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From the Akashic Records
GA 11

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Die Trennung in Geschlechter

The Division into Sexes

[ 1 ] So verschieden auch die Gestalt des Menschen von seiner gegenwärtigen in den alten Zeiten war, die in den vorhergehenden Auszügen «Aus der Akasha-Chronik» beschrieben worden sind: wenn man noch weiter zurückgeht in der Menschheitsgeschichte, kommt man zu noch viel verschiedeneren Zuständen. Denn auch die Formen des Mannes und der Frau sind erst im Laufe der Zeiten aus einer älteren Grundform entstanden, in welcher der Mensch weder das eine noch das andere, sondern beides zugleich war. Wer sich einen Begriff machen will von diesen urfernen Zeiten der Vergangenheit, der muß sich allerdings vollständig befreien von gewohnten Vorstellungen, die dem entnommen sind, was der Mensch um sich herum sieht. — die Zeiten, in die wir nunmehr zurückblicken, liegen etwas vor der Mitte der Epoche, die in den vorhergehenden Abschnitten als die lemurische bezeichnet worden ist. Der Menschenleib bestand da noch aus weichen bildsamen Stoffen. Es waren auch die übrigen Bildungen der Erde noch weich und bildsam Gegenüber ihrem späteren verfestigten war die Erde noch in einem quellenden, flüssigeren Zustande. Indem die Menschenseele damals sich im Stoffe verkörperte, konnte sie sich diesen Stoff in einem viel höheren Grade anpassen als später. Denn daß die Seele einen männlichen oder weiblichen Leib annimmt, rührt davon her, daß ihr die Entwickelung der äußeren Erdennatur den einen oder den andern aufdrängt. Solange die Stoffe noch nicht verfestigt waren, konnte die Seele diese Stoffe unter ihre eigenen Gesetze zwingen. Sie machte den Leib zu einem Abdruck ihres eigenen Wesens. Als aber der Stoff dicht geworden war, mußte sich die Seele den Gesetzen fügen, welche diesem Stoffe von der äußeren Erdennatur aufgeprägt wurden. Solange die Seele noch über den Stoff herrschen konnte, gestaltete sie ihren Leib weder männlich noch weiblich, sondern gab ihm Eigenschaften, die beides zugleich waren. Denn die Seele ist männlich und weiblich zugleich. Sie trägt in sich diese beiden Naturen. Ihr männliches Element ist dem verwandt, was man Willen nennt, ihr weibliches dem, was als Vorstellung bezeichnet wird. — die äußere Erdenbildung hat dazu geführt, daß der Leib eine einseitige Bildung angenommen hat. Der männliche Leib hat eine Gestalt angenommen, die aus dem Element des Willens bestimmt ist, der weibliche hingegen trägt mehr das Gepräge der Vorstellung. So kommt es denn, daß die zweigeschlechtliche, männlich-weibliche Seele in einem eingeschlechtlichen, männlichen oder weiblichen Leib wohnt. Der Leib hatte also im Laufe der Entwickelung eine durch die äußeren Erdenkräfte bestimmte Form angenommen, daß es fortan der Seele nicht mehr möglich war, ihre ganze innere Kraft in diesen Leib auszugießen. Sie mußte etwas von dieser ihrer Kraft in ihrem Innern behalten und konnte nur einen Teil derselben in den Leib einfließen lassen.

[ 1 ] As different as the human form was in ancient times from what it is today—as described in the previous excerpts from The Akashic Records—if one goes even further back in human history, one encounters states that are even more diverse. For even the forms of man and woman emerged only over the course of time from an older fundamental form, in which human beings were neither one nor the other, but both at the same time. Anyone who wishes to form a conception of these very distant times in the past must, however, completely free themselves from habitual notions derived from what human beings see around them. — The times to which we now look back lie somewhat before the middle of the epoch referred to in the preceding sections as the Lemurian epoch. The human body still consisted of soft, malleable substances. The other formations of the Earth were also still soft and malleable; compared to its later solidified state, the Earth was still in a swelling, more fluid condition. Since the human soul incarnated in matter at that time, it was able to adapt this matter to itself to a much greater degree than later. For the fact that the soul assumes a male or female body stems from the fact that the development of external earthly nature imposes one or the other upon it. As long as the materials had not yet solidified, the soul could subject these materials to its own laws. It made the body an imprint of its own being. But once matter had become dense, the soul had to submit to the laws imposed upon this matter by external earthly nature. As long as the soul could still rule over matter, it shaped its body as neither male nor female, but endowed it with qualities that were both at the same time. For the soul is both male and female. It bears within itself these two natures. Its male element is akin to what is called will, its female element to what is designated as imagination. — External earthly formation has led to the body assuming a one-sided form. The male body has taken on a form determined by the element of will, while the female body, on the other hand, bears more of the stamp of imagination. Thus it comes to pass that the bisexual, male-female soul dwells in a unisex body—either a male or a female one. In the course of its development, the body had thus taken on a form determined by the external forces of the Earth, such that it was no longer possible for the soul to pour its entire inner power into this body. It had to retain some of this power within itself and could allow only a portion of it to flow into the body.

[ 2 ] Verfolgt man die Akasha-Chronik, so zeigt sich folgendes. In einer alten Zeit erscheinen menschliche Formen vor uns, weich, bildsam, ganz verschieden von den späteren. Sie tragen noch die Mannes- und die Frauennatur gleichmäßig in sich. Im Verfolg der Zeit verdichten sich die Stoffe; der Menschenleib tritt in zwei Formen auf, von denen die eine der späteren Mannes-, die andere der späteren Frauenbildung ähnlich wird. Als dieser Unterschied noch nicht aufgetreten war, konnte jeder Mensch einen anderen aus sich hervorgehen lassen. Die Befruchtung war kein äußerer Vorgang, sondern etwas, was sich im Innern des Menschenleibes selbst abspielte. Dadurch, daß der Leib männlich oder weiblich wurde, verlor er diese Möglichkeit der Selbstbefruchtung. Er mußte mit einem anderen Leibe zusammenwirken, um einen neuen Menschen hervorzubringen.

[ 2 ] If we trace the Akashic Records, the following becomes apparent. In ancient times, human forms appear before us—soft, malleable, and quite different from those of later times. They still embody both the masculine and feminine natures in equal measure. As time went on, the physical elements became more condensed; the human body took on two forms, one of which came to resemble the later male form, and the other the later female form. Before this distinction had emerged, every human being was capable of giving rise to another from within themselves. Conception was not an external process, but something that took place within the human body itself. As the body became male or female, it lost this capacity for self-conception. It had to interact with another body in order to bring forth a new human being.

[ 3 ] Die Trennung in Geschlechter tritt auf, als die Erde in einen bestimmten Zustand ihrer Verdichtung kommt. Die Dichtigkeit des Stoffes unterbindet einen Teil der Fortpflanzungskraft. Und derjenige Teil dieser Kraft, der noch wirksam ist, bedarf der Ergänzung von außen, durch die entgegengesetzte Kraft eines anderen Menschen. Die Seele aber muß sowohl im Manne, wie in der Frau einen Teil ihrer früheren Kraft in sich selbst behalten. Sie kann diesen Teil nicht in der leiblichen Außenwelt verwenden. — dieser Kraftteil richtet sich nun nach dem Innern des Menschen. Er kann nicht nach außen treten; deshalb wird er für innere Organe frei. — und hier tritt ein wichtiger Punkt in der Menschheitsentwickelung ein. Vorher hat das, was man Geist nennt, die Fähigkeit des Denkens, nicht im Menschen Platz finden können. Denn diese Fähigkeit hätte kein Organ gefunden, um sich zu betätigen. Die Seele hatte all ihre Kraft nach außen verwendet, um den Leib aufzubauen. Jetzt aber kann die Seelenkraft, die nach außen hin keine Verwendung findet, mit der Geisteskraft in Verbindung treten; und durch diese Verbindung entwickeln sich die Organe im Leibe, die später den Menschen zum denkenden Wesen machen. So konnte der Mensch einen Teil der Kraft, die er früher zur Hervorbringung von seinesgleichen verwendet, zu einer Vervollkommnung seines eigenen Wesens verwenden. Die Kraft, durch die sich die Menschheit ein denkendes Gehirn formt, ist dieselbe, durch welche sich in alten Zeiten der Mensch befruchtet hat. Das Denken ist erkauft durch die Eingeschlechtlichkeit. Indem die Menschen nicht mehr sich selbst, sondern sich gegenseitig befruchten, können sie einen Teil ihrer produktiven Kraft nach innen wenden und zu denkenden Geschöpfen werden. So stellt der männliche und der weibliche Leib je eine unvollkommene Gestaltung der Seele nach außen dar; aber sie werden dadurch in ihrem Inneren vollkommenere Geschöpfe.

[ 3 ] The division into sexes occurs when the Earth reaches a certain state of densification. The density of matter inhibits part of the reproductive force. And that part of this force which is still active requires supplementation from outside, through the opposing force of another human being. The soul, however, must retain within itself a portion of its former power, both in the man and in the woman. It cannot utilize this portion in the physical external world. — This portion of power is now directed toward the inner being of the human being. It cannot manifest outwardly; therefore, it becomes available for the inner organs. — And here an important point in human development arises. Previously, what is called the spirit—the faculty of thought—could not find a place within the human being. For this faculty would have found no organ through which to act. The soul had directed all its energy outward to build up the body. Now, however, the soul’s energy—which finds no use outwardly—can connect with the power of the spirit; and through this connection, the organs within the body develop that later make the human being a thinking being. Thus, the human being was able to use a portion of the energy that he had previously employed to produce his own kind to perfect his own being. The power through which humanity forms a thinking brain is the same power through which humans fertilized one another in ancient times. Thinking has been purchased through sexual reproduction. By no longer fertilizing themselves but rather fertilizing one another, humans can turn a portion of their productive energy inward and become thinking beings. Thus, the male and female bodies each represent an imperfect outward manifestation of the soul; but through this, they become more perfect beings within.

[ 4 ] Ganz langsam und allmählich vollzieht sich diese Umwandlung mit dem Menschen. Nach und nach treten neben den alten zweigeschlechtlichen Menschenformen die jüngeren eingeschlechtlichen auf.

[ 4 ] This transformation takes place very slowly and gradually in humans. Little by little, the newer unisex forms emerge alongside the older bisexual forms.

[ 5 ] Es ist wieder eine Art Befruchtung, die da im Menschen sich einstellt, als er ein Geistwesen wird. Die inneren Organe, welche durch die überschüssige Seelenkraft aufgebaut werden können, werden von dem Geiste befruchtet. Die Seele ist in sich selbst zweigliedrig: männlich-weiblich. So gestaltete sie in alten Zeiten auch ihren Leib. Später kann sie ihren Leib nur so gestalten, daß er für das Äußere mit einem anderen Leibe zusammenwirkt; sie selbst erhält dadurch die Fähigkeit, mit dem Geiste zusammenzuwirken. Für das Äußere wird fortan der Mensch von außen befruchtet, für das Innere von innen, durch den Geist. Man kann nun sagen, daß der männliche Leib eine weibliche Seele, der weibliche Leib eine männliche Seele hat. Diese innere Einseitigkeit im Menschen wird nun durch die Befruchtung mit dem Geiste ausgeglichen. Die Einseitigkeit wird aufgehoben. Die männliche Seele im weiblichen Leibe und die weibliche Seele im männlichen Leibe werden beide wieder zweigeschlechtlich durch die Befruchtung mit dem Geist. So sind Mann und Weib in der äußeren Gestalt verschieden; im Innern schließt sich bei beiden die seelische Einseitigkeit zu einer harmonischen Ganzheit zusammen. Im Innern verschmelzen Geist und Seele zu einer Einheit. Auf die männliche Seele im Weibe wirkt der Geist weiblich und macht sie so männlich-weiblich; auf die weibliche Seele im Manne wirkt der Geist männlich und bildet sie so gleichfalls männlich-weiblich. Die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen hat sich aus der Außenwelt, wo sie in der vorlemurischen Zeit vorhanden war, in das Innere des Menschen zurückgezogen.

[ 5 ] It is once again a kind of fertilization that takes place within the human being when he becomes a spiritual being. The inner organs, which can be built up through the excess soul force, are fertilized by the spirit. The soul is twofold in itself: male and female. In ancient times, it shaped its body in this way. Later, it can shape its body only in such a way that it interacts with another body on the outside; through this, the soul itself gains the ability to interact with the spirit. From then on, outwardly, the human being is fertilized from the outside; inwardly, from the inside, by the Spirit. One can now say that the male body has a female soul, and the female body has a male soul. This inner one-sidedness in the human being is now balanced by fertilization with the Spirit. The one-sidedness is abolished. The male soul in the female body and the female soul in the male body both become bisexual again through fertilization by the Spirit. Thus, man and woman differ in outward form; inwardly, however, the one-sidedness of the soul in both unites to form a harmonious whole. Inwardly, Spirit and soul merge into a unity. The Spirit acts upon the male soul within the woman in a feminine way, thus making her both male and female; the Spirit acts upon the female soul within the man in a masculine way, thus making her, likewise, both male and female. The dual-gendered nature of the human being has withdrawn from the external world—where it existed in the pre-Lemurian era—into the inner being of the human being.

[ 6 ] Man sieht, das höhere Innere des Menschen hat nichts zu tun mit Mann und Weib. Doch kommt die innere Gleichheit aus einer männlichen Seele bei der Frau, und entsprechend aus einer weiblichen beim Mann. Die Vereinigung mit dem Geiste bewirkt zuletzt die Gleichheit; aber daß vor dem Zustandekommen dieser Gleichheit eine Verschiedenheit vorhanden ist: dies schließt ein Geheimnis der Menschennatur ein. Die Erkenntnis dieses Geheimnisses ist für alle Geheimwissenschaft von großer Bedeutung. Denn es ist der Schlüssel zu wichtigen Lebensrätseln. Vorläufig ist es nicht erlaubt, den Schleier der über dieses Geheimnis gebreitet ist, hinwegzuheben ...

[ 6 ] It is clear that the higher inner nature of human beings has nothing to do with male and female. Yet inner equality arises from a masculine soul in a woman, and correspondingly from a feminine soul in a man. Union with the Spirit ultimately brings about this equality; but the fact that a difference exists before this equality is achieved: this encompasses a mystery of human nature. The understanding of this mystery is of great importance for all esoteric science. For it is the key to important riddles of life. For the time being, it is not permitted to lift the veil that is spread over this mystery ...

[ 7 ] So hat sich der physische Mensch von der Zweigeschlechtlichkeit zur Eingeschlechtlichkeit, zur Trennung in Mann und Frau hin entwickelt. Und dadurch ist der Mensch ein solches geistiges Wesen geworden, wie er es jetzt ist. Aber man darf nicht glauben, daß nicht auch vorher mit der Erde erkennende Wesen in Verbindung gestanden hätten. Wenn man die Akasha-Chronik verfolgt, so zeigt sich allerdings, daß in der ersten lemurischen Zeit der spätere physische Mensch durch sein doppeltes Geschlecht ein ganz anderes Wesen war, als das ist, was man heute als Mensch bezeichnet. Er konnte keine sinnlichen Wahrnehmungen mit Gedanken verbinden: er dachte nicht. Sein Leben war ein triebartiges. Seine Seele äußerte sich lediglich in Instinkten, Begierden, animalischen Wünschen und so weiter. Sein Bewußtsein war ein traumartiges; er lebte in Dumpfheit. — Aber es gab andere Wesen inmitten dieser Menschheit. Diese waren natürlich auch zweigeschlechtlich. Denn beim damaligen Zustande der Erdentwickelung konnte kein männlicher, oder weiblicher Menschenleib hervorgebracht werden. Dazu fehlten noch die äußeren Bedingungen. Aber es gab andere Wesen, die trotz der Zweigeschlechtlichkeit Erkenntnis und Weisheit erwerben konnten. Das war dadurch möglich, daß diese eine ganz andere Entwickelung in einer noch weiter zurückliegenden Vergangenheit durchgemacht hatten. Ihrer Seele ist es möglich geworden, ohne erst die innere Organentwickelung des physischen Leibes der Menschheit abzuwarten, mit dem Geiste sich zu befruchten. Des jetzigen Menschen Seele kann nur mit Hilfe des physischen Gehirns denken, was sie durch die physischen Sinne von außen empfängt. So hat es die Seelenentwickelung des Menschen mit sich gebracht. Die Menschenseele mußte warten, bis ein Gehirn da war, das zum Vermittler mit dem Geiste wurde. Ohne diesen Umweg wäre diese Seele geistlos geblieben. Sie wäre auf der Stufe des traumartigen Bewußtseins stehengeblieben. Anders war es bei den gekennzeichneten übermenschlichen Wesen. Ihre Seele hatte auf früheren Stufen seelische Organe entwickelt, die nichts Physisches brauchten, um mit dem Geiste in Verbindung zu kommen. Ihre Erkenntnis und Weisheit war eine übersinnlich erworbene. Man nennt eine solche Erkenntnis intuitiv. Der gegenwärtige Mensch kommt erst auf einer späteren Stufe seiner Entwickelung zu solcher Intuition, die es ihm möglich macht, ohne sinnliche Vermittelung mit dem Geiste in Berührung zu kommen. Er muß den Umweg durch die sinnliche Stofflichkeit machen. Man nennt diesen Umweg das Herabsteigen der Menschenseele in die Materie oder populär den «Sündenfall». — durch eine anders geartete frühere Entwickelung brauchten die übermenschlichen Naturen dieses Herabsteigen nicht mitzumachen. Weil ihre Seele schon eine höhere Stufe erlangt hatte, war ihr Bewußtsein nicht traumartig, sondern innerlich hell. Und die Auffassung der Erkenntnis und Weisheit durch sie war ein Hellsehen, das keiner Sinne und keines Denkorgans bedurfte. Unmittelbar strahlte die Weisheit, nach welcher die Welt gebaut ist, in ihre Seele ein. Dadurch konnten sie die Führer der noch in Dumpfheit befangenen jungen Menschheit sein. Sie waren die Träger einer «uralten Weisheit», zu deren Verständnis sich die Menschheit auf dem angedeuteten Umwege erst hinaufringt. Sie unterschieden sich nun dadurch von dem, was man «Mensch» nennt, daß ihnen die Weisheit zustrahlte wie uns das Sonnenlicht, als eine freie Gabe «von oben». Der «Mensch» war in einer anderen Lage. Er mußte sich die Weisheit durch die Arbeit der Sinne und des Denkorgans erwerben. Sie kam ihm zunächst nicht als eine freie Gabe zu. Er mußte sie begehren. Nur wenn im Menschen die Begierde nach Weisheit lebte, dann erarbeitete er sich dieselbe durch Sinne und Denkorgan. So mußte in der Seele ein neuer Trieb erwachen: die Begierde, das Verlangen nach Wissen. Dieses Verlangen konnte die Menschenseele auf ihren früheren Stufen nicht haben. Ihre Triebe gingen nur nach Gestaltung in dem, was äußerlich Gestalt annahm, was als ein traumartiges Leben sich in ihr abspielte; aber nicht nach Erkenntnis einer Außenwelt, nicht nach Wissen. Mit der Geschlechtertrennung tritt zuerst der Trieb nach Wissen auf.

[ 7 ] Thus, physical humanity evolved from a state of dual gender to a state of single gender, leading to the division into man and woman. And through this, humanity has become the spiritual being it is today. But one must not assume that sentient beings had not already been in contact with the Earth before that time. If one follows the Akashic Records, it becomes clear, however, that during the early Lemurian period, the later physical human—due to his dual gender—was a completely different being from what we today call a human. He could not combine sensory perceptions with thought: he did not think. His life was driven by instincts. His soul expressed itself solely through instincts, cravings, animalistic desires, and so on. His consciousness was dreamlike; he lived in dullness. — But there were other beings among this humanity. These were, of course, also of dual gender. For at that stage of Earth’s development, no male or female human body could be produced. The external conditions for this were still lacking. But there were other beings who, despite their dual gender, were able to acquire knowledge and wisdom. This was possible because these beings had undergone a completely different evolution in an even more distant past. Their souls had become capable of being enriched by the spirit without first having to wait for the inner organ development of the physical body of humanity. The soul of present-day humans can think only of what it receives from the outside through the physical senses, with the aid of the physical brain. This is what human soul development has entailed. The human soul had to wait until a brain existed that could serve as a mediator with the spirit. Without this detour, this soul would have remained spiritless. It would have remained at the level of dream-like consciousness. The situation was different for the superhuman beings described. Their souls had developed spiritual organs at earlier stages that required nothing physical to connect with the Spirit. Their knowledge and wisdom were acquired super-sensibly. Such knowledge is called intuitive. Modern human beings only attain such intuition at a later stage of their development, which enables them to come into contact with the Spirit without sensory mediation. He must take the detour through sensory materiality. This detour is called the descent of the human soul into matter or, in popular terms, the “Fall.”—Due to a different kind of earlier development, the superhuman beings did not need to undergo this descent. Because their souls had already attained a higher stage, their consciousness was not dreamlike but inwardly lucid. And their perception of knowledge and wisdom was a clairvoyance, which required neither senses nor a thinking faculty. The wisdom upon which the world is built shone directly into their souls. This enabled them to be the guides of young humanity, which was still mired in darkness. They were the bearers of an “ancient wisdom,” which humanity is only now striving to comprehend through the circuitous path described. They differed from what is called a “human being” in that wisdom shone upon them—just as sunlight shines upon us—as a free gift “from above.” “Man” was in a different situation. He had to acquire wisdom through the work of the senses and the faculty of thought. At first, it did not come to him as a free gift. He had to desire it. Only when the desire for wisdom lived within a person did he work to attain it through the senses and the faculty of thought. Thus a new impulse had to awaken in the soul: the desire for knowledge. The human soul could not have possessed this desire in its earlier stages. Its impulses were directed solely toward shaping what took on external form—what unfolded within it as a dreamlike life—but not toward the recognition of an external world, not toward knowledge. With the separation of the sexes, the drive for knowledge first emerges.

[ 8 ] Den übermenschlichen Wesen wurde die Weisheit gerade dadurch auf dem Wege des Hellsehens kund, weil sie nicht dieses Verlangen darnach trugen. Sie warteten, bis die Weisheit in sie einstrahlte, wie wir das Sonnenlicht abwarten, das wir nicht in der Nacht erzeugen können, sondern das uns am Morgen von selbst kommen muß. — das Verlangen nach dem Wissen wird eben dadurch hervorgebracht, daß die Seele innere Organe (Gehirn und so weiter) ausarbeitet, durch die sie sich in den Besitz des Wissens setzt. Das ist eine Folge davon, daß ein Teil der Seelenkraft nicht mehr nach außen arbeitet, sondern nach innen. Die übermenschlichen Wesen aber, welche diese Trennung ihrer Seelenkräfte nicht vollzogen haben, richten ihre ganze Seelenenergie nach außen. Ihnen steht daher nach außen hin zur Befruchtung durch den Geist auch diejenige Kraft zur Verfügung, welche der «Mensch» nach innen kehrt zum Bau der Erkenntnisorgane. — Nun ist diejenige Kraft, durch welche der Mensch sich nach außen kehrt, um mit einem andern zusammenzuwirken, die Liebe. Die übermenschlichen Wesen richteten ihre ganze Liebe nach außen, um die Weltenweisheit in ihre Seele einströmen zu lassen. Der «Mensch» aber kann nur einen Teil nach außen richten. Der «Mensch» wurde sinnlich; und damit wurde seine Liebe sinnlich. Er entzieht den Teil seines Wesens der Außenwelt, den er auf seinen inneren Ausbau wendet. Und damit ist das gegeben, was man Selbstsucht nennt. Der «Mensch» konnte, als er im physischen Leibe Mann oder Weib wurde, nur mit einem Teile seines Wesens sich hingeben; mit dem andern sonderte er sich ab von der Umwelt. Er wurde selbstsüchtig. Und selbstsüchtig wurde seine Wirkung nach außen, selbstsüchtig sein Streben nach innerer Entwickelung. Er liebte, weil er verlangte, und er dachte, weil er ebenfalls verlangte, nämlich nach Wissen. — als selbstlose, alliebende Naturen standen die Führer, die übermenschlichen Wesen, dem noch kindlich selbstsüchtigen Menschen gegenüber. — die Seele, die bei ihnen nicht in einem männlichen oder weiblichen Leib wohnt, ist selbst männlich-weiblich. Sie liebt ohne Verlangen. So liebte die unschuldige Seele des Menschen vor der Geschlechtertrennung; doch konnte sie damals, weil sie eben noch auf einer untergeordneten Stufe war — im Traumbewußtsein — nicht erkennen. So liebt aber auch die Seele der übermenschlichen Wesen, die aber trotzdem, wegen ihrer vorgerückten Entwickelung erkennen kann. Der «Mensch» muß durch die Selbstsucht durchgehen, um auf einer höheren Stufe wieder zur Selbstlosigkeit zu kommen, dann aber bei völlig hellem Bewußtsein. Das war nun die Aufgabe der übermenschlichen Naturen, der großen Führer, daß sie den jungen Menschen ihren eigenen Charakter, den der Liebe aufprägten. Sie konnten das nur bei dem Teile der Seelenkraft, der sich nach außen richtete. Es entstand dadurch die sinnliche Liebe. Diese ist daher die Begleiterscheinung des Wirkens der Seele in einem männlichen oder weiblichen Leibe. Die sinnliche Liebe wurde die Kraft der physischen Menschenentwickelung. Diese Liebe führt Mann und Weib zusammen, sofern sie physische Wesen sind. Auf dieser Liebe beruht das Fortschreiten der physischen Menschheit. — nur über diese Liebe hatten die genannten übermenschlichen Naturen Gewalt. Der Teil der menschlichen Seelenkraft, welcher nach innen geht und auf dem Umwege durch die Sinnlichkeit Erkenntnis bringen soll, entzieht sich der Macht jener übermenschlichen Wesen. Sie waren ja selbst nie bis zur Entwickelung entsprechender Innenorgane Herabgestiegen. Sie konnten den Trieb nach außen in Liebe einkleiden, weil sie die nach außen wirkende Liebe als ihre eigene Wesenheit hatten. Dadurch war eine Kluft zwischen ihnen und der jungen Menschheit gegeben. Die Liebe, zunächst in sinnlicher Form, konnten sie dem Menschen einpflanzen; Erkenntnis konnten sie nicht geben, denn ihre eigene Erkenntnis hatte nie den Umweg durch die Innenorgane genommen, welche der Mensch nun bei sich herausbildete. Sie konnten keine Sprache sprechen, die ein Gehirnwesen hätte verstehen können.

[ 8 ] Wisdom was revealed to the superhuman beings through clairvoyance precisely because they did not harbor a desire for it. They waited until wisdom radiated into them, just as we wait for sunlight, which we cannot produce at night but which must come to us of its own accord in the morning. — The desire for knowledge arises precisely because the soul develops inner organs (the brain and so on) through which it acquires knowledge. This is a consequence of the fact that a portion of the soul’s power no longer works outwardly but inwardly. The superhuman beings, however, who have not accomplished this separation of their soul powers, direct their entire soul energy outward. They therefore have at their disposal, outwardly for fertilization by the Spirit, even that very force which “human beings” turn inward to build the organs of knowledge. — Now, the force through which human beings turn outward to interact with a other is love. The superhuman beings directed their entire love outward in order to allow world wisdom to flow into their souls. “Human beings,” however, can direct only a part of it outward. “Human beings” became sensual; and with that, their love became sensual. They withdraw from the external world that part of their being which they devote to their inner development. And thus arises what is called selfishness. When “man” became a man or a woman in a physical body, he could devote himself with only one part of his being; with the other, he separated himself from his surroundings. He became selfish. And his outward influence became selfish, as did his striving for inner development. He loved because he desired, and he thought because he likewise desired—namely, knowledge. — As selfless, all-loving beings, the Guides—the superhuman beings—stood opposite humankind, which was still childishly selfish. — The soul that does not dwell in a male or female body among them is itself both male and female. It loves without desire. Thus did the innocent soul of humankind love before the separation of the sexes; yet at that time, because it was still at a lower stage—in dream consciousness—it could not recognize. But the soul of the superhuman beings loves in the same way; yet, because of its advanced development, it can recognize. “Man” must pass through selfishness in order to return to selflessness on a higher level, but then with completely clear consciousness. This was the task of the superhuman beings, the great leaders: to impress upon young people their own character, that of love. They could do this only with that part of the soul’s power that was directed outward. This gave rise to sensual love. This is therefore the accompanying phenomenon of the soul’s activity in a male or female body. Sensual love became the driving force of physical human development. This love brings man and woman together, insofar as they are physical beings. The progress of physical humanity is based on this love. — Only over this love did the aforementioned superhuman beings have power. The part of the human soul’s power that turns inward and is meant to bring about knowledge by the roundabout path through sensuality eludes the power of those superhuman beings. For they themselves had never descended to the point of developing corresponding inner organs. They were able to clothe the outward impulse in love because they possessed outward-acting love as their own essence. This created a gulf between them and young humanity. They were able to instill love—initially in a sensual form—in human beings; but they could not impart knowledge, for their own knowledge had never taken the detour through the inner organs that human beings were now developing within themselves. They could not speak a language that a brain-possessing being could have understood.

[ 9 ] Nun wurden die genannten Innenorgane des Menschen zwar erst auf der Stufe des Erdendaseins, die in der Mitte der lemurischen Zeit liegt, reif zur Berührung mit dem Geiste; in einer unvollkommenen Anlage wurden sie aber schon einmal auf einer viel früheren Entwickelungsstufe ausgebildet. Denn schon in vorhergehenden Zeiten ist die Seele durch physische Verleiblichungen hindurchgeschritten. Sie hatte zwar nicht auf der Erde, aber auf anderen Himmelskörpern in verdichtetem Stoffe gelebt. Das Genauere darüber kann erst später ausgeführt werden. Jetzt soll nur so viel gesagt werden, daß die Erdenwesen vorher auf einem andern Planeten lebten und sich gemäß den Verhältnissen auf diesem so weit entwickelten, wie sie waren, als sie auf der Erde anlangten. Sie haben die Stoffe dieses vorhergehenden Planeten wie ein Kleid abgelegt und wurden auf der dadurch erlangten Entwickelungsstufe zu reinen Seelenkeimen, mit der Fähigkeit zu empfinden, zu fühlen und so weiter, kurz jenes traumartige Leben zu führen, das ihnen auch noch auf den ersten Stufen ihres Erdendaseins eigen blieb. — die genannten übermenschlichen Wesenheiten, die Führer auf dem Felde der Liebe, waren aber auch schon auf dem vorhergehenden Planeten so vollkommen, daß sie nicht mehr herunterzusteigen brauchten bis zur Ausbildung der Anlagen jener inneren Organe. — Aber es gab andere Wesen, die nicht so weit waren wie diese Führer der Liebe, die vielmehr auf dem vorhergehenden Planeten noch zu den «Menschen» zählten, die aber damals den Menschen voraneilten. So waren sie beim Beginn der Erdbildung zwar weiter als die Menschen, aber doch noch auf der Stufe, wo durch innere Organe die Erkenntnis erworben werden muß. Diese Wesen waren in einer besonderen Lage. Sie waren zu weit, um durch den physischen Menschenleib, den männlichen oder weiblichen, hindurchzugehen, aber doch noch nicht so weit, um durch volles Hellsehen gleich den Führern der Liebe wirken zu können. Liebewesen konnten sie noch nicht, «Menschen» konnten sie nicht mehr sein. So war es ihnen nur möglich, als halbe Übermenschen, aber mit Hilfe der Menschen ihre eigene Entwickelung fortzusetzen. Sie konnten zu Gehirnwesen in einer diesen verständlichen Sprache reden. Dadurch wurde die nach innen gekehrte menschliche Seelenkraft angeregt, und sie konnte sich mit der Erkenntnis und Weisheit verbinden. Es kam dadurch überhaupt erst eine Weisheit menschlicher Art auf die Erde. Von dieser Menschenweisheit konnten die genannten ,,halben Übermenschen" zehren, um selbst das zu erreichen, was ihnen noch an Vollkommenheit fehlte. So wurden sie die Erreger von Menschenweisheit. Man nennt sie deshalb Bringer des Lichtes (Luzifer). Zweierlei Führer hatte also die kindliche Menschheit: Liebewesen und Weisheitswesen. Zwischen Liebe und Weisheit war die menschliche Natur eingespannt, als sie auf dieser Erde ihre gegenwärtige Form annahm. Durch die Liebewesen wurde sie zur physischen Entwickelung angeregt, durch die Weisheitswesen zur Vervollkommnung des inneren Wesens. Infolge der physischen Entwickelung schreitet die Menschheit von Generation zu Generation vor, bildet neue Stämme und Rassen; durch die Innenentwickelung wachsen die einzelnen zur inneren Vollkommenheit, werden Wissende, Weise, Künstler, Techniker usw. Von Rasse zu Rasse schreitet die physische Menschheit; jede Rasse vererbt auf folgende durch die physische Entwickelung hindurch ihre sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften. Hier herrscht das Gesetz der Vererbung. Die Kinder tragen in sich die physischen Charaktere der Väter. Darüber hinaus liegt eine geistig-seelische Vervollkommnung, die nur durch die Entwickelung der Seele selbst vor sich gehen kann. — und damit stehen wir vor dem Gesetze der Seelenentwickelung innerhalb des Erdendaseins. Sie hängt zusammen mit dem Gesetze und Geheimnis von Geburt und Tod.

[ 9 ] Although the human internal organs mentioned above did not become ready for contact with the spirit until the stage of earthly existence—which lies in the middle of the Lemurian period—they had already been formed in an imperfect state at a much earlier stage of development. For even in earlier times, the soul had passed through physical incarnations. Although it had not lived on Earth, it had lived in condensed matter on other celestial bodies. The details of this can only be explained later. For now, it suffices to say that earthly beings previously lived on another planet and, in accordance with the conditions there, had developed to the extent that they had when they arrived on Earth. They shed the matter of this previous planet like a garment and, at the stage of development thus attained, became pure soul seeds, with the ability to perceive, to feel, and so on—in short, to lead that dreamlike life which remained characteristic of them even during the earliest stages of their earthly existence. — The aforementioned superhuman beings, the guides in the realm of love, were, however, already so perfect on the previous planet that they no longer needed to descend to the level of developing the faculties of those inner organs. — But there were other beings who were not as advanced as these Guides of Love; on the previous planet, they still counted among the “human beings,” yet they were already ahead of humanity at that time. Thus, at the beginning of Earth’s formation, they were indeed more advanced than human beings, but still at the stage where knowledge must be acquired through inner organs. These beings were in a special situation. They were too advanced to pass through the physical human body—whether male or female—but not yet advanced enough to act through full clairvoyance, just as the Guides of Love did. Beings of Love they could not yet be, nor could they remain “humans.” Thus, it was only possible for them to continue their own development as half-superhumans, but with the help of humans. They were able to speak to beings of the mind in a language comprehensible to them. This stimulated the inward-turned power of the human soul, enabling it to unite with knowledge and wisdom. It was through this that wisdom of a human kind first came to Earth. The aforementioned “half-superhumans” were able to draw upon this human wisdom to attain for themselves what they still lacked in perfection. Thus they became the catalysts of human wisdom. That is why they are called Bringer of Light (Lucifer). Infant humanity thus had two kinds of guides: beings of love and beings of wisdom. Human nature was caught between love and wisdom when it took on its present form on this Earth. The beings of love stimulated its physical development, while the beings of wisdom fostered the perfection of the inner being. As a result of physical development, humanity progresses from generation to generation, forming new tribes and races; through inner development, individuals grow toward inner perfection, becoming scholars, sages, artists, technicians, and so on. Physical humanity progresses from race to race; each race passes on its physically perceptible characteristics to the next through physical development. Here the law of heredity prevails. Children carry within themselves the physical characteristics of their fathers. Beyond this lies a spiritual and psychological perfection that can only take place through the development of the soul itself—and thus we are faced with the law of the soul’s development within earthly existence. It is connected to the law and mystery of birth and death.