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The Rudolf Steiner Archive

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From the Akashic Records
GA 11

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Die Lemurische Rasse

The Lemurian Race

[ 1 ] Hier wird ein Stück aus der Akasha-Chronik mitgeteilt, das sich auf eine sehr ferne Urzeit in der Menschheitsentwickelung bezieht. Diese Zeit geht derjenigen voraus, welche in den vorhergehenden Darstellungen geschildert worden ist. Es handelt sich um die dritte menschliche Wurzelrasse, von welcher in theosophischen Büchern gesagt wird, daß sie den lemurischen Kontinent bewohnt hat. Dieser Kontinent lag — im Sinne dieser Bücher — im Süden von Asien, dehnte sich aber ungefähr von Ceylon bis Madagaskar aus. Auch das heutige südliche Asien und Teile von Afrika gehörten zu ihm. — Wenn auch beim Entziffern der ,,Akasha-Chronik" alle mögliche Sorgfalt angewendet worden ist, so muß doch betont werden, daß nirgends für diese Mitteilungen irgendwelcher dogmatischer Charakter in Anspruch genommen werden soll. Ist schon das Lesen von Dingen und Ereignissen, welche dem gegenwärtigen Zeitalter so fernliegen, nicht leicht, so bietet die Übersetzung des Geschauten und Entzifferten in die gegenwärtige Sprache fast unübersteigliche Hindernisse. — Zeitangaben werden später gemacht werden. Sie werden besser verstanden werden, wenn die ganze lemurische Zeit und auch noch diejenige unserer (fünften) Wurzelrasse bis zur Gegenwart durchgenommen sein werden. — die Dinge, die hier mitgeteilt werden, sind auch für den Okkultisten, der sie zum ersten Male liest, überraschend — obgleich das Wort nicht ganz zutreffend ist. Deshalb darf er sie nur nach der sorgfältigsten Prüfung mitteilen.

[ 1 ] Here, an excerpt from the Akashic Records is presented that refers to a very distant primeval era in human evolution. This era precedes the one described in the preceding accounts. It concerns the third human root race, which, according to theosophical books, inhabited the Lemurian continent. This continent was located—according to these books—in the south of Asia, but extended roughly from Ceylon to Madagascar. Present-day southern Asia and parts of Africa also belonged to it. — Although every possible care has been taken in deciphering the “Akashic Records,” it must nevertheless be emphasized that these accounts are in no way intended to be taken as dogma. While reading about events and occurrences so distant from the present age is no easy task, translating what has been seen and deciphered into the language of today presents almost insurmountable obstacles. — Specific dates will be provided later. They will be better understood once the entire Lemurian period, as well as that of our (fifth) root race, has been covered up to the present. — The information presented here is surprising even to the occultist reading it for the first time—although that word is not entirely accurate. Therefore, he may only share it after the most careful examination.



[ 2 ] Der vierten (atlantischen) Wurzelrasse ging die sogenannte lemurische voran. Innerhalb ihrer Entwickelung vollzogen sich mit Erde und Mensch Tatsachen von der allergrößten Bedeutung. Doch soll hier zuerst etwas über den Charakter dieser Wurzelrasse nach diesen Tatsachen gesagt und dann erst auf die letzteren eingegangen werden. Im großen und ganzen war bei dieser Rasse das Gedächtnis noch nicht ausgebildet. Die Menschen konnten sich zwar Vorstellungen machen von den Dingen und Ereignissen; aber diese Vorstellungen blieben nicht in der Erinnerung haften. Daher hatten sie auch noch keine Sprache im eigentlichen Sinne. Was sie in dieser Beziehung hervorbringen konnten, waren mehr Naturlaute, die ihre Empfindungen, Lust, Freude, Schmerz und so weiter ausdrückten, die aber nicht äußerliche Dinge bezeichneten. — Aber ihre Vorstellungen hatten eine ganz andere Kraft als die der späteren Menschen. Sie wirkten durch diese Kraft auf ihre Umgebung. Andere Menschen, Tiere, Pflanzen und selbst leblose Gegenstände konnten diese Wirkung empfinden und durch bloße Vorstellungen beeinflußt werden. So konnte der Lemurier seinen Nebenmenschen Mitteilungen machen, ohne daß er eine Sprache nötig gehabt hätte. Diese Mitteilung bestand in einer Art «Gedankenlesen». Die Kraft seiner Vorstellungen schöpfte der Lemurier unmittelbar aus den Dingen, die ihn umgaben. Sie floß ihm zu aus der Wachstumskraft der Pflanzen, aus der Lebenskraft der Tiere. So verstand er Pflanzen und Tiere in ihrem inneren Weben und Leben. Ja, er verstand so auch die physischen und chemischen Kräfte der leblosen Dinge. Wenn er etwas baute, brauchte er nicht erst die Tragkraft eines Holzstammes, die Schwere eines Bausteines zu berechnen, er sah dem Holzstamme an, wieviel er tragen kann, dem Baustein, wo er durch seine Schwere angebracht ist, wo nicht. So baute der Lemurier ohne Ingenieurkunst aus seiner mit der Sicherheit einer Art Instinktes wirkenden Vorstellungskraft heraus. Und er hatte dabei seinen Körper in hohem Maße in seiner Gewalt. Er konnte seinen Arm stählen, wenn es nötig war, durch bloße Anstrengung des Willens. Ungeheure Lasten konnte er zum Beispiel heben durch bloße Willensentwickelung. Diente später dem Atlantier die Herrschaft über die Lebenskraft, so diente dem Lemurier die Bemeisterung des Willens. Er war — der Ausdruck soll nicht mißverstanden werden — auf allen Gebieten niederer menschlicher Verrichtungen der geborene Magier.

[ 2 ] The fourth (Atlantean) root race was preceded by the so-called Lemurian race. During its development, events of the utmost significance took place involving the Earth and humankind. However, we shall first say a few words here about the character of this root race in light of these events, and only then will we address the latter. On the whole, memory had not yet developed in this race. Although people were able to form mental images of things and events, these images did not remain in their memory. Therefore, they did not yet have language in the true sense of the word. What they were able to produce in this regard were more like natural sounds that expressed their feelings, pleasure, joy, pain, and so on, but which did not designate external objects. — But their mental images possessed a power quite different from that of later humans. Through this power, they exerted an influence on their surroundings. Other humans, animals, plants, and even inanimate objects could perceive this effect and be influenced by mere mental images. Thus, the Lemurian could communicate with his fellow humans without needing a language. This communication consisted of a kind of “mind reading.” The Lemurian drew the power of his mental images directly from the things that surrounded him. It flowed to him from the growth force of plants and the life force of animals. Thus he understood plants and animals in their inner workings and life. Indeed, he also understood the physical and chemical forces of inanimate objects in this way. When he built something, he did not first need to calculate the load-bearing capacity of a log or the weight of a building stone; he saw by looking at the log how much it could bear, and by looking at the building stone, where its weight made it suitable for placement and where it was not. Thus the Lemurian built without the art of engineering, drawing on his imagination, which functioned with the certainty of a kind of instinct. And in doing so, he had a high degree of control over his body. He could steel his arm when necessary through the mere exertion of his will. For example, he could lift immense loads through the sheer power of his will. Just as the Atlantean later relied on mastery of the life force, so did the Lemurian rely on mastery of the will. He was—and let this expression not be misunderstood—a natural-born magician in all areas of lower human activities.

[ 3 ] Auf die Ausbildung des Willens, der vorstellenden Kraft war es bei den Lemuriern abgesehen. Die Kindererziehung war ganz darauf angelegt. Die Knaben wurden in der kräftigsten Art abgehärtet. Sie mußten lernen, Gefahren bestehen, Schmerzen überwinden, kühne Handlungen vollziehen. Diejenigen, welche Martern nicht ertragen, Gefahren nicht bestehen konnten, wurden als keine nützlichen Mitglieder der Menschheit angesehen. Man ließ sie unter den Strapazen zugrunde gehen. Was die Akasha-Chronik in bezug auf diese Kinderzucht zeigt, übersteigt alles, was sich der gegenwärtige Mensch in der kühnsten Phantasie auszumalen vermag. Das Ertragen von Hitze bis zur versengenden Glut, das Durchstechen des Körpers mit spitzen Gegenständen waren ganz gewöhnliche Prozeduren. — anders war die Mädchenzucht. Zwar wurde auch das weibliche Kind abgehärtet; aber es war alles übrige darauf angelegt, daß es eine kräftige Phantasie entwickele. Es wurde zum Beispiel dem Sturm ausgesetzt, um seine grausige Schönheit ruhig zu empfinden; es mußte den Kämpfen der Männer zusehen, angstlos, nur durchdrungen von dem Gefühle für die Stärke und Kraft, die es vor sich sah. Die Anlagen zur Träumerei, zum Phantasieren entwickelten sich dadurch bei dem Mädchen; aber diese schätzte man besonders hoch. Und da ein Gedächtnis nicht vorhanden war, so konnten diese Anlagen auch nicht ausarten. Die betreffenden Traumoder Phantasievorstellungen hielten nur solange an, als die entsprechende äußere Veranlassung vorlag. Sie hatten also insofern ihren guten Grund in den äußeren Dingen. Sie verloren sich nicht ins Bodenlose. Es war sozusagen die Phantastik und Träumerei der Natur selbst, die in das weibliche Gemüt gesenkt wurde.

[ 3 ] The Lemurians focused on training the will and the power of imagination. The upbringing of children was entirely geared toward this. The boys were toughened up in the most rigorous way. They had to learn to face dangers, overcome pain, and carry out daring deeds. Those who could not endure torture or overcome dangers were not considered useful members of humanity. They were left to perish under the hardships. What the Akashic Records reveal regarding this child-rearing practice surpasses anything that modern humans can imagine in their wildest fantasies. Enduring heat up to scorching intensity and having their bodies pierced with sharp objects were quite common procedures. — The upbringing of girls was different. Although female children were also toughened up, everything else was designed to help them develop a robust imagination. For example, she was exposed to storms so that she might calmly appreciate their eerie beauty; she had to watch the men’s battles, without fear, imbued only with a sense of the strength and power she saw before her. This fostered in the girl a predisposition toward daydreaming and fantasizing; yet these qualities were held in particularly high regard. And since she lacked a memory, these tendencies could not get out of hand. The relevant dreams or fantasies lasted only as long as the corresponding external stimulus was present. In this respect, they were firmly grounded in external realities. They did not vanish into the abyss. It was, so to speak, the fantasy and reverie of nature itself that was instilled in the female mind.

[ 4 ] Wohnungen in unserem Sinne hatten die Lemurier, ausgenommen in ihrer letzten Zeit, nicht. Sie hielten sich da auf, wo die Natur selbst dazu Gelegenheit gab. Erdhöhlen zum Beispiel, die sie benutzten, gestalteten sie nur so um, statteten sie mit solchen Zutaten aus, wie sie dies brauchten. Später bauten sie sich auch aus Erdreich solche Höhlen; und dann entwickelten sie bei solchen Bauten eine große Geschicklichkeit. Man darf sich aber nicht vorstellen, daß sie nicht auch künstliche Bauten aufführten. Nur dienten diese nicht zur Wohnung. Sie entsprangen in der ersten Zeit dem Bedürfnis, den Naturdingen eine durch den Menschen herbeigeführte Form zu geben. Hügel wurden so umgeformt, daß der Mensch seine Freude, sein Behagen an der Form hatte. Steine wurden aus demselben Grunde zusammengefügt, oder auch darum, bei gewissen Verrichtungen zu dienen. Die Orte, an denen man die Kinder abhärtete, wurden mit Mauern dieser Art umgeben. — immer gewaltiger und kunstvoller wurden aber gegen das Ende dieses Zeitalters die Bauten, welche der Pflege der «göttlichen Weisheit und göttlichen Kunst» dienten. Diese Anstalten waren in jeder Art verschieden von dem, was der späteren Menschheit die Tempel waren, denn sie waren zugleich Unterrichtsanstalten und Wissenschaftsstätten. Wer dazu geeignet befunden wurde, durfte hier eingeweiht werden in die Wissenschaft von den Weltgesetzen und in der Handhabung dieser Gesetze. War der Lemurier ein geborener Magier, so wurde hier diese Anlage zur Kunst und zur Einsicht ausgebildet. Nur diejenigen, welche im höchsten Maße durch jegliche Abhärtung die Fähigkeit erworben hatten, zu überwinden, konnten zugelassen werden. Für alle anderen war das, was in diesen Anstalten vorging, das tiefste Geheimnis. Man lernte hier die Naturkräfte in unmittelbarer Anschauung kennen und auch beherrschen. Aber das Lernen war so, daß die Naturkräfte beim Menschen sich in Willenskräfte umsetzten. Er konnte dadurch selbst ausführen, was die Natur vollbringt. Was die spätere Menschheit durch Überlegung, durch Kombination vollbrachte, das hatte damals den Charakter einer instinktiven Tätigkeit. Doch darf man das Wort «Instinkt» hier nicht in demselben Sinne gebrauchen, wie man gewohnt ist, es auf die Tierwelt anzuwenden. Denn die Verrichtungen der lemurischen Menschheit standen turmhoch über allem, was die Tierwelt durch den Instinkt hervorzubringen vermag. Sie standen sogar weit über dem, was sich seither die Menschheit durch Gedächtnis, Verstand und Phantasie an Künsten und Wissenschaften angeeignet hat. Wollte man einen Ausdruck für diese Anstalten gebrauchen, der das Verständnis erleichtert, so könnte man sie «Hochschulen der Willenskräfte und der hellsehenden Vorstellungsgewalt» nennen. — Aus ihnen gingen die Menschen hervor, welche zu Herrschern der andern in jeder Beziehung wurden. Eine richtige Vorstellung von all diesen Verhältnissen ist heute in Worten schwer zu geben. Denn alles hat sich seither auf der Erde geändert. Die Natur selbst und alles menschliche Leben waren anders; daher waren ganz verschieden von dem heute üblichen die menschliche Arbeit und das Verhältnis von Mensch zu Mensch.

[ 4 ] The Lemurians did not have dwellings as we understand them, except during their final period. They lived wherever nature itself provided the opportunity. For example, they simply adapted the earthen caves they used, furnishing them with whatever they needed. Later, they also built such caves out of earth; and in doing so, they developed great skill. One must not imagine, however, that they did not also construct artificial buildings. These, however, were not used as dwellings. In the early days, they arose from the need to give natural objects a form created by human hands. Hills were reshaped so that people could take pleasure and find comfort in their form. Stones were set together for the same reason, or to serve a specific purpose in certain tasks. The places where children were hardened were surrounded by walls of this kind. — Toward the end of this era, however, the structures dedicated to the cultivation of “divine wisdom and divine art” became increasingly grand and elaborate. These institutions differed in every respect from what temples would later come to be for humanity, for they served simultaneously as educational institutions and centers of learning. Those deemed suitable were permitted to be initiated here into the science of the laws of the universe and the application of these laws. If a Lemurian was a natural-born magician, this aptitude for the art and for insight was cultivated here. Only those who, through every form of hardening, had acquired the highest degree of ability to overcome challenges could be admitted. For everyone else, what took place in these institutions was the deepest secret. Here, one came to know the forces of nature through direct observation and also to master them. But the learning process was such that the forces of nature were transformed within the individual into forces of will. Through this, he was able to accomplish for himself what nature accomplishes. What later humanity accomplished through reflection and combination had, at that time, the character of an instinctive activity. Yet one must not use the word “instinct” here in the same sense in which one is accustomed to applying it to the animal kingdom. For the feats of the Lemurian humanity towered far above anything the animal kingdom is capable of producing through instinct. They even stood far above what humanity has since acquired in the arts and sciences through memory, intellect, and imagination. If one were to use an expression for these institutions that would facilitate understanding, one could call them “universities of the powers of the will and of clairvoyant imagination.” — From them emerged the people who became rulers over others in every respect. It is difficult today to convey a true picture of all these conditions in words. For everything on Earth has changed since then. Nature itself and all human life were different; consequently, human labor and the relationship between people were quite different from what is customary today.

[ 5 ] Noch viel dichter als später in atlantischen Zeiten war die Luft, noch viel dünner das Wasser. Und auch das, was heute unsere feste Erdkruste bildet, war noch nicht so verhärtet wie später. Die Pflanzen- und die Tierwelt waren erst vorgeschritten bis zur Amphibien-, Vogelwelt und den niederen Säugetieren, ferner bis zu Gewächsen, die Ähnlichkeit haben mit unseren Palmen und ähnlichen Bäumen. Doch waren alle Formen anders als heute. Was jetzt nur in kleinen Gestalten vorkommt, war damals riesig entwickelt. Unsere kleinen Farne waren damals Bäume und bildeten mächtige Wälder. Die gegenwärtigen höheren Säugetiere gab es nicht. Dagegen war ein großer Teil der Menschheit auf so niedriger Entwickelung, daß man ihn durchaus als tierisch bezeichnen muß. Überhaupt gilt nur von einem kleinen Teil der Menschen das, was hier von ihnen beschrieben ist. Der andere Teil lebte ein Leben in Tierheit. Ja, diese Tiermenschen waren in dem äußeren Bau und in der Lebensweise durchaus verschieden von jenem kleinen Teil. Sie unterschieden sich gar nicht besonders von den niederen Säugetieren, die ihnen in gewisser Beziehung auch in der Gestalt ähnlich waren.

[ 5 ] The air was much denser than it would later be during the Atlantean era, and the water was much thinner. And even what today forms our solid Earth’s crust had not yet hardened as much as it would later. The plant and animal kingdoms had only advanced as far as amphibians, birds, and lower mammals, as well as plants resembling our palms and similar trees. Yet all forms were different from what they are today. What now occurs only in small forms was enormously developed back then. Our small ferns were trees back then and formed mighty forests. The higher mammals of today did not exist. In contrast, a large portion of humanity was at such a low stage of development that it must certainly be described as animal-like. In general, what is described here applies only to a small portion of humanity. The rest lived a life of animality. Indeed, these animal-like humans differed entirely from that small portion in their physical build and way of life. They did not differ particularly from the lower mammals, to which they were also similar in appearance in certain respects.

[ 6 ] Es müssen noch einige Worte gesagt werden über die Bedeutung der erwähnten Tempelstätten. Es war nicht eigentlich Religion, was da gepflegt wurde. Es war «göttliche Weisheit und Kunst». Der Mensch empfand, was ihm da gegeben wurde, unmittelbar als ein Geschenk der geistigen Weltkräfte. Und wenn er dieses Geschenkes teilhaftig wurde, so sah er sich selbst als einen «Diener» dieser Weltkräfte an. Er fühlte sich «geheiligt» vor allem Ungeistigen. Will man von Religion auf dieser Stufe der Menschheitsentwickelung sprechen, so könnte man sie «Willensreligion» nennen. Die religiöse Stimmung und Weihe lag darinnen, daß der Mensch die ihm verliehenen Kräfte als strenges, göttliches ,,Geheimnis" hütete, daß er ein Leben führte, durch das er seine Macht heiligte. Die Scheu und Verehrung, mit der man Personen von seiten der andern begegnete, die solche Kräfte hatten, waren groß. Und sie waren nicht irgendwie durch Gesetze oder dergleichen bewirkt, sondern durch die unmittelbare Macht, die von ihnen ausgeübt wurde. Wer uneingeweiht war, stand ganz selbstverständlich unter dem magischen Einfluß der Eingeweihten. Und selbstverständlich war es ja auch, daß diese sich als geheiligte Personen betrachteten. Denn sie wurden ja in ihren Tempelstätten in voller Anschauung teilhaftig der wirkenden Naturkräfte. Sie blickten hinein in die schaffende Werkstatt der Natur. Was sie erlebten, war ein Verkehr mit den Wesenheiten, die an der Welt selbst bauen. Man darf diesen Verkehr einen Umgang mit den Göttern nennen. Und was sich später als «Einweihung», als «Mysterium» entwickelt hat, ist aus dieser ursprünglichen Art des Verkehrs der Menschen mit den Göttern hervorgegangen. In folgenden Zeiten mußte dieser Verkehr sich anders gestalten, weil das menschliche Vorstellen, der menschliche Geist andere Formen annahmen.

[ 6 ] A few more words must be said about the significance of the temple sites mentioned. What was practiced there was not strictly speaking religion. It was “divine wisdom and art.” People perceived what was given to them there directly as a gift from the spiritual forces of the world. And when they partook of this gift, they regarded themselves as “servants” of these spiritual forces. They felt “sanctified” above all that was unspiritual. If one wishes to speak of religion at this stage of human development, one could call it a “religion of the will.” The religious mood and sense of consecration lay in the fact that human beings guarded the powers bestowed upon them as a strict, divine “mystery,” and that they led a life through which they sanctified their power. The reverence and awe with which people treated others who possessed such powers were profound. And these were not brought about by laws or the like, but by the direct power that these individuals exerted. Those who were uninitiated were, quite naturally, under the magical influence of the initiated. And it was, of course, also natural that they regarded themselves as sacred beings. For in their temples they participated fully in the contemplation of the active forces of nature. They gazed into the creative workshop of nature. What they experienced was communion with the beings who are building the world itself. One may call this communion a relationship with the gods. And what later developed into “initiation” and “mystery” emerged from this original form of human communion with the gods. In subsequent eras, this communion had to take on a different form, because human imagination and the human spirit assumed new forms.

[ 7 ] Von besonderer Wichtigkeit ist etwas, was mit dem Fortschritte der lemurischen Entwickelung dadurch geschah, daß die Frauen in der geschilderten Art lebten. Sie bildeten dadurch besondere menschliche Kräfte aus. Ihre mit der Natur im Bunde befindliche Einbildungskraft wurde die Grundlage für eine höhere Entwickelung des Vorstellungslebens. Sie nahmen sinnig die Kräfte der Natur in sich auf und ließen sie in der Seele nachwirken. Damit bildeten sich die Keime des Gedächtnisses. Und mit dem Gedächtnis trat auch die Fähigkeit in die Welt, die ersten allereinfachsten moralischen Begriffe zu bilden. — die Willensausbildung des männlichen Elementes kannte derartiges zunächst nicht. Der Mann folgte instinktiv entweder den Antrieben der Natur oder den Einflüssen, die von den Eingeweihten ausgingen. — Aus der Frauenart heraus entstanden die ersten Vorstellungen von «gut und böse». Da fing man an, das eine, das auf das Vorstellungsleben einen besonderen Eindruck gemacht hat, zu lieben, anderes zu verabscheuen. War die Herrschaft, welche das männliche Element ausübte, mehr auf die äußere Wirkung der Willenskräfte, auf die Handhabung der Naturmächte gerichtet, so entstand daneben in dem weiblichen Element eine Wirkung durch das Gemüt, durch die inneren, persönlichen Kräfte des Menschen. Nur derjenige kann die Entwickelung der Menschheit richtig verstehen, der berücksichtigt, daß die ersten Fortschritte im Vorstellungsleben von den Frauen gemacht worden sind. Die mit dem sinnigen Vorstellungsleben, mit der Ausbildung des Gedächtnisses zusammenhängende Entwickelung von Gewohnheiten, welche die Keime zu einem Rechtsleben, zu einer Art von Sitte bildeten, kam von dieser Seite. Hatte der Mann die Naturkräfte geschaut und ausgeübt: die Frau wurde die erste Deuterin derselben. Es war eine besondere neue Art, durch das Nachdenken zu leben, die hier entstand. Diese Art hatte etwas viel Perönlicheres als diejenige der Männer. Nun muß man sich vorstellen, daß diese Art der Frauen doch auch eine Art von Hellsehen war, wenn sie sich auch von der Willensmagie der Männer unterschied. Die Frau war in ihrer Seele einer anderen Art von geistigen Mächten zugänglich. Solchen, die mehr zu dem Gefühlselement der Seele sprachen, weniger zu dem geistigen, dem der Mann unterworfen war. So ging von den Männern eine Wirkung aus, die mehr natürlich-göttlich, von den Frauen eine solche, die mehr seelisch-göttlich war.

[ 7 ] Of particular importance is what occurred as a result of the progress of Lemurian evolution, due to the fact that women lived in the manner described. Through this, they developed special human faculties. Their imagination, which was in harmony with nature, became the foundation for a higher development of the life of the imagination. They sensibly absorbed the forces of nature into themselves and allowed them to continue to work within their souls. This gave rise to the seeds of memory. And with memory came the ability to form the first, simplest moral concepts. — The development of the will in the male element did not initially know anything of this sort. Man instinctively followed either the impulses of nature or the influences emanating from the initiates. — The first concepts of “good and evil” arose from the feminine principle. Thus people began to love that which had made a particular impression on their imaginative life and to abhor the rest. While the dominion exercised by the masculine element was directed more toward the external effects of the forces of the will and the mastery of natural forces, a parallel development arose within the feminine element through the emotions and the inner, personal forces of the human being. Only those who take into account that the first advances in the life of the imagination were made by women can truly understand the development of humanity. The development of habits—linked to the sensory life of the imagination and the cultivation of memory—which formed the seeds of a legal life, of a kind of custom, came from this side. While man had observed and exercised the forces of nature, woman became the first interpreter of those same forces. A special new way of living through reflection arose here. This way had something much more personal about it than that of men. Now one must imagine that this way of women was also a kind of clairvoyance, even if it differed from the will-magic of men. In her soul, the woman was receptive to a different kind of spiritual power—one that spoke more to the emotional element of the soul and less to the intellectual element to which the man was subject. Thus, the men radiated an influence that was more natural-divine, while the women radiated one that was more soulful-divine.

[ 8 ] Die Entwickelung, welche die Frau während der lemurischen Zeit durchgemacht hatte, brachte es mit sich, daß ihr beim Auftreten der nächsten — der atlantischen — Wurzelrasse auf der Erde eine wichtige Rolle zufiel. Dieses Auftreten fand statt unter dem Einflusse hochentwickelter Wesenheiten, die bekannt waren mit den Gesetzen der Rassenbildung und die imstande waren, die vorhandenen Kräfte der Menschennatur in solche Bahnen zu leiten, daß eine neue Rasse entstehen konnte. Über diese Wesen soll noch besonders gesprochen werden. Vorläufig mag es genügen, zu sagen, daß ihnen übermenschliche Weisheit und Macht innewohnte. Sie sonderten nun eine kleine Schar aus der lemurischen Menschheit ab und bestimmten diese zu Stammeltern der kommenden atlantischen Rasse. Der Ort, an dem sie das taten, lag in der heißen Zone. Die Männer dieses Häufleins hatten unter ihrer Anleitung sich in der Beherrschung der Naturkräfte ausgebildet. Sie waren kraftvoll und verstanden es, der Erde die mannigfaltigsten Schätze abzugewinnen. Sie konnten den Acker bebauen und seine Früchte ihrem Leben nutzbar machen. Sie waren starke Willensnaturen geworden durch die Zucht, die man ihnen hatte angedeihen lassen. In geringem Maße war bei ihnen Seele und Gemüt ausgebildet. Diese waren dafür bei den Frauen zur Entfaltung gelangt. Gedächtnis und Phantasie und alles, was mit diesem verbunden ist, fanden sich bei ihnen.

[ 8 ] The evolution that women had undergone during the Lemurian era meant that they were destined to play an important role when the next—the Atlantean—root race appeared on Earth. This emergence took place under the influence of highly evolved beings who were familiar with the laws of racial formation and who were capable of directing the existing forces of human nature along such paths that a new race could arise. These beings will be discussed in more detail later. For now, it may suffice to say that they possessed superhuman wisdom and power. They now set apart a small group from the Lemurian humanity and designated them as the progenitors of the coming Atlantean race. The place where they did this was located in the tropical zone. Under their guidance, the men of this small group had trained themselves in the mastery of natural forces. They were strong and knew how to extract the most diverse treasures from the earth. They were able to cultivate the fields and make use of their fruits for their livelihood. They had become strong-willed through the discipline they had been subjected to. To a limited extent, their souls and minds were developed. These, however, had found fulfillment in the women. Memory, imagination, and everything associated with them were present in them.

[ 9 ] Die genannten Führer bewirkten, daß sich das Häuflein in kleine Gruppen ordnete. Und sie übertrugen den Frauen die Ordnung und Einrichtung dieser Gruppen. Durch ihr Gedächtnis hatte die Frau die Fähigkeit erworben, die Erfahrungen und Erlebnisse, die einmal gemacht worden waren, für die Zukunft nutzbar zu machen. Was gestern sich als zweckmäßig erwies, das verwertete sie heute und war sich klar darüber, daß es auch morgen nutzbringend sein werde. Die Einrichtungen für das Zusammenleben gingen dadurch von ihr aus. Unter ihrem Einflusse bildeten sich die Begriffe von «gut und böse» aus. Durch ihr sinnendes Leben hatte sie sich Verständnis für die Natur erworben. Aus der Beobachtung der Natur erwuchsen ihr die Vorstellungen, nach denen sie das Treiben der Menschen leitete. Die Führer hatten es so eingerichtet, daß durch die Seele der Frau die Willensnatur, das Kraftstrotzende der Männer veredelt und geläutert wurde. Natürlich muß man sich das alles in kindlichen Anfängen denken. Die Worte unserer Sprache rufen nur zu leicht sogleich Vorstellungen hervor, die dem Leben der Gegenwart entnommen sind.

[ 9 ] The leaders mentioned caused the small band to organize itself into smaller groups. And they entrusted the women with the organization and management of these groups. Through her memory, woman had acquired the ability to apply past experiences and events to the future. What had proven useful yesterday, she applied today, and she was fully aware that it would also be beneficial tomorrow. As a result, the structures for communal life originated with her. Under her influence, the concepts of “good and evil” took shape. Through her contemplative life, she had gained an understanding of nature. From her observation of nature sprang the ideas by which she guided human activities. The leaders had arranged things so that, through the soul of women, the volitional nature—the brimming vitality—of men was ennobled and purified. Of course, one must imagine all of this in its earliest, childlike stages. The words of our language all too easily evoke images drawn from present-day life.

[ 10 ] Auf dem Umwege durch das erwachte Seelenleben der Frauen entwickelten die Führer erst dasjenige der Männer. In der gekennzeichneten Kolonie war der Einfluß der Frauen daher ein sehr großer. Bei ihnen mußte man Rat holen, wenn man die Zeichen der Natur deuten wollte. Die ganze Art ihres Seelenlebens war aber noch eine solche, die beherrscht war von den «geheimen» Seelenkräften des Menschen. Man trifft die Sache nicht ganz, aber annähernd, wenn man von einem somnambulen Anschauen dieser Frauen spricht. In einem gewissen höheren Träumen enthüllten sich ihnen die Geheimnisse der Natur und erflossen ihnen die Antriebe zu ihrem Handeln. Alles war für sie beseelt und zeigte sich ihnen in seelischen Kräften und Erscheinungen. Sie überließen sich dem geheimnisvollen Weben ihrer seelischen Kräfte. Das, was sie zu ihren Handlungen trieb, waren «innere Stimmen» oder das, was Pflanzen, Tiere, Steine, Wind und Wolken, das Säuseln der Bäume und so weiter ihnen sagten.

[ 10 ] It was only through the awakened spiritual life of the women that the leaders were able to develop that of the men. In the colony described, the influence of the women was therefore very great. One had to seek their counsel if one wished to interpret the signs of nature. However, the entire nature of their spiritual life was still one dominated by the “secret” spiritual forces of the human being. One does not quite capture the essence of the matter, but comes close, when speaking of a somnambulistic perception on the part of these women. In a certain higher state of dreaming, the secrets of nature were revealed to them, and the impulses for their actions flowed from this. Everything was animated for them and revealed itself to them through spiritual forces and phenomena. They surrendered themselves to the mysterious interplay of their spiritual forces. What drove them to their actions were “inner voices” or what plants, animals, stones, wind, and clouds—the rustling of the trees and so on—told them.

[ 11 ] Aus solcher Seelenverfassung erstand das, was man menschliche Religion nennen kann. Das Seelenhafte in der Natur und im Menschenleben wurde allmählich verehrt und angebetet. Einzelne Frauen gelangten zu besonderer Vorherrschaft, weil sie aus besonderen geheimnisvollen Tiefen heraus zu deuten wußten, was in der Welt enthalten ist.

[ 11 ] From such a state of mind arose what might be called human religion. The spiritual aspect of nature and human life gradually came to be revered and worshipped. Certain women attained a position of special authority because, drawing upon special, mysterious depths, they were able to interpret what the world holds.

[ 12 ] So konnte es kommen, daß bei solchen Frauen das, was in ihrem Innern lebte, sich in eine Art Natursprache umsetzte. Denn der Anfang der Sprache liegt in etwas, was dem Gesange ähnlich ist. Die Kraft des Gedankens setzte sich in die hörbare des Lautes um. Der innere Rhythmus der Natur erklang von den Lippen «weiser» Frauen. Man versammelte sich um solche Frauen und empfand in ihren gesangartigen Sätzen die Äußerungen höherer Mächte. Der menschliche Gottesdienst hat mit solchen Dingen seinen Anfang genommen. — von einem «Sinn» in dem Gesprochenen kann für die damalige Zeit nicht die Rede sein. Man empfand Klang, Ton und Rhythmus. Man stellte sich dabei nichts weiter vor, sondern sog die Kraft des Gehörten in die Seele. Der ganze Vorgang stand unter der Leitung der höheren Führer. Sie hatten in einer Art, über welche jetzt nicht weiter gesprochen werden kann, Töne und Rhythmen den «weisen» Priesterinnen eingeflößt. So konnten sie veredelnd auf die Seelen der Menschen wirken. Man kann sagen, daß in dieser Art überhaupt erst das eigentliche Seelenleben erwachte.

[ 12 ] Thus it came to pass that, in such women, what lived within them was expressed in a kind of natural language. For the origin of language lies in something akin to song. The power of thought was transformed into the audible power of sound. The inner rhythm of nature resounded from the lips of “wise” women. People gathered around such women and perceived in their song-like utterances the expressions of higher powers. Human religious worship began with such things. — There can be no question of any “meaning” in what was spoken at that time. People perceived sound, tone, and rhythm. People did not imagine anything beyond this; rather, they absorbed the power of what they heard into their souls. The entire process was guided by the higher leaders. In a manner that cannot be discussed further here, they had instilled tones and rhythms into the “wise” priestesses. In this way, they were able to exert a refining influence on the souls of human beings. One might say that it was in this way that true soul life first awakened at all.

[ 13 ] Die Akasha-Chronik zeigt auf diesem Gebiete schöne Szenen. Es soll eine solche beschrieben werden. Wir sind in einem Walde, bei einem mächtigen Baum. Die Sonne ist eben im Osten aufgegangen. Mächtige Schatten wirft der palmenartige Baum, um den ringsherum die anderen Bäume entfernt worden sind. Das Antlitz nach Osten gewendet, verzückt, sitzt auf einem aus seltenen Naturgegenständen und Pflanzen zurechtgemachten Sitz die Priesterin. Langsam, in rhythmischer Folge strömen von ihren Lippen wundersame, wenige Laute, die sich immer wiederholen. In Kreisen herum sitzt eine Anzahl Männer und Frauen mit traumverlorenen Gesichtern, inneres Leben aus dem Gehörten saugend. — noch andere Szenen können gesehen werden. An einem ähnlich eingerichteten Platze «singt» eine Priesterin ähnlich, aber ihre Töne haben etwas Mächtigeres, Kräftigeres. Und die Menschen um sie herum bewegen sich in rhythmischen Tänzen. Denn dies war die andere Art, wie «Seele» in die Menschheit kam. Die geheimnisvollen Rhythmen, die man der Natur abgelauscht hatte, wurden in den Bewegungen der eigenen Glieder nachgeahmt. Man fühlte sich dadurch eins mit der Natur und den in ihr waltenden Mächten.

[ 13 ] The Akashic Records depict beautiful scenes in this realm. One such scene will be described here. We are in a forest, near a mighty tree. The sun has just risen in the east. The palm-like tree casts mighty shadows; the other trees around it have been removed. Facing east, entranced, the priestess sits on a seat fashioned from rare natural objects and plants. Slowly, in rhythmic succession, wondrous, sparse sounds flow from her lips, repeating themselves over and over. Seated in a circle around her are a number of men and women with dreamy expressions, absorbing the inner life of what they hear. — Other scenes can also be seen. At a similarly arranged site, a priestess “sings” in a similar manner, but her tones have something more powerful and forceful about them. And the people around her move in rhythmic dances. For this was the other way in which the “soul” entered humanity. The mysterious rhythms that had been gleaned from nature were imitated in the movements of one’s own limbs. Through this, one felt at one with nature and the forces at work within it.

[ 14 ] Der Platz der Erde, an dem dieser Stamm einer kommenden Menschenrasse herangebildet wurde, war dazu besonders geeignet. Er war ein solcher, in dem die damals noch sturmbewegte Erde einigermaßen zur Ruhe gekommen war. Denn Lemurien war sturmbewegt. Die Erde hatte ja damals noch nicht ihre spätere Dichte. Überall war der dünne Boden von vulkanischen Kräften unterwühlt, die in kleineren oder größeren Strömen hervorbrachen. Mächtige Vulkane waren fast allerorten vorhanden und entwickelten fortdauernd eine zerstörende Tätigkeit. Die Menschen waren gewöhnt, bei allen ihren Verrichtungen mit dieser Feuertätigkeit zu rechnen. Sie benutzten auch dieses Feuer bei ihren Arbeiten und Einrichtungen. Die Verrichtungen waren vielfach so, daß das Feuer der Natur so als Grundlage diente wie heute das künstliche Feuer bei der menschlichen Arbeit.

[ 14 ] The place on Earth where this tribe of a future human race was formed was particularly well-suited for this purpose. It was a place where the Earth—which at that time was still in a state of turmoil—had settled down to some extent. For Lemuria was in turmoil. After all, the Earth had not yet attained its later density at that time. Everywhere, the thin soil was eroded by volcanic forces that erupted in smaller or larger streams. Mighty volcanoes were present almost everywhere and were constantly wreaking havoc. People were accustomed to taking this volcanic activity into account in all their daily tasks. They also utilized this fire in their work and in their structures. In many cases, their activities were such that nature’s fire served as a foundation, just as artificial fire does today in human labor.

[ 15 ] Durch die Tätigkeit dieses vulkanischen Feuers ist auch der Untergang des lemurischen Landes herbeigeführt worden. Der Teil von Lemurien, aus dem sich die Stammrasse der Atlantier entwickeln sollte, hatte zwar heißes Klima, doch war er im großen und ganzen von der vulkanischen Tätigkeit ausgenommen. — Stiller und friedlicher als in den übrigen Erdgebieten konnte sich hier die Menschennatur entfalten. Das mehr herumschweifende Leben der früheren Zeiten wurde aufgegeben, und die festen Ansiedlungen wurden immer zahlreicher.

[ 15 ] The activity of this volcanic fire also brought about the downfall of the Lemurian continent. The part of Lemuria from which the ancestral race of the Atlanteans was to develop did indeed have a hot climate, but it was, on the whole, spared from volcanic activity. — Human nature was able to unfold here in a quieter and more peaceful manner than in the rest of the world. The more nomadic lifestyle of earlier times was abandoned, and permanent settlements became increasingly numerous.

[ 16 ] Man muß sich vorstellen, daß der Menschenleib zu dieser Zeit noch etwas sehr Bildsames und Geschmeidiges hatte. Er bildete sich noch fortwährend um, wenn das innere Leben sich veränderte. Nicht lange vorher waren nämlich die Menschen in bezug auf den äußeren Bau noch recht verschieden. Der äußere Einfluß der Gegend, des Klimas waren da noch für den Bau entscheidend. Erst in der bezeichneten Kolonie wurde der Leib des Menschen immer mehr ein Ausdruck seines inneren seelischen Lebens. Diese Kolonie hatte zugleich eine vorgeschrittene äußerlich edler gebildete Menschenart. Man muß sagen, durch das, was die Führer getan hatten, haben sie eigentlich erst das geschaffen, was die richtige menschliche Gestalt ist. Das ging allerdings ganz langsam und allmählich. Aber es ist so vor sich gegangen, daß zuerst das Seelenleben in dem Menschen entfaltet wurde, und diesem paßte sich der noch weiche und schmiegsame Leib an. Es ist ein Gesetz in der Menschheitsentwickelung, daß der Mensch mit dem Fortschritte immer weniger und weniger umgestaltenden Einfluß auf seinen physischen Leib hat. Eine ziemlich feste Form hat dieser physische Menschenleib eigentlich erst mit der Entwickelung der Verstandeskraft erhalten und mit der damit zusammenhängenden Verfestigung der Gesteins-, Mineral- und Metallbildungen der Erde. Denn in der lemurischen und noch in der atlantischen Zeit waren Steine und Metalle viel weicher als später. — (Dem widerspricht nicht, daß noch Nachkommen der letzten Lemurier und Atlantier vorhanden sind, die heute ebenso feste Formen aufweisen wie die später gebildeten Menschenrassen. Diese Überbleibsel mußten sich den geänderten Umgebungsverhältnissen der Erde anpassen und wurden so auch starrer. Gerade darin liegt der Grund, warum sie im Niedergang begriffen sind. Sie bildeten sich nicht von innen heraus um, sondern es wurde ihr weniger entwickeltes Innere von außen in die Starrheit gezwängt und dadurch zum Stillstande gezwungen. Und dieser Stillstand ist wirklich Rückgang, denn auch das Innenleben ist verkommen, weil es sich in der verfestigten äußeren Leiblichkeit nicht ausleben konnte.)

[ 16 ] One must imagine that, at that time, the human body still possessed a great deal of plasticity and suppleness. It was still constantly reshaping itself as inner life changed. Not long before that, people had still been quite different in terms of their external structure. The external influences of the region and the climate were still decisive factors in physical structure. It was only in the colony in question that the human body increasingly became an expression of the person’s inner spiritual life. This colony also had a more advanced, outwardly more refined human race. It must be said that, through what the leaders had done, they were actually the ones who first created what the true human form is. This process, however, proceeded very slowly and gradually. But it unfolded in such a way that first the soul life within the human being was developed, and the body—which was still soft and pliable—adapted to it. It is a law of human evolution that, as humanity progresses, the human being exerts less and less transformative influence on his physical body. This physical human body actually did not acquire a fairly solid form until the development of the power of reason and the associated solidification of the Earth’s rock, mineral, and metal formations. For in the Lemurian and even in the Atlantean era, stones and metals were much softer than they were later. — (This is not contradicted by the fact that there are still descendants of the last Lemurians and Atlanteans who today exhibit forms just as solid as those of the human races that formed later. These remnants had to adapt to the Earth’s changed environmental conditions and thus also became more rigid. This is precisely the reason why they are in decline. They did not transform from within; rather, their less-developed inner being was forced from the outside into rigidity and thereby compelled to a state of stagnation. And this stagnation is truly a decline, for their inner life has also degenerated because it could not find expression within the solidified outer physical form.)

[ 17 ] Einer noch größeren Verwandlungsfähigkeit war das Tierleben unterworfen. Über die zur Zeit der Menschen-Entstehung vorhandenen Tierarten und ihr Herkommen, sowie über die Entstehung neuer Tierformen, nachdem der Mensch schon da war, wird noch zu sprechen sein. Hier soll nur gesagt werden, daß die vorhandenen Tierarten sich fortwährend umbildeten und neue entstanden. Diese Umwandlung war natürlich eine allmähliche. Die Gründe zur Umwandlung lagen zum Teil in der Veränderung des Aufenthaltes, der Lebensweise. Die Tiere hatten eine außerordentlich schnelle Anpassungsfähigkeit an neue Verhältnisse. Der bildsame Körper änderte verhältnismäßig schnell die Organe, so daß nach mehr oder weniger kurzer Zeit die Nachkommen einer gewissen Tierart ihren Vorfahren nur mehr wenig ähnlich sahen. Dasselbe, ja in einem noch größeren Maße, war für die Pflanzen der Fall. Den größten Einfluß auf die Umgestaltung von Menschen und Tieren hatte der Mensch selbst. Sei es, daß er instinktiv die Lebewesen in eine solche Umgebung brachte, daß sie bestimmte Formen annahmen, sei es, daß er durch Züchtungsversuche solches bewirkte. Der umgestaltende Einfluß des Menschen auf die Natur war, verglichen mit heutigen Verhältnissen, damals unermeßlich groß. Insbesondere war das in der beschriebenen Kolonie der Fall. Denn da leiteten die Führer in einer den Menschen unbewußten Art diese Umgestaltung. Es war das in einem Maße der Fall, daß die Menschen dann, als sie auszogen, die verschiedenen atlantischen Rassen zu begründen, sich hochentwickelte Kenntnisse über Züchtung von Tieren und Pflanzen mitnehmen konnten. Die Kulturarbeit in Atlantis war dann im wesentlichen eine Folge dieser mitgebrachten Kenntnisse. Doch muß auch hier betont werden, daß diese Kenntnisse einen instinktiven Charakter hatten. So blieb es auch im wesentlichen bei den ersten atlantischen Rassen.

[ 17 ] Animal life was subject to an even greater capacity for transformation. We will discuss later the animal species that existed at the time of humanity’s emergence and their origins, as well as the emergence of new animal forms after humans had already appeared. Here, it suffices to say that the existing animal species were constantly undergoing transformation and new ones were emerging. This transformation was, of course, a gradual process. The reasons for the transformation lay in part in changes in habitat and lifestyle. Animals possessed an extraordinarily rapid ability to adapt to new conditions. Their malleable bodies altered their organs relatively quickly, so that after a more or less short period of time, the descendants of a certain animal species bore only a slight resemblance to their ancestors. The same was true—indeed, to an even greater extent—for plants. Human beings themselves had the greatest influence on the transformation of humans and animals. Whether by instinctively placing living beings in an environment that caused them to take on certain forms, or by bringing about such changes through breeding experiments, the transformative influence of humans on nature was, compared to today’s conditions, immeasurably great at that time. This was particularly true in the colony described. For there, the leaders guided this transformation in a way that was unconscious to the people. This was the case to such an extent that when the people later set out to establish the various Atlantean races, they were able to take with them highly developed knowledge of animal and plant breeding. Cultural development in Atlantis was then essentially a consequence of this knowledge they brought with them. However, it must also be emphasized here that this knowledge had an instinctive character. This remained essentially the case among the first Atlantean races as well.

[ 18 ] Die gekennzeichnete Vorherrschaft der Frauenseele ist besonders stark in der letzten lemurischen Zeit und dauert bis in die atlantischen Zeiten, in denen sich die vierte Unterrasse vorbereitete. Aber man darf sich nicht vorstellen, daß dies etwa bei der ganzen Menschheit der Fall war. Wohl aber gilt es für denjenigen Teil der Erdenbevölkerung, aus welchem später die eigentlichen fortgeschrittenen Rassen hervorgegangen sind. Und dieser Einfluß war auf alles das im Menschen am stärksten, was «unbewußt» in und an ihm ist. Die Bildung gewisser ständiger Gebärden, die Feinheiten der sinnlichen Anschauung, die Schönheitsempfindungen, ein guter Teil des den Menschen gemeinsamen Empfindungs- und Gefühlslebens überhaupt ging ursprünglich aus von dem seelischen Einfluß der Frau. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man die Berichte der Akasha-Chronik so auslegt, daß man behauptet: «Die Kulturnationen haben eine Leibesbildung und einen Leibesausdruck, sowie gewisse Grundlagen des leiblich-seelischen Lebens, die ihnen von der Frau aufgeprägt worden sind.»

[ 18 ] The noted predominance of the female soul was particularly strong during the late Lemurian period and continued into the Atlantean era, when the fourth subrace was taking shape. But one must not imagine that this was the case for all of humanity. It certainly applied, however, to that portion of the Earth’s population from which the truly advanced races later emerged. And this influence was strongest on all those aspects of the human being that are “unconscious” within and around him. The development of certain habitual gestures, the subtleties of sensory perception, the sense of beauty, and a good portion of the emotional and feeling life common to all human beings originated in the soul-based influence of women. It is no exaggeration to interpret the accounts of the Akashic Records in such a way as to assert: “Civilized nations have a physical constitution and physical expression, as well as certain foundations of physical-psychic life, that have been imprinted upon them by women.”

[ 19 ] Im weiteren Verlaufe wird auf ältere Zeiten der Menschheitsbildung zurückgegriffen werden, in denen die Erdbevölkerung noch eingeschlechtlich war. Es wird dann das Hervortreten des doppelten Geschlechtes dargestellt werden.

[ 19 ] In the course of this discussion, we will look back to earlier periods in human history, when the Earth’s population was still single-sex. We will then describe the emergence of the two sexes.