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Philosophy, History and Literature
GA 51

18 October 1904, Berlin

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Geschichte Des Mittelalters bis zu den großen Erfindungen und Entdeckungen I

Geschichte Des Mittelalters bis zu den großen Erfindungen und Entdeckungen I

[ 1 ] Goethe hat gesagt, das Beste in der Geschichte wäre der Enthusiasmus, den sie errege, der dazu führe, zu gleichen Taten zu ermuntern. In gewissem tieferem Sinne kann alles Wissen und alle Erkenntnis erst den rechten Wert erhalten, wenn es ins Leben hinaustritt. Es ist nötig, bei der Geschichte weit zurückzugreifen, um die Ursachen der späteren Entwickelung zu finden. Wie wir, um einzelne Zweige der äußeren Entwickelung der menschlichen Kultur zu verstehen, zum Beispiel beim Brücken- und Wegebau, daran festhalten müssen, daß dies die Früchte der Errungenschaften in den einzelnen Wissenschaften, der Physik und der Mathematik sind, so sehen wir auch in der eigentlichen Geschichte überall die Früchte der früheren Geschehnisse. In ferne Zeiten greift das zurück, was in unserem Leben zum Ausdruck kommt.

[ 1 ] Goethe hat gesagt, das Beste in der Geschichte wäre der Enthusiasmus, den sie errege, der dazu führe, zu gleichen Taten zu ermuntern. In gewissem tieferem Sinne kann alles Wissen und alle Erkenntnis erst den rechten Wert erhalten, wenn es ins Leben hinaustritt. Es ist nötig, bei der Geschichte weit zurückzugreifen, um die Ursachen der späteren Entwickelung zu finden. Wie wir, um einzelne Zweige der äußeren Entwickelung der menschlichen Kultur zu verstehen, zum Beispiel beim Brücken- und Wegebau, daran festhalten müssen, daß dies die Früchte der Errungenschaften in den einzelnen Wissenschaften, der Physik und der Mathematik sind, so sehen wir auch in der eigentlichen Geschichte überall die Früchte der früheren Geschehnisse. In ferne Zeiten greift das zurück, was in unserem Leben zum Ausdruck kommt.

[ 2 ] Wir haben die Anfänge der Kultur, ihre Entwickelung im Griechen- und Römertum verfolgt. In dieser Geschichtsbetrachtung nähern wir uns der Gegenwart. Wir gehen jetzt daran, einen Zeitabschnitt zu betrachten, auf den viele nicht gerne zurückblicken, den sie als finsteres Mittelalter am liebsten auslöschen möchten aus der Geschichte. Und doch stehen wir da vor einem wichtigen Abschnitt der Geschichte: es treten auf den Schauplatz der Geschichte barbarische Völker, die nichts wissen von Gesittung und Kunst. Diese Völkerstämme werden durch mongolische Völker aus ihrem Wohnsitz im heutigen Rußland verdrängt und rücken weit nach Westen vor. Wir werden die Kämpfe und Schicksale dieser Völker verfolgen; dann wird uns unser Weg weiterführen bis zur Entdeckung Amerikas, bis zu jenem Zeitpunkt, wo sich Mittelalter und Neuzeit zusammenschließen, bis zur Zeit der großen Erfindungen und Entdeckungen, wo jene Erfindung geschah, die wohl die tiefgehendste Bedeutung hatte, die Erfindung der Buchdruckerkunst; jene Zeit, in der Kopernikus uns ein neues Weltbild gab. Diese Entwickelung des Menschen hat von der Völkerwanderung bis zu den Entdeckungen der Neuzeit geführt.

[ 2 ] Wir haben die Anfänge der Kultur, ihre Entwickelung im Griechen- und Römertum verfolgt. In dieser Geschichtsbetrachtung nähern wir uns der Gegenwart. Wir gehen jetzt daran, einen Zeitabschnitt zu betrachten, auf den viele nicht gerne zurückblicken, den sie als finsteres Mittelalter am liebsten auslöschen möchten aus der Geschichte. Und doch stehen wir da vor einem wichtigen Abschnitt der Geschichte: es treten auf den Schauplatz der Geschichte barbarische Völker, die nichts wissen von Gesittung und Kunst. Diese Völkerstämme werden durch mongolische Völker aus ihrem Wohnsitz im heutigen Rußland verdrängt und rücken weit nach Westen vor. Wir werden die Kämpfe und Schicksale dieser Völker verfolgen; dann wird uns unser Weg weiterführen bis zur Entdeckung Amerikas, bis zu jenem Zeitpunkt, wo sich Mittelalter und Neuzeit zusammenschließen, bis zur Zeit der großen Erfindungen und Entdeckungen, wo jene Erfindung geschah, die wohl die tiefgehendste Bedeutung hatte, die Erfindung der Buchdruckerkunst; jene Zeit, in der Kopernikus uns ein neues Weltbild gab. Diese Entwickelung des Menschen hat von der Völkerwanderung bis zu den Entdeckungen der Neuzeit geführt.

[ 3 ] Es ist in der Geschichte weit schwerer, den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung nachzuweisen, als in der Chemie und Physik; denn oft liegen Ursache und Wirkung weit auseinander.

[ 3 ] Es ist in der Geschichte weit schwerer, den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung nachzuweisen, als in der Chemie und Physik; denn oft liegen Ursache und Wirkung weit auseinander.

[ 4 ] Heute erst erachtet man die Duldung verschiedenartiger Bekenntnisse untereinander für eine Forderung, die notwendig sei als eine Kulturbedingung. Und doch bestand bereits im 3. Jahrhundert vor Christo in Indien eine derartige gegenseitige Achtung und Duldung der verschiedensten Glaubensbekenntnisse, wie dies ein Denkstein des Königs Asoka beweist. Die im späteren römischen Reich auftauchende christliche Gesinnung hat ihre Wirkung über das ganze Mittelalter geäußert; ihre Ursachen liegen aber weder im Römerreich noch in Germanien, sondern in einer verschollenen Sekte des kleinen jüdischen Volkes in Palästina: bei den Essäern. Bei dem verhältnismäßig großen Programm kann jetzt nicht jeder Zeitpunkt ausführlich behandelt werden. Es muß gewissermaßen erst eine Kohlezeichnung entworfen werden, deren Linien dann weiter auszuführen sind. Wir müssen zunächst begreifen, was uns aus diesem Mittelalter zuströmt, wenn wir verstehen wollen, welche Wirkung diese Zeit für uns haben muß. Ein hervorragender römischer Schriftsteller, Tacitus, hat uns in seiner «Germania» ein Bild jener Stämme aufbewahrt, die sich in dem heutigen Deutschland niedergelassen hatten. Er schildert sie als einzelne Stämme, gleich durch ihre Sprache; und während sie sich selbst als verschiedene Völker betrachteten, erschienen sie ihm, dem Außenstehenden, sehr ähnlich. Er fand das Gemeinsame heraus und gab ihnen den gemeinsamen Namen Germanen.

[ 4 ] Heute erst erachtet man die Duldung verschiedenartiger Bekenntnisse untereinander für eine Forderung, die notwendig sei als eine Kulturbedingung. Und doch bestand bereits im 3. Jahrhundert vor Christo in Indien eine derartige gegenseitige Achtung und Duldung der verschiedensten Glaubensbekenntnisse, wie dies ein Denkstein des Königs Asoka beweist. Die im späteren römischen Reich auftauchende christliche Gesinnung hat ihre Wirkung über das ganze Mittelalter geäußert; ihre Ursachen liegen aber weder im Römerreich noch in Germanien, sondern in einer verschollenen Sekte des kleinen jüdischen Volkes in Palästina: bei den Essäern. Bei dem verhältnismäßig großen Programm kann jetzt nicht jeder Zeitpunkt ausführlich behandelt werden. Es muß gewissermaßen erst eine Kohlezeichnung entworfen werden, deren Linien dann weiter auszuführen sind. Wir müssen zunächst begreifen, was uns aus diesem Mittelalter zuströmt, wenn wir verstehen wollen, welche Wirkung diese Zeit für uns haben muß. Ein hervorragender römischer Schriftsteller, Tacitus, hat uns in seiner «Germania» ein Bild jener Stämme aufbewahrt, die sich in dem heutigen Deutschland niedergelassen hatten. Er schildert sie als einzelne Stämme, gleich durch ihre Sprache; und während sie sich selbst als verschiedene Völker betrachteten, erschienen sie ihm, dem Außenstehenden, sehr ähnlich. Er fand das Gemeinsame heraus und gab ihnen den gemeinsamen Namen Germanen.

[ 5 ] Wenn wir nun die Volksseele dieser germanischen Völkerschaften prüfen, tritt uns der Unterschied zwischen ihnen und den Griechen und Römern entgegen. Bei der Bildung dieser seelischen Eigenschaften handelt es sich um einen wichtigen Zeitunterschied. Die griechische Kultur mit ihrer unvergleichlichen Kunst bestimmt einen besonderen Punkt in der Menschheitsentwickelung. Wir sahen dort vor der Eroberung durch die später eindringenden Hellenen ein uraltes Volk, ungefähr gleich den späteren Germanen, die Pelasger, die in einer Gemeinschaft von freien Menschen lebten. Dann nach der Einwanderung der Hellenen fanden wir die zwei Bevölkerungsschichten, Eroberer und Eroberte, diesen Gegensatz von Freien und Unfreien. Aus der Völkerwanderung und der Eroberung ging die griechische Herrschaft hervor. Hieraus ergibt sich, daß nur ein kleiner Teil der Bevölkerung teil hatte an den Gütern der Kultur. Es ergibt sich ferner daraus die niedrige Wertung der Arbeit; selbst die künstlerische war des freien griechischen Bürgers unwürdig. Griechenland ging unter an dieser Geringschätzung der Arbeit. Diese in vielen Punkten unerreichte Kultur der Griechen war eine Kultur, die nur möglich war unter Eroberern. Der römische Charakter bildete sich während der Eroberung; die Geschichte des Römerreiches ist eine Geschichte von fortwährenden Eroberungen; als es nichts mehr erobern konnte, ging es zugrunde.

[ 5 ] Wenn wir nun die Volksseele dieser germanischen Völkerschaften prüfen, tritt uns der Unterschied zwischen ihnen und den Griechen und Römern entgegen. Bei der Bildung dieser seelischen Eigenschaften handelt es sich um einen wichtigen Zeitunterschied. Die griechische Kultur mit ihrer unvergleichlichen Kunst bestimmt einen besonderen Punkt in der Menschheitsentwickelung. Wir sahen dort vor der Eroberung durch die später eindringenden Hellenen ein uraltes Volk, ungefähr gleich den späteren Germanen, die Pelasger, die in einer Gemeinschaft von freien Menschen lebten. Dann nach der Einwanderung der Hellenen fanden wir die zwei Bevölkerungsschichten, Eroberer und Eroberte, diesen Gegensatz von Freien und Unfreien. Aus der Völkerwanderung und der Eroberung ging die griechische Herrschaft hervor. Hieraus ergibt sich, daß nur ein kleiner Teil der Bevölkerung teil hatte an den Gütern der Kultur. Es ergibt sich ferner daraus die niedrige Wertung der Arbeit; selbst die künstlerische war des freien griechischen Bürgers unwürdig. Griechenland ging unter an dieser Geringschätzung der Arbeit. Diese in vielen Punkten unerreichte Kultur der Griechen war eine Kultur, die nur möglich war unter Eroberern. Der römische Charakter bildete sich während der Eroberung; die Geschichte des Römerreiches ist eine Geschichte von fortwährenden Eroberungen; als es nichts mehr erobern konnte, ging es zugrunde.

[ 6 ] Der germanische Charakter prägte sich in allen seinen wesentlichen Bestandteilen vor der Eroberung aus, und er hat sich von den Berührungen mit anderen Völkern nicht unterjochen lassen. Seine Entwickelung stand fest vor dem Kampf. So sehen wir die Bildung des Volksgeistes sich vollziehen bei den Griechen nach, bei den Römern während und bei den Germanen vor den großen geschichtlichen Kämpfen. Wollen wir diese Charakterzüge betrachten, so werden wir diese Völkergruppen in Mitteleuropa genauer unterscheiden müssen. Drei Völker kommen in Betracht. In Spanien, Frankreich, Irland und Süddeutschland finden wir zunächst das alte Volk der Kelten. Es wird aus dem größten Teil seiner Wohnsitze durch die Germanen vertrieben. Von Osten her rücken die Slawen nach und drängen die Germanen weiter. So finden wir bei den Germanen, die von den beiden anderen Völkern umgeben sind, eine starke Vermischung mit keltischem und slawischem Blut. Auch auf die ganze Kultur des Mittelalters wirkt diese Mischung des germanischen mit dem keltischen und slawischen Element.

[ 6 ] Der germanische Charakter prägte sich in allen seinen wesentlichen Bestandteilen vor der Eroberung aus, und er hat sich von den Berührungen mit anderen Völkern nicht unterjochen lassen. Seine Entwickelung stand fest vor dem Kampf. So sehen wir die Bildung des Volksgeistes sich vollziehen bei den Griechen nach, bei den Römern während und bei den Germanen vor den großen geschichtlichen Kämpfen. Wollen wir diese Charakterzüge betrachten, so werden wir diese Völkergruppen in Mitteleuropa genauer unterscheiden müssen. Drei Völker kommen in Betracht. In Spanien, Frankreich, Irland und Süddeutschland finden wir zunächst das alte Volk der Kelten. Es wird aus dem größten Teil seiner Wohnsitze durch die Germanen vertrieben. Von Osten her rücken die Slawen nach und drängen die Germanen weiter. So finden wir bei den Germanen, die von den beiden anderen Völkern umgeben sind, eine starke Vermischung mit keltischem und slawischem Blut. Auch auf die ganze Kultur des Mittelalters wirkt diese Mischung des germanischen mit dem keltischen und slawischen Element.

[ 7 ] Wenn man in ferne Zeiten zurückgeht, so zeigt sich uns eine große merkwürdige Kultur der alten Kelten. Rührig, energisch, geistig angeregt, zu revolutionären Impulsen geneigt — so zeigt sich auch noch in späteren Zeiten das keltische Blut. Großartige Dichtungen, Gesänge, Wissenschaftsvorstellungen verdankt man dem keltischen Volke. Zu den Sagen, die im späteren Mittelalter von den deutschen Dichtern bearbeitet wurden — Roland, Tristan, Parzival und so weiter —, haben die Kelten die Anregung gegeben. Dieses merkwürdige Volk ist fast verschwunden, nachdem es immer weiter nach Westen verdrängt wurde oder sich mit den Germanen vermischte.

[ 7 ] Wenn man in ferne Zeiten zurückgeht, so zeigt sich uns eine große merkwürdige Kultur der alten Kelten. Rührig, energisch, geistig angeregt, zu revolutionären Impulsen geneigt — so zeigt sich auch noch in späteren Zeiten das keltische Blut. Großartige Dichtungen, Gesänge, Wissenschaftsvorstellungen verdankt man dem keltischen Volke. Zu den Sagen, die im späteren Mittelalter von den deutschen Dichtern bearbeitet wurden — Roland, Tristan, Parzival und so weiter —, haben die Kelten die Anregung gegeben. Dieses merkwürdige Volk ist fast verschwunden, nachdem es immer weiter nach Westen verdrängt wurde oder sich mit den Germanen vermischte.

[ 8 ] Der germanische Charakter zeigt als Hauptmerkmale Tapferkeit, Wanderlust, ein starkes Naturgefühl. In ihm entwickeln sich die häuslichen und kriegerischen Tugenden, die praktische Tüchtigkeit, die auf das Nützliche gerichtete Tätigkeit. Die Hauptbeschäftigungen der Germanen bilden Jagd und Viehzucht. Wenige einfache Dichtungen, die von einem älteren Volke übernommen sind, haben die Germanen. Der germanische Charakter bleibt in seinen Grundeigenschaften erhalten aus barbarischer Urzeit. Innerhalb des germanischen Elementes entstehen die treibenden Kräfte entgegengesetzter Entwickelung. Eine merkwürdige Wandlung vollzieht sich innerhalb des Mittelalters. Griechenland hatte seine hohe Kunst, Rom hatte sein Rechtsleben und den Staatsbegriff ausgebildet. Die einfachen Rechtsanschauungen der Germanen gingen von ganz anderen Voraussetzungen aus. In Rom waren die Besitzverhältnisse, besonders in bezug auf Grund und Boden, das Ausschlaggebende. Die komplizierten Rechtsbegriffe des römischen Staates gehen hervor aus dem Bestreben, Einklang zu bringen zwischen den freien Bürgern und den Besitzern des Bodens. Alle die Kämpfe zwischen den Plebejern und Patriziern, die Kämpfe der Gracchen, selbst die Parteikämpfe der späteren Republik, waren Kämpfe für das Recht des freien Bürgers gegenüber den durch den Grundbesitz auch im Besitze der Macht Befindlichen. Formell stand jedem römischen Bürger das gleiche Recht auf den Staat zu. Ja, selbst in den späteren Zeiten des Kaisertums besaßen nominell die Kaiser das Recht an den Staat, indem sie das Recht aller freien Bürger in ihrer Person vereinigten und es an ihrer Stelle ausübten.

[ 8 ] Der germanische Charakter zeigt als Hauptmerkmale Tapferkeit, Wanderlust, ein starkes Naturgefühl. In ihm entwickeln sich die häuslichen und kriegerischen Tugenden, die praktische Tüchtigkeit, die auf das Nützliche gerichtete Tätigkeit. Die Hauptbeschäftigungen der Germanen bilden Jagd und Viehzucht. Wenige einfache Dichtungen, die von einem älteren Volke übernommen sind, haben die Germanen. Der germanische Charakter bleibt in seinen Grundeigenschaften erhalten aus barbarischer Urzeit. Innerhalb des germanischen Elementes entstehen die treibenden Kräfte entgegengesetzter Entwickelung. Eine merkwürdige Wandlung vollzieht sich innerhalb des Mittelalters. Griechenland hatte seine hohe Kunst, Rom hatte sein Rechtsleben und den Staatsbegriff ausgebildet. Die einfachen Rechtsanschauungen der Germanen gingen von ganz anderen Voraussetzungen aus. In Rom waren die Besitzverhältnisse, besonders in bezug auf Grund und Boden, das Ausschlaggebende. Die komplizierten Rechtsbegriffe des römischen Staates gehen hervor aus dem Bestreben, Einklang zu bringen zwischen den freien Bürgern und den Besitzern des Bodens. Alle die Kämpfe zwischen den Plebejern und Patriziern, die Kämpfe der Gracchen, selbst die Parteikämpfe der späteren Republik, waren Kämpfe für das Recht des freien Bürgers gegenüber den durch den Grundbesitz auch im Besitze der Macht Befindlichen. Formell stand jedem römischen Bürger das gleiche Recht auf den Staat zu. Ja, selbst in den späteren Zeiten des Kaisertums besaßen nominell die Kaiser das Recht an den Staat, indem sie das Recht aller freien Bürger in ihrer Person vereinigten und es an ihrer Stelle ausübten.

[ 9 ] Den einfachen Rechtsanschauungen der Germanen waren solche kunstvolle Begriffe fremd. Der besondere Wert des freien Bürgers kam zu keiner rechtlichen Anerkennung. Was sich aus diesen Anschauungen heraus entwickelte, war das Faustrecht, das Recht des Stärkeren; der war der Mächtige, der sein Recht durch seine Kraft geltend machen konnte. Zunächst war es die physische Kraft, die sich behauptete; da mußte sich jeder fügen und fügte sich auch dem Stärkeren. Die Frucht dessen aber, was sich im germanischen Zeitalter vorbereitet hatte, tritt später hervor als das Recht der freien, durch nichts als durch die selbsterworbene Tüchtigkeit bedingten Persönlichkeit. Es prägt sich dies aus in der Städtegründung. Diese Kultur der Städte, die sich im 11. Jahrhundert im ganzen westlichen Europa vollzieht, stellt eine bedeutsame Erscheinung dar. Woraus waren sie entstanden? Daraus, daß die, welche sich bedrückt fühlten von ihren Grundherren, eine Stätte suchten, wo sie das, was sie ihrer Tätigkeit, ihrer persönlichen Geschicklichkeit verdankten, ungestört genießen konnten. Der freie Bürger des alten Rom fußte auf einem Titel. Wer ihn hatte, hatte dadurch das Recht. Im Mittelalter galt nicht ein Titel des Bürgers, sondern nur das, was man sich erwarb. In den Kämpfen, die die Städte mit den Fürsten und Rittern um ihre Freiheit und Unabhängigkeit führten, drückt sich nichts anderes aus als der Kampf der freien Persönlichkeit. So war es nicht im alten Griechenland, nicht im alten Rom. Das war ein bedeutsames Übergangsstadium.

[ 9 ] Den einfachen Rechtsanschauungen der Germanen waren solche kunstvolle Begriffe fremd. Der besondere Wert des freien Bürgers kam zu keiner rechtlichen Anerkennung. Was sich aus diesen Anschauungen heraus entwickelte, war das Faustrecht, das Recht des Stärkeren; der war der Mächtige, der sein Recht durch seine Kraft geltend machen konnte. Zunächst war es die physische Kraft, die sich behauptete; da mußte sich jeder fügen und fügte sich auch dem Stärkeren. Die Frucht dessen aber, was sich im germanischen Zeitalter vorbereitet hatte, tritt später hervor als das Recht der freien, durch nichts als durch die selbsterworbene Tüchtigkeit bedingten Persönlichkeit. Es prägt sich dies aus in der Städtegründung. Diese Kultur der Städte, die sich im 11. Jahrhundert im ganzen westlichen Europa vollzieht, stellt eine bedeutsame Erscheinung dar. Woraus waren sie entstanden? Daraus, daß die, welche sich bedrückt fühlten von ihren Grundherren, eine Stätte suchten, wo sie das, was sie ihrer Tätigkeit, ihrer persönlichen Geschicklichkeit verdankten, ungestört genießen konnten. Der freie Bürger des alten Rom fußte auf einem Titel. Wer ihn hatte, hatte dadurch das Recht. Im Mittelalter galt nicht ein Titel des Bürgers, sondern nur das, was man sich erwarb. In den Kämpfen, die die Städte mit den Fürsten und Rittern um ihre Freiheit und Unabhängigkeit führten, drückt sich nichts anderes aus als der Kampf der freien Persönlichkeit. So war es nicht im alten Griechenland, nicht im alten Rom. Das war ein bedeutsames Übergangsstadium.

[ 10 ] Was war denn der Grund, daß sich die Leute in den Städten zusammenfanden? Das materielle Interesse war es zunächst, das Freiseinwollen von den Bedrückungen; so zeigte sich auch zunächst die Tätigkeit auf den Nutzen, auf den materiellen Erwerb gerichtet.

[ 10 ] Was war denn der Grund, daß sich die Leute in den Städten zusammenfanden? Das materielle Interesse war es zunächst, das Freiseinwollen von den Bedrückungen; so zeigte sich auch zunächst die Tätigkeit auf den Nutzen, auf den materiellen Erwerb gerichtet.

[ 11 ] Auch aus der Städtekultur — aber nicht aus diesen neuen Begründungen — in Italien, auf dem Schauplatz einer alten absterbenden Kultur, geht die gewaltige Dichterpersönlichkeit des Mittelalters, Dante hervor. In den germanischen Städten entstehen zunächst praktische Erfindungen: der Kompaß, das Schießpulver, bis zu dem bedeutsamen Ereignis der Erfindung der Buchdruckerkunst. Alles dies, was hinüberführt in eine völlige Umgestaltung der Verhältnisse, war herausgeboren aus dem, was man praktisch errungen hatte. Das mag auf den ersten Blick sehr weit hergeholt erscheinen, aber, wie schon betont, liegen in der Geschichte Ursache und Wirkung weit auseinander. Möge dies ein Beispiel erläutern:

[ 11 ] Auch aus der Städtekultur — aber nicht aus diesen neuen Begründungen — in Italien, auf dem Schauplatz einer alten absterbenden Kultur, geht die gewaltige Dichterpersönlichkeit des Mittelalters, Dante hervor. In den germanischen Städten entstehen zunächst praktische Erfindungen: der Kompaß, das Schießpulver, bis zu dem bedeutsamen Ereignis der Erfindung der Buchdruckerkunst. Alles dies, was hinüberführt in eine völlige Umgestaltung der Verhältnisse, war herausgeboren aus dem, was man praktisch errungen hatte. Das mag auf den ersten Blick sehr weit hergeholt erscheinen, aber, wie schon betont, liegen in der Geschichte Ursache und Wirkung weit auseinander. Möge dies ein Beispiel erläutern:

[ 12 ] Franz Palacký, der tschechische Historiker, hat im Jahre 1846 in seinem Werke über das tschechische Volk im 15. Jahrhundert auf die Reformbewegung des Mittelalters hingewiesen, auf diese Bewegungen, die lange vor der sogenannten Reformation die Gedanken einer Neugestaltung der Kirche versuchten. Besonders an der hussitischen Bewegung, die Palacký, der selber an der Revolution 1848 tätigen Anteil nahm, mit großer Sympathie behandelte, macht er auf die Strömungen aufmerksam. Er charakterisiert in ihnen in ganz eigentümlicher Weise, was sich in den Herzen ausgebildet hat in der Städtekultur. Es ist eine den keltischen, germanischen und slawischen Stämmen gemeinsame Eigenschaft. Wir verstehen sie, wenn wir die Sagen und Lieder dieser Völker betrachten. Von alten griechischen und römischen Sagen unterscheiden sie sich dadurch, daß sie schildern, was das Menschenherz leiden kann und was es erlöst.

[ 12 ] Franz Palacký, der tschechische Historiker, hat im Jahre 1846 in seinem Werke über das tschechische Volk im 15. Jahrhundert auf die Reformbewegung des Mittelalters hingewiesen, auf diese Bewegungen, die lange vor der sogenannten Reformation die Gedanken einer Neugestaltung der Kirche versuchten. Besonders an der hussitischen Bewegung, die Palacký, der selber an der Revolution 1848 tätigen Anteil nahm, mit großer Sympathie behandelte, macht er auf die Strömungen aufmerksam. Er charakterisiert in ihnen in ganz eigentümlicher Weise, was sich in den Herzen ausgebildet hat in der Städtekultur. Es ist eine den keltischen, germanischen und slawischen Stämmen gemeinsame Eigenschaft. Wir verstehen sie, wenn wir die Sagen und Lieder dieser Völker betrachten. Von alten griechischen und römischen Sagen unterscheiden sie sich dadurch, daß sie schildern, was das Menschenherz leiden kann und was es erlöst.

[ 13 ] Es ist dies der Sinn für das Tragische. Bei dem griechischen und römischen Volk war derjenige der Held der Sage, der äußerlich siegte, nicht der, welcher seine Seele aufrecht erhielt. Immer war das Herz des Volkes bei denjenigen, die äußerlich vom Glück begünstigt waren. Anders bei den germanischen Völkern. Für die Helden, die äußerlich untergehen, aber die Seele aufrecht erhalten, schlägt das Herz der germanischen und slawischen Völker. Sie leben in der Seele, im Geiste. Helden wie Siegfried und Roland oder der Königssohn Marko werden in der Dichtung dieser Völker gefeiert. Nicht der äußere Sieg dieser Helden, sondern ihr Mut im Leiden und Untergang, ihr ungebeugter Geist wird gefeiert. Alles tritt zurück vor. dem Rechte des Geistes und der Seele. Im Imperium Romanum sehen wir die Tapferkeit, das Rechtsbewußtsein, in Griechenland die Kunst blühen; das Leben der Seele tritt uns bei den Germanen entgegen. Sie hatten keine Bilder ihrer Götter; nicht wie bei den Griechen treten uns herrliche Bilder ihrer Göttergestalten plastisch entgegen. Ihre Seele hat gearbeitet an den Bildern ihrer Götter, tief im Innern des Gemütes bildete der Deutsche sich seinen Gott.

[ 13 ] Es ist dies der Sinn für das Tragische. Bei dem griechischen und römischen Volk war derjenige der Held der Sage, der äußerlich siegte, nicht der, welcher seine Seele aufrecht erhielt. Immer war das Herz des Volkes bei denjenigen, die äußerlich vom Glück begünstigt waren. Anders bei den germanischen Völkern. Für die Helden, die äußerlich untergehen, aber die Seele aufrecht erhalten, schlägt das Herz der germanischen und slawischen Völker. Sie leben in der Seele, im Geiste. Helden wie Siegfried und Roland oder der Königssohn Marko werden in der Dichtung dieser Völker gefeiert. Nicht der äußere Sieg dieser Helden, sondern ihr Mut im Leiden und Untergang, ihr ungebeugter Geist wird gefeiert. Alles tritt zurück vor. dem Rechte des Geistes und der Seele. Im Imperium Romanum sehen wir die Tapferkeit, das Rechtsbewußtsein, in Griechenland die Kunst blühen; das Leben der Seele tritt uns bei den Germanen entgegen. Sie hatten keine Bilder ihrer Götter; nicht wie bei den Griechen treten uns herrliche Bilder ihrer Göttergestalten plastisch entgegen. Ihre Seele hat gearbeitet an den Bildern ihrer Götter, tief im Innern des Gemütes bildete der Deutsche sich seinen Gott.

[ 14 ] Aus dieser Volksanlage entsprang auch der reformatorische Gedanke. Selbst mittätig sein an dem, was sein Glaube sein sollte, das verlangten diese Völker. Hundert Jahre vor Luther hatte Wichf in England eine reformatorische Bewegung eingeleitet. Der Volksgeist fordert, selbst die Bibel in die Hand zu nehmen. Aus diesem Geiste stammte auch die hussitische Bewegung. Schon im frühen Mittelalter waren Ansätze in dieser Richtung vorhanden. Kaiser Heinrich II. aus sächsischem Geschlecht, dem die katholische Kirche später den Namen «der Heilige» gegeben hat, forderte eine «ecclesia non romana». Militsch, der nicht genug gewürdigte Gelehrte, der im Kerker von Prag schmachtete, schrieb sein Buch über den Antichrist. Die römische Kirche mit ihrer äußeren Organisation war ihm der Antichrist. Das, was in solchen Forderungen und Bewegungen zutage trat, die Loslösung vom äußeren Zwang, die innerliche Vertiefung, das nimmt Palacký für das slawische Volk in Anspruch; den Gedanken der Humanität wie ihn Herder ausgesprochen hat, er sieht ihn dargestellt in den Brüdergemeinden wie sie auf böhmischem Boden sich entwickelten. Tief in unserem Volk liegt es, eine zwanglose Organisation als Ideal zu betrachten.

[ 14 ] Aus dieser Volksanlage entsprang auch der reformatorische Gedanke. Selbst mittätig sein an dem, was sein Glaube sein sollte, das verlangten diese Völker. Hundert Jahre vor Luther hatte Wichf in England eine reformatorische Bewegung eingeleitet. Der Volksgeist fordert, selbst die Bibel in die Hand zu nehmen. Aus diesem Geiste stammte auch die hussitische Bewegung. Schon im frühen Mittelalter waren Ansätze in dieser Richtung vorhanden. Kaiser Heinrich II. aus sächsischem Geschlecht, dem die katholische Kirche später den Namen «der Heilige» gegeben hat, forderte eine «ecclesia non romana». Militsch, der nicht genug gewürdigte Gelehrte, der im Kerker von Prag schmachtete, schrieb sein Buch über den Antichrist. Die römische Kirche mit ihrer äußeren Organisation war ihm der Antichrist. Das, was in solchen Forderungen und Bewegungen zutage trat, die Loslösung vom äußeren Zwang, die innerliche Vertiefung, das nimmt Palacký für das slawische Volk in Anspruch; den Gedanken der Humanität wie ihn Herder ausgesprochen hat, er sieht ihn dargestellt in den Brüdergemeinden wie sie auf böhmischem Boden sich entwickelten. Tief in unserem Volk liegt es, eine zwanglose Organisation als Ideal zu betrachten.

[ 15 ] Nicht nach, nicht während der Eroberung bildete es seinen Volkscharakter, sondern der Zug, der vor dieser Zeit in ihm lag, hat sich durch dieses Stadium hindurch erhalten und zu diesem Ideale endlich sich entwickelt. Der Freiheitsgedanke bildet sich während des Mittelalters aus, trotz all der Unterdrückung, trotz all der Gegenströmungen, die das ausmachen, was man das dunkle Mittelalter nennt. Mag auch vielen das Mittelalter heute als eine finstere Zeit erscheinen, so hat sich doch im Mittelalter das entwickelt, was später die Dichter suchten: das Freiheitsbewußtsein, für welches das 18. Jahrhundert kaum mehr als die Definition fand, um das man im 19. Jahrhundert erbittert kämpfte, und welchem das Ringen der Gegenwart gilt.

[ 15 ] Nicht nach, nicht während der Eroberung bildete es seinen Volkscharakter, sondern der Zug, der vor dieser Zeit in ihm lag, hat sich durch dieses Stadium hindurch erhalten und zu diesem Ideale endlich sich entwickelt. Der Freiheitsgedanke bildet sich während des Mittelalters aus, trotz all der Unterdrückung, trotz all der Gegenströmungen, die das ausmachen, was man das dunkle Mittelalter nennt. Mag auch vielen das Mittelalter heute als eine finstere Zeit erscheinen, so hat sich doch im Mittelalter das entwickelt, was später die Dichter suchten: das Freiheitsbewußtsein, für welches das 18. Jahrhundert kaum mehr als die Definition fand, um das man im 19. Jahrhundert erbittert kämpfte, und welchem das Ringen der Gegenwart gilt.

[ 16 ] Freimachen müssen wir uns von den Zwangsverhältnissen, in denen auch heute noch die Menschen gebunden sind. Das Bewußtsein, daß der Mensch dem Menschen in bezug auf das Freiheitsgefühl gleich sei, hat sich immer mehr verbreitet. Das haben die Menschen begriffen, daß rechtlich ein Mensch nicht Sklave, nicht Höriger sein könne. Rechtlich fühlt sich der Mensch heute frei. Aber eine andere Form der Unfreiheit hat sich noch erhalten, die materielle. Unfrei war im alten Griechenland der Unterdrückte, der Überwundene, der Sklave. Unfrei war im alten Rom der nicht zum Bürgertum Gehörende, der keinen Teil an dem Staate hatte. Im Mittelalter waren die Menschen unfrei durch die physische Gewalt. Alle diese Formen haben sich nicht erhalten können, erhalten hat sich nur die ökonomische Unfreiheit.

[ 16 ] Freimachen müssen wir uns von den Zwangsverhältnissen, in denen auch heute noch die Menschen gebunden sind. Das Bewußtsein, daß der Mensch dem Menschen in bezug auf das Freiheitsgefühl gleich sei, hat sich immer mehr verbreitet. Das haben die Menschen begriffen, daß rechtlich ein Mensch nicht Sklave, nicht Höriger sein könne. Rechtlich fühlt sich der Mensch heute frei. Aber eine andere Form der Unfreiheit hat sich noch erhalten, die materielle. Unfrei war im alten Griechenland der Unterdrückte, der Überwundene, der Sklave. Unfrei war im alten Rom der nicht zum Bürgertum Gehörende, der keinen Teil an dem Staate hatte. Im Mittelalter waren die Menschen unfrei durch die physische Gewalt. Alle diese Formen haben sich nicht erhalten können, erhalten hat sich nur die ökonomische Unfreiheit.

[ 17 ] Immer deutlicher gibt sich das Bestreben nach voller Befreiung der Persönlichkeit kund. Der alte Grieche legte Wert auf die Vornehmheit der Rasse, der Römer auf die Vornehmheit der Person. Bei dem Germanen lag der Wert in der Kraft und Stärke der Person. Der moderne Mensch legt Wert auf den Kapitalismus, auf den Schein des Besitzes. So weist uns die Entwickelung darauf hin, daß immer mehr die Schranken fallen, die von außen die Persönlichkeit hemmen. Dann wird der Boden frei sein für das neue Ideal. Daß der freie Mensch aus dem Geist heraus einen neuen Wert erhält, lehrt uns die Geschichte. Der idealerfüllte Mensch wird derjenige sein, der befreit ist von all diesen Formen der Unterdrückung, der gelöst von der Erdenschwere, seinen Blick aufwärts richten kann. Dann erst wird das Wort Hegels zur vollen Wahrheit werden: Die Geschichte ist der Fortschritt der Menschheit zum Bewußtsein der Freiheit!

[ 17 ] Immer deutlicher gibt sich das Bestreben nach voller Befreiung der Persönlichkeit kund. Der alte Grieche legte Wert auf die Vornehmheit der Rasse, der Römer auf die Vornehmheit der Person. Bei dem Germanen lag der Wert in der Kraft und Stärke der Person. Der moderne Mensch legt Wert auf den Kapitalismus, auf den Schein des Besitzes. So weist uns die Entwickelung darauf hin, daß immer mehr die Schranken fallen, die von außen die Persönlichkeit hemmen. Dann wird der Boden frei sein für das neue Ideal. Daß der freie Mensch aus dem Geist heraus einen neuen Wert erhält, lehrt uns die Geschichte. Der idealerfüllte Mensch wird derjenige sein, der befreit ist von all diesen Formen der Unterdrückung, der gelöst von der Erdenschwere, seinen Blick aufwärts richten kann. Dann erst wird das Wort Hegels zur vollen Wahrheit werden: Die Geschichte ist der Fortschritt der Menschheit zum Bewußtsein der Freiheit!