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The Essence of Anthroposophy
within the World Of Sense, Soul And Spirit
GA 68b

1 December 1908, Wrocław

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Der Kreislauf des Menschen
  1. The Circular Flow of Man's Life, tr. SOL

48. Wo und Wie Findet Man Den Geist?

48. Wo und Wie Findet Man Den Geist?

[ 1 ] Das Streben und Forschen der Menschen nach dem Geiste ist uralt, so alt wie das Denken, Fühlen und Empfinden der Menschheit überhaupt. Aber zu den verschiedensten Zeiten der menschlichen Entwicklung mussten sich die Menschen die verschiedensten Formen der Antwort geben auf die großen Rätselfragen des Daseins, die auch eben die Rätselfragen nach dem Geiste sind. In unserer Zeit will dasjenige, was man Geisteswissenschaft oder, wie man gewohnt worden ist, Theosophie nennt, eine Antwort geben auf diese großen Rätselfragen des Daseins, und zwar will sie eine Antwort geben so, wie es dem Empfinden, den Bedürfnissen der gegenwärtigen Menschheit entsprechend ist.

[ 1 ] Das Streben und Forschen der Menschen nach dem Geiste ist uralt, so alt wie das Denken, Fühlen und Empfinden der Menschheit überhaupt. Aber zu den verschiedensten Zeiten der menschlichen Entwicklung mussten sich die Menschen die verschiedensten Formen der Antwort geben auf die großen Rätselfragen des Daseins, die auch eben die Rätselfragen nach dem Geiste sind. In unserer Zeit will dasjenige, was man Geisteswissenschaft oder, wie man gewohnt worden ist, Theosophie nennt, eine Antwort geben auf diese großen Rätselfragen des Daseins, und zwar will sie eine Antwort geben so, wie es dem Empfinden, den Bedürfnissen der gegenwärtigen Menschheit entsprechend ist.

[ 2 ] Die gegenwärtige Menschheit will wissen, will dasjenige, was mit den höheren Formen des Daseins zusammenhängt, in den Verstand, in das Wissen der Gefühle aufnehmen, und es muss ja von vorneherein vorausgesetzt werden, dass die Ahnungen und der Glaube in Bezug auf den Geist oder, wie man auch sagen kann, in Bezug auf die übersinnliche Welt nichts verlieren werden, wenn die Klarheit des Wissens ausgegossen wird über dasjenige, was der Mensch in Bezug auf diese Fragen zu sagen hat.

[ 2 ] Die gegenwärtige Menschheit will wissen, will dasjenige, was mit den höheren Formen des Daseins zusammenhängt, in den Verstand, in das Wissen der Gefühle aufnehmen, und es muss ja von vorneherein vorausgesetzt werden, dass die Ahnungen und der Glaube in Bezug auf den Geist oder, wie man auch sagen kann, in Bezug auf die übersinnliche Welt nichts verlieren werden, wenn die Klarheit des Wissens ausgegossen wird über dasjenige, was der Mensch in Bezug auf diese Fragen zu sagen hat.

[ 3 ] Dass hinter allem Sinnlichen, hinter allem Physischen ein Übersinnliches, ein Überphysisches ist, das wird im Grunde genommen heute nur von einer kleinen Zahl von Menschen geleugnet. Aber wenn wir an diese Fragen herantreten, dann mischt sich in das, was des Menschen Herz dabei erfüllt, nicht bloß entweder das Zugeben oder die Ablehnung des Geistigen, des Übersinnlichen, sondern es mischen sich in alles das, was dabei in Betracht kommt, hinein die mannigfachsten Gefühle, nicht nur in die Antworten, schon in die Fragen mischen sich die mannigfaltigsten Gefühle: Kleinmut und Zweifelsucht mischen sich vor allen Dingen in das, was dabei in Betracht kommt, hinein.

[ 3 ] Dass hinter allem Sinnlichen, hinter allem Physischen ein Übersinnliches, ein Überphysisches ist, das wird im Grunde genommen heute nur von einer kleinen Zahl von Menschen geleugnet. Aber wenn wir an diese Fragen herantreten, dann mischt sich in das, was des Menschen Herz dabei erfüllt, nicht bloß entweder das Zugeben oder die Ablehnung des Geistigen, des Übersinnlichen, sondern es mischen sich in alles das, was dabei in Betracht kommt, hinein die mannigfachsten Gefühle, nicht nur in die Antworten, schon in die Fragen mischen sich die mannigfaltigsten Gefühle: Kleinmut und Zweifelsucht mischen sich vor allen Dingen in das, was dabei in Betracht kommt, hinein.

[ 4 ] Es gibt viele Menschen, die da sagen: Gewiss, man muss voraussetzen, dass es hinter der Welt, die auf unsere Augen wirkt, die wir überhaupt mit unseren Sinnen wahrnehmen können, dass es hinter dieser Welt eine andere gibt, die uns erst den Sinn dieser sinnlichen Welt erklärlich macht. Aber wir Menschen können nicht eindringen in diese übersinnliche Welt durch unser eigenes Forschen, durch unsere eigene Wissenschaft. — Da tritt eben gerade in der neueren Zeit Geisteswissenschaft oder Theosophie wie eine Botschaft an den Menschen heran, die da zeigt, dass es nicht nur eine übersinnliche Welt gibt hinter der sinnlichen, sondern dass der Mensch auch imstande ist, in diese übersinnliche Welt durch seine eigene Forschung einzudringen. Damit haben wir aufmerksam gemacht, meine verehrten Anwesenden, auf die Frage, die uns heute beschäftigen soll: Wo und wie findet man überhaupt den Geist?

[ 4 ] Es gibt viele Menschen, die da sagen: Gewiss, man muss voraussetzen, dass es hinter der Welt, die auf unsere Augen wirkt, die wir überhaupt mit unseren Sinnen wahrnehmen können, dass es hinter dieser Welt eine andere gibt, die uns erst den Sinn dieser sinnlichen Welt erklärlich macht. Aber wir Menschen können nicht eindringen in diese übersinnliche Welt durch unser eigenes Forschen, durch unsere eigene Wissenschaft. — Da tritt eben gerade in der neueren Zeit Geisteswissenschaft oder Theosophie wie eine Botschaft an den Menschen heran, die da zeigt, dass es nicht nur eine übersinnliche Welt gibt hinter der sinnlichen, sondern dass der Mensch auch imstande ist, in diese übersinnliche Welt durch seine eigene Forschung einzudringen. Damit haben wir aufmerksam gemacht, meine verehrten Anwesenden, auf die Frage, die uns heute beschäftigen soll: Wo und wie findet man überhaupt den Geist?

[ 5 ] Derjenige, welcher von vornherein dogmatisch zweifelt an der Möglichkeit, dass die menschliche Erkenntnis in die geistige Welt hinaufsteigen kann, der kann im Grunde genommen überhaupt diese Frage nicht recht aufwerfen. Nichts irgendwie ganz Neues will Theosophie oder Geisteswissenschaft in die Menschheit bringen. Sie würde sich auch damit, wenn sie das behaupten wollte, ein schlechtes Zeugnis ausstellen, denn wer möchte glauben, dass die Wahrheit, die Weisheit, gerade auf unsere Gegenwart gewartet haben sollte, um erkannt, erforscht zu werden? Deshalb zeigt auch Geisteswissenschaft oder Theosophie, dass durch alle Zeiten der menschlichen Geistesentwicklung hindurch in den mannigfaltigsten Formen die eine, ewige Wahrheit und Weisheit von den Menschen erstrebt und bis zu einem gewissen Grade besessen worden ist, dass nur die Empfindungen, die Gefühle in den verschiedenen Zeitaltern sich ändern — und daher die alte Wahrheit in immer neuen Formen an die Menschheit herantreten muss.

[ 5 ] Derjenige, welcher von vornherein dogmatisch zweifelt an der Möglichkeit, dass die menschliche Erkenntnis in die geistige Welt hinaufsteigen kann, der kann im Grunde genommen überhaupt diese Frage nicht recht aufwerfen. Nichts irgendwie ganz Neues will Theosophie oder Geisteswissenschaft in die Menschheit bringen. Sie würde sich auch damit, wenn sie das behaupten wollte, ein schlechtes Zeugnis ausstellen, denn wer möchte glauben, dass die Wahrheit, die Weisheit, gerade auf unsere Gegenwart gewartet haben sollte, um erkannt, erforscht zu werden? Deshalb zeigt auch Geisteswissenschaft oder Theosophie, dass durch alle Zeiten der menschlichen Geistesentwicklung hindurch in den mannigfaltigsten Formen die eine, ewige Wahrheit und Weisheit von den Menschen erstrebt und bis zu einem gewissen Grade besessen worden ist, dass nur die Empfindungen, die Gefühle in den verschiedenen Zeitaltern sich ändern — und daher die alte Wahrheit in immer neuen Formen an die Menschheit herantreten muss.

[ 6 ] Und so wollen wir denn gleich in diesem geisteswissenschaftlichen oder theosophischen Sinne ohne viel Vorbereitung an die Frage: Wo und wie findet man den Geist? herantreten. Wir brauchen dabei nur aufmerksam zu machen, dass das Suchen nach dem Geiste davon abhängig ist, dass der Mensch das richtige Werkzeug finde, um diesen Geist suchen zu können. Sie wissen ja, meine sehr verehrten Anwesenden, dass bei dem, was man äußere Wissenschaft, was man Wissenschaft der Natur nennt, es Werkzeuge, Instrumente gibt, durch die sich dem Menschen die äußeren Rätsel des Daseins allmählich enthüllen. Sie wissen, wie der Mensch hineinschaut in das Leben der kleinsten Lebewesen durch dasjenige, was man Mikroskop nennt; Sie wissen, welche Wunder des Raumes dem Menschen enthüllt haben diejenigen Instrumente, die wir Fernrohre oder Teleskope nennen. Diese äußeren Instrumente haben tatsächlich so etwas wie äußerliche Wunder im menschlichen Wissen seit langen Zeiten bewirkt. Und Sie können es auch ermessen, wenn Sie über die Dinge nachdenken, wie der Mensch angewiesen ist, die äußeren Rätsel der Natur durch solche Werkzeuge zu begreifen, zu erfassen. In Bezug auf den Geist gibt es solche äußere Werkzeuge nicht, da ist es nur ein Werkzeug, das eine, auf das Goethe in dem Ihnen wohlbekannten «Faust»-Gedicht hinweist mit den Worten:

[ 6 ] Und so wollen wir denn gleich in diesem geisteswissenschaftlichen oder theosophischen Sinne ohne viel Vorbereitung an die Frage: Wo und wie findet man den Geist? herantreten. Wir brauchen dabei nur aufmerksam zu machen, dass das Suchen nach dem Geiste davon abhängig ist, dass der Mensch das richtige Werkzeug finde, um diesen Geist suchen zu können. Sie wissen ja, meine sehr verehrten Anwesenden, dass bei dem, was man äußere Wissenschaft, was man Wissenschaft der Natur nennt, es Werkzeuge, Instrumente gibt, durch die sich dem Menschen die äußeren Rätsel des Daseins allmählich enthüllen. Sie wissen, wie der Mensch hineinschaut in das Leben der kleinsten Lebewesen durch dasjenige, was man Mikroskop nennt; Sie wissen, welche Wunder des Raumes dem Menschen enthüllt haben diejenigen Instrumente, die wir Fernrohre oder Teleskope nennen. Diese äußeren Instrumente haben tatsächlich so etwas wie äußerliche Wunder im menschlichen Wissen seit langen Zeiten bewirkt. Und Sie können es auch ermessen, wenn Sie über die Dinge nachdenken, wie der Mensch angewiesen ist, die äußeren Rätsel der Natur durch solche Werkzeuge zu begreifen, zu erfassen. In Bezug auf den Geist gibt es solche äußere Werkzeuge nicht, da ist es nur ein Werkzeug, das eine, auf das Goethe in dem Ihnen wohlbekannten «Faust»-Gedicht hinweist mit den Worten:

Geheimnisvoll am lichten Tag
Lässt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.

Geheimnisvoll am lichten Tag
Lässt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.

[ 7 ] Und Goethe weist darauf hin in diesem Satze, dass alle diejenigen Werkzeuge und Instrumente, die aus äußerlichen, sinnlichen Dingen zusammengesetzt sind — so nützlich sie sein mögen, um die äußeren Weltgeheimnisse zu enthüllen —, dass sie das Urgeheimnis des Daseins, dass sie die Fragen und Rätsel nach dem Geistigen nicht enthüllen können. Ein Instrument gibt es aber, nur muss dieses Instrument zubereitet werden. Welches ist dieses Instrument?

[ 7 ] Und Goethe weist darauf hin in diesem Satze, dass alle diejenigen Werkzeuge und Instrumente, die aus äußerlichen, sinnlichen Dingen zusammengesetzt sind — so nützlich sie sein mögen, um die äußeren Weltgeheimnisse zu enthüllen —, dass sie das Urgeheimnis des Daseins, dass sie die Fragen und Rätsel nach dem Geistigen nicht enthüllen können. Ein Instrument gibt es aber, nur muss dieses Instrument zubereitet werden. Welches ist dieses Instrument?

[ 8 ] Dieses Instrument, durch das der Mensch in die geistige Welt eindringen kann, ist nun kein anderes als der Mensch selber, nicht so wie der Mensch zunächst im durchschnittlichen Leben ist, sondern so, wie er sich machen kann, wenn er eben die Methoden, die Mittel der Geheimwissenschaft auf sich selber anwendet. Dabei geht die Geheimwissenschaft davon aus, dass das Zauberwort, das heute so viele Gemüter und Seelen in Bezug auf die äußere Natur bewegt, dass dieses Zauberwort nicht ganz ernst und ehrlich genommen wird. Man spricht heute viel von Entwicklung, man spricht davon, dass sich aus unvollkommenen Zuständen das höchste der Sinneswesen, der Mensch selber, zu seiner heutigen Höhe allmählich heraufentwickelt habe. Man versucht, durch die äußere Naturwissenschaft zurückzublicken in ferne Urzeiten der Menschheit. Man sagt, in diesen fernen Urzeiten war der Mensch ein unvollkommenes Wesen und habe sich nach und nach entwickelt.

[ 8 ] Dieses Instrument, durch das der Mensch in die geistige Welt eindringen kann, ist nun kein anderes als der Mensch selber, nicht so wie der Mensch zunächst im durchschnittlichen Leben ist, sondern so, wie er sich machen kann, wenn er eben die Methoden, die Mittel der Geheimwissenschaft auf sich selber anwendet. Dabei geht die Geheimwissenschaft davon aus, dass das Zauberwort, das heute so viele Gemüter und Seelen in Bezug auf die äußere Natur bewegt, dass dieses Zauberwort nicht ganz ernst und ehrlich genommen wird. Man spricht heute viel von Entwicklung, man spricht davon, dass sich aus unvollkommenen Zuständen das höchste der Sinneswesen, der Mensch selber, zu seiner heutigen Höhe allmählich heraufentwickelt habe. Man versucht, durch die äußere Naturwissenschaft zurückzublicken in ferne Urzeiten der Menschheit. Man sagt, in diesen fernen Urzeiten war der Mensch ein unvollkommenes Wesen und habe sich nach und nach entwickelt.

[ 9 ] Die Theosophie oder Geisteswissenschaft im umfassendsten und dadurch auch im ehrlichsten Sinne des Wortes sieht im Menschen nicht nur diejenigen Kräfte und Fähigkeiten, die heute im normalen Leben in diesem Menschen sind, sondern sie sieht in ihm schlummernde Fähigkeiten und Kräfte, die entwickelt werden können, die herausgeholt werden können aus der Seele. Und so geht sie von der Voraussetzung aus, dass diese Seele des Menschen nicht so bleiben müsse, wie sie ist, sondern dass sie gestaltet werden könne, und dass dadurch die Fähigkeiten und Kräfte, die zunächst in normaler Weise in der menschlichen Seele schlummern, herausgerufen werden können aus dieser Seele, und dann, dass sie dann, wenn sie herausgerufen sind, den Menschen in die Lage versetzen, in seiner Umgebung, in seiner Welt etwas ganz anderes zu sehen, etwas ganz anderes wahrzunehmen, als er es mit sinnlichen Augen, mit sinnlichen Wahrnehmungsorganen überhaupt erkennen kann. Und so spricht die Geisteswissenschaft von einer möglichen Erweckung der menschlichen Seele, von einer Erweckung der in ihr schlummernden Kräfte und Fähigkeiten dadurch, dass der Mensch solche Mittel auf sich selber anwendet, wie wir sie nachher anzuführen haben werden. Dadurch gelangt er dazu, solch ein Instrument für die Wahrnehmung der geistigen Welt aus sich selber zu machen.

[ 9 ] Die Theosophie oder Geisteswissenschaft im umfassendsten und dadurch auch im ehrlichsten Sinne des Wortes sieht im Menschen nicht nur diejenigen Kräfte und Fähigkeiten, die heute im normalen Leben in diesem Menschen sind, sondern sie sieht in ihm schlummernde Fähigkeiten und Kräfte, die entwickelt werden können, die herausgeholt werden können aus der Seele. Und so geht sie von der Voraussetzung aus, dass diese Seele des Menschen nicht so bleiben müsse, wie sie ist, sondern dass sie gestaltet werden könne, und dass dadurch die Fähigkeiten und Kräfte, die zunächst in normaler Weise in der menschlichen Seele schlummern, herausgerufen werden können aus dieser Seele, und dann, dass sie dann, wenn sie herausgerufen sind, den Menschen in die Lage versetzen, in seiner Umgebung, in seiner Welt etwas ganz anderes zu sehen, etwas ganz anderes wahrzunehmen, als er es mit sinnlichen Augen, mit sinnlichen Wahrnehmungsorganen überhaupt erkennen kann. Und so spricht die Geisteswissenschaft von einer möglichen Erweckung der menschlichen Seele, von einer Erweckung der in ihr schlummernden Kräfte und Fähigkeiten dadurch, dass der Mensch solche Mittel auf sich selber anwendet, wie wir sie nachher anzuführen haben werden. Dadurch gelangt er dazu, solch ein Instrument für die Wahrnehmung der geistigen Welt aus sich selber zu machen.

[ 10 ] Eine Erweckung - was ist das? Nun, wir stellen uns am besten vor, was eine Erweckung, eine Entwicklung der in der Seele schlummernden Fähigkeiten ist, wenn wir ein Bild zunächst vor unsere Seele hinstellen. Denken Sie sich einmal, meine verehrten Anwesenden, in diesen Saal hinein, indem Sie die Farben der Wände, die Lichter sehen, indem Sie die anderen Gegenstände wahrnehmen, diese Rosen hier und alles dasjenige, was um Sie herum ist, was wahrnehmbar ist, den Ton, der für die Ohren erkennbar ist. In diesen Saal herein führen wir einen Blindgeborenen. Diesem Blindgeborenen sind verborgen die Farben, die Lichtwahrnehmungen, die Ihnen offenbar sind. Nehmen wir an, wir hätten das Glück, diesen Blindgeborenen hier in diesem Saale zu operieren. Nach und nach würde für diesen Blindgeborenen eine ganz neue Welt um ihn herum [sich offenbaren]. Das, was er vorher vielleicht hätte leugnen können, das ist jetzt für ihn da.

[ 10 ] Eine Erweckung - was ist das? Nun, wir stellen uns am besten vor, was eine Erweckung, eine Entwicklung der in der Seele schlummernden Fähigkeiten ist, wenn wir ein Bild zunächst vor unsere Seele hinstellen. Denken Sie sich einmal, meine verehrten Anwesenden, in diesen Saal hinein, indem Sie die Farben der Wände, die Lichter sehen, indem Sie die anderen Gegenstände wahrnehmen, diese Rosen hier und alles dasjenige, was um Sie herum ist, was wahrnehmbar ist, den Ton, der für die Ohren erkennbar ist. In diesen Saal herein führen wir einen Blindgeborenen. Diesem Blindgeborenen sind verborgen die Farben, die Lichtwahrnehmungen, die Ihnen offenbar sind. Nehmen wir an, wir hätten das Glück, diesen Blindgeborenen hier in diesem Saale zu operieren. Nach und nach würde für diesen Blindgeborenen eine ganz neue Welt um ihn herum [sich offenbaren]. Das, was er vorher vielleicht hätte leugnen können, das ist jetzt für ihn da.

[ 11 ] Möglicherweise, wenn er ein Zweifler wäre, ein Ungläubiger, hätte er sagen können vorher: Ihr erzählt mir von Farben, ihr sagt mir von Lichtern. Um mich herum ist Finsternis, Dunkelheit. Ich glaube nicht an das phantastische Zeug von Licht und Farben, von denen ihr mir erzählt. - In dem Augenblick, wo die Organe ihm geöffnet sind, in diesem Augenblick ist die Welt, die er vorher für eine phantastische gehalten hat, da. In demselben Raume ist sie da, in dem vorher für ihn Finsternis war.

[ 11 ] Möglicherweise, wenn er ein Zweifler wäre, ein Ungläubiger, hätte er sagen können vorher: Ihr erzählt mir von Farben, ihr sagt mir von Lichtern. Um mich herum ist Finsternis, Dunkelheit. Ich glaube nicht an das phantastische Zeug von Licht und Farben, von denen ihr mir erzählt. - In dem Augenblick, wo die Organe ihm geöffnet sind, in diesem Augenblick ist die Welt, die er vorher für eine phantastische gehalten hat, da. In demselben Raume ist sie da, in dem vorher für ihn Finsternis war.

[ 12 ] Etwas Ähnliches geht mit dem Menschen vor, wenn er sich zum Instrumente macht, um eine höhere Welt wahrzunehmen. Wenn er die nachher zu erwähnenden Mittel anwendet auf sich, dann werden ihm zwar nicht sinnliche, nicht physische Wahrnehmungsorgane geöffnet, aber geistige, seelische, und dasjenige, was vorher immer um ihn herum war, was er nur nicht wahrnehmen konnte, das wird für ihn wahrnehmbar. Das, was Goethe die Geistesaugen, ja die Geistesohren nannte, das entwickelt sich aus der Seele, und eine neue Welt steht vor ihm [dem Menschen]. Der große Augenblick der Erweckung tritt für ihn ein, jener Augenblick, der uns in der tieferen Weisheit aller Völker und aller verschiedenen Zeitepochen der verschiedenen Völker als derjenige geschildert wird, durch den der Mensch ein Bote werden konnte aus einer anderen Welt.

[ 12 ] Etwas Ähnliches geht mit dem Menschen vor, wenn er sich zum Instrumente macht, um eine höhere Welt wahrzunehmen. Wenn er die nachher zu erwähnenden Mittel anwendet auf sich, dann werden ihm zwar nicht sinnliche, nicht physische Wahrnehmungsorgane geöffnet, aber geistige, seelische, und dasjenige, was vorher immer um ihn herum war, was er nur nicht wahrnehmen konnte, das wird für ihn wahrnehmbar. Das, was Goethe die Geistesaugen, ja die Geistesohren nannte, das entwickelt sich aus der Seele, und eine neue Welt steht vor ihm [dem Menschen]. Der große Augenblick der Erweckung tritt für ihn ein, jener Augenblick, der uns in der tieferen Weisheit aller Völker und aller verschiedenen Zeitepochen der verschiedenen Völker als derjenige geschildert wird, durch den der Mensch ein Bote werden konnte aus einer anderen Welt.

[ 13 ] Immer hat es Menschen gegeben, deren Seelenkräfte also erweckt wurden. Man nannte sie in den verschiedenen Zeiten Eingeweihte. Sie waren diejenigen, die erzählen konnten, was in den anderen Welten, in den übersinnlichen Welten Tatsache ist, demjenigen, der vielleicht nicht gerade an dem Orte war. Eingeweihte, Erweckte hat es zu allen Zeiten gegeben. Sie waren die Sucher, die Forscher nach dem Geist.

[ 13 ] Immer hat es Menschen gegeben, deren Seelenkräfte also erweckt wurden. Man nannte sie in den verschiedenen Zeiten Eingeweihte. Sie waren diejenigen, die erzählen konnten, was in den anderen Welten, in den übersinnlichen Welten Tatsache ist, demjenigen, der vielleicht nicht gerade an dem Orte war. Eingeweihte, Erweckte hat es zu allen Zeiten gegeben. Sie waren die Sucher, die Forscher nach dem Geist.

[ 14 ] Nun könnte man allerdings sagen, und der Einwand wird ja immer wieder gemacht werden, nun könnte man sagen: Ja, was nützt es den anderen Menschen, wenn es einige wenige Erweckte gibt, die erzählen können von höheren Welten, die Botschaft bringen vom Übersinnlichen, wenn dies nicht alle Menschen können, hineinsehen in diese Welten? — Nun, wenn heute innerhalb der theosophischen Weltanschauungsströmung gesprochen wird davon, dieses oder jenes verhalte sich so in den geistigen Welten, dann sagt wohl mancher: Was nützt es mir, wenn andere hineinsehen können in die geistige Welt, ich aber nicht? Da kümmere ich mich gar nicht um diese geistigen Welten, da müsste ich ja nur glauben, was mir die anderen erzählen.

[ 14 ] Nun könnte man allerdings sagen, und der Einwand wird ja immer wieder gemacht werden, nun könnte man sagen: Ja, was nützt es den anderen Menschen, wenn es einige wenige Erweckte gibt, die erzählen können von höheren Welten, die Botschaft bringen vom Übersinnlichen, wenn dies nicht alle Menschen können, hineinsehen in diese Welten? — Nun, wenn heute innerhalb der theosophischen Weltanschauungsströmung gesprochen wird davon, dieses oder jenes verhalte sich so in den geistigen Welten, dann sagt wohl mancher: Was nützt es mir, wenn andere hineinsehen können in die geistige Welt, ich aber nicht? Da kümmere ich mich gar nicht um diese geistigen Welten, da müsste ich ja nur glauben, was mir die anderen erzählen.

[ 15 ] Es ist dies doch kein richtiger Einwand. Dieser Einwand würde nur gelten, meine verehrten Anwesenden, wenn zum Verstehen, zum Einsehen ebenso übersinnliche Kräfte der Menschenseele notwendig wären in Bezug auf die höheren Welten wie zum Forschen. Dazu, in die höhere Welt als ein Forscher einzudringen, dazu gehört es, dass der Mensch langsam und allmählich in Geduld und Energie und Ausdauer sich selbst zu einem Instrumente macht, um hineinzuschauen mit Geistesaugen, hineinzuhören mit Geistesohren in die andere Welt. Dann aber, wenn der also Hineinschauende kommt und erzählt die Geheimnisse der höheren Welten, dann ist jeder imstande, mit der gewöhnlichen menschlichen Logik, mit dem gesunden Menschenverstande einzusehen, wenn er nur unbefangen genug ist, ohne dass er sich beirren lässt durch allerhand Vorurteile —, dass wahr ist, was über die höhere Welt gesagt wird. Das kann eingesehen, verstanden werden. Erforscht werden kann es allerdings nur durch die Entwicklung des Menschen selber zum Instrumente der geistigen Forschung. Denn der Mensch, meine verehrten Anwesenden, er ist nicht auf den Irrtum, den Zweifel angelegt, sondern er ist auf die Wahrheit angelegt. Und wenn uns die Eingeweihten erzählen von dem, was in den höheren Welten vorgeht, und der Mensch zuhört und sich nur seiner unbefangenen Seele hingibt, dann ahnt er, lange, lange bevor er selber hineinschauen kann in die geistige Welt, dass das wahr ist, was von diesen Welten mitgeteilt wird.

[ 15 ] Es ist dies doch kein richtiger Einwand. Dieser Einwand würde nur gelten, meine verehrten Anwesenden, wenn zum Verstehen, zum Einsehen ebenso übersinnliche Kräfte der Menschenseele notwendig wären in Bezug auf die höheren Welten wie zum Forschen. Dazu, in die höhere Welt als ein Forscher einzudringen, dazu gehört es, dass der Mensch langsam und allmählich in Geduld und Energie und Ausdauer sich selbst zu einem Instrumente macht, um hineinzuschauen mit Geistesaugen, hineinzuhören mit Geistesohren in die andere Welt. Dann aber, wenn der also Hineinschauende kommt und erzählt die Geheimnisse der höheren Welten, dann ist jeder imstande, mit der gewöhnlichen menschlichen Logik, mit dem gesunden Menschenverstande einzusehen, wenn er nur unbefangen genug ist, ohne dass er sich beirren lässt durch allerhand Vorurteile —, dass wahr ist, was über die höhere Welt gesagt wird. Das kann eingesehen, verstanden werden. Erforscht werden kann es allerdings nur durch die Entwicklung des Menschen selber zum Instrumente der geistigen Forschung. Denn der Mensch, meine verehrten Anwesenden, er ist nicht auf den Irrtum, den Zweifel angelegt, sondern er ist auf die Wahrheit angelegt. Und wenn uns die Eingeweihten erzählen von dem, was in den höheren Welten vorgeht, und der Mensch zuhört und sich nur seiner unbefangenen Seele hingibt, dann ahnt er, lange, lange bevor er selber hineinschauen kann in die geistige Welt, dass das wahr ist, was von diesen Welten mitgeteilt wird.

[ 16 ] Wie kann der Mensch nunmehr sein Inneres, seine Seele so umgestalten, dass für ihn diese höheren Welten zur Beobachtung, zur unmittelbaren Erforschung, zum Erlebnis werden? Wir müssen, wenn wir uns diese Frage beantworten wollen, ein wenig in intimere Begriffe eintreten. Denn es ist ja keine geringere Frage als die: Wie wird der Mensch sehend gegenüber der geistigen Welt, wie erwirbt er sich diejenigen Fähigkeiten, die man auch wohl die hellseherischen nennt? Gehen wir aus von demjenigen, was für den normalen Menschen Erlebnis ist: die äußere Welt der Augen und der anderen äußeren Wahrnehmungsorgane. Sie wissen, der Mensch nimmt einen Gegenstand der gewöhnlichen Sinneswelt wahr, indem er seine Sinnesorgane auf den Gegenstand richtet, und er kann, wenn er ihn wahrgenommen hat, eine Vorstellung, ein Bild in seiner Seele von diesem Gegenstande behalten.

[ 16 ] Wie kann der Mensch nunmehr sein Inneres, seine Seele so umgestalten, dass für ihn diese höheren Welten zur Beobachtung, zur unmittelbaren Erforschung, zum Erlebnis werden? Wir müssen, wenn wir uns diese Frage beantworten wollen, ein wenig in intimere Begriffe eintreten. Denn es ist ja keine geringere Frage als die: Wie wird der Mensch sehend gegenüber der geistigen Welt, wie erwirbt er sich diejenigen Fähigkeiten, die man auch wohl die hellseherischen nennt? Gehen wir aus von demjenigen, was für den normalen Menschen Erlebnis ist: die äußere Welt der Augen und der anderen äußeren Wahrnehmungsorgane. Sie wissen, der Mensch nimmt einen Gegenstand der gewöhnlichen Sinneswelt wahr, indem er seine Sinnesorgane auf den Gegenstand richtet, und er kann, wenn er ihn wahrgenommen hat, eine Vorstellung, ein Bild in seiner Seele von diesem Gegenstande behalten.

[ 17 ] Sie sehen diesen Rosenstrauß an. Indem Sie Ihre Augen auf diesen Strauß richten, ist er für Sie eine Wahrnehmung. Sie erleben sein Dasein, Sie sind mit ihm zusammen. Sie drehen sich nun um, und das Bild dieses Rosenstraußes bleibt Ihnen als Vorstellung. Es mag blass sein gegenüber der unmittelbaren Wahrnehmung, aber es bleibt Ihnen die Vorstellung, und Sie tragen vielleicht diese Vorstellung lange, bis sie sozusagen aus Ihrer Erinnerung verschwindet. So steht der Mensch aber überhaupt in Bezug auf seine Erlebnisse der äußeren Welt gegenüber. Wir können sagen: In Bezug auf die äußere Sinneswelt erlebt der Mensch so, dass er zunächst tatsächlich den Gegenständen gegenübertritt, und dann bildet sich in seiner Seele die Vorstellung dieser äußeren Gegenstände.

[ 17 ] Sie sehen diesen Rosenstrauß an. Indem Sie Ihre Augen auf diesen Strauß richten, ist er für Sie eine Wahrnehmung. Sie erleben sein Dasein, Sie sind mit ihm zusammen. Sie drehen sich nun um, und das Bild dieses Rosenstraußes bleibt Ihnen als Vorstellung. Es mag blass sein gegenüber der unmittelbaren Wahrnehmung, aber es bleibt Ihnen die Vorstellung, und Sie tragen vielleicht diese Vorstellung lange, bis sie sozusagen aus Ihrer Erinnerung verschwindet. So steht der Mensch aber überhaupt in Bezug auf seine Erlebnisse der äußeren Welt gegenüber. Wir können sagen: In Bezug auf die äußere Sinneswelt erlebt der Mensch so, dass er zunächst tatsächlich den Gegenständen gegenübertritt, und dann bildet sich in seiner Seele die Vorstellung dieser äußeren Gegenstände.

[ 18 ] Gerade das Umgekehrte, meine verehrten Anwesenden, muss eintreten in Bezug auf die übersinnliche Welt und alles, was zusammenhängt mit den großen Zielen übersinnlicher Entwicklung sowie auch mit den Gefahren, auf die wir dann hindeuten werden. Alles das kommt zuletzt auf das eine hinaus, dass der Mensch ausgehen muss in Bezug auf das Schauen, das Sehen der übersinnlichen Welt davon, dass er zuerst eine bestimmte Art inneren Lebens entwickelt, dass er zuerst in seiner Seele gewisse Veränderungen hervorruft, gewisse Erlebnisse hervorruft, die er sonst im Alltagsleben nicht hat. Dann kann für ihn der große Augenblick kommen, wo — ebenso wie das äußere, sinnliche Licht auf den operierten Blindgeborenen — die geistige, übersinnliche Welt auf ihn anfängt einen Eindruck zu machen.

[ 18 ] Gerade das Umgekehrte, meine verehrten Anwesenden, muss eintreten in Bezug auf die übersinnliche Welt und alles, was zusammenhängt mit den großen Zielen übersinnlicher Entwicklung sowie auch mit den Gefahren, auf die wir dann hindeuten werden. Alles das kommt zuletzt auf das eine hinaus, dass der Mensch ausgehen muss in Bezug auf das Schauen, das Sehen der übersinnlichen Welt davon, dass er zuerst eine bestimmte Art inneren Lebens entwickelt, dass er zuerst in seiner Seele gewisse Veränderungen hervorruft, gewisse Erlebnisse hervorruft, die er sonst im Alltagsleben nicht hat. Dann kann für ihn der große Augenblick kommen, wo — ebenso wie das äußere, sinnliche Licht auf den operierten Blindgeborenen — die geistige, übersinnliche Welt auf ihn anfängt einen Eindruck zu machen.

[ 19 ] Nicht in äußerer tumultuarischer Weise, nicht durch äußere Veranstaltungen wird die Seele zu solch einem Instrumente des höheren geistigen Erlebens umgebildet, sondern still in sich selber, im Laufe eines intimen inneren Lebens; und gar mancher, der äußerlich im Leben in diesem oder jenem Berufe unter den Menschen stand, von dem die anderen, die um ihn herum waren, nichts anderes wussten, als dass er eben diese oder jene Lebensstellung hat, der hat in seinem Innern noch ein zweites Leben geführt oder führt es. Dieses zweite Leben besteht darin, dass er eben seine Seele umgestaltet hat zu einem solchen charakterisierten Instrument der höheren Wahrnehmung. Wenn der Mensch nach und nach so weit gekommen ist, dann muss er eine gewisse Stufe der Erkenntnis in sich entwickeln, welche die äußere Wissenschaft, das äußere Erfahren gar nicht kennt. Die Geisteswissenschaft spricht davon, dass alles äußere Wissen Gegenstandswissen ist. Es ist eben dasjenige Wissen, das dadurch entsteht, dass der Mensch den Gegenständen der Welt gegenübertritt und die Vorstellungen an sie anknüpft.

[ 19 ] Nicht in äußerer tumultuarischer Weise, nicht durch äußere Veranstaltungen wird die Seele zu solch einem Instrumente des höheren geistigen Erlebens umgebildet, sondern still in sich selber, im Laufe eines intimen inneren Lebens; und gar mancher, der äußerlich im Leben in diesem oder jenem Berufe unter den Menschen stand, von dem die anderen, die um ihn herum waren, nichts anderes wussten, als dass er eben diese oder jene Lebensstellung hat, der hat in seinem Innern noch ein zweites Leben geführt oder führt es. Dieses zweite Leben besteht darin, dass er eben seine Seele umgestaltet hat zu einem solchen charakterisierten Instrument der höheren Wahrnehmung. Wenn der Mensch nach und nach so weit gekommen ist, dann muss er eine gewisse Stufe der Erkenntnis in sich entwickeln, welche die äußere Wissenschaft, das äußere Erfahren gar nicht kennt. Die Geisteswissenschaft spricht davon, dass alles äußere Wissen Gegenstandswissen ist. Es ist eben dasjenige Wissen, das dadurch entsteht, dass der Mensch den Gegenständen der Welt gegenübertritt und die Vorstellungen an sie anknüpft.

[ 20 ] Das nächste höhere Wissen, das nennen wir in der Geisteswissenschaft das imaginative Wissen, und es ist nichts von Phantastischem, wie wir gleich sehen werden, mit diesem imaginativen Wissen verknüpft, nicht einmal irgendetwas, was auch nur annähernd mit dem bloßen Worte Phantasie bezeichnet werden könnte. Nur muss man sich eben klar sein darüber, dass der Weg ein umgekehrter ist wie bei dem äußeren Erleben, bei der äußeren Wahrnehmung.

[ 20 ] Das nächste höhere Wissen, das nennen wir in der Geisteswissenschaft das imaginative Wissen, und es ist nichts von Phantastischem, wie wir gleich sehen werden, mit diesem imaginativen Wissen verknüpft, nicht einmal irgendetwas, was auch nur annähernd mit dem bloßen Worte Phantasie bezeichnet werden könnte. Nur muss man sich eben klar sein darüber, dass der Weg ein umgekehrter ist wie bei dem äußeren Erleben, bei der äußeren Wahrnehmung.

[ 21 ] Es gibt zwei Mittel, die eben in intimer Weise auf die Seele angewendet werden müssen, um diese Seele innerlich vorwärtszubringen. Diese zwei Mittel bestehen darin, dass der Mensch sich nicht überlässt dem bloßen äußeren Leben, sondern durch die inneren Kräfte der Seele dieses Seelenleben selbst in die Hand nimmt, dieses Seelenleben durch innere Kräfte des Willens zunächst dirigiert.

[ 21 ] Es gibt zwei Mittel, die eben in intimer Weise auf die Seele angewendet werden müssen, um diese Seele innerlich vorwärtszubringen. Diese zwei Mittel bestehen darin, dass der Mensch sich nicht überlässt dem bloßen äußeren Leben, sondern durch die inneren Kräfte der Seele dieses Seelenleben selbst in die Hand nimmt, dieses Seelenleben durch innere Kräfte des Willens zunächst dirigiert.

[ 22 ] Um ganz zu verstehen, um was es sich dabei handelt, denken wir einmal Folgendes: Wir versuchen uns vorzustellen, wie unser Seelenleben anders verlaufen würde, wenn der eine oder andere von uns statt in dem und dem Jahre des neunzehnten Jahrhunderts und statt in der und der Stadt Europas meinetwegen hundert Jahre vorher und in einer ganz anderen Stadt geboren wäre. Wir stellen uns vor, wie andere Gegenstände um den Menschen herum dann auf ihn wirken würden, wie andere Vorstellungen, Empfindungen und Gefühle dann seine Seele erfüllen würden. Denken Sie einmal daran, wie viel von dem, was Ihre Seele vom Morgen bis zum Abend erfüllt, auf äußere Eindrücke des Ortes und der Zeit zurückzuführen ist, und denken Sie einen Augenblick alles dasjenige hinweg aus Ihrer Seele, was nicht irgendwie anknüpft an irgendeinen äußeren Gegenstand Ihrer Umgebung, an irgendein äußeres Ereignis Ihrer Zeit. Fragen Sie sich einmal, wie viel in der Seele des Menschen noch verbleibt, in der Seele vieler Menschen, wenn sie absehen würden von dem, was ihre unmittelbare Umgebung auf sie wirkt. Alles das, was so von außen auf die Seele wirkt, was dadurch wirkt, dass wir in einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Orte geboren sind und uns entwickeln, alles das kann nichts, aber auch gar nichts beitragen zu der inneren Entfaltung, zu der inneren Erweckung der Seele.

[ 22 ] Um ganz zu verstehen, um was es sich dabei handelt, denken wir einmal Folgendes: Wir versuchen uns vorzustellen, wie unser Seelenleben anders verlaufen würde, wenn der eine oder andere von uns statt in dem und dem Jahre des neunzehnten Jahrhunderts und statt in der und der Stadt Europas meinetwegen hundert Jahre vorher und in einer ganz anderen Stadt geboren wäre. Wir stellen uns vor, wie andere Gegenstände um den Menschen herum dann auf ihn wirken würden, wie andere Vorstellungen, Empfindungen und Gefühle dann seine Seele erfüllen würden. Denken Sie einmal daran, wie viel von dem, was Ihre Seele vom Morgen bis zum Abend erfüllt, auf äußere Eindrücke des Ortes und der Zeit zurückzuführen ist, und denken Sie einen Augenblick alles dasjenige hinweg aus Ihrer Seele, was nicht irgendwie anknüpft an irgendeinen äußeren Gegenstand Ihrer Umgebung, an irgendein äußeres Ereignis Ihrer Zeit. Fragen Sie sich einmal, wie viel in der Seele des Menschen noch verbleibt, in der Seele vieler Menschen, wenn sie absehen würden von dem, was ihre unmittelbare Umgebung auf sie wirkt. Alles das, was so von außen auf die Seele wirkt, was dadurch wirkt, dass wir in einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Orte geboren sind und uns entwickeln, alles das kann nichts, aber auch gar nichts beitragen zu der inneren Entfaltung, zu der inneren Erweckung der Seele.

[ 23 ] Ganz andere Vorstellungen müssen in das Seelenleben eintreten, Vorstellungen, die unabhängig sind von den äußeren Eindrücken; und die wirksamsten Vorstellungen sind zunächst diejenigen, welche man die imaginativen oder wohl auch die bildlich-symbolischen nennt. Solche Vorstellungen waren es immer, welche die Lehrer der übersinnlichen Fähigkeiten ihren Schülern gegeben haben, und durch das Einleben in diese Vorstellungen haben die Schüler ihre Seele hinaufentwickelt in die höheren Welten.

[ 23 ] Ganz andere Vorstellungen müssen in das Seelenleben eintreten, Vorstellungen, die unabhängig sind von den äußeren Eindrücken; und die wirksamsten Vorstellungen sind zunächst diejenigen, welche man die imaginativen oder wohl auch die bildlich-symbolischen nennt. Solche Vorstellungen waren es immer, welche die Lehrer der übersinnlichen Fähigkeiten ihren Schülern gegeben haben, und durch das Einleben in diese Vorstellungen haben die Schüler ihre Seele hinaufentwickelt in die höheren Welten.

[ 24 ] Wir wollen nicht in allgemeinen Phrasen reden, sondern gleich an einem Beispiele uns verständigen. Ein solches Symbolum, ein Bild, sei gleich hier vor die Seele gestellt, meine verehrten Anwesenden, ein Bild, das die Schüler seit Langem unter dem Einflusse ihrer geisteswissenschaftlichen Lehrer gebraucht haben, um ihre Seele höher zu entwickeln, ein Bild, das wahrhaftig, wenn es richtig angewendet wird, Wunder wirken kann. Es ist ein Bild — es gibt unzählige —, aber wir wollen uns zunächst an diesem einen Bilde klarmachen, wie die Wirkung auf die Seele geschieht. Das Bild ist einfach zu beschreiben, trotzdem hat es die Zauberwirkung auf die Seele.

[ 24 ] Wir wollen nicht in allgemeinen Phrasen reden, sondern gleich an einem Beispiele uns verständigen. Ein solches Symbolum, ein Bild, sei gleich hier vor die Seele gestellt, meine verehrten Anwesenden, ein Bild, das die Schüler seit Langem unter dem Einflusse ihrer geisteswissenschaftlichen Lehrer gebraucht haben, um ihre Seele höher zu entwickeln, ein Bild, das wahrhaftig, wenn es richtig angewendet wird, Wunder wirken kann. Es ist ein Bild — es gibt unzählige —, aber wir wollen uns zunächst an diesem einen Bilde klarmachen, wie die Wirkung auf die Seele geschieht. Das Bild ist einfach zu beschreiben, trotzdem hat es die Zauberwirkung auf die Seele.

[ 25 ] Sie denken sich ein schwarzes Kreuz. Dieses schwarze Kreuz ist oben geziert, da, wo sich die Balken kreuzen, mit Rosen, mit roten Rosen. Das nennt man das Rosenkreuz-Symbol. Wenn der Schüler sozusagen blind und taub wird gegen die äußere Umgebung, wenn er eine Weile, und sei sie noch so kurz, absehen kann von all dem, was auf seine Augen, was auf seine Ohren und die anderen Sinne einen Eindruck machen kann, wenn er ganz still in sich versunken ist und auch die Erinnerung tilgt an die alltäglichen Erlebnisse und sich nunmehr ganz ausfüllt mit der einen bildlichen Vorstellung des Rosenkreuzes — was tritt mit der Seele ein?

[ 25 ] Sie denken sich ein schwarzes Kreuz. Dieses schwarze Kreuz ist oben geziert, da, wo sich die Balken kreuzen, mit Rosen, mit roten Rosen. Das nennt man das Rosenkreuz-Symbol. Wenn der Schüler sozusagen blind und taub wird gegen die äußere Umgebung, wenn er eine Weile, und sei sie noch so kurz, absehen kann von all dem, was auf seine Augen, was auf seine Ohren und die anderen Sinne einen Eindruck machen kann, wenn er ganz still in sich versunken ist und auch die Erinnerung tilgt an die alltäglichen Erlebnisse und sich nunmehr ganz ausfüllt mit der einen bildlichen Vorstellung des Rosenkreuzes — was tritt mit der Seele ein?

[ 26 ] Diese Frage wollen wir uns zunächst beantworten. Da müssen wir vorausschicken einiges, was uns verständlich machen kann das tiefsinnige Symbolum des Rosenkreuzes. Aber es kommt nicht auf das an bei der inneren Entwicklung, was ich jetzt sagen werde, um dieses Symbolum oder Sinnbild klarzumachen, sondern es kommt auf die innere Seelenvertiefung und -versenkung dabei an. Dennoch müssen wir uns das Symbolum selbst erklären.

[ 26 ] Diese Frage wollen wir uns zunächst beantworten. Da müssen wir vorausschicken einiges, was uns verständlich machen kann das tiefsinnige Symbolum des Rosenkreuzes. Aber es kommt nicht auf das an bei der inneren Entwicklung, was ich jetzt sagen werde, um dieses Symbolum oder Sinnbild klarzumachen, sondern es kommt auf die innere Seelenvertiefung und -versenkung dabei an. Dennoch müssen wir uns das Symbolum selbst erklären.

[ 27 ] Ich werde versuchen, Ihnen in Form eines Dialogs dieses Rosenkreuzersymbol vor die Seele zu stellen, so wie der Lehrer mit seinem Schüler im Gebiete der Geisteswissenschaft gesprochen hätte. Dieses Gespräch hat zwar in der Form, wie ich es erzähle, nicht stattgefunden, denn das, was sich darin einschließt, hat sich immer in langen Zeiträumen abgespielt, aber dennoch können wir uns durch ein solches Nacherzählen klarmachen, was geschehen ist.

[ 27 ] Ich werde versuchen, Ihnen in Form eines Dialogs dieses Rosenkreuzersymbol vor die Seele zu stellen, so wie der Lehrer mit seinem Schüler im Gebiete der Geisteswissenschaft gesprochen hätte. Dieses Gespräch hat zwar in der Form, wie ich es erzähle, nicht stattgefunden, denn das, was sich darin einschließt, hat sich immer in langen Zeiträumen abgespielt, aber dennoch können wir uns durch ein solches Nacherzählen klarmachen, was geschehen ist.

[ 28 ] Denken Sie sich, der Lehrer sagte zum Schüler: Sieh dir einmal eine Pflanze an, eine Pflanze, die im Boden wurzelt, herauswächst aus dem Boden, aus der Wurzel, mit den grünen Blättern. Und nun vergleiche mit dieser Pflanze den Menschen. Sieh dir den Menschen an, wie er in seiner heutigen Gestalt durchflossen wird von dem roten Blute. Sieh dir die Pflanze an, wie sie in ihren Lebensorganen, in ihren Blättern durchflossen wird von dem grünen Saft, dem Chlorophyll. Vergleiche die beiden. Du findest die Pflanze unempfindlich, unbeweglich; du findest den Menschen beweglich, empfindlich. Du findest den Menschen so, dass er in sich ein von Lust und Leid, von Freude und Schmerz erfülltes Innenleben hat. Der Mensch, sagst du, steht auf einer höheren Stufe des Daseins als die Pflanze. Wodurch ist der Mensch auf eine höhere Stufe seines Daseins gekommen, wodurch konnte er eben in sich ausbilden dasjenige, was man ein Selbstbewusstsein, sein Ich nennen konnte? Die Pflanze hat ein solches Selbstbewusstsein, ein solches Ich nicht ausgebildet, wie sie vor uns steht.

[ 28 ] Denken Sie sich, der Lehrer sagte zum Schüler: Sieh dir einmal eine Pflanze an, eine Pflanze, die im Boden wurzelt, herauswächst aus dem Boden, aus der Wurzel, mit den grünen Blättern. Und nun vergleiche mit dieser Pflanze den Menschen. Sieh dir den Menschen an, wie er in seiner heutigen Gestalt durchflossen wird von dem roten Blute. Sieh dir die Pflanze an, wie sie in ihren Lebensorganen, in ihren Blättern durchflossen wird von dem grünen Saft, dem Chlorophyll. Vergleiche die beiden. Du findest die Pflanze unempfindlich, unbeweglich; du findest den Menschen beweglich, empfindlich. Du findest den Menschen so, dass er in sich ein von Lust und Leid, von Freude und Schmerz erfülltes Innenleben hat. Der Mensch, sagst du, steht auf einer höheren Stufe des Daseins als die Pflanze. Wodurch ist der Mensch auf eine höhere Stufe seines Daseins gekommen, wodurch konnte er eben in sich ausbilden dasjenige, was man ein Selbstbewusstsein, sein Ich nennen konnte? Die Pflanze hat ein solches Selbstbewusstsein, ein solches Ich nicht ausgebildet, wie sie vor uns steht.

[ 29 ] Der Mensch konnte — das alles bitte ich Sie, wie gesagt, sich vorzustellen als ein Gespräch des geisteswissenschaftlichen Lehrers mit dem geisteswissenschaftlichen Schüler -, der Mensch konnte sein höheres Bewusstsein bis zum Selbstbewusstsein herauf nur dadurch entwickeln, dass er etwas anderes mit in Kauf nahm. Dieser Mensch nahm bei dieser höheren Entwicklung mit in Kauf die Leidenschaften, die Triebe, die Instinkte, die Begierden. Die hat die Pflanze nicht. Zwar hat die Pflanze nicht ein innerliches Gedanken- und Empfindungsleben, aber dafür steht sie in ihrer Art wiederum in gewisser Beziehung höher als der Mensch; keusch und rein, ohne sinnliche Triebe und Begierden, ohne Instinkte und Leidenschaften steht sie da. Und indem wir uns vorstellen, wie der grüne Pflanzensaft sie durchströmt, sagen wir: Dieser grüne Pflanzensaft ist uns zugleich das Symbolum für die reine, keusche Pflanzennatur. Und indem die reine, keusche Pflanzennatur sich heraufentwickelt bis zum Menschen, wird im Menschen ein Selbstbewusstsein, ein inneres Leben entwickelt. Aber diese reine Keuschheit, sie verwandelt sich zu gleicher Zeit in das Begierdenleben. Der Mensch ist zum Teil höhergestiegen, zum Teil hinuntergesunken.

[ 29 ] Der Mensch konnte — das alles bitte ich Sie, wie gesagt, sich vorzustellen als ein Gespräch des geisteswissenschaftlichen Lehrers mit dem geisteswissenschaftlichen Schüler -, der Mensch konnte sein höheres Bewusstsein bis zum Selbstbewusstsein herauf nur dadurch entwickeln, dass er etwas anderes mit in Kauf nahm. Dieser Mensch nahm bei dieser höheren Entwicklung mit in Kauf die Leidenschaften, die Triebe, die Instinkte, die Begierden. Die hat die Pflanze nicht. Zwar hat die Pflanze nicht ein innerliches Gedanken- und Empfindungsleben, aber dafür steht sie in ihrer Art wiederum in gewisser Beziehung höher als der Mensch; keusch und rein, ohne sinnliche Triebe und Begierden, ohne Instinkte und Leidenschaften steht sie da. Und indem wir uns vorstellen, wie der grüne Pflanzensaft sie durchströmt, sagen wir: Dieser grüne Pflanzensaft ist uns zugleich das Symbolum für die reine, keusche Pflanzennatur. Und indem die reine, keusche Pflanzennatur sich heraufentwickelt bis zum Menschen, wird im Menschen ein Selbstbewusstsein, ein inneres Leben entwickelt. Aber diese reine Keuschheit, sie verwandelt sich zu gleicher Zeit in das Begierdenleben. Der Mensch ist zum Teil höhergestiegen, zum Teil hinuntergesunken.

[ 30 ] Nun sagt der Lehrer weiter zum Schüler: Richte aber nicht bloß den Blick auf den Menschen, wie er in der Gegenwart vor dir steht; richte den Blick auf eine ferne, urferne Menschenzukunft, auf ein Menschenziel! Der Mensch hat das Ziel vor sich, höher und immer höher hinaufzustreben, immer Schritt für Schritt, und zu überwinden dasjenige, was er in Kauf nehmen musste bei seiner Höherentwicklung bis zum heutigen Stande, die Triebe, Begierden und Leidenschaften zu läutern, zu reinigen, sodass er einstmals unter Beibehaltung seines Bewusstseins, seiner selbstbewussten Natur, rein und keusch in sich ist wie das Pflanzenwesen auf seiner Stufe, in seiner Art. Das, was also der Mensch in der Zukunft wieder erreichen soll, das ist Überwindung, Läuterung dessen, was er in Kauf nehmen musste, sozusagen abstreifen, hinwegnehmen von sich das, wodurch er niedriger gekommen ist als das keusche Pflanzenwesen, und dadurch erst in sich aufleben lassen eine höhere Natur, einen höheren Menschen, der heute in ihm schlummert. Wiederum können wir uns auf Goethe berufen, wenn wir darauf aufmerksam machen wollen, welches der tiefste Sinn dieser Menschheitsentwicklung ist. Wir können sagen und wir treffen mit diesen Worten Goethes durchaus den Sinn dessen, was der geisteswissenschaftliche Lehrer zu seinem Schüler sagte, wir können auf das Wort in Goethes «Westöstlichem Diwan» aufmerksam machen:

[ 30 ] Nun sagt der Lehrer weiter zum Schüler: Richte aber nicht bloß den Blick auf den Menschen, wie er in der Gegenwart vor dir steht; richte den Blick auf eine ferne, urferne Menschenzukunft, auf ein Menschenziel! Der Mensch hat das Ziel vor sich, höher und immer höher hinaufzustreben, immer Schritt für Schritt, und zu überwinden dasjenige, was er in Kauf nehmen musste bei seiner Höherentwicklung bis zum heutigen Stande, die Triebe, Begierden und Leidenschaften zu läutern, zu reinigen, sodass er einstmals unter Beibehaltung seines Bewusstseins, seiner selbstbewussten Natur, rein und keusch in sich ist wie das Pflanzenwesen auf seiner Stufe, in seiner Art. Das, was also der Mensch in der Zukunft wieder erreichen soll, das ist Überwindung, Läuterung dessen, was er in Kauf nehmen musste, sozusagen abstreifen, hinwegnehmen von sich das, wodurch er niedriger gekommen ist als das keusche Pflanzenwesen, und dadurch erst in sich aufleben lassen eine höhere Natur, einen höheren Menschen, der heute in ihm schlummert. Wiederum können wir uns auf Goethe berufen, wenn wir darauf aufmerksam machen wollen, welches der tiefste Sinn dieser Menschheitsentwicklung ist. Wir können sagen und wir treffen mit diesen Worten Goethes durchaus den Sinn dessen, was der geisteswissenschaftliche Lehrer zu seinem Schüler sagte, wir können auf das Wort in Goethes «Westöstlichem Diwan» aufmerksam machen:

Und solang du das nicht hast,
Dieses Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

Und solang du das nicht hast,
Dieses Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

[ 31 ] «Stirb und Werde»: Was heißt das? Stirb und Werde ist ein tief symbolisches Wort. Es drückt ungefähr dasjenige aus, was jetzt in dem Symbolum gesagt worden ist, es drückt aus, dass der Mensch dasjenige, was er in Kauf genommen hat, um auf eine höhere Stufe zu kommen, um es zu einer höheren Blüte zu bringen, seine niedere Natur, absterben lassen will, und eine höhere Natur als eine Blüte des Übersinnlichen herausgetrieben werden soll.

[ 31 ] «Stirb und Werde»: Was heißt das? Stirb und Werde ist ein tief symbolisches Wort. Es drückt ungefähr dasjenige aus, was jetzt in dem Symbolum gesagt worden ist, es drückt aus, dass der Mensch dasjenige, was er in Kauf genommen hat, um auf eine höhere Stufe zu kommen, um es zu einer höheren Blüte zu bringen, seine niedere Natur, absterben lassen will, und eine höhere Natur als eine Blüte des Übersinnlichen herausgetrieben werden soll.

[ 32 ] Wenn wir uns nunmehr anschauen die Pflanze, so wird sie in einer gewissen Form für uns selbst zum Symbol, zu einem deutlichen Symbolum dieser menschlichen Entwicklung. Wir sehen, wie die Rosenpflanze in ihre rote Blüte hinein sich entwickelt. Da ändert sich sozusagen vor unseren Augen der grüne Pflanzensaft, indem er in die Blüte schießt, in den roten Pflanzensaft der Blüte. Denken wir uns nun symbolisch — immer sind wir im Gespräche zwischen dem Lehrer und dem Zögling —, denken wir uns an dem Menschen dasjenige, was an Leidenschaften und Trieben an sein rotes Blut gebunden ist, so geläutert, gereinigt, dass dieses rote Blut in Keuschheit und Reinheit durch die Adern fließt wie der rote Saft durch das Rosenblatt. Dann haben wir in der Rose selbst das Symbolum der höheren Menschennatur.

[ 32 ] Wenn wir uns nunmehr anschauen die Pflanze, so wird sie in einer gewissen Form für uns selbst zum Symbol, zu einem deutlichen Symbolum dieser menschlichen Entwicklung. Wir sehen, wie die Rosenpflanze in ihre rote Blüte hinein sich entwickelt. Da ändert sich sozusagen vor unseren Augen der grüne Pflanzensaft, indem er in die Blüte schießt, in den roten Pflanzensaft der Blüte. Denken wir uns nun symbolisch — immer sind wir im Gespräche zwischen dem Lehrer und dem Zögling —, denken wir uns an dem Menschen dasjenige, was an Leidenschaften und Trieben an sein rotes Blut gebunden ist, so geläutert, gereinigt, dass dieses rote Blut in Keuschheit und Reinheit durch die Adern fließt wie der rote Saft durch das Rosenblatt. Dann haben wir in der Rose selbst das Symbolum der höheren Menschennatur.

[ 33 ] Ausgedrückt ist uns das im Rosenkreuze, das «Stirb und Werde» im niederen Menschen, das Abstreifen und Loslösen dessen, was der Mensch in Kauf genommen hat im schwarzen Kreuz. Das «Werde» auf einer höheren Stufe der Entwicklung der innersten geistigen Menschennatur gleicht auch wiederum dem reinen keuschen Pflanzensaft in den Rosen, die das Rosenkreuz schmücken. So haben wir zunächst verstandesmäßig von einer Seite her — es könnte vieles darüber noch gesagt werden — dieses Bild erklärt.

[ 33 ] Ausgedrückt ist uns das im Rosenkreuze, das «Stirb und Werde» im niederen Menschen, das Abstreifen und Loslösen dessen, was der Mensch in Kauf genommen hat im schwarzen Kreuz. Das «Werde» auf einer höheren Stufe der Entwicklung der innersten geistigen Menschennatur gleicht auch wiederum dem reinen keuschen Pflanzensaft in den Rosen, die das Rosenkreuz schmücken. So haben wir zunächst verstandesmäßig von einer Seite her — es könnte vieles darüber noch gesagt werden — dieses Bild erklärt.

[ 34 ] Nun könnte jemand natürlich sagen — und der Einwand wäre sehr billig —: Ja, alles das, was hier über das Rosenkreuz gesagt wird, das entspricht ja nicht naturwissenschaftlichen Vorstellungen! — Gewiss, meine verehrten Anwesenden, das entspricht nicht äußerlich naturwissenschaftlichen Vorstellungen, aber dazu ist das Rosenkreuz auch nicht da, dass es irgendwie eine äußere Tatsache der Wahrheit gemäß ausdrückt. Auf eine solche Abbildung der äußeren Welt kommt es nicht an, sondern darauf kommt es an, dass derjenige, der nunmehr, gerade weil das Rosenkreuz keiner äußeren Wirklichkeit entspricht, dieses Kreuz vor seine Seele hintreten lässt, sich ganz in dieses Rosenkreuz vertieft und wie unter der Schwelle des Bewusstseins alles dasjenige, was wir hier ausgesprochen haben, fühlt und empfindet, was wir gesagt haben. Seine Seele wird etwas anderes, als sie vorher war. So wirken solche Symbole, gerade weil sie keiner äußeren Wirklichkeit entsprechen, auf die Seele des Menschen. Sie regen sie an zu der sogenannten imaginativen Erkenntnis, zu jener Erkenntnis, welche die erste Stufe darstellt im Hinangehen in die höheren Welten.

[ 34 ] Nun könnte jemand natürlich sagen — und der Einwand wäre sehr billig —: Ja, alles das, was hier über das Rosenkreuz gesagt wird, das entspricht ja nicht naturwissenschaftlichen Vorstellungen! — Gewiss, meine verehrten Anwesenden, das entspricht nicht äußerlich naturwissenschaftlichen Vorstellungen, aber dazu ist das Rosenkreuz auch nicht da, dass es irgendwie eine äußere Tatsache der Wahrheit gemäß ausdrückt. Auf eine solche Abbildung der äußeren Welt kommt es nicht an, sondern darauf kommt es an, dass derjenige, der nunmehr, gerade weil das Rosenkreuz keiner äußeren Wirklichkeit entspricht, dieses Kreuz vor seine Seele hintreten lässt, sich ganz in dieses Rosenkreuz vertieft und wie unter der Schwelle des Bewusstseins alles dasjenige, was wir hier ausgesprochen haben, fühlt und empfindet, was wir gesagt haben. Seine Seele wird etwas anderes, als sie vorher war. So wirken solche Symbole, gerade weil sie keiner äußeren Wirklichkeit entsprechen, auf die Seele des Menschen. Sie regen sie an zu der sogenannten imaginativen Erkenntnis, zu jener Erkenntnis, welche die erste Stufe darstellt im Hinangehen in die höheren Welten.

[ 35 ] Ich habe Ihnen nur das Rosenkreuz als Beispiel hinstellen können. Hundert andere Beispiele könnten wir anführen. Der Schüler muss sich nach und nach in diese Symbole hineinfinden, wie derjenige, der lesen lernen will, die Buchstaben und Zeichen kennenlernen muss. Nur auf diese Weise kommt er zu einer höheren Daseinsform, und dann macht ein solcher, der die Geduld und Ausdauer hat, sich in abbildliche Vorstellungen solcher Symbole hineinzuleben, eine besondere Erfahrung.

[ 35 ] Ich habe Ihnen nur das Rosenkreuz als Beispiel hinstellen können. Hundert andere Beispiele könnten wir anführen. Der Schüler muss sich nach und nach in diese Symbole hineinfinden, wie derjenige, der lesen lernen will, die Buchstaben und Zeichen kennenlernen muss. Nur auf diese Weise kommt er zu einer höheren Daseinsform, und dann macht ein solcher, der die Geduld und Ausdauer hat, sich in abbildliche Vorstellungen solcher Symbole hineinzuleben, eine besondere Erfahrung.

[ 36 ] Um uns ein Bild machen zu können von dem, was für eine Erfahrung an den Menschen herantritt als ein Erlebnis der Erweckung, müssen wir etwas in die Menschennatur hineinleuchten. Diese Natur, sie bietet ja dem Menschen die großen Rätsel des Daseins, und gerade an dem, was er sozusagen täglich erlebt und was ihm die tiefsten Rätsel aufgeben kann, geht der Mensch in gleichgültiger Weise vorbei. Es schließen ungefähr vier Worte diese Rätsel des Daseins ein: Wachen und Schlaf, Leben und Tod. Diese vier Worte, sie bezeichnen die größten Lebensrätsel.

[ 36 ] Um uns ein Bild machen zu können von dem, was für eine Erfahrung an den Menschen herantritt als ein Erlebnis der Erweckung, müssen wir etwas in die Menschennatur hineinleuchten. Diese Natur, sie bietet ja dem Menschen die großen Rätsel des Daseins, und gerade an dem, was er sozusagen täglich erlebt und was ihm die tiefsten Rätsel aufgeben kann, geht der Mensch in gleichgültiger Weise vorbei. Es schließen ungefähr vier Worte diese Rätsel des Daseins ein: Wachen und Schlaf, Leben und Tod. Diese vier Worte, sie bezeichnen die größten Lebensrätsel.

[ 37 ] Es kann natürlich in einer kurzen Stunde nicht ausführlich erörtert werden, wie man im Sinne der Geisteswissenschaft über das Wesen des Menschen in Bezug auf diese vier Worte zu denken hat. Aber angeführt soll werden dasjenige, was der, welcher in der heute beschriebenen Art den Geist zu erforschen vermag, erlebt an dem Menschen und seinen Veränderungen im alltäglichen Leben. Ist denn nicht dieses alltägliche Leben mit seinem Wechsel von Wachen und Schlaf ein Rätsel? Wir sehen den Menschen, wie er vom Morgen bis zum Abend sich erfüllt mit den Eindrücken des Tages, wie alle seine Sinne immerfort Wahrnehmungen aufnehmen. Wir sehen, wie der Mensch dann mit seinem Verstande seine äußeren Eindrücke verarbeitet. Wir sehen aber, wie der Mensch des Abends, wenn er einschläft, hinuntersinken sieht alle seine Eindrücke des Tages und auch alle die Erlebnisse der Seele. Wir sehen, wie der Mensch sozusagen in das Meer des zeitweiligen Vergessens von Lust und Leid, Freude und Schmerz, aber auch aller Wahrnehmungen des Alltags, der Töne, der Wärme und so weiter versinkt, die vom Morgen bis zum Abend seine Seele erfüllen, wie er alle seine inneren Seelenerlebnisse hinunterschwinden sieht und sozusagen Bewusstlosigkeit ihn umgibt.

[ 37 ] Es kann natürlich in einer kurzen Stunde nicht ausführlich erörtert werden, wie man im Sinne der Geisteswissenschaft über das Wesen des Menschen in Bezug auf diese vier Worte zu denken hat. Aber angeführt soll werden dasjenige, was der, welcher in der heute beschriebenen Art den Geist zu erforschen vermag, erlebt an dem Menschen und seinen Veränderungen im alltäglichen Leben. Ist denn nicht dieses alltägliche Leben mit seinem Wechsel von Wachen und Schlaf ein Rätsel? Wir sehen den Menschen, wie er vom Morgen bis zum Abend sich erfüllt mit den Eindrücken des Tages, wie alle seine Sinne immerfort Wahrnehmungen aufnehmen. Wir sehen, wie der Mensch dann mit seinem Verstande seine äußeren Eindrücke verarbeitet. Wir sehen aber, wie der Mensch des Abends, wenn er einschläft, hinuntersinken sieht alle seine Eindrücke des Tages und auch alle die Erlebnisse der Seele. Wir sehen, wie der Mensch sozusagen in das Meer des zeitweiligen Vergessens von Lust und Leid, Freude und Schmerz, aber auch aller Wahrnehmungen des Alltags, der Töne, der Wärme und so weiter versinkt, die vom Morgen bis zum Abend seine Seele erfüllen, wie er alle seine inneren Seelenerlebnisse hinunterschwinden sieht und sozusagen Bewusstlosigkeit ihn umgibt.

[ 38 ] Nun wäre es natürlich Torheit, eine leicht einzusehende Torheit, zu sagen, der Mensch vergehe des Abends und entstünde des Morgens wieder neu. Dasjenige, um was es sich handelt, ist vielmehr, dass der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, ein Wesen nicht bloß bestehend aus jenen Gliedern, den Augen, mit denen wir sehen, den Händen, mit denen wir tasten können, sondern dass wir außer diesem physischen Leibe noch höhere, überphysische Wahrnehmungsglieder haben. Wenn der Mensch des Abends einschläft — und wir wollen jetzt nur den Übergang vom Wachen bis zum traumlosen Schlaf betrachten, den Zwischenzustand, den traumerfüllten Zustand wollen wir auf sich beruhen lassen -, wenn der Mensch einschläft, dann bleibt ein Teil seiner Wesenheit im Bette liegen und ein anderer Teil, derjenige, der mit keinem äußeren Auge zu sehen ist, er zieht sich heraus; gerade der Träger von Lust und Leid, Schmerz und Freude und Leidenschaft, der Träger der Sinnesempfindungen, zieht sich heraus, der ist während der Nacht außerhalb des physischen Menschenleibes.

[ 38 ] Nun wäre es natürlich Torheit, eine leicht einzusehende Torheit, zu sagen, der Mensch vergehe des Abends und entstünde des Morgens wieder neu. Dasjenige, um was es sich handelt, ist vielmehr, dass der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, ein Wesen nicht bloß bestehend aus jenen Gliedern, den Augen, mit denen wir sehen, den Händen, mit denen wir tasten können, sondern dass wir außer diesem physischen Leibe noch höhere, überphysische Wahrnehmungsglieder haben. Wenn der Mensch des Abends einschläft — und wir wollen jetzt nur den Übergang vom Wachen bis zum traumlosen Schlaf betrachten, den Zwischenzustand, den traumerfüllten Zustand wollen wir auf sich beruhen lassen -, wenn der Mensch einschläft, dann bleibt ein Teil seiner Wesenheit im Bette liegen und ein anderer Teil, derjenige, der mit keinem äußeren Auge zu sehen ist, er zieht sich heraus; gerade der Träger von Lust und Leid, Schmerz und Freude und Leidenschaft, der Träger der Sinnesempfindungen, zieht sich heraus, der ist während der Nacht außerhalb des physischen Menschenleibes.

[ 39 ] Wir nennen in der Geisteswissenschaft das, was beim Einschlafen den physischen Leib verlässt, den astralischen Leib. An diesem Wort wollen Sie sich nicht stoßen; es hat nichts zu tun mit den Sternen, es ist einfach der übersinnliche Teil der Menschennatur, der des Abends sich herauszieht und den physischen Leib sich selber überlässt. Der Mensch ist wahrhaftig vorhanden vom Abend, wo er einschläft, bis zum Morgen, wo er aufwacht. Er schläft, und dasjenige Bewusstsein, von dem wir jetzt sprechen werden, das hierbei entwickelt wird als hellseherisches Bewusstsein bei der Erweckung, das zieht wie eine feine, aber geistige Lichtgestalt als solcher astralischer Leib sich heraus, indem der Mensch einschläft. Der Mensch ist seiner geistigen Wesenheit nach in der geistigen Welt, die um ihn ist.

[ 39 ] Wir nennen in der Geisteswissenschaft das, was beim Einschlafen den physischen Leib verlässt, den astralischen Leib. An diesem Wort wollen Sie sich nicht stoßen; es hat nichts zu tun mit den Sternen, es ist einfach der übersinnliche Teil der Menschennatur, der des Abends sich herauszieht und den physischen Leib sich selber überlässt. Der Mensch ist wahrhaftig vorhanden vom Abend, wo er einschläft, bis zum Morgen, wo er aufwacht. Er schläft, und dasjenige Bewusstsein, von dem wir jetzt sprechen werden, das hierbei entwickelt wird als hellseherisches Bewusstsein bei der Erweckung, das zieht wie eine feine, aber geistige Lichtgestalt als solcher astralischer Leib sich heraus, indem der Mensch einschläft. Der Mensch ist seiner geistigen Wesenheit nach in der geistigen Welt, die um ihn ist.

[ 40 ] Warum sieht der Mensch, wenn er doch in der Nacht in seinem astralischen Leibe unter geistigen Tatsachen und Wesenheiten ist, warum sieht er diese Tatsachen und Wesenheiten nicht? Aus demselben Grunde, aus dem ein Blinder die Farben und das Licht nicht sieht. Denken Sie sich einmal aus Ihrem physischen Leibe hinweg die Augen! Die Welt ist um Sie herum dunkel und finster, farblos. Denken Sie weg die Ohren! Die Welt ist stumm und tonlos. Und wenn Sie alle Organe wegdenken, so wird die Welt allmählich ein Nichts. Nur das ist da für den Menschen, wofür er Organe hat, nichts anderes! Wenn nun, sagen wir, die Lichtwolke des astralischen Leibes in der Nacht sich herauszieht aus dem physischen Leibe, dann hat der Mensch in seinem Astralleib keine Organe, um wahrzunehmen in der geistigen Welt, und die Folge davon ist, dass Bewusstlosigkeit und Finsternis um ihn herum ist.

[ 40 ] Warum sieht der Mensch, wenn er doch in der Nacht in seinem astralischen Leibe unter geistigen Tatsachen und Wesenheiten ist, warum sieht er diese Tatsachen und Wesenheiten nicht? Aus demselben Grunde, aus dem ein Blinder die Farben und das Licht nicht sieht. Denken Sie sich einmal aus Ihrem physischen Leibe hinweg die Augen! Die Welt ist um Sie herum dunkel und finster, farblos. Denken Sie weg die Ohren! Die Welt ist stumm und tonlos. Und wenn Sie alle Organe wegdenken, so wird die Welt allmählich ein Nichts. Nur das ist da für den Menschen, wofür er Organe hat, nichts anderes! Wenn nun, sagen wir, die Lichtwolke des astralischen Leibes in der Nacht sich herauszieht aus dem physischen Leibe, dann hat der Mensch in seinem Astralleib keine Organe, um wahrzunehmen in der geistigen Welt, und die Folge davon ist, dass Bewusstlosigkeit und Finsternis um ihn herum ist.

[ 41 ] Was geschieht nun, wenn der Mensch nicht im gewöhnlichen Normalen lebt, sondern wenn er dasjenige, was Ihnen eben beschrieben worden ist, durch das eine Symbolum auf sich wirken lässt, wenn er sich in seiner Seele solchen Dingen hingibt, wenn er in Ruhe und Ausdauer seine Seele so entwickelt, dass er unter Blind- und Taubwerden gegen seine äußere Umgebung sich ganz zu versenken vermag in die seines inneren Lebens, das man ein Leben der Meditation und Konzentration nennt? Was geschieht da? Das ist etwas, was das hellseherische Bewusstsein verfolgen kann. Aus einem unbestimmten astralischen Körper wird ein bestimmter. Es ist so, was da vorgeht in dem astralischen Leibe, wie wenn man dem physischen Leibe die Augen nach und nach hineinentwickeln würde. In der beschriebenen Art werden ihm geistige Augen und Ohren in seinen astralischen Leib hineingegliedert; aus einer unbestimmten Wolke wird ein gegliederter astralischer Organismus. Die Folge davon ist, dass der Mensch nunmehr nicht bloß nichts mehr erlebt, sondern dass das geistig eintritt, was sinnlich eintritt für den sinnlichen Leib, wenn ihm eingegliedert werden die Augen und Ohren. Das tritt jetzt für den Astralleib ein.

[ 41 ] Was geschieht nun, wenn der Mensch nicht im gewöhnlichen Normalen lebt, sondern wenn er dasjenige, was Ihnen eben beschrieben worden ist, durch das eine Symbolum auf sich wirken lässt, wenn er sich in seiner Seele solchen Dingen hingibt, wenn er in Ruhe und Ausdauer seine Seele so entwickelt, dass er unter Blind- und Taubwerden gegen seine äußere Umgebung sich ganz zu versenken vermag in die seines inneren Lebens, das man ein Leben der Meditation und Konzentration nennt? Was geschieht da? Das ist etwas, was das hellseherische Bewusstsein verfolgen kann. Aus einem unbestimmten astralischen Körper wird ein bestimmter. Es ist so, was da vorgeht in dem astralischen Leibe, wie wenn man dem physischen Leibe die Augen nach und nach hineinentwickeln würde. In der beschriebenen Art werden ihm geistige Augen und Ohren in seinen astralischen Leib hineingegliedert; aus einer unbestimmten Wolke wird ein gegliederter astralischer Organismus. Die Folge davon ist, dass der Mensch nunmehr nicht bloß nichts mehr erlebt, sondern dass das geistig eintritt, was sinnlich eintritt für den sinnlichen Leib, wenn ihm eingegliedert werden die Augen und Ohren. Das tritt jetzt für den Astralleib ein.

[ 42 ] Das, was der Mensch da erreicht durch geduldige Meditation und Konzentration in solche bildliche und andere Vorstellungen durch die entsprechende Geisteswissenschaftslehre, das nannte man in Kreisen, in denen man etwas wusste von der Geisteswissenschaft, den Vorgang der Läuterung. Warum Läuterung oder Katharsis? Aus dem Grunde, weil der Mensch von jetzt ab im Punkte seiner Entwicklung eben nicht mehr angewiesen war bloß auf die äußeren Eindrücke und dann bewusstlos bleiben muss und keine äußeren Eindrücke hat, sondern weil er jetzt, wenn er alle Eindrücke weglässt, wie es im Schlafe ist, dennoch eine Welt um sich hat. Weil er gereinigt und geläutert sein kann und dennoch Erlebnisse, eben geistige Erlebnisse hat. Das ist die erste Stufe, die erreicht wird durch solche Mittel, wie wir sie beschrieben haben.

[ 42 ] Das, was der Mensch da erreicht durch geduldige Meditation und Konzentration in solche bildliche und andere Vorstellungen durch die entsprechende Geisteswissenschaftslehre, das nannte man in Kreisen, in denen man etwas wusste von der Geisteswissenschaft, den Vorgang der Läuterung. Warum Läuterung oder Katharsis? Aus dem Grunde, weil der Mensch von jetzt ab im Punkte seiner Entwicklung eben nicht mehr angewiesen war bloß auf die äußeren Eindrücke und dann bewusstlos bleiben muss und keine äußeren Eindrücke hat, sondern weil er jetzt, wenn er alle Eindrücke weglässt, wie es im Schlafe ist, dennoch eine Welt um sich hat. Weil er gereinigt und geläutert sein kann und dennoch Erlebnisse, eben geistige Erlebnisse hat. Das ist die erste Stufe, die erreicht wird durch solche Mittel, wie wir sie beschrieben haben.

[ 43 ] Es muss aber auch eine zweite Stufe hinzukommen in der geistigen Entwicklung, wenn der Mensch zum wirklichen Hellseher werden soll. Diese Stufe, diese höhere Stufe werden wir einsehen können, wenn wir bemerken, dass beim Einschlafen auch nicht bloß ein Physisches übrig bleibt. Schon in diesem physischen Leibe, der da abends im Bette liegen bleibt beim Einschlafen, haben wir ein Überphysisches, ein Übersinnliches. Sie werden am leichtesten darauf kommen — das kann heute nur erwähnt werden; wenn Sie immer tiefer und tiefer in die Theosophie eingehen, werden Sie sehen, dass das zum Beweise erhoben wird trotz aller Einwände der äußeren Wissenschaft —, Sie werden am besten darauf kommen, wenn Sie den Menschen, so wie er vor uns steht, vergleichen mit irgendeinem äußeren physischen Gegenstand.

[ 43 ] Es muss aber auch eine zweite Stufe hinzukommen in der geistigen Entwicklung, wenn der Mensch zum wirklichen Hellseher werden soll. Diese Stufe, diese höhere Stufe werden wir einsehen können, wenn wir bemerken, dass beim Einschlafen auch nicht bloß ein Physisches übrig bleibt. Schon in diesem physischen Leibe, der da abends im Bette liegen bleibt beim Einschlafen, haben wir ein Überphysisches, ein Übersinnliches. Sie werden am leichtesten darauf kommen — das kann heute nur erwähnt werden; wenn Sie immer tiefer und tiefer in die Theosophie eingehen, werden Sie sehen, dass das zum Beweise erhoben wird trotz aller Einwände der äußeren Wissenschaft —, Sie werden am besten darauf kommen, wenn Sie den Menschen, so wie er vor uns steht, vergleichen mit irgendeinem äußeren physischen Gegenstand.

[ 44 ] Das, was physischer Leib des Menschen ist, hat in sich dieselben Kräfte und Stoffe wie die äußeren leblosen sogenannten mineralischen Körper. Aber es ist doch ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Menschen und einem bloß mineralischen Wesen. Sehen Sie ein mineralisches Wesen an, das eine bestimmte Form hat. Wie kann die Form vergehen? Dadurch, dass sie von außen zerschlagen oder zerstört wird. Von außen muss zerstört werden die Form. Dasjenige, was physischer Menschenleib ist — und wir sprechen nun vom Menschen, sonst müssten wir sagen, dass es bei jedem Lebewesen so ist —, dasjenige, was Menschenleib ist, besteht zwar auch aus physischen Kräften und Stoffen geradeso wie die äußere Natur, aber wenn diese Kräfte und Stoffe sich selbst überlassen sind, was tun sie dann? Sie lösen die Form auf, sie lösen sich auseinander.

[ 44 ] Das, was physischer Leib des Menschen ist, hat in sich dieselben Kräfte und Stoffe wie die äußeren leblosen sogenannten mineralischen Körper. Aber es ist doch ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Menschen und einem bloß mineralischen Wesen. Sehen Sie ein mineralisches Wesen an, das eine bestimmte Form hat. Wie kann die Form vergehen? Dadurch, dass sie von außen zerschlagen oder zerstört wird. Von außen muss zerstört werden die Form. Dasjenige, was physischer Menschenleib ist — und wir sprechen nun vom Menschen, sonst müssten wir sagen, dass es bei jedem Lebewesen so ist —, dasjenige, was Menschenleib ist, besteht zwar auch aus physischen Kräften und Stoffen geradeso wie die äußere Natur, aber wenn diese Kräfte und Stoffe sich selbst überlassen sind, was tun sie dann? Sie lösen die Form auf, sie lösen sich auseinander.

[ 45 ] Das, was die Auflösung der Form des physischen Menschenleibes genannt werden kann, das tritt mit dem Tode ein. Indem der Mensch stirbt, bleibt dasjenige, was dann noch vor unseren Augen, vor den äußeren Sinnen ist, bleibt ein physischer Leib zurück; der zerfällt jetzt in die physischen und chemischen Stoffe, die in ihm sind. Er ist aber jetzt nicht mehr Menschenleib, er ist Leichnam; und während ein Stein durch die in ihm wirkenden Kräfte und Stoffe seine Form behält, seine Gestalt bleibt, wird der menschliche Leib in dem Augenblick, wo er seinen eigenen physischen und chemischen Stoffen überlassen ist, zerfallen und sich auflösen. Da zeigt Ihnen die Geisteswissenschaft, dass von der Entstehung bis zum Tode dieses Menschenleibes ein fortdauernder Kämpfer in unserem Körper lebt wie in jedem Lebewesen überhaupt, ein Kämpfer, der während des Lebens fortwährend zunächst aufhält den Zerfall des physischen Leibes. Ebenso wie wir des Abends, wenn der Mensch einschläft, den astralischen Leib herausschweben sehen, wenn wir beobachten können, aus dem, was im Bette liegen bleibt, ebenso sehen wir im Tode dasjenige, was sonst auch im Schlafe mit dem physischen Menschenleibe vereinigt bleibt, das sehen wir im Tode herausschweben. So unterscheidet sich der Tod von dem gewöhnlichen Schlafe. Dasjenige, was wir finden als einen Kämpfer gegen den Zerfall unseres Leibes im Leben, nennen wir als das Nächst-Übersinnliche gegenüber dem Physischen den Äther- oder Lebensleib, und es ergibt sich jetzt für uns der Unterschied des Schlafes vom Tode.

[ 45 ] Das, was die Auflösung der Form des physischen Menschenleibes genannt werden kann, das tritt mit dem Tode ein. Indem der Mensch stirbt, bleibt dasjenige, was dann noch vor unseren Augen, vor den äußeren Sinnen ist, bleibt ein physischer Leib zurück; der zerfällt jetzt in die physischen und chemischen Stoffe, die in ihm sind. Er ist aber jetzt nicht mehr Menschenleib, er ist Leichnam; und während ein Stein durch die in ihm wirkenden Kräfte und Stoffe seine Form behält, seine Gestalt bleibt, wird der menschliche Leib in dem Augenblick, wo er seinen eigenen physischen und chemischen Stoffen überlassen ist, zerfallen und sich auflösen. Da zeigt Ihnen die Geisteswissenschaft, dass von der Entstehung bis zum Tode dieses Menschenleibes ein fortdauernder Kämpfer in unserem Körper lebt wie in jedem Lebewesen überhaupt, ein Kämpfer, der während des Lebens fortwährend zunächst aufhält den Zerfall des physischen Leibes. Ebenso wie wir des Abends, wenn der Mensch einschläft, den astralischen Leib herausschweben sehen, wenn wir beobachten können, aus dem, was im Bette liegen bleibt, ebenso sehen wir im Tode dasjenige, was sonst auch im Schlafe mit dem physischen Menschenleibe vereinigt bleibt, das sehen wir im Tode herausschweben. So unterscheidet sich der Tod von dem gewöhnlichen Schlafe. Dasjenige, was wir finden als einen Kämpfer gegen den Zerfall unseres Leibes im Leben, nennen wir als das Nächst-Übersinnliche gegenüber dem Physischen den Äther- oder Lebensleib, und es ergibt sich jetzt für uns der Unterschied des Schlafes vom Tode.

[ 46 ] Im Schlaf bleibt nicht nur liegen der physische, sondern auch der Äther- oder Lebensleib, und aus diesen beiden steigt heraus der astralische Leib mit dem Selbstbewusstsein. So jede Nacht. Des Morgens, wenn der Mensch aufwacht, steigt sein astralischer Leib wiederum hinein in den physischen Leib und in den Äther- oder Lebensleib und bedient sich der Organe, der Augen, der Ohren und so weiter. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, dann bleibt nur zurück der physische Leib, der jetzt Leichnam ist, und hinweg hebt sich der Äther- mit dem Astralleib. So ist der Unterschied des Schlafes mit dem Tode.

[ 46 ] Im Schlaf bleibt nicht nur liegen der physische, sondern auch der Äther- oder Lebensleib, und aus diesen beiden steigt heraus der astralische Leib mit dem Selbstbewusstsein. So jede Nacht. Des Morgens, wenn der Mensch aufwacht, steigt sein astralischer Leib wiederum hinein in den physischen Leib und in den Äther- oder Lebensleib und bedient sich der Organe, der Augen, der Ohren und so weiter. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, dann bleibt nur zurück der physische Leib, der jetzt Leichnam ist, und hinweg hebt sich der Äther- mit dem Astralleib. So ist der Unterschied des Schlafes mit dem Tode.

[ 47 ] Dadurch, dass der Ätherleib mit dem, was dieser Ätherleib im Irdischen erlebt hat, sich heraushebt, dadurch kann der Mensch nach seinem Tode in eine geistige Welt übergehen, in welcher er weiterlebt. Doch nicht diese Frage soll uns berühren, was der Mensch von seinem Leben hinübernimmt in das andere Dasein, sondern das soll uns beschäftigen, was mit dem Wo und Wie des Geistesforschers zusammenhängt.

[ 47 ] Dadurch, dass der Ätherleib mit dem, was dieser Ätherleib im Irdischen erlebt hat, sich heraushebt, dadurch kann der Mensch nach seinem Tode in eine geistige Welt übergehen, in welcher er weiterlebt. Doch nicht diese Frage soll uns berühren, was der Mensch von seinem Leben hinübernimmt in das andere Dasein, sondern das soll uns beschäftigen, was mit dem Wo und Wie des Geistesforschers zusammenhängt.

[ 48 ] Der Ätherleib tritt auch im Schlafe nicht heraus, sondern bleibt beim physischen Menschenleibe. Der Astralleib dagegen schwebt beim Schlafe heraus, und wenn der Mensch aufwacht, tritt er in den physischen Leib wieder ein. In dem Augenblick nun, wo der astralische Leib durch die Ihnen beschriebene Versenkung, durch jenes meditative Leben, wo er in symbolischen und anderen Vorstellungen sich zum Beispiel die imaginative Erkenntnis erwirbt, in dem Augenblick, wo der astralische Leib seine Geistes-Ohren und -Augen und so weiter erhält, bringt er diese des Morgens mit hinein in den Ätherleib, und die Folge davon ist, dass der Mensch des Morgens nicht aufwacht mit dem Gefühle: Du warst bewusstlos —, sondern er sagt, wenn er erwacht: Ich war in einer geistigen Welt unter geistigen Dingen und Wesenheiten, ich war in meiner eigentlichen Heimat, in jener Welt, aus der meine Seele und Geist ebenso stammen, wie mein physischer Leib aus der physischen Welt heraus ist.

[ 48 ] Der Ätherleib tritt auch im Schlafe nicht heraus, sondern bleibt beim physischen Menschenleibe. Der Astralleib dagegen schwebt beim Schlafe heraus, und wenn der Mensch aufwacht, tritt er in den physischen Leib wieder ein. In dem Augenblick nun, wo der astralische Leib durch die Ihnen beschriebene Versenkung, durch jenes meditative Leben, wo er in symbolischen und anderen Vorstellungen sich zum Beispiel die imaginative Erkenntnis erwirbt, in dem Augenblick, wo der astralische Leib seine Geistes-Ohren und -Augen und so weiter erhält, bringt er diese des Morgens mit hinein in den Ätherleib, und die Folge davon ist, dass der Mensch des Morgens nicht aufwacht mit dem Gefühle: Du warst bewusstlos —, sondern er sagt, wenn er erwacht: Ich war in einer geistigen Welt unter geistigen Dingen und Wesenheiten, ich war in meiner eigentlichen Heimat, in jener Welt, aus der meine Seele und Geist ebenso stammen, wie mein physischer Leib aus der physischen Welt heraus ist.

[ 49 ] Dazu, dass der Astralleib mit dem, was er des Nachts unter dem Einflusse des inneren Lebens in sich entwickelt, den Ätherleib durchleuchtet, dazu trägt die zweite, die höhere Stufe des hellseherischen Lebens bei. Man nennt das die Erleuchtung. Das sind die zwei ersten Stufen des hellseherischen Lebens.

[ 49 ] Dazu, dass der Astralleib mit dem, was er des Nachts unter dem Einflusse des inneren Lebens in sich entwickelt, den Ätherleib durchleuchtet, dazu trägt die zweite, die höhere Stufe des hellseherischen Lebens bei. Man nennt das die Erleuchtung. Das sind die zwei ersten Stufen des hellseherischen Lebens.

[ 50 ] Zuerst tritt die Erleuchtung auf, dass der Mensch nicht aus dem Meere der Bewusstlosigkeit aufwacht, sondern mit der Erinnerung, dass er in der Nacht unter geistigen Wesenheiten war. Er weiß, eine geistige Welt war um ihn; und dann kommt er immer weiter, sodass er auch während des Tages in seinem physischen Leibe um sich herum dasjenige sehen kann, was um uns ist, was den Raum ebenso erfüllt wie die physische Welt, dass er um sich herum die geistige Welt zwischen und durch die physischen Dinge hineinsieht. So findet der Mensch den Geist nicht durch äußere Wahrnehmung, sondern er findet ihn dadurch, dass er durch genau bestimmte Methoden und Mittel, die nur durch ein Beispiel heute erläutert werden konnten, seine Seele erweckt, die in ihm schlummernden Kräfte und Fähigkeiten zu einer höheren Stufe hinaufbringt, selber den Geist in sich findet, und somit im Geiste, den er in sich erweckte, die geistige Welt wahrnehmen kann.

[ 50 ] Zuerst tritt die Erleuchtung auf, dass der Mensch nicht aus dem Meere der Bewusstlosigkeit aufwacht, sondern mit der Erinnerung, dass er in der Nacht unter geistigen Wesenheiten war. Er weiß, eine geistige Welt war um ihn; und dann kommt er immer weiter, sodass er auch während des Tages in seinem physischen Leibe um sich herum dasjenige sehen kann, was um uns ist, was den Raum ebenso erfüllt wie die physische Welt, dass er um sich herum die geistige Welt zwischen und durch die physischen Dinge hineinsieht. So findet der Mensch den Geist nicht durch äußere Wahrnehmung, sondern er findet ihn dadurch, dass er durch genau bestimmte Methoden und Mittel, die nur durch ein Beispiel heute erläutert werden konnten, seine Seele erweckt, die in ihm schlummernden Kräfte und Fähigkeiten zu einer höheren Stufe hinaufbringt, selber den Geist in sich findet, und somit im Geiste, den er in sich erweckte, die geistige Welt wahrnehmen kann.

[ 51 ] Also durch eine Entwicklung eines anderen, eines neuen Bewusstseins, durch die Läuterung und durch die Erleuchtung lebt sich der Mensch hinauf in die geistige Welt. Und wiederum ist ihm die Imagination, dieses Sich-Hineinvertiefen in Bilder, nur die Vorbereitung zu den Wahrnehmungen der eigentlichen geistigen Welt. Denn hier stehen wir eben vor einer wichtigen Tatsache des inneren Erlebens. Es könnte jemand die Frage aufwerfen: Ja, aber das, was der Mensch zunächst hat in seinem inneren Leben, das sind ja alles nur unwirkliche Vorstellungen, nur Bilder, nur Symbole. — Gewiss, das sind sie zunächst. Aber wenn er in der richtigen Art diese Symbole in seinem Leben verarbeitet, dann kommt der Zeitpunkt, wo er sich sagen kann: Jetzt, jetzt stehe ich an dem Moment, wo ich nicht mehr bloß meine wirklichen Vorstellungen habe, sondern jetzt strömt dadurch, dass ich aus meinem Leben etwas Bestimmtes gemacht habe, eine Welt, die objektiv ist, auf mich ein.

[ 51 ] Also durch eine Entwicklung eines anderen, eines neuen Bewusstseins, durch die Läuterung und durch die Erleuchtung lebt sich der Mensch hinauf in die geistige Welt. Und wiederum ist ihm die Imagination, dieses Sich-Hineinvertiefen in Bilder, nur die Vorbereitung zu den Wahrnehmungen der eigentlichen geistigen Welt. Denn hier stehen wir eben vor einer wichtigen Tatsache des inneren Erlebens. Es könnte jemand die Frage aufwerfen: Ja, aber das, was der Mensch zunächst hat in seinem inneren Leben, das sind ja alles nur unwirkliche Vorstellungen, nur Bilder, nur Symbole. — Gewiss, das sind sie zunächst. Aber wenn er in der richtigen Art diese Symbole in seinem Leben verarbeitet, dann kommt der Zeitpunkt, wo er sich sagen kann: Jetzt, jetzt stehe ich an dem Moment, wo ich nicht mehr bloß meine wirklichen Vorstellungen habe, sondern jetzt strömt dadurch, dass ich aus meinem Leben etwas Bestimmtes gemacht habe, eine Welt, die objektiv ist, auf mich ein.

[ 52 ] Unterscheiden können, wie lange man in den bloßen Vorstellungen lebt, und wann man ankommt bei den geistigen Tatsachen und geistigen Wesenheiten, die von außen hereinkommen, Unterscheiden-Können, das lehrt nur die Erfahrung selber, die Beobachtung. Geradeso wie Sie im sinnlichen Leben unterscheiden können die bloße Vorstellung von der Wahrnehmung von der Wirklichkeit, so kommt auch der Moment, wo Sie durch Erfahrung unterscheiden können das innerliche bloße Vorstellungsleben in der Imagination von der äußeren [übersinnlichen] Wirklichkeit.

[ 52 ] Unterscheiden können, wie lange man in den bloßen Vorstellungen lebt, und wann man ankommt bei den geistigen Tatsachen und geistigen Wesenheiten, die von außen hereinkommen, Unterscheiden-Können, das lehrt nur die Erfahrung selber, die Beobachtung. Geradeso wie Sie im sinnlichen Leben unterscheiden können die bloße Vorstellung von der Wahrnehmung von der Wirklichkeit, so kommt auch der Moment, wo Sie durch Erfahrung unterscheiden können das innerliche bloße Vorstellungsleben in der Imagination von der äußeren [übersinnlichen] Wirklichkeit.

[ 53 ] Man könnte ja allerdings sagen: In der physischen Welt kann bewiesen werden das Dasein der wirklichen Dinge. - Nein, es kann nur erlebt werden; niemals als durch Erleben ist es bewiesen. Die bloße Vorstellung in der sinnlichen Welt ist genau zu unterscheiden von der Wahrnehmung, und wenn jemand behaupten wollte, wie es eine verkehrte Philosophie tut, dass unsere Welt nur aus Vorstellungen bestehe, so mag er bedenken, welch ein Unterschied besteht zwischen der Vorstellung eines glühenden Stahles und der Wahrnehmung eines glühenden Stahles. Er kann sich da genau den Unterschied klarmachen, der besteht. Stellen Sie sich vor einen glühenden Stahl, und versuchen Sie an ihm, solche klare, richtige Begriffe festzustellen. Das philosophische Vorurteil, dass die Welt unsere Vorstellung sei — beweisen kann man nicht, sondern nur die Wirklichkeit der Dinge erleben.

[ 53 ] Man könnte ja allerdings sagen: In der physischen Welt kann bewiesen werden das Dasein der wirklichen Dinge. - Nein, es kann nur erlebt werden; niemals als durch Erleben ist es bewiesen. Die bloße Vorstellung in der sinnlichen Welt ist genau zu unterscheiden von der Wahrnehmung, und wenn jemand behaupten wollte, wie es eine verkehrte Philosophie tut, dass unsere Welt nur aus Vorstellungen bestehe, so mag er bedenken, welch ein Unterschied besteht zwischen der Vorstellung eines glühenden Stahles und der Wahrnehmung eines glühenden Stahles. Er kann sich da genau den Unterschied klarmachen, der besteht. Stellen Sie sich vor einen glühenden Stahl, und versuchen Sie an ihm, solche klare, richtige Begriffe festzustellen. Das philosophische Vorurteil, dass die Welt unsere Vorstellung sei — beweisen kann man nicht, sondern nur die Wirklichkeit der Dinge erleben.

[ 54 ] Ebenso nun, wie die Dinge außer uns wirklich sind und unsere Vorstellungen werden, wenn wir ihnen gegenübertreten, so wird dasjenige innere, intime Leben, das durch Meditation und Konzentration in jenen Bildern und in anderen Vorstellungen, die der Kürze der Zeit halber natürlich heute nicht beschrieben werden können, sondern nur durch das Beispiel des Rosenkreuzes klargelegt wurden, so kann der Mensch, wenn er das intime Leben ausübt, die Zeit herankommen sehen, wo er sagt: Ich habe nicht mehr ein Rosenkreuz vor mir, sondern ich habe den Moment erreicht, wo geistige Wesen an mich herankommen, die ebenso wirkliche Geistwesen sind wie die äußeren sinnlichen Dinge, wenn ich mir davon Vorstellungen mache. — Dieses wird erlebt, und was er tut, ist eine Vorbereitung. So ist allerdings der Verlauf des Seelenlebens bei der Erweckung.

[ 54 ] Ebenso nun, wie die Dinge außer uns wirklich sind und unsere Vorstellungen werden, wenn wir ihnen gegenübertreten, so wird dasjenige innere, intime Leben, das durch Meditation und Konzentration in jenen Bildern und in anderen Vorstellungen, die der Kürze der Zeit halber natürlich heute nicht beschrieben werden können, sondern nur durch das Beispiel des Rosenkreuzes klargelegt wurden, so kann der Mensch, wenn er das intime Leben ausübt, die Zeit herankommen sehen, wo er sagt: Ich habe nicht mehr ein Rosenkreuz vor mir, sondern ich habe den Moment erreicht, wo geistige Wesen an mich herankommen, die ebenso wirkliche Geistwesen sind wie die äußeren sinnlichen Dinge, wenn ich mir davon Vorstellungen mache. — Dieses wird erlebt, und was er tut, ist eine Vorbereitung. So ist allerdings der Verlauf des Seelenlebens bei der Erweckung.

[ 55 ] Bei dem Hinaufsteigen in die geistige Welt tritt das Umgekehrte von dem ein, was in der äußeren Wirklichkeit geschieht. In der äußeren Wirklichkeit haben wir zuerst die Gegenstände und das Erleben; dann bilden wir uns die Vorstellungen. In der höheren, geistigen, übersinnlichen Welt müssen wir zuerst unser Vorstellungsleben umgestalten und ruhig abwarten, bis wir imstande sind, einwirken zu lassen auf unsere Seele die Wahrheit, die geistige, eben die übersinnliche Wirklichkeit. Und es wird ganz davon abhängen, ob der Mensch bis in diesen Zeitpunkt hinein eine entsprechende, mit dem Meditieren und Konzentrieren parallel gehende Charakterbildung geübt und sich bis dahin eine solche Sicherheit und Festigkeit bewahrt hat, dass er im entscheidenden Momente unterscheiden kann zwischen Phantasie, Halluzination und Wirklichkeit. Diese Unterscheidung kann ja zum Schlusse nur das Leben geben. Geradeso wie der ein Narr ist, der seine Vorstellung von der Rose für eine wirkliche Rose hält, so kann der Mensch natürlich auf geistigem Gebiete, auch noch leichter natürlich, wenn er die innere Sicherheit nicht behält bis zum entscheidenden Punkte, noch leichter Halluzinationen und Illusionen haben. Wenn er sich aber die innere Stärke und Sicherheit bewahrt, sodass er keinen Augenblick wankt, und sich sagt: Nur dann, wenn mir etwas entgegentritt, in meiner vorbereiteten Seele entgegenkommt die Wirklichkeit, spreche ich von der geistigen Wirklichkeit; alles andere betrachte ich nur als Vorbereitung; nur dann wird er ebenso sicher im entscheidenden Augenblick geistige Wirklichkeit von Täuschungen unterscheiden können, wie der äußere Mensch Vorstellung und Wirklichkeit unterscheiden kann.

[ 55 ] Bei dem Hinaufsteigen in die geistige Welt tritt das Umgekehrte von dem ein, was in der äußeren Wirklichkeit geschieht. In der äußeren Wirklichkeit haben wir zuerst die Gegenstände und das Erleben; dann bilden wir uns die Vorstellungen. In der höheren, geistigen, übersinnlichen Welt müssen wir zuerst unser Vorstellungsleben umgestalten und ruhig abwarten, bis wir imstande sind, einwirken zu lassen auf unsere Seele die Wahrheit, die geistige, eben die übersinnliche Wirklichkeit. Und es wird ganz davon abhängen, ob der Mensch bis in diesen Zeitpunkt hinein eine entsprechende, mit dem Meditieren und Konzentrieren parallel gehende Charakterbildung geübt und sich bis dahin eine solche Sicherheit und Festigkeit bewahrt hat, dass er im entscheidenden Momente unterscheiden kann zwischen Phantasie, Halluzination und Wirklichkeit. Diese Unterscheidung kann ja zum Schlusse nur das Leben geben. Geradeso wie der ein Narr ist, der seine Vorstellung von der Rose für eine wirkliche Rose hält, so kann der Mensch natürlich auf geistigem Gebiete, auch noch leichter natürlich, wenn er die innere Sicherheit nicht behält bis zum entscheidenden Punkte, noch leichter Halluzinationen und Illusionen haben. Wenn er sich aber die innere Stärke und Sicherheit bewahrt, sodass er keinen Augenblick wankt, und sich sagt: Nur dann, wenn mir etwas entgegentritt, in meiner vorbereiteten Seele entgegenkommt die Wirklichkeit, spreche ich von der geistigen Wirklichkeit; alles andere betrachte ich nur als Vorbereitung; nur dann wird er ebenso sicher im entscheidenden Augenblick geistige Wirklichkeit von Täuschungen unterscheiden können, wie der äußere Mensch Vorstellung und Wirklichkeit unterscheiden kann.

[ 56 ] So, meine verehrten Anwesenden, sollte uns heute die Frage beschäftigen: Wo und wie findet man den Geist? Nicht dadurch, dass man irgendwelche äußeren Instrumente konstruiert, kann man den Geist finden, sondern dadurch, dass der Mensch sich selber zum Instrumente für die Wahrnehmung der geistigen Welt umgestaltet. Und so ist es denn wahr, dass die inneren Kräfte der Seele entwicklungsfähig sind, dass sich, um wieder in Goethes Sinn zu sprechen, geistige Ohren aus dieser Seele herausentwickeln können, wie aus dem Körper heraus sich sinnliche Ohren und Augen entwickeln.

[ 56 ] So, meine verehrten Anwesenden, sollte uns heute die Frage beschäftigen: Wo und wie findet man den Geist? Nicht dadurch, dass man irgendwelche äußeren Instrumente konstruiert, kann man den Geist finden, sondern dadurch, dass der Mensch sich selber zum Instrumente für die Wahrnehmung der geistigen Welt umgestaltet. Und so ist es denn wahr, dass die inneren Kräfte der Seele entwicklungsfähig sind, dass sich, um wieder in Goethes Sinn zu sprechen, geistige Ohren aus dieser Seele herausentwickeln können, wie aus dem Körper heraus sich sinnliche Ohren und Augen entwickeln.

[ 57 ] Der Mensch findet die höhere Welt also durch eigene höhere Entwicklung. Wenn auch heute zunächst nur wenige sich zu einem geistigen Instrumente für die Erforschung der Geisteswelt machen können, so können doch diese wenigen die Tatsachen der geistigen Welt erzählen, und da die Menschenseele nicht auf Wahn und Irrtum angelegt ist, sondern auf Wahrheit, so kann bei unbefangenem Denken die Mitteilung der geistigen Welt so aufgenommen werden, dass der Mensch zunächst eine Ahnung erhält von der Wahrheit der geistigen Welt. Dann kommt hinzu die Hoffnung, dass er, wenn er unter entsprechender Anleitung auf sich selber die Methoden anwendet, nach und nach in langem, entsagungsvollem Leben sich zu einem solchen Instrumente der geistigen Wahrnehmung machen könne. Die beste Vorbereitung ist zunächst, in das reine, unbefangene Denken, in den gesunden Verstand dasjenige aufzunehmen und zu verstehen, was der Geistesforscher in der geistigen Welt erfassen kann.

[ 57 ] Der Mensch findet die höhere Welt also durch eigene höhere Entwicklung. Wenn auch heute zunächst nur wenige sich zu einem geistigen Instrumente für die Erforschung der Geisteswelt machen können, so können doch diese wenigen die Tatsachen der geistigen Welt erzählen, und da die Menschenseele nicht auf Wahn und Irrtum angelegt ist, sondern auf Wahrheit, so kann bei unbefangenem Denken die Mitteilung der geistigen Welt so aufgenommen werden, dass der Mensch zunächst eine Ahnung erhält von der Wahrheit der geistigen Welt. Dann kommt hinzu die Hoffnung, dass er, wenn er unter entsprechender Anleitung auf sich selber die Methoden anwendet, nach und nach in langem, entsagungsvollem Leben sich zu einem solchen Instrumente der geistigen Wahrnehmung machen könne. Die beste Vorbereitung ist zunächst, in das reine, unbefangene Denken, in den gesunden Verstand dasjenige aufzunehmen und zu verstehen, was der Geistesforscher in der geistigen Welt erfassen kann.

[ 58 ] Dann wird schon durch eine solche intellektuelle Vorbereitung die Ahnung und die Hoffnung des höheren Erlebens entstehen, und der Mensch wird im Gefühle dasjenige haben, was die Rätsel der höheren Welten löst, die Geheimnisse dieser Rätsel enthüllt. Und er wird empfinden, erleben, die Wahrheit der Worte Goethes der mehr, als man gewöhnlich glaubt, in diesen geistigen Welten und Geheimnissen stand, was Goethe auch in seinem Lebensgedichte, im «Faust», an der Stelle [ausspricht], von der er sagt, dass sie der Weise spricht. Ja, gerade durch das Hineinleben in die Tatsachen könne ein jeder für sich selber in sich die Bestätigung der Worte dieses GoetheWeisen finden, denn die Geisteswissenschaft bietet Mitteilungen über die geistige Welt, erweckt die Hoffnung, selber einmal das Tor zu durchschreiten, das zunächst den Menschen von diesen Welten trennt. Und so wird wahr, durch das, was man heute Theosophie oder Geisteswissenschaft nennt, wenn es sich mehr in die Menschheit einlebt, so wird wahr, was Goethe im «Faust» den Weisen sprechen lässt:

[ 58 ] Dann wird schon durch eine solche intellektuelle Vorbereitung die Ahnung und die Hoffnung des höheren Erlebens entstehen, und der Mensch wird im Gefühle dasjenige haben, was die Rätsel der höheren Welten löst, die Geheimnisse dieser Rätsel enthüllt. Und er wird empfinden, erleben, die Wahrheit der Worte Goethes der mehr, als man gewöhnlich glaubt, in diesen geistigen Welten und Geheimnissen stand, was Goethe auch in seinem Lebensgedichte, im «Faust», an der Stelle [ausspricht], von der er sagt, dass sie der Weise spricht. Ja, gerade durch das Hineinleben in die Tatsachen könne ein jeder für sich selber in sich die Bestätigung der Worte dieses GoetheWeisen finden, denn die Geisteswissenschaft bietet Mitteilungen über die geistige Welt, erweckt die Hoffnung, selber einmal das Tor zu durchschreiten, das zunächst den Menschen von diesen Welten trennt. Und so wird wahr, durch das, was man heute Theosophie oder Geisteswissenschaft nennt, wenn es sich mehr in die Menschheit einlebt, so wird wahr, was Goethe im «Faust» den Weisen sprechen lässt:

Die Geisterwelt ist nicht verschlossen;
Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot!
Auf, bade, Schüler, unverdrossen
Die ird’sche Brust im Morgenrot!

Die Geisterwelt ist nicht verschlossen;
Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot!
Auf, bade, Schüler, unverdrossen
Die ird’sche Brust im Morgenrot!