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Goethe and the Present
GA 68c

31 December 1907, Berlin

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Goethe and the Present, tr. SOL
  1. Goethe und die Gegenwart

21. Über «Die Geheimnisse» von Goethe

21. On Goethe's “The Mysteries”

[ 1 ] Das mittelalterliche Christentum lässt die drei Weisen aus dem Morgenlande die Repräsentanten der drei Erdreiche sein — Europa, Asien, Afrika. Wie überall in der Esoterik solche Dinge an große Wahrheiten anknüpfen, so ist es auch mit der Illusion der Fall, dass ein König zum Mohren, der zweite zum Europäer, der dritte zum Orientalen gemacht ist. Die drei Weisen aus dem Morgenlande stehen mit großen kosmischen Wahrheiten in Verbindung. Schon vor vierzehn Tagen sagten wir, dass die Theosophie dem Menschen unmittelbares Empfinden, richtiges Verständnis für das, was im Laufe eines Jahres geschieht, wieder geben werde, sodass die Veränderungen uns zeigen, wie unser Geist mit kosmischen Ereignissen übereinstimmt.

[ 1 ] Medieval Christianity portrays the three wise men from the East as representatives of the three continents—Europe, Asia, and Africa. Just as such things are linked to great truths throughout esotericism, so too is the case with the illusion that one king is portrayed as a Moor, the second as a European, and the third as an Oriental. The three wise men from the East are connected to great cosmic truths. As we said fourteen days ago, theosophy will restore to humanity a direct sense of, and a correct understanding of, what happens over the course of a year, so that the changes will show us how our spirit harmonizes with cosmic events.

[ 2 ] Wie wir, wenn ein Menschenauge uns anblickt, hierin nicht bloß eine physische Bewegung sehen, sondern von dem äußeren Blick des Auges mit Recht auf die innere Verfassung einer Menschenseele einen Schluss machen, so ist der Theosoph sich klar, dass in jedem Donner und Blitz, in jedem Lufthauch, im Sonnenaufgang und -untergang nur der physische Ausdruck geistiger Wesenheiten zu suchen ist. Und wie die alltäglichen Ereignisse Wesen, die hinter ihnen stehen, ahnen und fühlen lassen, so lassen sich hinter den regelmäßig wiederkehrenden Erscheinungen des Jahres die Taten eines gesetzmäßig wirkenden göttlichen Geistes erkennen. Wir sehen, wie vom Frühling an die Kraft der Sonne immer mehr wächst, wie die Sonne von den kürzesten Tagen an ihre Kraft wiedergewinnt, wie sie das verhüllte Leben der Erde wachruft und neu ersprießen lässt, wie die Sonnenkraft sich in äußeren Taten auslebt. Von einem bestimmten Tage an nimmt die Sonnenkraft wieder ab, die Tage werden immer kürzer. Wenn die geringste physische Kraft der Sonne zu uns dringt, zieht sich das Leben unter die Oberfläche der Erde zurück. Der Mensch kann empfinden und erleben, dass hinter allen Taten der äußeren Natur das geistige Schaffen geistiger Wesenheiten steht.

[ 2 ] Just as, when a human eye looks at us, we see in this not merely a physical movement, but rightly infer from the outward gaze of the eye the inner state of a human soul, so the theosophist is aware that in every clap of thunder and flash of lightning, in every breath of air, in the sunrise and sunset, one must seek only the physical expression of spiritual beings. And just as everyday events allow us to sense and feel the beings behind them, so too can the deeds of a divine spirit acting in accordance with divine law be recognized behind the regularly recurring phenomena of the year. We see how, beginning in spring, the power of the sun grows ever stronger; how the sun regains its strength from the shortest days onward; how it awakens the dormant life of the earth and causes it to sprout anew; how the power of the sun manifests itself in outward actions. From a certain day onward, the sun’s power begins to wane again, and the days grow ever shorter. When even the slightest physical force of the sun reaches us, life withdraws beneath the surface of the earth. Human beings can sense and experience that behind all the actions of outer nature lies the spiritual creative work of spiritual beings.

[ 3 ] Wenn er noch tiefer eindringt, sagen ihm die Lehren, die innerhalb der Mysterien gepflegt wurden, dass nicht nur das stattfindet, sondern dass mit der zunehmenden Sonnenkraft die Tätigkeit der Sonnenwesen abnimmt, dass in der Zeit, wo die äußerliche Sonnenkraft am schwächsten ist, nunmehr eine andere Kraft zunimmt. In der kürzesten Zeit ist eine andere, eine geistige Kraft am stärksten. Wenn die Finsternis am größten ist, gibt es im Laufe des Jahres ein Licht, das dann am stärksten leuchtet; das haben die Überlieferungen der Mysterien immer zum Ausdruck gebracht. Das Christfest steht im Zusammenhang mit der tiefen Weisheit der Welt. Alle Sagen berichten, dass in der Mittagsstunde die Götter schlafen. Es gibt Gegenden, wo den ganzen Tag über die Kirchen offen sind, nur in der Mittagsstunde sind sie geschlossen; das beruht auf der gleichen Voraussetzung. Was die christliche Menschheit als Weihnacht feiert, ist nur aus der Mysterienlehre zu verstehen. Dem Schüler wurde Sonne und Mond gezeigt, wie sie im normalen Lauf sich abwechseln. Sie wurden besonders darauf hingewiesen, dass während der Nacht die Erde selbst das Sonnenlicht verhüllt. In der Weihnacht wird dem Schüler in der tiefsten Stille eine transparente Erde gezeigt, durch welche die Sonne gesehen werden kann. «Die Sonne um Mitternacht sehen», das ist die uralte Sitte der Weihnacht. Derjenige, dem Materie kein Hindernis ist, kann durch die Erde hindurch die Sonne auf der anderen Seite sehen, nämlich die Sonnenwesen. Im Gegensatz zu der Überlieferung, dass die Götter um Mittag schlafen, war die Anschauung, dass die Götter um Mitternacht wachen, denn um Mitternacht kann das geistige Licht am besten gesehen werden. Mit besonderer Feierlichkeit sollte dies zu Weihnachten geschehen. Wir können verstehen, dass dies bis in unsere Zeit gewirkt hat, da das Christfest in diese Zeit verlegt ist. Auch das esoterische Christentum sieht in der Sonne einen Leib, und wie der Mensch sich nicht begnügt, den Leib nur physisch zu betrachten, so ist sich der Christ klar, dass durch die Sonne der Leib einer geistigen Wesenheit sichtbar wird und als Oberster der geistigen Wesenheiten Christus.

[ 3 ] As he delves even deeper, the teachings preserved within the Mysteries tell him that not only does this occur, but that as the sun’s power increases, the activity of the solar beings diminishes; that at the time when the sun’s outward power is at its weakest, another power begins to grow. At the shortest point of the year, another, spiritual force is at its strongest. When darkness is at its greatest, there is a light in the course of the year that then shines most brightly; the traditions of the Mysteries have always expressed this. The Christian festival of Christmas is connected to the profound wisdom of the world. All myths recount that at noon the gods sleep. There are regions where churches remain open all day long, but are closed only at noon; this is based on the same principle. What Christian humanity celebrates as Christmas can only be understood through the teachings of the Mysteries. The student was shown the sun and moon as they alternate in their normal course. They were specifically instructed that during the night, the earth itself veils the sunlight. At Christmas, the student is shown, in the deepest silence, a transparent Earth through which the sun can be seen. “Seeing the sun at midnight”—that is the ancient custom of Christmas. Those for whom matter is no obstacle can see the sun on the other side through the Earth—namely, the solar beings. In contrast to the tradition that the gods sleep at noon, the belief was that the gods are awake at midnight, for at midnight the spiritual light can best be seen. This was to be observed with special solemnity at Christmas. We can understand that this has had an effect right up to our time, since the celebration of Christmas has been moved to this time of year. Esoteric Christianity, too, sees the sun as a body, and just as human beings are not content to view the body merely in physical terms, so the Christian is aware that through the sun the body of a spiritual being becomes visible—and that Christ is the supreme among these spiritual beings.

[ 4 ] Nun ist die physische Tatsache, dass der Mond das Sonnenlicht zurückwirft, ein Ausdruck für eine geistige Tatsache, die hinter der physischen steht. Schon im hebräischen Zeitalter sagte man: Bevor die Christuskraft in der Erde selbst wirkt und schafft, wirkt sie auf mittelbare Weise. Das jüdische Gesetz vor Christus war der geistige Hintergrund des Mondes. Solange das Erdenvolk unreif war und nicht geeignet, die Christuskraft zu empfangen, musste sie das reflektierte Licht des Mondes empfangen. Durch Moses haben wir das Gesetz bekommen, das Gesetz war geistiges Sonnenlicht im Reflex des Mondes. Eingeweihte konnten in der Weihnacht durch die Erde die Christuskraft sehen. Mit dem Eintritt des Christus in die Erde vereinigte sich die geistige Kraft der Sonne mit der Kraft der Erde, daher entsteht das christliche Weihnachtsfest. Es wird der Moment in der Erdenentwicklung gefeiert, durch welchen der Mensch reif geworden ist, die innere Sonne zu empfangen, nunmehr soll der Mensch durchsehen können durch die transparente Erde. Was früher Mysterienfest war, wurde christliche Weihnacht. Nun soll der Mensch auch am Tage und in der Erde die Christuskraft empfinden, nicht nur in der Sonne. Damit ist viel gesagt. Die Menschen empfanden das geistige Sonnenlicht in dem Reflexe verschiedener Religionen und Weltanschauungen. Diese Religionen und Weltanschauungen repräsentieren die drei Weisen des Morgenlandes. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo die Sonne als einheitliche Kraft die Erde durchdringt, wo man die Grundkraft in allen Religionen ahnen soll.

[ 4 ] Now, the physical fact that the Moon reflects sunlight is an expression of a spiritual fact that lies behind the physical one. Even in the Hebrew era, it was said: Before the Christ force acts and creates within the Earth itself, it acts indirectly. The Jewish law before Christ was the spiritual background of the Moon. As long as the people of the Earth were immature and not ready to receive the Christ force, they had to receive the reflected light of the Moon. Through Moses we received the Law; the Law was spiritual sunlight reflected by the moon. Initiates could see the Christ force through the Earth at Christmas. With the coming of Christ into the Earth, the spiritual force of the sun united with the force of the Earth; this is the origin of the Christian Christmas festival. We celebrate the moment in Earth’s evolution when humanity became mature enough to receive the inner Sun; from now on, humanity should be able to see through the transparent Earth. What was once a mystery festival became the Christian Christmas. Now humanity is to perceive the Christ force even during the day and within the Earth, not just in the Sun. This says a great deal. People perceived the spiritual sunlight as reflected in various religions and worldviews. These religions and worldviews represent the three sages of the East. Now the time has come when the sun permeates the earth as a unified force, and when one should sense the fundamental force present in all religions.

[ 5 ] Da kommen die Religionen geführt von einem Stern, dem Stern der Weihnacht. Nur den Weisen wird die transparente Sonne gezeigt, sie selbst ist der Stern von Bethlehem und hat sie dahin geführt, wo Christus im Fleische erscheint. Sie bringen Gold, das heißt ihre Weisheit, die Weisheit hat verschiedene Gestalten angenommen, jetzt ist der Stern da, der sie vereinigt. Weihrauch ist das Symbol der Verehrung [der einen Kraft], die [in allen menschlichen Taten, Meinungen, Fragen] den Frieden bringt; Myrrhe das Symbol der Unsterblichkeit, [für die geistige Kraft der Sonne. Durch das Schauen durch die Erde bekommt der Schüler die Erkenntnis, die innere Garantie für die Unsterblichkeit der Seele. Ferner bezeichnet Myrrhe gleich Auferstehen, Konservieren]. Nicht Willkür, sondern Ausdruck der Menschheitsentwicklung ist die Festsetzung des Christfestes am kürzesten Tage — ein wenig ist es verschoben. Die christliche Überlieferung weiß, welch tiefe Tatsache hier zugrunde liegt. [Während der Mittagsstunde schlafen die Götter, während der Mitternacht wachen die Götter.] Was äußerlich, physisch wirkt, bezeichnet die Mythe durch die Gestalt des Johannes, nämlich die physische Sonnenkraft neben der unmittelbaren Christuskraft. [Wenn die Sonne am stärksten ist, ist der Geist am stärksten.] Johannes’ Geburtstag ist, wenn die Sonne am stärksten leuchtet: Ich muss abnehmen, er aber wird wachsen. [Vom Sommer gegen den Winter zu, nimmt die physische Sonnenkraft gleich Johannes ab, und die geistige Sonne gleich Christus zu.] Im Sinne des esoterischen Christus Wirkende haben diese Idee des Friedens und Einklangs empfunden.

[ 5 ] Here come the religions, guided by a star, the star of Christmas. Only the Magi are shown the transparent sun; it is itself the Star of Bethlehem and has led them to where Christ appears in the flesh. They bring gold—that is, their wisdom—which has taken on various forms; now the star is here to unite them. Frankincense is the symbol of veneration [of the one power] that brings peace [to all human deeds, opinions, and questions]; myrrh is the symbol of immortality, [representing the spiritual power of the sun]. By looking through the earth, the disciple gains the knowledge—the inner assurance—of the soul’s immortality. Furthermore, myrrh signifies resurrection and preservation. The setting of the Christmas festival on the shortest day is not arbitrary but an expression of human evolution—it has been shifted slightly. Christian tradition recognizes the profound reality underlying this. [At midday the gods sleep; at midnight the gods are awake.] The myth uses the figure of John to symbolize what acts externally and physically—namely, the physical power of the sun alongside the immediate power of Christ. [When the sun is at its strongest, the spirit is at its strongest.] John’s birthday is when the sun shines most brightly: “I must decrease, but he must increase.” [From summer toward winter, the physical power of the sun, like John, wanes, while the spiritual sun, like Christ, waxes.] Those who work in the spirit of the esoteric Christ have perceived this idea of peace and harmony.

[ 6 ] Dieses Gedicht ist so groß, der tiefste Zug des Christentums, des esoterischen Christentums liegt darin. Ein Pilger wird mit einem besonderen Auftrag nach dem Kloster geschickt. Zwölf Individualitäten finden sich dort, an der Spitze ein Dreizehnter. Bruder Markus wird durch mancherlei Gegenden geführt und uns sein Charakter beschrieben. Dieser ist tief bedeutsam, es wird uns gesagt, was äußere intellektuelle Kraft, Bildung und Schulung bildet. Bruder Markus kommt nach vielen Irrfahrten seinem Ziele nahe. Er strebt nach ernster Weisheitsschulung. [Jener einsame, merkwürdige Wanderer besitzt nicht die Wissenschaft des Verstandes, aber er besitzt Weisheit, die wie von Kinderlippen spricht. Aus ihm redet als Weisheit die umgewandelte Wissenschaft. Er spricht aus dem naiven Gefühl seiner Weisheit heraus, und das tönt in der Tat, wie wenn es von Kinderlippen käme.] Wir müssen hier die Wiederverkörperung wieder zugrunde legen. Ein Mensch, der früher viel, viel gelernt hat, eine Ideen-Welt und Anschauungs-Inhalt hat, wird dann wiederverkörpert. Die Ideen brauchen nicht in Ideenform aufzutreten. Er strebt nach ernster Weisheitsschulung. [Seine Weisheit ist ein gereiftes und verwandeltes Wissen aus früheren Verkörperungen her. Er hat in seiner jetzigen Verkörperung verstandesmäßig nicht viel Neues gelernt, wohl aber hat sich aus früheren Leben Weisheit in ihm angesammelt.] Jetzt ist es Liebe, Güte, Empfindung,

[ 6 ] This poem is so profound; the deepest essence of Christianity—of esoteric Christianity—lies within it. A pilgrim is sent to the monastery on a special mission. Twelve individuals are gathered there, led by a Thirteenth. Brother Markus is guided through various regions, and his character is described to us. This is deeply significant; we are told what constitutes outer intellectual power, education, and training. After many wanderings, Brother Markus draws near to his goal. He strives for serious training in wisdom. [That lonely, strange wanderer does not possess the knowledge of the intellect, but he possesses wisdom that speaks as if from a child’s lips. Transformed knowledge speaks through him as wisdom. He speaks from the naive feeling of his wisdom, and it does indeed sound as if it came from the lips of a child.] Here we must again take reincarnation as our basis. A person who has learned much, much in a previous life—who possesses a world of ideas and conceptual content—is then reincarnated. The ideas do not need to appear in the form of ideas. He strives for serious training in wisdom. [His wisdom is matured and transformed knowledge from previous incarnations. In his current incarnation, he has not learned much that is new intellectually, but wisdom from previous lives has accumulated within him.] Now it is love, goodness, feeling,

[ 7 ] Bruder Markus erscheint nicht als ein Weiser, der viel gelernt, sondern als ein reifer Weiser, der in früheren Verkörperungen gelernt hat; dessen Weisheit Gold geworden ist. [Am Eingang zum Kloster, das er betritt, stößt er auf ein merkwürdiges Zeichen, das ihm den Sinn des Lebens versinnbildlichen soll: auf ein Kreuz, welches von roten Rosen umwunden ist.] Er sieht des Kreuzes Zeichen, zu dem sich so viele Menschen bekennen, von Rosen umwunden. Beachten Sie den Wortlaut in diesem Satz, es ist ein Kennwort des Rosenkreuzers:

[ 7 ] Brother Markus does not appear as a sage who has studied much, but as a mature sage who has learned in previous incarnations; whose wisdom has turned to gold. [At the entrance to the monastery he is entering, he comes across a strange symbol meant to symbolize the meaning of life: a cross entwined with red roses.] He sees the symbol of the cross, to which so many people profess their faith, entwined with roses. Note the wording in this sentence; it is a password of the Rosicrucians:

Wer hat dem Kreuze Rosen zugesellt?

Who placed roses beside the cross?

[ 8 ] [Hieraus geht vielleicht hervor, dass Goethe ein rosenkreuzerisch Eingeweihter war. Das Kreuz bedeutet die drei unteren Leiber des Menschen, den physischen, den Äther- und den Astralleib. Der Mensch soll in seinem Leben diejenigen Eigenschaften dieser drei Leiber überwinden, welche ihm von außen her zugekommen sind. Es soll in ihm eine Umwandlung derselben erfolgen durch sein Ich.] Dadurch, dass sein eigenes Ich «Ich bin» zu sich sagen kann, wandelt er diese drei Leiber um. [Denn wer das nicht hat, dieses Stirb und Werde, der bleibt nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde. Die niederen Leiber sind dargestellt im schwarzen Kreuz.] Nicht als Abtötung, sondern zu Werkzeugen seines Ichs, geläutert, gereinigt, zu Kräften seines eigenen Ichs verwandelt der Mensch diese niederen Kräfte und Eigenschaften. Er tötet, was ursprünglich in ihm war, und lässt es auferstehen als eine junge, frische Kraft — sein höheres Ich, das der Herrscher ist über die niederen Kräfte. Die abgetöteten Leiber — das schwarze Kreuz — in dem abgetöteten ursprünglichen Lebensbaum als drei Repräsentanten und ein vierter: sprossendes Leben. [Die vier Balken des Kreuzes sind aus dem Holze der Zypresse, der Zeder, der Palme und des Ölbaums hergestellt, und sie berühren sich an einer Stelle.] Zypresse ist gleich physischer Leib, Palme ist gleich Ätherleib und Zeder ist gleich astralischer Leib, der überwunden ist; Ölbaum, der die drei niederen Leiber wie mit Salbe, wie mit Öl durchtränkt, als das sich wieder Verjüngende, wieder Gebärende.

[ 8 ] [This may suggest that Goethe was a Rosicrucian initiate. The cross symbolizes the three lower bodies of the human being: the physical, etheric, and astral bodies. In the course of his life, a human being is to overcome those qualities of these three bodies that have come to him from outside. A transformation of these qualities is to take place within him through his “I.”] By enabling his own “I” to say “I am” to itself, he transforms these three bodies. [For whoever lacks this process of dying and becoming remains merely a gloomy guest on the dark earth. The lower bodies are represented by the black cross.] Not by putting them to death, but by transforming them into tools of his “I”—purified, cleansed, and transformed into the powers of his own “I”—the human being transforms these lower forces and qualities. He puts to death what was originally within him and allows it to rise again as a young, fresh power—his higher “I,” which is the ruler over the lower forces. The bodies that have been put to death—the black cross—in the original Tree of Life that has been put to death, as three representatives and a fourth: sprouting life. [The four beams of the cross are made of the wood of the cypress, the cedar, the palm, and the olive tree, and they touch at one point.] The cypress is like the physical body, the palm is like the etheric body, and the cedar is like the astral body, which has been overcome; the olive tree, which permeates the three lower bodies as if with ointment, as if with oil, represents that which rejuvenates and gives birth anew.

[ 9 ] [Im Rosenkranz am Kreuze sieht das esoterische Christentum den Christus Jesus, durch welchen das Niedere am Menschen gereinigt und auf eine höhere Stufe gehoben wird.] Wenn der Mensch ansieht das sprossende Leben, noch nicht durchdrungen von Leidenschaften. Noch schlafend, nur ein dämmerhaftes Bewusstsein, ist Pflanzengrün. Wo es heraufsteigt bis zum Ich im astralischen Leib, wo sich das Ich zum Ausdruck bringt, da wird der grüne Pflanzensaft rotes Blut. [Das rote Blut als Farbe der Rosen ist das Symbol des Ich. Solange noch der grüne Pflanzensaft durch die Blätter quillt, verkündet er uns die reine, keusche Pflanzensubstanz. Die Durchdringung des Leibes mit Leidenschaften, Begierden, Instinkten bedingt die Entstehung des roten Blutes. Im Menschen ist die reine Pflanzensubstanz mit Begierden und Leidenschaften durchsetzt worden.] So hat der Mensch erkauft sein höheres Bewusstsein, durch das er wahrnimmt, wie er heute wahrnimmt: indem er die Pflanzensubstanz durchdrungen hat mit Begierden und Leidenschaften. Er wird sein Ich wieder reinigen, er wird sich wiederum die Keuschheit der Pflanze zurückerobern. [Das Ich muss im Laufe der Zeit allmählich die reine Pflanzensubstanz wiederherstellen. So muss der Mensch mit seinem roten Blute gleichsam wieder zu reiner Pflanzensubstanz werden. Solange diese grün bleibt, schläft sie.] Das rote Blut wird in Zukunft nicht mehr Triebe und Begierde, sondern der Ausdruck seines höheren Ichs sein. [Die roten Rosen am Kreuze bedeuten zugleich die Farbe unseres Blutes und die reine Pflanzennatur. Es schafft die mythenbildende Kraft ähnlich wie die Weisheit.] In der Kraft, die von Christus ausgeht, wird das Ich hinaufgeleitet, dass es wieder reine, keusche Pflanzensubstanz wird. In der roten Blume erblicken wir das gereinigte, geläuterte Ich. Es gibt eine schöne alte Mythe: Die Biene, wie sie zur roten Rose geht, um zu saugen, so ging sie hin zum Christus Jesus, um aus der Wunde zu saugen. [Der Teufel hasst am meisten die roten Rosen!] Das Blut will er haben, im Faust. Das geläuterte Blut, das zur roten Rose zurückgekehrt ist, das hasst er.

[ 9 ] [Esoteric Christianity sees in the Rosary on the Cross the Christ Jesus, through whom the lower aspects of humanity are purified and raised to a higher level.] When a person beholds sprouting life, not yet permeated by passions. Still asleep, with only a dim awareness, it is the green of the plant. Where it rises up to the “I” in the astral body, where the “I” expresses itself, there the green sap of the plant becomes red blood. [Red blood, as the color of roses, is the symbol of the “I.” As long as the green plant sap still flows through the leaves, it reveals to us the pure, chaste plant substance. The permeation of the body with passions, desires, and instincts brings about the formation of red blood. In human beings, the pure plant substance has been permeated by desires and passions.] Thus has the human being earned his higher consciousness, through which he perceives as he does today: by permeating the plant substance with desires and passions. He will purify his “I” once more; he will reclaim the chastity of the plant. [Over time, the “I” must gradually restore the pure plant substance. Thus, through his red blood, the human being must, as it were, become pure plant substance once more. As long as this remains green, it lies dormant.] In the future, red blood will no longer be a source of drives and desires, but rather the expression of his higher “I.” [The red roses on the cross symbolize both the color of our blood and pure plant nature. It creates the myth-forming power in a manner similar to wisdom.] Through the power emanating from Christ, the “I” is guided upward so that it may once again become pure, chaste plant substance. In the red flower we behold the purified, cleansed “I.” There is a beautiful old myth: Just as the bee goes to the red rose to suck its nectar, so it went to Christ Jesus to suck from the wound. [The devil hates red roses most of all!] He wants the blood—in Faust. He hates the purified blood that has returned to the red rose.

[ 10 ] Wir haben in dem Gedicht zwölf Repräsentanten der verschiedenen Religionsbekenntnisse vereinigt zur führenden großen Bruderschaft der Menschheit. [Ein Dreizehnter leitet sie, weil er alle einzelnen Religionsbekenntnisse überschaut und umfasst], um von hier aus auszuströmen in die ganze Welt. Wie die drei Könige zu der Harmonie nach Bethlehem kommen, so senden die Zwölf ihre spirituellen Strahlen hinaus in die Welt. Und einer führt. Wir sehen hier die dreifach höhere Natur des Menschen, die aus einem Punkt dringenden Strahlen.

[ 10 ] In this poem, we have united twelve representatives of various religious denominations into the great, leading brotherhood of humanity. [A thirteenth leads them, for he oversees and encompasses all the individual religious denominations], so that from here they may radiate out into the whole world. Just as the three kings come to Bethlehem in harmony, so the Twelve send their spiritual rays out into the world. And one leads them. Here we see the threefold higher nature of man, radiating from a single point.

[ 11 ] Markus erhält Einlass ins Kloster und er wird mit den elf vereint zu zwölf.

[ 11 ] Markus is admitted to the monastery and, together with the eleven, they become twelve.

[ 12 ] [Bruder Markus empfängt im Kloster die tiefste Belehrung. Es wird im Gedicht die Charakterisierung des Dreizehnten, des Leiters der Versammlung, gegeben.] Der Dreizehnte wird dargestellt in seinem Wesen als der, der erhaben ist in seiner Seele, in seinem Herzen sind ausgeglichen die verschiedenen Bekenntnisse der Welt. [Bei seiner Geburt leuchtete ein Stern, der jene geistige Sonne bedeutet, die er bei seiner Einweihung gesehen hatte. Es ist derselbe Stern, der den Weisen aus dem Morgenlande bei der Geburt Jesu Christi leuchtete.] Ein Geier kommt herunter, der friedlich sich aufhält bei den Tauben. Friede ist die Atmosphäre, die sich ausbreitete bei der Geburt dieses Menschen. Von ihm erzählt man in der Jugend eine eigentümliche Sage: [Als Knabe schon überwand er die Otter, das ist die niedere Natur seines Wesens. In früheren Leben hatte er die Kräfte erworben zu dieser Selbstüberwindung. Die Otter war um den Arm seiner Schwester gewunden. Diese Schwester bedeutet seinen Ätherleib, der ja bei männlichen Menschen weiblich ist] — Sie wissen, dass der Ätherleib beim männlichen Geschlecht weiblich ist, das heißt immer im anderen Geschlecht. Um diesen schlingt sich der astralische Leib — die Otter, die Schlange, und diese überwindet er, die sich um seine Schwester — um seinen Ätherleib — legt. Der Knabe übt Gehorsam in der äußeren Welt. Er fügt sich zuerst dem, was das Elternhaus verlangt, mit einer gewissen Demut und Hingabe. Er darf nun in die Welt hinaus ziehen, und zuletzt darf er durch das Recht seiner Geburt an die Spitze des Ordens treten. [Durch das Recht seiner Geburt ist er an die Spitze seines Ordens gestellt worden, was etwas tief Bedeutsames ist.] Die Zwölf repräsentieren die verschiedenen Religionsbekenntnisse der Menschheit. Jedes von diesen [erlebt einen Moment in seiner Entwicklung, wo es der Wahrheit am meisten sich angenähert weiß]. Ein jeder hat etwas Besonderes zu erzählen, als Besonderes verwandt mit dem Dreizehnten. [In diesem Punkte sind die Zwölf dem Dreizehnten besonders nahestehend.]

[ 12 ] [Brother Markus receives the deepest instruction in the monastery. The poem provides a characterization of the Thirteenth, the leader of the assembly.] The Thirteenth is portrayed in his essence as one who is exalted in his soul; within his heart, the various creeds of the world are in harmony. [At his birth, a star shone, symbolizing that spiritual sun which he had seen at his initiation. It is the same star that guided the Magi from the East at the birth of Jesus Christ.] A vulture descends and rests peacefully among the doves. Peace is the atmosphere that spread at the birth of this man. A peculiar legend is told about him in his youth: [Even as a boy, he overcame the water snake—that is, the lower nature of his being. In previous lives, he had acquired the powers necessary for this self-conquest. The water snake was coiled around his sister’s arm. This sister represents his etheric body, which is, after all, feminine in male beings] — You know that the etheric body is feminine in the male sex, that is, it is always of the opposite sex. The astral body wraps itself around this — the otter, the serpent — and he overcomes it as it coils around his sister — around his etheric body. The boy practices obedience in the outer world. He first submits to what his parents’ home demands, with a certain humility and devotion. He is now permitted to go out into the world, and ultimately, by virtue of his birthright, he is allowed to rise to the head of the order. [By virtue of his birthright, he has been placed at the head of his order, which is something deeply significant.] The Twelve represent the various religious denominations of humanity. Each of these [experiences a moment in its development when it knows it has come closest to the truth]. Each has something special to share, as it is particularly related to the Thirteenth. [In this respect, the Twelve are especially close to the Thirteenth.]

[ 13 ] In einem wichtigen Moment tritt Markus in das Kloster ein: Der Dreizehnte schickt sich an, das Kloster zu verlassen, um einzutreten in eine höhere Stufe. [Der Dreizehnte der Greise will hinaufsteigen in die höchste Region des Mystischen. Er braucht keine physische Verkörperung mehr durchzumachen. Dafür sollen die zwölf anderen so gereift werden, dass sie dann ohne den Dreizehnten auskommen können.]

[ 13 ] At a crucial moment, Markus enters the monastery: The Thirteenth is preparing to leave the monastery to ascend to a higher level. [The Thirteenth of the Elders wishes to ascend to the highest realm of the Mystical. He no longer needs to undergo a physical incarnation. To this end, the twelve others must mature to the point where they can manage without the Thirteenth.]

[ 14 ] In dem Saale sind dreizehn Stühle, die versinnbildlichen die geistig-spirituelle Arbeit der Dreizehn, und Bruder Markus wird herumgeführt. Die Aufgabe eines jeden ist sinnbildlich ausgeführt in einem Schild über dem Stuhl. Über dem Stuhl des Dreizehnten ist das Kreuz von Rosen umwunden. Der Dreizehnte, Humanus, ist ein Mittler für Harmonie und Frieden, die in der Welt differenziert sind. Die verschiedenen Religionsbekenntnisse, die sich streiten, hier auf höherer Warte finden sie sich zusammen, sodass die Kraft nicht verloren geht, sondern hinausströmt in die Welt. Rechts und links vom Stuhle ist der feuerfarbene Drache. [Der Feuerdrache ist die niedere astralische Natur, welche überwunden werden muss; und die Hand im Bärenrachen bedeutet das Ich des Menschen, welches umschlungen ist von der niederen, zerstörenden Natur, durch welches Stadium man als Myste aber durchgehen muss.] Die Bedeutung dieses Symbols finden wir auch bei dem Kriegsgott Mitteleuropas, mit der Hand im Rachen des Wolfes. Dies versinnbildlicht die Zeit, wo das Wort versenkt wurde in des Menschen Inneres. Die Kraft des Wortes, durch die der Mensch sich entwickelt. Hier [wird die tiefe Bedeutung ausgedrückt, dass Arbeit geleistet werden muss]. Denn gar mancher blickt hin auf das, was geleistet wird, was wichtiger ist als die physische Arbeit für die gesamte Entwicklung der Menschheit. Was aus den spirituellen Zentren geleistet wird, das unsichtbar ist. Des Lebens Lust und Leid haben die Zwölf erfahren, jetzt sind sie versammelt zu einer anderen Arbeit — verschlossen ist durch einen Teppich noch eine Tür. [Die zwölf Männer arbeiten hier nicht mehr in physischer Art, sondern in einer höheren geistigen Weise. Sie arbeiten durch ihre Vervollkommnung zugleich an der Fortentwicklung der Menschheit.]

[ 14 ] There are thirteen chairs in the hall, symbolizing the spiritual work of the Thirteen, and Brother Markus is led around them. The task of each one is symbolically depicted on a shield above the chair. Above the chair of the Thirteenth, the cross is entwined with roses. The Thirteenth, Humanus, is a mediator for harmony and peace, which are distinct in the world. The various religious denominations that are in conflict come together here on a higher plane, so that the power is not lost but flows out into the world. To the right and left of the chair is the fire-colored dragon. [The fire-colored dragon represents the lower astral nature that must be overcome; and the hand in the bear’s jaws signifies the human ego, which is entangled by the lower, destructive nature—a stage through which one must pass as a mystic.] We also find the meaning of this symbol in the Central European god of war, with his hand in the wolf’s jaws. This symbolizes the time when the Word was immersed in the inner being of humankind. The power of the Word through which humankind develops. Here [the profound meaning is expressed that work must be done]. For many look upon what is accomplished—which is more important than physical labor for the overall development of humankind. What is accomplished from the spiritual centers is invisible. The Twelve have experienced life’s joys and sorrows; now they are gathered for a different kind of work—another door is still concealed by a carpet. [The twelve men no longer work here in a physical sense, but in a higher spiritual way. Through their own perfection, they are simultaneously working toward the further development of humanity.]

[ 15 ] Markus ist im Vorhof aufgenommen und wartet, ins Innerste zu kommen. [Bruder Markus hat bloß einen Einblick in das astralische Reich erhalten, aber es ist ein Hinweis dabei, dass er zu gegebener Zeit auch die geistige Welt kennenlernen werde. Er sah davon zunächst nur Bilder und Farben. Die geistigen Welten hingegen erklingen] im geistigen Ton, in Harmonien des Sphärenklangs. [Er hört nach seinem Schlafe drei Schläge und dazwischen leichten Flötenklang. Das ist als Sinnbild der Sphärenharmonie zu betrachten. Ferner spürt er das allmähliche Erwachen der dreifach höheren Natur des Menschen. So wird er eingeführt, um schließlich selber ein Mitglied der höheren kosmischen Welt zu werden. Dann erst fühlt er sich eigentlich aufgenommen in den großen Sphärenklang], die Geburt des höheren Menschen durch die Kraft der Rosen vollzieht sich, [symbolisch dargestellt durch die drei Jünglinge. Sie bedeuten die Geburt der drei höheren Wesensteile des Menschen. Die Christuskraft bringt uns Menschen hinauf zum wahren Selbst als der höchsten Stufe mystisch-geistiger Entwicklung]. Die größte Seligkeit, die ein Mensch erringen kann, ist Manas, Budhi, Atma. Dadurch wird er Mitglied der großen kosmischen Geheimnisse der Entwicklung der Erde.

[ 15 ] Markus has been admitted to the forecourt and is waiting to enter the innermost part. [Brother Markus has merely gained a glimpse into the astral realm, but there is an indication that, in due time, he will also come to know the spiritual world. At first, he saw only images and colors. The spiritual worlds, on the other hand, resound] in spiritual tones, in harmonies of the spheres. [After his sleep, he hears three beats interspersed with the gentle sound of a flute. This is to be regarded as a symbol of the harmony of the spheres. Furthermore, he senses the gradual awakening of the threefold higher nature of the human being. In this way, he is initiated so that he may ultimately become a member of the higher cosmic world himself. Only then does he truly feel accepted into the great sound of the spheres]; the birth of the higher human being through the power of the roses takes place, [symbolically represented by the three youths. They signify the birth of the three higher aspects of the human being. The Christ force lifts us humans up to the true Self as the highest stage of mystical-spiritual development]. The greatest bliss a human being can attain is Manas, Budhi, Atma. Through this, he becomes a participant in the great cosmic mysteries of the Earth’s evolution.

[ 16 ] Heute am Silvester-Abend geht der Brudergruß von Seele zu Seele, von Herz zu Herz, und wenn wir uns durchringen mit diesen Impulsen, so ist es ein Brudergruß, der etwas enthält von den Zielen des Weltenprinzips. Ein Jahr nach dem anderen geht dahin im gleichmäßigen Fortgang der Zeit. Solche Betrachtungen wie heute sollen uns erfüllen und erinnern, dass nicht bloß Jahre gehen und kommen, sondern dass diese Stufen sind, zu immer höherem und höherem Hinaufsteigen des Einzelnen und der ganzen Menschheit. Wir fühlen, dass dies nicht Wiederholung des Gleichen, sondern Aufstieg ist mit Zielen innerhalb des Lebens mit der wahren, echten Vervollkommnung der Menschheit. Diese Betrachtungen durch die Seele ziehen lassen und so den Impuls des echten Silvester-Neujahr-Grußes in sich fühlen, der in unseren Seelen durch das Christusprinzip angeschlagen wird, als Gruß, der die ganze Menschheit umfasst.

[ 16 ] Tonight, on New Year’s Eve, the brotherly greeting passes from soul to soul, from heart to heart, and if we allow ourselves to be moved by these impulses, it is a brotherly greeting that embodies something of the goals of the universal principle. One year after another passes in the steady flow of time. Reflections such as those we have today should fill us and remind us that it is not merely years that come and go, but that these are steps toward an ever-higher ascent for the individual and for all of humanity. We feel that this is not a repetition of the same thing, but rather an ascent toward goals within life—toward the true, genuine perfection of humanity. Let these reflections sink into our souls, and thus feel within ourselves the impulse of the genuine New Year’s greeting, which is struck within our souls by the Christ principle, as a greeting that embraces all of humanity.

[ 17 ] Zum Aufwärts-Wandeln der Menschheit wollen wir einander helfen, grüßen wir uns bei jedem Wechsel der Jahre. Zusammenwirken wollen wir, in theosophischer Brüderlichkeit, um aufwärts zu wandeln den Vervollkommnungsweg der Menschheit. Dann ist im Klang der Silvesterglocken etwas enthalten von der Sphärenharmonie. Es sind Bräuche und Sitten, und wenn wir die Seele mit diesen Sitten verbinden, und mit dem Klang der Silvesterglocken den Gruß, der von Seele zu Seele geht, brüderlich mitklingen lassen, sagen wir: Wir wollen sein Helfer einander im Vorwärtsklimmen der Menschheit zu ihren höchsten Zielen.

[ 17 ] Let us help one another in humanity’s upward journey; let us greet one another at the turn of each new year. Let us work together, in theosophical brotherhood, to walk the path of humanity’s perfection. Then the sound of the New Year’s Eve bells will contain something of the harmony of the spheres. These are customs and traditions, and when we connect our souls to these traditions and let the greeting that passes from soul to soul resonate fraternally with the sound of the New Year’s Eve bells, we say: Let us be each other’s helpers as humanity climbs forward toward its highest goals.