The Nature of Man
in the Light of Spiritual Science
GA 68d
8 February 1909, Stuttgart
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The Nature of Man in the Light of Spiritual Science, tr. SOL
30. Gesundheitsfragen im Lichte der Geisteswissenschaft
30. Health Issues in the Light of the Humanities
[ 1 ] Wenn das Wort «Gesundheitsfragen» ausgesprochen wird, so mag sich wohl mancher unter unsern Zeitgenossen darauf besinnen, wie gerade gegenüber den Tatsachen des Lebens und den Aufgaben des Lebens, auf die damit hingedeutet ist, unsere Anschauungen, unsere Meinungen den Alltag, das Leben überhaupt, das ganze Wohl und Wehe beeinflussen; wenn das Wort «Gesundheitsfragen» ausgesprochen wird, so darf aber hier insbesondere an eine Empfindung erinnert werden, die mehr oder weniger bewusst oder unbewusst in jeder Menschenseele schlummert: daran, dass der Mensch mit Recht die Gesundheit betrachtet als ein hohes Gut in diesem physischen Leben.
[ 1 ] When the term “health issues” is mentioned, many of our contemporaries may well reflect on how—particularly in light of the realities of life and the challenges it presents, to which this term alludes—our views and opinions influence our daily lives, life in general, and our overall well-being and suffering; when the term “health issues” is mentioned, however, we should recall in particular a feeling that lies dormant, more or less consciously or unconsciously, in every human soul: the fact that people rightly regard health as a precious asset in this physical life.
[ 2 ] Nicht nur derjenige, der mit seiner ganzen Gesinnung, mit all seinen Interessen nur in diesem physischen Leben drinnensteht, betrachtet die Gesundheit als ein hohes Gut, sondern auch derjenige, welcher seinen Sinn richtet auf die höchsten Ideale der Menschheit, welcher seinen Sinn richtet auf das Geistige, auch er muss das anerkennen, welch ein Gut die Gesundheit ist, und auch dann, wenn er sich sagt: Vor allen Dingen ist mir diese Gesundheit wert aus dem Grunde, weil sie mir möglich macht, meine Aufgaben in der Welt zu erfüllen, wenn ich sie habe, weil sie mich hindert, diese Pflichten, diesen Aufgaben im Leben nachzukommen, wenn sie in irgendeiner Weise geschädigt ist.
[ 1 ] When the term “health issues” is mentioned, many of our contemporaries may well reflect on how—particularly in light of the realities of life and the challenges it presents, to which this term alludes—our views and opinions influence our daily lives, life in general, and our overall well-being and suffering; when the term “health issues” is mentioned, however, we should recall in particular a feeling that lies dormant, more or less consciously or unconsciously, in every human soul: the fact that people rightly regard health as a precious asset in this physical life.
[ 3 ] Wirklich mit unserer höchsten Bestimmung, mit unseren Menschheitszielen hängt für jeden mittelbar oder unmittelbar zusammen dasjenige, was das Wort «Gesundheit» umschließt. Daher mag es wohl manchen bedrücken, der nachdenkt darüber, wie doch Gesundheit und Krankheit in einer gewissen Beziehung anders, wechselnd immer betrachtet werden, je nachdem sich die menschlichen Anschauungen, die menschlichen Meinungen ändern; und der ein aufmerksamer Betrachter des Lebens in seinen Tiefen ist, der mag wohl manche Wandlung in dieser Beziehung gerade in den letzten Jahrzehnten gesehen haben.
[ 3 ] What the word “health” encompasses is truly connected, directly or indirectly, to our highest purpose and to our goals as human beings. Therefore, it may well weigh heavily on some who reflect on how health and illness are, in a certain sense, viewed differently and in ever-changing ways, depending on how human perspectives and opinions shift; and those who are attentive observers of life in its depths may well have witnessed many changes in this regard, particularly in recent decades.
[ 4 ] Dasjenige, was zugrunde liegt allem Streben in Bezug auf Gesundheit und Krankheit, in Bezug auf die Heilung des Menschen, das ist ja wiederum nur dasjenige, was wir als Wissenschaft vom Leben, als Erkenntnis vom Leben bezeichnen müssen. Welche Wandlungen in Bezug auf die Erkenntnis vom Leben haben sich vollzogen in diesen letzten Jahrzehnten, viel größere, als man gewöhnlich annimmt! Es könnte dem Betrachter des Lebens viel sagen, wenn er die Art betrachtete, wie aus dem wissenschaftlichen Unterbau, aus der wissenschaftlichen Erkenntnis der Welt sich herauferheben die Strömungen, die zu der oder jener Anschauung in Bezug auf Krankheit und Gesundheit führen, wenn er diese Strömungen etwa und diesen Unterbau vergleicht [mit dem] von vor 20, 30, 40 Jahren, wie er da war und wie er heute sich uns darstellt.
[ 4 ] That which underlies all endeavors concerning health and illness, concerning the healing of human beings—that, in turn, is nothing other than what we must call the science of life, the knowledge of life. What changes have taken place in our understanding of life over the past few decades—changes far greater than is generally assumed! It could be very revealing to the observer of life to consider the way in which, from the scientific foundation—from the scientific understanding of the world—arise the currents that lead to this or that view of illness and health, and to compare these currents and this foundation [with those] of 20 or 30, or 40 years ago—how it was then and how it appears to us today.
[ 5 ] Dasjenige, was hier in Bezug auf viele andere Gebiete des Öfteren betont worden ist, dass unser Zeitalter durchgemacht hat einen gewichtigen, bedeutungsvollen Schritt zum Materialismus, das kann insbesondere beobachtet werden auf dem Gebiete, dem unsere heutige Betrachtung gewidmet ist.
[ 5 ] What has often been emphasized here in relation to many other fields—namely, that our age has taken a significant, momentous step toward materialism—can be observed in particular in the field to which our discussion today is devoted.
[ 6 ] Wer zurückzublicken vermag auf den wissenschaftlichen Erkenntnisunterbau, der dem Gebiet unserer heutigen Betrachtung zugrunde liegt, wie er sich gestaltete vor 20, 30, 40 Jahren, dem mag in Betracht kommen, wenn er gerade zufällig dieser Erscheinung gegenübertrat, eine ehrwürdige Persönlichkeit. Mir selbst trat einstmals noch diese chrwürdige Persönlichkeit entgegen, und ich darf wohl, weil sie mir symptomatisch erscheint für dasjenige, was sich da gewandelt hat im Laufe der letzten Jahrzehnte, gerade an die Eigenart dieser Persönlichkeit anknüpfen.
[ 6 ] Anyone who is able to look back on the scientific foundation of knowledge underlying the subject of our current discussion—as it took shape 20, 30, or 40 years ago—might, if they happened to encounter this phenomenon, come to regard it as a venerable figure. I myself once encountered this venerable figure, and since he seems to me to be symptomatic of the changes that have taken place over the course of the last few decades, I feel justified in drawing on the distinctive character of this figure.
[ 7 ] Wer eben jetzt schon vor ziemlich langer Zeit in Wien studieren durfte, konnte kennenlernen in Wien den wissenschaftlichen Unterbau unseres heutigen Betrachtungsgebietes an der medizinischen Fakultät in Wien, der lernte da kennen den damals berühmten und weithin bedeutungsvollen Anatomen Hyrtl, denjenigen Mann, der damals die Grundlage lieferte für Hunderte und Aberhunderte junger Ärzte, die Grundlage, die eben jeder Arzt braucht, die anatomischen Grundlagen ... Wenn er vor seine Zuhörer hintrat und aufbaute den Menschen aus den scheinbar für die wissenschaftliche Betrachtung in trockensten Begriffen auszudrückenden Bestandteilen des menschlichen Organismus, wenn er aus den anatomischen Gliedern den Menschen aufbaute, da hatte man, ihm zuhörend, das Gefühl, dass hinter dieser Beschreibung, dieser Erklärung des Aufbaues des menschlichen Organismus etwas anderes noch lebte, etwas lebte von einem tiefen Verständnis des Geistigen, das aufbaut das wundervolle Gebäude des menschlichen Organismus ... da war nur etwas ... ein ... da hatte man etwas vor sich in Hyrtls Darlegung, was man nur so ausdrücken kann: Wie die schaffende Natur selber, wie der Geist der Natur hervorsprießen lässt aus den einzelnen Gebilden den ganzen Bau des menschlichen Organismus, so baute sich dieser menschliche Organismus vor den Zuhörern anatomisch auf.
[ 7 ] Anyone who had the opportunity to study in Vienna quite some time ago could have become acquainted there with the scientific foundations of our current field of study at the Medical Faculty in Vienna; they would have met the anatomist Hyrtl, who was famous and highly influential at the time—the man who laid the groundwork for hundreds upon hundreds of young doctors, the foundation that every doctor needs—the anatomical fundamentals... When he stood before his audience and reconstructed the human being from the components of the human organism—which, for scientific analysis, seemed to be expressed in the driest of terms—when he reconstructed the human being from the anatomical parts, then, listening to him, one had the feeling that behind this description, this explanation of the structure of the human organism, something else was still alive—something born of a deep understanding of the spiritual, which builds the marvelous edifice of the human organism... there was simply something... a... in Hyrtl’s exposition, one encountered something that can only be expressed this way: Just as creative nature itself—just as the spirit of nature causes the entire structure of the human organism to spring forth from the individual parts—so did this human organism take shape anatomically before the listeners.
[ 8 ] Diejenigen von Ihnen, die öfters diese Vorträge hier gehört haben, wissen, dass die Geisteswissenschaft uns sagt, dass dasjenige, was man äußere, physische Körperlichkeit nennt, das, was Augen sehen, Hände greifen und die Ohren und die unteren Sinne des Menschen wahrnehmen können, dass das nur ein Teil der menschlichen Wesenheit ist, nur der äußere sinnliche Teil, dass alles dasjenige auch, was äußere Wissenschaft geben kann, sich im Grunde genommen nur befassen kann mit diesem äußeren Gliede, die wissen auch, dass dann schon als erstes höheres Glied in der Menschennatur wahrhaftig, wirklich lebt für denjenigen, der mit höheren Fähigkeiten den Menschen betrachten kann, das, was wir in der Geisteswissenschaft den Äther- oder Lebensleib nennen: der geheimnisvolle Baumeister, der da ist und der diesen menschlichen Organismus aufbaut.
[ 8 ] Those of you who have frequently attended these lectures here know that spiritual science tells us that what is called external, physical corporeality—that which the eyes see, the hands grasp, and the ears and lower senses of human beings can perceive—is only a part of the human being, merely the outer, sensory part; that everything which external science can provide can, in essence, deal only with this outer aspect—you also know that, for those who can observe human beings with higher faculties, the very first higher aspect of human nature that truly and really lives is what we in spiritual science call the etheric or life body: the mysterious architect who is present and who builds up this human organism.
[ 9 ] Dieser Äther- oder Lebensleib ist etwas, was zwar nicht sehen kann das äußere physische Auge, was sehen kann aber als ebensolche Tatsache wie die äußeren sinnlichen Tatsachen das äußere Auge, so das geöffnete «geistige Auge» des Sehers.
[ 9 ] This etheric or life body is something that, while it cannot be seen by the outer physical eye, can be perceived—as a fact just as real as the external sensory facts perceived by the outer eye—by the seer’s open “spiritual eye.”
[ 10 ] Man möchte sagen: Als keuscher Wissenschaftler, als keuscher Arzt stand Hyrtl da; er sprach nichts von diesem Äther- oder Lebensleib, aber wie er sprach davon,
[ 10 ] One might say: Hyrtl stood there as a chaste scientist, as a chaste physician; he said nothing about this etheric or life body, but the way he spoke of it,
[ 11 ] wie das eine aus dem andern sich entwickelte, so war es so, als wenn in seinen Worten lebte jenes Prinzip des Lebensleibes; und dieses war genug, das wirkte ungeheuer anregend, damit beeinflusste er seine Zuhörer so, dass in ihnen etwas lebendig wurde von den geheimnisvollen Tiefen der ganzen menschlichen Natur, dass in ihnen sich etwas entzündete von jenem Streben, das den Menschen immer tiefer und tiefer erfassen will und das nicht an seiner Oberfläche bleibt ...
[ 11 ] As one thing developed from another, it was as if that principle of the living body were alive in his words; and this was enough; it had an immensely stimulating effect, influencing his listeners in such a way that something came alive within them from the mysterious depths of the whole of human nature, that something was kindled within them from that striving which seeks to grasp human beings ever more deeply and does not remain on the surface ...
[ 12 ] Man konnte bald nachher sehen, dass diese Zeiten vorübergingen, in denen dieser wissenschaftliche Unterbau in der Weise betrachtet wurde ...
[ 12 ] It soon became clear that the days when this scientific foundation was viewed in this way were coming to an end...
[ 13 ] Das sei gleich vorweggenommen: Nicht etwa bloß deshalb war das so gewesen, weil Hyrtl etwa ein besonders großes Genie war, sondern weil er herausgewachsen war noch aus einer Zeit, die, wenn auch nicht gerade Erkenntnis von der geistigen Welt, aber wenigstens das Gefühl hatte für diese geistige Welt. Der, der das Leben betrachtet, der weiß, dass heute aus den Teilen alles zusammengesetzt wird, dass solch eine Darstellung in weiten Kreisen der Wissenschaft es einfach nicht mehr gibt ... daher dürfen wir umso mehr betonen, dass gerade Geisteswissenschaft es ist, die wiederum auf das Ganze, auf das Geistig-Lebendige hinter dem Sinnlichen geht, dass sie wiederum den Beruf hat, zu befruchten, zu beleuchten dasjenige, was auf äußerem, sinnlichem Gebiete gerade für die Horizonte geboten werden kann, die uns heute interessieren, denn auf äußerem, sinnlichem Gebiete wird tatsächlich von unserer bewunderungswürdigen Wissenschaft das Außerordentlichste geleistet ... denn nicht an den einzelnen Forschungen fehlt es, nicht an den Methoden fehlt es, durch die man Einblick gewinnen kann in die einzelnen äußeren Tatsachen des natürlichen Daseins und seine Zusammenhänge ...
[ 13 ] Let me say this right away: It was not simply because Hyrtl was some kind of exceptional genius, but because he had come of age in a time that, if not exactly possessing knowledge of the spiritual world, at least had a sense of that spiritual world. Anyone who observes life knows that today everything is composed of parts, that such a conception simply no longer exists in wide circles of science... therefore we must emphasize all the more that it is precisely spiritual science that, in turn, looks to the whole, to the spiritual and living reality behind the sensible world; that it, in turn, has the calling to enrich and illuminate that which, in the external, sensible realm, can be offered precisely for the horizons that interest us today, for in the external, sensory realm, our admirable science is indeed accomplishing the most extraordinary feats... for there is no lack of individual research, nor is there a lack of methods through which one can gain insight into the individual external facts of natural existence and its interrelationships...
[ 14 ] Dasjenige aber, was die Geisteswissenschaft wird hinzubringen müssen zu dieser Einzelforschung ... das ist der umspannende Geist der Sache ...
[ 14 ] But what the spiritual science will have to contribute to this specific research ... that is the overarching spirit of the matter ...
[ 15 ] Nun, gerade der angeführte Hyrtl hat einen merkwürdigen Ausspruch getan, einen Ausspruch, der heute unser Leitmotiv sein darf und von dem wir heute ausgehen können. Sonderbar klingt er vielleicht heute für viele und dennoch ist er getan von einem genialen Anatom und Arzte:
[ 15 ] Well, Hyrtl, whom we just mentioned, made a curious statement—one that can serve as our guiding principle today and from which we can proceed. It may sound strange to many today, and yet it was made by a brilliant anatomist and physician:
Die Krankheiten erkennen kann nur der Arzt, heilen kann jedet, der weiß, was hilfe.
Only a doctor can diagnose illnesses, but anyone who knows how to help can heal them.
[ 16 ] Ein scheinbar recht sonderbarer Ausspruch; nun, wir wollen sehen, wie sich Geisteswissenschaft dazu stellen kann ...
[ 16 ] A seemingly rather strange statement; well, let's see how spiritual science might approach this ...
[ 17 ] Da müssen wir vor allen Dingen uns über eines verständigen, denn bei der Kürze, welche dem heutigen Vortrage eignen muss — sein Gegenstand könnte 20 bis 40 Vorträge umfassen, ohne alles zu erschöpfen —, bei dieser Kürze ist es notwendig, dass das, was gesagt wird, so aufgefasst wird, dass man die Gesinnung erkennt, aus der heraus es gesagt wird. Diese Gesinnung, sie ist im Grunde genommen dieselbe, die aller Geisteswissenschaft zugrunde liegt; sie kann kurz damit charakterisiert werden, dass man sagt: Geisteswissenschaft hat nicht den Beruf, der einen oder der andern Parteirichtung recht zu geben, sie hat zu stehen auf einer höheren Warte und hat gerade dadurch, dass sie in die Tiefen des Daseins, des Lebens hineinblickt, einen Gesichtspunkt zu gewinnen, der einigend wirken kann ... Derjenige, der Umschau hält im Leben, der weiß, dass die Parteischattierungen, die sich auf dem ... bekämpfen, dass die in der Regel nicht so sind, dass man sagen kann, die eine hat absolut recht, die andere unrecht ...
[ 17 ] Above all, we must agree on one thing, for given the brevity that today’s lecture must have—its subject matter could span 20 to 40 lectures without exhausting the topic—it is necessary that what is said be understood in such a way that one recognizes the mindset from which it is spoken. This attitude is, in essence, the same one that underlies all spiritual science; it can be briefly characterized by saying: Spiritual science does not have the task of proving one political faction or another right; it must stand on a higher vantage point and, precisely because it looks into the depths of existence and life, gain a perspective that can have a unifying effect... Anyone who takes a broad view of life knows that the political factions fighting it out on the … are generally not such that one can say one is absolutely right and the other wrong …
[ 18 ] In der Regel muss man sagen: Diejenigen, die mit einem Schlagworte kämpfen, die eine Fahne tragen, die haben ihre Anschauungen und Meinungen in ganz bestimmten Lebenskreisen gewonnen; diese Lebenskreise haben sozusagen suggestiv auf sie gewirkt, und sie sagen eigentlich nur das, was man auf eine ganz natürliche Weise als eine einseitige Lebensanschauung aus ihrem Lebenskreise gewinnen kann ...
[ 18 ] As a general rule, one must say: Those who fight under a slogan, who carry a banner, have formed their views and opinions within very specific social circles; these social circles have, so to speak, had a suggestive influence on them, and they are really only saying what one can quite naturally derive from their social circle as a one-sided outlook on life ...
[ 19 ] Theosophie nun aber soll nicht agitieren für diese oder jene Richtung, auch nicht auf dem Gebiete, das uns heute interessiert, auf dem Gebiete der Krankheit und Gesundheit und der Heilweise ... Leicht könnte ja vielleicht gerade der Geisteswissenschafter die Versuchung fühlen, für das eine oder andere einzutreten ... denn in wie vielen Parteispaltungen sehen wir heute dasjenige Gebiet zerteilt, in dem das menschliche Herz am meisten vielleicht erahnen möchte von der Einigkeit.
[ 19 ] Theosophy, however, is not meant to advocate for this or that approach, not even in the area that interests us today—the area of illness, health, and healing methods... It is perhaps precisely the scholar of spiritual sciences who might easily feel tempted to advocate for one thing or another... for in how many factional divisions do we see today that very field fragmented—the field in which the human heart perhaps most longs to sense a sense of unity.
[ 20 ] Theosophie hat die Aufgabe, zu sagen, was ist, wie die Dinge sich verhalten im Leben ... und dann hat der Theosoph das Vertrauen, dass der Mensch, wenn er weiß durch seine Erkenntnis, was ist, dass er dann wird durch sich selber dazu kommen, einzusehen, was er soll. Der Standpunkt ist noch nicht theosophisch geworden, der auftritt und sagt: Ich will auch überreden, dass dieses oder jenes getan werden soll, und nicht ...
[ 20 ] Theosophy has the task of stating what is, how things are in life ... and then the theosophist has confidence that when a person knows, through his own insight, what is, he will then come to realize on his own what he ought to do. A viewpoint has not yet become theosophical if it steps forward and says: “I also want to persuade others that this or that should be done, and not ...”
[ 21 ] Mit dem «soll», mit der Forderung soll es eigentlich Theosophie oder Geisteswissenschaft nie zu tun haben, sie soll objektiv erzählen, was ist, und zu dem Menschen das Vertrauen haben, dass, wenn er weiß, was ist, er für sein «sollen» die Richtschnur in seiner eigenen Seele finden wird ...
[ 21 ] Theosophy or spiritual science should never be concerned with the concept of “ought” or with making demands; it should objectively describe what is, and trust that when people know what is, they will find the guiding principle for their “ought” within their own souls ...
[ 22 ] Nun, wer könnte leugnen, dass uns die mannigfaltigsten, die verschiedensten, die scheinbar entgegengesetztesten Parteirichtungen gerade auf dem Gebiete der Gesundheitsfragen entgegentreten ... und mit welcher Überzeugungskraft und Schärfe wird von der einen und von der anderen Seite gekämpft für die eigene Überzeugung und mit welcher Bitterkeit wird nicht die andere Überzeugung bekämpft! Und auch das sei noch vorausgeschickt, dass insbesondere Theosophie niemals wird wollen absolut etwa gegen die Wissenschaften, gegen den wahren wissenschaftlichen Betrieb irgendetwas tun. Mit trockenen Worten gesagt: Mit dem Dilettantismus gerade auf diesem Gebiete darf Geisteswissenschaft oder Theosophie nicht gehen; am liebsten müsste es ihr sein, einträchtiglich gerade mit denjenigen zu arbeiten, die wenigstens die Gelegenheit dazu haben, Fachleute auf diesem Gebiete zu sein ...
[ 22 ] Well, who could deny that we are confronted with the most diverse, the most varied, and the seemingly most contradictory political factions precisely in the field of health issues... and with what persuasiveness and vehemence do both sides fight for their own convictions, and with what bitterness do they combat the opposing views! And let it also be stated at the outset that Theosophy, in particular, will never wish to do anything that is absolutely opposed to the sciences or to true scientific endeavor. To put it bluntly: spiritual science or Theosophy must not indulge in amateurism, especially in this field; it would prefer nothing more than to work harmoniously with precisely those who at least have the opportunity to be experts in this field ...
[ 23 ] Es können nun natürlich auch nicht alle Parteischattierungen dieses Gebietes hier aufgezählt werden, aber wenn das auch nicht möglich ist, so sollen doch wenigstens in groben Umrissen einige davon charakterisiert werden. Da haben wir zunächst die allopathische Heilweise, diejenige, die so schwer bekämpft wird von der sogenannten Naturheilkunde und dem, was man Homöopathie nennt ... Vieles andere wäre noch zu sagen, aber wir müssen in großen Umrissen zeichnen ... Nicht so sehr sei vorerst dasjenige gesagt, was die Begriffe der Geisteswissenschaft leisten könnten, sondern das, was sozusagen in populärer oder wissenschaftlicher Weise als Charakteristik für die einzelnen Parteischattierungen gesagt wird. Da hören wir, dass die medizinische Heilweise ausgeht davon, dass es eben Krankheiten, Schädigungen der Gesundheit gebe, und dass es eben spezifische Mittel, Heilmittel aus gewissen Reichen der Natur gibt, die in gewisser Weise bestimmten Schädigungen, die wir die Krankheiten nennen, entgegenwirken; für die eine Krankheit wird dieses, für die andere jenes Heilmittel angegeben, und in sorgfältiger, gewissenhafter Weise wird von der Wissenschaft gearbeitet, um durch die Erfahrungen auf dem sinnlichen Gebiete die spezifischen Heilmittel für diese oder jene Krankheitsform zu finden ...
[ 23 ] Of course, it is not possible to list all the different schools of thought in this field here, but even if that is not possible, we should at least outline the basic characteristics of some of them. First, we have allopathic medicine—the very approach that is so fiercely opposed by so-called naturopathy and what is known as homeopathy... There is much more that could be said, but we must sketch out the broad outlines... For now, let us not focus so much on what the concepts of spiritual science might contribute, but rather on what is said—in popular or scientific terms, so to speak—to characterize the various schools of thought. We hear that the medical approach is based on the assumption that there are indeed diseases—impairments of health—and that there are indeed specific remedies from certain realms of nature that, in a certain way, counteract specific impairments, which we call diseases; this remedy is prescribed for one disease, that one for another, and science works diligently and conscientiously to find, through experience in the sensory realm, the specific remedies for this or that form of disease ...
[ 24 ] Natürlich kann hier nicht auf Einzelheiten eingegangen werden, nur auf das Charakteristische soll, wie gesagt, hingewiesen werden. Da hören wir nun aber von vielen anderen, die eben auf dem Standpunkte der sogenannten Naturheilweise stehen, dass das alles, was die sogenannte allopathische Heilweise sagt, im Grunde genommen auf einem Irrtum beruht ... Denn sie nehme zu wenig Rücksicht auf die tieferen Ursachen der Krankheit; sie sähe auf die Art und Weise, wie sich die Krankheit äußert, aber man müsse tiefer gehen, voraussetzen, dass die Ursachen tiefer liegen, dass da, wo eine Krankheitsform auftritt, tiefer liegende Störungen des Organismus vorliegen, die man nur dadurch beheben kann, dass man in diesen Organismus so eingreift, wie die Natur selbst eingreifen würde, wenn sie den Organismus in ganz normaler Weise dirigieren und lenken würde.
[ 24 ] Of course, we cannot go into detail here; as mentioned, we will merely point out the key features. But now we hear from many others who adhere to the so-called naturopathic approach that everything the so-called allopathic approach claims is, in essence, based on a mistake ... For it takes too little account of the deeper causes of the disease; it focuses on the way the disease manifests itself, but one must go deeper, assuming that the causes lie deeper, that where a form of illness occurs, there are underlying disturbances in the organism that can only be remedied by intervening in this organism in the same way that nature itself would intervene if it were directing and guiding the organism in a completely normal manner.
[ 25 ] Wir hören da, dass vor allen Dingen es ankäme nicht so sehr darauf, die einzelnen Krankheiten zu bekämpfen, sondern jene Tätigkeiten im Organismus auszuforschen, jene Funktionen auszuforschen, welche untergraben sind und als deren Folge die Krankheit auftritt, und die wiederum in das rechte Gleise zu bringen sind durch entsprechende Maßnahmen, und nun werden mancherlei Heilweisen angegeben, mancherlei physikalische und andere Heilmittel ...
[ 25 ] We hear there that, above all, the focus should not be so much on combating individual diseases, but rather on investigating those activities within the organism—those functions—that have been compromised and as a result of which the disease arises, and which, in turn, must be brought back on the right track through appropriate measures; and now various methods of healing are suggested, various physical and other remedies... .
[ 26 ] Vor allen Dingen wird hier bekämpft das spezifische Heilmittel, das als erfahrungsgemäß da ist, um diese oder jene Krankheit zu bekämpfen. Mit Bitternis wird gekämpft von der einen Seite nach der andern Seite hinüber ..
[ 26 ] Above all, what is being contested here is the specific remedy that, based on experience, is used to treat this or that disease. The battle rages bitterly from one side to the other...
[ 27 ] Nun wollen wir noch kurz charakterisieren, gleichgültig, wie der eine oder der andere oder ich selber darüber denkt, wie nun zum Beispiel die homöopathische Heilweise wiederum in ihren Hauptgrundzügen denkt; sie sagt: In dem, was uns zunächst entgegentritt in der Krankheit, haben wir gar nicht das, worauf es zunächst als Schädigung, als etwas Ungesundes ankommt, sondern wir haben in den Erscheinungen, die uns entgegentreten, vor uns eine Art von Kraft, die aufgerufen wird in dem Organismus, um die eigentliche Schädigung, die tiefer liegt, zu bekämpfen. Wir haben also in dem, was uns entgegentritt als das Krankheitssymptom, etwas, was der Organismus ins Feld führt, um die eigentliche, tiefer liegende Schädigung herauszubekommen. Wir haben deshalb achtzugeben darauf, was hervorruft gerade dasjenige, was als solche Symptomerscheinungen in der Krankheit hervortritt, wir haben nachzuforschen, welches Mittel wir finden können in den Naturreichen, das gerade beim gesunden Menschen gerade die Erscheinungen hervorruft, welche beim Kranken uns entgegentreten. Wir unterstützen dann das, was die Natur eingeleitet hat ...
[ 27 ] Now let us briefly characterize—regardless of what one person or another, or even I myself, may think about it—how, for example, the homeopathic method of healing, in turn, conceives of its main principles; it states: In what first presents itself to us in the disease, we do not find what is initially regarded as the damage, as something unhealthy; rather, in the symptoms that present themselves to us, we find a kind of force that is mobilized within the organism to combat the actual damage, which lies deeper. Thus, in what presents itself to us as a symptom of the disease, we have something that the organism deploys to eliminate the actual, deeper-seated damage. We must therefore pay attention to what specifically triggers the very symptoms that manifest in the disease; we must investigate which remedy we can find in the natural kingdoms that, in a healthy person, produces precisely the symptoms we observe in the sick person. We then support what nature has set in motion ...
[ 28 ] Was uns als Krankheit erscheint, das hat die Natur eingeleitet, und wir sollen ihr zu Hilfe kommen, indem wir die Mittel anwenden, die beim gesunden Menschen dieselben Erscheinungen hervorrufen, um zu unterstützen den Kampf gegen die eigentliche Schädigung.
[ 28 ] What appears to us as a disease has been initiated by nature, and we should assist nature by using remedies that produce the same symptoms in healthy people, in order to support the fight against the actual damage.
[ 29 ] Man möchte sagen bei all diesen Parteischattierungen, soweit es zunächst auf die Theorien ankommt, auf das, was als logische Grundlage gegeben wird, man möchte sagen, man kann überall eine weite, weite Strecke mitgehen und man erkennt bald, wenn man ein wenig hineinblickt in die Dinge, wie wenig zutreffend eigentlich die Einwendungen der entsprechenden Gegner sind; und eigentlich können wir sagen, dass auf allen diesen Gebieten doch Gewichtiges die Anhänger für ihre Überzeugungen ins Feld führen. Oder ist es nicht wahr, wenn heute die wissenschaftliche Medizin hinweist durch eine leicht aufzustellende Statistik auf die großen Erfolge, namentlich in der äußeren Gesundheitspflege, wie auf die Hebung des Gesundheitsstandes in den Städten unter dem Einfluss gerade dieser medizinischen Heilweise ... und wie dann darauf hingewiesen wird, wie Wohltätiges gerade in dieser Beziehung durch die Erforschung so manches spezifischen Heilmittels in den letzten Jahrzehnten bewirkt worden ist ... Da kann auf große Erfolge hingewiesen werden; die die Gesundheitsverhältnisse in den Städten etwa vor einem Jahrhundert vergleichen würden mit den heutigen, die würden ungerecht sein, wenn sie das nicht anerkennen würden, was hier die medizinische Wissenschaft geleistet hat. Auf der andern Seite wiederum hören wir, und wir müssen es gewiss zugeben, dass, wenn auch diese Verhältnisse sich gebessert haben, auf der andern Seite nicht abzuleugnen ist, dass gewisse Krankheitsformen, Herzkrankheiten, Nervenkrankheiten und ähnliche in erschreckender Weise zunehmen ... und das muss auch wiederum zugegeben werden ...
[ 29 ] One might say that with all these ideological nuances—as far as the theories are concerned, at least, and in terms of what is presented as the logical foundation—one might say, one can go a long, long way with any of them, and one soon realizes—if one looks a little deeper into the matter—how little merit the objections raised by the respective opponents actually have; and in fact, we can say that in all these areas, the proponents do present substantial arguments in support of their convictions. Or is it not true that today, scientific medicine points to the great successes—particularly in public health care—through easily compiled statistics, such as the improvement in health standards in cities under the influence of precisely this medical approach... and how it is then pointed out what benefits have been achieved in this regard through the research into many specific remedies in recent decades... Great successes can be pointed to; those who would compare health conditions in cities a century ago with those of today would be unjust if they failed to acknowledge what medical science has accomplished here. On the other hand, however, we hear—and we must certainly admit—that even though these conditions have improved, it cannot be denied that certain forms of illness—heart disease, nervous disorders, and the like—are increasing at an alarming rate... and this, too, must be acknowledged...
[ 30 ] Und darf nicht auch da manchmal der Laie dieses oder jenes Wort sprechen davon, dass, wenn es auch in gewisser Bezichung richtig ist, dass viele Verhältnisse sich gebessert haben, so sich doch mancherlei bedenkliche soziale Folgen einstellen ...
[ 30 ] And isn't it true that even the layperson sometimes says this or that—that while it is true in a certain sense that many conditions have improved, there are nonetheless various troubling social consequences ...
[ 31 ] Man denke nur zum Beispiel daran, dass bei einer Krankheit, die verhältnismäßig erst in den letzten Jahrzehnten entdeckt worden ist, die Genickstarre, hingewiesen wird auf einen Krankheitskeim, von dem mit Recht gesagt wird, dass ihn gerade gesund bleibende Menschen mit sich herumtragen können und andere dann davon krank werden ...
[ 31 ] Just consider, for example, that in the case of a disease that was only discovered relatively recently—tetanus—reference is made to a pathogen that can, as is rightly pointed out, be carried by people who remain healthy, causing others to become ill ...
[ 32 ] ... Wohin käme man ...
[ 32 ] ... Where would one end up ...
[ 33 ] Es ist zum Beispiel durchaus möglich und Tatsache, dass ganze Schulen angesteckt worden sind mit dieser oder jener übertragbaren Krankheit und es hat sich herausgestellt, dass ganz gesund bleibende Lehrer oder Lehrerinnen die Träger der Keime waren; sie selbst wurden nicht befallen davon. Welche Tyrannis käme heraus, wenn man eine dogmatische Gesetzgebung auf solche Fälle aufbauen wollte?
[ 33 ] For example, it is entirely possible—and in fact has happened—that entire schools have been infected with one contagious disease or another, and it has turned out that teachers who remained completely healthy were the carriers of the germs; they themselves were not affected by the disease. What tyranny would result if one were to base dogmatic legislation on such cases?
[ 34 ] ...Wie wächst dasjenige, was man nennen könnte die Furcht vor der Krankheit, die Furcht vor den geheimnisvollen Quellen der Krankheit, durch eine Denkweise, die sich gerade sehr leicht auf solche gar nicht anzuzweifelnde Versuche begründen kann ...
[ 34 ] ...How does what one might call the fear of disease—the fear of the mysterious sources of disease—grow through a way of thinking that can so easily be grounded in such indisputable experiments ...
[ 35 ] Man muss wirklich Parteimann sein, wenn man mit gewissen Schlagworten dieses oder jenes bekämpfen will ...
[ 35 ] You really have to be a party man if you want to use certain catchphrases to fight this or that ...
[ 36 ] Manche Schlagworte der Naturheilkunde zum Beispiel sind so, als ob alle spezifischen Heilmittel ausgerottet werden müssten, als ob man nur durch physikalische oder andere Methoden auf die Grundlagen der Krankheit zurückgehen, die Funktionen unterstützen müsste ... ein Schlagwort hört man immer wieder: Gift; alle spezifischen Heilmittel sind Gifte, ein Gift aber könne unter gar keinen Umständen irgendetwas Dienliches sein. - Und man kann erleben, wie das Wort «Gift» mitunter mit ungeheurer Suggestion auf ganze Versammlungen wirkt. Man braucht nur diese Suggestionen wirken zu lassen und ruft dadurch Überzeugungen hervor, die außerordentlich weit wirksam sind. Wer aber weiß, was Gift ist in Wirklichkeit, der weiß, dass diejenigen sich am wenigsten Rechenschaft gegeben haben über das, was Gift ist, welche solche Schlagworte benutzen. Was ist Gift? Die Erscheinungen, die Tatsachen der Natur, namentlich diejenigen im Menschenleben, sind so ungeheuer kompliziert, dass die Beantwortung dieser Frage gar nicht so einfach ist. Was ist Gift in der Natur?
[ 36 ] Some buzzwords in naturopathy, for example, suggest that all specific remedies must be eliminated, as if one could only address the root causes of disease and support bodily functions through physical or other methods... One buzzword comes up again and again: poison; all specific remedies are poisons, but a poison can under no circumstances be of any benefit. —And one can observe how the word “poison” sometimes exerts an immense suggestive influence on entire gatherings. One need only allow these suggestions to take effect, thereby evoking convictions that have an extraordinarily far-reaching impact. But anyone who knows what poison really is knows that those who use such catchphrases are the ones who have given the least thought to what poison actually is. What is poison? The phenomena and facts of nature—especially those in human life—are so immensely complex that answering this question is not at all easy. What is poison in nature?
[ 37 ] Belladonna zum Beispiel ist Gift für den Menschen; das Kaninchen kann ganz gut davon fressen.
[ 37 ] Belladonna, for example, is poisonous to humans; rabbits can eat it just fine.
[ 38 ] Schierling ... Sokrates musste den Schierlingsbecher trinken, um das Todesurteil an sich zu vollziehen, für die Ziege ist Schierling gar kein Gift ...
[ 38 ] Hemlock ... Socrates had to drink the cup of hemlock to carry out his own death sentence, but for goats, hemlock is not a poison at all ...
[ 39 ] Schwefelwasserstoff ist gewiss etwas sehr Giftiges für den Organismus in gewisser Beziehung; es gibt aber kleine Organismen, sogenannte Schwefelbakterien, eine Art von Spaltalgen, die leben fast ausschließlich von diesem Stoff: Aus dem Schwefel bauen sie sich in ganz merkwürdiger Weise ihren Organismus auf ... und wenn man ihnen den Schwefelwasserstoff entzieht, so sterben sie. Diese Tatsache gibt ein Beispiel, wie das Materielle eingepasst werden kann in die Lebenserscheinungen ...
[ 39 ] Hydrogen sulfide is certainly very toxic to the body in a certain sense; but there are small organisms, so-called sulfur bacteria—a type of spalt algae—that live almost exclusively on this substance: they build their bodies from sulfur in a very remarkable way ... and if you deprive them of hydrogen sulfide, they die. This fact provides an example of how the material can be integrated into the manifestations of life ...
[ 40 ] Also das Schlagwort «Gift» darf sich durchaus auch nicht als dasjenige aufspielen, das einem sagt, was eigentlich zu bekämpfen ist ...
[ 40 ] So the buzzword “poison” certainly shouldn’t be allowed to take on the role of telling us what we’re actually supposed to be fighting against ...
[ 41 ] Wir kommen erst weiter im Grunde genommen, wenn wir versuchen, die ganze Betrachtung immer mehr und mehr der Geisteswissenschaft zu nähern ...
[ 41 ] Essentially, we will only make progress if we try to align our entire perspective more and more closely with spiritual science ...
[ 42 ] Welches ist nun eigentlich der Unterschied zwischen medizinischen Heilweisen und der Naturheilkunde ... den Prinzipien nach? Da sehen wir einen großen Unterschied, den der Geisteswissenschafter ziemlich genau charakterisieren kann von seinem Standpunkte aus ohne Parteiergreifung für die eine oder andere Richtung ...
[ 42 ] What, then, is actually the difference between conventional medicine and naturopathy ... in terms of their principles? We see a major difference here, one that a scholar of the humanities can characterize quite accurately from his or her own perspective without taking sides with one approach or the other ...
[ 43 ] Für den, der die Dinge kennt, ist es einfach ein Unsinn, zu sagen, es gebe keine spezifischen Heilmittel für diese oder jene Krankheit. Aber worauf geht das Heilen mit solchen?
[ 43 ] For those who understand these matters, it is simply nonsense to say that there are no specific remedies for this or that illness. But what is the point of treating them with such remedies?
[ 44 ] Dass da eine Schädigung vorliegt in der Krankheit und das Heilmittel diese Schädigung bekämpft, dass das geschehen kann, dagegen ist nichts einzuwenden. Gegen das Positive, gegen dasjenige, was erfahrungsgemäß gewonnen ist, etwas einzuwenden, ist eben Engherzigkeit und wäre nicht Geisteswissenschaft. Aber womit hat man es denn zu tun am Menschen, wenn man so heilt, dass man durch ein Heilmittel irgendeine Schädigung der Gesundheit bekämpft mit den äußeren Mitteln? Man hat es zu tun mit dem physischen Menschenleib, dem äußeren Glied der menschlichen Natur. Da der Mensch diesen physischen Menschenleib hat, so ist es durchaus zweifellos, dass dieser auch mit einem solchen äußeren Heilmittel behandelt werden kann.
[ 44 ] There is nothing wrong with the idea that a disease involves some form of damage and that the remedy combats this damage—that this can happen. To object to the positive, to that which has been gained through experience, is simply narrow-mindedness and would not be spiritual science. But what exactly are we dealing with in the human being when we heal in such a way that we combat some form of damage to health with external remedies? We are dealing with the physical human body, the outer aspect of human nature. Since the human being possesses this physical body, there is absolutely no doubt that it can also be treated with such an external remedy.
[ 45 ] Die Naturheilweise hat eine gewisse Ahnung, dass es etwas Geheimnisvolles, Übersinnliches hinter dem physischen Menschenleib gibt, dass dasjenige, was den physischen Leib zusammensetzt, beherrscht ist von dem Äther- oder Lebensleib ... Der Arzt braucht ihm nicht zu glauben, aber er stellt sich durchaus auf den Standpunkt, dass da etwas ist, was als Lebendiges wirkt und webt hinter dem physischen Apparat. Der Naturheilarzt hat eine Ahnung von diesem Äther- oder Lebensleib und versucht sozusagen, nicht so viel zu geben auf das, was sich bloß äußerlich mit physischen Mitteln konstatieren lässt, sondern er geht zurück auf das, was hinter dem Physischen, Feststellbaren liegt. Das ist ganz wichtig, aber es ist der Druck der materialistischen Denkweise viel zu stark, als dass er zur wirklichen geistigen Erkenntnis der Menschennatur heraufrücken könnte. Schauderhaft würde man es ja empfinden, wenn irgendjemand, der Anspruch macht auf Wissenschaftlichkeit, davon sprechen wollte, dass das Sichtbare im Unsichtbaren, das Sinnliche im Übersinnlichen seine Gründe
[ 45 ] Natural medicine has a certain inkling that there is something mysterious and supernatural behind the physical human body, that the elements of which the physical body is composed are governed by the etheric or life body ... The physician need not believe in it, but he certainly takes the view that there is something that acts and works as a living force behind the physical apparatus. The naturopathic physician has a sense of this etheric or life body and tries, so to speak, not to place too much emphasis on what can be ascertained merely externally through physical means, but rather goes back to what lies behind the physical and observable. This is very important, but the pressure of materialistic thinking is far too strong for it to rise to a true spiritual understanding of human nature. It would indeed be horrifying if anyone claiming to be scientific were to suggest that the visible has its roots in the invisible, or that the sensory has its roots in the supersensory
[ 46 ] hat. Daher darf man höchstens ahnen, dass es so etwas gibt, aber man darf ja nicht davon als von einer Realität sprechen. Spricht man davon und hat man sich aus der Geisteswissenschaft die Überzeugung herausgeholt, hat man erkannt die inneren Gründe, die zu diesem übersinnlichen Gliede der Menschennatur führen, dann kann man nicht stehen bleiben, dann geht man auch noch zu andern Gliedern der Menschennatur über ... dann tritt man mit reinster Geisteswissenschaft ein in die Geheimnisse des Unsichtbaren, das aber deshalb doch sehr real und wirklich ist.
[ 46 ] has. Therefore, one can at most suspect that such a thing exists, but one must not speak of it as a reality. If one speaks of it and has derived this conviction from spiritual science—if one has recognized the inner reasons that lead to this supersensible aspect of human nature—then one cannot stop there; one must proceed to other aspects of human nature as well... then, through the purest spiritual science, one enters into the mysteries of the invisible, which is nonetheless very real and true.
[ 47 ] Dann geht man weiter und lernt, dass es in diesem physischen Menschenleib nicht nur gibt einen Ätheroder Lebensleib, der den Menschen unterscheidet von allem, was als scheinbar Lebloses uns umgibt ... Dieser Äther- oder Lebensleib, er ist ein fortdauernder Kämpfer dagegen, dass der physische Leib seinen physischen Stoffen und chemischen Kräften folgt während des Lebens. Denn wenn sich dieser Lebensleib zurückzieht vom physischen Leib, dann folgt der physische Leib des Menschen den physischen Stoffen und Kräften, dann ist er aber Leichnam. Während des Lebens aber ist der Äther- oder Lebensleib fortwährender Kämpfer gegen den Zerfall des physischen Leibes ...
[ 47 ] Then we go on to learn that within this physical human body there is not only an etheric or life body that distinguishes human beings from everything around us that appears to be lifeless ... This etheric or life body is a constant fighter against the physical body’s tendency to follow its physical substances and chemical forces during life. For when this life body withdraws from the physical body, the human physical body follows the physical substances and forces—and then it becomes a corpse. During life, however, the etheric or life body is a constant fighter against the decay of the physical body ...
[ 48 ] So haben wir im Ätherleib den Bildner, den Baumeister des physischen Leibes des Menschen oder jedes Lebewesens, der hinter diesem physischen Leib steht.
[ 48 ] Thus, in the etheric body, we find the creator, the architect of the physical body of a human being or any living being, who stands behind this physical body.
[ 49 ] Dann schreiten wir vor zu dem, was wir nennen den astralischen Leib. Dieser ist der Träger von Lust und Leid, Freude und Schmerz, von all den auf- und abwogenden Empfindungen und Vorstellungen, von allem dem, was Trieb, Begierden und Leidenschaften, was Instinkte sind. Aber darüber hinaus kommen wir dann auch noch zu einem vierten Gliede, dem Träger des eigentlichen Selbstbewusstseins, dem Träger des Ich.
[ 49 ] We then move on to what we call the astral body. This is the vehicle of pleasure and suffering, joy and pain, of all the ebbing and flowing sensations and ideas, of everything that constitutes drives, desires, and passions—in other words, instincts. But beyond that, we then also arrive at a fourth member, the bearer of true self-consciousness, the bearer of the “I.”
[ 50 ] Diese vier Glieder machen erst den ganzen Menschen aus, und wollen wir den ganzen Menschen betrachten, so dürfen wir ihn nicht anders betrachten, als dass die höheren, die übersinnlichen Glieder die eigentlichen Schöpfer der unteren, der mehr sinnlichen Glieder sind. Alles, was in den unteren Gliedern vor sich geht, das geht hervor aus dem, was in den oberen Gliedern vorgeht ...
[ 50 ] These four members together constitute the whole human being, and if we are to consider the whole human being, we must view him in such a way that the higher, supersensory members are the actual creators of the lower, more sensory members. Everything that takes place in the lower members arises from what takes place in the upper members ...
[ 51 ] Daher dürfte man nicht nur vorschreiten bis zur Ahnung eines Äther- oder Lebensleibes, sondern man muss in Erwägung ziehen, dass tiefere Ursachen, viel tiefere Ursachen liegen müssen gerade im astralischen Leib und im Seelisch-Geistigen des Menschen, wenn man zu einem Verstehen von Krankheit und Gesundheit kommen will. Hier sind die Ursachen der Krankheiten nicht so leicht zu finden. Dieser Träger von Lust und Leid, Instinkt, Begierde und Leidenschaften, der drückt dasjenige, was in ihm ist, in dem Ätherleib und in dem physischen Leib aus. Lebt in dem astralischen Leibe etwas Ungesundes von verkehrten Leidenschaften, Trieben, Instinkten, so muss das wirken auf den Ätherleib und den physischen Leib:
[ 51 ] Therefore, one should not merely proceed as far as the notion of an etheric or life body; rather, one must consider that deeper causes—much deeper causes—must lie precisely in the astral body and in the soul-spiritual realm of the human being if one wishes to arrive at an understanding of illness and health. Here, the causes of illness are not so easy to find. This vehicle of pleasure and suffering, instinct, desire, and passions expresses what is within it through the etheric body and the physical body. If something unhealthy—arising from distorted passions, drives, or instincts—exists in the astral body, it must have an effect on the etheric body and the physical body:
[ 52 ] Ja, aber, sagt uns jemand, betrachten wir einmal einen Menschen; welcher Widerspruch kann herrschen zwischen dem, was seine gesunden Empfindungen, seine gesunden Triebe sind, und den Krankheiten, die er trotzdem hat! Da muss man denn auch ganz mitgehen mit der Geisteswissenschaft und klar sein, dass das, was wir die innerste Wesenheit des Menschen nennen, die eigentliche Individualität des Menschen, dass das etwas ist, was wie von der physischen Hülle nur eben umhüllt ist, was ganz andere Wege in seiner Entwicklung macht als diese physische Hülle. Da, wenn man auf den Kern des Menschen sieht, da sagt man: Dieser Mensch fließt zusammen aus zwei Strömungen ...
[ 52 ] Yes, but, someone might say, let us consider a human being; what a contradiction there can be between what his healthy feelings and healthy instincts are, and the illnesses he nevertheless suffers from! Here, then, we must fully align ourselves with spiritual science and be clear that what we call the innermost essence of the human being—the human being’s true individuality—is something that is merely enveloped by the physical shell, something that follows entirely different paths in its development than this physical shell. When one looks at the core of the human being, one says: This human being flows from two currents...
[ 53 ] Der Mensch, der im Leben uns entgegentritt, schauen wir ihn uns an. Er ist zunächst ein Ergebnis der Vererbung, ein Ergebnis dessen, was kommt von Vater, Mutter Llnd den V0rhergehenden Ahnen ...
[ 53 ] Let us take a look at the person we encounter in life. He is, first and foremost, the product of heredity—the result of what comes from his father, mother, and preceding ancestors ...
[ 54 ] Aber in all dem, was so durch die Generationen sich fortsetzt, in all dem lebt etwas ganz anderes, etwas, was nun zu tun hat mit astralischem Leib und Ich. Und wenn uns ein Mensch entgegentritt, so sehen wir nicht nur dasjenige, was wir aus der Generationenreihe haben, sondern auch dasjenige, was heruntergestiegen ist aus der geistigen Welt als der geistige Wesenskern. Wir blicken da auf dasjenige, was man Wiederverkörperung oder Reinkarnation nennt, auf den innersten Wesenskern, der sich von Leben zu Leben zieht. Das vereinigt sich mit dem, was in der Vererbungslinie liegt, das durchdringt und durchkraftet dasjenige, was von Vater und Mutter vererbt wird. Und wenn wir auch heute nicht sehen, wie die Instinkte und Triebe der Individualität krank machend oder gesund machend auf den physischen Leib wirken, so würden wir das sehen, wenn wir hinsehen würden auf das, was der Mensch in seinem früheren Leben gewesen ist.
[ 54 ] But in all that which continues in this way through the generations, in all of it, something entirely different lives—something that now has to do with the astral body and the “I.” And when a person comes before us, we see not only what we have inherited from the generational line, but also what has descended from the spiritual world as the spiritual core of the being. We are looking at what is called reincarnation, at the innermost core of the being that extends from life to life. This unites with what lies in the line of heredity; it permeates and infuses with vital force what is inherited from the father and mother. And even if we cannot see today how the instincts and drives of the individual affect the physical body—whether causing illness or promoting health—we would see this if we looked at what the person had been in their previous life.
[ 55 ] Erkennt man dies, so kann man in einem jetzigen Leben die Leidenschaften und Triebe und Begierden sehen lernen, die von dem ausgehen, was wir mitgebracht haben aus diesen früheren Leben und was in diesem jetzigen Leben als Krankheitsursachen wirkt, wenn es auch nicht in diesem Leben erworben ist.
[ 55 ] Once we recognize this, we can learn to see, in this present life, the passions, impulses, and desires that stem from what we have brought with us from these past lives—and which act as causes of illness in this present life, even if they were not acquired in this life.
[ 56 ] Und hier beginnt dasjenige, was die Erkenntnis des Wesenskernes des Menschen als eine richtige Grundlage abgeben kann gerade für die Beurteilung der Heilweise.
[ 56 ] And this is where what the understanding of the essence of the human being can provide as a sound foundation for evaluating the method of healing begins.
[ 57 ] Können wir irgendwie sehen, wie der astralische Leib anzeigt, was er zu sagen hat in Bezug auf das, was den physischen Leib gesund oder krank macht?
[ 57 ] Is there any way we can see how the astral body indicates what it has to say regarding what makes the physical body healthy or sick?
[ 58 ] Ein Beispiel: Jemand hat ein Kind zu erziehen ... der Kindesnatur sei dieses oder jenes gut, hat man die schablonenhafte Anschauung. An Stelle strenger Individualisierung auch in Bezug auf Gesundheit hat man die Meinung: Viele Krankheiten gibt es, aber nur eine Gesundheit. In Wahrheit aber gibt es so viele Gesundheiten, als es Menschen gibt. Jeder Mensch hat seine eigene Gesundheit, die eigenen Bedingungen seines Gesundseins. Mit schablonenhaften Begriffen aber kann man am Kinde alles Mögliche verderben. Das Kind will zum Beispiel diese oder jene Speise nicht essen. Das ist natürlich Ungezogenheit, meint man. Viel richtiger aber wäre es, wenn man sagte: Das ist ein Beweis, dass da Sympathie und Antipathie nichts anderes ist, als dass der astralische Leib empfindet: Das muss ich haben, wenn ich in der richtigen Weise auf meinen physischen Leib wirken will, und das, was das Kind abweist, das kann es nicht brauchen.
[ 58 ] An example: Someone has a child to raise... People have the stereotypical view that this or that is good for a child’s nature. Instead of strict individualization—even with regard to health—the prevailing opinion is: There are many diseases, but only one kind of health. In reality, however, there are as many kinds of health as there are people. Every person has their own health, their own conditions for being healthy. But with stereotypical notions, one can ruin all sorts of things for the child. For example, the child refuses to eat this or that food. Of course, people think this is bad behavior. It would be much more accurate, however, to say: This is proof that sympathy and antipathy are nothing other than the astral body’s perception: “I must have this if I want to act upon my physical body in the right way,” and “what the child rejects, it cannot use.”
[ 59 ] In dem, was der Gaumen des Kindes abweist oder verlangt, drückt sich aus, was ihm gesund ist. Es ist daher richtig, sorgfältig zu beobachten, was das Kind verlangt, worauf es erpicht ist. Wann empfindet der astralische Leib etwas als Genuss, namentlich im kindlichen Alter? Wenn das, was er genießt, in sich gleichsam der Anlage nach etwas hat, was in günstiger Weise sich dem Organismus einverleibt. Nur dann, wenn schon etwas verdorben ist in der Ordnung der gesunden Menschennatur, dann ist der Genuss kein richtiger Führer mehr ... Dass dasjenige, was für ihn gesund ist, ihm auch schmeckt, und dasjenige, was ihn krank macht, ihm nicht schmeckt, das ist überhaupt das einzige Richtmaß für die Gesundheit, dass ein der Sache entsprechendes Empfinden für alles dasjenige, was wir in unseren Organismus aufnehmen, da ist. So handelt es sich darum, dass wir möglichst lebendig in uns machen sollen das Bewusstsein von dem, was uns gut ist, dass wir unseren astralischen Leib, den Träger von Genuss und Begierde, lebhaft machen für das, was unserem Organismus gesund ist ...
[ 59 ] What a child’s palate rejects or craves reflects what is healthy for the child. It is therefore right to carefully observe what the child craves, what it is eager for. When does the astral body experience something as a pleasure, particularly in childhood? When what it enjoys has, as it were, an inherent quality that is favorably assimilated by the organism. Only when something has already gone awry in the order of healthy human nature is pleasure no longer a true guide... The fact that what is healthy for the child also tastes good to them, and that what makes them sick does not taste good to them—this is, in fact, the only true measure of health: that there is an appropriate sensation for everything we take into our organism. Thus, the point is that we should make the awareness of what is good for us as vivid as possible within ourselves, that we should enliven our astral body—the vehicle of pleasure and desire—for what is healthy for our organism...
[ 60 ] Da gibt es nun Mittel, um in dieser Beziehung viel zu erreichen ... Die Menschennatur ist verschieden bei den verschiedenen Menschen, weil eine verschiedene Individualität das Äußere durchdringt und durchkraftet.
[ 60 ] There are now ways to achieve a great deal in this regard ... Human nature varies from person to person because a distinct individuality permeates and shapes the outward appearance.
[ 61 ] Ein Fall, der vorgekommen ist: Da gab es einen Menschen, der hatte von frühester Kindheit an einen furchtbaren Widerwillen gegen jedes Fleisch; er konnte Fleisch sozusagen nicht riechen. Er konnte es eben nicht riechen, er aß es nicht. Erst war er in einer Umgebung, die tolerant war. Aber es kamen doch Tanten und Onkels, die fanden, dass es etwas ganz Verdrehtes sei, kein Fleisch zu essen ... Und da ließ sich der gute Mann bereden, erst wenigstens mit etwas Brühe anzufangen, dann überzugehen zu Kalbfleisch und so weiter ... er kam aber auch dann zu Hammelfleisch ... und er endete bald mit einer
[ 61 ] Here’s a real-life example: There was a man who, from early childhood, had a terrible aversion to all meat; he simply couldn’t stand the smell of it, so to speak. He just couldn’t stand the smell, so he didn’t eat it. At first, he was in a tolerant environment. But then aunts and uncles came along who thought it was completely crazy not to eat meat... And so the good man let himself be persuaded to at least start with some broth, then move on to veal and so on... but he eventually got around to eating mutton as well... and he soon ended up with a
[ 62 ] schweren Gehirnentzündung, weil für diesen Menschen es absolut unmöglich war, dass der Organismus durch die in ihm befindlichen Kräfte das leisten konnte, was zur Fleischverdauung nötig ist. Er war so eingerichtet, dass er ganz gut empfand, was ihm gesund ist, von frühester Jugend an ...
[ 62 ] severe encephalitis, because it was absolutely impossible for this person’s body to use its own internal forces to perform the functions necessary for the digestion of meat. He was built in such a way that he had a very good sense of what was healthy for him, from his earliest youth onward ...
[ 63 ] Würde man aber nun dieselbe Nahrung, die für diesen Menschen die einzig Richtige war, einem anderen geben, so würde dieser den größten Schaden davon haben können ...
[ 63 ] But if one were to give the same food—which was the only suitable one for this person—to someone else, that person could suffer great harm as a result ...
[ 64 ] Alle Menschen müssen als Individualitäten betrachtet werden. Und es gibt unzählige Menschen, die unmöglich, wenn sie so weiterleben wollen, wie sie eben leben, nimmer mehr zum Vegetarismus ohne Weiteres übergehen können.
[ 64 ] All people must be regarded as individuals. And there are countless people who, if they wish to continue living as they do now, will never be able to switch to vegetarianism without difficulty.
[ 65 ] Es ist gesagt worden, nun, die menschliche Natur sei nicht fähig, diejenige Arbeit zu übernehmen, die notwendig ist, um dasjenige, was wir aus Pflanzen übernehmen, umzuwandeln in dasjenige, was der menschliche Organismus braucht. Bei Pflanzennahrung müsse vom Menschen in seinem Innern eine solche Arbeit geleistet werden, die er nicht aufbringen könne. Die Arbeit, die da geleistet werden muss, die wird ihm zum Teil abgenommen dadurch, dass er seine Nahrung aus dem Tierreich einnimmt, wo ein Teil dieser Arbeit schon geleistet ist und er nun geringere Arbeit zu leisten hat. Dies gilt aber nicht für alle, nur für viele Menschen. Für viele wäre es ungesund, wenn sie die starken Kräfte der Verdauung, der Verarbeitung, die notwendig ist, um Pflanzennahrung zu verdauen, wenn sie diese starken Kräfte nicht anwenden könnten ...
[ 65 ] It has been said that human nature is not capable of performing the work necessary to transform what we take in from plants into what the human organism needs. With a plant-based diet, humans would have to perform a certain amount of internal work that they are unable to muster. The work that must be done is partially relieved by consuming food from the animal kingdom, where part of this work has already been done, so that humans now have less work to do. However, this does not apply to everyone, only to many people. For many, it would be unhealthy if they were unable to employ the powerful forces of digestion and metabolism required to break down plant-based food...
[ 66 ] Um dies zu verstehen, muss man sich einlassen auf den radikalen Unterschied zwischen Pflanzen- und Menschenreich ... das Tierreich liegt mitten darin.
[ 66 ] To understand this, one must come to terms with the radical difference between the plant and human kingdoms ... the animal kingdom lies right in the middle.
[ 67 ] Es ist ein Gegensatz zwischen dem Menschen und der Pflanze ... wir können uns diesen Gegensatz zuerst charakterisieren, dass etwas, was rein in der physischen Natur vorhanden ist ...
[ 67 ] There is a contrast between humans and plants ... we can first characterize this contrast by noting that something that exists purely in the physical realm ...
[ 68 ] Der Mensch atmet, er atmet ein den Sauerstoff der Luft und atmet die Kohlensäure aus. Die Pflanze nimmt die Kohlensäure auf, trennt die Verbindung, entnimmt ihr die in ihr enthaltene Kohle und baut sich daraus ihren Organismus auf aus unlebendigem, bloß physischem Kohlenstoff und gibt den Sauerstoff wieder zurück. So ist eine Wechselwirkung zwischen Mensch und Pflanze. Dies drückt uns in einem äußeren Gleichnis aus eine geistige Wechselwirkung. Hinter der Pflanze steht ihr Geistiges, hinter dem Menschen sein Geistiges. Sie wissen, dass eine Pflanze nicht gedeihen kann, wenn ihr das Licht entzogen wird. Sehen Sie sie an, wie sie da verkümmert. Dasjenige, was die Pflanze aus leblosen Stoffen aufbaut, das baut sie auf unter dem Einfluss des Lichtes ... Licht! Wie viel wir ihm verdanken ... entnehmen ihm so viel wir brauchen ...
[ 68 ] Human beings breathe; they inhale the oxygen in the air and exhale carbon dioxide. Plants absorb the carbon dioxide, break down the compound, extract the carbon it contains, and use it to build their own organism from non-living, purely physical carbon, releasing the oxygen back into the atmosphere. Thus there is an interaction between humans and plants. This expresses to us, in an external analogy, a spiritual interaction. Behind the plant lies its spiritual aspect; behind the human being lies his or her spiritual aspect. You know that a plant cannot thrive if it is deprived of light. Look at it, how it withers away. What the plant builds up from lifeless substances, it builds up under the influence of light... Light! How much we owe to it... we draw from it as much as we need...
[ 69 ] Aber wir müssen nicht bloß sehen, auch beim Lichte, nicht bloß schen auf das Physische. In dem, was physisch im Lichte ist, in dem ist auch ein Geistiges enthalten. Hinter dem physischen Lichte steht auch ein Geistiges. Dieses Geistige, das mit den Lichtstrahlen uns zuströmt von der Sonne auf die Erde her, dieses ist dasselbe, was in unserem astralischen Leibe lebt, jenes innere Licht, das in uns wirkt und schafft — in dem geistigen Lichte, der geistigen Aura. Sie sind nichts anderes als der Geist des physischen Körpers, das unsichtbare Licht, das in uns wirkt als der astralische Leib. Das wirkt in uns! Und draußen wirkt auf die Pflanzen das physische Licht der Sonne. Und das ist die eigentümliche Beziehung zwischen dem physischen Licht draußen, das auf die Pflanzen wirkt, dass sie wachsen und blühen ... und dem geistigen Licht, das als unser astralischer Leib in uns ist. Das ist die Beziehung, dass sie einander entgegengesetzt sind ...
[ 69 ] But we must not merely look—even at the light—merely at the physical. In what is physically present in the light, there is also a spiritual element contained. Behind the physical light there is also a spiritual element. This spiritual element, which flows toward us from the sun to the earth with the rays of light, is the very same thing that lives in our astral body—that inner light that works and creates within us—in the spiritual light, the spiritual aura. They are nothing other than the spirit of the physical body, the invisible light that works within us as the astral body. This is what works within us! And outside, the physical light of the sun acts upon the plants. And this is the peculiar relationship between the physical light outside, which acts upon the plants so that they grow and bloom... and the spiritual light that is within us as our astral body. This is the relationship: that they are opposites...
[ 70 ] Dasjenige, was die Pflanzen aufbaut, das wird abgetragen, zersetzt, zerstört durch den Prozess, den das geistige Licht in uns entfacht. Und unser Leben im physischen Leibe als geistiges Wesen könnte nicht bestehen, wenn wir nicht würden in allem, was wir aufnehmen, sozusagen Zerstörungsprozesse einrichten. Wir tragen wieder ab, was die Pflanzen aufgebaut haben. Wir setzen in entgegengesetzter Weise fort, was die Pflanzen angefangen haben ... So stehen wir geistig im Gegensatz zur Pflanze. Und das, was uns als Nahrung aus dem Pflanzenreiche gegeben wird, das zerstören wir in Wahrheit ...
[ 70 ] That which builds up the plants is broken down, decomposed, and destroyed by the process that the spiritual light within us sets in motion. And our life in the physical body as spiritual beings could not exist if we did not, so to speak, initiate processes of destruction in everything we take in. We break down what the plants have built up. We continue, in a contrary manner, what the plants have begun ... Thus, we stand in spiritual contrast to the plant. And what is given to us as nourishment from the plant kingdom—we actually destroy it ...
[ 71 ] Unser Denken ist in seinem physischen Ausdruck ein Zerstörungsprozess. Das, was wir aufnehmen, das muss wieder abgetragen werden, das muss wieder zerschellt werden. Dadurch erhalten wir ein Innenleben ...
[ 71 ] In its physical manifestation, our thinking is a process of destruction. Whatever we take in must be broken down again; it must be shattered once more. This is how we develop an inner life ...
[ 72 ] Jungfräulich wird uns dasjenige gegeben, was uns aus dem Pflanzenreich als Nahrungsmittel gegeben wird. Nicht so jungfräulich wird uns dasjenige gegeben, was uns aus dem Tierreich gegeben wird ... Indem das Tier zwischendrinnen steht zwischen Pflanze und Mensch, vollzieht das Tier dasjenige, was der Mensch zu vollziehen hat bis zu einem gewissen Grade ... leistet schon das bis zu einem gewissen Grade, was der Mensch in sich sonst zu leisten hätte ... und der Mensch kann erst anfangen da mit seiner eigenen Tätigkeit, wo dasjenige sich befindet, was er erhalten hat. Er bekommt erst das, was das Tier schon daraus gemacht hat ...
[ 72 ] What is given to us from the plant kingdom as food is given to us in its pure, unadulterated form. What is given to us from the animal kingdom, however, is not given to us in such a pure, unadulterated form ... Since the animal stands in between the plant and the human, it accomplishes to a certain extent what the human must accomplish ... it already accomplishes to a certain extent what the human would otherwise have to accomplish within itself ... and the human can only begin its own activity where that which it has received is found. He receives only what the animal has already made of it...
[ 73 ] Sehen wir uns den Menschen an; er ist wirklich ein Mikrokosmos, eine Zusammenfassung alles dessen, was draußen vor sich geht ...
[ 73 ] Let's take a look at human beings; they are truly a microcosm, a distillation of everything that is happening out there ...
[ 74 ] Sein Ernährungsprozess ist dasjenige, was das im Pflanzenreiche Ausgedehnte heraufhebt und so umwandelt, dass dieser Menschenleib zum Werkzeug des Bewusstseins werden kann. Er ist in dieser Beziehung eine Ganzheit, eine Totalität. Das Tier ist für den Geisteswissenschafter nichts anderes als eine einseitige Ausbildung menschlicher Eigenschaften. Jedes Tier, jede Tiergattung stellt dar für den Geisteswissenschafter gewisse Eigenschaften, besonders ausgebildet ...
[ 74 ] Its process of nutrition is what elevates what is widespread in the plant kingdom and transforms it in such a way that the human body can become an instrument of consciousness. In this regard, it is a whole, a totality. For the spiritual scientist, the animal is nothing more than a one-sided manifestation of human characteristics. Every animal, every animal species, represents for the spiritual scientist certain characteristics that have developed in a particular way ...
[ 75 ] Alle diese Eigenschaften, zusammengefasst zu einer Harmonie, nehmen Sie das eine gemindert durch das andere, das eine durch das andere ausgeglichen, so erhalten Sie den Menschen ...
[ 75 ] All these qualities, combined in harmony—each tempered by the other, each balanced by the other—result in the human being ...
[ 76 ] Das Tier vollbringt bis zu einer gewissen Einseitigkeit den Naturprozess ... Diese Einseitigkeit eignen wir uns an, wenn wir die nicht mehr jungfräuliche Nahrung aus dem Tierreich nehmen ...
[ 76 ] The animal carries out the natural process to a certain degree of one-sidedness... We adopt this one-sidedness when we consume food from the animal kingdom that is no longer in its pristine state...
[ 77 ] Nehmen wir nun an, wir seien wirklich so organisiert, dass wir wirklich die Kräfte aufbringen könnten, die notwendig sind, um Pflanzennahrung zu verarbeiten, wir haben dieses starke Kraftreservoir in uns, das nur verwendet wird, wenn wir Pflanzenkost nehmen. Was ist, wenn wir es nicht tun, wenn wir diese Umwandlung nicht vollbringen vom Pflanzlichen zum Menschlichen herauf? Dann suchen sich die Kräfte, die unverwendet bleiben, andere Betätigungen in unserem Organismus.
[ 77 ] Let us now assume that we are truly organized in such a way that we could actually muster the energy necessary to process plant-based food; we have this powerful reservoir of energy within us that is used only when we consume plant-based food. What if we do not do so—if we do not accomplish this transformation from the plant realm to the human realm? Then the forces that remain unused will seek other activities within our organism.
[ 78 ] Der französische Abb€, von dem ich Ihnen erzählt habe, der hatte eben solche Kräfte in sich. Sie sind da und sie müssen wirken und werfen sich schließlich, wenn sie keine gesunde Wirkungsmöglichkeit finden, auf ein anderes Betätigungsfeld. An dem, was so dann an großen Kräften in unrichtiger Weise auftrat, starb dann dieser Abbe.
[ 78 ] The French abbot I told you about possessed precisely such powers. They are there, and they must act; and if they cannot find a healthy outlet, they eventually turn to another sphere of activity. This abbé ultimately died as a result of the great forces that manifested themselves in an improper way.
[ 79 ] Nehmen wir dagegen einen anderen Menschen, etwa einen Bankdirektor, der sonst nichts kennt als seinen Beruf. Wenn wir ihm zumuten wollten, er solle sich vegetabilisch ernähren so könnte er das nicht. Er wird nicht damit bestehen können. Er kann die pflanzlichen Stoffe nicht bis dahin bringen, wo sie ihm dienen können für die Ausübungen seines Organismus; er muss sich abnehmen lassen einen Teil der Arbeit
[ 79 ] Let’s take, by contrast, another person—say, a bank manager—who knows nothing but his profession. If we were to expect him to follow a plant-based diet, he would not be able to do so. He would not be able to survive on it. He cannot process the plant-based substances to the point where they can serve him in the functioning of his body; he must rely on others to do part of the work
[ 80 ] Wir sehen damit auch einen gewichtigen Unterschied und Gegensatz zwischen der Art, wie Pflanzennahrung, und der Art, wie Tiernahrung auf den Menschen wirkt. Was muss derjenige in sich entfalten, der Pflanzennahrung verdauen will? Was tut er in dem Falle, wenn er Pflanzenkost genießt? Da muss er gewisse Kräfte, die von unten [aus] wirken, von der Pflanze [aus] wirken, aufbringen. Das sind Kräfte, die mehr im Mittelpunkt seines Wesens sind als jene, die er braucht zur Verarbeitung von Tiernahrung. Das sind Kräfte, die in ihm sind, deren Arbeit ihm keiner abnehmen kann. Dass er diese im Innern vollbringt, dadurch hat er auch einen inneren Selbstständigkeits- und Kräftequell. Sein inneres Leben wird dadurch reger und intensiver. Durch das, was er aus dem Pflanzenreiche genießt, wird in der Tat sein inneres Leben reger. Allerdings ist dabei vorausgesetzt ein umfassenderes geistiges Leben, das auf die Betrachtung, auf die Erkenntnis der großen Zusammenhänge des Lebens gerichtet ist ... Wenn der Mensch dann seine Nahrung aus dem Tierreich nimmt, dann ist das nur richtig, wenn er eben diese Selbstständigkeitskräfte nicht hat. Für diejenigen Nahrungsmittel, die der Mensch aus dem Tierreich nimmt, wird er innerliche Kräfte anwenden, die weniger ihn selbstständig machen, da er einen Teil der Arbeit sich abnehmen lässt ...
[ 80 ] We thus also see a significant difference and contrast between the way plant-based food and the way animal-based food affect humans. What must a person develop within themselves if they wish to digest plant-based food? What do they do when they consume plant-based food? They must mobilize certain forces that act from below—from the plant itself. These are forces that lie more at the core of their being than those needed to process animal food. These are forces that reside within them, and no one can do this work for them. By accomplishing this internally, they also gain a source of inner independence and strength. His inner life thereby becomes more active and intense. Through what he consumes from the plant kingdom, his inner life does indeed become more active. However, this presupposes a more comprehensive spiritual life directed toward contemplation and the understanding of the great interconnections of life... When a person derives his nourishment from the animal kingdom, this is only appropriate if he lacks precisely these forces of self-reliance. For the foods that a person derives from the animal kingdom, he will employ inner forces that make him less self-reliant, since he allows part of the work to be done for him ...
[ 81 ] In geistiger Beziehung ist das, was aus dem Tierreich stammt, anregend auf das, was den Menschen stark und kräftig macht ohne sein Zutun.
[ 81 ] In spiritual terms, that which originates from the animal kingdom has a stimulating effect on what makes humans strong and vigorous without any effort on their part.
[ 82 ] Derjenige, der nicht aus sich heraus Tatkraft und Energie für das Leben gewinnen kann, für den wird die Pflanzenkost nichts taugen, der wird durch die Pflanzenkost nur geschwächt werden, der muss sich sozusagen seine Stärke, seine Kräfte geben lassen vorbereitet durch das Tier.
[ 82 ] For those who cannot draw vitality and energy for life from within themselves, a plant-based diet will be of no use; such people will only be weakened by it, and must, so to speak, receive their strength and vitality from sources prepared by animals.
[ 83 ] Aus solchen Zusammenhängen heraus werden wir nun auch leicht verstehen können, wie es kommt, dass Völker, die von Pflanzennahrung leben, ein mehr der Betrachtung ... gewidmetes Leben führen ... während solche mit Tiernahrung mehr kriegerische Eigenschaften aufweisen.
[ 83 ] In light of these connections, we can now easily understand why peoples who subsist on plant-based foods lead a life more devoted to contemplation ... while those who consume animal-based foods exhibit more warlike traits.
[ 84 ] So ist das, was sozusagen als Gesundheitsfrage und Ernährungsfrage zugleich gelten muss, durchaus an die Individualität des Menschen gebunden, daran, was der Mensch innerlich an Kräften aufbringen kann. Und wir sehen am Menschen, ob der Mensch durch eine Pflanzenernährung nicht teilweise sich erwirbt starke Selbstständigkeitskräfte seines Innenwesens ...
[ 84 ] Thus, what must be regarded, so to speak, as both a health issue and a nutritional issue is entirely tied to the individuality of the human being—to the inner forces that a person can muster. And we can see in human beings whether, through a plant-based diet, they do not in part acquire strong forces of independence within their inner being ...
[ 85 ] Durch Pflanzenernährung sehen wir ihn also sich aneignen alle diejenigen Kräfte, welche er braucht, um sozusagen ein umfassender Mensch zu werden, um ein Mensch zu werden, der Verschiedenes im Leben überblicken kann. Durch das, was er sich aneignet aus der Tiernahrung, durch das sehen wir ihn zu den Spezialgebieten hingeleitet werden ...
[ 85 ] Through plant nutrition, we see him thus acquiring all the powers he needs to become, so to speak, a well-rounded human being—a person capable of taking a broad view of the various aspects of life. Through what he acquires from animal-based nutrition, we see him being guided toward specialized fields ...
[ 86 ] So sehen wir aus der Wechselwirkung ... durch das, was ... sich regeln die großen Daseinsfragen für alle Einzelheiten des Lebens ... Da sehen wir sozusagen des Menschen innere Natur sich so äußern, dass starke Kräfte in ihm sind ... oder dass er sich diese starken Kräfte geben lassen muss ... Wir sehen sozusagen den astralischen Leib in ihm wirken ... und wie dieses Wirken sein muss, wenn das Gleichgewicht im menschlichen Organismus hergestellt sein soll ...
[ 86 ] Thus, through this interplay ... through what ... the great questions of existence are regulated in every detail of life ... There we see, so to speak, the inner nature of the human being manifesting itself in such a way that there are powerful forces within him ... or that he must allow these powerful forces to be bestowed upon him ... We see, so to speak, the astral body at work within him … and how this activity must be if balance is to be established in the human organism …
[ 87 ] Und wenn wir das verstanden haben, dann werden wir nicht mehr daran zweifeln, dass viel, viel davon abhängt, wie wir imstande sind zu wirken gerade auf den astralischen Leib ... aber auf diesen nicht nur, sondern auch, wie wir wirken können physisch auf den physischen Leib und ätherisch auf den ätherischen Leib ...
[ 87 ] And once we have understood this, we will no longer doubt that much, much depends on how we are able to influence the astral body in particular ... but not only that—also on how we can influence the physical body physically and the etheric body etherically ...
[ 88 ] Eine materialistische Anschauung wird mehr auf das Physische nur wirken wollen ... Nehmen wir den Fall eines Kranken. Der materialistisch Denkende wird sich anschauen diese Krankheitserscheinungen und er wird rechnen darauf: In dieser oder jener Gegend, da ist diese oder jene Luft, da sind diese oder jene Bedingungen, die wie ein Physisches auf ein anderes Physisches, so auf den kranken Organismus wirken ...
[ 88 ] A materialistic perspective will seek to focus solely on the physical ... Let us consider the case of a sick person. The materialist will examine these symptoms and reason as follows: In this or that region, there is this or that type of air, there are these or those conditions, which—just as one physical entity affects another—affect the sick organism ...
[ 89 ] Derjenige, der auf geisteswissenschaftlichem Boden steht, der wird wissen, dass dies in vielen Fällen eine recht irrtümliche Folgerung ist. Er wird wissen, dass radikaler, gründlicher es wirken muss, wenn der Mensch dorthin versetzt wird, wo seine inneren Erlebnisse in der entsprechenden Weise angeregt werden können, wo er so recht froh sein kann, so recht harmonisch in sich selber werden kann. Insbesondere bei gewissen Krankheitsformen, namentlich Nervenerkrankungen, da wird es das Wichtigste sein, dass wir direkt auf den astralischen Leib wirken und durch dasjenige, was starke Kräfte im astralischen Leibe anregen kann ...
[ 89 ] Anyone grounded in the humanities will know that in many cases this is a rather erroneous conclusion. They will know that a more radical, more thorough effect must be achieved when a person is placed in an environment where their inner experiences can be stimulated in the appropriate way, where they can truly be happy and find true inner harmony. Particularly in the case of certain forms of illness, namely nervous disorders, it will be of the utmost importance that we act directly upon the astral body and through that which can stimulate powerful forces within the astral body ...
[ 90 ] So kann durchaus, wenn jemand jene starken Kräfte in sich entwickelt, die durch die Pflanzenernährung entwickelt werden, es ein gutes Heilmittel sein, um selbst schwere Schädigungen des Organismus auszugleichen. Das, was da im Innern wirkt, wenn da wachgerufen werden die inneren Kräfte, die den ... jungfräulichen pflanzlichen Nahrungsstoff umarbeiten müssen, das kann schwere Schäden beseitigen.
[ 90 ] Thus, if a person develops within themselves those powerful forces that are cultivated through a plant-based diet, it can certainly be an effective remedy for restoring balance even to the body after severe damage. What takes place internally—when the inner forces required to process the ... pure plant-based nutrients are activated—can eliminate severe damage.
[ 91 ] Sie können es einem Menschen anschauen, ob er sich auch herbeilässt, die Pflanzennahrungsstoffe, in denen wenig Fett ist, durch seine eigenen inneren Kräfte in Fett umzuwandeln, oder ob er sich das lieber abnehmen lässt, indem er tierisches Fett genießt ... jene starken, ihn selbstständig machenden Kräfte in seinem Innern zu ... mit anderen Worten, ob der Mensch nicht zu bequem ist, ein wenig auch zu seiner eigenen Fettbildung beizutragen ... aus dem Auge blickt dies, ob es geschieht oder nicht ...
[ 91 ] You can tell by looking at a person whether they are willing to use their own inner powers to convert plant-based nutrients—which contain little fat—into fat, or whether they prefer to have that work done for them by consuming animal fat ... ...those strong, self-sustaining forces within him... in other words, whether a person is too lazy to contribute even a little to his own fat production... you can tell from the look in his eyes whether this is happening or not...
[ 92 ] Der sich nicht überfüttert mit tierischem Fett, der wird auch wiederum in sich die Möglichkeit finden, die starken Kräfte in sich zu entwickeln, und diese liegen immer mehr gegen das Geistige zu, gegen das Spirituelle zu ...
[ 92 ] Those who do not overindulge in animal fat will, in turn, find within themselves the ability to develop their inner strengths, which are increasingly oriented toward the mental and the spiritual ...
[ 93 ] Und nun gibt es ein großes, umfassendes Gesetz ... das besagt: Alles, was der Mensch nur als Sinnliches genießt und anschaut, das wirkt auf die verdorrenden, absterbenden Kräfte in ihm ... und alles dasjenige, was er anschaut als Spirituelles, Geistiges, das wirkt auf die belebenden, gesund machenden Kräfte des Menschen ... und umgekehrt kann der, der sich zu Hilfe kommen will in dieser Richtung, dies dadurch tun, dass er neben dem Fleisch auch genügend Pflanzenkost zu sich nimmt, der kann sich dadurch unterstützen in Bezug auf das Regemachen der Interessen für die übersinnliche Welt ...
[ 93 ] And now there is a great, all-encompassing law ... which states: Everything that a person enjoys and beholds as something sensory has an effect on the withering, dying forces within them … and everything that they behold as spiritual and intellectual has an effect on the life-giving, health-promoting forces within a person … and conversely, those who wish to help themselves in this regard can do so by consuming sufficient plant-based food in addition to meat; in this way, they can support themselves in awakening an interest in the supersensible world ...
[ 94 ] Derjenige, der sich dazu bequemt, auch etwas dazu zu tun, dass er aus den fettarmen Pflanzen-Nahrungsmitteln sich sein eigenes Fett bereitet, der wird viel geistiger werden können als derjenige, der sich alles Fett von den Tieren bereiten lässt ...
[ 94 ] Anyone who takes the trouble to prepare their own fat from low-fat plant-based foods will be able to become much more mentally alert than someone who relies on animals for all their fat ...
[ 95 ] Eine groteske Bestätigung ergibt sich aus folgendem Vorkommnis. Da gibt es in Berlin eine sogenannte NacktKultur. Da ging jemand hin zunächst aus rein künstlerischem Interesse, wollte sich das auch ansehen und ließ das Publikum und dann auch das auf sich wirken, was da vorgestellt worden ist. Dann lief diese Persönlichkeit schnell davon. Es war ein merkwürdiges Publikum, fast lauter alte Herren ...
[ 95 ] A grotesque confirmation emerges from the following incident. There is a so-called “NacktKultur” in Berlin. Someone went there initially out of purely artistic interest, wanting to see it for themselves and to let the audience—and then what was being presented there—sink in. Then this person quickly ran away. It was a strange audience, almost entirely made up of old men ...
[ 96 ] Da, wo man in der Tat darauf ausgeht, dass das Sinnliche auf das Sinnliche wirkt, da besteht ein Anziehungsband auf das, was im Leben absterbend ist. Und wer das Sinnliche als Sinnliches bloß sucht, der wird sehen können, dass auf die absterbenden Teile seines Wesens besondere Wirkungen ausgeübt werden ... wogegen das geistige Interesse ... auf die keimenden, wachsenden Teile des Menschenwesens besonders wirken wird.
[ 96 ] Where one in fact assumes that the sensual acts upon the sensual, there exists a bond of attraction to that which is dying in life. And whoever seeks the sensuous merely as sensuous will be able to see that particular effects are exerted upon the dying parts of his being ... whereas spiritual interest ... will have a particular effect on the germinating, growing parts of the human being.
[ 97 ] Die Geistesforschung beginnt dem Menschen zu geben etwas, was allerdings nicht so bequem ist wie dasjenige, was man bloß beschreibt ... und auch nicht so bequem wie das Anhören eines Vortrags, wo man Bilder an die Wand projiziert. Dabei braucht man wenig mitzuarbeiten innerlich.
[ 97 ] Spiritual research is beginning to offer people something that is, however, not as convenient as what is merely described ... nor as convenient as attending a lecture where images are projected onto a wall. It requires very little inner effort on the part of the listener.
[ 98 ] Die Geisteswissenschaft spricht ja vom Übersinnlichen, und das kann man eben nicht so bequem haben. Sie appelliert an etwas in der Menschennatur, dem gegenüber er mitarbeiten muss, dem gegenüber er die regsamsten Kräfte in seinem Innern in Mitarbeit versetzen muss ... Diese Geisteswissenschaft geht damit direkt auf das Spirituelle ... auf die Wege der Seele ... Für Augen ist das nicht da ... Und niemand behauptet, dass die Begriffe und Vorstellungen und Ideen der Geisteswissenschaft in dem Sinne wirklich sind, dass sie handgreiflich sind. In diesem Sinne sollen sie nicht wahr sein. Aber das, was man heute kaum kennt in weiten Kreisen, diese sogenannten unwirklichen Vorstellungen, was sind sie für Vorstellungen? Das sind gerade die gesunden, die starken Vorstellungen, die, wenn sie nur genügend in der menschlichen Natur wirken, zu gleicher Zeit die starken, die kräftigen und bis in den Ätherleib hinein wirksamen, gesund machenden Vorstellungen sind.
[ 98 ] Spiritual science, after all, speaks of the supersensible, and that is not something one can simply take for granted. It appeals to something in human nature that requires our active cooperation—something that demands we mobilize the most dynamic forces within ourselves to work in harmony with it ... This spiritual science thus addresses the spiritual directly… the paths of the soul… It is not meant for the eyes… And no one claims that the concepts, notions, and ideas of spiritual science are “real” in the sense that they are tangible. They are not meant to be true in that sense. But what are these so-called “unreal” conceptions—which are scarcely known in wide circles today? They are precisely the healthy, the strong conceptions which, if they are allowed to take sufficient effect in human nature, are at the same time the powerful, vigorous, and health-promoting conceptions that work their way right into the etheric body.
[ 99 ] Wenn die Geisteswissenschaft uns führt ... so erregt sie in uns Vorstellungen, die im eminentesten Sinne von innen heraus gesundend wirken ... organische Substanz so, dass es sozusagen seine Ursprünge schon verlassen hat, nicht wieder durch sich selbst ausgebessert werden kann ... Je höher in der Organismenreihe wir steigen ...
[ 99 ] When spiritual science guides us ... it stirs within us ideas that, in the most profound sense, have a healing effect from within ... organic substance in such a way that it has, so to speak, already left its origins behind and cannot be restored by itself ... The higher we ascend in the series of organisms ...
[ 100 ] Wo Innenkräfte entwickelt werden sollen zur Gesundung, da ist die stärkste Kraft diejenige, die aus dem Geiste des Menschen herausströmt, die auf das Verjüngende und Wachsende sich richtet, und derjenige, der an diese Kräfte appelliert der steht auch im gesundheitlichen Sinne auf einer guten Grundlage ... die starken Kräfte im Innern entfesselt bis in die höheren Gebiete der Gesundheitsfrage hinauf ... Kaum ein Anfang ist allerdings da gemacht ...
[ 100 ] Where inner forces are to be developed for healing, the strongest force is that which flows from the human spirit, directed toward renewal and growth; and whoever appeals to these forces also stands on a solid foundation in terms of health... unleashing the powerful inner forces all the way up to the higher realms of health... However, hardly any progress has been made yet ...
[ 101 ] Man versteht kaum etwas mehr als ein physisches Wirken auf den Menschen ... Da ist die Geisteswissenschaft berufen, die Fragen der Gesundheit so aufzunehmen, dass Heilmittel gefunden werden und da sein werden, die nicht bloß auf das Physische wirken, sondern direkt auf das Geistige, das heißt auf das Astralische; und auf dem Umwege über das Astralische physisch gesundend wirken. Hier wird in der Tat Theosophie eine große Aufgabe haben. Sie wird sie lösen können, denn sie kann tief eindringen in das Leben, das uns täglich umgibt, in das Leben des gesunden und kranken Menschen.
[ 101 ] People hardly understand anything beyond a physical effect on human beings ... This is where spiritual science is called upon to address health issues in such a way that remedies are found and will be available that do not merely act on the physical, but directly on the spiritual—that is, on the astral—and, indirectly through the astral, have a physically healing effect. Here, indeed, theosophy will have a great task. It will be able to accomplish it, for it can penetrate deeply into the life that surrounds us daily—into the life of both healthy and sick people.
[ 102 ] Und da ist es wirklich mit großer Befriedigung zu begrüßen, dass es gelingt, schon auf dem Boden der theosophischen Forschung einen schönen Anfang zu machen, indem Dr. Peipers in München eine Art Farbentherapie in Anwendung bringt, die durchaus auf der Grundlage theosophischer Anschauung, auf der Grundlage der Geisteswissenschaft aufgebaut ist ... der Farbe ihre Geheimnisse, ihre tieferen geistigen Untergründe, abgelauscht sind.
[ 102 ] And so it is truly a source of great satisfaction to note that a promising start has already been made on the basis of theosophical research, as Dr. Peipers in Munich is applying a form of color therapy that is firmly grounded in theosophical principles and the science of the spirit ... the secrets of color—its deeper spiritual underpinnings—have been uncovered.
[ 103 ] Hier denkt man nicht an die physischen Wirkungen ... nicht das Licht wirkt in diesen Dingen, die Farbe muss erst Vorstellung werden, muss erst im astralischen Leibe erglänzen und aufleuchten ... als Farbenvorstellung auf dem Umwege über den astralischen Leib wirken sie hinaus in die Peripherie ... Wenn das auch zunächst nur für gewisse Formen von Erkrankungen gebraucht werden kann, so ist doch damit ein Anfang gemacht ...
[ 103 ] Here one does not think of the physical effects ... it is not the light that acts in these things; the color must first become a mental image, must first shine and glow in the astral body ... as a mental image of color, via the astral body, they radiate outward into the periphery ... Even if this can initially be applied only to certain forms of illness, a start has nevertheless been made...
[ 104 ] Und diese theosophische Strömung wird in diesen und mancherlei anderen Dingen, indem sie in die Tiefen der Dinge eindringt, noch mancherlei schaffen, wovon sich die heutige materialistische Gesinnung nichts träumen lässt. Was man auch sagen mag ... die Wahrheit, die Wahrheit des Geistigen, sie wird sich durchringen. So ... einige Gesichtspunkte, die mit diesem Thema im Zusammenhang stehen. Es wird sich Ihnen gezeigt haben, wie auf der einen Seite Geisteswissenschaft niemals einseitig sein kann ...
[ 104 ] And this theosophical movement, by delving into the depths of things, will bring about many other developments in this and various other areas—things that today’s materialistic mindset cannot even begin to imagine. Whatever one may say... the truth—the truth of the spiritual—will prevail. So... here are a few points of view related to this topic. It will have become clear to you how, on the one hand, spiritual science can never be one-sided...
[ 105 ] Nehmen wir einmal an, nun, da habe einer Migräne. Was nimmt der? Etwa Migränin. Das ist nichts! Oder es wird ihm irgendein anderes Mittel verordnet. Aber er hat vielleicht keine Zeit, um alles das zu tun, was man ihm vorschreibt ... Es kann durchaus ein Mensch so stark sein, dass er es gut erträgt, dass man seinen physischen Organismus auf gewissen Gebieten physisch behandelt.
[ 105 ] Let’s suppose, for example, that someone has a migraine. What do they take? Perhaps Migränin. That’s nothing! Or they’re prescribed some other medication. But they might not have time to do everything they’re told to do... A person can certainly be strong enough to tolerate physical treatment of their body in certain areas.
[ 106 ] Aber das Problem ist in Wahrheit nur individualistisch zu lösen. Durch eine tiefere Erkenntnis der Menschennatur wird man darauf kommen, dass in der Geisteswissenschaft selbst eine Grundlage liegt, um gesunde Triebe, gesunde Instinkte hervorzurufen ... das spirituelle Leben dasjenige ist, was ...
[ 106 ] But in truth, the problem can only be solved on an individual basis. Through a deeper understanding of human nature, one will come to realize that spiritual science itself provides a foundation for fostering healthy drives and healthy instincts ... that spiritual life is what ...
[ 107 ] Hinter aller Materie liegt Geist ... und das, was sich als Inhalt ... in der Materie zeigt, das ist nur ein Ausdruck geistiger Vorgänge ... So ist es auch mit dem Essen: Es soll schmecken, denn dass es schmeckt, das ist der Ausdruck, dass es sich einfügt in gesunder harmonischer Weise in den Organismus.
[ 107 ] Behind all matter lies spirit ... and what appears as content ... in matter is merely an expression of spiritual processes ... The same is true of food: It should taste good, for the fact that it tastes good is an expression of how it integrates into the organism in a healthy, harmonious way.
[ 108 ] So wird man durch Geisteswissenschaft dazu kommen, Gefühle und Instinkte in gesunder Weise anregen zu können, und es wird die Folge sein, dass diejenigen, die sich mit den spirituellen Weistümern beschäftigen, gesund werden ...
[ 108 ] In this way, spiritual science will enable us to stimulate feelings and instincts in a healthy manner, and the result will be that those who engage with spiritual wisdom will become healthy ...
[ 109 ] So wie die Tiere draußen auf der Wiese grasen und in ihrem Instinkte das Richtige finden ... so wird dem Menschen auf einer höheren Stufe Spiritualität und Geisteswissenschaft wiederum einpflanzen dasjenige, das ihm zeigt in voller Bewusstheit, was ihm dient, was ihm gesund ist ... sodass ihm Geisteswissenschaft selbst ein großes Heilmittel, ein großes Gesundungsmittel ist ... da sie ihm bringt die richtige Erkenntnis für das, was individuell ihm im einen oder andern Fall notwendig ist.
[ 109 ] Just as the animals graze out in the meadow and, guided by their instincts, find what is right for them ... so, on a higher level, spirituality and spiritual science will in turn instill in human beings that which shows them, in full consciousness, what serves them and what is healthy for them... so that spiritual science itself is a great remedy, a great means of healing... since it brings them the right insight into what is necessary for them individually in one case or another.
[ 110 ] Die Krankheit in ihrer Beziehung auf den Menschen als Ganzes erkennen, das wird es dahin bringen, auch auf diesem Gebiete zu wissen, was hilft ... und so meinte Hyrtl, der ... etwas sehr Schönes, als er aus seiner Erfahrung heraus sagte: ... Krankheiten erkennen kann nur der Arzt ... und er meinte: Das andere ist schwieriger, er meinte: Helfen kann man nicht immer schon, wenn man Krankheiten erkennen kann, heilen kann nur derjenige, der weiß, was hilft ... Wissen, was hilft kann nur derjenige, der imstande ist, tief, ganz tief in die Untergründe der Menschennatur hineinzuschauen.
[ 110 ] Recognizing illness in relation to the human being as a whole will lead us to know, in this field as well, what helps ... and so Hyrtl, who ... said something very beautiful when, drawing on his experience, he remarked: ... Only the doctor can recognize illnesses ... and he meant: The other part is more difficult; he meant: One cannot always help simply by recognizing illnesses; only the one who knows what helps can heal ... Only the one who is capable of looking deeply, very deeply into the depths of human nature can know what helps.
[ 111 ] Fragenbeantwortung [Auszüge]
[ 111 ] Q&A [Excerpts]
Frage: [Nicht überliefert.]
Question: [Not recorded.]
[ 112 ] Antwort: Es ist streng zu unterscheiden zwischen den Unregelmäßigkeiten, die durch äußere Schäden entstanden sind und wogegen er höchstens das Mittel hat zu korrigieren durch die im Menschen liegenden inneren Kräfte und zwischen inneren Krankheiten ... ein äußerer Schaden, ein Beinbruch zum Beispiel ... Dasselbe ist es aber auch, wenn durch ein ungeeignetes Nahrungsmittel im Innern des Magens zum Beispiel irgendein Unheil angerichtet wird. ... ebenso wenig wie beim Beinbruch ist bei solchen äußeren Schädigungen vom astralischen Leib aus zu wirken ... Wichtig dennoch, dass mehr auch über die Gesundung aus dem Innern des Menschen heraus gesprochen wird als über Krankheitsformen ... mehr über die Wege zur Gesundung als über Krankheiten.
[ 112 ] Answer: A strict distinction must be made between irregularities caused by external injuries—which he can at most correct through the inner forces inherent in the human being—and internal illnesses ... an external injury, such as a broken leg ... The same applies, however, when, for example, some harm is caused inside the stomach by unsuitable food. ... just as with a broken leg, one cannot work on such external injuries from the astral body ... Nevertheless, it is important to speak more about healing from within the human being than about forms of illness ... more about the paths to healing than about illnesses.
Frage: [Nicht überliefert.]
Question: [Not recorded.]
[ 113 ] Antwort: [...] Feuerbach sagte: Der Mensch ist, was er isst. Das ist richtig, wenn er durch die Art seiner Nahrung sich verlegt die Mittel, höher hinauf zu kommen ... Er soll so essen, dass er gerade dadurch nicht ist, was er isst.
[ 113 ] Answer: [...] Feuerbach said: “Man is what he eats.” That is true if, through the nature of his food, he deprives himself of the means to rise higher ... He should eat in such a way that, precisely through that, he is not what he eats.
