From the Akashic Records
GA 11
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From the Akashic Record, tr. SOL
Die letzten Zeiten vor der Geschlechter-Trennung
The Final Period Before the Separation of the Sexes
[ 1 ] Es soll nunmehr die Beschaffenheit des Menschen vor seiner Spaltung in Männliches und Weibliches geschildert werden. Der Leib bestand damals aus einer weichen bildsamen Masse. Über diese hatte der Wille eine viel höhere Gewalt, als dies beim späteren Menschen der Fall war. Der Mensch erschien, wenn er sich von seinem Elternwesen loslöste, zwar schon als gegliederter Organismus, aber unvollkommen. Die Fortentwickelung der Organe fand außerhalb des Elternwesens statt. Vieles von dem, was später innerhalb des Mutterwesens zur Reife gebracht wurde, War damals außerhalb desselben durch eine Kraft vervollkommnet, die mit unserer Willenskraft verwandt ist. Um solche äußere Reifung zu bewirken, war die Pflege von seiten des Vorfahrenwesens nötig. Der Mensch brachte gewisse Organe mit zur Welt, die er dann später abwarf. Andere, die noch ganz unvollkommen waren bei seinem ersten Erscheinen, bildeten sich aus. Der ganze Vorgang hatte etwas, das man vergleichen kann mit dem Herausarbeiten aus einer Eiform und dem Ablegen einer Eihülle; doch darf man nicht an eine feste Eischale denken.
[ 1 ] We shall now describe the nature of human beings before their division into male and female. At that time, the body consisted of a soft, malleable mass. The will exercised much greater control over this mass than was the case with later human beings. When a human being separated from its parental being, it already appeared as a structured organism, but an imperfect one. The further development of the organs took place outside the parental being. Much of what was later brought to maturity within the mother’s being was perfected at that time outside of it by a force related to our willpower. To bring about such external maturation, care on the part of the ancestral being was necessary. Human beings were born with certain organs that they later shed. Others, which were still quite imperfect at their first appearance, developed fully. The entire process had something in common with emerging from an egg and shedding an eggshell; yet one must not imagine a solid eggshell.
[ 2 ] Der Körper des Menschen war warmblütig. Das muß ausdrücklich gesagt werden, denn es war in noch früheren Zeiten anders, wie später gezeigt werden wird. Die außer dem Mutterwesen stattfindende Reifung geschah unter dem Einfluß von erhöhter Wärme, die ebenfalls von außen zugeführt wurde. Doch darf man durchaus nicht an ein Bebrüten des Eimenschen — so soll er der Kürze halber genannt werden — denken. Die Wärme- und Feuerverhältnisse auf der damaligen Erde waren anders. als später. Der Mensch vermochte durch seine Kräfte das Feuer, beziehungsweise die Wärme in einen gewissen Raum zu bannen. Er konnte — sozusagen — Wärme zusammenziehen (konzentrieren). Dadurch war er in der Lage, dem jungen Wesen die Wärme zuzuführen, die es zu seiner Reifung brauchte.
[ 2 ] The human body was warm-blooded. This must be explicitly stated, for things were different in even earlier times, as will be shown later. The maturation process, which took place outside the mother’s body, occurred under the influence of increased heat, which was also supplied from outside. However, one must by no means imagine a brooding of the human being—as he shall be called for the sake of brevity. The conditions of heat and fire on Earth at that time were different from those of later periods. Through his own powers, the human being was able to confine fire—or rather, heat—within a certain space. He could, so to speak, gather (concentrate) heat. This enabled him to supply the young being with the heat it needed for its maturation.
[ 3 ] Die ausgebildetsten Organe des Menschen waren damals die Bewegungsorgane. Die heutigen Sinnesorgane waren noch ganz unentwickelt. Am weitesten vorgeschritten waren das Gehörorgan, die Wahrnehmungsorgane für kalt und warm (Gefühlssinn), weit zurück war noch die Lichtwahrnehmung. Mit Gehör und Gefühl kam der Mensch zur Welt; die Lichtwahrnehmung entwickelte sich dann etwas später.
[ 3 ] At that time, the most highly developed organs in humans were the organs of movement. Today’s sensory organs were still completely undeveloped. The most advanced were the organ of hearing and the organs of perception for cold and warmth (the sense of sensation); the perception of light was still far behind. Humans were born with the senses of hearing and touch; the sense of sight developed somewhat later.
[ 4 ] Alles, was hier gesagt wird, entspricht den letzten Zeiten vor der Geschlechtertrennung. Diese ging langsam und allmählich vonstatten. Lange Zeit vor ihrem eigentlichen Auftreten entwickelten sich die Menschen schon so, daß das eine Individuum mehr mit männlichen, das andere mehr mit weiblichen Charakteren geboren wurde. Doch waren bei jedem Menschen auch die entgegengesetzten Geschlechtscharaktere vorhanden, so daß Selbstbefruchtung möglich war. Diese war aber nicht immer möglich, sondern hing von den Einflüssen der äußeren Verhältnisse in gewissen Jahreszeiten ab. Der Mensch hing überhaupt in vielen Dingen von solchen äußeren Verhältnissen in hohem Grade ab. Daher mußte er auch alle seine Einrichtungen nach solchen äußeren Verhältnissen regeln, zum Beispiel nach dem Laufe von Sonne und Mond. Diese Regelung geschah aber nicht etwa im heutigen Sinne bewußt, sondern sie wurde in einer Art vollzogen, die man mehr instinktiv nennen muß. Und damit ist schon auf das Seelenleben des damaligen Menschen gewiesen.
[ 4 ] Everything said here refers to the period immediately preceding the separation of the sexes. This separation took place slowly and gradually. Long before it actually occurred, human beings had already developed in such a way that some individuals were born with more masculine traits, while others were born with more feminine traits. However, every human being also possessed the opposite gender traits, making self-fertilization possible. This was not always possible, however, but depended on the influences of external conditions during certain seasons. In many respects, human beings were highly dependent on such external conditions. Consequently, they had to organize all their affairs in accordance with these external conditions—for example, according to the cycles of the sun and moon. This organization, however, was not carried out consciously in the modern sense, but rather in a manner that must be described as instinctive. And this already points to the inner life of human beings at that time.
[ 5 ] Dieses Seelenleben kann man nicht als ein eigentliches Innenleben bezeichnen. Leibliche und seelische Tätigkeiten und Eigenschaften waren noch nicht streng voneinander geschieden. Das äußere Naturleben wurde von der Seele noch mitgelebt. Vor allem war es der Gehörsinn, auf den jede einzelne Erschütterung in der Umgebung mächtig wirkte. Jede Lufterschütterung, jede Bewegung in der Umgebung wurde «gehört». Wind und Wasser in ihren Bewegungen führten für den Menschen eine «beredte Sprache». Es war ein Wahrnehmen des geheimnisvollen Webens und Treibens in der Natur, die auf diese Art auf den Menschen eindrangen. Und dieses Weben und Treiben klang auch in seiner Seele nach. Seine Tätigkeit war ein Widerhall dieser Einwirkungen. Er setzte die Tonwahrnehmungen in seine Tätigkeit um. Er lebte in solchen Klangbewegungen und brachte sie durch seinen Willen zum Ausdruck. Er wurde auf solche Art zu all seinem Tagewerk gebracht. — Schon in etwas geringerem Grade war er beeinflußt von den Wirkungen, die sich dem Gefühle mitteilten. Doch spielten auch diese eine bedeutungsvolle Rolle. Er «spürte» in seinem Leibe die Umgebung und verhielt sich darnach. Er wußte aus solchen Gefühlswirkungen, wann und wie er zu arbeiten hatte. Er wußte daraus, wo er sich niederzulassen hatte. Er erkannte daraus Gefahren, die sich für sein Leben ergaben, und vermied sie. Er regelte darnach seine Nahrungsaufnahme.
[ 5 ] This inner life of the soul cannot be described as a true inner life in the strict sense. Physical and mental activities and qualities were not yet strictly separated from one another. The soul still participated in the external natural world. Above all, it was the sense of hearing that was powerfully affected by every single vibration in the environment. Every vibration in the air, every movement in the surroundings was “heard.” The movements of wind and water spoke an “eloquent language” to human beings. It was a perception of the mysterious weaving and bustle of nature that penetrated human beings in this way. And this weaving and bustle also resonated within his soul. His activity was an echo of these influences. He translated his perceptions of sound into his activity. He lived within such sound movements and expressed them through his will. In this way, he was guided in all his daily work. — To a somewhat lesser degree, he was also influenced by the effects that communicated themselves to his feelings. Yet these, too, played a significant role. He “sensed” his surroundings in his body and behaved accordingly. From such emotional influences, he knew when and how he had to work. He knew from them where he had to settle. He recognized from them dangers that arose for his life and avoided them. He regulated his food intake accordingly.
[ 6 ] Ganz anders als später verlief das übrige Seelenleben. In der Seele lebten Bilder, nicht Vorstellungen von äußeren Dingen. Wenn der Mensch zum Beispiel von einem kälteren in einen wärmeren Raum trat, so stieg in der Seele ein bestimmtes Farbenbild auf. Aber dieses Farbenild hatte nichts zu tun mit irgendeinem äußeren Gegenstande. Es entsprang aus einer inneren mit dem Willen verwandten Kraft. Solche Bilder erfüllten fortwährend die Seele. Man kann das Ganze nur vergleichen mit den auf- und abwogenden Traumvorstellungen des Menschen. Nur waren damals die Bilder nicht regellos, sondern gesetzmäßig. Man soll deshalb nicht von einem Traumbewußtsein, sondern von einem Bilderbewußtsein auf dieser Stufe der Menschheit sprechen. In der Hauptsache waren es Farbenbilder, welche dieses Bewußtsein erfüllten. Doch waren diese nicht die einzige Art. So wandelte der Mensch durch die Welt dahin und lebte durch sein Gehör und Gefühl die Vorgänge dieser Welt mit, durch sein Seelenleben spiegelte sich aber diese Welt in ihm in Bildern, die sehr unähnlich dem waren, was sich in der äußeren Welt befand. In viel geringerem Grade verbanden sich mit diesen Seelenbildern Lust und Leid, als dies heute bei den Vorstellungen des Menschen der Fall ist, welche die Wahrnehmungen der äußeren Welt wiedergeben. Allerdings bereitete das eine Bild Freude, das andere Unlust, das eine Haß, das andere Liebe; aber diese Gefühle trugen einen viel blasseren Charakter. — Dagegen wurden starke Gefühle durch etwas anderes bewirkt. Der Mensch war damals viel regsamer, tätiger als später. Alles in seiner Umgebung und auch die Bilder in seiner Seele regten ihn zu Tätigkeit, zu Bewegung an. Nun empfand er dann, wenn sich seine Tätigkeit ungehindert ausleben konnte, Wohlgefühl; wenn aber diese Tätigkeit nach irgendeiner Seite gehemmt wurde, befiel ihn Unlust und Mißbehagen. Die Abwesenheit oder das Vorhandensein von Hemmungen seines Willens bestimmte den Inhalt seines Gefühlslebens, seine Lust und seinen Schmerz. Und diese Lust, beziehungsweise dieser Schmerz entluden sich in seiner Seele selbst wieder in einer lebendigen Bilderwelt. Lichte, helle, schöne Bilder lebten in ihm, wenn er sich ganz frei entfalten konnte; finstere, mißgestaltete stiegen in seiner Seele auf, wenn er in seiner Beweglichkeit gehemmt wurde.
[ 6 ] The rest of the soul’s life unfolded quite differently than it would later. The soul was inhabited by images, not ideas of external things. When a person, for example, stepped from a colder room into a warmer one, a certain image of color arose in the soul. But this image of color had nothing to do with any external object. It sprang from an inner force related to the will. Such images continually filled the soul. One can only compare the whole experience to the ebbing and flowing dream images of human beings. Only, at that time, the images were not haphazard but followed certain laws. One should therefore speak not of a “dream consciousness” but of an “image consciousness” at this stage of human development. For the most part, it was images of color that filled this consciousness. Yet these were not the only kind. Thus, human beings wandered through the world, experiencing the events of this world through their hearing and feeling; yet through their inner life, this world was reflected within them in images that were very unlike what existed in the external world. Pleasure and pain were far less closely associated with these soul images than is the case today with human conceptions that reflect perceptions of the external world. To be sure, one image brought joy, another displeasure; one evoked hatred, another love; but these feelings were of a much paler character. — Strong feelings, on the other hand, were aroused by something else. People were much more active and energetic back then than they were later. Everything in his surroundings, as well as the images in his soul, spurred him to activity and movement. When his activity could unfold unhindered, he felt a sense of well-being; but when this activity was inhibited in any way, he was overcome by displeasure and unease. The absence or presence of obstacles to his will determined the content of his emotional life—his pleasure and his pain. And this joy, or rather this pain, in turn manifested itself in his soul as a vivid world of images. Bright, clear, beautiful images lived within him when he could unfold completely freely; dark, misshapen ones arose in his soul when his mobility was hindered.
[ 7 ] Es ist bisher die Durchschnittsmenschheit beschrieben worden. Anders war das Seelenleben bei denjenigen, welche sich zu einer Art übermenschlicher Wesen entwickelt hatten (siehe Seite 32). Bei ihnen hatte dieses Seelenleben nicht den instinktiven Charakter. Was sie durch ihren Gehör- und Gefühlssinn wahrnahmen, waren tiefere Geheimnisse der Natur, die sie bewußt deuten konnten. Im Brausen des Windes, im Rauschen der Bäume enthüllten sich ihnen die Gesetze, die Weisheit der Natur. Und in den Bildern ihrer Seele waren nicht bloß Spiegelungen der Außenwelt gegeben, sondern Abbilder der geistigen Mächte in der Welt. Nicht sinnliche Dinge nahmen sie wahr, sondern geistige Wesenheiten. Der Durchschnittsmensch empfand zum Beispiel Furcht, und ein häßliches, finsteres Bild stieg in seiner Seele auf. Das übermenschliche Wesen erhielt durch solche Bilder Mitteilung, Offenbarung von den geistigen Wesenheiten der Welt. Ihm erschienen die Naturvorgänge nicht von toten Naturgesetzen abhängig wie dem heutigen Wissenschaftler, sondern sie erschienen ihm als die Taten geistiger Wesen. Die äußere Wirklichkeit war noch nicht vorhanden, denn es gab keine äußeren Sinne. Aber die geistige Wirklichkeit erschloß sich den höheren Wesen. Es strahlte der Geist in sie ein, wie in das leibliche Auge des Menschen von heute die Sonne einstrahlt. Es war in diesen Wesen die Erkenntnis in vollstem Sinne das, was man intuitives Wissen nennt. Kein Kombinieren und Spekulieren gab es bei ihnen, sondern ein unmittelbares Anschauen des Schaffens geistiger Wesenheiten. Diese übermenschlichen Individualitäten konnten daher die Mitteilungen aus der geistigen Welt unmittelbar in ihren Willen aufnehmen. Sie leiteten bewußt die anderen Menschen. Sie empfingen ihre Mission aus der Geisterwelt und handelten darnach.
[ 7 ] So far, we have described the average human being. The inner life was different for those who had developed into a kind of superhuman beings (see page 32). For them, this inner life did not have an instinctive character. What they perceived through their senses of hearing and feeling were deeper mysteries of nature, which they could consciously interpret. In the roar of the wind and the rustling of the trees, the laws—the wisdom of nature—were revealed to them. And the images in their souls were not merely reflections of the external world, but representations of the spiritual forces in the world. They perceived not sensory things, but spiritual beings. The average person, for example, felt fear, and an ugly, dark image arose in his soul. Through such images, the superhuman being received communication—a revelation—from the spiritual beings of the world. To him, natural processes did not appear to be dependent on lifeless natural laws, as they do to today’s scientist, but rather appeared to him as the deeds of spiritual beings. External reality did not yet exist, for there were no external senses. But spiritual reality opened itself up to these higher beings. The spirit shone into them, just as the sun shines into the physical eye of modern humans. For these beings, knowledge in the fullest sense was what is called intuitive knowledge. There was no reasoning or speculation on their part, but rather a direct perception of the creative work of spiritual beings. These superhuman individuals were therefore able to take the messages from the spiritual world directly into their will. They consciously guided other human beings. They received their mission from the spirit world and acted accordingly.
[ 8 ] Als nun die Zeit kam, in der sich die Geschlechter trennten, da mußten es diese Wesen als ihre Aufgabe betrachten, auf das neue Leben im Sinne ihrer Mission einzuwirken. Von ihnen ging die Regelung des Geschlechtslebens aus. Alle Einrichtungen, die sich auf die Fortpflanzung der Menschheit bezogen, haben von ihnen den Ursprung genommen. Sie handelten dabei durchaus bewußt; aber die anderen Menschen konnten diese Einwirkung nur als einen ihnen eingepflanzten Instinkt empfinden. Die Geschlechtsliebe wurde durch unmittelbare Gedankenübertragung in den Menschen gepflanzt. Und alle ihre Äußerungen waren zunächst von der edelsten Art. Alles, was auf diesem Gebiete einen häßlichen Charakter angenommen hat, rührt aus späteren Zeiten her, in denen der Mensch selbständiger geworden ist und in denen er einen ursprünglichen reinen Trieb verdorben hat. Es gab in diesen älteren Zeiten keine Befriedigung des Geschlechtstriebes um seiner selbst willen. Alles war hier Opferdienst zur Fortführung des menschlichen Daseins. Die Fortpflanzung wurde als eine heilige Sache betrachtet, als ein Dienst, den der Mensch der Welt zu leisten hat. Und Opferpriester waren die Lenker und Regler auf diesem Gebiete.
[ 8 ] When the time came for the sexes to separate, these beings had to regard it as their task to influence the new life in accordance with their mission. It was they who established the rules governing sexual life. All institutions related to the procreation of humanity originated with them. They acted entirely consciously in this regard; but other human beings could perceive this influence only as an instinct implanted within them. Sexual love was implanted in human beings through direct thought transmission. And all its expressions were initially of the noblest kind. Everything that has taken on an ugly character in this realm stems from later times, when human beings became more independent and corrupted an original, pure instinct. In those earlier times, there was no satisfaction of the sexual instinct for its own sake. Everything here was a sacrificial service for the continuation of human existence. Procreation was regarded as a sacred matter, as a service that humankind must render to the world. And the sacrificial priests were the guides and regulators in this realm.
[ 9 ] Anders geartet waren die Einflüsse der halbübermenschlichen Wesen (siehe Seite 32). Diese waren nicht bis zu der Stufe entwickelt, daß sie völlig rein die Offenbarungen der geistigen Welt hätten empfangen können. In ihren Seelenbildern stiegen neben diesen Eindrücken der geistigen Welt auch die Wirkungen der sinnlichen Erde auf. Die im vollen Sinne übermenschlichen Wesen fühlten nichts von Lust und Schmerz durch die äußere Welt. Sie waren ganz hingegeben den Offenbarungen der geistigen Mächte. Die Weisheit floß ihnen zu wie Sinnenwesen das Licht; ihr Wille war auf nichts anderes gelenkt, als im Sinne dieser Weisheit zu handeln. Und in diesem Handeln lag ihre höchste Lust. Weisheit, Wille und Tätigkeit machten ihr Wesen aus. Anders war es bei den halbübermenschlichen Wesenheiten. Sie empfanden den Trieb, von außen Eindrücke zu empfangen, und verbanden mit der Befriedigung dieses Triebes Lust, mit der Nichtbefriedigung Unlust. Dadurch unterschieden sie sich von. Den übermenschlichen Wesenheiten. Diesen waren die Eindrücke von außen nichts weiter als Bestätigungen der geistigen Offenbarungen. Sie konnten in die Welt hinausschauen und empfingen nichts weiter als ein Spiegelbild dessen, was sie aus dem Geiste schon erhalten hatten. Die halbübermenschlichen Wesen erfuhren etwas ihnen Neues, und deswegen konnten sie die Führer der Menschen werden, als diesen sich ihre bloßen Bilder in der Seele verwandelten in Abbilder, Vorstellungen äußerer Gegenstände. Das geschah, als ein Teil der früheren Fortpflanzungskraft der Menschen sich nach innen wandte, als sich Gehirnwesen entwickelten. Mit dem Gehirn entwickelte dann auch der Mensch die Fähigkeit, die äußeren Sinneseindrücke zu Vorstellungen umzuwandeln.
[ 9 ] The influences of the semi-superhuman beings (see page 32) were of a different nature. These beings had not developed to the point where they could have received the revelations of the spiritual world in a completely pure form. In their soul-images, the effects of the sensory world arose alongside these impressions from the spiritual world. The beings who were superhuman in the full sense of the word felt neither pleasure nor pain from the external world. They were entirely devoted to the revelations of the spiritual powers. Wisdom flowed to them as light flows to sensory beings; their will was directed toward nothing other than acting in accordance with this wisdom. And in this action lay their highest joy. Wisdom, will, and activity constituted their very being. The situation was different for the semi-superhuman beings. They felt the urge to receive impressions from the outside world and associated pleasure with the satisfaction of this urge and displeasure with its non-satisfaction. In this way, they differed from the superhuman beings. For the latter, impressions from the outside world were nothing more than confirmations of spiritual revelations. They could look out into the world and received nothing more than a reflection of what they had already received from the spirit. The semi-superhuman beings experienced something new to them, and for this reason they were able to become the guides of humankind when the mere images in the souls of humans were transformed into representations—concepts of external objects. This occurred when a portion of humanity’s former reproductive power turned inward, as brain-based beings developed. With the development of the brain, humans also developed the ability to transform external sensory impressions into mental images.
[ 10 ] Man muß also sagen, daß der Mensch durch halbübermenschliche Wesen dazu gebracht worden ist, sein Inneres auf die sinnliche Außenwelt zu lenken. Ihm war es ja versagt, seine Seelenbilder unmittelbar den reinen geistigen Einflüssen auszusetzen. Er hat von den übermenschlichen Wesen die Fähigkeit, sein Dasein fortzupflanzen, als einen instinktiven Trieb eingepflanzt erhalten. Geistig hätte er zunächst nun eine Art Traumdasein weiterzuführen gehabt, wenn nicht die halbübermenschlichen Wesen eingegriffen hätten. Durch ihren Einfluß wurden seine Seelenbilder auf die sinnliche Außenwelt gelenkt. Er wurde ein Wesen, das sich in der Sinnenwelt seiner selbst bewußt ist. Und damit war das erreicht, daß sich der Mensch in seinen Handlungen bewußt richten konnte nach den Wahrnehmungen der Sinnenwelt. Früher hat er aus einer Art Instinkt gehandelt, er hat im Banne seiner äußeren Umgebung und der auf ihn einwirkenden Kräfte höherer Individualitäten gestanden. Jetzt fing er an, den Antrieben, Anlockungen seiner Vorstellungen zu folgen. Und damit war die Willkür des Menschen in die Welt gekommen. Das war der Anfang von «Gut und Böse».
[ 10 ] One must therefore say that human beings have been led by semi-superhuman beings to direct their inner lives toward the sensory external world. After all, they were denied the ability to expose their soul-images directly to pure spiritual influences. From the superhuman beings, he received the ability to perpetuate his existence, implanted as an instinctive drive. Spiritually, he would initially have had to continue a kind of dream existence, had the semi-superhuman beings not intervened. Through their influence, his inner images were directed toward the sensory external world. He became a being conscious of himself within the sensory world. And with this, the goal was achieved: that human beings could consciously guide their actions according to the perceptions of the sensory world. Previously, he had acted out of a kind of instinct; he had been under the spell of his external environment and the forces of higher individualities acting upon him. Now he began to follow the impulses and enticements of his own ideas. And with that, human free will had entered the world. That was the beginning of “good and evil.”
[ 11 ] Bevor in dieser Richtung weitergeschritten wird, soll nun erst einiges gesagt werden über die Umgebung des Menschen auf der Erde. Neben dem Menschen waren Tiere vorhanden, die in ihrer Art auf derselben Entwickelungsstufe standen wie er. Man würde sie nach heutigen Begriffen zu den Reptilien rechnen. Außer ihnen gab es niedrigere Formen der Tierwelt. Nun war zwischen den Menschen und den Tieren ein wesentlicher Unterschied. Der Mensch konnte wegen seines noch bildsamen Leibes nur auf den Gebieten der Erde leben, die selbst noch nicht in die derbste stoffliche Form übergegangen waren. Und in diesen Gegenden wohnten mit ihm tierische Wesen, die von einem ähnlich plastischen Leib waren. In anderen Gegenden lebten jedoch Tiere, welche bereits dichte Leiber hatten und welche auch schon die Eingeschlechtlichkeit und die Sinne ausgebildet hatten. Woher sie gekommen waren, werden spätere Mitteilungen zeigen. Sie konnten sich nicht mehr weiterentwickeln, weil ihre Leiber zu früh die dichtere Stofflichkeit angenommen hatten. Einige Arten von ihnen sind dann untergegangen; einige haben sich in ihrer Art bis zu den heutigen Formen gebildet. Der Mensch konnte dadurch zu höheren Formen gelangen, daß er in den Gebieten geblieben ist, die seiner damaligen Beschaffenheit entsprochen haben. Dadurch blieb sein Leib so biegsam und weich, daß er die Organe aus sich auszusondern vermochte, welche vom Geiste befruchtet werden konnten. Dann war sein äußerer Leib so weit, daß er in die dichtere Stofflichkeit übergehen und den feineren Geistorganen eine schützende Hülle werden konnte. — Aber es waren nicht alle menschlichen Leiber so weit. Es gab wenig vorgeschrittene. Diese wurden zunächst vom Geiste belebt. Andere wurden nicht belebt. Wäre auch in sie der Geist eingedrungen, so hätte er sich wegen der noch unvollkommenen inneren Organe nur mangelhaft entfalten können. So mußten sich denn diese Menschenwesen zunächst in einer geistlosen Art weiterbilden. Eine dritte Art war so weit, daß sich schwache geistige Einflüsse in ihnen geltend machen konnten. Sie standen zwischen den beiden anderen Arten. Ihre Geistestätigkeit blieb eine dumpfe. Sie mußten von höheren geistigen Mächten geführt werden. Zwischen diesen drei Arten gab es alle möglichen Übergänge. Eine Weiterentwickelung war jetzt nur dadurch möglich, daß sich ein Teil der Menschenwesen auf Kosten der anderen höher hinauf bildete. Zunächst mußten die ganz geistlosen preisgegeben werden. Eine Vermischung mit ihnen zum Zwecke der Fortpflanzung hätte auch die besser entwickelten auf ihre Stufe hinabgedrängt. Alles, was Geist empfangen hatte, wurde daher von ihr abgesondert. Dadurch fielen sie immer mehr auf die Stufe der Tierheit hinunter. Es bildeten sich also neben den Menschen menschenähnliche Tiere. Der Mensch ließ sozusagen auf seiner Bahn einen Teil seiner Brüder zurück, um selbst höher zu steigen. Dieser Vorgang war nun keineswegs abgeschlossen. Auch von den Menschen mit dumpfem Geistesleben konnten diejenigen, die etwas höher standen, nur dadurch weiterkommen, daß sie in die Gemeinschaft mit höheren gezogen wurden und sich von den minder geisterfüllten absonderten. Nur dadurch konnten sie Leiber entwickeln, die dann zur Aufnahme des ganzen menschlichen Geistes geeignet waren. Erst nach einer gewissen Zeit war die physische Entwickelung so weit, daß nach dieser Richtung hin eine Art Stillstand eintrat, indem alles, was über einer gewissen Grenze lag, sich innerhalb des menschlichen Gebietes hielt. Die Lebensverhältnisse der Erde hatten sich mittlerweile so verändert, daß weiteres Hinabstoßen nicht tierähnliche, sondern überhaupt nicht mehr lebensfähige Geschöpfe ergeben hätte. Was aber in die Tierheit hinabgestoßen worden ist, das ist entweder ausgestorben, oder es lebt in den verschiedenen höheren Tieren fort. In diesen Tieren hat man also Wesen zu sehen, welche auf einer früheren Stufe der Menschenentwickelung stehenbleiben mußten. Nur haben sie nicht dieselbe Form behalten, die sie bei ihrer Abgliederung hatten, sondern sind zurückgegangen von höherer zu tieferer Stufe. So sind die Affen rückgebildete Menschen einer vergangenen Epoche. So wie der Mensch einstmals unvollkommener war als heute, so waren sie einmal vollkommener, als sie heute sind. — Was aber im Gebiet des Menschlichen geblieben ist, hat einen ähnlichen Prozeß, nur innerhalb dieses Menschlichen, durchgemacht. Auch in mancher wilden Völkerschaft haben wir die heruntergekommenen Nachfahren einstmals höher stehender Menschenformen zu sehen. Sie sanken nicht bis zur Stufe der Tierheit, sondern nur bis zur Wildheit.
[ 11 ] Before proceeding further in this direction, a few words should first be said about humanity’s environment on Earth. Alongside humans were animals that, in their own way, were at the same stage of development as humans. By today’s standards, they would be classified as reptiles. In addition to them, there were lower forms of animal life. Now, there was a fundamental difference between humans and animals. Because of their still malleable bodies, humans could live only in those regions of the Earth that had not yet undergone the coarsest material transformation. And in these regions, animal beings with similarly malleable bodies lived alongside them. In other regions, however, there lived animals that already had dense bodies and had also developed sexual differentiation and the senses. Later accounts will reveal where they came from. They could no longer evolve further because their bodies had assumed a denser material form too early. Some species among them subsequently became extinct; others evolved within their own kind into the forms we see today. Human beings were able to attain higher forms by remaining in the regions that corresponded to their nature at that time. As a result, their bodies remained so flexible and supple that they were able to develop the organs capable of being fertilized by the spirit. Then their outer bodies were ready to transition into denser matter and become a protective shell for the finer spiritual organs. — But not all human bodies were at that stage of development. There were some that were less advanced. These were first animated by the spirit. Others were not animated. Even if the spirit had penetrated them, it would have been able to unfold only imperfectly due to their still-imperfect internal organs. Thus, these human beings initially had to continue their development in a spiritless state. A third type was sufficiently developed for weak spiritual influences to make themselves felt within them. They stood between the other two types. Their spiritual activity remained dull. They had to be guided by higher spiritual powers. Between these three types there were all manner of transitions. Further development was now possible only if a portion of the human beings advanced to a higher level at the expense of the others. First, those who were entirely devoid of spirit had to be abandoned. Intermingling with them for the purpose of procreation would have dragged even the more highly developed down to their level. Everything that had received spirit was therefore separated from them. As a result, they fell further and further down to the level of animality. Thus, alongside human beings, human-like animals came into being. Humanity, so to speak, left a portion of its brothers behind on its path in order to ascend higher itself. This process was by no means complete. Even among those humans with a dull spiritual life, those who stood somewhat higher could only progress by being drawn into fellowship with higher beings and separating themselves from those less imbued with spirit. Only in this way could they develop bodies that were then capable of receiving the entire human spirit. Only after a certain time had passed was physical development advanced enough that a sort of standstill set in along these lines, in that everything above a certain threshold remained within the human realm. Meanwhile, conditions on Earth had changed to such an extent that any further descent would have resulted not in animal-like creatures, but in beings that were no longer capable of life at all. However, what did descend into the animal realm has either become extinct or lives on in various higher animals. These animals, therefore, must be regarded as beings that were forced to remain at an earlier stage of human evolution. However, they have not retained the same form they had at the time of their separation, but have regressed from a higher to a lower stage. Thus, the apes are degenerate humans from a bygone era. Just as human beings were once less perfect than they are today, so too were the apes once more perfect than they are today. — But what has remained within the realm of humanity has undergone a similar process, only within that same realm. Even among some primitive peoples, we see the degenerate descendants of human forms that were once more advanced. They did not sink to the level of animality, but only to a state of savagery.
[ 12 ] Das Unsterbliche im Menschen ist der Geist. Es wurde gezeigt, wann der Geist in den Leib eingezogen ist. Vorher gehörte der Geist anderen Regionen an. Er konnte sich mit dem Leibe erst verbinden, als dieser eine gewisse Stufe der Entwickelung erlangt hatte. Erst wenn man ganz versteht, wie diese Verbindung zustande gekommen ist, kann man sich über die Bedeutung von Geburt und Tod aufklären, sowie auch das Wesen des ewigen Geistes erkennen.
[ 12 ] The immortal part of the human being is the spirit. It has been shown when the spirit entered the body. Before that, the spirit belonged to other realms. It was only able to unite with the body once the body had reached a certain stage of development. Only when one fully understands how this union came about can one gain insight into the meaning of birth and death, as well as recognize the nature of the eternal spirit.
