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Answers of Spiritual Science
to the Great Questions of Existence
GA 60

9 February 1911, Berlin

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Answers of Spiritual Science to the Great Questions of Existence, tr. SOL
  1. Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins

11. Was Hat de Geologie über Weltentstehung zu Sagen?

11. What Does Geology Have to Say About the Origin of the World?

[ 1 ] Es könnte wie ein Alp lasten auf jener Weltanschauung, welche die Geisteswissenschaft zu ihrer Grundlage hat, wenn in Ernst und in Wahrheit diese Weltanschauung in einen Gegensatz kommen müßte zu den berechtigten Ergebnissen naturwissenschaftlicher Forschung — jener Forschung, welche im Laufe der letzten Jahrhunderte und insbesondere im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts nicht nur auf dem Gebiete der Erkenntnis, sondern auf dem Gebiete des Gesamtfortschrittes der Menschheit so Großes, so Segenbringendes geleistet hat. Insbesondere aber müßte es bedrückend wirken, wenn diese Geisteswissenschaft sich in Widerspruch setzen müßte mit einem Zweige naturwissenschaftlicher Forschung, der verhältnismäßig zu den jüngsten gehört, der aber durch seine Eigenart, seine besonderen Aufgaben geeignet ist, nicht nur im tiefsten Sinne des Wortes das menschliche Interesse zu erregen, sondern der auch Perspektiven eröffnet in dasjenige, was wir nennen das Werden unseres Planeten sowohl, wie das Werden und die Wandlung jener Geschöpfe, welche diesen Planeten bevölkern. Dieser junge Zweig naturwissenschaftlicher Forschung ist die Geologie, jene Wissenschaft, welche insbesondere seit dem zweiten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts, aber auch schon vorher, so gewaltigen Aufschwung genommen hat und trotz der großen Fragen, von denen wir zu sprechen haben werden, die stehengeblieben sind und heute noch dastehen, Bedeutsames geleistet hat. Es wird sich heute für uns hauptsächlich darum handeln, uns das Verhältnis vor die Seele zu führen, in welchem die Geisteswissenschaft zur Geologie stehen muß, und die Frage zu beantworten: wieviel hat im Sinne der Geisteswissenschaft — jenes Wissenszweiges, welcher diesen Betrachtungen hier immer zugrunde gelegen hat — die Geologie über die Frage nach der Entstehung, nach dem allmählichen Werden und der Entwickelung der Erde und ihrer Lebewesen zu sagen?

[ 1 ] It could weigh like a nightmare on that worldview which is based on spiritual science if, in all seriousness and truth, this worldview were to come into conflict with the well-founded findings of scientific research — that research which, over the course of the last few centuries and especially during the nineteenth century, has achieved so much that is great and beneficial, not only in the realm of knowledge but also in the realm of humanity’s overall progress. In particular, however, it would be disheartening if this spiritual science were to contradict a branch of scientific research that is relatively recent but which, by its very nature and its specific tasks, is capable not only of arousing human interest in the deepest sense of the word but also of opening up perspectives into what we call the evolution of our planet, as well as the evolution and transformation of the creatures that inhabit this planet. This young branch of scientific research is geology, the science that—particularly since the second third of the nineteenth century, though also before that—has experienced such tremendous growth and, despite the major questions we will discuss—questions that have remained unresolved and still stand today—has achieved significant results. Our main concern today will be to bring to mind the relationship that spiritual science must have to geology, and to answer the question: How much does geology have to say—in the sense of spiritual science, that branch of knowledge which has always underlain these considerations here—about the origin, the gradual formation, and the development of the Earth and its living beings?

[ 2 ] Da müssen wir uns allerdings kurz vor die Seele führen, um was es sich eigentlich bei den Methoden, bei der Eigenart der geologischen Forschung handelt. Es ist ja wohl bekannt, daß die Geologie ihre Erkenntnisse aus unserem Erdboden heraus selber schöpft, und daß sie aus dem, was sie dort findet, ihre Schlüsse zieht in bezug auf die Art und Weise, wie unser Planet im Laufe der Zeit vielleicht entstanden ist, sich umgewandelt hat. Bekannt ist ja: wenn wir durch irgendwelche Aufschlüsse unseres Erdbodens — zum Beispiel beim Eisenbahnbau, bei Steinbrüchen, im Bergbau — Gelegenheit haben, tiefere Schichten unserer Erde in bezug auf ihre Gesteinsinhalte und ihre sonstigen Inhalte zu studieren, daß sich uns diese Schichten von derjenigen verschieden zeigen, über die wir zunächst unsere Schritte lenken, verschieden von der äußersten Oberfläche. Aber auch innerhalb dieser Oberfläche wieder zeigt sich uns der Boden in der mannigfaltigsten Weise verschieden, wenn wir ihn in bezug auf seine Gesteinsarten und seinen mineralischen Charakter untersuchen. Es ist wohl ferner bekannt, daß zu den interessantesten Forschungen diejenigen gehören, welche sich auf solche Schichten unserer Erdoberfläche beziehen, die deutlich einen derartigen Charakter zeigen, daß wir sagen können, das Material, welches da den Boden bedeckt, sei ursprünglich im Wasser aufgelöst gewesen oder sei sonstwie unter der Gewalt des Wassers gewesen, sei sozusagen einmal in verflossenen Zeiten von dem Wasser angeschwemmt worden. Wir sehen ja noch heute, wie Flüsse diejenigen Gesteinsmaterialien, welche sich in ihrem Wassergehalt ansammeln, weit forttragen und dann in anderen Gebieten ablagern. Wir sehen, wie sich durch solche Ablagerungen der Boden bedeckt. In derselben Weise haben wir uns in alten Zeiten Anlagerungen über Anlagerungen entstanden zu denken. Über die eine auf solche Weise entstandene Anlagerung haben wir uns eine andere darübergelagert zu denken, die sich, wenn wir sie untersuchen, so zeigt, daß sie einen von der unteren Schicht verschiedenen Charakter trägt. So zeigt uns unsere Erde schichtenweise ihr Gesteinsmaterial von verschiedenem Charakter. Es ist natürlich unschwer sich zu sagen, daß diejenigen Schichten, welche zuoberst liegen, die jüngsten sein müssen, welche durch die jüngsten Vorgänge unserer Erde aufgelagert worden sind, und daß wir, je tiefer und tiefer wir in das Untere des Erdbodens hineinzuschauen Gelegenheit haben, zu Schichten kommen, die in älteren und immer älteren Zeiten aufgelagert worden sind und eben von den jüngeren Schichten bedeckt worden sind. Ferner ist auch bekannt, daß sich in diesen Schichten unserer Erde allerlei Einschlüsse finden, welche nach den Anschauungen unserer Gegenwart davon herrühren, daß tierische Lebewesen und Pflanzen sozusagen ihren Tod gefunden haben, mit dem Wasser und mit den Schichten fortgeschwemmt, auf natürliche Weise begraben worden sind, und sich dann mehr oder weniger verändert oder unverändert innerhalb des Gesteinsmateriales als die Überreste vorweltlicher Lebewesen finden. Unschwer ist es ferner, sich zu denken, daß wir eine gewisse Beziehung zwischen einer solchen Schicht von Gesteinsmaterial, wie sie da lagert, und den tierischen und pflanzlichen Einschlüssen, die da drinnen sind, annehmen müssen.

[ 2 ] However, we must take a moment to reflect on what the methods and nature of geological research actually entail. It is, of course, well known that geology derives its findings directly from the Earth’s surface and that, based on what it finds there, it draws conclusions regarding how our planet may have formed and changed over time. It is well known that when we have the opportunity—through various exposures of our earth’s surface, such as during railroad construction, in quarries, or in mining—to study deeper layers of our earth in terms of their rock composition and other constituents, these layers appear different from the ones we initially walk upon, different from the outermost surface. But even within this surface, the ground reveals itself to us in the most diverse ways when we examine it in terms of its rock types and mineral composition. It is also well known that among the most interesting areas of research are those that pertain to layers of our Earth’s surface that clearly exhibit such characteristics that we can say the material covering the ground there was originally dissolved in water or was otherwise subjected to the force of water—that is to say, it was once carried there by water in times long past. Even today, we can see how rivers carry away the rock materials that accumulate in their water and then deposit them in other areas. We see how the ground becomes covered by such deposits. In the same way, we must imagine that in ancient times, one deposit was formed on top of another. On top of one such deposit, we must imagine another deposited over it, which, when we examine it, reveals that it has a character different from that of the lower layer. Thus, our Earth reveals its rock material of varying character in layers. It is, of course, not difficult to conclude that the layers lying at the very top must be the youngest, having been deposited by the most recent processes on our Earth, and that, the deeper and deeper we have the opportunity to look into the depths of the Earth, the more we encounter layers that were deposited in older and ever-older times and have been covered by the younger layers. Furthermore, it is also known that all sorts of inclusions are found in these layers of our Earth, which, according to our current understanding, originate from the fact that animals and plants met their end, so to speak, were washed away by water and carried along with the layers, and were buried naturally, and are then found, more or less altered or unchanged, within the rock material as the remains of prehistoric organisms. It is also not difficult to imagine that we must assume a certain relationship between such a layer of rock material, as it lies there, and the animal and plant inclusions contained within it.

[ 3 ] Nun darf man sich allerdings nicht vorstellen, daß so bequem über die ganze Erdoberfläche hin jüngere Schichten über die älteren darübergelagert sind, sondern man muß sich klar sein, daß zuweilen bis an die Oberfläche herauf — durch ihren Charakter erkennbar — ältere Schichten lagern, daß im Laufe der Erdentwickelung die mannigfaltigsten Störungen, Durcheinanderlagerungen, Übereinanderlagerungen, Aufstülpungen und so weiter dieser Schichten stattgefunden haben, so daß es der Geologe keineswegs leicht hat, im einzelnen Falle zu sagen, wie die eine Schicht über die andere zu lagern gekommen ist. Das sind Dinge, die hier nur angedeutet werden können. Jedenfalls dürfen wir von den eben genannten Unregelmäßigkeiten absehen und dürfen annehmen, daß den Geologen die Schichten der Erde mit den Einlagerungen durch alle hindurch zur Verfügung stehen, und daß sie daraus ihre Schlüsse ziehen, wie es eigentlich auf der Erde ausgesehen hat, als die oberste Schicht noch nicht abgelagert war, oder weitere unter der oberen Schicht liegende tiefere Schichten noch nicht da waren und so weiter, — daß man sich also von da aus Vorstellungen bilden kann, wie es in vergangenen Zeiten unserer Erde ausgesehen hat.

[ 3 ] However, one must not imagine that younger layers are so neatly superimposed over older ones across the entire surface of the Earth; rather, one must be aware that older layers—recognizable by their character—sometimes extend all the way to the surface, and that in the course of the Earth’s development, the most diverse disturbances, disarranged stratifications, overlays, overthrusts, and so on—have occurred in these strata, so that it is by no means easy for the geologist to determine in any given case how one stratum came to lie above another. These are matters that can only be touched upon here. In any case, we may disregard the irregularities just mentioned and assume that geologists have access to the Earth’s strata, with their inclusions, throughout the entire sequence, and that they draw conclusions from these about what the Earth actually looked like when the uppermost layer had not yet been deposited, or when deeper layers lying beneath the upper layer did not yet exist, and so on, — so that one can form ideas from this about what our Earth looked like in times past.

[ 4 ] Nun ist ferner allgemein die interessante Tatsache bekannt, daß die obersten Schichten — also die jüngsten unseres Erdmateriales — Einschlüsse der vollkommeneren tierischen und pflanzlichen Lebewesen zeigen, und daß wir, in je tiefere Schichten wir kommen, zu den Resten unvollkommenerer Lebewesen gelangen, die wir heute bei den niedrigeren Arten und Gattungen des Tier- und Pflanzenreiches aufzuzählen gewohnt sind. Wir kommen dann gewissermaßen zu den untersten Schichten unserer Erdoberfläche, die immer wieder und wieder von anderen Schichten bedeckt worden sind, kommen zu der sogenannten kambrischen Schicht unserer Erdentwickelung und sehen da, wie von unseren tierischen Lebewesen in dieser Schicht nur Einschlüsse derjenigen Tiere sind, die noch kein Wirbelskelett besessen haben. Wir treffen dann andere Tiere mit einem Wirbelskelett in den Schichten, die oben lagern, die also die Geologie berechtigt ist, als jüngere Schichten des Erdenwerdens anzusehen.

[ 4 ] It is also a well-known and interesting fact that the uppermost layers—that is, the youngest of our Earth’s material—contain fossils of more perfect animal and plant life forms, and that the deeper we go, the more we encounter the remains of less perfect life forms, which we are accustomed to classifying today among the lower species and genera of the animal and plant kingdoms. We then arrive, so to speak, at the lowest strata of our Earth’s surface—which have been covered time and again by other strata—and reach the so-called Cambrian period of our Earth’s development, where we see that the animal life forms in this stratum consist only of fossils of those animals that did not yet possess a vertebral skeleton. We then encounter other animals with a vertebral skeleton in the layers that lie above—layers that geology is justified in regarding as younger strata in the Earth’s history.

[ 5 ] So scheint die Geologie eine volle Bestätigung dessen zu liefern, was die Naturwissenschaft heute aus anderen Voraussetzungen her kennt: daß sich im Prozeß unserer Erdentwickelung langsam und allmählich die Lebewesen von unvollkommenen zu vollkommeneren Gebilden entwickelt haben. Wenn wir etwa einen Blick auf die kambrische Schicht werfen, die unterste Ablagerung, und uns denken, alle übrigen Schichten wären noch nicht entstanden, so müßten wir uns denken, daß in den ältesten Zeiten nur die niedersten tierischen Wesenheiten vorhanden waren, die noch kein Skelett besessen haben und die ersten VorJläufer der unvollkommenen Tiere waren, dann ihr Grab gefunden haben und auf die unterste Schicht des Gesteinsmateriales abgelagert worden sind. Wir müssen uns vorstellen, daß diese Wesen Nachkommen gehabt haben, sich vielleicht unter andern Verhältnissen verändert haben, die dann eingetreten sind. Wir sehen bei der nächsten Schicht, die also jünger ist, solche Tiere auftreten, die in gewisser Beziehung skelettartige Bildungen schon in sich haben. Und indem wir uns den jüngeren Schichten nähern, sehen wir immer vollkommenere und vollkommenere Tierarten auftreten, bis wir heraufkommen in die Tertiärschichten, wo wir sehen, daß die Säugetiere bereits da sind, und dann in den Schichten, die noch jünger sind als die Tertiärschichten, den Menschen auftreten sehen.

[ 5 ] Thus, geology seems to provide full confirmation of what natural science now knows from other sources: that, in the course of our Earth’s development, living beings have slowly and gradually evolved from imperfect to more perfect forms. If, for example, we take a look at the Cambrian strata, the lowest sedimentary layer, and imagine that all the other strata had not yet formed, we would have to conclude that in the earliest times only the most primitive animal organisms existed—organisms that did not yet possess a skeleton and were the first precursors of imperfect animals—which then met their end and were deposited in the lowest layer of rock. We must imagine that these creatures had descendants and perhaps evolved under different conditions that subsequently arose. In the next layer—which is thus younger—we see the appearance of animals that already possess skeletal-like structures to a certain extent. And as we approach the younger layers, we see increasingly more perfect animal species appear, until we reach the Tertiary strata, where we see that mammals are already present, and then, in the layers even younger than the Tertiary strata, we see humans appear.

[ 6 ] Sie wissen, daß es heute eine Vorstellungsart gibt, die sich einfach denkt, daß die niederen Tiere, die zur Zeit des Kambriums gelebt haben, Nachkommen gehabt haben, von denen ein Teil stehengeblieben ist, ein anderer Teil sich weiterentwickelt hat und dann zu den skelettartigen Tieren und so weiter geworden ist; so daß wir das Auftreten vollkommenerer Tiere in den späteren, jüngeren Schichten so zu erklären hätten, daß sich die unvollkommensten, einfachsten tierischen und pflanzlichen Lebewesen allmählich vervollkommnet hätten. Das gäbe ein rein anschauliches Bild der allmählichen Entwickelung des Lebens und auch der sonstigen Vorgänge auf unserer Erde — so etwa, wie es sich dem Auge des Beobachters zeigte, der während der Jahrbillionen und Jahrbillionen hätte zuschauen können, welche die Geologie für dieses Geschehen herausgerechnet hat. Damit wir uns auch vor die Seele führen, wie die Methoden und Forschungsarten sind, darf folgendes angedeutet werden. Wenn man zum Beispiel sieht, wie heute noch gewisse Schichten durch Flußanschwemmungen oder dergleichen im Laufe von so und so vielen Jahren abgelagert werden und man die Höhe einer solchen Schicht mißt, so daß sich ein gewisses Maß ergibt und man sagen kann: in soundsovielen Jahren hat sich eine solche Schicht abgelagert, — dann kann man berechnen, wie lange es gedauert hat, bis sich solche Schichten abgelagert hatten, wie wir sie ins Auge faßten, vorausgesetzt, daß die Verhältnisse so waren, wie sie heute sind. Da kommen dann die verschiedensten Zahlen heraus, je nach den verschiedenen Berechnungen, welche die Geologen angestellt haben. Es ist nicht nötig sich darin zu ergehen, daß darüber Widersprüche vorhanden sind, denn wer die Widersprüche kennt, wird wissen, daß sie nichts zu bedeuten haben, wenn sie auch wirklich manchmal recht kraß sind und die Verschiedenheiten sich zwischen vielen Billionen von Jahren belaufen, die von den einzelnen Forschern zu verzeichnen sind.

[ 6 ] You know that there is a school of thought today that simply assumes that the lower animals that lived during the Cambrian Period had descendants, some of whom remained at that stage, while others continued to evolve and eventually became skeletal animals and so on; so that we would have to explain the appearance of more perfect animals in the later, younger strata by saying that the most imperfect, simplest animal and plant life forms had gradually become more perfect. This would provide a purely vivid picture of the gradual development of life and also of the other processes on our Earth—much as it would have appeared to the eye of an observer who could have watched over the course of the trillions and trillions of years that geology has calculated for this process. To help us visualize the nature of these methods and types of research, the following may be noted. For example, if one observes how certain layers are still being deposited today by river sedimentation or similar processes over the course of a certain number of years, and one measures the thickness of such a layer—yielding a specific measurement—and can say: ‘such a layer was deposited over so many years’—then one can calculate how long it took for such layers to be deposited as we observe them, assuming that conditions were the same as they are today. This yields a wide variety of figures, depending on the different calculations that geologists have made. There is no need to dwell on the fact that there are contradictions here, for anyone familiar with these contradictions will know that they are meaningless, even if they are sometimes quite stark and the differences recorded by individual researchers amount to many trillions of years.

[ 7 ] Wenn wir uns das alles vorführen, haben wir doch nur ein Bild dessen, wie sich nach den Anschauungen der Geologie — genau in dem Ton, in dem das jetzt Gesagte geschildert worden ist — die Vorgänge in unserer Erdentwickelung in den letzten Jahrbillionen abgespielt haben. Die Geologie zwingt uns weiter, allen diesen Vorgängen andere vorauszusetzen. Denn alle diese Schichten, welche Reste tierischer Lebewesen eingeschlossen enthalten, ruhen gewissermaßen auf anderen, die ja dann bis an die Oberfläche herausragen, indem sie die über sie gelagerten Schichten durchbrechen und Gebirge bilden und so sichtbar werden, so daß die Vorstellungen der Geologie dazu führen, daß alle Reste von Lebewesen führenden Schichten unserer Erde auf einer anderen Schicht ruhen, welche uns sozusagen in ein Alter unserer Erde zurückweist, das allem Leben vorangegangen ist. Denn die Zusammensetzung dieser ältesten und untersten Schicht unserer Erdoberfläche zeigt uns, daß, als sie entstanden ist, gewissermaßen — wenigstens nach den Vorstellungen der Gegenwart — Leben, wie es heute ist, nicht auf unserer Erde gewaltet haben kann. Die Geologie sieht sich bemüßigt anzunehmen, daß die unterste Schicht einem Feuerprozeß ihre Entstehung verdankt, innerhalb dessen es unmöglich ist, sich irgendein Leben zu denken, so daß uns die Geologie im Werdegange unserer Erdentwickelung in alte Zeiten zurückführen würde, in denen gewissermaßen aus einem Feuerprozeß heraus älteste Gesteins- und Mineralarten sich gebildet haben. Erst später haben sich auf der Grundlage dieser untersten Schicht die jüngeren, Lebewesenreste führenden Schichten durch solche Vorgänge abgelagert, die sich zugetragen haben, als unsere Erde durch die Ausstrahlung ihrer Wärme in den Weltenraum schon so abgekühlt war, daß Leben möglich wurde. Das alles hat man sich begleitet zu denken von Prozessen physischer, chemischer Art, die nicht im einzelnen geschildert werden können.

[ 7 ] When we visualize all of this, we still have only a picture of how—according to the principles of geology, and in exactly the same tone in which what has just been said was described—the processes in the development of our Earth have unfolded over the last trillions of years. Geology further compels us to assume that other processes preceded all of these. For all these layers, which contain the remains of animal organisms, rest, so to speak, upon others that then protrude to the surface by breaking through the layers superimposed upon them, forming mountains and thus becoming visible, so that the concepts of geology lead us to conclude that all layers of our Earth containing the remains of living beings rest upon another layer, which, so to speak, points us back to an age of our Earth that preceded all life. For the composition of this oldest and lowest layer of our Earth’s surface shows us that, when it was formed—at least according to current understanding—life as we know it today could not have existed on our Earth. Geology is compelled to assume that the lowest layer owes its formation to a process of fire, within which it is impossible to conceive of any life whatsoever, so that geology would take us back in the history of our Earth’s development to ancient times in which, so to speak, the oldest types of rock and minerals were formed as a result of a process of fire. Only later, on the basis of this lowest layer, were the younger layers—containing the remains of living organisms—deposited through processes that took place after our Earth had already cooled sufficiently through the radiation of its heat into outer space to make life possible. All of this must be conceived in conjunction with physical and chemical processes that cannot be described in detail.

[ 8 ] Wenn wir so gleichsam in diese ältesten Zeiten unserer Erde zurückschauen, nachdem eine gewisse Abkühlung bereits eingetreten ist — man denkt sich in der Geologie die Erde vor der ersten Gesteinsbildung in einem noch heißen Zustande, so finden wir unseren Erdball — entsprechend der Oberfläche zu — mit einer Grundschicht behaftet und sehen, wie sich über diese Grundschicht jene Schichten ausbreiten, die in ihren Einschlüssen lebendige Zeugen dafür liefern, daß sich Leben auf unserer Erde seit langen Zeiten abgespielt hat. Wenn wir diese ältesten Schichten, auf denen die lebenführenden ruhen, in bezug auf ihr Gesteinsmaterial betrachten, das im wesentlichen das ist, was man als Granit benennt, so schauen wir damit auf eine Gestalt unseres Erdballs, die uns denselben noch als eine Art von leblosem Zustand im Sinne unserer heutigen Geologie zeigt. Das ist dort, wo die oberen Schichten offen sind und der Granit heraustritt und Gebirge bildet: gleichsam als Zeugnis für die ältesten Zeiten unserer Erde.

[ 8 ] When we look back, as it were, to these earliest times of our Earth, after a certain cooling has already taken place — in geology, one imagines the Earth in a still-hot state before the first rock formation took place — we find our globe — as far as the surface is concerned — covered with a base layer, and we see how, over this base layer, those strata spread out which, through their inclusions, provide living evidence that life has existed on our Earth for a very long time. When we examine these oldest layers—upon which the layers containing life rest—in terms of their rock material, which is essentially what is known as granite, we are thus looking at a form of our Earth that still presents it to us as a kind of lifeless state in the sense of our modern geology. This is where the upper layers are exposed and the granite emerges to form mountains: as it were, a testament to the earliest times of our Earth.

[ 9 ] Goethe, der neben dem, daß er ein großer Dichter war, auch ein großer Naturdenker und Naturforscher war, hat insbesondere tief empfunden, wenn ihm dieses älteste Steinsgebilde unserer Erde, der Granit, entgegengetreten ist, wie dieses körnige Gesteinsmaterial etwas ist, auf dem gleichsam wie auf dem Knochengerüst der Erde das andere alles sich erhebt. Das flößte Goethe etwas ein, was ihm wie der Widerklang einer Ur-Ruhe unseres Planeten war, und mit Ehrfurcht betrachtete er dieses Gestein. Ein solcher Mensch konnte nicht anders, als die Vorgänge innerhalb unserer Erdentwickelung nicht nur mit dem Verstande, sondern auch mit dem Herzen zu betrachten, was uns diese Überreste enthüllen über das Erdenwerden. Tief ergreifend und tiefer noch in die Geheimnisse hineinführend als alles abstrakte Denken sind die Worte, die Goethe angesichts dieses «ältesten Sohnes der Natur», wie er sich ausdrückt, angesichts des Granits sprach:

[ 9 ] Goethe, who—in addition to being a great poet—was also a great natural philosopher and naturalist, felt particularly deeply, whenever he encountered this oldest rock formation on our Earth—granite—how this granular rock is, as it were, the Earth’s skeletal framework upon which everything else rises. This instilled in Goethe something that felt to him like the echo of a primal tranquility of our planet, and he regarded this rock with awe. Such a man could not help but contemplate the processes within the Earth’s evolution not only with his intellect but also with his heart—what these remnants reveal to us about the Earth’s formation. More deeply moving and leading even deeper into the mysteries than any abstract thought are the words Goethe spoke in the presence of this “eldest son of nature,” as he put it—in the presence of granite:

[ 10 ] «. . . Mit diesen Gesinnungen nähere ich mich euch, ihr ältesten würdigsten Denkmäler der Zeit. Auf einem hohen nackten Gipfel sitzend und eine weite Gegend überschauend, kann ich mir sagen: Hier ruhst du unmittelbar auf einem Grunde, der bis zu den tiefsten Orten der Erde hinreicht, keine neuere Schicht, keine aufgehäuft zusammengeschwemmte Trümmer haben sich zwischen dich und den festen Boden der Urwelt gelegt, du gehst nicht wie in jenen fruchtbaren schönen Tälern über ein anhaltendes Grab, diese Gipfel haben nichts Lebendiges erzeugt und nichts Lebendiges verschlungen, sie sind vor allem Leben und über alles Leben. In diesem Augenblicke, da die inneren anziehenden und bewegenden Kräfte der Erde gleichsam unmittelbar auf mich wirken, da die Einflüsse des Himmels mich an her umschweben, werde ich zu höheren Betrachtungen der Natur hinaufgestimmt, und wie der Menschengeist alles belebt, so wird auch ein Gleichnis in mir rege, dessen Erhabenheit ich nicht widerstehen kann. So einsam, sage ich zu mir selber, indem ich diesen ganz nackten Gipfel hinabsehe und kaum in der Ferne am Fuße ein geringwachsendes Moos erblicke, so einsam, sage ich, wird es dem Menschen zu Mute, der nur den ältesten ersten tiefsten Gefühlen der Wahrheit seine Seele eröffnen will.»

[ 10 ] “. . . With these sentiments I approach you, you oldest and most venerable monuments of time. Sitting on a high, bare peak and surveying a vast expanse, I can say to myself: Here you rest directly upon a foundation that reaches down to the deepest places of the earth; no newer layer, no accumulated debris has settled between you and the solid ground of the primeval world, you do not, as in those fertile, beautiful valleys, walk over a lasting grave; these peaks have produced nothing living and have devoured nothing living; they are, above all, life and beyond all life. At this moment, as the Earth’s inner forces of attraction and movement seem to act directly upon me, as the influences of the heavens hover around me, I am lifted to higher contemplations of nature; and just as the human spirit animates all things, so too does a metaphor stir within me, whose sublimity I cannot resist. “So lonely,” I say to myself, looking down upon this completely bare summit and barely discerning in the distance, at its base, a low-growing moss; “so lonely,” I say, “is the state of mind of the person who wishes to open his soul only to the oldest, first, and deepest feelings of truth.”

[ 11 ] Das ist die Stimmung, die Goethe überkam, als er dieses Gestein betrachtete, das durch seine ganze Beschaffenheit zeigt, daß es nichts Lebendiges in sich haben konnte, also auch nichts Lebendiges wie die darüberliegenden Schichten verschlungen haben konnte.

[ 11 ] This is the feeling that came over Goethe as he gazed at this rock, which, by its very nature, shows that it could contain nothing living within it, and therefore could not have engulfed anything living, such as the layers lying above it.

[ 12 ] So skizzenhaft das ist, was ich bisher anführen durfte, es zeigt doch — gleichsam in großen Kohlestrichen — das Bild, das man sich heute aus der Geologie heraus über den Gang der Erde und ihre Lebewesen machen kann. Nun aber hat man nicht immer so gedacht, und es hat sich diese Denkweise nur ganz allmählich herausgebildet. Denn zum Beispiel zur Zeit, als sich Goethe mit Geologie beschäftigte, tobte in einer gewissen Weise ein Streit über die Entstehung unserer Erde, den man den Streit der Plutonisten und der Neptunisten nennt. Einer der hauptsächlichsten Vertreter der letzteren war der mit Goethe auch bekannte Geologe Werner. Dieser war der Anschauung, daß sich im wesentlichen alles, was wir an Schichtungen innerhalb unseres Erdbodens zu schauen haben, nicht auf irgendwelche Feuerwirkungen zurückführen läßt, sondern daß alles, was man erforschen kann, darauf hinweist, daß die Erde im Grunde genommen doch nur aus einem wässerigen Elemente, einer wässerigen Gestaltung unseres Planeten sich herausgebildet habe. Daß selbst die ältesten Schichtungen Ablagerungen aus dem Wasser seien, daß also auch der Granit nicht durch das brodelnde Feuer sich herausgebildet habe, sondern ebenfalls aus dem Wasser sich abgelagert habe und nur durch die späteren Vorgänge im Laufe der Zeit sich so umgeändert habe, daß heute sein Wasserursprung nicht mehr so klar erscheint. Alles ist sozusagen aus dem Wasser entstanden — das war eine Grundanschauung der Neptunisten und namentlich Werners. Dagegen stand die Anschauung der Plutonisten, die davon ausging, daß unsere Erde mit unserem ganzen Planetensystem sich aus einem gasförmigen, mit hoher Temperatur behafteten Weltennebel herausgebildet, sich durch Abkühlung herausgesondert und weiter durch Ausstrahlung der Wärme in den Weltenraum abgekühlt habe. Daß dann Verhältnisse eingetreten sind, wo durch die Wärmewirkungen der Granit und vielleicht ähnliche Gesteinsarten haben entstehen können, daß aber durch die Ausstrahlung der Wärme nur die Oberfläche der Erde abgekühlt worden sei, während das Innere noch immer feurig-flüssig wäre, und daß die Vulkanausbrüche und die Erscheinung der Erdbeben lebendige Zeugen dafür seien, daß der Erdboden Reste eines feurigflüssigen Zustandes in seinem Innern berge. Die Anhänger der Neptunistischen Schule sahen dagegen in allen vulkanischen Erscheinungen nur solche Vorgänge zugrunde liegend, welche gewissermaßen durch Druck oder durch chemische Verhältnisse im Innern der Erde, das sie sich durchaus nicht feurig dachten, es möglich machten, daß sich gewaltige innere Katastrophen abspielten, die sich nach außen entladen, so daß wir erst jetzt solche Vorgänge haben, die sich nach oben so ausleben, daß sie ganze Gebirgsmassive aus dem Innern der Erde hervorschieben. Kurz: wir haben es noch in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts mit einem sehr interessanten Streit zwischen derjenigen Anschauung zu tun, die man kurz einmal mit dem Worte bezeichnen kann, das Goethe im «Faust» gebraucht: «Alles ist aus dem Wasser entsprungen», und derjenigen Anschauung, nach welcher im Grunde genommen doch allen Erdbildungen die Vorgänge von Feuerwirkungen zugrunde liegen. Dann muß gedacht werden, daß sich oben an der äußersten Schale, die sich zum Innern wie die Eischale zum Eidotter verhält, etwas abgespielt hat, wodurch eine ganz dünne Schicht als Abkühlungsschicht geblieben ist, die sozusagen die Erde als Bedeckungsschicht des mächtigen Erdvulkanes umgibt, der unser Erdplanet, auf dem wir herumwandeln, wäre.

[ 12 ] As sketchy as what I have been able to present so far may be, it nevertheless shows—as it were, in broad strokes—the picture that geology allows us to form today of the Earth’s history and its living beings. However, people have not always thought this way, and this way of thinking has developed only very gradually. For example, at the time when Goethe was engaged in geology, a controversy was raging, in a certain sense, over the origin of our Earth—a controversy known as the dispute between the Plutonists and the Neptunists. One of the foremost representatives of the latter was the geologist Werner, who was also acquainted with Goethe. He held the view that, essentially, none of the stratifications we observe within the Earth’s crust can be attributed to any fiery processes, but rather that all available evidence indicates the Earth was fundamentally formed from a watery element—a watery configuration of our planet. That even the oldest strata were deposits from water—that is, that even granite did not form through seething fire, but was likewise deposited from water and was only transformed by later processes over the course of time to such an extent that its aquatic origin no longer appears so clear today. Everything, so to speak, arose from water—that was a fundamental belief of the Neptunists, and of Werner in particular. In contrast stood the view of the Plutonists, who assumed that our Earth, along with our entire planetary system, had formed from a gaseous, high-temperature cosmic nebula, had separated from it through cooling, and had continued to cool through the radiation of heat into outer space. They argued that conditions subsequently arose in which, due to thermal effects, granite and perhaps similar types of rock could have formed; however, they maintained that the radiation of heat had cooled only the Earth’s surface, while its interior remained molten and fiery, and that volcanic eruptions and earthquakes are living testimony to the fact that the Earth’s crust conceals remnants of a molten state within its interior. The adherents of the Neptunist school, on the other hand, saw in all volcanic phenomena only processes underlying them that, in a sense, were made possible by pressure or chemical conditions within the Earth—which they did not at all conceive of as molten— made it possible for massive internal catastrophes to occur, which discharge outward, so that we are only now witnessing such processes that manifest themselves upward in such a way that they push entire mountain ranges out of the Earth’s interior. In short: even in the first half of the nineteenth century, we are still dealing with a very interesting dispute between the view that can be briefly described with the words Goethe uses in *Faust*: “Everything has sprung from water,” and the view according to which, fundamentally speaking, all geological formations are based on processes involving the effects of fire. Then one must consider that something took place at the very top of the outermost shell—which relates to the interior as an eggshell does to the yolk—resulting in a very thin layer remaining as a cooling layer, which, so to speak, surrounds the Earth as a covering layer over the mighty terrestrial volcano that is our planet, upon which we walk.

[ 13 ] Nun müssen wir uns die Frage vorlegen: Was hat diese äußere Forschung zu sagen, und was hat die Geisteswissenschaft mit den Mitteln, die in den bisher gehaltenen Vorträgen charakterisiert worden sind, über das Werden der Erde zu verkünden? — Über die Stufen der Erde, die jetzt da sind und die vorangegangen sind, können Sie sich auch noch genauer unterrichten durch meine «Geheimwissenschaft im Umriß». — Wie weit bringt uns im Grunde genommen die Geologie? Wir wollen es jetzt mit klaren Worten zusammenfassen.

[ 13 ] Now we must ask ourselves: What does this external research have to say, and what does spiritual science—using the methods described in the lectures given so far—have to say about the formation of the Earth? — You can learn even more about the stages of the Earth that exist today and those that preceded them in my book *Outline of Esoteric Science*. — How far does geology really take us? Let us now summarize this in clear terms.

[ 14 ] Die Geologie kann uns sagen: Sieh einmal, was du an Schichtbildungen an der Erdoberfläche findest. So wie diese Schichten gelagert sind, zeigen sie dir, daß Ablagerungen stattgefunden haben, jedenfalls in den jüngsten Zeiten, daß dadurch tierische Wesen ihr Grab gefunden haben, deren Nachkommen jetzt noch auf der Erde sind, aber auch solche, welche ausgestorben sind, und die wir nur dadurch als Bewohner der Erde kennenlernen, daß wir ihre in der Erde befindlichen Reste ausgraben. Da werden wir bis zu einer untersten Schicht der Erdoberfläche geführt, die noch immer zu dem gehört, was sich zum ganzen Planeten so verhält wie die Eischale zum Eidotter, und die uns zeigt, daß sie einer Feuerwirkung wohl ihren Ursprung verdanken könnte. Tiefer Blickende allerdings, wie zum Beispiel Goethe, sprechen sich schon vorsichtiger aus, auch da, wo sie ganz geologisch denken wollen. Und es ist interessant, das Wort Goethes zu vernehmen, das er über diese untere Schicht spricht.

[ 14 ] Geology can tell us: Look at the rock layers you find on the Earth’s surface. The way these layers are arranged shows you that sedimentation has taken place—at least in recent times—and that as a result, animals have found their graves here, some of whose descendants are still on Earth today, but also others that have become extinct, and whom we come to know as inhabitants of the Earth only by excavating their remains found within the Earth. There we are led down to the very lowest layer of the Earth’s surface, which still belongs to that which relates to the entire planet as the eggshell does to the yolk, and which shows us that it may well owe its origin to the action of fire. Those with a deeper insight, however—such as Goethe—express themselves more cautiously, even when they wish to think entirely in geological terms. And it is interesting to hear Goethe’s words regarding this lower layer.

«...In den innersten Eingeweiden der Erde ruht sie — diese Steinart — unerschüttert, ihre hohen Rücken steigen empor, deren Gipfel nie das alles umgebende Wasser erreichte. Soviel wissen wir von diesem Gestein und wenig mehr. Aus bekannten Bestandteilen, auf eine geheimnisreiche Weise zusammengesetzt, erlaubt es aber so wenig seinen Ursprung aus Feuer wie aus Wasser herzuleiten.»

“...It lies in the very depths of the Earth—this type of rock—unshaken, its high ridges rising up, their peaks never reached by the water that surrounds them. That is all we know about this rock, and little more. Composed of familiar elements in a mysterious way, however, it allows us to deduce its origin from neither fire nor water.”

[ 15 ] Also Goethe macht schon darauf aufmerksam, daß eventuell sowohl Feuer- wie Wasserwirkungen nicht dasjenige sein könnten, was uns auf die geheimnisvolle Bildung dieses ältesten Sohnes unserer Erde, des Granits, hinweise. Wenn wir einfach neben die geologische Forschung, die uns im Grunde genommen nun nicht weiterführen kann, dasjenige hinstellen, was die Geisteswissenschaft sagt, was aus der hellseherischen Forschung gewonnen ist, so nimmt es sich etwa in folgender Weise aus.

[ 15 ] Goethe, then, already points out that neither the effects of fire nor those of water may be what points us toward the mysterious formation of this oldest son of our Earth, granite. If we simply set alongside geological research—which, strictly speaking, cannot take us any further—what spiritual science has to say, what has been gained from clairvoyant research, the picture looks something like this.

[ 16 ] Blicken wir mit dem geistigen Auge, das uns durch die Methoden geschärft werden kann, die im Laufe dieser Vorträge öfter angeführt worden sind, in die Vorzeit unseres Planeten, so erscheint uns in gewisser Beziehung das, was sich dem sinnlichen Auge darbieten dürfte, ungefähr in derjenigen Zeit und Zeitfolge, die uns durch die geologische Forschung dargeboten wird. Wir blicken gewissermaßen da auch zurück, wie die geologische Forschung sich eigentlich in der Phantasie den rückläufigen Blick konstruieren mußte. Wir schauen von jenen Wesen, die wir heute nach unseren menschlichen Begriffen als vollkommen bezeichnen, indem wir nach rückwäts gehen, auf immer unvollkommenere und unvollkommenere Lebewesen auf der Erde, und wir sehen sich darin zuweilen groteske Formen mischen, die zum Beispiel in den verschiedenen Sauriergestalten enthalten sind, im Ichthyosaurus, Plesiosaurus, Dinosaurus, Archaeopteryx. Wir finden dann Wesenheiten, die nichts von einem Wirbelskelett gehabt haben und so weiter und treffen in der Tat durch den hellseherischen Blick auf eine Zeitepoche unserer Erde, in welcher wir nicht solche Wesenheiten schauen können, wie sie jetzt auf unserer Erde leben. Wir müssen also zugeben, daß auch die geisteswissenschaftliche Forschung dieses allmähliche Ansteigen der Vervollkommnungsgrade aus ihren eigenen Quellen heraus schauen kann. Wenn wir nun so zurückgehen und gewissermaßen bei dem Zeitpunkt mit der hellseherischen Forschung ankommen, den die Geologie ‘ mit dem Granit fixiert, der sich im Sinne der heutigen Geologie aus dem schon abgekühlten, aber noch immer in Feuerwirkungen wogenden Erdengebilde herausgeballt hat, so müssen wir fragen: Was hat die Geologie — was hat die Geisteswissenschaft nun als Voraussetzungen einer früheren Zeit anzunehmen?

[ 16 ] If we look with the mind’s eye—which can be sharpened by the methods frequently mentioned in the course of these lectures—into our planet’s prehistory, what might present itself to the physical eye appears to us, in a certain sense, roughly in the same time period and sequence of events as that presented to us by geological research. In a sense, we are also looking back there, just as geological research has had to construct this retrospective view in the imagination. Starting with those beings whom we today, according to our human concepts, describe as perfect, as we move backward in time, we observe increasingly imperfect living beings on Earth, and we sometimes see grotesque forms intermingled among them—forms found, for example, in the various dinosaur forms, such as the ichthyosaur, plesiosaur, dinosaur, and Archaeopteryx. We then find beings that had no vertebral skeleton whatsoever, and so on, and indeed, through clairvoyant vision, we encounter an epoch in Earth’s history in which we cannot perceive beings such as those now living on our planet. We must therefore acknowledge that spiritual scientific research, too, can observe this gradual ascent in the degrees of perfection from its own sources. If we now go back in this way and, so to speak, arrive through clairvoyant research at the point in time that geology “fixes” with granite—which, in the sense of modern geology, was extruded from the already cooled but still fiery Earth’s structure—then we must ask: What must geology—and what must spiritual science—now assume as the conditions of an earlier time?

[ 17 ] Wenn wir innerhalb der Geologie auf einem wirklich sicheren Boden bleiben — eigentlich sollte das, was jetzt gesagt wird, kein Naturforscher bezweifeln —, dann hat die Geologie hinter dem, was jenseits des Granits nach der Vorzeit zu liegt, nur Vermutungen. Solche Vermutungen kann sie auch darüber haben, wie es im Innern der Erde ausgeschaut habe, denn die Bohrlöcher, die durch Bohrungen in die Erde hineingearbeitet worden sind, führen nur so weit, daß man sie als winzig kleine Nadelstiche bezeichnen muß. Vermutungen und Hypothesen, weiter nichts, Ahnungen höchstens noch über das, was dem Gewoge und Getriebe der Granitbildung vorangegangen ist!

[ 17 ] If we remain on truly solid ground within geology—in fact, no natural scientist should doubt what is about to be said—then geology can offer only conjectures about what lies beyond the granite, in prehistoric times. It can also make such conjectures about what the interior of the Earth might have looked like, for the boreholes that have been drilled into the Earth extend only so far that they must be described as tiny needle pricks. Conjectures and hypotheses, nothing more—at most, mere intuitions about what preceded the upheavals and movements that led to the formation of granite!

[ 18 ] Die Geisteswissenschaft nun folgt — allerdings mit jenem Blick, dessen Eigentümlichkeiten hier öfter charakterisiert worden sind — dem Erdenwerden, rückwärtslaufend, in die Vorzeit und findet in dem Reiche, das man mit Augen sehen kann, immer unvollkommenere und unvollkommenere Wesen als die Vorläufer unserer gegenwärtigen irdischen Lebewelt. Aber sie findet, daß die Erde, wenn wir sie so rückwärtssehend verfolgen, gewaltig anders sich darstellt, als sie sich in der jetzigen Zeit darstellt. Wie sie sich gegenwärtig als die mineralische Grundlage zeigt, auf der wir wandeln, umgeben von der Luft, wo sich die Nebel, die Wolkenbildungen und so weiter finden, so stellt sie sich, indem wir so in die Vorzeit zurückschreiten, durchaus nicht dar. Eine große Anzahl von Stoffen, die heute in den Tiefen der Erde sind, waren in früheren Zeiten noch in der Umgebung der Erde und schlugen sich erst nach und nach nieder. Das muß auch die Geologie zugeben. Aber je weiter wir zurückgehen, desto mehr finden wir, daß unsere Erde überhaupt als Planet ein ganz anderes Gebilde, etwas ganz anderes wird, daß gewissermaßen das, was jetzt Luftumkreis ist, immer mehr und mehr, indem wir nach rückwärts gehen, uns selber den Charakter eines Lebewesens zeigt. Daß wir im Umkreis unserer Erde nicht nur solche mineralische Luft und solche mineralische Wolkenbildung finden, wie wir sie jetzt haben, sondern daß wir innerhalb dessen, was zu unserer Erde gehört, in den ältesten Zeiten etwas wie lebendige Glieder eines großen lebendigen Wesens finden. Wir kommen uns vor, wenn wir so nach rückwärts schreiten, wie wenn wir heute als ganz winzige Wesen in einem menschlichen Organismus stehen könnten, wenn wir darinnen auf dem festen Boden eines Knochen stünden und hinaussehen könnten und draußen das Blutsystem, das Nervensystem und so weiter wie eine Umwelt sehen würden. So würde jemand in alten Zeiten, der auf der Erde gestanden und hinausgeschaut hätte, nicht mineraJisches Weben und mineralische Luft gesehen haben, sondern lebendiges, pulsierendes Leben. Je weiter wir zurückkommen, desto mehr wäre dies der Fall, so daß wir bis zu der Epoche zurückkommen könnten, die wir als Granitbildung bezeichnen. Und wir könnten uns sagen: Da ist die Erde im Grunde genommen ein mächtiges Lebewesen, hat ein zahlreiches, mannigfaltiges Leben in sich, ist noch nicht von den Lebewesen belebt, die heute auf ihr herumwandeln oder sich im Wasser und so weiter aufhalten, sondern die da drinnen leben — gleichsam wie Parasiten des ganzen lebendigen Erdenorganismus, die in seinem Blute schwimmen, wie heute die Regenmassen in der Luft und dergleichen mehr. Dann kommen wir zu einer Zeit, von der wir sagen müssen: Auf dem Erdboden herrscht allerdings eine so große Temperatur, daß sich Leben nicht entwickeln kann, aber im Umkreise entwickelt sich Leben, Leben, das herunter will, aber nicht herunter kann. Warum kann es nicht herunter? Da unten wird durch den Feuerprozeß, den Prozeß hoher Erwärmung zunächst das aufgenommen, was das Lebendige unserer Erde so aus sich heraus absondert, wie unser lebendiger Organismus die festen Bestandteile, die Knochen, aus den weichen Teilen heraus absondert. Und jetzt blicken wir auf die Granitbildung und sagen: Das Material, welches der Granit enthält — Quarz, Feldspat und Glimmer — ist ursprünglich aufgelöst in dem großen lebendigen Wesen: Erde. Das braucht zur Entwickelung die Tatsache, daß es sich dieser Stoffe entledigen kann, es sondert sie aus, läßt sie zur Erde fallen. Was unten ist, nimmt dies Ausgesonderte auf, bildet ein Grundmassiv, ein Knochengerüst in dem Lebewesen Erde. Und wenn wir noch weiter zurückgehen, müssen wir die Ursachen suchen, warum die ganze lebendige Erde aus sich heraus die Stoffe abgesondert hat, welche als chemische Stoffe heute unsere Erde bilden und nicht zugleich diejenigen sind, die sich im tierischen, pflanzlichen oder menschlichen Organismus befinden. Diese Stoffe wurden damals nach und nach auf ähnliche Weise durch Feuer- oder Wasserwirkung abgesondert und dann umgebildet zum Knochengerüst unserer Erde. Wenn wir nun weiter zurückfragen, wie es kommt, daß die Stoffe nun aus dem Erde-Lebewesen herausgesondert wurden und einen Grundstock bildeten, aus dem das Leben gewichen ist, und nach den Ursachen fragen, durch welche das hat kommen können, so stoßen wir auf etwas, was — spricht man von ihm als von Vorgängen innerhalb unserer Erdentwickelung — heute noch im weitesten Umkreis sehr leicht Ärgernis erregt, und zwar nicht bei naturwissenschaftlichen Denkern — diese sollten es anerkennen —, sondern besonders bei denen, die auf ein paar Vorstellungen hin, die sie gewonnen haben, eine Weltanschauung bauen wollen. Wir müssen aber hinweisen auf das, was die Geisteswissenschaft aus ihren Betrachtungen heraus zeigt, daß eben so die Wahrheit ist. Es zeigt sich nämlich, daß diesen Prozessen — gleichsam des Aussonderns der Gesteinsmaterialien — innerhalb des Erde-Lebewesens vorausgegangen ist ein solcher Prozeß, den wir nun mit einem heutigen Vorgang bezeichnen können, wenn wir auf unseren eigenen Innenvorgang hinweisen, der ja für die äußere Wissenschaft wenig bekannt ist, der aber auch in diesen Vorträgen — ich kann das auch nur andeutungsweise sagen — durch die Geisteswissenschaft bereits ein wenig beschrieben worden ist, — auf jenen Vorgang, der sich den ganzen Tag über in unserem eigenen Leibe abspielt, wenn wir durch Arbeit, durch die Begriffe, die der Geist schafft, unsere Muskeln, die Werkzeuge unseres Gehirns, überhaupt unsern ganzen Leib anstrengen. Da spielt sich der Prozeß ab, den wir als Ermüdung bezeichnen. Das ist im wesentlichen eigentlich eine Art Zerstörungsprozeß des Organismus. Deshalb können wir sagen: Während wir heute vom Morgen bis zum Abend unser waches Tagesleben führen, indem wir denken, fühlen und wollen, spielen sich in uns Zerstörungsprozesse ab, die wir dann als Ermüdung fühlen. Solche Prozesse geistig-seelischer Art, die aber in die Materie hineinwirken, wird als äußere Naturwirkungen eine naturwissenschaftliche Weltanschauung gewiß nicht leicht zugeben wollen. Aber sie waren in jenem großen, gewaltigen Organismus vorhanden, der einst die Erde war. Und als sich die Erde dem Zeitpunkt näherte, wo sich der Granit und ähnliches abgesondert hat, wurde sie von lauter solchen Zerstörungsprozessen ergriffen, die so wirkten, daß ein Geistig-Seelisches an einem Materiellen arbeitete. In jenen Organismus, in den früher hineingearbeitet waren nicht nur die Stoffe, die heute der pflanzliche, tierische und menschliche Organismus hat, sondern auch die Stoffe, welche heute unser Erdmassiv ausmachen, ergoß sich alles, was von solchen durch geistig-seelische Vorgänge bewirkten Zerstörungsprozessen vorhanden war. Diese Zerstörungsprozesse leiteten in dem großen Lebewesen Erde dasjenige ein, was dann herbeiführte, daß dasjenige — gleichsam durch einen Absonderungsprozeß — ausgestoßen wurde, was wir heute an chemischen Stoffen im Aufbau unserer Erde haben, was wir nicht in den organischen Leibern finden.

[ 18 ] Spiritual science now traces—albeit with that perspective whose distinctive features have often been described here—the process of the Earth’s formation, moving backward into prehistory, and finds in the realm visible to the eye increasingly imperfect beings as the precursors of our present earthly world of life. But it finds that the Earth, when we trace it backward in this way, presents itself in a vastly different manner than it does in the present. Just as it currently appears as the mineral foundation upon which we walk, surrounded by the air where mists, cloud formations, and so on are found, so it does not present itself at all in this way as we retrace our steps into prehistory. A large number of substances that are now in the depths of the Earth were, in earlier times, still in the Earth’s atmosphere and only gradually settled to the surface. Geology must also acknowledge this. But the further back we go, the more we find that our Earth, as a planet, becomes an entirely different entity—something quite different—and that, as it were, what is now the atmosphere increasingly reveals to us, as we go further back in time, the character of a living being. That within the atmosphere of our Earth we find not only the kind of mineral air and mineral cloud formations that we have today, but that within what belongs to our Earth, in the most ancient times, we find something like the living limbs of a great living being. As we move backward in this way, we feel as if we could stand today as tiny beings within a human organism, standing on the solid ground of a bone and looking out to see the circulatory system, the nervous system, and so on as our surroundings. Thus, someone in ancient times who had stood on the Earth and looked out would not have seen mineral structures and mineral air, but rather living, pulsating life. The further back we go, the more this would be the case, so that we could go back as far as the epoch we call the Granite Formation. And we could say to ourselves: The Earth is, in essence, a mighty living being; it contains a vast, diverse life within it, and is not yet inhabited by the living beings that today walk upon its surface or dwell in the water and so on, but rather by those that live within it—as it were, like parasites of the entire living Earth organism, swimming in its blood, just as today the rain clouds float in the air and the like. Then we come to a time about which we must say: On the Earth’s surface, the temperature is indeed so high that life cannot develop, but in the surrounding area, life is developing—life that wants to come down but cannot. Why can’t it come down? Down there, through the process of fire—the process of intense heating—what the living being of our Earth secretes from itself is first absorbed, just as our living organism secretes the solid components—the bones—from the soft parts. And now let us look at the formation of granite and say: The material contained in granite—quartz, feldspar, and mica—was originally dissolved within the great living being: the Earth. For its development, the Earth needs to be able to rid itself of these substances; it secretes them and allows them to fall to the Earth. What lies below absorbs these separated substances, forming a bedrock massif, a skeletal framework within the living being that is the Earth. And if we go back even further, we must seek the causes as to why the entire living Earth separated from itself the substances that today, as chemical substances, form our Earth and are not, at the same time, those found in animal, plant, or human organisms. These substances were gradually separated in a similar way at that time through the action of fire or water and then transformed into the skeletal framework of our Earth. If we now ask further back how it came to be that these substances were separated from the living Earth and formed a foundation from which life has receded, and if we inquire into the causes that made this possible, we come upon something that—when spoken of as processes within the development of our Earth—still very easily causes offense even today in the broadest circles; and not among scientific thinkers—who should acknowledge it—but especially among those who wish to build a worldview upon a few ideas they have formed. We must, however, point out what spiritual science reveals through its observations: that this is indeed the truth. For it becomes evident that these processes—akin to the separation of rock materials—within the Earth organism were preceded by a process that we can now describe in terms of a contemporary phenomenon when we refer to our own inner processes, which are, of course, little known to external science, but which have also been described—albeit only in a tentative way—in these lectures — has already been described to some extent by spiritual science—to that process that takes place throughout the day in our own bodies when, through work and through the concepts created by the spirit, we exert our muscles—the tools of our brain—and indeed our entire body. This is where the process takes place that we call fatigue. In essence, this is actually a kind of destructive process within the organism. Therefore, we can say: While we go about our waking daily life from morning to evening, thinking, feeling, and willing, destructive processes are taking place within us, which we then experience as fatigue. Such processes of a spiritual-psychic nature—which, however, affect matter—a scientific worldview would certainly be reluctant to acknowledge as external natural phenomena. But they were present in that great, mighty organism that was once the Earth. And as the Earth approached the point at which granite and similar substances were separated out, it was seized by nothing but such destructive processes, which worked in such a way that a spiritual-soul element was acting upon a material one. Into that organism—into which had previously been worked not only the substances found today in plant, animal, and human organisms, but also the substances that today constitute our Earth’s crust—poured everything that existed in the form of such destructive processes brought about by spiritual-soul processes. These destructive processes initiated within the great living being that is the Earth what then led to the expulsion—as it were, through a process of separation—of what we today find as chemical substances in the structure of our Earth, substances that we do not find in organic bodies.

[ 19 ] So werden wir durch die Geisteswissenschaft zu der Erde zurückgeführt als zu einem Organismus — nicht zu einem Urzustand unserer Erde, in welchem sie sozusagen tote Masse war, sondern wo die Erde ursprünglich ein großer Organismus war. Im Sinne der Geisteswissenschaft muß man nämlich eine Frage, die heute ganz falsch gestellt wird, geradezu umdrehen. Keine Wissenschaft wird — wenn sie annimmt, daß unsere Erde einstmals eine tote Kugel war, worin nur chemische und physikalische Prozesse sich abgespielt haben — in der Lage sein, erklären zu können, wie aus dieser toten Kugel heraus das Leben hat entstehen können. Das ist eine große Streitfrage, aber sie wird in der Regel ganz falsch gestellt. Denn man fragt gewöhnlich: Wie hat sich aus dem Leblosen Leben entwickeln können? — Aber so ist es nicht: nicht dem Lebendigen geht das Leblose voran, sondern umgekehrt, dem Leblosen geht das Lebendige voran. Das leblose Mineral ist ein Absonderungsprodukt, wie unsere Knochen eine Absonderung unseres Organismus sind. So ist alles Gestein ein Absonderungsprodukt unseres Erdenorganismus, und geistig-seelische Prozesse sind es — wenn auch zunächst Zerstörungsprozesse —, die bewirkt haben, daß unser Erdenorganismus zu solchen Absonderungen kam. Wenn wir weiter zurückgingen, würden wir sehen, daß dieser Gang uns noch viel weiter führen würde. Wir würden da von dem, was sich in unserem Mineralischen abspielt, zu der Erde als einem Organismus geführt, ja, wir sehen jetzt schon, indem wir noch weiter zurückgehen, kommen wir nicht nur zu einem Organismus, sondern zu einem Gebilde unseres Planeten, das von geistigseelischen Wirkungen durchsetzt ist. Wir leiten nicht nur das Leben nicht auf Lebloses zurück, sondern wir führen das Leblose zurück auf Absonderungsprozesse aus dem Lebendigen, und wir nehmen das Lebendige als Folgezustand des Geistig-Seelischen an. Je weiter wir zurückgehen, desto mehr nähern wir uns dem, woraus wirklich entsprungen ist, was wir heute als Mineralien, Pflanzengebilde und so weiter vor uns haben: Wir nähern uns dem Geistigen und lassen uns von der Geisteswissenschaft sagen, daß nicht nur aus einem leblosen, feurigen Urnebel sich dasjenige gebildet hat, was uns heute in der Mannigfaltigkeit der Erderscheinungen gegenübertritt, sondern daß sich alles aus dem Geistigen herausgebildet hat, daß ursprünglich unsere Erde lauterer Geist war. Der Fortgang war so, daß auf der einen Seite aus dem Geistigen sich die Gebilde absonderten, die mehr nach dem Mineralischen zu liegen, und daß auf der anderen Seite die Möglichkeit dazu kam, daß gewisse neue Gebilde entstanden, die eine neue Form geistiger Wirkungen aufnehmen konnten. Denn wenn wir jetzt den umgekehrten Weg nehmen und sagen: In den alten Gesteinsmaterialien haben wir etwas, was sich aus dem ursprünglichen Erdenorganismus herausgesondert hat, und wir gehen dann weiter bis in unsere Zeit, so geschieht diese Absonderung fortwährend. Der Granit ist nur die älteste Absonderung. Aber die Prozesse, die Absonderungen bilden, werden immer weniger und weniger lebensvolle Prozesse sein, werden immer mehr und mehr bloße chemische, mechanische Prozesse sein, so daß wir zuletzt in unserer Zeit nur noch jene Wasserwirkungen haben, die beobachtet werden können, wenn zum Beispiel ein Fluß das Gesteinsmaterial von einem Orte zum andern trägt. Aber was uns da als mechanisch-chemische Prozesse entgegentreten, das ist nur das letzte Produkt, ist das, was das gesetzmäßige Mineral geworden ist, was als Folgezustand von dem eingetreten ist, was sich ursprünglich als Lebenswirkungen abgespielt hat.

[ 19 ] Thus, spiritual science leads us back to the Earth as an organism—not to some primordial state of our Earth in which it was, so to speak, dead matter, but to a time when the Earth was originally a great organism. In the spirit of spiritual science, we must, in fact, completely reverse a question that is posed entirely incorrectly today. No science—if it assumes that our Earth was once a lifeless sphere in which only chemical and physical processes took place—will be able to explain how life could have arisen from this lifeless sphere. This is a major point of contention, but it is generally posed entirely incorrectly. For people usually ask: How could life have developed from the non-living? — But that is not the case: it is not the living that precedes the non-living, but the reverse—the non-living precedes the living. The non-living mineral is a secretion, just as our bones are a secretion of our organism. Thus, all rock is a secretion of our Earth organism, and it is spiritual-soul processes—albeit initially processes of destruction—that caused our Earth organism to produce such secretions. If we were to go back even further, we would see that this path would lead us much farther still. We would be led from what takes place in our mineral realm to the Earth as an organism; indeed, we can already see that as we go back even further, we arrive not only at an organism but at a structure of our planet that is permeated by spiritual-psychic influences. Not only do we not trace life back to the inanimate, but we trace the inanimate back to secretion processes originating in the living, and we regard the living as a consequence of spiritual-soul forces. The further back we go, the closer we come to that from which what we now have before us—minerals, plant forms, and so on—truly sprang: We approach the spiritual and allow spiritual science to tell us that what we encounter today in the diversity of earthly phenomena did not form solely from an inanimate, fiery primordial nebula, but that everything emerged from the spiritual, and that originally our Earth was pure spirit. The process unfolded in such a way that, on the one hand, formations that were more mineral in nature separated from the spiritual realm, and on the other hand, the possibility arose for certain new formations to emerge that could take on a new form of spiritual activity. For if we now take the reverse path and say: In the ancient rock materials we have something that has separated out from the original Earth organism, and we then proceed on to our own time, this separation continues unceasingly. Granite is merely the oldest product of this separation. But the processes that give rise to these separations will become less and less vital, increasingly mere chemical and mechanical processes, so that in our own time we are ultimately left with only those water-related effects that can be observed, for example, when a river carries rock material from one place to another. But what we encounter there as mechanical-chemical processes is merely the final product—it is what has become the law-governed mineral, the resulting state that has come about as a consequence of what originally unfolded as the effects of life.

[ 20 ] Wir sehen also, wie sich in der Tat im Laufe unserer Erdentwickelung in bezug auf das, was den Grund bildet, auf dem wir herumwandeln, etwas abspielt, was wir in ähnlicher Weise im einzelnen menschlichen oder tierischen Organismus haben. Da sehen wir, wie dieser Mensch bis zu einem gewissen Zeitpunkt lebt, wie er dann durch die Pforte des Todes schreitet, seinen Leib als Leichnam ablegt, und sehen die Prozesse, die bloß mineralische Prozesse sind, sich fortsetzen. Während der Lebenszeit des Leibes aber waren diese chemischen und physikalischen Prozesse in geistig-seelische Vorgänge einbezogen. So kommen wir auch zu einem Zeitpunkt des Erdendaseins zurück, wo die Prozesse, die wir heute als chemische und mechanische sich abspielen sehen, eingefangen und durchsetzt waren von organischen, ja von geistig-seelischen Prozessen. Was sich aber auf dem Boden unserer Erde abspielt, das ist sozusagen nur die eine Strömung, die aus früheren zunächst mehr lebendig organischen und dann geistigen Vorgängen geblieben ist. Dieser Boden mußte entstehen, sich bilden, damit auf seinem Grunde sich nun ein anders geartetes Leben abspielen kann: dasjenige Leben, das allmählich zu unserem Leben wurde, damit sozusagen nach und nach solche Gehirnwerkzeuge bei den Lebewesen sich ausbilden konnten, wodurch diese nun den Geist innerlich sich vergegenwärtigen können, innerlich sich Gedanken und Empfindungen bilden können, die gleichsam die äußeren Vorgänge erkennend und fühlend wiederholen. Daher muß die gesamte Stoffmasse unserer Erde erst «durchgesiebt» werden, die heute bloß mineralischen Stoffe ausgeschieden werden und diejenigen zurückbehalten werden, welche heute die Organismen bilden können, die nur von einem Teile des alten Stoffmassives durchsetzt sind. Das sind die Teile, die sich erst jetzt bilden können — zum Beispiel zu dem, was heute der Mensch ist. Der Geist, der im Menschenkopfe, im Menschenherzen Jebt, der also in einem Wesen lebt, das gewissermaßen feiner organisiert ist als das gesamte Erdplanetenwesen, dieser Geist konnte nur in einem solchen Wesen entstehen, das erst aus sich ausgesondert erhalten hat die andere Stoffmasse, die heute nicht zum organischen Leben gehört. Durchgesiebt worden ist das gesamte Stoffmassiv unserer Erde, und was abgeflossen ist, das wurde zur Grundlage gemacht, die dem rein mineralischen Leben übergeben worden ist, damit sich darauf ein neues Leben entwickeln konnte, das wir nun in dem Augenblick in seine unterste Form eintreten sehen, wo von der nachfolgenden Zeit die einfachsten Wesen in der kambrischen Form von der Geologie uns vorgeführt werden. Wenn wir so im Sinne der Geisteswissenschaft betrachten, was an heutigem Leben vorhanden ist, so werden wir sagen müssen: Dieses Leben war ursprünglich im Umkreise der Erde, ist dann gleichsam aus diesem Umkreise herabgekommen, konnte aber den Boden der Erde nicht früher betreten, bevor es nicht dasjenige vorausgeschickt hatte, was es an Stoffmassen brauchte, um darauf herumzuwandeln. Der Zersetzungsprozeß, der durch geistig-seelische Prozesse hervorgerufen worden ist, ist der Einleitungsvorgang zu zwei Strömungen, die sich seither abspielen: einer aufsteigenden Strömung, die ein feiner, höher geartetes Leben entfaltete — das brauchte nur einen Teil der Stoffmassen — und einer anderen Strömung, welche die Zersetzung fortsetzt und als Grundlage sich bietet für die feineren Organismen, die sich dann bis zum Menschen herauf entwickeln. Diese feineren Organismen sind in einer aufsteigenden Entwickelung. Warum? Weil sie dadurch — was man ja heute auch nicht zugeben wird —, daß sie das gröbste Material wie in einem gewaltigen Ausscheidungsprozeß abgesondert haben, durch den dann die Erdoberfläche wurde, in die Lage gekommen sind, sich von der Erde und ihren Innenwirkungen mehr oder weniger abzuschließen, und nun dem hingegeben sind, was an Weltenwirkungen von außen auf die Erde hereinströmt. Sie sind nun den geistigeren Vorgängen der Weltenwirkungen ausgesetzt und verdanken dem das Aufsteigen von den unvollkommenen Lebewesen bis zum Menschen.

[ 20 ] We can thus see how, in the course of Earth’s evolution, something is indeed taking place with regard to the very ground on which we walk—something similar to what occurs within the individual human or animal organism. There we see how this human being lives up to a certain point, how he then passes through the gate of death, sheds his body as a corpse, and we see the processes—which are purely mineral processes—continue. During the body’s lifetime, however, these chemical and physical processes were integrated into spiritual-psychic processes. Thus we also return to a point in the Earth’s existence where the processes we now observe as chemical and mechanical were interwoven with and permeated by organic, indeed spiritual-psychic, processes. But what takes place in the soil of our Earth is, so to speak, merely one current that has remained from earlier processes—processes that were at first more vividly organic and then spiritual. This soil had to come into being, had to form, so that a different kind of life could now unfold within it: the life that gradually became our own, so that, as it were, such brain-tools could gradually develop in living beings, through which they can now internalize the spirit, form thoughts and feelings within themselves that, as it were, repeat the external processes through perception and sensation. Therefore, the entire material mass of our Earth must first be “sifted through,” so that what are today merely mineral substances are separated out, and those substances are retained that can now form organisms—organisms that are permeated only by a portion of the old material mass. These are the parts that can only now begin to form—for example, into what humanity is today. The spirit that lives in the human head and in the human heart—that is, in a being that is, so to speak, more finely organized than the entire Earth as a planetary entity—could only arise in a being that has had the other material mass, which today does not belong to organic life, separated from itself. The entire material mass of our Earth has been sifted, and what has flowed away has been made into the foundation that was handed over to purely mineral life, so that a new life could develop upon it—a life that we now see entering its lowest form at the very moment when geology presents to us, from the subsequent era, the simplest beings in their Cambrian form. If we consider what exists in today’s life from the perspective of spiritual science, we must say: This life was originally in the sphere surrounding the Earth; it then, as it were, descended from this sphere, but could not set foot on the Earth’s surface until it had first sent ahead the material masses it needed to move about upon it. The process of decomposition, brought about by spiritual and soul processes, is the initiating phase of two currents that have been unfolding ever since: one ascending current, which unfolded a finer, higher form of life—requiring only a portion of the material masses—and another current, which continues the decomposition and serves as the foundation for the finer organisms that then develop up to the level of human beings. These finer organisms are in a process of ascending development. Why? Because—though this is something people today would not admit—by separating out the coarsest material, as in a massive process of excretion that ultimately formed the Earth’s surface, they have been able to isolate themselves more or less from the Earth and its internal forces, and are now devoted to the cosmic influences flowing into the Earth from without. They are now exposed to the more spiritual processes of these world forces, and it is to this that they owe their ascent from imperfect living beings to human beings.

[ 21 ] Wenn wir die Erdentwickelung so ansehen, blicken wir auf den Grund und Boden, auf dem wir herumgehen, ohne daß wir die einzelnen Vorgänge in Betracht ziehen, so hin, daß wir uns sagen: Wir stehen auf ihm, er enthält — in dem Granit und in dem, was sich darauf abgesondert hat — dasjenige, was die Reiche der Lebewesen nicht brauchen konnten, die es nur so verwenden konnten, daß sie es als Boden absonderten, um darauf herumzuwandeln. Und was als Fortsetzung davon vorhanden ist, ist ein Zerstörungs- und Auflösungsprozeß. Da müßten wir uns im Grunde genommen mit dem Gedanken bekannt machen: Wenn uns heute der Geologe den Erdboden darlegt, wie er aus Tälern und Gebirgen besteht und sich schichtenweise aufbaut, so müßte das etwas wie ein sich zersetzender Leichnam sein, der einen alten Zerstörungs- und Zersetzungsprozeß fortsetzt. Wir wandelten dann im Sinne der Geisteswissenschaft auf einem solchen Zerstörungsprozeß, damit wir einen Grund und Boden haben, den wir haben mußten, wenn wir die blühenden, die nach der Zukunft weisenden Kräfte ins Auge fassen, die nach der anderen Seite gehen als die, welche uns im Erdboden entgegentreten. Denn diese nach der Zukunft weisenden Kräfte sind etwas, was sozusagen unabhängig vom Erdboden in die menschlichen Seelen, die menschlichen Geister hereindringt, vielleicht auch in jene Wesen, die außerhalb des Menschlichen sind, die sich erst auf Grundlage des Erdbodens erheben. Im Erdboden selbst aber hätten wir etwas Zerfallendes. Geisteswissenschaftlich-geologisch betrachtet würde uns unsere Erde als ein immer mehr und mehr zerfallender Leichnam erscheinen, und die geologischen Gesetze würden zugleich Gesetze des sich auflösenden Erdenleichnams sein. Und der Mensch auf der Erde würde etwas sein, was sich aus dem ErdenJleichnam heraushebt, wie sich die menschliche Seele, wenn sie durch die Pforte des Todes schreitet, vom Leichnam erhebt und diesen jenen Kräften zurückläßt, die ihn zersetzen und zerstören.

[ 21 ] When we look at the Earth’s evolution in this way—when we look at the ground on which we walk, without taking the individual processes into account—we say to ourselves: We stand upon it; it contains—in the granite and in what has been deposited upon it—that which the realms of living beings could not utilize, which they could only use by depositing it as soil upon which to walk. And what exists as a continuation of this is a process of destruction and dissolution. Essentially, we would have to familiarize ourselves with the idea that when geologists today describe the Earth’s surface—how it consists of valleys and mountains and is built up in layers—it must be something like a decomposing corpse that continues an ancient process of destruction and decomposition. We would then, in the spirit of spiritual science, be walking upon such a process of destruction so that we might have the foundation we need when we contemplate the flourishing forces that point toward the future—forces that move in the opposite direction from those we encounter in the earth’s surface. For these forces pointing toward the future are something that, so to speak, penetrates human souls and human spirits independently of the earth, and perhaps also those beings that exist outside the human realm, which are only just rising up on the foundation of the earth. In the earth itself, however, we would have something in a state of decay. Viewed from a spiritual-scientific and geological perspective, our Earth would appear to us as a corpse that is decaying more and more, and the geological laws would at the same time be the laws of the dissolving earthly corpse. And human beings on Earth would be something that rises out of the Earth’s corpse, just as the human soul, when it passes through the gate of death, rises from the corpse and leaves it behind to those forces that decompose and destroy it.

[ 22 ] Es könnte ein trübes Bild bieten, wenn man dies sagt. Aber es wird nur ein trübes Bild bieten, wenn man sozusagen am Geist verzweifelt und den Geist lediglich an die Materie gebunden hält und glaubt, daß mit dem Abfall des Menschen von der lebendigen Erdengestalt überhaupt das Ende des Menschen gekommen ist. Wenn man die Dinge aber betrachtet, wie es eine gesunde Naturbetrachtung ergibt, so muß man sagen: Es muß sich in gewisser Weise erfüllen, daß nicht nur der einzelne Mensch, sondern die ganze Menschheit den Erdenleib nach und nach abwirft, um in andere Regionen der Entwickelung nach und nach aufsteigen zu können. Wir wären somit — geisteswissenschaftlich-geologisch betrachtet — über die Mitte der Erdentwickelung schon seit jener Zeit hinaus, seitdem der «älteste Sohn der Erde» abgesondert worden ist, und die Wesen, die einen Zukunftsanfang bilden, werden sich auf der damit gebildeten Grundlage weiter entfalten.

[ 22 ] Saying this might paint a bleak picture. But it will only paint a bleak picture if, so to speak, one despairs of the spirit, regards the spirit as bound solely to matter, and believes that humanity’s departure from the living form of the Earth marks the very end of humanity. But if one considers things as a sound view of nature dictates, one must say: It must come to pass, in a certain sense, that not only the individual human being but all of humanity will gradually shed the earthly body in order to be able to ascend step by step into other regions of development. Thus, from a spiritual-scientific and geological perspective, we would have already passed the midpoint of the Earth’s evolution since the time when the “eldest son of the Earth” was separated, and the beings who represent a new beginning for the future will continue to unfold on the foundation thus established.

[ 23 ] Was sagt nun zu einer solchen geisteswissenschaftlich-geologischen Auffassung die moderne Geologie? Wenn Worte, Theorien, Hypothesen, Weltanschauungen in Betracht kommen, die leichthin und flugs von Parteiströmungen und so weiter gebildet sind, dann kann man sehr leicht konstruieren, wie eine solche Geisteswissenschaft mit dem naturwissenschaftlichen Denken in Widerspruch gerät. Aber wenn man diese Geisteswissenschaft, die ebenso streng und methodisch wie irgendeine andere Wissenschaft arbeitet, im Verhältnis zu der Naturwissenschaft betrachtet, so ist es schon nötig, daß man zu dem hinblickt, was die Naturwissenschaft wirklich zu sagen hat, das heißt also in bezug auf das heute Gesagte die Frage aufwirft: Was hat die Geologie in bezug auf das Erdenwerden zu sagen? Heute werden in populär-wissenschaftlichen Schriften und in populären Weltanschauungen oft Dinge in die Menge gebracht, die sehr sekundärer Natur sind, und dann wird gesagt: das habe «die Wissenschaft» festgestellt. Wenn man dies dann mit dem vergleicht, was die «vertrackten, halb wahnsinnigen» Geistesforscher sagen, so wird sich das manchem herausstellen als etwas, worauf man sich «überhaupt nicht einlassen kann». Denn so wird mancher sagen, der von der Geisteswissenschaft vielleicht nicht viel mehr kennt als das, was von allerlei abgelegenen Quellen zu ihm kommt. Aber man muß sich da schon zu dem wenden, was die wirkliche Wissenschaft und die wirkliche Geisteswissenschaft zu sagen hat. Denn nicht wie populäre Weltanschauungen, die aus der Wissenschaft nur scheinbar gewonnen sind, ist die Geisteswissenschaft zu betrachten, sondern mit der Strenge, mit der jede wahre Wissenschaft von den wahren Forschern an den Quellen zu betrachten ist. Da stellt sich denn etwas heraus, was ich Ihnen nicht anders schildern kann, als daß ich Sie auf dasjenige Werk hinweise, das einem der bedeutendsten Geologen unserer Zeit entsprungen ist und das ein sehr bekannter Geologe unserer Zeit die geologische Epopöe des neunzehnten Jahrhunderts genannt hat: das «Antlitz der Erde» von Eduard Sueß. Man darf sagen, daß in diesem Werke, an dem Sueß nicht Jahre, sondern Jahrzehnte — und zwar in der denkbar sorgfältigsten Weise — gearbeitet hat, die geologischen Forschungen, die dieser jüngste Zweig der Naturwissenschaft im Verlauf weniger Jahrzehnte hervorgebracht hat, zusammenfließen. Was zeigt sich da?

[ 23 ] What does modern geology have to say about such a humanities-based geological perspective? When words, theories, hypotheses, and worldviews are taken into account—ones that are casually and hastily formed by partisan movements and the like—it is very easy to see how such a humanistic science comes into conflict with scientific thinking. But if one considers this humanistic science—which works just as rigorously and methodically as any other science—in relation to the natural sciences, then it is indeed necessary to look at what the natural sciences actually have to say; that is to say, in light of what has been said today, to raise the question: What does geology have to say about the formation of the Earth? Today, popular science writings and popular worldviews often lump together matters of a very secondary nature, and then claim: “Science” has established this. When one then compares this with what the “convoluted, half-mad” researchers of the humanities say, it will appear to many as something one “cannot engage with at all.” For this is what many will say—those who perhaps know little more about spiritual science than what reaches them from all sorts of obscure sources. But one must turn to what real science and real spiritual science have to say. For spiritual science is not to be regarded like popular worldviews that are only seemingly derived from science, but with the rigor with which every true science must be regarded by true researchers at the sources. What emerges then is something I cannot describe to you other than by referring you to the work produced by one of the most eminent geologists of our time—a work that a very well-known geologist of our time has called the geological epic of the nineteenth century: *The Face of the Earth* by Eduard Sueß. It can be said that this work—on which Süss labored not for years but for decades, and in the most meticulous manner imaginable—brings together the geological research that this youngest branch of natural science has produced over the course of just a few decades. What does it reveal?

[ 24 ] Eduard Sueß war einmal der, welcher gesagt hat: Sehen wir einmal ab von allen Vorurteilen der Neptunisten, der Plutonisten und von allem, was sich sonst an Theorien durch die Geologen des neunzehnten Jahrhunderts angehäuft hat. Konstruieren wir nicht, sondern sehen wir das an, was sich als die Physiognomie, als das Bild der Erdoberfläche darbietet. — Von der allerdings sinnenfälligen, aber reinen und durch keine Theorie und Hypothese getrübten Anschauung ist Eduard Sueß ausgegangen. Da hat er dann andere Anschauungen gewonnen als die, welche lange Jahrzehnte hindurch gang und gäbe waren. Er ist zu dem Resultat gekommen, daß die Gebirge, die uns als scheinbar mächtige Massive entgegentreten, sich doch nur wie die Runzeln auf der Apfelschale ausnehmen und sich in keiner anderen Weise erklären lassen als dadurch, daß man annimmt, daß gewisse Kraftwirkungen rein physikalisch-chemischer Art im Erdplaneten walten, durch deren Tätigkeit unsere Unebenheiten, unsere Täler und Berge, die verschiedenen Schichten und so weiter zustande kommen; so daß im wesentlichen die Verteilung von Wasser und Land, die Bildung der Kontinente und so weiter dadurch zu erklären ist, daß sich Faltungen bilden, daß gewisse Kräfte die Erdmassive zusammenschieben, wodurch sich gewisse Erdmassen zu Gebirgen auftürmen. Andre Kräfte sind tätig, die bewirken, daß das Aufgetürmte dann zusammenstürzt; dadurch geschieht dann das Bilden der Meere. Also durch Zusammenstürze, durch Überstülpungen und Zusammenfaltungen und so weiter erklärt er zum Beispiel das Gebirgsmassiv der Alpen. In einer geistvollen Weise wird so gezeigt, daß das ganze Antlitz der Erde durch solche Zusammenschiebungen, Einstürze, Faltungen und so weiter zustande gekommen ist. Meeresbildungen und Bildung der Kontinente werden zum Beispiel dadurch erklärt, daß gewisse Einstürze geschehen, daß die Wasser nach der einen Richtung abfließen, und dort, wo Wasser früher war, wird auf diese Weise Land freigelegt und so weiter. Wir haben es also mit einer Erdoberfläche zu tun, wo Prozesse geschehen, die auf einem Durcheinanderrütteln der Erdmassen von mechanischen Kräften und auf Einstürzen beruhen. Und indem sich Sueß ein Gesamtbild zu machen versucht von dem, was auf dem Boden vorgeht, auf dem wir herumwandeln, gelangt er zu einem eigentümlichen Resultat: daß es im Grunde genommen überhaupt ein Prozeß der Zerstörung ist, der sich auf unserer Erdoberfläche abspielt, und daß eigentlich der Boden, wo wir heute den Pflug über den Acker führen, aus dem unsere Früchte kommen, nur dadurch entstanden ist, daß von irgendwo anders her Faltungen, Einstürze — kurz: Zerstörungsprozesse gewirkt haben. Ich brauche nur wenige Worte aus diesem bedeutendsten Werke der gegenwärtigen Geologie zu zitieren, und Sie können daraus entnehmen, wohin den gewissenhaften Naturforscher Eduard Sueß die rein sinnenfällige geologische Betrachtungsweise geführt hat.

[ 24 ] Eduard Sueß was the one who once said: Let us set aside all the prejudices of the Neptunists, the Plutonists, and all the other theories that have accumulated among nineteenth-century geologists. Let us not speculate, but rather look at what presents itself as the physiognomy, as the image of the Earth’s surface.” — Eduard Sueß began with this perspective, which, while certainly evident to the senses, was pure and unclouded by any theory or hypothesis. From this, he arrived at views different from those that had been commonplace for many decades. He concluded that the mountains, which appear to us as seemingly massive ranges, are in fact no more than the wrinkles on an apple’s skin and can be explained in no other way than by assuming that certain purely physical -chemical forces are at work within the Earth, and it is through their activity that our landforms—our valleys and mountains, the various strata, and so on—come into being; so that, essentially, the distribution of water and land, the formation of the continents, and so on, can be explained by the formation of folds, by certain forces pushing the Earth’s masses together, causing certain masses of earth to pile up into mountains. Other forces are at work that cause these towering formations to collapse; this, in turn, leads to the formation of the oceans. Thus, through collapses, overthrusts, and folds, and so on, he explains, for example, the Alpine mountain range. In an insightful way, he demonstrates that the entire face of the Earth has come into being through such compressions, collapses, folds, and so on. The formation of oceans and continents, for example, is explained by the fact that certain collapses occur, causing the water to flow off in one direction; and where water once was, land is thus exposed, and so on. We are thus dealing with an Earth’s surface where processes occur that are based on the mechanical forces shaking up the Earth’s masses and on collapses. And as Süss attempts to form an overall picture of what is happening beneath our feet as we walk about, he arrives at a peculiar conclusion: that, fundamentally speaking, it is a process of destruction that is taking place on our Earth’s surface, and that, in fact, the soil where we today plow the fields from which our crops come was created solely because folds, collapses—in short: processes of destruction—have been at work elsewhere. I need only quote a few words from this most significant work of contemporary geology, and you can see from them where the meticulous naturalist Eduard Sueß was led by a purely empirical geological approach.

«...Der Zusammenbruch des Erdballs ist es, dem wir beiwohnen. Er hat freilich schon vor sehr langer Zeit begonnen, und die Kurzlebigkeit des menschlichen Geschlechtes läßt uns dabei guten Mutes bleiben. Nicht nur im Hochgebirge sind die Spuren vorhanden. Es sind große Schollen hunderte, ja in einzelnen Fällen viele tausende von Fuß tief gesunken, und nicht die geringste Stufe an der Oberfläche, sondern nur die Verschiedenheit der Felsarten oder tiefer Bergbau verraten das Dasein des Bruches. Die Zeit hat alles geebnet. In Böhmen, in der Pfalz, in Belgien, in Pennsylvanien, an zahlreichen Orten zieht der Pflug ruhig seine Furchen über die gewaltigsten Brüche.»

“...It is the collapse of the globe that we are witnessing. It began, of course, a very long time ago, and the transience of the human race allows us to remain optimistic. The signs are not limited to the high mountains. Large blocks of rock have sunk hundreds, and in some cases many thousands, of feet deep, and not the slightest step on the surface—only the variety of rock types or deep mining reveals the existence of the fault. Time has leveled everything. In Bohemia, the Palatinate, Belgium, Pennsylvania, and numerous other places, the plow quietly cuts its furrows across the most massive faults.”

[ 25 ] Hier haben Sie das Ergebnis sorgfältiger Wissenschaft über den Boden, auf dem wir herumwandeln. Denken Sie sich jetzt, was die Geisteswissenschaft über die Einleitung dieses Prozesses durch einen geistig-seelischen Zerstörungsprozeß zu sagen hat, dessen Fortsetzung auf der einen Seite bedeutet den physikalisch-mechanischen Zerstörungsprozeß, der auf der Erdoberfläche geschieht und den die Geologie durch sorgfältige Forschung von sich aus zu behaupten genötigt ist. So ist es auf allen Gebieten. Wenn Sie die wirklichen Forschungen, die Tatsachen zu Rate ziehen, werden Sie überall sehen: Hier steht die Geisteswissenschaft mit dem, was sie aus der hellseherischen Forschung heraus zu sagen hat, und dort die Naturwissenschaft, die nur unbeeinflußt von monistischen, materialistischen oder sonstigen Vorurteilen gedacht werden muß, die auf reinem, gesundem Boden der Tatsachen steht. Überall, werden Sie sehen, mündet die Geisteswissenschaft so in die Naturwissenschaft ein, daß die Naturwissenschaft durch das, was sie aus dem reinen Boden der Tatsachen zu liefern hat, einen ausgiebigsten Beweis für das bringt, was die Geisteswissenschaft von sich aus zu sagen hat. Niemals ist ein Widerspruch zwischen Geisteswissenschaft und wahrer Naturwissenschaft vorhanden. Widersprüche bestehen nur zwischen gesunder Geisteswissenschaft, die auf die Realität losgeht, und den Theorien der Phantasten und derjenigen, die da sagen, sie stünden auf dem festen Boden der Wissenschaft, die aber sofort den festen Boden verlieren, wenn sie nicht in das einmünden, was die Tatsachen sagen, sondern in das, was sie selbst über die Tatsachen sagen möchten. Die Geisteswissenschaft läßt sich von den geistigen Tatsachen sagen, was diese von den Weltengeheimnissen zu sagen haben. Naturwissenschaft blickt mit ihren Methoden auf das hin, was sich ihr ergeben hat und was sie zu sagen hat. Beide stehen in vollstem Einklang. Und wenn Sie nicht jene populären Werke nehmen, die sagen: «das und das steht wissenschaftlich fest», sondern wenn Sie zu den Quellen gehen, dann können Sie insbesondere auf dem Gebiete der Geologie finden, wie die Geologen überall bis zu einem gewissen Punkte vordringen und dann Fragezeichen hinsetzen. Wenn man bei diesen Fragezeichen angekommen ist, kann man von ihnen ausgehen, indem man jetzt die geisteswissenschaftliche Forschung betrachtet. Diese sagt uns dann: Wenn es richtig ist, was die Hellsichtigkeit zeigt, so muß sich das äußere Tatsachenmaterial so und so gestalten. In dem geologischen Falle hat sich gezeigt: Wenn es richtig ist, was die Geisteswissenschaft darzustellen hat, dann muß als die Fortsetzung des heutigen Zersetzungsprozesses unser Erdball jetzt im Zusammenbruch sein. Geologie, die auf die Tatsachen geht, zeigt aus den Gesetzen, daß es so ist! Die Ergebnisse der Naturwissenschaft sind überall die Konsequenzen der geisteswissenschaftlichen Forschung. Wenn wir den ganzen Geist und Sinn dieser Auseinandersetzung betrachten, werden wir keineswegs darüber trübsinnig werden, daß wir auf einem Boden gehen, der ein sich zersetzender Leichnam ist. Denn wir sehen ein, daß auf diesem Boden sich das entwickelt hat, was wiederum Zukunftskeime in sich enthält.

[ 25 ] Here you have the result of careful scientific research into the ground on which we walk. Now consider what spiritual science has to say about the initiation of this process through a spiritual-soul process of destruction, the continuation of which, on the one hand, entails the physical-mechanical process of destruction taking place on the Earth’s surface—a process that geology, through careful research, is compelled to acknowledge on its own. This is the case in all fields. If you consult the actual research and the facts, you will see everywhere: on the one hand, spiritual science stands with what it has to say based on clairvoyant research, and on the other, natural science—which must be conceived of as free from monistic, materialistic, or other prejudices—stands on the pure, sound ground of facts. Everywhere, you will see, spiritual science flows into natural science in such a way that natural science, through what it has to offer from the pure ground of facts, provides the most comprehensive proof of what spiritual science has to say on its own. There is never a contradiction between spiritual science and true natural science. Contradictions exist only between sound spiritual science, which engages with reality, and the theories of fantasists and those who claim to stand on the firm ground of science, yet immediately lose that firm ground when they do not converge with what the facts say, but rather with what they themselves wish to say about the facts. Spiritual science allows the spiritual facts to reveal what they have to say about the mysteries of the world. Natural science, with its methods, looks at what has been revealed to it and what it has to say. The two are in complete harmony. And if you do not rely on those popular works that claim, “This and that is scientifically established,” but instead go to the sources, then you will find—particularly in the field of geology—that geologists everywhere advance to a certain point and then leave things open to question. Once you have reached these points of uncertainty, you can take them as a starting point by now turning to spiritual scientific research. This then tells us: If what clairvoyance reveals is correct, then the external factual evidence must take such and such a form. In the case of geology, it has been shown: If what spiritual science sets out to demonstrate is correct, then—as a continuation of today’s process of decomposition—our Earth must now be in a state of collapse. Geology, which is grounded in facts, demonstrates from the laws of nature that this is indeed the case! The findings of natural science are everywhere the consequences of spiritual scientific research. When we consider the full spirit and meaning of this debate, we will by no means become gloomy at the thought that we are walking on ground that is a decaying corpse. For we realize that what has developed on this ground contains within itself the seeds of the future.

[ 26 ] Auch die folgenden Vorträge werden uns immer mehr zeigen, daß ebenso, wie der Mensch auf seinen Geist sieht, so das Geistige, das sich einst den Boden unter den Füßen bereitet hat, Zukunftsepochen entgegengeht, die es auf immer höheren und höheren Höhen zeigen werden. Wenn schon der Geologe Sueß — weil er durch den Umgang mit der Natur auf alles Schöne der Natur selbst in den Zerstörungsprozessen eingeht — das Antlitz der Erde zu bewundern versteht, indem er in seinem großen, monumentalen Werke die beherzigenswerten Worte sagt: «Im Angesichte dieser offenen Fragen erfreuen wir uns des Sonnenscheines, des gestirnten Firmamentes und aller Mannigfaltigkeit des Antlitzes unserer Erde, welche durch eben diese Vorgänge erzeugt worden ist, zugleich erkennend, bis zu welchem Grade das Leben von der Eigenart und den Schicksalen des Planeten beherrscht ist», wenn schon der Geologe — sich über allen Pessimismus erhebend — diesen Ausblick in der Seele empfindet, dann sagt erst recht der Geistesforscher, der weiß, daß das Goethesche Wort wahr ist: die Natur hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben —, und der auch weiß, daß es erkenntnismäßig wahr ist zu sagen: die Natur hat den Tod erfunden, um immer höheres und immer geistigeres Leben zu haben — es sagt der Geistesforscher, der dies weiß: Wenn wir auch hinblicken müssen auf das, was ein höheres Leben sich ausgesondert hat, wie auf einen in Zerstörungsprozessen begriffenen Leichnam, so sehen wir doch in allem, was auf diesem Boden wandelt, Keime leuchten dessen, was in unseren Herzen Hoffnung und Sicherheit erregen kann. Das aber sagt uns: Wir wandeln auf dem Boden, den uns die Vorwelt gegeben hat, den sie in seiner Zersetzung, in seiner Zerstörung zu dem Boden unter unseren Füßen hat werden lassen. Wir wandeln auf diesem Boden, ahnend — indem wir uns in unserem Geiste zu Himmelshöhen erheben —, daß wir diesen Boden im Laufe der zukünftigen Entwickelung zur rechten Zeit zu verlassen haben, um in den Schoß der geistigen Welt aufgenommen zu werden, mit der wir uns, wenn wir es recht verstehen, so innig verbunden fühlen.

[ 26 ] The following lectures, too, will show us more and more that, just as human beings look to their spirit, so too the spiritual realm—which once laid the groundwork beneath our feet—is moving toward future epochs that will reveal it at ever higher and higher levels. Even the geologist Sueß—because, through his engagement with nature, he appreciates all that is beautiful in nature, even within its processes of destruction—knows how to admire the face of the Earth, expressing these words worth heeding in his great, monumental work: “In the face of these open questions, we rejoice in the sunshine, the starry firmament, and all the diversity of our Earth’s face, which has been brought about by precisely these processes, while at the same time recognizing to what degree life is governed by the nature and destinies of the planet,” if even the geologist—rising above all pessimism—feels this outlook in his soul, then all the more so does the spiritual researcher, who knows that Goethe’s words are true: nature invented death in order to have abundant life— and who also knows that it is true, from a cognitive standpoint, to say: Nature invented death in order to have ever higher and ever more spiritual life—the spiritual researcher who knows this says: Even if we must look upon what a higher life has cast aside as upon a corpse in the process of decay, we still see in everything that walks upon this earth the glimmering seeds of that which can stir hope and security in our hearts. But this tells us: We walk upon the ground that the past world has given us, which, in its decay and destruction, it has transformed into the ground beneath our feet. We walk upon this earth, sensing—as we rise in spirit to the heights of heaven—that in the course of future development we must leave this earth at the right time to be received into the bosom of the spiritual world, with which, if we understand it correctly, we feel so intimately connected.