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The Rudolf Steiner Archive

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Man and World
How Spirit Works in Nature
GA 351

12 December 1923, Dornach

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14. Vom Bienengift und von den Ameisen

Lecture VII

Es wird gefragt, was für eine Verwandtschaft es zwischen Bienen und Blumen gibt, was die beiden so verbindet, und was der Honig dem Menschen sein sollte und ist. Dann wird noch einmal auf die Eiablage zurückgegriffen.

Questions were asked as to the affinity between bees and flowers which unites them so closely; also, what honey should be, and is, in relation to mail. The question of the laying of eggs when the Queen is not fecundated was again raised, as in a normal hive there are three kinds of eggs: queen-eggs, worker-eggs and drone-eggs).

[ 1 ] Dr. Steiner: Nun, meine Herren, darüber wollen wir im heutigen Vortrag noch einmal sprechen. Die Sache ist diese: Wir haben dieses Befruchten der Königin beim Befruchtungsflug. Da ist also die Königin zunächst befruchtet worden. Dann haben wir die Zeit in Betracht zu ziehen, die verläuft von der Eiablage, bis das Insekt vollständig fertig ist, bis die Biene da ist. Diese Zeit, die beträgt bei der Königin 16 Tage, bei der Arbeitsbiene 21 Tage, bei der Drohne 22 bis 24 Tage. Also diese drei Gattungen von Bienen sind zunächst verschieden voneinander dadurch, daß sie zu verschiedener Zeit fertig werden. Was ist da zugrundeliegend? Wenn aus einer Bienenmade eine Königin wird, so wird sie es namentlich dadurch, daß die Made von den Bienen selber in einer bestimmten Weise gefüttert wird. Sie werden ja etwas anders gefüttert von den Bienen, die Königinnen; dadurch wird das Wachstum beschleunigt.

[ 1 ] Dr. Steiner: Very well, we will discuss these things once more in today's lecture. It is like this: we have first the fertilisation of the Queen during the nuptial flight. The Queen is then fecundated. Then we have to consider the time which elapses between the laying of the eggs until the insect is completely matured, till the bee is there. With the Queen this period is sixteen days, with the worker-bee twenty-one—twenty-two days, and in the case of the drone twenty-two—twenty-four days. We have then to begin with these three types; they differ from one another in so far as they mature during differing periods of time. What lies at the root of this? When a bee develops as a Queen it is due to the special feeding it has been given; the Queen larva are differently fed so that growth is accelerated.

[ 2 ] Nun ist die Biene ein Sonnentier, und die Sonne braucht ungefähr so viel Zeit, um sich einmal um sich selber herumzudrehen, wie eine Drohne braucht, um sich zu entwickeln. So daß also die Königin nicht abwartet mit ihrer Entwickelung, bis die Sonne sich vollständig umgedreht hat, das heißt, sie bleibt ganz im Bereich von einer einzigen Sonnenumdrehung. Dadurch kommt sie dazu, sich so zu entwickeln, daß sie ganz unter den Einfluß der Sonne gelangt. Dadurch wird sie eben eine eierfähige Biene. Also alles das, was Eierfähigkeit ist, das steht unter dem Einfluß der Sonne respektive des Weltalls auch.

[ 2 ] Now the bees are creatures of the Sun, and the Sun needs approximately the same time to revolve once upon its own axis as the worker-bee needs to come to maturity. The Queen does not wait in her development till the Sun has quite completed this revolution, and for this reason her whole development remains entirely within the influence of the Sun. Thereby she becomes a creature capable of laying eggs; all that is connected with a capacity to lay eggs is under the influence of the Sun, and indeed, of the whole cosmos also.

[ 3 ] In dem Augenblicke, wo nun so gefüttert wird, daß die Biene sich so schnell entwickelt, daß sie, wie bei der Arbeitsbiene, fast eine ganze Sonnenumdrehung durchmacht, da kommt die Biene schon näher unter den Einfluß der Erdenentwickelung. Je mehr die Sonne weitergeht, desto mehr kommt die Biene unter den Einfluß der Erdenentwickelung. Jetzt ist die Arbeitsbiene zwar noch sehr stark ein Sonnentier, aber schon etwas ein Erdentier. Und jetzt ist die Drohne, die ungefähr so lange sich entwickelt wie die Sonne zu einer ganzen Umdrehung braucht, ein vollständiges Erdentier; die macht sich also von der Sonne los.

[ 3 ] The moment the feeding is such that development proceeds at the rate of the worker-bee, which is that of almost a complete revolution of the Sun, the nearer the bee approaches the influence of the earth-evolution. The farther the Sun moves, the more the bee comes under the influences of the earth. The worker-bee is indeed largely a creature of the Sun, but already somewhat of an earthly creature. But the drone which develops during a longer period than is necessary for a complete revolution of the Sun, becomes a creature wholly of the earth. It withdraws itself from the influence of the Sun.

[ 4 ] Nun haben wir dreierlei. Wir haben die Sonnenkönigin; wir haben die Arbeitsbiene, in der wir noch außerirdische Kräfte haben, und wir haben die Drohnen, die nichts mehr haben von der Sonne, die ganz Erdentiere sind. Alles, was sonst geschieht, geschieht nicht unter dem Einfluß der Erdenkräfte, sondern nur die Befruchtung selber.

[ 4 ] We have then this trinity; we have the Queen, the worker-bees, in which there are still super-earthly forces, and we have the drones which have no longer anything to do with the Sun, but are fully creatures of the earth. All else that happens occurs no longer under the influence of the earth, with the one exception of the actual fecundation of the Queen.

[ 5 ] Nun ist das Eigentümliche dieses. Betrachten Sie nur einmal die Befruchtungsflucht. Die niederen Tiere haben nämlich die Befruchtung gar nicht gern; sie wollen sich ihr entziehen. Das können wir überall nachweisen. Daher ist es eigentlich eine Flucht, die die Königin anstellt zur Sonne. Denn die Befruchtung findet ja nicht statt, wenn es trübe ist. Und da müssen die Drohnen, die das Irdische in das Sonnenhafte hineinbringen wollen, sogar kämpfen in der Luft. Und diejenigen, die dann schwach sind, bleiben zurück. Nur diejenigen, die die letzte Kraft behalten und so hoch fliegen können wie die Königin, die können die Befruchtung leisten.

[ 5 ] Now this is the remarkable point. Just consider this nuptial flight of the Queen. The lower animals dislike fecundation, they seek to avoid it. This is everywhere in evidence. Thus the flight of the Queen is an escape towards the Sun, and no fecundation can take place when the day is dull. The drones who try to bring an earthly element into the Sun element must even wrestle in the air, and the weaker ones are left behind. Only the very strongest can fly as high as the Queen, and fertilise her.

[ 6 ] Dadurch aber, meine Herren, daß die Königin befruchtet ist, ist noch nicht jedes Ei befruchtet, sondern nur ein Teil der Eier in der Königin wird befruchtet; das werden Arbeitsbienen oder Königinnen. Ein Teil wird nicht befruchtet im Leibe der Königin; das werden Drohnen. Wenn also die Königin gar nicht befruchtet wird, entstehen lauter Drohnen. Wenn die Königin befruchtet wird, dann entstehen Drohnen [aus den unbefruchteten Eiern] oder Arbeitsbienen und Königinnen, weil der Keim befruchtet wird, also das Himmlische in ihm mit dem Irdischen in Berührung kommt.

[ 6 ] But even after this has taken place it is not all the eggs that are fertilised, but only a portion of them, and these can become Queens or worker-bees; the remaining portion that are unfertilised within the body of the Queen become drones. When the Queen is not fecundated then only drones can emerge, when she is fecundated, Queens, worker-bees and drones can emerge, because the seed is fertilised and the heavenly has made contact with the earthly.

[ 7 ] So daß also schon auch dann, wenn neben den Drohnen Arbeitsbienen sind, die Drohnen davon herrühren, daß sie also am meisten dem Irdischen dann ausgesetzt sind, weil eben eine Befruchtung nicht stattgefunden hat. Sie müssen eben dann erst recht dem Irdischen ausgesetzt werden, damit sie überhaupt lebensfähig bleiben. Sie müssen länger ernährt werden und so weiter. Befriedigt Sie das?

[ 7 ] Thus even when there are worker-bees and drones, the latter still owe their origin to a longer exposure to earthly influences, because no fertilisation has in their case taken place, and they must therefore be all the more exposed to earthly influences if they are to become fitted for life; they must be fed for a longer period of time.

Fragesteller: Ich habe vor Jahren einmal gehört, daß wenn einen eine Biene oder eine Wespe sticht und man Rheumatismus hat, so soll der Rheumatismus zurückgehen.

Question: Some years ago, I was told that if anyone has rheumatism and gets stung by a bee or a wasp, the rheumatism will get better.

[ 8 ] Dr. Steiner: Da komme ich auf eine Frage zurück, die vielleicht am letzten Montag nicht berücksichtigt worden ist. Herr Müller hat von einem Manne erzählt, der, wie es scheint, etwas herzkrank gewesen ist, umgefallen ist von einem Bienenstich.

[ 8 ] Dr. Steiner: This touches upon a question which was perhaps not fully considered last Monday. Herr Müller then told us of a man who evidently had some slight affection of the heart, and who collapsed on being stung by a bee.

Herr Müller: Der Arzt riet ihm, die Bienenzucht aufzugeben, da es sonst noch sein Tod wäre!

Herr Müller: The doctor advised him to give up bee-keeping, as otherwise it might be the death of him.

[ 9 ] Dr. Steiner: Die Herzkrankheit, die bezeugt ja nichts anderes, als daß bei diesem Menschen die Ich-Organisation nicht ordentlich eingreift. Da kommt in Betracht, was Sie aus meinen Vorträgen kennengelernt haben. Sie wissen, wir haben vier Teile beim Menschen unterschieden: Erstens den gewöhnlichen physischen Leib, den man angreifen kann, zweitens den Ätherleib, drittens den astralischen Leib und viertens die Ich-Organisation. Diese Ich-Organisation greift ins Blut ein, und diese Ich-Organisation treibt eigentlich das Blut, und wie das Blut getrieben wird, so schlägt das Herz. In den Büchern finden Sie überall eine ganz falsche Darstellung. Da finden Sie dargestellt, wie wenn das Herz eine Pumpe wäre und von da das Blut überall hingepumpt würde in den ganzen Körper. Das ist Unsinn, weil in Wirklichkeit das Blut nicht gepumpt, sondern von der Ich-Organisation selber getrieben wird und infolgedessen überall in Bewegung kommt.

[ 9 ] Dr. Steiner: Disease of the heart is a sign that the ego-organisation is not functioning rightly. You have already heard something of these things in former lectures. You will remember that we distinguished four different parts of a man; first of all, the ordinary physical body, which we can touch, secondly the etheric body, thirdly the astral body, and fourthly the ego-organisation. This ego-organisation is active in the blood; actually, it brings the blood into movement, and in accordance with the movement of the blood, the heart beats. In text books you will always find the facts quite falsely stated, for it is represented as though the heart were a kind of pump, and that this pumping of the heart sends the blood all over the body. This is nonsense, because it is in reality the blood which is brought into motion by the ego-organisation, and moves throughout the body.

[ 10 ] Wenn jemand behauptet, daß das Herz es ist, welches das Blut treibt, dann soll der Betreffende auch gleich behaupten, wenn er irgendwo eine Turbine anbringt, so treibe die Turbine das Wasser. Jedermann weiß, daß das Wasser die Turbine treibt. Geradeso hat der Mensch solche Widerlagen. Da schlägt das Blut an und treibt das Herz. Nur daß das Blut einmal hinstößt, und indem der Sauerstoff mit dem Kohlenstoff sich verbindet, stößt es zurück; dadurch schnappt es einmal vor, einmal zurück. Dadurch entsteht der Herzstoß. Also es ist so, daß in der Blutzirkulation unmittelbar die Ich-Organisation des Menschen eingreift.

[ 10 ] If anyone asserts that it is the heart that drives the blood, then he must equally assert that if he has a turbine, it is the turbine that sets the water in motion, though everyone knows that it is the water that drives the turbine. Man has the same kind of points of resistance in his heart; the blood comes up against them and sets the heart in motion; thus it is that the ego-organisation works directly in the circulation of the blood.

[ 11 ] Nun ist es so, daß diese Ich-Organisation eigentlich im Bienengift drinnen auf eine geheimnisvolle Weise enthalten ist. Dasjenige, meine Herren, was Sie haben als die Kraft, die in Ihrem Blute zirkuliert, das ist auch im Bienengift drinnen. Und es ist interessant, daß die Biene das Bienengift in sich drinnen braucht. Die Biene braucht das Bienengift nicht etwa bloß aus dem Grunde, damit sie stechen kann. Das kommt nur zufällig noch dazu, daß sie auch stechen kann. Die Biene braucht das Bienengift in sich selber, weil die Biene dieselbe Zirkulationskraft braucht, die der Mensch im Blut hat.

[ 11 ] Now it is actually the case that this ego-organisation is in a mysterious way present in the poison of the bee; it is a similar force to the force that circulates in your blood that is present in the bee-poison. It is of great interest that the bee should have need of this poison within her. The bee does not merely need it in order to be able to sting; that is merely incidental. The bee needs the poison throughout its whole organism, for it must have the same force of circulation that man has in his blood.

[ 12 ] Der Bienenstock, habe ich Ihnen gesagt, ist wie ein ganzer Mensch. Nun denken Sie sich, Sie kriegen das Bienengift in den Leib hinein, das heißt also ins Blut. Es geht gleich, wie jedes Gift, das in den Leib kommt, ins Blut über. Nun denken Sie, Sie seien ein normaler Mensch. Ihr Blut wird dadurch mehr in Bewegung kommen. Dadurch kommen Entzündlichkeiten, aber Ihr Herz wird es vertragen. Ist aber einer herzkrank und es wird die Ich-Organisation durch das Gift verstärkt, so schlägt das auf eine etwas kranke Herzklappe auf, und die Folge davon ist, daß ein Mensch ohnmächtig werden oder gar sterben kann. Das ist der Fall, den Herr Müller erzählte.

[ 12 ] The colony of bees, as I told you, is like an entire man. Now consider, you get some of this bee-poison into your body, that is, into your blood, for any poison entering the body goes immediately into the blood. You are, let us say, a normal man, your blood will come more into motion, and inflammation may follow, but your heart can bear it. If however, a man has some disease of the heart, and his ego-organisation is made stronger by the poison, then this affects the weak heart, and the result may be that the man faints, or may even die. This explains the case mentioned by Herr Müller.

[ 13 ] Nun aber ist es das Eigentümliche: Alles dasjenige, was einen Menschen krank machen oder töten kann, kann ihn auch heilen. Und das ist ja die große Verantwortlichkeit, die man bei der Bereitung von Heilmitteln hat, weil es gar keine richtigen Heilmittel gibt, die nicht, wenn sie falsch angewendet werden, dieselben Krankheiten hervorbringen können, die man mit ihnen heilen kann. Wenn Sie also bei einem Menschen eine gewisse Ohnmacht oder gar den Tod durch das Bienengift hervorbringen können, was geschieht denn da? Ja, sehen Sie, wenn ein Mensch ohnmächtig wird, so zieht sich aus seinem physischen Leib der astralische Leib und namentlich das Ich zurück, geht heraus wie im Schlafe, aber im Schlafe auf gesunde, in der Ohnmacht auf krankhafte Weise. In der Ohnmacht bleibt das Ich nämlich stecken, im Schlaf geht es ganz heraus. Wenn der Mensch eine schwache Ich-Organisation hat, bringt er es nicht wieder hinein. Man muß ihn rütteln und schütteln, damit er aus der Ohnmacht aufwacht, seine Atmung stärker machen und dergleichen. Man muß da irgendwelche künstlichen Dinge anwenden. Sie wissen ja auch: In solchen Fällen muß man die Vorderarme des Menschen nehmen, sie über der Brust kreuzen, zurücklegen, und dann wiederum nach vorne. So macht man diese künstliche Atmung bei einem Ohnmächtigen. Diese künstliche Atmung besteht immer darinnen, daß man eben durchaus die Ich-Organisation wiederum richtig in den Organismus hineinbringen will.

[ 13 ] The remarkable thing is this; that substances that can make a man ill or even kill him, can also cure him. This is one of the great responsibilities one has in the preparation of medicines, for there are no real remedies which, if wrongly applied, cannot cause the same illnesses which they can also cure. What then actually happens when a fainting fit or even death results from the sting of a bee? You see, when a man faints, then his astral body, and more especially his ego-organisation, has withdrawn from the body as happens in sleep, only in sleep this happens in a normal way, and in a swoon in abnormal way. In a swoon, or fainting fit, the astral body does not withdraw completely as in sleep, it gets stuck fast, and when a man has a weak ego-organisation, he cannot bring it back again. One has to shake him, wake him up, rouse him out of his faintness by making him breathe more strongly by certain movements. You know how in these cases, one has to take the man's arms, cross them over on his breast, put them back, then again bring them forward and so on, and this artificial breathing really always means that one is trying to bring the ego-organisation back into the body in the right way.

[ 14 ] Nehmen Sie nun aber an: Es hat jemand Rheumatismus oder selbst Gicht oder auch andere Ablagerungen im Körper. Da ist es so, daß man versuchen muß, die Ich-Organisation zu verstärken. Denn warum hat man Rheumatismus oder Gicht? Weil die Ich-Organisation zu schwach ist. Sie bringt das Blut nicht in die richtige Bewegung. Sie muß angeeifert werden. Wenn das Blut nicht in der richtigen Bewegung ist, zu langsam zum Beispiel fließt für den betreffenden Organismus, dann lagern sich überall kleine Kristalle ab, und die gehen dann in die Umgebung der Blutadern hinein. Diese kleinen Kristalle bestehen aus Harnsäure. Die füllen den ganzen Körper aus. Das ist die Gicht oder der Rheumatismus. Da ist die Ich-Organisation zu schwach.

[ 14 ] And now let us suppose someone is suffering from rheumatism, or perhaps gout, or other deposits in the body; then one must try to strengthen the ego-organisation. Why do people have gout or rheumatism? Because the ego-organisation is too weak and cannot bring the blood into the right movement. The blood must be made to move more quickly. When the blood is not in the right state, when for instance, it flows too slowly, minute crystals are precipitated everywhere, and pass into the neighbourhood of the blood-vessels. These minute crystals consist of uric acid, and they go all over the body, and cause gout or rheumatism—the ego-organisation is too weak.

[ 15 ] Gebe ich jetzt dem Menschen die richtige Dosis von Bienen- oder Wespengift, wird seine Ich-Organisation verstärkt. Nur darf man nicht zuviel geben, sonst kann die Ich-Organisation sich nicht behaupten. Wenn man aber just so viel gibt, daß die Ich-Organisation verstärkt wird, kann man mit Bienengift oder Wespengift ein sehr gutes Heilmittel erzeugen. Nur muß man es mit einem anderen Mittel vermischen. Solche Dinge werden gemacht. Es ist zum Beispiel das alte sogenannte Tartarusmittel in einer ähnlichen Weise, allerdings aus anderen Substanzen, fabriziert.

[ 15 ] If I now give this man the right dose of bee or wasp poison, his ego-organisation is strengthened; only one must not give too much, or the ego-organisation might not be able to hold its own. But if one gives just enough to strengthen the ego one can then find a very good remedy prepared from the bee or wasp poison; only one must combine it with some other substance. These things are done. For instance, the old Tartarus remedy is manufactured in a similar way, though from different substances.

[ 16 ] Also man kann immer gerade durch diese Giftstoffe Arzneimittel herstellen, wie zum Beispiel hier zur Verstärkung der Ich-Organisation. Aber wenn man solch ein Heilmittel anwendet, muß man den betreffenden Patienten kennen. Sagen wir zum Beispiel, jemand hat Gicht oder Rheumatismus. Die erste Frage ist diese: Ist sein Herz gesund, das heißt, funktioniert sein Herz gut unter der Einwirkung der Blutzirkulation? — Ist dieses der Fall, dann kann man ihn heilen mit Bienen- oder Wespengift. Ist sein Herz nicht gesund, dann muß man da unterscheiden. Bei den nervösen Herzkrankheiten, bei denen schadet es nicht so viel, aber wenn man eine Herzkrankheit hat, die von einem Klappenfehler kommt, muß man schon sehr vorsichtig sein mit einem solchen Mittel. Es schlägt schon sehr stark an auf die Klappe, auf das Herz, mit Bienen- oder Wespengift. Ist die Klappe krank, dann können unter Umständen diese Heilmittel gar nicht verwendet werden. Das ist eben die Sache. Daher ist es so gefährlich, im allgemeinen zu sagen, irgendein Mittel ist ein Mittel gegen diese oder jene Krankheit. Sie können ganz gut sagen: Ich mache ein Präparat, ein Heilmittel. In das tue ich Wespengift oder auch Bienengift hinein - solch ein Heilmittel haben wir sogar -, vermische es mit irgendwelchen Bindemitteln, mit gelatineartigen oder anderen Bindemitteln aus Pflanzen heraus, dann wird es in die Ampulle gegeben, und dann wird es eingeimpft, geradeso wie der Bienenstich auch eingeimpft wird. Nur ist die Reaktion beim Bienenstich eine furchtbar viel größere. Und man kann dieses Heilmittel fabrizieren und kann sagen: ein Heilmittel gegen Rheumatismus.

[ 16 ] Remedies can always be prepared from poisonous substances, as in this case for the strengthening of the ego-organisation, but in applying them it is necessary to know all about the particular patient. For example, someone has gout or rheumatism; the first question must be—is his heart sound? that is, does it function well under the influence of the blood-circulation? If this is the case, he can be cured with bee or wasp poison. If the heart is not sound (but here one must distinguish between a nervous heart trouble, where it is less harmful) but if you have a patient with a serious heart disease, when the trouble is due to a valvular disease, then one must be very careful in the use of this remedy. Bee or wasp poison acts very powerfully on the cardiac valve, and when this is diseased these remedies cannot sometimes be made use of at all. This is why it is so dangerous to speak in a general way of some medicine or another as a cure for this or that illness. But one is entitled to say—I make a certain preparation, a remedy; I put wasp or bee poison into it (we actually have such a remedy) combining it with some binding substance, some gelatinous or other vegetable binding substance, which is then put into an ampoule and injected, just as the sting of the bee is injected, only the re-action from the bee sting is much stronger. One can prepare this remedy, and can call it a cure for rheumatism.

[ 17 ] Ja, meine Herren, das ist nicht die einzige Sorge, die man hat, sondern die Sorge ist diese, ob der Kranke das Heilmittel verträgt nach seinem allgemeinen organischen Gesundheitszustand. Diejenigen Mittel, die eben tiefer in den Organismus hineingehen, müssen eigentlich erst gegeben werden, wenn man den Kranken wirklich nach seinem allgemeinen Gesundheitszustand geprüft hat. Das muß man alles wissen, wie es mit seinem Gesundheitszustand steht. Wenn Sie daher irgendwo Mittel finden, die einfach allgemein angepriesen werden als diese oder jene Mittel, dann sind sie meistens solche Mittel, die wenig schaden können und doch nützen. Solche Mittel können in den Handel kommen. Man kann auch einverstanden damit sein, wenn in Wirklichkeit auch etwas unangenehme Folgen dabei sind. Das Kurieren hat immer unangenehme Folgen. Der Kranke muß dann immer die Nachkur erst überwinden, wenn man ihn kuriert bei einer Krankheit.

[ 17 ] But even so, this is not the only anxiety one has, for one has first of all to discover whether the patient's general state of health can well bear the remedy; medicaments which enter deeply into the body must only be given when one has most thoroughly examined the patient's whole state of health. For this reason such remedies as enter deeply into the body must only he administered when one has thoroughly examined the patient's state of health. When one hears of all manner of remedies such as are commonly advertised as cures for one thing or another, they are usually more or less harmless, and may be of use.

[ 18 ] Heute lassen sich ja sehr viele Leute kurieren, die in Wirklichkeit nicht krank sind. Und vor dem Krieg war dies noch viel mehr der Fall. Die Ärzte leiden ja in den valutakranken Ländern am meisten, weil die Menschen sich jetzt nicht mehr so viel kurieren lassen. Früher haben sich die Gesunden, Leichtkranken, Kranken, Allerschwerstkranken kurieren lassen; jetzt können sich nur die Schwerstkranken in mitteleuropäischen Ländern kurieren lassen!

[ 18 ] There are many of these remedies to be bought, and one may agree that this is so, even when they have unpleasant results. Cures very frequently have unpleasant consequences, and the patient usually has to recover from the remedy which has cured him!

[ 19 ] Wenn nun einer ein furchtbar starker Kerl ist und er kriegt Rheumatismus — meistens ist es dann kein richtiger Rheumatismus, sondern es sind gichtartige Zustände -, dann kann ein Bienenstich, wie Herr Burle gesagt hat, außerordentlich günstig auf ihn wirken. Er kann geheilt werden, weil er die Reaktion verträgt.

[ 19 ] If we have some fine strong fellow who has rheumatism, it is as a rule, not true rheumatism, but a gouty condition, and then, as Mr. Burle said, “a few bee-stings can affect him very favourably.” He can be cured because he is able to stand the reaction.

[ 20 ] Nur ist es meistens so, daß ein gewöhnliches Menschenkind, wenn es Rheumatismus hat, zwar eine richtige Dosis Bienengift, die man ihm zubereitet, auch richtig als Heilmittel natürlich vertragen kann, auch damit kuriert werden kann. Aber von einem ganzen Bienenstich wird in der Regel eine so starke Entzündung eintreten, daß dann die Entzündung abgeheilt werden muß, das Bienengift womöglich rasch beseitigt werden muß, und dann wird für den Rheumatismus von dem Bienengift nicht mehr viel übrigbleiben können. Das wird beim normalen Menschen schon durchaus so sein, daß da nicht viel übrigbleiben kann.

[ 20 ] It is usually so, that a normal man who suffers from rheumatism, and is given the correct dose of bee-poison, can take this remedy well and be cured by it. On the other hand, a bee-sting may cause such severe inflammation that this must first be reduced and the poison, as far as possible, removed, in which case not very much will remain for curing the rheumatism. In the case of a normal man, it will very probably happen that not sufficient will remain over to cure the rheumatism.

[ 21 ] Aber nehmen wir jetzt folgenden Fall. Der Rheumatismus kann ja auch in der folgenden Weise eintreten: Ein Mensch arbeitet nicht viel, ißt aber sehr viel. Da wird er meistens auch ein recht gesundes Herz haben, wenn er nicht viel arbeitet, viel ißt, so lang, bis die Geschichte anfängt sengerig zu werden.

[ 21 ] But now let us consider the following case. Rheumatism can also come about in this way. A man is perhaps not a very hard worker, and has a very good appetite. Well, generally speaking, a man will have quite a good sound heart if he does not work too much and eats heartily, until the whole situation begins to be rather doubtful.

[ 22 ] Das Herz ist nun ein außerordentlich widerstandsfähiges Organ und läßt sich eigentlich erst im Lauf von Jahren, wenn es nicht durch Vererbung oder von Jugend auf verdorben ist, von innen aus verderben. Aber solch ein Mensch, der außerordentlich viel ißt, der trinkt dann auch zum Essen viel Alkohol. Dadurch wird die Ich-Organisation angeregt, die Blutzirkulation sehr heftig. Da kann das Herz mit seinen Stößen gar nicht mehr nachkommen. Es lagert sich Gift, Harnsäure und so weiter überall ab. Da ist unter Umständen sein Herz noch lange recht stark, und überall sitzt schon Gicht und Rheumatismus. Da kann unter Umständen ein Bienenstich sogar außerordentlich gute Dienste leisten bei einem solchen Menschen.

[ 22 ] The heart is an organ with extraordinary powers of resistance, it can hardly be seriously damaged unless there is some hereditary tendency, or if it has been injured in youth; the heart can only be injured after many years. But a man who is a heavy eater often takes a good deal of alcohol with his meals, then the ego-organisation is over-stimulated, and the circulation of the blood becomes too violent; the heart can no longer keep pace with its beats. Poison, uric acid, is deposited all over him; the heart may still be strong for quite a long time, but already gout and rheumatism are lurking everywhere. Under these conditions, a bee-sting may render him extraordinarily good service.

Herr Burle: Ich weiß nicht, ob bei dem Menschen, von dem man das sagt, zu gleicher Zeit ein bißchen Alkoholismus vorhanden war.

Herr Burle: I do not know whether there was a trace of alcoholism about this man I mentioned.

[ 23 ] Dr. Steiner: Sie meinen, Sie haben es nicht untersucht? Sie sehen, daß man gerade, wenn man solche Heilmittel hat wie das Bienengift - und das ist ein starkes Heilmittel -, sich ganz klar darüber werden muß, daß man auf den Gesundheitszustand des ganzen Menschen eine außerordentlich große Aufmerksamkeit verwenden muß.

[ 23 ] Dr. Steiner: You mean you made no inquiries? You see, gentlemen, when one has such remedies as bee-poison, which is a very powerful one, then one must be quite sure that most careful attention is given to the patient's whole state of health.

Herr Müller sagt, daß er Rheumatismus durch Erkältung bekommen habe, ihn mit Sonne behandelt habe, wodurch er verschwunden sei; diesen Sommer habe er sich wieder etwas eingestellt. Er war auch des Glaubens, daß man durch Bienenstiche helfen könne; aber er habe einmal einen unglücklichen Tag gehabt, an dem er an beiden Beinen gestochen worden sei und etwa zweiunddreißig Bienenstiche gehabt habe. Der einzige Nachteil, den er empfunden habe, sei gewesen, daß er acht Tage wie in Regenbogenfarben gewesen sei. Es gebe auch nicht immer Schwellungen. Der menschliche Körper ist eben verschiedenartig gebaut. Wie schon ausgeführt: Der eine kann bei einem Bienenstich sich den Tod holen, während er zum Beispiel schon sechzig Stiche gehabt habe, ohne daß das Herz schneller geschlagen hätte. Der eine sei halt widerstandsfähiger wie der andere.

Herr Burle stated that he got an attack of rheumatism by catching cold; he treated it with exposure to the Sun, after which it disappeared. This summer he had it again slightly. He also believed that one could be cured by bee-stings, but one unlucky day he was badly stung on both legs, and had about thirty-two stings. The only ill effect was that for a week he was all colours of the rainbow. Swelling did not always follow; human bodies are very differently constituted. As already stated, one man may die of a bee-sting, while another may get as many as sixty without his heart beating any faster for it. One man has more resistance than another.

[ 24 ] Dr. Steiner: Als Sie die vielen Bienenstiche bekommen haben, haben Sie da schon lange mit Bienen gearbeitet?

[ 24 ] Dr. Steiner: When you got so many stings, was it after you had been working many years with bees?

Herr Müller: Viele Jahre!

Herr Müller: Many years.

[ 25 ] Dr. Steiner: Sie erinnern sich vielleicht nicht daran, wie Sie das erste Mal gestochen wurden. Wenn einer zum ersten Mal gestochen wird, bekommt er mehr oder weniger die Wirkung zu spüren. Der Mann, von dem Sie erzählt haben, ist sicher das erste Mal von einer Biene gestochen worden. Und wenn man so ein Gift einmal im Leibe gehabt hat, also im Blut, wird man immer mehr und mehr fähig, gegen dieses Gift aufzukommen, immer mehr und mehr immunisiert, wie man sagt. Wenn einer also im Anfang seiner Bienenzucht ein bißchen gestochen worden ist und er ist sonst ein herzgesunder Mensch, so hat das auf ihn so gewirkt, daß er immer unempfindlicher und unempfindlicher wird. Wenn man weiß, man ist gesund, kann man es sogar so machen, daß man einmal von einer Biene gestochen wird, damit man dann weiter sich stechen lassen kann; es treten dann die Erscheinungen ein, man kriegt also Regenbogenfarben und so weiter, aber es läuft an der Außenseite ab. Das Blut ist immunisiert. Das hängt nicht nur von der Organisation ab, sondern davon, was man vorher ins Blut hineingebracht hat. Es wundert mich, daß der Arzt, der das beobachtet hat, was Sie erzählt haben, ihm nicht gesagt hat: Das zweite Mal wird es nicht so schlimm wirken, und das dritte Mal wird er immunisiert sein. — Aber vielleicht war er so stark herzkrank, daß man ihn nicht der Gefahr aussetzen konnte. Das muß man auch berücksichtigen.

[ 25 ] Dr. Steiner: Probably you no longer remember the first time you were stung. After the first time one gets to feel it either more, or less. The man of whom you told us, was no doubt, stung for the first time. When one has once had a poison in one's body, that is, in the blood, one gets more and more able to cope with it, one gets increasingly immune, as it is called. When someone is stung a hit at the beginning of his bee-keeping, and is otherwise a man with a healthy heart, then the poison so works on him that he becomes less and less sensitive to it. If one knows one is strong and healthy, one can even let oneself be stung once or twice in order that one can be stung afterwards. Rainbow colours show that the poison only affects the skin; the blood has become immune. This does not depend only on the organisation, but on what has been previously introduced into the blood. I am surprised that the doctor who saw this man of whom you told us, did not tell him that the second time it would not be so bad, and the third time he would be immune. But perhaps his heart was so bad he could not safely have taken this risk. That also has to be considered.

[ 26 ] Nicht wahr, heute ist es nur eine gefährliche Geschichte, weil es auch Ärzte gibt, die meinen, jeder Bienenvater müßte erst, bevor er anfängt, geimpft werden. Wenn die Leute in den Krieg ziehen, so werden sie mit allen Giften durchsetzt. Das ist ja auch wieder nicht etwas, was man empfehlen kann. Das geht natürlich auch nicht, weil das Blut zu einer Art von Unratbildung werden kann. Es wird ja das Blut immer etwas verschlechtert dadurch, daß man diese Sachen in sich bekommt. Das gleicht sich nach einiger Zeit wiederum aus. Nach einiger Zeit ist das Blut allerdings gesund, aber es ist geschützt gegen neue Gifte, die von derselben Art sind.

[ 26 ] And indeed today it is a dangerous affair, because the doctors having once got hold of such things, now think that every bee-master should be inoculated before he starts bee-keeping. When men go to war they are inoculated with all sorts of poisons, a thing not at all to be recommended, for the blood is then very greatly injured. The blood always deteriorates somewhat when such things are put into it. After a time it recovers its balance, the blood becomes healthy again, but is protected against any fresh poison of the same nature.

Herr Müller: In bezug auf Drohnen und dreierlei Eier: Herr Doktor hat schon so weit alles erledigt, nur ein Punkt ist vielleicht Herrn Doktor nicht bekannt. Wenn der Bienenstock, wie man meint, ganz gesund ist, so treten Zeiten ein, wenn die Königin minderwertig ist, oder wenn die Königin zu alt wird, wo die ganze Eiablage, die die Königin legt, in Drohnen übergeht. Er sei nach seinen dreißigjährigen Erfahrungen überzeugt davon, daß das der Fall sein kann, daß die Königin in ihrem minderwertigen Zustand, bei Krankheit oder Altersschwäche, noch in der Lage ist, das eine oder das andere gute Ei zu legen, daß aber die Mehrzahl aller Eier Drohneneier seien.

Herr Müller: About the drones and the different kinds of eggs, Dr. Steiner has said so much, but one point is perhaps not familiar to him. When one has reason to believe the colony to be healthy, there may be times when the Queen is inferior, or is too old, and all the eggs she lays turn out drones. After many years of experience he is convinced that the Queen, when not a good one or too old, is still capable of laying eggs, some of which are good, but the majority will produce only drones.

Dann, wie sich das verhält mit der Honigfabrikation der Bienen, wie die ihn erzeugen, ob der Imker mit Zucker nachhelfen müßte? Aus den Ausführungen, die hier gepflogen worden sind, ist hervorgegangen, daß der Imker keinen Zucker gebrauchen darf oder soll. Wenn jemand während der Tracht Zucker füttert, kommt er auf die Schwarze Liste - wie es ist, wenn man einen Arbeiter nicht mehr haben will, der sich mißliebig gemacht hat.

Then about honey; how the bee actually makes the honey, and whether the bee-keeper should not help by sugar-feeding. From what had been said here, it would seem that the bee-keeper is on no account to use sugar; it seems that anyone who feeds his bees with sugar will get his name on the black list.

Mit ausländischem Honig habe er schlechte Erfahrungen gemacht.

It is true that one can have bad experiences with feeding foreign honey.

[ 27 ] Dr. Steiner: Das ist natürlich schon ganz richtig, daß man da auch nicht dasselbe Produkt bekommt, wenn man Zucker in künstlicher Weise verwendet. Und wenn es ja doch so sein soll, daß irgend jemand noch extra Zucker neben dem Honig genießen will, kann er das ja selber tun. Geradeso wie man nicht jemandem Wasser in den Wein hineintun soll, mit der Begründung, die Leute sollen nicht so starken Wein trinken, sondern es handelt sich darum, daß man dasjenige kriegt, was auf der Etikette steht. Das muß schon so sein. Und so ist in dieser Beziehung auch die gegenseitige Kontrolle der Imker am allerbesten, weil die auch am allermeisten davon verstehen.

[ 27 ] Dr. Steiner: Naturally, it is quite right to say that one does not get the same product if sugar is fed artificially. If anyone likes taking sugar with honey he can add some for himself. Just as one does not water the wine you offer people on the ground that people should not drink it so strong, one offers what is printed on the label. The best thing in regard to honey is reciprocal control by the bee-keepers, because they best understand the whole question.

[ 28 ] Was die Sache mit den Drohnen betrifft, möchte ich doch auch noch dieses sagen. Es kann schon vorkommen, daß man von vornherein eine Vermutung hat, daß die Bienenkönigin nicht ordentlich befruchtet worden ist und zuviel Drohnen ausschlüpfen. Dann könnte man, wenn man es den Bienen nicht selber überlassen will - wenn zuviel Drohnen ausschlüpfen, werden die Bienen das nicht tun, diese Versuche sind gemacht worden -, durch eine besonders starke Fütterung noch erreichen, daß sie früher auskriechen, nicht erst mit dreiundzwanzig, vierundzwanzig Tagen, sondern mit zwanzig, zweiundzwanzig Tagen. Dann können die Drohnen auch noch zu etwas vertrottelten, aber doch ähnlichen Bienen werden wie die Arbeitsbienen. Nur wird es auf die Dauer nicht gehen. Man sieht nur daraus, wie die Zeit einen Einfluß hat.

[ 28 ] With regard to the drones, I should like to say this. One may certainly suspect that the Queen is not properly fertilised; too many drones come out. If one does not wish to leave the matter to the bees to settle, something can be done by means of special feeding, (these experiments have been made) the brood then emerges earlier, i.e., after twenty—twenty-two days, instead of twenty-three—twenty-four days, The drones then appear as somewhat drowsy, but still approximately similar to worker bees. One cannot certainly continue this for long; it is merely an example of the effects of the time-periods.

[ 29 ] Das sind natürlich Dinge, die wahrscheinlich in der praktischen Bienenzucht gar nicht gemacht werden. Aber theoretisch sind die Dinge so. Man kann schon sagen: Es wirkt sehr stark, wie man füttert, und es ist auch durchaus nicht in Abrede zu stellen, daß es in dem einen oder anderen Falle einmal gelungen ist, aus einer Arbeitsbiene eine spärlich eierlegende Biene zu bekommen, wenn auch keine richtige Königin.

[ 29 ] Such things are however, not done in practical bee-keeping theoretically, it can certainly be stated that a very great deal depends on the feeding, and it is undeniable that an irregularly egg-laying bee can be developed from a worker-bee, though it will certainly not be a real Queen.

[ 30 ] Das alles zeigt, wie verwandelbar solch ein Tier ist. Aber das hat auf die praktische Bienenzucht nicht viel Einfluß.

[ 30 ] These things all go to show how readily transformable these creatures are, but such matters have no great value in practical bee-keeping.

Herr Müller: Man nennt das Afterkönigin. Das ist eine Krankheit im Bienenstock.

Herr Müller: One calls these “laying workers;” it is an illness in the colony.

[ 31 ] Dr. Steiner: In der praktischen Bienenzucht ist es von keiner großen Bedeutung. Aber im Bienenstock ist eben die Tendenz, daß das Volk selber durch die besondere Fütterungsmethode so etwas machen kann wie aus einer sonst bloß arbeitenden Biene eine eierlegende Biene. Das ist eine Art Krankheit. Der Bienenstock ist eine Einheit. Es ist dann der ganze Bienenstock krank. Geradeso wie wenn Sie eine Gans nudeln. Dann werden die Leberkräfte ganz besonders stark entwickelt, und die Leber wird übergesund und der ganze Organismus wird krank. Wenn man eine Arbeitsbiene dazu bringt, daß sie eine Königin wird, ist sie eigentlich eine übergesunde Arbeitsbiene, aber der ganze Bienenstock ist dann als krank zu betrachten.

[ 31 ] Dr. Steiner: In practical bee-keeping it is of no great importance, but by special feeding, the colony is able to make an egg-laying bee out of an ordinary worker-bee. It is a kind of illness. The colony is a unity in itself, and the colony is then ill. If you take a goose and overfeed it till the liver is over-developed, then the whole organism is ill. If a worker-bee becomes a layer of eggs, it is an over-developed worker-bee, but the whole colony must then be regarded as ill.

[ 32 ] Vielleicht fällt Ihnen in der Zukunft sonst noch etwas ein. Wir können immer wieder darauf zurückkommen. Ich möchte nun zu dem, was sich an die Frage des Herrn Dollinger anschließt, heute noch ein paar Worte sagen.

[ 32 ] Perhaps some other questions may occur to you later, we can then return to them. Meanwhile I will add a few words in reply to the question asked by Herr Dollinger.

[ 33 ] Wir können genau unterscheiden unter den Insekten, die bienenähnlich sind, die also im weiteren Sinne bienenähnlich sind: Bienen, Wespen und Ameisen. Diese Tiere sind miteinander verwandt, und ich habe ja schon das letzte Mal auf die interessante Geschichte mit den Gallwespen, die ihre Eier in die Bäume und dergleichen ablegen, hingewiesen und gezeigt, daß da eine Art innerer Honigbereitung durch diese Wespen stattfindet. Es gibt aber auch andere Wespenarten als Gallwespen. Diese anderen Arten sind wieder ähnlicher den Bienen, indem sie eine Art Waben bauen.

[ 33 ] One can clearly distinguish those insects that in the wider sense are bee-like, the bees, wasps, and ants. These small creatures are related to one another, and I have already told you the interesting story of the gall-wasps which deposit their eggs in trees and similar places. I explained further how a kind of inner preparation of honey takes place through these wasps. There are also other kinds of wasps beside these gall-wasps, which more closely resemble the bees as they make a kind of honey-comb.

[ 34 ] Da gibt es zum Beispiel eine interessante Wespenart, die in der folgenden Weise baut: Wenn da zum Beispiel irgendwo ein etwas steifes Blatt an einem Ast ist, so holt sie sich aus der Umgebung, wo sie hinfliegt, sagen wir ganz kleine Teile, die sie von Baumrinden und dergleichen oder von sonstigen Dingen abbeißt; die durchdringt sie mit ihrem Speichel, macht zunächst ein paar Stiele aus dieser Substanz. Dann, wenn sie diese Stiele gemacht hat, macht diese Wespe immer weiter diese Prozedur, durchzieht sie mit ihrem Speichel und macht an diesen Stielen daran dasjenige, was ganz ähnlich aussieht wie ein einzelnes Glied einer Bienenwabe. Aber wenn man die Substanz untersucht, dann ist es doch anders. Die Bienenwabe besteht aus dem, was Sie alle als Wachs kennen. Wenn Sie aber dieses nehmen von der Wespe: es ist gräulich, was da entsteht, und das ist sehr ähnlich dem, was wir als Papier bereiten. Es ist wirklich eine Art Papiermasse. Da setzt die Wespe dann eine zweite, dritte, vierte Zelle daran, und die sind da oben aufgehängt. Jetzt decken sie sie zu, nachdem sie belegt sind, also die Eier abgelegt sind. Und jetzt, während also die Eiablagerung noch immer andauert, macht die Wespe hier kurioserweise mit ihrem Papier so eine Schleife daran (Zeichnung S. 224) und dann wiederum eine Art Deckel; auf der einen Seite läßt sie es offen, da ist ein Flugloch, da können sie hier hinein- und herausfliegen und diese Zellen bedienen.

[ 34 ] There is, for example, an interesting wasp which builds in the following way: when it finds a rather stiff leaf on some branch, it fetches small particles which it bites off from the bark of neighbouring trees, or some similar substance; these it permeates with its saliva, and then proceeds to build a number of small stalks which it attaches to the leaf. When it has completed these attachments the wasp goes on working, mixing these substances with saliva and building on to these stalks something very similar to the single cell of the honey-comb. On a closer inspection of this substance it is, however, seen to be different. Honey-comb, as you know, is made of wax, but when you take a piece of this wasp-comb it has a greyish colour, it is very much like what we manufacture as paper. It is actually a kind of paper-pulp. Then second, third, fourth pieces are added and hung up there. When eggs have been deposited in these cells, they are covered over, but during the time of laying, the wasp in a most curious way, makes a kind of loop out of its paper, (Diagram 15) and then again a kind of covering with an opening at one side for a flight hole, so that the wasps can go in and out and attend to these little cells.

[ 35 ] Dann setzt sie weiter Zellen auf, macht es wiederum so, deckelt es wieder ab, setzt wiederum eine Schleife an, hier wiederum einen Deckel, hier ein Flugloch. Es kann ein ganzer langer Zapfen sein, wie ein Tannenzapfen. Sie baut sich solch ein tannenzapfenähnliches Gebilde, das aber, im einzelnen nur aus Papiermasse bestehend, dem Bienennest ähnlich ist.

[ 35 ] Then more rows of cells are added, covered in, again a loop, a cover and a flight hole, and so on, till there may be quite a long cone, like a fir-cone. The wasps build themselves this cone-like structure out of paper, and in its separate parts it is similar to the brood nest of the bees.

[ 36 ] Andere Wespennester sind ja, wie Sie wissen, noch mit einer Haut umschlossen. Die Wespennester haben alle mögliche Gestalt.

[ 36 ] Other wasp nests are, as you know, covered in with a kind of skin, and have many and varied forms.

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[ 37 ] Jetzt bedenken Sie einmal, was da eigentlich stattfindet. Fragen Sie mich, was die Biene tut, um ihre Zellen aus Wachs zu machen, da muß ich Ihnen sagen: Die Biene fliegt auf Blumen oder auf dasjenige, was an den Bäumen ähnlich ist; mit den Rindenbestandteilen, den Holzbestandteilen gibt sich die Biene weniger ab. Im wesentlichen geht sie an das Blütenhafte, höchstens noch an das, was vom Blütenhaften ein bißchen im Blatthaften steckt, aber da schon weniger.

[ 37 ] Just think what is happening here. If you ask me what the bee does in order to build its waxen cells, then I must say that the bee gathers what is needed from the flowers, from flowering plants, and what is of a similar nature from trees, but not concerning itself at all with the bark, or woody substances. The bee gathers only what is of the nature of the blossom, or more rarely what is leaf-like in its nature.

[ 38 ] Es gibt nun einen Fall, wo solche höheren Insekten, wie die Bienen, an etwas anderes gehen als die Blüten - an Holzbestandteile und dergleichen gehen sie nicht, aber sie gehen noch an etwas anderes, was ihnen sogar außerordentlich fein schmeckt unter Umständen -, die Bienen weniger, aber namentlich die Wespen und namentlich stark die Ameisen. Den Ameisen und den Wespen, denen schmeckt nämlich gerade, während sie auf der einen Seite die härteren Bestandteile, die schon verholzten Bestandteile zu ihrem Bau verwenden, besonders, entgegen den Bienen, der Saft, der da herrührt von den Blattläusen. Das ist sehr interessant. Denn ja härter der Stoff ist, die Substanz, die diese Tiere für ihren Bau verwenden, desto mehr lieben sie nun nicht bloß den Blütensaft, sondern das, was auf der Blüte darauf ist, dasjenige, was noch am ähnlichsten der Blüte ist: nämlich die Blattläuse. Das sind außerordentlich edle Tiere - verzeihen Sie, wenn ich jetzt mehr in der Ameisensprache spreche, in der Menschensprache würde ich das auch nicht so nennen -, solch eine Blattlaus ist in der Ameisensprache ein edles Tier. Das ist ganz Pflanzenblüte. Was es als Saft absondert, ist eigentlich [für die Ameisen] der feinste Honig, den es geben kann. Bei den Wespen merkt man zum Beispiel, die sind auf Blattläuse schon ein bißchen Feinschmecker.

[ 38 ] The only time when such higher insects as the bees go to what is not of the nature of the blossom (to woody parts and such-like they do not go) is when they go after a substance that at certain times seems to be extremely tasty to them. The bees certainly do this much less than the wasps, and most especially the ants. Though the ants and wasps make use of what is lignified for their nests, they greatly relish the juices that are exuded primarily by the aphids:. This is really most interesting. The harder the substances used by these creatures for their structures, the more do they relish not only the nectar that is within the blossom, but something that is upon the blossom or leaf, namely, the aphis. These are really noble creatures, (forgive me if I now use the language of the ants, in human speech I could not say the same), the aphis is for the ant a noble animal. It is absolutely all blossom; it is really the finest honey in the world. The wasps also have a discriminating taste for the aphis.

[ 39 ] Aber wenn wir nun zu den Ameisen kommen: Die Ameise hat nicht die Kraft, es zu einem solchen Nest zu bringen; die Ameise macht es wieder anders. Die Ameise schichtet zum Beispiel Erde auf, und in dieser Erde finden Sie überall Gänge, eine ganze Wirrnis von Gängen. Die setzt sich dann fort. Und durch diese Gänge schleppen nun die Ameisen dasjenige herbei, was sie nun auch an härteren Stoffbestandteilen von Pflanzen, Rindenbestandteilen und so weiter gebrauchen können. Aber namentlich lieben die Ameisen dasjenige, was schon abgestorben ist am Holz. Die Ameisen suchen das, was sie nun brauchen, um diesen Bau, den sie aus Erdstückchen aufführen, weiter auszubauen. Da gehen sie namentlich an solches Holz, wo man einen Baum schon abgesägt hat und der untere Holzstock bleibt drinnen. An dieses, was schon ganz hartes Mark und Rinde geworden ist, darauf gehen sie namentlich, das schleppen sie herbei, und aus dem bauen sie sich das Nest aus.

[ 39 ] But when we come to the ants, which are not able to build the same kind of nest as the wasps, they must set to work quite differently. The ant makes heaps of earth, and these heaps have many passages within them, a whole labyrinth of passages along which the ants then carry all they need in the way of harder substances from the bark or rind of trees. Above all, the ants like the dead parts of wood, and these materials they use to continue their building, piling it up with particles of soil. They chiefly visit the stumps of trees that have been cut down, selecting what they need from the hardened core and carrying it away for their nests.

[ 40 ] Biene: Blumensaft: Wachszellen
Wespe: Blumensaft, Tiersaft: härtere Zellen
Ameise: Tiersaft: Keine Zellen

[ 40 ] Not translated

[ 41 ] Also die Ameisen verwenden das Allerhärteste zu ihrem Bau. Das kriegen sie nicht mehr bis zum Zellenbau. Der liegt ihnen schon ferner. Sie verwenden zu hartes Material. Sie können sehen, die Bienen verwenden dasjenige Material, das in den Blumen selber drinnen ist. Sie machen sich ihre Wachszellen daraus, sind aber dadurch darauf angewiesen, die Nahrung selber aus diesem Saft der Blüte zu bekommen.

[ 41 ] Thus the ants use the very hardest substances, and cannot elaborate their building as far as a cellular structure. You see, the bees make use of the substances that are within the plants; with these they build their waxen cells, and are thus still dependent on the juices of the blossom for their food, on pollen for instance, and the juice-like substances in the blossom.

[ 42 ] Bei den Wespen ist es schon ein härteres Material, das sie verwenden zu solchem Zellenaufbau, der dann papierähnlich ist. Das ist ein härteres Material, aber es ist ja dünn und dadurch ist es natürlich gebrechlicher als eine Honigwabe; aber es ist eben in sich härter.

[ 42 ] In the case of the wasps, it is already a harder material that they need for building their cells, but it is at the same time, thinner and more brittle than honey-comb, though as a substance it is harder.

[ 43 ] Die Wespe fängt schon an, Feinschmecker zu werden für Blattläuse; aber sie nährt sich schon auch noch auf Bienenart von dem, was in den Pflanzen drinnen ist. Die Ameisen aber, die überhaupt so hartes Material verwenden, daß sie also nur noch Gänge in der Erde machen können, daß sie Höhlen bauen, nicht mehr Waben mit den Zellen bauen, die lieben ganz besonders die Blattläuse. Und bei den Ameisen kommt es vor, daß sie die ganzen Blattläuse abfangen und in ihren Bau hineinschleppen, und dann können Sie im Ameisenhaufen die Blattläuse finden.

[ 43 ] A wasp may have a fine taste for aphis, but it nevertheless feeds also, in bee-fashion, on what is contained in the plants. The ants mostly make use of such hard material that they can only make tunnels into the earth, constructing little caves without any combs or cells. They are most especially fond of the aphis; they even capture them and carry them away to their dwellings; one can find them there in the ant heaps.

[ 44 ] Das ist sehr interessant. Wenn man in ein Dorf geht, hat man eine Häuserreihe und dahinter sind überall Kuhställe, da sind die Milchkühe drinnen, da gewinnt man die Milch. Bei den Ameisen ist es ganz ähnlich:

[ 44 ] It is really most interesting. When you go into a village you see a row of houses, and behind them the cow-sheds where the milking cows are; the ants have just the same plan.

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[ 45 ] Überall im Ameisenhaufen finden Sie kleine Bauten, da sind die Blattläuse drinnen. Für die Ameisen sind das die Milchkühe. Es ist nur eine entsprechend niedrigere Prozedur, was die Ameisen machen. Sie haben da ihren kleinen Kuhstall, aber es sind nicht Kühe drinnen, sondern Blattläuse. Die Ameisen gehen an die Blattläuse heran und streicheln sie mit den Fühlern. Das tut der Blattlaus außerordentlich wohl, und sie läßt dann ihren Saft von sich. Und die Folge ist, daß die Ameise den Saft aufsaugen kann, den sie durch das Streicheln der Blattlaus bekommen hat. Das Allerwichtigste, was sie zu ihrer Nahrung braucht, bekommt sie dadurch, daß sie den Saft der Blattlaus durch Streicheln erhält. Es ist ja bei den Kühen auch so etwas Ähnliches; sie müssen nur stark gestreichelt werden. Aber die Blattläuse werden von den Ameisen richtig gemolken. Und sie werden abgefangen an den Blumen und Blättern, wo sie sich ansetzen, und werden von den Ameisen sehr gut gepflegt.

[ 45 ] Throughout the ant heap you will find little dwellings where the aphis are placed, for they are the milk-cows of the ants. It is only all on a minute scale, for there you will find little stalls, and the aphis are the cows. The ants go to them and stroke them with their antennæ; this is extremely pleasant to the aphis, and they exude their juice which the ants now absorb. In this juice of the aphis the ant receives the most vital element of its food, for the aphis gives up this juice when it is milked by the ant. It is really just like a cow, only the cow must be stroked much harder.

[ 46 ] Und so kann man sagen: Das ist ja herrlich, daß es Blattläuse gibt. Es ist nämlich herrlich, daß es Blattläuse gibt, wenn in der Umgebung Ameisenhaufen sind. Da werden die Blattläuse sorgfältig von den Ameisen abgelesen und werden dann im weiteren im Kuhstall der Ameisen verwertet. Das ist eine sehr geistreiche Einrichtung in der Natur, daß da bei den kleinen Tieren ein richtiger Kuhhandel um die Blattläuse stattfindet.

[ 46 ] The aphis are picked off the plants by the ants, and are well cared for, so that we really must say it is quite splendid for these little creatures that there should be an ant hill in the neighbourhood, and that they should be carried off by the ants and made use of in their little cow-stalls. In the wise arrangements of Nature quite a little cow market in aphis is carried on by the ants.

[ 47 ] Nun, die Ameise, die so hartes Material zu ihrem Bau verwendet, die kann sich auch nicht mehr eigentlich mit dem bloßen Blumensaft begnügen. Die muß schon das zu ihrer Nahrung benützen, was der Blumensaft dem Tier schon gegeben hat. Der Blumensaft muß da schon durch das Tier durchgegangen sein. So daß man sagen kann: Bei der Biene ist es reiner Blumensaft noch, bei der Wespe, da ist es Blumensaft und Tiersaft, dafür härtere Zellen. Bei der Ameise ist das eigentlich Nährende nur noch der Tiersaft; daher keine Zellen mehr. Die Ameise hat nicht mehr die Kraft, Zellen zu bilden, sie muß überall, wenn sie auch aus Blumen noch etwas gewinnt, diesen Zusatz aus dem kleinen Tierstall haben; sonst kann sie nicht leben.

[ 47 ] Thus you see, gentlemen, that the ants which make use of hard substances only for their dwellings, are no longer able to be satisfied with the pure saps of the plants for their food; they must take as food what the sap of the plant has already given to the animal. So one must say: with the bees the pure juices of the flowers suffice for food; the wasps need both the flower saps and the animal saps, hence their harder shell structure. In the case of the ants their actual food is animal sap only; hence there is no construction of cells at all. The ant has no longer the power to build cells. Even when it takes something from the flowers it still needs this substance from the little cow-stalls, otherwise it cannot live.

[ 48 ] Sie sehen, was da eigentlich für eine interessante Beziehung zwischen den Blumen und diesem Getier ist. Die Bienen, die gebrauchen den Blumensaft rein. Die anderen, Wespen und namentlich Ameisen, die sind schon darauf angewiesen, diesen Blumensaft zu ihrer Nahrung durch die Tiere durchgehen zu lassen. Dafür können sie dann zum Aufbau ihres Gehäuses das verwenden, was nicht mehr Blumensaft ist.

[ 48 ] You see how interesting are the relationships that exist between the flowers and these creatures. The bees must use the pure saps of the flowers; the wasps, and more especially the ants, must first allow these flower juices to pass through the animal before it can serve them as nourishment. As a result of this, they are able in the building of their house, to use what is no longer the sap of the plant.

[ 49 ] Es ist wirklich ein großer Unterschied zwischen der Wabe der Biene im Wachs, dem Nest der Wespe im Papier und dem Ameisenbau, der nur noch von außen gebaut werden kann und es nicht mehr bis zu der Zelle bringt. Dafür ist in der Nahrung der große Unterschied.

[ 49 ] There is really a very great difference between the waxen honey-comb of the bee, the paper nest of the wasp, and the structure made by the ants which can only be made from outside material, and cannot be carried to the stage of the cell. For this reason their food must be so entirely different. On Saturday I must go to Schaffhausen, and there will be no lecture; I will let you know when the next one will take place.