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The Essence of Christianity
GA 68a

26 July 1904, Berlin

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The Essence of Christianity, tr. SOL
  1. Über das Wesen des Christentums

9. Das Verhältnis der Germanischen Völker zum Christentum

9. The Relationship of the Germanic Peoples to Christianity

[ 1 ] In den Kursen [wurde] ein weiter Weg geschichtlicher Entwicklung durchgemacht. Darzustellen versucht [habe ich] den Entwicklungsgang der Menschheit von einer historischen Erscheinung, die wir verfolgen bis zu dem Punkt, den man Mittelalter nennt; Reihen von Völkerschaften mit staatlichen Einrichtungen sind vorübergegangen, und wir werden aufgreifen, wo die Dinge in ganz andern Verhältnissen liegen.

[ 1 ] The courses [traced] a long path of historical development. [I] have attempted to depict the course of human development from a historical phenomenon that we have been tracing up to the point known as the Middle Ages; a succession of peoples with their own state institutions has come and gone, and we will pick up where circumstances are entirely different.

[ 2 ] [Der] Übergang vom Römischen Reich zum Mittelalter gehört zum bedeutsamsten Übergang in der Welt. Daher [wollen wir] noch einmal die Gipfel der Entwicklung vorbeiziehen lassen. Besprochen haben wir die großartige indische Kultur, als geschichtlich hoch nachzuweisen durch Schrifttum, Dokumente, vor denen Europäer staunend stehen. — Wenn wir uns klar geworden, dass es ein Volk der Betrachtung, des tief innern Lebens ist, so sind uns bei andern Völkern andere interessante Punkte aufgeschlossen. In Ägypten [sehen wir] ein Reich von anderem Charakter und vor dessen Kultur man auch bewundernd steht, das in Bezug auf Mathematik, Technik Unglaubliches geleistet hat - Ingenieurkunst von großartiger Raffiniertheit und auf andern Grundlagen beruhend [sehen wir in den Bauten des] Moeris-See, die Ägyptens Wasser aufhielten, um zu gewissen Punkten das Land zu bewässern, fruchtbar zu machen. Heute muss alles bis ins Einzelne berechnet sein; damals beruhte sie auf Intuition, unmittelbarer Einsicht, erinnern wir an den Biberbau, der Dämme anlegt unter [dem] Winkel, den der Ingenieur als den besten anerkennen musste. Dieser Instinkt [war] heraufentwickelt bis zu dem, was man Intuition nennt. Menschliche Entwicklung heißt also nicht, dass [man] sich vom Primitiven herauf entwickelt hat, sondern wenn einiges von uns neu erreicht ist, so ist manches verloren, was früher höher war.

[ 2 ] [The] transition from the Roman Empire to the Middle Ages is one of the most significant transitions in the world. Therefore, [let us] once again review the pinnacles of this development. We have discussed the magnificent Indian culture, whose historical significance is well attested by writings and documents that leave Europeans in awe. — Once we have realized that this is a people of contemplation and deep inner life, other interesting aspects of other peoples are revealed to us. In Egypt [we see] an empire of a different character, whose culture also inspires admiration—one that achieved the unbelievable in mathematics and technology—engineering of magnificent sophistication and based on different principles [we see in the structures of] Lake Moeris, which held back Egypt’s waters to irrigate the land at certain points and make it fertile. Today, everything must be calculated down to the last detail; back then, it was based on intuition, on immediate insight—let us recall the beaver’s dam, which is built at [the] angle that the engineer would have to acknowledge as the best. This instinct [had] developed into what we call intuition. Human development, therefore, does not mean that [we] have evolved from a primitive state; rather, when we achieve something new, we lose something that was once superior.

[ 3 ] Gehen wir hinüber zu Babylonien, Assyrien. Vieles von dem, was auch dieses Volk kannte, ist trotz unserer Geometrie uns verloren gegangen. Wir dürfen nicht mehr uns halten an den Begriff der grade aufsteigenden Entwicklung. — Dann kamen wir zum persischen Volk mit seiner merkwürdigen Kultur; wenn wir uns erinnern, wie ein junger Perser erzogen wurde, werden wir das verschiedene Bild beurteilen, das die Welt haben konnte. Wahrheit sagen. Symptomatisch dadurch das Innerste seines Wesens von diesem Volk hervorgekehrt. Dass innerlich gefestigt ein Mensch sei, war für den Perser, wenn er einheitlich war mit seinem herausfließenden Worte. Was später Gesetz wurde: Ja, ja — Nein, nein (Mt 5,37), [das] war hier Erziehung.

[ 3 ] Let us turn to Babylonia and Assyria. Much of what this people also knew has been lost to us, despite our geometry. We must no longer cling to the notion of a straight, upward progression. — Then we came to the Persian people with their remarkable culture; if we recall how a young Persian was raised, we will be able to assess the different picture the world might have had. Speaking the truth. This was symptomatic of the innermost essence of this people. For the Persians, a person was considered inwardly steadfast if they were at one with the words that flowed from them. What later became law—“Yes, yes—No, no” (Mt 5:37)—[that] was their upbringing.

[ 4 ] Ein Gürtel beginnt in Persien, und sich ausbreitend über ganz Europa umfasst [er] die Völkerschaften, von denen die römisch-griechische Kultur abgelöst wurde. — Während sich Kunst, gewaltige Gedanken, in Griechenland entwickelten und auf der italienischen Insel [das], was wir den römischen Bürger nennen, da lebten verschiedene Völkerschaften im Norden von Europa. Da zeigt sich für Rom: das nordische Gespenst, der kymbrische Schrecken, in Italien kommt etwas herauf in der Menschheitsentwicklung, was früher nie gewesen ist: Unterschied zwischen [Römer und Grieche] — Bürgertum schlechtweg zu nennen, was die persönliche Tüchtigkeit auf ihren höchsten Gipfel bringt. [Eine] NeuGestaltung [ist] dies, die wir früher nicht gehabt haben. Wir haben nie Veranlassung, in Griechenland in die Familie hineinzuschauen — nur die Polis interessiert uns —, daher bildet sich spärlich aus, was wir heute Recht nennen, was im Wesentlichen gebaut ist auf den Familienzusammenhang. — Wie das im alten Rom in die einzelnsten Verhältnisse des Volkes hineinschaut, haben wir gesehen; lesen und schreiben konnte der Knabe oft nicht, aber die zwölf Tafelgesetze. Römischer Dogmatisierungssinn ist daraus hervorgegangen, das unmittelbar Lebendige, das den Römer verband mit seinen Rechtsprinzipien, ging verloren und wurde abstrakt. Ausgedehnt hatte sich diese römische Rechtsform über die ganze Welt, hatte aber sein Leben verloren. — Beamte, die Vorsteher waren von einzelnen Bezirken, Diözesen, waren der Schatten, die Hülle des ehemaligen Lebens und Caesar die abstrakte, verstandesmäßige Zusammenfassung dessen, was früher in römischen Herzen lebte. In diese Hülle, [in diesen] Balg sahen wir, wie sich hineingoss das christliche Leben, wie das weite römische Reich zuletzt nichts hatte von dem, was ursprünglich seine Größe ausgemacht hatte. — Alle Kulte, gr.[iechische], ph.[önizische], äg.[yptische], konnte man da erleben, und dieses ganze Chaos der Völkerschaften war zusammengehalten durch äußerlich aufgepfropfte römische Gesetze. Nur eines einte, war gleichmäßig verbreitet ... [Lücke] ein furchtbar unter dem Druck leidendes Proletariat, und dass sich auf dem Grunde das fand, was verbunden war nur durch das Band des gemeinsamen Druckes, der Leiden, machte, dass sich dieses Christentum mit ungeheurer Schnelligkeit ausbreitete. Denn es kümmert sich nicht um Unterschiede, sondern um die Einheit des Leides ... [Lücke] und darum goss sich in diesen Balg dieses lebendige Leben, das vom Osten kam.

[ 4 ] A belt begins in Persia and, spreading across all of Europe, encompasses the peoples from whom Roman-Greek culture emerged. — While art and profound ideas were developing in Greece and on the Italian peninsula—where what we call the Roman citizen lived—various peoples were living in northern Europe. For Rome, this meant the Nordic specter, the Cimbri terror; in Italy, something was emerging in the development of humanity that had never existed before: the distinction between [Romans and Greeks] — to call it, quite simply, “citizenship,” which elevates personal competence to its highest peak. This is a new formation that we did not have before. We never had reason to look into the family in Greece—only the polis interested us—and thus what we today call “law,” which is essentially built upon family ties, developed only sparingly. — We have seen how, in ancient Rome, the state looked into the most intimate affairs of the people; the boy often could not read or write, but he knew the Twelve Tables. The Roman sense of dogmatization emerged from this; the immediate vitality that connected the Roman to his legal principles was lost and became abstract. This Roman legal system had spread throughout the entire world, but it had lost its vitality. — Officials, who were the heads of individual districts and dioceses, were the shadows, the shell of the former way of life, and Caesar was the abstract, rational synthesis of what had once lived in Roman hearts. We saw how Christian life poured into this shell, this bag, and how the vast Roman Empire ultimately had nothing left of what had originally constituted its greatness. — All cults—Greek, Phoenician, Egyptian—could be found there, and this entire chaos of peoples was held together by Roman laws grafted onto it from the outside. Only one thing united them, was evenly distributed … [gap] a proletariat suffering terribly under the pressure, and the fact that at the bottom lay those who were bound only by the bond of shared oppression and suffering meant that this Christianity spread with tremendous speed. For it is not concerned with differences, but with the unity of suffering … [gap] and so this living life, which came from the East, poured itself into this vessel.

[ 5 ] Und deshalb benutzten die römischen Cäsaren dies um zu retten ... [Lücke] konnten aber nicht retten, weil dies Volk vor den Toren stand.

[ 5 ] And that is why the Roman emperors used this to save ... [gap] but could not save them, because this people was standing at the gates.

[ 6 ] Sehen wir uns an diese Völker, die die Kraft — das lebendige Leben der Christen damals hatten.

[ 6 ] Let’s take a look at these peoples who possessed the strength—the vibrant life—of the Christians of that time.

[ 7 ] In uralten Zeiten lebten ... [Lücke] Völker, von deren Kultur man sich heute kaum eine Vorstellung machen kann. Nur einzelne Reste sind erhalten, indem sie ihr Blut ergossen haben in spätere Bestandteile, zum Teil in solche wie [auf dem] Balkan. — Diesen alten Völkerschaften — ihre Kultur geht aus verschiedenen Funden hervor, trompetenartigen Instrumenten, die in merkwürdiger Weise Zusammenklang geben. Kunst der Metallbearbeitung und Verständnis für den Klang der Instrumente. Etwas steckte davon in den Völkern, auf denen die äußere Kultur des Römischen Reichs aufgebaut war; in alter etruskischer Kultur steckte etwas von dem — und dann in nördlichen Gegenden, in Donaugegenden seinen Sitz habend. Keltisches Volk — von diesem Mittelpunkt die ganzen Kulturverhältnisse Europas beherrscht, sie hatten hohe geistige Reife, Ilyrische und musikalische Veranlagung, Energie und Unternehmungssinn, — eigentlich bewegendes Element in der europäischen Kultur. — Kulturferment, das an den Gliedern haftet, aber nicht geschichtlich wurde. Er musste dabei sein, wenn er nicht da war, blieb es nicht, verbreitet sich über Spanien, Frankreich. Im Norden von Italien waren immer solche, in denen keltisches Blut floss. Was den Römer groß gemacht hatte, war sein Persönlichkeitsbewusstsein, sein auf Ackerbau gegründetes Rechtswesen — in andern nicht, und Dichter wie Man... stammen aus Norden, wie Horaz aus Süden, wo Griechen [waren] —- alles was groß ist, wenn nicht vom Recht, ist von außen ...

[ 7 ] In ancient times, there lived ... [gap] peoples whose culture is almost impossible to imagine today. Only a few remnants have survived, as they shed their blood into later groups, in part into those such as [those in] the Balkans. — These ancient peoples—their culture is evident from various finds, such as trumpet-like instruments that produce a remarkable harmony. The art of metalworking and an understanding of the sound of instruments. Something of this was present in the peoples upon whom the external culture of the Roman Empire was built; there was something of it in ancient Etruscan culture—and then in northern regions, particularly in the areas along the Danube. The Celtic people—from this center, the entire cultural landscape of Europe was dominated; they possessed a high level of intellectual maturity, an Illyrian and musical disposition, energy, and a spirit of enterprise—in fact, a dynamic element in European culture. —A cultural catalyst that clings to its components but never became part of history. It had to be present; if it was not there, it did not remain, spreading across Spain and France. In northern Italy, there were always people with Celtic blood. What made the Romans great was their sense of individuality and their legal system based on agriculture—which others lacked—and poets like Man... came from the north, just as Horace came from the south, where the Greeks [were]—everything that is great, if not derived from law, comes from outside...

[ 8 ] Vom Keltentum beeinflusste Kultur war das Land, das die Römer eroberten in Spanien, Gallien ... [Lücke] Kultur, die wieder schwand, weil er persönlich da sein musste, am Blut haftete es, dieses Volk der Kelten, das mächtig gewirkt hat ... [Lücke] ist nicht ausgestorben, wirkt aber nicht durch Tradition, sondern noch heute durch sein Blut. Denn nachweisbar ist es, dass überall da, wo wichtige Kultureinflüsse auftraten, sie von solchen herrührten, die Keltenblut in den Adern hatten, Shakespeare, nachweisbar Robespierre ... [Lücke]

[ 8 ] The land the Romans conquered in Spain, Gaul, and elsewhere was shaped by a culture influenced by the Celts ... [gap] A culture that faded away because he had to be there in person; it was ingrained in their blood—this Celtic people, who had such a powerful impact ... [gap] has not died out, but its influence is felt not through tradition, but even today through its blood. For it can be proven that wherever significant cultural influences arose, they originated from those who had Celtic blood in their veins—Shakespeare, and, as can be proven, Robespierre... [gap]

[ 9 ] Völkerferment, das immer aufrüttelnd und befreiend wird und eine wichtige Mission hatte in diesem Zeitpunkt.

[ 9 ] A force that always stirs people up and liberates them, and which played an important role at that time.

[ 10 ] Es schob sich in dies Land ein Volk ein, das schwere Geschicke durchgemacht haben muss — wir treffen es nicht ... [Lücke] mit solch einer geistigen Kultur, aber mit einer, die zeigt, dass dieses Volk Charakteranlagen entwickelt hatte, die es wesentlich unterscheidet von andern. Europa hat viele Vereisungen durchgemacht. Einst gab es dort heiße, tropische Zeiten, dann die großen Eiszeiten. Zweifellos haben die letzten großen Vereisungen die Vorläufer der Germanen durchgemacht und unter diesem Einflusse hat sich etwas herausgebildet, was verschieden ist im Schädelbau ... [Lücke]

[ 10 ] A people that must have endured great hardships made its way into this land—we do not find them ... [gap] possessing such a high level of intellectual culture, but one that shows this people had developed character traits that distinguish them significantly from others. Europe has undergone many ice ages. Once there were hot, tropical periods there, then the great ice ages. Undoubtedly, the precursors of the Germanic peoples endured the last great ice ages, and under this influence, something emerged that is distinct in terms of skull structure ... [gap]

[ 11 ] Ein Naturvolk war es mehr als die andern europäischen Völker. Der Kelte war tätig und energisch, wo er persönlich einsetzte, Agitator im feinsten Stil und deshalb etwas entwachsen der Natur, — der Römer liebte, was ihn nährt, war verwachsen mit seinem Ackerbau. — Der alte Germane liebte die Natur, wo er sie fand, war ein Wanderer, der sich als solcher an der Natur freuen konnte. Er liebte die Natur, nicht ein gewisses angestammtes Gebiet — [war] zusammengewachsen mit der Natur und [hatte] deshalb [eine] Lebensgestaltung, die dem entspricht. Leben in Dorfgemeinden in Kommunismus, die ebenso wieder aufgebrochen werden können. Viehzucht und Jagd waren die Beschäftigungszweige der alten Germanen. Dieses Volk schob sich hinein in die Gegenden, die früher von den Kelten bewohnt waren, machten sich sesshaft in Gebieten bis nach Russland, es zerfiel in eine Unzahl von Stämmen. Freiheit war in gewisser Beziehung angeboren, war aber darauf angewiesen, es mit Waffen zu verteidigen. — Im Norden irgendwo, wird erzählt, war ein Eiland, wo jedes Jahr ein Fest gefeiert wurde, eine Göttin erschien, die vor allen herumgeführt [wurde]. - Die Verknüpfung mit der Natur zeigt sich so. Und wir sehen, wie Naturdienste überall errichtet werden. Man spricht viel von heiliger Eiche. Es war aber falsche Auslegung eines Wortes. Den mit der Natur im Bunde stehenden Germanen gaben aber Kelten ihre Religion. Druiden hießen Eichen. Der Priester wurde verehrt. Das zeigt, was für ein treibendes Element das Keltenvolk war. — Wenn die Römer ihre Herrschaft in Spanien ausdehnten, hatten sie es mit Mischbevölkerung [zu tun], die an Kelten ... [Lücke]. In der Mitte von Europa hatten sich die Germanen niedergelassen. Zuerst trafen die Römer sie in den Gegenden des heutigen Kärnten, Marius der Kymbern. - Dann in Frankreich, dann brachen sie in Italien ein, kymbrischer Schrecken. Zu ihnen gesellen sich Teutonen und seither beständige Zusammenstöße. Wir sehen, wie sie vom Cheruskerfürsten Armin zurückgeschlagen werden.

[ 11 ] They were a people of nature more so than the other European peoples. The Celts were active and energetic when they were personally involved, agitators in the finest sense, and therefore somewhat detached from nature—the Romans loved what nourished them and were deeply rooted in their agriculture. — The ancient Germanic people loved nature wherever they found it; they were wanderers who, as such, could take joy in nature. They loved nature, not a specific ancestral territory—[they were] intertwined with nature and [therefore] [had] a way of life that corresponded to it: living in village communities under communism, which could just as easily be broken up again. Livestock raising and hunting were the main occupations of the ancient Germanic peoples. This people pushed into the regions formerly inhabited by the Celts, settled in areas extending as far as Russia, and eventually fragmented into a myriad of tribes. Freedom was, in a certain sense, innate, but it depended on being defended with weapons. — Somewhere in the north, it is said, there was an island where a festival was celebrated every year, and a goddess would appear and be paraded before everyone. — This is how the connection with nature manifests itself. And we see how nature cults are established everywhere. Much is said about the sacred oak. But this was a misinterpretation of a word. The Celts, however, imparted their religion to the Germanic peoples, who were in harmony with nature. The druids were called “oaks.” The priest was revered. This shows what a driving force the Celtic people were. — When the Romans expanded their rule into Spain, they encountered a mixed population that was related to the Celts... [gap]. The Germanic peoples had settled in the heart of Europe. The Romans first encountered them in the regions of present-day Carinthia; Marius fought the Cimbri. — Then in France, and subsequently they invaded Italy—the Cimbri terror. They were joined by the Teutons, and clashes have been constant ever since. We see how they were repelled by the Cherusci prince Arminus.

[ 12 ] Römische Staatsform hatte sich mit dem Christentum erfüllt, aber das Römische Reich ist nicht imstande, als Volk das Christentum über die Welt zu verbreiten. In das, was sich hineingesogen hatte in die Hülle der römischen Kultur, musste etwas anderes einziehen, Volkskraft, die organisierend wirkte.

[ 12 ] The Roman form of government had been fulfilled through Christianity, but the Roman Empire was incapable of spreading Christianity throughout the world as a people. Something else had to take root in what had become absorbed into the shell of Roman culture: the power of the people, which had an organizing effect.

[ 13 ] Die Aufgabe, wirklich in Europa einzuleben, was die Römer eingesogen hatten, war den nördlichen Völkerschaften gestellt und zunächst waren es wieder Kelten. So sehen wir die alten Kulturen jetzt abgelöst von ihrer eigenen Herrschaft. Die römische Staatsform bleibt nur in der Kirchenherrschaft, in dem Pontifikat. In diesen Staatskörper gießt sich hinein das moralisch-ethische Leben des Christentums, die Kraft der nordischen Völker — Rom gab die Form. Keltische Agitation brachte das Leben weiter. Aus England und Irland kamen die Boten. So treten neue Völkerschaften in alte hinein. Die Erbschaft von dem, was hervorgegangen ist aus den verschiedensten Strömungen ist noch enthalten, und wenn wir so verstehen, wie wir geworden sind, verstehen wir, wie wir hineinzuschauen haben in die Zukunft. Nur wenn wir verstehen, worin wir leben, können wir weiter bauen. So werden wir verstehen, wie wir zu den Anschauungen, zu den materiellen Gütern kommen, unter denen wir heute leben, die unsere Freuden und Leiden machen. Goethe hat gesagt, die Kraft ... [Lücke]

[ 13 ] The task of truly establishing in Europe what the Romans had absorbed fell to the northern peoples, and initially it was once again the Celts. Thus we see the ancient cultures now stripped of their own sovereignty. The Roman form of government survives only in the rule of the Church, in the papacy. Into this political body flows the moral and ethical life of Christianity, the strength of the Nordic peoples—Rome provided the form. Celtic agitation carried life forward. Messengers came from England and Ireland. Thus, new peoples merge into the old. The legacy of what has emerged from the most diverse currents is still present, and when we understand how we have come to be, we understand how we must look toward the future. Only when we understand the context in which we live can we continue to build. In this way, we will understand how we have come to hold the views and acquire the material goods among which we live today—those that give rise to our joys and sorrows. Goethe said that the power ... [gap]

[ 14 ] Es erben sich Gesetz’ und Rechte in ewiger Krankheit fort.

[ 14 ] Laws and rights are passed down through generations in a state of perpetual turmoil.

[ 15 ] Wenn das betrachtet wird, was gleichsam als der Schatten ... [Lücke]

[ 15 ] When we consider what might be called the shadow ... [gap]

[ 16 ] Was du ererbt von deinen Vätern hast, Erwirb es, um es zu besitzen.

[ 16 ] Whatever you have inherited from your fathers, acquire it so that you may possess it.

[ 17 ] Wandle um, und so soll uns die Geschichte Lehrer sein.

[ 17 ] Let us change, and let history be our teacher.

[ 18 ] Unsere Betrachtungen der Gegenwart müssen wir durchdringen mit dem, was wir aus der Vergangenheit gelernt haben. So werden wir Herren unserer Geschichte und lernen aus der Geschichte, wie wir arbeiten sollen, an der Veredelung unseres Geschlechtes. Der Mensch ist dasjenige Wesen, das sich selbst seine Geschicke zimmern muss, deshalb muss er sie durchschauen.

[ 18 ] We must infuse our reflections on the present with what we have learned from the past. In this way, we become masters of our own history and learn from history how we should work toward the betterment of our people. Human beings are the only creatures who must shape their own destinies; therefore, they must understand them.

[ 19 ] Wenn wir unsere Ideale erworben haben, werden ...

[ 19 ] Once we have acquired our ideals, we will ...

[ 20 ] [Lücke]

[ 20 ] [gap]

[ 21 ] Nur der verdient sich Freiheit und das Leben, der täglich lernend sie erobern muss.

[ 21 ] Only those who must earn their freedom and their lives through daily learning deserve them.