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The Essence of Christianity
GA 68a

19 December 1907, Cologne

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The Essence of Christianity, tr. SOL
  1. Über das Wesen des Christentums

37. Die Gefahren der Einweihung

37. The Dangers of Initiation

[ 1 ] Dasjenige, was man als Geisteswissenschaft bezeichnet, dessen Quellen wir gesternaufgesucht haben, erfährt von unseren Zeitgenossen auf der einen Seite den Vorwurf des Phantastischen, Träumerischen, wenn nicht noch schwerere Vorwürfe, und auf der andern Seite einen Vorwurf, der nach einer ganz bestimmten Richtung geht und der uns heute beschäftigen soll. Er besteht darin, dass, wenn gesprochen wird von der Einweihung, man auch von gewissen Gefahren spricht, die verbunden sein sollen mit dem, was man Geisteswissenschaft nennt. Allerdings haben diejenigen, die von diesen Gefahren sprechen, gewöhnlich sehr dunkle, verschwommene Vorstellungen von dem, was sie sich denken sollen bei diesen Gefahren. Das kann nicht anders sein, denn die meisten haben nicht viel Begriff vom Inhalt, von der Aufgabe und Mission der Geisteswissenschaft in unserer Zeit. Wir müssen unterscheiden, wenn wir jene Gefahren beleuchten wollen, zunächst jene Angst, welche unsere Zeitgenossen haben vor der allgemeinen Verkündigung der Geisteswissenschaft; das muss man unterscheiden von den zum Teil wirklich vorhandenen Gefahren der Geisteswissenschaft, die sich ergeben für den, der selbst hingehen will zu den höheren Welten, der den Zugang sucht zu den Erkenntnissen im Unsichtbaren, Übersinnlichen.

[ 1 ] What is referred to as spiritual science—whose sources we explored yesterday—is accused by our contemporaries, on the one hand, of being fanciful and dreamy, if not of even more serious offenses, and, on the other hand, of something that runs along a very specific line and which we are to consider today. It consists in the fact that whenever initiation is discussed, certain dangers are also mentioned that are said to be associated with what is called spiritual science. However, those who speak of these dangers usually have very vague, hazy notions of what they are supposed to mean by them. This cannot be otherwise, for most have little understanding of the content, the task, and the mission of spiritual science in our time. If we wish to shed light on these dangers, we must first distinguish between the fear our contemporaries have of the general proclamation of spiritual science and the dangers—some of which are indeed real—that arise for those who themselves wish to journey into the higher worlds and seek access to knowledge of the invisible, supersensible realm.

[ 2 ] Dann wird gesprochen davon, dass es überhaupt gefährlich sei, von solchen Dingen zu reden, solche Lehren zu verbreiten und den Leuten die Köpfe zu verdrehen. Ein Vorwurf sei gleich vorweg genannt, der immer und immer wieder durch eine völlig missverständliche Auffassung, die ganz an der Oberfläche bleibt, der Theosophie gemacht wird; er besteht darin, dass durch die Beschäftigung mit der Theosophie der Mensch entfremdet werde dem Leben. Man sagt, er werde in ein weltfremdes, weltfernes Leben geführt, es werde ihm das Interesse, die Sympathie für das wahre Leben genommen. Manche Familie, die eines ihrer Mitglieder hingehen sieht zur Theosophie, weil es glaubt, dort die Befriedigung zu finden, die das frühere Leben seinem Herzen und seiner Seele nicht geben konnte, sagt: Die Theosophie hat uns diesen Menschen genommen. — Es ist gefährlich, wenn solche Menschen hineingetrieben werden in eine asketische weltfremde Lebensführung, denn dann sagen die Angehörigen, es sei die Theosophie, die sie da hineingetrieben habe. Aber es liegt ein gut Teil Unduldsamkeit hinter einer solchen Behauptung. Solche Leute glauben, dass nur berechtigt sei eine solche Gestaltung des Lebens, wie sie es selber führen wollen, und dass es Askese sei, nicht genau dasselbe Leben zu führen, wie sie es tun; wer nicht genau ihre Idee und Lebensanschauung teilt, der treibt Askese. Wenn man aber ansieht das Leben mancher Menschen, mit dem, was Mann und Frau von Morgen bis Abend beginnen — es ist hier nicht die Rede von solchen, die wirklich im praktischen Leben stehen -, wenn man sieht, wie das Leben mancher sich erschöpft in Soupers und Diners und anderen trivialen Vergnügungen, dann begreift man, dass ein Mensch, der Höheres sucht, dies Leben nicht mitleben kann. Wenn dann einer sich diesem Leben entzieht, dann sagen die Leute, er sei weltferner Askese verfallen, allerlei abstrakte, konfuse Ideen beschäftigen ihn. Man kann sich in diesen Kreisen nicht denken, dass ihr Leben mitzuleben gerade die größte Askese für einen solchen Menschen sein muss. Derjenige, der kennengelernt hat die Quellen, aus denen das Leben der Wirklichkeit fließt, das uns rings umgibt, der müsste sich sehr kasteien, wenn er das mitmachen müsste, was in solchen Kreisen Leben heißt, das würde für ihn wirkliche Askese sein. Nicht weil er dem Leben fremd geworden ist, sondern weil er das Leben in seiner wirklichen Gestalt kennt, deshalb kasteit er sich nicht, indem er das mitmacht.

[ 2 ] Then there is talk of how dangerous it is, in general, to speak of such things, to spread such teachings, and to turn people’s heads. Let us address right away a criticism that is leveled against Theosophy time and time again based on a completely misguided view that remains entirely superficial; it consists in the claim that engaging with Theosophy alienates a person from life. It is said that one is led into a life that is out of touch with the world and detached from it, and that one’s interest in and sympathy for true life are taken away. Some families, seeing one of their members turn to Theosophy because they believe they will find there the fulfillment that their former life could not give their heart and soul, say: “Theosophy has taken this person away from us.” — It is dangerous when such people are driven into an ascetic, unworldly way of life, for then their relatives say it was Theosophy that drove them there. But there is a good deal of intolerance behind such a claim. Such people believe that the only legitimate way of life is the one they themselves wish to lead, and that it is asceticism not to lead exactly the same life as they do; anyone who does not share their ideas and outlook on life exactly is practicing asceticism. But when one looks at the lives of some people—at what men and women do from morning till night (and I am not speaking here of those who are truly engaged in practical life)—when one sees how the lives of some are exhausted in suppers, dinners, and other trivial pleasures, then one understands that a person seeking something higher cannot participate in such a life. When someone then withdraws from this life, people say he has fallen prey to otherworldly asceticism, that all sorts of abstract, confused ideas occupy him. In these circles, it is inconceivable that living that life must be the greatest form of asceticism for such a person. The one who has come to know the sources from which the reality of life flows—the reality that surrounds us—would have to subject himself to severe self-discipline if he were forced to participate in what such circles call “life”; that would be true asceticism for him. Not because he has become estranged from life, but because he knows life in its true form—that is why he does not mortify himself by participating in it.

[ 3 ] Allerdings wird man in solchen Kreisen glauben, dass der Mensch, der sich mit solchen vertrackten Ideen beschäftige, dass der etwas entbehre. Man denkt da nicht richtig, denn er versagt sich nichts. Denn solange der Mensch seine Lust und sein Vergnügen an solchen trivialen Alltäglichkeiten hat, taugt für ihn nicht eine solche Lebensführung. Es handelt sich nicht darum, dass er sein Leben ändere, sondern seine Gefühle und Empfindungen müssen sich gewandelt haben. Er muss es wissen, dass das wahre Leben nur da fließt, wo die höheren Gründe des Daseins zu finden sind.

[ 3 ] However, in such circles, people will believe that a person who preoccupies himself with such convoluted ideas is lacking something. They are mistaken, for he is not denying himself anything. For as long as a person derives his pleasure and enjoyment from such trivial, everyday matters, such a way of life is not suitable for him. It is not a matter of changing one’s life, but rather that one’s feelings and sensibilities must have been transformed. One must realize that true life flows only where the higher purposes of existence are to be found.

[ 4 ] Da sieht dann manche Familie eines ihrer Mitglieder hineilen zu den Lebensführungen der Theosophie. Dann sagt sie: Die Theosophie hat uns diesen Menschen entrissen. — Ist das so? Wer die Seelen der Menschen zu prüfen versteht, der wird finden, dass dem nicht so ist. Gerade dieses Mitglied, das zur Theosophie hinkommt, fühlte sich zuerst abgestoßen von dem, was in seiner Umgebung getrieben wird. Da hat es auf irgendeine Weise Kenntnis bekommen von der Theosophie und dort gerade das gefunden, was es in seinen Kreisen entbehrt hat. Ist es nun richtig, dass die Theosophie es aus seinen Kreisen herausgetrieben hat? Die Theosophie hat ihm das gegeben, was ihm seine Kreise nicht geben konnten. Lechzende Seelen, die nach einem wahren Lebensinhalt suchen und ihn nicht finden dort, wohinein sie das Leben geführt hat, sie suchen ihn dort, wo sie ihn finden können. Während man solche Seelen vertrieben hat, meint man nun, sie seien genommen worden! Die Theosophie agitiert nicht; es gäbe keine theosophische Bewegung, wenn es nicht Leute gäbe, die aus dem heutigen Leben hinausgetrieben sind und nun hingehen zu dem, was ihnen von der andern Seite geboten wird.

[ 4 ] Some families then see one of their members rushing off to embrace the way of life taught by Theosophy. They say: “Theosophy has snatched this person away from us.” — Is that really the case? Anyone who knows how to examine people’s souls will find that this is not so. It is precisely this member, who has turned to Theosophy, who initially felt repelled by what was going on in his or her surroundings. Then, in some way, he or she learned about Theosophy and found there exactly what was lacking in his or her own circles. Is it now correct to say that Theosophy drove him or her out of those circles? Theosophy has given them what their social circles could not. Thirsty souls who seek a true purpose in life and cannot find it where life has led them will seek it wherever they can find it. While such souls have been driven away, people now claim that they have been taken away! Theosophy does not proselytize; there would be no Theosophical Movement if there were not people who have been driven out of modern life and are now turning to what is offered to them from the other side.

[ 5 ] Allerdings erhebt sich die Möglichkeit einer gewissen Gefahr, wenn solche Menschen unreif zur Theosophie kommen und dann förmlich geblendet werden, förmlich niedergeschmettert von dem, was ihnen da entgegentritt. Man darf es nicht vergessen: Die Grundlage der Theosophie ist ein in sich folgerichtiges strenges Denken, eine festgefügte Logik, die von Schritt zu Schritt die Struktur des Weltengebäudes aufsucht. Es gibt nicht viel wirkliche Logik in unserem Leben, so viel man sich auch brüstet, wie herrlich weit man es gebracht habe! Selbst da, wo der Mensch in der populären und andern Wissenschaft Rat sucht über die Fragen des Daseins, findet man nur eine kurzmaschige Logik. Wer an ein strenges Denken gewöhnt ist und die Ergebnisse der Wissenschaft untersucht, wenn er genötigt ist, die Gedankengänge, wie heute gewöhnlich Wissenschaft verbreitet wird, nachzugehen, der wird oft durch die geradezu brutalen, groben Schlussfolgerungen direkt physischen Schmerz empfinden. Denn so bewundernswert das ist, was die Wissenschaft durch ihre Instrumente und Methoden erforscht hat, der Gedankeninhalt ist in der Regel ein ungeheuer kurzer.

[ 5 ] However, there is a certain danger when such people approach Theosophy while still immature and are then literally dazzled, literally overwhelmed by what they encounter. One must not forget: The foundation of theosophy is a rigorous, internally consistent line of thought—a solidly constructed logic that, step by step, explores the structure of the universe. There is not much real logic in our lives, no matter how much we boast about how wonderfully far we have come! Even where people seek guidance from popular and other branches of science regarding the questions of existence, one finds only a superficial logic. Anyone accustomed to rigorous thinking who examines the findings of science—when compelled to follow the lines of reasoning used in the way science is commonly presented today—will often feel physical pain at the sheer brutality and crudeness of the conclusions. For as admirable as the discoveries science has made through its instruments and methods may be, the substance of its thought is, as a rule, incredibly shallow.

[ 6 ] So kommt es denn, dass der Mensch, der im alltäglichen Leben steht, in der Regel wenig geübt, wenig vorgebildet ist für ein wirkliches folgerichtiges Denken. Man unterschätzt gewöhnlich die Bedeutung des Zusammenstoßes der Menschen mit der Theosophie, wenn die Seele gewöhnt ist, jene stumpfen Gedankengänge zu haben, die der Mensch heute hat, und dann der Zusammenstoß mit den eindringlichen Gedankenfolgen erfolgt, die dem Menschen in der Geisteswissenschaft entgegentreten. Der Mensch merkt, wenn er eine empfindungsvolle Seele hat, wenn Gefühl in seiner Brust waltet, dass ihm da entgegenfließt wahre Nahrung, dass ein Wunderbares ihm da entgegenleuchtet. Wenn er seine Unfähigkeit merkt, mit seinen Gedankengängen da hineinzukommen, dann wirkt das niederschmetternd, krank machend auf seine Seele. Das wirkt bis in das Nervensystem hinein; besonders dann, wenn er nur in Feieraugenblicken hineilen kann zur Theosophie, nur einen Brocken nehmen kann und dann wieder zurück muss in das Leben. Da empfindet er den ungesunden Kontrast; da entstehen jene unzufriedenen, kranken Seelen, die wir allerdings heute vielfach entstehen sehen von der Berührung mit den geisteswissenschaftlichen Lehren.

[ 6 ] This is why people living their everyday lives are generally ill-equipped and ill-prepared for truly logical thinking. People usually underestimate the significance of their encounter with theosophy when the soul is accustomed to the dull trains of thought that people have today, and then comes the encounter with the penetrating lines of thought that one encounters in spiritual science. If a person has a sensitive soul, if feeling reigns in his heart, he realizes that true nourishment is flowing toward him, that something wondrous is shining out to meet him. When he realizes his inability to penetrate these ideas with his own train of thought, it has a crushing, sickening effect on his soul. This affects the nervous system as well—especially when they can only turn to theosophy during moments of respite, can only take a morsel, and then must return to everyday life. There they feel the unhealthy contrast; there arise those dissatisfied, sick souls that we, indeed, see emerging in many cases today from contact with the teachings of spiritual science.

[ 7 ] Wir sehen noch mehr. Wer die Zeichen der Zeit zu deuten versteht, der sieht ein trübes Bild der Zukunft. Die Menschheit lebt heute vielfach im Dunkel und im Chaos; sie beurteilt das Leben ohne die Kenntnis der treibenden Kräfte des Lebens, die sich einzig und allein ergeben haben als Folge der menschlichen Gesinnungen. Wer da glaubt, Gesinnungen haben keine Wirkungen auf das Leben, der weiß nicht, was Gedanken für reale Tatsachen sind. Sie haben eine Wirkung auf das Leben bis hinein auf die Volksgesundung. Wer da weiß, dass der Materialismus so lange Zeit hindurch im tiefsten Innern der Menschheit auf seiner Höhe stand da, wo große Zeitfragen ausgearbeitet wurden, der weiß, dass der etwas gezeitigt hat, das vielfach falsch beurteilt wird. Man bewundert so manchen Schriftsteller, der in blendender Weise manche Auseinandersetzung über die mannigfaltigsten Gebiete des Lebens gibt; und man weiß nicht, dass er Phrasen redet oder schreibt. Der Sachkundige könnte bei manchem zeigen, was hinter dieser Geistreichheit steckt. Zuweilen steckt wirklich etwas dahinter, was man Schwachsinn nennen könnte. Man kann heute schwachsinnig und doch ein geistreicher Schriftsteller sein. Schon vor Jahrzehnten sagte ein Mensch, es sei heute gar nichts Besonderes, wenn einer schöne lange Gedichte mache, denn heute sei unsere Sprache so weit, dass sie für den Menschen dächte. Die allgemeine Bildung ist heute so, dass jemand, der sich vielleicht seit dem sechzehnten Jahre damit befasst hat und alle die Urteile, die herumschwirren, in sich aufnimmt, geistreich schreiben und dennoch schwachsinnig sein kann. Das ist eine scheinbar paradoxe Behauptung, doch sachlich ist sie wahr. Das soll nur angesehen werden als ein Symptom, wie oberflächlich heute das Leben gelebt wird; wie wenig in die Tiefe gehende Urteilskräfte es gibt; wie wenig sie imstande sind, die Kräfte, die hinter dem Leben stehen, zu erfassen. Das sind die führenden Geister! Und wie mag es da stehen mit denen, die die Geführten sind? Wenn wir die Geistesverfassung derjenigen beurteilen, die vielfach diesen Zusammenstoß erleben mit dem, was die Theosophie gibt, so müssen wir sagen: Wären sie innerhalb ihres bisherigen Lebens geblieben, dann wären sie vielleicht leidlich gescheite Menschen verblieben; nun kommen sie aber zur Theosophie, und das ist so, als wenn ein mächtiges Licht hineinleuchtet in einen Raum, in dem viel Unreinigkeit ist.

[ 7 ] We see even more. Those who know how to interpret the signs of the times see a bleak picture of the future. Humanity today often lives in darkness and chaos; it judges life without understanding the driving forces behind it, which have arisen solely as a result of human attitudes. Anyone who believes that attitudes have no effect on life does not realize what real facts thoughts are. They have an effect on life, extending even to public health. Anyone who knows that materialism has long held sway in the deepest recesses of humanity—precisely where major issues of the day were addressed—knows that it has brought about something that is often misjudged. One admires many a writer who brilliantly addresses a wide variety of topics spanning the most diverse areas of life; yet one is unaware that he is merely spouting or writing empty phrases. An expert could reveal, in many cases, what lies behind this wit. Sometimes there really is something behind it that one might call idiocy. Today, one can be an idiot and yet a witty writer. Decades ago, someone said that it is nothing special today for someone to write beautiful, long poems, because our language has advanced to the point where it thinks for people. General education today is such that someone who has perhaps been engaged with it since the age of sixteen and has absorbed all the opinions floating around can write wittily and yet be mentally deficient. This is a seemingly paradoxical assertion, yet objectively it is true. It should be viewed merely as a symptom of how superficially life is lived today; how few people possess profound powers of judgment; how little they are capable of grasping the forces that underlie life. These are the leading minds! And what, then, of those who are led? When we assess the state of mind of those who frequently experience this clash with what theosophy offers, we must say: Had they remained within the confines of their previous lives, they might have remained reasonably intelligent people; but now they come to theosophy, and it is as if a powerful light were shining into a room filled with impurity.

[ 8 ] Das hat man nicht gesehen, so lange es finster war. Nun aber, wenn die Erkenntnis von den wahren Quellen des Lebens hineinleuchtet in die Finsternis, da bewirkt der Kontrast des einen mit dem andern, dass vielleicht einer, der sonst ein nüchterner, leidlich vernünftiger Mensch geblieben wäre, das Licht der Erkenntnis nicht ertragen kann und nun vollständig verrückt wird. Es liegt eine Gefahr hier! Aber darf man sagen, die Theosophie habe die Schuld? Ist es nicht vielmehr die materialistische Geistesrichtung, die den Menschen in diesen Zustand gebracht hat? Und sollte, weil diese Gefahren bestehen, die Geisteswissenschaft der Menschheit jenes Licht nicht bringen? Mag der eine oder andere Schaden leiden, deshalb darf nicht das versagt werden, was die Menschheit zum wahren Fortschritt und zum Heil bekommen muss.

[ 8 ] No one could see that as long as it was dark. But now, when the knowledge of the true sources of life shines into the darkness, the contrast between the two causes that perhaps someone who would otherwise have remained a sober, reasonably sensible person cannot bear the light of knowledge and now goes completely mad. There is a danger here! But can we say that theosophy is to blame? Is it not rather the materialistic mindset that has brought people into this state? And should spiritual science be prevented from bringing that light to humanity simply because these dangers exist? Even if one or two people suffer harm, that is no reason to withhold what humanity must receive for true progress and salvation.

[ 9 ] Allerdings gibt es auch wirkliche Gefahren für denjenigen, der den Zugang zu den höheren Welten sucht. Wir können leider in manchen theosophischen Schriften nur zu viel davon lesen, und sie sind dort viel zu sehr ins Schwarze geschrieben worden. Wir wollen nichts beschönigen, wollen aber ruhig und objektiv zusehen, wie es mit diesen Gefahren steht.

[ 9 ] However, there are also real dangers for those who seek access to the higher worlds. Unfortunately, we can read all too much about this in some theosophical writings, where these dangers have been described in far too alarmist a manner. We do not wish to gloss over anything, but we do want to examine these dangers calmly and objectively.

[ 10 ] Es gibt eine besondere Schwierigkeit, gerade an der Schwelle, weil da schwere Täuschungen, Halluzinationen von dem, was Wirklichkeit und Wahrheit ist, zu unterscheiden sind: dasjenige, was dem Menschen am schwersten ist, gewisse Vorurteile, Vorgefühle zu überwinden, die er aus dem gewöhnlichen Leben mitbringt. Wenn Leute hören, es gäbe einen Weg, um hineinzudringen in höhere Welten, dann erfasst sie oft eine ungeheure Gier und Leidenschaft; das aber strenge zu befolgen, was in dem gestrigen Vortrag hervorgehoben wurde, das strenge Schulen von Denken, Fühlen und Wollen, das scheint ihnen nicht nötig. Aber denjenigen muss gesagt werden, dass das heute, ebenso wie vor tausend Jahren unerlässliche Bedingung ist und von allen Geheimlehrern [streng eingehalten] werden muss. Wer sich nicht auf sinnlichkeitsfreies Denken einließ, der wurde nicht zugelassen zur Geheimschulung. Das kann heute nicht so streng befolgt werden, denn diejenigen, die die Hüter des Wissens waren, gaben früher der Menschheit überhaupt keine Gelegenheit, zu diesem Wissen zu kommen ohne Erfüllung dieser Bedingung. Heute ist es aber anders. Durch tausend und abertausend Kanäle rinnt das Wissen hin zu der Menschheit. Es ist aber staunenswert, wie selbst große Geister auf dem Gebiet der Wissenschaft gar nichts ahnen von diesem Urwissen der Menschheit!

[ 10 ] There is a particular difficulty right at the threshold, because one must distinguish between severe delusions and hallucinations and what is reality and truth: what is most difficult for a person is to overcome certain prejudices and preconceptions that they bring with them from ordinary life. When people hear that there is a way to penetrate into higher worlds, they are often seized by an immense greed and passion; yet they do not consider it necessary to strictly follow what was emphasized in yesterday’s lecture—the rigorous training of thinking, feeling, and willing. But it must be said to such people that this is an indispensable condition today, just as it was a thousand years ago, and must be strictly observed by all secret teachers. Anyone who did not commit to thinking free from sensuality was not admitted to the secret training. This cannot be followed so strictly today, for in the past, those who were the guardians of knowledge gave humanity no opportunity whatsoever to attain this knowledge without fulfilling this condition. Today, however, things are different. Knowledge flows to humanity through thousands upon thousands of channels. Yet it is astonishing how even great minds in the field of science have absolutely no inkling of this primordial knowledge of humanity!

[ 11 ] Was der Mensch nicht lernen kann durch die Wissenschaft, das ist die Lösung der Welträtsel. Erst an der Wissenschaft gehen dem Menschen oft die Fragen auf. Fragen werden aufgeworfen, die für die Menschen seit Vorzeiten vorhanden waren; und verzehrt vor Sehnsucht nach Antwort würde der Mensch, wenn nicht die Theosophie die Antwort darauf gäbe. Ein wirklicher Wahrheitsführer kann zum Beispiel Haeckels «Welträtsel» nicht aus der Hand legen ohne das Gefühl: Hier sind nicht nur keine Rätsel gelöst, sondern erst neue vorgelegt. Fragen werden aufgeworfen, die für den Menschen der Urzeit gar nicht vorhanden waren. Die Menschen müssten sich verzehren vor Sehnsucht, wenn nicht die Theosophie ihnen Antwort auf alle ihre Fragen geben könnte. Die heutige Wissenschaft ist eine Fragestellerin mehr als eine Antwortgeberin.

[ 11 ] What human beings cannot learn through science is the solution to the mysteries of the world. It is often only through science that questions first arise in the human mind. Questions are raised that have existed for humanity since time immemorial; and human beings would be consumed by a longing for answers if Theosophy did not provide them. A true guide to truth, for example, cannot put down Haeckel’s The Riddle of the World without the feeling that not only have no riddles been solved here, but new ones have been presented. Questions are raised that did not even exist for humans in prehistoric times. People would be consumed by longing if Theosophy could not provide them with answers to all their questions. Modern science poses more questions than it provides answers.

[ 12 ] Nicht aus irgendeiner Willkür heraus ist die Theosophie begründet worden, sondern aus tiefster Kenntnis der Bedürfnisse der Menschheit, die immer mehr und mehr das brauchen wird, was allein Theosophie gibt. Die Menschheit kann sie nicht entbehren.

[ 12 ] Theosophy was not founded on a whim, but out of a profound understanding of humanity’s needs—needs that will grow ever greater, and for which only Theosophy can provide a solution. Humanity cannot do without it.

[ 13 ] Viele glauben allerdings, sie könnten befriedigt sein mit den materialistischen Anschauungen unserer Umwelt. Sie sagen: Ich finde in ihnen Erklärung für alles, ich brauche nichts von geistigen Welten. - Aber es gibt etwas im Menschen, das niemals auf die Dauer so sagen kann. Der Wunsch, die innerste Sehnsucht der Seele wird immer wieder Nein und abermals Nein sagen zu einer solchen verstandesmäßigen Erkenntnis der Umwelt. Diese Sehnsucht der Seele lässt sich nicht beschwichtigen, sie wächst; sie macht den Menschen schwach, krank, arbeitsunfähig im Leben. Es gibt viele entgleiste Seelen heute, die etwas suchen, aber das, was sie suchen, von sich stoßen. Wenn dieser Sehnsucht der Seelen nicht das entgegenkommt, was die Geisteswissenschaft geben kann, dann ergreift Zweifel, Hoffnungslosigkeit, ja selbst Verzweiflung die Seelen.

[ 13 ] Many, however, believe they can be satisfied with the materialistic views of our surroundings. They say: “I find an explanation for everything in them; I have no need for spiritual realms.” — But there is something within human beings that can never say this in the long run. The soul’s deepest longing will repeatedly say “no” and “no” again to such a rational understanding of the world around us. This longing of the soul cannot be appeased; it grows; it makes people weak, sick, and unable to function in life. There are many lost souls today who are searching for something, yet reject the very thing they seek. If this yearning of the soul is not met by what spiritual science can offer, then doubt, hopelessness, and even despair take hold of these souls.

[ 14 ] So musste aus der Notwendigkeit der Zeit heraus die Theosophie unserer Welt verkündet werden. Da sicht man dann oft, dass sich eine Gier der Menschen bemächtigt, aber sie scheuen die schweren Mühen, die die Vorbereitung notwendig macht; sie sind zu bequem. Sie sagen: Wir wollen unsere Seelen erheben, wir wollen in Seligkeit hinfließen! Du aber gibst doch nur wieder etwas, was in Ideen, in Begriffen einhergeht! Nicht den Geist wollen wir, die Seele wollen wir! — Wenn doch die Menschen einsehen wollten, wie sie durch das, was sie in ihrem Innern großziehen, sich selber die ärgsten Feinde sind! Gerade das ruhige, schrittweise Erkennen kann ihrer Seele Sehnen befriedigen; sie wird nur befriedigt, wenn sie sich ruhig diesen Erkenntnissen hingibt. Es gibt daher viele Seelen, die man entgleiste Seelen nennen könnte in der Welt, die sich aber wirklich als ihre eigenen Feinde entgegenstehen.

[ 14 ] Thus, out of the necessity of the times, theosophy had to be proclaimed to our world. Yet one often sees that while human greed takes hold of people, they shy away from the arduous efforts required for preparation; they are too comfortable. They say: “We want to elevate our souls; we want to flow into bliss!” But you are merely offering something that exists only in ideas and concepts! We do not want the spirit; we want the soul! — If only people would realize how, through what they nurture within themselves, they are their own worst enemies! It is precisely this calm, gradual recognition that can satisfy the soul’s longings; it is satisfied only when it calmly surrenders to these insights. There are therefore many souls in the world that one might call “derailed souls,” but who in reality stand opposed to themselves as their own enemies.

[ 15 ] Und solche Seelen gibt es, die den eben geschilderten Wunsch, höher zu erkennen, in sich tragen, die aber nicht heraus wollen aus ihrer gewöhnlichen Logik. Sie können nicht hinein in die höheren Welten. Erkrankte Seelen treten uns immer zahlreicher entgegen. Sie phantasieren über allerlei Begriffe der Geisteswissenschaft; dann schiebt man wohl die Grundlage dieser Erkrankungen der Theosophie zu, während in Wahrheit es die materialistische Gesinnung ist, die die Seelen krank macht. Es ist nur der letzte Zusammenstoß mit der Theosophie, der die Krankheit herauszaubert. Man nimmt sich wohl vor, ernster einzudringen in die höheren Gebiete des Daseins, aber erlahmt sehr bald, namentlich dann, wenn eine ernste Prüfung an einen herantritt. Diese Prüfung besteht darin, dass man an der Schwelle sehen muss Gefahren, die das Leben von allen Seiten umgeben, und die der Mensch vorher nicht gesehen hat. Wenn irgendjemand seine Wohnung in der Nähe einer Pulverfabrik hat, mag er jahrelang zufrieden und ruhig darin gewohnt haben, hört dann aber von der Pulverfabrik, und fürchtet dann jede Stunde für sein Leben. Er macht sich nicht klar, dass das Sehen einer Gefahr kein Grund zur Furcht ist. Irgendetwas Äußeres hat sich nicht geändert, bloß sein Wissen in Bezug darauf hat sich geändert. Ebenso ist es, wenn der Mensch sich den übersinnlichen Welten annähert. In dieser Welt sind die Quellen von Seligkeiten, von Erhabenheiten, die man nicht vergleichen kann mit irgendetwas, was Menschen in der sinnlichen Welt erleben können. Aber ebenso mächtige Feinde der menschlichen Natur gibt es da, grauenhafte Dinge; alles, was an Schauderhaftem im Sinnlichen lebt, lässt sich nicht vergleichen mit den Gefahren, die den Menschen in diesen Welten umgeben. Tut er einen Blick hinein, dann erlebt er Welten von Seligkeiten — aber er muss gleichzeitig das Schauderhafte, Furchtbare erleben, und er muss es erleben mit kaltem Blut.

[ 15 ] And there are souls who harbor within themselves the desire just described—to attain a higher understanding—but who do not wish to step outside their ordinary logic. They cannot enter the higher worlds. We encounter an ever-increasing number of ailing souls. They fantasize about all manner of concepts in spiritual science; then people tend to attribute the root cause of these ailments to theosophy, whereas in truth it is the materialistic mindset that makes the souls sick. It is only the final clash with theosophy that brings the illness to the surface. One may well resolve to delve more seriously into the higher realms of existence, but very soon loses heart, especially when faced with a serious trial. This trial consists in having to see, at the threshold, the dangers that surround life on all sides—dangers that one had not seen before. If anyone lives near a gunpowder factory, they may have lived there contentedly and peacefully for years, but then they hear about the gunpowder factory and fear for their life every hour. They do not realize that seeing a danger is no reason to fear. Nothing external has changed; only their knowledge of it has changed. The same is true when a person approaches the supersensible worlds. In this world lie the sources of bliss and sublimity that cannot be compared to anything humans can experience in the sensory world. But there are equally powerful enemies of human nature there—horrific things; nothing dreadful in the physical world can compare to the dangers that surround human beings in these realms. If a person casts a glance into them, they experience realms of bliss—but at the same time, they must experience the dreadful and terrifying, and they must experience it with a cool head.

[ 16 ] Die realen Tatsachen haben sich nicht geändert, nur seine Gefühle und Empfindungen; die Tatsachen waren schon da, bevor er sie erkennen konnte, geändert hat sich nur seine Erkenntnis der Tatsachen. Da muss der Mensch furchtlos und ruhig bleiben. So einfach sich das ausnimmt, so schwer ist das durchzuführen. Wenn es aber nicht durchgeführt wird, dann tauchen auf in dem Menschen Gefühle von Angst und Schrecken vor den geistigen Welten. Das ist nichts Gleichgültiges, denn das sind reale Gewalten. Es gibt Wesen in der geistigen Welt, für die sind die Furchtgefühle, die wir ausströmen, willkommene Nahrung. Sie leiden an Auszehrung, wenn sie diese Nahrung nicht erhalten. Sie umgeben den Menschen wie Vampire; wenn man ihnen Nahrung gibt in Furcht- und Angstgefühlen, dann ziehen sie sich ganz voll damit. Da muss der Mensch feststehen; er muss sich alle Furchtgefühle gründlich abgewöhnt haben, wenn er den Eintritt suchen will. Auch andere Gefühle, die er aus der sinnlichen Welt mitnimmt, muss er lange vorher ablegen, denn sie werden zu Nachteilen, zu furchtbaren Hemmnissen in diesen Welten. Das sind alle negativen Gefühle: Ehrgeiz, Eitelkeit, Zorn, Hass, Ärger, Egoismus. Diejenigen Gefühle, die im gewöhnlichen Leben wenig bedeuten, werden zu wahrhaften Ungeheuern in Bezug auf ihre gefährliche Seite. Der Mensch, der eintritt in diese höheren Welten und diese Gefühle noch nicht abgelegt hat, bietet willkommene Nahrung für diese Wesen. Er braucht sie nicht zu sehen, aber sie zerstören seinen physischen Gesundheitszustand; sie ruinieren sein Nervensystem, seinen Schlaf. Alles das ist wahr!

[ 16 ] The actual facts have not changed; only his feelings and sensations have. The facts were already there before he could recognize them; only his understanding of the facts has changed. In such situations, a person must remain fearless and calm. As simple as this may seem, it is very difficult to put into practice. But if it is not put into practice, feelings of fear and dread of the spiritual worlds arise within a person. This is no trivial matter, for these are real forces. There are beings in the spiritual world for whom the feelings of fear we radiate are welcome nourishment. They suffer from emaciation if they do not receive this nourishment. They surround a person like vampires; if one feeds them with feelings of fear and dread, they fill themselves to the brim with them. Here, a person must stand firm; they must have thoroughly rid themselves of all feelings of fear if they wish to seek entry. They must also cast off, long beforehand, other feelings they bring with them from the physical world, for these become disadvantages—terrible obstacles—in these realms. These include all negative feelings: ambition, vanity, anger, hatred, irritation, and selfishness. Feelings that mean little in ordinary life become veritable monsters when it comes to their dangerous side. A person who enters these higher worlds and has not yet shed these feelings provides welcome nourishment for these beings. He need not see them, but they destroy his physical health; they ruin his nervous system and his sleep. All of this is true!

[ 17 ] Es treten noch schlimmere Gefahren auf. Wenn der Mensch durch die Methoden, die der Lehrer ihm gibt, hineingeführt werden soll, wenn er seine Übungen durchgemacht hat und dann vernimmt, was an ihn herantritt, die Gefahren sieht - und dann den Versuch aufgibt, dann tritt das ein, was man in der Geisteswissenschaft nennt: die Spiegelung der menschlichen Geistesarbeit. In dem Augenblick, wo der Mensch den Versuch aufgibt, erscheinen ihm in Visionen fratzenhafte Gestalten schauderhafter, ganz unmöglicher Art. Der Mensch ist wie eingeschlossen von diesen Gestalten. Wie eine Klammer um ihn herum bildet es sich von solchen Schreckensgestalten.

[ 17 ] Even worse dangers arise. If a person is to be guided through the methods the teacher provides, if they have completed their exercises and then perceive what approaches them, see the dangers—and then give up the attempt—then what occurs is what is called in spiritual science: the reflection of human mental activity. The moment a person gives up the attempt, grotesque figures of a terrifying, utterly impossible nature appear to them in visions. The person is as if enclosed by these figures. These figures of horror form a sort of clamp around them.

[ 18 ] Alles das könnte den Menschen abhalten, den Weg zu suchen; doch darf es niemanden abhalten. Das wäre nur egoistisch. Wer Gelegenheit hat, einzudringen in die höheren Welten, der darf diese Gelegenheiten nicht versäumen. Es liegt nah, zu sagen: ich habe Angst davor. Doch der Mensch muss sich bewusst sein, dass er damit nicht nur sich, sondern der ganzen Welt schadet. Er hat kein Recht, diese Fähigkeiten brachliegen zu lassen. Denn ebenso wenig, wie der Finger ein selbstständiger Teil des menschlichen Organismus ist, ebenso wenig sind wir etwas Selbstständiges. Und ebenso wenig wie der Finger nicht bloß für sich leben kann, so dürfen wir bloß für uns leben. Die ganze Welt ist ein Organismus. Wir sollen arbeiten an uns selber, unsere Kräfte entwickeln. Tun wir es nicht, dann versäumen wir eine heilige Pflicht gegen die Menschheit. Ein jeder muss sich selber klar sein, dass die Hindernisse überwunden werden müssen. Sie sind zu überwinden! Wenn der Mensch die Anweisungen, die er erhält, energisch und richtig befolgt, dann kann unmöglich jemand Gefahr erleiden. Ein Gruselig-Machen ist gegenüber einer gewissenhaften Führung nicht am Platze. Man muss die Gefahren kennen; aber man darf sie nicht fürchten. Das muss ein fester Grundsatz sein.

[ 18 ] All of this might deter people from seeking the path; yet it must not deter anyone. That would simply be selfish. Anyone who has the opportunity to penetrate the higher worlds must not let these opportunities pass them by. It is natural to say, “I am afraid of it.” But one must be aware that in doing so, one harms not only oneself but the entire world. One has no right to let these abilities lie dormant. For just as the finger is not an independent part of the human organism, neither are we anything independent. And just as the finger cannot live merely for itself, so too must we not live merely for ourselves. The whole world is an organism. We must work on ourselves and develop our strengths. If we do not, we fail in a sacred duty toward humanity. Everyone must be clear in their own mind that obstacles must be overcome. They must be overcome! If a person energetically and correctly follows the instructions they receive, then it is impossible for anyone to come to harm. Instilling fear has no place in conscientious leadership. One must be aware of the dangers; but one must not fear them. This must be a firm principle.

[ 19 ] Freilich kommen auch von einer andern Seite gewisse Gefahren. Wer zum Beispiel die gesellschaftlichen Vorurteile hinaufträgt in die höheren Welten — die taugen da nichts —, wer sie nicht abstreifen kann, der wird nicht ohne Gefahr hinaufsteigen können. Daher muss sich der Mensch innere Freiheit, Unabhängigkeit aneignen in einem hohen Grade. Wer das nicht kann, der kann nur in einem geringen Grad weiterkommen. Nicht um äußere Unabhängigkeit handelt es sich hier, ein Mensch kann äußerlich noch so abhängig sein, innerlich aber kann die Seele vollständig frei sein. Man muss sich hüten vor zahlreichen Missverständnissen, die uns entgegentreten. Klar sollte sich sein derjenige, der wirklich den Weg der Wahrheit gehen will, dass ein Satz wertlose Worte sagen und dass derselbe Satz tiefe Wahrheit in sich tragen kann. Vor der Phrase, der bloßen Redensart muss sich hüten, wer ernsthaft den Pfad gehen will. Denn wenn auch in der Theosophie das höchste Licht waltet, so auch die allermöglichste Phrasenhaftigkeit und Hohlheit. Das ist eine Unsitte unserer Zeit, sie enthält aber eine wirkliche Gefahr für die Theosophie.

[ 19 ] Of course, certain dangers also arise from another source. For example, anyone who carries social prejudices up into the higher worlds—they are of no use there—and who cannot shed them will not be able to ascend without danger. Therefore, a person must acquire a high degree of inner freedom and independence. Anyone who cannot do this will only be able to progress to a limited extent. This is not a matter of external independence; a person may be as dependent as they wish on the outside, yet inwardly the soul can be completely free. One must guard against the numerous misunderstandings that confront us. Those who truly wish to walk the path of truth should be clear that a single sentence can consist of worthless words, yet the same sentence can also contain profound truth. Anyone who seriously wishes to walk the path must guard against clichés and mere platitudes. For even though the highest light reigns in Theosophy, so too do the utmost clichés and hollowness. This is a bad habit of our time, but it poses a real danger to Theosophy.

[ 20 ] Wenn wir in die ältesten Zeiten zurückgehen, da sehen wir, wie von den führenden Persönlichkeiten, die das Leben geleitet haben, einem gewissen Alter eine große Bedeutung für die Urteilskraft des Menschen beigelegt wurde; heute können die Allerjüngsten ihre maßgebenden Urteile abgeben. Das vor allen Dingen wissen heute die Menschen nicht, dass man zwar in Bezug auf Intellekt, Wissenschaft und Kunst in früher Jugend manches leisten kann; aber die Erfahrungen der geistigen Welten in einer wirklich richtigen Weise seinen Mitmenschen zu überliefern, ist bloß der imstande, der in die Mitte seines Lebens gekommen ist. Daher wird von keiner Geheimschule einer hinausgesandt, der nicht das 35. Lebensjahr überschritten hat. Solange der Mensch noch gewisse Kräfte braucht, um seinen Organismus aufzubauen, so lange hat er sie nicht frei, um sie in den Dienst zu stellen. Autoritativ die okkulten Lehren jemand mitzuteilen, ist nicht erlaubt, bevor die Kräfte nicht mehr zum Aufbau gebraucht werden; erst wenn das Physische im Abstieg des Lebens ist, dann ist es erlaubt. Wer das Leben prüft, wird die Berechtigung dieser Regel einsehen. Selbst bei einem solchen Geist wie Goethe es war: Was er vor diesem Zeitpunkt geleistet hat, war ein Wiederauflebenlassen dessen, was er zusammengetragen hatte von da und dort; was wirklich nicht da wäre, wenn nicht Goethe dagewesen wäre, das ist erst nach der Mitte seines Lebens entstanden. Es bedeutet die größte Gefahr, wenn wir sehen, wie große Wahrheiten hingesprochen werden wie bloße Phrasen. Da kann man zum Beispiel immer und immer wieder hören: Du musst selbstlos sein, du musst deine Persönlichkeit opfern dem All! — Das ist eine tiefe Wahrheit, wenn es wirklich verstanden wird; es kann aber die absurdeste Phrase sein, wenn diese Wahrheit ohne Verständnis hingestellt wird. Der Egoismus ist von einer weisen Weltenlenkung nicht umsonst dem Menschen gegeben; er ist ein Erziehungsmittel, er macht den Menschen reicher und voller; durch ihn wird mancher Mensch abgehalten, etwas zu tun, was ihm schaden kann. Er ist eine gesunde Kraft, er füllt die Persönlichkeit an mit Kraft und Energie, er ist etwas Gesundes! Wenn man sagt, man solle ihn abstreifen, so ist es eine krankhafte Phrase. Trotzdem ist es aber wahr, dass ein Hinopfern der Persönlichkeit nötig ist, wenn wir den Weg finden wollen in die höheren Welten hinauf.

[ 20 ] If we go back to the earliest times, we see how the leading figures who guided life attached great importance to a certain age in terms of a person’s judgment; today, even the very youngest can make authoritative judgments. Above all, people today do not realize that while one can achieve much in terms of intellect, science, and art in early youth, only those who have reached middle age are capable of conveying experiences of the spiritual worlds to their fellow human beings in a truly accurate manner. For this reason, no secret school sends out anyone who has not passed the age of 35. As long as a person still needs certain forces to build up his or her physical organism, those forces are not freely available to be put to use. It is not permitted to authoritatively impart the occult teachings to anyone until the forces are no longer needed for physical development; only when the physical body is in the waning phase of life is this permitted. Anyone who examines life will recognize the validity of this rule. Even in the case of a mind such as Goethe’s: what he accomplished before this point was a revival of what he had gathered from here and there; what truly would not exist if Goethe had not been there emerged only after the middle of his life. It poses the greatest danger when we see how great truths are spoken of as mere phrases. For example, one hears time and again: “You must be selfless; you must sacrifice your personality to the universe!”—This is a profound truth when it is truly understood; but it can be the most absurd phrase when this truth is presented without understanding. It is not without reason that a wise cosmic order has given egoism to human beings; it is a means of education; it makes people richer and more fulfilled; through it, many people are prevented from doing something that could harm them. It is a healthy force; it fills the personality with strength and energy; it is something healthy! To say that one should cast it aside is a morbid cliché. Nevertheless, it is true that a sacrifice of the personality is necessary if we are to find the path upward into the higher worlds.

[ 21 ] Wie ist das aufzufassen? Wir wollen da einen Vergleich nehmen. Man fordert, jemand sollte alles opfern, was, er an Bargeld besitze. Einer opfert da 50 Pfennig, ein anderer 20000 Mark. Beide aber opfern alles, was sie haben. Wenn geholfen werden soll durch diese Opfer, so kann man selbstverständlich viel mehr helfen mit den 20000 Mark als mit 50 Pfennig. So muss man vergleichen das Hinopfern der Persönlichkeit von einem, der noch gar nichts in sich hat, der vielleicht gar kein besonderes Ich hat, mit dem Hinopfern einer Persönlichkeit, die an Energie, an Kräften Gewaltiges in sich angesammelt hat. Was ist der Menschheit gedient mit dem Hinopfern eines Menschen, der noch nichts ist? Die Persönlichkeit muss sich erst selber kräftig, energisch gemacht haben; es kommt darauf an, wie geopfert wird, nicht was geopfert wird. Der Mensch muss wissen, dass der Egoismus eine gesunde Kraft ist; sie treibt den Menschen an, den Satz zu befolgen:

[ 21 ] How should this be understood? Let’s use an analogy. Someone is being asked to sacrifice all the cash they possess. One person sacrifices 50 pfennigs, another 20,000 marks. But both are sacrificing everything they have. If these sacrifices are meant to help others, then of course one can help much more with 20,000 marks than with 50 pfennigs. Thus, one must compare the sacrifice of the personality of someone who has nothing within them yet—who perhaps has no distinct sense of self at all—with the sacrifice of a personality that has accumulated immense energy and strength within itself. What good does it do humanity to sacrifice a person who is still nothing? The personality must first have made itself strong and energetic; what matters is how one sacrifices, not what is sacrificed. A person must know that egoism is a healthy force; it drives a person to follow the principle:

Wenn die Rose selbst sich schmückt,
Schmückt sie auch den Garten!

When the rose adorns itself,
It also adorns the garden!

[ 22 ] Eine Persönlichkeit, die zuerst gelernt hat, die Kräfte in sich selbst zu entwickeln, und dann sich hinopfert, das ist ein wertvolles Opfer im großen Gang des Lebens. Wenn aber eine kraft- und energielose Persönlichkeit dies Wort: Du sollst dich hinopfern, als Lebenswort nimmt, so wird es hier eine Phrase und wird, weil es leer ist, ein inhaltsloses Leben erzeugen. Es ist auf diesem Gebiet ein Vampir des Lebens; es saugt aus die Kräfte des Lebens. Es ist notwendig, auf diesem Gebiete klarzusehen. Hier darf in keiner Weise jenes Wohlgefühl eine Rolle spielen, das der Mensch so leicht hat, wenn er schöne Phrasen sagt. Hier braucht der Mensch, der wirklich in die höheren Welten hinaufgehen will, Achtsamkeit und Geduld, denn nur nach und nach lernt er da unterscheiden.

[ 22 ] A person who first learns to develop the powers within themselves and then sacrifices themselves—that is a valuable sacrifice in the grand course of life. But if a person lacking in strength and energy takes this phrase—“You must sacrifice yourself”—as a guiding principle for life, it becomes mere rhetoric and, because it is empty, will result in a life devoid of substance. In this realm, such a person is a vampire of life; they suck the very life forces out of existence. It is essential to see clearly in this realm. Here, the sense of well-being that people so easily feel when uttering beautiful phrases must not play a role in any way. Here, the person who truly wishes to ascend into the higher worlds needs mindfulness and patience, for only gradually will they learn to discern.

[ 23 ] Noch ein anderes ist zu beachten bei demjenigen, der die im Innern schlummernden Kräfte, die ihn in die höheren Welten hinaufführen, entwickelt zu höheren Fähigkeiten. Alle Menschen haben sie; sie sind als Keim im Innern eines jeden Menschen, nur entwickeln die meisten Menschen sie in langen Zeiträumen. Wenn die Entwicklung dieser Kräfte beschleunigt wird, so wird auch alles andere im Menschenleben beschleunigt. Nehmen wir an, ein Mensch von 20 Jahren würde den Punkt, den er sonst mit 80 Jahren erreicht haben würde, schon in fünf Jahren erreichen. Da drängen sich auf einen Zwölftel alle diejenigen Dinge zusammen, die in sein Karma geschrieben sind. Alles, was er erfahren wird an Widerwärtigkeiten, an Hemmnissen des Lebens, wird eintreten in fünf Jahren. Diese Beschleunigung des Lebens wirkt wie eine Lokomotive, die in rasender Eile durch ein Schneegebiet hindurchrast gegenüber einer langsam fahrenden. Diese schiebt den Schnee langsam beiseite, die andere wird ihn schnell aufwirbeln. So ist es wirklich im Leben. Dasjenige, was sonst in längerer Zeit erlebt würde, drängt sich jetzt zusammen, und so zeigt sich für den Menschen, der den Erkenntnispfad zu gehen beginnt, dass er vieles erleben muss, was ihm seltsam vorkommt, namentlich im Beginn. Untugenden, Laster, Leidenschaften treten plötzlich auf; alles, was auf dem Grund der Seele liegt, muss heraus. Bei jeder Gelegenheit wird der Mensch Leidenschaften, Gelüste finden, die er längst überwunden zu haben glaubt. Sie müssen aber erscheinen, um völlig überwunden zu werden, um völlig zu verschwinden. Für denjenigen, der wirklich hinkommt an die Schwelle, steht ein Gewaltiges da, das in einem großen Bilde alles zeigt, was der Mensch noch an Niederem auf dem Grund seiner Seele hat. Alle Leidenschaften stehen in einem Bilde vor der Seele. Das ist der Hüter der Schwelle. Er begegnet dem Pfadsucher, und furchtlos muss er ihm entgegentreten. Ist er nicht furchtlos, kehrt er um, dann treten jene scheußlichen Bilder auf, die den Menschen einkerkern. Alle seine niederen Leidenschaften kerkern ihn im Spiegelbilde des Geistigen ein wie in einer Kammer. Das wird nicht geschildert, um jemanden abzuhalten, den Pfad zu suchen, sondern nur, um dem Suchenden den Pfad in der richtigen Weise zu ermöglichen.

[ 23 ] There is yet another point to consider for those who develop the inner, dormant powers—which lead them upward into the higher worlds—into higher abilities. All people possess these powers; they lie as a seed within every human being, though most people develop them only over long periods of time. When the development of these powers is accelerated, everything else in a person’s life is also accelerated. Let us suppose that a 20-year-old would reach the point he would otherwise have reached at age 80 in just five years. All the events written in his karma are thus compressed into one-twelfth of that time. Everything they will experience in terms of adversities and life’s obstacles will occur within five years. This acceleration of life is like a locomotive racing at breakneck speed through a snowy region compared to one traveling slowly. The slow one pushes the snow aside gradually, while the other will quickly whip it up. That is truly how it is in life. What would otherwise be experienced over a longer period of time is now compressed, and so it becomes apparent to the person who is beginning to walk the path of knowledge that he must experience many things that seem strange to him, especially at the beginning. Vices, bad habits, and passions suddenly arise; everything that lies at the bottom of the soul must come to the surface. At every turn, a person will encounter passions and desires that they believe they have long since overcome. But they must appear in order to be completely overcome, in order to disappear entirely. For those who truly reach the threshold, there stands a mighty presence that reveals, in a grand vision, everything base that still lies at the bottom of the soul. All passions stand before the soul in a single image. This is the Guardian of the Threshold. He encounters the seeker, and the seeker must face him fearlessly. If he is not fearless, he turns back, and then those hideous images arise that imprison the person. All his base passions imprison him in the mirror image of the spiritual realm, as if in a chamber. This is not described to deter anyone from seeking the path, but only to enable the seeker to follow the path in the proper way.

[ 24 ] Niemand darf sich dadurch abhalten lassen. Man muss wissen, dass das Erblicken dieser Gefahren gerade das größte Läuterungsmittel ist. Die Menschen wissen gewöhnlich gar nicht, wie weise sie geleitet werden. Es ist ein mächtiges Gesundungsmittel der Seele, wenn sie erleben muss Furcht und Hoffnung, Spannung und Lösung, Erregung und Beruhigung. Diese Gefühle sind äußerst wichtig, auch in aller Kunst. Das sind wichtige Arzneimittel der Seele. Sie gesundet aus den Gefahren, die sie durchzumachen hat, und dankbar sollten wir sein diesen Lehrmeistern; wir entgehen ihnen ja nicht. Es gibt keine anderen Gefahren als diejenigen, die auch so da sind für den Menschen. Nur in Bezug auf das Wissen, darin ändert es sich für ihn. Er lernt wissen von den Tatsachen, die Tatsachen selbst ändern sich aber nicht. Wenn wir das lernen, dann können wir ohne Sorge, ohne Gefahr den Weg antreten in die höheren Welten. Tut der Mensch das, dann folgt er einer wichtigen Mission. Unsere Zeit braucht das Geisteswissen. Wenn es der Menschheit versagt würde, dann würde der allgemeine Materialismus die Menschenherzen erfüllen mit Zweifel, Trost- und Hoffnungslosigkeit. Es würde die Menschen trübe und verzweiflungsvoll stimmen; es würde auf das Temperament wirken, das Leben öde und verkümmert machen und endlich auch das Physische am Menschen erkranken machen. Der Materialismus würde den Menschen völlig entkräften. Zur physischen Gesundung braucht der Mensch das, was die Geisteswissenschaft gibt.

[ 24 ] No one should let this deter them. One must realize that recognizing these dangers is, in fact, the greatest means of purification. People usually have no idea how wisely they are being guided. It is a powerful remedy for the soul when it must experience fear and hope, tension and release, excitement and calm. These feelings are extremely important, even in all forms of art. They are vital remedies for the soul. The soul heals through the dangers it must endure, and we should be grateful to these teachers; after all, we cannot escape them. There are no dangers other than those that already exist for human beings. It is only in terms of knowledge that things change for them. They learn to understand the facts, but the facts themselves do not change. When we learn this, we can set out on the path to the higher worlds without worry or danger. When a person does this, they are fulfilling an important mission. Our time needs spiritual knowledge. If humanity were denied it, then widespread materialism would fill people’s hearts with doubt, despair, and hopelessness. It would make people gloomy and desperate; it would affect their temperament, make life bleak and stunted, and ultimately cause the physical aspect of human beings to fall ill as well. Materialism would completely sap people’s strength. For physical healing, people need what spiritual science provides.

[ 25 ] Nur der kann sein ein wirklich brauchbares Glied im Fortschritt des Menschengeschlechtes, der sich ergreifen lässt von der spirituellen Strömung. Und es ist berechtigt, wenn der Mensch manchmal sorgt um die eigene Entwicklung; er muss sich erst selber die wahren Kräfte aneignen, womit er den Menschen wird helfen können, und er muss Geduld haben zu diesem Aneignen. Das muss festgehalten werden in der Theosophie. Es kommt nicht an auf eine Theorie, sondern darauf, dass sie einfließt in das Leben; sie hat in sich ein gesundes, tatkräftiges Leben, und sie muss sein ein Heilmittel für die Menschheit!

[ 25 ] Only those who allow themselves to be carried along by the spiritual current can be truly useful contributors to the progress of humankind. And it is justified for a person to sometimes be concerned about their own development; he must first acquire for himself the true powers with which he will be able to help others, and he must have patience in this process of acquisition. This must be emphasized in Theosophy. It is not a matter of theory, but of its integration into life; it possesses within itself a healthy, dynamic life, and it must be a remedy for humanity!

[ 26 ] Es lassen sich für alle Dinge Gründe für und wider anführen; das interessiert den wahren Geheimwissenschafter nicht, er weiß es. Die Theosophie ist wie ein Heilmittel der Menschheit gegeben. Mag man sie auch noch so viel angreifen, sie ist berufen, den Menschen gesund zu machen an Leib und Seele, wenn sie ins Leben eingeführt wird. Und an dieser Gesundung des Lebens wird sie ihre Bekräftigung ausdrücken. Daher arbeitet der Mensch nicht für sich, wenn er an sich selbst arbeitet; er arbeitet für den ganzen menschlichen Fortschritt, für das wahre, rechte Heil der Menschheit. Und dass dies erreicht wird, dass das erlebt wird, das wird dann der einzig sichere Beweis für die Geistes- oder Geheimwissenschaft sein.

[ 26 ] Arguments for and against can be made for everything; this does not interest the true esotericist—he already knows it. Theosophy is given to humanity as a remedy. No matter how much it may be attacked, it is destined to heal people in body and soul when it is introduced into life. And it is through this healing of life that it will express its validity. Therefore, when a person works on themselves, they are not working for their own sake; they are working for the progress of all humanity, for the true and right salvation of humanity. And the fact that this is achieved—that it is experienced—will then be the only sure proof of spiritual or esoteric science.