The Nature of Man
in the Light of Spiritual Science
GA 68d
8 January 1909, Munich
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The Nature of Man in the Light of Spiritual Science, tr. SOL
27. Ernährungsfragen im Lichte der Geisteswissenschaft
27. Nutritional Issues in the Light of the Humanities
[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Es sind von diesem Orte aus Vorträge gehalten worden über die mannigfaltigsten Interessen und Dinge des geistigen Lebens. Und so mag es denn heute einmal gestattet sein, auf ein prosaischeres Thema vom Standpunkte der Geisteswissenschaft aus zu sprechen zu kommen. Ein prosaischeres Thema als mancherlei derjenigen, wie wir sie hier hörten, sind zweifellos die Ernährungsfragen. Doch wird sich uns zeigen, dass gerade in unserer Zeit auch in Bezug auf solche unmittelbar ins Alltägliche eingreifende Fragen die Geisteswissenschaft etwas zu sagen hat. Auf der einen Seite wird ja dieser Geisteswissenschaft, oder wie man sie auch nennt, der Theosophie, der Vorwurf gemacht von denjenigen, die diese sozusagen von außen kennenlernen, es wird ihr der Vorwurf gemacht, dass sie sich zu viel versteigt ins Geistige, dass sie sozusagen den festen Boden unter den Füßen verliert. Vielleicht kann doch aber auch von anderer Seite Entgegengesetztes gehört werden, auch natürlich wieder von denjenigen, die die Geisteswissenschaft oder Theosophie kennenlernen aus einer Broschüre oder Anhören eines einzelnen Vortrages.
[ 1 ] Ladies and gentlemen! Lectures have been given from this very place on the most diverse topics and aspects of spiritual life. And so, perhaps today we may be permitted to address a more prosaic topic from the perspective of spiritual science. A more prosaic topic than many of those we have heard here is undoubtedly the question of nutrition. Yet it will become clear to us that, especially in our time, spiritual science has something to say even regarding such questions that directly affect everyday life. On the one hand, this spiritual science—or, as it is also called, theosophy—is criticized by those who, so to speak, come to know it from the outside; it is accused of delving too deeply into the spiritual realm, of losing, so to speak, its firm footing. Perhaps, however, the opposite view can also be heard from another perspective—again, of course, from those who become acquainted with spiritual science or theosophy through a brochure or by attending a single lecture.
[ 2 ] Dieser andere Vorwurf könnte so ausgesprochen werden, dass man sagt, die Theosophen reden viel zu viel, sie kümmern sich viel zu viel um die Fragen: Was sollen sie essen, was sollen sie trinken? — Es können sogar in einer gewissen Beziehung Idealisten sein. Gerade solche Menschen können diesen Vorwurf erheben, die, wie sie glauben, von einem gewissen erhabenen Gesichtspunkte auf die Prosa des Lebens gerade herunterschauen, die gerade von dem Gesichtspunkte ausgehen, dass sie sagen: Ach, was der Mensch isst und trinkt, ist doch etwas höchst Untergeordnetes, Gleichgültiges. Es kommt nicht darauf an, was man isst und trinkt, sondern dass man sich kraft seines Geistes über die Materie erhebt. — Auch von sehr wohlmeinenden Idealisten könnte dieser Vorwurf gegen die Theosophie erhoben werden.
[ 2 ] This other criticism could be phrased by saying that the Theosophists talk far too much; they concern themselves far too much with questions such as: What should they eat? What should they drink? — In a certain sense, they may even be idealists. It is precisely those people who believe they are looking down on the mundane aspects of life from a certain lofty vantage point—those who proceed from the perspective that “Oh, what a person eats and drinks is, after all, something of the utmost secondary importance, something trivial”—who are most likely to level this criticism. What matters is not what one eats and drinks, but that one rises above matter through the power of one’s spirit.—Even well-meaning idealists might level this accusation against Theosophy.
[ 3 ] Nun, in einer Zeit, in welcher auch von anderen Gesichtspunkten aus ja wirklich über diese Fragen geredet wird, kann es nicht uninteressant sein, auch von dem Standpunkte der Geisteswissenschaft aus von diesen Dingen zu hören. Ein deutscher Philosoph ist es, dem der Ausspruch zugeschrieben wird: Der Mensch ist, was er isst. Und bedeutende Denker haben diesem Ausspruch Feuerbachs zugestimmt, dass, was der Mensch hervorbringt, dass es im Grunde genommen nur Ergebnis der von ihm verarbeiteten Nahrungsmittel sei, dessen, was er in sich aufnimmt rein materiell, was er in sich verarbeitet durch seine Nahrung und Verdauung. Und es könnte sich sogar jemand einfallen lassen, zu sagen, dass er glaubt, dass der Mensch das sei, was er isst. Und nun werden wir von diesem Gesichtspunkte aus so mancherlei zu sagen haben.
[ 3 ] Well, at a time when these questions are indeed being discussed from other perspectives as well, it can’t be uninteresting to hear about these matters from the standpoint of the humanities. It is a German philosopher to whom the saying is attributed: “Man is what he eats.” And prominent thinkers have agreed with Feuerbach’s statement that what a person produces is, in essence, merely the result of the food he has processed—that is, what he takes into himself in a purely material sense, what he processes within himself through his food and digestion. And one might even be tempted to say that he believes man is what he eats. And now, from this perspective, we will have much to say.
[ 4 ] Wir müssen uns ganz genau darüber verständigen, in welchem Sinne der heutige Vortrag gemeint ist, aus welcher Gesinnung heraus er gesprochen ist. Und wir würden uns nicht verstehen, wenn wir uns nicht zuerst darüber verständigen. Der heutige Vortrag soll nicht nach irgendeiner Richtung hin agitatorisch wirken, er soll nichts Reformatorisches in sich haben. Der Geisteswissenschaftler hat zu sagen, was wahr ist, wie sich die Dinge verhalten, wie sie sich darstellen. Und derjenige Gesichtspunkt, von dem aus der Geisteswissenschaftler spricht, darf kein agitatorischer sein. Er hat das Vertrauen, dass der Mensch, der die Wahrheit erkannt hat, aus dieser Kraft heraus auch das Richtige tut. Und deshalb ist dieser Vortrag weder agitatorisch nach der einen noch nach der anderen Richtung hin, und am meisten missverstanden würde ihn derjenige haben, der meint, hier sei für oder gegen eine Ernährungsmethode eingetreten worden. Es wird hier nur gesagt, wie die Dinge sind. Je weniger Sie den Eindruck bekommen, dass es sich um ein Pro und Kontra handelt, desto mehr werden wir uns verständigen.
[ 4 ] We must reach a very clear understanding of the intent behind today’s lecture and the mindset from which it is delivered. And we would not understand one another if we did not first agree on this. Today’s lecture is not intended to have an agitational effect in any particular direction; it is not meant to be reformist in nature. The spiritual scientist must state what is true, how things are, and how they present themselves. And the perspective from which the spiritual scientist speaks must not be one of agitation. He has confidence that a person who has recognized the truth will, out of that strength, also do what is right. And that is why this lecture is not agitational in one direction or the other, and it would be most misunderstood by anyone who thinks that a case has been made here for or against a particular dietary method. All that is being said here is how things are. The less you get the impression that this is a matter of pros and cons, the better we will understand one another.
[ 5 ] Nach dieser Voraussetzung können wir vom Standpunkte der Geisteswissenschaft einmal die Frage aufwerfen: Hat nicht doch der Ausspruch «Der Mensch ist, was er isst» eine gewisse Berechtigung? Wir müssen immer uns das vor Augen halten, dass der Leib des Menschen ein Werkzeug des Geistes ist, und bei allem, was wir vom Standpunkte der verschiedenen Verrichtungen, die der Leib zu vollziehen hat, besprechen, können wir das Gleichnis heranziehen, dass der Mensch den Leib als ein physisches Instrument braucht, und wie ein Instrument nichts taugt, wenn es nicht in der richtigen Weise eingerichtet ist, so taugt dieser Leib für unseren Organismus nicht, wenn er nicht richtig eingerichtet ist. Das Instrument taugt nichts, wenn es nicht ordentlich funktioniert. Der Mensch wird in seinen Absichten unfrei, und so stehen wir als Geisteswissenschaftler zu unserem Organismus. Wir müssen uns fragen: Können wir ihn nicht dadurch ungeeignet machen zur Ausführung der Intentionen, der Absichten und Impulse unseres Lebens, und werden wir nicht unfrei und abhängig von unserem Leibe durch eine ungeeignete Ernährung? Kann es eine Möglichkeit geben, diesen Leib so zu gestalten, dass er ein immer geeigneteres Werkzeug wird für die Impulse unseres geistigen Lebens, und werden wir nicht dann auf einem Umweg, dadurch, dass wir ihn in der richtigen Weise ernähren, nicht gerade dadurch frei und unabhängig von unserem Leibe? Was müssen wir essen, damit wir nicht dasjenige sind, was wir essen? So sehen wir dies von einem anderen Gesichtspunkte her.
[ 5 ] Based on this premise, we can raise the following question from the standpoint of spiritual science: Does the saying “You are what you eat” not have some validity after all? We must always bear in mind that the human body is an instrument of the spirit, and in everything we discuss from the perspective of the various functions the body must perform, we can draw on the analogy that a person needs the body as a physical instrument, and just as an instrument is useless if it is not properly adjusted, so this body is of no use to our organism if it is not properly adjusted. The instrument is useless if it does not function properly. A person becomes unfree in their intentions, and this is how we, as spiritual scientists, relate to our organism. We must ask ourselves: Might we not render it unsuitable for carrying out the intentions, purposes, and impulses of our lives, and do we not become unfree and dependent on our body through improper nutrition? Could there be a way to shape this body so that it becomes an ever more suitable instrument for the impulses of our spiritual life, and do we not then—indirectly, by nourishing it in the right way—become free and independent of our body precisely through this? What must we eat so that we do not become what we eat? This is how we view this from a different perspective.
[ 6 ] Sie wissen ja alle, und ich brauche die ganz allgemein bekannte Tatsache ja nur anzuführen, dass rein materialistisch betrachtet der Mensch fortwährend das, was sein Organismus aufbaut, wieder verbraucht und durch die Nahrung wieder ersetzen muss und der Mensch aufpassen muss, es wieder zu ersetzen. Was liegt näher, als zu sagen: Also untersuche man diejenigen Stoffe, die dem menschlichen Organismus nötig sind, was den tierischen Organismus zusammensetzt an Stoffen, und dann habe man acht, dass sich der Organismus aus diesen Stoffen zusammensetze. — Diese Anschauung bleibt aber immer außerordentlich materialistisch. Wir müssen uns fragen, welches eigentlich die Aufgabe der Nahrungsmittel der Menschen ist und in welchem Sinne sie eigentlich verwendet werden innerhalb des menschlichen Organismus. Man kann sagen, der menschliche Organismus bestehe — und ich bemerke ausdrücklich, dass dasjenige, was ich sage von dem Menschen, für die Geisteswissenschaft nur für den Menschen gilt, sie kann nicht so nahe den Menschen an das Tier rücken - man kann also sagen, dass dieser Organismus aufgebaut sei aus Eiweißstoffen, Fett, Kohlenhydraten und mineralischen Stoffen. Man kann also fragen: Wie ernährt sich der Mensch am besten, damit er sich die gehörige Menge aus diesen Nahrungsstoffgruppen zuführt?
[ 6 ] As you all know—and I need only mention this well-known fact—from a purely materialistic perspective, human beings constantly consume what their bodies build up and must replace it through food; they must take care to replace it. What could be more obvious than to say: Let us therefore examine the substances necessary for the human organism—the substances that make up the animal organism—and then ensure that the organism is composed of these substances. — But this view remains, after all, extraordinarily materialistic. We must ask ourselves what the actual purpose of human food is and in what sense it is actually utilized within the human organism. One can say that the human organism consists—and I expressly note that what I say about human beings applies, in spiritual science, only to human beings; it cannot bring human beings so close to animals—one can therefore say that this organism is composed of proteins, fats, carbohydrates, and minerals. One might therefore ask: What is the best way for a person to eat in order to consume the proper amount from these food groups?
[ 7 ] Nun muss gleich [darauf] aufmerksam gemacht werden, dass die Geisteswissenschaft fest stehen muss auf dem Boden, der uns zeigt, wie jeder materielle Vorgang, alles das, was in der sinnlich-physischen Welt geschieht, nur ein äußerlicher Vorgang ist, und wie in der Tat denn auch die Ernährungsvorgänge nicht bloß physisch sein können, sondern die physischen nur der Ausdruck sein können von den geistigen, und dass der Mensch ein Ganzes ist und die Zusammensetzung des physischen Leibes, so, wie wenn er sich nur zusammenfügte aus chemischen Stoffen. Es ist immer darauf aufmerksam gemacht worden, wie man von der rein physischen Welt aufsteigen kann zu der geistigen. Und wir haben an dieser Stelle oft gehört, dass der physische Leib etwas ist, was vom Äther- oder Lebensleib aufgebaut wird. Dieser ist der Bildner, und wir dürfen den physischen Leib nicht betrachten, als ob sich nur chemische Vorgänge in ihm abspielen würden. Wir gehen fehl, wenn wir uns in materialistischer Weise bloß fragen: Was geschieht mit den chemischen Stoffen? — wenn wir bloß auf die chemischen Vorgänge sehen. Wir müssen uns erinnern, dass hinter dem Ätherleib noch der astralische Leib ist, und der astralische Leib ist der Ausdruck der Triebempfindungen, ist in gewisser Beziehung der Ausdruck des Seelischen, und wenn wir den Menschen geisteswissenschaftlich betrachten, so ist sowohl sein Ätherleib wie auch sein physischer Leib durchaus durchdrungen von diesem astralischen Leib. Wir dürfen nicht einseitig davon sprechen, sondern wir müssen hinter dem physischen Leib auf den astralischen Leib schauen. Dazu kommt noch das Ich des Menschen, das vierte Glied der menschlichen Wesenheit. Dann erst haben wir den ganzen Menschen vor uns, wenn wir ihn als diese viergliedrige Wesenheit betrachten. Und dann erst können wir sprechen von dem Umfange der Ernährungsfrage, wenn wir uns auch Antwort geben können darauf: Wie wirken diese unter dem Einflusse dieser oder jener Ernährung?
[ 7 ] It must be pointed out right away that spiritual science must be firmly grounded on the foundation that shows us how every material process, everything that happens in the sensory-physical world is merely an external process, and how, in fact, even the processes of nutrition cannot be merely physical, but the physical can only be the expression of the spiritual, and that the human being is a whole and the composition of the physical body is such that it is as if it were merely assembled from chemical substances. Attention has always been drawn to how one can ascend from the purely physical world to the spiritual. And we have often heard here that the physical body is something built up by the etheric or life body. The latter is the formative principle, and we must not regard the physical body as if only chemical processes were taking place within it. We are mistaken if we ask ourselves in a materialistic way: “What happens to the chemical substances?”—if we look only at the chemical processes. We must remember that behind the etheric body lies the astral body, and the astral body is the expression of instinctive impulses; in a certain sense, it is the expression of the soul. And when we view the human being from the perspective of spiritual science, both the etheric body and the physical body are thoroughly permeated by this astral body. We must not speak of this in a one-sided way, but must look beyond the physical body to the astral body. Added to this is the human “I,” the fourth member of the human being. Only then do we have the whole human being before us when we view them as this fourfold being. And only then can we speak of the scope of the nutrition issue, provided we can also answer the question: How do these factors work under the influence of this or that diet?
[ 8 ] Nun wissen Sie alle, dass der Mensch zunächst die Nahrungsmittel aus dem Pflanzen- und Tierreiche, auch aus dem Mineralreiche, zu sich nimmt und seinen eigenen Leib mittels dieser aufbaut. Es sei ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht für diejenigen, welche im engeren Sinne sich der Richtung zuwenden, die auf die Pflege des inneren Lebens geht — ich spreche hier weder für Esoteriker noch für Theosophen, welche sich selbst erziehen wollen, zu der Stufe des geistigen Schauens zu kommen, ich spreche für jeden Menschen —, dasjenige, was hier zu sagen ist, das gilt ganz im Allgemeinen. Der Mensch nimmt seine Nahrungsmittel aus dem Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich. Nun müssen wir uns klar sein, dass die Pflanze geradezu einen Gegensatz zum Menschen bildet. Das Tier steht mitten darin. Den äußerlich-physischen Ausdruck findet dieser Gegensatz im Atmungsprozess. Wir wissen ja alle, dass dieser physische Ausdruck dadurch zustande kommt, dass der Mensch einatmet den Sauerstoff, in sich verarbeitet, mit dem Kohlenstoff verbindet und Kohlensäure ausstößt. Die Pflanze saugt den Kohlenstoff auf, um den Aufbau des Organismus zu besorgen. Auch die Pflanze atmet in gewisser Beziehung, aber der Atmungsprozess hat bei der Pflanze eine ganz andere Bedeutung. So also können wir sagen, dass in gewisser Beziehung Pflanze und Mensch das Entgegengesetzte voneinander tun.
[ 8 ] Now you all know that human beings first consume food from the plant and animal kingdoms, as well as from the mineral kingdom, and use it to build up their own bodies. It should be expressly noted for those who, in the strictest sense, are turning toward the path of cultivating the inner life—I am speaking here neither for esotericists nor for theosophists who wish to educate themselves to reach the level of spiritual vision; I am speaking for every human being—that what is to be said here applies quite generally. Human beings obtain their food from the animal kingdom, the plant kingdom, and the mineral kingdom. Now we must be clear that the plant stands in direct contrast to the human being. The animal occupies a middle ground. This contrast finds its outward, physical expression in the process of breathing. We all know, of course, that this physical expression occurs when a human inhales oxygen, processes it internally, combines it with carbon, and exhales carbon dioxide. The plant absorbs carbon to build up its organism. The plant also “breathes” in a certain sense, but the process of respiration has a completely different significance in the plant. Thus, we can say that, in a certain sense, plants and humans do the opposite of one another.
[ 9 ] Pflanze und Mensch tun, in durchaus geistiger Beziehung genommen, das Entgegengesetzte. Und zwar können wir uns dies anschaulich machen, wenn wir uns den Einfluss des Lichtes auf die Pflanze klarmachen. Sie wissen ja alle, welchen Einfluss die Entziehung des Lichtes auf den Lebensprozess der Pflanze hat. Was für uns Menschen als die Welt erscheint, dasjenige, was es möglich macht, dass wir durch unser Auge die Welt als ein großes Tableau von Glanz und Licht und Farbe sehen, ist das Licht. Das Licht ist zugleich dasjenige, welches den Lebensprozess der Pflanze in einer gewissen Beziehung entfacht. Dieses Licht, das bewirkt, dass wir in unserer Umgebung das Lichttableau haben, das ist das physische Licht. Aber der da glaubt, dass es nur etwas Physisches sei, geht fehl. Wie hinter allem Physischen das Geistige steckt, so steckt hinter dem Lichte, das uns zuströmt, ein geistiges Licht. Jedes Mal, wenn der Mensch sich freut an dem Glanze des physischen Lichtes, da kann er sich sagen: Geradeso wie, wenn ich einen Menschen mir entgegentreten sehe, sich mir ankündigt, in diesem Menschen lebt ein Geistiges, so kann ich mir vorstellen, in diesem Lichte lebt ein geistiges Licht. - Und das geistige Licht, das im physischen Sonnenlichte lebt, ist von gleicher Art und Wesenheit mit dem unsichtbaren Lichte, das im menschlichen Astralleib lebt; ein Stück von etwas, das den ganzen kosmischen Raum durchschwebt, ein Stück von dem lebt im astralischen Leib. Nur ist es physisch unsichtbar, und das zeigt uns schon, dass es in einer gewissen Beziehung das Gegenteil ist vom physischen Lichte. Es ist die Ergänzung vom physischen Licht. In uns lebt das unsichtbare Licht, und dieses unsichtbare Licht, das hat in uns eine Aufgabe. Das unsichtbare Licht, können wir sagen, verhält sich zum physischen Lichte wie der negative Magnetismus zum positiven, es verhält sich in entgegengesetzter Art. Und wir werden es in seinem äußeren Ausdruck erkennen, wenn wir uns klar werden, welches sind die Beziehungen zwischen dem physischen Leib, dem Ätherleib und dem astralischen Leibe, der durchsetzt ist von dem Ich andererseits.
[ 9 ] Plants and human beings, viewed in a purely spiritual sense, do the opposite. We can illustrate this clearly by considering the influence of light on plants. You all know, of course, what effect the absence of light has on a plant’s life processes. What appears to us humans as the world—that which makes it possible for us to see the world through our eyes as a vast tableau of radiance, light, and color—is light. Light is also, in a certain sense, what ignites the life process of the plant. This light, which creates the tableau of light in our surroundings, is physical light. But anyone who believes that it is merely something physical is mistaken. Just as the spiritual lies behind all that is physical, so too does a spiritual light lie behind the light that streams toward us. Every time a person delights in the radiance of physical light, they can say to themselves: Just as when I see a person coming toward me and recognize that a spiritual being lives within that person, so too can I imagine that a spiritual light lives within this light. —And the spiritual light that lives within the physical sunlight is of the same nature and essence as the invisible light that lives within the human astral body; a fragment of something that floats through the entire cosmic space—a fragment of that lives in the astral body. It is, however, physically invisible, and this alone shows us that, in a certain sense, it is the opposite of physical light. It is the complement to physical light. The invisible light lives within us, and this invisible light has a purpose within us. We can say that the invisible light relates to physical light as negative magnetism relates to positive; it acts in the opposite way. And we will recognize it in its outward expression when we become clear about the relationships between the physical body, the etheric body, and the astral body, which is permeated by the “I” on the other hand.
[ 10 ] Es wurde hier öfters gesagt: Der Ätherleib ist das ganze Leben hindurch ein Kämpfer gegen den Verfall des physischen Leibes. Im Menschen, wie ja auch beim Tier, kommt dazu der astralische Leib, das innere Licht. Das innere Licht hat nun die entgegengesetzte Aufgabe von dem äußeren Licht. Wenn das äußere Licht auf die Pflanze scheint, dann baut sie ihren lebendigen Organismus auf. Da baut sie auf Eiweißstoffe, Säfte, Kohlenhydrate und so weiter. Das innere Licht hat die Aufgabe, wieder abzubauen; das ist ein Teil der Aufgabe des astralischen Leibes. Denn es ist ein fortwährendes Auflösen und Zerstören der Eiweißprodukte und der anderen, die wir aufnehmen, es ist sozusagen eine Verwendung der Produkte, die wir aufnehmen, dass entgegengewirkt wird dem, was das äußere Licht aufgebaut hat. Ohne diese Tätigkeit des inneren Auflösens wird der Mensch kein Ichwesen sein können, denn dadurch ist er ein Wesen, das innerliche Erlebnisse haben kann. Während der Ätherleib dafür sorgt, dass der physische Leib erhalten bleibt, sorgt der Astralleib, dass diese Produkte wieder abgebaut, wieder zersetzt werden.
[ 10 ] It has often been said here: Throughout one’s entire life, the etheric body fights against the decay of the physical body. In humans, as indeed in animals, the astral body—the inner light—plays an additional role. The inner light now has the opposite function from that of the outer light. When the outer light shines on a plant, it builds up its living organism. It builds it up with proteins, sap, carbohydrates, and so on. The inner light has the task of breaking these down again; this is part of the astral body’s function. For it is a continuous process of dissolving and breaking down the protein products and other substances we take in; it is, so to speak, a utilization of the substances we take in that counteracts what the outer light has built up. Without this activity of inner dissolution, human beings would not be able to be “I”-beings, for it is through this that they become beings capable of inner experiences. While the etheric body ensures that the physical body is maintained, the astral body ensures that these products are broken down and decomposed again.
[ 11 ] Ohne diesen Zersetzungsvorgang im physischen Leib würde innerhalb der physischen Welt der menschliche Astralleib sich nicht ausleben können, der das Ich in sich eingebaut hat. Wir haben also einen wechselweisen Prozess zwischen Mensch und Pflanze. Ausatmen von Kohlensäure, Einsaugen von Kohlensäure, Ausatmen von Sauerstoff, Einatmen von Sauerstoff et cetera. Nun, dieser Gegensatz, wie er besteht zwischen der Pflanze und dem Menschen, ist allein zwischen Menschen und Pflanzen ein völliger Gegensatz. Das Tier ist in einer gewissen Weise nicht mit einem solchen Ich beseelt wie der Mensch, sondern mit einem Gruppen-Ich, sodass die gleichgestaltigen Tiere ein gemeinsames Gruppen-Ich haben und von außen geregelt werden. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen Mensch und Tier, dass all das Abbauen der Tiere von einer äußerlichen Welt geregelt wird, von dem Menschen aber von seinem innerlichen Ich dirigiert wird. Beim Menschen kann aber sein Ich immer mehr Herr werden über das, was in ihm vorgeht. Halten wir uns vor: Wie wird dieses Ich immer mehr der Mittelpunkt seiner leiblichen Vorgänge werden? Fragen wir uns jetzt einmal: Was tut denn der Organismus, was tut der Astralleib bei seinem Abbau mit den Stoffen, die der Mensch in sich hat aufgenommen, oder ob es nicht bei der Ernährung auf etwas wesentlich anderes ankommt?
[ 11 ] Without this process of decomposition in the physical body, the human astral body—which contains the “I”—would not be able to manifest itself within the physical world. We thus have an interactive process between humans and plants: exhaling carbon dioxide, inhaling carbon dioxide, exhaling oxygen, inhaling oxygen, and so on. Now, this contrast, as it exists between plants and humans, is a complete contrast solely between humans and plants. In a certain sense, the animal is not animated by an “I” like that of the human being, but by a group “I,” so that animals of the same kind share a common group “I” and are governed from the outside. This is the essential difference between human beings and animals: that all the metabolic processes of animals are governed by an external world, whereas those of human beings are directed by their inner “I.” In humans, however, the “I” can increasingly take control of what goes on within them. Let us consider: How does this “I” increasingly become the center of their physical processes? Let us now ask ourselves: What does the organism do—what does the astral body do during its breakdown with the substances that the human being has taken into themselves—or is there not something fundamentally different at stake when it comes to nutrition?
[ 12 ] Indem der vom Ich durchdrungene Leib abbaut, verrichtet er eine Tätigkeit, und durch diese Tätigkeit wird innerlich etwas erzeugt; gerade durch das Zersetzen, durch den Astralleib entsteht die innere Bewusstseinstätigkeit. Tätigkeiten werden hervorgerufen dadurch, dass abgebaut wird. Es wird hervorgerufen erstens: die innerliche Wärme, zweitens: dasjenige, was sich weniger bemerkbar macht als die innerliche Wärme, der physische Ausdruck des innerlichen Lichtes. Wie die innere Wärme, die das Blut durchzieht, ein Ergebnis der Zersetzung der Eiweißprodukte ist, ist das Nervensystem der Ausdruck des innerlichen Lichtes. Das Nervensystem ist in seiner inneren Tätigkeit ein Ergebnis des Abbaues. Nicht also der Nerv als solcher, sondern die Nerventätigkeit, dasjenige, was in dem Nerv vorgeht, die Möglichkeit der Vorstellung, des Denkens im Menschen hervorruft, was wir nennen können den physischen Ausdruck des unsichtbaren Lichtes, das wird hervorgerufen durch einen Zersetzungsprozess, dadurch, dass die Produkte zersetzt werden. Es wird im Wesentlichen die innere Wärme durch die Zersetzung der Eiweißprodukte mitbedingt. Es wird das innere Licht bewirkt durch das, was im inneren Organismus vorgeht durch das Fett, durch die Kohlenhydrate, Stärke, Traubenzucker etc. im Wärmeerzeugungsprozess, im Bewegungsprozess, der im inneren Organismus entfacht wird, sodass darin der Ausdruck liegt der vom astralischen Leibe ausgehenden Tätigkeit. Nicht dann ernährt sich der Mensch richtig, wenn er die gehörige Menge Nahrungsmittel aufnimmt, sondern wenn in möglichst richtiger Art diese Prozesse ausgeführt werden. Denn darauf beruht das innerliche Leben. Der Mensch ist ein in Bewegung und Lebendigkeit begriffenes Wesen, und darin liegt das innere Leben. Wird das nicht in der richtigen Weise erzeugt, so kann es nicht in der richtigen Weise zurückwirken, und der Mensch wird sich krank machen. Die richtige Art der inneren Beweglichkeit ist es, die uns die Grundlage abgeben muss für die richtige Antwort auf die Ernährungsfrage.
[ 12 ] As the body, permeated by the “I,” breaks down, it performs an activity, and through this activity something is generated internally; it is precisely through this decomposition, through the astral body, that the inner activity of consciousness arises. Activities are brought about by this process of decomposition. This gives rise, first, to inner warmth; and second, to that which is less noticeable than inner warmth: the physical expression of inner light. Just as the inner warmth that permeates the blood is a result of the breakdown of protein products, so the nervous system is the expression of inner light. In its inner activity, the nervous system is a result of this breakdown. It is not, therefore, the nerve as such, but rather nervous activity—that which takes place within the nerve and gives rise to the capacity for imagination and thought in human beings, which we may call the physical expression of the invisible light—that is brought about by a process of decomposition, namely, the breakdown of these products. Essentially, inner warmth is partly brought about by the decomposition of protein products. The inner light is brought about by what takes place within the inner organism—through fat, carbohydrates, starch, glucose, etc.—in the process of heat generation and in the process of movement that is kindled within the inner organism, so that therein lies the expression of the activity emanating from the astral body. A person does not eat properly simply by consuming the appropriate amount of food, but rather when these processes are carried out as correctly as possible. For this is the foundation of inner life. A human being is a being defined by movement and vitality, and therein lies inner life. If this is not generated in the proper way, it cannot exert its proper effect, and the person will make themselves sick. It is the proper form of inner mobility that must provide us with the foundation for the correct answer to the question of nutrition.
[ 13 ] Nun werden wir dadurch aufmerksam gemacht darauf, dass alles dasjenige, was der Mensch zu vollführen hat an inneren Prozessen, in entgegengesetzter Richtung fortsetzen muss den Pflanzenprozess. Wo die Pflanze aufhört, muss der Mensch anfangen. Wenn ich auf einen Spezialfall zu sprechen komme, dann werden Sie gleich sehen, um was es sich handelt. Wenn der Mensch Pflanzenkost in sich aufnimmt, so mutet diese Pflanzenkost dem menschlichen Organismus zu viel zu. Die Pflanzenkost ist so geartet, dass sie nicht fettreich sein kann. Es wird dem menschlichen Organismus, der die Fähigkeit hat, seine Fette selber zu erzeugen, zugemutet, von dem, was nicht fett ist, Fett zu erzeugen. Also wenn der Mensch Pflanzenkost genießt, so muss er selber die Tätigkeit innerlich entfalten, er muss sich innerlich anstrengen, das, was er zur Bereitung der Fette braucht, aufzuwenden, und das wird ihm abgenommen, wenn er fertiges Fett aus dem Tierreiche genießt. Also ist es gut für den Menschen, wenn er möglichst viel Fett abladen kann, dass er sich nicht zu viel anstrengen muss, sagen die Materialisten. Vom geistigen Standpunkt aus gesprochen müssen wir gerade in der Entfaltung der inneren Tätigkeit die eigentliche Entfaltung des innerlichen Lebens ansehen. Wenn er genötigt ist, die Kräfte aufzurufen, die es ihm möglich machen, selber Fett zu bereiten, dann liegt es in der innerlichen Beweglichkeit, dass Ich und Astralleib Herr werden in dem physischen und Ätherleib. Wenn wir ihm fertiges Fett geben, ist die Folge davon, dass wir ihm allerdings ersparen, Fett zu erzeugen. Geben wir ihm aber Gelegenheit, seine Tätigkeit zu entfalten, werden wir ihn frei und zum Herrn seines Leibes machen. Andernfalls bleibt der Mensch als geistiges Wesen Zuschauer dabei. Alles dasjenige, was sich so im Menschen abspielt, wobei er nur Zuschauer bleibt, das ist ein Schwergewicht im Menschen, das bewirkt, dass er gehemmt ist in dem Drange, seinen astralischen Leib auszuleben. So wird der astralische Leib in seiner innerlichen Beweglichkeit an eine innere Wand stoßen, wenn Sie ihm die Möglichkeit entziehen, sich selbst sein Fett zu erzeugen.
[ 13 ] This brings to our attention the fact that all the inner processes a human being must carry out must proceed in the opposite direction of the plant’s process. Where the plant stops, the human being must begin. When I come to discuss a specific case, you will immediately see what this is all about. When a person consumes plant-based food, this food places too great a burden on the human organism. Plant-based food is such that it cannot be high in fat. The human organism, which has the ability to produce its own fats, is expected to produce fat from what is not fat. So when a person consumes plant-based food, they must internally activate this process themselves; they must exert internal effort to use what is needed for fat production—and this effort is spared them when they consume ready-made fat from the animal kingdom. Thus, materialists argue, it is beneficial for a person to offload as much fat as possible so that they do not have to exert themselves too much. From a spiritual standpoint, however, we must view the unfolding of inner activity as the very unfolding of inner life itself. When a person is compelled to summon the forces that enable him to produce fat on his own, it is through this inner dynamism that the “I” and the astral body come to rule over the physical and etheric bodies. If we give him ready-made fat, the result is that we do indeed spare him the effort of producing fat. But if we give him the opportunity to develop his activity, we will set him free and make him the master of his body. Otherwise, the human being, as a spiritual being, remains a mere spectator in this process. Everything that takes place within a person in this way—whereby he remains merely a spectator—is a burden within him that inhibits his urge to fully live out his astral body. Thus, the astral body will encounter an inner barrier to its inner mobility if you deprive it of the opportunity to produce its own fat.
[ 14 ] Welche inneren Tätigkeiten werden entfacht durch diese oder jene Stoffe, ist die Frage. Wir wollen von diesem Gesichtspunkte aus versuchen, zu beleuchten die Beziehungen der pflanzlichen und tierischen Stoffe für die Ernährung des Menschen. Wir wollen einen Aufschluss darüber gewinnen, wie sich tierische Nahrung, wie sich pflanzliche Nahrung im menschlichen Organismus verhält.
[ 14 ] The question is: What internal processes are triggered by these or those substances? From this perspective, we will attempt to shed light on the relationships between plant-based and animal-based substances in human nutrition. We want to gain insight into how animal food and plant food behave within the human organism.
[ 15 ] Das, was wir als tierisches Eiweiß genießen, ist nicht auch dasselbe, was wir als pflanzliches Eiweiß genießen. Das Tier führt bis zu einer gewissen Grenze, weil der tierische Organismus ja vom astralischen Leib durchdrungen ist wie der menschliche Organismus, ganz ähnliche Prozesse aus wie der menschliche Organismus. Der menschliche Organismus führt sie nur um ein Stück weiter, über eine gewisse Grenze hinaus und noch etwas weiter als der tierische Organismus. Es ist im Tier ebenfalls der astralische Leib, was aus seinem Aufbau den Abbau macht. Wenn wir nun die Tiere um uns herum betrachten und in geistiger Beziehung auf ihre Art und Weise eingehen, so sehen wir, wenn wir den Menschen mit dem Tiere vergleichen, in ihm zahlreich ausgebreitet das, was im Menschen als Eigenschaft vorhanden ist. Wenn Sie noch so große Verschiedenheiten in der menschlichen Organisation, bei den verschiedensten Rassen finden, so werden Sie sich sagen, dass der Mensch ein Wesen ist, das sich nur in einer Gattung darlebt. Der Mensch erscheint wie eine geistige Zusammenfassung dessen, was er in tierischer Form ausgebreitet sieht. Wenn Sie die Eigenschaften der Tiere sich ergänzen lassen, dann bekommen Sie einen Extrakt heraus desjenigen, was in entsprechender Moderation beim Menschen vorhanden ist. Jedes einzelne Tier hat in sich einseitig die Kräfte, die im Menschen harmonisiert sind, und darnach ist sein ganzer Organismus aufgebaut, alles bis in das innerste Gefüge seiner Stoffe ist so durchorganisiert, sodass wir im Tierreich ein ausgebreitetes Tableau der menschlichen Eigenschaften haben.
[ 15 ] What we consume as animal protein is not the same as what we consume as plant protein. To a certain extent—because the animal organism, like the human organism, is permeated by the astral body—the animal carries out processes very similar to those of the human organism. The human organism, however, takes these processes a step further, beyond a certain limit and even a little farther than the animal organism. In the animal, too, it is the astral body that, through its structure, brings about decomposition. If we now observe the animals around us and engage with them spiritually in their own way, we see—when we compare humans to animals—that what exists as a characteristic in humans is spread out in abundance within them. No matter how great the differences you may find in human organization across the various races, you will conclude that the human being is a creature that exists within a single species. Human beings appear as a spiritual synthesis of what they see spread out in animal form. If you allow the characteristics of the animals to complement one another, you will obtain an essence of what is present in human beings in appropriate moderation. Each individual animal possesses, in a one-sided form, the forces that are harmonized in human beings, and its entire organism is structured accordingly; everything, down to the innermost structure of its tissues, is so thoroughly organized that we have, in the animal kingdom, a comprehensive tableau of human characteristics.
[ 16 ] Wenn der Mensch den physischen Ausdruck zu suchen hat für Eigenschaften seines Astralleibes, dann ist er darauf angewiesen, seinen astralischen Leib so anzustrengen, dass er alle seine Kräfte zusammennehmen muss. Er muss Herr werden in sich selber. Er muss seinen astralischen Leib so in Tätigkeit setzen, dass der Pflanzenprozess in sich fortgesetzt wird. Mit dem, was wir aus dem Tierreich in uns aufnehmen, wird auch dasjenige, was der astralische Leib schon geleistet hat, schon mit aufgenommen, nicht nur das physische Fett und Fleisch des Tieres, sondern auch das, was da drinnen der astralische Leib getan hat. Wenn wir die jungfräulichen Kräfte des Astralleibes bei Pflanzenkost aufrufen müssen, rufen wir unsere volle innere Tätigkeit auf. Es wird uns jedoch ein Teil dieser Tätigkeit abgenommen, wenn wir tierische Nahrung aufnehmen. Und jetzt können wir die Beziehungen der beiden Ernährungsweisen uns ganz im geistigen Sinne vorführen lassen.
[ 16 ] When a person seeks a physical expression for the qualities of his astral body, he must exert his astral body in such a way that he must draw upon all his powers. He must become master of himself. He must set his astral body in motion in such a way that the vegetative process continues within him. Along with what we take in from the animal kingdom, we also take in what the astral body has already accomplished—not only the physical fat and flesh of the animal, but also what the astral body has done within it. When we must draw upon the pristine forces of the astral body through a plant-based diet, we mobilize our full inner activity. However, a portion of this activity is taken away from us when we consume animal food. And now we can allow the relationships between the two diets to be demonstrated to us entirely in a spiritual sense.
[ 17 ] Wenn der Mensch immer mehr Herr werden will über das, was in seinem Leibe vorgeht, so kommt es bei dem Prozesse darauf an, dass der Mensch in der äußeren Welt in entsprechender Stärke wirkt, dass er äußerlich gewisse Eigenschaften entfaltet, dass er Stärke, Kraft, Mut, sagen wir, selbst das Element des Aggressiven entfaltet. Da kommt es denn, dass der Mensch sich noch nicht stark genug fühlt, nicht alles seinem astralischen Leib zutrauen kann, darum nimmt er die Unterstützung an. Und so darf man sagen, dass der Mensch dasjenige, was ihn innerlich freier und freier macht, den Stoffen verdankt, die ihm die Pflanze gibt, und was ihm die Eigenschaften gibt, durch die er ein Wesen wird, das äußerlich in der physischen Welt gewisse Eigenschaften entfaltet, bei denen man keinen Wert darauf legt, dass sie alle aus dem jungfräulichen astralischen Leib herausgebildet werden, das verdankt er der Unterstützung durch die tierische Nahrung.
[ 17 ] If a person wants to gain ever greater control over what is happening within their body, then what matters in this process is that the person acts with corresponding strength in the outer world, that they develop certain qualities outwardly—strength, power, courage, and, let us say, even an element of aggressiveness. It happens, then, that a person does not yet feel strong enough, cannot fully trust their astral body to handle everything, and therefore accepts this support. And so one may say that what makes a person increasingly free inwardly is owed to the substances provided by the plant, and what gives them the qualities through which they become beings who outwardly manifest certain characteristics in the physical world—characteristics for which one does not insist that they all be formed from the virgin astral body—they owe to the support provided by animal food.
[ 18 ] Dies, dass der Mensch immer ein freieres und freieres Wesen werden soll, dass er Eigenschaften braucht, die er mit jenen Impulsen ausstattet, die er da und dort im Tierreiche verbreitet findet, hat ihn dazu veranlasst, dass er seine Nahrung aus dem Tierreiche entnimmt. Fragen Sie einmal an, wie es bei kriegerischen Völkern war, die bestrebt waren, jene Eigenschaften zu entfalten, die das Ausleben aus dem Physischen ermöglichten, und Sie werden eine Ernährung aus dem tierischen Reiche in der Regel finden. Selbstverständlich sind Ausnahmen vorhanden. Dagegen werden Sie finden, dass bei denjenigen Völkern, die vorzugsweise die Verinnerlichung der Charaktere entfaltet haben, eine Art beschauliches Dasein entfaltet haben, die Pflanzenkost entweder vorwiegend oder ausschließlich war.
[ 18 ] The fact that human beings are meant to become ever freer and freer beings—that they require qualities which they endow with the impulses they find scattered here and there throughout the animal kingdom—has led them to derive their nourishment from the animal kingdom. Ask about how things were among warlike peoples who strove to develop those qualities that enabled them to live out their lives in the physical realm, and you will generally find that they derived their nourishment from the animal kingdom. Of course, there are exceptions. On the other hand, you will find that among those peoples who have primarily developed the internalization of character traits and a contemplative way of life, a plant-based diet was either predominant or exclusive.
[ 19 ] Diese zwei Seiten dürfen auch nicht unberücksichtigt gelassen werden. Denn wenn man nicht aus der Erkenntnis heraus, sondern als Agitator agitieren will, dann kann man als Allheilmittel diese oder jene Nahrung annehmen. Nicht umsonst hat man zur gemischten Nahrung gegriffen, sondern weil man in einer gewissen Weise zu diesem Resultate kommen musste. Wir müssen uns auch sagen, wenn auch für manche Menschen aus rein gesundheitlichen Gründen eine vegetarische Nahrungsweise die richtige ist, so würde es für einen anderen Menschen heißen, seine Nahrungsweise untergraben, wenn man ihm eine vegetarische Kost zumuten würde. Ich rede für die allgemeine Menschennatur. Sie muss durchaus individuell behandelt werden, wenn sie in der richtigen Weise den Weg zu finden weiß in Bezug auf die Pflanzen- und tierische Nahrung. In unserer Zeit, wo die Fleischnahrung übertrieben wird, wirkt natürlich dieselbe entsprechend. Wenn der Mensch sich einen zu großen Teil seiner innerlichen Tätigkeiten abnehmen lässt, dann werden sich in ihm diejenigen Tätigkeiten entfalten, die sonst äußerliche Tätigkeiten sind. Die Seele wird sich veräußerlichen, er wird zugänglicher sein für die äußerliche Welt, er wird verknüpft werden mit der Außenwelt.
[ 19 ] These two aspects must not be overlooked either. For if one seeks to agitate not out of insight but as an agitator, then one might adopt this or that diet as a panacea. It is not without reason that people have turned to a mixed diet, but because, in a certain sense, they were bound to arrive at this conclusion. We must also recognize that while a vegetarian diet may be the right choice for some people for purely health-related reasons, for others, requiring them to follow a vegetarian diet would undermine their natural dietary needs. I am speaking in terms of general human nature. It must certainly be treated on an individual basis if it is to find the right path with regard to plant- and animal-based foods. In our time, when meat consumption is excessive, it naturally has a corresponding effect. When a person allows too much of their inner activity to be taken away, those activities that are otherwise external will unfold within them. The soul will become externalized; they will be more accessible to the external world; they will become connected to the outside world.
[ 20 ] Wenn der Mensch aber seine Nahrung aus dem Pflanzenreiche entnimmt, wird er verinnerlicht und unabhängig gemacht, er wird Herr in seinem ganzen Wesen. Je mehr er sozusagen der Pflanzennahrung zuneigt, je mehr er in der Lage ist, die Pflanzennahrung überwiegen zu lassen, je mehr wird er imstande sein, seine innerlichen Kräfte überwiegen zu lassen, den Sinn für weite Gesichtskreise zu entwickeln. Er verbindet sich nicht mit eng umrissenen Daseinskreisen. Der Mensch, der tierische Nahrung aufnimmt, verbindet sich mit eng umrissenen Daseinskreisen, der richtet sich starr auf eine Einseitigkeit. Natürlich ist es die heutige Aufgabe der Menschen, für beides zu sorgen, damit er nicht unpraktisch werde, man kann auch so vorurteilslos sein, dass man zu nichts ein Urteil gewinnt. Aber alles dasjenige, was den Menschen einschränkt, was ihn organisiert, in eine Spezialität hineinzukommen, das ist von der tierischen Nahrung. Was ihn aber erheben kann aus seinem engsten Daseinskreise, das verdankt er der pflanzlichen Nahrung.
[ 20 ] But when a person derives his nourishment from the plant kingdom, he becomes internalized and independent; he becomes master of his entire being. The more he turns, so to speak, toward plant-based food—the more he is able to let plant-based food predominate—the more he will be able to let his inner forces predominate and develop a sense of broad horizons. He does not bind himself to narrowly defined spheres of existence. The person who consumes animal food binds himself to narrowly defined spheres of existence; he rigidly focuses on one-sidedness. Of course, it is humanity’s task today to provide for both, so that he does not become impractical; one can also be so free of prejudice that one forms no judgment at all. But everything that restricts human beings, that organizes them into a specialized existence—that comes from animal-based food. What, however, can elevate them out of their narrowest sphere of existence, they owe to plant-based food.
[ 21 ] Ein gewisser Teil davon, dass die Menschen immer dogmatischer werden, gerade nur das überschauen können, in das sie hineingewachsen sind seit ihrer Geburt, hängt zusammen mit dem Übertreiben der tierischen Nahrung. Dagegen würden die Menschen sehen, wenn sie mehr Rücksicht nehmen würden auf dasjenige, was aus dem Pflanzenreiche kommt, dass sie sich herausheben aus dem engen Kreise. Derjenige Mensch, der sich die Arbeit der Fettbildung abnehmen lassen will, der wird es schon bemerken können, dass diese abgenommene Arbeit eine Art von Wand aufrichtet für seinen astralischen Leib. Und derjenige, wenn er auch kein Hellseher ist, und diese Dinge nur in der richtigen Weise beurteilen kann, der sieht es dem menschlichen Auge an, ob er sich sein Fett selbst zubereitet oder nicht. In diesem Blick des Auges kann man es verfolgen, wenn der astralische Leib genötigt ist, seine eigene Fettbildung hervorzurufen.
[ 21 ] Part of the reason people are becoming increasingly dogmatic—able to perceive only what they have grown accustomed to since birth—is linked to the excessive consumption of animal-based foods. In contrast, if people were to pay more attention to what comes from the plant kingdom, they would see that they rise above this narrow circle. Anyone who wants to have the work of fat production taken off their hands will already be able to notice that this relieved work erects a kind of wall around their astral body. And even someone who is not a clairvoyant, but is simply able to judge these things correctly, can tell by looking into a person’s eyes whether that person produces their own fat or not. In that gaze, one can observe when the astral body is compelled to generate its own fat.
[ 22 ] So also sehen wir, wie zwei entgegengesetzte Charakterzustände geschaffen werden dadurch, dass der Mensch entweder dem einen oder [dem] anderen Reiche seine Nahrung entnimmt. Sie sehen also, dass wir in der Tat in unserem Organismus in die Welt hineinwachsen und wieder herauswachsen müssen, indem wir uns auf die richtige Weise ernähren. Es wird eine Zeit kommen, wo die Menschen viel mehr die Pflanzennahrung schätzen werden, als es jetzt der Fall ist. Dann werden sie wirklich sagen können: Ich muss erst untersuchen, vielleicht könnte von einem gewissen Gesichtspunkte aus auch das andere richtig sein, von dem ich heute glaube, dass es ein Blödsinn ist. — Und dann wird er einsehen, dass er seinen ganzen physischen und geistigen Horizont erweitert dadurch, dass er durch eine pflanzliche Ernährung dem Schweren in ihm entgegenarbeitet. Und namentlich in gewissen Wissenschaften würden die Gesichtspunkte vergrößert werden, wenn die Pflanzenernährung durchgreifen würde.
[ 22 ] So we see how two opposing states of character are created depending on whether a person derives their nourishment from one realm or the other. You see, then, that we must indeed grow into the world and out of it again within our own organism by nourishing ourselves in the right way. A time will come when people will value plant-based food much more than they do now. Then they will truly be able to say: “I must first investigate; perhaps, from a certain point of view, the other approach—which I currently believe to be nonsense—could also be correct.” — And then they will realize that they are broadening their entire physical and mental horizon by counteracting the heaviness within them through a plant-based diet. And particularly in certain sciences, perspectives would be broadened if a plant-based diet were to take hold.
[ 23 ] Noch einige Beispiele seien hier angeführt, die uns zeigen werden, dass der Mensch das ist, was er isst und trinkt. Betrachten wir einmal den Alkohol. Der Alkohol ist ja allerdings etwas, was aus dem Pflanzenreich erzeugt wird. Es würde zu lange dauern, wenn ich ausführen sollte, welche Gründe der Geisteswissenschaft es sind, die zeigen, dass der Alkohol äußerlich aus der Pflanze physisch schon dasjenige macht, was sich im Menschen gerade dadurch physisch vollziehen muss, dass das Ich im Menschen seinen Mittelpunkt hat. Und es ist eine innerlich durch die Geisteswissenschaft erkennbare Tatsache, dass, wenn der Mensch den Alkohol genießt, der Alkohol gerade diejenige Tätigkeit abnimmt, die sonst ganz aus seinem Ich herausdringt. Wer viel Alkohol nimmt, braucht weniger zu essen und es brauchen dem Körper weniger Nahrungsmittel zugeführt zu werden, die sonst den Verbrennungsprozess herbeiführen. Der Alkohol ruft diejenigen Kräfte wach, die sonst die innere Eindringung des Ichs hervorrufen muss.
[ 23 ] Let us cite a few more examples here that will show us that a person is what he eats and drinks. Let us consider alcohol, for instance. Alcohol is, of course, something produced from the plant kingdom. It would take too long to explain the reasons, based on spiritual science, that show how alcohol, physically speaking, transforms the plant into precisely what must physically take place within the human being—namely, the fact that the “I” has its center within the human being. And it is a fact that can be recognized inwardly through spiritual science that when a person consumes alcohol, the alcohol takes over precisely that activity which would otherwise emanate entirely from their “I.” Those who consume a lot of alcohol need to eat less, and the body requires fewer nutrients that would otherwise trigger the metabolic process. Alcohol awakens those forces that would otherwise have to bring about the inner penetration of the ego.
[ 24 ] So also objektivieren Sie sich die Tätigkeit des Ichs, indem Sie in den Körper den Alkohol einführen, daher ist der Alkohol dasjenige Produkt, welches die Tätigkeit des Ichs nachahmt, imitiert; und Sie werden begreifen können, warum die Menschen zum Alkohol greifen. Aber in demselben Maße, in dem man sich einen solchen inneren Selbstvertreter schafft, macht man sich abhängig, macht man sich zum Sklaven. Der Mensch wird, wenn er sonst dazu geeignet ist, die beste Kraft seines Ichs in Tätigkeit bringen, wenn er sich überhaupt des Alkohols enthält. So aber wird hinter dieser Wand dasjenige getan, was eigentlich das Ich selber tun sollte und tun würde, wenn diese Wand nicht erst geschaffen würde.
[ 24 ] In this way, you objectify the activity of the “I” by introducing alcohol into the body; therefore, alcohol is the product that mimics the activity of the “I”; and you will be able to understand why people turn to alcohol. But to the same extent that one creates such an inner representative of the self, one makes oneself dependent, one makes oneself a slave. If a person is otherwise capable of doing so, he will bring the best power of his ego into action if he abstains from alcohol altogether. But in this way, behind this wall, what is done is what the ego itself should actually do—and would do—if this wall had not been created in the first place.
[ 25 ] Manche Nahrungsmittel haben eben ihre ganz spezielle Wirkung auf den Organismus, zum Beispiel Kaffee. Kaffee ist etwas, was eine bedeutsame Wirkung hat. Die Wirkung des Kaffees äußert sich dadurch, dass sie sich auf den astralischen Leib erstreckt. Durch das Koffein wird bewirkt, dass durch die Nachwirkungen des Kaffees unser Nervensystem gewisse Tätigkeiten wie von selbst ausführt, zu denen wir uns sonst durch innere Kraft aufschwingen müssten. Nun darf niemand sagen, es ist unter allen Umständen gut, wenn der Mensch alles aus seinem Astralleib heraus tun will. Der Mensch ist ein Wesen, das nicht von sich allein abhängt, sondern er ist hineingestellt in das Leben.
[ 25 ] Some foods have a very specific effect on the organism—coffee, for example. Coffee is something that has a significant effect. The effect of coffee manifests itself in that it extends to the astral body. Caffeine causes our nervous system, through the aftereffects of coffee, to carry out certain activities almost automatically—activities that we would otherwise have to summon the inner strength to perform. Now, no one should say that it is always good for a person to want to do everything from within their astral body. Human beings are not independent entities; rather, they are embedded in life.
[ 26 ] Kaffee ist wiederum solch ein Produkt aus dem Pflanzenreich, das äußerlich den eigentlichen Pflanzenprozess schon um eine Stufe höher gebracht hat, und die Folge davon ist, dass der Kaffee eine gewisse Tätigkeit des Menschen abnehmen kann. Und da zeigt sich dem Blick, dass alles dasjenige, was in der Nerventätigkeit von Folgerichtigkeit und logischem Zusammenhang ist, dass es eine Unterstützung erfährt durch den Kaffee, sodass der Mensch die logischen Zusammenhänge, das Haftenbleiben an demselben Gedanken sich abnehmen lassen kann vom Kaffee, natürlich mit einer Schwächung der eigentlichen inneren Kraft des Menschen. Zum Beispiel bei einem Kaffeeklatsch! Da bleiben die Gedanken so lange an einem Gegenstand hängen, bis er ganz durchgehechelt ist, und das ist nicht bloß ein Witz, sondern liegt in der Wirkung des Kaffees.
[ 26 ] Coffee, in turn, is one such product from the plant kingdom that, outwardly speaking, has already elevated the actual plant process by one level; and the result of this is that coffee can relieve humans of a certain amount of work. And it becomes apparent that everything in nervous activity that pertains to consistency and logical connection is supported by coffee, so that a person can allow coffee to take over the task of maintaining logical connections and holding onto a single thought—though, of course, this comes at the cost of a weakening of the person’s own inner strength. Take a coffee party, for example! There, thoughts linger on a single topic until it has been thoroughly exhausted, and this is not merely a joke, but lies in the effect of coffee.
[ 27 ] In ganz anderer Weise wirkt der Tee, er wirkt entgegengesetzt; namentlich bei etwas stärkerem Genuss werden die Gedanken auseinandergetrieben und hell gemacht. Das stark Wirkende des Tees ist, sagen wir, witzige Gedanken, blendende Gedanken aufglänzen zu lassen, die aber in ihrer Einzelheit eine gewisse leichte Kraft haben. Daher wird derjenige, der es nötig hat, einen Gedanken fein an den anderen zu reihen, der wird sich durch Kaffeegenuss aufhelfen, wie zum Beispiel Literaten, die den ganzen Tag im Kaffeehaus verbringen. Das ist die gute Seite der Sachen. Beim Tee ist das das Entgegengesetzte. Beim Kaffeeklatsch wirkt der Kaffee eben im schlechten Sinne logisch ein. Beim Tee werden die Gedanken mehr auseinandergetrieben, -gerissen. Der Tee ist daher nicht mit Unrecht ein beliebtes Diplomatengetränk. Interessant dürfte es für manche sein, als letztes Beispiel auch noch eines anzuführen, welches ja eine große Rolle im Leben spielt, den Milchgenuss. Die Milch ist ganz anders geartet als das Fleisch oder andere tierische Produkte. Die Milch ist etwas, was den animalischen Prozess, den Prozess, welcher durch den astralischen Leib zum Ausdruck gebracht wird, nur am schwächsten ausdrückt. Die Milch ist nur halb ein tierisches Produkt, hat die astralische Kraft in der menschlichen und tierischen Natur nicht Anteil nehmen lassen, und so ist die Milch eines der vorzüglichsten Genussmittel. Sie ist geeignet für diejenigen Menschen, die auf den Fleischgenuss vollständig verzichten wollen, die aber nicht die Kraft haben, alles aus dem inneren astralischen Leib zu vollziehen. Sie können ja schon aus einer rein äußerlichen Tatsache ersehen, dass die Milch alles enthält, was der Mensch für seine Organisierung braucht, sie ist, obwohl dies nur in eingeschränktem Maße gilt, dasjenige, was von den individuellen Eigenschaften des Menschen am allerunabhängigsten ist. Ja, es kann sich nicht nur der schwache Organismus unterstützen lassen durch den Milchgenuss, sondern auch der starke. Wenn der Mensch eine Zeit lang sich entschließt, von Milch zu leben und Milch genießt, dann wird nicht nur die gewöhnliche Kraft in ihm wachgerufen, er geht über die gewöhnliche Kraft hinaus, es wachsen ihm Kräfte zu, sodass der Mensch einen Zufluss an Kraft erhält. Dann wird die Kraft als ein Überschuss entwickelt, und dann bilden sich jene Kräfte, die sich tatsächlich als heilende entwickeln können. Denn Kraft, die man haben will, muss man erst erwerben, und da haben Sie den Ausweg, wie gewisse Kräfte im Menschen entwickelt werden können. Und in der Tat werden diejenigen, die aus dem Ernst des Lebens gewisse psychische Heilkräfte entwickeln wollen, die werden sich trainieren, solche Kräfte zu erringen. Natürlich ist auch da durchaus das festzuhalten: Eines schickt sich nicht für alle. Es ist dies eine individuelle Sache, der eine kann’s, der andere nicht. Der Mensch kann sich in weiser Art seinen Organismus aufbauen, kann dazu beitragen, die freien, selbstständigen, inneren Kräfte zu entfalten, und so kommen wir denn durch die Geisteswissenschaft auf den eingangs erwähnten, von Feuerbach aufgestellten Spruch zurück: «Der Mensch ist, was er isst.»
[ 27 ] Tea has a completely different effect; in fact, it has the opposite effect. Especially when consumed in somewhat larger quantities, it scatters the thoughts and clears the mind. The potent effect of tea is, so to speak, to bring to light witty and dazzling thoughts, which, in their particularity, possess a certain light vitality. Therefore, those who need to string one thought delicately after another will find solace in drinking coffee—such as writers who spend the entire day in a coffeehouse. That is the positive side of things. With tea, the opposite is true. During a coffee klatch, coffee has a logical effect—in a negative sense. With tea, thoughts are driven further apart—torn asunder. Tea is therefore, not without reason, a popular drink among diplomats. It may be of interest to some to cite one final example—one that plays a major role in life—namely, the consumption of milk. Milk is of a completely different nature than meat or other animal products. Milk is something that expresses the animalistic process—the process manifested through the astral body—only in the weakest possible way. Milk is only half an animal product; it has not allowed the astral force to take hold in human or animal nature, and thus milk is one of the most exquisite delicacies. It is suitable for those people who wish to completely abstain from eating meat but who do not have the strength to carry out everything from within the inner astral body. You can already see from a purely external fact that milk contains everything a person needs for their physical well-being; although this applies only to a limited extent, it is the substance that is most independent of a person’s individual characteristics. Indeed, not only can a weak organism be supported by the consumption of milk, but a strong one as well. If a person resolves for a time to live on milk and enjoys it, then not only is their ordinary strength awakened, but they transcend that ordinary strength; new powers grow within them, so that the person receives an influx of strength. Then strength develops as a surplus, and those powers form that can actually develop into healing powers. For the strength one wishes to possess must first be acquired, and here you have the path to how certain powers can be developed within a person. And indeed, those who, out of a serious commitment to life, wish to develop certain psychic healing powers will train themselves to attain such powers. Of course, it must also be noted here that what works for one person does not necessarily work for everyone. This is an individual matter; one person can do it, another cannot. A person can wisely build up their organism and contribute to the unfolding of free, independent, inner powers, and thus, through spiritual science, we return to the saying mentioned at the beginning, coined by Feuerbach: “Man is what he eats.”
[ 28 ] Der Mensch kann sich so ernähren, dass er seine unsichtbare innere Selbstständigkeit untergräbt und dadurch zum Ausdruck dessen wird, was er isst. Aber er soll so essen, und die Geisteswissenschaft kann ihm eine Anleitung dazu sein, er soll so essen, dass er immer weniger und weniger der Sklave seiner Nahrungsweise ist, weil wir durch eine unrichtige Ernährungsweise leicht werden können das, was wir essen. Aber der Mensch kann dadurch, dass er frei und unabhängig sei, darnach trachten, dass ihn dasjenige, was er isst, nicht hindert, dasjenige, was ein Mensch werden kann, zu sein und zu werden.
[ 28 ] A person can eat in a way that undermines their invisible inner independence and thereby becomes an expression of what they eat. But they should eat in such a way—and spiritual science can serve as a guide for this—that they become less and less a slave to their diet, because through an improper diet we can easily become what we eat. But by being free and independent, a person can strive to ensure that what they eat does not prevent them from being and becoming what a human being can be.
[ 29 ] Fragenbeantwortung [Auszüge]
[ 29 ] Q&A [Excerpts]
[ 30 ] Frage: Welchen Einfluss haben fremde Pflanzen, Südfrüchte et cetera auf den Organismus, im Gegensatz zu den einheimischen?
[ 30 ] Question: What effect do non-native plants, tropical fruits, etc., have on the body, as opposed to native ones?
[ 31 ] Antwort: Es ist in dieser Beziehung eine gewisse Verwandtschaft vorauszusetzen zwischen dem Menschen und demjenigen, was ihn umgibt, sodass es in der Tat für manche Individuen gut sein kann, wenn sie zu fremden Landesprodukten ihre Zuflucht nehmen.
[ 31 ] Answer: In this regard, we must assume a certain kinship between human beings and their surroundings, so that it may indeed be beneficial for some individuals to turn to foreign products.
[ 32 ] Frage: Sind Eier auch dem Fleisch als rein tierlicher Nährwert gleichzustellen?
[ 32 ] Question: Should eggs also be considered equivalent to meat in terms of purely animal-based nutritional value?
[ 33 ] Antwort: Dies ist der Fall. Was vom Fleisch gesagt ist, kann man auch von den Eiern sagen.
[ 33 ] Answer: That is correct. What is said about meat also applies to eggs.
[ 34 ] Frage: Welches sind die Einflüsse des Nikotins?
[ 34 ] Question: What are the effects of nicotine?
[ 35 ] Ich kann darüber meine Meinung nicht äußern, ich will nur vertreten, was ich vom Standpunkt der Geisteswissenschaft hier gesagt habe. Was das Nikotin betrifft, so ist es unter Umständen ein außerordentlich gefährliches Genussmittel, und wir müssen uns klar sein, [dass,] was für den einen außerordentlich gefährlich sein kann, es für einen anderen nicht der Fall zu sein braucht. Man kann nur sagen, das Nikotin wirkt auf den Organismus so, dass es die Tätigkeit des Organismus spaltet, dass es eine gewisse Gruppe von Tätigkeiten, namentlich diejenigen, die der astralische Leib weniger im Dienste des Physischen leistet, spaltet, sodass ein Teil jener Tätigkeiten, welche sonst vom gesamten Astralleib ausgeführt werden, nur von einem Teil des Astralleibes ausgeübt wird und dieser gewissermaßen entlastet wird. Dies kann harmlos sein, dies kann auch sehr schwerwiegend sein, wie es eben individuell zu gelten hat.
[ 35 ] I cannot express an opinion on this; I merely wish to defend what I have said here from the standpoint of spiritual science. As for nicotine, it can be an extremely dangerous stimulant under certain circumstances, and we must be clear that what may be extremely dangerous for one person need not be the case for another. One can only say that nicotine affects the organism in such a way that it divides the organism’s activity—specifically, it divides a certain group of activities, namely those that the astral body performs less in the service of the physical body—so that a portion of those activities, which would otherwise be carried out by the entire astral body, is performed only by a part of the astral body, thereby relieving that part, so to speak. This can be harmless, or it can be very serious, depending on the individual case.
[ 36 ] Frage: Wie ist vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus der Obst- und Tabakgenuss zu beurteilen?
[ 36 ] Question: From a humanities perspective, how should the consumption of fruit and tobacco be evaluated?
[ 37 ] Antwort: Die Sache ist so: Der Obstgenuss des frischen Obstes der einzelnen Obstsorten ist sehr verschieden. Dieser stellt sogar sehr starke Anforderungen an gewisse auflösende Kräfte des menschlichen Astralleibes, sodass unter Umständen der Obstgenuss sehr günstige Wirkungen haben kann. Sie können sogar in einer gewissen Weise dies selber regeln, wenn Sie etwa nötig haben, mehr Obst zu genießen. Wenn Sie an einem unergründlichen Durstgefühl leiden, dass die zähe bildende Kraft die Oberhand gewonnen hat, und wenn man die biegsame Kraft in Tätigkeit bringen soll, sucht man dadurch beizukommen, indem man sich dem Obstgenuss eine Zeit lang hingibt. Das gilt natürlich nur vom rohen Obst.
[ 37 ] Answer: The fact is this: The way the body processes fresh fruit varies greatly depending on the specific variety. This actually places very high demands on certain dissolving forces of the human astral body, so that, under certain circumstances, eating fruit can have very beneficial effects. You can even regulate this yourself to a certain extent if, for example, you need to eat more fruit. If you suffer from an inexplicable feeling of thirst—indicating that the viscous, formative force has gained the upper hand—and if you need to activate the flexible force, you can remedy this by indulging in fruit for a while. Of course, this applies only to raw fruit.
