The Nature of Man
in the Light of Spiritual Science
GA 68d
2 July 1907, Eisenach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Nature of Man in the Light of Spiritual Science, tr. SOL
10. Das Wesen des Menschen
10. The Nature of Man
[ 1 ] Wir wollen heute über die Grundfragen des ganzen Menschenwesens sprechen, über diese Frage aller Fragen, die die Antwort sucht in der Erforschung des eigenen Wesens, der eigensten Natur des Menschen. Innig hängt sie zusammen mit allem, was den Menschen berührt, nicht theoretisch allein, sondern mit allem, was seine Seele umfasst, wachruft, mit allem, was zusammenhängt mit dem Glück und dem Leid unseres Daseins, mit allem, was in der Welt Stärke und Kraft des Willens verleiht.
[ 1 ] Today we want to talk about the fundamental questions of the whole human condition, about this question of all questions, which seeks its answer in the exploration of our own being, of the very essence of humanity. It is intimately connected with everything that touches human beings—not merely in theory, but with everything that encompasses and stirs their souls, with everything related to the joy and suffering of our existence, and with everything in the world that imparts strength and power of will.
[ 2 ] Wenn wir die Beantwortung dieser Fragen finden wollen, wenn wir vom Wesen des Menschen sprechen, dann müssen wir nicht nur Bescheid wissen von dem, was physisch vom Menschen da ist.
[ 2 ] If we want to find the answers to these questions—if we are to speak of the nature of the human being—then we must know more than just what is physically present in a human being.
[ 3 ] Das Tier ist in gewisser Beziehung glücklicher daran als der Mensch, es lebt in seinem Dasein dahin, innerhalb der ihm eingeimpften Kräfte, und braucht sich nicht zu fragen nach Ziel und Zweck seines Daseins, doch der Mensch muss diese Fragen stellen, sie werden ihm gestellt vom Leben selbst. Alle Sicherheit, alle Hoffnung im Leben muss daraus entspringen, wie sich die menschliche Seele zu dieser Frage aller Fragen stellt. Sie schließt in sich das Geheimnis des Lebens und des Todes. Das Vergängliche und das Unvergängliche, das Zeitliche und das Ewige umschließt sie im Leben des Menschen.
[ 3 ] In a certain sense, animals are happier than humans in this regard; they simply go about their lives within the limits of the abilities instilled in them and do not need to ask themselves about the goal and purpose of their existence, whereas humans must ask these questions—they are posed to them by life itself. All certainty and all hope in life must spring from how the human soul confronts this question of all questions. It encompasses within itself the mystery of life and death. The transitory and the imperishable, the temporal and the eternal—it encompasses all of these in human life.
[ 4 ] Wenn Sie den physischen Leib ansehen — er schwindet im Tode, er zerschellt in tausend und abertausend Bestandteile, die Sie im Stoffkreise verschwinden sehen. Da taucht ganz von selbst die Frage auf: Ist denn mit diesem Hinschwinden des Menschen alles das, was er bedeutet in der Welt, erschöpft? Und wenn wir unser Kulturleben ansehen, wenn wir sehen, wie der Mensch schafft und wirkt in der Welt, wenn wir sehen, wie große Meister der Kunst, wie Michelangelo, Raffael ihre Meisterwerke schaffen, wie sie ins Physische, Körperliche, Irdische eine [Fülle] geistiger Kräfte umwandeln und an die Wand zaubern, wenn wir das alles sehen und wissen, dass diese Werke der großen Genies, an denen die Menschen sich erfreuen und erheben, auch einst vergehen, zerstieben werden, sodass keines Menschen Auge sie mehr sehen, keines Menschen Seele sich [mehr daran] erfreuen wird, dann tritt von Neuem diese Frage vor unsere Seele.
[ 4 ] When you look at the physical body—it fades away in death; it shatters into thousands upon thousands of particles that you see vanish into the material realm. Then the question arises quite naturally: Is everything that a human being represents in the world exhausted with this fading away? And when we look at our cultural life, when we see how human beings create and act in the world, when we see how great masters of art, such as Michelangelo and Raphael, create their masterpieces—how they transform a [plenty] of spiritual forces into the physical, the corporeal, earthly into a [fullness] of spiritual forces and conjure them onto the wall—when we see all this and know that these works of the great geniuses, in which people delight and find inspiration, will one day also perish, will crumble away, so that no human eye will see them anymore, no human soul will [any longer] delight in them—then this question arises anew in our souls.
[ 5 ] Alles, was der Mensch dem Zeitlichen einverleibt, das sehen wir verschwinden; was bleibt nun von dem Menschen und seinen Schöpfungen zurück? Gibt es etwas, was von ihm selbst überdauert? Gibt es etwas Ewiges im Menschenleben? Das, was als tiefe Empfindung in allen Zeiten in diesen Fragen die Menschen beschäftigt hat, das wurde in mannigfaltiger Weise immer befriedigt. Diejenigen, die berufen waren, haben in den verschiedenen Religionen den verschiedenen Völkern, wenn diese Frage nach dem Leben und dem Tode auftauchte, dieselben beantwortet. Doch in unserer heutigen Zeit sehen wir bei vielen Menschen ein eigentümliches Schicksal. Ein tiefer Riss geht durch ihre Seelen, geht durch ihr ganzes Leben.
[ 5 ] Everything that humans incorporate into the temporal realm, we see disappear; what, then, remains of humans and their creations? Is there anything that endures beyond the person himself? Is there anything eternal in human life? That which, as a deep feeling, has preoccupied people throughout the ages in these questions has always been satisfied in manifold ways. Those who were called have, in the various religions of the various peoples, answered these questions whenever the issue of life and death arose. Yet in our present age, we see a peculiar fate befall many people. A deep rift runs through their souls, running through their entire lives.
[ 6 ] Blicken wir einmal zurück in vergangene Zeiten. Damals, als die Buchdruckerkunst noch nicht populär war, da erhielten die Seelen noch leichter eine befriedigende Antwort von denen, die dazu berufen waren, doch heute, in unserer Zeit, sehen wir grade die denkendsten, strebendsten Seelen vor dieser Frage ratlos stehen. Sie haben in ihrer Jugend viel gelernt, den Verstand geübt, die Intelligenz geschult — dann treten die Fragen der Religion an sie heran. Durch die sogenannte moderne Wissenschaft, durch tausend andere Kanäle ist ihnen eine Fülle von Wissen zugeflossen, und schwer wird es da der Seele, festzuhalten an dem, was die Religion gibt als Seelennahrung. Es sind diejenigen, die am sehnsüchtigsten nach der Wahrheit dürsten, die da dann irre werden. Durch die Auskunft, die die Religion ihm gibt, kann der Mensch nicht mehr befriedigt werden. Die Wissenschaft gibt ihm auch keine Weltanschauung, die ein ernstlich strebendes Herz in seinem Wirken kraftvoll macht.
[ 6 ] Let us take a look back at times past. Back then, when the art of printing was not yet widespread, souls found it easier to receive a satisfying answer from those who were called to provide it; yet today, in our own time, we see that it is precisely the most thoughtful, most ambitious souls who stand perplexed before this question. In their youth, they learned a great deal, exercised their minds, and honed their intellect—and then the questions of religion confront them. Through so-called modern science and a thousand other channels, a wealth of knowledge has flowed to them, and it becomes difficult for the soul to hold fast to what religion offers as nourishment for the soul. It is those who thirst most earnestly for the truth who then go astray. The information that religion provides is no longer enough to satisfy the human being. Nor does science offer a worldview that empowers a seriously striving heart in its endeavors.
[ 7 ] Und so sehen wir die Seele in sich selbst zerfallen oft schon in früher Jugend, sehen einen tiefen Zwiespalt bei denen, die am ernstesten streben; und der pflanzt sich fort ins Leben hinein. Bei vielen tritt dann später eine gewisse Gleichgültigkeit ein gegenüber diesen Fragen; sie suchen sich dieselben fernzuhalten, um nicht durch dieselben beunruhigt zu werden. Eine Oberflächlichkeit des Lebens geht daraus hervor, und das ist vielleicht noch schlimmer als bei anderen Menschen, bei denen durch die Sehnsucht, Antwort zu bekommen auf diese Fragen, immer neue Zweifel angeregt werden, die kaum durch etwas zu befriedigen sind. Das ist eine tiefe Tragik im Innenleben des Menschen!
[ 7 ] And so we often see the soul disintegrating within itself as early as adolescence; we see a deep inner conflict in those who strive most earnestly; and this conflict takes root in their lives. For many, a certain indifference to these questions then sets in later on; they try to keep these questions at a distance so as not to be troubled by them. This results in a superficiality of life, and that is perhaps even worse than in the case of other people, in whom the longing to find answers to these questions constantly gives rise to new doubts that can hardly be satisfied by anything. This is a profound tragedy in the inner life of human beings!
[ 8 ] Das ist die Stimmung unserer Zeit. Der Mensch braucht etwas, das seiner Seele Nahrung gibt, das ihm Gewissheit gibt auf die Fragen. Das muss kommen für die Menschheit. Wer die Zeichen der Zeit zu deuten weiß, der weiß auch, dass alles dieses noch viel schärfer wird, der weiß auch, wie notwendig für die Menschheit die Geisteswissenschaft oder die theosophische Weltanschauung ist.
[ 8 ] That is the spirit of our times. Human beings need something that nourishes their souls, that gives them certainty regarding these questions. This must come to humanity. Those who know how to interpret the signs of the times also know that all of this will become even more acute; they also know how necessary spiritual science or the theosophical worldview is for humanity.
[ 9 ] Mit «Theosophie» verbinden manche eine merkwürdige Anschauung. Es handelt sich da durchaus nicht um etwas Neues, im Gegenteil: Die Menschheit hat in einer gewissen Form immer das, was die Theosophie ist, gehabt. In derselben Weise, wie der Mensch theoretisch die Tatsachen der Natur erforscht, sucht die Theosophie die Tatsachen des ewigen Lebens zu erforschen.
[ 9 ] Some people associate a strange notion with “Theosophy.” It is by no means something new; on the contrary, humanity has always possessed, in one form or another, what Theosophy is. In the same way that humans theoretically explore the facts of nature, theosophy seeks to explore the facts of eternal life.
[ 10 ] Nicht hervorgegangen sind die Tatsachen des ewigen Lebens aus einer kindlichen Phantasie, nicht aus einer veralteten Entwicklungsstufe der Menschheit, sondern die Theosophie enthält die tiefste Geistesweisheit, die in der Form des Wissens den Menschen das überliefert, was aus der Religion [heraus in der Form des Gefühls dem Menschen] diese Fragen beantwortet. Daher dürfen wir uns nicht vorstellen, die Theosophie sei eine neue Religion; das ist sie nicht. Sie tritt auch nicht entgegen den Religionen, sondern sie macht sie klarer, sie erklärt die Wahrheiten der Religion selbst, sodass sie den strengsten Anforderungen der Wissenschaft standhalten können. Sie ist das Instrument, um die Wahrheiten der Religion an die Oberfläche zu bringen. Nicht eine neue Religion will sie stiften, sondern die alten klarmachen. Dasselbe wissenschaftliche Denken, genau die gleiche Methode wie in der Wissenschaft herrscht in der Theosophie.
[ 10 ] The facts of eternal life did not arise from a childish imagination, nor from an outdated stage of human development; rather, Theosophy contains the deepest spiritual wisdom, which, in the form of knowledge, conveys to humanity what religion [in the form of feeling] answers these questions. Therefore, we must not imagine that theosophy is a new religion; it is not. Nor does it stand in opposition to religions, but rather it clarifies them; it explains the truths of religion itself so that they can withstand the strictest demands of science. It is the instrument for bringing the truths of religion to the surface. It does not seek to establish a new religion, but rather to clarify the old ones. The same scientific thinking, exactly the same method as in science, prevails in theosophy.
[ 11 ] Freilich wird manches, was heute gesagt werden wird, dem materialistisch Denkenden grotesk, phantastisch erscheinen, doch wir müssen nicht übersehen, dass, wenn man solche Wahrheiten in ihrer ursprünglichen Form hört, man sich erst in sie hineinfinden muss, dass man das nicht in einer Stunde kann, denn die Theosophie umfasst die wichtigsten, die tiefliegendsten Fragen der Menschheit! Alle Dinge sind in einer Zeit aufgetreten und zuerst als Phantasien angesehen worden, sind, wenn sie wirklich ihren Grund im Leben und in der Wahrheit hatten, mit der Zeit selbstverständlich geworden, und ebenso werden die theosophischen Lehren, die jetzt noch scharf bekämpft werden, bald zu den Selbstverständlichkeiten gerechnet werden.
[ 11 ] Admittedly, much of what will be said today will seem grotesque and fantastical to the materialist, yet we must not overlook the fact that when one hears such truths in their original form, one must first come to terms with them—and this cannot be done in an hour, for theosophy encompasses the most important, the deepest questions of humanity! All things have appeared at one time or another and were initially regarded as fantasies; if they were truly rooted in life and truth, they eventually became self-evident—and in the same way, the theosophical teachings, which are still fiercely opposed today, will soon be regarded as self-evident truths.
[ 12 ] Wir wollen uns jetzt vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus die Fragen nach dem Wesen des Menschen beantworten. Es ist nicht so leicht, über dasselbe zu sprechen, denn der Mensch ist ein ganz kompliziertes Wesen, und nur wenn wir uns die Unbequemlichkeit auferlegen, tief hineinzuleuchten in die Gründe des Daseins, können wir Antwort finden.
[ 12 ] Let us now answer the questions about the nature of the human being from the perspective of the humanities. It is not so easy to speak about this, for human beings are very complex creatures, and only if we take the trouble to delve deeply into the reasons for our existence can we find an answer.
[ 13 ] Der Mensch erscheint zunächst den äußeren Sinnen der Menschen. Wir können ihn betasten, können ihn sehen, hören, was er spricht; er ist den äußeren Sinnen wahrnehmbar. Der Verstand kann alles das kombinieren; der Anatom kann Menscheninneres erforschen. Aus alledem können wir uns eine Vorstellung machen, was der Mensch ist. Im Grunde genommen ist es kein großer Unterschied zwischen dem Sichtbaren, Tastbaren am Menschen und dem, was der Anatom, der Physiologe findet, wenn er den Menschen zergliedert. Alles das begreifen wir zusammen als das, was wir wissen können am Menschen. Manche sagen: Es gibt nichts anderes am Menschen als das, was die Sinne erfassen, was die Wissenschaft erforschen kann. — Andere sagen: Wohl gibt es noch vieles andere, doch wir können es nicht erforschen, wir müssen uns auf die sinnlichen Tatsachen beschränken. - Doch die Geisteswissenschaft sagt das nicht; für sie ist all das nur ein Teil der menschlichen Wesenheit. Der physische Menschenleib ist für sie nur ein Teil der sehr komplizierten menschlichen Wesenheit.
[ 13 ] Human beings first appear to people’s external senses. We can touch them, see them, and hear what they say; they are perceptible to the external senses. The intellect can combine all of this; the anatomist can explore the inner workings of the human body. From all of this, we can form a conception of what a human being is. Fundamentally, there is no great difference between what is visible and tangible in a human being and what the anatomist or physiologist discovers when dissecting a human being. We understand all of this collectively as what we can know about the human being. Some say: There is nothing else in a human being besides what the senses perceive, what science can investigate. — Others say: There is certainly much more, but we cannot investigate it; we must limit ourselves to sensory facts. — Yet spiritual science does not say this; for it, all of this is only a part of the human being. For spiritual science, the physical human body is only a part of the highly complex human being.
[ 14 ] Das gilt für viele als eine Art von Unbescheidenheit, wenn man sagt, dass man noch mehr vom Menschen und der Welt wissen kann. Man fragt: Woher weißt du diese Dinge? Du kannst sie nicht wissen, denn es gibt Grenzen in unserer Erkenntnis! — Ich führe da ein Wort eines großen deutschen Denkers an, Johann Gottlieb Fichte, der 1811 vor einer großen Schar von Zuhörern dasselbe besprach, was die Theosophie immer wieder wird besprechen müssen: was als Unsichtbares dem Menschen zugrunde liegt. Fichte sagt: Wenn man sich vorstellt, man sei der einzig Sehende in einer Welt von Blinden, man spräche diesen von Formen und Farben, von all den Herrlichkeiten, die das Auge uns überliefert, dann könnten diese Blinden sagen, das sei alles zusammenphantasiertes Zeug. In dem Augenblick aber, wo man imstande sei, all diesen Blinden das Sehvermögen zu geben, dann sehen sie eine neue Welt, alles das, wovon der eine ihnen gesprochen, das steht dann vor ihnen. Der Blinde sieht dann ein, dass er kein Recht gehabt hat, zu sagen, es gibt keine Formen, keine Farben. — In demselben Sinne spricht die Theosophie von den höheren Welten. Das sind keine neuen Welten, sie sind um uns herum, wir sind inmitten derselben, nur fehlen dem Menschen die Organe, die Fähigkeiten, sie wahrzunehmen. — Die Theosophie sagt: Die Welt, die unsere physischen Sinne wahrnehmen, ist nicht die einzige; wir können unsere Wahrnehmungen erweitern, können noch andere Welten wahrnehmen. — Nicht in einem unfassbaren Jenseits, nicht in einem Wolkenkuckucksheim liegen sie, sondern um uns herum. Nicht in einem Zaubersinn spricht die Theosophie von diesen Welten, sondern in demselben Sinn wie Johann Gottlieb Fichte.
[ 14 ] Many people consider it a form of immodesty to say that one can know even more about humanity and the world. They ask: How do you know these things? You cannot know them, for there are limits to our knowledge! — I’d like to quote a great German thinker, Johann Gottlieb Fichte, who in 1811 spoke before a large audience about the very same thing that theosophy will have to address time and again: what lies at the foundation of human existence as the invisible. Fichte says: If one imagines oneself to be the only sighted person in a world of blind people, and one were to speak to them of shapes and colors, of all the wonders that the eye conveys to us, then these blind people might say that it is all just stuff conjured up from the imagination. But the moment one is able to give all these blind people the ability to see, they see a new world; everything that one person spoke to them about then stands before them. The blind person then realizes that he had no right to say that there are no forms, no colors. — Theosophy speaks of the higher worlds in the same sense. These are not new worlds; they are all around us, and we are in the midst of them—it is only that human beings lack the organs and the abilities to perceive them. — Theosophy says: The world that our physical senses perceive is not the only one; we can expand our perceptions and perceive other worlds as well. — They are not located in some incomprehensible afterlife or in a fantasy world, but all around us. Theosophy does not speak of these worlds in a magical sense, but in the same sense as Johann Gottlieb Fichte.
[ 15 ] Die Sinne zur Wahrnehmung anderer Welten sich zu verschaffen, ist möglich durch die Theosophie. Eingeweihte, Initiierte konnten von jeher Zeugnis abgeben von dem, was sie selbst geschaut und erlebt in diesen Welten. Diese geistigen Sinne liegen in einem jeden Menschen, sie können herausgeholt und entwickelt werden durch die geisteswissenschaftliche Methode. Wenn der Mensch Geduld und Energie genug besitzt, sich in der Schulung diesen Methoden zu unterwerfen, dann kann er in die anderen Welten hineinschauen, wie der Blinde die Farben schaut, nachdem er operiert ist. [Dem Blindgeborenen allerdings hilft diese Operation nicht, doch ein jeder kann durch die Schulung diese geistige Operation erlangen.]
[ 15 ] Theosophy makes it possible to develop the senses needed to perceive other worlds. Initiates have always been able to bear witness to what they themselves have seen and experienced in these worlds. These spiritual senses lie within every human being; they can be awakened and developed through the methods of spiritual science. If a person possesses enough patience and energy to undergo training in these methods, then he can glimpse into the other worlds, just as a blind person sees colors after undergoing surgery. [This surgery does not help someone born blind, of course, but anyone can attain this spiritual “surgery” through training.]
[ 16 ] Alle Religionen der Welt sind hervorgegangen aus dem, was die Initiierten gesehen haben in den geistigen Welten, die rings um uns herum sind. Sie haben der Welt davon Kundschaft gegeben, und aufgezeichnet steht in den heiligen Urkunden das, was die Seher gesehen. Nur wir stehen jetzt in einer Zeit, wo die Menschheit von Neuem einen Strom geistigen Lebens herunterholt aus diesen geistigen Welten. Daher gibt die Theosophie diese Weisheit von den übersinnlichen Welten in populären Vorträgen [einem großen Teil der Welt]. Das ist der Grund, warum solche Lehren heute öffentlich mitgeteilt werden, die sonst nur ein kleiner Kreis vorbereiteter Menschen empfangen durfte.
[ 16 ] All the world’s religions have emerged from what the initiates have seen in the spiritual worlds that surround us. They have made this known to the world, and what the seers have seen is recorded in the sacred texts. We are now living in a time when humanity is once again drawing a stream of spiritual life from these spiritual worlds. That is why Theosophy conveys this wisdom from the supersensory worlds in popular lectures [to a large part of the world]. This is the reason why such teachings are now being shared publicly—teachings that were previously accessible only to a small circle of prepared individuals.
[ 17 ] Vor einem solchen Menschen, der hineinsieht in die geistigen Welten, stehen aber so wahr und wirklich wie der physische Leib auch die höheren Glieder der Menschennatur. Ich kann Ihnen heute nur Andeutungen geben und einen Überblick über das, was die Theosophie in diesen Dingen zu sagen hat.
[ 17 ] But to such a person, who looks into the spiritual worlds, the higher aspects of human nature are just as real and tangible as the physical body. Today I can only offer you some hints and an overview of what theosophy has to say about these matters.
[ 18 ] Der physische Leib ist das Glied der Menschennatur, das die Stoffe mit der gesamten leblosen, mineralischen Welt gemeinsam hat. Alle Stoffe der Umwelt, alle Metalle der Erde enthalten dieselben Stoffe wie dieser Leib. Dennoch unterscheidet er sich von den sogenannten leblosen Wesen. Er hat dieselben Stoffe in sich, aber er würde zerfallen in sich selbst, wenn nicht eine gewisse Komplikation, ein anderes Prinzip, ein anderes Glied ihn zusammenhielte. Ein Bergkristall besteht in sich selbst. Das kann der physische Menschenleib nicht.
[ 18 ] The physical body is the aspect of human nature that shares its material composition with the entire inanimate, mineral world. All substances in the environment, all metals on Earth, contain the same elements as this body. Nevertheless, it differs from so-called inanimate beings. It contains the same elements, but it would disintegrate within itself if not for a certain complexity, another principle, another element that holds it together. A rock crystal exists in and of itself. The human physical body cannot do this.
[ 19 ] Das zweite Glied desselben, das er mit den Pflanzen und Tieren gemeinsam hat, doch nicht mit dem Mineralreich, das ist der Ätherleib. [Das ist nicht der hypothetische Äther, den die Physik annimmt.] Er hat die Aufgabe, in jedem Augenblick des Lebens den Zerfall des physischen Leibes zu verhindern. Erst der Tod trennt diesen Ätherleib von dem physischen Leib, dann ist derselbe «Leichnam», er zerfällt, wenn er den Stoffen, die in ihm sind, ausgeliefert wird. In jedem Augenblick des Lebens kämpft der Lebensleib gegen den Zerfall des physischen Leibes.
[ 19 ] The second component of this, which it shares with plants and animals but not with the mineral kingdom, is the etheric body. [This is not the hypothetical ether assumed by physics.] Its function is to prevent the physical body from disintegrating at every moment of life. Only death separates this etheric body from the physical body; then the physical body becomes a “corpse” and decays when it is left to the elements within it. At every moment of life, the life body fights against the decay of the physical body.
[ 20 ] Bis in das neunzehnte Jahrhundert galt es für selbstverständlich, auch für die äußere Wissenschaft, dass es im Lebewesen etwas Derartiges gäbe, man nannte es Lebensprinzip. Erst um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts begann man, alles das abzuweisen, was man nicht mit den Augen sehen konnte; und man galt als Dummkopf, wenn man trotzdem daran festhielt. Die materialistischen Gelehrten - wie [Vogt], Moleschott — schufen eine Weltanschauung, die das Leben nur aus einer Kombination von Atomen erklären wollte. Heute kommen Einzelne dazu, zuzugeben, dass es doch etwas darüber Hinausgehendes geben müsse.
[ 20 ] Well into the nineteenth century, it was taken for granted—even by the natural sciences—that living beings possessed something of this nature; it was called the “life principle.” It was not until the mid-nineteenth century that people began to reject everything that could not be seen with the naked eye; and anyone who continued to believe in it was considered a fool. Materialist scholars—such as [Vogt] and Moleschott—developed a worldview that sought to explain life solely as a combination of atoms. Today, some individuals are coming to admit that there must be something beyond that after all.
[ 21 ] Für die Theosophie ist dieser Äther- oder Lebensleib zu finden in der Pflanze, [in] Tier und Mensch, und er ist so wirklich für den, der in die geistigen Welten hineinschauen kann, wie der physische Leib; man kann ihn sehen mit dem, was Goethe die geistigen Augen nennt.
[ 21 ] According to theosophy, this etheric or life body is to be found in plants, [in] animals, and in humans, and for those who can look into the spiritual worlds, it is just as real as the physical body; one can see it with what Goethe calls the spiritual eyes.
[ 22 ] Dies ist das zweite Glied. Das dritte können wir uns vor die Seele rufen, wenn wir darüber nachdenken, dass der Mensch, der vor uns steht, nicht allein besteht aus dem, was wir sehen von ihm, nicht aus Farben und Formen, sondern dass innerhalb der Haut, die das Physische umschließt, etwas lebt, was nur die Gedankenlosigkeit nicht berücksichtigen kann. Und das ist etwas viel, viel Wichtigeres als der physische Leib. Alles, was wir nicht wahrnehmen können, die Triebe, Freude, Lust, Leid, Schmerz, Begierde, die im Menschen leben von der Geburt an bis zum Tode, alles das ist ebenso wirklich wie die Farbe auf seinen Wangen. Das alles sind nicht Folgen von Vorgängen in den Stoffen des Leibes. Die Theosophie sagt: Dieser Träger von Begierden, Leidenschaften und so weiter im Menschen ist eine Wesenheit, die eher da war, die der Ursprung ist des physischen Leibes.
[ 22 ] This is the second link. We can bring the third to mind when we reflect on the fact that the person standing before us does not consist solely of what we see in them—not of colors and shapes—but that within the skin that encloses the physical body, there lives something that only thoughtlessness can fail to take into account. And that is something far, far more important than the physical body. Everything we cannot perceive—the instincts, joy, pleasure, suffering, pain, and desire that live within a person from birth until death—all of that is just as real as the color on his cheeks. None of this is the result of processes occurring within the body’s tissues. Theosophy states: This bearer of desires, passions, and so on within a human being is an entity that existed first, which is the origin of the physical body.
[ 23 ] Machen wir uns das klar am Wasser und Eis. Eis ist Wasser, nur in anderer Form. So gewiss Eis wieder Wasser werden kann und ursprünglich Wasser ist, so gewiss zeigt die Geisteswissenschaft, dass alle Materie, aller Stoff, nichts anderes ist als verfestigtes Geistiges. So wahr Eis Wasser ist, so wahr ist es, dass alles, was im Menschen als Trieb, Begierde, Lust und Schmerz lebt, sich verdichtet hat, sich gleichsam kristallisiert zum physischen Leib. Der ist ein Geschöpf des Astralleibes, dieses dritten Gliedes der Menschennatur. Den hat der Mensch nicht mehr mit der Pflanze, sondern nur mit dem Tier gemeinsam.
[ 23 ] Let us consider this clearly in terms of water and ice. Ice is water, only in a different form. Just as surely as ice can become water again and is originally water, so surely spiritual science shows that all matter, all substance, is nothing other than solidified spirit. Just as surely as ice is water, it is equally true that everything that lives within the human being as instinct, desire, pleasure, and pain has become condensed, crystallizing, as it were, into the physical body. The physical body is a creation of the astral body, this third component of human nature. It is something that humans no longer share with plants, but only with animals.
[ 24 ] So haben wir den physischen Leib mit dem Mineral, Pflanze und Tier gleich, den Ätherleib mit Pflanze und Tier, den Astralleib nur mit dem Tier gemeinsam. Manche Forscher behaupten allerdings, dass auch manche Pflanzen Empfindung zeigen, da sie auf Reize antworten, doch das ist eine dilettantische Ansicht, wenn man sagt, die Pflanze habe Empfindung. Wer das sagt, weiß nicht, was man unter Empfindung versteht. Erst ein Wesen, das diesen äußeren Reiz im Innern spiegelt, erst das ist ein Wesen, dem man Empfindung zusprechen kann, erst ein solches Wesen hat einen astralischen Leib. Wollte man das von den Pflanzen sagen, dann könnte man es ebenso gut vom blauen Lackmuspapier sagen, das sich unter gewissen Umständen, die einen gewissen Reiz ausüben, in rotes verwandelt.
[ 24 ] Thus, we share the physical body with minerals, plants, and animals; the etheric body with plants and animals; and the astral body only with animals. Some researchers, however, claim that certain plants also exhibit sensation, since they respond to stimuli; yet it is an amateurish view to say that a plant has sensation. Anyone who says this does not understand what is meant by sensation. Only a being that reflects this external stimulus internally—only such a being can be said to possess sensation; only such a being has an astral body. If one were to say this of plants, one might just as well say it of blue litmus paper, which, under certain circumstances that exert a certain stimulus, turns red.
[ 25 ] Wir haben nun drei Glieder der menschlichen Wesenheit und kommen zu dem vierten. Erschrecken Sie nicht über diese vielen Glieder! Der Mensch ist eben eine sehr komplizierte Wesenheit. Zu diesem vierten Gliede kommen wir durch eine einfache Erwägung. Wir verstehen es am leichtesten, wenn wir folgenden Gedankengang einschlagen: Im ganzen Umkreis der deutschen Sprache gibt es ein Wort, das sich von allen anderen unterscheidet. Alles andere, was uns umgibt, kann man nennen, doch ein Wörtchen kann niemand zu Ihnen sagen, das können Sie nur selber zu sich sagen, das ist das Wörtchen «Ich»! Dieses Wort muss aus der Seele eines jeden selbst herausklingen, jedes andere ist für Sie ein Du; nur sich selbst sind Sie ein Ich! Man merkt nicht gleich die hohe Bedeutung dieser Tatsache. Das Ich kann nie von außen an unser Ohr klingen, [es muss in der Seele selbst erklingen], die Seele muss es als ihren innersten Namen aussprechen. Das wussten die alten Religionenstifter sehr wohl, die auf Geisteswissenschaft ihre Religion aufgebaut haben. Man nannte das, was im Innern des Menschen zu reden beginnt, den Geist im Menschen, man nannte es den unaussprechlichen Namen Gottes! Das Ich, der Gott im Menschen kündigt sich an in diesem Wort!
[ 25 ] We have now examined three aspects of the human being and come to the fourth. Do not be alarmed by this large number of aspects! The human being is, after all, a very complex being. We arrive at this fourth aspect through a simple line of reasoning. We can understand it most easily if we follow this line of thought: Throughout the entire German-speaking world, there is one word that differs from all the others. Everything else that surrounds us can be named, but no one can say a single word to you—you can only say it to yourself—and that word is “I”! This word must resound from within the soul of each person; every other word is a “you” to you; only to yourself are you an “I”! One does not immediately grasp the profound significance of this fact. The “I” can never reach our ears from the outside; [it must resound within the soul itself]; the soul must utter it as its innermost name. The ancient founders of religions, who built their religions upon spiritual science, knew this very well. They called that which begins to speak within a person “the spirit within man”; they called it “the unpronounceable name of God”! The “I”—the God within man—reveals itself in this word!
[ 26 ] Niemand darf sagen, die Theosophie behaupte, Gott ist im Menschen, wie oft oberflächlich behauptet wird, aber so wenig, wie man, wenn man einen Tropfen aus dem Meer nimmt, sagen kann: Dieser Tropfen ist das Mcer, dabei aber doch weiß, dass dieser Tropfen in seiner Essenz dasselbe ist wie das Meer, ebenso wenig kann jemand, wenn er zu seiner Seele sagt «Ich», den umfassenden Geist meinen. Das ist er ebenso wenig, wie der Tropfen das Meer ist, und dennoch ist er die gleiche Wesenheit wie der göttliche Allgeist. In diesem Sinne müssen Sie das auffassen. In diesem Sinne nannten die alten Hebräer Jahve, Jehova den unaussprechlichen Namen Gottes, das bedeutet die Wesenheit, das Ich. Deshalb ging ein tiefer, ehrfurchtsvoller Schauer durch die Reihen des Volkes, wenn, der dazu berufen war, einmal im Jahre diesen heiligen Namen aussprach: Jahve, das heißt: Ich bin, der da ist, der da war und der da sein wird!
[ 26 ] No one may say that theosophy asserts that God is within man, as is often superficially claimed; but just as one cannot, when taking a drop from the sea, say: ‘This drop is the ocean,’ even though one knows that this drop is, in its essence, the same as the ocean; just as little can anyone, when saying “I” to his soul, mean the all-encompassing Spirit. He is no more that than the drop is the ocean, and yet he is the same essence as the divine Universal Spirit. You must understand it in this sense. In this sense, the ancient Hebrews called Yahweh, Jehovah—the unpronounceable name of God—which signifies the essence, the “I.” That is why a deep, reverent shudder ran through the ranks of the people when the one who was called upon to do so uttered this holy name once a year: Yahweh, which means: “I am who is, who was, and who will be!”
[ 27 ] Deshalb fühlen tiefere Naturen das als ein einschneidendes Ereignis, wenn im Laufe des Lebens sie in innere Berührung mit diesem ewigen Geist des Lebens kommen, wenn in ihnen das aufwacht: Ich bin ein Ich. Jean Paul zum Beispiel, als ihm dies klar wurde —- er war erst ein Kind von sieben Jahren —, empfand dies als ein gewaltiges Ereignis, als blicke er in das verhangene Heiligtum seines Innern, und er erinnerte sich noch in seinen späteren Jahren gern der äußeren Umstände, als ihm dies auftauchte.
[ 27 ] That is why people of greater depth experience it as a life-changing event when, in the course of their lives, they come into inner contact with this eternal spirit of life, when the realization awakens within them: “I am an ‘I.’” Jean Paul, for example, when this became clear to him—he was only a seven-year-old child—experienced it as a momentous event, as if he were gazing into the veiled sanctuary of his inner self, and even in his later years he fondly recalled the external circumstances under which this realization dawned upon him.
[ 28 ] Und in dieses verhangene Heiligtum sehen auch wir hinein, wenn wir zum ersten Male bewusst dieses Wörtchen «Ich» aussprechen. Das ist es, was den Menschen zur Krone der Erdenschöpfung macht, dies Ich, das den Körper durchglüht und durchströmt, das macht ihn zum heiligsten Wesen auf Erden! Damit bezeichnen wir das vierte Glied seiner Wesenheit. Das ist es, was in der pythagoräischen Schule als die heilige Vierheit zu verstehen ist. Wenn das im Menschen auftritt, dann ist er zu einer höheren Stufe der Erkenntnis aufgerückt, die geheimnisvoll ausdrückt das Tiefste in der Menschennatur. Doch das ist noch nicht alles.
[ 28 ] And we, too, glimpse into this veiled sanctuary when we consciously utter the little word “I” for the first time. This is what makes human beings the crown of earthly creation—this “I” that glows through and flows through the body, making them the holiest beings on earth! With this, we designate the fourth element of the human being’s essence. This is what is understood in the Pythagorean school as the sacred fourfold nature. When this arises within a person, they have ascended to a higher level of knowledge that mysteriously expresses the deepest aspect of human nature. Yet that is not all.
[ 29 ] Die Menschen unterscheiden sich nicht voneinander in Bezug auf diese Vierheit, die hat jeder Mensch. Es muss einen anderen Unterschied zwischen ihnen geben. Machen wir uns klar den Unterschied zwischen einem Menschenfresser, einem gewöhnlichen Durchschnittsmenschen und einem hohen Idealisten, wie zum Beispiel Schiller, oder einem Franz von Assisi. Wir sehen einen großen Unterschied zwischen solchen Menschen bestehen!
[ 29 ] People do not differ from one another in terms of this fourfold nature; every human being possesses it. There must be some other difference between them. Let us clearly distinguish between a monster, an ordinary, average person, and a lofty idealist, such as Schiller or Francis of Assisi. We see a great difference between such people!
[ 30 ] Darwin erzählt, auf einer seiner Reisen sei er in ein Gebiet gekommen, das von einem Menschenfresserstamm bewohnt war. Er ließ dem Häuptling durch seinen Dolmetsch klarmachen, wie schlecht es doch sei, einen Menschen zu fressen. Der «Wilde» aber schaute den Europäer erstaunt an und erwiderte naiv, das könne er ja gar nicht wissen, ob es gut oder schlecht sei, ehe er selbst einen Menschen gefressen habe! — Er hatte eben nur im Sinne, ob etwas für ihn gut oder schlecht sei, das heißt schmecke.
[ 30 ] Darwin recounts that, on one of his journeys, he came upon a region inhabited by a tribe of cannibals. Through his interpreter, he made it clear to the chief just how wrong it was to eat a human being. The “savage,” however, looked at the European in astonishment and replied naively that he could not possibly know whether it was good or bad until he himself had eaten a human being! — He was simply thinking in terms of whether something was good or bad for him—that is, whether it tasted good.
[ 31 ] Aber solch ein Mensch hat auch die vier Glieder, von denen ich Ihnen sprach. Wodurch unterscheidet sich nun der europäische Durchschnittsmensch von einem solchen «Wilden»? Der sagt sich von manchen Trieben: Ihnen darfst du folgen, von anderen verbietet er sich dies. Er hat moralische Begriffe, die ihm das eine verbieten und das andere gestatten; er hat seine Triebe und Leidenschaften geläutert und gereinigt, er hat, wenn er ein wenig höher steht, gewisse Ideale, denen er nachstrebt. Wodurch unterscheidet er sich von dem «Wilden»? Er hat seinen Astralkörper bearbeitet, den Körper, der der Träger ist von Begierden und Leidenschaften. Das hat der «Wilde» noch nicht getan, er hat noch keine Arbeit darauf verwendet, er lebt noch in seinen Trieben und Lüsten, und der Teil seiner Leiber, das Ich, lebt in ihm, wie es ihm von den Göttern überliefert ist. Je höher der Mensch steht, desto mehr arbeitet dieses göttliche Erbteil in ihm und wandelt die anderen Leiber um. Der Idealist hat noch mehr umgewandelt an sich, er hat noch mehr unter die Herrschaft des Ich gebracht; und derjenige Mensch, der seine Triebe und Leidenschaften so in der Hand hat, dass nichts geschieht, was er nicht selbst als das Richtige und Gute erkennt, der sich nie mehr fortreißen lässt von seinen Trieben und Begierden, der hat seinen Astralleib ganz geläutert und veredelt.
[ 31 ] But such a person also possesses the four elements I spoke to you about. How, then, does the average European differ from such a “savage”? The former tells himself regarding some instincts: “You may follow these,” while forbidding himself to do so with others. He has moral concepts that forbid one thing and permit another; he has refined and purified his instincts and passions; and, if he stands on a slightly higher plane, he has certain ideals toward which he strives. How does he differ from the “savage”? He has worked on his astral body, the body that is the vehicle of desires and passions. The “savage” has not yet done this; he has not yet devoted any effort to it; he still lives in his instincts and lusts, and that part of his bodies—the “I”—lives within him as it was handed down to him by the gods. The higher a person stands, the more this divine inheritance works within him and transforms the other bodies. The idealist has transformed even more within himself; he has brought even more under the dominion of the “I”; and the person who has such control over his instincts and passions that nothing happens which he himself does not recognize as right and good—who never again allows himself to be carried away by his instincts and desires—has completely purified and ennobled his astral body.
[ 32 ] So haben wir dann fünf Glieder der Menschennatur: die Vierheit physischer Leib, Ätherleib, Astralleib, darin das Ich, und dann den Teil, den das Ich sich selbst ausgearbeitet hat, dieses Glied bezeichnen wir mit Geistselbst oder Manas, er ist ein Umwandlungsprodukt des astralischen Leibes. Und so viel der Mensch in seinem astralischen Leibe umgearbeitet hat, so viel hat er in sich vom Geistselbst oder Manas.
[ 32 ] Thus we have five components of human nature: the fourfold body—the physical body, the etheric body, and the astral body, within which lies the “I”—and then the part that the “I” has developed for itself; we refer to this component as the “spiritual self” or “Manas,” which is a product of the transformation of the astral body. And to the extent that a person has transformed their astral body, to that extent they possess the spiritual self, or Manas, within themselves.
[ 33 ] Der Mensch kann nun auch an seinem Ätherleib oder Lebensleib arbeiten. Derselbe ist nicht nur der Träger der Ernährung, des Wachstums und der Fortpflanzungskräfte, sondern auch der Träger der bleibenden Gewohnheiten, des Charakters, des Gewissens, des Temperamentes. Ob ein Mensch gut oder schlecht ist — im normalen Sinne —, das hängt ab vom Astralleib, doch ob er ein Melancholiker oder ein Choleriker ist, hängt ab vom Ätherleibe. Denken sie einmal nach, wie wenig Sie als achtjähriges Kind gewusst haben. Sie haben seitdem viel gelernt, wenn Sie aber ein jähzorniges Kind waren, dann wird der Jähzorn noch manchmal bei Ihnen durchbrechen, waren Sie ein melancholisches Kind, werden Sie noch manchmal mit Trübseligkeit zu kämpfen haben. Alles, was im Astralleib ist, verändert sich schnell, alles, was im Ätherleib verankert ist, ändert sich langsam, sodass man das Umarbeiten des Astralleibes mit dem Minutenzeiger, das des Ätherleibes mit dem Stundenzeiger der Uhr vergleichen könnte.
[ 33 ] Human beings can also work on their etheric body, or life body. This body is not only the vehicle for nutrition, growth, and reproductive powers, but also the vehicle for enduring habits, character, conscience, and temperament. Whether a person is good or bad—in the usual sense—depends on the astral body, but whether they are melancholic or choleric depends on the etheric body. Just think about how little you knew as an eight-year-old child. You have learned a great deal since then, but if you were a quick-tempered child, that quick temper will still sometimes flare up in you; if you were a melancholic child, you will still sometimes have to struggle with gloom. Everything in the astral body changes quickly; everything anchored in the etheric body changes slowly, so that one could compare the transformation of the astral body to the minute hand of a clock and that of the etheric body to the hour hand.
[ 34 ] Daher hat auch das Ich viel größere Schwierigkeiten, wenn es auf den Ätherleib wirken soll. Starke Impulse zu dessen Umwandlung gibt die hohe, reine Kunst, die ein Ewiges ahnen und schauen lässt, starke Impulse auch die Größe und Herrlichkeit der Natur und der Schöpfungen Gottes, am allerstärksten aber wirken zur Umwandlung des Lebensleibes die religiösen Impulse; nicht moralische Anweisungen mit abstrakten Begriffen, doch ein SichVertiefen in den ewigen Inhalt des Seins, ein Sich-Versenken in das, was in den großen Religionen uns als Weisheit gegeben ist, das löst aus Impulse, die stark veredelnd auf des Menschen Ätherleib wirken, und daher die große Bedeutung [derselben] für die Menschheit.
[ 34 ] For this reason, the “I” also faces much greater difficulties when it comes to acting upon the etheric body. High, pure art, which allows us to sense and behold the eternal, provides powerful impulses for its transformation; the grandeur and glory of nature and God’s creations also provide powerful impulses; but religious impulses have the strongest effect on the transformation of the life body; not moral instructions based on abstract concepts, but rather a deep immersion in the eternal essence of being, a sinking into what is given to us as wisdom in the great religions—this triggers impulses that have a profoundly ennobling effect on the human etheric body, and hence the great significance [of these impulses] for humanity.
[ 35 ] Hier ist es, wo die Schulung und Erziehung des Eingeweihten beginnt. Er hat anderes zu lernen und durchzumachen als das, was man im Schulsinn lernen nennt. Er muss selbstverständlich auch das lernen, was in dem Astralleib lebt und erfasst werden kann, das, was man lernen im gewöhnlichen Sinne nennt, ebenfalls, doch ist das nicht die Hauptsache. Der Schüler hat mehr getan in der Richtung der Einweihung, wenn er eine Neigung bekämpft, eine Gewohnheit bewusst abgelegt hat. In den Einweihungsschulen wird daher besonders darauf hingearbeitet; der Schüler muss Übungen durchmachen, die es ihm ermöglichen, sein Temperament zu ändern, seinen Charakter zu überwinden; und diese Arbeit führt hinauf in höhere Welten. Alles das, was gelingt im Ätherleib umzuwandeln, sodass das Ich es beherrscht, das nennt man Lebensgeist oder Budhi. So ist der sechste Teil der menschlichen Wesenheit der umgewandelte Ätherleib oder Lebensleib.
[ 35 ] This is where the training and education of the initiate begins. He has other things to learn and go through than what is commonly referred to as “learning” in the school sense. Of course, he must also learn what lives in the astral body and can be grasped—that which is called “learning” in the ordinary sense—but that is not the main thing. The student has made greater progress toward initiation when he has fought against an inclination or consciously cast off a habit. In the schools of initiation, therefore, special emphasis is placed on this; the student must undergo exercises that enable him to change his temperament and overcome his character; and this work leads upward into higher worlds. Everything that is successfully transformed in the etheric body so that the “I” controls it is called the life spirit or buddhi. Thus, the sixth part of the human being is the transformed etheric body or life body.
[ 36 ] Wenn wir noch weiter gehen, dann kommen wir zu der höchsten Stufe, wo der Eingeweihte an seinem physischen Leibe zu arbeiten beginnt; das ist das siebte Glied der Zukunft. Es mag sonderbar scheinen, dass durch das Höchste das Niederste im Menschen, der physische Leib, bearbeitet wird, doch müssen wir bedenken, dass dadurch der Mensch auch fähig wird, hinauszuwirken in die physische Welt, aus der der Menschenleib selbst seinen Stoff genommen hat. Der Eingeweihte auf dieser Stufe kann in den Kosmos hinauswirken! Durch eine Umwandlung des Atmungsprozesses wird diese Stufe erreicht, sie wird Atma genannt — Atma, das heißt Atmen, weil es zusammenhängt mit dem Atmen —, oder auch Geistesmensch.
[ 36 ] If we go even further, we arrive at the highest stage, where the initiate begins to work on his physical body; this is the seventh link of the future. It may seem strange that the lowest aspect of the human being—the physical body—is worked upon through the highest, but we must bear in mind that this also enables the human being to exert an influence outward into the physical world, from which the human body itself has drawn its material. The initiate at this stage can exert an influence out into the cosmos! This stage is attained through a transformation of the breathing process; it is called Atma—Atma, meaning “breath,” because it is connected with breathing—or also the “Spirit-Man.”
[ 37 ] So haben wir die Vierheit des Menschen und die sogenannte höhere Dreiheit, die aus der Vierheit hervorgeht, die ein Umwandlungsprozess der Vierheit ist. Wir wollen jetzt noch einen Blick tun auf das Arbeiten dieser Glieder im Menschen, wir wollen den Menschen im Leben sowohl wie auch im Tode betrachten.
[ 37 ] Thus we have the fourfold nature of the human being and the so-called higher trinity, which arises from the fourfold nature and is a process of transformation of the fourfold nature. Let us now take a look at how these aspects function within the human being; let us consider the human being both in life and in death.
[ 38 ] Was ist der Schlaf? Er bringt eine Veränderung in den Zusammenhang der eben geschilderten Glieder der Menschennatur. Solange der Mensch wacht, vom Morgen bis zum Abend, sind sie ineinander verschlungen und bilden ein lebendiges System ineinander wirkender Kräfte. Anders ist es nun im Schlaf. Hinuntergesunken sind Lust und Leid, Freude und Schmerz, wenn der Mensch im tiefen, traumlosen Schlaf liegt. Dass dies alles für den Menschen nicht da ist, kommt daher, weil sein Astralleib, der der Träger von Lust und Leid ist, im Schlaf ihn verlassen hat. Im Bette liegt nur der physische Leib des Menschen verbunden mit dem Ätherleib. Der Astralleib ist außerhalb des Menschen, sobald er in Schlaf versinkt. Was tut nun dieser Astralleib während der Nacht? Ruht er irgendwo im Wesenlosen? Nein! Grade wenn wir wissen, was der Astralleib in der Nacht tut, dann tun wir einen tiefen Blick hinein in das Wesen des Menschen.
[ 38 ] What is sleep? It brings about a change in the interrelationship of the elements of human nature just described. As long as a person is awake, from morning until evening, these elements are intertwined and form a living system of forces acting upon one another. It is different during sleep. Pleasure and suffering, joy and pain have subsided when a person lies in deep, dreamless sleep. The reason all of this is absent for the person is that their astral body—which is the bearer of pleasure and suffering—has left them during sleep. Only the human physical body, connected to the etheric body, lies in bed. The astral body is outside the human being as soon as he or she falls asleep. What, then, does this astral body do during the night? Does it rest somewhere in the formless? No! It is precisely when we know what the astral body does at night that we gain a deep insight into the essence of the human being.
[ 39 ] Solange der Astralleib am Tage im physischen Leib darinnen ist, nimmt er durch die physischen Organe wahr. Durch das Auge empfängt er Licht und Farben, durch das Ohr Töne, und so weiter. Der Astralleib empfindet diese Dinge, denn die Empfindung sitzt in ihm. Doch dadurch, dass er im physischen Leib drinnensteckt, empfindet er auch die Disharmonien der Umwelt, um ihn ist keine Harmonie vorhanden, und [das] nutzt ihn fortwährend ab. Diese Abnutzung des astralischen Leibes drückt sich aus dadurch, dass der Mensch ermüdet. So lange nun der Astralleib drinnen ist, ist er beschäftigt mit der Außenwelt, sobald er aber draußen ist, arbeitet er an der Ausbesserung des physischen Leibes, er ist in der Nacht beschäftigt, die Ermüdungsstoffe wegzuschaffen. Das ist sein Geschäft in der Nacht. Der Mensch würde viel eher sterben, wenn der Astralleib das nicht jede Nacht täte und seine Kräfte nicht hinuntersenden würde in den physischen Körper, um ihn in den Zustand zu bringen, in dem er sein muss, um das Leben weiterzuführen.
[ 39 ] As long as the astral body is inside the physical body during the day, it perceives through the physical organs. Through the eye it receives light and colors; through the ear, sounds; and so on. The astral body perceives these things, for the faculty of perception resides within it. However, because it is contained within the physical body, it also perceives the disharmonies of the environment; there is no harmony around it, and [this] constantly wears it down. This wear and tear on the astral body manifests itself in the form of fatigue. As long as the astral body is inside, it is occupied with the outside world; but as soon as it is outside, it works to repair the physical body; at night it is busy eliminating the substances that cause fatigue. That is its task at night. A person would die much sooner if the astral body did not do this every night and did not send its forces down into the physical body to bring it into the state it must be in to continue life.
[ 40 ] Wir müssen uns das so vorstellen: Denken wir uns, dass wir, wie in einem großen Gefäß mit Wasser, eingeschlossen sind in einem Meer von Astralität. Von dieser saugt ein jeder Mensch, gewissermaßen wie ein Schwämmchen, tagsüber einen Tropfen in sich hinein und entlässt ihn wieder in der Nacht. Und so taucht in der Nacht der Astralleib unter in das, woher er stammt, er ist nachts wieder in seiner Heimat. Wie die ausschaut, kann Ihnen nur der Hellseher sagen. Der gewöhnliche Mensch hat keinerlei Einblick darin, doch bei dem Hellseher ist das anders, für ihn eröffnet sich in der Nacht in seinem bewussten Schlaf eine Welt von Licht und Farben, er lebt bewusst in der Welt der Sphärenharmonie, in der der Astralleib eines jeden Menschen unbewusst auch lebt. Und diese Welt ist keine Phantasie, diese Sphärenharmonie ist eine Wirklichkeit! Sie ist der Urgrund aller Dinge, es ist dasselbe, was man in der christlichen Religion nennt die Reiche der Himmel. Die Eingeweihten haben das immer gewusst. — Es mag wohl unerhört für viele klingen, wenn ich sage: Goethe wusste das auch! Wenn der Mensch in den Himmel hinauf entrückt wird, dann hört er jene Harmonien der Sphären, aus der die ganze Welt entstanden ist, und Goethe drückt das aus, wenn er sagt:
[ 40 ] We must imagine it this way: Let us imagine that we are enclosed in a sea of astrality, as if in a large vessel filled with water. From this sea, every human being, much like a little sponge, absorbs a drop during the day and releases it again at night. And so, at night, the astral body submerges into its source; at night, it returns to its home. Only a clairvoyant can tell you what that world looks like. The ordinary person has no insight into it whatsoever, but for the clairvoyant it is different; for him, a world of light and colors opens up at night during his conscious sleep; he lives consciously in the world of spherical harmony, in which the astral body of every human being also lives unconsciously. And this world is no fantasy; this harmony of the spheres is a reality! It is the source of all things; it is the same thing that the Christian religion calls the realms of heaven. The initiates have always known this. — It may well sound outrageous to many when I say: Goethe knew this, too! When a person is raptured up into heaven, they hear those harmonies of the spheres from which the entire world arose, and Goethe expresses this when he says:
Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
The sun resounds in the ancient way
A song of competition in the spheres of brotherhood,
[ 41 ] und so weiter. Wenn wir diese Stelle oberflächlich ansehen, können wir sie uns nicht erklären. Die physische Sonne tönt nicht! Aber die Sonne hat ihren Geist, und diese geistige Wesenheit ist es, die tönt in Sphärenwettgesang! Und diesen Geist meint Goethe, den derjenige wahrzunehmen vermag, der in den geistigen Welten wahrnehmen kann. Und ferner der Schluss des Faustdramas, [die Arielszene, was steht da]:
[ 41 ] and so on. If we look at this passage superficially, we cannot make sense of it. The physical sun does not make a sound! But the sun has its spirit, and it is this spiritual being that resounds in the song of the spheres! And it is this spirit that Goethe refers to—one that can be perceived by those who are able to perceive in the spiritual worlds. And furthermore, the conclusion of the Faust drama, [the Ariel scene—what does it say]:
Tönend wird für Geistesohren
Nun der neue Tag geboren;
Es drommetet, es posaunet,
With sound for the ears of the spirit
Now the new day is born;
There is drumming, there is trumpeting,
[ 42 ] und so weiter. Weil die Seele in diesem tönenden Astralmeer, in dieser Sphärenharmonie in der Nacht lebt, nennt sie Paracelsus mit Recht den Astralleib, denn sie ist jede Nacht in ihre ursprüngliche Heimat, in die Welt der Sterne versetzt.
[ 42 ] and so on. Because the soul lives in this resounding astral sea, in this harmony of the spheres at night, Paracelsus rightly calls it the astral body, for every night it is transported to its original home, the world of the stars.
[ 43 ] Solange dieser Astralleib noch nicht ganz aus dem Äther- und physischen Leibe heraus ist, ist die Zeit, wo aus der unbewussten nächtlichen Finsternis die Träume auftauchen. Solange der Astralleib noch nicht ganz seine Verbindung mit dem Menschen gelöst hat, träumt der Mensch. Ist der Astralleib ganz drin im Menschen, lebt er im wachen Tagesbewusstsein.
[ 43 ] As long as this astral body has not yet completely separated from the etheric and physical bodies, this is the time when dreams emerge from the unconscious darkness of the night. As long as the astral body has not yet completely severed its connection with the human being, the person dreams. When the astral body is fully within the human being, the person lives in waking daytime consciousness.
[ 44 ] Wenn der Mensch nun stirbt, treten andere Veränderungen ein. Es bleibt zurück vom Menschen nach dem Tode nur der physische Leib, der Astralleib ist mit dem Ätherleib fortgegangen. [Nur in den seltensten Fällen geschieht es, dass der Astralleib den Ätherleib mit herausnimmt.] Gewöhnlich tritt nach dem Tode für den Menschen etwas Besonderes ein.
[ 44 ] When a person dies, other changes take place. After death, only the physical body remains; the astral body has departed along with the etheric body. [It is only in the rarest of cases that the astral body takes the etheric body with it.] Usually, something special happens to a person after death.
[ 45 ] Das ganze bisherige letzte Leben tritt dann wie ein großes Tableau, wie ein Wandelpanorama vor die Seele des Menschen, doch in ganz eigentümlicher Art, denn alles, was den Menschen gefreut und ihm Leid bereitet hat in seinem Leben, das fehlt in diesem Gemälde, ganz objektiv schaut der Mensch sein Leben an. Das ist, solange der Ätherleib mit dem Astralleib und dem Ich verbunden ist. Dann trennt sich der Astralleib, und der zweite Leichnam des Menschen bleibt zurück, der Ätherleichnam. Der löst sich auf in den allgemeinen kosmischen Äther, ebenso wie sich der physische Leichnam auflöst, nur bedeutend schneller. Doch eine Essenz, ein Kraftzentrum bleibt zurück von diesem Lebenstableau, gewissermaßen eine Summe der Erlebnisse. Wie wenn man einem Buch ein neues Blatt hinzufügt, so fügen Sie jedes Mal den Inhalt Ihres letzten Lebens hinzu in diesem hellsehenden Umblick nach Ihrem Tode. Das kann Stunden, aber auch Tage währen, je nach der Individualität des Menschen.
[ 45 ] The entire course of one’s past life then unfolds before the human soul like a vast tableau, like a moving panorama—but in a very peculiar way, for everything that brought joy or caused suffering in one’s life is absent from this picture; the person views his or her life entirely objectively. This is the case as long as the etheric body remains connected to the astral body and the “I.” Then the astral body separates, and the person’s second corpse remains behind: the etheric corpse. It dissolves into the general cosmic ether, just as the physical corpse dissolves—only much more quickly. Yet an essence, a center of power, remains from this tableau of life—a sum, as it were, of one’s experiences. Just as when you add a new page to a book, so too do you add the content of your last life each time in this clairvoyant review following your death. This can last for hours, or even days, depending on the individual’s nature.
[ 46 ] Im menschlichen Leben gibt es Momente, die diesem ähnlich sind. Wenn der Mensch einen starken Schrecken erhält, wenn er zum Beispiel bei einer Bergpartie einen Absturz erleidet oder in Gefahr des Ertrinkens ist, dann zieht auch wohl sein ganzes Leben wie ein Tableau an ihm vorbei, und selbst materialistisch Denkende haben das erlebt und bekundet, wie zum Beispiel der Kriminalanthropologe Benedikt in Wien. Worin liegt die Ursache für dies Erlebnis? Sie alle kennen das Gefühl, was wir haben, wenn ein Glied eingeschlafen ist, dies prickelnde Gefühl, Kinder sagen wohl: Es ist wie Selterswasser in meinen Fingern. Als Hellseher sieht man, dass in einem solchen eingeschlafenen Gliede der Ätherleib sich gelockert hat, sodass die Ätherhand bei einer eingeschlafenen Hand zum Beispiel seitwärts heraushängt, und ebenso ist es mit dem Kopf der Fall, wenn der Mensch sich in Hypnose befindet. Erhält der Mensch nun einen solchen Schreck, dann lockert sich für einen kurzen Moment der ganze Ätherleib. Weil nun der Ätherleib der Träger des Gedächtnisses ist und sonst fortwährend im physischen Leibe drinsteckt, kann er sich im gewöhnlichen Leben nur so viel erinnern, was ihm der physische Leib erlaubt. Doch in solchen Momenten, wo der Ätherleib frei wird, also der physische Leib kein Hindernis mehr ist, da tritt dann die Erinnerung voll und ganz auf.
[ 46 ] There are moments in human life that are similar to this. When a person experiences a severe shock—for example, if they fall during a hike or are in danger of drowning—their entire life seems to flash before their eyes, and even materialists have experienced and reported this, such as the criminal anthropologist Benedikt in Vienna. What is the cause of this experience? You all know the sensation we feel when a limb has gone numb—that tingling sensation; children might say, “It’s like sparkling water in my fingers.” As a clairvoyant, one can see that in such a numb limb the etheric body has loosened, so that the etheric hand, for example, hangs out to the side when a physical hand is numb, and the same is true of the head when a person is under hypnosis. If a person then experiences such a fright, the entire etheric body loosens for a brief moment. Since the etheric body is the bearer of memory and is otherwise constantly contained within the physical body, in ordinary life it can remember only as much as the physical body allows. But in such moments, when the etheric body is set free—that is, when the physical body is no longer an obstacle—memory then emerges in its entirety.
[ 47 ] Nun sagte mir vor Kurzem jemand, er sei dem Ertrinken nahe gewesen, habe aber das Erinnerungstableau nicht gehabt, da er bewusstlos gewesen sei. Das ist grade der Beweis dafür, denn wenn der Mensch bewusstlos ist, also der Astralleib auch heraus ist, der der Träger des Bewusstseins ist, kann natürlich diese Erinnerung nicht auftreten.
[ 47 ] Recently, someone told me that he had been close to drowning but had not experienced the memory tableau because he had been unconscious. This is precisely the proof, because when a person is unconscious—that is, when the astral body, which is the bearer of consciousness, has also left the physical body—this memory naturally cannot occur.
[ 48 ] Nun tritt für den Astralleib nach dem Tode, wenn er nun befreit ist vom physischen Leibe und dem Ätherleibe, die als zwei Leichname zurückbleiben und ihre Stoffe der Umwelt zurückgeben, eine gewisse Epoche ein: die sogenannte Kamalokazeit. Kamaloka ist kein Ort, der fern von uns ist. Die Menschen, die gestorben sind, sind durchaus immer um uns. Der hellseherische Blick kann sie immer sehen.
[ 48 ] Now, after death, when the astral body is freed from the physical body and the etheric body—which remain behind as two corpses and return their matter to the environment—a certain phase begins for the astral body: the so-called Kamaloka period. Kamaloka is not a place far away from us. People who have died are always around us. The clairvoyant eye can always see them.
[ 49 ] Wir können uns das klarmachen durch eine einfache Logik. In welcher Lage ist der Mensch nun, nach dem Tode? Denken wir zum Beispiel an einen Feinschmecker, der im Leben eine Leidenschaft, sagen wir, für Beefsteaks hatte. - Den Genuss davon hatte nicht der physische Leib, sondern der Astralleib, der der Träger der Begierden, Leidenschaften, Empfindungen und so weiter ist, doch er braucht den physischen Leib, um sich diesen Genuss zu verschaffen; der ist sein Instrument gewissermaßen. Nun hat er nach dem Tode den physischen Leib abgelegt, hat also kein Instrument mehr, aber noch genau dieselbe Sehnsucht nach der Befriedigung seiner Begierden.
[ 49 ] We can understand this through simple logic. What is the human condition after death? Let us consider, for example, a gourmet who, during his lifetime, had a passion—let’s say—for beefsteaks. - It was not the physical body that derived pleasure from this, but rather the astral body—which is the bearer of desires, passions, sensations, and so on—yet it needs the physical body to obtain this pleasure; the physical body is, so to speak, its instrument. Now, after death, he has shed the physical body and thus no longer has an instrument, yet he still has exactly the same longing for the satisfaction of his desires.
[ 50 ] Es ist dieselbe Lage, in der ein Mensch sich befindet, der in einer schönen Gegend weit und breit kein Wasser findet und brennenden Durst erleiden muss. Ebenso brennt die ungestillte Sehnsucht im Astralleib nach den physischen Genüssen. So lange der Mensch sich die noch nicht abgewöhnt hat, so lange seine Gier nach dieser Befriedigung besteht, so lange dauert seine Kamalokazeit. Erst wenn ihn nichts mehr hinzieht in diese Welt, kann er hinaufsteigen in die eigentliche Geisteswelt, himmlische Welt.
[ 50 ] It is the same situation as that of a person who, in a beautiful region, cannot find water anywhere for miles around and must endure a burning thirst. In the same way, the unfulfilled longing for physical pleasures burns within the astral body. As long as a person has not yet broken this habit, as long as their craving for this satisfaction persists, so long will their time in Kamaloka last. Only when nothing draws them to this world anymore can they ascend into the true spiritual world, the heavenly world.
[ 51 ] Man könnte wohl fragen: Ist sich der Mensch bewusst in diesem Kamalokazustand? Gewiss, denn dieselben Kräfte, die der Mensch in seinem Astralleib hat und die jede Nacht in den kosmischen Raum hinausgehen, dort in der Harmonie des Unendlichen leben und dadurch die verbrauchten Kräfte des physischen Körpers immer wieder erneuern —, grade die sind es jetzt, die er in sich selber verwendet in diesem Zustand. Also muss der Mensch bewusst sein nach dem Tode.
[ 51 ] One might well ask: Is a person conscious in this kamaloka state? Certainly, for the very same forces that a person possesses in his astral body—and which go out into cosmic space every night, live there in the harmony of the infinite, and thereby continually renew the exhausted forces of the physical body—are precisely the ones he now utilizes within himself in this state. Thus, a person must be conscious after death.
[ 52 ] Nun steigt der Mensch hinauf in die geistigen Welten und nimmt diese Essenz, von der ich Ihnen gesprochen habe, aus seinem Ätherleibe und eine ähnliche Essenz aus seinem Astralleibe mit sich dahin.
[ 52 ] Now the human being ascends into the spiritual worlds, taking with him this essence—of which I have spoken to you—from his etheric body, as well as a similar essence from his astral body.
[ 53 ] Die Essenz, die er sich an seinem Ätherleibe erarbeitet hat im Laufe seines Lebens, die beeinflusst sein Gefühlsleben in moralischer Beziehung, und das, was er sich an seinem Astralleib erarbeitet hat, beeinflusst sein Begierden- und Triebleben. Er lebt nun eine gewisse Zahl von Jahren in den geistigen Welten, dann steigt er wieder hinunter in die Welt, ausgerüstet mit dem, was er sich selbst in dieser Weise erarbeitet hat, mit einem mehr oder weniger gereinigten Äther- und Astralleib, und jedes neue Leben, das er führt, ist gleichsam ein neues Blatt in dem Buche seines Lebens. Je mehr Verkörperungen er erlebt hat und je besser er sie angewendet hat, um sich zu veredeln und höher zu streben, desto reicher ist das neue Leben, [und so steigt der Mensch von Leben zu Leben] und es vervollkommnet sich mehr und mehr. Er ist nicht losgetrennt in einem Leben, nichts ist ein bloßes Spiel des Zufalls, sondern seine Leben hängen zusammen. Ebenso, wie im täglichen Leben die Arbeit des einen Tages die des andern Tages vorbereitet und beeinflusst, so hängt unsere Vergangenheit mit der Zukunft zusammen, und so schaffen wir uns selbst unsere eigene Zukunft durch unser Verhalten in der Gegenwart. Das ist ein Gesetz, das durch die ganze Natur durchgeht, durch die leblose sowohl wie durch die lebende.
[ 53 ] The essence he has developed in his etheric body over the course of his life influences his emotional life in a moral sense, and what he has developed in his astral body influences his life of desires and instincts. He now lives for a certain number of years in the spiritual worlds; then he descends once more into the world, equipped with what he has developed for himself in this way—with a more or less purified etheric and astral body—and every new life he leads is, as it were, a new page in the book of his life. The more incarnations he has experienced and the better he has used them to refine himself and strive higher, the richer the new life is, [and so the human being ascends from life to life] and becomes more and more perfected. He is not isolated in a single life; nothing is a mere game of chance, but his lives are interconnected. Just as in daily life the work of one day prepares for and influences that of the next, so our past is connected to the future, and thus we create our own future through our behavior in the present. This is a law that runs through all of nature, through both the inanimate and the living.
[ 54 ] Und diesen Zusammenhang zwischen den Ereignissen die später geschehen, und denen, die früher geschehen sind, nennt man [«Krma» — nicht «Karma»]. Aus jedem Lebenslauf geht für jeden Menschen ein gewisses [Krma] hervor. Das hat etwas tief Versöhnendes, wenn es in der richtigen Weise betrachtet wird; denn wenn wir im Leben oftmals einen tüchtigen, guten Menschen zu Armut und Elend verdammt sehen und einen anderen, scheinbar ganz ohne Verdienst, in Glück und Freude leben sehen, dann fragen wir wohl vergeblich, wie das kommen kann, was so ungerecht erscheint! Aber wenn wir das Gesetz von [Krma] kennen, wenn wir wissen, dass ein jeder sich sein Schicksal selbst zubereitet, dass [Krma] ein Lebensgesetz ist, wenn wir wissen: Alles, was ich tue, trägt seine Früchte, tue ich etwas Törichtes, Böses, dann werden die Früchte ebenso sein, tue ich Gutes, dann wird Glück und Freude die Folge sein -, dann wird dieses Gesetz etwas tief Versöhnendes sein für einen jeden, und wenn es erst, nicht nur theoretisch, sondern in Wahrheit das Leben des Menschen durchleuchtet, dann wird es in ihm neue Kräfte entfalten, es wird ihm Zuversicht, Orientierungsvermögen und Sicherheit im Leben geben.
[ 54 ] And this connection between events that occur later and those that occurred earlier is called [“Krma”—not “Karma”]. A certain [Krma] emerges from every life course for every person. There is something deeply reconciling about this when viewed in the right way; for when we often see a capable, good person condemned to poverty and misery in life, and another, seemingly without any merit, living in happiness and joy, we ask—perhaps in vain—how something that seems so unjust can be! But if we understand the law of [krma], if we know that each person forges their own destiny, that [krma] is a law of life, if we know: Everything I do bears fruit—if I do something foolish or evil, the fruit will be likewise; if I do good, happiness and joy will follow—then this law will be a source of deep reconciliation for everyone, and once it illuminates a person’s life—not merely in theory, but in truth—it will unleash new strengths within them, it will give them confidence, a sense of direction, and security in life.
[ 55 ] Auch mit der Erlösung Christi lässt sich das Gesetz vollkommen vereinigen, sobald es richtig verstanden wird. Die Theologen sagen: Wir reden von der Erlösung durch den Christus Jesus, ihr aber redet davon, dass man sich selbst erlösen müsse. Ihr glaubt nicht an die Erlösungsidee! — Das ist nicht so. Wie der Kaufmann jeden Augenblick seine Bilanz ziehen und trotzdem jeden Augenblick neue Posten einschreiben kann, so kann man auch im Leben jeden Moment neue Posten in sein Lebensbuch einschreiben. [Krma] verträgt sich vollkommen mit der Freiheit des Willens, wir können schlechte, wir können gute Posten einschreiben. Nun können wir, wenn wir stark genug sind, einem Mitmenschen helfen. [Sind wir noch mächtiger, können wir zweien helfen] und so weiter, ein übermächtiges Wesen aber, wie der Christus Jesus, der in der Menschheit erschienen ist, der kann zahllosen Menschen helfen durch eine einzige Tat, die die Zeiten überleuchtet. Richtig verstanden stimmt so das [Krma]gesetz vollständig überein mit der christlichen Idee der Erlösung, es ist auch mit der ganzen christlichen Lehre vereinbar.
[ 55 ] The law can also be perfectly reconciled with Christ’s redemption, once it is properly understood. The theologians say: “We speak of redemption through Christ Jesus, but you speak of the need to redeem oneself. You do not believe in the idea of redemption!” — That is not the case. Just as a merchant can balance his books at any moment and yet still enter new entries at any moment, so too can one enter new entries into the book of one’s life at any moment. [Krma] is perfectly compatible with free will; we can enter bad entries, and we can enter good ones. Now, if we are strong enough, we can help a fellow human being. [If we are even more powerful, we can help two people] and so on; but an all-powerful being, such as Jesus Christ, who appeared among humanity, can help countless people through a single act that shines through the ages. Properly understood, the law of [karma] is fully consistent with the Christian idea of salvation; it is also compatible with the entire Christian doctrine.
[ 56 ] Wenn die Lehre von der Natur und Wesenheit des Menschen allmählich eindringt in die Menschheit, wenn sie davon durchdrungen und vergeistigt sein wird, dann wird auch neues Leben, neues Werden sie durchströmen. Denn die Menschheit braucht diese Lehren jetzt. Die Seelen der Menschen würden austrocknen unter den Verhältnissen, die am Eingang angedeutet worden sind. Die Theosophie musste kommen, es war eine Lebensnotwendigkeit für die Menschheit. Wenn sie auch jetzt noch angefeindet wird, was schadet das? Alles, was neu und unbegreiflich erscheint, ist zuerst angefeindet worden und nachher selbstverständlich geworden. Man denke an die Postmarke — kein Postverwalter kam auf diese einfache Idee, und als sie zuerst aufkam, wurde sie «hirnverbrannt» genannt. Das war vor nur 70 Jahren! Und ebenso war es mit den ersten Eisenbahnen. Es hieß, wer darauf führe, müsse unweigerlich schwere Nervenerschütterungen davontragen.
[ 56 ] When the teaching about the nature and essence of human beings gradually takes root in humanity, when humanity is permeated and spiritualized by it, then new life and new growth will also flow through it. For humanity needs these teachings now. People’s souls would wither away under the conditions hinted at in the introduction. Theosophy had to come; it was a matter of survival for humanity. Even if it is still met with hostility today, what harm does that do? Everything that seems new and incomprehensible has first been met with hostility and has later become taken for granted. Consider the postage stamp—no postal official came up with this simple idea, and when it first appeared, it was called “crazy.” That was only 70 years ago! And it was the same with the first railroads. It was said that anyone who rode on them would inevitably suffer severe nervous shocks.
[ 57 ] Die Theosophie weist hin auf Dinge, und es kommt darauf an, dass sie sich im Leben bewähren, wenn man sie anwendet; und hat die Theosophie den Wahrheitsbeweis angetreten, dann wird sie ganz von selbst ihren Weg durch die Seelen der Menschen nehmen. [Denn sie ist das geistige Heilmittel für die Menschheit!] Nicht durch Reden, nicht durch Diskussionen — durch die Tat kann die Gesundung des geistigen Lebens erst gefunden werden. Und diesen Beweis warten diejenigen ab, die da wissen, was die Theosophie der Menschheit sein soll in den Zeiten, die da kommen werden. Erkenntnis, die ins Leben geht, Erkenntnisse tun uns not, die nicht durch die schwachen Kräfte unseres Verstandes allein gefunden werden können, sondern die aus höheren Welten einfließen sollen und müssen, um unsere Kultur neu zu beleben, die uns Kraft und Sicherheit geben sollen im Leben, die uns zu starken, schaffenden Menschen machen werden.
[ 57 ] Theosophy points to certain things, and what matters is that they prove themselves in life when applied; and once Theosophy has demonstrated its truth, it will naturally find its way into the souls of human beings. [For it is the spiritual remedy for humanity!] Not through words, not through discussions—only through action can the healing of spiritual life be achieved. And those who know what Theosophy is meant to be for humanity in the times to come are awaiting this proof. We need knowledge that takes root in life—insights that cannot be found through the limited powers of our intellect alone, but which must flow in from higher worlds to revitalize our culture, giving us strength and security in life and making us strong, creative human beings.
