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The Nature of Man
in the Light of Spiritual Science
GA 68d

6 March 1909, Munich

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The Nature of Man in the Light of Spiritual Science, tr. SOL
  1. Das Wesen des Menschen im Lichte der Geisteswissenschaft

31. Gesundheitsfragen im Lichte der Geisteswissenschaft

31. Health Issues in the Light of the Humanities

[ 1 ] Das Wort Gesundheit bedeutet für jeden Menschen mit Recht etwas, was einen tiefen Schatz umschließt. Nicht nur, dass er die Gesundheit an sich als ein hohes Gut anerkennen muss, was jedoch nur ein Ausfluss egoistischer Empfindung ist, so fühlt doch ein jeder, dass Gesundheit zusammenhängt mit etwas, was aus der Tiefe des inneren Wesens fließt. Gesundheit ist ein Mittel zur äußeren Lebenstüchtigkeit, zur Erfüllung der Pflichten, zur Verrichtung jeder Tätigkeit et cetera. Und von diesem Gesichtspunkte aus muss die Gesundheit als etwas höchst Wertvolles in den Mittelpunkt gerückt werden. Allerdings kommt der Mensch, der da bedenkt, was Gesundheit ist, zu trüben Urteilen, wenn er in der Welt sich umblickt und sieht, wie über Gesundheit und Krankheit Berufene und Unberufene in der verschiedensten Weise urteilen, wie von allerlei Parteischattierungen hereingesprochen wird, wie gestritten wird, was dieser oder jener Heilungsprozess bedeutet. Wenn man das alles betrachtet, so scheint in der Tat in gewisser Beziehung eines der höchsten Güter ausgeliefert zu sein all den Parteischattierungen.

[ 1 ] For every person, the word “health” rightly signifies something that holds a profound treasure. Not only must one recognize health in and of itself as a precious gift—which, however, is merely a manifestation of self-interest—but everyone also feels that health is connected to something that flows from the depths of one’s inner being. Health is a means to external vitality, to the fulfillment of duties, to the performance of every activity, and so on. And from this perspective, health must be placed at the center as something of the highest value. However, the person who reflects on what health is comes to gloomy conclusions when he looks around the world and sees how experts and laypeople alike judge health and illness in the most diverse ways, how all manner of partisan views are voiced, and how there is debate over what this or that healing process means. When one considers all of this, it does indeed seem, in a certain sense, that one of the highest goods is at the mercy of all these partisan factions.

[ 2 ] Bevor ich versuche, Ihnen mitzuteilen, was die Geisteswissenschaft über Gesundheit zu sagen hat, müssen wir uns zuerst klar sein, dass Geisteswissenschaft oder Theosophie durchaus nicht die Aufgabe haben kann, in diese oder jene Parteirichtung einzugreifen; es muss der Standpunkt gewonnen werden, der weder diese [noch] jene Weltanschauung gutheißt oder verurteilt. Dasjenige, was hier gesagt werden wird, wird weder den Angehörigen der einen noch der andern Partei voll befriedigen; denn bei Parteirichtungen ist es so, dass man es eben nicht zu tun hat mit etwas absolut Wahrem oder Falschem, sondern dass man es zu tun hat mit etwas nicht ganz Wahrem oder nicht ganz Falschem. Und der aufblicken will zu dem Unsichtbaren hinter den Dingen, der sieht, dass man es bei all den Parteischattierungen nicht zu tun hat mit einem Entweder-oder, sondern mit einem Sowohl-als-auch.

[ 2 ] Before I attempt to explain what spiritual science has to say about health, we must first be clear that spiritual science, or theosophy, can by no means take sides with one political party or another; we must adopt a standpoint that neither endorses nor condemns this [nor] that worldview. What will be said here will not fully satisfy the members of either party; for with political factions, one is not dealing with something that is absolutely true or false, but rather with something that is not entirely true or not entirely false. And whoever wishes to look up toward the invisible behind things will see that, with all these partisan nuances, we are not dealing with an “either/or,” but with a “both/and.”

[ 3 ] Und insbesondere, was unsere heutige Frage betrifft, so sehen wir, wie mit Fanatismus die eine Partei der Medizin die andere bekämpft. Es gibt eine weitgehende Bewegung, die nicht günstig über das denkt, was für das heutige, allgemeine menschliche Denken das Offizielle ist. Vielfach wird diese offizielle Gesundheitslehre angegriffen. Geisteswissenschaft ist nicht dazu da, um sich auf einen Laienstandpunkt zu stellen und das Offizielle zu bekämpfen. Geisteswissenschaft wird immer geneigt sein, das anzuerkennen, wie die offizielle Gesundheitslehre in einer wirklich großartigen Weise die Mittel herbeizuschaffen in der Lage ist, um zu einem Urteil zu kommen. Nur ist die offizielle Wissenschaft gerade auf diesem Gebiete in einer gewissen Beziehung in ein Dogma eingeschnürt, sodass wohl der größte Teil derer, die zu einem Urteil berufen sind, gar nicht anders können, als das, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat, vielfach für töricht, für phantastisch, wenn nicht für etwas Schlimmeres zu halten. Aber unbeschadet um die Urteile muss doch über die Frage gesprochen werden.

[ 3 ] And particularly with regard to our question today, we see how one faction within medicine is fighting the other with fanaticism. There is a widespread movement that does not view favorably what is considered the official line by today’s general human thinking. This official health doctrine is frequently attacked. Spiritual science is not meant to adopt a layman’s standpoint and oppose the official view. Spiritual science will always be inclined to acknowledge how the official health doctrine is capable, in a truly magnificent way, of providing the means to arrive at a judgment. However, in this very field, official science is, in a certain sense, bound by dogma, so that the vast majority of those called upon to form a judgment have no choice but to regard what spiritual science has to say as foolish, fanciful, or even worse. But regardless of these judgments, the issue must still be discussed.

[ 4 ] Zuerst wollen wir uns vor Augen führen, wie Parteilichkeit das Urteil ausgeliefert hat. Wir können uns nur über das Prinzip, über die Strömung verständigen, nur über das, was die landläufige Anschauung auf diesem Gebiete ist. Sie ist ganz durchtränkt von materialistischem Denken. Viel hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert; wir werden sehen, was von ihr versäumt wird; wir werden sehen, dass hinzuweisen sein wird auf die höheren Glieder der Menschennatur; wir werden sehen, dass gar kein Bewusstsein in unserer Zeit von diesen Gliedern vorhanden ist. Und wir dürfen sagen, dass es erst so geworden ist im Laufe der letzten Jahrzehnte.

[ 4 ] First, let us consider how bias has compromised this judgment. We can only agree on the principle, on the prevailing trend—only on what is the common view in this area. It is thoroughly steeped in materialistic thinking. Much has changed in recent decades; we shall see what is being overlooked; we shall see that it will be necessary to point to the higher aspects of human nature; we shall see that there is no awareness at all of these aspects in our time. And we may say that this has only come to be the case in the course of the last few decades.

[ 5 ] Ich möchte Ihnen nur ein Symptom anführen. Ich möchte Sie da erinnern an eine Persönlichkeit, an den einst wirklich sehr berühmten Anatomen Hyrtl. Nicht nur, dass er ausgezeichnete Bücher über Anatomie schrieb, sondern er war auch einer der besten Lehrer. Er trug vor die so trockene Anatomie; aber er trug sie in einer eigenen, richtigen Weise vor. Er machte eine Voraussetzung an seine Hörer; er sagte immer, er hätte seine Bücher so geschrieben, dass man die Partien liest, bevor man sie in seinem Hörsaal gehört, damit man das am besten übergehen kann, was man schon beherrscht. Dann aber, wenn er den ganzen Aufbau des menschlichen Organismus darlegte, dann war das so, als sähe man etwas von der schaffenden Natur mitwirken, so belebte sich dasjenige, was sich zusammensetzt, und das war, weil dieser Baumeister wirklich vorhanden ist, weil der Ätherleib wirklich vorhanden ist, weil Hyrtl wie aus diesen Kräften heraus redete. Der Geist seiner Darstellung war durchwebt von diesen Kräften. Dieser Anatom hatte sozusagen zwischen den Worten das Unsichtbare der Menschennatur ausgedrückt.

[ 5 ] I would like to cite just one example. I would like to remind you of a figure, the once truly famous anatomist Hyrtl. Not only did he write excellent books on anatomy, but he was also one of the best teachers. He lectured on the otherwise rather dry subject of anatomy; but he did so in his own unique and effective way. He had one requirement for his students: he always said he had written his books so that they would read the relevant sections before attending his lectures, so that they could most effectively skip over what they already knew. But then, when he explained the entire structure of the human organism, it was as if one could see something of creative nature at work; the composite whole came to life, and that was because this Architect truly exists, because the etheric body truly exists, because Hyrtl spoke as if from these very forces. The spirit of his presentation was interwoven with these forces. This anatomist had, so to speak, expressed the invisible aspects of human nature between the lines.

[ 6 ] Ein Ausspruch Hyrtls kann seinen Hörern der Siebzigerjahre im Gedächtnis sein. Er sagte: Eine Krankheit erkennen kann nur der Arzt, eine Krankheit heilen kann nur derjenige, der weiß, was hilft. — Der Geist, der über dem Ganzen schwebte, ist in einer solchen Weise gewichen, dass die heutige Betrachtungsweise nur darauf aus ist, den menschlichen Leib so aufzufassen, wie er sich darstellt als eine Summe von Vorgängen, die man prüfen kann, vielleicht mehr sich zu prüfen denkt als chemische oder physikalische Prozesse. Die Betrachtungsweise, welche die Gesundheit unter einen solchen Gesichtspunkt stellt, hat außerordentliche Erfolge gezeitigt, weil der physische Leib das ist, was wirklich da ist, und weil sie die herrlichsten Mittel aufgebracht hat.

[ 6 ] A remark by Hyrtl may still be fresh in the minds of his listeners from the 1970s. He said: “Only a doctor can diagnose an illness; only the one who knows what helps can cure an illness.” — The spirit that once hovered over the whole has receded in such a way that today’s approach is focused solely on understanding the human body as it presents itself—as a sum of processes that can be examined, perhaps even more so than chemical or physical processes. The approach that views health from this perspective has yielded extraordinary results, because the physical body is what is truly there, and because it has brought forth the most wonderful remedies.

[ 7 ] Wenn wir einen Grundsatz aufstellen wollen, so ist es der, dass es für Krankheiten gewisse Gegenmittel gibt, welche die Krankheitsursachen verschwinden machen. Man spricht also von Krankheiten und spezifischen Heilmitteln; man spricht davon, dass der menschliche Organismus durch diverse Veranstaltungen, durch Wasser- und Luftbehandlung et cetera geschützt werden muss. Man weist von diesem Gesichtspunkte hin auf die Fortschritte, die in der letzten Zeit gemacht wurden. Und man würde fehlgehen, wenn man vom Standpunkte einer Richtung geradezu das leugnen würde; man braucht nur zum Beispiel auf die Sterblichkeitsziffern der Städte hinzuweisen und man wird sehen, was die offizielle Wissenschaft geleistet hat, man braucht nur hinzuweisen, was in der letzten Zeit zu dem Schatz der Heilmittel hinzugekommen ist. Also nicht um die Fruchtbarkeit der offiziellen Medizin abzuleugnen, sollen diese Betrachtungen da sein.

[ 7 ] If we are to establish a principle, it is this: that for every disease there are certain remedies that eliminate its causes. Thus, we speak of diseases and specific cures; we speak of the need to protect the human organism through various measures, such as water and air treatments, and so on. From this perspective, one points to the progress that has been made in recent times. And one would be mistaken to deny this outright from the standpoint of a particular school of thought; one need only point, for example, to the mortality rates in cities to see what official science has accomplished; one need only point out what has recently been added to the treasure trove of remedies. These observations are not intended, therefore, to deny the effectiveness of conventional medicine.

[ 8 ] Aber diesem Fortschritte steht eine Schattenseite gegenüber. Denken Sie, was der Menschheit bevorstehen würde, wenn sie nach dem Willen derjenigen leben müsste, die die Bazillenfurcht ausnützen würden, um soziale Einrichtungen zu machen! Nehmen wir zum Beispiel die Genickstarre. Sie wird angeregt durch einen Krankheitskeim, der nicht zu seinem Träger den Kranken selber braucht, nur den, der mit dem Kranken in Berührung kommt. Denken wir uns nun einmal, dass jeder kontrolliert wird, der mit einem an der Genickstarre Erkrankten in Berührung gekommen ist. Denken Sie das aus, zu was für einer Tyrannei das kommen würde! Gewiss, alle diese Dinge sind richtig, aber es ist unmöglich, darauf irgendetwas im sozialen Leben zu gründen.

[ 8 ] But there is a downside to this progress. Just imagine what would be in store for humanity if it had to live according to the will of those who would exploit the fear of germs to establish social institutions! Take, for example, stiff neck. It is caused by a pathogen that does not need the sick person himself as its carrier, but only those who come into contact with the sick person. Now let’s imagine that everyone who has come into contact with a person suffering from stiff neck is subjected to screening. Think about what kind of tyranny that would lead to! Certainly, all these things are true, but it is impossible to base anything in social life on them.

[ 9 ] Nun gehört die Geisteswissenschaft nicht zu den Strömungen der Gegenwart, die in Abrede stellen wollen, dass es spezifische Mittel gibt gegen gewisse Krankheiten, die «Gifte» sind. Das Wort «Gift» übt eine Art Suggestion aus, und viele fühlen in sich, wenn gesagt wird, gewisse Arzneien sind Gift, als ob damit etwas ungeheuer Schlagendes gegen die Medizin gesagt ist. Aber man muss sich klarmachen, dass man sich nicht durch ein Wort eine Suggestion einimpfen lassen soll.

[ 9 ] Now, spiritual science is not among the contemporary movements that seek to deny that there are specific remedies for certain illnesses that are “poisons.” The word “poison” exerts a kind of suggestion, and when it is said that certain medicines are poison, many feel as if a tremendously damning statement against medicine has been made. But one must realize that one should not allow oneself to be influenced by a single word.

[ 10 ] Was ist eigentlich ein Gift? Das werden diejenigen nicht so leicht beantworten können, die unter dieser Wortsuggestion stehen. Wir werden uns eine schwache Vorstellung machen können, wenn wir uns vor Augen halten, dass Belladonna zum Beispiel ein Gift ist für den Menschen, die Kaninchen aber können sie ohne Weiteres fressen; ebenso schadet der Schierling den Ziegen nichts. Damit haben Sie die ganze Relativität des Begriffes «Gift» gegeben. Und in dieser Beziehung wird sich die Geisteswissenschaft niemals stellen gegen die offizielle Erfahrung.

[ 10 ] What exactly is a poison? Those who are influenced by this word’s connotations won’t be able to answer that so easily. We can form a rough idea if we keep in mind that belladonna, for example, is a poison to humans, but rabbits can eat it without any problem; similarly, hemlock does no harm to goats. This illustrates the relative nature of the term “poison.” And in this regard, spiritual science will never contradict official experience.

[ 11 ] Stellen wir nun dieser Richtung eine andere gegenüber, nehmen wir die Naturheilkunde oder die Homöopathie. Sie unterscheiden sich in vieler Beziehung durch die Denkweise über die Krankheit. Die eine sagt: Wenn ein Krankheitsprozess vorliegt, so haben wir ihn anzusehen als etwas, was nicht da sein sollte, und gegen das wir zu kämpfen haben. — Die andere sagt sich: Es handelt sich nicht darum, dass man unmittelbar kämpft; das, was uns als Krankheit entgegentritt, ist ein Versuch des Menschen, gegen die in seinem Innern liegende Ursache zu kämpfen. Man hat einen Krankheitsprozess zu unterstützen, damit die Natur, das Symptom sich auswirkt. — Schön, man kann das in vieler Beziehung sagen. Aber dasjenige Mittel, das an einem gesunden Menschen eine Krankheit hervorruft, kann gesundend auf einen Kranken wirken.

[ 11 ] Let us now contrast this approach with another—namely, naturopathy or homeopathy. They differ in many respects in their way of thinking about illness. One says: When a disease process is present, we must regard it as something that should not be there, and against which we must fight. — The other says: It is not a matter of fighting it directly; what we encounter as illness is the human being’s attempt to fight against the cause lying within. One must support the disease process so that nature—the symptom—can run its course. — Well, one can say that in many respects. But the very remedy that causes a disease in a healthy person can have a healing effect on a sick person.

[ 12 ] Nun müssen wir jedoch sagen, dass, wenn diese Anschauungsweise theoretisch betätigt, wenn sie vertreten wird, so sagen diejenigen etwas ganz Bestimmtes, was nahe an das streift, was die Geisteswissenschaft vertreten muss, nämlich dass jenseits des physischen Körpers etwas viel Realeres liegt, der eigentliche Aufbauer, der Ätherleib. Aber in vieler Beziehung ist es eigentlich unmöglich für diejenigen, die etwas gelten wollen in der landläufigen Weltanschauung, zu gestehen, dass es ein unsichtbares Glied des Menschen gibt. Geisteswissenschaft, die nichts gelten will, muss eben heute hinweisen, dass hinter allen physischen Prozessen etwas steht als Kräftesystem, der Ätherleib, alles mit Kräften durchziehend, was physisch sichtbar ist. Es kann sehr wohl sein, dass Krankheitsursachen in dem Ätherleibe liegen.

[ 12 ] Now, however, we must say that when this view is applied theoretically, when it is advocated, those who hold it are saying something quite specific that comes close to what spiritual science must advocate, namely, that beyond the physical body lies something much more real—the actual builder, the etheric body. But in many respects, it is actually impossible for those who wish to be taken seriously within the conventional worldview to admit that there is an invisible component of the human being. Spiritual science, which does not seek to be accepted, must point out today that behind all physical processes there is a system of forces—the etheric body—permeating everything that is physically visible with its forces. It may very well be that the causes of disease lie in the etheric body.

[ 13 ] Man hört so häufig den Menschen mit einer Maschine oder einem Mechanismus vergleichen. Gewiss, man kann ihn in bestimmter Beziehung so auffassen; aber was ist eine Maschine ohne denjenigen, der sie aufbaut, oder den, der sie führt? Nicht ein den Augen sichtbarer Aufbauer oder Führer ist im menschlichen Leibe da, aber es sind einmal unsichtbare Führer vorhanden. Im Tode, wenn sich der Ätherleib trennt, so folgt der physische Leib den physikalischen und chemischen Prozessen.

[ 13 ] One so often hears people being compared to a machine or a mechanism. Certainly, one can view a person in this way in a certain sense; but what is a machine without the one who builds it or the one who operates it? There is no builder or operator visible to the eye within the human body, but there are, after all, invisible guides present. At death, when the etheric body separates, the physical body follows the physical and chemical processes.

[ 14 ] Ebenso, wie es im physischen Leibe Schädigungen gibt, so gibt es solche auch im Ätherleib, auch im Astralleibe und im Ich. Man muss eben nicht nur theoretisch, sozusagen, den Geist zugeben — es mag dem Seelenegoismus genügen —, aber wenn man in seinem wahren Verhalten den Geist nicht anzuwenden vermag, so ist der Geist eine leere Theorie. Es kommt darauf an, dass man dasjenige, was sich in der Geisteswelt ereignet, in den Dienst des Lebens zu stellen vermag. Wir werden gleich zeigen, inwiefern das in Betracht kommt, wenn von Gesundheit gesprochen wird. Wenn in diesem Zusammenhang gesprochen wird, darf man sich nicht äußerliche Schädigungen wie ein gebrochenes Bein denken, das sind Dinge, die in das Gebiet der äußeren Heilmethoden gehören. Aber es gibt Schädigungen, bei denen man sich sagen muss: Es sind die Ursachen im Geistigen zu suchen; da müssen wir auch die Heilmethoden im Geistigen suchen. Für solche Dinge ist es nicht genug, dass man sich sagen kann, dass da die unsichtbaren Glieder wirken, dass sie die Schädigung hervorbringen.

[ 14 ] Just as there are injuries in the physical body, so too are there injuries in the etheric body, in the astral body, and in the “I.” It is not enough to acknowledge the spirit merely in theory, so to speak—that may suffice for soul egoism—but if one is unable to apply the spirit in one’s actual conduct, then the spirit is an empty theory. What matters is that one be able to put what occurs in the spiritual world at the service of life. We will show shortly to what extent this applies when speaking of health. When discussing this topic, one must not think of external injuries such as a broken leg; these are matters that belong to the realm of external healing methods. But there are ailments where one must say: The causes are to be found in the spiritual realm; there, too, we must seek healing methods in the spiritual realm. For such things, it is not enough to simply say that invisible forces are at work, causing the ailment.

[ 15 ] Ich darf anknüpfen an den letzten hier gehaltenen Vortrag über «Ernährungsfragen», in dem wir gesehen haben, wie das, was der Mensch als Nahrung aufnimmt, für die Stärke oder Schwäche des menschlichen Organismus bedeutsam ist. Heute wollen wir uns klarmachen, dass er durch Aufnahme von Nahrungsmitteln in eine Beziehung zu den Prozessen der Umwelt tritt. Er hört dadurch auf, bloß Prozesse in sich abspielen zu lassen. Je nachdem, ob wir das oder jenes Nahrungsmittel aufnehmen, so sind wir abhängig von den Prozessen, die sie in uns hervorrufen. Man muss in der Lage sein, das, was man von außen aufnimmt, auch im Innern zu verarbeiten. Diese andere Seite ist nicht minder wichtig; so hängt der Mensch zusammen mit seinem Organismus mit der geistigen Welt, je nachdem, wie er isst. Ist er auf der einen Seite hingegeben der ganzen Außenwelt, so zieht er sich auf der andern Seite in sich zurück, um sich dem Geiste hinzugeben. Da geht der Organismus einen Austausch ein. Da nimmt er diese Geistesprodukte ebenso auf wie in der physischen Welt die physischen Produkte. Wenn der Mensch sich in der richtigen Art der geistigen Welt hingibt, werden seine geistigen Organe die richtigen Werkzeuge, um den Geist zu verdauen. Wenn er es unrichtig macht, so werden sie ungeeignet, das stofflich Aufgenommene zu verarbeiten; er muss krank werden.

[ 15 ] I would like to follow up on the last lecture given here on “Nutritional Issues,” in which we saw how what a person consumes as food is significant for the strength or weakness of the human organism. Today we want to make it clear that by consuming food, a person enters into a relationship with the processes of the environment. As a result, the person ceases to merely allow processes to take place within themselves. Depending on whether we consume this or that food, we are dependent on the processes they trigger within us. One must be able to process internally what one takes in from the outside. This other aspect is no less important; thus, the human being, together with his organism, is connected to the spiritual world depending on how he eats. If, on the one hand, he is devoted to the entire external world, on the other hand he withdraws into himself to devote himself to the spirit. There, the organism enters into an exchange. There, it absorbs these spiritual products just as it absorbs physical products in the physical world. If a person devotes themselves to the spiritual world in the proper way, their spiritual organs become the right tools for digesting the spirit. If they do so incorrectly, these organs become unsuited to processing what has been taken in; they are bound to fall ill.

[ 16 ] Es gibt einmal eine ganz bestimmte Beziehung zwischen dem, was der Mensch macht, und dem, was mit dem Geist geschieht. Sie können es sich veranschaulichen, wenn Sie denken, dass dieser Astralleib ein guter und rechter Gradmesser ist für dasjenige, was der Mensch im Verhältnis zur Außenwelt erfährt. Es gibt Eltern, die das oder jenes für gut halten und nun von ihrem Kinde verlangen, dass es derselben Ansicht sei. Es ist dies die falscheste Erziehungsmethode, die es gibt. Wenn das Kind noch jung ist, so hat es in dem, was ihm Antipathie und Sympathie erregt, in dem, was ihm Lust und Schmerz bereitet, einen Gradmesser, seinen Organismus aufzubauen. Daher sollten wir sorgfältig Sympathie und Antipathie des kindlichen Alters prüfen.

[ 16 ] There is a very specific relationship between what a person does and what happens to the spirit. You can illustrate this by thinking of the astral body as a good and accurate barometer of what a person experiences in relation to the outside world. There are parents who consider this or that to be good and now demand that their child share the same view. This is the most misguided method of upbringing there is. When a child is still young, what arouses antipathy and sympathy in them—what brings them pleasure and pain—serves as a barometer for the development of their organism. Therefore, we should carefully examine the sympathies and antipathies of childhood.

[ 17 ] Das soll nicht heißen, dass dem Kinde die Ungezogenheit nicht gestört werden soll; man soll nur einen richtigen Weg wählen. Zuerst handelt es sich darum, Lust zu schaffen, das heißt, man soll zuerst auf den Astralleib wirken. Auf dem Umwege von Lust und Unlust kommen wir zu dem, was nun von uns in der geeigneten Weise aufgenommen werden kann. Sehen Sie, wer heute unser soziales Leben betrachtet, der weiß, dass unzählige krankhafte Zustände damit zusammenhängen. Wir haben, wenn wir den menschlichen Organismus vor uns haben, den physischen Leib, den Ätherleib, den Astralleib und das Ich. Nehmen wir an, der Mensch hat eine Arbeit zu verrichten, die ihm gewohnheitsmäßig wird. Was geschieht da? Beteiligt sind an einer solchen Arbeit der physische Leib und der Ätherleib. Wenn dem Menschen etwas Gewohnheit wird, wenn er es macht sozusagen, weil er es machen muss, dann ist der Astralleib an der Sache nicht beteiligt. Schen Sie die zahllosen Menschen da oder dort sitzen und arbeiten, die kaum den Astralleib, höchstens durch Ärger und Unlust, beteiligt haben. Unter dem Einfluss solcher Verrichtungen geht ein Prozess vor sich, den wir nennen können einen Erstarrungsprozess des Astralleibes. Der Astralleib ist dann in einem gesunden Zustand, wenn er lebendig eingreifen kann in den physischen und Ätherleib. Wenn Sie den Astralleib starr und verhärtet gemacht haben, so ist das, als wenn Sie eine Maschine vor sich haben, die Sie nicht lenken können. Wenn der Ätherleib und der physische Leib ausschalten den Astralleib, ist er bei Verrichtungen nicht dabei, dadurch, dass er einen Widerstand findet, ist die Folge, dass ein solcher Mensch den Widerstand nicht nur als Krankheit empfindet, sondern als diese oder jene Krankheit hat.

[ 17 ] This is not to say that the child’s misbehavior should not be corrected; one must simply choose the right approach. First and foremost, it is a matter of creating desire—that is, one must first influence the astral body. Through the detour of pleasure and displeasure, we arrive at what can now be appropriately absorbed by us. You see, anyone who observes our social life today knows that countless pathological conditions are connected to it. When we consider the human organism, we have the physical body, the etheric body, the astral body, and the ego. Let’s assume a person has a task to perform that becomes habitual for them. What happens then? The physical body and the etheric body are involved in such work. When something becomes a habit for a person—when they do it, so to speak, because they have to—then the astral body is not involved in the matter. Consider the countless people sitting here and there, working, who have barely engaged their astral bodies—at most through annoyance or reluctance. Under the influence of such activities, a process takes place that we can call a process of ossification of the astral body. The astral body is in a healthy state when it can intervene actively in the physical and etheric bodies. If you have made the astral body rigid and hardened, it is as if you were facing a machine that you cannot control. When the etheric body and the physical body shut out the astral body—preventing it from participating in activities—the astral body encounters resistance. The result is that such a person not only experiences this resistance as an illness but actually suffers from this or that specific illness.

[ 18 ] So ist einfach die Nichtberücksichtigung, das Nichtbeteiligen des Astralleibes bei unzähligen Krankheitsprozessen der Gegenwart die Ursache. Diesen wird nicht in der richtigen Weise entgegengearbeitet. Gewiss wird auf allerlei recht Nützliches Wert gelegt, wie das Turnen zum Beispiel. So aber, wie es in unserer Zeit betrieben wird, so fördert es nicht die intensive Gesundheitspflege. Man hat zu sehr im Auge den physischen Leib, man hat im Auge, so und so muss sich ein Glied bewegen, in der Weise muss der Mensch diese Turnübung verrichten, weil dies den physischen Leib fördert. Man wird begreifen, dass, wenn man ins Auge fasst, dass es dahin kommen muss, dass mit jeder Übung ein ganz spezifisches Gefühl der Lust verknüpft ist, man im Astralleibe sozusagen turnt. Dann wird der Einklang hergestellt mit dem Astralleib. Ich kannte einen Turnlehrer, der war ein Beispiel dafür, wie nicht geturnt werden sollte. Er war ein Mensch, der stolz war, dass er Anatomie verstand. Der Mann selber konnte nicht turnen, er konnte nur angeben, wie die Dinge gemacht werden sollten. Seine Angaben gingen darauf hin, dass er die Menschen nur von außen betrachtete, nur als eine Zusammensetzung von Knochen und Muskeln.

[ 18 ] The root cause lies simply in the failure to take the astral body into account or involve it in countless contemporary disease processes. These are not being addressed in the proper way. Certainly, importance is placed on all sorts of quite useful activities, such as gymnastics, for example. But the way it is practiced in our time does not promote intensive health care. Too much attention is paid to the physical body; the focus is on how a particular limb must move, or how a person must perform a certain exercise, because this benefits the physical body. One will come to understand that if one bears in mind that every exercise must be linked to a very specific feeling of pleasure, one is, so to speak, doing gymnastics in the astral body. Then harmony is established with the astral body. I knew a gymnastics instructor who was a prime example of how not to teach gymnastics. He was a man who took pride in his understanding of anatomy. The man himself could not do gymnastics; he could only explain how things should be done. His explanations revealed that he viewed people only from the outside, merely as a composition of bones and muscles.

[ 19 ] Es soll sozusagen das Turnen vergeistigt werden. Es wird einmal dazu kommen, dass eine jede Turnübung einen ganz bestimmten Namen hat, dass man meint, etwas ganz Bestimmtes nachzubilden. Man macht eine Übung, zum Beispiel ein Schiffchen, und man fühlt, dass man etwas nachahmt. Das ist ein durchgeistigtes Turnen. Das hat noch die Nebenwirkung, wenn es in der Jugend so betrieben wird, dass der Mensch niemals im Alter zu einem schwachen Gedächtnis kommt. So würde man, wenn man die Geisteswissenschaft so ansieht, äußerst fruchtbar wirken können.

[ 19 ] Gymnastics is to be spiritualized, so to speak. The time will come when every gymnastic exercise will have a very specific name, so that one feels one is imitating something very specific. You perform an exercise—for example, a “little boat”—and you feel that you are imitating something. That is spiritualized gymnastics. This also has the side effect, when practiced in youth, that a person will never suffer from a weak memory in old age. Thus, if one views spiritual science in this way, one could work extremely fruitfully.

[ 20 ] Alles das, was wir jetzt angeführt haben, das zeigt, wie die Geisteswissenschaft in die Gesundheitspraxis eingreifen kann. Wenn Sie ins Auge fassen, dass die Menschen heute geradezu zwei Leben führen, dass sie in der Außenwelt leben und dann in der Innenwelt, in Lust und Unlustgefühlen, so werden Sie die ganze Disharmonie des inneren und äußeren Menschen sehen. Zur Harmonie kann es nur kommen, wenn man weiß, wie Astral- und Ätherleib gesund wirken. Wenn die Triebe und Begierden in einer gewissen Weise, sagen wir, nach allgemeinen Gesetzen der Welt gelenkt werden, dann wird der Astralleib die starke Kraft in sich finden, den Ätherleib und den physischen Leib zu beherrschen. Wenn der Mensch in sich trübselig ist, wenn fortwährend Schmerz die Seele berührt, dann wird der Astralleib schwach sein. Ein mannigfaltiges Vorstellungs- und Gefühlsleben übt unter allen Umständen eine gesunde Wirkung auf den Astralleib aus.

[ 20 ] Everything we have just mentioned shows how spiritual science can influence healthcare practice. If you consider that people today lead, as it were, two lives—that they live in the outer world and then in the inner world, amid feelings of pleasure and displeasure—you will see the full extent of the disharmony between the inner and outer human beings. Harmony can only be achieved when one knows how the astral and etheric bodies function healthily. If the instincts and desires are guided in a certain way—let us say, according to the general laws of the world—then the astral body will find within itself the strong power to control the etheric body and the physical body. If a person is gloomy within, if pain constantly touches the soul, then the astral body will be weak. A rich life of imagination and emotion exerts a healthy influence on the astral body under all circumstances.

[ 21 ] Es ist merkwürdig, wie die menschliche Kultur immer hingearbeitet hat, alle Mittel zu dem Ziele zu gestalten, dass sie gesundend wirken auf die menschliche Natur. Aristoteles hat schon gesagt, das Drama soll eine Reihe von Handlungen darstellen, durch die Furcht und Mitgefühl erregt werden. Also in uns sollen Seelenvorgänge hervorgerufen werden, aber sie sollen so sein, dass sie eine Katharsis, eine Reinigung der Leidenschaften eintreten lassen. So zeigt er, dass er in einem Gefühlsprozess, der in einem Menschen angeregt wird, einen Heilungsprozess sieht. Ja, der Astralleib wird dadurch stärker. Daraus sehen wir, dass es nicht gleichgültig ist, wie der ganze Prozess sich im Astralleib abspielt. Je nachdem wir erregende oder beruhigende Gefühle, Sturm oder Ruhe miteinander abwechseln lassen, werden wir auf den Ätherleib und den physischen Leib zurückwirken, wenn es in der richtigen Weise gemacht wird. Eine der schönsten Erregungen des menschlichen Astralleibes sind für eine bestimmte Menschenklasse die ganz gewöhnlichen Zirkusspiele mit dem Clown. Etwas außerordentlich Gesundes ist die Wollust, mit der die Leute die Dummheiten des Clowns sehen. Jenes «Sich-überlegen-Fühlen», das Sehen des ins Absurde geführten, das macht gesund. Gerade solche Dinge, die geeignet machen, der Zerstörung entgegenzuwirken, sind unbewusst im menschlichen Naturprozesse gebraucht worden. Man darf sagen, dass Veranstaltungen in der Weise, wo ganz augenscheinlich Unsinn vorgeführt wird, ebenso wirksam sind, als wenn man sagt, du sollst das oder jenes Wasser trinken, diese oder jene Luft atmen.

[ 21 ] It is remarkable how human culture has always strived to shape all means toward the goal of having a healing effect on human nature. Aristotle already stated that drama should depict a series of actions that evoke fear and pity. Thus, emotional processes are to be evoked within us, but they should be such that they bring about a catharsis, a purification of the passions. In this way, he shows that he sees a healing process in the emotional process that is stimulated within a person. Yes, the astral body is strengthened by this. From this we see that it is not irrelevant how the entire process unfolds in the astral body. Depending on whether we alternate between stimulating and calming emotions—between storm and calm—we will have a reciprocal effect on the etheric body and the physical body, provided it is done in the right way. For a certain class of people, one of the most delightful stimulations of the human astral body is the very ordinary circus acts featuring the clown. There is something extraordinarily healthy about the delight with which people watch the clown’s antics. That “feeling of superiority”—the experience of seeing something taken to the point of absurdity—is what makes it healthy. It is precisely such things—which are suited to counteracting destruction—that have been unconsciously utilized in human natural processes. One might say that events in which obvious nonsense is performed are just as effective as telling someone to drink this or that water, or to breathe this or that air.

[ 22 ] Ferner ist dasjenige, was das Ich ist, in ganz außerordentlichem Maße daran beteiligt, wie der Mensch die Außenwelt verträgt. Sehen wir die Funktionen nicht ordentlich stattfinden, weil sie das oder jenes nicht vertragen können, sind die Interessen des Menschen falsch gelenkt, dann kann man als Wirkung Störung in der Verdauung et cetera finden. Wenn man diesen Zusammenhang mit den Interessen und der Aufmerksamkeitsrichtung einsieht, könnte auch da eingeführt werden, was schon da ist.

[ 22 ] Furthermore, what constitutes the “I” plays an extraordinarily significant role in how a person copes with the external world. If we see that these functions are not operating properly—because they cannot tolerate this or that—and a person’s interests are misdirected, then we may find disturbances in digestion, etc., as a result. If one understands this connection with interests and the direction of attention, what is already there could also be brought into play.

[ 23 ] Der Mensch drückt seine Gefühle durch zwei Verrichtungen aus, die Sie nicht beim Tiere finden, nämlich das Lachen und Weinen. Wohl hat der Affe ein gewisses Grinsen, aber es ist nicht das Lachen des Menschen, weil das Tier eben kein Ich hat. Sie wissen auch, ebenso langsam, wie das Kind zum Selbst kommt, kommt bei ihm das Lachen und Weinen, erst etwa vom 40. Tage an. Woher kommt das? Das kommt, weil, wenn der Mensch lacht, eine solche Beziehung besteht, dass sich der Astralleib erweitert. Da sehen wir, wie das Ich sich in eine überlegene Beziehung zu dem stellt, was in der Umgebung geschieht. Geradeso, wie man atmet, muss man dieses Überlegenheitsgefühl haben. Bei dem Weinen presst sich das ganze Ich zusammen. Daher ist das Weinen eine gewisse Wollust; es ist im Grunde genommen ein Gegenmittel gegen das, was man erlebt hatte. So sehen wir, wie das Ich den Organismus verändert, ihn angreift. In dem Austreten des Tränenwassers, einer Ausscheidung des Blutes, haben wir eine ganz materielle Wirkung auf einen Seelenvorgang. So wirkt das Geistige fortwährend in allen möglichen Einzelheiten.

[ 23 ] Humans express their feelings through two actions that you do not find in animals, namely laughter and crying. True, the monkey has a certain kind of grin, but it is not human laughter, because the animal simply does not have a sense of self. You also know that just as slowly as a child develops a sense of self, so too do laughter and crying emerge—only starting around the 40th day. Where does this come from? It comes from the fact that when a human laughs, a relationship is established in which the astral body expands. There we see how the “I” places itself in a superior relationship to what is happening in the environment. Just as one breathes, one must have this sense of superiority. When crying, the entire “I” contracts. Therefore, crying is a kind of pleasure; it is, in essence, an antidote to what one has experienced. Thus we see how the “I” transforms the organism, affecting it. In the flow of tears—an excretion of blood—we see a very material effect on a psychological process. Thus, the spiritual realm is constantly at work in all manner of details.

[ 24 ] Ich will in einem Beispiel zeigen, wie ungeheuer lichtbringend die Geisteswissenschaft wirken wird. Es gibt einen gewissen Rhythmus, einen vieles umfassenden Rhythmus. Nehmen Sie das menschliche Ich; es macht einen ganz bestimmten Rhythmus innerhalb von 24 Stunden mit. Wenn Sie aufwachen, erleben Sie genau nach 24 Stunden dasselbe. So verharrt das Ich in einer rhythmischen Tätigkeit. Ebenso, wie das Ich in 24 Stunden einen Rhythmus macht, so auch der Astralleib in 7 Tagen. Geradeso, wie das Ich nach 24 Stunden, kommt der Astralleib nach 7 Tagen an einen Ausgangspunkt. Und schließlich der Ätherleib macht in 28 Tagen einen solchen Rhythmus durch. So sehen Sie wieder, dass der Mensch ein ganz kompliziertes Wesen ist. Diese Rhythmen können wir mit den Zeigern einer Uhr vergleichen; den Rhythmus des Ich mit der Drehung des Sekundenzeigers, des sich in langsamerer Drehung befindlichen Minutenzeigers mit dem Rhythmus des Astralleibes; mit der noch langsameren Drehung des Stundenzeigers den Rhythmus des Ätherleibes. Wie der Minutenzeiger zu einer gewissen Zeit über dem Stundenzeiger steht, so ist es mit den Bewegungen, den rhythmischen Bewegungen des menschlichen Äther- und Astralleibes. Der Ätherleib hat nur ein Viertel der ganzen Umdrehung des Astralleibes mitgemacht.

[ 24 ] I want to use an example to show just how immensely enlightening spiritual science will be. There is a certain rhythm, a rhythm that encompasses many things. Take the human “I”; it follows a very specific rhythm over the course of 24 hours. When you wake up, you experience the same thing exactly 24 hours later. Thus, the “I” remains in a state of rhythmic activity. Just as the “I” follows a rhythm over 24 hours, so does the astral body over 7 days. Just as the “I” returns to its starting point after 24 hours, the astral body does so after 7 days. And finally, the etheric body completes such a rhythm in 28 days. So you see once again that the human being is a very complex being. We can compare these rhythms to the hands of a clock: the rhythm of the “I” to the rotation of the second hand; the rhythm of the astral body to the rotation of the minute hand, which moves more slowly; and the rhythm of the etheric body to the even slower rotation of the hour hand. Just as the minute hand stands above the hour hand at a certain time, so it is with the movements—the rhythmic movements—of the human etheric and astral bodies. The etheric body has completed only a quarter of the astral body’s entire rotation.

[ 25 ] Die Stellung des Ätherleibes zu dem Astralleib ist je nachdem also verschieden, daher hängt viel davon ab, in welchem Zustande der Mensch ist, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Wenn so zum Beispiel in einer ganz bestimmten Stellung des Äther- und Astralleibes Fieber eintritt, so kann, wenn nach sieben Tagen der Äther- und Astralleib zusammenfallen, durch den Ätherleib das Fieber wieder bekämpft werden. Daraus ersehen Sie, dass es mit diesem Verhalten des Äther- und Astralleibes zusammenhängt, dass bei der Lungenentzündung nach sieben Tagen das Fieber abfällt.

[ 25 ] The position of the etheric body relative to the astral body varies accordingly; therefore, much depends on the state a person is in when a particular event occurs. For example, if a fever sets in when the etheric and astral bodies are in a very specific alignment, and if the etheric and astral bodies converge after seven days, the etheric body can then combat the fever once again. From this you can see that it is related to this behavior of the etheric and astral bodies that, in the case of pneumonia, the fever subsides after seven days.

[ 26 ] Diese Erscheinung, die uns da entgegentritt, ist eine ganz bestimmte Wirkung der ganzen Menschennatur und ihrer Rhythmen. Und solche Verhalten existieren für jedes einzelne System, ob es nun das Lungensystem, Herzsystem oder ein anderes ist. Wenn man dies für eine Wahrheit ansehen wird, so wird dadurch ein ungeheurer Einfluss ausgeübt werden und jenes Tappen im Finstern wird aufhören. Freilich ist dazu notwendig, dass man sich lebendig bewusst sein muss, dass man auch auf den Geist wirken kann. Wenn man von dem Einfluss dieses oder jenes Lichtes spricht, hat man nur im Auge die physischen Prozesse und nicht die geistigen Wirkungen.

[ 26 ] This phenomenon we are encountering here is a very specific effect of human nature as a whole and its rhythms. And such behaviors exist for every individual system, whether it be the respiratory system, the cardiovascular system, or any other. If this is recognized as a truth, it will exert an immense influence, and that groping in the dark will cease. Of course, this requires a vivid awareness that one can also influence the spirit. When people speak of the influence of this or that light, they have only the physical processes in mind and not the spiritual effects.

[ 27 ] Ein Anfang ist gerade hier in München von unserem lieben Mitglied, Dr. Peipers, gemacht worden. Es ist das wichtig, weil man es zu tun hat damit, dass da die höheren Körper im Menschen berücksichtigt werden, dass das Blau oder Rot auf sie so oder so wirkt. Man muss sich klarmachen, dass die Sache hier so liegt, dass diese Therapie nicht mit irgendeiner Farbentheorie verglichen werden darf, sondern es werden durch die Wahrnehmung der Farben heilende Prozesse ausgelöst und dadurch heilend gewirkt. Und es wird hier damit gerechnet, dass es eine geistige Welt gibt, und man stellt sie in das menschliche Leben.

[ 27 ] A start has just been made here in Munich by our dear member, Dr. Peipers. This is important because it involves taking into account the higher bodies within the human being—that blue or red affects them in one way or another. One must realize that the situation here is such that this therapy must not be compared to just any color theory; rather, healing processes are triggered through the perception of colors, thereby producing a healing effect. And this approach assumes the existence of a spiritual world and integrates it into human life.

[ 28 ] Geradeso wie die Farben werden die Töne und ganz bestimmte Gedankenkomplexe für die Gesundung des Menschen verwendet werden, denn sie rufen ganz bestimmte Vorgänge im Menschen hervor. So zum Beispiel hat es einen ganz bestimmten Einfluss im Menschen, ob er sich Vorstellungen hingibt, die sich an die Wirklichkeit anknüpfen. Man wird heute angewiesen, möglichst die Vorstellungen zu verwenden, die nur ein fotografisches Bild der Wirklichkeit sind. Diese sind die ungesündesten. Diejenigen Vorstellungen, die auf dem Gebiete der Naturwissenschaft sind, ertöten den menschlichen Geist deshalb umso mehr, je zentraler sie sind, und die Folge ist, dass der Mensch den physischen Körper nicht durchkraften kann, und die weitere Folge ist, dass diese oder jene Krankheit eintreten muss. Belebend wirken dagegen die Vorstellungen, die durch den Geist selber produziert werden. Wenn das phantasievolle Vorstellen in einer gesetzmäßigen Weise geschieht, ist cs gesundend. Gesundend ist die richtige Lenkung der Aufmerksamkeit. Das ist von einer ungeheuren Wichtigkeit, denn kein Mensch kann zum Beispiel an einer Störung der Verdauung leiden, der von einem solchen Interesse erfüllt ist. Und ein solches Interesse kann nur dadurch hervorgerufen werden, dass die ganze Welt vor uns tritt, geführt und gelenkt durch das Geistige.

[ 28 ] Just as colors are used for human healing, so too are sounds and very specific complexes of thought, for they evoke very specific processes within the human being. For example, it has a very specific influence on a person whether they give themselves over to ideas that are rooted in reality. Today, people are instructed to use, as much as possible, ideas that are merely a photographic image of reality. These are the most unhealthy. Ideas in the realm of the natural sciences stifle the human spirit all the more the more central they are, and the result is that a person cannot infuse the physical body with vitality, and the further consequence is that this or that illness is bound to occur. In contrast, the images produced by the spirit itself have a revitalizing effect. When imaginative visualization occurs in a lawful manner, it is healing. The proper direction of attention is healing. This is of immense importance, for no one, for example, can suffer from a digestive disorder if they are filled with such interest. And such interest can only be aroused when the entire world unfolds before us, guided and directed by the spiritual.

[ 29 ] Wenn einstmals die Menschheit einsehen wird, dass das Sich-Aufklären über die Rätselfragen des Daseins alle Lebenskraft in unsere Seele gießt und solche Freude und Lust bereitet, die alle Stürme nicht ändern können, dann wird man begreifen, dass die Geisteswissenschaft selber das Urheilmittel für alle Krankheiten ist. Derjenige, der nicht zu ihr kommen mag, der wird von einem Eindruck zum andern eilen und sich langweilen. Nichts ist ungesünder als dieses Eilen. Wenn das richtig geleitete Interesse des Lebens ins Zentrum geht, dann gibt es auch weder Langweile in der Welt noch das Eilen von einem Sinneseindruck zum andern. Derjenige, der von der Geisteswissenschaft geleitet ist, findet in dem Kleinsten etwas, was ihm immer interessant erscheint. Man braucht dann nicht immer die Außenwelt anzuflehen: Interessiere mich doch. - Denn man findet in sich einen Quell, der Interesse schafft. Und dieses macht den Menschen gesund.

[ 29 ] When humanity finally comes to realize that seeking enlightenment regarding the mysteries of existence infuses our souls with all the vitality of life and brings such joy and delight that no storm can alter, then people will understand that spiritual science itself is the primordial remedy for all ills. Those who do not wish to turn to it will rush from one sensation to the next and grow bored. Nothing is more unhealthy than this rushing about. When one’s properly directed interest in life is centered within, there is neither boredom in the world nor this rushing from one sensory impression to the next. Those guided by spiritual science find something in even the smallest things that always seems interesting to them. One then does not need to constantly implore the external world: “Please interest me.”—For one finds within oneself a source that creates interest. And this is what makes a person healthy.

[ 30 ] Geisteswissenschaft darf nicht angeklagt werden, als wenn sie dem Leben entfremden würde, nein, sie enthält das alleinige Lebenselixier. Sie wirkt auf jeden richtig, weil sie zum Mittelpunkt der Welt führt; sie ist ein Quell der Gesundheit. Jedoch wir dürfen sagen, dass der Mensch durch ein verfehltes Innenleben die Ursache der Krankheit erschafft, die ihn am weitesten abbringt vom Ziele. Es wird daher nur die Geisteswissenschaft die Frage beantworten können, was hilft, weil sie den ganzen Menschen erfasst. Und so wird Geisteswissenschaft uns eine Gesundheitspflege geben, die den Menschen zum Herrn macht über seinen Organismus. Wenn man auch wird eine dogmatische Medizin hinstellen, wo das Dogma stets war, so wird man den Menschen doch nicht zwingen können, sich gesund zu erhalten. Deshalb wird für die nächste Zeit die Frage zu beantworten wichtig sein: Wie erhalten wir uns gesund? Und das wird der Mensch können, der auszubessern vermag, was durch Krankheitsursachen stören kann. Er weiß, dass innere Stärke mehr macht als das, was man von außen unternehmen kann. Und so vermag Theosophie dem Menschen Gesundheit in der Weise zu geben, dass er erwirbt Tüchtigkeit zum Lebensschaffen und Sicherheit zur Erfüllung seiner Aufgaben und Pflichten im Leben.

[ 30 ] Spiritual science must not be accused of alienating people from life; on the contrary, it contains the very elixir of life. It has a positive effect on everyone because it leads to the center of the world; it is a source of health. However, we may say that human beings, through a misguided inner life, create the cause of the illness that leads them furthest away from their goal. Therefore, only spiritual science will be able to answer the question of what helps, because it encompasses the whole human being. And so spiritual science will provide us with a form of health care that makes human beings masters of their own organism. Even if dogmatic medicine is upheld where dogma has always prevailed, people cannot be forced to maintain their health. Therefore, in the near future, it will be important to answer the question: How do we maintain our health? And this will be possible for those who are able to correct what may be disrupted by the causes of illness. They know that inner strength accomplishes more than what can be done from the outside. And so Theosophy is able to give people health in such a way that they acquire the capacity to shape their lives and the confidence to fulfill their tasks and duties in life.