World-Riddles and Theosophy
GA 54
12 April 1906, Berlin
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World-Riddles and Theosophy, tr. SOL
19. Das Osterfest
19. Easter
[ 1 ] Goethe hat in der verschiedensten Weise ein ganz bestimmtes Gefühl, das er oft gehabt hat, zum Ausdruck gebracht. Er sagte: Wenn ich hinblicke auf die Inkonsequenz der menschlichen Leidenschaften, Empfindungen und Handlungen, dann fühle ich so recht den Zug, mich zur allgewaltigen Natur hinzuwenden und mich aufzurichten an ihrer Konsequenz und Folgerichtigkeit. — Dem, was die Menschheit seit den ältesten Zeiten in der Einrichtung der Feste zum Ausdrucke gebracht hat, liegt das Bestreben zugrunde, aufzublicken von dem chaotischen Leben der menschlichen Leidenschaften, Triebe und Handlungen, zu den großen konsequenten einheitlichen Tatsachen der großen Natur. Schön stimmt es zu diesen großen Tatsachen der großen Natur, daß große Feste zusammenhängen mit bezeichnenden Erscheinungen in der Natur. Ein solches mit den Erscheinungen in der Natur zusammenhängendes Fest ist das Osterfest, das für den Christen von heute das Auferstehungsfest seines Erlösers ist, das von altersher begangen wurde als das Erwachen von etwas für den Menschen ganz Besonderem. Wir blicken auf das alte Ägypten mit seinem Osiris-Isis-HorusKult, der die ununterbrochene Verjüngung der ewig unsterblichen Natur ausdrückt; blicken auf Griechenand und finden ein Fest dort zu Ehren des Dionysos, ein Frühlingsfest, das mit der erwachenden Natur im Frühling in irgendeiner Weise zusammengebracht wird. In Indien gibt es eine Vishnufestzeit im Frühling. Das Göttliche teilt sich für den Brahmanismus in drei Aspekte, in Brahma, Vishnu und Shiva. Brahma nennt man mit Recht den großen Baumeister der Welt, der Ordnung und Harmonie in der Welt bewirkt. Vishnu bezeichnet man als eine Art Erlöser, Befreier, Erwecker des schlummernden Lebens, und Shiva ist derjenige, der das von Vishnu erweckte schlummernde Leben segnet und emporhebt zu den Höhen, zu denen man es überhaupt erheben kann. Eine Art Festzeit war dem Vishnu geweiht. Man sagte, er schlafe ein zu der Zeit des Jahres, wo wir das Weihnachtsfest feiern und erwache zur Zeit des Osterfestes. Die, welche sich seine Diener nennen, feiern diese ganze Zeit in einer bedeutsamen Weise: sie enthalten sich dann bestimmter Speisen und Getränke und des Fleisches. So bereiten sie sich vor, um ein Verständnis für das zu haben, was vor sich geht, wenn beim Vishnufest die Auferstehung gefeiert wird, dieErweckung der gesamten Natur. Auch das Weihnachtsfest knüpft an in bedeutsamer Weise an große Naturtatsachen, daran, daß die Kraft der Sonne immer schwächer und schwächer wird, daß die Tage immer kürzer werden und daß von Weihnachten an die Sonne wieder größere Wärme ausstrahlt, so daß das Weihnachtsfest ein Fest der wiedergeborenen Sonne ist. So ähnlich war es auch von den Christen empfunden worden, das Wintersonnenfest. Als das Christentum im 6. und 7. Jahrhundert anknüpfen wollte an alte, heilige Geschehnisse, da wurde die Geburt des Christus Jesus auf den Tag verlegt, an dem die Sonne wieder aufstieg am Himmel. Die geistige Bedeutung des Weltheilandes wurde in Zusammenhang gebracht mit der physischen Sonne und dem erwachenden und wiedererstehenden Leben.
[ 1 ] Goethe expressed, in a wide variety of ways, a very specific feeling that he had often experienced. He said: “When I look upon the inconsistency of human passions, feelings, and actions, I feel a strong urge to turn toward almighty nature and to find solace in its consistency and logical coherence.” — Underlying what humanity has expressed since the earliest times through the institution of festivals is the aspiration to look up from the chaotic life of human passions, instincts, and actions toward the great, consistent, and unified realities of the vast natural world. It is fitting, in light of these great realities of nature, that major festivals are linked to significant phenomena in nature. One such festival connected to natural phenomena is Easter, which for Christians today is the celebration of their Savior’s resurrection, but which has been observed since ancient times as the awakening of something quite special for humankind. We look to ancient Egypt with its Osiris-Isis-Horus cult, which expresses the unceasing rejuvenation of eternally immortal nature; we look to Greece and find there a festival in honor of Dionysus, a spring festival that is in some way associated with the awakening of nature in spring. In India, there is a festival season dedicated to Vishnu in the spring. In Brahmanism, the Divine is divided into three aspects: Brahma, Vishnu, and Shiva. Brahma is rightly called the great architect of the world, who brings about order and harmony in the world. Vishnu is described as a kind of savior, liberator, and awakener of slumbering life, and Shiva is the one who blesses the slumbering life awakened by Vishnu and lifts it up to the heights to which it can possibly be raised. A kind of festival season was dedicated to Vishnu. It was said that he falls asleep at the time of year when we celebrate Christmas and awakens at the time of Easter. Those who call themselves his devotees observe this entire period in a significant way: they abstain from certain foods and drinks, as well as from meat. In this way, they prepare themselves to gain an understanding of what takes place when the Resurrection—the awakening of all nature—is celebrated during the Festival of Vishnu. Christmas, too, is significantly linked to great natural phenomena—namely, that the sun’s power grows weaker and weaker, that the days grow shorter and shorter, and that from Christmas onward the sun once again radiates greater warmth, making Christmas a festival of the reborn sun. The winter solstice was perceived in a similar way by Christians. When Christianity sought to connect with ancient, sacred events in the 6th and 7th centuries, the birth of Jesus Christ was moved to the day on which the sun rose again in the sky. The spiritual significance of the Savior of the world was linked to the physical sun and to life awakening and rising anew.
[ 2 ] Im Frühling wird mit dem Osterfest auch angeknüpft, wie in allen ähnlichen Festen, an ein gewisses Sonnenereignis, das auch in äußeren Bräuchen zum Ausdruck kommt. Im i. Jahrhundert des Christentums, da wurde das Symbol des Christentums dargestellt im Kreuze, an dessen Fuß ein Lamm ist. Lamm und Widder bedeuten dasselbe. Im Frühling erscheint die Sonne in jener Zeit, in der das Christentum sich vorbereitete, im Sterngebilde des Widders oder Lammes. Ihren Weg macht die Sonne durch die Sternbilder des Tierkreises; sie rückt jedes Jahr ein Stückchen vor. Ungefähr sechshundert bis siebenhundert Jahre vor Christus Jesus rückte die Sonne in dieses Sternbild vor. Zweitausendfünfhundert Jahre rückt die Sonne in diesem Sternbild weiter; vorher war sie im Sternbild des Stieres. Damals haben die Völker dasjenige, was ihnen als bedeutungsvoll vorkam im Zusammenhang mit der Menschheitsentwickelung, gefeiert durch den Stier, weil damals die Sonne im Sternbild des Stieres stand. Als die Sonne eintrat in das Sternbild des Widders oder Lammes, da erschien auch in den Sagen und Mythen der Völker der Widder als etwas Bedeutsames. Das Widderfell holt Jason von Kolchis herüber. Der Christus Jesus selbst bezeichnet sich als das Lamm Gottes, und er wird dargestellt in der ersten Zeit des Christentums symbolisch als das Lamm am Fuße des Kreuzes. So kann man das Osterfest in Zusammenhang bringen mit dem Sternbild des Widders oder Lammes, und dieses Fest deshalb als das Auferstehungsfest des Erlösers betrachten, weil der Erlöser alles zu einem neuen Leben hervorruft, nachdem es erstorben war die Wintermonate hindurch.
[ 2 ] In spring, Easter—like all similar festivals—is linked to a specific solar event, which is also reflected in external customs. In the first century of Christianity, the symbol of Christianity was depicted as a cross with a lamb at its foot. A lamb and a ram signify the same thing. In spring, at the time when Christianity was taking shape, the sun appears in the constellation of the Ram or the Lamb. The sun travels through the constellations of the zodiac, advancing a little each year. Approximately six hundred to seven hundred years before the birth of Jesus Christ, the sun moved into this constellation. For two thousand five hundred years, the sun has continued to move through this constellation; previously, it was in the constellation of Taurus. At that time, the peoples celebrated what they considered significant in connection with human development through the figure of the bull, because the sun was then in the constellation of Taurus. When the Sun entered the constellation of Aries, or the Lamb, the ram also appeared as a significant symbol in the legends and myths of the peoples. Jason brought the ram’s fleece back from Colchis. Jesus Christ himself referred to himself as the Lamb of God, and in the early days of Christianity he was symbolically depicted as the Lamb at the foot of the cross. Thus, Easter can be linked to the constellation of Aries, or the Ram, and this festival can therefore be regarded as the celebration of the Savior’s resurrection, because the Savior brings everything back to new life after it had died during the winter months.
[ 3 ] Damit allein treten das Weihnachtsfest und das Osterfest nicht so deutlich auseinander, denn die Sonne gewinnt wieder an Kraft seit dem eigenen Auferstehungsfeste, dem Weihnachtsfeste. Es muß im Osterfest noch etwas anderes ausgedrückt sein. Das Osterfest wird in seiner tiefsten Bedeutung immer als das Fest des größten Menschenmysteriums empfunden werden, nicht bloß als eine Art Fest der Natur, das an die Sonne anknüpft, sondern es ist noch wesentlich mehr: es ist angedeutet in der christlichen Bedeutung der Auferstehung nach dem Tode. Und in dem Erwachen des Vishnu ist mehr noch hingewiesen auf das Erwachen nach dem Tode. Das Erwachen des Vishnu fällt in die Zeit, wo die Sonne im Winter wieder ihren Aufstieg beginnt, und das Osterfest ist ein Fortsetzen der aufsteigenden Sonnenkraft, die schon im Aufsteigen ist seit dem Weihnachtsfest. Tief in die Geheimnisse der Menschennatur müssen wir hineinblicken, wenn wir verstehen wollen, was für Empfindungen die Eingeweihten gehabt haben, wenn sie das im Osterfeste zum Ausdruck bringen wollten.
[ 3 ] On this basis alone, Christmas and Easter do not differ so markedly, for the sun has been regaining its strength since its own festival of resurrection, Christmas. There must be something else expressed in the Easter celebration. In its deepest meaning, Easter will always be perceived as the celebration of the greatest human mystery—not merely as a kind of natural festival linked to the sun, but as something far more significant: it is implied in the Christian meaning of resurrection after death. And the awakening of Vishnu points even more clearly to the awakening after death. The awakening of Vishnu occurs at the time when the sun begins its ascent again in winter, and Easter is a continuation of the rising power of the sun, which has already been on the rise since Christmas. We must look deep into the mysteries of human nature if we are to understand what feelings the initiates had when they sought to express this in the Easter celebration.
[ 4 ] Der Mensch erscheint uns als eine doppelte Wesenheit, verbindend seelisch-geistige Wesenheit einerseits mit physischer Wesenheit andererseits. Die physische Wesenheit ist ein Zusammenfluß aller übrigen Naturerscheinungen, die in der Umgebung des Menschen sind: sie alle erscheinen wie ein schöner Extrakt in der Menschennatur, in der sie wie zusammengeflossen sind. Bedeutsam stellt uns Paracelsus den Menschen dar als einen Zusammenfluß dessen, was draußen in der Welt ausgebreitet ist: Wie die Buchstaben erscheine uns die Natur, und der Mensch bildet das Wort, das aus diesen Buchstaben zusammengesetzt ist. — In seinem Aufbau liegt die größte Weisheit; er ist physisch ein Tempel der Seele. Alle Gesetze, die wir an dem toten Stein, an der lebendigen Pflanze, an dem von Lust und Leid erfüllten Tiere beobachten können, sie sind zusammengefügt im Menschen, sie sind dort weisheitsvoll zu einer Einheit verschmolzen. Wenn wir den Wunderbau des menschlichen Gehirnes mit seinen unzähligen Zellen betrachten, die zusammenwirken so, daß all das zum Ausdruck kommen kann, was die Gedanken, die Empfindungen des Menschen sind, was seine Seele irgendwie durchzieht, so erkennen wir die allwaltende Weisheit in der Einrichtung seines physischen Leibes. In der ganzen Umwelt, wenn wir hinausblicken, erkennen wir kristallisierte Weisheit. Und wenn wir alle Gesetze der Umwelt mit unserer Erkenntnis durchdringen und dann auf den Menschen zurückschauen, so sehen wir konzentriert in ihm die ganze Natur, sehen ihn als Mikrokosmos im Makrokosmos. In dem Sinne war es, daß Schiller zu Goethe sagte: «Sie nehmen die ganze Natur zusammen, um über das Einzelne Licht zu bekommen; in der Allheit ihrer Erscheinungsarten suchen Sie den Erklärungsgrund für das Individuum auf. Von der einfachen Organisation steigen Sie, Schritt vor Schritt, zu den mehr verwickelten hinauf, um endlich die verwickeltste von allen, den Menschen, genetisch aus den Materialien des ganzen Naturgebäudes zu erbauen.»
[ 4 ] Human beings appear to us as dual beings, uniting a soul-spiritual essence on the one hand with a physical essence on the other. The physical essence is a convergence of all other natural phenomena found in the human environment: they all appear as a beautiful essence within human nature, into which they seem to have converged. Significantly, Paracelsus presents human beings to us as a convergence of all that is spread out in the world: Nature appears to us like letters, and human beings form the word composed of these letters. — The greatest wisdom lies in their structure; physically, they are a temple of the soul. All the laws that we can observe in the lifeless stone, in the living plant, and in the animal filled with pleasure and suffering—they are all brought together in the human being; there they are wisely fused into a single unity. When we contemplate the marvelous structure of the human brain, with its countless cells working together so that everything—the thoughts and feelings of a human being, everything that in some way permeates his soul—can find expression, we recognize the all-pervading wisdom in the structure of his physical body. Throughout the entire environment, when we look out, we recognize crystallized wisdom. And when we penetrate all the laws of the environment with our understanding and then look back at the human being, we see the whole of nature concentrated within him; we see him as a microcosm within the macrocosm. It was in this sense that Schiller said to Goethe: “You take the whole of nature together to shed light on the individual; in the totality of its manifestations, you seek the basis for explaining the individual. From simple organization, you ascend, step by step, to the more complex ones, in order to finally construct the most complex of all—human beings—genetically from the materials of the entire edifice of nature.”
[ 5 ] Durch den wunderbaren Aufbau des menschlichen Leibes vermag die menschliche Seele den Blick auf die Umwelt zu richten. Durch die Sinne schaut der seelische Mensch sich die Welt an und sucht nach und nach jene Weisheit zu ergründen, durch welche die Welt aufgebaut ist.
[ 5 ] Thanks to the marvelous structure of the human body, the human soul is able to turn its gaze toward the world around it. Through the senses, the spiritual human being observes the world and gradually seeks to fathom the wisdom upon which the world is built.
[ 6 ] Betrachten wir einen noch recht unentwickelten Menschen von diesem Gesichtspunkte: Sein Leib ist das Vernünftigste, was nur auszudenken ist; zusammengeflossen ist die ganze göttliche Vernunft in dem einen Menschenleibe. Darinnen aber wohnt eine recht kindliche Seele, die kaum die ersten Gedanken entwickeln kann, um jene geheimnisvolle Kraft zu verstehen, die im Herzen, im Gehirn, im Blut waltet. Ganz langsam entwickelt sich die Menschenseele hinauf, um allmählich das zu verstehen, was an dem Menschenleibe gearbeitet hat. Das aber trägt an sich das Gepräge einer langen Vergangenheit. Der Mensch steht da als die Krone der übrigen Schöpfung. Aonen mußten vorangehen, bis die Weltenweisheit in diesem Menschenleibe zusammengefaßt wurde.
[ 6 ] Let us consider a human being who is still quite undeveloped from this perspective: His body is the most rational thing one can possibly conceive; the entire divine reason has converged in that one human body. Yet within it dwells a truly childlike soul, barely capable of forming the first thoughts needed to understand that mysterious power at work in the heart, the brain, and the blood. Very slowly, the human soul develops upward, gradually coming to understand what has been at work in the human body. But this, in itself, bears the imprint of a long past. Humanity stands there as the crown of the rest of creation. Aeons had to pass before the wisdom of the worlds was synthesized within this human body.
[ 7 ] Doch in der Seele des unentwickelten Menschen beginnt erst die Weltenweisheit zu wachsen. Da träumt sie kaum erst von dem großen Gedanken des Allgeistes, welcher den Menschen aufgebaut hat. Was aber jetzt noch wie schlafend im Menschen wohnt, das Seelisch-Geistige, wird in der Zukunft vom Menschen begriffen werden. Der Weltengedanke, er hat durch unzählige Jahresläufe gewirkt, er hat in der Natur schaffend gewirkt, um zuletzt die Krone all dieses Schaffens, den menschlichen Leib zu bilden. In diesem menschlichen Leibe schlummert nun die Weltenweisheit, um in der Menschenseele sich selbst zu erkennen, um sich im Menschen ein Auge zu bilden, um sich selbst zu erfassen. Weltenweisheit draußen, Weltenweisheit drinnen, schaffend in der Gegenwart wie in der Vergangenheit, schaffend in die Zukunft hinein, die wir in ihrer Erhabenheit nur ahnen können. Die tiefsten menschlichen Gefühle werden aufgerufen, wenn wir so Vergangenheit und Zukunft betrachten.
[ 7 ] Yet in the soul of the undeveloped human being, worldly wisdom is only just beginning to grow. There, it has barely begun to dream of the great idea of the Universal Spirit that created humankind. But what still dwells within the human being as if asleep—the soul-spiritual—will be understood by humankind in the future. The idea of the universe has been at work through countless cycles of years; it has been creatively active in nature, ultimately forming the crown of all this creation: the human body. Within this human body, cosmic wisdom now slumbers, seeking to recognize itself in the human soul, to form an eye within the human being, and to grasp itself. Cosmic wisdom outside, cosmic wisdom within—creating in the present as in the past, creating into the future, which we can only intuit in its sublimity. The deepest human feelings are stirred when we contemplate the past and the future in this way.
[ 8 ] Wenn die Seele anfängt, das Wunderbare zu begreifen, das von der Weltenweisheit aufgebaut wurde, wenn sie darüber zur besonnenen Klarheit, zum lichtvollen Herzenswissen gelangt, dann mag ihr die Sonne als das herrlichste Symbolum erscheinen, das dieses innere Erwachen ausdrückt, das der Seele durch die Tore der Sinne den Zugang in die Außenwelt eröffnet. Das Licht empfängt der Mensch, weil die Sonne die Dinge beleuchtet. Das, was der Mensch in der Außenwelt sieht, ist das widergespiegelte Sonnenlicht. Die Sonne erweckt in der Seele die Kraft, die Außenwelt anzuschauen. Die erwachende Sonnenseele im Menschen, die anfängt in den Jahreszeiten den Weltengedanken zu erkennen, sie erblickt in der aufgehenden Sonne ihren Befreier.
[ 8 ] When the soul begins to comprehend the wonders built up by the wisdom of the worlds, when it attains through this a sober clarity and a luminous knowledge of the heart, then the sun may appear to it as the most magnificent symbol expressing this inner awakening, which opens the soul’s access to the outer world through the gates of the senses. Human beings receive light because the sun illuminates things. What human beings see in the outer world is reflected sunlight. The sun awakens within the soul the power to behold the outer world. The awakening solar soul within the human being, which begins to recognize the world-idea in the seasons, beholds its liberator in the rising sun.
[ 9 ] Wenn die Sonne wieder ihren Aufstieg beginnt, wenn die Tage wieder zunehmen, dann blickt die Seele zur Sonne hin und sagt: Dir verdanke ich die Möglichkeit, in meiner Umgebung den Weltengedanken ausgebreitet zu sehen, der in mir und in allen andern schläft. - Und nun blickt der Mensch auf sein früheres Dasein, auf das, was vorausgegangen ist dem tastenden Erfühlen des Weltengedankens. Der Mensch ist ja viel, viel älter als seine Sinne. Die geistige Forschung läßt uns zu jenem Zeitpunkte gelangen, in dem des Menschen Sinne erst in schwachen Anfängen sich herausgestalteten. Wir kommen zu dem Zeitpunkt, wo die Sinne noch nicht die Tore waren, durch welche die Seele die Umgebung wahrnehmen konnte. Schopenhauer hat dies empfunden und hat den Wendepunkt, wo der Mensch zur sinnlichen Wahrnehmung der Welt gelangt, charakterisiert. Das meint er, wenn er sagt: Diese sichtbare Welt ist erst entstanden, als ein Auge da war, um die Welt zu sehen. — Die Sonne hat das Auge, Licht hat das Licht gebildet. Früher, als solch ein äußerliches Schauen noch nicht war, da hatte der Mensch ein inneres Schauen. In Urzeiten der Menschheitsentwickelung, da regte nicht ein äußerer Gegenstand den Menschen zu Wahrnehmungen an, von innen heraus aber stiegen Vorstellungen in ihm auf: das alte Anschauen war ein Anschauen im astralischen Licht. Der Mensch hatte damals ein dumpfes, dämmeriges Hellsehen.
[ 9 ] When the sun begins its ascent once more, when the days grow longer again, the soul turns toward the sun and says: “It is thanks to you that I am able to see the World-Idea unfolding around me—the World-Idea that slumbers within me and within all others.” - And now the human being looks back on his earlier existence, on what preceded the tentative sensing of the idea of the world. After all, the human being is much, much older than his senses. Spiritual research allows us to reach that point in time when the human being’s senses were only just beginning to take shape in their faintest beginnings. We arrive at the point in time when the senses were not yet the gateways through which the soul could perceive its surroundings. Schopenhauer sensed this and characterized the turning point at which human beings attain sensory perception of the world. This is what he means when he says: “This visible world came into being only when there was an eye to see it.” — The sun created the eye; light created light. Earlier, when such external seeing did not yet exist, human beings possessed an inner vision. In the primeval times of human development, it was not an external object that stimulated human perception; rather, images arose within them from within: this ancient form of seeing was a seeing in astral light. At that time, human beings possessed a dim, twilight-like clairvoyance.
[ 10 ] In der germanischen Götterwelt hat der Mensch auch die Götter gesehen in dumpfem, dämmerigem, astralischem Anschauen und seine Göttervorstellungen daraus geschöpft. Dieses dumpfe Hellsehen stieg herunter in die Finsternis und verschwand allmählich ganz. Es wurde ausgelöscht durch das kräftige Licht der physischen Sonne, die am Himmel erschien und die physische Welt für die Sinne sichtbar machte. So trat des Menschen astralisches Schauen zurück. Wenn der Mensch in die Zukunft blickt, da wird ihm klar, daß dieses astralische Anschauen auf einer höheren Stufe wiederkehren muß: Aufleben wird wieder, was jetzt wegen des physischen Anschauens erloschen ist, damit das volle wache Hellsehen des Menschen herbeigeführt werden könne. Zu dem Tagesanschauen wird hinzukommen ein noch helleres, leuchtenderes Leben des Menschen im Lichte der Zukunft. Zu dem physischen Anschauen tritt noch hinzu das Schauen in astralischem Lichte.
[ 10 ] In the Germanic pantheon, human beings also perceived the gods through a dim, twilight-like, astral vision and derived their conceptions of the gods from it. This dim clairvoyance descended into darkness and gradually vanished entirely. It was extinguished by the powerful light of the physical sun, which appeared in the sky and made the physical world visible to the senses. Thus, human astral vision receded. When humanity looks to the future, it becomes clear that this astral vision must return on a higher level: What has now been extinguished due to physical vision will be revived so that humanity’s full, waking clairvoyance may be brought about. In addition to daytime vision, there will be an even brighter, more radiant life for humanity in the light of the future. Physical vision will be complemented by vision in astral light.
[ 11 ] Führer der Menschheit sind jene Geister, welche durch ein entsagungsvolles irdisches Leben es vermocht haben, den Zustand schon vor dem Tode für sich herzustellen, den man das Schreiten durch die Todespforte nennt. Er schließt jene Erfahrungen in sich ein, die später der ganzen Menschheit zuteil werden, wenn sie das astralische Anschauen erworben haben wird, das ihr das Seelische und Geistige wahrnehmbar machen wird. Dieses Wahrnehmbarmachen des GeistigSeelischen um uns her, das nannten die Eingeweihten immer das Erwachen, die Auferstehung, die geistige Wiedergeburt, die dem Menschen zu den Gaben der physischen Sinne die Gaben der geistigen Sinne gibt. Ein inneres Osterfest feiert derjenige, der das neue astralische Anschauen in sich erwachen fühlt.
[ 11 ] The guides of humanity are those spirits who, through a life of self-sacrifice on earth, have been able to attain—even before death—the state known as passing through the gate of death. This state encompasses those experiences that will later be granted to all of humanity once it has acquired the astral vision that will make the soul and spirit perceptible to it. The Initiates have always referred to this making the spiritual and soul-realms perceptible around us as the Awakening, the Resurrection, the spiritual rebirth, which endows human beings with the gifts of the spiritual senses in addition to the gifts of the physical senses. One who feels the new astral vision awakening within oneself celebrates an inner Easter.
[ 12 ] So können wir begreifen, daß das Frühlingsfest immer solche Symbole mit sich führt, die an Tod und an Auferstehung erinnern. Tot ist im Menschen das astralische Licht; es schläft. Aber wiederauferstehen wird dieses Licht im Menschen. Ein Fest, das auf das Erwachen des astralischen Lichts in der Zukunft hinweist, ist das Osterfest,
[ 12 ] Thus we can understand that the spring festival always carries with it symbols that recall death and resurrection. The astral light within the human being is dead; it sleeps. But this light will rise again within the human being. A festival that points to the awakening of the astral light in the future is Easter,
[ 13 ] Der Schlafzustand des Vishnu beginnt um die Weihnachtszeit, wo das astralische Licht in Schlummer versank und das physische Licht erwachte. Wenn der Mensch dazu gelangt, dem Persönlichen zu entsagen, dann erwacht das astralische Licht wieder in ihm, dann kann er das Osterfest feiern, dann darf Vishnu wieder in seiner Seele erwachen.
[ 13 ] Vishnu’s slumber begins around Christmas, when the astral light sank into slumber and the physical light awoke. When a person comes to renounce the personal, the astral light awakens within them once more; then they can celebrate Easter, and Vishnu may awaken again in their soul.
[ 14 ] In kosmisch geistvoller Erkenntnis wird das Osterfest nicht nur an das Erwachen der Sonne angeknüpft, sondern an das Aufgehen der Pflanzenwelt im Frühling. So wie das Saatkorn in die Erde versenkt ist und faulen muß, um neu zu erwachen, so muß das astralische Licht schlummern im Menschenleibe, um wieder auferweckt zu werden. Das Symbol des Osterfestes ist das Saatkorn, das sich hinopfert, um eine neue Pflanze erstehen zu lassen. Es ist das Opfer einer Phase der Natur, um eine neue erstehen zu lassen. Opfer und Werden — das drängt sich in dem Osterfeste zusammen. Schön und groß hat Richard Wagner diesen Gedanken empfunden. Er war am Zürcher See 1857 in der Villa Wesendonk; da sah er hinaus auf die erwachende Natur. Mit dem Gedanken an sie kam ihm der Gedanke an den erstorbenen und wiedererwachenden Weltenheiland, an den Christus Jesus, und der Gedanke an den Parzival, der in der Seele das Heiligste sucht.
[ 14 ] In cosmic, spiritual understanding, the Easter festival is linked not only to the awakening of the sun, but also to the blossoming of the plant world in spring. Just as the seed is buried in the earth and must decay in order to awaken anew, so too must the astral light slumber within the human body in order to be reawakened. The symbol of Easter is the seed that sacrifices itself to bring forth a new plant. It is the sacrifice of one phase of nature to give rise to a new one. Sacrifice and becoming—these are intertwined in the Easter celebration. Richard Wagner perceived this idea as beautiful and profound. In 1857, he was at Villa Wesendonk on Lake Zurich, where he looked out upon nature awakening. As he contemplated this, the thought came to him of the world’s Savior who had died and been resurrected—Christ Jesus—and of Parzival, who seeks the most sacred within the soul.
[ 15 ] Alle die Führer der Menschheit, die gewußt haben, wie das höhere geistige Leben der Menschen erwacht aus der niedrigen Natur heraus, sie haben den Ostergedanken verstanden. Daher hat auch Dante in seiner «Divina Comedia» sein Erwachen am Karfreitag dargestellt. Gleich am Anfang des Gedichtes wird uns das klar. Im fünfunddreißigsten Jahre seines Lebens hat Dante diese große Vision, die er schildert. In der Mitte seines Lebens läßt er sie sich vollziehen. Siebzig Jahre zählt das normale Menschenleben, fünfunddreißig Jahre ist die Mitte. Fünfunddreißig Jahre rechnet er für das Heranentwickeln der physischen Erfahrung, in welcher der Mensch noch immer neue physische Erfahrungen aufnimmt. Dann ist der Mensch dafür reif, daß zu der physischen Erfahrung die geistige tritt. Er ist dann reif zur Wahrnehmung der geistigen Welt. Wenn die wachsenden, werdenden Kräfte des Physischen alle vereint sind, dann beginnt der Zeitpunkt, wo das Geistige zum Leben erweckt wird. Darum läßt Dante an dem Osterfeste diese Vision entstehen.
[ 15 ] All the leaders of humanity who have understood how people’s higher spiritual life awakens from their lower nature have grasped the essence of Easter. That is why Dante, too, depicted his awakening on Good Friday in his *Divina Comedia*. This becomes clear to us right at the beginning of the poem. At the age of thirty-five, Dante had this great vision, which he describes. He allows it to unfold in the middle of his life. A normal human life spans seventy years; thirty-five years is the midpoint. He counts thirty-five years as the period for the development of physical experience, during which a person continually absorbs new physical experiences. Then a person is ready for the spiritual to join the physical experience. He is then ready to perceive the spiritual world. When all the growing, developing forces of the physical are united, that is when the spiritual is brought to life. That is why Dante has this vision arise on Easter.
[ 16 ] Das ursprüngliche Wachsen der Sonnenkraft wird in dem Weihnachtsfeste gefeiert. Das Osterfest wird geknüpft an die Mitte der wachsenden Sonnenkraft. Im Frühlingsmittelpunkt, im Osterpunkte stehen wir, wo Dante in der Mitte des menschlichen Lebens zu stehen glaubte, als er das geistige Leben in sich aufgehen empfand. Mit Recht wird das Osterfest in die Mitte des Aufstiegs der Sonne gestellt, entsprechend dem Zeitpunkt, wo im Menschen das schlummernde astralische Licht wieder erweckt wird. Die Sonnenkraft weckt die schlummernde Saat, das in der Erde ruhende Samenkorn. Das Samenkorn ist ein Bild geworden für das, was in der Menschennatur sich vollzieht, wenn im Menschen das erwacht, was der Okkultist das astralische Licht nennt. Es wird geboren im Innern des Menschen. Das Osterfest ist das Fest der Auferstehung im Innern des Menschen. Der Gedanke des erlösenden Christus ist in Zusammenhang gebracht worden mit dem kosmischen Gedanken.
[ 16 ] The initial growth of the sun’s power is celebrated during the Christmas festival. Easter is linked to the midpoint of the sun’s growing power. At the midpoint of spring, at the Easter point, we stand where Dante believed he stood at the midpoint of human life, when he felt the spiritual life dawning within him. Easter is rightly placed at the midpoint of the sun’s ascent, corresponding to the moment when the slumbering astral light is reawakened within the human being. The power of the sun awakens the slumbering seed, the seed resting in the earth. The seed has become a symbol of what takes place within human nature when that which the occultist calls the astral light awakens within the human being. It is born within the human being. Easter is the festival of the Resurrection within the human being. The idea of the redeeming Christ has been linked to the cosmic idea.
[ 17 ] Es ist eine Art Gegensatz gefühlt worden zwischen dem, was der Christ im Osterfeste sieht, und zwischen der geisteswissenschaftlichen Idee des Karma. Es scheint ein Gegensatz zu sein, diese Idee des Karma und die der Erlösung durch den Menschensohn. Die nicht viel verstehen von der Grundanschauung des geisteswissenschaftlichen Gedankens, sehen einen solchen Widerspruch zwischen der Erlösung durch den Christus Jesus und der Idee des Karma. Sie sagen: Der Gedanke von dem erlösenden Gott widerspricht der Selbsterlösung durch das Karma. — Sie verstehen weder im richtigen Sinne den Ostergedanken der Erlösung noch den Gedanken der Gerechtigkeit des Karma. Es wäre nicht richtig, wenn jemand einen andern leiden sähe und sagte zu ihm: Du hast selbst dies Leiden verursacht — und er ihm deshalb nicht helfen wollte, weil das Karma sich auswirken soll. Das ist ein Mißverstehen des Karma. Das Karma sagt im Gegenteil: Hilf dem, der leidet, denn du bist ja da, um zu helfen. Du verbesserst das Konto des Karma der Notwendigkeit, indem du deinem Mitmenschen hilfst. Dadurch gibst du ihm die Möglichkeit, sein Karma zu tragen. Du erscheinst dann als der Erlöser vom Leiden. — So kann man auch, statt einem einzelnen, einem ganzen Kreis Menschen helfen. Dadurch fügt man sich ein in das Karma dieser Menschen, indem man ihnen hilft. Wenn eine mächtige Individualität wie der Christus Jesus der ganzen Menschheit zu Hilfe kommt, so ist es sein Opfertod, der hineinwirkt in das Karma der ganzen Menschheit. Er konnte das Karma der ganzen Menschheit tragen helfen, und wir dürfen die Sicherheit haben, daß die Erlösung durch Christus Jesus in das Karma der Menschheit aufgenommen wurde.
[ 17 ] A certain contradiction has been perceived between what Christians see in the Easter celebration and the spiritual-scientific concept of karma. There appears to be a contradiction between this concept of karma and that of salvation through the Son of Man. Those who do not fully understand the fundamental perspective of spiritual science perceive such a contradiction between salvation through Christ Jesus and the concept of karma. They say: The idea of a redeeming God contradicts self-redemption through karma. — They understand neither the Easter concept of salvation nor the concept of the justice of karma in the proper sense. It would be wrong for someone to see another person suffering and say to them, “You yourself have caused this suffering”—and therefore refuse to help them because karma must run its course. That is a misunderstanding of karma. On the contrary, karma says: Help the one who is suffering, for you are here to help. You improve the balance of the karma of necessity by helping your fellow human beings. In doing so, you give them the opportunity to bear their own karma. You then appear as the deliverer from suffering. — In this way, one can also help an entire group of people instead of just one individual. By helping them, you become part of these people’s karma. When a powerful individual such as Christ Jesus comes to the aid of all humanity, it is his sacrificial death that influences the karma of all humanity. He was able to help bear the karma of all humanity, and we can be certain that the redemption through Christ Jesus has been incorporated into the karma of humanity.
[ 18 ] Gerade der Auferstehungs- und Erlösungsgedanke wird durch die Geisteswissenschaft erst recht begriffen werden. Ein Christentum der Zukunft wird Karma und Erlösung zusammen vereinigen. Weil Ursache und Wirkung im geistigen Leben zusammenhängen, darum muß diese große Opfertat im Leben der Menschen auch ihre Wirkung haben. Auch auf diesen Festesgedanken wirkt Geisteswissenschaft vertiefend. Der Gedanke, der geschrieben zu sein scheint in der Sternenwelt, den wir zu lesen glauben in der Sternenwelt, diesen Gedanken des Osterfestes vertieft die GeistErkenntnis. Aber auch im Aufgange des Geistes in der Zukunft, der sich in der Menschenwesenheit vollziehen wird, erblicken wir die Tiefe des Ostergedankens. Jetzt lebt der Mensch in der Mitte seines Lebens in unharmonischen, verwirrenden Zuständen. Aber er weiß auch: Wie aus dem Chaos die Welt hervorgegangen ist, so wird aus seinem Innern, das noch chaotisch ist, einst die Harmonie hervorgehen. Wie der regelmäßige Gang der Planeten um die Sonne, so wird der innere Heiland des Menschen erstehen, der gegenüber aller Disharmonie das Einheitliche, das Harmonische bedeuten wird. Ein jeder soll durch das Osterfest erinnert werden an die Auferstehung des Geistes aus der jetzigen verdunkelten Natur des Menschen.
[ 18 ] It is precisely the idea of resurrection and redemption that will be truly understood through spiritual science. A Christianity of the future will unite karma and redemption. Because cause and effect are interconnected in spiritual life, this great act of sacrifice must also have its effect in human life. Spiritual science also deepens our understanding of this festive idea. The idea that seems to be written in the world of the stars—which we believe we can read in the world of the stars—this idea of the Easter festival is deepened by spiritual insight. But we also glimpse the depth of the Easter idea in the future rise of the spirit, which will take place within the human being. At present, human beings live in the midst of their lives in disharmonious, confusing states. But they also know: just as the world emerged from chaos, so too will harmony one day emerge from their inner being, which is still chaotic. Just as the planets move in their regular orbits around the sun, so will the inner Savior of humanity arise, who will represent unity and harmony in the face of all disharmony. Through the Easter celebration, everyone should be reminded of the resurrection of the spirit from the current darkened nature of humankind.
