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The Essence of Christianity
GA 68a

21 Februar 1906, Leipzig

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The Essence of Christianity, tr. SOL
  1. Über das Wesen des Christentums

17. Die Weisheitslehren des Christentums

17. The Wisdom Teachings of Christianity

[ 1 ] Zwei Vorurteile bestehen gegen die Theosophie, erstens wird sie angeklagt, unwissenschaftlich zu sein — darauf werde ich später eingehen in meinem Vortrage über «Haeckels Welträtsel und Theosophie» —, zweitens wird ihr vorgeworfen, sie bringe die Menschen von ihrer Religion ab, namentlich dem Christentum.

[ 1 ] There are two prejudices against theosophy: first, it is accused of being unscientific—I will address this later in my lecture on “Haeckel’s Riddle of the Universe and Theosophy”—and second, it is accused of turning people away from their religion, specifically Christianity.

[ 2 ] Wie steht die Theosophie zu Christus? Die Art, wie bisher die christliche Religion gelehrt wurde, entsprang kindlichen Vorurteilen. Der Strebende aber lässt sich damit nicht genügen; er muss darüber hinauskommen. Viele von ihnen haben durch die Theosophie ihr Christentum wiedergefunden. Sie lernten durch die Theosophie den Weisheitskern desselben finden; denn Theosophie und Christentum sind vollständig vereinbar. Unsere ganze abendländische Kultur, das Arbeiten unserer großen Denker, alle die Künstler auch, erhielten durch das Christentum ihr Gepräge, sind durchströmt von der Quelle des Christentums. Die Theosophie hat den Wahrheitskern darin zu entfalten.

[ 2 ] What is Theosophy’s stance on Christ? The way the Christian religion has been taught up to now stemmed from childish prejudices. But the seeker is not satisfied with this; he must transcend it. Many of them have rediscovered their Christianity through Theosophy. Through Theosophy, they learned to discover the core of wisdom within it; for Theosophy and Christianity are entirely compatible. Our entire Western culture, the works of our great thinkers, and all the artists as well, have been shaped by Christianity and are permeated by the source of Christianity. Theosophy must unfold the core of truth within it.

[ 3 ] Dass dies ihr Zweck ist, sprach auch 1904 auf dem Kongress in Chicago der bedeutende indische Brahmine Chakravarti aus: Der Materialismus hat alle Kreise, auch das indische Volk, ergriffen; die Theosophie hat uns die Möglichkeit gebracht, wieder zum alten Wahrheitsideal zu gelangen; sie hat einen Weltenberuf, So hat sie eine Mission allen Religionen gegenüber, auch dem Christentum. Einst nahmen wir gläubig und einfach den Glauben der Vorfahren an. Durch die Wissenschaft sind viele Zweifler geworden. Wenden sich die Gläubigen nun der Theosophie zu, — wird sich ihnen etwas ganz Neues eröffnen, die Zweifler oder Ungläubigen werden wieder zum Christentum zurückkommen, die unendliche Größe desselben erkennen. Alle Religionen haben denselben Wahrheitsgehalt; nur hat das Christentum die alte Weisheit in bester Form zum Ausdruck gebracht.

[ 3 ] The eminent Indian Brahmin Chakravarti also stated at the 1904 Congress in Chicago that this is its purpose: Materialism has taken hold of all circles, including the Indian people; Theosophy has given us the opportunity to return to the ancient ideal of truth; it has a universal calling. Thus, it has a mission toward all religions, including Christianity. Once, we accepted the faith of our ancestors with simple, unquestioning faith. Science has turned many into skeptics. If believers now turn to Theosophy, something entirely new will open up to them; the skeptics or unbelievers will return to Christianity and recognize its infinite greatness. All religions contain the same truth; it is only that Christianity has expressed this ancient wisdom in its finest form.

[ 4 ] Was ist dieser Wahrheitsgehalt? Lassen Sie uns zunächst aus den Schriften des Neuen Testaments das Johannesevangelium herausgreifen. Das Christentum geht aus von der Wahrheit, dass außer dem niederen es noch einen höheren Menschen in uns gibt, dass dieser höhere Mensch durch Vertiefung, Versenkung, durch Einfügung in die Seele, aus dieser heraus geboren werden kann. Der Alltagsmensch strebt, seinen Begierden, seinen Neigungen zu folgen, der andere sucht sich zu veredeln, ist bestrebt, dass von diesem höheren Menschen etwas sichtbar werde. Auf zweifache Weise kann die göttliche Natur in uns erweckt werden: Niedere Weise: indem die moralischen Neigungen geweckt werden; höhere Weise: in einem immer höheren Aufstreben nach der göttlichen Natur in uns.

[ 4 ] What is this truth? Let us first turn to the Gospel of John from the New Testament. Christianity is based on the truth that, in addition to the lower self, there is also a higher self within us, and that this higher self can be born from within the soul through deepening, contemplation, and integration into the soul. The everyday person strives to follow their desires and inclinations, while the other seeks to refine themselves and strives to make something of this higher self visible. The divine nature within us can be awakened in two ways: the lower way—by awakening moral inclinations; the higher way—through an ever-increasing striving toward the divine nature within us.

[ 5 ] Höhere Natur ist erst nur in den Anfängen bei uns bemerkbar; die niedere Natur teilen wir ein in: erstens: physischen Körper, zweitens: Ätherkörper, drittens: Astralkörper.

[ 5 ] Higher nature is only just beginning to manifest itself in us; we divide lower nature into: first, the physical body; second, the etheric body; and third, the astral body.

[ 6 ] Die höhere Natur teilen wir ein in: Manas, Budhi, Atma. Was ist Manas? Genau übersetzt ist es «geistiges Selbst». Jeder macht sich Gedanken und sucht die Welt außer ihm zu verstehen, auf seine Weise. Ich meine da nicht nur die Gelehrten, sondern einen jeden; der Bauer hinter dem Pfluge macht sich seine Begriffe, hat seine Gedankenbilder. Wenn aber nicht Weltgedanken vorhanden wären, ursprüngliche, der Mensch würde keine Gedanken haben, sie erstehen nur in ihm als Gedankenbilder.

[ 6 ] We divide the higher nature into: Manas, Budhi, Atma. What is Manas? Literally translated, it means “mental self.” Everyone reflects and seeks to understand the world outside themselves, in their own way. I do not mean only scholars here, but everyone; even the farmer behind the plow forms his own concepts and has his own mental images. But if there were no primordial thoughts about the world, human beings would have no thoughts at all; they arise within them only as mental images.

[ 7 ] Um den Geist selbst zu entwickeln, ist ein Erkalten und ein Erwärmen nötig, und da kommen wir zum zweiten Element, zu Budhi, das ist die Liebe. Wir müssen die Dinge der Geisteswelt vergleichen mit den Dingen außerhalb. Ein Vergleich auf dem sinnlichen Gebiet ist zum Beispiel die vom brütenden Vogel ausstrahlende Wärme, um neues Leben ins Dasein zu rufen. Das ist eine Wollust. Wir können auch von geistiger Wollust reden beim Herausarbeiten der Gedanken. Das Geborenwerden der Gedanken, das ist das Element der geistigen Liebe. Jeder Künstler kann es Ihnen aussprechen. Jeder kann es empfinden, der originelle Gedanken hinaussendet in die Welt. Die großen Führer der Menschheit kannten sie alle.

[ 7 ] To develop the spirit itself, a process of cooling and warming is necessary, and this brings us to the second element, Budhi, which is love. We must compare the things of the spiritual world with those of the external world. A comparison in the sensory realm, for example, is the warmth radiated by a brooding bird to bring new life into existence. That is a form of delight. We can also speak of spiritual delight when giving shape to thoughts. The birth of thoughts—that is the element of spiritual love. Every artist can tell you this. Anyone who sends original thoughts out into the world can feel it. The great leaders of humanity all knew it.

[ 8 ] Nehmen wir den Größten: Christus Jesus. Er war durchströmt von dieser geistigen Sonnenglut, von dieser Liebe. Das machte diese Gedanken zu Kräften. Dies nennt man Budhi oder Chrestos; oder das Christusprinzip. Das ist also Budhi! Das dritte Element ist Atma, der Vater. Der kommt erst allmählich im Menschen zum Durchbruch; und durch Arbeit kann ein jeder erreichen, dass die drei in ihm zutage treten. Das bedeutendste Ereignis in der Weltgeschichte war die Erscheinung dieses Christus Jesus; das Wahrheitsprinzip wurde uns durch ihn zur Erkenntnis gebracht.

[ 8 ] Let us take the greatest example: Christ Jesus. He was permeated by this spiritual solar radiance, by this love. This transformed those thoughts into forces. This is called Budhi or Chrestos; or the Christ principle. So that is Budhi! The third element is Atma, the Father. It only gradually comes to the fore in human beings; and through effort, everyone can bring about the emergence of all three within themselves. The most significant event in world history was the appearance of this Christ Jesus; through him, the principle of truth was revealed to us.

[ 9 ] Früher gab es Einweihungsschulen — bei den Ägyptern, den asiatischen Völkern, den Griechen — mit verschiedenen Stufen, die zur Erkenntnis führten, zur neuen Geburt.

[ 9 ] In the past, there were schools of initiation—among the Egyptians, the Asian peoples, and the Greeks—with various stages that led to knowledge and a new birth.

[ 10 ] Erste Stufe: Der Mensch muss die Erkenntnis erlangen, zwischen Höherem und Niederem in der Welt zu unterscheiden; zum Beispiel die Pflanze braucht zu ihrer Ernährung den mineralischen Boden, also das unter ihr stehende Reich; die Tiere bedürfen des Pflanzenreichs. Sie könnten zum Pflanzenreich sagen: Dir verdanken wir unser Dasein. Und der Mensch? Ihm sind alle Reiche dienstbar; und dankbar muss er ihnen sein, diesen Reichen. So sehen wir: Einer muss die niederen Dienste tun, um dem Höheren zu dienen. So muss der Mensch das Dankgefühl entwickeln gegen alles, was unter ihm ist, was ihm dient. Und derjenige, der groß sein will, muss Diener sein. Symbolisch ist diese erste Stufe der Einweihung ausgedrückt in der Fußwaschung. Das ist ein SichBücken, um in freier Art allen Diener zu sein.

[ 10 ] First stage: Human beings must come to realize how to distinguish between the higher and the lower in the world; for example, plants need mineral soil—that is, the realm beneath them—for their nourishment; animals depend on the plant kingdom. They could say to the plant kingdom: “We owe our existence to you.” And what of human beings? All the kingdoms are at their service; and they must be grateful to them, to these kingdoms. Thus we see: One must perform the lower services in order to serve the higher. Thus, human beings must develop a sense of gratitude toward everything that is beneath them, everything that serves them. And whoever wishes to be great must be a servant. Symbolically, this first stage of initiation is expressed in the washing of feet. This is a bowing down to be a servant to all in a free manner.

[ 11 ] Zweite Stufe ist, dass man Festigkeit in sich entwickelt, dass man unempfindlich wird für alles, mit dem wir von außen angefeindet werden, das heißt: Backenstreiche aushalten, Geißelung, alles so ertragen, dass wir fest bei alledem stehen.

[ 11 ] The second stage is to develop inner strength, to become impervious to all external hostility—that is, to endure slaps in the face, flogging, and everything else in such a way that we remain steadfast through it all.

[ 12 ] Dritte Stufe ist, dass man innerlich ruhig bleibt bei allem, was die Welt uns entgegenbringt, Verachtung wie Hohn. Das bedeutet symbolisch die Dornenkrone.

[ 12 ] The third stage is to remain inwardly calm in the face of everything the world throws at us, whether it be contempt or scorn. Symbolically, this represents the crown of thorns.

[ 13 ] Die vierte Stufe erreicht man, wenn man dem eigenen Leib gegenüber so wird wie irgendeinem fremden Körper gegenüber. Dann ist die Seele reif, ihr selbstständiges Leben zu führen; dann lebt sie nicht mehr in dem Körper, sondern nimmt diesen wie eine Bürde auf den Rücken: Kreuztragung.

[ 13 ] The fourth stage is reached when one comes to regard one’s own body as one would any foreign body. Then the soul is ready to lead its own independent life; then it no longer lives within the body, but takes it upon its back as a burden: bearing the cross.

[ 14 ] Fünfte Stufe: Alles wird nun objektiv für den Menschen; allem gewöhnlichen Leben stirbt er ab. Da erleidet er den mystischen Tod, und da wächst er zusammen mit der ganzen Erde; und dies ist die sechste Stufe oder der sechste Akt: Das Begräbnis.

[ 14 ] Fifth stage: Everything now becomes objective for the individual; he dies to all ordinary life. There he undergoes the mystical death, and there he becomes one with the entire earth; and this is the sixth stage or the sixth act: The Burial.

[ 15 ] Die siebte Stufe ist Auferstehung und Himmelfahrt.

[ 15 ] The seventh stage is resurrection and ascension.

[ 16 ] Alles das muss der Eingeweihte erleben; dann hat er den höheren Menschen in sich auferstehen lassen. Dies vollzog sich in den Mysterienstätten; erst im Tempel und dann durch jahrelangen Umgang mit Eingeweihten. Er vollzog sich aber nur im Astralleib. Jetzt nun soll es sich auch im Ätherleib vollziehen, das heißt, auch der Ätherleib muss mit dem Astralleib von dem physischen Körper befreit werden. Dazu gehörte ein Schlafzustand.

[ 16 ] The initiate must experience all of this; only then has he allowed the higher human being to arise within himself. This took place in the mystery temples—first within the temple itself and then through years of association with initiates. However, it took place only in the astral body. Now, however, it is to take place in the etheric body as well; that is to say, the etheric body, too, must be freed from the physical body together with the astral body. This involved a state of sleep.

[ 17 ] Wenn der Mensch schläft, ist nur der Astralleib befreit. Aber im lethargischen Schlaf, da konnte der Ätherleib frei gemacht werden. Drei Tage dauerte ein solcher Schlafzustand; dann wurde der Schlafende erweckt; er war nun auch von dem Ätherleib befreit und der Chrestos war in ihm erwacht.

[ 17 ] When a person sleeps, only the astral body is liberated. But during lethargic sleep, the etheric body could be liberated as well. This state of sleep lasted three days; then the sleeper was awakened; he was now also freed from the etheric body, and the Chrestos had awakened within him.

[ 18 ] Während solchen Schlafes trat er in das übersinnliche Leben hinein. Das Übersinnliche war nun ein Sieger über das Sinnliche.

[ 18 ] During such sleep, he entered the supersensible realm. The supersensible now triumphed over the sensible.

[ 19 ] Wer war es, der dies wissen konnte? Die, die es geschaut hatten! Selig waren sie geworden, sie hatten Geist mit der Seele durchdrungen. Das war vorchristlicher Zustand. Jetzt aber kam etwas Neues; dies alles spielte sich als ein geschichtliches Ereignis in Palästina ab. Jetzt erlebte der physische Erdenleib dies alles. Das Symbol wurde hier eine Wirklichkeit, eine Wahrheit. An dieser Persönlichkeit, diesem Christus Jesus, konnten sie es erleben, die da glaubten, auch wenn sie nicht schauten. Früher konnten nur die selig werden, die es in den Mysterien geschaut hatten; jetzt konnte sinnliches Auge es erleben durch den Glauben an die Erscheinung.

[ 19 ] Who was it who could know this? Those who had beheld it! They had become blessed; they had permeated their souls with spirit. That was the pre-Christian state. But now something new came; all of this took place as a historical event in Palestine. Now the physical earthly body experienced all of this. Here, the symbol became a reality, a truth. Through this personality, this Christ Jesus, those who believed could experience it, even if they did not see it. In the past, only those who had beheld it in the Mysteries could attain bliss; now the physical eye could experience it through faith in the manifestation.

[ 20 ] Die Weisheitslehren sind überall gleich; Christus Jesus aber brachte das innere Erleben zur äußeren Anschauung. Und daher konnte er sagen:

[ 20 ] The teachings of wisdom are the same everywhere; but Jesus Christ brought the inner experience into outward manifestation. And that is why he was able to say:

[ 21 ] Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)

[ 21 ] I am the way, the truth, and the life. (John 14:6)

[ 22 ] Früher war Logos Lehre; er machte Logos zum Leben. Die christlichen Mystiker des Mittelalters erkannten das. Meister Eckhart drückte es so aus:

[ 22 ] In the past, the Logos was doctrine; he made the Logos life. The Christian mystics of the Middle Ages recognized this. Meister Eckhart put it this way:

[ 23 ] Die meisten Menschen schauen Christus so an, wie man eine Kuh liebt. Man muss ihn erst in sich aufleben lassen, damit man ihn in der Außenwelt erkennen kann.

[ 23 ] Most people view Christ the way one loves a cow. One must first allow him to come alive within oneself in order to recognize him in the outside world.

[ 24 ] Für Tauler war Christusleben keine Theorie, ihm waren diese Tatsachen ein Tatsächliches. Um also diese Tatsachen zu verstehen, muss man erst den inneren Christus erlebt haben. Am schönsten hat dies zum Ausdruck gebracht Angelus Silesius. Der sagt:

[ 24 ] For Tauler, living the life of Christ was not a theory; for him, these facts were a reality. Therefore, in order to understand these facts, one must first have experienced the inner Christ. Angelus Silesius expressed this most beautifully. He says:

[ 25 ] Der Leib muss in der Seele aufleben, die Seele aber muss in Gott aufleben, willst du in Seligkeit leben. Und an anderer Stelle:

[ 25 ] The body must come alive in the soul, but the soul must come alive in God, if you wish to live in bliss. And elsewhere:

[ 26 ] Wäre Christus hundertmal in Bethlehem geboren und wäre es nicht in dir, du wärest ewiglich verloren.

[ 26 ] Even if Christ were born a hundred times in Bethlehem and it were not within you, you would be lost forever.

[ 27 ] Warum nun trat dieser Glauben ohne das Schauen an Stelle der alten Einweihung? Weil es eine Notwendigkeit des äußeren Menschen geworden war. Zur Zeit, als die Pyramiden und andere uns als Wunderwerke erscheinende Baulichkeiten erstanden, da hatten sich die Weltenkräfte im Menschen ausgebildet. Jetzt musste der Geist in der physischen Welt sich ausbilden; das geistige Auge musste geöffnet werden. Wo sind aber die Weltenkräfte, die physischem Kräfte des Menschen geblieben? Sie sind zurückgegangen, haben sich zurückgebildet, wie ein Auge sich zurückbildet, wenn es nicht in Tätigkeit bleibt - Tiere zum Beispiel in der Kentucky-Höhle.

[ 27 ] Why, then, did this faith—without the ability to see—take the place of the old initiation? Because it had become a necessity for the outer human being. At the time when the pyramids and other structures that appear to us as marvels were built, the world forces had already developed within the human being. Now the spirit had to develop within the physical world; the spiritual eye had to be opened. But where have the world forces—the physical powers of humankind—gone? They have receded, have atrophied, just as an eye atrophies when it is not kept active—animals in the Kentucky Cave, for example.

[ 28 ] In den ersten 2000 Jahren des Christentums trat die Lehre vom Karma zurück. Auf dem Berge Tabor («Berg» gleichbedeutend mit der Einsamkeit, der Zurückgezogenheit von den Menschen) legte Jesus seinen Jüngern, seinen intimsten Schülern, Petrus, Jakobus und Johannes, etwas aus und führte sie in das Heiligtum. Er zeigte ihnen etwas, was sie nur außerhalb ihres Körpers sehen konnten, Elias und Moses. Sein Testament sprach ihnen von Reinkarnation und Karma, von seiner Wiederkehr: «bis ich euch wiederkehre» (Mk 9,9). Was ist diese Wiederkehr? Das Aufleben des Christus in der Seele des Menschen. So lange die Menschen in der Sinnenwelt leben sollten, so lange genügte es, wenn ihre geistigen Bedürfnisse durch das Anschauen der geschichtlichen Ereignisse befriedigt wurden. So steht die Theosophie nicht feindlich, nicht gegnerisch dem Christentum gegenüber, sondern sie will Dienerin des Christentums sein.

[ 28 ] During the first 2,000 years of Christianity, the doctrine of karma receded into the background. On Mount Tabor (“mountain” being synonymous with solitude, with withdrawal from humanity), Jesus explained something to his disciples—his closest students, Peter, James, and John—and led them into the sanctuary. He showed them something they could only see outside their bodies: Elijah and Moses. His testament spoke to them of reincarnation and karma, of his return: “until I come back to you” (Mark 9:9). What is this return? The revival of Christ in the human soul. As long as people were to live in the sensory world, it was sufficient for their spiritual needs to be satisfied by contemplating historical events. Thus, Theosophy is not hostile or opposed to Christianity, but rather seeks to be a servant of Christianity.