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Man and World
How Spirit Works in Nature
GA 351

10 December 1923, Dornach

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13. Über die Gallwespe

Lecture VI

Herr Dollinger möchte fragen wegen der Waben. Es gäbe Leute, die essen die Waben mit und in den Wirtshäusern wurden sie früher manchmal auf den Tisch gegeben. Er möchte wissen, ob das schädlich sei, die Waben mitzuessen.

Herr Dollinger wishes to ask a question about the honeycomb. There are people who eat the wax as well as the honey, and in restaurants they used at times to serve honey in the comb. He would like to know if it was a bad thing to eat the comb.

In bezug auf die Bienenkrankheiten meint er, daß sie früher nicht so stark gewesen seien wie heute, wo die Ausbeuterei größer sei.

As to the diseases of bees, he thinks these could not formerly have been as bad as they are today when the bees are over-exploited.

Herr Müller sagt, Waben zu essen sei eine Liebhaberei. Es handle sich dann natürlich nicht um künstliche Waben, sondern um Waben vom natürlichen Bau.

Herr Müller said that eating comb-honey was an idiosyncrasy with some people. Naturally, these are the natural combs and not artificial ones.

Was die Bienenkrankheiten betreffe, so kämen sie nicht durch Ausbeutung, sondern sie seien einfach früher nicht so viel ästimiert worden; es gab nicht so viele dünne Völker, und so hat man nicht so darauf achtgegeben. Von England aus habe eine Bienenkrankheit nach der Schweiz Einzug gehalten, die es vorher hier gar nicht gegeben habe.

He does not think that bee disease are the result of exploitation, but that formerly they were less considered. In those days there were not so many weak stocks and so one was not so much on the look out for them. A disease had appeared in Switzerland from England which had not been known in the past.

Herr Erbsmehl meint, daß dies vielleicht auf künstlichen Dünger zurückzuführen sei. Die Blumen würden ja krank davon.

Herr Erbsmehl thinks this may perhaps be owing to the use of artificial manures, even the flowers sicken as the result of this.

[ 1 ] Dr. Steiner: Was die beiden Dinge betrifft, so ist folgendes darüber zu sagen. Es ist ganz richtig, daß dieses Mitessen der Waben, wenn es die Menschen tun, eine Art Liebhaberei ist. Bei solchen Dingen kommt es natürlich darauf an, zu entscheiden, wie es den Menschen bekommt. Das ist aber eine Frage, die natürlich lediglich medizinisch zu beantworten ist. Es ist nur möglich, über diese Frage etwas zu sagen, wenn man Menschen, die die Waben, also das Wachs mitessen, wirklich in ihrem Gesundheitszustand beobachtet. Ich muß gestehen, daß ich zwar schon verschiedene Leute kennengelernt habe, die Waben mitgegessen haben, aber sie haben sie immer wieder ausgespuckt, nachdem sie den Honig herausgesogen haben. Und Beobachtungen von Menschen, die größere Mengen Wachs mit dem Honig verzehrt haben, sind mir noch nicht gelungen.

[ 1 ] Dr. Steiner:With regard to these two points, one might say it is quite true that the eating of honey-comb is a fancy with some people; the real question is whether it is good for them, and this can, unfortunately only be answered medically. It is only possible to answer this question when one is really able to observe these people who eat the honey-comb, thus the wax, from the point of view of their state of health. I have seen various people who eat the comb, but they always spat it out when they had sucked out the honey. I have not so far come across people who eat any considerable quantity of wax.

[ 2 ] Was man vermutungsweise sagen kann, das wäre eben dieses: Die Menschen vertragen verschiedenes, nicht jeder dasselbe. Und es könnte Menschen geben, die einfach durch den Wachsgenuß eine Art Magenkrankheit sich zuziehen würden; die müßte man davon abhalten. Es könnte aber auch Menschen geben, die das Wachs ganz ungehindert verdauen und die Reste über die Ausscheidungen abgeben. Bei denen könnte man allerdings dann sagen, daß dadurch, daß sie das Wachs mitessen, also den Honig möglichst lange an dem Wachs daranlassen, wenn das Wachs schon im Körper drinnen ist, für den Honig mehr eine Darmverdauung stattfindet, während sonst der Honig erst, wenn er aus dem Darm draußen ist, bei den Lymphgefäßen und so weiter verdaut würde. Nun, da könnte man sagen: Das hängt wiederum von dem Gesundheitszustand der Menschen ab. Es gibt eben solche, die mehr mit dem Darm, und andere, die mehr mit den Lymphgefäßen verdauen. Man wird gar nicht sagen können, das eine ist gut und das andere ist schlecht, sondern es richtet sich das nach dem Menschen. Sicheres könnte man nur sagen, wenn man einfach eine Anzahl von Menschen Honig mit Waben essen ließe und eine Anzahl Honig ohne Waben, und dann untersuchte, wie sich diese beiden Dinge zueinander verhalten.

[ 2 ] One should take into consideration that people digest in very different ways, not everyone in the same way. There may be people who would get some kind of gastric trouble simply by eating the wax, and such persons should be advised not to take it. But there can also be people who are able to digest the wax without any trouble and get rid of the residue by excretion. With regard to these people one could certainly say that because they eat the wax with the honey, (thus leaving the honey as long as possible still in connection with the wax which has entered the body), the honey is digested more in the intestines, whereas otherwise it is not digested till it has left the intestines and has passed into the lymphatic vessels. It is a question of the state of health of the person concerned. There are people who digest more in the intestines, and others more in the lymphatic vessels; one cannot say that one way is better than the other, for one is just as good as the other. It depends on the individual. One could only speak with certainty if one took a number of people who eat honey in the comb, and others who eat it without the comb, and then investigated how these two matters are related.

[ 3 ] Bei den Bienenkrankheiten ist die Sache so, wie überhaupt bei Krankheiten, daß Rücksicht auf das genommen werden muß, was Herr Müller gesagt hat. Es ist beim Menschen sogar auch so, daß man früher gewisse Dinge gar nicht beachtet hat, während man sie heute sorgfältigst studiert, also auch beim Menschen, wie Sie sagten, nicht ästimiert hat, und heute beachtet man sie.

[ 3 ] With regard to bee-diseases the question is, as is usual in disease, namely, that we must take into account what Herr Müller has just said. It is so even with human beings that certain things were not much noticed formerly, whereas today they are most carefully studied. But here something essentially different comes in question.

[ 4 ] Aber es spielt noch etwas wesentlich anderes mit. Der ehemalige Bienenzüchter, der hatte eigentlich sehr viele Instinkte. Er tat sehr viel, ohne daß er sagen konnte, warum. Diese Instinkte hat die Menschheit heute verloren. Heute will man überall wissen, warum. Und gerade, um dieses Warum zu entscheiden, dazu ist notwendig, daß man recht gründlich auf die Sache eingehen kann. Und das kann das heutige Wissen gewöhnlich noch nicht. Der ehemalige Bienenzüchter, der hat einen starken Instinkt gehabt, die Bienen, ich möchte sagen, ganz persönlich zu behandeln, richtig persönlich zu behandeln. Und nun müssen Sie bedenken: Es ist schon darinnen ein gewisser Unterschied, wie man früher Körbe gegeben hat und jetzt Kisten gibt. Die Kisten bestehen aus Holz. Holz ist etwas ganz anderes als dasjenige, aus dem früher die Bienenkörbe geflochten waren, aus Stroh und dergleichen. Auch ist das Stroh so, daß es aus der Luft noch als Stroh ganz andere Stoffe anzieht als das abstrakte Holz. Also es ist schon ein Unterschied in dieser äußeren Behandlung.

[ 4 ] The bee-keeper of the past had really many good instincts: he did many things without being able to say just why he did them. Today these instincts no longer exist. Today people always want to know the reason why. To determine this why it is, however, necessary to study the whole matter very fundamentally. Modern knowledge is not as a rule in a position to do this. You see, the bee-keeper of old had very good instincts as how to treat the bees, I should like to say, in quite a personal manner. For instance, you should consider that there is already a considerable difference between giving the bees the old straw skeps as in former days, and giving them wooden hives as one does today. Box-hives are made of wood, and wood is an entirely different substance to the straw of which the old skeps were made. Straw attracts quite other substances from the air than does wood, so we have already a difference in the external handling.

[ 5 ] Nun, wenn ich das alles zusammenfasse, was der Bienenzüchter früher getan hat, namentlich dadurch, daß er einen starken Instinkt dafür gehabt hat: Er hat manchmal gar nicht gewußt, warum er das tut, aber er hat seine Bienenstöcke an einen ganz bestimmten Platz hingestellt, an einen Platz, wo oftmals von der oder jener Seite der Wind hergekommen ist und dergleichen. Heute stellt man sie aus Nützlichkeitsgründen irgendwohin, wo man Platz hat und dergleichen. Die klimatischen Dinge berücksichtigt man auch noch, aber nicht mehr so stark.

[ 5 ] When I add to this all the bee-keeper did in former times, and above all, the strong instincts he had to do them even if he did not always know the reason why, he would, for example, place his bee-hives on some chosen spot, where the wind would blow more often from one quarter or another, and so on. Today one sets the bee-hives wherever there is room for them, from reasons of convenience. The climatic elements are still considered, but no longer to the same degree.

Herr Müller sagt, daß er sie sehr stark berücksichtige. Er hätte seinen Bienenstand auf einem Höhenzug, wo er fast gar keinen Nordwind, weniger Ostwind oder dergleichen hätte.

Herr Müller stated that he pays great attention to this; he places his hives on a ridge where they are sheltered from the north wind and the east wind, and so on.

[ 6 ] Dr. Steiner: Das Holz ist für solche Dinge eben weniger empfindlich als das Stroh. Ich agitiere wiederum nicht für Strohkörbe, aber solche Dinge sind eben da und die wirken auch sehr stark, worauf es sicher ankommt bei der Biene, wenn sie ihre ganze innere Arbeit verrichtet. Es ist eine ungeheure Arbeit, die in ihrem Körper vorgeht, wenn sie den Honigseim einsammelt und dann zum Honig selber, der genossen wird, in sich selber umwandelt. Das ist eine riesige Arbeit. Die muß die Biene leisten. Wodurch? Dadurch, daß ein ganz bestimmtes Verhältnis ist zwischen zweierlei Säften bei der Biene. Das eine ist der Magensaft und das andere ist der Blutsaft. Wenn man eine Biene untersucht, so hat man den weißlichen Magensaft, aus dem sie besteht, und den etwas rötlichen Blutsaft, aus dem sie besteht. Das sind im wesentlichen die zwei Teile, aus denen das Bienenwesen besteht. Alle anderen Teile sind ja angeordnet sozusagen aus den Wirkungen von Magensaft und Blutsaft.

[ 6 ] Dr. Steiner: In such matters wood is less sensitive than straw. I have no intention of agitating in favour of straw skeps; nevertheless differences do exist, and just such things as these certainly, very definitely, affect the bees with regard to their inner activities. A tremendous activity goes on in the body of the bee when it must first gather the nectar from the plants, and in absorbing it, transforms it. This is really an immense work. How does the bee accomplish it? It is accomplished through the quite special relationship between the two different fluids in the bee. One of these is the gastric juices and the other the blood-fluid. When you study the bee you find the whitish gastric juice and the reddish sap of the blood; these are the two main elements of which the bee is constituted, and all the other parts are arranged according to the workings of the gastric juice and the blood.

[ 7 ] Nun handelt es sich aber darum, daß ein ganz bestimmtes Verhältnis zwischen dem Magensaft und dem Blutsaft besteht. Die unterscheiden sich nämlich ganz bedeutsam voneinander. Der Magensaft ist nämlich sauer, das, was man in der Chemie sauer nennt. Und der Blutsaft ist dasjenige, was man in der Chemie alkalisch nennt, das heißt nicht sauer, sondern er kann nur angesäuert werden. Er ist also nicht sauer. Wenn der Magensaft nicht die genügende Säure hat, so geht gleich in der Biene etwas vor sich, wodurch sie in ihrem inneren Organismus gestört wird beim Honigmachen. Und der Blutsaft, der wird wieder nur dadurch stark genug gemacht, daß die entsprechenden klimatischen Verhältnisse, Lichtverhältnisse, Wärmeverhältnisse und so weiter da sind.

[ 7 ] The main point then is this definite proportion between these two fluids; they differ very considerably in themselves. The gastric juice is what one calls acid in chemistry, and the blood sap is chemically called alkaline, which means that it is not acid though it can be made so; in itself it is however, not acid. When the pepsin is insufficiently acid, something takes place within the bee which greatly disturbs its inner organism in the honey-producing process. The blood sap is only kept sufficiently strong when the necessary climatic conditions of light and warmth, etc., are present.

[ 8 ] Es wird eben sehr stark darauf ankommen, wenn man solcher Krankheiten, die als neuere Bienenkrankheiten aufgetreten sind, entsprechend Herr werden will, daß man die richtige Einwirkung auch trifft auf das richtige Verhältnis vom Magensaft zum Blutsaft der Biene. Das wird man — weil die Bienenzucht nicht mehr so einfach betrieben werden kann, wie sie einmal betrieben worden ist — nicht erreichen können durch klimatische Verhältnisse und Wärmeverhältnisse, weil die nicht mehr so stark wirken auf die neueren Bienenstöcke, sondern man wird eben untersuchen müssen, was eigentlich am günstigsten auf das Bienenblut wirkt. Und da wird es sich wahrscheinlich darum handeln, daß in der Zukunft die Bienenzüchter werden darauf sehen müssen, daß die richtige Blutbereitung bei den Bienen immer vorhanden ist. Und da kommt es auf folgendes an.

[ 8 ] It will therefore be very important to take the right means of establishing the proper balance between the gastric fluid and the blood if one is to overcome the many diseases which have recently appeared among the bees. As bee-keeping can no longer be carried on as in past days, it is no longer possible to arrive at preventive methods through climatic conditions of warmth, etc., for these are no longer able to work so effectively upon the stocks of bees today; one will have to discover what will be able to work most favourably on the blood sap of the bee. It will be necessary in the future that bee-keepers take special care that the blood sap of the bee is rightly provided for. The following is important:

[ 9 ] Nicht wahr, es gibt ja Jahre, in denen die Bienen darauf angewiesen sind, den Honig fast ausschließlich von Bäumen zu holen. In diesen Jahren ist die Blutzusammensetzung der Biene außerordentlich gefährdet. In diesen Jahren werden die Bienen auch leichter krank als in anderen Jahren. Und da wird es sich darum handeln, daß der Bienenzüchter in der Zukunft eine Art von ganz kleinem - man braucht ja nicht viel Glashaus anlegt, in dem er solche Pflanzen künstlich züchtet, die die Bienen zu einer bestimmten Jahreszeit gerade lieben und die sie haben müssen. so daß man wenigstens ein kleines Blumenbeet hat, auf das man die Bienen zum Beispiel im Mai auslassen kann. Sie suchen es dann schon von selber auf, wenn die betreffenden Pflanzen, die sie haben sollten, in jenem Mai gerade verkümmern und nicht da sind.

[ 9 ] You all know that there are years when the bees are obliged to get nectar almost exclusively from trees. In such seasons the composition of the blood sap is endangered, and the bees are much more liable to disease than at other times. It will be necessary in the future that the bee-keeper even contrives a small green-house—it need not be a large one—in which he can cultivate those plants which the bees not only like, but must have at certain times of the year. It will be necessary to have at least some small plot of flowers for the bees especially, for instance in the month of May. They will not fail to discover them for themselves whenever the plants they need have failed elsewhere.

[ 10 ] Also auf diese Weise, daß man durch eine künstliche Pflanzenzucht in der Umgebung des Bienenstockes nachhilft, wird man solchen Krankheiten ganz sicher einmal beikommen. Solche Dinge zum Beispiel empfehle ich. Es sind zunächst nur Vorschläge; aber sie werden sich ganz gewiß bewähren, denn sie sind aus der Kenntnis der Bienennatur entnommen. Dem Bienenzüchter werden sie, wenn sie einmal probiert werden, sehr gute Früchte tragen. Sie werden sehen: Es werden die Krankheiten der Bienen dadurch bekämpft. Aber man muß eben, um praktisch vorzugehen, alle Zusammenhänge berücksichtigen.

[ 10 ] By this special cultivation of the necessary plants in the neighbourhood of the hives it will be possible to combat these diseases. These are methods I can recommend; I am giving only indications, but they will most certainly prove satisfactory for they are derived from a knowledge of bee-keeping, If they are put to the test you will find that one day they will bear very good fruit for the bee-keeper, for he will find that the diseases of bees can be prevented by these means. But if one is to proceed in a practical way all the connections mentioned above must be taken into account.

[ 11 ] Das ist etwas, was ich heute nicht behaupte, sondern von dem ich nur sage: Aus dem Wesen der ganzen Biene heraus ergibt sich das sehr leicht, und man könnte solche Versuche mit Pflanzen machen, die man künstlich züchtet, während sie zu irgendeiner Jahreszeit verkümmern, nicht da sind, und würde dadurch den Gesundheitszustand der Bienen wahrscheinlich sehr heben. Das sind eben solche Sachen, von denen ich ganz überzeugt bin: Sie werden herauskommen, wenn man auch wirklich wiederum in naturhafter Weise auf die Sachen eingeht. Denn es kann sich heute ja nicht darum handeln, die Geschichte wiederum auf einen früheren Zustand zurückzuschrauben. Man braucht ebensowenig, wie man im politischen Leben Reaktionär zu sein braucht, auf einzelnen anderen Gebieten Reaktionär zu sein. Das braucht man nicht, sondern man muß mit dem Fortschritt mitgehen. Aber es handelt sich darum, was man eben macht, wenn man aus dem Alten einfach herauskommt, damit das wiederum ausgeglichen wird durch etwas anderes, was die Sache wiederum zurückgibt. Das ist dasjenige, was ich in bezug auf diese Sache zu sagen habe.

[ 11 ] I have no wish to make assertions; I only wish to say that these things arise out of the whole nature of the bees, and that it would be well to make experiments with especially cultivated plants in seasons when those most needed have failed, either partially or altogether. It should be possible in this way to considerably improve the health of the bees. I am myself quite convinced that these methods will prove successful when one is able to enter once again into these questions with a true understanding of nature. You see, it is not possible to go back to the old methods of bee-keeping. Just as little as there is any need to be reactionary in the realms of politics, or of life, is there any necessity to be a reactionary in any other domain. One must move with the times; but what really matters is that while we leave the old methods we are careful to balance this by something which will replace what we have lost. This is essential.

Herr Müller sagt, daß die Imker jetzt schon auf das künstliche Blumenzüchten hinarbeiten. Zum Beispiel würden die gelben Krokusse in großen Massen angepflanzt, speziell um den Bienen Blüten zu verschaffen, ebenso andere Pflanzen, die so kleine gelbe Blüten haben und so weiter, auch amerikanischen Klee pflanze man sehr viel an, der ungefähr zwei Meter hoch wird und das ganze Jahr blüht. Er wird erst im Herbst abgehauen; vorher läßt man die Blüte für die Bienen. Das wäre dasjenige, was notwendig wäre.

Herr Müller stated that bee-keepers were already working in the direction of the special cultivation of certain plants. For example, the yellow crocus, which is grown in large quantities for the bees; other plants were cultivated also with similar small yellow blossoms. Indeed, more than this, for a large amount of American clover is now planted; a clover which grows six feet in height and flowers the whole year round. It is cut only in the autumn; till then the blossom is left for the bees. This might also be necessary perhaps?

[ 12 ] Dr. Steiner: Gewiß, anfangen tut man schon mit solchen Sachen, aber man kennt viel zu wenig die Zusammenhänge. Das, was Sie zuerst gesagt haben, ist daher ein guter Weg, der fortgesetzt werden kann.

[ 12 ] Dr. Steiner: Certainly, such things are no doubt done, but as a rule the right connections are not known.

[ 13 ] Dasjenige, was Sie mit dem amerikanischen Klee anführten, der das ganze Jahr blüht, ist etwas, von dem man abkommen wird, weil dieser nicht eine Blutsverbesserung bewirkt, sondern durch den amerikanischen Klee werden die Bienen für eine kurze Zeit aufgestachelt. So wie wenn man einen Menschen mit Alkohol kuriert, so ist es beim amerikanischen Klee; die Bienen sind dann aufgestachelt, für einige Zeit etwas zu leisten. Aber das muß sorgfältigst berücksichtigt werden, daß man nicht ganz Fremdartiges an die Bienen heranbringen darf, denn die Bienen sind ihrer ganzen Natur nach an eine gewisse Gegend gebunden, also an eine gewisse Gegend gewöhnt. Das geht schon daraus hervor, daß die Bienen aus anderen Gegenden ganz anders ausschauen. Es gibt diese mitteleuropäische Biene, die auch hier schon erwähnt wurde, die Gemeine Hausbiene. Die Italienische Biene sieht ganz anders aus, die Krainer Biene wieder ganz anders. Die Bienen sind sehr stark an die Gebiete gewöhnt, und man kann gar nicht auf die Dauer helfen, wenn man ihnen Honigseim überliefert aus ganz fremden Gebieten. Da haben sie sehr viel zu tun mit ihrem eigenen Körper, da fängt es an zu rumoren, denn sie wollen ihn umwandeln, daß er so werde, wie es dort ist, wo der Klee herkommt. Es wird sich herausstellen, daß man ein paar Jahre Erfolg hat, aber nachher hat man schon die Schererei. Sie sagen ganz richtig, es sind noch keine ordentlichen Angaben da. Aber es wird sich herausstellen, und man wird es dann unterlassen, oder aber man wird es machen, wie man es beim Wein gemacht hat. Beim Wein haben die Leute die folgende Erfahrung gemacht: Sie wissen, in den siebziger, achtziger Jahren trat plötzlich die Reblaus auf, die den Weinstock in weiten Gegenden Europas zerstörte. Ich habe mich dazumal sehr viel gerade auch mit dieser Sache beschäftigen können, weil ich einen guten Freund hatte, der Landwirt war, und der auch eine landwirtschaftliche Zeitung herausgab und sich sehr viel mit dieser Frage beschäftigte. Da haben die Leute darüber nachgedacht, warum die amerikanischen Reben noch keine Rebläuse haben, ungefährdet sind. Aber wozu ist es gekommen? Es ist dazu gekommen, daß eigentlich mit den Mitteln, mit denen man bei amerikanischen Reben die Rebläuse bekämpfen kann, man sie bei europäischen Reben nicht bekämpfen konnte. Und die Folge davon war, daß, wenn man auch angefangen hat, amerikanische Reben zu pflanzen, es gelang, die amerikanischen Reben gesund zu halten, aber die europäischen Reben gingen trotzdem zugrunde. Man war darauf angewiesen, überhaupt den europäischen Rebbau aufzugeben und den ganzen Weinbau zu amerikanisieren. Dann ändert sich die ganze Rebenzucht um, und es wird etwas anderes daraus. Es ist auch vielfach etwas anderes geworden in sehr vielen Gegenden.

[ 13 ] What Herr Müller had mentioned at first, was excellent and should be continued, but with regard to the American clover that flowers all the year round, this will in future be avoided, for this plant cannot bring about any improvement at all in the blood-sap of the bees; it acts only as a stimulant, and for a very short time. It is very much the same as trying to cure a man with alcohol, the bees are stimulated to more activity for a certain time. The very greatest care should really be taken today not to grow plants for the bees that are totally foreign to them; bees in their whole organic nature are bound up with a particular country. This is very evident, for the bees from different parts of the world differ widely from one another. There is, for instance, the mid-European bee already referred to here, the common domestic bee. The Italian bee again is quite unlike the Spanish bee, and so on. Bees are most strongly bound by their habits to their native country, and one cannot help them in any real way by giving them the nectar or honey belonging to entirely different countries. They have then, so much work to do in their own bodies that there are great disturbances there; the bees are forced to try and adapt themselves, to make their organisation as much as possible like that of the bees over there, in those countries where the clover comes from. Hard facts will prove in time that though such methods may appear successful for a few years, disastrous results will follow. It is quite true as has been said, that so far there are no definite indications of this, but it will none the less occur, and then people must abandon all such methods, or continue them as was done in the case of the vines. You will remember that in the seventies or eighties, phyloxera appeared and is destroying the vineyards of Europe, over immense areas. At the time I was able to study this matter, as I had a very good friend who was a farmer, and who also edited an agricultural paper, and gave much attention to this whole problem. People began to wonder why the American vine appeared immune to this disease. But what did it all amount to? It amounted to this, that the remedies by which the disease could be got rid of with the American vine, could not be used with the same result on the European vine. The consequence was, that even when everyone began to cultivate the American vine, they could succeed in keeping it in health, whereas the European vines died out. The cultivation of the European vine had to be given up altogether; the whole cultivation of the vineyards was Americanised, and everything has been completely changed. This has happened in many places.

[ 14 ] Man kann nicht so mechanisch denken, sondern man muß sich darüber klar sein, daß etwas seiner ganzen Natur nach an eine bestimmte Lokalität eingewöhnt ist. Das muß berücksichtigt werden. Sonst kann man zwar augenblickliche Erfolge erzielen, aber nicht etwas Dauerndes.

[ 14 ] To think in this mechanical manner is valueless; one must be quite clear that things through their whole nature may be bound up with definite localities, and this fact must be taken into account. Otherwise though some temporary success may follow, it cannot be permanent.

[ 15 ] Ist sonst noch etwas, was Sie fragen möchten, oder sind alle anderen Herren nur geneigt, den Honig zu essen, aber nicht gerade so furchtbar viel über ihn zu diskutieren? Vielleicht fällt dem einen oder dem anderen noch etwas ein!

[ 15 ] Are there any other questions you would like to ask? Or are all you gentlemen content to eat honey without so much discussion about it? Perhaps some question may occur to one or another of you.

[ 16 ] Ich will nun doch noch mit einigen Strichen, möchte ich sagen, zurückkommen auf das eigentliche Wesen dieser Honigbereitung bei den Bienen. Denn es ist doch im Grunde etwas außerordentlich Wunderbares, daß es da so kleine Wichte gibt, die imstande sind, dasjenige, was sie aus den Blüten oder überhaupt aus den Blumen, aus den Pflanzen heraussaugen, umzuwandeln in diesen außerordentlich gesunden Honig, der noch eine viel größere Rolle in der menschlichen Ernährung spielen könnte, als er heute spielt, wenn man wirklich ganz einsehen würde, wie ungeheuer wichtigderHoniggenuß ist. So zum Beispiel würde ich es, wenn man mehr einwirken könnte auf die ganze, ich möchte sagen, soziale Medizin, außerordentlich günstig finden, wenn Menschen gerade in der Verlobungszeit, also schon vorbauend, Honig essen würden. Denn sie würden dann keine rachitischen Kinder bekommen, weil im Honig diese Kraft liegt, wenn er weiter durch den Menschen verarbeitet wird, auf die Fortpflanzungskraft zu wirken, nämlich den Kindern dann ordentliche Formen zu geben. Auf den Knochenbau des Kindes hinüber wirkt der Honiggenuß der Eltern, namentlich der Mutter.

[ 16 ] Meanwhile, I should like to say something quite briefly about the nature of this honey-making process of the bees. It is something so really wonderful that there should be these tiny little creatures that are able to transform what they have gathered from the flowers or plants in general, into the honey which is so health-giving, and which should really play a far greater part in the nourishment of men and women today. It is not realised how important the consumption of honey actually is. For example, if it were possible to influence the social medicine of today, it would be discovered that if people about to be married would eat honey as a preparation for the future, they would not have rickety children. Honey when assimilated can affect the reproductive processes, and greatly influence the building up of the body of the child. The consumption of honey by the parents, and above all by the prospective mother, works especially into the bony structure of the child.

[ 17 ] Solche Dinge werden sich ergeben, wenn man überhaupt tiefere Zusammenhänge in diese Dinge einmal hineinbringt; statt all den Kinkerlitzchen, die heute in den wissenschaftlichen Zeitschriften stehen, wird eben einmal, wenn man über diese Dinge etwas wissen wird, stehen: Was ist gut in einer solchen Lebenszeit zu essen? Was ist gut in einer anderen Lebenszeit zu essen? - und so weiter. Ja, das wird den Menschen ungeheuer nützen, denn der Gesundheitszustand der Menschen wird dadurch wesentlich zunehmen und vor allen Dingen auch der Kraftzustand der Menschen. Das einzige, was man dabei sagen kann, das ist das, daß die Leute eigentlich eine solche Sache furchtbar wenig würdigen; denn derjenige, der keine rachitischen Kinder hat, ist zwar sehr zufrieden darüber, aber er denkt nicht darüber nach, er nimmt es als etwas Selbstverständliches. Nur der klagt, der rachitische Kinder hat. Und so möchte ich sagen: Gerade die nützlichsten medizinisch-sozialen Maßregeln stehen eigentlich lange an, wenn sie das herstellen, was die Leute als ihr Normales betrachten sollten.

[ 17 ] Results such as this will appear when these questions are considered in their essential aspects. In the place of the trivialities put forward in scientific journals today, it will be asked, when once we have some real knowledge of these things: “What is it best to eat at this or that time of life?” “What is best at another time of life?” Indeed, gentlemen, this will be of immense value, for the general state of health will then essentially improve, and more especially will this affect a man's vitality. Today people attach very little value to such matters. Those whose children do not suffer from rickets are naturally very pleased, but they do not think very much about it, it is taken as a matter of course. Only those complain whose children are born with rickets. It is just in the case of such most valuable social and medical methods that people remain indifferent, for it is generally taken for granted that such measures are concerned merely with what they regard as a normal condition.

[ 18 ] Aber einzusehen, daß man nach dieser Richtung hin ungeheuer Günstiges wirken kann, ist das doch, und ich glaube schon, wenn sich die Meinung bilden würde, daß man dadurch, daß man Geisteswissenschaft treibt, auf solche Dinge kommt, so würden die Menschen in echtem Sinne nach dem Geiste hinschauen, viel mehr, als sie es vielfach jetzt tun, wenn ihnen nur angeraten wird, nicht wahr: Ihr sollt beten, dadurch kommt das oder jenes. - Das erkennt man aus dem Geiste heraus. Ja, meine Herren, diejenigen Dinge, die man eben auch aus dem Geiste heraus erkennen kann und die die heutige Wissenschaft nicht kennt, das sind eben solche Dinge, daß man wissen kann, in welcher Zeit, also sagen wir in der Verlobungszeit, der Honig eine besondere Nützlichkeit hat und so weiter.

[ 18 ] They have first to be persuaded that this is not the case. It should, however, be recognised that extremely favourable results would appear in this direction, and I am sure that if it could in this way be realised that through spiritual science it is possible to arrive at such conclusions, people would begin to look towards the things of the spirit. They would do this to a far greater extent than at present, when they are only told to pray that this or that may happen. Truly, gentlemen, these things which can be learnt by the spirit, and which modern science ignores, are such that one is able to know that during the times of betrothal and pregnancy, honey can be of inestimable value.

[ 19 ] Ich sage, das ist etwas ganz Wunderbares, daß die Biene diesen für das Leben außerordentlich nützlichen Honig aus der allgemeinen Natur eigentlich heraussaugt und in sich umwandelt. Nun werden Sie verstehen, worinnen eigentlich dieses ganze Entstehen des Honigs beruht, wenn ich Ihnen denselben Vorgang in ganz veränderter Gestalt bei Nachbarn, Verwandten der Bienen zeige, bei den Wespen. Aber bei den Wespen bekommt man keinen für die Menschheit in derselben Weise fruchtbaren Honig, obwohl man mit demjenigen, was die Wespen bereiten, in der Medizin auch sehr viel ausrichten kann. Aber es ist schon etwas ganz anderes, was die Wespe arbeitet, als wie die Biene arbeitet. Ich werde Ihnen dann später, das nächste Mal, auch von den Ameisen sprechen. Aber betrachten wir zunächst einmal eine gewisse Wespenart.

[ 19 ] I have just said that it is a most wonderful thing that the bee should be able to gather substances from the storehouse of nature and then transform them into this honey which is of so great value to human life. You will best understand on what the origin of honey actually rests if I describe to you the sane process in the quite different form in which it appears in those relatives of the bees, if I may call them so, the wasps. The wasps do not provide man with honey, but they prepare a substance that can be made use of medicinally, though of a very different kind to that prepared for us by the bees. In the next lecture I will also speak about the ants, but first, will we consider a certain species of wasp.

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[ 20 ] Es gibt Wespen, die haben die Eigentümlichkeit, daß sie ihre Eier irgendwohin ablegen, in Pflanzen, in Bäume, zum Beispiel in die Blätter, in die Rinde von Bäumen. Es gibt sogar solche, die sie in die Blüten von Bäumen legen. So daß es also so ausschaut (Zeichnung S 204): Da ist der Baumast, da ist meinetwillen ein Eichenblatt, und nun legt die Wespe mit einem Legestachel — das ist ein Stachel, der innerlich hohl ist - ihr Ei in das Eichenblatt hinein. - Was geschieht jetzt? Jetzt verändert sich da, wo das Wespenei hineingelegt worden ist, das ganze Gewebe des Blattes, das nun rundherum um das Wespenei ist. Das Blatt wäre in ganz anderer Weise gewachsen, wenn das Ei nicht hineingelegt worden wäre. Nun gut. Schauen wir uns jetzt an, was dadurch entsteht, daß das Wespenei hineingelegt worden ist. Da entsteht das, daß hier sich das Pflanzenwachstum ganz verändert, und um das Wespenei herum, herausragend aus dem Blatt, entsteht der sogenannte Gallapfel. Das sind eben diese bräunlich aussehenden Galläpfel, die Sie an den Bäumen finden. Woher sind sie entstanden? Dadurch sind sie entstanden, daß an der Stelle eine Wespe ihr Ei hineingelegt hat, und um das Wespenei herum ist jetzt diese veränderte Pflanzensubstanz. Die hüllt es ganz ein. Dieses Wespenei würde zugrunde gehen, wenn es irgendwo hingelegt würde. Das kann nur dadurch gedeihen, daß zunächst um dieses Ei herum eben diese schützende Substanz ist, die die Gallwespe der Pflanzensubstanz stiehlt. Sie nimmt sie ihr weg.

[ 20 ] There are wasps that have the peculiarity that they do not deposit their eggs at random, but place them on plants or on the leaves or bark of trees, even into the blossoms of trees. [Drawing on the blackboard.] Here for example is the branch, here an oak-leaf, and the wasp with its ovipositor which is hollow, (the sting would be here) lays its egg in the oak-leaf, or in some other part of a plant. What then happens? Where the egg has been placed the whole surrounding tissue of the leaf is changed; the leaf would have been quite different if the egg had not been laid there. Very good, let us now see what has happened. The whole growth of the plant has been affected, and protruding from the leaf, entirely surrounding the little wasp-egg, we find the so-called gall-nut or gall-apple, those little brownish coloured nuts or apples so often seen on trees. They are there because a wasp deposited an egg at this spot, and all round the egg there is this metamorphosed plant-substance which entirely envelops it. The wasp egg would perish if it were laid in any other place; it can only exist and develop because this protective substance encloses it which the gall-wasp steals from the plant. The wasp robs the plant of this substance.

[ 21 ] Sie sehen, die Biene, die legt ihr Ei in die Wabe hinein und sie entsteht aus Maden und so weiter, wird Biene und stiehlt nachher die Pflanzensubstanz und verarbeitet sie in sich selber. Die Wespe macht die Geschichte nun etwas früher. Die Wespe, die nimmt schon, indem sie das Ei legt, der Pflanze die Substanz, die sie braucht, weg. Also die Biene, die wartet mit dem, was sie da tut, etwas länger als die Wespe. Die Wespe tut das früher. Bei den höheren Tieren und beim Menschen ist das so, daß sich das Ei schon im Leibe der Mutter mit einer schützenden Hülle umgibt. Da wird das aus der Mutter genommen, was die Wespe hier aus der Pflanze nimmt. Dieser Gallapfel ist einfach aus der Pflanze herausgebildet, so wie sich um den Eikeim herum im Leibe der Mutter als die Hülle das Chorion bildet, das später mit der Nachgeburt abgeht.

[ 21 ] You see, the bee lays its egg in the cells of the comb; the larvae develop and emerge as bees, which in their turn steal the substance of the plant, and elaborate it within themselves. The wasp does this at an earlier stage, for in the depositing of the egg the wasp already takes from the plant the substance it needs. The bee, as it were, waits a little longer, the wasp does it earlier. In the case of the higher animals, and with man, the egg is already surrounded with a protecting sheath within the body of the mother. In this instance what the wasp has to take from the plant is provided by the mother. This gall-nut is simply built up from the substance of the plant, just as the chorion is formed as a sheath round the egg in the body of the mother, and is ejected later with the after-birth.

[ 22 ] Sie sehen, wie die Wespe mit der Pflanze zusammengeht. In besonders wespenreichen Gegenden kann man das finden, daß die Bäume überall ganz bedeckt sind mit solchen Galläpfeln. Die Wespe lebt zusammen mit den Bäumen. Sie ist darauf angewiesen. Ihr Same könnte gar nicht gedeihen, wenn er nicht diese schützende Hülle sich bilden würde aus den betreffenden Bäumen oder Pflanzen überhaupt. Das kann auch anders aussehen. Es gibt auch Gallbildungen, die nicht wie Äpfel ausschauen, sondern die so herauswachsen, die haarig sind, so ineinander verwoben (siehe Zeichnung). Aber überall ist in der Mitte der betreffende Wespenkeim drinnen. Sie können auch manchmal diese Gallen in Form von zottigen kleinen Nüssen finden. Das ist etwas, was zeigt, wie die Wespen mit den Pflanzen zusammenleben. Dann, wenn die Wespe reif ist, wenn sie herangereift ist, bohrt sie sich mit ihren Freßzangen durch und kriecht dann als Wespe aus, um, wenn sie eine Zeitlang drauRen gelebt hat, wiederum in irgendein Blatt oder dergleichen ihr Ei abzulegen. So daß die Eiablage immer durchgeht durch ein Zusammenleben mit den Pflanzen.

[ 22 ] You see how close is the relationship between the wasp and the plant. In districts especially rich in wasps one can find trees almost entirely covered with these galls. The wasp lives with the trees; it depends on them, for its eggs would never develop if it could not procure this protective covering from the different trees or plants. These galls have very many and various forms, there are some which do not look like small apples, but are interwoven and hairy, but everywhere the small germ of the wasp is in the centre. At times these galls look like shaggy little nuts. We see how close is the relationship between the wasps and the plants with which they share their existence. When the wasp has matured, it eats its way with its sharp jaws out of the gall-nut, and emerges as a wasp, and after a period of living in the outer world lays its eggs on a leaf or the bark of a tree; the egg and larval stages are always passed through as a living together with the plants.

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[ 23 ] Sie könnten nun vielleicht sagen: Was hat denn das mit der Honigbereitung zu tun? — Meine Herren, das hat mit der Honigbereitung eigentlich sehr viel zu tun, und man kann lernen, wie der Honig zustande kommt, wenn man diese Sache ins Auge faßt. Und da gibt es auch wiederum in der früheren, ich möchte sagen, volkstümlichen Wissenschaft Instinkte, die eine solche Sache berücksichtigen. Sie wissen ja vielleicht: In südlicheren Gegenden, namentlich in Griechenland, spielt die Feigenzucht eine große Rolle. Nun gibt es sogenannte wilde Feigen, die zwar etwas süß sind, aber sie sind so, daß manche Menschen eine noch leckerere Zunge haben und noch süßere Feigen haben möchten, als die wilden Feigen eben Süßigkeit haben. Was tun nun diese Leute?

[ 23 ] Well, gentlemen, you may perhaps say—what has all this to do with the production of honey? It has actually a great deal to do with it, for when such things are observed in the right way one learns to know how the honey was first prepared in nature, and we find once more an instance of how the instinctive knowledge of the people in older times took these things into account. Perhaps some of you know that in the south, and more especially in Greece, the cultivation of fig trees is of much importance. These are the so-called wild figs which are certainly rather sweet, but there are people with a still sweeter tooth, who wish to have fig trees that bear still sweeter figs than those of the wild trees. What do these people do?

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[ 24 ] Nun denken Sie sich, da wäre ein wilder Feigenbaum. Dieser wilde Feigenbaum, der wird ganz besonders geliebt von einer bestimmten Wespenart, die da ihre Eier drinnen ablegt (siehe Zeichnung). Stellen wir uns also vor: Da wäre der wilde Feigenbaum, auf dem Ast eine solche wilde Feige, in die die Wespe ihr Ei ablegt.

[ 24 ] Now just imagine you have a wild fig tree; this wild fig tree is a special favourite with a certain kind of wasp which lays its eggs upon it. Let us picture this tree, and on its branches a wild fig into which the wasp inserts its egg.

[ 25 ] Nun, der Feigenzüchter, der ist eigentlich in seiner Art ein ganz schlauer Kerl. Er läßt diese Wespen in den wilden Feigenbäumen, die er besonders dazu anzüchtet, ihre Eier ablegen. Nachher nimmt der Bursche zwei solche Feigen zunächst herunter in dem Zeitpunkte, wo die Wespenlarven drinnen noch nicht bis zu Ende sind, so daß die Wespen also noch lange nicht reif zum Ausschlüpfen sind, aber eine Zeit ihrer Entwickelung schon durchgemacht haben. Nun, was tut er weiter? Er nimmt einen Binsenhalm und bindet diese zwei Feigen, in denen er diese Wespenlarven nicht ganz zur Reife hat kommen lassen, mit diesem Binsenhalm zusammen, so daß sie halten. Jetzt geht er an einen Feigenbaum, bei dem er die Feigen veredeln will und hängt die zwei Feigen, die er mit dem Binsenhalm verbunden hat und worin die Wespen genistet haben, ihre Eier abgelegt haben, an den Feigenbaum an, den er veredeln will. Was geschieht nun?

[ 25 ] Now the grower of the figs is in his way a clever fellow; he lets the wasps lay their eggs in the wild figs which he cultivates just for this very purpose. Later this fellow gathers two of these figs, just at the moment when the wasp eggs are not quite fully developed, when the wasps are not yet ready to creep out, and he takes a reed and ties the two figs together so that they are held firmly. And now he goes to a fig tree that he wants to improve, and he hangs the two figs he has tied together, and within which are the eggs of the wasp not yet fully developed, and binds them on to the fig-tree which he wishes to sweeten.

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[ 26 ] Da geschieht folgendes: Die Wespen, die spüren das, weil diese Feigen, die er abgerissen hat, die nicht mehr auf dem Feigenbaum darauf sind, jetzt trocken werden; die trocknen aus, die haben nicht mehr den Saft vom Baum. Das spürt innerlich schon die noch gar nicht entwickelte Wespe. Selbst das Ei spürt das. Und die Folge davon ist, daß sich die Wespe mit ihrem Auskriechen furchtbar beeilt. So daß also der Züchter im Frühling anfängt, diese Prozedur zu machen: Er läßt zuerst die Wespe ihre Eier ablegen. Flugs, wenn es so zum Mai kommt, nimmt er diese zwei Feigen herunter und macht damit diese Prozedur. Donnerwetter, denkt sich das Tier, das da drinnen ist, jetzt muß ich mich beeilen! Jetzt kommt ja schon die Zeit, wo die Feige wieder trocken wird! Das Tier beeilt sich furchtbar, schlüpft viel früher aus, als es sonst ausgeschlüpft wäre. Wäre die Feige hängengeblieben, wäre es im Spätsommer ausgeschlüpft. So muß es im Frühsommer ausschlüpfen. Die Folge aber ist, daß das Tier, weil es im Frühsommer ausschlüpft, eine zweite Brut machen muß, und es legt noch im Sommer Eier, während es sonst erst im Frühjahr gelegt hätte.

[ 26 ] And now the following happens: the wasps within the figs feel that something has happened, for the figs which were gathered now begin to dry up, for they are no longer supplied with the sap of the tree, and get very dry. The immature wasp inside senses this, even the egg is aware of it, and the result is that the wasp is in a terrible hurry to come out of the fig. The grower always starts this process in the spring; he first lets the wasp lay its eggs, and in the month of May he quickly gathers the two figs and carries out his plan. The little creature inside thinks, now I must hurry up, now the time has come when the figs dry up. In a terrible hurry the wasp emerges much earlier than it would otherwise have done. If the fig had remained where it was before, it would only have crept out in the late summer; now it must creep out in the early summer with the result that there is a second brood. It lays eggs in the summer which would otherwise have been laid in the following spring.

[ 27 ] Mit diesen Eiern geht die Wespe jetzt an die Feigen, die an dem Baume sind, der veredelt werden soll. Dahinein legt sie die Eier, Späteier, die nicht bis zu ihrer Reife kommen, sich nur bis zu einem gewissen Grade entwickeln. Und was geschieht dadurch? Diese Feigen, in die da die zweite Brut hineingelegt ist, die werden doppelt so süß als die anderen wilden Feigen! Das nennt man die Veredelung der Feigen, daß sie doppelt so süß werden.

[ 27 ] Now these late eggs which are deposited on the tree that is to be further cultivated, do not reach full maturity, they only develop to a certain stage. The result of this is, that those figs into which the second brood has been placed become twice as sweet as the wild figs. This is the method of improving the figs, of making them twice as sweet.

[ 28 ] Was ist denn da geschehen? Da ist das geschehen, daß die Wespen, die eben verwandte, aber andere Tiere sind als die Bienen, schon im Ei dasjenige aus der Pflanze herausgenommen haben, was zum Honig werden kann. Und wenn man in geschickter Weise, wie der Feigenzüchter, der da seine zwei wilden Feigen mit den Wespeneiern drinnen mit seinem Binsenhalm zusammenbindet und da hinaufschwingt auf den Baum, so daß sie da drinnen hängen, wenn man sie in geschickter Weise veranlaßt, auch wiederum in die Pflanze hineinzuweben, was sie aufgenommen haben aus der anderen Pflanze, so läßt er sie den Honig in die Pflanze, in die er sie gehängt hat, in diese veredelten Feigen, nun als Süßigkeit hineingeben. In diese veredelten Feigen kommt die Süßigkeit dadurch hinein, daß der Honig in ganz feiner Verteilung einfach durch die Wespe hineingetan worden ist. Das ist auf dem Umweg der Natur geschehen.

[ 28 ] What has actually happened here? The wasps, which though they differ from the bees are yet related to them, the wasps take just that substance from the plant which is on the way to become honey. If in the clever way of the cultivator of the fig trees, the figs of the wild tree containing the eggs of the wasp are thrown up and tied so that they remain hanging up there, and if one then is clever enough to induce the wasps to weave again into the tree what they have taken from the other tree, then honey in the form of sweetness is, as it were, filtered into these grafted fig-trees; it enters into the figs in the form of sweetness because the wasps have prepared it in an extremely fine state of dilution; Nature itself has brought it about in an indirect way.

[ 29 ] Sie sehen also: Da haben wir aus der Natur gar nichts herausgenommen, sondern drinnengelassen die Honignatur. Die Wespe kann den Honig nicht so zubereiten wie die Biene, weil ihre Organisation dazu gar nicht taugt. Aber sie kann, wenn man sie zu diesem Umwege zwingt, von einer Feigenfrucht während ihrer Fortpflanzung in die andere Feigenfrucht die Süßigkeit ihres Honigseims herübertragen. Dann macht sie die zweite Feige, die veredelte, süß. Und es ist da drinnen eine Art von Honigsubstanz. Also Sie sehen: Da kommen wir auf etwas ganz Besonderes. Bei diesen Wespen stellt sich das heraus, daß sie einen Körper haben, der es nicht dazu bringt, der Natur den Honigseim wegzunehmen und ihn in ihrem eigenen Körper zu Honig umzuändern. Aber sie können in der Natur selber das befördern, daß von einer Feige zu der anderen hinüber eine Art Honigbildung stattfindet.

[ 29 ] You see, gentlemen, nothing has been taken away from Nature, the essence of the honey remains within Nature. The wasp cannot prepare the honey in the way the bee does, for its organisation is not adapted to this. But when, by this by-path, it is compelled during the stages of its growth, to carry the sweetness of the honey from one fig-tree to another, the sweetness of the grafted figs can be increased; a kind of honey-substance is then within them. You see, gentlemen, we arrive here at something very interesting. It seems that these wasps have a body which is unable to gather the nectar, the honey-substance from Nature, and transform it into honey within itself. But man can bring it about that from one fig-tree to another a kind of honey-making takes place.

[ 30 ] Die Biene ist also ein Tier, das einen wespenähnlichen Körper so weit entwickelt, daß sie das nun abgesondert von dem Baum und so weiter machen kann, was bei der Wespe in dem Baum selber drinnengelassen werden muß. Wir müssen sagen: Die Biene ist ein Tier, das mehr in sich von der Kraft behält, die die Wespe nur hat, solange sie ganz jung ist, solange sie Ei oder Made ist. Die Wespe verliert im späteren Alter die honigerzeugende Kraft, die Biene behält sie und kann sie ausüben als erwachsenes Tier. — Ja, bedenken Sie, meine Herren, was das bedeutet, daß man da hineinschauen kann in die ganze Natur und sich sagen kann: In den Pflanzen drinnen steckt der Honig, steckt diese nach der Zuckersüßigkeit hingehende Substanz. Die steckt da drinnen. Sie kommt auch zum Vorschein dann, wenn man nur die richtigen Wege nimmt, wenn man die Natur nur unterstützt dadurch, daß man die Wespe in der richtigen Zeit zu dem Baum, den man veredeln will, hinüberkommen läßt.

[ 30 ] The bee is therefore a creature that develops a wasp-like body so much further that it is able to accomplish this quite apart from the trees; in the case of the wasp the process must be left within the tree itself. So we must say: the bee retains within itself more of that force which the wasp only possesses at a very young stage, as long, that is, as it is in the egg, or larval state. When the wasp develops further it loses the power of producing honey; the bee retains it and can make use of it as a fully matured creature. Just think, gentlemen, what it signifies that one can in this way look into Nature's processes, and can say to oneself: within the plants there is concealed this honey, this substance that tends towards sugar-sweetness. It is there; it shows itself, if only one follows the right path; one has only to assist Nature by seeing that the wasp comes at the right moment to the tree that is to be improved.

[ 31 ] Hier in unseren Gegenden lassen sich solche Sachen nicht machen, überhaupt in der jetzigen Zeit ist das gar nicht mehr möglich, zu machen. Aber es gab einmal in der Erdenentwickelung eine Zeit, da hat man die Möglichkeit gehabt, Wespen, die man heute und die man auch schon vor zweitausend Jahren nur so verwendet hat, daß man sie, wie der schlaue Mensch, nicht wahr, zu einer zweiten Brut veranlaßt hat, diese Wespen ausschlüpfen zu lassen, hat ihnen dann die Möglichkeit gegeben, Eier abzulegen in den Feigen, die nun auch gepflückt waren, und dadurch ist es nach und nach gelungen, aus den Wespen die Bienen herüberzuzüchten. Die Biene ist nämlich ein Tier, das herübergezüchtet ist aus Wespen in ganz alten Zeiten. Und heute, wie gesagt, kann man noch sehen, wie durch die Tiertätigkeit, also durch die Wespentätigkeit, diese Honigbereitung in der Natur selber vorkommt.

[ 31 ] Here, in our country such things cannot be done, it is no longer possible today. There was once a time in the evolution of the earth when from the wasps, which as long as 2,000 years ago, and indeed, still today, could be persuaded by some clever fellow to produce a second brood as I have described. These wasps crept out and were given the opportunity of laying their eggs in the figs, which were then again and again gathered. Thus, in the course of time, it was possible that bees could be developed from these wasps. The bee is a creature which in very ancient times was developed from the wasp. Today one can still see that it is by means of an animal activity, namely that of the wasps, that honey is first prepared in the realms of nature.

[ 32 ] Und daraus können Sie auch sehen, wie es sich nun damit verhält, daß die Bienen in einer bestimmten Weise ihren Honig in Waben absetzen. Die Wabe, die ist im wesentlichen aus der Wachssubstanz bestehend. Ja, diese Wachssubstanz, die ist nicht nur dazu notwendig, daß der Honig im allgemeinen abgesetzt wird, sondern die Biene kann den Honig nur bereiten, wenn ihr ganzer Körper in der richtigen Weise arbeitet. Sie muß also Wachs absondern.

[ 32 ] So now, you can also understand how closely related to this is the fact that the bees place their honey in the cells of the honey-comb. This comb consists mainly of wax, and wax is not only necessary in order that the bees may deposit their honey there, for the bee can only produce honey when its whole organism is active in the right way. It must therefore secrete wax.

[ 33 ] Nun, der zweite Feigenbaum, in dem von selber die Süßigkeit entsteht, der ist auch wachsreicher als der wilde Feigenbaum. Und gerade dadurch unterscheidet sich der veredelte Feigenbaum von dem wilden, daß er wachsreicher ist. Da macht die Natur selber diesen Zusatz von Wachs. So daß die veredelte Feige, die süße Feige an einem Baum gedeiht, der sich von selbst innerlich in einer gewissen Weise wachsreicher macht. Da können Sie schon dasjenige vorgebildet finden, was in der Bienenzucht auftritt.

[ 33 ] The second fig tree in which sweetness arises of itself, is also richer in wax than the wild tree. It differs especially from the wild tree in that it is richer in wax. Nature has herself increased the wax so that the cultivated figs, the sweetened figs, grow on a tree which in a certain way, Nature has made richer in wax. You can already see here a model, as it were, for what appears in bee-keeping.

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[ 34 ] Aber wenn Sie nun ganz genau zu Werke gehen, dann können Sie bei der veredelten Feige den Stamm nehmen, ihn durchschneiden, und Sie bekommen nun, wenn Sie nachsuchen, merkwürdigerweise solche Zeichnungen (siehe Zeichnung), wie Wachszellen. Aus diesem Wachs, das sich in dem Stamm drinnen absetzt, bilden sich solche Gewächse, nämlich eine Art von Bienenzellen. Die veredelte Feige wird wachsreicher, und da drinnen im Stamm ordnet sich das Wachs auch in einer Art von Zellform an. So daß man sagen könnte: Schauen wir uns diese Feigenveredelung an, dann haben wir da eine nicht aus der Natur herausgeschlüpfte Honigzucht, nur daß der Honig in der Feige drinnen bleibt.

[ 34 ] If you now go to work very carefully, and make a cross-section from the trunk of the cultivated fig tree, you will find, if you look carefully, patterns just like the wax cells of the comb. Within the tree-trunk you find certain growths similar to the honey cells, formed from the precipitated wax of the tree. The tree that is richer in wax uses it in a kind of honey-cell formation. So we can say: when we study this special cultivation of the fig trees we discover a kind of honey production in Nature that has not yet appeared openly, for the honey remains within the figs.

[ 35 ] Die Biene, die zieht das, wenn ich so sagen darf, an die Öffentlichkeit heraus, was da, bei der veredelten Feige, innerhalb der Natur selber bleibt. Die Biene zieht es an die Öffentlichkeit heraus. Dadurch wird das Wachs, das sonst im Stamm drinnen geblieben wäre und da eine Art von Naturzellen gebildet hätte, die nur nicht so deutlich sind, nicht so massiv sind, die nur so angedeutet sind und gleich wieder verschwinden, heraufgetrieben in die Feige. Die ganze Wachs- und Honigbildung ist dann in der Feige drinnen. Diese ganze Bienenzucht, die da drinnen ist, die ist im Baume selber, so daß die ganze Natur ein Bienenzüchter ist.

[ 35 ] The bees, if I may so express it, bring out into the open what remains still within Nature in the sweetened figs. Thus, what would otherwise have remained within the tree-trunk, forming there these natural cells, which are only less definite, less substantial than the bee cells, and fade away again, this whole wax and honey-making process is driven up into the figs, so that Nature is herself a bee-keeper. The bees have drawn it forth from Nature and have these processes within themselves.

[ 36 ] Was hat die Biene zunächst getan? Die Biene hat zunächst ein Ei abgelegt, hat das Ei in den Bienenstock hineingelegt, das Ei ist reif geworden. Jetzt braucht sie nicht die Substanz da zu einem Gallapfel zu verwandeln, sondern nimmt gleich aus der Pflanze heraus den Honigseim. Sie geht auch nicht an den anderen Baum, der wachsreicher wird, sondern macht sich gewissermaßen das, was sich sonst im Stamme bildet, den Wabenzusammenhang, von sich selber und legt da den Saft hinein, der jetzt als Honig da ist, während er bei der veredelten Feige als Saft die ganze Feige ausfüllt. So daß man sagen kann: Es geht eben in der Öffentlichkeit das vor sich, was in der Natur sonst im Bereich der Bäume bleibt, zwischen den Bäumen und den Wespen selber ausgemacht wird. — Und daran sehen Sie wirklich ganz klar, was Sie eigentlich vor sich haben, wenn Sie einen Bienenstock mit seinen so kunstvoll aufgebauten Wachswabenzellen haben. Es ist eigentlich ein wunderbarer Anblick — nicht wahr, Herr Müller? - Ein wunderbarer Anblick muß diese künstliche Zusammensetzung dieser Wachswabenzellen sein. Und da drinnen nun Honig!

[ 36 ] What does the bee then do? The bee deposits its eggs within the hive, and the egg matures there. It does not need to change the substance into a gall-apple, it takes the nectar directly from the plants, neither does the bee need to go to the tree that is richer in wax, for she accomplishes in herself what takes place in the tree-trunk, and deposits in the comb the juices of the plant which she transforms into honey, which in the case of the cultivated tree, remains in the juices of the fig. One can say that what in Nature lies concealed in the tree through the wasps, now happens outwardly, and it becomes clear what it really is that we have before us, when we look into the hive with its marvellously built comb of waxen cells. It is indeed, gentlemen, a wonderful sight, is it not Herr Müller? A wonderful sight is the artistic construction of these waxen cells with the honey within them.

[ 37 ] Ja, meine Herren, schauen Sie sich das an. Dann sagen Sie sich: Donnerwetter, die Biene, die stellt eigentlich in ihren wunderbaren Wachswabenzellen eine Art von künstlich aufgebautem Baumstamm mit seinen Verästelungen dar! In den Baum selber geht sie nicht hinein, ihre Eier abzulegen, aber sie baut sich draußen etwas wie ein Bild des Baumes, und statt daß sie die Feige daran wachsen läßt, setzt sie den Honig schon in die fertigen Waben hinein. Wir haben also in diesem durch die Biene eine Art von Nachbild des künstlich veredelten Feigenbaumes gemacht.

[ 37 ] You have only to look at it gentlemen, and you will say to yourselves—the bees with their waxen combs really show us a kind of artistically formed tree-trunk with its many branches. The bee does not need to go to the tree to lay her eggs there, but they build for themselves a kind of picture of a tree, and in the place of the figs growing there, she puts honey into the finished cells. We find, as it were, a copy of the artificially cultivated fig tree which the bees have made.

[ 38 ] Das ist tatsächlich ein Blick in das Innere der Natur, der Ihnen zeigen wird, wie man von der Natur selber lernen kann. Aber man muß eben von der Natur lernen können. Die Menschen werden noch viel von der Natur lernen. Aber sie müssen erst den Geist in der Natur sehen; dann werden sie solche Sachen lernen. Sonst, nicht wahr, steht man und hält Maulaffen feil, wenn man nach dem Süden reist und sieht da den schlauen Kerl, der seine angestochenen Feigen zusammenbindet mit dem Binsenhalm und sie dann hinaufschleudert auf den wilden Feigenbaum - hält Maulaffen feil wie die Reisenden, selbst wenn es Wissenschafter sind, die nicht wissen, warum er das tut: Weil er damit die Bienenarbeit spart, indem ihm die Natur schon den Honig in die Feigen hineintut. Und die Feigen sind in ähnlicher Art in der Gegend, wo sie gedeihen, gesund wie der Honig, weil der Honig in ihnen schon in seinem Anfangsstadium vorhanden ist.

[ 38 ] Truly, gentlemen, this is to look into the very heart of Nature, and realise what can be learnt from her. Men have yet to learn much from Nature, but for this they must first learn to recognise the spiritual in Nature. Without this recognition of the spirit in Nature, one merely stands and gapes, and should one journey to the south and see how those clever fellows there tie the figs together, the figs pierced by the wasps, and throw then up into the trees and bind and fix them there we shall gape as tourists do, even when they are scientific gentlemen, and not know what to make of it, They do not know that he saves the bees their labour, for Nature will put the honey into the figs for him. In those countries where figs are plentiful, they are as health-giving as honey, for it is honey at an earlier stage of development that is already in the figs.

[ 39 ] Das sind die Dinge, die man sich schon einmal vergegenwärtigen soll, wenn man etwas so Wichtiges und Einschneidendes besprechen will wie die Bienenzucht. Ich glaube, daß man dadurch allmählich in gewisser Weise schon zu etwas richtigeren Anschauungen vordringen wird.

[ 39 ] You see, these are things which we ought to know if we are to discuss a matter of such importance as bee-keeping. I believe that by such means we shall in time arrive at points of view of true value.

Frage und Antwort

Not translated

R. Hahn: Nach dem Vortrag trat ich an Herrn Dr. Steiner mit der Frage heran, was die Ursache der Bienenfaulbrut sei. Er meinte, Bestimmtes darüber könnte er erst dann sagen, wenn er die Krankheit wirklich untersucht hätte. Aber wahrscheinlich handle es sich bei der Bienenfaulbrut um eine fehlerhafte Zusammensetzung der Harnsäure der Bienenkönigin. Er sagte dann noch: «Nicht wahr, auch die Biene hat ja Harnsäure in ihrem Organismus; es wird schon so sein, daß die fehlerhafte Zusammensetzung der Harnsäure die Ursache dieser Erkrankung ist.»

Not translated

Über die in dem gleichen Vortrag erwähnte Herüberzüchtung der Biene aus der Wespe sagte er auf eine bezügliche Frage etwa: «Dieser Vorgang hat in der alten Atlantis stattgefunden, wo die einzelnen Tierformen noch nicht so fest in sich abgeschlossen waren wie heute, wo noch keine so feste Grenze zwischen den einzelnen Arten war. Heute wäre eine solche Herauszüchtung nicht mehr möglich.»

Not translated