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The Essence of Anthroposophy
within the World Of Sense, Soul And Spirit
GA 68b

21 January 1907, Nuremberg

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Der Kreislauf des Menschen
  1. The Circular Flow of Man's Life, tr. SOL

7. Wie Begreift man Krankheit und Tod?

7. Wie Begreift man Krankheit und Tod?

[ 1 ] Man spricht von Welträtseln. Im Grunde genommen ist der Mensch zunächst von solchen Rätseln [des Daseins überall] umgeben; [und] an jegliches Ding und Wesen können wir Fragen stellen, die tief, tief hineinführen in die Tiefen des Lebens und des Seins. Aber es gibt gewisse einzelne, besonders hoch aufragende Säulen innerhalb dieses Rätselhaften des Daseins, und zu ihnen gehören ohne Zweifel diejenigen, die man mit den beiden Worten bezeichnet, die heute den Gegenstand unserer Betrachtung bilden sollen: Krankheit und Tod.

[ 1 ] Man spricht von Welträtseln. Im Grunde genommen ist der Mensch zunächst von solchen Rätseln [des Daseins überall] umgeben; [und] an jegliches Ding und Wesen können wir Fragen stellen, die tief, tief hineinführen in die Tiefen des Lebens und des Seins. Aber es gibt gewisse einzelne, besonders hoch aufragende Säulen innerhalb dieses Rätselhaften des Daseins, und zu ihnen gehören ohne Zweifel diejenigen, die man mit den beiden Worten bezeichnet, die heute den Gegenstand unserer Betrachtung bilden sollen: Krankheit und Tod.

[ 2 ] Ist das Leben für viele rätselhaft — Krankheit und Tod stellen sich hinein in dieses Leben, um es uns recht rätselhaft zu machen, der Tod als dasjenige, was als ein Entgegengesetztes dem Leben gegenübertritt, die Krankheit wie ein Störenfried. Und nicht nur insofern sind diese beiden Dinge Rätsel des Lebens, als sie zum Nachdenken anregen, sondern sie sind rätselhaft, weil sie uns Sorgen, für viele Menschen Furcht und Bangen hervorrufen. Daher dürfen wir uns nicht verwundern, dass Krankheit und Tod von jeher, seit Menschengedenken, herausgefordert haben den Forschungstrieb aller derjenigen, die nachdenken wollten über das Dasein, über die Welt. Es würde hier eine lange Reihe von tiefen Weltendenkern angeführt werden müssen, wenn ich Ihnen heute alles das erzählen wollte, das gesagt worden ist über die beiden Begriffe: Krankheit und insbesondere über den Tod. Das kann ja meine Aufgabe nicht sein. Wir wollen im Sinne der Geisteswissenschaft eindringen in diese beiden Fragen.

[ 2 ] Ist das Leben für viele rätselhaft — Krankheit und Tod stellen sich hinein in dieses Leben, um es uns recht rätselhaft zu machen, der Tod als dasjenige, was als ein Entgegengesetztes dem Leben gegenübertritt, die Krankheit wie ein Störenfried. Und nicht nur insofern sind diese beiden Dinge Rätsel des Lebens, als sie zum Nachdenken anregen, sondern sie sind rätselhaft, weil sie uns Sorgen, für viele Menschen Furcht und Bangen hervorrufen. Daher dürfen wir uns nicht verwundern, dass Krankheit und Tod von jeher, seit Menschengedenken, herausgefordert haben den Forschungstrieb aller derjenigen, die nachdenken wollten über das Dasein, über die Welt. Es würde hier eine lange Reihe von tiefen Weltendenkern angeführt werden müssen, wenn ich Ihnen heute alles das erzählen wollte, das gesagt worden ist über die beiden Begriffe: Krankheit und insbesondere über den Tod. Das kann ja meine Aufgabe nicht sein. Wir wollen im Sinne der Geisteswissenschaft eindringen in diese beiden Fragen.

[ 3 ] Nur damit Sie sehen, welche schöne Aufgabe unser harrt, sei auf einiges wenige hingewiesen, was von bedeutenden Menschen beigebracht worden ist, um diesen Dingen näherzutreten. Schopenhauer, der Philosoph des Pessimismus, der über das Leid des Lebens nachgedacht hat und von ihm berührt worden ist, sagte, das Leben sei eine missliche Sache, und er wolle es zunächst damit hinbringen, dass er über dasselbe nachdenke. Dieser hat Mannigfaltiges über den Tod vorgebracht. Aber wenn wir es uns nur ein wenig vorlegen, so sehen wir, dass selbst ein tiefer Denker diesen Fragen gegenüber leicht versagen kann. Eine Sache scheint uns grotesk: Schopenhauer hat versucht, eine Art Gefühlsverständnis der Menschheit zu eröffnen gegenüber dem Tod. Er sagte: Der Mensch fürchtet sich vor dem Tode. Wahrlich, da das Leben eine so schlimme Sache ist, braucht er das nicht, denn der Tod ist ein Erlöser. Empfindet man das Leben als ein Leidvolles, so tröstet der Tod. Man kann sich sagen, er schließt es. — So sah Schopenhauer in den schlimmen Seiten des Lebens einen Trost gegenüber dem Tod, und im Tod einen Trost gegenüber der schlimmen Sache des Lebens.

[ 3 ] Nur damit Sie sehen, welche schöne Aufgabe unser harrt, sei auf einiges wenige hingewiesen, was von bedeutenden Menschen beigebracht worden ist, um diesen Dingen näherzutreten. Schopenhauer, der Philosoph des Pessimismus, der über das Leid des Lebens nachgedacht hat und von ihm berührt worden ist, sagte, das Leben sei eine missliche Sache, und er wolle es zunächst damit hinbringen, dass er über dasselbe nachdenke. Dieser hat Mannigfaltiges über den Tod vorgebracht. Aber wenn wir es uns nur ein wenig vorlegen, so sehen wir, dass selbst ein tiefer Denker diesen Fragen gegenüber leicht versagen kann. Eine Sache scheint uns grotesk: Schopenhauer hat versucht, eine Art Gefühlsverständnis der Menschheit zu eröffnen gegenüber dem Tod. Er sagte: Der Mensch fürchtet sich vor dem Tode. Wahrlich, da das Leben eine so schlimme Sache ist, braucht er das nicht, denn der Tod ist ein Erlöser. Empfindet man das Leben als ein Leidvolles, so tröstet der Tod. Man kann sich sagen, er schließt es. — So sah Schopenhauer in den schlimmen Seiten des Lebens einen Trost gegenüber dem Tod, und im Tod einen Trost gegenüber der schlimmen Sache des Lebens.

[ 4 ] An einer andern Stelle seiner Schriften hat er versucht, in einer nicht so grotesken Weise, aber in nicht viel glücklicherer Art sich über die Notwendigkeit des Todes auszusprechen. Da lässt er den Erdgeist sprechen. [Dieser sagt:] Platz brauche ich für meine vielen Lebewesen, daher muss ich sie hinwegräumen, daher brauche ich den Tod. So ist für den lenkenden Geist der Erde der Tod eine bloße Raumfrage.

[ 4 ] An einer andern Stelle seiner Schriften hat er versucht, in einer nicht so grotesken Weise, aber in nicht viel glücklicherer Art sich über die Notwendigkeit des Todes auszusprechen. Da lässt er den Erdgeist sprechen. [Dieser sagt:] Platz brauche ich für meine vielen Lebewesen, daher muss ich sie hinwegräumen, daher brauche ich den Tod. So ist für den lenkenden Geist der Erde der Tod eine bloße Raumfrage.

[ 5 ] Eduard von Hartmann sagt in seinem letzten Buch: Es liegt in der Natur der lebendigen Wesen, [und] namentlich des Menschen.

[ 5 ] Eduard von Hartmann sagt in seinem letzten Buch: Es liegt in der Natur der lebendigen Wesen, [und] namentlich des Menschen.

[ 6 ] Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass wir im Sinne der Geisteswissenschaft über Tod und Krankheit nur vom Menschen heute sprechen werden. Denn die Rätsel der Welt sind so mannigfaltig, und nur derjenige, der alles über einen Leisten schlagen möchte, kann dasjenige, was über eine Sache erforscht ist, auf etwas anderes anwenden. Für den echten Geistesforscher sind die Dinge, die auch scheinbar gleich sind, wie Krankheit und Tod, so ganz verschieden für verschiedenartige Wesen. Hartmann sagt, der Mensch sei so eingerichtet, dass er in einer gewissen Zeit seines Lebens das Verständnis verliert für seine Umwelt, und eine junge Generation muss nachkommen, die dieses Verständnis hat. Der Mensch würde ein Fremdling sein innerhalb der Welt, wenn er nicht hinweggenommen würde. — Sie sehen, wieder nichts Erhebliches! Was sollen wir daraus machen?

[ 6 ] Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass wir im Sinne der Geisteswissenschaft über Tod und Krankheit nur vom Menschen heute sprechen werden. Denn die Rätsel der Welt sind so mannigfaltig, und nur derjenige, der alles über einen Leisten schlagen möchte, kann dasjenige, was über eine Sache erforscht ist, auf etwas anderes anwenden. Für den echten Geistesforscher sind die Dinge, die auch scheinbar gleich sind, wie Krankheit und Tod, so ganz verschieden für verschiedenartige Wesen. Hartmann sagt, der Mensch sei so eingerichtet, dass er in einer gewissen Zeit seines Lebens das Verständnis verliert für seine Umwelt, und eine junge Generation muss nachkommen, die dieses Verständnis hat. Der Mensch würde ein Fremdling sein innerhalb der Welt, wenn er nicht hinweggenommen würde. — Sie sehen, wieder nichts Erhebliches! Was sollen wir daraus machen?

[ 7 ] Ein Wort aber leuchtet durch die Zeiten, welches für Tausende und Abertausende von Menschen eine Art Lösung in sich geschlossen hat des Problems vom Tod, allerdings ein Wort, das heute nicht einmal seinem Wortsinne nach verstanden wird; es rührt her von Paulus und heißt:

[ 7 ] Ein Wort aber leuchtet durch die Zeiten, welches für Tausende und Abertausende von Menschen eine Art Lösung in sich geschlossen hat des Problems vom Tod, allerdings ein Wort, das heute nicht einmal seinem Wortsinne nach verstanden wird; es rührt her von Paulus und heißt:

Der Tod ist der Sünde Sold. (Röm 6,23)

Der Tod ist der Sünde Sold. (Röm 6,23)

[ 8 ] Es ist begreiflich, dass ein Mensch mit heutigen Begriffen und Vorstellungen, der sich so wenig bekannt gemacht hat mit der Geisteswissenschaft, sich nicht befreunden kann mit einem solchen Wort. Er hat gelernt, in dem Tod und in der Krankheit natürliche Vorgänge zu sehen, und es liegt ihm ganz und gar fern, etwas [rein] Natürliches, was sich abspielt innerhalb der Welt rein natürliche[r] Prozesse, [so etwas] anzusehen als eine Wirkung von etwas Moralischem, von etwas, was der Willkür und dem freien Willen des Menschen anhängt, der Sünde. Dass Moralisches die Ursache sein kann von etwas Organischem, liegt dem Denken unserer Zeit fern. Wenn also das Wort des Apostels dem Wortlaute nach richtig verstanden würde, würde es ganz vergeblich sein, über dasselbe zu unseren Zeitgenossen zu sprechen. Aber es wird eben nicht einmal dem Wortlaut nach richtig verstanden. Es ist doch die Bibel ein merkwürdiges Geheimbuch, und diejenigen, welche glauben, es am besten zu verstehen, dringen in der Regel am wenigsten in seinen Geist ein.

[ 8 ] Es ist begreiflich, dass ein Mensch mit heutigen Begriffen und Vorstellungen, der sich so wenig bekannt gemacht hat mit der Geisteswissenschaft, sich nicht befreunden kann mit einem solchen Wort. Er hat gelernt, in dem Tod und in der Krankheit natürliche Vorgänge zu sehen, und es liegt ihm ganz und gar fern, etwas [rein] Natürliches, was sich abspielt innerhalb der Welt rein natürliche[r] Prozesse, [so etwas] anzusehen als eine Wirkung von etwas Moralischem, von etwas, was der Willkür und dem freien Willen des Menschen anhängt, der Sünde. Dass Moralisches die Ursache sein kann von etwas Organischem, liegt dem Denken unserer Zeit fern. Wenn also das Wort des Apostels dem Wortlaute nach richtig verstanden würde, würde es ganz vergeblich sein, über dasselbe zu unseren Zeitgenossen zu sprechen. Aber es wird eben nicht einmal dem Wortlaut nach richtig verstanden. Es ist doch die Bibel ein merkwürdiges Geheimbuch, und diejenigen, welche glauben, es am besten zu verstehen, dringen in der Regel am wenigsten in seinen Geist ein.

[ 9 ] Wir werden in unser Thema leichter hineindringen und eher Stimmung gewinnen, wenn wir es zunächst einmal ganz aus dem Geist seines Verfassers und aus dem Denken derjenigen Menschen heraus zu verstehen suchen, aus deren Kreis der Apostel Paulus herausgewachsen ist, der alten hebräischen Gelehrten.

[ 9 ] Wir werden in unser Thema leichter hineindringen und eher Stimmung gewinnen, wenn wir es zunächst einmal ganz aus dem Geist seines Verfassers und aus dem Denken derjenigen Menschen heraus zu verstehen suchen, aus deren Kreis der Apostel Paulus herausgewachsen ist, der alten hebräischen Gelehrten.

[ 10 ] «Sünde» bedeutet nämlich in diesem Zusammenhang etwas ganz anderes als dasjenige, was man heute moralische Verfehlung nennt. Und wer Sünde so auffasst wie die heutige Kirchenlehre, der versteht dieses Wort nicht. Wir gelangen zu einem Verständnis, wenn wir uns vorstellen dasjenige, was Paulus eine Entwicklungslehre genannt hat. Nicht in gelehrter Weise, sondern nur andeutungsweise möchte ich es Ihnen erzählen. Es ist ein Aberglaube der modernen Wissenschaft, dass das Wort «Entwicklung» erst in den letzten Jahrhunderten entdeckt worden sei. Über Entwicklung, Hervorgehen des Vollkommenen aus dem Unvollkommenen, hat man immer gesprochen und gedacht. Nur hat der Geheimwissenschafter der Zeit, aus der Paulus herausgewachsen ist, gesagt: Die Lebewesen stellen eine Stufenfolge dar, vom unvollkommensten Wesen bis hinauf zum vollkommensten Wesen. Des Menschen Organisation hat man so förmlich als ein Ziel gedacht, zu dem alle anderen Lebewesen hinstreben. Sie vervollkommnen sich immer mehr, um so zu werden, wie der menschliche Organismus aufgebaut ist.

[ 10 ] «Sünde» bedeutet nämlich in diesem Zusammenhang etwas ganz anderes als dasjenige, was man heute moralische Verfehlung nennt. Und wer Sünde so auffasst wie die heutige Kirchenlehre, der versteht dieses Wort nicht. Wir gelangen zu einem Verständnis, wenn wir uns vorstellen dasjenige, was Paulus eine Entwicklungslehre genannt hat. Nicht in gelehrter Weise, sondern nur andeutungsweise möchte ich es Ihnen erzählen. Es ist ein Aberglaube der modernen Wissenschaft, dass das Wort «Entwicklung» erst in den letzten Jahrhunderten entdeckt worden sei. Über Entwicklung, Hervorgehen des Vollkommenen aus dem Unvollkommenen, hat man immer gesprochen und gedacht. Nur hat der Geheimwissenschafter der Zeit, aus der Paulus herausgewachsen ist, gesagt: Die Lebewesen stellen eine Stufenfolge dar, vom unvollkommensten Wesen bis hinauf zum vollkommensten Wesen. Des Menschen Organisation hat man so förmlich als ein Ziel gedacht, zu dem alle anderen Lebewesen hinstreben. Sie vervollkommnen sich immer mehr, um so zu werden, wie der menschliche Organismus aufgebaut ist.

[ 11 ] Aber was hat das für einen Sinn, dass der menschliche Organismus gerade so aufgebaut ist und die anderen Lebewesen ihn zum Ziel haben? Den Sinn hat es für Paulus, dass der menschliche Leib bergen sollte eine Seele mit Selbstständigkeit. Man sagte sich: Soll eine Seele leben, die in sich selbst finden kann den Antrieb zum Handeln, aus sich selbst Entschlüsse zu fassen, die in dem Wort «Freiheit» oder «Willkür» sich ausdrückt als ein Mittelpunkt des Wesens, dann muss sie gerade einen solchen Leib haben. Deshalb müsste die ganze Reihe der Lebewesen unter dem Einfluss dieser Freiheit diesen Weg nehmen. So ist der menschliche Organismus so organisiert, dass sich in ihm eine freie Seele selbstständig ausdrücken kann.

[ 11 ] Aber was hat das für einen Sinn, dass der menschliche Organismus gerade so aufgebaut ist und die anderen Lebewesen ihn zum Ziel haben? Den Sinn hat es für Paulus, dass der menschliche Leib bergen sollte eine Seele mit Selbstständigkeit. Man sagte sich: Soll eine Seele leben, die in sich selbst finden kann den Antrieb zum Handeln, aus sich selbst Entschlüsse zu fassen, die in dem Wort «Freiheit» oder «Willkür» sich ausdrückt als ein Mittelpunkt des Wesens, dann muss sie gerade einen solchen Leib haben. Deshalb müsste die ganze Reihe der Lebewesen unter dem Einfluss dieser Freiheit diesen Weg nehmen. So ist der menschliche Organismus so organisiert, dass sich in ihm eine freie Seele selbstständig ausdrücken kann.

[ 12 ] Was ist eine selbstständige Seele? Betrachten Sie das Universum, das Weltenall. Sehen Sie sich die Lebewesen an! Sie stehen alle in einem Zusammenhang mit der Umgebung; dieser wird gelockert, je weiter wir hinaufdringen zum Menschen. Selbstständig werden die Lebewesen, am selbstständigsten ist der Mensch. Er stellt sich als ein durch sich frei bewegliches Wesen dem Kosmos gegenüber. Aber auch er ist aus diesem Universum ja herausgewachsen. Ist es nicht so, dass wir uns das Ganze durch einen sehr einfachen Vergleich klarmachen können? Nehmen Sie ein Glas Wasser; viele Tropfen sind darin. Ein jeglicher Tropfen ist in dieser Wassermasse enthalten, ohne dass wir ihn unterscheiden können von der Masse. Wenn Sie ihn aber herausheben, wenn er selbstständig wird, dann stellt er sich als erwas Unabhängiges gegenüber dem Ganzen dar, und könnte er Kräfte in sich entwickeln, dann würden wir seine Stellung vergleichen können mit der Stellung des Menschen zum Kosmos. Solange der Tropfen im ganzen Wasser darinnen ist, drückt er diejenigen Strömungen aus, die aus der Masse herauskommen. Selbstständig geworden, wirkt er zurück, wie eine entgegengesetzte Kraft auf die Masse.

[ 12 ] Was ist eine selbstständige Seele? Betrachten Sie das Universum, das Weltenall. Sehen Sie sich die Lebewesen an! Sie stehen alle in einem Zusammenhang mit der Umgebung; dieser wird gelockert, je weiter wir hinaufdringen zum Menschen. Selbstständig werden die Lebewesen, am selbstständigsten ist der Mensch. Er stellt sich als ein durch sich frei bewegliches Wesen dem Kosmos gegenüber. Aber auch er ist aus diesem Universum ja herausgewachsen. Ist es nicht so, dass wir uns das Ganze durch einen sehr einfachen Vergleich klarmachen können? Nehmen Sie ein Glas Wasser; viele Tropfen sind darin. Ein jeglicher Tropfen ist in dieser Wassermasse enthalten, ohne dass wir ihn unterscheiden können von der Masse. Wenn Sie ihn aber herausheben, wenn er selbstständig wird, dann stellt er sich als erwas Unabhängiges gegenüber dem Ganzen dar, und könnte er Kräfte in sich entwickeln, dann würden wir seine Stellung vergleichen können mit der Stellung des Menschen zum Kosmos. Solange der Tropfen im ganzen Wasser darinnen ist, drückt er diejenigen Strömungen aus, die aus der Masse herauskommen. Selbstständig geworden, wirkt er zurück, wie eine entgegengesetzte Kraft auf die Masse.

[ 13 ] So ist es auch beim Menschen, das heißt ja «selbstständig sein». Wenn nun aber sich alles als Besonderes heraushöbe, so würde das ja die ganze Harmonie zerstören, und das muss sie zerstören, wenn nicht wieder eine Harmonie gefunden wird. So geht der Mensch tatsächlich durch einen Standpunkt des Heraushebens aus dem Universum, des Sich-Entgegenstellens gegen es hindurch. Mit andern Worten: Es ist in der Entwicklungslehre des Paulus begründet, dass das menschliche Wesen, um zu Selbstständigkeit zu kommen, in eine Art feindliches Verhältnis tritt zum Universum. Paulus sagt: Selbstständigkeit und Freiheit müssen entstehen aus dem Egoismus heraus. Wäre der Mensch niemals zum Egoismus hingeführt worden, [so] könnte er nicht frei werden. Ein Wesen, das am Gängelband gezogen würde, das hätte niemals Egoist werden können, könnte auch nicht frei werden.

[ 13 ] So ist es auch beim Menschen, das heißt ja «selbstständig sein». Wenn nun aber sich alles als Besonderes heraushöbe, so würde das ja die ganze Harmonie zerstören, und das muss sie zerstören, wenn nicht wieder eine Harmonie gefunden wird. So geht der Mensch tatsächlich durch einen Standpunkt des Heraushebens aus dem Universum, des Sich-Entgegenstellens gegen es hindurch. Mit andern Worten: Es ist in der Entwicklungslehre des Paulus begründet, dass das menschliche Wesen, um zu Selbstständigkeit zu kommen, in eine Art feindliches Verhältnis tritt zum Universum. Paulus sagt: Selbstständigkeit und Freiheit müssen entstehen aus dem Egoismus heraus. Wäre der Mensch niemals zum Egoismus hingeführt worden, [so] könnte er nicht frei werden. Ein Wesen, das am Gängelband gezogen würde, das hätte niemals Egoist werden können, könnte auch nicht frei werden.

[ 14 ] Dieses Freiwerden, das also auf der Basis des Egoismus sich aufbaut, dieses Aufnehmen der Selbstsucht durch ein Wesen, das bezeichnet Paulus als Sünde. Selbstsucht ist für ihn die Ursünde. Und daher war es mit dem Wesen des Menschen verbunden, das zur Sünde sich entwickelte, dass ein Leib organisiert wurde, durch den ganzen Hergang der Entwicklung auf diese Sünde hin. Ein solcher Leib konnte aber nicht anders als sterblich sein, wegen seiner Losgelöstheit. So erfordert die Wesenheit des Menschen zu ihrer Selbstständigkeit einen sterblichen Leib. Wer da hineindringt, der wird sehen, dass dasjenige, was gesagt worden ist, völlig sich mit Paulus” Ansicht deckt. Und das wird uns die Stimmung abgeben zu dem, was wir zu betrachten haben.

[ 14 ] Dieses Freiwerden, das also auf der Basis des Egoismus sich aufbaut, dieses Aufnehmen der Selbstsucht durch ein Wesen, das bezeichnet Paulus als Sünde. Selbstsucht ist für ihn die Ursünde. Und daher war es mit dem Wesen des Menschen verbunden, das zur Sünde sich entwickelte, dass ein Leib organisiert wurde, durch den ganzen Hergang der Entwicklung auf diese Sünde hin. Ein solcher Leib konnte aber nicht anders als sterblich sein, wegen seiner Losgelöstheit. So erfordert die Wesenheit des Menschen zu ihrer Selbstständigkeit einen sterblichen Leib. Wer da hineindringt, der wird sehen, dass dasjenige, was gesagt worden ist, völlig sich mit Paulus” Ansicht deckt. Und das wird uns die Stimmung abgeben zu dem, was wir zu betrachten haben.

[ 15 ] Noch ein anderer hat ein schönes Wort über den Tod gesagt: Goethe. In dem Aufsatz: «Natur, wir sind von ihr umgeben und umschlungen» — steht auch das Wort: Die Natur ist überall lebendig, sie hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. — Das sollen Einleitungsworte sein, um Ihnen die Richtung anzugeben, von der aus wir nun im Sinne der Geisteswissenschaft in unser Thema eindringen wollen.

[ 15 ] Noch ein anderer hat ein schönes Wort über den Tod gesagt: Goethe. In dem Aufsatz: «Natur, wir sind von ihr umgeben und umschlungen» — steht auch das Wort: Die Natur ist überall lebendig, sie hat den Tod erfunden, um viel Leben zu haben. — Das sollen Einleitungsworte sein, um Ihnen die Richtung anzugeben, von der aus wir nun im Sinne der Geisteswissenschaft in unser Thema eindringen wollen.

[ 16 ] Wir müssen, wenn wir verstehen wollen diese zwei wichtigen Begebenheiten des menschlichen Lebens, Krankheit und Tod, eingehen auf die Wesenheit und Natur des Menschen; und so werden Sie gestatten, dass ich wiederholend sage, welches dieses Wesen des Menschen ist. Nur ganz kurz kann dies geschehen. Dasjenige, was der naturalistische [materialistische] Denker, die sinnenfällige Auffassung, als das Ganze des Menschen betrachtet, seinen physischen Leib, das ist für die Geisteswissenschaft nur ein Teil der menschlichen Wesenheit. Diesen physischen Leib hat der Mensch gemeinschaftlich mit allen sogenannten leblosen Wesen, die uns umgeben. In diesem physischen Leib finden sich zusammen alle Stoffe und Kräfte, oder gerade solche Kräfte, wie sie draußen in der sogenannt leblosen Welt spielen. Es ist dasselbe, was das Mineral ist.

[ 16 ] Wir müssen, wenn wir verstehen wollen diese zwei wichtigen Begebenheiten des menschlichen Lebens, Krankheit und Tod, eingehen auf die Wesenheit und Natur des Menschen; und so werden Sie gestatten, dass ich wiederholend sage, welches dieses Wesen des Menschen ist. Nur ganz kurz kann dies geschehen. Dasjenige, was der naturalistische [materialistische] Denker, die sinnenfällige Auffassung, als das Ganze des Menschen betrachtet, seinen physischen Leib, das ist für die Geisteswissenschaft nur ein Teil der menschlichen Wesenheit. Diesen physischen Leib hat der Mensch gemeinschaftlich mit allen sogenannten leblosen Wesen, die uns umgeben. In diesem physischen Leib finden sich zusammen alle Stoffe und Kräfte, oder gerade solche Kräfte, wie sie draußen in der sogenannt leblosen Welt spielen. Es ist dasselbe, was das Mineral ist.

[ 17 ] Ende des achtzehnten Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts galt es auch als wissenschaftlich, in einer bestimmten Richtung zu sagen: Dasjenige, was lebt, das ist nicht bloß eine Kombination von Stoffen und Kräften, sondern, das, was lebt, das hat noch eine besondere Kraft in sich, welche die Stoffe und Kräfte der leblosen Welt in ganz bestimmte Kombination bringt, in innere Regsamkeit bringt, zum Leben anfacht; und dies nannte man die Lebenskraft. So, sagte man, haben der Mensch, das Tier, die Pflanze Lebenskraft in sich. Und diese macht es, dass nicht nur ein chemischer Prozess sich im Magen und in der Blutmischung abspielt, sondern dass das Ganze lebt. Lebenskraft ist ein Wort geworden, das man hat nur aussprechen dürfen in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, und man ist von gewisser Richtung als rückständig angesehen worden, als ein Tor.

[ 17 ] Ende des achtzehnten Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts galt es auch als wissenschaftlich, in einer bestimmten Richtung zu sagen: Dasjenige, was lebt, das ist nicht bloß eine Kombination von Stoffen und Kräften, sondern, das, was lebt, das hat noch eine besondere Kraft in sich, welche die Stoffe und Kräfte der leblosen Welt in ganz bestimmte Kombination bringt, in innere Regsamkeit bringt, zum Leben anfacht; und dies nannte man die Lebenskraft. So, sagte man, haben der Mensch, das Tier, die Pflanze Lebenskraft in sich. Und diese macht es, dass nicht nur ein chemischer Prozess sich im Magen und in der Blutmischung abspielt, sondern dass das Ganze lebt. Lebenskraft ist ein Wort geworden, das man hat nur aussprechen dürfen in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, und man ist von gewisser Richtung als rückständig angesehen worden, als ein Tor.

[ 18 ] Heute aber, seit einer Reihe von Jahren ist man kein so großer Tor [vor der Wissenschaft], wenn man dieses Wort ausspricht. Denn diejenigen, die heute den etwas vorgerückten Stand der Wissenschaft von den Lebenserscheinungen betrachten, können nicht umhin, sich zu sagen: In den Wesen ist mehr als ein bloßer chemisch-physikalischer Prozess. Und viele sind auf dem Standpunkt, dass sie von einer Lebenskraft sprechen. Sie wissen, das ist eine Spekulation. Die Geisteswissenschaft steht nicht auf diesem Standpunkt der Spekulation. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass es eine höhere Erfahrung gibt, dass der Mensch mehr zu sehen vermag, wenn gewisse Kräfte, die in seiner Seele schlummern, erweckt sind. Vergleich mit dem Blindgeborenen und Sehendgewordenen: Niemals kann der entscheiden, ob etwas ist, der es nicht sieht, sondern der, der es sieht. Es gibt keine Möglichkeit, von Grenzen der Erkenntnis zu sprechen. Denn der Mensch macht die Entdeckung, dass er so viele Welten um sich hat, als er Organe hat, [um] sie wahrzunehmen. Dadurch unterscheidet sich die Geisteswissenschaft von dem, was man heute Wissenschaft nennt, dass sie ausgeht, die Dinge zu besprechen, die durch die Erweckung von Organen als Neues in unser Dasein hereindringen.

[ 18 ] Heute aber, seit einer Reihe von Jahren ist man kein so großer Tor [vor der Wissenschaft], wenn man dieses Wort ausspricht. Denn diejenigen, die heute den etwas vorgerückten Stand der Wissenschaft von den Lebenserscheinungen betrachten, können nicht umhin, sich zu sagen: In den Wesen ist mehr als ein bloßer chemisch-physikalischer Prozess. Und viele sind auf dem Standpunkt, dass sie von einer Lebenskraft sprechen. Sie wissen, das ist eine Spekulation. Die Geisteswissenschaft steht nicht auf diesem Standpunkt der Spekulation. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass es eine höhere Erfahrung gibt, dass der Mensch mehr zu sehen vermag, wenn gewisse Kräfte, die in seiner Seele schlummern, erweckt sind. Vergleich mit dem Blindgeborenen und Sehendgewordenen: Niemals kann der entscheiden, ob etwas ist, der es nicht sieht, sondern der, der es sieht. Es gibt keine Möglichkeit, von Grenzen der Erkenntnis zu sprechen. Denn der Mensch macht die Entdeckung, dass er so viele Welten um sich hat, als er Organe hat, [um] sie wahrzunehmen. Dadurch unterscheidet sich die Geisteswissenschaft von dem, was man heute Wissenschaft nennt, dass sie ausgeht, die Dinge zu besprechen, die durch die Erweckung von Organen als Neues in unser Dasein hereindringen.

[ 19 ] Nehmen Sie an, hier stünde ein Klavier, ein Spieler spielte, es säße daneben ein Tauber; der kann von dem nichts hören, was der Spieler den Saiten entlockt. Aber es gibt eine Methode, sie ihm wahrnehmbar zu machen, diese Dinge, die da vorgehen. Man setzt Papier-Reiterchen auf die Saiten, sie werden durch das Spielen abgeworfen, eine gewisse Anschauung kann er bekommen von dem, was die anderen hören. Wie sich dem [Tauben] seine Welt der Töne, die er nur auf dem Umweg der Reiterchen wahrnimmt, verhält zu der Welt der Hörenden, so verhält sich dasjenige, was innerhalb der materiellen Welt erforscht wird, zu dem, was einer erfahren kann, dem höhere Organe erschlossen sind. Und nichts anderes nimmt dieser als seine Behauptung in Anspruch, als die Wahrheit, dass es zu allen Zeiten Menschen gegeben hat, die solche höheren Organe hatten und eine andere Welt sahen. Nicht durch Spekulation, sondern durch eine höhere Wahrnehmung kommt die Geisteswissenschaft auf das, was sie nun ähnlich der erspekulierten Lebenskraft den Lebensleib oder Ätherleib nennt. Das ist dasjenige, was die leblosen Stoffe, die bloß chemisch-physischen Prozesse zum Leben aufruft und was der Mensch gemeinsam hat mit der Pflanzen- und Tierwelt.

[ 19 ] Nehmen Sie an, hier stünde ein Klavier, ein Spieler spielte, es säße daneben ein Tauber; der kann von dem nichts hören, was der Spieler den Saiten entlockt. Aber es gibt eine Methode, sie ihm wahrnehmbar zu machen, diese Dinge, die da vorgehen. Man setzt Papier-Reiterchen auf die Saiten, sie werden durch das Spielen abgeworfen, eine gewisse Anschauung kann er bekommen von dem, was die anderen hören. Wie sich dem [Tauben] seine Welt der Töne, die er nur auf dem Umweg der Reiterchen wahrnimmt, verhält zu der Welt der Hörenden, so verhält sich dasjenige, was innerhalb der materiellen Welt erforscht wird, zu dem, was einer erfahren kann, dem höhere Organe erschlossen sind. Und nichts anderes nimmt dieser als seine Behauptung in Anspruch, als die Wahrheit, dass es zu allen Zeiten Menschen gegeben hat, die solche höheren Organe hatten und eine andere Welt sahen. Nicht durch Spekulation, sondern durch eine höhere Wahrnehmung kommt die Geisteswissenschaft auf das, was sie nun ähnlich der erspekulierten Lebenskraft den Lebensleib oder Ätherleib nennt. Das ist dasjenige, was die leblosen Stoffe, die bloß chemisch-physischen Prozesse zum Leben aufruft und was der Mensch gemeinsam hat mit der Pflanzen- und Tierwelt.

[ 20 ] Das dritte Glied des Menschenwesens ist der sogenannte astralische Leib. Er ist der Träger von alledem, was wir nennen Lust und Leid, Freude und Schmerz, Affekte, Leidenschaften, Triebe und so weiter. Die Pflanzen haben ihn noch nicht, diesen astralischen Leib, nur das Tier und der Mensch. Das Wesen, das ihn hat, verhält sich anders zur Außenwelt. Heute wird vielfach sogar von Gelehrten der Unterschied zwischen Pflanze und Tier verwischt, indem man sagt, auch die Pflanze hätte gewisse Empfindungen, und [man] beruft sich darauf, dass gewisse Pflanzen, auf die man einen Reiz ausübt, ihre Blätter zusammenziehen. Das ist gegenüber der Geisteswissenschaft ein dilettantisches Gerede. Wenn es bloß darauf ankäme, dass ein Wesen von innen heraus mit einer Bewegung antwortete, wenn man es reizt, könnte man auch behaupten, dass Löschpapier, das Tinte einzieht, ein empfindendes Wesen wäre.

[ 20 ] Das dritte Glied des Menschenwesens ist der sogenannte astralische Leib. Er ist der Träger von alledem, was wir nennen Lust und Leid, Freude und Schmerz, Affekte, Leidenschaften, Triebe und so weiter. Die Pflanzen haben ihn noch nicht, diesen astralischen Leib, nur das Tier und der Mensch. Das Wesen, das ihn hat, verhält sich anders zur Außenwelt. Heute wird vielfach sogar von Gelehrten der Unterschied zwischen Pflanze und Tier verwischt, indem man sagt, auch die Pflanze hätte gewisse Empfindungen, und [man] beruft sich darauf, dass gewisse Pflanzen, auf die man einen Reiz ausübt, ihre Blätter zusammenziehen. Das ist gegenüber der Geisteswissenschaft ein dilettantisches Gerede. Wenn es bloß darauf ankäme, dass ein Wesen von innen heraus mit einer Bewegung antwortete, wenn man es reizt, könnte man auch behaupten, dass Löschpapier, das Tinte einzieht, ein empfindendes Wesen wäre.

[ 21 ] Das sind Dinge, die, da sie vorkommen, höchst gefährlich sind, denn sie verwirren die Sinne des Menschen, wenn sie, wie heute, von Autoritäten vorgebracht werden. Wahr ist vielmehr nur das, dass zum Empfinden gehört, was eine Spiegelung des äußeren Reizes ist, nicht das, was nur sich regt und Antwort gibt. Es darf nicht nur das Wesen unter dem Einfluss eines Reizes etwas tun, sondern es muss sich im innersten Wesen eine Spiegelung für den Reiz abspielen. Nicht nur darf uns die Spitze einer Nadel berühren und dürfen wir sie abwehren, sondern es muss das Einstechen mit einem inneren Vorgang — Schmerz oder Lust — verknüpft sein; das gehört dazu. Ein Wesen, das solche inneren Vorgänge hat, hat einen Astralleib. Diesen hat der Mensch mit dem Tier gemeinsam.

[ 21 ] Das sind Dinge, die, da sie vorkommen, höchst gefährlich sind, denn sie verwirren die Sinne des Menschen, wenn sie, wie heute, von Autoritäten vorgebracht werden. Wahr ist vielmehr nur das, dass zum Empfinden gehört, was eine Spiegelung des äußeren Reizes ist, nicht das, was nur sich regt und Antwort gibt. Es darf nicht nur das Wesen unter dem Einfluss eines Reizes etwas tun, sondern es muss sich im innersten Wesen eine Spiegelung für den Reiz abspielen. Nicht nur darf uns die Spitze einer Nadel berühren und dürfen wir sie abwehren, sondern es muss das Einstechen mit einem inneren Vorgang — Schmerz oder Lust — verknüpft sein; das gehört dazu. Ein Wesen, das solche inneren Vorgänge hat, hat einen Astralleib. Diesen hat der Mensch mit dem Tier gemeinsam.

[ 22 ] Die Krone der Schöpfung ist er dadurch geworden, dass er imstande ist, zu sich «Ich» zu sagen. Das Ich, jene Kraft, die ihn dazu befähigt — sagen wir Ichleib —, das ist das vierte Glied der menschlichen Wesenheit, sodass wir zunächst vier Glieder im Menschen anerkennen. Von den höheren Gliedern können wir absehen. Wir werden die Verhältnisse, die im Laufe eines Menschenlebens auftreten, und Krankheit und Tod verstehen, wenn wir die Beziehungen dieser vier Glieder ein wenig genauer kennenlernen. Sowohl der heutige Vortrag wie der morgige stützen sich darauf, richtig darzustellen die verschiedenen Glieder der menschlichen Wesenheit. Wir können das, wenn wir die menschliche Entwicklung verfolgen. Nur skizzenhaft kann das hier geschehen; eine Anregung soll es sein.

[ 22 ] Die Krone der Schöpfung ist er dadurch geworden, dass er imstande ist, zu sich «Ich» zu sagen. Das Ich, jene Kraft, die ihn dazu befähigt — sagen wir Ichleib —, das ist das vierte Glied der menschlichen Wesenheit, sodass wir zunächst vier Glieder im Menschen anerkennen. Von den höheren Gliedern können wir absehen. Wir werden die Verhältnisse, die im Laufe eines Menschenlebens auftreten, und Krankheit und Tod verstehen, wenn wir die Beziehungen dieser vier Glieder ein wenig genauer kennenlernen. Sowohl der heutige Vortrag wie der morgige stützen sich darauf, richtig darzustellen die verschiedenen Glieder der menschlichen Wesenheit. Wir können das, wenn wir die menschliche Entwicklung verfolgen. Nur skizzenhaft kann das hier geschehen; eine Anregung soll es sein.

[ 23 ] Wir gehen von der physischen Geburt des Menschen aus, machen uns klar, was diese darstellt. Vor dieser Geburt ist der Menschenkeim von der Außenwelt abgeschlossen. Er ruht im Leibe der Mutter; der physische Menschenleib ist allseitig von einer anderen physischen Materie umgeben, und die Geburt bedeutet, dass diese umhüllende Materie zurückgedrängt wird und dasjenige, was sich als Organe im Menschenleib entwickelt hat, unmittelbar der äußeren physischen Welt ausgesetzt wird. So ist die physische Geburt ein Zurückdrängen der physischen Hülle und ein freies Heraustreten des Menschenleibes in die physische Umwelt.

[ 23 ] Wir gehen von der physischen Geburt des Menschen aus, machen uns klar, was diese darstellt. Vor dieser Geburt ist der Menschenkeim von der Außenwelt abgeschlossen. Er ruht im Leibe der Mutter; der physische Menschenleib ist allseitig von einer anderen physischen Materie umgeben, und die Geburt bedeutet, dass diese umhüllende Materie zurückgedrängt wird und dasjenige, was sich als Organe im Menschenleib entwickelt hat, unmittelbar der äußeren physischen Welt ausgesetzt wird. So ist die physische Geburt ein Zurückdrängen der physischen Hülle und ein freies Heraustreten des Menschenleibes in die physische Umwelt.

[ 24 ] Die Geisteswissenschaft spricht nun nicht bloß von dieser Geburt des Menschen, sondern noch von anderen; und das muss man verstehen. Bis zu dieser physischen Geburt ist der physische Menschenleib von einer äußeren physischen Hülle umgeben, die ihn nährt und schützt, die ihre Säfte in ihn hineinschickt. Das, was bis zur physischen Geburt mit dem physischen Menschenleib der Fall ist, ist bis zu einem bestimmten Zeitpunkt der menschlichen Entwicklung mit dem Ätherleib der Fall. Der Ätherleib ist, wenn der Mensch physisch geboren ist, für den Eingeweihten noch lange umhüllt von einer schützenden Mutterhülle aus Äthermaterie. Wenn der Mensch physisch geboren ist, ist er noch nicht ätherisch geboren.

[ 24 ] Die Geisteswissenschaft spricht nun nicht bloß von dieser Geburt des Menschen, sondern noch von anderen; und das muss man verstehen. Bis zu dieser physischen Geburt ist der physische Menschenleib von einer äußeren physischen Hülle umgeben, die ihn nährt und schützt, die ihre Säfte in ihn hineinschickt. Das, was bis zur physischen Geburt mit dem physischen Menschenleib der Fall ist, ist bis zu einem bestimmten Zeitpunkt der menschlichen Entwicklung mit dem Ätherleib der Fall. Der Ätherleib ist, wenn der Mensch physisch geboren ist, für den Eingeweihten noch lange umhüllt von einer schützenden Mutterhülle aus Äthermaterie. Wenn der Mensch physisch geboren ist, ist er noch nicht ätherisch geboren.

[ 25 ] Nicht so rasch wie die physische Geburt spielt sich die Geburt des Ätherleibes ab; sie geht nach und nach vor sich; nach und nach [schiebt der Ätherleib die Ätherhüllen von sich, nach und nach] tritt er heraus, in der Zeit, in welcher der junge Mensch den sogenannten Zahnwechsel vollzieht, gegen das siebte Jahr zu. Genauso, wie der physische Leib bis zur physischen Geburt von der physischen Hülle umgeben ist, so ist der Ätherleib bis zur Ätherleibgeburt von der schützenden Ätherhülle umgeben. Für die Geisteswissenschaft geschieht mit dem Zahnwechsel etwas ganz Ähnliches wie für die äußere Betrachtung bei der physischen Geburt.

[ 25 ] Nicht so rasch wie die physische Geburt spielt sich die Geburt des Ätherleibes ab; sie geht nach und nach vor sich; nach und nach [schiebt der Ätherleib die Ätherhüllen von sich, nach und nach] tritt er heraus, in der Zeit, in welcher der junge Mensch den sogenannten Zahnwechsel vollzieht, gegen das siebte Jahr zu. Genauso, wie der physische Leib bis zur physischen Geburt von der physischen Hülle umgeben ist, so ist der Ätherleib bis zur Ätherleibgeburt von der schützenden Ätherhülle umgeben. Für die Geisteswissenschaft geschieht mit dem Zahnwechsel etwas ganz Ähnliches wie für die äußere Betrachtung bei der physischen Geburt.

[ 26 ] Und wenn der Ätherleib geboren ist, hat noch nicht der Astralleib seine schützende Hülle verloren; und eine dritte Geburt findet statt. Das dritte Zurückdämmen der schützenden Hülle geschieht in ähnlicher Weise wie das Zurückdämmen der Ätherhülle mit dem Reifwerden des Menschen in geschlechtlicher Hinsicht, mit der Geschlechtsreife. Sie ist eine dritte Geburt. Wie der physische Leib allseitig ausgesetzt wird den physischen Eindrücken, so der Ätherleib in seiner Art seiner Außenwelt und der astralische Leib seiner Außenwelt.

[ 26 ] Und wenn der Ätherleib geboren ist, hat noch nicht der Astralleib seine schützende Hülle verloren; und eine dritte Geburt findet statt. Das dritte Zurückdämmen der schützenden Hülle geschieht in ähnlicher Weise wie das Zurückdämmen der Ätherhülle mit dem Reifwerden des Menschen in geschlechtlicher Hinsicht, mit der Geschlechtsreife. Sie ist eine dritte Geburt. Wie der physische Leib allseitig ausgesetzt wird den physischen Eindrücken, so der Ätherleib in seiner Art seiner Außenwelt und der astralische Leib seiner Außenwelt.

[ 27 ] Diese Tatsachen der [Geisteswissenschaft] müssen wir zugrunde legen, wenn wir die menschliche Entwicklung verstehen wollen. Daher werden wir einsehen, dass die Zeit von der Geburt bis zum siebten Jahr für die Entwicklung des physischen Leibes eine ganz besonders wichtige ist. Nicht etwa, weil der physische Leib nachher sich nicht weiterentwickelte. Aber der physische Leib kommt bis zum siebten Jahr in eine ganz bestimmte Richtung hinein, zu einem ganz bestimmten Punkt. [Und] etwas geschieht in Bezug auf die physische menschliche Entwicklung, was charakteristisch ist: Das ist die Verfestigung, [die] Konsolidierung des physischen Leibes. Der menschliche physische Leib zeichnet sich dadurch aus, dass er einen Prozess der Verfestigung durchmacht. Die festen Teile, die ihm als Stütze dienen, sind Knochen. Und von den weichsten Teilen bis zum festen Knochensystem hin verläuft ein Verfestigungsprozess, und dieser Verfestigungsprozess, der macht seine hauptsächlichsten Eigenheiten bis zum siebten Jahre durch; und der Zahnwechsel, das Bekommen von eigenen Zähnen, ist der Schluss der Verfestigung. Da hat die Kraft der Verfestigung ihren Schluss erreicht, hat herausgesetzt, was sie an Verfestigung hineinarbeiten kann in den physischen Leib.

[ 27 ] Diese Tatsachen der [Geisteswissenschaft] müssen wir zugrunde legen, wenn wir die menschliche Entwicklung verstehen wollen. Daher werden wir einsehen, dass die Zeit von der Geburt bis zum siebten Jahr für die Entwicklung des physischen Leibes eine ganz besonders wichtige ist. Nicht etwa, weil der physische Leib nachher sich nicht weiterentwickelte. Aber der physische Leib kommt bis zum siebten Jahr in eine ganz bestimmte Richtung hinein, zu einem ganz bestimmten Punkt. [Und] etwas geschieht in Bezug auf die physische menschliche Entwicklung, was charakteristisch ist: Das ist die Verfestigung, [die] Konsolidierung des physischen Leibes. Der menschliche physische Leib zeichnet sich dadurch aus, dass er einen Prozess der Verfestigung durchmacht. Die festen Teile, die ihm als Stütze dienen, sind Knochen. Und von den weichsten Teilen bis zum festen Knochensystem hin verläuft ein Verfestigungsprozess, und dieser Verfestigungsprozess, der macht seine hauptsächlichsten Eigenheiten bis zum siebten Jahre durch; und der Zahnwechsel, das Bekommen von eigenen Zähnen, ist der Schluss der Verfestigung. Da hat die Kraft der Verfestigung ihren Schluss erreicht, hat herausgesetzt, was sie an Verfestigung hineinarbeiten kann in den physischen Leib.

[ 28 ] Das ist wichtig. Man muss sich klarmachen, dass dieses Hineinarbeiten ins feste Gerüste zunehmend und zunehmend geschieht, und mit dem Herausdrücken der eigenen Zähne eine Art Schlusspunkt erhält. Die eigene Kraft arbeitet im Menschen, die ihm die Zähne gibt. Die vorigen Zähne sind ererbte; was in ihm selbst, in seiner eigenen Persönlichkeit an Kraft zu gestalten liegt, das drückt sich [zuletzt] in den eigenen Zähnen aus. Wenn dieser Punkt eingetreten ist, dann hört die im Menschen tätige Lebenskraft auf, jene Gebundenheit zu haben, die sie haben müsste. Jetzt drängt der Ätherleib zurück die schützende Ätherhülle, wird frei und arbeitet anders. Jetzt verrichtet er hauptsächlich die Dinge im Leib allein, die seine Aufgabe sind: Wachstum, Größerwerden des Leibes und so weiter, während er vorher beschäftigt gewesen ist, Gestaltungen zu machen. Jetzt wird das, was veranlagt ist, vergrößert. Jetzt ist eigentlich bis zur Geschlechtsreife der Ätherleib das Herrschende in der menschlichen Entwicklung, der frei gewordene Ätherleib. Er macht wieder einen Schlusspunkt, er drängt die Kraft des Bildens, des Wachstums bis zu dem Punkt, da das Wachstum über sich selbst hinausschreitet.

[ 28 ] Das ist wichtig. Man muss sich klarmachen, dass dieses Hineinarbeiten ins feste Gerüste zunehmend und zunehmend geschieht, und mit dem Herausdrücken der eigenen Zähne eine Art Schlusspunkt erhält. Die eigene Kraft arbeitet im Menschen, die ihm die Zähne gibt. Die vorigen Zähne sind ererbte; was in ihm selbst, in seiner eigenen Persönlichkeit an Kraft zu gestalten liegt, das drückt sich [zuletzt] in den eigenen Zähnen aus. Wenn dieser Punkt eingetreten ist, dann hört die im Menschen tätige Lebenskraft auf, jene Gebundenheit zu haben, die sie haben müsste. Jetzt drängt der Ätherleib zurück die schützende Ätherhülle, wird frei und arbeitet anders. Jetzt verrichtet er hauptsächlich die Dinge im Leib allein, die seine Aufgabe sind: Wachstum, Größerwerden des Leibes und so weiter, während er vorher beschäftigt gewesen ist, Gestaltungen zu machen. Jetzt wird das, was veranlagt ist, vergrößert. Jetzt ist eigentlich bis zur Geschlechtsreife der Ätherleib das Herrschende in der menschlichen Entwicklung, der frei gewordene Ätherleib. Er macht wieder einen Schlusspunkt, er drängt die Kraft des Bildens, des Wachstums bis zu dem Punkt, da das Wachstum über sich selbst hinausschreitet.

[ 29 ] Wie die Kraft des Verfestigens in den Zähnen hinausgewachsen ist, so wächst in dem Reifenden bis zur geschlechtlichen Fortpflanzung die Kraft des Ätherleibs hinaus bis zu dem, was sie erreichen kann. Und in diesem Augenblick wird geboren der astralische Leib. Der ist jetzt frei, der ist jetzt nicht mehr eingeschlossen. So kompliziert ist allerdings die menschliche Entwicklung, wenn wir auf die vier Glieder schauen, die ihn zusammensetzen.

[ 29 ] Wie die Kraft des Verfestigens in den Zähnen hinausgewachsen ist, so wächst in dem Reifenden bis zur geschlechtlichen Fortpflanzung die Kraft des Ätherleibs hinaus bis zu dem, was sie erreichen kann. Und in diesem Augenblick wird geboren der astralische Leib. Der ist jetzt frei, der ist jetzt nicht mehr eingeschlossen. So kompliziert ist allerdings die menschliche Entwicklung, wenn wir auf die vier Glieder schauen, die ihn zusammensetzen.

[ 30 ] Wir müssen uns nun klarmachen, wie diese Glieder, [ob sie nun mehr oder weniger gebunden sind wie] vor den einzelnen Geburten; [oder ob] sie frei sind, [wie sie eigentlich im Menschen wirken]. Da betrachten wir zuerst den Ätherleib. Wir sehen, der Ätherleib ist dasjenige, was im menschlichen Wesen wirkt die Kraft des Wachstums, der Ernährung, der Fortpflanzung; davon ist der Ätherleib der Träger.

[ 30 ] Wir müssen uns nun klarmachen, wie diese Glieder, [ob sie nun mehr oder weniger gebunden sind wie] vor den einzelnen Geburten; [oder ob] sie frei sind, [wie sie eigentlich im Menschen wirken]. Da betrachten wir zuerst den Ätherleib. Wir sehen, der Ätherleib ist dasjenige, was im menschlichen Wesen wirkt die Kraft des Wachstums, der Ernährung, der Fortpflanzung; davon ist der Ätherleib der Träger.

[ 31 ] Dasjenige aber, was den Menschen in ein Verhältnis bringt zur Umgebung, [was] ihn befähigt, in eine Wechselwirkung zu treten, das ist sein Astralleib. Während der Ätherleib des Menschen hauptsächlich im Inneren arbeitet, die Organe vergrößert, von [innen] heraus in der Fortpflanzung arbeitet, ist der Astralleib dasjenige, was da ist, um das Äußere dem Inneren zugänglich zu machen und mit ihm zu verbinden. Das geschieht fortwährend. Jeder Lichtstrahl, jedes Stück Nahrung, das der Mensch aufnimmt, ist eine Wechselwirkung zwischen dem Inneren des Menschen und der Außenwelt. Der Regulator ist der Astralleib, und im Wesentlichen wird das Verhältnis geregelt durch die Bedürfnisse, durch Lust und Schmerz, durch das Verlangen. Dasjenige, was der Mensch begehrt, eignet er sich an, und das Begehrungsvermögen ist der Ausdruck des Astralleibes. [Solches verlangt der Mensch von der Umgebung.] Sie sehen so, dass der Mensch verschiedene Aufgaben erfüllt durch seine Glieder. Das bedingt nun einen bedeutenden Unterschied in Bezug auf die Glieder im ganzen Leben des Menschen. Uns wird klar werden dieser Unterschied, wenn wir uns das Wesen des Schlafes vor Augen stellen. Wenn der Mensch schläft, sind hinuntergesunken Lust und Leid, alle Wechselwirkung mit der Außenwelt, alles, was der Astralleib vermittelt. Kein vernünftiger Mensch wird sagen, dass der Mensch am Abend vergeht und morgens neu entsteht. Sein Astralleib ist da, aber nicht so wie am Tage. Während am Tag dieser Astralleib im physischen Körper wohnt und durch die Organe des physischen Leibes die Dinge der Außenwelt auf sich ausströmen lässt und verarbeitet, ist er in der Nacht getrennt vom physischen Leib, berührt er den physischen Leib nicht. Beim Ätherleib ist das nicht der Fall. Was dieser zu tun hat, dauert fort während des Schlafes.

[ 31 ] Dasjenige aber, was den Menschen in ein Verhältnis bringt zur Umgebung, [was] ihn befähigt, in eine Wechselwirkung zu treten, das ist sein Astralleib. Während der Ätherleib des Menschen hauptsächlich im Inneren arbeitet, die Organe vergrößert, von [innen] heraus in der Fortpflanzung arbeitet, ist der Astralleib dasjenige, was da ist, um das Äußere dem Inneren zugänglich zu machen und mit ihm zu verbinden. Das geschieht fortwährend. Jeder Lichtstrahl, jedes Stück Nahrung, das der Mensch aufnimmt, ist eine Wechselwirkung zwischen dem Inneren des Menschen und der Außenwelt. Der Regulator ist der Astralleib, und im Wesentlichen wird das Verhältnis geregelt durch die Bedürfnisse, durch Lust und Schmerz, durch das Verlangen. Dasjenige, was der Mensch begehrt, eignet er sich an, und das Begehrungsvermögen ist der Ausdruck des Astralleibes. [Solches verlangt der Mensch von der Umgebung.] Sie sehen so, dass der Mensch verschiedene Aufgaben erfüllt durch seine Glieder. Das bedingt nun einen bedeutenden Unterschied in Bezug auf die Glieder im ganzen Leben des Menschen. Uns wird klar werden dieser Unterschied, wenn wir uns das Wesen des Schlafes vor Augen stellen. Wenn der Mensch schläft, sind hinuntergesunken Lust und Leid, alle Wechselwirkung mit der Außenwelt, alles, was der Astralleib vermittelt. Kein vernünftiger Mensch wird sagen, dass der Mensch am Abend vergeht und morgens neu entsteht. Sein Astralleib ist da, aber nicht so wie am Tage. Während am Tag dieser Astralleib im physischen Körper wohnt und durch die Organe des physischen Leibes die Dinge der Außenwelt auf sich ausströmen lässt und verarbeitet, ist er in der Nacht getrennt vom physischen Leib, berührt er den physischen Leib nicht. Beim Ätherleib ist das nicht der Fall. Was dieser zu tun hat, dauert fort während des Schlafes.

[ 32 ] Wenn der Mensch schläft, so liegen im Bett der physische Leib und der Ätherleib. Der Astralleib mit dem Ich ist herausgetreten. Was tut dieser Astralleib in der Nacht? Wenn wir das betrachten, so wird uns ein Licht geworfen auf das Wesen der ganzen menschlichen Weltwirksamkeit. Der Geisteswissenschafter weiß, dass der Astralleib niemals, wenn er innerhalb des physischen Leibes bleibt, dasjenige wegschaffen könnte, was seinen Ausdruck in der Ermüdung findet. Nennen Sie es Anhäufung von Ermüdungsstoffen oder anders, sie ist da und muss weggeschafft werden. Woher kommt die Ermüdung? Wodurch wird sie weggeschafft?

[ 32 ] Wenn der Mensch schläft, so liegen im Bett der physische Leib und der Ätherleib. Der Astralleib mit dem Ich ist herausgetreten. Was tut dieser Astralleib in der Nacht? Wenn wir das betrachten, so wird uns ein Licht geworfen auf das Wesen der ganzen menschlichen Weltwirksamkeit. Der Geisteswissenschafter weiß, dass der Astralleib niemals, wenn er innerhalb des physischen Leibes bleibt, dasjenige wegschaffen könnte, was seinen Ausdruck in der Ermüdung findet. Nennen Sie es Anhäufung von Ermüdungsstoffen oder anders, sie ist da und muss weggeschafft werden. Woher kommt die Ermüdung? Wodurch wird sie weggeschafft?

[ 33 ] Die Ermüdung ist eine Begleiterscheinung dessen, was der Astralleib im physischen Leib tut. Solange der Astralleib im physischen Leib ist und sich der physischen Organe bedient, so lange ermüdet der physische Leib; und solange der Astralleib im physischen Leib ist, kann er sie nicht wegschaffen. Er muss herausgehen und von außen arbeiten an dem physischen Leib, und die Arbeit geschieht in der Nacht, wenn der Mensch schläft. Da sieht ihn der Sehende arbeiten am physischen Leib und die Ermüdung fortschaffen. Daher kommt das Erquickende eines gesunden Schlafes. Der Schlaf hat erwas Gesundendes. Was abgenützt ist am physischen Leib — der physische Leib wird vom Astralleib wie eine Maschine benutzt — alles das wird weggeschafft. Ein Astralleib, der von außen arbeitet am physischen Leib, arbeitet ausbessernd; ein Astralleib im physischen Leib verbraucht ihn; zerstört ihn sogar in gewissen Grenzen.

[ 33 ] Die Ermüdung ist eine Begleiterscheinung dessen, was der Astralleib im physischen Leib tut. Solange der Astralleib im physischen Leib ist und sich der physischen Organe bedient, so lange ermüdet der physische Leib; und solange der Astralleib im physischen Leib ist, kann er sie nicht wegschaffen. Er muss herausgehen und von außen arbeiten an dem physischen Leib, und die Arbeit geschieht in der Nacht, wenn der Mensch schläft. Da sieht ihn der Sehende arbeiten am physischen Leib und die Ermüdung fortschaffen. Daher kommt das Erquickende eines gesunden Schlafes. Der Schlaf hat erwas Gesundendes. Was abgenützt ist am physischen Leib — der physische Leib wird vom Astralleib wie eine Maschine benutzt — alles das wird weggeschafft. Ein Astralleib, der von außen arbeitet am physischen Leib, arbeitet ausbessernd; ein Astralleib im physischen Leib verbraucht ihn; zerstört ihn sogar in gewissen Grenzen.

[ 34 ] Das steht im Zusammenhang mit einer anderen Erscheinung, über die ein Mann, der heute wenig gekannt ist, ein großes Wort gesprochen hat: Paracelsus. Dieser kannte das Wesen des Schlafes, aber er wusste noch etwas anderes. Er ist darauf aufmerksam geworden, dass mit diesem Astralleib etwas Besonderes geschicht, wenn er heraustritt. Durch einen Vergleich wird es uns klar werden. Denken Sie sich ein Wassergefäß; Wasser ist drinnen. Nehmen Sie ein kleines Schwämmchen, das einen Tropfen auffassen kann und werfen dieses Schwämmchen ins Wasser, und es saugt sich voll mit einem Tropfen. Der war früher im ganzen Wasser drinnen; jetzt ist er heraußen.

[ 34 ] Das steht im Zusammenhang mit einer anderen Erscheinung, über die ein Mann, der heute wenig gekannt ist, ein großes Wort gesprochen hat: Paracelsus. Dieser kannte das Wesen des Schlafes, aber er wusste noch etwas anderes. Er ist darauf aufmerksam geworden, dass mit diesem Astralleib etwas Besonderes geschicht, wenn er heraustritt. Durch einen Vergleich wird es uns klar werden. Denken Sie sich ein Wassergefäß; Wasser ist drinnen. Nehmen Sie ein kleines Schwämmchen, das einen Tropfen auffassen kann und werfen dieses Schwämmchen ins Wasser, und es saugt sich voll mit einem Tropfen. Der war früher im ganzen Wasser drinnen; jetzt ist er heraußen.

[ 35 ] So ist es in der Tat mit dem Verhältnis des Astralleibes zum physischen Leib. Der Astralleib ist nicht etwas, was ursprünglich und abgesondert ist von etwas Großen. Es gibt einen mächtigen Astralleib, der der Astralleib unseres ganzen Planeten ist, und dieser Astralleib ist so, wie die Wassermasse im Gefäß. Der physische Leib ist wie das kleine Schwämmchen. Beim Wachen hat der physische Leib den Astralleib in sich, dann hat er einen Tropfen herausgesondert für sich aus dem Astralmeer, und dieser Tropfen des Erdgeistes arbeitet abgesondert von dem übrigen Erd-Astralleib; und deswegen wirkt er am Tag abnützend, muss er abnützen. Denken Sie sich einen Finger, trennen Sie ihn ab, in kurzer Zeit ist er verdorrt. Warum? Weil dieser Finger mit dem ganzen Lebensprozess, dem ganzen Astralprozess zusammenhängen muss, wenn er bestehen soll, und weil der Tropfen astralischer Masse, die in dem Finger bleibt, als losgetrennter Tropfen kein eigenes Leben führen kann. Das kann allerdings der Astralleib des Menschen bis zu einem gewissen Grade, aber er hat es nötig, immer ab und zu zurückzukehren und sich Kraft zu holen vom gesamten Astralleib; das geschieht in der Nacht.

[ 35 ] So ist es in der Tat mit dem Verhältnis des Astralleibes zum physischen Leib. Der Astralleib ist nicht etwas, was ursprünglich und abgesondert ist von etwas Großen. Es gibt einen mächtigen Astralleib, der der Astralleib unseres ganzen Planeten ist, und dieser Astralleib ist so, wie die Wassermasse im Gefäß. Der physische Leib ist wie das kleine Schwämmchen. Beim Wachen hat der physische Leib den Astralleib in sich, dann hat er einen Tropfen herausgesondert für sich aus dem Astralmeer, und dieser Tropfen des Erdgeistes arbeitet abgesondert von dem übrigen Erd-Astralleib; und deswegen wirkt er am Tag abnützend, muss er abnützen. Denken Sie sich einen Finger, trennen Sie ihn ab, in kurzer Zeit ist er verdorrt. Warum? Weil dieser Finger mit dem ganzen Lebensprozess, dem ganzen Astralprozess zusammenhängen muss, wenn er bestehen soll, und weil der Tropfen astralischer Masse, die in dem Finger bleibt, als losgetrennter Tropfen kein eigenes Leben führen kann. Das kann allerdings der Astralleib des Menschen bis zu einem gewissen Grade, aber er hat es nötig, immer ab und zu zurückzukehren und sich Kraft zu holen vom gesamten Astralleib; das geschieht in der Nacht.

[ 36 ] So verbindet sich in der Nacht jeder menschliche Astralleib mit dem gesamten Astralleib der Erde. Daher sagt Paracelsus: In der Nacht ruht der Mensch in dem ganzen Schoß der geistigen Natur und nimmt jene Harmonie in sich auf, welche ihm bei Tag zerstört worden ist. — So sehen wir, dass, wenn aus der geistigen Welt heraus ein Teil abgestoßen wird, er wieder zurückkehren muss, um dort Kraft zu sammeln. Im Zustand der Trennung verbraucht der Astralleib den physischen Leib.

[ 36 ] So verbindet sich in der Nacht jeder menschliche Astralleib mit dem gesamten Astralleib der Erde. Daher sagt Paracelsus: In der Nacht ruht der Mensch in dem ganzen Schoß der geistigen Natur und nimmt jene Harmonie in sich auf, welche ihm bei Tag zerstört worden ist. — So sehen wir, dass, wenn aus der geistigen Welt heraus ein Teil abgestoßen wird, er wieder zurückkehren muss, um dort Kraft zu sammeln. Im Zustand der Trennung verbraucht der Astralleib den physischen Leib.

[ 37 ] Sehen wir den Ätherleib an auf dieses Verhältnis hin. Er ist in derselben Lage, er ist auch ein Stück von der allgemeinen Äthermasse. Er kehrt aber in der Nacht nicht zurück, bleibt bis zum Tod mit dem physischen Leib vereint; er wirkt abnützend auf den physischen Leib. Dieser Letztere hat ihn herausgezogen und verselbstständigt, wie das Schwämmchen den Wassertropfen. Aber so, selbstständig, nützt der Ätherleib den physischen Leib ab, und dieser Abnützungsprozess ist der Lebensprozess eines einzelnen Wesens.

[ 37 ] Sehen wir den Ätherleib an auf dieses Verhältnis hin. Er ist in derselben Lage, er ist auch ein Stück von der allgemeinen Äthermasse. Er kehrt aber in der Nacht nicht zurück, bleibt bis zum Tod mit dem physischen Leib vereint; er wirkt abnützend auf den physischen Leib. Dieser Letztere hat ihn herausgezogen und verselbstständigt, wie das Schwämmchen den Wassertropfen. Aber so, selbstständig, nützt der Ätherleib den physischen Leib ab, und dieser Abnützungsprozess ist der Lebensprozess eines einzelnen Wesens.

[ 38 ] Nun können wir sagen: Von dem Augenblick an, wo dieser Ätherleib geboren ist, wo er herausgetreten ist als selbstständige Wesenheit, ist er ganz selbstständig und zehrt an dem physischen Leib. Er zehrt so, wie Sie sich das durch einen Vergleich klarmachen können. Denken Sie sich ein Stück Holz, das brennt; ohne ein Stück Holz gibt es nie eine Flamme. So wie die Flamme aus dem Holz heraus frei wird, so wird mit dem siebten Jahr der Ätherleib aus dem physischen Leib frei; er glänzt wie eine Flamme auf. Wie die Flamme das Holz verzehrt, wie sie ihre Nahrungsgabe verzehrt, so der Ätherleib den physischen Leib.

[ 38 ] Nun können wir sagen: Von dem Augenblick an, wo dieser Ätherleib geboren ist, wo er herausgetreten ist als selbstständige Wesenheit, ist er ganz selbstständig und zehrt an dem physischen Leib. Er zehrt so, wie Sie sich das durch einen Vergleich klarmachen können. Denken Sie sich ein Stück Holz, das brennt; ohne ein Stück Holz gibt es nie eine Flamme. So wie die Flamme aus dem Holz heraus frei wird, so wird mit dem siebten Jahr der Ätherleib aus dem physischen Leib frei; er glänzt wie eine Flamme auf. Wie die Flamme das Holz verzehrt, wie sie ihre Nahrungsgabe verzehrt, so der Ätherleib den physischen Leib.

[ 39 ] Bis der Ätherleib seine eigene Kraft bis zum Schlusspunkt gebracht hat bei der Geschlechtsreife, bis zu dieser Zeit ersetzt er in gewisser Weise das, was er verzehrt hat. Aber beim Schlusspunkt hat er nichts mehr zuzusetzen, da zehrt er am physischen Leib. Und ein Wesen, welches nun von keiner anderen Seite her ersetzen könnte, [was der Ätherleib aufzehrt, welches nicht wiederum dem Ätherleib neue Kraft zuführen könnte], müsste sterben, wenn es geschlechtsreif wird. In der Tierwelt gibt es solche Wesen. Woher kommt denn nun die Tatsache beim Menschen, dass der Ätherleib [nach der Geschlechtsreife] noch weitere Kraft zum Wachsen erhält? Daher, weil mit der Geschlechtsreife der Astralleib geboren wird, und dieser ist jetzt eine Zeit lang in freiem Wachstum.

[ 39 ] Bis der Ätherleib seine eigene Kraft bis zum Schlusspunkt gebracht hat bei der Geschlechtsreife, bis zu dieser Zeit ersetzt er in gewisser Weise das, was er verzehrt hat. Aber beim Schlusspunkt hat er nichts mehr zuzusetzen, da zehrt er am physischen Leib. Und ein Wesen, welches nun von keiner anderen Seite her ersetzen könnte, [was der Ätherleib aufzehrt, welches nicht wiederum dem Ätherleib neue Kraft zuführen könnte], müsste sterben, wenn es geschlechtsreif wird. In der Tierwelt gibt es solche Wesen. Woher kommt denn nun die Tatsache beim Menschen, dass der Ätherleib [nach der Geschlechtsreife] noch weitere Kraft zum Wachsen erhält? Daher, weil mit der Geschlechtsreife der Astralleib geboren wird, und dieser ist jetzt eine Zeit lang in freiem Wachstum.

[ 40 ] Dieser Astralleib, was ist er? Dasjenige, was der Mensch mit sich bringt an aufgespeicherten Kräften aus einer früheren Verkörperung. So viel der Mensch an Kapitalien gesammelt hat, so viel hat er jetzt zum Zusetzen; und so viel er Kraft mitbringt für seinen Astralleib, so lange währt seine aufsteigende Linie des Lebens. Der Astralleib steigt auf; die Zeit, die sich äußerlich moralisch ausdrückt im Leben des Menschen, von der Geschlechtsreife an beginnt sie. Voll von Idealen ist [da] der Mensch, seine Sehnsucht geht über das Maß seiner Besonnenheit hinaus. Alles ein Zeichen, dass überschüssige Kraft in ihm ist. Das ist die überschüssige Kraft seines Astralleibes.

[ 40 ] Dieser Astralleib, was ist er? Dasjenige, was der Mensch mit sich bringt an aufgespeicherten Kräften aus einer früheren Verkörperung. So viel der Mensch an Kapitalien gesammelt hat, so viel hat er jetzt zum Zusetzen; und so viel er Kraft mitbringt für seinen Astralleib, so lange währt seine aufsteigende Linie des Lebens. Der Astralleib steigt auf; die Zeit, die sich äußerlich moralisch ausdrückt im Leben des Menschen, von der Geschlechtsreife an beginnt sie. Voll von Idealen ist [da] der Mensch, seine Sehnsucht geht über das Maß seiner Besonnenheit hinaus. Alles ein Zeichen, dass überschüssige Kraft in ihm ist. Das ist die überschüssige Kraft seines Astralleibes.

[ 41 ] So, wie der physische Leib wächst bis zum Zahnwechsel, wie der Ätherleib bis zur Geschlechtsreife, so wächst der Astralleib bis zur Lebensmitte. Könnten Sie als Hellseher die Kraft, die der Astralleib in sich hat, messen und verteilen auf Jahre das, was dieser Astralleib heraussetzt an solchen Kräften, dann würden Sie die Lebensmitte berechnen können. Denn in diesem Moment, wenn der Astralleib alles, was in ihm gesteckt hat, herausgesondert hat, entwickelt hat, dann ist die Lebensmitte eingetreten. Da fängt der Astralleib zu zehren an. Er zehrt an sich selbst. Nun kommt die Zeit, wo die Ideale schwinden, wo der Mensch nicht mehr von Hoffnungen strotzt, wo die Besonnenheit eintritt, wo der Astralleib mehr auf die Umgebung sieht, auf die Erfahrungen sieht, während er vorher in der aufsteigenden Strömung aus sich heraus geschöpft hat. Die Ideale des Jünglings, aus dem Innern herausgeboren, stimmen oft nicht zum Äußeren. Dann kommt die Zeit, wo Einklang hergestellt wird, und jetzt hat er die absteigende Linie. Was früher der Astralleib sich produziert hat, wird nach und nach aufgebraucht, und dann, wenn der Astralleib sich selbst aufgebraucht hat, dann fängt dieser an zu zehren an dem Ätherleib, dann nimmt er die Kraft aus dem Ätherleib.

[ 41 ] So, wie der physische Leib wächst bis zum Zahnwechsel, wie der Ätherleib bis zur Geschlechtsreife, so wächst der Astralleib bis zur Lebensmitte. Könnten Sie als Hellseher die Kraft, die der Astralleib in sich hat, messen und verteilen auf Jahre das, was dieser Astralleib heraussetzt an solchen Kräften, dann würden Sie die Lebensmitte berechnen können. Denn in diesem Moment, wenn der Astralleib alles, was in ihm gesteckt hat, herausgesondert hat, entwickelt hat, dann ist die Lebensmitte eingetreten. Da fängt der Astralleib zu zehren an. Er zehrt an sich selbst. Nun kommt die Zeit, wo die Ideale schwinden, wo der Mensch nicht mehr von Hoffnungen strotzt, wo die Besonnenheit eintritt, wo der Astralleib mehr auf die Umgebung sieht, auf die Erfahrungen sieht, während er vorher in der aufsteigenden Strömung aus sich heraus geschöpft hat. Die Ideale des Jünglings, aus dem Innern herausgeboren, stimmen oft nicht zum Äußeren. Dann kommt die Zeit, wo Einklang hergestellt wird, und jetzt hat er die absteigende Linie. Was früher der Astralleib sich produziert hat, wird nach und nach aufgebraucht, und dann, wenn der Astralleib sich selbst aufgebraucht hat, dann fängt dieser an zu zehren an dem Ätherleib, dann nimmt er die Kraft aus dem Ätherleib.

[ 42 ] Sie wissen vielleicht, dass der Ätherleib neben dem Sitz der Wachstums- und so weiter Kräfte auch der Sitz des Gedächtnisses, der Gewohnheiten, der Temperamente ist. Sehen Sie, so, wie von einem gewissen Lebenspunkte an der Astralleib herauszehrt die Kräfte des Ätherleibes, so braucht er später die Eigenschaften auf, die wir eben bezeichnet haben. Das Gedächtnis fängt an, schwächer zu werden und so weiter, und wenn die Kräfte des Ätherleibes verzehrt sind, was dann? Dann geht es auf den physischen Leib. Dieser ist dann nicht mehr imstande, an sich zu arbeiten, er hört auf, in sich den Lebensprozess anzufachen.

[ 42 ] Sie wissen vielleicht, dass der Ätherleib neben dem Sitz der Wachstums- und so weiter Kräfte auch der Sitz des Gedächtnisses, der Gewohnheiten, der Temperamente ist. Sehen Sie, so, wie von einem gewissen Lebenspunkte an der Astralleib herauszehrt die Kräfte des Ätherleibes, so braucht er später die Eigenschaften auf, die wir eben bezeichnet haben. Das Gedächtnis fängt an, schwächer zu werden und so weiter, und wenn die Kräfte des Ätherleibes verzehrt sind, was dann? Dann geht es auf den physischen Leib. Dieser ist dann nicht mehr imstande, an sich zu arbeiten, er hört auf, in sich den Lebensprozess anzufachen.

[ 43 ] Solange der physische Leib noch die Kräfte des Ätherleibes genießen kann, so lange verarbeitet er zu seiner Verfestigung, was von außen an ihn herankommt. Wenn der Ätherleib das nicht mehr kann, werden auch noch Stoffe von außen aufgenommen, aber nicht mehr organisch eingegliedert. Jetzt findet das Gegenteil von früher statt. Da sind die Stoffe, die aufgenommen worden sind, hineinorganisiert worden, jetzt werden sie bloß wie physische Ballast-Stoffe abgelagert in die Sehnen, in die Weichteile des Menschen, sodass diese sich verhärten; die Knochen werden immer härter und härter. Der physische Leib wird tatsächlich aufgezehrt im absteigenden Leben. So wie der Astralleib durch den Ätherleib geboren werden kann wie die Flamme aus dem Holz, so verzehrt der Astralleib zuerst sich selbst, wie die Flamme das Holz, dann den Ätherleib, und dann den physischen Leib. Was das Leben hervorgerufen hat, was das Leben herausgestellt hat, das ist zu gleicher Zeit [das], was dieses Leben verzehrt. Wie die Flamme nicht wäre ohne das Holz, so wäre das Leben des Astralleibes nicht, so wäre nicht das Bewusstsein, nicht Lust und Leid, ohne Ätherund physischen Leib. Aber ebenso, wie die Flamme das Holz verzehrt, so verzehrt das selbstständige Leben seine Grundlage, den physischen Leib. Deshalb ist der Tod kein Vorgang, der außerhalb des Lebens steht, sondern er wird vom Leben selbst erzeugt. Das ist das Wesentliche, was wir einsehen müssen, dass wir das Leben gar nicht haben könnten, wenn dieses Leben nicht den Tod aus sich gebären würde.

[ 43 ] Solange der physische Leib noch die Kräfte des Ätherleibes genießen kann, so lange verarbeitet er zu seiner Verfestigung, was von außen an ihn herankommt. Wenn der Ätherleib das nicht mehr kann, werden auch noch Stoffe von außen aufgenommen, aber nicht mehr organisch eingegliedert. Jetzt findet das Gegenteil von früher statt. Da sind die Stoffe, die aufgenommen worden sind, hineinorganisiert worden, jetzt werden sie bloß wie physische Ballast-Stoffe abgelagert in die Sehnen, in die Weichteile des Menschen, sodass diese sich verhärten; die Knochen werden immer härter und härter. Der physische Leib wird tatsächlich aufgezehrt im absteigenden Leben. So wie der Astralleib durch den Ätherleib geboren werden kann wie die Flamme aus dem Holz, so verzehrt der Astralleib zuerst sich selbst, wie die Flamme das Holz, dann den Ätherleib, und dann den physischen Leib. Was das Leben hervorgerufen hat, was das Leben herausgestellt hat, das ist zu gleicher Zeit [das], was dieses Leben verzehrt. Wie die Flamme nicht wäre ohne das Holz, so wäre das Leben des Astralleibes nicht, so wäre nicht das Bewusstsein, nicht Lust und Leid, ohne Ätherund physischen Leib. Aber ebenso, wie die Flamme das Holz verzehrt, so verzehrt das selbstständige Leben seine Grundlage, den physischen Leib. Deshalb ist der Tod kein Vorgang, der außerhalb des Lebens steht, sondern er wird vom Leben selbst erzeugt. Das ist das Wesentliche, was wir einsehen müssen, dass wir das Leben gar nicht haben könnten, wenn dieses Leben nicht den Tod aus sich gebären würde.

[ 44 ] Eine andere Sache ist die: Der Astralleib ist der Vermittler alles dessen, was von außen hereinkommen kann. Soll dieses geschehen, dann muss es vom physischen Leib durch den Lebensprozess angeeignet werden. Was heißt das? Das Licht dringt an uns heran; wäre das Licht nicht, [so] hätten wir keine Augen. So ist es mit allem, was aus der Wechselwirkung des physischen Leibes mit der Umgebung hervorgeht. Der physische Leib eignet sich die äußere Umgebung an und bildet sie sich zu Organen um. Wir bilden die Elemente in Organe um, wenn der Lebensprozess aufsteigend ist.

[ 44 ] Eine andere Sache ist die: Der Astralleib ist der Vermittler alles dessen, was von außen hereinkommen kann. Soll dieses geschehen, dann muss es vom physischen Leib durch den Lebensprozess angeeignet werden. Was heißt das? Das Licht dringt an uns heran; wäre das Licht nicht, [so] hätten wir keine Augen. So ist es mit allem, was aus der Wechselwirkung des physischen Leibes mit der Umgebung hervorgeht. Der physische Leib eignet sich die äußere Umgebung an und bildet sie sich zu Organen um. Wir bilden die Elemente in Organe um, wenn der Lebensprozess aufsteigend ist.

[ 45 ] Wir müssen folgende Tatsache betrachten. Ein gewisser Volksstamm in Afrika, der die Jagd betreibt, braucht gewisse Hunde zur Jagd. Nun lebt dort eine giftige Fliege, die Tsetse-Fliege; sie sticht die Jagdhunde, und diese gehen dann zugrunde. Nun haben die «Wilden», wie so oft, etwas außerordentlich Schlaues ausgedacht — die Geisteswissenschaft kennt die Vorgänge. Dieser «wilde» Volksstamm, der führt nun seine Jagdhündin in die Gegenden, wo die giftige Fliege sich aufhält, gerade in der Zeit, wo die Hündin ihre Jungen werfen kann, bevor sie an dem Stich stirbt. Die Jungen sind jetzt immun; sie können gestochen werden und sterben doch nicht. Das ist ein Beispiel für die Aneignung eines Äußeren vom inneren Lebensprozess in der aufsteigenden Lebenslinie. Wo das Leben sich neu anfacht, wo es durchgeht bis zum Aufleuchten im Innern, wo der Lebensprozess neu ersteht, nimmt er in sich das Gift auf, gliedert es ein und macht den Organismus stark gegen das Gift.

[ 45 ] Wir müssen folgende Tatsache betrachten. Ein gewisser Volksstamm in Afrika, der die Jagd betreibt, braucht gewisse Hunde zur Jagd. Nun lebt dort eine giftige Fliege, die Tsetse-Fliege; sie sticht die Jagdhunde, und diese gehen dann zugrunde. Nun haben die «Wilden», wie so oft, etwas außerordentlich Schlaues ausgedacht — die Geisteswissenschaft kennt die Vorgänge. Dieser «wilde» Volksstamm, der führt nun seine Jagdhündin in die Gegenden, wo die giftige Fliege sich aufhält, gerade in der Zeit, wo die Hündin ihre Jungen werfen kann, bevor sie an dem Stich stirbt. Die Jungen sind jetzt immun; sie können gestochen werden und sterben doch nicht. Das ist ein Beispiel für die Aneignung eines Äußeren vom inneren Lebensprozess in der aufsteigenden Lebenslinie. Wo das Leben sich neu anfacht, wo es durchgeht bis zum Aufleuchten im Innern, wo der Lebensprozess neu ersteht, nimmt er in sich das Gift auf, gliedert es ein und macht den Organismus stark gegen das Gift.

[ 46 ] Im Grunde sind eigentlich unsere Organe so entstanden im Leibe. In uralten Zeiten, da gab es kein Auge, da fiel der Sonnenstrahl auf die Haut; etwas wie ein kleiner Schmerz machte sich fühlbar. Das Licht musste sich eingliedern und der Lebensprozess verdaute das Licht, eignete es sich an, bildete es zum Auge um, sodass der Mensch ein Auge hatte, um es dem Licht gegenüberzustellen.

[ 46 ] Im Grunde sind eigentlich unsere Organe so entstanden im Leibe. In uralten Zeiten, da gab es kein Auge, da fiel der Sonnenstrahl auf die Haut; etwas wie ein kleiner Schmerz machte sich fühlbar. Das Licht musste sich eingliedern und der Lebensprozess verdaute das Licht, eignete es sich an, bildete es zum Auge um, sodass der Mensch ein Auge hatte, um es dem Licht gegenüberzustellen.

[ 47 ] So geschieht die Wechselwirkung des Menschen zwischen ihm und seiner Umgebung. Das soll hindeuten, dass durch äußere Einwirkungen, die vermittelst des Astralleibes geschehen, der physische Leib des Menschen organisiert wird als ein aufnahmefähiges Wesen, das die Außenwelt sich eingliedert; und das Maß, wie man die Außenwelt sich eingliedern kann, gibt die Lust, die Freude, das Verlangen. Wo die Freude, das Verlangen gesund sind, sind sie nichts anderes als der Ausdruck eines Bedürfnisses, und das ist die zuverlässigste Beigabe des Lebensprozesses. Das zeigt sich am Kind. Wenn ihm die ursprünglichen Ernährungsinstinkte verdorben sind, hat es keinen Instinkt für das, was ihm guttut. Zum Beispiel, wenn Sie ein Kind von früher Jugend an überfüttern mit Eiern, dann werden Sie eines bemerken, dass nämlich dieses Kind die Sicherheit des Nahrungsinstinktes verliert. Wenn nicht, dann ist das Kind immer bereit, das zurückzuweisen, was ihm schadet, und gerade dasjenige zu wollen, was ihm dienlich ist. Viel weniger ist ein solches Kind Schädigungen des Organismus ausgesetzt. Zu viel Eiweiß ist schädlich.

[ 47 ] So geschieht die Wechselwirkung des Menschen zwischen ihm und seiner Umgebung. Das soll hindeuten, dass durch äußere Einwirkungen, die vermittelst des Astralleibes geschehen, der physische Leib des Menschen organisiert wird als ein aufnahmefähiges Wesen, das die Außenwelt sich eingliedert; und das Maß, wie man die Außenwelt sich eingliedern kann, gibt die Lust, die Freude, das Verlangen. Wo die Freude, das Verlangen gesund sind, sind sie nichts anderes als der Ausdruck eines Bedürfnisses, und das ist die zuverlässigste Beigabe des Lebensprozesses. Das zeigt sich am Kind. Wenn ihm die ursprünglichen Ernährungsinstinkte verdorben sind, hat es keinen Instinkt für das, was ihm guttut. Zum Beispiel, wenn Sie ein Kind von früher Jugend an überfüttern mit Eiern, dann werden Sie eines bemerken, dass nämlich dieses Kind die Sicherheit des Nahrungsinstinktes verliert. Wenn nicht, dann ist das Kind immer bereit, das zurückzuweisen, was ihm schadet, und gerade dasjenige zu wollen, was ihm dienlich ist. Viel weniger ist ein solches Kind Schädigungen des Organismus ausgesetzt. Zu viel Eiweiß ist schädlich.

[ 48 ] So sehen Sie, wie das Verlangen das Maß ist für den Lebensprozess selbst. Der Lebensprozess steht ganz unter dem Einfluss des Verlangens. Dadurch ist aber auch der Mensch imstande, hinauszugehen über das Maß des Genusses, des Bedürfnisses. Damit das Leben unterhalten werden kann, muss das Bedürfnis entstehen. Ohne den Hunger würde das Leben nicht unterhalten werden können. Der Genuss ist die Begleiterscheinung der Sättigung. So ist es immer, wo die Außenwelt angeeignet wird.

[ 48 ] So sehen Sie, wie das Verlangen das Maß ist für den Lebensprozess selbst. Der Lebensprozess steht ganz unter dem Einfluss des Verlangens. Dadurch ist aber auch der Mensch imstande, hinauszugehen über das Maß des Genusses, des Bedürfnisses. Damit das Leben unterhalten werden kann, muss das Bedürfnis entstehen. Ohne den Hunger würde das Leben nicht unterhalten werden können. Der Genuss ist die Begleiterscheinung der Sättigung. So ist es immer, wo die Außenwelt angeeignet wird.

[ 49 ] Weil der Genuss die Begleiterscheinung des Lebensprozesses ist, deshalb kann er hinausgehen in Bezug auf Aneignung von äußeren Stoffen. Und so wird das, was er sich aneignet, weil es über das Maß hinausgeht, zum Zerstörer; und da haben Sie das, was durch die Tätigkeit des Astralleibes den Krankheitsprozess veranlagt. Man darf freilich nicht glauben, dass einfach das so geschieht, dass in dem Leben zwischen Geburt und Tod das zum Ausdruck kommt. Sicher wirkt jede Ausschweifung zerstörend schon für das eine Leben; und alle Mäßigung wirkt aufbessernd; aber in noch weiterem Umfang geschieht dies über den Tod hinaus. Da müssen wir wiederum an die Idee der Wiederverkörperung gehen. Die zerstörenden Kräfte, die im Leben noch nicht so schädlich wirken, die werden mitgenommen in ein nächstes Leben, sodass Ausschweifung in einem Leben Krankheits-Disposition im nächsten bedeutet.

[ 49 ] Weil der Genuss die Begleiterscheinung des Lebensprozesses ist, deshalb kann er hinausgehen in Bezug auf Aneignung von äußeren Stoffen. Und so wird das, was er sich aneignet, weil es über das Maß hinausgeht, zum Zerstörer; und da haben Sie das, was durch die Tätigkeit des Astralleibes den Krankheitsprozess veranlagt. Man darf freilich nicht glauben, dass einfach das so geschieht, dass in dem Leben zwischen Geburt und Tod das zum Ausdruck kommt. Sicher wirkt jede Ausschweifung zerstörend schon für das eine Leben; und alle Mäßigung wirkt aufbessernd; aber in noch weiterem Umfang geschieht dies über den Tod hinaus. Da müssen wir wiederum an die Idee der Wiederverkörperung gehen. Die zerstörenden Kräfte, die im Leben noch nicht so schädlich wirken, die werden mitgenommen in ein nächstes Leben, sodass Ausschweifung in einem Leben Krankheits-Disposition im nächsten bedeutet.

[ 50 ] Dies sind die wichtigsten Grundlagen zur Krankheit. Daraus sehen Sie, wie die Dinge zusammenhängen, Sie sehen aber auch, dass dasjenige, was eigentlich innere Krankheitsursachen sind, dass das notwendigerweise verknüpft ist mit dem Lebensprozess, dass das wirklich aus ihm herauswächst. Und jetzt werden Sie einsehen, dass wir unseren Körper stärker machen, wenn wir in dem aufsteigenden Lebensprozess ihn in solche Wechselwirkung bringen mit der Außenwelt, dass er sich etwas aneignet. Das macht ihn stark gegen Krankheiten. Wir brauchen nicht andere Krankheitsursachen zu untersuchen. Dies sind diejenigen, die weniger für das Leben Bedeutung haben.

[ 50 ] Dies sind die wichtigsten Grundlagen zur Krankheit. Daraus sehen Sie, wie die Dinge zusammenhängen, Sie sehen aber auch, dass dasjenige, was eigentlich innere Krankheitsursachen sind, dass das notwendigerweise verknüpft ist mit dem Lebensprozess, dass das wirklich aus ihm herauswächst. Und jetzt werden Sie einsehen, dass wir unseren Körper stärker machen, wenn wir in dem aufsteigenden Lebensprozess ihn in solche Wechselwirkung bringen mit der Außenwelt, dass er sich etwas aneignet. Das macht ihn stark gegen Krankheiten. Wir brauchen nicht andere Krankheitsursachen zu untersuchen. Dies sind diejenigen, die weniger für das Leben Bedeutung haben.

[ 51 ] Sie wissen, das heute die Bazillenseuche nicht nur darin besteht, dass man von ihr befallen wird, sondern [auch] darin, dass man die Bazillen überall sucht. Diese Bazillenseuche kommt tatsächlich in geisteswissenschaftlicher Beziehung erst in zweiter Linie in Betracht. Das Überfallenwerden des Organismus durch Bazillen ist nichts anderes, als wenn Sie eine Kugel durch den Leib geschossen kriegen. Da wird Ihnen der Organismus so weit zerstört, dass der Ätherorganismus nicht mehr die Zerstörung ausgleichen kann. Solange er nicht zerstört ist, ist dieser Ätherorganismus auch der Ausgleicher. Er hat umso mehr die Kraft des Ausgleichens, je mehr er in Zusammenhang ist mit dem [All]äther. Den Polypen kann man zerschneiden, aus jedem Stück entsteht wieder ein neuer Polyp, weil der Ätherleib des Polypen noch in Verbindung steht mit dem Ganzen - [woraus er Kraft saugen kann, weil in jedem Tropfen des Ätherleibes dieselbe Kraft ist wie im Ganzen] - und der Zusammenhang noch besteht. Insofern der Ätherleib selbstständig wird, muss er diese Kraft verlieren. Wenn also die Selbstständigkeit zu gleicher Zeit ein Wachstum ist in Bezug auf die Unmöglichkeit, Störungen des Organismus zu überwinden, so haben Sie damit den Paulinischen Satz in moderner Form: Die Selbstsucht ist die Ursache der Zerstörung und des Todes, und der Tod ist der Sünde Sold (Röm 6,23). Nur in diesem Sinne ist er zu verstehen. Nun kann [aber] jemand sagen: Ja, aber verträgt sich das mit dem weisen Weltenprozess? Ja, gäbe es nicht die Möglichkeit einer Erkrankung, dann würde der große Antrieb für den Ätherorganismus fehlen, sich stark zu machen, um in der Überwindung der Krankheit selbst zu wachsen; ja, er wächst, wenn er zu überwinden hat. Aus jeder überstandenen Krankheit geht der Ätherkörper gestärkt hervor. Wenn Bazillen uns überfallen, so kommt es darauf an, dass wir den starken Ätherleib haben, um sie zu überwinden. Und kommen nicht gerade dadurch, dass der Ätherleib gezwungen ist in der Krankheit, ein Überwinder zu werden, höhere Gebilde des Ätherleibes zum Vorschein? Ja, er entwickelt sich dadurch selbst aufwärts. Deshalb kann man sagen: Es ist mit der Krankheit so wie mit der Perlmuschel und der Perle; aus einer Krankheit der Muschel geht die edle Perle hervor. Es ist vieles in der Welt als ein höheres Gebilde entstanden dadurch, dass es sich auf der Grundlage eines Zerstörungsprozesses aufgebaut hat.

[ 51 ] Sie wissen, das heute die Bazillenseuche nicht nur darin besteht, dass man von ihr befallen wird, sondern [auch] darin, dass man die Bazillen überall sucht. Diese Bazillenseuche kommt tatsächlich in geisteswissenschaftlicher Beziehung erst in zweiter Linie in Betracht. Das Überfallenwerden des Organismus durch Bazillen ist nichts anderes, als wenn Sie eine Kugel durch den Leib geschossen kriegen. Da wird Ihnen der Organismus so weit zerstört, dass der Ätherorganismus nicht mehr die Zerstörung ausgleichen kann. Solange er nicht zerstört ist, ist dieser Ätherorganismus auch der Ausgleicher. Er hat umso mehr die Kraft des Ausgleichens, je mehr er in Zusammenhang ist mit dem [All]äther. Den Polypen kann man zerschneiden, aus jedem Stück entsteht wieder ein neuer Polyp, weil der Ätherleib des Polypen noch in Verbindung steht mit dem Ganzen - [woraus er Kraft saugen kann, weil in jedem Tropfen des Ätherleibes dieselbe Kraft ist wie im Ganzen] - und der Zusammenhang noch besteht. Insofern der Ätherleib selbstständig wird, muss er diese Kraft verlieren. Wenn also die Selbstständigkeit zu gleicher Zeit ein Wachstum ist in Bezug auf die Unmöglichkeit, Störungen des Organismus zu überwinden, so haben Sie damit den Paulinischen Satz in moderner Form: Die Selbstsucht ist die Ursache der Zerstörung und des Todes, und der Tod ist der Sünde Sold (Röm 6,23). Nur in diesem Sinne ist er zu verstehen. Nun kann [aber] jemand sagen: Ja, aber verträgt sich das mit dem weisen Weltenprozess? Ja, gäbe es nicht die Möglichkeit einer Erkrankung, dann würde der große Antrieb für den Ätherorganismus fehlen, sich stark zu machen, um in der Überwindung der Krankheit selbst zu wachsen; ja, er wächst, wenn er zu überwinden hat. Aus jeder überstandenen Krankheit geht der Ätherkörper gestärkt hervor. Wenn Bazillen uns überfallen, so kommt es darauf an, dass wir den starken Ätherleib haben, um sie zu überwinden. Und kommen nicht gerade dadurch, dass der Ätherleib gezwungen ist in der Krankheit, ein Überwinder zu werden, höhere Gebilde des Ätherleibes zum Vorschein? Ja, er entwickelt sich dadurch selbst aufwärts. Deshalb kann man sagen: Es ist mit der Krankheit so wie mit der Perlmuschel und der Perle; aus einer Krankheit der Muschel geht die edle Perle hervor. Es ist vieles in der Welt als ein höheres Gebilde entstanden dadurch, dass es sich auf der Grundlage eines Zerstörungsprozesses aufgebaut hat.

[ 52 ] Dies alles lässt uns in einer gewissen eindringlichen Weise Verständnis gewinnen für Krankheit und Tod. Wir können verstehen, dass wir das Leben, so, wie wir es haben, nicht haben könnten; wenn dieses Leben nicht selbst den Tod erregte; wie man die Flamme nicht haben könnte, wenn der Brennstoff nicht zerstört würde. Gewisse Erhöhungen, Verstärkungen sind nicht möglich ohne die Möglichkeit der Krankheit. Manchmal ist die starke Gesundheit die Folge der Krankheit. Vielleicht werden Sie sagen: Die Natur ist in allen ihren Teilen gesund, und selbst wenn sie die Krankheit gibt, gibt sie sie, um viel und starkes Leben zu haben. Jedenfalls geht hervor: Die Natur ist überall, [und überall Leben], und sie hat, das ist wahr, den Tod erfunden, um viel Leben, um starkes Leben zu haben, um [selbstständiges] Leben zu haben. Denn dieses kann nur bestehen, wenn es sich den Tod als seinen Gegenpol erschafft.

[ 52 ] Dies alles lässt uns in einer gewissen eindringlichen Weise Verständnis gewinnen für Krankheit und Tod. Wir können verstehen, dass wir das Leben, so, wie wir es haben, nicht haben könnten; wenn dieses Leben nicht selbst den Tod erregte; wie man die Flamme nicht haben könnte, wenn der Brennstoff nicht zerstört würde. Gewisse Erhöhungen, Verstärkungen sind nicht möglich ohne die Möglichkeit der Krankheit. Manchmal ist die starke Gesundheit die Folge der Krankheit. Vielleicht werden Sie sagen: Die Natur ist in allen ihren Teilen gesund, und selbst wenn sie die Krankheit gibt, gibt sie sie, um viel und starkes Leben zu haben. Jedenfalls geht hervor: Die Natur ist überall, [und überall Leben], und sie hat, das ist wahr, den Tod erfunden, um viel Leben, um starkes Leben zu haben, um [selbstständiges] Leben zu haben. Denn dieses kann nur bestehen, wenn es sich den Tod als seinen Gegenpol erschafft.