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The Rudolf Steiner Archive

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The Essence of Christianity
GA 68a

17 April 1903, Weimar

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The Essence of Christianity, tr. SOL
  1. Über das Wesen des Christentums

2. Die theosophischen Hauptlehren

2. The Main Theosophical Teachings

I. Bericht in der «Weimarischen Zeitung» vom 19. April 1903

I. Article in the “Weimarische Zeitung” dated April 19, 1903

[ 1 ] Zweiter Vortrag des Generalsekretärs der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Herrn Dr. Rudolf Steiner, Berlin, über: «Die theosophischen Hauptlehren». Noch zahlreicher als zum ersten Vortrag hatten sich gestern Abend im Saale der «Erholung» die aufmerksamen Hörer eingefunden, um den trefflichen, mit Überzeugung und Feuer vorgetragenen Ausführungen zu lauschen. Aus dem interessanten Thema sei in gedrängter Kürze Folgendes wiedergegeben:

[ 1 ] Second lecture by the Secretary-General of the German Section of the Theosophical Society, Dr. Rudolf Steiner, Berlin, on: “The Main Theosophical Teachings.” An even larger crowd of attentive listeners than at the first lecture had gathered yesterday evening in the “Erholung” hall to listen to the excellent remarks, delivered with conviction and passion. The following is a concise summary of this interesting topic:

[ 2 ] Der Anfang der theosophischen Bewegung liegt, wie wir alle wissen und wie uns die ältesten Überlieferungen beweisen, in dem frühesten Zeitalter, was die theosophische Tätigkeit schon bei den Essäern und Pythagoräern zur Genüge bestätigt. In den sogenannten Mysterienschulen (Geheimschulen), die schon in dem 2., 3. und 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung bestanden, wurden damals die Geheimnisse des menschlichen Daseins gelehrt. — Ein Beispiel, mit welchem Interesse man schon früher die Erforschung und den Ausbau der Gottesweisheit betrieb, gibt Redner, indem er den Vorgang erzählt, wie einst ein indischer Gelehrter, der seinen theosophischen Vortrag nach dem Standpunkt der damaligen Naturerkenntnis hielt, von einem Zuhörer befragt wurde, was übrig bleibe, wenn sich einst alle ätherischen, physischen Bestandteile des Menschen aufgelöst hätten. Auch dieser Redner legte dem Fragenden nahe, dass die Öffentlichkeit nicht der Ort sei, diese Frage zu beantworten, und zog ihn deshalb mit in die Einsamkeit, um ihn in die Geheimnisse seines eigenen Seelenlebens einzuführen und ihm das Vorhandensein des göttlichen Wesens in seinem Ich zu erklären. In der Erklärung der Wiederverkörperung und Karma greift die feste Überzeugung Platz, dass allem in der Welt Bestehenden das Karma, die Tätigkeit zugrunde liegt, wie selbst Goethe einst trefflich gesprochen: Funktion ist das Dasein in Tätigkeit gedacht. Sowohl unsere hochvollkommenen ebenso wie die noch unvollkommenen Organe der Tiere sind von Anfang nie das gewesen, was sie jetzt sind. Es gibt noch heute Lebewesen, denen zum Beispiel die Augen zum Sehen in dem Maße und Sinne, wie wir dies zu wissen gewöhnt sind, ganz fehlen, und [die] nur durch die primitivsten Hautöffnungen, die mit den Sehnerven verbunden sind, den allergeringsten Einblick in die sie umgebende Außenwelt haben. Und doch wird auch für diese unvollkommenen Geschöpfe die Zeit kommen, in der ihre Sehwerkzeuge sich in dem Maße entwickelt haben wie bei anderen, vollkommenen Tieren. Die Notwendigkeit und das Bedürfnis, weitere Lichteinblicke erhalten zu müssen, wird durch die fortwährende Wechselwirkung, durch die unaufhörliche Tätigkeit auch die Sehorgane dieser unentwickelten Tiere denen anderer Tiere gleichmachen, wenn die Seele der Tiere sich durch ungezählte Generationen hindurchgelebt und vervollkommnet hat. Ein weiterer Beweis der immerwährenden Tätigkeit und Entwicklung ist ferner, dass es zum Beispiel in Amerika eine Art Fische, die Molchfische, gibt, in welchen sich in der Zeit ihres Vorhandenseins in dem Körper neben den Kiemenatmungsorganen noch gewissermaßen eine Lunge gebildet hat, die ihnen das Leben, welches sie ursprünglich nur im Wasser verbrachten, später durch Wassermangel in die unabweisbare Notwendigkeit versetzt, für kürzere, später auf längere Zeit außerhalb des Wassers gestattete. Die Tätigkeit der Organe kam ihnen zu Hilfe und heute können diese Fische einen Teil des wasserlosen Sommers auf dem Lande zubringen, während sie, sobald Wasser vorhanden, nur in diesem leben. — Und wie der Naturforscher dieses Entstehen früher nicht den Körpern innewohnender Kräfte beobachtet und erforscht hat, so ist auch der uns innewohnende Geist durch die nie ruhende seelische Tätigkeit in unserem eigenen Ich entstanden. Und wenn es heute noch so geistig unvollkommene Menschen, wie einige wilde Völker, gibt, die selbst heute noch ihre Mitmenschen verzehren, so ist eben ihre Seelentätigkeit eine langsame gewesen, die den Geist nicht in dem Maße entwickelt hat, dass sie sich ihrer Handlungsweise bewusst wären. Und das Vorhandensein der Seele selbst in den Pflanzen hat auch Goethe im Gespräch mit Schiller anerkannt und erörtert, wobei er gestand, dass auch die vollkommenste entwickelte Pflanze aus der Urpflanze hervorgegangen sei und ihm an jeder Blume und Pflanze beim Betrachten die Seele derselben gleichsam vorschimmere. — Aber das Bedeutendste, das Erhabenste, der unermessliche Unterschied in dem Seelenleben der Körper ist die Individualität des Menschen. Jeder, selbst der unvollkommenste und unbedeutendste Mensch hat seine Biografie, welche einem anderen Lebewesen, sei es noch so vollkommen, fehlt. Und in dieser Individualität finden wir das Wesen der Reinkarnation, der Wiederverkörperung, zu deren Erklärung wir hinzufügen: Dasjenige, was du heute denkst, wirst du in späterer Zeit sein; was wir heute mit dem Verstand erfassen, sah zuerst ein früheres Leben, auf welches wir zurückblicken. Und da auch zu der geistigen Wirkung eine Ursache gehört, so sehen wir als Ursache der geistigen Wirkung in uns die früheren Leben. Die stetige Vervollkommnung unserer Seelenweisheit, der Erforschung der Menschenseele, wird uns Aufschluss geben über die verwunderten Fragen [des Belgiers Maeterlinck]: Wie sollen wir unseren ungeheuren Bedürfnissen zur Genüge Gerechtigkeit tun. — Innerhalb unseres Ichs liegen die geistigen Kräfte; in unserem Kausalkörper finden wir die Ursache der Individualität, die ewige Tätigkeit, welche Ursache und Wirkung erzeugt. Mit dem Grundsatz: Die Seele war vorhanden, sie ist vorhanden und wird vorhanden bleiben, kennzeichnen wir das ewige Bestehen des Lebens. Und in diesem Sinne müssen wir den seinerzeitigen Ausführungen des Gelehrten Fichte beistimmen, der seinen Jenenser Studenten erklärte: Brich über mich zusammen, Welt, stürzt auf mich herab, Felsen, verschlinge mich, Erde und Meer, ich stehe furchtlos und unerschrocken, denn ich fühle die göttliche unsterbliche Kraft in meinem Ich, in meiner Seele, die mich allen Schrecken der physischen Vergänglichkeit überhebt.

[ 2 ] The origins of the Theosophical Movement, as we all know and as the oldest traditions attest, lie in the earliest ages, a fact amply confirmed by the Theosophical activities already evident among the Essenes and Pythagoreans. In the so-called mystery schools (secret schools), which already existed in the 2nd, 3rd, and 4th centuries of our era, the mysteries of human existence were taught at that time. — Redner provides an example of the interest with which the exploration and development of divine wisdom were pursued even in earlier times by recounting the story of how an Indian scholar, who was delivering a theosophical lecture based on the state of scientific knowledge at the time, was asked by a listener what would remain once all the ethereal and physical components of the human being had dissolved. This speaker, too, suggested to the questioner that a public forum was not the place to answer such a question, and therefore took him aside to a secluded place to initiate him into the mysteries of his own inner life and explain to him the presence of the divine essence within his own self. In the explanation of reincarnation and karma, there is a firm conviction that everything that exists in the world is based on karma, on activity—as Goethe himself once so aptly put it: “Existence, conceived as activity, is function.” Both our highly perfected organs and the still imperfect organs of animals have never, from the beginning, been what they are now. Even today there are living beings that, for example, completely lack eyes for seeing to the degree and in the sense that we are accustomed to, and [which] have only the slightest insight into the external world surrounding them through the most primitive skin openings connected to the optic nerves. And yet the time will come even for these imperfect creatures when their visual organs will have developed to the same extent as those of other, fully developed animals. The necessity and need to gain further insights into the light will, through continuous interaction and ceaseless activity, cause even the visual organs of these undeveloped animals to become equal to those of other animals, once the souls of the animals have lived through and perfected themselves over countless generations. Further evidence of this perpetual activity and development is, moreover, that there is, for example, a species of fish in America—the lampreys—in which, over the course of their existence, a lung of sorts has formed within their bodies alongside their gill respiratory organs, enabling them to live—a life they originally spent only in water— later, due to a lack of water, were compelled by unavoidable necessity to spend shorter—and later longer—periods of time out of the water. The activity of their organs came to their aid, and today these fish can spend part of the waterless summer on land, while, as soon as water is available, they live only in it. — And just as the naturalist has observed and researched this development—which did not arise from forces inherent in the bodies—so, too, has the spirit inherent in us arisen through the ceaseless activity of the soul within our own self. And if there are still people today who are as spiritually imperfect as some primitive tribes—who even now still devour their fellow human beings—it is simply because their soul activity has been slow, failing to develop the spirit to the extent that they would be conscious of their own actions. Goethe himself acknowledged and discussed the existence of the soul even in plants in a conversation with Schiller, admitting that even the most fully developed plant had emerged from the primordial plant and that, when he looked at every flower and plant, its soul seemed to shimmer before him, as it were. — But the most significant, the most sublime, and the immeasurable difference in the soul life of bodies is the individuality of human beings. Every person—even the most imperfect and insignificant—has a life story that no other living being, no matter how perfect, possesses. And in this individuality we find the essence of reincarnation, of re-embodiment, to the explanation of which we add: What you think today, you will become in the future; what we grasp with our intellect today was first perceived by a previous life, upon which we look back. And since every spiritual effect has a cause, we see our past lives as the cause of the spiritual effect within us. The constant refinement of our spiritual wisdom, the exploration of the human soul, will shed light on the perplexing questions [of the Belgian Maeterlinck]: How are we to do full justice to our immense needs? — Within our “I” lie the spiritual forces; in our causal body we find the cause of individuality, the eternal activity that produces cause and effect. With the principle: “The soul existed, it exists, and it will continue to exist,” we characterize the eternal existence of life. And in this sense, we must agree with the remarks made at the time by the scholar Fichte, who explained to his students in Jena: “Crush me, world; come crashing down upon me, rocks; devour me, earth and sea—I stand fearless and undaunted, for I feel the divine, immortal power within my self, within my soul, which lifts me above all the terrors of physical transience.”

[ 3 ] Ungeteilter Beifall des lautlos spannenden Auditoriums lohnte den Redner, der zum Schluss noch bekannt gab, dass in dem letzten am Montag stattfindenden Vortrag von den Erschienenen irgendwelche bezügliche Fragen gestellt werden könnten, die Redner nach jeder Richtung hin zu beantworten gedenke, sodass sich ein Teil des Abends in dem Rahmen einer Diskussion bewegen dürfte.

[ 3 ] The speaker was rewarded with unanimous applause from the silently captivated audience. At the end, he announced that during the final lecture, to be held on Monday, attendees would be able to ask any relevant questions, which the speaker intended to answer from every possible angle, so that part of the evening would likely take the form of a discussion.

II. Bericht in «Deutschland», Zweites Blatt, vom 19. April 1903

II. Article in “Deutschland”, Second Edition, April 19, 1903

[ 4 ] Am Freitagabend hielt Herr Dr. Steiner im Erholungssaale seinen zweiten Vortrag über Theosophie vor wiederum recht zahlreicher Zuhörerschaft. Es handelte sich diesmal um die theosophischen Hauptlehren (Wiederverkörperung und Karma). Redner begann seinen Vortrag mit einer Erzählung von dem indischen Weisen Jaina Walkia, der von der Lehre der Wiederverkörperung fest durchdrungen war und diese bereits anderen mitteilte. Der Mensch sei ein organisches Wesen mit ausgebildeten Gliedern und Organen, welch Letztere [sich] aber nicht mit einem Male so dargestellt hätten, wie wir sie heute sehen, sondern die in langer Entwicklungszeit, durch ihre eigene Tätigkeit, diese Vollkommenheit erreicht hätten. Alle diese Tätigkeit lasse sich in dem Worte Karma zusammenfassen. So wie sich aus unvollkommenen Tieren im Laufe der Jahrhunderte ganz andere Wesen entwickelt hätten, je ihren Lebensbedürfnissen angepasst, so hätte sich auch das Seelenleben des Menschen in fortwährender Tätigkeit und Entwicklung befunden. Es sei unbedingt richtig, wenn man annehme, dass der Menschengeist stets eine Wiederverkörperung erfahre und nach dem Absterben der organischen Gliedmaßen ruhig verharre, bis sich wiederum ein Wesen für ihn finde. So habe jeder einzelne Menschengeist schon unendliche Male gelebt und sich immer mehr entwickelt und vervollkommnet. Der Geist Goethes und Mozarts ist zum Beispiel schon in den Knaben jugendlichen Alters vorhanden gewesen, er werde auch wiederkehren, denn es sei undenkbar, dass nach dem Tode der organischen Körper diese hochentwickelten Individualitäten nicht weiterleben sollten; es sei auch nicht anzunehmen, dass zum Beispiel Goethes Geist aus nichts hervorgegangen sei. An eine andere Vererbung von Generation zu Generation dürfe man auch nicht glauben, denn oftmals seien Geschwister in ihrer Individualität grundverschieden und sogar Zwillingsbrüder, die doch unter demselben organischen Einfluss gestanden hätten, wären mit den abweichendsten Charaktereigenschaften versehen. Der Geist oder die Individualität im Menschen sei aus der Urseele hervorgegangen und in dem Wort «von Gott zu Gott» liege der Inhalt der ganzen Weisheit. Ursprung und Zweck alles Daseins sei der Kern, der aller religiösen Erkenntnis zugrunde liege. Alles, was da sei, sei aus der Urkraft hervorgegangen und trage das göttliche Wesen in sich; aus dieser Anschauung ergebe sich die individuelle Fortdauer der Seele, die man heute die Unsterblichkeit nenne. Alles, was von der Urkraft ausgehe und zu dieser wieder zurückkehrt, müsse seine Fortdauer haben, bis der Rundlauf beendet sei. Das Streben aller Entwicklung sei natürlich die Vervollkommnung und die Vollendung während des Laufes zurück zur Urkraft. Das hochentwickelte Tier habe gleichfalls eine gewisse Erkenntnis, ebenso der ganz unentwickelte Mensch, nur fehle den Tieren das individuelle Wesen, das Empfinden des persönlichen «Ich»; dieses sei dem Menschen in hohem Maße eigen. Von einer Tiergattung könne man immer im Ganzen sprechen, während der Begriff Mensch doch stets nur das eine Individuum betreffe, da ein zweiter Mensch anders individuell veranlagt sei. Wir könnten uns durch unsere vergänglichen Organe wohl eine Wahrnehmung bilden, die Erkenntnis jedoch steige aus dem Quell des Geistes hervor. Nicht der Stoff erzeuge den Geist, sondern der Geist gehe aus dem Urgeiste — Gott — hervor, um dereinst wieder zu ihm zurückzukehren. In jedem Menschen sei der individuelle Geist enthalten, und wenn der organische Leib sterbe, so lasse er den weiterentwickelten Geist zurück, gleich wie die Pflanze verwest und das lebensfähige Samenkorn zurücklässt zu neuer Entwicklung. Die theosophische Bewegung wolle das bewusste Empfinden des göttlichen Wesens in jedem Einzelnen wecken, sie gestatte dann die bewusste Erkenntnis und das vernünftige Erfassen des individuellen Entwicklungsganges, die sich daraus ergebende innerliche, geistige Anschauung. Hieraus entstehe sodann das Streben nach vollendeter Entwicklung des Geistes. Karma aber bedeute eben die tätige Entwicklung des individuellen Seelenlebens bis zur Vollendung. Hieraus entstehe der Beweis, dass die Seele nicht vergehen könne, sondern schon lange vor uns und noch lange nach uns ihren Entwicklungsgang gehe und vollende. - Redner erinnerte zum Schluss seines lebendigen Vortrages an ein Wort des Jenenser Philosophen Fichte, der ausrief: «Ihr Berge stürzt über mich, ihr Wasser verschlingt mich, ich fürchte mich nicht, denn ich weiß, dass mein Geist fortlebt und nicht verloren geht!» Herr Dr. Steiner teilte noch mit, dass er am nächsten Montag, nach dem Vortrage, gern bereit sei, etwa erwünschte Antworten auf an ihn gerichtete Fragen zu geben und eventuelle Unklarheiten richtigzustellen.

[ 4 ] On Friday evening, Dr. Steiner gave his second lecture on theosophy in the recreation hall to, once again, a fairly large audience. This time, the lecture focused on the main tenets of theosophy (reincarnation and karma). The speaker began his lecture with a story about the Indian sage Jaina Walkia, who was deeply imbued with the doctrine of reincarnation and had already shared it with others. Human beings, he said, are organic beings with fully developed limbs and organs; however, these organs did not suddenly appear as we see them today, but rather achieved this perfection over a long period of evolution through their own activity. All of this activity can be summed up in the word “karma.” Just as, over the course of centuries, entirely different beings have developed from imperfect animals, each adapted to its own life needs, so too has the spiritual life of human beings been in a state of constant activity and development. It is absolutely correct to assume that the human spirit always undergoes reincarnation and, after the death of the physical body, remains at rest until a new being is found for it. Thus, every single human spirit has already lived countless times and has continually developed and perfected itself. The spirits of Goethe and Mozart, for example, were already present in the boys during their youth, and they will return, for it is unthinkable that these highly developed individualities should not continue to live on after the death of their physical bodies; nor is it plausible to assume, for example, that Goethe’s spirit arose from nothing. Nor should one believe in any other form of inheritance from generation to generation, for siblings are often fundamentally different in their individuality, and even twin brothers—who would nevertheless have been under the same physical influence—are endowed with the most divergent character traits. The spirit or individuality in human beings has emerged from the primordial soul, and the phrase “from God to God” encapsulates the essence of all wisdom. The origin and purpose of all existence is the core that underlies all religious knowledge. Everything that exists has emerged from the primal force and bears the divine essence within itself; from this view follows the individual continuity of the soul, which is called immortality today. Everything that emanates from the primal force and returns to it must continue to exist until the cycle is complete. The aim of all development is, naturally, perfection and fulfillment during the journey back to the primal force. The highly developed animal likewise possesses a certain degree of awareness, as does the completely undeveloped human being; only do animals lack the individual essence, the sense of the personal “I”; this is characteristic of human beings to a high degree. One can always speak of an animal species as a whole, whereas the concept of “human” always refers only to a single individual, since every other human being is endowed with a different individual nature. Through our transitory organs, we may indeed form perceptions, but true knowledge springs from the source of the spirit. It is not matter that produces the spirit, but rather the spirit emanates from the Primordial Spirit—God—only to return to Him one day. The individual spirit is contained within every human being, and when the physical body dies, it leaves behind the further-developed spirit, just as a plant decays and leaves behind a viable seed for new development. The Theosophical Movement seeks to awaken the conscious perception of the divine essence within each individual; it thereby enables conscious knowledge and the rational comprehension of the individual’s course of development, as well as the resulting inner, spiritual insight. From this arises the striving for the perfected development of the spirit. Karma, however, signifies precisely the active development of the individual soul’s life toward perfection. From this arises the proof that the soul cannot perish, but rather follows and completes its path of development long before us and long after us. — At the conclusion of his lively lecture, the speaker recalled a statement by the Jena philosopher Fichte, who exclaimed: “Let the mountains crash down upon me, let the waters swallow me up—I am not afraid, for I know that my spirit lives on and is not lost!” Dr. Steiner also announced that next Monday, following the lecture, he would be happy to answer any questions directed at him and to clarify any points of confusion.