but today, for example, we use coal. Yes, gentlemen, coal is nothing other than solar heat—simply solar heat that streamed down to Earth many, many thousands of years ago, became trapped in wood, and was stored as coal. When we heat our homes, we release from the coal the solar heat that accumulated in the Earth millennia and millennia ago.
[ 21 ] Glauben Sie nicht, daß nur die Kohle sich gegenüber der Sonne so verhält, wie ich eben geschildert habe! So wie ich es eben beschrieben habe, verhalten sich auch andere Wesen zur Sonne, nämlich alle lebenden Wesen. Wenn Sie nun ein Säugetier anschauen, dann müssen Sie sagen: Jedes kleine junge Tier hat ein Muttertier, dieses wieder ein Muttertier und so weiter. Die haben immer Sonnenwärme aufgenommen; die ist noch drinnen im Tier selber, die wird vererbt. Und gerade so wie wir die Sonnenwärme aus der Kohle herausbringen, so nimmt das kleine Kind in der mütterlichen Gebärmutter das Sonnenlicht, das dort aufgespeichert ist, jetzt aus dem Inneren. — Jetzt haben Sie den Unterschied von dem, was im Hund oder in der Kuh entsteht, und dem, was im Schmetterling entsteht. Der Schmetterling geht gleich mit seinem Ei in das äußere Sonnenlicht, läßt es ganz von dem äußeren Sonnenlicht bearbeiten, bis es der bunte Schmetterling wird. Der Hund oder die Kuh sind innerlich ebenso bunt, aber man sieht es nicht. Wie man in der Kohle noch nicht die Sonnenwärme wahrnimmt - man muß sie erst herauslocken -, so muß man mit der höheren Anschauung aus Hund und Kuh erst herauslocken, was da drinnen an aufgespeichertem Licht ist. Da drinnen ist aufgespeichertes Licht! Der Schmetterling ist von außen bunt; da hat das Sonnenlicht von außen gearbeitet. Ja, beim Hund oder bei der Kuh ist innerlich, möchte ich sagen, unsichtbares Licht überall drinnen.
[ 21 ] Don’t think that coal is the only thing that behaves toward the sun the way I just described! Just as I have described, other beings—namely, all living beings—also behave this way toward the sun. If you look at a mammal, you have to say: Every little young animal has a mother, who in turn has a mother, and so on. They have always absorbed the Sun’s warmth; it is still inside the animal itself and is passed down through the generations. And just as we extract the Sun’s warmth from coal, so the little child in the mother’s womb draws the sunlight—which is stored there—from within. — Now you see the difference between what develops in a dog or a cow and what develops in a butterfly. The butterfly enters the external sunlight right from the moment it is an egg, allowing itself to be fully transformed by the external sunlight until it becomes the colorful butterfly. The dog or the cow is just as colorful on the inside, but you cannot see it. Just as you cannot yet perceive the sun’s warmth in a piece of coal—you must first draw it out—so, with a higher perspective, you must first draw out from the dog and the cow the light that is stored inside them. There is stored light inside them! The butterfly is colorful on the outside; there, the sunlight from the outside has done its work. Yes, in the dog or the cow, I would say, there is invisible light everywhere inside.
[ 22 ] Was ich Ihnen da beschrieben habe, das könnten die Menschen heute schon mit unseren vollkommenen Apparaten einfach feststellen, in ihren Laboratorien nachweisen, wenn sie wollten. Es sollten die Menschen nur einmal ein Laboratorium machen, ganz finster, total finster, und dann sollten sie in diesem Laboratorium vergleichen ein eben gelegtes Ei und einen Kuh- oder Hundekeim in seinem frühen Zustande, dann würde man sehen, daß da durch die Abblendung, die im finstern Zimmer entstehen kann, sich dieser Unterschied, den ich beschreibe, durchaus zeigt. Und wenn man nun, was man auch nicht mit Augen sieht - die Augen sind dafür nicht empfindlich -, photographieren würde, würde man nämlich beweisen können, daß das Schmetterling sei das Spektrum gelb und das Hunde- und Kuhei das Spektrum blau hat in der Photographie. Diese Dinge, die man geistig sehen kann - man braucht nicht, wenn man sie geistig sehen kann, das Äußere -, die werden schon mit den vollkommenen Instrumenten noch bewiesen werden.
[ 22 ] What I have described to you here, people could easily determine today using our sophisticated equipment and verify in their laboratories, if they wanted to. People need only set up a laboratory—one that is completely dark, utterly dark—and then, in that laboratory, compare a freshly laid egg with a cow or dog germ in its early stage; then one would see that, due to the dimming that can occur in a dark room, the difference I am describing becomes quite apparent. And if one were to photograph what cannot be seen with the eyes—the eyes are not sensitive enough for this—one would in fact be able to prove that the butterfly has a yellow spectrum and the dog and cow eggs have a blue spectrum in the photograph. These things, which one can see mentally—one does not need the external form if one can see them mentally—will still be proven even with the most perfect instruments.
[ 23 ] Nun können wir also sagen: Der Schmetterling wird im äußeren Sonnenlicht gebildet, die Kuh oder der Hund wird an dem Sonnenlicht gebildet, das innerlich aufgespeichert ist. - So haben wir den Unterschied kennengelernt zwischen der Wärme, die äußerlich wirkt, die den Menschen geschwätzig macht, dem Licht, das äußerlich wirkt, das die vielen Farben beim Schmetterling hervorruft, und der Wärme im Inneren, die den Menschen stumm, gemessen macht — dem Licht im Inneren bei einem Wesen, welches lebende Junge zur Welt bringt, die innerlich das Licht empfangen müssen. Und nun können wir von da aus übergehen zu dem, was Gegenstand unserer Frage ist.
[ 23 ] So now we can say: The butterfly is formed by the external sunlight, while the cow or the dog is formed by the sunlight that is stored internally. - Thus we have come to understand the difference between the heat that acts from the outside—which makes people talkative—the light that acts from the outside—which brings out the many colors in the butterfly—and the heat within, which makes people silent and measured—the light within a being that gives birth to living young, who must receive the light from within. And now, from there, we can move on to the subject of our inquiry.
[ 24 ] Es gibt nun eben auch Dinge, die der Mensch braucht in seinem Inneren, die er aber in seinem Inneren nicht im Übermaß entwickeln darf, weil er sonst daran sterben würde. Und zu dem gehört das Zyan, die Blausäure. Wenn der Mensch über das bißchen Zyankali hinaus, das da in ihm ist, fortwährend den ganzen Tag Zyankali bilden würde - nun, das würde nicht gehen, das wäre zuviel. Der Mensch bildet in sich zwar etwas Zyankali, aber sehr wenig. Aber er braucht auch von außen etwas; er nimmt es auf mit dem, was er einatmet. Es ist ja auch nicht viel, mehr aber braucht der Mensch nicht.
[ 24 ] There are also things that a person needs within themselves, but which they must not allow to develop in excess within themselves, because otherwise they would die from it. And one of these is cyanide, hydrocyanic acid. If a person were to continuously produce cyanide all day long, beyond the small amount of cyanide that is already present within them—well, that would not be possible; it would be too much. A person does produce some cyanide within themselves, but very little. Yet they also need some from the outside; they take it in through what they breathe. It is not much, but a person does not need more than that.
[ 25 ] Nun, meine Herren, dieses Zyankali ist in der gewöhnlichen Luft nicht da. Würden nicht von Zeit zu Zeit Kometen erscheinen, so gäbe es das Zyankali nicht in der Luft. Kometen und dann diese Meteore, Sternschnuppen, die namentlich, wie Sie wissen, im Hochsommer so zahlreich die Luft durchsausen, die bringen dieses Zyankali herunter. Und der Mensch nimmt daraus eigentlich seine Kraft. Daher muß man schon die Menschen, welche kraftlos geworden sind in ihren Muskeln, in solche Luft schicken, die nicht nur frisch geworden ist von der Erde aus, sondern frisch geworden ist vom ganzen Weltenall aus, die meteorische Einflüsse erfahren hat. Und das ist so, daß man zum Beispiel Leute, die an dem leiden, was man früher die Auszehrung genannt hat, die kraftlos werden in ihren Muskeln und bei denen diese Kraftlosigkeit insbesondere gegen den Frühling zu ganz besonders auftritt, im Herbst in diese vom Weltenall frisch gewordene Luft schickt. Im Frühling kann man gar nichts machen; daher sterben solche Leute im Frühling am allerleichtesten. Man muß vorsorgen, denn man kann für solche Leute eigentlich erst im Herbst etwas machen. Wenn im Sommer die meteorischen Kräfte mit den kleinen Mengen Zyankali, die da hereinkommen aus dem Weltenall, ihr Zyankali ablagern, müßten diese Leute dann, wenn der August zu Ende geht und der Herbst kommt, mit ihren kraftlosen Gliedern nun in solche Gegenden kommen, wo der Sommer sein Bestes abgelagert hat, nämlich Zyankali. Dann werden die Glieder wieder kraftvoll. Bei Menschen also, bei denen man bemerkt, für die wird das nächste Jahr etwas sehr Schlimmes werden, denn sie werden kraftlos, da sollte man eigentlich, weil man im Frühling mit den äußeren Dingen nicht viel machen kann, vorsorgen. Man sollte sich sagen: Wenn der Frühling kommt, da gebe ich solchen Menschen, je nachdem sie kraftlos geworden sind, den Saft von gewissen Pflanzen, zum Beispiel den Saft von Schlehdorn. Wenn man den Schlehdornsaft aufbewahrt - Sie kennen die herbe, säuerliche Pflanze - und ihn einem solchen Menschen, der im Frühling kraftlos wird, in den Mund hineinbringt, dann kann man ihn halten über den Frühling und Sommer hindurch. Warum? Ja, sehen Sie, wenn man dem Menschen den Saft von Schlehdorn gibt, dann bildet dieser Schlehdornsaft allerlei Salze. Die gehen zum Kopf und nehmen die Kohlensäure mit. Da machen wir den Kopf dann geneigt, diesen Menschen durch Frühling und Sommer hindurchzubringen. Und im Herbst müssen wir ihn dann in eine Gegend bringen, wo er imstande ist, das andere zu nehmen, was mehr nach den Gliedern gehen muß. Kohlensäure geht nach dem Kopf; die fügen wir ein nach dem Kopf durch Beibringen von Schlehdorn. Haben wir das Glück, daß wir einen solchen Menschen durchgebracht haben durch den Sommer, können wir ihn im Herbst in eine geeignete Gegend hinbringen — nicht besonders lange, zwei, drei Wochen lang sollte er sich aufhalten in einer solchen Luft, von der man weiß, daß sie eben meteorische Einflüsse erhalten hat -, dann ist es so, daß der Mensch dort dadurch, daß man ihn gestärkt hat während des Frühlings und Sommers, dann wirklich die Stärke seiner Glieder wiederum holt.
[ 25 ] Well, gentlemen, this cyanide is not present in ordinary air. If comets did not appear from time to time, there would be no cyanide in the air. Comets, and then these meteors—shooting stars—which, as you know, streak through the air in such great numbers, especially in midsummer—they bring this cyanide down. And it is actually from this that human beings draw their strength. That is why people whose muscles have lost their strength must be sent into air that has been refreshed not only from the earth but from the entire universe—air that has been influenced by meteors. And this means, for example, that people who suffer from what used to be called consumption—those whose muscles have lost their strength and in whom this weakness is particularly pronounced toward spring—should be sent in the fall into this air that has been refreshed by the entire universe. In the spring, there is nothing that can be done; that is why such people die most easily in the spring. One must take precautions, for it is really only in the fall that anything can be done for such people. When, in summer, the meteorological forces deposit their cyanide along with the small amounts of cyanide entering from the cosmos, these people—as August draws to a close and fall arrives—must, with their weakened limbs, go to regions where summer has deposited its best, namely cyanide. Then their limbs will regain their strength. So, in the case of people whom you notice are headed for a very difficult year ahead—because they are losing their strength—you should actually take precautions, since there isn’t much you can do with external remedies in the spring. You should tell yourself: When spring comes, I will give such people—depending on how weak they have become—the juice of certain plants, for example, the juice of blackthorn. If you preserve the blackthorn juice—you know the astringent, sour-tasting plant—and administer it into the mouth of such a person who becomes weak in the spring, then you can sustain them through the spring and summer. Why? Well, you see, when you give a person blackthorn juice, that juice forms all kinds of salts. These travel to the head and carry the carbon dioxide with them. In this way, we help the person get through spring and summer. And in the fall, we must then take them to a region where they are able to absorb the other elements, which must go more toward the limbs. Carbon dioxide goes to the head; we direct it to the head by administering blackthorn. If we are fortunate enough to have helped such a person get through the summer, we can take them to a suitable region in the fall—not for very long; for two or three weeks they should stay in such air, which is known to have just been influenced by meteorological conditions—then, because they have been strengthened during the spring and summer, the person will truly regain the strength of their limbs.
[ 26 ] Ja, meine Herren, da haben Sie die zwei Wirkungen unmittelbar nebeneinander. Da haben Sie die Erdenwirkung, die eigentlich eine Mondenwirkung ist, die Erdenwirkung im Schlehdornsaft, und da haben Sie die Weltwirkung in dem, was die Kometen, und wenn kein Komet da ist, die Sternschnuppen hinterlassen haben — bei denen ist es ebenso, nur klein; aber es sind eben viele -, was von dem Weltenall hereinwirkt. Wie Sie im Grunde kein Irdisches haben im Schmetterling mit seiner Verwandlung, sondern Licht vom Weltenall, wie Sie in den geschützten Eiern Wärme vom Weltenall haben, von der Sonne, so haben Sie auch in sich selbst innerlich menschliche Wärme, die Sie innerlich in Ihrer Substanz entwickeln müssen und die gerade das Entgegengesetzte anregt als die äußere Wärme.
[ 26 ] Yes, gentlemen, there you have the two effects right next to each other. There you have the earthly effect—which is actually a lunar effect—the earthly effect in the blackthorn sap; and there you have the cosmic effect in what the comets—and when there are no comets, the shooting stars—have left behind—it is the same with them, only on a smaller scale; but there are simply so many of them—what acts upon us from the universe. Just as, in essence, there is nothing earthly in the butterfly with its metamorphosis, but rather light from the universe, and just as there is warmth from the universe—from the sun—in the protected eggs, so too do you possess within yourselves inner human warmth, which you must develop internally within your own substance and which stimulates precisely the opposite of external warmth.
[ 27 ] So können wir überall sehen, wie im Menschen eine Abwechslung ist, wie aber auch im ganzen Weltenall eine Abwechslung ist: bald müssen die Dinge draußen vom Weltenall kommen, bald vom Inneren der Erde oder des Menschen. Nun werden Sie sagen: Ja, gewisse Dinge sind regelmäßig; sie können aber allein nicht dasjenige bewirken, was sie bewirken sollen. Tag und Nacht wechseln regelmäßig; die bewirken das eine, was von der Erde ausgeht. - Nun, die Kometen erscheinen mehr oder weniger unregelmäßig; die Sternschnuppen auch. Und das ist auch so. Bei den Sternschnuppen ist eine solche Regelmäßigkeit nicht vorhanden wie beim übrigen. Wenn ein Astronom eine Sonnenfinsternis beobachten will, dann kann er ganz genau den Zeitpunkt finden, wann sie anfängt - das läßt sich berechnen -; es gehört zu dem Regelmäßigen, wirkt aber nicht von der Sonne aus. Da kann er also vorher erst noch zu einem Souper gehen, und er kommt noch immer zur Sonnenfinsternis zurecht. Wenn er das meteoritische Schwärmen der Sternschnuppen zur rechten Zeit beobachten will, muß er die ganze Nacht passen, sonst kann er sie nicht finden. Das ist eben der Unterschied zwischen dem, was unregelmäßig vom Weltenall aus auf die Erde hereinkommt, und dem, was regelmäßig ist.
[ 27 ] Thus we can see everywhere how there is a variety within human beings, just as there is a variety throughout the entire universe: sometimes things come from outside the universe, and sometimes from within the Earth or within human beings. Now you will say: Yes, certain things are regular; but they alone cannot bring about what they are supposed to bring about. Day and night alternate regularly; they bring about that which emanates from the Earth. — Well, comets appear more or less irregularly; so do shooting stars. And that is indeed the case. With shooting stars, there is not the same regularity as with the rest. If an astronomer wants to observe a solar eclipse, he can determine the exact time it begins—that can be calculated—; it is part of the regular cycle, but its effect does not originate from the Sun. So he can even go out for dinner first and still make it back in time for the solar eclipse. If he wants to observe the meteor shower at the right time, he has to stay up all night; otherwise, he won’t be able to see it. That is precisely the difference between what arrives on Earth irregularly from outer space and what is regular.
[ 28 ] Nun können Sie eine interessante Frage aufwerfen. Sie können sagen: Die Kometen, die also mit dem Zyan zusammenhängen - was mit unserem Willen zusammenhängt in unserem Menschen -, diese Kometen, die erscheinen unregelmäßig; bald kommt einer, dann ist er lang wieder nicht da. - Es ruft bei den Menschen ja immer auch Anlässe zum Aberglauben hervor; gerade dasjenige, was nicht immer erscheint, das macht sie abergläubisch, wenn es kommt. Im Sonnen auf- und -untergang haben nur die ehemals bereiten Menschengemüter das Göttliche gesehen; spätere, abergläubische Gemüter haben dann über die Kometen allerlei Zeug zusammengeträumt. Sie können nun die Frage aufwerfen: Warum ist es mit den Kometen nicht auch so, daß, wie zu bestimmten Stunden im Jahr morgens die Sonne erscheint, auch ein Komet erscheint? - Nun, wenn das der Fall wäre, wenn gerade so regelmäßig wie Sonnen- und Mondauf- und -niedergang der Komet immer regelmäßig mit seinem Schwanz kommen und verschwinden könnte, dann hätten wir Menschen keine Freiheit; dann wäre alles übrige in uns so regelmäßig, wie Sonnenauf- und -untergang, Mondauf- und -untergang. Und was in uns zusammenhängt mit dieser Regelmäßigkeit im Weltenall, das ist in uns auch Naturnotwendigkeit. Wir müssen essen und trinken, auch mit einer Regelmäßigkeit, müssen schlafen mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Wenn die Kometen ebenso regelmäßig auf- und untergingen wie die Sonne und der Mond, dann könnten wir nicht anfangen, uns willkürlich zu bewegen, sondern da müßten wir erst warten: wir wären im Starrkrampf; der Komet erschieneda könnten wir gehen! Verschwände er wieder, würden wir wieder in einen Starrkrampf kommen. Wir hätten keine Freiheit. Diese sogenannten Irrsterne, die sind dasjenige, was aus dem Weltenall dem Menschen die Freiheit gibt. Und so können wir sagen: Das, was im Menschen notwendig ist, Hunger, Durst in ihrem Verlauf, Schlaf, Wachen und so weiter, das kommt von den regelmäßigen Erscheinungen; und dasjenige, was im Menschen willkürlich ist, was die Freiheit ist, das kommt von den kometenartigen Erscheinungen und das gibt dem Menschen die Stärke für die Kraft, die in seinen Muskeln wirkt.
[ 28 ] Now you can raise an interesting question. You might say: The comets, which are connected to the cyan—which is linked to our will as human beings—these comets appear irregularly; one comes along, and then it’s gone for a long time. —This always gives rise to superstition among people; it is precisely that which does not always appear that makes them superstitious when it does come. Only the minds of people in the past, who were open to it, saw the divine in the sunrise and sunset; later, superstitious minds then conjured up all sorts of nonsense about comets. You might now ask: Why isn’t it the case with comets that, just as the sun appears in the morning at certain times of the year, a comet also appears?—Well, if that were the case—if comets could appear and disappear with their tails just as regularly as the sun and moon rise and set—then we humans would have no freedom; then everything else within us would be as regular as the rising and setting of the sun and moon. And whatever within us is connected to this regularity in the universe is also a natural necessity within us. We must eat and drink with a certain regularity, and we must sleep with a certain regularity. If comets rose and set just as regularly as the sun and the moon, then we could not begin to move of our own free will, but would first have to wait: we would be frozen in place; when the comet appeared, then we could go! If it disappeared again, we would once more be frozen in place. We would have no freedom. These so-called wandering stars are what grant humans freedom from the universe. And so we can say: What is necessary in human beings—hunger, thirst in their natural course, sleep, wakefulness, and so on—comes from the regular phenomena; and that which is arbitrary in human beings, which is freedom, comes from the comet-like phenomena, and this gives human beings the strength for the power that acts in their muscles.
[ 29 ] In der neueren Zeit hat man ganz verlernt, auf das, was im Menschen Freiheit ist, überhaupt hinzuschauen. Die Menschen haben ja keinen Sinn mehr für Freiheit. Daher haben die Menschen sich auch in der neueren Zeit ganz versessen auf dasjenige, was nur Notwendigkeit ist. Nun drükken die Menschen in ihren Festen aus, wie sie gesinnt sind. Sie haben beispielsweise die Feste für die Notwendigkeit: Weihnachtsfest, Osterfest; aber sie haben fallengelassen das Herbstfest, das Michaelsfest, weil das zusammenhängt mit der Freiheit, mit der inneren Stärke des Menschen. Und so studieren eigentlich auch die Menschen an den Kometen höchstens das Materielle. Das andere, davon sagen sie: Ja, darüber kann man eben nichts wissen. - Und auf der einen Seite sehen Sie heute, daß die Menschen die Freiheit scheuen; auf der anderen Seite sehen Sie, daß sie keinen richtigen Verstand, keine Vernunft dafür haben, die UnregelmäRigkeiten im Weltenall zu studieren. Wenn die nicht da wären, dann hätte man keine Freiheit. So daß wir sagen können: Die Athener, die nahmen dasjenige auf, was im Inneren des Menschen war. Das machte sie gesprächig. - Auf der einen Seite ist der Materialismus furchtbar gesprächig geworden. Das macht ihn aber auch unempfindlich, stumpf für all dasjenige, wo man kräftig werden kann für die Meteoreinflüsse. Daher ist das Michaelsfest höchstens ein Bauernfeiertag, und die anderen Feste sind etwas, was mit den Notwendigkeiten zusammenhängt, obwohl sie auch nicht mehr so geachtet werden wie in alten Zeiten, weil man überhaupt den Zusammenhang mit der geistigen Welt verlernt hat.
[ 29 ] In recent times, people have completely forgotten how to even look at what constitutes freedom in human beings. People no longer have any sense of freedom. That is why, even in recent times, people have become completely obsessed with what is merely necessity. Now, people express their mindset through their festivals. For example, they celebrate festivals associated with necessity: Christmas and Easter; but they have abandoned the harvest festival, the Feast of St. Michael, because it is connected to freedom, to the inner strength of the human being. And so, when it comes to comets, people study at most only the material aspects. As for the other aspects, they say: “Well, there’s just nothing we can know about that.” — And on the one hand, you see today that people shy away from freedom; on the other hand, you see that they lack the proper understanding, the reason, to study the irregularities in the universe. If those irregularities weren’t there, then there would be no freedom. So we can say: The Athenians embraced what was within the human being. That made them talkative. — On the one hand, materialism has become terribly talkative. But that also makes it insensitive, numb to everything that could strengthen one against the influences of the meteors. That is why the Feast of Michaelmas is, at best, a peasant holiday, and the other feasts are tied to practical necessities, although they are no longer held in such high regard as in days of old, because people have forgotten the connection to the spiritual world altogether.
[ 30 ] Auf diese Weise wird alles durchsichtig. Wenn die Menschen wiederum verstehen werden, wie wohltätig der Kometeneinfluß ist, dann werden sie sich wahrscheinlich daran erinnern, gern im Herbste irgendeine Festlichkeit zu begehen, um eine Art Freiheitsfest zu haben. Das gehört in den Herbst hinein: eine Art Michaelsfest, Freiheitsfest. Das lassen die Menschen heute vorübergehen, weil sie überhaupt kein Verständnis dafür haben; sie haben kein Verständnis für die Freiheit in der Natur draußen, daher auch nicht für Freiheit im Menschen. Sehen Sie, die ehrsame Dame Mond und der majestätische Herr Sonne, die sitzen auf ihren Thronen, die wollen alles gemessen haben, weil sie für die Freiheit im Universum, im Weltenall, keinen rechten Sinn haben. Es muß natürlich auch sein. Aber die Kometen, das sind die Freiheitshelden im Universum; die haben daher in sich auch denjenigen Stoff, der beim Menschen auch mit der Tätigkeit, mit der freien Tätigkeit, mit der Willkür, mit der Willenstätigkeit zusammenhängt. Und so können wir sagen: Schauen wir zur Sonne hinauf, dann haben wir in ihr dasjenige, was in unserem Inneren immer gleichmäßige rhythmische Spiele treibt, das Herz und die Atmung. Schauen wir zu einem Kometen, so sollten wir eigentlich jedesmal, wenn ein Komet erscheint, ein Freiheitsgedicht machen, weil das zusammenhängt mit unserer Freiheit! - Wir können sagen: Der Mensch ist frei, weil im Weltenall für diese Schwärmer im Weltenall, die Kometen, eben auch Freiheit herrscht. - Und so wie die Sonne hauptsächlich dem Säurecharakter ihre Natur verdankt, so der Komet dem Zyancharakter.
[ 30 ] In this way, everything becomes clear. When people come to understand once again how beneficial the influence of comets is, they will probably remember to celebrate some kind of festival in the fall—a sort of festival of freedom. That belongs in the fall: a kind of Michaelmas, a festival of freedom. People let this pass them by today because they have no understanding of it at all; they have no understanding of freedom in nature out there, and therefore no understanding of freedom within human beings either. You see, the venerable Lady Moon and the majestic Lord Sun, sitting on their thrones, want everything to be measured, because they have no real sense of freedom in the universe, in the cosmos. Of course, that is only natural. But comets—they are the heroes of freedom in the universe; they therefore also possess within themselves that very substance which, in human beings, is connected to activity, to free activity, to arbitrariness, and to the exercise of the will. And so we can say: When we look up at the Sun, we find in it that which constantly drives steady, rhythmic processes within us—the heart and the breath. When we look at a comet—in fact, every time a comet appears—we should compose a poem of freedom, because it is connected to our own freedom! — We can say: Human beings are free because freedom also reigns in the cosmos for these dreamers of the cosmos, the comets. - And just as the sun owes its nature primarily to the acidic character, so does the comet to the cyan character.
[ 31 ] Sehen Sie, meine Herren, da kommt man dann auf die Natur der Kometen, und das ist ein außerordentlich bedeutsamer Zusammenhang, wie man da sieht, daß plötzlich im ganzen Weltenall auch etwas ist, was lebt, aber was lebt so ähnlich wie wir Menschen. So kann man auch sagen: Bei den Spartanern, bei denen war mehr Sinn vorhanden für das Nichtsich-der-Sonne-Entziehen, und deshalb haben sie auch alles dasjenige geschätzt - das ist nicht aus äußerlicher Willkür entstanden -, was mit dem Weltenall zusammenhing. Und Lykurgos, der Gesetzgeber von Sparta, hat eisernes Geld machen lassen. In den Schulbüchern finden Sie: Lykurgos hat Eisengeld machen lassen, damit die Spartaner fein spartanisch bleiben sollen. - Das ist Unsinn. In Wahrheit hat Lykurgos sich belehren lassen von denen, die in Sparta noch diese Dinge gewußt haben; die haben ihm erzählt, daß die Kometen an Eisen gebundenes Zyan enthalten, und deshalb hat er in Sparta Eisen als das Sinnbild für die Kometen prägen lassen zum Geld. Das war etwas, was aus der Weisheit hervorgegangen ist; währenddem die anderen Völker übergegangen sind zu der Goldprägung, welche ausdrückt dasjenige, was mehr in der Sonne ist, das Bild des Sonnenlebens in uns.
[ 31 ] You see, gentlemen, this brings us to the nature of comets, and this is an extraordinarily significant connection—as we can see, there is suddenly something in the entire universe that lives, but lives in a way similar to us humans. So one might also say: The Spartans had a greater sense of not withdrawing from the sun, and that is why they valued everything—and this did not arise from mere external caprice—that was connected to the universe. And Lycurgus, the lawgiver of Sparta, had iron coins minted. In school textbooks you’ll find: Lycurgus had iron coins minted so that the Spartans would remain truly Spartan. — That is nonsense. In truth, Lycurgus sought guidance from those in Sparta who still knew these things; they told him that comets contain cyanide bound to iron, and that is why he had iron minted into coins in Sparta as a symbol of the comets. This was something that arose from wisdom; whereas other peoples have turned to gold coinage, which expresses that which is more in the sun—the image of solar life within us.
[ 32 ] So ist es, daß man sieht, daß in den Gebräuchen der alten Völker noch etwas mehr ist von dem, was diese vom Weltenall wußten.
[ 32 ] Thus, one can see that the customs of ancient peoples contain something more of what they knew about the universe.
