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The Rudolf Steiner Archive

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The Essence of Anthroposophy
within the World Of Sense, Soul And Spirit
GA 68b

14 March 1909, Hamburg

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Der Kreislauf des Menschen
  1. The Circular Flow of Man's Life, tr. SOL

9. Das Leben nach dem Tode, Eine Tatsache der Wirklichkeit

9. Das Leben nach dem Tode, Eine Tatsache der Wirklichkeit

[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Es ist noch nicht 300 Jahre her, da glaubten nicht nur Laien, sondern auch gelehrte Naturforscher daran, dass niedere Tiere, Würmer, sogar Fische aus leblosem Flussschlamm entstehen können. Und es war ein großer Fortschritt im menschlichen Denken, als der italienische Naturforscher Redi zuerst den Satz aussprach, dass unter unseren heutigen Verhältnissen Lebendiges nur aus dem lebendigen Keim hervorgehen könnte. Heute würde jeder Mensch denjenigen gewissermaßen für einen Toren oder einen Unwissenden halten, der noch behaupten wollte, dass aus dem gewöhnlichen Sand oder Schlamm Regenwürmer oder Fische einfach sich bilden können. Ja, der weitaus größte Teil der heutigen denkenden Menschen weiß kaum etwas davon, dass nur diese dreihundert Jahre hinter uns liegen, vor denen man noch geglaubt hat, dass so etwas möglich sei! Was heute selbstverständlich ist für den Laien und für die Wissenschaft, dass unter unseren heutigen Verhältnissen Lebendiges nur aus Lebendigem hervorgehen kann, das musste sich die Menschheit erst im Laufe der Jahrhunderte für ihr Denken erringen, und so ist es, verehrte Anwesende, für viele Errungenschaften der menschlichen Erkenntnis. Eine ganz ähnliche Wahrheit hat heute die Geisteswissenschaft oder Theosophie durchzuführen und in das menschliche Bewusstsein einzuführen. Dass diese Wahrheit dem menschlichen Bewusstsein in der Zukunft eigen werde, das hängt lediglich davon ab, dass man ebenso selbstverständlich finden wird, was heute wiederum viele Menschen für eine Torheit, eine Träumerei oder Phantasterei halten, dass Geistig-Seelisches wiederum nur aus Geistig-Seelischem entstehen könne. Mehr braucht man im Grunde genommen nicht zum Verständnis aller derjenigen Dinge, die das heutige Thema bilden werden, als ein gründliches Durchleben dieses einfachen Satzes. Dennoch wird noch viel, viel Wasser zur Elbe herunterrinnen, bis die Verfechter dieses Satzes nicht mehr werden angesehen werden als Toren, Träumer oder Phantasten.

[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Es ist noch nicht 300 Jahre her, da glaubten nicht nur Laien, sondern auch gelehrte Naturforscher daran, dass niedere Tiere, Würmer, sogar Fische aus leblosem Flussschlamm entstehen können. Und es war ein großer Fortschritt im menschlichen Denken, als der italienische Naturforscher Redi zuerst den Satz aussprach, dass unter unseren heutigen Verhältnissen Lebendiges nur aus dem lebendigen Keim hervorgehen könnte. Heute würde jeder Mensch denjenigen gewissermaßen für einen Toren oder einen Unwissenden halten, der noch behaupten wollte, dass aus dem gewöhnlichen Sand oder Schlamm Regenwürmer oder Fische einfach sich bilden können. Ja, der weitaus größte Teil der heutigen denkenden Menschen weiß kaum etwas davon, dass nur diese dreihundert Jahre hinter uns liegen, vor denen man noch geglaubt hat, dass so etwas möglich sei! Was heute selbstverständlich ist für den Laien und für die Wissenschaft, dass unter unseren heutigen Verhältnissen Lebendiges nur aus Lebendigem hervorgehen kann, das musste sich die Menschheit erst im Laufe der Jahrhunderte für ihr Denken erringen, und so ist es, verehrte Anwesende, für viele Errungenschaften der menschlichen Erkenntnis. Eine ganz ähnliche Wahrheit hat heute die Geisteswissenschaft oder Theosophie durchzuführen und in das menschliche Bewusstsein einzuführen. Dass diese Wahrheit dem menschlichen Bewusstsein in der Zukunft eigen werde, das hängt lediglich davon ab, dass man ebenso selbstverständlich finden wird, was heute wiederum viele Menschen für eine Torheit, eine Träumerei oder Phantasterei halten, dass Geistig-Seelisches wiederum nur aus Geistig-Seelischem entstehen könne. Mehr braucht man im Grunde genommen nicht zum Verständnis aller derjenigen Dinge, die das heutige Thema bilden werden, als ein gründliches Durchleben dieses einfachen Satzes. Dennoch wird noch viel, viel Wasser zur Elbe herunterrinnen, bis die Verfechter dieses Satzes nicht mehr werden angesehen werden als Toren, Träumer oder Phantasten.

[ 2 ] Auch der Satz, dass Lebendiges nur aus lebendigem Keim entstehen könne, der wurde nicht so einfach angenommen, und Redi ist nur mit Mühe dem Schicksal Giordano Brunos entgangen. Heute verurteilt man die, die etwas Ähnliches zusammenführt, nicht gerade mehr zum Feuertode, das ist aus der Mode gekommen. Aber man verurteilt sie zum anderen Tode, der ja weniger brennt, der aber deshalb doch gleichwertig ist mit der Art, wie man früher unbequeme Wahrheitsforscher aus der Welt geschafft hat. Heute verschreit man sie als Träumer, Phantasten, Narren oder dergleichen. Aber es wird die Zeit kommen, und sie ist nicht mehr so fern, in welcher es selbstverständlich erscheinen wird, dass GeistigSeelisches nur aus Geistig-Seelischem entstehen könne. Und an dem Verständnis dieses Satzes hängt die ganze Frage, um die es sich heute handelt, jene Frage, die von so unermesslicher Bedeutung für die Menschen ist, jene Frage nach den übersinnlichen Welten und dem Schicksal der Menschenseele in den übersinnlichen Welten, jene Frage nach den Rätseln des Todes und des Lebens der Menschen, jene Frage, die nicht bloß eine theoretische, sondern eine praktische im eminentesten Sinne ist, weil derjenige, der sie für seine eigene Seele zu lösen vermag, aus der Antwort Sicherheit und Kraft für das Leben schöpft, Hoffnung und Zuversicht für sein Arbeiten, kurz alles das, was die Menschen aufrecht stehen lässt in den schwersten Schicksalskämpfen, in all dem, was das Leben bringt.

[ 2 ] Auch der Satz, dass Lebendiges nur aus lebendigem Keim entstehen könne, der wurde nicht so einfach angenommen, und Redi ist nur mit Mühe dem Schicksal Giordano Brunos entgangen. Heute verurteilt man die, die etwas Ähnliches zusammenführt, nicht gerade mehr zum Feuertode, das ist aus der Mode gekommen. Aber man verurteilt sie zum anderen Tode, der ja weniger brennt, der aber deshalb doch gleichwertig ist mit der Art, wie man früher unbequeme Wahrheitsforscher aus der Welt geschafft hat. Heute verschreit man sie als Träumer, Phantasten, Narren oder dergleichen. Aber es wird die Zeit kommen, und sie ist nicht mehr so fern, in welcher es selbstverständlich erscheinen wird, dass GeistigSeelisches nur aus Geistig-Seelischem entstehen könne. Und an dem Verständnis dieses Satzes hängt die ganze Frage, um die es sich heute handelt, jene Frage, die von so unermesslicher Bedeutung für die Menschen ist, jene Frage nach den übersinnlichen Welten und dem Schicksal der Menschenseele in den übersinnlichen Welten, jene Frage nach den Rätseln des Todes und des Lebens der Menschen, jene Frage, die nicht bloß eine theoretische, sondern eine praktische im eminentesten Sinne ist, weil derjenige, der sie für seine eigene Seele zu lösen vermag, aus der Antwort Sicherheit und Kraft für das Leben schöpft, Hoffnung und Zuversicht für sein Arbeiten, kurz alles das, was die Menschen aufrecht stehen lässt in den schwersten Schicksalskämpfen, in all dem, was das Leben bringt.

[ 3 ] Von zwei Seiten werden wir heute die Frage nach des Menschen Schicksal im Tode und im Leben zu beantworten haben. Die eine Richtung wird diese Frage bringen vor den Gerichtshof der Tatsachen, die andere vor den Gerichtshof des gesunden Menschenverstandes. Wenn wir von den Tatsachen reden wollen, dann müssen wir uns einen Begriff machen von dem, was wir eigentlich als Tatsachen aufzufassen haben. Man spricht das Wort vom Beweisen so ohne Weiteres aus. Wir werden sehen, dass diese Dinge doch sehr oberflächlich im weiten Kreise der Menschheit genommen werden. Um das Schicksal der Menschenseele in der übersinnlichen Welt wird es sich handeln.

[ 3 ] Von zwei Seiten werden wir heute die Frage nach des Menschen Schicksal im Tode und im Leben zu beantworten haben. Die eine Richtung wird diese Frage bringen vor den Gerichtshof der Tatsachen, die andere vor den Gerichtshof des gesunden Menschenverstandes. Wenn wir von den Tatsachen reden wollen, dann müssen wir uns einen Begriff machen von dem, was wir eigentlich als Tatsachen aufzufassen haben. Man spricht das Wort vom Beweisen so ohne Weiteres aus. Wir werden sehen, dass diese Dinge doch sehr oberflächlich im weiten Kreise der Menschheit genommen werden. Um das Schicksal der Menschenseele in der übersinnlichen Welt wird es sich handeln.

[ 4 ] Nun, verehrte Anwesende, als ich noch ein kleiner Junge war, da hörte ich sehr häufig Gesprächen von sehr einfachen Leuten zu über jenes geheimnisvolle Land, wohin der Mensch nach dem Tode kommt. Es gab gläubige Leute, die aus ihrem Glauben gewisse Antworten gaben über das Schicksal, aber es gab auch schon unter den einfachen Leuten freigeistige Leute, Ungläubige. Ein Satz zog immer, mit dem die anderen geschlagen wurden. Das war der Satz: Niemand kann etwas wissen über jenes Land, aus dem noch kein Wanderer zurückgekehrt ist. Man sagte das zwar einfacher: Hast du einen gesehen, der erzählt hat von den Ereignissen nach dem Tode?

[ 4 ] Nun, verehrte Anwesende, als ich noch ein kleiner Junge war, da hörte ich sehr häufig Gesprächen von sehr einfachen Leuten zu über jenes geheimnisvolle Land, wohin der Mensch nach dem Tode kommt. Es gab gläubige Leute, die aus ihrem Glauben gewisse Antworten gaben über das Schicksal, aber es gab auch schon unter den einfachen Leuten freigeistige Leute, Ungläubige. Ein Satz zog immer, mit dem die anderen geschlagen wurden. Das war der Satz: Niemand kann etwas wissen über jenes Land, aus dem noch kein Wanderer zurückgekehrt ist. Man sagte das zwar einfacher: Hast du einen gesehen, der erzählt hat von den Ereignissen nach dem Tode?

[ 5 ] Das war etwas, was von vielen als etwas Schlagendes aufgefasst wurde. Nun, verehrte Anwesende, die Menschen würden nicht so schr viel Gewicht solchen Worten beilegen, wenn sie den gewöhnlichen Ereignissen des Tages gegenüber, die jedem Menschen begegnen in 24 Stunden, gründlicher nachdenken wollten. Im gewöhnlichen Tagesleben erlebt der Mensch deutlich verschiedene Zustände. In 24 Stunden machen Sie alle zwei Bewusstseinszustände durch, den des Wachens und den des Schlafens. Freilich über das Gewöhnlichste und Alltäglichste wird am wenigsten nachgedacht; aber im Alltäglichen sind die Welträtsel vorhanden. Rätselhaft müsste es dem Menschen vorkommen, dass das, was er vom Morgen bis Abend in seinem Innern erlebt, die ganze Welt von auf- und abwogenden Empfindungen, Vorstellungen und Gedanken, Lust und Leid, Freude und Schmerz, Trieben und Begierden und Leidenschaften, dass er diese ganze Welt des Abends in ein unbestimmtes Dunkel hineinsinken sieht. All das, was der Mensch durch seine Augen vom Morgen bis Abend wahrnimmt, was in ihm Begierden, Lust und Leid et cetera erweckt, das geht herunter wie die untersinkende Sonne in ein Dunkel des Bewusstseins. Des Morgens wacht der Mensch wieder auf; das, was er gestern für sein Bewusstsein verlassen hat, dämmert wieder herauf aus einem Dunkel. Alle die bekannten Vorstellungen, Gedanken, Eindrücke, sie kommen ebenso für das Bewusstsein herauf, wie die Sonne über den Horizont heraufkommt. Alle die Schmerzen und Leiden, die vergessen waren, kommen wieder herauf wie das, was als Tagesgestirn über den Horizont heraufzieht.

[ 5 ] Das war etwas, was von vielen als etwas Schlagendes aufgefasst wurde. Nun, verehrte Anwesende, die Menschen würden nicht so schr viel Gewicht solchen Worten beilegen, wenn sie den gewöhnlichen Ereignissen des Tages gegenüber, die jedem Menschen begegnen in 24 Stunden, gründlicher nachdenken wollten. Im gewöhnlichen Tagesleben erlebt der Mensch deutlich verschiedene Zustände. In 24 Stunden machen Sie alle zwei Bewusstseinszustände durch, den des Wachens und den des Schlafens. Freilich über das Gewöhnlichste und Alltäglichste wird am wenigsten nachgedacht; aber im Alltäglichen sind die Welträtsel vorhanden. Rätselhaft müsste es dem Menschen vorkommen, dass das, was er vom Morgen bis Abend in seinem Innern erlebt, die ganze Welt von auf- und abwogenden Empfindungen, Vorstellungen und Gedanken, Lust und Leid, Freude und Schmerz, Trieben und Begierden und Leidenschaften, dass er diese ganze Welt des Abends in ein unbestimmtes Dunkel hineinsinken sieht. All das, was der Mensch durch seine Augen vom Morgen bis Abend wahrnimmt, was in ihm Begierden, Lust und Leid et cetera erweckt, das geht herunter wie die untersinkende Sonne in ein Dunkel des Bewusstseins. Des Morgens wacht der Mensch wieder auf; das, was er gestern für sein Bewusstsein verlassen hat, dämmert wieder herauf aus einem Dunkel. Alle die bekannten Vorstellungen, Gedanken, Eindrücke, sie kommen ebenso für das Bewusstsein herauf, wie die Sonne über den Horizont heraufkommt. Alle die Schmerzen und Leiden, die vergessen waren, kommen wieder herauf wie das, was als Tagesgestirn über den Horizont heraufzieht.

[ 6 ] Wäre es nicht eine Torheit, wenn man behaupten wollte, dass jeden Abend die Summe der Vorstellungen, Empfindungen und Wahrnehmungen, Lust und Leides, Schmerzen und Freuden, dass die verschwinden und in ein unbestimmtes Nichts hineingehen und morgen neu entständen? Jeder, der gründlich denkt, sagt: Die größte Torheit wäre es, ein solches Verschwinden des Seelenlebens und ein Neuentstehen zu behaupten. Da ist die Seele, da ist sie, vorhanden ist sie, alles andere widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Was unterscheidet die schlafende Seele von der wachenden Seele? Einzig und allein das, dass die schlafende Seele nicht wahrnehmen kann, dass sie kein Bewusstsein hat von dem, was als ihre Erlebnisse ihr Blickfeld ausfüllt während des Tages. Bewusstseinszustände wechseln bei jedem Menschen in 24 Stunden.

[ 6 ] Wäre es nicht eine Torheit, wenn man behaupten wollte, dass jeden Abend die Summe der Vorstellungen, Empfindungen und Wahrnehmungen, Lust und Leides, Schmerzen und Freuden, dass die verschwinden und in ein unbestimmtes Nichts hineingehen und morgen neu entständen? Jeder, der gründlich denkt, sagt: Die größte Torheit wäre es, ein solches Verschwinden des Seelenlebens und ein Neuentstehen zu behaupten. Da ist die Seele, da ist sie, vorhanden ist sie, alles andere widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Was unterscheidet die schlafende Seele von der wachenden Seele? Einzig und allein das, dass die schlafende Seele nicht wahrnehmen kann, dass sie kein Bewusstsein hat von dem, was als ihre Erlebnisse ihr Blickfeld ausfüllt während des Tages. Bewusstseinszustände wechseln bei jedem Menschen in 24 Stunden.

[ 7 ] Hier tritt nun, verehrte Anwesende, ein, wenn die Tatsachenwelt erforscht werden soll, das, was man nennen kann das hellsichtige Menschenbewusstsein. Nun habe ich mit diesem Wort ausgesprochen, was von vornherein, namentlich dem ganz Aufgeklärten der Gegenwart, als etwas Phantastisches, Närrisches erscheinen mag. Was ist dieses hellsichtige Menschenbewusstsein? Zunächst wollen wir uns dieses Bewusstsein durch einen Vergleich klarmachen. Sie denken sich, verehrte Anwesende, Sie führen in diesen Saal einen blind geborenen Menschen. Für Sie leuchten diese Lampen, Ihnen erscheinen diese Türen in brauner Farbe. Für den Blindgeborenen erscheint dieser Saal nicht in der Weise, die Lichter und Farben sind für ihn nicht da. Wenn es Ihnen gelingen würde, diesen Blindgeborenen hier zu operieren, so würde hereintreten in das Blickfeld das, was vorher auch da war, aber was er nicht gesehen hat. Das, was vorher da war, ist für ihn nun auch wahrnehmbar geworden.

[ 7 ] Hier tritt nun, verehrte Anwesende, ein, wenn die Tatsachenwelt erforscht werden soll, das, was man nennen kann das hellsichtige Menschenbewusstsein. Nun habe ich mit diesem Wort ausgesprochen, was von vornherein, namentlich dem ganz Aufgeklärten der Gegenwart, als etwas Phantastisches, Närrisches erscheinen mag. Was ist dieses hellsichtige Menschenbewusstsein? Zunächst wollen wir uns dieses Bewusstsein durch einen Vergleich klarmachen. Sie denken sich, verehrte Anwesende, Sie führen in diesen Saal einen blind geborenen Menschen. Für Sie leuchten diese Lampen, Ihnen erscheinen diese Türen in brauner Farbe. Für den Blindgeborenen erscheint dieser Saal nicht in der Weise, die Lichter und Farben sind für ihn nicht da. Wenn es Ihnen gelingen würde, diesen Blindgeborenen hier zu operieren, so würde hereintreten in das Blickfeld das, was vorher auch da war, aber was er nicht gesehen hat. Das, was vorher da war, ist für ihn nun auch wahrnehmbar geworden.

[ 8 ] Das, was dieser Blindgeborene erleben kann durch die Operation, das kann erlebt werden in Bezug auf die geistigen Fähigkeiten der Seele. Geradeso, wie in diesem Menschen, den Sie operiert haben, schlummernd war das Sehvermögen, so schlummert in jeder Menschenseele etwas von höheren Fähigkeiten, die ebenso aus der Menschenseele heraus operiert werden können. Das, was zum Beispiel Goethe bezeichnet hatte mit geistigen Augen, das schlummert in der Seele eines jeden Menschen. Und dann, wenn diese geistigen Augen in der Seele des Menschen erweckt werden, dann ist es geradeso auf einer höheren Stufe, wie es ist für den Blindgeborenen auf einer niederen Stufe, dessen physisches Auge operiert worden ist. Eine neue Welt dringt über ihn herein, diejenige Welt dringt ein, die immer um uns herum ist, die geistige Welt. In dieser Welt ist aber auch des Menschen Seele während des Schlafzustandes, während der Nacht.

[ 8 ] Das, was dieser Blindgeborene erleben kann durch die Operation, das kann erlebt werden in Bezug auf die geistigen Fähigkeiten der Seele. Geradeso, wie in diesem Menschen, den Sie operiert haben, schlummernd war das Sehvermögen, so schlummert in jeder Menschenseele etwas von höheren Fähigkeiten, die ebenso aus der Menschenseele heraus operiert werden können. Das, was zum Beispiel Goethe bezeichnet hatte mit geistigen Augen, das schlummert in der Seele eines jeden Menschen. Und dann, wenn diese geistigen Augen in der Seele des Menschen erweckt werden, dann ist es geradeso auf einer höheren Stufe, wie es ist für den Blindgeborenen auf einer niederen Stufe, dessen physisches Auge operiert worden ist. Eine neue Welt dringt über ihn herein, diejenige Welt dringt ein, die immer um uns herum ist, die geistige Welt. In dieser Welt ist aber auch des Menschen Seele während des Schlafzustandes, während der Nacht.

[ 9 ] Warum sieht des Menschen Seele im normalen Zustand diese geistige Welt nicht? Sehr einfach können Sie sich das vorstellen, warum. Denken Sie, Ihnen passierte, dass Sie bei lebendem Leibe hier ständen, Ihr Augenlicht ginge Ihnen verloren, nichts würden Sie sehen. Ginge Ihnen auch noch das Gehör und andere Sinne verloren, so wäre die Welt Ihnen unwahrnehmbar. Wovon hängt es dann ab, ob eine Welt für uns da ist? Lediglich davon, dass wir Organe haben für diese Welt. Wenn der Mensch in der Nacht im schlafenden Zustande in der geistigen Welt ist, dann hat er in seinem heutigen normalen Zustande keine Organe für diese Welt, er hat keine geistigen Augen. Wenn aber der Mensch das entwickelt erhält, was man diese geistigen Augen nennt, dann ist es nicht um ihn herum finster und dunkel, sondern dann lebt er in den schlafenden Zustand hinüber, sodass er wahrnimmt: Da ist eine Welt, ich bin ausgetreten aus der physischen; ich bin in eine andere Welt eingetreten. Jetzt ist sichtbar geworden eine andere Welt, eine Tatsache, wie die Welt der physischen Farben und Lichter für den operierten Blindgeborenen.

[ 9 ] Warum sieht des Menschen Seele im normalen Zustand diese geistige Welt nicht? Sehr einfach können Sie sich das vorstellen, warum. Denken Sie, Ihnen passierte, dass Sie bei lebendem Leibe hier ständen, Ihr Augenlicht ginge Ihnen verloren, nichts würden Sie sehen. Ginge Ihnen auch noch das Gehör und andere Sinne verloren, so wäre die Welt Ihnen unwahrnehmbar. Wovon hängt es dann ab, ob eine Welt für uns da ist? Lediglich davon, dass wir Organe haben für diese Welt. Wenn der Mensch in der Nacht im schlafenden Zustande in der geistigen Welt ist, dann hat er in seinem heutigen normalen Zustande keine Organe für diese Welt, er hat keine geistigen Augen. Wenn aber der Mensch das entwickelt erhält, was man diese geistigen Augen nennt, dann ist es nicht um ihn herum finster und dunkel, sondern dann lebt er in den schlafenden Zustand hinüber, sodass er wahrnimmt: Da ist eine Welt, ich bin ausgetreten aus der physischen; ich bin in eine andere Welt eingetreten. Jetzt ist sichtbar geworden eine andere Welt, eine Tatsache, wie die Welt der physischen Farben und Lichter für den operierten Blindgeborenen.

[ 10 ] Das, was hier beschrieben ist als Öffnen der Geistesaugen, nennt man Erweckung oder Einweihung. Solche eingeweihte Menschen, die ihre geistigen Fähigkeiten entwickelt hatten, sie hat es immer gegeben. Dadurch, dass sie die geistigen Fähigkeiten entwickelt hatten, konnten sie hineinschauen in die geistige Welt, in die Welt, von der sie jetzt sagen mussten: Wenn der Mensch einschläft, so bleibt im Bette liegen das, was wir seinen äußeren physischen Leib nennen, und heraus geht aus diesem physischen Leib eine geistig-seelische Wesenheit. Diese Wesenheit tritt wirklich mit dem Einschlafen aus diesem physischen Leibe heraus. Sie ist in einer anderen Welt während des Schlafes. Des Morgens taucht wiederum diese Seele unter in den physischen Leib. Da bedient sie sich wieder der Augen und Ohren und nimmt die physische Welt wahr. Welcher Unterschied ist nun zwischen dem nicht erweckten und dem erweckten Menschen? Der Unterschied ist, dass in dem Teile seiner Wesenheit, der des Nachts herausgeht, dass da drinnen keine geistigen Augen sind; beim erweckten Menschen sind aber geistige Augen entwickelt. Die, die sich tiefer und gründlicher mit diesen Fragen beschäftigen wollen, werden sehen, dass mit solchen Dingen, wie sie jetzt gesagt sind, nicht irgendwie aus dem Blauen Herausgeholtes gesprochen wird, sondern etwas Bestimmtes und Wirkliches. Gewiss können Sie die Frage stellen: Ja, wodurch erlangt man denn diese Erweckung? Die Antwort auf diese Frage wird eben auch gegeben. Es gibt bestimmte Methoden und bestimmte Verrichtungen, die der Mensch auf seine Seele anwenden muss, und dann holt er heraus aus seinem Innern die schlafenden geistigen Augen, die schlummernden seelischen Fähigkeiten. Es kann nur angedeutet werden, dass der Mensch dadurch, dass er ganz bestimmte, seit Jahrtausenden festgestellte innere Seelenerlebnisse in dem, was man Konzentration, Meditation, innere Versenkung nennt, dass er das auf seine Seele wirken lässt, sie sich verändert und sich die geistigen Augen dadurch herausbilden. Dann wird der Mensch hellsichtig in einer Welt, die ihm sonst verschlossen ist.

[ 10 ] Das, was hier beschrieben ist als Öffnen der Geistesaugen, nennt man Erweckung oder Einweihung. Solche eingeweihte Menschen, die ihre geistigen Fähigkeiten entwickelt hatten, sie hat es immer gegeben. Dadurch, dass sie die geistigen Fähigkeiten entwickelt hatten, konnten sie hineinschauen in die geistige Welt, in die Welt, von der sie jetzt sagen mussten: Wenn der Mensch einschläft, so bleibt im Bette liegen das, was wir seinen äußeren physischen Leib nennen, und heraus geht aus diesem physischen Leib eine geistig-seelische Wesenheit. Diese Wesenheit tritt wirklich mit dem Einschlafen aus diesem physischen Leibe heraus. Sie ist in einer anderen Welt während des Schlafes. Des Morgens taucht wiederum diese Seele unter in den physischen Leib. Da bedient sie sich wieder der Augen und Ohren und nimmt die physische Welt wahr. Welcher Unterschied ist nun zwischen dem nicht erweckten und dem erweckten Menschen? Der Unterschied ist, dass in dem Teile seiner Wesenheit, der des Nachts herausgeht, dass da drinnen keine geistigen Augen sind; beim erweckten Menschen sind aber geistige Augen entwickelt. Die, die sich tiefer und gründlicher mit diesen Fragen beschäftigen wollen, werden sehen, dass mit solchen Dingen, wie sie jetzt gesagt sind, nicht irgendwie aus dem Blauen Herausgeholtes gesprochen wird, sondern etwas Bestimmtes und Wirkliches. Gewiss können Sie die Frage stellen: Ja, wodurch erlangt man denn diese Erweckung? Die Antwort auf diese Frage wird eben auch gegeben. Es gibt bestimmte Methoden und bestimmte Verrichtungen, die der Mensch auf seine Seele anwenden muss, und dann holt er heraus aus seinem Innern die schlafenden geistigen Augen, die schlummernden seelischen Fähigkeiten. Es kann nur angedeutet werden, dass der Mensch dadurch, dass er ganz bestimmte, seit Jahrtausenden festgestellte innere Seelenerlebnisse in dem, was man Konzentration, Meditation, innere Versenkung nennt, dass er das auf seine Seele wirken lässt, sie sich verändert und sich die geistigen Augen dadurch herausbilden. Dann wird der Mensch hellsichtig in einer Welt, die ihm sonst verschlossen ist.

[ 11 ] Wenn Sie das kleine Heftchen über Einweihung und Mysterien durchsehen, dann werden Sie sehen, dass man in einer ganz bestimmten Weise, geradeso, wie man Methoden hat, um Mikroskope zu machen, gerade so Methoden hat, um die Seele hellsichtig zu machen. Gewisse Vorstellungen wirken auf diese Seele, und dann verwandelt sie sich, und dann treten zuerst auf Fähigkeiten, die Sie meinetwegen Halluzinationen, Visionen nennen wollen, aber die wandeln sich sehr bald um, sodass sie werden die Vermittler der geistigen Welten, die um uns herum sind. Man lernt in dieser Entwicklung sehr bald unterscheiden voneinander, was Vision ist und was einer Wirklichkeit in der geistigen Welt entspricht. Geradeso, wie in der physischen Welt Sie aber nur durch Erfahrung, Erleben dazu kommen können, Vorstellungen zu unterscheiden von der Wirklichkeit, so gilt dasselbe auch für die geistige Welt.

[ 11 ] Wenn Sie das kleine Heftchen über Einweihung und Mysterien durchsehen, dann werden Sie sehen, dass man in einer ganz bestimmten Weise, geradeso, wie man Methoden hat, um Mikroskope zu machen, gerade so Methoden hat, um die Seele hellsichtig zu machen. Gewisse Vorstellungen wirken auf diese Seele, und dann verwandelt sie sich, und dann treten zuerst auf Fähigkeiten, die Sie meinetwegen Halluzinationen, Visionen nennen wollen, aber die wandeln sich sehr bald um, sodass sie werden die Vermittler der geistigen Welten, die um uns herum sind. Man lernt in dieser Entwicklung sehr bald unterscheiden voneinander, was Vision ist und was einer Wirklichkeit in der geistigen Welt entspricht. Geradeso, wie in der physischen Welt Sie aber nur durch Erfahrung, Erleben dazu kommen können, Vorstellungen zu unterscheiden von der Wirklichkeit, so gilt dasselbe auch für die geistige Welt.

[ 12 ] Es kann jemand sagen: Ich glaube an Schopenhauer, dass die Welt meine Vorstellung ist. - Wir sagen dazu: Schön, stelle dir einmal vor ein Stück brennenden Eisens, oder glühenden Stahls. Es brennt dich nicht, aber jetzt greife es an, und du wirst sehr bald merken, welcher Unterschied zwischen deiner Vorstellung und der Wirklichkeit ist; der vorgestellte glühende Stahl brennt nicht, wohl aber der wirkliche. Diese selbe Erfahrung machen Sie bei der Entwicklung der geistigen Kräfte, Fähigkeiten.

[ 12 ] Es kann jemand sagen: Ich glaube an Schopenhauer, dass die Welt meine Vorstellung ist. - Wir sagen dazu: Schön, stelle dir einmal vor ein Stück brennenden Eisens, oder glühenden Stahls. Es brennt dich nicht, aber jetzt greife es an, und du wirst sehr bald merken, welcher Unterschied zwischen deiner Vorstellung und der Wirklichkeit ist; der vorgestellte glühende Stahl brennt nicht, wohl aber der wirkliche. Diese selbe Erfahrung machen Sie bei der Entwicklung der geistigen Kräfte, Fähigkeiten.

[ 13 ] Als ich das einmal in Süd-Deutschland sagte, sagte einer: Aber man kann die Vorstellungen in der Seele so lebendig hervorrufen, dass sie sogar physische Wirkung haben; also könnte jemand durch Kontemplation und sonstige Übungen doch nur Halluzinationen haben, die er für Wirklichkeit hält. Man kann ja auch, sagte er, beim Vorstellen von Zitronensaft das Wasser im Munde zusammenrinnen machen. — Darauf sagte ich, er sollte einmal versuchen sich mit vorgestelltem Zitronensaft den Durst zu löschen. Das kann man eben nur mit wirklichem Zitronensaft, da merkt man den Unterschied. So ist es auch in der geistigen Welt. Der, der ein geistig Erweckter ist, der seine geistigen Sinne entwickelt hat, der weiß durch das Erleben, wo die Grenze ist zwischen Vorstellung und geistiger Wirklichkeit.

[ 13 ] Als ich das einmal in Süd-Deutschland sagte, sagte einer: Aber man kann die Vorstellungen in der Seele so lebendig hervorrufen, dass sie sogar physische Wirkung haben; also könnte jemand durch Kontemplation und sonstige Übungen doch nur Halluzinationen haben, die er für Wirklichkeit hält. Man kann ja auch, sagte er, beim Vorstellen von Zitronensaft das Wasser im Munde zusammenrinnen machen. — Darauf sagte ich, er sollte einmal versuchen sich mit vorgestelltem Zitronensaft den Durst zu löschen. Das kann man eben nur mit wirklichem Zitronensaft, da merkt man den Unterschied. So ist es auch in der geistigen Welt. Der, der ein geistig Erweckter ist, der seine geistigen Sinne entwickelt hat, der weiß durch das Erleben, wo die Grenze ist zwischen Vorstellung und geistiger Wirklichkeit.

[ 14 ] Das sind also die Tatsachen, die der geistigen Forschung zugrunde liegen. Wenn jemand kommt und sagt: Ja, da behaupten diese Menschen, nicht nur den physischen Leib, sondern das, was sie — oh, diese Phantasten und Toren — den Astralleib nennen, das behaupten diese Erweckten. Sie sollen es eben einmal beweisen und einmal alle Tatsachen aufzeichnen. Nun, verehrte Anwesende, erstens hat der, der eine solche Rede führt, sich nicht sehr gründlich unterrichtet über das Wesen des Beweises. Ich möchte ihm den Rat geben, er solle nachdenken über den Beweis, dass das Pferd den Kopf vorn und den Schwanz hinten hat. Nur weil die Menschen immer normale Pferde sehen, deshalb halten sie so etwas für selbstverständlich. Beweise, die auf Tatsachen zu gründen sind, müssen auf diese Tatsachen begründet werden. Der geistige Forscher steht auf keinem anderen Boden wie der Naturforscher. Wenn jemand kommt und sagt: Es gibt Naturforscher, welche sagen, die Pflanze bestehe aus Zellen. Zellen habe ich noch nicht gesehen, nur Blätter und Blüten. Was ich nicht gesehen habe, das glaube ich nicht. — Dann wird der Naturforscher zu ihm sagen: Du musst dir ein Mikroskop anschaffen und lernen, naturwissenschaftlich zu arbeiten, dann wirst du die Zellen als Tatsachen sehen. Nur, wenn du entsprechende Vorkehrungen triffst, wirst du sie sehen.

[ 14 ] Das sind also die Tatsachen, die der geistigen Forschung zugrunde liegen. Wenn jemand kommt und sagt: Ja, da behaupten diese Menschen, nicht nur den physischen Leib, sondern das, was sie — oh, diese Phantasten und Toren — den Astralleib nennen, das behaupten diese Erweckten. Sie sollen es eben einmal beweisen und einmal alle Tatsachen aufzeichnen. Nun, verehrte Anwesende, erstens hat der, der eine solche Rede führt, sich nicht sehr gründlich unterrichtet über das Wesen des Beweises. Ich möchte ihm den Rat geben, er solle nachdenken über den Beweis, dass das Pferd den Kopf vorn und den Schwanz hinten hat. Nur weil die Menschen immer normale Pferde sehen, deshalb halten sie so etwas für selbstverständlich. Beweise, die auf Tatsachen zu gründen sind, müssen auf diese Tatsachen begründet werden. Der geistige Forscher steht auf keinem anderen Boden wie der Naturforscher. Wenn jemand kommt und sagt: Es gibt Naturforscher, welche sagen, die Pflanze bestehe aus Zellen. Zellen habe ich noch nicht gesehen, nur Blätter und Blüten. Was ich nicht gesehen habe, das glaube ich nicht. — Dann wird der Naturforscher zu ihm sagen: Du musst dir ein Mikroskop anschaffen und lernen, naturwissenschaftlich zu arbeiten, dann wirst du die Zellen als Tatsachen sehen. Nur, wenn du entsprechende Vorkehrungen triffst, wirst du sie sehen.

[ 15 ] Jedem Menschen sind aber die Methoden zugänglich, durch die die unsichtbaren, übersinnlichen Glieder der Menschennatur gesehen werden können. Wenn er die Methoden, die der Eingeweihte durchzumachen hat, durchmacht, wenn er sich hellsichtig macht, dann macht er im geistigen Leben etwas Ähnliches durch wie der mit dem Mikroskop Arbeitende im physischen Leben. Die Analogie der Tatsachen ist eine vollständige, höchstens unbequemer ist die Sache im geistigen Leben. Unbequemer ist es im geistigen Leben, denn ein Mikroskop kann man sich fabrizieren lassen. Das, was aber das geistige Mikroskop ist, das muss jeder in seiner eigenen Seele ausbilden, er muss sich umwandeln, wenn er selbst sehen will. Aber es hat immer solche Eingeweihte gegeben, welche Botschaft zu bringen wussten aus diesen geistigen Welten.

[ 15 ] Jedem Menschen sind aber die Methoden zugänglich, durch die die unsichtbaren, übersinnlichen Glieder der Menschennatur gesehen werden können. Wenn er die Methoden, die der Eingeweihte durchzumachen hat, durchmacht, wenn er sich hellsichtig macht, dann macht er im geistigen Leben etwas Ähnliches durch wie der mit dem Mikroskop Arbeitende im physischen Leben. Die Analogie der Tatsachen ist eine vollständige, höchstens unbequemer ist die Sache im geistigen Leben. Unbequemer ist es im geistigen Leben, denn ein Mikroskop kann man sich fabrizieren lassen. Das, was aber das geistige Mikroskop ist, das muss jeder in seiner eigenen Seele ausbilden, er muss sich umwandeln, wenn er selbst sehen will. Aber es hat immer solche Eingeweihte gegeben, welche Botschaft zu bringen wussten aus diesen geistigen Welten.

[ 16 ] Und jetzt sei hingestellt vor unsere Seele das, was über den Kreislauf des Menschen durch die verschiedenen Welten hindurch uns diese Eingeweihten zu sagen haben. Ungefähr in solchem Sinne sei es hingestellt, wie wenn Ihnen jemand erzählt, er habe durch das Mikroskop dieses oder jenes gesehen. Da sagt Ihnen der Geistesforscher aus seiner Forschung heraus: Das, was du den Menschen nennst, ist keineswegs ein so einfaches Wesen, wie du dir vorstellst. Dieser Mensch besteht aus vielen, vielen Gliedern; er hat sichtbare, greifbare Glieder, aber daneben unsichtbare übersinnliche Glieder. Das erste Glied ist der physische Menschenleib. Diesen physischen Menschenleib hat er gemeinsam mit allen übrigen leblosen Wesen, mit den Kristallen, dem Gestein, mit den mineralischen Wesen. Darüber hinaus hat er ein unsichtbares Glied, das ein treuer Kämpfer ist im physischen Leib. Dieses zweite Glied, das nur ein Hellsichtiger sehen kann, ist der Äther- oder Lebensleib. Dieser durchzieht den Menschen. Wenn man ihn nicht hätte, wäre der menschliche Körper in jedem Augenblick das, was er mit dem Tode wird: ein Leichnam. Ein Kristall folgt seinen eigenen physischen und chemischen Gesetzen. Der menschliche Leib kann während seines Lebens nicht seinen eigenen chemischen und physischen Gesetzen folgen. Wenn er diesen folgen würde, dann zeigt sich das, was er als Leichnam ist, er löst sich auf. Der Ätherkörper ist aber ein treuer Kämpfer gegen den Zerfall. Der Mensch hat den Äther- oder Lebensleib gemeinsam mit allen Pflanzen.

[ 16 ] Und jetzt sei hingestellt vor unsere Seele das, was über den Kreislauf des Menschen durch die verschiedenen Welten hindurch uns diese Eingeweihten zu sagen haben. Ungefähr in solchem Sinne sei es hingestellt, wie wenn Ihnen jemand erzählt, er habe durch das Mikroskop dieses oder jenes gesehen. Da sagt Ihnen der Geistesforscher aus seiner Forschung heraus: Das, was du den Menschen nennst, ist keineswegs ein so einfaches Wesen, wie du dir vorstellst. Dieser Mensch besteht aus vielen, vielen Gliedern; er hat sichtbare, greifbare Glieder, aber daneben unsichtbare übersinnliche Glieder. Das erste Glied ist der physische Menschenleib. Diesen physischen Menschenleib hat er gemeinsam mit allen übrigen leblosen Wesen, mit den Kristallen, dem Gestein, mit den mineralischen Wesen. Darüber hinaus hat er ein unsichtbares Glied, das ein treuer Kämpfer ist im physischen Leib. Dieses zweite Glied, das nur ein Hellsichtiger sehen kann, ist der Äther- oder Lebensleib. Dieser durchzieht den Menschen. Wenn man ihn nicht hätte, wäre der menschliche Körper in jedem Augenblick das, was er mit dem Tode wird: ein Leichnam. Ein Kristall folgt seinen eigenen physischen und chemischen Gesetzen. Der menschliche Leib kann während seines Lebens nicht seinen eigenen chemischen und physischen Gesetzen folgen. Wenn er diesen folgen würde, dann zeigt sich das, was er als Leichnam ist, er löst sich auf. Der Ätherkörper ist aber ein treuer Kämpfer gegen den Zerfall. Der Mensch hat den Äther- oder Lebensleib gemeinsam mit allen Pflanzen.

[ 17 ] Das dritte Glied der menschlichen Wesenheit ist der Astralleib; er ist der Träger von Lust und Leid, Freude und Schmerz, von all den im Wachbewusstsein auf- und abwogenden Gefühlen und Leidenschaften et cetera. Dieser Astralleib ist für den Geistesforscher ebenso real und wirklich wie der physische Leib, ja sogar wirklicher. Wenn jemand einwendet: Du wirst dir doch nicht vorstellen, dass derartige Astralkörper in der Luft herumfliegen können, dann antwortet der Geistesforscher: Ich kann mir das sehr gut vorstellen; nicht nur vorstellen, sondern dem Geistesforscher zeigt sich der Astralleib als selbstständiges Wesensglied des Menschen.

[ 17 ] Das dritte Glied der menschlichen Wesenheit ist der Astralleib; er ist der Träger von Lust und Leid, Freude und Schmerz, von all den im Wachbewusstsein auf- und abwogenden Gefühlen und Leidenschaften et cetera. Dieser Astralleib ist für den Geistesforscher ebenso real und wirklich wie der physische Leib, ja sogar wirklicher. Wenn jemand einwendet: Du wirst dir doch nicht vorstellen, dass derartige Astralkörper in der Luft herumfliegen können, dann antwortet der Geistesforscher: Ich kann mir das sehr gut vorstellen; nicht nur vorstellen, sondern dem Geistesforscher zeigt sich der Astralleib als selbstständiges Wesensglied des Menschen.

[ 18 ] Heute wird man ein derartiges Bewusstsein für Phantasterei halten; aber die wahre Phantasterei liegt auf der anderen Seite. Ein gesunder Menschenverstand wird sich sagen: Hier sehe ich den Menschen, die Träne rollt ihm aus den Augen. Deshalb nehme ich an, dass er traurig ist. Die Trauer ist ein Erlebnis der Seele oder des Astralleibes. Dieses Erlebnis hat eine physische Wirkung, es presst Tränen aus den Augen. Da sehen wir, wie physische Wirkungen aus den seelischen Erlebnissen hervorgehen. Manche philosophischen Schulen sagen nun: Das ist ein Irrtum. Es verhielte sich so, dass, wenn der Mensch weint, eine geheime Wirkung geschieht, die durch materielle Dinge vermittelt wird, und diese geheime Wirkung presst Tränen aus den Augen und wenn das der Mensch merkt, dann wird er traurig. Also der Mensch weint nicht, weil er traurig ist, sondern er sei traurig, weil er weint.

[ 18 ] Heute wird man ein derartiges Bewusstsein für Phantasterei halten; aber die wahre Phantasterei liegt auf der anderen Seite. Ein gesunder Menschenverstand wird sich sagen: Hier sehe ich den Menschen, die Träne rollt ihm aus den Augen. Deshalb nehme ich an, dass er traurig ist. Die Trauer ist ein Erlebnis der Seele oder des Astralleibes. Dieses Erlebnis hat eine physische Wirkung, es presst Tränen aus den Augen. Da sehen wir, wie physische Wirkungen aus den seelischen Erlebnissen hervorgehen. Manche philosophischen Schulen sagen nun: Das ist ein Irrtum. Es verhielte sich so, dass, wenn der Mensch weint, eine geheime Wirkung geschieht, die durch materielle Dinge vermittelt wird, und diese geheime Wirkung presst Tränen aus den Augen und wenn das der Mensch merkt, dann wird er traurig. Also der Mensch weint nicht, weil er traurig ist, sondern er sei traurig, weil er weint.

[ 19 ] Den dritten Teil der Menschennatur, den Astralleib, hat der Mensch gemeinsam mit allen Tieren. Dann gibt es ein viertes Glied, das ist der Träger des Selbstbewusstseins, der Träger unseres Ich. Durch dieses Glied ragt der Mensch empor über alle diejenigen Wesen, die ihn in der Sinneswelt umgeben. Er ragt hinaus über seine Mitgeschöpfe, er ist der Größte der irdischen Schöpfung. Bei Tieren sprechen wir in der Geistesforschung vom physischen Leib, vom Ätherleib und vom Astralleib. Beim Menschen sprechen wir von vier Gliedern: vom physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und von dem Ichträger.

[ 19 ] Den dritten Teil der Menschennatur, den Astralleib, hat der Mensch gemeinsam mit allen Tieren. Dann gibt es ein viertes Glied, das ist der Träger des Selbstbewusstseins, der Träger unseres Ich. Durch dieses Glied ragt der Mensch empor über alle diejenigen Wesen, die ihn in der Sinneswelt umgeben. Er ragt hinaus über seine Mitgeschöpfe, er ist der Größte der irdischen Schöpfung. Bei Tieren sprechen wir in der Geistesforschung vom physischen Leib, vom Ätherleib und vom Astralleib. Beim Menschen sprechen wir von vier Gliedern: vom physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und von dem Ichträger.

[ 20 ] Was ist nun der Schlaf für die Geistesforschung? Wenn der Mensch einschläft, so bleibt im Bette liegen sein physischer Leib, sein Ätherleib, und für den Hellseher lösen sich heraus der Astralleib und der Ichträger. Im schlafenden Menschen haben wir Trennung der vier Glieder, und weil im heutigen normalen Bewusstsein Ich und Astralleib für sich keine Organe haben, sondern nur im hellseherischen Bewusstsein diese Organe haben, so ist Dunkel und Finsternis um den Menschen herum. Des Morgens taucht er unter in seinen physischen und Ätherleib. Das ganze Leben hindurch zwischen Geburt und Tod ist immer, höchstens Ausnahmezustände abgerechnet, der physische Leib fest mit dem Ätherleib verbunden. Der Astralleib geht in der Nacht heraus.

[ 20 ] Was ist nun der Schlaf für die Geistesforschung? Wenn der Mensch einschläft, so bleibt im Bette liegen sein physischer Leib, sein Ätherleib, und für den Hellseher lösen sich heraus der Astralleib und der Ichträger. Im schlafenden Menschen haben wir Trennung der vier Glieder, und weil im heutigen normalen Bewusstsein Ich und Astralleib für sich keine Organe haben, sondern nur im hellseherischen Bewusstsein diese Organe haben, so ist Dunkel und Finsternis um den Menschen herum. Des Morgens taucht er unter in seinen physischen und Ätherleib. Das ganze Leben hindurch zwischen Geburt und Tod ist immer, höchstens Ausnahmezustände abgerechnet, der physische Leib fest mit dem Ätherleib verbunden. Der Astralleib geht in der Nacht heraus.

[ 21 ] Nach dem Tode tritt nun noch etwas ganz Besonderes ein. Da bleibt der bloße physische Leib zurück und es geht heraus die Verbindung dieser drei unsichtbaren Glieder, Ätherleib, Astralleib und Ich. Und der physische Leib fängt von der Zeit an, ein bloßer physischer Leib zu sein, das heißt, er folgt seinen physischen und chemischen Gesetzen; er löst sich auf; er ist ein Glied der mineralischen Welt.

[ 21 ] Nach dem Tode tritt nun noch etwas ganz Besonderes ein. Da bleibt der bloße physische Leib zurück und es geht heraus die Verbindung dieser drei unsichtbaren Glieder, Ätherleib, Astralleib und Ich. Und der physische Leib fängt von der Zeit an, ein bloßer physischer Leib zu sein, das heißt, er folgt seinen physischen und chemischen Gesetzen; er löst sich auf; er ist ein Glied der mineralischen Welt.

[ 22 ] Dann aber, wenn die Geistesforschung das verfolgt, was sich da herausschält aus dem physischen Leibe, so zeigt sich, dass der Mensch nun eine Zeit lang verbunden bleibt mit seinem Ätherleib. Da tritt nach dem Tode eine Zeit lang das auf, was man nennen könnte den Rückblick auf das ganze vergangene Leben. Sie werden schon gehört haben, dass Leute, die dem Tode in abnormen Zuständen — zum Beispiel beim Ertrinken — nahe sind, dass sie ihr ganzes Leben überblicken wie ein Panorama. Da bekommt der Mensch einen Schock, weil der ganze Ätherleib vom physischen Leibe gelockert ist. Im Ätherleib ist das ganze Leben eingeschrieben, er ist Träger des Gedächtnisses, und nur durch den physischen Leib wird er verhindert, dieses zu zeigen. Aber er zeigt sogleich, wenn er für einen Augenblick vom physischen Körper befreit ist, dieses Gedächtnis für das verflossene Leben.

[ 22 ] Dann aber, wenn die Geistesforschung das verfolgt, was sich da herausschält aus dem physischen Leibe, so zeigt sich, dass der Mensch nun eine Zeit lang verbunden bleibt mit seinem Ätherleib. Da tritt nach dem Tode eine Zeit lang das auf, was man nennen könnte den Rückblick auf das ganze vergangene Leben. Sie werden schon gehört haben, dass Leute, die dem Tode in abnormen Zuständen — zum Beispiel beim Ertrinken — nahe sind, dass sie ihr ganzes Leben überblicken wie ein Panorama. Da bekommt der Mensch einen Schock, weil der ganze Ätherleib vom physischen Leibe gelockert ist. Im Ätherleib ist das ganze Leben eingeschrieben, er ist Träger des Gedächtnisses, und nur durch den physischen Leib wird er verhindert, dieses zu zeigen. Aber er zeigt sogleich, wenn er für einen Augenblick vom physischen Körper befreit ist, dieses Gedächtnis für das verflossene Leben.

[ 23 ] Dasselbe zeigt sich auch nach dem Tode. Der Mensch hat dann einen Rückblick auf das verflossene Leben. Dann kommt die zweite Leichnamsbildung. Nach einigen Tagen tritt das ein, dass der Ätherleib sich loslöst von dem eigentlichen inneren Wesenskern, wie sich früher der physische Leib losgelöst hat. Es bleibt zurück ein Extrakt dieses Ätherleibes, und der Ätherleib löst sich in der allgemeinen Äthermaterie ebenso auf wie der physische Leib in der physischen Materie. Der Mensch besteht jetzt, nachdem er sich auch von seinem Ätherleib befreit hat, aus dem Ich, dem Astralleib und einem Extrakt des Ätherleibes. Dieser Extrakt stellt die Frucht des letzten Lebens dar, das, was wir im letzten Leben erfahren haben. Sie können es sich ja sagen: Wenn Sie älter geworden sind, dann habe ich mehr erlebt als früher. Das ganze Leben setzt sich aus einem Geschickter-Werden zusammen; das geht nicht verloren, das ist eingeschrieben in ihren Ätherleib, das nehmen Sie als Frucht mit.

[ 23 ] Dasselbe zeigt sich auch nach dem Tode. Der Mensch hat dann einen Rückblick auf das verflossene Leben. Dann kommt die zweite Leichnamsbildung. Nach einigen Tagen tritt das ein, dass der Ätherleib sich loslöst von dem eigentlichen inneren Wesenskern, wie sich früher der physische Leib losgelöst hat. Es bleibt zurück ein Extrakt dieses Ätherleibes, und der Ätherleib löst sich in der allgemeinen Äthermaterie ebenso auf wie der physische Leib in der physischen Materie. Der Mensch besteht jetzt, nachdem er sich auch von seinem Ätherleib befreit hat, aus dem Ich, dem Astralleib und einem Extrakt des Ätherleibes. Dieser Extrakt stellt die Frucht des letzten Lebens dar, das, was wir im letzten Leben erfahren haben. Sie können es sich ja sagen: Wenn Sie älter geworden sind, dann habe ich mehr erlebt als früher. Das ganze Leben setzt sich aus einem Geschickter-Werden zusammen; das geht nicht verloren, das ist eingeschrieben in ihren Ätherleib, das nehmen Sie als Frucht mit.

[ 24 ] Nach dem Tode tritt nun noch etwas ganz Besonderes auf. Was ich jetzt sage, ist für die hellsichtige Forschung Tatsache, aber auch der gesunde Menschenverstand kann es begreifen. Wir haben gesehen: Der physische Leib ist abgefallen, den Ätherleib lassen wir vorläufig außer Betracht, aber was im Menschen gelebt hat, Lust und Leid, Freude und Schmerz, das hat nicht bloß als Wirkung im physischen Leibe bestanden, sondern das müssen wir als Realität betrachten, und dann können wir sagen: Was ist der Grund, wenn der physische Leib abfällt, dass dann die Begierden sogleich abfallen sollen? Kein Grund ist dafür vorhanden. Die Geistesforschung zeigt nun, dass der Astralleib nach dem Tode mit den Begierden vorhanden bleibt.

[ 24 ] Nach dem Tode tritt nun noch etwas ganz Besonderes auf. Was ich jetzt sage, ist für die hellsichtige Forschung Tatsache, aber auch der gesunde Menschenverstand kann es begreifen. Wir haben gesehen: Der physische Leib ist abgefallen, den Ätherleib lassen wir vorläufig außer Betracht, aber was im Menschen gelebt hat, Lust und Leid, Freude und Schmerz, das hat nicht bloß als Wirkung im physischen Leibe bestanden, sondern das müssen wir als Realität betrachten, und dann können wir sagen: Was ist der Grund, wenn der physische Leib abfällt, dass dann die Begierden sogleich abfallen sollen? Kein Grund ist dafür vorhanden. Die Geistesforschung zeigt nun, dass der Astralleib nach dem Tode mit den Begierden vorhanden bleibt.

[ 25 ] Ein Beispiel: Der Mensch war im Leben ein Feinschmecker, er hat Begierden gehabt nach diesen oder jenen leckeren Speisen. Diese Begierde hängt nicht etwa am physischen Leibe — Mineralien haben keine Begierden - sondern sie hängt am Astralleib. Nun ist der physische Leib tot, die Begierde ist geblieben, und jetzt ist der Mensch in einer besonderen Lage: Im Leben befriedigt er sie, indem er die betreffende Speise isst, dazu gehören aber Gaumen und Zunge, Apparate des physischen Leibes. Nach dem Tode hat er weiter die Begierde, aber es fehlen ihm die Organe, sie zu befriedigen. Der Mensch ist in derselben Lage wie jemand, der in der Einsamkeit Durst leidet und weit und breit kein Wasser oder Bier findet. So steht es auch nach dem Tode mit all dem, was im Astralleib des Menschen lebt und was nur durch Verbindung mit dem physischen Leibe befriedigt werden kann. Dann folgt nach dem Tode das, was die Geistesforschung Stück für Stück, Schritt für Schritt konstatieren kann, dass der Mensch in einem Zustand des Abgewöhnens von all dem, was nur durch Organe des physischen Leibes befriedigt werden kann, kommt. Dieser Zustand dauert so lange, bis der Mensch sich abgewöhnt hat alle die Impulse seines Lebens, zu denen man physische Organe braucht. Diese Zeit, die für verschiedene Menschen verschieden lange dauert, nennt man in der Geisteswissenschaft die Zeit des Durchgangs des Menschen durch die Seelenwelt oder Kamaloka; gemeint ist ein Zustand. Diesen Zustand hat also der Mensch nach dem Tode zu durchlaufen. Gewisse Religionen nennen ihn Fegefeuer, Prüfungszeit, Läuterung, Reinigung. Dann fallen vom Menschen ab wie Schuppen die Teile des Astralleibes, die nur das enthalten, was durch den physischen Leib befriedigt werden kann. Dann ist die Seele in der Lage, etwas zu machen aus dem, was sie als Extrakt mitgenommen hat, aus dem etwas zu machen, was sie als Frucht des Lebens mitgenommen hat.

[ 25 ] Ein Beispiel: Der Mensch war im Leben ein Feinschmecker, er hat Begierden gehabt nach diesen oder jenen leckeren Speisen. Diese Begierde hängt nicht etwa am physischen Leibe — Mineralien haben keine Begierden - sondern sie hängt am Astralleib. Nun ist der physische Leib tot, die Begierde ist geblieben, und jetzt ist der Mensch in einer besonderen Lage: Im Leben befriedigt er sie, indem er die betreffende Speise isst, dazu gehören aber Gaumen und Zunge, Apparate des physischen Leibes. Nach dem Tode hat er weiter die Begierde, aber es fehlen ihm die Organe, sie zu befriedigen. Der Mensch ist in derselben Lage wie jemand, der in der Einsamkeit Durst leidet und weit und breit kein Wasser oder Bier findet. So steht es auch nach dem Tode mit all dem, was im Astralleib des Menschen lebt und was nur durch Verbindung mit dem physischen Leibe befriedigt werden kann. Dann folgt nach dem Tode das, was die Geistesforschung Stück für Stück, Schritt für Schritt konstatieren kann, dass der Mensch in einem Zustand des Abgewöhnens von all dem, was nur durch Organe des physischen Leibes befriedigt werden kann, kommt. Dieser Zustand dauert so lange, bis der Mensch sich abgewöhnt hat alle die Impulse seines Lebens, zu denen man physische Organe braucht. Diese Zeit, die für verschiedene Menschen verschieden lange dauert, nennt man in der Geisteswissenschaft die Zeit des Durchgangs des Menschen durch die Seelenwelt oder Kamaloka; gemeint ist ein Zustand. Diesen Zustand hat also der Mensch nach dem Tode zu durchlaufen. Gewisse Religionen nennen ihn Fegefeuer, Prüfungszeit, Läuterung, Reinigung. Dann fallen vom Menschen ab wie Schuppen die Teile des Astralleibes, die nur das enthalten, was durch den physischen Leib befriedigt werden kann. Dann ist die Seele in der Lage, etwas zu machen aus dem, was sie als Extrakt mitgenommen hat, aus dem etwas zu machen, was sie als Frucht des Lebens mitgenommen hat.

[ 26 ] Und jetzt tritt die Zeit des eigentlichen geistigen Lebens ein, die Zeit, in der der Mensch in immer geistigeren Welten lebt, die zunächst damit beginnt, dass der Mensch seine Tätigkeit aus der physischen Welt wieder umkehrt. Was heißt das? Was der Mensch zunächst tut unter vielem anderen, das können wir uns klarmachen, verehrte Anwesende, wenn wir das Licht einmal mit dem gesunden Menschenverstande betrachten. Wahr ist es, dass, wenn der Mensch keine Augen hätte, er das Licht nicht sehen würde. Aber für die, welche immer nur behaupten, ohne Auge gäbe es keine Welt des Lichtes, muss doch auch die andere Seite, die Kehrseite geltend gemacht werden. Woher stammt das Auge? Goethe sagt den schönen Satz, der aus der tiefen Weltenkenntnis herausgesprochen wird: Das Auge ist am Lichte für das Licht gebildet; das heißt: gäbe es kein Licht, spendete die Sonne kein Licht, gäbe es auch kein Auge. Das Licht hat aus gleichgültigen Organen das Auge herausgebildet, herausgegliedert.

[ 26 ] Und jetzt tritt die Zeit des eigentlichen geistigen Lebens ein, die Zeit, in der der Mensch in immer geistigeren Welten lebt, die zunächst damit beginnt, dass der Mensch seine Tätigkeit aus der physischen Welt wieder umkehrt. Was heißt das? Was der Mensch zunächst tut unter vielem anderen, das können wir uns klarmachen, verehrte Anwesende, wenn wir das Licht einmal mit dem gesunden Menschenverstande betrachten. Wahr ist es, dass, wenn der Mensch keine Augen hätte, er das Licht nicht sehen würde. Aber für die, welche immer nur behaupten, ohne Auge gäbe es keine Welt des Lichtes, muss doch auch die andere Seite, die Kehrseite geltend gemacht werden. Woher stammt das Auge? Goethe sagt den schönen Satz, der aus der tiefen Weltenkenntnis herausgesprochen wird: Das Auge ist am Lichte für das Licht gebildet; das heißt: gäbe es kein Licht, spendete die Sonne kein Licht, gäbe es auch kein Auge. Das Licht hat aus gleichgültigen Organen das Auge herausgebildet, herausgegliedert.

[ 27 ] Das, was der Mensch als Organ an sich trägt, das ist nach und nach gebildet worden, nachdem es ganz unvollkommene Zustände durchlaufen hatte. Wodurch konnte denn ein Auge entstehen? Dadurch, dass Licht um den Menschen herum war. Wenn Sie gewisse Tiere betrachten, die draußen in der Welt leben, sie haben zunächst Augen. Wenn solche Tiere ihre Lebensweise verändern und in finstere Höhlen kommen, dann verkümmern ihre Augen, sie treten zurück, ihr Sehvermögen verlieren sie, weil kein Licht in ihrer Umgebung ist. Wie das fehlende Licht die Augen nimmt, so hat das Licht sie auch gegeben. Ebenso aber kann das, was uns entgegentritt als des Menschen Seele mit diesen oder jenen Fähigkeiten, nur aufgebaut werden durch die umliegende geistige Welt. In dieser Welt ist aber der Mensch nach Kamaloka, und in dieser geistigen Welt hat er die Frucht seines letzten Lebens. Aus dieser geistigen Welt beginnt er sich mit dem, was er gelernt hat im letzten Leben, was er erlebt hat, beginnt er sich seine geistigen Organe aufzubauen. Stück für Stück baut er sich jetzt mit den Erfahrungen, die er im letzten Leben gehabt hat, seinen geistigen Organismus auf. Wahr ist es, dass der Mensch diesen geistigen Organismus nach und nach aufbaut. Geradeso, wie er, wenn er in der physischen Welt ist, nach den Erfahrungen in der physischen Welt sein Schicksal aufbaut, so richtet er seine Taten in der geistigen Welt nach der umliegenden geistigen Erfahrung. Und er ist neben vielen anderen in der geistigen Welt damit beschäftigt, sich eine Art Urbild, geistiges Vorbild für seine geistigen Organe zu schaffen.

[ 27 ] Das, was der Mensch als Organ an sich trägt, das ist nach und nach gebildet worden, nachdem es ganz unvollkommene Zustände durchlaufen hatte. Wodurch konnte denn ein Auge entstehen? Dadurch, dass Licht um den Menschen herum war. Wenn Sie gewisse Tiere betrachten, die draußen in der Welt leben, sie haben zunächst Augen. Wenn solche Tiere ihre Lebensweise verändern und in finstere Höhlen kommen, dann verkümmern ihre Augen, sie treten zurück, ihr Sehvermögen verlieren sie, weil kein Licht in ihrer Umgebung ist. Wie das fehlende Licht die Augen nimmt, so hat das Licht sie auch gegeben. Ebenso aber kann das, was uns entgegentritt als des Menschen Seele mit diesen oder jenen Fähigkeiten, nur aufgebaut werden durch die umliegende geistige Welt. In dieser Welt ist aber der Mensch nach Kamaloka, und in dieser geistigen Welt hat er die Frucht seines letzten Lebens. Aus dieser geistigen Welt beginnt er sich mit dem, was er gelernt hat im letzten Leben, was er erlebt hat, beginnt er sich seine geistigen Organe aufzubauen. Stück für Stück baut er sich jetzt mit den Erfahrungen, die er im letzten Leben gehabt hat, seinen geistigen Organismus auf. Wahr ist es, dass der Mensch diesen geistigen Organismus nach und nach aufbaut. Geradeso, wie er, wenn er in der physischen Welt ist, nach den Erfahrungen in der physischen Welt sein Schicksal aufbaut, so richtet er seine Taten in der geistigen Welt nach der umliegenden geistigen Erfahrung. Und er ist neben vielen anderen in der geistigen Welt damit beschäftigt, sich eine Art Urbild, geistiges Vorbild für seine geistigen Organe zu schaffen.

[ 28 ] Wenn dieser geistige Organismus nun aus den Materialien der Geisteswelt heraus geschaffen ist, dann tritt beim Menschen die Sehnsucht auf, das, was er geistig aufgebaut hat, nun auch in der physischen Welt wieder zu verwirklichen, wieder hinunterzusteigen in die physische Welt. So werden diejenigen Leiber, die er vorher abgelegt hat, Stück für Stück wiederum um diesen geistigen Organismus herum nach den Bedingungen der physischen Welt aufgebaut. Denn das, was der Mensch aus der physischen Welt zu entnehmen hat, das ist für die physische Welt für ihn vorbereitet worden. Das, was im physischen und im Ätherleib ist, das muss ihm wiedergegeben werden aus einer Welt, der er es zurückgegeben hatte; das geben ihm die Eltern. Den physischen und den Ätherleib bringen ihm die Eltern herauf aus einer Welt, aus der er eben erst gewichen war, und mit ihm verbindet sich das, was als ein Urbild sich herausgebildet hat in der geistigen Welt. Und wir können sehen, wie dieses Urbild arbeitet an der Ausgestaltung des physischen Leibes.

[ 28 ] Wenn dieser geistige Organismus nun aus den Materialien der Geisteswelt heraus geschaffen ist, dann tritt beim Menschen die Sehnsucht auf, das, was er geistig aufgebaut hat, nun auch in der physischen Welt wieder zu verwirklichen, wieder hinunterzusteigen in die physische Welt. So werden diejenigen Leiber, die er vorher abgelegt hat, Stück für Stück wiederum um diesen geistigen Organismus herum nach den Bedingungen der physischen Welt aufgebaut. Denn das, was der Mensch aus der physischen Welt zu entnehmen hat, das ist für die physische Welt für ihn vorbereitet worden. Das, was im physischen und im Ätherleib ist, das muss ihm wiedergegeben werden aus einer Welt, der er es zurückgegeben hatte; das geben ihm die Eltern. Den physischen und den Ätherleib bringen ihm die Eltern herauf aus einer Welt, aus der er eben erst gewichen war, und mit ihm verbindet sich das, was als ein Urbild sich herausgebildet hat in der geistigen Welt. Und wir können sehen, wie dieses Urbild arbeitet an der Ausgestaltung des physischen Leibes.

[ 29 ] Die physische Wissenschaft ist nicht etwa ein Gegenbeweis dagegen. Wenn man einmal richtig die Tatsachen der Naturwissenschaft prüfen wird, dann wird die Naturwissenschaft die Tatsache des geistigen Lebens richtig finden. Sehen Sie das Kind an, nachdem es geboren ist. Das Kind hat gewisse Teile seines Gehirns ausgebildet, von denen man sagen kann, dass sie Sinneszentren sind, Nervenleitungen; die sind schon in der ersten Woche nach der Geburt ausgebildet. Dagegen, wenn man das Gehirn am Ende des ersten Monats untersucht, dann sehen Sie, dass fast zwei Drittel des Gehirns erst im Laufe der letzten vier Wochen nach der Geburt ausgebildet werden. Nach und nach durchziehen sich die inneren zwei Drittel der Hirnrinde mit Nervenmark, das einen Sinneseindruck zum anderen leitet. Das Kind sieht Farben und hört Töne, aber kann sie nicht verbinden. Die Nervenstränge, die die Eindrücke der Sinne vermitteln, werden nach und nach aufgebaut. Der, der durchaus sagen will: Na, diese Nervenstränge bauen sich von selbst auf, der mag bei seinem Aberglauben verbleiben; aber er soll auch behaupten, irgendein komplizierter Apparat hätte sich auch von selbst zusammengefügt.

[ 29 ] Die physische Wissenschaft ist nicht etwa ein Gegenbeweis dagegen. Wenn man einmal richtig die Tatsachen der Naturwissenschaft prüfen wird, dann wird die Naturwissenschaft die Tatsache des geistigen Lebens richtig finden. Sehen Sie das Kind an, nachdem es geboren ist. Das Kind hat gewisse Teile seines Gehirns ausgebildet, von denen man sagen kann, dass sie Sinneszentren sind, Nervenleitungen; die sind schon in der ersten Woche nach der Geburt ausgebildet. Dagegen, wenn man das Gehirn am Ende des ersten Monats untersucht, dann sehen Sie, dass fast zwei Drittel des Gehirns erst im Laufe der letzten vier Wochen nach der Geburt ausgebildet werden. Nach und nach durchziehen sich die inneren zwei Drittel der Hirnrinde mit Nervenmark, das einen Sinneseindruck zum anderen leitet. Das Kind sieht Farben und hört Töne, aber kann sie nicht verbinden. Die Nervenstränge, die die Eindrücke der Sinne vermitteln, werden nach und nach aufgebaut. Der, der durchaus sagen will: Na, diese Nervenstränge bauen sich von selbst auf, der mag bei seinem Aberglauben verbleiben; aber er soll auch behaupten, irgendein komplizierter Apparat hätte sich auch von selbst zusammengefügt.

[ 30 ] Wir nehmen das, was die Naturwissenschaft sagt, auf. Wir sehen den physischen Leib und seinen Mechanismus, aber wir führen den Vergleich auch durch: Kein Mechanismus kann aufgebaut werden ohne Intelligenz. Keine Maschine wird in der Welt von selbst hergestellt. Das, was ausgestaltet ist im menschlichen Gehirn, das macht sich nicht von selbst. Was arbeitet daran? Das Urbild, das für das hellseherische Bewusstsein aus jenem geistigen Organismus stammt, das arbeitet an diesem Gehirn. Und wenn dieses Gehirn immer weiter und weiter durchgearbeitet wird, dann werden hineinverwoben die Früchte des Lebens. Der Mensch hatte sich ja die Früchte des Lebens in die geistige Welt hineingenommen. Zu diesem Urbild formt er das Gehirn um. Je nachdem er dieses Leben benutzt hat, je nachdem formt dieses Urbild jetzt sein Gehirn um. Der in Dumpfheit gelebt hat, an dem arbeitet dieses Urbild so, dass er zum Beispiel, wenn er eine brennende schwingende Kirchenlampe sieht, gar nichts dabei denkt. Bei dem aber, der das Leben in anderer Weise benutzt hat, da arbeitet es so, dass er daran die einflussreichen Pendelgesetze entdeckt und sie der Menschheit schenkt, wie Galilei, der an der Kirchenlampe im Dom zu Pisa zuerst die Gesetze der Pendelschwingungen gesehen hat. Wahrhaftig, bei ihm hat eben das Urbild anders gearbeitet als an den Tausenden und Abertausenden, die auch diese Lampe gesehen haben und denen nichts aufgefallen ist. Hier hat man handgreiflich, wie das Geistige am Physischen arbeitet.

[ 30 ] Wir nehmen das, was die Naturwissenschaft sagt, auf. Wir sehen den physischen Leib und seinen Mechanismus, aber wir führen den Vergleich auch durch: Kein Mechanismus kann aufgebaut werden ohne Intelligenz. Keine Maschine wird in der Welt von selbst hergestellt. Das, was ausgestaltet ist im menschlichen Gehirn, das macht sich nicht von selbst. Was arbeitet daran? Das Urbild, das für das hellseherische Bewusstsein aus jenem geistigen Organismus stammt, das arbeitet an diesem Gehirn. Und wenn dieses Gehirn immer weiter und weiter durchgearbeitet wird, dann werden hineinverwoben die Früchte des Lebens. Der Mensch hatte sich ja die Früchte des Lebens in die geistige Welt hineingenommen. Zu diesem Urbild formt er das Gehirn um. Je nachdem er dieses Leben benutzt hat, je nachdem formt dieses Urbild jetzt sein Gehirn um. Der in Dumpfheit gelebt hat, an dem arbeitet dieses Urbild so, dass er zum Beispiel, wenn er eine brennende schwingende Kirchenlampe sieht, gar nichts dabei denkt. Bei dem aber, der das Leben in anderer Weise benutzt hat, da arbeitet es so, dass er daran die einflussreichen Pendelgesetze entdeckt und sie der Menschheit schenkt, wie Galilei, der an der Kirchenlampe im Dom zu Pisa zuerst die Gesetze der Pendelschwingungen gesehen hat. Wahrhaftig, bei ihm hat eben das Urbild anders gearbeitet als an den Tausenden und Abertausenden, die auch diese Lampe gesehen haben und denen nichts aufgefallen ist. Hier hat man handgreiflich, wie das Geistige am Physischen arbeitet.

[ 31 ] Wer das nicht zugibt, von dem kann man sagen: Ihm ist nicht zu helfen, er gibt offenbare Tatsachen nicht zu. Er kann auch nicht verlangen: Beweise deine Sache, sondern es handelt sich darum, dass der andere Bedingungen herstellt, um Beweise herzustellen. Der, der tiefer hineinsieht, wird merken, dass es für die besten Beweise der Anerkennung bedarf.

[ 31 ] Wer das nicht zugibt, von dem kann man sagen: Ihm ist nicht zu helfen, er gibt offenbare Tatsachen nicht zu. Er kann auch nicht verlangen: Beweise deine Sache, sondern es handelt sich darum, dass der andere Bedingungen herstellt, um Beweise herzustellen. Der, der tiefer hineinsieht, wird merken, dass es für die besten Beweise der Anerkennung bedarf.

[ 32 ] So sehen wir, wie der Mensch, indem er durch das Tor des Todes tritt, in andere Welten eintritt: zuerst in eine Vorbereitungswelt, dann in die Welt des geistigen Schaffens, wo er vorbereitet ein neues Leben. Dann tritt er durch Empfängnis und Geburt in ein neues Leben ein. Nach der Geburt arbeitet der Mensch noch an seinem Gehirn. Sagen Sie entweder: Das macht sich alles von selbst —, oder es gibt keine andere Möglichkeit, als dass der Mensch mit solchem geistigen Leben angenommen wird.

[ 32 ] So sehen wir, wie der Mensch, indem er durch das Tor des Todes tritt, in andere Welten eintritt: zuerst in eine Vorbereitungswelt, dann in die Welt des geistigen Schaffens, wo er vorbereitet ein neues Leben. Dann tritt er durch Empfängnis und Geburt in ein neues Leben ein. Nach der Geburt arbeitet der Mensch noch an seinem Gehirn. Sagen Sie entweder: Das macht sich alles von selbst —, oder es gibt keine andere Möglichkeit, als dass der Mensch mit solchem geistigen Leben angenommen wird.

[ 33 ] Nun könnte man sagen: Gewiss, ich will zugeben eine Seele, die vor der Empfängnis da ist; aber davon, dass die Seele ihre Arbeitskraft und Gestalt einem früheren Leben verdankt, davon will ich nichts wissen, sie steigt vielmehr jedes Mal neu aus der geistigen Welt herunter. — Unter den heutigen Verhältnissen würde eine solche Seele, die neu heruntersteigt, schlecht in die jetzige Welt hineinpassen. Das eben ist eine weitere notwendige Annahme des gesunden Menschenverstandes, dass man den Blick wendet auf das Zusammenstimmen und Zusammenpassen zwischen dem, was heruntersteigt, und dem, was entgegengebracht wird in der Vererbungslinie. Nur eine solche Seele kann sich mit den Verhältnissen in der physischen Welt in Harmonie setzen, die sich in einem früheren Leben die Vorbedingungen dazu zu einem Leben in den jetzigen Verhältnissen angeeignet hat.

[ 33 ] Nun könnte man sagen: Gewiss, ich will zugeben eine Seele, die vor der Empfängnis da ist; aber davon, dass die Seele ihre Arbeitskraft und Gestalt einem früheren Leben verdankt, davon will ich nichts wissen, sie steigt vielmehr jedes Mal neu aus der geistigen Welt herunter. — Unter den heutigen Verhältnissen würde eine solche Seele, die neu heruntersteigt, schlecht in die jetzige Welt hineinpassen. Das eben ist eine weitere notwendige Annahme des gesunden Menschenverstandes, dass man den Blick wendet auf das Zusammenstimmen und Zusammenpassen zwischen dem, was heruntersteigt, und dem, was entgegengebracht wird in der Vererbungslinie. Nur eine solche Seele kann sich mit den Verhältnissen in der physischen Welt in Harmonie setzen, die sich in einem früheren Leben die Vorbedingungen dazu zu einem Leben in den jetzigen Verhältnissen angeeignet hat.

[ 34 ] Damit weisen wir zurück von einem heutigen Leben zu einem früheren Leben. Wenn die Seele [wieder] heruntersteigt und sich in dem Leib weiterbildet in diesem Leben, dann geht es geradeso wie in dem vorhergehenden, nur dass der Mensch hineinverwoben hat die Früchte des früheren Daseins. Damit bereichert lebt der Mensch wiederum zwischen Geburt und Tod, und so geht es weiter.

[ 34 ] Damit weisen wir zurück von einem heutigen Leben zu einem früheren Leben. Wenn die Seele [wieder] heruntersteigt und sich in dem Leib weiterbildet in diesem Leben, dann geht es geradeso wie in dem vorhergehenden, nur dass der Mensch hineinverwoben hat die Früchte des früheren Daseins. Damit bereichert lebt der Mensch wiederum zwischen Geburt und Tod, und so geht es weiter.

[ 35 ] So durchlebte der Mensch den Kreislauf von der sinnlichen Welt durch die Welt des bloßen Seelischen, die Welt der Reinigung, zur geistigen Welt, und dann wiederum steigt er hinein in die sinnliche Welt, und so weiter. Diesen Kreislauf macht er immer wieder und wieder durch, und darin liegt, verehrte Anwesende, die Gewähr einer immer höher gehenden Entwicklung des Menschen. Diese Lehre, die uns so die Ursachen unseres jetzigen Lebens in den früheren Leben zeigt, ist keine trostlose. Man kann nur sagen: Wenn du dir dieses Leben in einer ungenügenden Weise aufbaust, dann liegt die Ursache in einem früheren Leben. Aber man kann auch auf die Zukunft verweisen und sagen: Verwende dein Leben gut und du wirst die Früchte von diesem Leben in das Folgende hinübertragen; dann folgt Zuversicht und Tatkraft einer solchen Erkenntnis.

[ 35 ] So durchlebte der Mensch den Kreislauf von der sinnlichen Welt durch die Welt des bloßen Seelischen, die Welt der Reinigung, zur geistigen Welt, und dann wiederum steigt er hinein in die sinnliche Welt, und so weiter. Diesen Kreislauf macht er immer wieder und wieder durch, und darin liegt, verehrte Anwesende, die Gewähr einer immer höher gehenden Entwicklung des Menschen. Diese Lehre, die uns so die Ursachen unseres jetzigen Lebens in den früheren Leben zeigt, ist keine trostlose. Man kann nur sagen: Wenn du dir dieses Leben in einer ungenügenden Weise aufbaust, dann liegt die Ursache in einem früheren Leben. Aber man kann auch auf die Zukunft verweisen und sagen: Verwende dein Leben gut und du wirst die Früchte von diesem Leben in das Folgende hinübertragen; dann folgt Zuversicht und Tatkraft einer solchen Erkenntnis.

[ 36 ] Für den, verehrte Anwesende, der in seinem gesunden Menschenverstand an diesen Satz herangeht, für den können natürlich äußerlich die Tatsachen des hellseherischen Bewusstseins nicht bewiesen werden, aber er kann sie verstehen. Er kann sich sagen: Wenn ich die Tatsachen voraussetze, dann wird mir das Leben verständlich. Tatsachen kann man nicht beweisen; ich möchte jemand beweisen sehen, dass es einen Walfisch gibt, wenn niemand ihn gesehen hätte. Durch Erschaffung der entsprechenden Organe kann man aber dazu kommen, die Tatsachen des geistigen Lebens zu sehen, zu schauen. Bewiesen werden können nur Zusammenhänge, niemals Tatsachen.

[ 36 ] Für den, verehrte Anwesende, der in seinem gesunden Menschenverstand an diesen Satz herangeht, für den können natürlich äußerlich die Tatsachen des hellseherischen Bewusstseins nicht bewiesen werden, aber er kann sie verstehen. Er kann sich sagen: Wenn ich die Tatsachen voraussetze, dann wird mir das Leben verständlich. Tatsachen kann man nicht beweisen; ich möchte jemand beweisen sehen, dass es einen Walfisch gibt, wenn niemand ihn gesehen hätte. Durch Erschaffung der entsprechenden Organe kann man aber dazu kommen, die Tatsachen des geistigen Lebens zu sehen, zu schauen. Bewiesen werden können nur Zusammenhänge, niemals Tatsachen.

[ 37 ] Nun, verehrte Anwesende, der gesunde Menschenverstand mag manches einwenden wollen und sagen: Wenn du mir sagst, dass der Mensch aus geistigen Höhen heruntersteigt und sich verbindet mit dem physischen, das glaube ich nicht, denn ich sehe das nicht.

[ 37 ] Nun, verehrte Anwesende, der gesunde Menschenverstand mag manches einwenden wollen und sagen: Wenn du mir sagst, dass der Mensch aus geistigen Höhen heruntersteigt und sich verbindet mit dem physischen, das glaube ich nicht, denn ich sehe das nicht.

[ 38 ] Heute führt man bestimmte Fähigkeiten, alles auf Vererbung zurück. Im Radikalfall des Genies, da versuchen die Leute heute ein Genie hinzustellen und zu sagen: Jetzt gehen wir hausieren und sehen zu, ob wir beim Vater oder bei der Mutter oder bis zu tantenhaften Vorfahren hinauf die Eigenschaften finden, die das Genie hat, und so soll das Genie dann als letzter Spross in der Vererbungslinie dastehen. Dass das Genie immer am Ende in der Vererbungslinie dasteht, wird als Beweis dafür angeführt, dass das Genie durch Vererbung entsteht. Für den, der durchaus materialistisch denken will, klingt das leidlich; es ist aber gar keine Logik dahinter. Denn wirklich bewiesen wäre die Lehre, wenn man in dem Vorfahren das Genie hätte und dieses auf die Nachkommenschaft seine Eigenschaften vererbt hätte. Das ist aber nicht der Fall. Der, der genauer das menschliche Leben wirklich betrachtet, wird zwar wissen, dass sich gewisse Eigenschaften vererben, wir wissen, dass in der Familie der Bach sich 29 mehr oder weniger große Musiker befinden. Das ist nichts Wunderbares. Damit man ein tüchtiger Musiker werden kann, braucht man nicht nur geistig-seelische Eigenschaften, sondern wenn die Seele heruntersteigt und trifft kein Elternpaar, das ihr ein dazu ausgestaltetes Ohr geben kann, dann kann sie auch kein Musiker werden. Also geradeso, wie die seelischen Eigenschaften herrühren aus früheren Leben, so hängt die innere Physiognomie des Ohres ab von den Vorfahren. Aber wenn der Mensch ein genauerer Beobachter des Lebens wird, wenn er als denkender Erzieher diese menschliche Seele sich herausgestalten sieht mannigfaltig in ihren Individualitäten, dann sieht er, wie sich keineswegs aus dem physischen Menschen die geistigen Fähigkeiten ausgestalten, sondern er bekommt die Empfindung, wie sich etwas hereinarbeitet, was vorher in der geistigen Welt gelebt hat. Man merkt hierauf, dass der Mensch oft in dieser Welt vorhanden war, dass er sich angepasst hat in seinen verschiedenen Daseinsstufen an diese Welt.

[ 38 ] Heute führt man bestimmte Fähigkeiten, alles auf Vererbung zurück. Im Radikalfall des Genies, da versuchen die Leute heute ein Genie hinzustellen und zu sagen: Jetzt gehen wir hausieren und sehen zu, ob wir beim Vater oder bei der Mutter oder bis zu tantenhaften Vorfahren hinauf die Eigenschaften finden, die das Genie hat, und so soll das Genie dann als letzter Spross in der Vererbungslinie dastehen. Dass das Genie immer am Ende in der Vererbungslinie dasteht, wird als Beweis dafür angeführt, dass das Genie durch Vererbung entsteht. Für den, der durchaus materialistisch denken will, klingt das leidlich; es ist aber gar keine Logik dahinter. Denn wirklich bewiesen wäre die Lehre, wenn man in dem Vorfahren das Genie hätte und dieses auf die Nachkommenschaft seine Eigenschaften vererbt hätte. Das ist aber nicht der Fall. Der, der genauer das menschliche Leben wirklich betrachtet, wird zwar wissen, dass sich gewisse Eigenschaften vererben, wir wissen, dass in der Familie der Bach sich 29 mehr oder weniger große Musiker befinden. Das ist nichts Wunderbares. Damit man ein tüchtiger Musiker werden kann, braucht man nicht nur geistig-seelische Eigenschaften, sondern wenn die Seele heruntersteigt und trifft kein Elternpaar, das ihr ein dazu ausgestaltetes Ohr geben kann, dann kann sie auch kein Musiker werden. Also geradeso, wie die seelischen Eigenschaften herrühren aus früheren Leben, so hängt die innere Physiognomie des Ohres ab von den Vorfahren. Aber wenn der Mensch ein genauerer Beobachter des Lebens wird, wenn er als denkender Erzieher diese menschliche Seele sich herausgestalten sieht mannigfaltig in ihren Individualitäten, dann sieht er, wie sich keineswegs aus dem physischen Menschen die geistigen Fähigkeiten ausgestalten, sondern er bekommt die Empfindung, wie sich etwas hereinarbeitet, was vorher in der geistigen Welt gelebt hat. Man merkt hierauf, dass der Mensch oft in dieser Welt vorhanden war, dass er sich angepasst hat in seinen verschiedenen Daseinsstufen an diese Welt.

[ 39 ] Heute weiß man, dass ein Regenwurm nur aus einem Regenwurmkeim entstehen kann, dass er nicht wachsen kann aus Flussschlamm, was vor 300 Jahren alle naturwissenschaftlichen Gelehrten glaubten. Heute denken die Menschen, dass die wunderbare menschliche Seele entstehen könne, ohne dass sie sich überleitet aus Geistig-Seelischem. Lebendiges kann nur aus Lebendigem entstehen und Geistig-Seelisches nur aus Geistig-Seelischem. Führe man das Geistig-Seelische, das hereinarbeitet aus dunklem Hintergrunde, zurück auf früheres Geistig-Seelisches und sei man sich klar, dass die Folge des Geistig-Seelischen wiederum im Geistig-Seelischen liegt, dass es über unser gegenwärtiges Leben hinausgeht, und dass diese verschiedenen Leben nichts zu tun haben mit dem, was man Vererbungslinie nennt.

[ 39 ] Heute weiß man, dass ein Regenwurm nur aus einem Regenwurmkeim entstehen kann, dass er nicht wachsen kann aus Flussschlamm, was vor 300 Jahren alle naturwissenschaftlichen Gelehrten glaubten. Heute denken die Menschen, dass die wunderbare menschliche Seele entstehen könne, ohne dass sie sich überleitet aus Geistig-Seelischem. Lebendiges kann nur aus Lebendigem entstehen und Geistig-Seelisches nur aus Geistig-Seelischem. Führe man das Geistig-Seelische, das hereinarbeitet aus dunklem Hintergrunde, zurück auf früheres Geistig-Seelisches und sei man sich klar, dass die Folge des Geistig-Seelischen wiederum im Geistig-Seelischen liegt, dass es über unser gegenwärtiges Leben hinausgeht, und dass diese verschiedenen Leben nichts zu tun haben mit dem, was man Vererbungslinie nennt.

[ 40 ] Mut und Kraft wird eine solche Weltanschauung geben. Je materialistischer die Menschen geworden sind, desto größere Angstmeier sind sie geworden. Was ist denn heute mehr verbreitet als die Furcht vor der erblichen Belastung? Umgewandelt hat sich die Anschauung, und das Ergebnis dieser Anschauung, die aus materialistischen Vorstellungen heraus gegeben ist, ist Menschenfurcht, und diese wirkt ungeheuer lähmend auf das Leben. Wenn die Menschen freilich ihre Seele ungenützt leben lassen und sich nicht erfüllen wollen mit geistigen Inhalten, dann ist allerdings für sie das, was sie vererben, etwas Fatales. Denn sie sind schwach in ihrer Seele.

[ 40 ] Mut und Kraft wird eine solche Weltanschauung geben. Je materialistischer die Menschen geworden sind, desto größere Angstmeier sind sie geworden. Was ist denn heute mehr verbreitet als die Furcht vor der erblichen Belastung? Umgewandelt hat sich die Anschauung, und das Ergebnis dieser Anschauung, die aus materialistischen Vorstellungen heraus gegeben ist, ist Menschenfurcht, und diese wirkt ungeheuer lähmend auf das Leben. Wenn die Menschen freilich ihre Seele ungenützt leben lassen und sich nicht erfüllen wollen mit geistigen Inhalten, dann ist allerdings für sie das, was sie vererben, etwas Fatales. Denn sie sind schwach in ihrer Seele.

[ 41 ] So, wie der Körper, so will auch die Seele genährt werden. Sie will genährt werden mit Wahrheiten und Erkenntnissen. Führt sich der Mensch zu Erkenntnissen der Seele heran, dann wird er stark und wird Gebieter und Sieger über die Gesetze der Vererbung. Das glauben heute die Materialisten natürlich nicht. Wenn die Seele verödet, dann bleibt das Leben ungenützt, dann tritt stark ins Gewicht das, was man Vererbung nennt. Der Mensch hat es also in der Hand, seine Seele kräftig und stark zu machen. Eine Weltanschauung ist nicht ohne praktische Folgen. Der, der keine Ahnung hat, dass die Seele wirklich da ist, der lässt seine Seele veröden. Die materialistische Weltanschauung bringt mit sich eine Verödung des Empfindens und Gefühlslebens der Seele. Und wahr ist es, dass eine solche Seele mehr zu fürchten hat als eine Seele, die sich mit geistigem Gehalte stark macht. Hier sehen wir, wie die geistige Weltanschauung Aufklärung und Sicherheit gibt fürs Leben. Jederzeit greifen sozusagen die beiden Dingen ineinander ein: Die Tatsachen, die sich dem hellseherischen Bewusstsein ergeben über das Schicksal der Seele, und der gesunde Menschenverstand, der sich sagen kann: Ich kann das Leben verstehen. Und so arbeitet sich die Seele durch die einzelnen Leben hindurch zu immer größerer Vollkommenheit. Es gibt für die menschliche Seele außer dem sinnlichen Leben ein seelisches und noch ein geistiges. Diese Leben durchläuft die Seele, um dann wieder ein neues durchzumachen.

[ 41 ] So, wie der Körper, so will auch die Seele genährt werden. Sie will genährt werden mit Wahrheiten und Erkenntnissen. Führt sich der Mensch zu Erkenntnissen der Seele heran, dann wird er stark und wird Gebieter und Sieger über die Gesetze der Vererbung. Das glauben heute die Materialisten natürlich nicht. Wenn die Seele verödet, dann bleibt das Leben ungenützt, dann tritt stark ins Gewicht das, was man Vererbung nennt. Der Mensch hat es also in der Hand, seine Seele kräftig und stark zu machen. Eine Weltanschauung ist nicht ohne praktische Folgen. Der, der keine Ahnung hat, dass die Seele wirklich da ist, der lässt seine Seele veröden. Die materialistische Weltanschauung bringt mit sich eine Verödung des Empfindens und Gefühlslebens der Seele. Und wahr ist es, dass eine solche Seele mehr zu fürchten hat als eine Seele, die sich mit geistigem Gehalte stark macht. Hier sehen wir, wie die geistige Weltanschauung Aufklärung und Sicherheit gibt fürs Leben. Jederzeit greifen sozusagen die beiden Dingen ineinander ein: Die Tatsachen, die sich dem hellseherischen Bewusstsein ergeben über das Schicksal der Seele, und der gesunde Menschenverstand, der sich sagen kann: Ich kann das Leben verstehen. Und so arbeitet sich die Seele durch die einzelnen Leben hindurch zu immer größerer Vollkommenheit. Es gibt für die menschliche Seele außer dem sinnlichen Leben ein seelisches und noch ein geistiges. Diese Leben durchläuft die Seele, um dann wieder ein neues durchzumachen.

[ 42 ] Wenn auch zuweilen das Leben in der Sinnenwelt sich so darstellt, als ob die Menschheit sozusagen im Niedergang begriffen ist — im Allgemeinen ist das ganze Erdenleben mit den dazwischenliegenden Leben der geistigen Welten ein Aufstieg, und diese Weltanschauung eröffnet eine wunderbare Perspektive für das Erdenziel. Dieses Ziel ist immer mehr und mehr: Vergeistigung des physischen und seelischen Lebens. In der Tat, «Vergeistigung» können wir sagen, denn der Mensch wird immer mehr und mehr die Grundlagen des physischen Lebens erkennen. Immer mehr wird er aus der geistigen Welt heraus arbeiten. Erlösung aus der sinnlichen Welt wird zuletzt seine eigene Tat sein.

[ 42 ] Wenn auch zuweilen das Leben in der Sinnenwelt sich so darstellt, als ob die Menschheit sozusagen im Niedergang begriffen ist — im Allgemeinen ist das ganze Erdenleben mit den dazwischenliegenden Leben der geistigen Welten ein Aufstieg, und diese Weltanschauung eröffnet eine wunderbare Perspektive für das Erdenziel. Dieses Ziel ist immer mehr und mehr: Vergeistigung des physischen und seelischen Lebens. In der Tat, «Vergeistigung» können wir sagen, denn der Mensch wird immer mehr und mehr die Grundlagen des physischen Lebens erkennen. Immer mehr wird er aus der geistigen Welt heraus arbeiten. Erlösung aus der sinnlichen Welt wird zuletzt seine eigene Tat sein.

[ 43 ] So schreitet der Mensch zu seiner Vollkommenheit auf eine uns völlig begreifliche Weise. Wer das Gesetz von Ursache und Wirkung, das in der physischen Welt als wissenschaftliche Tatsache gilt, ausdehnt auf die geistige Welt, der sagt sich: Mögen dich die Menschen einen Träumer und Phantasten nennen — es wird die Zeit kommen, wo der Satz: Geistig-Seelisches kann nur aus Geistig-Seelischem kommen, Anerkenntnis finden wird, wo die Erkenntnis kommen wird von dem Durchgang des Menschen durch alle Welten, durch viele Leben, und von der Vervollkommnung des Menschen. Wenn man so den menschlichen Werdegang begreift, dann hat man bestimmte Begriffe nicht nur für die physische, sinnliche Welt, sondern auch für die seelische und geistige Welt. Das sind keine phantastischen Vorstellungen, sondern Begriffe, mit denen man etwas verbindet, wie der Mensch mit gewöhnlichen sinnlichen Dingen diese oder jene Begriffe verbindet.

[ 43 ] So schreitet der Mensch zu seiner Vollkommenheit auf eine uns völlig begreifliche Weise. Wer das Gesetz von Ursache und Wirkung, das in der physischen Welt als wissenschaftliche Tatsache gilt, ausdehnt auf die geistige Welt, der sagt sich: Mögen dich die Menschen einen Träumer und Phantasten nennen — es wird die Zeit kommen, wo der Satz: Geistig-Seelisches kann nur aus Geistig-Seelischem kommen, Anerkenntnis finden wird, wo die Erkenntnis kommen wird von dem Durchgang des Menschen durch alle Welten, durch viele Leben, und von der Vervollkommnung des Menschen. Wenn man so den menschlichen Werdegang begreift, dann hat man bestimmte Begriffe nicht nur für die physische, sinnliche Welt, sondern auch für die seelische und geistige Welt. Das sind keine phantastischen Vorstellungen, sondern Begriffe, mit denen man etwas verbindet, wie der Mensch mit gewöhnlichen sinnlichen Dingen diese oder jene Begriffe verbindet.

[ 44 ] Und so können wir heute sagen: Ja gewiss, anerkannt sind noch wenig die Dinge, die für den Eingeweihten Tatsachen sind, wie der Kreislauf des Lebens durch die verschiedenen Welten hindurch; aber er wird anerkannt werden, und er wird Tatsache des inneren Seelenlebens für die Menschen werden. Die Menschheit geht von Fortschritt zu Fortschritt, sie wird auch diesen Fortschritt über sich ergehen lassen müssen. Und diejenigen namentlich, die heute noch nicht diese Tatsachen anerkennen wollen, werden diesen Fortschritt, der die Rätsel des Lebens löst, aus dem Geheimnis des Todes heraus anerkennen müssen.

[ 44 ] Und so können wir heute sagen: Ja gewiss, anerkannt sind noch wenig die Dinge, die für den Eingeweihten Tatsachen sind, wie der Kreislauf des Lebens durch die verschiedenen Welten hindurch; aber er wird anerkannt werden, und er wird Tatsache des inneren Seelenlebens für die Menschen werden. Die Menschheit geht von Fortschritt zu Fortschritt, sie wird auch diesen Fortschritt über sich ergehen lassen müssen. Und diejenigen namentlich, die heute noch nicht diese Tatsachen anerkennen wollen, werden diesen Fortschritt, der die Rätsel des Lebens löst, aus dem Geheimnis des Todes heraus anerkennen müssen.

[ 45 ] Dann wird man verstehen, dass man zunächst ebenso glauben kann, dass das eine Wirklichkeit ist, was die Eingeweihten sagen, wie man glaubt, wenn ein Mikroskoper sagt, dass die Pflanze aus Zellen besteht. Wenn man nur die Analogie richtig ausdenken will, dann wird man den Mut schöpfen, dass der Mensch selbst dazu kommen muss, seine geistigen Fähigkeiten, seine geistigen Augen und Ohren, wie Goethe sagt, zu entwickeln, und erkennen zu lernen, was uns in der Zukunft ein wirklich neues religiöses Bewusstsein geben kann, ein religiöses Bewusstsein, das schon in dem liegt, was wir als Wahrheit des Christentums kennen, welches uns zeigt, dass das Leben in der Sinnenwelt auch Wert hat für das ewige, für das himmlische und geistige Leben. Mit dem Christentum ist in die Menschen eingezogen dasjenige religiöse Bewusstsein, welches nicht bloß in der Geisteswelt Erlösung sieht, sondern auch im Hinübernehmen der Früchte des physischen Lebens, dessen, was man hier erlernt hat.

[ 45 ] Dann wird man verstehen, dass man zunächst ebenso glauben kann, dass das eine Wirklichkeit ist, was die Eingeweihten sagen, wie man glaubt, wenn ein Mikroskoper sagt, dass die Pflanze aus Zellen besteht. Wenn man nur die Analogie richtig ausdenken will, dann wird man den Mut schöpfen, dass der Mensch selbst dazu kommen muss, seine geistigen Fähigkeiten, seine geistigen Augen und Ohren, wie Goethe sagt, zu entwickeln, und erkennen zu lernen, was uns in der Zukunft ein wirklich neues religiöses Bewusstsein geben kann, ein religiöses Bewusstsein, das schon in dem liegt, was wir als Wahrheit des Christentums kennen, welches uns zeigt, dass das Leben in der Sinnenwelt auch Wert hat für das ewige, für das himmlische und geistige Leben. Mit dem Christentum ist in die Menschen eingezogen dasjenige religiöse Bewusstsein, welches nicht bloß in der Geisteswelt Erlösung sieht, sondern auch im Hinübernehmen der Früchte des physischen Lebens, dessen, was man hier erlernt hat.

[ 46 ] Zum Schluss lassen Sie uns zwei Bilder vor unsere Seele stellen. Der Fortschritt in unserem religiösen Leben geht von Buddha durch Christus. Für die großartige Gestalt des Buddha hat der nur Ausdrücke der Bewunderung, der die Tiefe der Buddha-Seele zu verstehen vermag. Wie unendlich tief ist es, was Buddha als große Wahrheiten des Lebens ausspricht. Es wirkt legendenhaft, wie Buddha, heraustretend aus Reichtum und aus des Königs Umgebung, draußen einen Leichnam findet, einen Armen, im Elend verkommenen Kranken. Er schaut tief in die Untergründe des Lebens hinein und spricht seine großen Wahrheiten: Leben ist Leiden, Tod ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Alter ist Leiden; mit dem, was man liebt, getrennt sein, ist Leiden; mit dem, was man nicht liebt, verbunden sein, ist Leiden. Begehren, was man nicht erhalten kann, ist Leiden. - Die Lehre Buddhas ist die, dass der Durst nach dem Dasein, nach der Wiederverkörperung und nach dem neuen Leben gelöscht werden muss und die Menschheit erlöst werden muss zu einem das Sinnliche verwehenden Dasein, das, was man Nirwana nennt. Vierfaches Leiden verkündet Buddha. Befreiung vom Leiden dieser Welt, das heißt, hinaufsteigen zur Lehre Buddhas. Und dann trat Christus in die Welt, das war ein merkwürdiger Fortschritt. Die, die das Wesen des Christentums verstehen, die zum Beispiel es verstanden im ersten Jahrhundert, die hatten bei dem Namen Christus ein anderes Gefühl. Die hatten ein Gefühl, wie das geistige Leben umkleidet ist mit dem sinnlichen Dasein, dessen Stoff durch die physisch sinnliche Welt geliefert wird, — aber wir sagen nicht mit Buddha: Wir wollen nur Befreiung und Erlösung von der sinnlichen Welt. Wir sagen: Diese Erde ist doch wert und würdig, denn aus dem Material dieser Erde ist auch der Leib Christi genommen. Die Erde, über die Christus gewandelt ist, gibt Früchte für das ewige Leben. Und so wurde das Dasein des Christus für die, die ihn erkannten, zur Gewissheit dafür, dass der Mensch von Leben zu Leben die Früchte seines Daseins in die geistige Welt hineinnimmt. Und jetzt änderte sich die Lehre des Buddhas. In den geisteswissenschaftlichen Schulen ist es immer ausgedrückt worden, dass sich die Wahrheit vom Leben durch Christus geändert habe. Geburt, das heißt ins Leben treten, ist nicht bloß Leiden, denn wir treten in ein Leben ein, in dem Christus gelebt hat. Krankheit ist nicht nur Leiden, denn durch Verbindung mit Christi Kräften werden wir Herr über Krankheiten. Die Menschen werden in Zukunft lernen, wie sie äußerlich auf physische Krankheiten wirken werden; Überwinder der Krankheiten ist Christus in des Menschen Brust. Und Alter ist nicht Leiden, denn indem der Mensch älter wird und der physische Leib abfällt, so wird er die Früchte, die er im physischen Leib erhält, hinübertragen in die geistige Welt. Und der Tod ist erst recht nicht Leiden, denn es ist ein wunderbares Bild des Kontrastes: Buddha geht hinaus aus seiner königlichen Burg und sieht den Leichnam und da geht ihm auf die große Wahrheit: Tod ist Leiden. Und wir sehen in den ersten christlichen Jahrhunderten allmählich, wie die Menschen ihre Augen richten auf das Holz des Kreuzes und erblicken den Leichnam. Und dieser ist die Gewähr für das ewige Leben, für das herrliche ewige Leben, für den Sieg des ewigen Lebens. Dieser Leichnam ist nicht der Beweis dafür, dass das Leben Leiden ist, sondern dass das Leben Sieg ist über alle Leiden.

[ 46 ] Zum Schluss lassen Sie uns zwei Bilder vor unsere Seele stellen. Der Fortschritt in unserem religiösen Leben geht von Buddha durch Christus. Für die großartige Gestalt des Buddha hat der nur Ausdrücke der Bewunderung, der die Tiefe der Buddha-Seele zu verstehen vermag. Wie unendlich tief ist es, was Buddha als große Wahrheiten des Lebens ausspricht. Es wirkt legendenhaft, wie Buddha, heraustretend aus Reichtum und aus des Königs Umgebung, draußen einen Leichnam findet, einen Armen, im Elend verkommenen Kranken. Er schaut tief in die Untergründe des Lebens hinein und spricht seine großen Wahrheiten: Leben ist Leiden, Tod ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Alter ist Leiden; mit dem, was man liebt, getrennt sein, ist Leiden; mit dem, was man nicht liebt, verbunden sein, ist Leiden. Begehren, was man nicht erhalten kann, ist Leiden. - Die Lehre Buddhas ist die, dass der Durst nach dem Dasein, nach der Wiederverkörperung und nach dem neuen Leben gelöscht werden muss und die Menschheit erlöst werden muss zu einem das Sinnliche verwehenden Dasein, das, was man Nirwana nennt. Vierfaches Leiden verkündet Buddha. Befreiung vom Leiden dieser Welt, das heißt, hinaufsteigen zur Lehre Buddhas. Und dann trat Christus in die Welt, das war ein merkwürdiger Fortschritt. Die, die das Wesen des Christentums verstehen, die zum Beispiel es verstanden im ersten Jahrhundert, die hatten bei dem Namen Christus ein anderes Gefühl. Die hatten ein Gefühl, wie das geistige Leben umkleidet ist mit dem sinnlichen Dasein, dessen Stoff durch die physisch sinnliche Welt geliefert wird, — aber wir sagen nicht mit Buddha: Wir wollen nur Befreiung und Erlösung von der sinnlichen Welt. Wir sagen: Diese Erde ist doch wert und würdig, denn aus dem Material dieser Erde ist auch der Leib Christi genommen. Die Erde, über die Christus gewandelt ist, gibt Früchte für das ewige Leben. Und so wurde das Dasein des Christus für die, die ihn erkannten, zur Gewissheit dafür, dass der Mensch von Leben zu Leben die Früchte seines Daseins in die geistige Welt hineinnimmt. Und jetzt änderte sich die Lehre des Buddhas. In den geisteswissenschaftlichen Schulen ist es immer ausgedrückt worden, dass sich die Wahrheit vom Leben durch Christus geändert habe. Geburt, das heißt ins Leben treten, ist nicht bloß Leiden, denn wir treten in ein Leben ein, in dem Christus gelebt hat. Krankheit ist nicht nur Leiden, denn durch Verbindung mit Christi Kräften werden wir Herr über Krankheiten. Die Menschen werden in Zukunft lernen, wie sie äußerlich auf physische Krankheiten wirken werden; Überwinder der Krankheiten ist Christus in des Menschen Brust. Und Alter ist nicht Leiden, denn indem der Mensch älter wird und der physische Leib abfällt, so wird er die Früchte, die er im physischen Leib erhält, hinübertragen in die geistige Welt. Und der Tod ist erst recht nicht Leiden, denn es ist ein wunderbares Bild des Kontrastes: Buddha geht hinaus aus seiner königlichen Burg und sieht den Leichnam und da geht ihm auf die große Wahrheit: Tod ist Leiden. Und wir sehen in den ersten christlichen Jahrhunderten allmählich, wie die Menschen ihre Augen richten auf das Holz des Kreuzes und erblicken den Leichnam. Und dieser ist die Gewähr für das ewige Leben, für das herrliche ewige Leben, für den Sieg des ewigen Lebens. Dieser Leichnam ist nicht der Beweis dafür, dass das Leben Leiden ist, sondern dass das Leben Sieg ist über alle Leiden.

[ 47 ] Derjenige, der das Christentum begreift, der weiß, dass er nicht getrennt sein kann von dem, was er liebt, weil das geistige Band von Seele zu Seele geschlungen wird, es ist unmöglich, dass er nicht verbunden sein kann im geistigen Sinne mit dem, was er liebt, weil er das ganze All umfassen lernt, und er lernt seine Begierden läutern.

[ 47 ] Derjenige, der das Christentum begreift, der weiß, dass er nicht getrennt sein kann von dem, was er liebt, weil das geistige Band von Seele zu Seele geschlungen wird, es ist unmöglich, dass er nicht verbunden sein kann im geistigen Sinne mit dem, was er liebt, weil er das ganze All umfassen lernt, und er lernt seine Begierden läutern.

[ 48 ] Den vollen Sinn des Christentums wird die Forschung erst enthüllen, welche wir Geisteswissenschaft nennen, nicht aus irgendwelchen Dokumenten, sondern aus dem hellseherischen Bewusstsein heraus, unabhängig von allen Urkunden. Dann wird sich das Christentum zeigen als etwas, was noch lange nicht seine tiefsten Impulse an die Oberfläche getrieben hat. Aber nicht bloß eine tote Betrachtung des Entwicklungsganges des Christentums, sondern eine Vertiefung in die geistige Welt und ein Hervorholen dieser lebendigen Keime aus dem Christentum wird den Fortschritt des Christentums bedeuten. Die Geisteswissenschaft sucht den Christus nicht da, wo er über die Erde gegangen ist, sondern ist eine treue Anhängerin der Worte:

[ 48 ] Den vollen Sinn des Christentums wird die Forschung erst enthüllen, welche wir Geisteswissenschaft nennen, nicht aus irgendwelchen Dokumenten, sondern aus dem hellseherischen Bewusstsein heraus, unabhängig von allen Urkunden. Dann wird sich das Christentum zeigen als etwas, was noch lange nicht seine tiefsten Impulse an die Oberfläche getrieben hat. Aber nicht bloß eine tote Betrachtung des Entwicklungsganges des Christentums, sondern eine Vertiefung in die geistige Welt und ein Hervorholen dieser lebendigen Keime aus dem Christentum wird den Fortschritt des Christentums bedeuten. Die Geisteswissenschaft sucht den Christus nicht da, wo er über die Erde gegangen ist, sondern ist eine treue Anhängerin der Worte:

Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Erdenentwicklung. (Mt 28,20)

Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Erdenentwicklung. (Mt 28,20)

[ 49 ] Daher finden wir jeden Tag den Christus wieder, und wir finden ihn, wenn wir ihn heute suchen wollen, durch die Geisteswissenschaft, die unabhängig von allen Urkunden hineinschaut in die geistige Welt und in dieser den Christus als Führer zu immer höherem Fortschritt sieht. So stellt sich der Kreislauf dar, und so wird er sich immer darstellen denen, die den geistigen Menschen verstehen werden.

[ 49 ] Daher finden wir jeden Tag den Christus wieder, und wir finden ihn, wenn wir ihn heute suchen wollen, durch die Geisteswissenschaft, die unabhängig von allen Urkunden hineinschaut in die geistige Welt und in dieser den Christus als Führer zu immer höherem Fortschritt sieht. So stellt sich der Kreislauf dar, und so wird er sich immer darstellen denen, die den geistigen Menschen verstehen werden.

[ 50 ] Dass dies ein jeder einmal erleben werde, das hat Goethe aus einer tiefen Erkenntnis heraus noch in jungen Jahren ausgesprochen; er hat es bestätigt, dass in ihm lebte die Anerkennung einer geistigen Welt, welcher der Mensch so angehört wie jetzt der physischen Welt. Ja, es war aus der Tiefe seiner erkennenden Seele ausgesprochen, als er auf das hinwies, was sich in der Menschenseele immer wieder erneuern kann, was das Glück und den Segen und die Seligkeit der Menschenseele ausmachen kann, welche diese geistige Welt anerkennt, die auch Goethe anerkannt hat, wenn er sprach:

[ 50 ] Dass dies ein jeder einmal erleben werde, das hat Goethe aus einer tiefen Erkenntnis heraus noch in jungen Jahren ausgesprochen; er hat es bestätigt, dass in ihm lebte die Anerkennung einer geistigen Welt, welcher der Mensch so angehört wie jetzt der physischen Welt. Ja, es war aus der Tiefe seiner erkennenden Seele ausgesprochen, als er auf das hinwies, was sich in der Menschenseele immer wieder erneuern kann, was das Glück und den Segen und die Seligkeit der Menschenseele ausmachen kann, welche diese geistige Welt anerkennt, die auch Goethe anerkannt hat, wenn er sprach:

Die Geisteswelt ist nicht verschlossen,
Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot.
Auf, bade, Schüler, unverdrossen,
Die ird’sche Brust im Morgenrot!

Die Geisteswelt ist nicht verschlossen,
Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot.
Auf, bade, Schüler, unverdrossen,
Die ird’sche Brust im Morgenrot!