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Knowledge of Soul and Spirit
GA 56

9 January 1908, Berlin

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Die Erkenntnis der Seele und des Geistes
  1. Knowledge of Soul and Spirit, tr. SOL

7. Mann, Weib und Kind im Lichte der Geisteswissenschaft

7. Mann, Weib und Kind im Lichte der Geisteswissenschaft

Notizen eines Teilnehmers

Notizen eines Teilnehmers

[ 1 ] Geisteswissenschaft ist nicht nur eine Befriedigung von Neugierde, oder edler ausgedrückt, eine Befriedigung des Forschungstriebes. Sie soll dem Menschen zugleich einen Impuls zum Leben und Handeln geben. Sicherheit und Befriedigung im Leben, Tüchtigkeit im Handeln und in der Bewältigung unserer Aufgaben soll uns schließlich aus dem herausfließen, was uns die Geisteswissenschaft bietet.

[ 1 ] Geisteswissenschaft ist nicht nur eine Befriedigung von Neugierde, oder edler ausgedrückt, eine Befriedigung des Forschungstriebes. Sie soll dem Menschen zugleich einen Impuls zum Leben und Handeln geben. Sicherheit und Befriedigung im Leben, Tüchtigkeit im Handeln und in der Bewältigung unserer Aufgaben soll uns schließlich aus dem herausfließen, was uns die Geisteswissenschaft bietet.

[ 2 ] Das Kind ist gleichsam ein lebendiges Rätsel vor unseren Augen. Vorurteile in vielen Zweigen des Lebens können manchmal noch korrigiert werden, Vorurteile aber in der Erziehung des Kindes wirken oft verderblich und können häufig nicht mehr verbessert werden.

[ 2 ] Das Kind ist gleichsam ein lebendiges Rätsel vor unseren Augen. Vorurteile in vielen Zweigen des Lebens können manchmal noch korrigiert werden, Vorurteile aber in der Erziehung des Kindes wirken oft verderblich und können häufig nicht mehr verbessert werden.

[ 3 ] In der Dreiheit von Mann, Weib und Kind erscheint uns in gewisser Beziehung die ganze Menschheit. Im Kinde ist vieles vererbt von Mann und Weib. Es spielt also hier die Frage nach der Vererbung hinein, die eigentlich das Rätsel des Schicksals bis zu einem gewissen Grade mit umfaßt. Was hat das Kind von seinen Vorfahren empfangen? Man betrachte daraufhin etwa die Dramen von Ibsen. In Kunst und Wissenschaft wird die Frage nach der Vererbung überall aufgeworfen, weil man ihre Wichtigkeit und ihre praktische Bedeutung herausfühlt. Allein wir dürfen uns hier nicht täuschen lassen von den Vorurteilen, die uns vielfach suggeriert werden von den Tatsachen, die uns aus der Beobachtung der niederen Lebewesen entgegentreten. Einer der größten Fehler auf diesem Gebiete besteht darin, daß man das, was Beobachtung und Experiment uns bei Tieren und Pflanzen zeigen, oder was wir aus der Geschichte von unseren Vorfahren wissen, ohne weiteres auf den jetzigen Menschen anwendet. Geisteswissenschaft anerkennt das, was man in der Wissenschaft unter Vererbung versteht, aber sie steigt von diesen Tatsachen zu höheren auf, die sich uns erst von den Aspekten der geistigen Welt aus eigentlich enthüllen. Es besteht eben eine Steigerung in bezug auf Gesetzmäßigkeit. Eine Grundgesetzmäßigkeit waltet durch die ganze Natur, durch Körperliches und durch Geistiges. Aber mit unseren Einsichten von den Gesetzen auf niederen Gebieten müssen wir aufsteigen zu Gesetzmäßigkeiten, die auf höheren Gebieten gelten. Diese Steigerung müssen wir unbedingt vollziehen.

[ 3 ] In der Dreiheit von Mann, Weib und Kind erscheint uns in gewisser Beziehung die ganze Menschheit. Im Kinde ist vieles vererbt von Mann und Weib. Es spielt also hier die Frage nach der Vererbung hinein, die eigentlich das Rätsel des Schicksals bis zu einem gewissen Grade mit umfaßt. Was hat das Kind von seinen Vorfahren empfangen? Man betrachte daraufhin etwa die Dramen von Ibsen. In Kunst und Wissenschaft wird die Frage nach der Vererbung überall aufgeworfen, weil man ihre Wichtigkeit und ihre praktische Bedeutung herausfühlt. Allein wir dürfen uns hier nicht täuschen lassen von den Vorurteilen, die uns vielfach suggeriert werden von den Tatsachen, die uns aus der Beobachtung der niederen Lebewesen entgegentreten. Einer der größten Fehler auf diesem Gebiete besteht darin, daß man das, was Beobachtung und Experiment uns bei Tieren und Pflanzen zeigen, oder was wir aus der Geschichte von unseren Vorfahren wissen, ohne weiteres auf den jetzigen Menschen anwendet. Geisteswissenschaft anerkennt das, was man in der Wissenschaft unter Vererbung versteht, aber sie steigt von diesen Tatsachen zu höheren auf, die sich uns erst von den Aspekten der geistigen Welt aus eigentlich enthüllen. Es besteht eben eine Steigerung in bezug auf Gesetzmäßigkeit. Eine Grundgesetzmäßigkeit waltet durch die ganze Natur, durch Körperliches und durch Geistiges. Aber mit unseren Einsichten von den Gesetzen auf niederen Gebieten müssen wir aufsteigen zu Gesetzmäßigkeiten, die auf höheren Gebieten gelten. Diese Steigerung müssen wir unbedingt vollziehen.

[ 4 ] In was verwandelt sich auf höheren Gebieten die Vererbung? Die Lösung dieser Frage wird uns Respekt einflößen vor dem werdenden Menschen. Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen den niederen Lebewesen und dem Menschen. Der Grundunterschied zwischen Mensch und andern Lebewesen liegt in folgendem: Alles was uns Interesse beim Tier abgewinnt, schließt sich in dem Gattungs- oder Artbegriff ein. Wir haben bei den Tieren nicht dieselbe Achtung vor dem Individuum wie beim Menschen. Die Beschreibung eines Löwen ist die Beschreibung der Art der Löwen. Hier wiegt das Gattungsmäßige vor. Beim Menschen hingegen wiegt die Individualität vor. Daher ist von jedem Menschen eine Biographie möglich, selbst vom einfachsten Menschen. In dieser Tatsache liegt sehr viel verborgen, vor allem, daß der Mensch eine Gattung, eine Art für sich ist in jedem einzelnen Individuum. Im Menschen wohnt etwas, das gleichbedeutend ist einer ganzen tierischen Art.

[ 4 ] In was verwandelt sich auf höheren Gebieten die Vererbung? Die Lösung dieser Frage wird uns Respekt einflößen vor dem werdenden Menschen. Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen den niederen Lebewesen und dem Menschen. Der Grundunterschied zwischen Mensch und andern Lebewesen liegt in folgendem: Alles was uns Interesse beim Tier abgewinnt, schließt sich in dem Gattungs- oder Artbegriff ein. Wir haben bei den Tieren nicht dieselbe Achtung vor dem Individuum wie beim Menschen. Die Beschreibung eines Löwen ist die Beschreibung der Art der Löwen. Hier wiegt das Gattungsmäßige vor. Beim Menschen hingegen wiegt die Individualität vor. Daher ist von jedem Menschen eine Biographie möglich, selbst vom einfachsten Menschen. In dieser Tatsache liegt sehr viel verborgen, vor allem, daß der Mensch eine Gattung, eine Art für sich ist in jedem einzelnen Individuum. Im Menschen wohnt etwas, das gleichbedeutend ist einer ganzen tierischen Art.

[ 5 ] Hieraus ergibt sich uns das Gesetz der Wiederverkörperung der Seele oder der Reinkarnation. Das menschliche Individuum ist uns aus den Vorfahren heraus durchaus unverständlich. Außerliche Eigenschaften freilich können eventuell auf Vorfahren zurückgeführt werden, nicht aber das, was dem selbsteigenen Wesen eines Menschenindividuums angehört. Ebensowenig können wir die Gattungsindividualität irgendeines Tierwesens aus den Merkmalen ihrer Vorfahren ableiten.

[ 5 ] Hieraus ergibt sich uns das Gesetz der Wiederverkörperung der Seele oder der Reinkarnation. Das menschliche Individuum ist uns aus den Vorfahren heraus durchaus unverständlich. Außerliche Eigenschaften freilich können eventuell auf Vorfahren zurückgeführt werden, nicht aber das, was dem selbsteigenen Wesen eines Menschenindividuums angehört. Ebensowenig können wir die Gattungsindividualität irgendeines Tierwesens aus den Merkmalen ihrer Vorfahren ableiten.

[ 6 ] Die Ursachen für die Entstehung eines lebendigen Wesens müssen immer aus Lebendigem hervorgehen. Vor wenigen Jahrhunderten noch glaubte man an Urzeugung, zum Beispiel daß aus Flußschlamm lebendige Tiere entstehen könnten. Die Seele des Menschen ist nicht aus allerlei Eigenschaften zusammengeleimt, sowenig wie ein Wurm aus gewissen anorganischen Substanzen, wie man damals meinte. Seele geht immer auf Seele zurück; und die Seele, die heute in einem Menschen wohnt, geht auf ein früheres Seelendasein zurück. Sie ist eine Wiederverkörperung, nicht aber ist sie ein Konglomerat von Eigenschaften der väterlichen und mütterlichen Seite. So ergibt sich notwendig das Gesetz der Wiederverkörperung. Von diesem Gesichtspunkte aus wollen wir Mann, Weib und Kind betrachten.

[ 6 ] Die Ursachen für die Entstehung eines lebendigen Wesens müssen immer aus Lebendigem hervorgehen. Vor wenigen Jahrhunderten noch glaubte man an Urzeugung, zum Beispiel daß aus Flußschlamm lebendige Tiere entstehen könnten. Die Seele des Menschen ist nicht aus allerlei Eigenschaften zusammengeleimt, sowenig wie ein Wurm aus gewissen anorganischen Substanzen, wie man damals meinte. Seele geht immer auf Seele zurück; und die Seele, die heute in einem Menschen wohnt, geht auf ein früheres Seelendasein zurück. Sie ist eine Wiederverkörperung, nicht aber ist sie ein Konglomerat von Eigenschaften der väterlichen und mütterlichen Seite. So ergibt sich notwendig das Gesetz der Wiederverkörperung. Von diesem Gesichtspunkte aus wollen wir Mann, Weib und Kind betrachten.

[ 7 ] Was als die tiefere Grundlage, als die Individualität des Kindes erscheint, ist das, was sich als Seele in die Leiblichkeit eingliedert, nachdem es in einem anderen Dasein inzwischen fortgelebt hat. Mann und Weib haben dem Kinde bloß eine Hülle zu geben. Mutter- und Vaterliebe wird hierdurch keineswegs herabgewürdigt. Die Individualität eines Menschen ist schon lange vor dem Begattungsakte der Eltern da. Eine Art unbewußte Liebe führt das Kind zu diesen bestimmten Eltern hin und veranlaßt sie zur Zeugung. Als Gegengabe bringen dann die beiden Erzeuger dem Kinde ihre Elternliebe entgegen.

[ 7 ] Was als die tiefere Grundlage, als die Individualität des Kindes erscheint, ist das, was sich als Seele in die Leiblichkeit eingliedert, nachdem es in einem anderen Dasein inzwischen fortgelebt hat. Mann und Weib haben dem Kinde bloß eine Hülle zu geben. Mutter- und Vaterliebe wird hierdurch keineswegs herabgewürdigt. Die Individualität eines Menschen ist schon lange vor dem Begattungsakte der Eltern da. Eine Art unbewußte Liebe führt das Kind zu diesen bestimmten Eltern hin und veranlaßt sie zur Zeugung. Als Gegengabe bringen dann die beiden Erzeuger dem Kinde ihre Elternliebe entgegen.

[ 8 ] Für gewisse Lebewesen gliedern sich Tod und Liebe zusammen. Manche Tiere sterben nach dem Begattungsakte. Derartige Wesen weisen uns tief hinein in den Zusammenhang der Lebewesen im All und auch auf die Tatsache der Liebe. Liebe ist für den Menschen etwas, durch das er sein individuelles Dasein dem ganzen Sein widmet. Sie ist nicht nur jenes phrasenhafte Ding der Dichtung, sondern eine die ganze Natur durchwaltende Kraft. Liebe ist das Gegenbild des Egoismus. In ihr geht das Individuum gleichsam über sich hinaus. Sie ist bei vollkommeneren Wesen eine eigentliche Lebenssteigerung.

[ 8 ] Für gewisse Lebewesen gliedern sich Tod und Liebe zusammen. Manche Tiere sterben nach dem Begattungsakte. Derartige Wesen weisen uns tief hinein in den Zusammenhang der Lebewesen im All und auch auf die Tatsache der Liebe. Liebe ist für den Menschen etwas, durch das er sein individuelles Dasein dem ganzen Sein widmet. Sie ist nicht nur jenes phrasenhafte Ding der Dichtung, sondern eine die ganze Natur durchwaltende Kraft. Liebe ist das Gegenbild des Egoismus. In ihr geht das Individuum gleichsam über sich hinaus. Sie ist bei vollkommeneren Wesen eine eigentliche Lebenssteigerung.

[ 9 ] Das individuellste Wesen ist der Mensch. Die Bedeutung von Individuum und Liebe wird nur ganz verständlich durch die Betrachtung der Wesenheit des Menschen, wie sie uns durch die Geisteswissenschaft gegeben wird. Nach der Geisteswissenschaft ist der physische Leib nur ein Kleid der ganzen menschlichen Existenz. Den Ätherleib hat der Mensch gemeinsam mit dem, was lebt als Tier und Pflanze. Der Astralleib, den auch die Tiere haben, umfaßt alles Seelische, vom niedersten Trieb bis hinauf zu den höchsten moralischen Ideen.

[ 9 ] Das individuellste Wesen ist der Mensch. Die Bedeutung von Individuum und Liebe wird nur ganz verständlich durch die Betrachtung der Wesenheit des Menschen, wie sie uns durch die Geisteswissenschaft gegeben wird. Nach der Geisteswissenschaft ist der physische Leib nur ein Kleid der ganzen menschlichen Existenz. Den Ätherleib hat der Mensch gemeinsam mit dem, was lebt als Tier und Pflanze. Der Astralleib, den auch die Tiere haben, umfaßt alles Seelische, vom niedersten Trieb bis hinauf zu den höchsten moralischen Ideen.

[ 10 ] Die Kraft des Ich hingegen besitzt er nur als Mensch, daher er als die Krone der Schöpfung gelten darf. Jene Persönlichkeit fühlte die Tiefe dieses Wortes Ich, welche sprach: Ich ist, was da ist, war und sein wird. Wahre IchErkenntnis ist die höchste Form des Wissens im Dasein. Hinter dem «verschleierten Bilde zu Sais» steht die IchErkenntnis. «Meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gehoben!» Die wahre Ich-Erkenntnis ist nur derjenigen

[ 10 ] Die Kraft des Ich hingegen besitzt er nur als Mensch, daher er als die Krone der Schöpfung gelten darf. Jene Persönlichkeit fühlte die Tiefe dieses Wortes Ich, welche sprach: Ich ist, was da ist, war und sein wird. Wahre IchErkenntnis ist die höchste Form des Wissens im Dasein. Hinter dem «verschleierten Bilde zu Sais» steht die IchErkenntnis. «Meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gehoben!» Die wahre Ich-Erkenntnis ist nur derjenigen

[ 11 ] Kraft im Menschen möglich, die unsterblich ist! Nur das Übersinnliche im Menschen erkennt das Unsterbliche. Also was sterblich in uns ist, hebt den Schleier der Göttin nicht auf.

[ 11 ] Kraft im Menschen möglich, die unsterblich ist! Nur das Übersinnliche im Menschen erkennt das Unsterbliche. Also was sterblich in uns ist, hebt den Schleier der Göttin nicht auf.

[ 12 ] Ein deutscher Romantiker hat kühnlich gesagt: Wenn kein Sterblicher den Schleier der Isis hebt, so müssen wir eben unsterblich werden!

[ 12 ] Ein deutscher Romantiker hat kühnlich gesagt: Wenn kein Sterblicher den Schleier der Isis hebt, so müssen wir eben unsterblich werden!

[ 13 ] Bis zum ersten Zahnwechsel des Kindes bildet sich der physische Leib aus. Der Mensch wächst dann freilich noch weiter, aber dieses Wachstum ist nur ein Größerwerden der Gestalt, ein Ausweiten der Form, die er bis zum siebenten Jahre erhalten hat. Darin liegt ein wichtiger Regulator für die Erziehung. Bis zu dieser Zeit soll man vorab die physische Form des Kindes ausbilden. Tut man dies nicht, so hat man etwas für das ganze Leben des betreffenden Menschen versäumt. In der zweiten Periode bis zum Pubertätsalter bildet sich der Ätherleib aus. In der Zeit vorher war dieser freilich nicht untätig. Nur ist der Ätherleib bis zum Zahnwechsel in einer Art Mutterhülle eingeschlossen. Erst von dieser Zeit an wird er frei und kann sich entfalten. In der Geschlechtsreife ist ein Schlußpunkt der Entwickelung des Ätherleibes erreicht, und von jetzt an wird die Entwickelung des astralischen Leibes frei. Noch später beginnt die eigentliche Ausbildung des Ich.

[ 13 ] Bis zum ersten Zahnwechsel des Kindes bildet sich der physische Leib aus. Der Mensch wächst dann freilich noch weiter, aber dieses Wachstum ist nur ein Größerwerden der Gestalt, ein Ausweiten der Form, die er bis zum siebenten Jahre erhalten hat. Darin liegt ein wichtiger Regulator für die Erziehung. Bis zu dieser Zeit soll man vorab die physische Form des Kindes ausbilden. Tut man dies nicht, so hat man etwas für das ganze Leben des betreffenden Menschen versäumt. In der zweiten Periode bis zum Pubertätsalter bildet sich der Ätherleib aus. In der Zeit vorher war dieser freilich nicht untätig. Nur ist der Ätherleib bis zum Zahnwechsel in einer Art Mutterhülle eingeschlossen. Erst von dieser Zeit an wird er frei und kann sich entfalten. In der Geschlechtsreife ist ein Schlußpunkt der Entwickelung des Ätherleibes erreicht, und von jetzt an wird die Entwickelung des astralischen Leibes frei. Noch später beginnt die eigentliche Ausbildung des Ich.

[ 14 ] Ein anderes Bild ergibt sich also für den Erbprozeß des Physischen, ein anderes für den Ätherleib und wieder ein anderes für den astralischen Leib.

[ 14 ] Ein anderes Bild ergibt sich also für den Erbprozeß des Physischen, ein anderes für den Ätherleib und wieder ein anderes für den astralischen Leib.

[ 15 ] Was der Mensch von den Vorfahren als Erbe mitbringt, liegt im physischen und im Ätherleib. Bis zur Geschlechtsreife gelangen diese vererbten Eigenschaften zur völligen Sichtbarkeit. Dann aber beginnt die Entfaltung der besonderen Individualität des Menschen, und das drückt sich in der Liebe aus. Gewisse Tierarten sterben beim Liebesakt, weil hier ihre Wesenheit aufhört und ihre individuelle

[ 15 ] Was der Mensch von den Vorfahren als Erbe mitbringt, liegt im physischen und im Ätherleib. Bis zur Geschlechtsreife gelangen diese vererbten Eigenschaften zur völligen Sichtbarkeit. Dann aber beginnt die Entfaltung der besonderen Individualität des Menschen, und das drückt sich in der Liebe aus. Gewisse Tierarten sterben beim Liebesakt, weil hier ihre Wesenheit aufhört und ihre individuelle

[ 16 ] Existenz zu Ende ist. Je höher die Individualität eines Wesens ist, um so mehr nimmt es mit hinüber über die Geschlechtsreife als etwas Unvergängliches. In Wirklichkeit sind da natürlich vielfache Übergänge. So rettet der Mensch sein Innenleben über das bloß Gattungsmäßige hinaus.

[ 16 ] Existenz zu Ende ist. Je höher die Individualität eines Wesens ist, um so mehr nimmt es mit hinüber über die Geschlechtsreife als etwas Unvergängliches. In Wirklichkeit sind da natürlich vielfache Übergänge. So rettet der Mensch sein Innenleben über das bloß Gattungsmäßige hinaus.

[ 17 ] Durch eine Gegenüberstellung von Mensch und Stein geht uns vielleicht das Verständnis dafür am besten auf: Im Kristall kommen die äußeren Kräfte, die ihn gebildet haben, zum Abschluß. Dem Inneren des Steins drücken sie werter nichts ein. Bei der Pflanze besteht das Wesentliche nicht in einem Vergrößern der Form, sondern nur in einer Art Wiederholung des Formprinzips, wie Goethe dargestellt hat. Das, was der Mensch sich erworben hat auf früheren Stufen, zeigt er nun als Wirkung seines Ich. Wie die Pflanze aus dem Boden ihre Materialien sucht und holt, um ihren Körper aufzubauen, so sucht der junge Mensch aus seinen Eltern den Boden, um seinen körperlichen Leib aufzubauen.

[ 17 ] Durch eine Gegenüberstellung von Mensch und Stein geht uns vielleicht das Verständnis dafür am besten auf: Im Kristall kommen die äußeren Kräfte, die ihn gebildet haben, zum Abschluß. Dem Inneren des Steins drücken sie werter nichts ein. Bei der Pflanze besteht das Wesentliche nicht in einem Vergrößern der Form, sondern nur in einer Art Wiederholung des Formprinzips, wie Goethe dargestellt hat. Das, was der Mensch sich erworben hat auf früheren Stufen, zeigt er nun als Wirkung seines Ich. Wie die Pflanze aus dem Boden ihre Materialien sucht und holt, um ihren Körper aufzubauen, so sucht der junge Mensch aus seinen Eltern den Boden, um seinen körperlichen Leib aufzubauen.

[ 18 ] Hier greifen die Vorstellungen der Geheimwissenschaft unmittelbar in den Willen, in die Gefühle, ins Leben über. Das Recht der kindlichen Individualität müssen wir im tiefsten Sinne achten. Der folgenden Generation gegenüber fühlt sich der Mensch anders, wenn er die Dinge in diesem Lichte sieht.

[ 18 ] Hier greifen die Vorstellungen der Geheimwissenschaft unmittelbar in den Willen, in die Gefühle, ins Leben über. Das Recht der kindlichen Individualität müssen wir im tiefsten Sinne achten. Der folgenden Generation gegenüber fühlt sich der Mensch anders, wenn er die Dinge in diesem Lichte sieht.

[ 19 ] Die Naturwissenschaft sagt dazu: Durch das männliche Prinzip gehen in den Keim eine Anzahl von Eigenschaften über, ebenso vom weiblichen Teil, von der Eizelle. Beide Gruppen von Eigenschaften müssen sich mischen im Keim. Dadurch wird die ewige Wiederkehr der gleichen Eigenschaften vermieden. Das ist der Grund für die Mischung der Eigenschaften des männlichen und weiblichen Keimteils. Hierin liegt das Wesentliche, worauf es im Haushalte der Natur ankommt.

[ 19 ] Die Naturwissenschaft sagt dazu: Durch das männliche Prinzip gehen in den Keim eine Anzahl von Eigenschaften über, ebenso vom weiblichen Teil, von der Eizelle. Beide Gruppen von Eigenschaften müssen sich mischen im Keim. Dadurch wird die ewige Wiederkehr der gleichen Eigenschaften vermieden. Das ist der Grund für die Mischung der Eigenschaften des männlichen und weiblichen Keimteils. Hierin liegt das Wesentliche, worauf es im Haushalte der Natur ankommt.

[ 20 ] In bezug auf die Seele aber ist unsere Naturwissenschaft das Abergläubischste, das es geben kann. Das sagt auch ein genialer Lichtblitz Schopenhauers: Was ins Dasein will, führt in der Liebe die menschlichen Geschlechtsindividualitäten zusammen. Solches lehrt letzten Endes auch die Geisteswissenschaft. Die Menschen werden zusammengeführt zur Zeugung durch die Generationen der Zukunft. Wird so ein jedes Kind betrachtet, haben wir ihm gegenüber kein Recht, unsere Eigenheit ihm aufzudrängen. Der richtige Erzieher kann nur so weit die kindliche Entwickelung fördern, als er dies selber an sich gelernt hat. Das Kind ist der größte Lehrmeister des Erziehers.

[ 20 ] In bezug auf die Seele aber ist unsere Naturwissenschaft das Abergläubischste, das es geben kann. Das sagt auch ein genialer Lichtblitz Schopenhauers: Was ins Dasein will, führt in der Liebe die menschlichen Geschlechtsindividualitäten zusammen. Solches lehrt letzten Endes auch die Geisteswissenschaft. Die Menschen werden zusammengeführt zur Zeugung durch die Generationen der Zukunft. Wird so ein jedes Kind betrachtet, haben wir ihm gegenüber kein Recht, unsere Eigenheit ihm aufzudrängen. Der richtige Erzieher kann nur so weit die kindliche Entwickelung fördern, als er dies selber an sich gelernt hat. Das Kind ist der größte Lehrmeister des Erziehers.

[ 21 ] Wenn der Erzieher dieses Rätsel am Kinde gründlich löst, dann ist er der beste Erzieher. Wer derlei Anschauungen mit der ganzen Seele durchdringt, dem verwandeln sie sich in Achtung für die Wesenheit des Kindes und erwecken Ehrfurcht für das, was da wächst und wird. Es ganzen werdenden Generation. Wir Erwachsenen sind für die werdende Generation so etwas wie ein Mutterboden, aus welchem sie sich entwickelt. Wir haben dem Kinde zu geben, was es zum Leben braucht, nicht aber dürfen wir es unter Zwang setzen, um es nach unserem eigenen Bilde zu formen, sondern wir müssen ihm eine Freiheit in der Entwickelung lassen und sie achten. Diese Freiheit im erst keimhaft vorhandenen Wesen zu respektieren, ist eine viel bedeutsamere Mission für den Menschen als die Achtung der Freiheit dessen, was schon da ist. Die Geisteswissenschaft bildet eine richtige Erzieherin für diese Achtung und Ehrfurcht. Sie zeigt uns das Übersinnliche und die Tatsachen, welche seit urferner Vergangenheit geistige Wesenheiten am Aufbau der Welt betätigen und damit der Menschheit helfen. Die Erkenntnis des Gestrigen befähigt uns, befriedigende Lösungen auch für das Gegenwärtige zu finden. Unser Wirken in der Gegenwart muß die Freiheit des sich entwickelnden Übersinnlichen achten. Freiheit des Übersinnlichen in dem Sinnlichen soll unsere Devise sein! So helfen wir die Menschheit vorwärtsbringen in eine Zukunft hinein, die für uns heilsam ist und gleichsam einen Zustand der Göttlichkeit bedeutet. Ist der Blick für das Übersinnliche in der Gegenwart eröffnet, so wird uns das Vergangene erklärlich, und wir können aus ihm heraus lernen, was uns für die Zukunft nützlich und tunlich ist.

[ 21 ] Wenn der Erzieher dieses Rätsel am Kinde gründlich löst, dann ist er der beste Erzieher. Wer derlei Anschauungen mit der ganzen Seele durchdringt, dem verwandeln sie sich in Achtung für die Wesenheit des Kindes und erwecken Ehrfurcht für das, was da wächst und wird. Es ganzen werdenden Generation. Wir Erwachsenen sind für die werdende Generation so etwas wie ein Mutterboden, aus welchem sie sich entwickelt. Wir haben dem Kinde zu geben, was es zum Leben braucht, nicht aber dürfen wir es unter Zwang setzen, um es nach unserem eigenen Bilde zu formen, sondern wir müssen ihm eine Freiheit in der Entwickelung lassen und sie achten. Diese Freiheit im erst keimhaft vorhandenen Wesen zu respektieren, ist eine viel bedeutsamere Mission für den Menschen als die Achtung der Freiheit dessen, was schon da ist. Die Geisteswissenschaft bildet eine richtige Erzieherin für diese Achtung und Ehrfurcht. Sie zeigt uns das Übersinnliche und die Tatsachen, welche seit urferner Vergangenheit geistige Wesenheiten am Aufbau der Welt betätigen und damit der Menschheit helfen. Die Erkenntnis des Gestrigen befähigt uns, befriedigende Lösungen auch für das Gegenwärtige zu finden. Unser Wirken in der Gegenwart muß die Freiheit des sich entwickelnden Übersinnlichen achten. Freiheit des Übersinnlichen in dem Sinnlichen soll unsere Devise sein! So helfen wir die Menschheit vorwärtsbringen in eine Zukunft hinein, die für uns heilsam ist und gleichsam einen Zustand der Göttlichkeit bedeutet. Ist der Blick für das Übersinnliche in der Gegenwart eröffnet, so wird uns das Vergangene erklärlich, und wir können aus ihm heraus lernen, was uns für die Zukunft nützlich und tunlich ist.

Liegt dir Gestern klar und offen,
Wirkst du Heute kräftig frei,
Kannst auch auf ein Morgen hoffen,
Das nicht minder glücklich sei.

Liegt dir Gestern klar und offen,
Wirkst du Heute kräftig frei,
Kannst auch auf ein Morgen hoffen,
Das nicht minder glücklich sei.