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The Rudolf Steiner Archive

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From the Akashic Records
GA 11

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Die hyperboräische und die polarische Epoche

The Hyperborean and Polarean Epochs

[ 1 ] Die folgenden Ausführungen aus der «Akasha-Chronik» führen in die Zeiten zurück, die dem vorausgehen, was in den letzten Kapiteln geschildert worden ist. Das Wagnis, das mit diesen Mitteilungen unternommen wird, ist vielleicht gegenüber der materialistischen Denkweise unserer Zeit ein noch größeres als das, welches mit dem bereits in den vorhergehenden Ausführungen Geschilderten verknüpft war. Der Vorwurf der Phantastik und grundlosen Spekulation liegt gegenüber solchen Dingen in der Gegenwart so nahe. Wenn man weiß, wie fern es dem naturwissenschaftlich im Sinne der heutigen Zeit Gebildeten liegen kann, diese Dinge auch nur ernst zu nehmen, so kann nur das Bewußtsein zu ihrer Mitteilung führen, daß man treu im Sinne der geistigen Erfahrung berichtet. Nichts ist hier gesagt, was nicht sorgfältig mit den Mitteln der geistigen Wissenschaft geprüft ist. Der Naturforscher möge nur so tolerant gegenüber der Geisteswissenschaft sein, wie diese es gegenüber der naturwissenschaftlichen Denkungsart ist. (Vergleiche meine «Welt- und Lebensanschauungen im neunzehnten Jahrhundert», wo ich glaube gezeigt zu haben, daß ich die materialistisch-naturwissenschaftliche Anschauung zu würdigen weiß.) 11914 erfolgte eine neue Ausgabe des Werkes, ergänzt durch eine «Vorgeschichte über abendländische Philosophie und bis zur Gegenwart fortgesetzt», unter dem Titel «Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt», Gesamtausgabe 1968. für diejenigen aber, welche diesen geisteswissenschaftlichen Dingen geneigt sind, möchte ich in bezug auf die diesmaligen Ausführungen noch etwas Besonderes bemerken. Es kommen im folgenden besonders wichtige Dinge zur Sprache. Und alles gehört längstverflossenen Zeiten an. Die Entzifferung der Akasha-Chronik auf diesem Gebiete ist nicht gerade leicht. Der das geschrieben hat, macht auch keineswegs den Anspruch auf irgendeinen Autoritätsglauben. Er will lediglich mitteilen, was nach besten Kräften erforscht worden ist. Jede Korrektur, die auf Sachkenntnis beruht, wäre ihm lieb. Er fühlt sich verpflichtet, diese Vorgänge in der Menschheitsentwickelung mitzuteilen, weil die Zeichen der Zeit dazu drängen. Zudem mußte diesmal ein großer Zeitraum in Umrissen geschildert werden, damit einmal eine Übersicht geschaffen werde. Genaueres über vieles jetzt bloß Angedeutete wird ja noch später folgen. — Die Einzeichnungen in der «Akasha-Chronik» sind nur schwer in unsere Umgangssprache zu übersetzen. Leichter ist die Mitteilung in der in Geheimschulen üblichen symbolischen Zeichensprache, deren Mitteilung aber gegenwärtig noch nicht erlaubt ist. Deshalb möge der Leser manches Dunkle und Schwerverständliche hinnehmen und sich zu einem Verständnisse durchwinden, wie sich der Schreiber zu einer allgemeinverständlichen Darstellungsart durchzuwinden suchte. Man wird manche Schwierigkeit des Lesens belohnt finden, wenn man auf die tiefen Geheimnisse, auf die bedeutungsvollen Menschenrätsel blickt, welche angedeutet sind. Eine wirkliche Selbsterkenntnis des Menschen ersprießt ja doch aus diesen «Akasha-Aufzeichnungen», die für den Geheimforscher so sichere Wirklichkeiten sind wie Gebirge und Flüsse für das sinnliche Auge. Ein Wahrnehmungsirrtum ist natürlich dort wie da möglich. — Hingewiesen soll nur darauf werden, daß in dem vorliegenden Abschnitt nur die Entwickelung des Menschen zunächst besprochen worden ist. Neben dieser läuft naturgemäß diejenige der anderen Naturreiche, des mineralischen, pflanzlichen, tierischen. Davon sollen die nächsten Abschnitte handeln. Es wird dann auch noch manches zur Sprache kommen, was die Auseinandersetzungen über den Menschen in einem verständlicheren Lichte erscheinen lassen wird. Umgekehrt aber kann im geisteswissenschaftlichen Sinne von der Entwickelung der anderen irdischen Reiche nicht gesprochen werden, bevor das allmähliche Fortschreiten des Menschen dargestellt worden ist.

[ 1 ] The following passages from the “Akasha Chronicle” take us back to the times preceding the events described in the previous chapters. The risk undertaken with these accounts is perhaps even greater in the face of the materialistic mindset of our time than that associated with what has already been described in the preceding sections. In the present day, the accusation of fancifulness and baseless speculation is all too easy to level at such matters. When one realizes how far removed those educated in the natural sciences in the modern sense may be from even taking these matters seriously, the only thing that can lead to their communication is the awareness that one is reporting faithfully in accordance with spiritual experience. Nothing is stated here that has not been carefully examined using the methods of spiritual science. May the natural scientist be just as tolerant toward spiritual science as the latter is toward the natural-scientific way of thinking. (Compare my “Worldviews and Lifestyles in the Nineteenth Century,” where I believe I have shown that I know how to appreciate the materialistic-scientific worldview.) 1In 1914, a new edition of the work was published, supplemented by a “Prelude on Western Philosophy and Continued to the Present,” under the title The Riddles of Philosophy Presented in Outline Through Their History; complete edition 1968. However, for those who are inclined toward these spiritual-scientific matters, I would like to make a special remark regarding the present discussion. Particularly important matters will be addressed in what follows. And all of this pertains to times long past. Deciphering the Akashic Records in this area is not exactly easy. The author of this text in no way claims any authority. He merely wishes to convey what has been researched to the best of his ability. He would welcome any corrections based on expert knowledge. He feels obliged to share these events in human evolution because the signs of the times compel him to do so. Moreover, this time a broad period had to be outlined in order to provide an overview. More detailed information about many things that are now merely hinted at will follow later. — The entries in the “Akasha Records” are difficult to translate into our everyday language. It is easier to convey them in the symbolic sign language customary in secret schools, but the disclosure of this language is not yet permitted. Therefore, may the reader accept some of the obscure and difficult-to-understand passages and strive to grasp their meaning, just as the author has striven to find a manner of presentation that is generally understandable. One will find that the difficulties of reading are rewarded when one contemplates the profound mysteries and the significant human enigmas that are alluded to. True self-knowledge of the human being does, after all, spring from these “Akasha Records,” which are as certain realities for the esoteric researcher as mountains and rivers are for the physical eye. Of course, errors of perception are possible in both cases. — It should simply be noted that this section has so far dealt only with the development of the human being. Alongside this, naturally, runs the development of the other kingdoms of nature: the mineral, plant, and animal kingdoms. The following sections will deal with these. Many other points will then also be addressed that will cast the debates concerning human beings in a more comprehensible light. Conversely, however, in the spiritual-scientific sense, one cannot speak of the development of the other earthly kingdoms until the gradual progression of the human being has been described.



[ 2 ] Wenn man in der Erdentwickelung noch weiter zurückgeht, als dies in den vorhergehenden Aufsätzen geschehen ist, so kommt man auf immer feinere stoffliche Zustände unseres Himmelskörpers. Die Stoffe, die später fest geworden sind, waren vorher in flüssigen, noch früher in dunst- und dampfförmigen, und in weiterer Vergangenheit in feinsten (ätherischen) Zuständen. Erst die abnehmende Wärme hat die Verfestigung der Stoffe bewirkt. Hier soll nun zurückgegangen werden bis zu dem feinsten ätherischen Zustande der Stoffe unseres irdischen Wohnplatzes. Als sich die Erde in einer solchen Entwickelungsepoche befand, betrat sie der Mensch. Früher gehörte er anderen Welten an, von denen später gesprochen werden soll. — Nur auf die unmittelbar vorhergehende soll noch gedeutet werden. Sie war eine sogenannte astrale oder seelische Welt. Die Wesen dieser Welt führten kein äußeres (physisches), leibliches Dasein. Auch der Mensch nicht. Er hatte bereits das im vorhergehenden Aufsatz erwähnte Bilderbewußtsein ausgebildet. Er hatte Gefühle, Begierden. Doch alles das war in einem Seeleneib beschlossen. Nur dem hellseherischen Blick wäre ein solcher Mensch wahrnehmbar gewesen. — Und allerdings hatten alle höher entwickelten damaligen Menschenwesen ein solches Hellsehen, obgleich es ganz dumpf und traumartig war. Es war nicht selbstbewußtes Hellsehen. — Diese Astralwesen sind die Vorfahren des Menschen in einem gewissen Sinne. Was man heute «Mensch» nennt, trägt ja bereits den selbstbewußten Geist in sich. Dieser vereinigte sich mit dem Wesen, das aus jenem Vorfahren in der Mitte der lemurischen Zeit entstanden war. (Auf diese Vereinigung ist in den früheren Aufsätzen bereits hingedeutet. Wenn hier der Entwickelungsgang der Menschenvorfahren bis in diese Zeit dargelegt sein wird, soll die Sache noch einmal genauer zur Sprache kommen.) — Die Seelenoder Astralvorfahren des Menschen wurden in die feine oder Äthererde hereinversetzt. Sie sogen den feinen Stoff gleichsam — wie ein Schwamm, um grob zu sprechen — in sich auf. Indem sie sich so mit Stoff durchdrangen, bildeten sie sich ätherische Leiber. Dieselben hatten eine länglich elliptische Form, doch waren durch zarte Schattierungen des Stoffes Gliedmaßen und andere später zu bildende Organe bereits veranlagt. Der ganze Vorgang in dieser Masse war aber ein rein physisch-chemischer; nur war er geregelt und beherrscht von der Seele. — Hatte eine solche Stoffmasse eine bestimmte Größe erreicht, so spaltete sie sich in zwei, von denen eine jede dem Gebilde ähnlich war, aus dem sie entstanden war, und in der auch dieselben Wirkungen sich vollzogen wie in jenem. — Es war ein jegliches solches neue Gebilde wieder so seelenbegabt wie das Mutterwesen. Das rührte davon her, daß nicht etwa nur eine bestimmte Anzahl von Menschenseelen den irdischen Schauplatz betrat, sondern gleichsam ein Seelenbaum, der ungezählte Einzelseelen aus seiner gemeinsamen Wurzel hervorgehen lassen konnte. Wie eine Pflanze aus unzähligen Samenkörnern immer aufs neue ersprießt, so das seelische Leben in den zahllosen Sprossen, die sich aus den fortdauernden Spaltungen ergaben. (Allerdings war vom Anfang an eine engbegrenzte Zahl von Seelenarten vorhanden, wovon später gesprochen werden soll. Doch innerhalb dieser Arten ging die Entwickelung in der beschriebenen Weise vor sich. Jede Seelenart trieb ungezählte Sprossen.)

[ 2 ] If one goes back even further in the Earth’s evolution than has been done in the preceding essays, one encounters increasingly subtle material states of our celestial body. The substances that later became solid were previously in liquid form, even earlier in gaseous and vaporous forms, and in the more distant past in the finest (ethereal) states. It was only the decreasing heat that caused the substances to solidify. Here we shall now go back to the finest ethereal state of the substances of our earthly home. When the Earth was in such a stage of development, humankind entered it. Previously, humankind belonged to other worlds, which will be discussed later. — We shall comment only on the one immediately preceding it. It was a so-called astral or soul world. The beings of this world did not lead an external (physical), corporeal existence. Nor did human beings. They had already developed the pictorial consciousness mentioned in the previous essay. They had feelings and desires. Yet all of this was contained within a soul form. Only to the clairvoyant gaze would such a human being have been perceptible. — And indeed, all the more highly developed human beings of that time possessed such clairvoyance, although it was quite dim and dreamlike. It was not self-conscious clairvoyance. — These astral beings are, in a certain sense, the ancestors of humankind. What we call “human” today already bears within itself the self-conscious spirit. This spirit united with the being that had emerged from that ancestor in the middle of the Lemurian epoch. (This union has already been alluded to in earlier essays. When the course of human ancestors’ development up to this time is presented here, the matter will be discussed in greater detail.) — The soul or astral ancestors of humankind were transferred into the fine or etheric earth. They absorbed the fine substance, as it were—like a sponge, to put it crudely—into themselves. As they thus permeated themselves with this substance, they formed etheric bodies. These had an elongated elliptical shape, yet the subtle shades of the substance already indicated the presence of limbs and other organs that would later develop. The entire process within this mass, however, was a purely physical-chemical one; it was merely regulated and governed by the soul. — Once such a mass of substance had reached a certain size, it split into two, each of which resembled the form from which it had arisen, and within which the same processes took place as in the original. — Each of these new forms was endowed with a soul just as the parent entity had been. This stemmed from the fact that it was not merely a specific number of human souls that entered the earthly stage, but, as it were, a “tree of souls” capable of producing countless individual souls from its common root. Just as a plant continually sprouts anew from innumerable seeds, so did spiritual life emerge in the countless shoots resulting from the ongoing divisions. (However, from the very beginning, there was a strictly limited number of soul types, which will be discussed later. Yet within these types, development proceeded in the manner described. Each soul type produced countless shoots.)

[ 3 ] Mit dem Eintritt in die irdische Stofflichkeit war aber in den Seelen selbst eine bedeutungsvolle Veränderung vor sich gegangen. Solange die Seelen selbst nicht Stoffliches an sich hatten, konnte auch kein äußerer stofflicher Vorgang auf sie wirken. Alle Wirkung auf sie war eine reine seelische, hellseherische. Sie lebten so das Seelische in ihrer Umgebung mit. Alles, was damals vorhanden war, wurde in dieser Art miterlebt. Die Wirkungen der Steine, Pflanzen, Tiere, die ja in dieser Zeit auch nur als astrale (seelische) Gebilde existierten, wurden als innere Seelenerlebnisse empfunden. — Dazu kam nun beim Betreten der Erde etwas ganz Neues. Äußere stoffliche Vorgänge übten eine Wirkung auf die selbst in stofflichem Kleide auftretende Seele aus. Zunächst waren es nur die Bewegungsvorgänge dieser stofflichen Außenwelt, die im Innern des Ätherleibes selbst Bewegungen hervorriefen. Wie wir heute das Erzittern der Luft als Schall wahrnehmen, so diese Ätherwesen die Erschütterungen des sie umgebenden ätherischen Stoffes. Ein solches Wesen war im Grunde ein einziges Gehörorgan. Dieser Sinn entwickelte sich zuerst. Aber man sieht hieraus, daß das abgesonderte Gehörorgan sich erst später bildete.

[ 3 ] However, upon entering earthly materiality, a significant change had taken place within the souls themselves. As long as the souls themselves were not material in nature, no external material process could affect them. Every effect upon them was purely spiritual, clairvoyant in nature. In this way, they experienced the spiritual aspects of their surroundings. Everything that existed at that time was experienced in this manner. The effects of stones, plants, and animals—which, after all, existed at that time only as astral (spiritual) forms—were perceived as inner spiritual experiences. — Then, upon entering the Earth, something entirely new came into play. External material processes exerted an influence on the soul, which itself appeared clothed in a material form. At first, it was only the movements of this material external world that evoked movements within the etheric body itself. Just as we today perceive the vibration of the air as sound, so did these etheric beings perceive the vibrations of the etheric substance surrounding them. Such a being was, in essence, a single organ of hearing. This sense developed first. But it is evident from this that the separate organ of hearing did not form until later.

[ 4 ] Mit der fortschreitenden Verdichtung des irdischen Stoffes verlor das Seelenwesen allmählich die Fähigkeit, diesen zu gestalten. Nur die schon gebildeten Leiber konnten noch ihresgleichen aus sich hervorbringen. Eine neue Art der Fortpflanzung tritt auf. Das Tochterwesen erscheint als ein beträchtlich kleineres Gebilde als das Mutterwesen und wächst erst allmählich zu dessen Größe heran. Während früher keine Fortpflanzungsorgane vorhanden waren, treten jetzt solche auf. — Aber nunmehr spielt sich auch nicht mehr bloß ein physisch-chemischer Vorgang in dem Gebilde ab. Ein solcher chemisch-physischer Vorgang könnte jetzt die Fortpflanzung nicht bewirken. Der äußere Stoff ist eben wegen seiner Verdichtung nicht mehr so, daß die Seele ihm unmittelbar Leben geben kann. Es wird daher im Innern des Gebildes eine besondere Partie abgesondert. Diese entzieht sich den unmittelbaren Einwirkungen des äußeren Stoffes. Nur der außer dieser abgesonderten Partie befindliche Leib bleibt diesen Einwirkungen ausgesetzt. Er ist noch in derselben Verfassung wie früher der ganze Leib. In der abgesonderten Partie wirkt nun das Seelische weiter. Hier wird die Seele der Träger des Lebensprinzipes (in der theosophischen Literatur Prana genannt). So erscheint jetzt der leibliche Menschenvorfahr mit zwei Gliedern ausgestattet. Das eine ist der physische Leib (die physische Hülle). Sie ist den chemischen und physischen Gesetzen der umgebenden Welt unterworfen. Das zweite ist die Summe von Organen, die dem besonderen Lebens-Prinzip unterworfen sind. — Nun ist aber dadurch ein Teil der Seelentätigkeit freigeworden. Diese hat keine Macht mehr über den physischen Teil des Leibes. Dieser Teil der Seelentätigkeit wendet sich nun nach innen und gestaltet einen Teil des Leibes zu besonderen Organen aus. Und dadurch beginnt ein Innenleben des Leibes. Dieser lebt nicht mehr bloß die Erschütterungen der Außenwelt mit, sondern er fängt an, sie im Innern als besondere Erlebnisse zu empfinden. Hier liegt der Ausgangspunkt der Empfindung. Zuerst tritt diese Empfindung als eine Art Tastsinn auf. Das Wesen fühlt die Bewegungen der Außenwelt, den Druck, den die Stoffe ausüben und so weiter. Auch die Anfänge einer Wärme- und Kälteempfindung treten auf.

[ 4 ] As earthly matter became increasingly dense, the soul gradually lost the ability to shape it. Only bodies that had already been formed could still produce others like themselves. A new form of reproduction emerges. The offspring appears as a considerably smaller form than the mother and only gradually grows to her size. Whereas previously there were no reproductive organs, such organs now appear. — But now, too, the process taking place within the form is no longer merely a physical-chemical one. Such a physical-chemical process could no longer bring about reproduction. Precisely because of its densification, the outer substance is no longer in a state where the soul can directly impart life to it. A special part is therefore set apart within the entity. This part is shielded from the direct influences of the outer substance. Only the body located outside this set-apart part remains exposed to these influences. It is still in the same condition as the entire body was before. Within the separated part, the soul continues to act. Here, the soul becomes the bearer of the life principle (called prana in theosophical literature). Thus, the physical human ancestor now appears endowed with two components. One is the physical body (the physical shell). It is subject to the chemical and physical laws of the surrounding world. The second is the sum of organs subject to the special life principle. — But as a result, a part of the soul’s activity has been set free. It no longer has power over the physical part of the body. This part of the soul’s activity now turns inward and transforms a portion of the body into special organs. And thus an inner life of the body begins. The body no longer merely experiences the vibrations of the external world; rather, it begins to perceive them internally as specific experiences. Here lies the starting point of sensation. At first, this sensation appears as a kind of sense of touch. The being feels the movements of the external world, the pressure exerted by materials, and so on. The beginnings of sensations of warmth and cold also emerge.

[ 5 ] Damit ist eine wichtige Entwickelungsstufe der Menschheit erreicht. Dem physischen Körper ist die unmittelbare Einwirkung der Seele entzogen. Er ist ganz der physischen und chemischen Stoffwelt überantwortet. Er zerfällt in dem Augenblicke, in dem die Seele in ihrer Wirksamkeit, von den anderen Teilen aus, seiner nicht mehr Herr werden kann. Und damit tritt eigentlich erst das auf, was man «Tod» nennt. In bezug auf die Zustände vorher kann von einem Tode nicht die Rede sein. Bei der Teilung lebt das Muttergebilde restlos in den Tochtergebilden fort. Denn in diesen wirkt die ganze umgebildete Seelenkraft wie vorher in dem Muttergebilde. Es bleibt bei der Teilung nichts übrig, in dem nicht Seele wäre. Jetzt wird das anders. Sobald die Seele keine Macht mehr über den physischen Leib hat, unterliegt dieser den chemischen und physischen Gesetzen der Außenwelt, das heißt er stirbt ab. Als Seelenwirksamkeit bleibt nur, was in der Fortpflanzung und in dem entwickelten Innenleben tätig ist. Das heißt: es entstehen Nachkommen durch die Fortpflanzungskraft, und zugleich sind diese Nachkommen mit einem Überschuß an organbildender Kraft begabt. In diesem Überschuß lebt immer von neuem das Seelenwesen auf. Wie früher der ganze Leib von Seelentätigkeit erfüllt wurde bei der Teilung, so jetzt die Fortpflanzungs- und Empfindungsorgane. Man hat es also mit einer Wiederverkörperung des Seelenlebens in dem neu entstehenden Tochterorganismus zu tun.

[ 5 ] This marks the attainment of an important stage in human development. The physical body is deprived of the soul’s direct influence. It is entirely subject to the physical and chemical world of matter. It disintegrates the moment the soul, through its activity emanating from the other parts, can no longer control it. And it is only then that what is called “death” actually occurs. With regard to the states that preceded this, there can be no question of death. During division, the parent organism lives on entirely within the daughter organisms. For within them, the entire transformed soul force acts just as it did previously in the parent organism. Nothing remains after division that does not contain the soul. Now things are different. As soon as the soul no longer has power over the physical body, the body becomes subject to the chemical and physical laws of the external world—that is, it dies. The only remnant of the soul’s activity is that which is at work in reproduction and in the developed inner life. This means that offspring arise through the power of reproduction, and at the same time, these offspring are endowed with a surplus of organ-forming power. In this excess, the soul being is continually reborn. Just as the entire body was once filled with soul activity during cell division, so now are the reproductive and sensory organs. We are thus dealing with a reincarnation of soul life in the newly emerging daughter organism.

[ 6 ] In der theosophischen Literatur werden diese beiden Entwickelungsstufen des Menschen als die beiden ersten Wurzelrassen unserer Erde beschrieben. Die erste heißt die polarische, die zweite die hyperboräische Rasse.

[ 6 ] In Theosophical literature, these two stages of human evolution are described as the first two root races of our Earth. The first is called the Polar race, and the second the Hyperborean race.

[ 7 ] Man muß sich vorstellen, daß die Empfindungswelt dieser Menschenvorfahren noch eine ganz allgemeine, unbestimmte war. Nur zweierlei von unseren heutigen Empfindungsarten waren doch schon geschieden: die Gehör- und die Tastempfindung. Durch die Veränderung sowohl des Leibes wie auch der physischen Umgebung war aber nicht mehr das ganze Menschengebilde geeignet, sozusagen «Ohr» zu sein. Ein besonderer Teil des Leibes blieb geeignet, die feinen Erschütterungen fortan mitzuerleben. Er lieferte das Material, aus dem sich dann allmählich unser Gehörorgan entwickelte. Doch Tastorgan blieb so ziemlich der ganze übrige Leib.

[ 7 ] One must imagine that the sensory world of these human ancestors was still a very general, indeterminate one. Only two of our present-day senses had already been distinguished: hearing and touch. However, due to changes in both the body and the physical environment, the human form as a whole was no longer suited to functioning as an “ear,” so to speak. A specific part of the body remained capable of perceiving these subtle vibrations from then on. It provided the material from which our organ of hearing gradually developed. Yet the organ of touch remained, for the most part, the rest of the body.

[ 8 ] Es ist ersichtlich, daß der ganze bisherige Entwickelungsvorgang des Menschen mit einer Veränderung des Wärmezustandes der Erde zusammenhängt. Die in seiner Umgebung befindliche Wärme war es in der Tat, welche den Menschen bis zu der geschilderten Stufe gebracht hat. Nun war aber die äußere Wärme auf einem Punkte angelangt, bei dem ein weiteres Fortschreiten des Menschengebildes nicht mehr möglich gewesen wäre. Es tritt nunmehr im Innengebilde eine Gegenwirkung gegen die weitere Abkühlung der Erde ein. Der Mensch wird zum Erzeuger einer eigenen Wärmequelle. Bisher hatte er den Wärmegrad seiner Umgebung. Jetzt treten Organe in ihm auf, die ihn fähig machen, sich den Wärmegrad selbst zu entwickeln, den er für sein Leben nötig hat. Bisher war sein Inneres von zirkulierenden Stoffen durchzogen, die in dieser Richtung von der Umgebung abhängig waren. Jetzt konnte er für diese Stoffe Eigenwärme entwickeln. Die Leibessäfte wurden zum warmen Blute. Damit war er als physisches Wesen zu einem weit höheren Grade von Selbständigkeit gelangt, als er ihn früher hatte. Das ganze Innenleben wurde gesteigert. Die Empfindung hing noch ganz von den Wirkungen der Außenwelt ab. Die Erfüllung mit Eigenwärme gab dem Körper ein selbständiges physisches Innenleben. Nun hatte die Seele einen Schauplatz im Innern des Leibes, auf dem sie ein Leben entwickeln konnte, das nicht mehr bloß ein Mitleben der Außenwelt war.

[ 8 ] It is evident that the entire process of human evolution to date is linked to a change in the Earth’s thermal state. It was, in fact, the heat present in the human environment that brought humankind to the stage described. However, the external heat had now reached a point at which further progress of the human form would no longer have been possible. A counteracting force now arises within the human constitution against the Earth’s further cooling. Human beings become the generators of their own source of heat. Until now, they had relied on the temperature of their environment. Now organs appear within him that enable him to generate for himself the level of heat necessary for his life. Until then, his inner being had been permeated by circulating substances that were dependent on the environment in this respect. Now he was able to generate his own heat for these substances. The bodily fluids became warm blood. As a physical being, humans had thus attained a far higher degree of independence than they had previously. Their entire inner life was heightened. Sensation still depended entirely on the effects of the external world. The filling with its own heat gave the body an independent physical inner life. Now the soul had a stage within the body on which it could develop a life that was no longer merely a participation in the external world.

[ 9 ] Durch diesen Vorgang ist das Seelenleben in den Bereich des Irdisch-Stofflichen hineingezogen worden. Vorher konnten Begierden, Wünsche, Leidenschaften, konnten Lust und Leid der Seele nur wieder durch Seelisches entstehen. Was von einem anderen seelischen Wesen ausging, erweckte in einer bestimmten Seele Neigung, Abneigung, erregte die Leidenschaften und so weiter. Kein äußerer physischer Gegenstand hätte eine solche Wirkung tun können. Jetzt erst trat die Möglichkeit ein, daß solche äußere Gegenstände für die Seele etwas zu bedeuten hatten. Denn sie empfand die Förderung des mit der Eigenwärme erwachten Innenlebens als Wohlgefühl, die Störung dieses Innenlebens als Mißbehagen. Ein äußerer Gegenstand, der geeignet ist, zur Unterhaltung des leiblichen Wohlbehagens beizutragen, konnte begehrt, gewünscht werden. Das, was man in der theosophischen Literatur «Kama» — den Wunschleib — nennt, war mit dem irdischen Menschen verbunden. Die Gegenstände der Sinne wurden Gegenstände des Begehrungsvermögens. Der Mensch wurde durch seinen Wunschleib an das irdische Dasein gebunden.

[ 9 ] Through this process, the life of the soul has been drawn into the realm of the earthly and material. Previously, the soul’s desires, wishes, passions, pleasures, and sufferings could arise only through other spiritual forces. What emanated from another spiritual being aroused in a particular soul attraction, aversion, stirred up passions, and so on. No external physical object could have had such an effect. Only now did the possibility arise that such external objects could have any significance for the soul. For the soul perceived the stimulation of its inner life—awakened by its own warmth—as a feeling of well-being, and the disturbance of this inner life as discomfort. An external object capable of contributing to physical well-being could be desired, wished for. What is called “Kama”—the body of desire—in theosophical literature was connected to the earthly human being. The objects of the senses became objects of the faculty of desire. Through his body of desire, the human being became bound to earthly existence.

[ 10 ] Nun fällt diese Tatsache mit einem großen Weltereignisse zusammen, mit dem es ursächlich verknüpft ist. Bisher war zwischen Sonne, Erde und Mond keine materielle Trennung. Diese drei waren in ihrer Wirkung auf den Menschen ein Körper. Jetzt trat die Trennung ein; die feinere Stofflichkeit, die alles in sich schließt, was vorher der Seele die Möglichkeit gegeben hatte, unmittelbar belebend zu wirken, sonderte sich als Sonne ab; der derbste Teil trat als Mond heraus; und die Erde hielt mit ihrer Stofflichkeit die Mitte zwischen beiden. Natürlich war diese Trennung keine plötzliche, sondern der ganze Prozeß vollzog sich allmählich, während der Mensch von dem Zustande der Fortpflanzung durch Teilung bis zu dem zuletzt geschilderten vorrückte. Ja, gerade durch die genannten Weltprozesse wurde diese Fortentwickelungsvorgang des Menschen bewirkt. Zuerst zog die Sonne ihre Stofflichkeit aus dem gemeinsamen Weltkörper heraus. Dadurch wurde dem Seelischen die Möglichkeit entzogen, die zurückbleibende Erdmaterie unmittelbar zu beleben. Dann fing der Mond an, sich herauszubilden. Dadurch kam die Erde in den Zustand, der das charakterisierte Empfindungsvermögen gestattete. — Und im Verein mit diesem Fortgang entwickelte sich auch ein neuer Sinn. Die Wärmeverhältnisse der Erde wurden solche, daß die Körper allmählich die feste Begrenzung annahmen, die Durchsichtiges von Undurchsichtigem trennte. Die aus der Erdmasse herausgetretene Sonne erhielt ihre Aufgabe als Lichtspenderin. Im Menschenleibe entstand der Sinn des Sehens. Zunächst war dieses Sehen nicht ein solches, wie wir es heute kennen. Licht und Dunkelheit wirkten als unbestimmte Gefühle auf den Menschen. Er empfand zum Beispiel das Licht unter gewissen Verhältnissen als behaglich, sein Leibesleben fördernd, und suchte es auf, strebte ihm zu. Dabei verlief das eigentliche Seelenleben noch immer in traumhaften Bildern. In diesem Leben stiegen Farbenbilder auf und ab, die sich nicht unmittelbar auf äußere Dinge bezogen. Diese Farbenbilder bezog der Mensch noch auf seelische Wirkungen. Helle Farbenbilder erschienen ihm, wenn ihn angenehme seelische Wirkungen trafen, finstere Bilder, wenn er von unangenehmen seelischen Einflüssen berührt wurde. — Es ist in dem bisherigen das, was durch das Auftreten der Eigenwärme bewirkt worden ist, als «Innenleben» bezeichnet worden. Man sieht aber, daß es ein Innenleben im Sinne der späteren Menschheitsentwickelung noch nicht ist. Alles geht stufenweise vor sich, auch die Entwickelung des Innenlebens. In dem Sinne, wie das im vorigen Aufsatz gemeint ist, tritt dieses wahre Innenleben erst auf, wenn die Befruchtung mit dem Geiste kommt, wenn der Mensch beginnt zu denken über das, was von außen auf ihn wirkt. — Aber alles, was hier geschildert wurde, zeigt, wie der Mensch hineinwächst in den Zustand, der im vorigen Abschnitt dargestellt worden ist. — Und man bewegt sich eigentlich schon in der Zeit, die dort charakterisiert worden ist, wenn man das folgende beschreibt: Immer mehr lernt die Seele das, was sie vorher in sich erlebt und nur auf Seelisches bezogen hat, auf das äußere körperliche Dasein anwenden. Das geschieht nun mit den Farbenbildern. Wie früher ein sympathischer Eindruck eines Seelischen mit einem Farbenbilde von heller Art in der eigenen Seele verknüpft wurde, so jetzt ein heller Lichteindruck von außen. Die Seele fing an, die Gegenstände um sich her farbig zu sehen. Das war verknüpft mit der Ausbildung neuer Sehwerkzeuge. Zu dem unbestimmten Fühlen des Lichtes und der Dunkelheit in früheren Zuständen hatte der Leib ein heute nicht mehr vorhandenes Auge. (Die Sage von den Zyklopen mit dem einen Auge ist eine Erinnerung an diese Zustände.) Die beiden Augen entwickelten sich, als die Seele anfing, die äußeren Lichteindrücke intimer mit ihrem Eigenleben zu verbinden. Es verlor sich damit das Wahrnehmungsvermögen für das Seelische in der Umgebung. Die Seele wurde immer mehr und mehr zum Spiegel der Außenwelt. Diese Außenwelt wird als Vorstellung im Innern der Seele wiederholt. — Hand in Hand damit ging die Trennung der Geschlechter. Auf der einen Seite wurde der Menschenleib nur empfänglich für die Befruchtung durch ein anderes Menschenwesen, auf der anderen entwickelten sich die körperlichen «Seelenorgane» (Nervensystem), durch welche die sinnlichen Eindrücke der Außenwelt in der Seele abgespiegelt wurden. — Und damit war der Einzug des denkenden Geistes in den Menschenleib vorbereitet.

[ 10 ] This fact coincides with a major world event to which it is causally linked. Until then, there had been no material separation between the Sun, the Earth, and the Moon. In their effect on human beings, these three were a single body. Now the separation took place; the finer substance, which encompasses everything that had previously enabled the soul to exert a direct, life-giving influence, separated itself as the Sun; the coarsest part emerged as the Moon; and the Earth, with its substance, held the middle ground between the two. Of course, this separation was not sudden; rather, the entire process took place gradually, as human beings progressed from the state of reproduction by division to the stage described above. Indeed, it was precisely through the aforementioned cosmic processes that this further development of human beings was brought about. First, the Sun drew its substance out of the common celestial body. As a result, the soul was deprived of the ability to directly animate the remaining earthly matter. Then the Moon began to take shape. This brought the Earth into a state that allowed for the characteristic faculty of sensation. — And in conjunction with this progression, a new sense also developed. The Earth’s thermal conditions became such that bodies gradually took on the solid boundaries that separated the transparent from the opaque. The Sun, having emerged from the Earth’s mass, assumed its role as a source of light. The sense of sight arose in the human body. At first, this sight was not as we know it today. Light and darkness acted upon human beings as indefinite sensations. For example, under certain conditions, a person perceived light as pleasant, as something that fostered physical life, and sought it out, striving toward it. At the same time, the actual life of the soul still unfolded in dreamlike images. In this life, images of color rose and fell that did not relate directly to external things. Human beings still associated these images of color with psychological effects. Bright images of color appeared to them when they experienced pleasant psychological effects, and dark images when they were affected by unpleasant psychological influences. — What has been described thus far as the “inner life” is what was brought about by the emergence of endogenous heat. However, it is clear that this is not yet an inner life in the sense of humanity’s later development. Everything proceeds step by step, including the development of the inner life. In the sense intended in the previous essay, this true inner life does not emerge until the fertilization by the spirit occurs, when human beings begin to think about what affects them from the outside. — But everything described here shows how the human being grows into the state depicted in the previous section. — And one is actually already moving into the period characterized there when describing the following: The soul increasingly learns to apply to its external physical existence what it previously experienced within itself and related only to the soul. This now occurs with color images. Just as a sympathetic impression of a soul experience was formerly linked to a bright color image within one’s own soul, so now a bright impression of light from the outside is linked to it. The soul began to see the objects around it in color. This was linked to the development of new organs of sight. In earlier states, when there was only a vague sense of light and darkness, the body possessed an eye that no longer exists today. (The legend of the Cyclopes with their single eye is a remnant of these conditions.) The two eyes developed as the soul began to connect external impressions of light more intimately with its own life. With this, the ability to perceive the spiritual in the surroundings was lost. The soul became more and more a mirror of the external world. This external world is repeated within the soul as representation. — Hand in hand with this came the separation of the sexes. On the one hand, the human body became receptive only to fertilization by another human being; on the other, the physical “organs of the soul” (the nervous system) developed, through which the sensory impressions of the external world were reflected in the soul. — And thus the way was prepared for the thinking spirit to enter the human body.