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How to Gain Knowledge of the Higher Worlds
GA 10

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Die Spaltung der Persönlichkeit während der Einweihung

The Splitting of the Personality during Initiation

[ 1 ] Während des Schlafes empfängt die menschliche Seele nicht die Mitteilungen von seiten der physischen Sinneswerkzeuge. Die Wahrnehmungen der gewöhnlichen Außenwelt fließen ihr in diesem Zustande nicht zu. Sie ist in Wahrheit in gewisser Beziehung außerhalb des Teiles der menschlichen Wesenheit, des sogenannten physischen Leibes, welcher im Wachen die Sinneswahrnehmungen und das Denken vermittelt. Sie ist dann nur in Verbindung mit den feineren Leibern (dem Ätherleib und dem Astralleib), welche sich der Beobachtung der physischen Sinne entziehen. Aber die Tätigkeit dieser feineren Leiber hört im Schlafe nicht etwa auf. So wie der physische Leib mit den Dingen und Wesen der physischen Welt in Verbindung steht, wie er von ihnen Wirkungen empfängt und auf sie wirkt, so lebt die Seele in einer höheren Welt. Und dieses Leben dauert während des Schlafes fort. Tatsächlich ist die Seele während des Schlafes in voller Regsamkeit. Nur kann der Mensch von dieser seiner eigenen Tätigkeit so lange nichts wissen, als er nicht geistige Wahrnehmungsorgane hat, durch welche er während des Schlafes ebensogut beobachten kann, was um ihn herum vorgeht und was er selber treibt, wie er das mit seinen gewöhnlichen Sinnen im Tagesleben für seine physische Umgebung kann. Die Geheimschulung besteht (wie in den vorhergehenden Kapiteln gezeigt worden ist) in der Ausbildung solcher geistigen Sinneswerkzeuge.

[ 1 ] During sleep, the human soul does not receive information from the physical sense organs. Perceptions of the ordinary external world do not reach it in this state. In truth, it is, in a certain sense, outside that part of the human being—the so-called physical body—which, during wakefulness, mediates sensory perceptions and thought. It is then connected only to the finer bodies (the etheric body and the astral body), which elude the observation of the physical senses. But the activity of these finer bodies does not cease during sleep. Just as the physical body is connected to the things and beings of the physical world—receiving influences from them and exerting influences upon them—so the soul lives in a higher world. And this life continues during sleep. In fact, the soul is fully active during sleep. However, a person cannot be aware of this activity of his own as long as he lacks spiritual organs of perception through which he can observe, during sleep, what is happening around him and what he himself is doing—just as he can do with his ordinary senses in daily life with regard to his physical surroundings. Esoteric training consists (as has been shown in the preceding chapters) in the development of such spiritual sensory instruments.

[ 2 ] Verwandelt sich nun durch die Geheimschulung das Schlafleben des Menschen in dem Sinne, wie es im vorigen Kapitel beschrieben worden ist, so kann er alles, was in diesem Zustande um ihn herum vorgeht, bewußt verfolgen; er kann sich willkürlich in seiner Umgebung zurechtfinden, wie das mit seinen Erlebnissen während des wachen Alltagslebens durch die gewöhnlichen Sinne der Fall ist. Dabei ist allerdings zu beachten, daß die Wahrnehmung der gewöhnlichen sinnlichen Umgebung schon einen höheren Grad des Hellsehens voraussetzt. (Es ist darauf schon im vorigen Kapitel hingedeutet worden.) Im Beginn der Entwickelung nimmt der Geheimschüler nur Dinge wahr, die einer anderen Welt angehören, ohne deren Zusammenhang mit den Gegenständen seiner alltäglichen sinnlichen Umgebung bemerken zu können.

[ 2 ] If, through the secret training, a person’s dream life transforms in the sense described in the previous chapter, then he can consciously follow everything that takes place around him in this state; he can orient himself at will within his surroundings, just as he does with his experiences during waking daily life through the ordinary senses. It should be noted, however, that the perception of the ordinary sensory environment already presupposes a higher degree of clairvoyance. (This was already indicated in the previous chapter.) At the beginning of their development, the initiate perceives only things that belong to another world, without being able to discern their connection to the objects of their everyday sensory environment.

[ 3 ] Was an so charakteristischen Beispielen des Traum- und Schlaflebens anschaulich wird, findet fortwährend beim Menschen statt. Die Seele lebt ohne Unterbrechung in höheren Welten und ist innerhalb der letzteren tätig. Sie schöpft aus diesen höheren Welten heraus die Anregungen, durch welche sie immerwährend auf den physischen Leib wirkt. Nur bleibt für den Menschen dieses sein höheres Leben unbewußt. Der Geheimschüler aber bringt es zum Bewußtsein. Dadurch wird sein Leben überhaupt ein anderes. Solange die Seele nicht im höheren Sinne sehend ist, wird sie von übergeordneten Weltwesen geführt. Und wie das Leben eines Blinden, der durch Operation sehend geworden ist, ein anderes wird, als es vorher war, da er sich auf seine Führerschaft verlassen mußte, so ändert sich das Leben des Menschen durch die Geheimschulung. Er wird der Führerschaft entwachsen und muß fortan seine Leitung selbst übernehmen. Sobald dies eintritt, ist er, wie begreiflich, Irrtümern unterworfen, von denen das gewöhnliche Bewußtsein nichts ahnt. Er handelt jetzt aus einer Welt heraus, aus der ihn früher höhere Gewalten, ihm selbst unbewußt, beeinflußten. Diese höheren Gewalten sind durch die allgemeine Weltharmonie geordnet. Aus dieser Weltharmonie tritt der Geheimschüler heraus. Er hat nunmehr selbst Dinge zu tun, die vorher für ihn ohne sein Zutun vollzogen worden sind.

[ 3 ] What becomes clear from such characteristic examples of dream and sleep life is constantly taking place within human beings. The soul lives without interruption in higher worlds and is active within them. From these higher worlds, it draws the impulses through which it constantly acts upon the physical body. However, for human beings, this higher life of theirs remains unconscious. The initiate, however, brings it into consciousness. As a result, his life becomes entirely different. As long as the soul is not sighted in the higher sense, it is guided by higher world beings. And just as the life of a blind person who has regained sight through surgery becomes different from what it was before—since he previously had to rely on guidance—so too does the life of a human being change through esoteric training. He outgrows the need for guidance and must henceforth take charge of his own path. As soon as this occurs, he is, understandably, subject to errors of which ordinary consciousness has no inkling. He now acts from within a world from which higher powers—unbeknownst to him—previously influenced him. These higher powers are ordered by the general harmony of the world. The secret student steps out of this world harmony. He now has to do things himself that were previously accomplished for him without his intervention.

[ 4 ] Weil dies letztere der Fall ist, deshalb wird in den Schriften, die von solchen Dingen handeln, viel von den Gefahren gesprochen, welche mit dem Aufstieg in die höheren Welten verbunden sind. Die Schilderungen, die da zuweilen von solchen Gefahren gemacht werden, sind wohl geeignet, ängstliche Gemüter nur mit Schaudern auf dieses höhere Leben blicken zu lassen. Doch muß gesagt werden, daß diese Gefahren nur dann vorhanden sind, wenn die notwendigen Vorsichtsmaßregeln außer acht gelassen werden. Wenn dagegen wirklich alles beachtet wird, was wahre Geheimschulung als Ratschläge an die Hand gibt, dann erfolgt der Aufstieg zwar durch Erlebnisse hindurch, die an Gewalt und Größe alles überragen, was die kühnste Phantasie des Sinnesmenschen sich ausmalen kann; aber von einer Beeinträchtigung der Gesundheit oder des Lebens kann nicht die Rede sein. Der Mensch lernt grausige, das Leben an allen Ecken und Enden bedrohende Gewalten kennen. Es wird ihm möglich, sich selbst gewisser Kräfte und Wesen zu bedienen, welche der sinnlichen Wahrnehmung entzogen sind. Und die Versuchung ist groß, sich dieser Kräfte im Dienste eines eigenen unerlaubten Interesses zu bemächtigen oder aus mangelnder Erkenntnis der höheren Welten in irrtümlicher Weise solche Kräfte zu verwenden. Einige von solchen besonders bedeutsamen Erlebnissen (zum Beispiel die Begegnung mit dem «Hüter der Schwelle») sollen noch in diesen Aufsätzen geschildert werden. – Aber man muß doch bedenken, daß die leben-feindlichen Mächte auch dann vorhanden sind, wenn man sie nicht kennt. Wahr ist allerdings, daß dann deren Verhältnis zum Menschen von höheren Kräften bestimmt wird und daß dieses Verhältnis sich auch ändert, wenn der Mensch mit Bewußtsein in diese ihm vorher verborgene Welt eintritt. Aber es wird dafür auch sein eigenes Dasein gesteigert, sein Lebenskreis um ein ungeheures Feld bereichert. Eine wirkliche Gefahr liegt nur dann vor, wenn der Geheimschüler durch Ungeduld oder Unbescheidenheit sich gegenüber den Erfahrungen der höheren Welt zu früh eine gewisse Selbständigkeit beimißt, wenn er nicht abwarten kann, bis ihm die zureichende Einsicht in die übersinnlichen Gesetze wirklich zuteil wird. Auf diesem Gebiete sind eben Demut und Bescheidenheit noch viel weniger leere Worte als im gewöhnlichen Leben. Sind diese aber dem Schüler im allerbesten Sinne eigen, so kann er sicher sein, daß sich sein Aufstieg ins höhere Leben gefahrlos für alles das vollzieht, was man gewöhnlich Gesundheit und Leben nennt. – Vor allen Dingen darf keine Disharmonie aufkommen zwischen den höheren Erlebnissen und den Vorgängen und Anforderungen des alltäglichen Lebens. Des Menschen Aufgabe ist durchaus auf dieser Erde zu suchen. Und wer den Aufgaben auf dieser Erde sich entziehen und in eine andere Welt flüchten will, der mag sicher sein, daß er sein Ziel nicht erreicht. – Aber was die Sinne wahrnehmen, ist nur ein Teil der Welt. Und im Geistigen liegen die Wesenheiten, welche sich in den Tatsachen der sinnlichen Welt ausdrücken. Man soll teilhaftig werden des Geistes, damit man seine Offenbarungen in die Sinneswelt hineintragen kann. Der Mensch gestaltet die Erde um, indem er ihr einpflanzt, was er von dem Geisterlande her erkundet. Darinnen liegt seine Aufgabe. Nur weil die sinnliche Erde von der geistigen Welt abhängt, weil man wahrhaftig auf der Erde nur wirken kann, wenn man Teilhaber an jenen Welten ist, in denen die schaffenden Kräfte verborgen sind, deshalb soll man zu diesen letzteren aufsteigen wollen. Tritt man mit dieser Gesinnung an die Geheimschulung heran und weicht man keinen Augenblick von der dadurch vorgezeichneten Richtung ab, dann hat man nicht die allergeringsten Gefahren zu befürchten. Niemand sollte sich von den in Aussicht stehenden Gefahren von der Geheimschulung abhalten lassen; für einen jeden aber sollte diese Aussicht eine strenge Aufforderung sein, sich durchaus jene Eigenschaften anzueignen, welche der wahre Geheimschü1er haben soll.

[ 4 ] Since the latter is the case, the writings that deal with such matters speak at length about the dangers associated with ascending to the higher worlds. The descriptions of such dangers that are sometimes given are certainly likely to make anxious minds look upon this higher life with nothing but dread. Yet it must be said that these dangers exist only when the necessary precautions are disregarded. If, on the other hand, everything that true esoteric training offers as advice is actually followed, then the ascent does indeed take place through experiences whose intensity and magnitude surpass everything that the boldest imagination of the sensory-oriented person can conceive; but there can be no question of any harm to health or life. One comes to know terrifying forces that threaten life at every turn. One becomes able to make use of certain powers and beings that are beyond sensory perception. And the temptation is great to appropriate these powers for one’s own improper interests or, due to a lack of knowledge of the higher worlds, to use such powers in a mistaken manner. Some of these particularly significant experiences (such as the encounter with the “Keeper of the Threshold”) will be described in these essays. — But one must bear in mind that the forces hostile to life are present even when one is unaware of them. It is true, however, that their relationship to human beings is then determined by higher forces, and that this relationship also changes when a person consciously enters this world that was previously hidden from them. But in return, their very existence is enhanced, and the scope of their life is enriched by an immense realm. A real danger exists only when the occult student, out of impatience or presumption, assumes a certain independence too early in relation to the experiences of the higher world—when he cannot wait until he has truly been granted sufficient insight into the supersensible laws. In this realm, humility and modesty are even less empty words than in ordinary life. But if these qualities are inherent in the student in the very best sense, he can be certain that his ascent into the higher life will take place without endangering what is commonly called health and life. – Above all, no disharmony must arise between the higher experiences and the events and demands of everyday life. A person’s task is to be found entirely on this earth. And whoever seeks to evade the tasks on this earth and flee into another world may be certain that he will not reach his goal. – But what the senses perceive is only a part of the world. And in the spiritual realm lie the entities that express themselves in the realities of the sensory world. One must become a partaker of the Spirit so that one may carry its revelations into the sensory world. Humanity transforms the Earth by implanting into it what it has discovered from the spiritual realm. Therein lies its task. Precisely because the sensory Earth depends on the spiritual world—because one can truly act on Earth only if one is a participant in those worlds in which the creative forces are hidden—one should strive to ascend to these latter realms. If one approaches the secret training with this attitude and does not deviate for a single moment from the path it sets out, then one has not the slightest danger to fear. No one should allow the prospect of danger to deter them from the initiatory training; for everyone, however, this prospect should serve as a stern call to thoroughly acquire the qualities that a true initiate must possess.

[ 5 ] Nach diesen Voraussetzungen, die wohl alles Schreckhafte beseitigen, soll nun hier an die Schilderung einiger sogenannter «Gefahren» geschritten werden. Große Veränderungen gehen allerdings mit den obengenannten feineren Leibern beim Geheimschüler vor sich. Solche Veränderungen hängen mit gewissen Entwickelungsvorgängen der drei Grundkräfte der Seele, mit Wollen, Fühlen und Denken zusammen. Diese drei Kräfte stehen vor der Geheimschulung des Menschen in einer ganz bestimmten, durch höhere Weltgesetze geregelten Verbindung. Nicht in beliebiger Weise will, fühlt oder denkt der Mensch. Wenn zum Beispiel eine bestimmte Vorstellung im Bewußtsein auftaucht, so schließt sich an sie nach natürlichen Gesetzen ein gewisses Gefühl oder es folgt auf sie ein gesetzmäßig mit ihr zusammenhängender Willensentschluß. Man betritt ein Zimmer, findet es dumpfig und öffnet die Fenster. Man hört seinen Namen rufen und folgt dem Rufe. Man wird gefragt und gibt Antwort. Man sieht ein übelriechendes Ding und bekommt ein Gefühl von Unlust. Das sind einfache Zusammenhänge zwischen Denken, Fühlen und Wollen. Wenn man aber das menschliche Leben überschaut, so wird man finden, daß sich alles in diesem Leben auf solche Zusammenhänge aufbaut. Ja, man bezeichnet das Leben eines Menschen nur dann als ein «normales», wenn man in demselben eine solche Verbindung von Denken, Fühlen und Wollen bemerkt, die in den Gesetzen der menschlichen Natur begründet liegt. Man fände es diesen Gesetzen widersprechend, wenn ein Mensch zum Beispiel beim Anblick eines übelriechenden Gegenstandes ein Lustgefühl empfände oder wenn er auf Fragen nicht antwortete. Die Erfolge, die man sich von einer richtigen Erziehung oder einem angemessenen Unterricht verspricht, beruhen darauf, daß man voraussetzt, man könne eine der menschlichen Natur entsprechende Verbindung zwischen Denken, Fühlen und Wollen beim Zögling herstellen. Wenn man diesem gewisse Vorstellungen beibringt, so tut man es in der Annahme, daß sie später mit seinen Gefühlen und Willensentschlüssen in gesetzmäßige Verbindungen eingehen. – Alles das rührt davon her, daß in den feineren Seelenleibern des Menschen die Mittelpunkte der drei Kräfte, des Denkens, Fühlens und Wollens, in einer gesetzmäßigen Art miteinander verbunden sind. Und diese Verbindung in dem feineren Seelenorganismus hat auch ihr Abbild in dem groben physischen Körper. Auch in diesem stehen die Organe des Wollens in einer gewissen gesetzmäßigen Verbindung mit denen des Denkens und Fühlens. Ein bestimmter Gedanke ruft regelmäßig daher ein Gefühl oder eine Willenstätigkeit hervor. – Bei der höheren Entwickelung des Menschen werden nun die Fäden, welche die drei Grundkräfte miteinander verbind~n, unterbrochen. Zuerst geschieht diese Unterbrechung nur in dem charakterisierten feineren Seelenorganismus; bei noch höherem Aufstieg aber erstreckt sich die Trennung auch auf den physischen Körper. (Es zerfällt bei der höheren geistigen Entwickelung des Menschen tatsächlich zum Beispiel sein Gehirn in drei voneinander getrennte Glieder. Die Trennung ist allerdings eine solche, daß sie für die gewöhnliche sinnliche Anschauung nicht wahrnehmbar und auch durch die schärfsten sinnlichen Instrumente nicht nachweisbar ist. Aber sie tritt ein, und der Hellseher hat Mittel, sie zu beobachten. Das Gehirn des höheren Hellsehers zerfällt in drei selbständig wirkende Wesenheiten: das Denk-, Fühl- und Willensgehirn.)

[ 5 ] Having established these prerequisites, which should eliminate any cause for alarm, we shall now proceed to describe some so-called “dangers.” However, major changes do take place in the initiate in connection with the finer bodies mentioned above. Such changes are related to certain developmental processes of the three fundamental forces of the soul: will, feeling , and thinking. Before a person undergoes initiatory training, these three forces exist in a very specific relationship governed by higher cosmic laws. Human beings do not will, feel , or think in just any way. If, for example, a certain idea arises in consciousness, a certain feeling follows it according to natural laws, or a decision of the will that is lawfully connected to it follows. One enters a room, finds it stuffy, and opens the windows. One hears one’s name being called and follows the call. One is asked a question and gives an answer. One sees something that smells bad and feels a sense of aversion. These are simple connections between thinking, feeling, and willing. But if one surveys human life, one will find that everything in this life is built upon such connections. Indeed, one describes a person’s life as “normal” only when one observes in that life a connection between thinking, feeling, and willing that is grounded in the laws of human nature. One would consider it contrary to these laws if, for example, a person were to feel pleasure at the sight of a foul-smelling object or if they failed to answer questions. The successes one expects from proper upbringing or appropriate instruction are based on the assumption that one can establish, in the pupil, a connection between thinking, feeling, and willing that corresponds to human nature. When one teaches the pupil certain concepts, one does so on the assumption that they will later form lawful connections with the pupil’s feelings and volitional decisions. – All of this stems from the fact that, in the finer soul bodies of human beings, the centers of the three powers—thinking, feeling, and willing—are connected with one another in a lawful manner. And this connection within the finer soul organism also has its counterpart in the gross physical body. In the physical body, too, the organs of the will are connected in a certain lawful way to those of thinking and feeling. A particular thought therefore regularly evokes a feeling or an act of the will. – As a person develops spiritually, the threads connecting the three fundamental forces are severed. At first, this severance occurs only within the aforementioned finer soul organism; with even higher spiritual ascent, however, the separation extends to the physical body as well. (In fact, during a person’s higher spiritual development, their brain, for example, breaks down into three separate parts. The separation is, however, such that it is imperceptible to ordinary sensory perception and cannot be detected even by the most sophisticated sensory instruments. Yet it does occur, and the clairvoyant has the means to observe it. The brain of the higher clairvoyant divides into three independently functioning entities: the brain of thought, the brain of feeling, and the brain of will.)

[ 6 ] Die Organe des Denkens, Fühlens und Wollens stehen sodann ganz frei für sich da. Und ihre Verbindung wird nunmehr durch keine ihnen selbst eingepflanzten Gesetze hergestellt, sondern muß durch das erwachte höhere Bewußtsein des Menschen selbst besorgt werden. – Das ist nämlich die Veränderung, welche der Geheimschüler an sich bemerkt, daß kein Zusammenhang zwischen einer Vorstellung und einem Gefühl oder einem Gefühl und einem Willensentschluß und so weiter sich einstellt, wenn er nicht selbst einen solchen schafft. Kein Antrieb führt ihn von einem Gedanken zu einer Handlung, wenn er diesen Antrieb nicht frei in sich bewirkt. Er kann nunmehr völlig gefühllos vor einer Tatsache stehen, die ihm vor seiner Schulung glühende Liebe oder ärgsten Haß eingeflößt hat; er kann untätig bleiben bei einem Gedanken, der ihn vorher zu einer Handlung wie von selbst begeistert hat. Und er kann Taten verrichten aus Willensentschlüssen heraus, für welche bei einem nicht durch die Geheimschulung hindurchgegangenen Menschen auch nicht die geringste Veranlassung vorliegt. Die große Errungenschaft, welche dem Geheimschüler zuteil wird, ist, daß er die vollkommene Herrschaft erlangt über das Zusammenwirken der drei Seelenkräfte; aber dieses Zusammenwirken wird dafür auch vollständig in seine eigene Verantwortlichkeit gestellt.

[ 6 ] The faculties of thought, feeling, and will then stand entirely on their own. And their connection is no longer established by any laws implanted within them, but must be brought about by the awakened higher consciousness of the human being himself. – For this is precisely the change that the initiate observes within himself: that no connection arises between a thought and a feeling, or between a feeling and a volitional decision, and so on, unless he himself creates such a connection. No impulse leads him from a thought to an action unless he freely brings about this impulse within himself. He can now stand completely unmoved before a fact that, before his training, would have inspired in him burning love or the most intense hatred; he can remain inactive in the face of a thought that previously inspired him to act as if of its own accord. And he can perform acts arising from acts of will for which a person who has not undergone the secret training would have not the slightest motivation. The great achievement bestowed upon the secret student is that he attains complete mastery over the interplay of the three soul forces; but in return, this interplay is placed entirely under his own responsibility.

[ 7 ] Erst durch diese Umwandlung seines Wesens kann der Mensch in bewußte Verbindung treten mit gewissen übersinnlichen Kräften und Wesenheiten. Denn es haben seine eigenen Seelenkräfte zu gewissen Grundkräften der Welt entsprechende Verwandtschaft. Die Kraft zum Beispiel, die im Willen liegt, kann auf bestimmte Dinge und Wesenheiten der höheren Welt wirken und diese auch wahrnehmen. Aber sie kann das erst dann, wenn sie frei geworden ist von ihrer Verbindung mit dem Fühlen und Denken innerhalb der Seele. Sobald diese Verbindung gelöst ist, tritt die Wirkung des Willens nach außen hervor. Und so ist es auch mit den Kräften des Denkens und Fühlens. Wenn mir ein Mensch ein Haßgefühl zusendet, so ist dieses für den Hellseher sichtbar als eine feine Lichtwolke von bestimmter Färbung. Und ein solcher Hellseher kann dieses Haßgefühl abwehren, wie der Sinnesmensch einen physischen Schlag abwehrt, der gegen ihn geführt wird. Der Haß wird in der übersinnlichen Welt eine anschaubare Erscheinung. Aber nur dadurch kann ihn der Hellseher wahrnehmen, daß er die Kraft, die in seinem Gefühle liegt, nach außen zu senden vermag, wie der Sinnesmensch die Empfänglichkeit seines Auges nach außen richtet. Und so wie mit dem Haß ist es mit weit bedeutungsvolleren Tatsachen der sinnlichen Welt. Der Mensch kann mit ihnen in bewußten Verkehr treten durch die Freilegung der Grundkräfte seiner Seele.

[ 7 ] Only through this transformation of his being can a human being enter into a conscious connection with certain supersensible forces and beings. For his own soul forces have a kinship corresponding to certain fundamental forces of the world. The power of the will, for example, can act upon certain things and beings in the higher world and also perceive them. But it can do so only when it has become free from its connection with feeling and thinking within the soul. As soon as this connection is severed, the effect of the will manifests outwardly. And the same is true of the powers of thinking and feeling. When a person sends me a feeling of hatred, this is visible to the clairvoyant as a fine cloud of light of a certain color. And such a clairvoyant can ward off this feeling of hatred just as a person relying on the senses wards off a physical blow directed against them. Hatred becomes a visible phenomenon in the supersensible world. But the clairvoyant can perceive it only by being able to project outward the power that lies within his own feelings, just as a sensory person directs the receptivity of his eye outward. And just as it is with hatred, so it is with far more significant phenomena of the sensory world. Human beings can enter into conscious communion with them by unveiling the fundamental forces of their soul.

[ 8 ] Durch die geschilderte Trennung der Kräfte des Denkens, Fühlens und Wollens ist nun, bei Außerachtlassung der geheimwissenschaftlichen Vorschriften, eine dreifache Verirrung auf dem Entwickelungsgange des Menschen möglich. Eine solche kann eintreten, wenn die Verbindungsbahnen zerstört werden, bevor das höhere Bewußtsein mit seiner Erkenntnis so weit ist, daß es die Zügel, die ein freies harmonisches Zusammenwirken der getrennten Kräfte herstellen, ordentlich zu führen vermag. – Denn in der Regel sind nicht alle drei Grundkräfte des Menschen in einem bestimmten Lebensabschnitt gleich weit in ihrer Entwickelung vorgeschritten. Bei dem einen Menschen ist das Denken dem Fühlen und Wollen vorangeschritten, bei einem zweiten hat eine andere Kraft die Oberhand über ihre Genossen. Solange nun der durch die höheren Weltgesetze hergestellte Zusammenhang der Kräfte aufrechterhalten bleibt, kann durch das Hervorstechen der einen oder der anderen keine im höheren Sinne störende Unregelmäßigkeit eintreten. Beim Willensmenschen zum Beispiel wirken Denken und Gefühl durch jene Gesetze doch ausgleichend, und sie verhindern, daß der überwiegende Wille in besondere Ausartungen verfällt. Tritt ein solcher Willensmensch aber in die Geheimschulung ein, so hört der gesetzmäßige Einfluß von Gefühl und Gedanke auf den zu ungeheuren Kraftleistungen unausgesetzt drängenden Willen vollständig auf. Ist dann der Mensch in der vollkommenen Beherrschung des höheren Bewußtseins nicht so weit, daß er selbst die Harmonie hervorrufen kann, so geht der Wille seine eigenen zügellosen Wege. Er überwältigt fortwährend seinen Träger. Gefühl und Denken fallen einer vollkommenen Machtlosigkeit anheim; der Mensch wird durch die ihn sklavisch beherrschende Willensmacht gepeitscht. Eine Gewaltnatur, die von einer zügellosen Handlung zur anderen schreitet, ist entstanden. – Ein zweiter Abweg entsteht, wenn das Gefühl in einer maßlosen Art sich von den gesetzmäßigen Zügeln befreit. Eine zur Verehrung anderer Menschen neigende Person kann sich dann in grenzenlose Abhängigkeit bis zum Verluste jedes eigenen Willens und Gedankens begeben. Statt höherer Erkenntnis ist dann die erbarmungswürdigste Aushöhlung und Kraftlosigkeit das Los einer solchen Persönlichkeit. – Oder es kann bei solch überwiegendem Gefühlsleben eine zu Frömmigkeit und religiöser Erhebung neigende Natur in eine sie ganz hinreißende Religionsschwelgerei verfallen. – Das dritte Übel bildet sich, wenn das Denken überwiegt. Dann tritt eine lebensfeindliche, in sich verschlossene Beschaulichkeit auf. Für solche Menschen scheint dann die Welt nur mehr insoweit Bedeutung zu haben, als sie ihnen Gegenstände liefert zur Befriedigung ihrer ins Grenzenlose gesteigerten Weisheitsgier. Sie werden durch keinen Gedanken zu einer Handlung oder einem Gefühl angeregt. Sie treten überall als teilnahmslose, kalte Naturen auf. Jede Berührung mit Dingen der alltäglichen Wirklichkeit fliehen sie wie etwas, das ihnen Ekel erregt oder das wenigstens für sie alle Bedeutung verloren hat.

[ 8 ] Due to the described separation of the powers of thought, feeling, and will, a threefold deviation in the course of human development is now possible, if the prescriptions of esoteric science are disregarded. Such a deviation can occur if the connecting pathways are destroyed before the higher consciousness, with its insight, has advanced far enough to properly guide the reins that establish a free, harmonious interaction among the separate forces. – For as a rule, not all three of a person’s fundamental forces have progressed equally far in their development during a particular stage of life. In one person, thinking may have advanced further than feeling and willing; in another, a different force may have the upper hand over its counterparts. As long as the interconnection of forces established by the higher laws of the universe is maintained, the predominance of one force or another cannot give rise to any irregularity that is disruptive in the higher sense. In the case of the will-oriented individual, for example, thought and feeling still exert a balancing influence through those laws, preventing the dominant will from degenerating into particular aberrations. However, when such a will-oriented individual enters into esoteric training, the lawful influence of feeling and thought on the will—which is constantly driving toward immense feats of power—ceases entirely. If the individual has not yet attained such a degree of mastery over the higher consciousness that he can himself bring about harmony, then the will follows its own unbridled course. It continually overwhelms its bearer. Feeling and thought fall prey to complete powerlessness; the individual is lashed by the power of the will that slavishly dominates him. A violent nature, which proceeds from one unbridled action to the next, has arisen. – A second deviation arises when emotion frees itself from lawful restraints in an excessive manner. A person inclined to revere others may then sink into boundless dependence, to the point of losing all will and thought of their own. Instead of higher insight, the most pitiable hollowed-out state and powerlessness then become the lot of such a personality. – Or, with such an overwhelming emotional life, a nature inclined toward piety and religious exaltation may fall into a religious revelry that completely carries it away. – The third evil arises when thinking prevails. Then a contemplative state emerges that is hostile to life and closed in on itself. For such people, the world seems to have meaning only to the extent that it provides them with objects to satisfy their insatiable thirst for wisdom, which has been heightened to boundless proportions. No thought can stir them to action or emotion. They appear everywhere as indifferent, cold individuals. They flee any contact with the realities of everyday life as if it were something that disgusts them or has, at the very least, lost all meaning for them.

[ 9 ] Das sind die drei Irrpfade, auf welche der Geheimschüler geraten kann: das Gewaltmenschentum, die Gefühlsschwelgerei, das kalte lieblose Weisheitsstreben. Für eine äußerliche Betrachtungsweise – auch für die materialistische der Schulmedizin – unterscheidet sich das Bild eines solchen auf Abwegen befindlichen Menschen, vor allen Dingen dem Grade nach, nicht viel von demjenigen eines Irrsinnigen oder wenigstens einer schwer «nervenkranken Person». Ihnen darf natürlich der Geheimschüler nicht gleichen. Es kommt bei ihm darauf an, daß Denken, Fühlen, Wollen, die drei Grundkräfte der Seele, eine harmonische Entwickelung durchgemacht haben, bevor sie aus der ihnen eingepflanzten Verbindung gelöst und dem erwachten höheren Bewußtsein unterstellt werden können. – Denn ist einmal der Fehler geschehen, ist eine Grundkraft der Zügellosigkeit anheimgefallen, so tritt die höhere Seele zunächst als eine Fehlgeburt zutage. Die ungebändigte Kraft füllt dann die ganze Persönlichkeit des Menschen aus; und für lange ist nicht daran zu denken, daß alles wieder ins Gleichgewicht kommt. Was als eine harmlose Charakterveranlagung erscheint, solange der Mensch ohne Geheimschulung ist, nämlich ob er eine Willens-, Gefühls- oder Denkernatur ist, das steigert sich beim Geheimschüler so, daß sich das zum Leben notwendige Allgemeinmenschliche demgegenüber ganz verliert. – Zu einer wirklich ernsten Gefahr wird das allerdings erst in dem Augenblicke, in welchem der Schüler die Fähigkeit erlangt, Erlebnisse wie im Schlafbewußtsein so auch im wachen Zustande vor sich zu haben. Solange es bei der bloßen Erhellung der Schlafpausen verbleibt, wirkt während des Wachzustandes das von den allgemeinen Weltgesetzen geregelte Sinnesleben immer wieder ausgleichend auf das gestörte Gleichgewicht der Seele zurück. Deshalb ist es so notwendig, daß das Wachleben des Geheimschülers in jeder Richtung ein regelmäßiges, gesundes sei. Je mehr er den Anforderungen entspricht, welche die äußere Welt an eine gesunde, kräftige Gestaltung von Leib, Seele und Geist stellt, desto besser ist es für ihn. Schlimm dagegen kann es für ihn werden, wenn das alltägliche Wachleben aufregend oder aufreibend auf ihn wirkt, wenn also zu den größeren Veränderungen, die in seinem Inneren vorgehen, irgendwelche zerstörende oder hemmende Einflüsse des äußeren Lebens hinzutreten. Er soll alles aufsuchen, was seinen Kräften entsprechend ist und was ihn in ein ungestörtes, harmonisches Zusammenleben mit seiner Umgebung hineinbringt. Und er soll alles vermeiden, was dieser Harmonie Eintrag tut, was Unruhe und Hast in sein Leben bringt. Dabei kommt es weniger darauf an, diese Unruhe und Hast sich in einem äußerlichen Sinne abzuwälzen, als vielmehr darauf, zu sorgen, daß die Stimmung, die Absichten und Gedanken und die Gesundheit des Leibes darunter nicht fortwährenden Schwankungen ausgesetzt werden. – All das fällt dem Menschen während seiner Geheimschulung nicht so leicht wie vorher. Denn die höheren ErJehnisse, die nunmehr in sein Leben hineinspielen, wirken ununterbrochen auf sein ganzes Dasein. Ist innerhalb dieser höheren Erlebnisse etwas nicht in Ordnung, so lauert die Unregelmäßigkeit unausgesetzt und kann ihn bei jeder Gelegenheit aus den geordneten Bahnen herauswerfen. Deshalb darf der Geheimschüler nichts unterlassen, was ihm stets die Herrschaft über sein ganzes Wesen sichert. Nie sollte ihm Geistesgegenwart oder ein ruhiges Überblicken aller in Betracht kommenden Situationen des Lebens mangeln. Aber eine echte Geheimschulung erzeugt im Grunde alle diese Eigenschaften durch sich selbst. Und man lernt während einer solchen die Gefahren nur kennen, indem man zugleich in den richtigen Augenblicken die volle Macht erlangt, sie aus dem Felde zu schlagen.

[ 9 ] These are the three wrong paths onto which the initiate may stray: a life dominated by violence, an indulgence in emotions, and a cold, loveless pursuit of wisdom. From an external perspective—including the materialistic view of conventional medicine—the picture of such a person who has strayed from the path does not differ much, especially in degree, from that of a madman or at least a person suffering from a severe “nervous disorder.” The secret student must, of course, not resemble such a person. What matters for him is that thinking, feeling, and willing—the three fundamental forces of the soul—have undergone a harmonious development before they can be released from the connection in which they were implanted and subordinated to the awakened higher consciousness. —For once the mistake has been made, once a fundamental force has fallen prey to unbridledness, the higher soul initially manifests as a stillbirth. The unbridled force then fills the person’s entire personality; and for a long time, there is no hope that everything will return to balance. What appears to be a harmless character trait as long as a person has not undergone secret training—namely, whether they are a willful, emotional, or intellectual type—intensifies in the secret student to such an extent that the universal human qualities necessary for life are completely lost in comparison. – This, however, only becomes a truly serious danger at the moment when the student acquires the ability to experience events in the waking state just as they occur in the state of sleep-consciousness. As long as it remains merely a matter of illuminating the intervals of sleep, the sensory life—governed by the general laws of the world—continually exerts a balancing effect on the disturbed equilibrium of the soul during the waking state. That is why it is so essential that the secret student’s waking life be regular and healthy in every respect. The more he meets the demands that the external world places on a healthy, vigorous development of body, soul, and spirit, the better it is for him. On the other hand, things can turn out badly for him if his everyday waking life has an exciting or exhausting effect on him—that is, if the major changes taking place within him are compounded by any destructive or inhibiting influences from external life. He should seek out everything that is in keeping with his strengths and that leads him into an undisturbed, harmonious coexistence with his surroundings. And he should avoid everything that disrupts this harmony, that brings restlessness and haste into his life. In this regard, it is less a matter of offloading this restlessness and haste in an external sense than of ensuring that one’s mood, intentions, thoughts, and physical health are not subjected to constant fluctuations as a result. — All of this is not as easy for a person during their secret training as it was before. For the higher experiences that now come into play in his life have a continuous effect on his entire being. If something within these higher experiences is out of order, the irregularity lurks constantly and can throw him off course at any opportunity. Therefore, the initiate must not neglect anything that ensures his constant mastery over his entire being. He should never lack presence of mind or a calm overview of all the situations in life that may arise. But genuine esoteric training essentially generates all these qualities on its own. And during such training, one comes to know the dangers only by simultaneously attaining, at the right moments, the full power to ward them off.