The Essence of Christianity
GA 68a
11 December 1903, Weimar
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The Essence of Christianity, tr. SOL
6. Weltgesetz und Menschenschicksal — Eine Weihnachtsbetrachtung
6. Universal Law and Human Destiny — A Christmas Reflection
I. Bericht in «Deutschland», Drittes Blatt, vom 13. Dezember 1903
I. Article in “Deutschland”, Third Section, December 13, 1903
[ 1 ] Freitagabend hielt im Erholungssaale Dr. Rudolf Steiner den dritten der angekündigten sechs theosophischen Vorträge über: «Weltgesetz und Menschenschicksal — eine Weihnachtsbetrachtung». Er führte Folgendes aus:
[ 1 ] On Friday evening, in the Erholungssaal, Dr. Rudolf Steiner delivered the third of the six announced theosophical lectures on: “World Law and Human Destiny—A Christmas Reflection.” He explained the following:
[ 2 ] Als eine «Welt im Kleinen» (Mikrokosmos) wird von alters her der Mensch bezeichnet gegenüber der «Welt im Großen» (Makrokosmos). Zu einer solchen Anschauung kommt nicht nur der Verstand, sondern auch das Gefühl, indem es sich zu dem erhabenen Sternenhimmel und zu den Idealen des menschlichen Geistes mit gleicher Ehrerbietung und Begeisterung erhebt. Zwei Dinge, sagt Kant, erfüllen das Gemüt mit immer zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht: «der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir». Aber man kann ebenso gut sagen: Wie ungleich sind doch die «große» und die «kleine Welt». Der gestirnte Himmel mit den ewig unwandelbaren Gesetzen und die moralische und geistige Menschennatur, die nur tastend und unsicher ihren Gesetzen folgt und alle Augenblicke abirrt. Dem gestirnten Himmel gegenüber erstehen die größten Bewunderer in den Wissenden, die seine Gesetze erforschen. Keppler jauchzte förmlich in Bewunderung auf, als er die Geheimnisse der Planetenbahnen erforscht hatte. Das menschliche Herz in seinem Wankelmut und seinen Wirrsalen ruft dagegen in denen die meisten Bedenken hervor, die es am genausten kennen. Goethe, einer der besten Kenner dieser Menschennatur, flüchtet von deren Irrgängen immer wieder gern zu der unbeirrbaren Gesetzmäßigkeit der äußeren Natur. Goethe hat selbst die Fährte gewiesen, um sich solchen Empfindungen gegenüber zurechtzufinden. Sagt er doch: «Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.» Das ist ein Gebot, das niemand an die Natur stellt. Der Mensch kann getadelt werden, der die Pfade des Rechts und der Tugend verlässt, nicht aber der Vulkan, der unsägliche Verheerungen anrichtet. Die Natur muss man mit sich selbst in Harmonie finden, auch wenn sie zerstörend wirkt. Man weiß, ihre Gesetze sind unwandelbar. Waren sie es immer? Nein, die Gesetze der Planetenbewegung, über deren Entdeckung Keppler aufjauchzt, hat sich das Sonnensystem erst nach langem kosmischem Kampfe gegeben. Aus dem chaotischen Urnebel heraus ist die Harmonie geboren. Diejenige Forschung, welche zu den übersinnlichen Tatsachen zu dringen vermag, zeigt, dass die äußere Natur aus dem Geiste, aus dem Weltgedanken herausgeboren ist, wie die menschlichen Handlungen aus menschlichen Gedanken geboren sind. Hier klärt die Theosophie auf über den Unterschied zwischen Menschen und äußerer Natur. Der Mensch ist ja nicht bloß das physische Wesen, das mit den äußeren Sinnen wahrgenommen werden kann. Er hat innerhalb seines physischen Körpers noch den seelischen Organismus (Astralkörper) und innerhalb des Letzteren erst den ewigen Geist (Mentalkörper), in dem die Gedanken, in dem das moralische Gefühl, die Stimme des Gewissens ihren Ursprung haben. Zwischen diesen drei Bestandteilen seines Wesens besteht im Menschen noch gegenwärtig der Kampf, der in der äußeren Natur zu einem vorläufigen Abschluss gekommen ist. Auch diese äußere Natur ist einstmals Gedankenwelt gewesen; sie ist durch die Stufe des seelischen (astralen) Daseins hindurchgegangen, bevor sie das geworden ist, als was sie heute vor uns steht. Aber die Kämpfe auf diesem Felde sind vorbei. In der leblosen Natur sind keine unbefriedigten Begierden und Leidenschaften mehr vorhanden, die ihren Sitz im seelischen (astralen) Körper haben. Beim Menschen ist das noch nicht der Fall. Seine Entwicklung, seine Vervollkommnung soll ihn erst dahin führen, dass seine urewigen, in der Gedankenwelt liegenden Gesetze ihren harmonischen Ausdruck im äußeren physischen Dasein, in den Handlungen finden. Dieser nicht vorhandene Einklang zeigt sich auch in dem Verhältnis zwischen dem Schicksal und dem Charakter, der Gesinnung. Der Gute muss oft leiden, der Schlechte ist glücklich; die ruchlose Tat trägt oft im äußeren, sinnlichen Dasein dieselbe Frucht wie die edle Handlung des Menschenfreundes. Nur dadurch kommt man zu einer Lösung dieser scheinbaren Ungerechtigkeit in der Welt, dass man sich auf den Standpunkt des großen Gesetzes von den geistigen Ursachen und Wirkungen stellt, das in vielen Leben des Menschengeistes den Ausgleich dafür bringt, was in einem Leben nimmer zu verstehen. Nicht nur die Theosophen der Gegenwart wissen davon, dass der Menschengeist sich nicht bloß einmal, sondern viele Male verkörpert, sondern tiefere Geister aller Zeiten haben sich zu dieser Anschauung bekannt. Als Beispiele brauchen nur Giordano Bruno und Lessing angeführt zu werden. In einem Leben des Menschen erscheint vieles unbegreiflich, weil es seine Ursache in früheren Leben hat. Jemand, der besonders klug ist, trägt die Anlage dazu deshalb in sich, weil er in einem früheren Leben Erfahrungen gemacht hat, die ihn zu seiner Klugheit führten. Alle die schmerzlichen Erfahrungen, die wir im vergangenen Leben dadurch gemacht haben, dass wir uns bloß der Lust und Unlust in unseren Handlungen überlassen haben, sie führten in dem gegenwärtigen Leben die Stimme des Gewissens herbei. - Und Handlungen, Gedanken, die in dem gegenwärtigen Leben nicht die ihnen entsprechenden Früchte tragen, werden dies in folgenden Verkörperungen tun. Dies ist das große Gesetz vom Karma, von den geistigen Ursachen und Wirkungen in der Menschenwelt. Für jeden kommt dereinst eine Verkörperung, in der er so vollkommen ist, dass ihm das Gedächtnis aufleuchtet für alle früheren Verkörperungen. Dann wird er Karma als das gerechte Gesetz des harmonischen Ausgleichs und der vollkommenen Gerechtigkeit erkennen. Und er wird dann sein Leben so gestalten können, dass es nicht mehr in Irrgängen tastet, sondern sich in unwandelbaren Gesetzen bewegt, wie die Sonne im Laufe eines Jahres uns nur regelmäßige Stellungen zeigt. Immer haben die Völker daher den (scheinbaren) Sonnenlauf am Himmel zum Sinnbild genommen für die großen Vorbilder, für die Göttersöhne, für die Weltheilande, die schon vorzeitig in sich tragen die göttliche Seele, zu der sich die Menschen hin entwickeln. Auch die Christen haben im vierten Jahrhunderte die Geburt ihres Weltheilandes auf den 25. Dezember, die Zeit der Wintersonnenwende, festgesetzt. Wie diese Sonnenwende wieder das Licht bringt, so hat der Gottessohn das geistige Licht gebracht, indem er gezeigt hat, dass der Mensch zur Vollkommenheit schreitet, und indem er vorbildlich diese Vollkommenheit selbst gelebt hat. Aus den Weihnachtsklängen hören wir, wenn wir den rechten Sinn verstehen, das Ziel der Menschheitsentwicklung erklingen: den einstigen Einklang zwischen Weltgesetz und Menschenschicksal.
[ 2 ] Since time immemorial, human beings have been described as a “world in miniature” (microcosm) in contrast to the “world at large” (macrocosm). This view is arrived at not only by reason but also by emotion, as it rises to the sublime starry sky and to the ideals of the human spirit with equal reverence and enthusiasm. Two things, says Kant, fill the mind with ever-increasing admiration and awe: “the starry heavens above me and the moral law within me.” But one might just as well say: How unequal the “great” and the “small world” really are. The starry heavens with their eternally unchanging laws, and the moral and spiritual nature of humankind, which follows its laws only tentatively and uncertainly and strays from them at every moment. In the face of the starry heavens, the greatest admirers are found among the scholars who explore its laws. Kepler literally cried out in admiration when he had uncovered the secrets of the planetary orbits. The human heart, with its fickleness and confusion, on the other hand, arouses the greatest reservations even in those who know it best. Goethe, one of the greatest connoisseurs of human nature, repeatedly and gladly flees from its wanderings to the unwavering regularity of external nature. Goethe himself has shown the way to come to terms with such feelings. For he says: “Let man be noble, helpful, and good.” This is a commandment that no one imposes on nature. A person who strays from the paths of justice and virtue can be reproached, but not the volcano that wreaks unspeakable devastation. One must find oneself in harmony with nature, even when it acts destructively. We know that its laws are immutable. Have they always been so? No; the laws of planetary motion—whose discovery Kepler rejoiced over—were only established by the solar system after a long cosmic struggle. Harmony was born out of the chaotic primordial nebula. That branch of research which is capable of penetrating to the supersensible facts shows that external nature is born of the Spirit, of the World-Thought, just as human actions are born of human thoughts. Here, Theosophy clarifies the difference between human beings and external nature. After all, the human being is not merely the physical entity that can be perceived by the external senses. Within his physical body, he also possesses the soul organism (astral body), and within the latter, the eternal spirit (mental body), in which thoughts, moral feeling, and the voice of conscience have their origin. Between these three components of his being, the struggle that has reached a provisional conclusion in external nature still rages within the human being. This external nature, too, was once a world of thought; it passed through the stage of soul (astral) existence before becoming what it is today before our eyes. But the struggles in this realm are over. In inanimate nature, there are no longer any unfulfilled desires or passions that have their seat in the soul (astral) body. This is not yet the case with human beings. Their development and perfection are meant to lead them to a point where their age-old laws, which lie in the world of thought, find their harmonious expression in external physical existence and in their actions. This lack of harmony is also evident in the relationship between fate and character, or disposition. The good person often suffers, while the wicked are happy; the wicked deed often bears the same fruit in external, sensory existence as the noble deed of the philanthropist. The only way to resolve this apparent injustice in the world is to adopt the perspective of the great law of spiritual causes and effects, which, over the course of many lifetimes of the human spirit, brings about a balance for what can never be understood in a single lifetime. It is not only the theosophists of the present who know that the human spirit incarnates not just once, but many times; deeper minds of all ages have also embraced this view. Giordano Bruno and Lessing need only be cited as examples. In a person’s life, many things seem incomprehensible because their causes lie in previous lives. Someone who is particularly wise possesses the predisposition for this because, in a previous life, they had experiences that led to their wisdom. All the painful experiences we have undergone in past lives—by simply yielding to pleasure and displeasure in our actions—have given rise to the voice of conscience in the present life. - And actions and thoughts that do not bear their corresponding fruits in this present life will do so in subsequent incarnations. This is the great law of karma, of spiritual causes and effects in the human world. For everyone, a time will come when they are incarnated in a form so perfect that their memory will be illuminated with the recollection of all their past incarnations. Then they will recognize karma as the just law of harmonious balance and perfect justice. And they will then be able to shape their lives so that they no longer grope in error, but move within immutable laws, just as the sun, in the course of a year, shows us only regular positions. Therefore, peoples have always taken the (apparent) course of the sun across the sky as a symbol of the great exemplars, of the Sons of God, of the World-Saviors, who already bear within themselves, ahead of time, the divine soul toward which human beings are evolving. The Christians, too, in the fourth century, fixed the birth of their World-Savior on December 25, the time of the winter solstice. Just as this solstice brings back the light, so the Son of God brought spiritual light by showing that human beings are advancing toward perfection and by exemplifying this perfection himself. If we understand the true meaning, we hear the goal of human development resounding in the sounds of Christmas: the future harmony between the laws of the world and the destiny of humankind.
II. Bericht in der «Weimarischen Zeitung», Zweite Beilage, vom 13. Dezember 1903
II. Article in the “Weimarische Zeitung”, Second Supplement, December 13, 1903
Weimar, 12. Dezember.
Weimar, December 12.
[ 3 ] Weltgesetz und Menschenschicksal. Dr. Steiners gestriger Vortrag, welcher recht schwach besucht war, sollte eine theosophische Weihnachtsbetrachtung sein. Anscheinend bestehe, so wurde darin ausgeführt, zwischen Weltengesetz und Menschenschicksal ein unüberbrückbarer Gegensatz. Indessen sei das in Wirklichkeit nicht der Fall. Dadurch, dass der Geistesstoff, der Träger des ewigen Gesetzes im Menschen, nur durch das Medium des Astralkörpers wirken könne und daher viel von seiner Kraft und Reinheit verliere, entstände im Menschenschicksal eine Disharmonie. In der großen Natur sei dieser Streit anscheinend zur Ruhe gelangt. Wohl sei die Kant-Laplace’sche Theorie von der Entstehung dieses Weltensystems aus dem Urnebel richtig, aber dieser Welt sei eine Astralwelt und eine Geisteswelt vorangegangen. Die äußere Natur sei daher gleichsam ein Vorbild für den Menschen, eine Aufforderung, zum Ziele zu eilen, zur Vervollkommnung. Die Frage, weshalb in diesem Leben der Gute oft unglücklich, der Bösewicht indessen glücklich sei, beantwortete Dr. Steiner dahin, dass die Menschen das seien, wozu sie im früheren Leben sich gemacht hätten. Die Gerechtigkeit des Karma-Gesetzes beruhe auf seiner Wirksamkeit über alle Leben des einzelnen. Auch die Klugheit der Menschen sei die Erfahrung unzähliger Verkörperungen, und nur deshalb gebe es verschiedene Arten der Klugheit, weil die Menschen früher verschiedene Erfahrungen gemacht hätten. Dieses wissen diejenigen, so erklärte Dr. Steiner, welche heute leben und sich die Fähigkeit erworben haben, auf ihre früheren Leben zurückzublicken. Jeder werde einmal, auf einer gewissen Höhe angelangt, ebenso zurückblicken können, dann werde ihm sein Entwicklungsgang vollkommen harmonisch erscheinen. — Im Laufe seines Vortrags fühlte Herr Dr. Steiner sich gedrängt, zu erklären, dass man ihn gelegentlich seines Vortrages «Die Pilgerfahrt der Seele» missverstanden habe. Dieses Missverständnis habe seinen Niederschlag in einer kritischen Notiz in der «Weimarischen Zeitung» gefunden. — Es soll hier nun keine Polemik mit Herrn Dr. Steiner provoziert werden, doch ist der Vorwurf auch heute dem Vortragenden nicht zu ersparen, dass er wiederum in seinem gestrigen Vortrage die Theosophie im Besitze der allgemein gültigen Wahrheit sein ließ. Wenn er vorsichtshalber stets die Ausdrücke gebrauchte: «Wir (die Theosophie) wissen», oder «die Theosophie weiß», oder «das wissen diejenigen, welche genügend klug geworden sind», so ist damit nur gesagt, dass die übrige Menschheit eben noch nicht so gescheit wie das Häuflein der Theosophen ist. Da aber nach Dr. Steiners Ausspruch das, was er verkündet, für die theosophisch geschulten tatsächlich die Wahrheit ist, so ist nicht einzusehen, wieso die fragliche kritische Notiz in der «Weimarischen Zeitung» von einem Missverständnis eingegeben sein soll. Jeder Religionsstifter, jeder Sektenführer, jeder Baumeister eines philosophischen Systems hat im Besitz der allgemein gültigen Wahrheit zu sein geglaubt, und nicht nur die spekulativen Köpfe glaubten es, sondern jeder noch so wenig entwickelte Mensch, jedes Tier, jede Erscheinung der Natur glaubt es. Nur dass dann die Wahrheit die Bezeichnung «Recht» trägt. Daraus, dass, wie Schopenhauer sagt, jede Erscheinung hinter sich die ganze Natur fühlte, entstand der bellum omnium contra omnes. Wenn nun wieder einmal die einzige Wahrheit gefunden sein soll, so ist es wohl berechtigt, hinter diese Nachricht ein ironisches Fragezeichen zu setzen!
[ 3 ] Universal Law and Human Destiny. Dr. Steiner’s lecture yesterday, which was rather sparsely attended, was intended to be a theosophical Christmas reflection. It was explained there that there is apparently an insurmountable contradiction between universal law and human destiny. However, this is not actually the case. Because the spiritual substance—the bearer of the eternal law within human beings—can act only through the medium of the astral body and thus loses much of its power and purity, a disharmony arises in human destiny. In the great order of nature, this conflict appears to have been resolved. While the Kant-Laplace theory of the origin of this solar system from the primordial nebula is correct, this world was preceded by an astral world and a spiritual world. External nature is therefore, as it were, a model for humankind, a call to strive toward the goal of perfection. When asked why, in this life, the good are often unhappy while the wicked are happy, Dr. Steiner replied that people are what they have made themselves in previous lives. The justice of the law of karma rests on its effect across all the lives of the individual. Human wisdom, too, is the result of the experience of countless incarnations, and the only reason there are different kinds of wisdom is that people have had different experiences in the past. This is known, Dr. Steiner explained, by those who are alive today and have acquired the ability to look back on their past lives. Once everyone has reached a certain level, they will be able to look back in the same way, and then their course of development will appear completely harmonious to them. — In the course of his lecture, Dr. Steiner felt compelled to explain that he had been misunderstood in connection with his lecture “The Pilgrimage of the Soul.” This misunderstanding found expression in a critical note in the Weimarische Zeitung. — The intention here is not to provoke a polemic with Dr. Steiner, yet even today the speaker cannot escape the accusation that, in his lecture yesterday, he once again presented Theosophy as possessing the universally valid truth. When, as a precaution, he consistently used expressions such as “We (theosophy) know,” or “theosophy knows,” or “those who have become sufficiently wise know this,” he was merely stating that the rest of humanity is simply not yet as wise as the small group of theosophists. But since, according to Dr. Steiner’s statement, what he proclaims is indeed the truth for those trained in Theosophy, it is not clear why the critical note in question in the Weimarische Zeitung should be based on a misunderstanding. Every founder of a religion, every sect leader, every architect of a philosophical system has believed himself to be in possession of the universally valid truth; and it was not only speculative minds who believed this, but every human being, no matter how undeveloped, every animal, and every phenomenon of nature believes it. Except that in such cases, the truth goes by the name of “justice.” From the fact that, as Schopenhauer says, every phenomenon sensed the whole of nature behind it, arose the bellum omnium contra omnes. If, then, the one and only truth is to be found once again, it is surely justified to place an ironic question mark after this announcement!
