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Death and Immortality
in the Light of Spiritual Science
GA 69d

26 February 1912, Munich

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Death and Immortality in the Light of Spiritual Science, tr. SOL
  1. Tod und Unsterblichkeit im Lichte der Geisteswissenschaft

10. Der Ursprung des Menschen im Lichte der Geisteswissenschaft

10. The Origin of Man in the Light of Spiritual Science

[ 1 ] Es wurde in dem vorhergehenden Vortrag, an den der heutige sich anschließt, über die verborgenen Tiefen des Seelenlebens gesprochen und dargelegt, dass das Leben der Seele nicht absolut an die Materie gebunden ist, dass es nicht nur trennbar ist vom Physischen, sondern auch von den Vorstellungen, die von diesem durch die Sinne und den Verstand gewonnen werden. Die Möglichkeit der Trennung der Seelenerlebnisse von den physischen Vorstellungen wurde nachgewiesen an dem Unterschied zwischen Erinnerungs- und Traumbildern. Jene [die Erinnerungen] steigen auf ohne die ursprüngliche Kraft des seelischen Mitempfindens, diese [die Traumbilder] mit den ursprünglichen Begleiterscheinungen des Gemütslebens an Freude, Leid und dergleichen. Da – in der Erinnerung – löst sich das Seelenleben los vom Vorstellungsleben, welches in der Außenwelt gewonnen wird, und zieht sich zurück in die verborgenen Tiefen der Seele, und da wirkt es und arbeitet, da übt es seine Macht, indem es an dem Gesamtorganismus des Menschen arbeitet.

[ 1 ] In the previous lecture, which today’s lecture follows, we spoke about the hidden depths of the life of the soul and explained that the life of the soul is not absolutely bound to matter; that it is not only separable from the physical, but also from the ideas derived from the physical through the senses and the intellect. The possibility of separating soul experiences from physical perceptions was demonstrated by the difference between images of memory and images of dreams. The former [memories] arise without the original power of soulful empathy, while the latter [dream images] arise with the original accompanying phenomena of emotional life—joy, sorrow, and the like. There—in memory—the life of the soul detaches itself from the life of imagination, which is derived from the external world, and withdraws into the hidden depths of the soul; and there it acts and works, there it exercises its power by working upon the entire human organism.

[ 2 ] Während das Vorstellungsleben oft seine Ohnmacht erweist — denn wir wissen nicht, was in den Tiefen des Meeres vorgeht, wenn die Oberfläche sich kräuselt –, erweist das verborgene Seelenleben sich als Macht. Wir sehen das im Traume, in der Trance der Medien, im Wirken der Kunst und im Wissen des Geistesforschers. Denn der Mensch kann da hineindringen durch Schulung seines Geistes, sodass er lernt, bewusst zu schöpfen aus den Quellen des wahrhaft realen Lebens, in das er nicht nur wie der Träumer und Phantast ohne Kontrolle blickt und dadurch zum Träumer, Halluzinisten oder gar Lügner wird, nicht wie der mit atavistischem Hellsehen Begabte im Traum zum Spielball der Geister einer solchen Seelen- oder Astralwelt wird, auch nicht allein, wie der wahre Künstler aus dem Geiste schöpft und es gestaltet im Schönen, sondern als ein Wissender, bewusst Schauender, das, was Vision ist, von dem, was wahr und selbst gewollt ist, unterscheiden kann. [...]

[ 2 ] While the life of the imagination often reveals its powerlessness—for we do not know what is happening in the depths of the sea when the surface ripples—the hidden life of the soul proves to be a power. We see this in dreams, in the trance of mediums, in the workings of art, and in the knowledge of the parapsychologist. For human beings can penetrate into this realm through the training of their minds, so that they learn to draw consciously from the sources of truly real life—into which they do not merely gaze uncontrollably, like the dreamer or the fantasist, thereby becoming dreamers, a hallucinator, or even a liar; nor, like one gifted with atavistic clairvoyance, does he become a plaything of the spirits of such a soul or astral world in a dream; nor does he merely, like the true artist, draw from the spirit and shape it into beauty—but rather, as one who knows and consciously perceives, he can distinguish what is a vision from what is true and of his own volition. [...]

[ 3 ] Diese Erkenntnis des Verborgenen geht, wenn sie zu der richtigen Geistesforschung führen soll, nur, erstens, durch Selbsterkenntnis, durch das Hinabsteigen ins eigene Innere, und mit dieser Selbsterkenntnis entsteht und wächst zweitens dann die Erkenntnis der geistigen Umwelt. Je größer die Selbsterkenntnis, desto weiter wird der geistige Horizont, die Kraft, einzudringen auch in die Realitäten der Umwelt, in den verborgenen Weltengeist. l..]

[ 3 ] If this understanding of the hidden is to lead to true spiritual research, it can only be achieved, first, through self-knowledge—by delving into one’s own inner self—and, second, through this self-knowledge, the understanding of the spiritual environment arises and grows. The greater the self-knowledge, the broader the spiritual horizon becomes, along with the power to penetrate even the realities of the environment and the hidden spirit of the world. l..]

[ 4 ] Sehr verehrte Anwesende! Wenn man an den Gegenstand der heutigen Betrachtung herangeht, dann kommt man, von den Gesichtspunkten ausgehend, die hier vertreten werden, in eine im eigentlichen Grunde recht merkwürdige Lage gegenüber allem, was gerade in unserem Zeitalter seit Jahrzehnten über die wichtige Frage nach dem Ursprung des Menschen gedacht und erforscht worden ist. In eine sonderbare Lage kommt man nämlich aus dem Grunde, weil der Ursprung des Menschen im Verlaufe der letzten Jahrzehnte vorzugsweise in der Form dargestellt worden ist, in welcher man eben in der Gegenwart glaubt, über den Ursprung des Menschen denken zu müssen: im Sinne der Ergebnisse der neueren Naturwissenschaft. Und wer könnte leugnen, dass die großen, die gewaltigen Fortschritte der Naturwissenschaft in der letzten Zeit allen Anspruch darauf haben, mitzureden, in dem Augenblicke, wo diese bedeutungsvolle Frage an den Menschen herantritt.

[ 4 ] Ladies and gentlemen! When approaching the subject of today’s discussion, one finds oneself—based on the perspectives presented here—in a situation that is, in essence, quite peculiar in relation to everything that has been thought and researched in our era over the past decades regarding the important question of human origins. One finds oneself in this peculiar situation precisely because, over the course of the last few decades, the origin of humankind has been presented primarily in the form in which people today believe they must think about it: in accordance with the findings of modern natural science. And who could deny that the great, the tremendous advances in the natural sciences in recent times have every right to have a say at the very moment when this significant question confronts humanity?

[ 5 ] Die meisten derjenigen gegenwärtigen Personen, welche sich vom Gesichtspunkte der Naturwissenschaft aus mit der Frage befassen, müssen begreiflicherweise den Eindruck haben, dass alles, was hier vom Standpunkt der Geisteswissenschaft über diese Frage gesagt werden kann, im Grunde genommen schnurstracks dem zuwiderläuft, was die Naturwissenschaft über den Punkt zu sagen hat — begreiflicherweise, verehrte Anwesende, und ich bitte zu berücksichtigen, dass dies gesagt wird. Denn gerade bei solchen Fragen schwebt ja immer das im Hintergrunde, was hervortreten sollte gelegentlich der beiden Vorträge meines letzten Hierseins, die darüber handelten, wie man auf der einen Seite Theosophie widerlegen kann, und wie sie verteidigen. Gerade bei Fragen wie der heutigen muss der Geisteswissenschaftler sich völlig klar sein, dass viel, viel aus den Vorstellungen der Gegenwart heraus scheinbar mit Recht gegen seine Behauptungen vorgebracht werden kann. Deshalb muss es begreiflich sein, dass man mit einem Vortrage wie dem des heutigen Abends einige Anregungen geben kann, aber weit davon ist, bei jemandem, der noch unbekannt [mit theosophischen Anschauungen] ist, eine rasche Überzeugung hervorzurufen. Das sei als Einleitung gesagt, um die Gesinnung zu charakterisieren, aus der ein solcher Vortrag gegeben wird. Was haben wir nun in den letzten Jahrzehnten erlebt [in Bezug auf unser heutiges Thema]? Immer mehr und mehr hat sich bei denjenigen [Naturwissenschaftlern], die glauben, ein Urteil über dieses Gebiet zu haben, die Anschauung festgesetzt, dass der Mensch in der Gesamtheit seines Wesens seinen Ursprung genommen habe von Geschöpfen, welche im Sinne einer systematischen Anordnung der Lebewesen eigentlich unter der Sphäre desjenigen stehen, was der heutige Mensch seine Bildung, seine Kultur, überhaupt die Sphäre seiner menschlichen Betätigungen nennt. [Das sonst] außerordentlich fruchtbare Prinzip der Entwicklung hat dahin geführt, dass der Glaube sich festgesetzt hat, in der Vergangenheit wäre die Entwicklung so fortgeschritten, dass aus einfachen, primitiven Lebensformen, denen die heutigen primitiven Lebensformen noch ähnlich sind, durch langsame Entwicklung – wie man sagt, durch den «Kampf ums Dasein», durch Anpassung – allmählich immer kompliziertere Lebensformen sich gebildet haben, bis hinauf zu den höheren Tieren, und dass in einer solchen fortschreitenden Entwicklung aus den niederen Reichen der Mensch gleichsam emporgestiegen sei. Man sucht also die Vorfahren des Menschen bei tierischen Lebewesen, und es gibt in [weiten] Kreisen eine solche Überzeugung in Bezug auf diesen Punkt, dass man eigentlich jeden für einen zurückgebliebenen Geist hält, der irgendetwas vorbringen will, das damit nicht übereinstimmt. Nun haben zunächst die Naturforscher nicht so sehr die Naturforscher, welche auf dem Gebiete der Tatsachen stehen bleiben, sondern die Naturforscher, die sich berufen gefühlt haben, Weltanschauungen, Welträtsel an ihre Forschungen anzuknüpfen –, die haben sich gedrungen gefühlt, sozusagen als Erstes die äußere Gestalt und die äußeren physischen Lebensverhältnisse des Menschen als Vermannigfaltigungen, als Komplikationen darzustellen, welche aus den Kräften hervorgegangen seien, die aus den unter den Menschen stehenden Reichen stammen, sodass man nur kompliziertere Lebensverhältnisse vor sich hätte als bei den Tieren, namentlich denen, die um eine Stufe tiefer stehen als die Menschen, dass man aber doch die Kräfte herleiten müsse aus dem, was schon bei den niederen Lebewesen sich findet.

[ 5 ] Most of those present today who are addressing this question from the perspective of natural science must, understandably, have the impression that everything that can be said here about this question from the standpoint of spiritual science is, in essence, directly at odds with what natural science has to say on the matter—understandably so, ladies and gentlemen, and I ask you to bear in mind that this is being said. For it is precisely with such questions that what should have come to the fore during the two lectures I gave on my last visit—which dealt with how, on the one hand, theosophy can be refuted and, on the other, how it can be defended—always lingers in the background. Precisely with questions such as today’s, the spiritual scientist must be fully aware that much, much of what stems from contemporary ideas can seemingly be brought up—and quite justifiably—against his assertions. Therefore, it must be understood that a lecture such as the one this evening can offer some food for thought, but is far from being able to quickly convince someone who is still unfamiliar [with theosophical views]. Let this be said by way of introduction to characterize the spirit in which such a lecture is given. What, then, have we witnessed in recent decades [with regard to our topic today]? More and more, among those [scientists] who believe they are qualified to pass judgment on this field, the view has taken hold that human beings, in the totality of their being, originated from creatures which—in terms of a systematic classification of living beings—actually fall below the sphere of what modern humans call their education, their culture, and indeed the sphere of their human activities in general. [The otherwise] extraordinarily fruitful principle of evolution has led to the established belief that, in the past, evolution had progressed to such an extent that, from simple, primitive life forms—to which today’s primitive life forms are still similar—through slow evolution—as it is said, through the “struggle for existence,” through adaptation — gradually gave rise to ever more complex forms of life, all the way up to the higher animals, and that in the course of such progressive development, humanity had, as it were, risen from the lower kingdoms. Thus, one seeks the ancestors of humankind among animal beings, and there is such a widespread conviction regarding this point that anyone who attempts to put forward anything that contradicts it is actually considered to be of a backward mind. Now, first of all, it is not so much the natural scientists—those who remain within the realm of facts—but rather the natural scientists who have felt called upon to link worldviews and the mysteries of the world to their research—who have felt compelled, so to speak, to present, first and foremost, the external form and the external physical conditions of human life as diversifications, as complications arising from the forces originating in the kingdoms below humanity, so that one would merely be dealing with more complicated living conditions than those found among animals—namely, those that stand one level below humans—but that one must nevertheless derive these forces from what is already found in lower living beings.

[ 6 ] Jene Naturforscher, die an die Tatsachen der Naturforschung eine Lebensanschauung knüpfen wollten, haben diesen Glauben befestigt. Aber nicht nur dieser hat sich festgesetzt, sondern es hat sich festgesetzt, dass die höheren intellektuellen Kräfte, das, was wir des Menschen ästhetische Auffassung, seine moralischen Impulse nennen, auch nur höhere Ausgestaltungen der geistigen, der seelischen Ausgestaltungen wären, die man im Tierreiche vorfindet, dass man die primitiveren Gestalten auch für das moralische Verhalten bei den Tieren suchen kann, die sich in Bezug auf den Menschen mit moralischen Begriffen fassen lassen, sodass man vielfach überzeugt ist, der Mensch sei als intellektuelles, als moralisches, als ästhetisches Wesen bloß durch Komplikation aus den unter ihm stehenden Lebewesen hervorgegangen.

[ 6 ] Those natural scientists who sought to link a worldview to the facts of natural science have reinforced this belief. But not only has this belief taken hold; it has also become established that the higher intellectual faculties—what we call a person’s aesthetic sensibility and moral impulses—are merely higher forms of the mental and emotional faculties found in the animal kingdom, and that one can also find more primitive forms of moral behavior in animals, which, in relation to humans, can be described in moral terms—so that many are convinced that humans, as intellectual, moral, and aesthetic beings, have emerged from the living beings below them merely through a process of complication.

[ 7 ] Es muss zugestanden werden, dass gegenüber den großartigen Ergebnissen der Naturwissenschaft unserer Zeit es außerordentlich schwierig ist, aufzukommen mit irgendeiner anderen Gesinnung, mit irgendeiner anderen Anschauung. Und es muss ohne Weiteres zugegeben werden, dass man sich als Geisteswissenschaftler oftmals eigentlich auch in einer sonderbaren Lage befindet, wenn man auf der einen Seite die Errungenschaften der Naturwissenschaft auf sich wirken lässt und auf der anderen Seite das, was gewisse mehr oder weniger dilettantische Geisteswissenschaftler glauben aus den naturwissenschaftlichen Ergebnissen herausziehen zu müssen. Wenn man die Gewissenhaftigkeit in den Darstellungen vergleicht, so ist es so, dass man in Bezug auf Gewissenhaftigkeit es eigentlich lieber mit dem Naturforscher halten möchte als mit manchem dilettantischen Geistesforscher.

[ 7 ] It must be acknowledged that, in the face of the magnificent achievements of modern science, it is extraordinarily difficult to come up with any other mindset, any other worldview. And it must be readily admitted that, as a scholar of the humanities, one often finds oneself in a rather peculiar situation: on the one hand, one is influenced by the achievements of the natural sciences, and on the other hand, by what certain more or less amateurish scholars of the humanities believe they must derive from those scientific findings. If one compares the thoroughness of the presentations, it is true that, in terms of thoroughness, one would actually prefer to side with the natural scientist rather than with many an amateur researcher in the humanities.

[ 8 ] Nun handelt es sich darum, dass die Geistesforschung auf diesem Gebiete auch deshalb in einer ganz besonderen Lage ist, weil sie im Grunde genommen nur mit den Gedanken, Ideen und Hypothesen, die aus den naturwissenschaftlichen Ergebnissen gekommen sind, in eine Disharmonie kommt, während es dem Geistesforscher immer klarer wird, dass die [tatsächlichen] Ergebnisse der Naturwissenschaft das menschliche Denken geradezu zwingen, nach und nach Ausblick zu nehmen nach einer Perspektive, wie sie die Geisteswissenschaft gibt. Eigentlich ist der Zwiespalt zwischen Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft nicht so groß, denn die naturwissenschaftlichen Tatsachen entsprechen mehr der Geisteswissenschaft als den monistischen und materialistischen [Ausdeutungen]. So fühlt man sich als Geistesforscher durch Weiterfortschreiten im Einklang mit den Tatsachen und kommt nur in Zwiespalt mit den Hypothesen, die von manchen Seiten aus den Tatsachen gezogen werden.

[ 8 ] The point is that spiritual science finds itself in a very special situation in this area precisely because, fundamentally speaking, it comes into conflict only with the thoughts, ideas, and hypotheses that have arisen from the findings of the natural sciences, whereas it is becoming increasingly clear to the spiritual scientist that the [actual] findings of the natural sciences virtually compel human thinking to gradually adopt the perspective offered by spiritual science. In fact, the conflict between spiritual science and natural science is not so great, for the facts of natural science correspond more to spiritual science than to monistic and materialistic [interpretations]. Thus, as a spiritual scientist, one feels increasingly in harmony with the facts as one progresses and comes into conflict only with the hypotheses that some draw from the facts.

[ 9 ] Wenn man den Menschen in seiner Entwicklung betrachtet, ihn [zurück-]verfolgen will bis zu [seinem] Ursprung, so scheint es nur natürlich, dass die Anschauungen über ihn sich zusammenschließen müssen mit den Anschauungen, die man über den Entwicklungsgang der Erde hat, und dieser Entwicklungsgang der Erde, [dieses Zurückgehen] wurde ja [bisher] ganz in dem materialistischen Sinne gehalten, in dem auch die biologische Entwicklungslehre, die Entwicklungslehre der Lebewesen [durchgeführt] wird. Wenn man nachdenkt über den Entwicklungsgang der Erde, dann zieht man in der Regel nur das in Betracht, was die äußeren, leblosen Kräfte, die Kräfte [der] Physik, Chemie, Geologie [bewirken können], und man verfolgt die Erde in einem Zustand, in dem sie anders ausgesehen hat als heute, in dem sie vielleicht in einem solchen Zustande war, der sich unserer heutigen Erdengestaltung gegenüber ausnimmt wie ein gasförmiger Ball. Wir wissen, dass dies eine weit verbreitete Hypothese ist, wissen, dass ein gasförmiger Zustand angenommen wird, aus dem die Erde sich verdichtet habe. Es ist bekannt, dass, wenn man dies noch weiter zurückverfolgt in urferne Vergangenheit, man dazu kommt, das ganze Sonnensystem in gasförmigem Zustand zu sehen. Wohl, der Geistesforscher erkennt, dass gegen diese sogenannte Kant-Laplace’sche Theorie neuerdings schon Einwendungen aufgetreten sind, aber in weitesten Kreisen ist sie doch noch vorherrschend. Da glaubt man, dass das ganze Sonnensystem selbst ausgehe von einer Art Urnebel, der im Umschwung, in Rotation war, und man stellt sich wohl auch vor, dass durch die Kräfte, die in diesem Umschwung sich gelten machten, die Planeten sich abtrennten, unter denen auch unsere Erde war.

[ 9 ] When one considers human beings in their development and seeks to trace them back to [their] origin, it seems only natural that our views of them must align with our views of the Earth’s evolutionary process; and this evolutionary process of the Earth—[this tracing back]—has, after all, [until now] been understood entirely in the materialistic sense in which the biological theory of evolution, the theory of the evolution of living beings, is also [applied]. When one reflects on the Earth’s evolutionary history, one generally considers only what the external, inanimate forces—the forces [of] physics, chemistry, and geology, and one traces the Earth back to a state in which it looked different from today, in which it was perhaps in a state that, compared to our present-day Earth, resembles a gaseous sphere. We know that this is a widely held hypothesis; we know that a gaseous state is assumed from which the Earth condensed. It is well known that if one traces this even further back into the distant past, one comes to envision the entire solar system in a gaseous state. Admittedly, the spiritual researcher recognizes that objections to this so-called Kant-Laplace theory have recently arisen, but it remains predominant in the broadest circles. It is believed that the entire solar system itself originated from a kind of primordial nebula that was in motion and rotation, and one also imagines that, through the forces at work in this motion, the planets separated—among them our Earth.

[ 10 ] Es ist schon öfters von mir darauf aufmerksam gemacht worden, wie man schon in den Schulen den sogenannten [Plateau’schen] Versuch durchführt, um diese Kant-Laplace’sche Theorie anschaulich zu machen. Man nimmt einen großen Tropfen aus einer Substanz, die auf Wasser schwimmen kann, lässt ein Kartenblatt eindringen an der Stelle des Äquators, das man an der Stelle der Achse durchsticht mit einer Nadel und bringt den Tropfen zum Rotieren und zeigt so, dass in der Tat kleine Tropfen sich loslösen und um den Mittelpunkt sich bewegen. Was könnte einfacher sein, als so zu beweisen, wie ein Weltensystem auf solche Weise sich gebildet haben könnte? Aber es kommt bei einem Experiment darauf an, alles in Betracht zu ziehen, was logisch hinzugezogen werden muss, und da stellt sich heraus: Man vergisst etwas bei diesem Versuch – sich selbst, vergisst, dass man dasteht und dreht, und dass man nur dann ein logisches Recht hat, die Hypothese aufzustellen [und den Versuch auf das Sonnensystem zu übertragen], wenn man annimmt, dass ein Riesenlehrer draußen im Weltenall ist, der mit einer Riesennadel diese ganze Bewegung hervorgerufen hat. Wenn man diesen Zusatz bei diesem Versuch nicht macht, so steht man durchaus auf ungerechtfertigtem Boden.

[ 10 ] I have often pointed out how the so-called [Plateau] experiment is conducted even in schools to illustrate this Kant-Laplace theory. One takes a large drop of a substance that can float on water, inserts a sheet of paper at the equator—piercing it with a needle at the axis—and sets the drop in rotation, thereby demonstrating that small droplets do indeed break off and move around the center. What could be simpler than proving in this way how a solar system might have formed? But in an experiment, it is essential to take into account everything that must logically be considered, and it turns out that: One forgets something in this experiment—oneself; one forgets that one is standing there and spinning, and that one has a logical right to formulate the hypothesis [and apply the experiment to the solar system] only if one assumes that there is a giant teacher out there in the universe who has caused this entire movement with a giant needle. If one does not include this additional assumption in this experiment, one is standing on entirely unjustified ground.

[ 11 ] Geisteswissenschaft stellt natürlich nicht einen solchen Professor hinaus in den Raum, aber sie sagt, dass es nirgends eine wesenlose Materie wie diesen Weltennebel gibt, dass überall die Materie durchdrungen oder wenigstens dirigiert ist von geistigen Mächten und Kräften, [ohne dass wir dabei in Anthropomorphismus verfallen dürfen]. Daher ist es für die Geisteswissenschaft klar: Wenn es auch berechtigt ist, in Bezug auf die materielle Gestaltung, dass ein solcher Urnebel da ist, so liegt diesem äußeren Geschehen ein geistiges Geschehen zugrunde, so wie die Wirksamkeit des Geistig-Seelischen dem Geschehen am menschlichen Leibe zugrunde liegt. Nicht von einer Analogie geht die Geisteswissenschaft aus, sondern von geistiger Forschung. Die Geisteswissenschaft sucht im speziell Konkreten die geistigen Geschehnisse, die geistigen Kräfte und die geistigen Wesenheiten, die zugrunde liegen, sodass sie statt der äußeren, materialistischen Hypothesen den Geist darin sieht.

[ 11 ] Spiritual science, of course, does not simply put forward such a professor as a theory, but it states that nowhere does formless matter like this cosmic nebula exist; rather, matter everywhere is permeated or at least guided by spiritual powers and forces, [without our falling into anthropomorphism in the process]. Therefore, it is clear to spiritual science: even if it is justified, in terms of material form, to posit the existence of such a primordial nebula, this external process is underpinned by a spiritual process, just as the activity of the spiritual-soul aspect underlies the processes occurring in the human body. Spiritual science does not proceed from an analogy, but from spiritual research. Spiritual science seeks, within the specifically concrete, the spiritual events, the spiritual forces, and the spiritual beings that underlie them, so that it perceives the spirit within them rather than relying on external, materialistic hypotheses.

[ 12 ] Nun könnte man ja, wenn man die gebräuchlichen Darstellungen der Kant-Laplace’schen Theorie und die damit zusammenhängenden Operationen vornimmt, sagen, dass es möglich sei, das, was unser Körper ist, und die Herausgestaltung der physisch-seelischen Gebilde herzuleiten aus der Umdrehung in dem Urnebel. Wenn man die Annahme einmal machen will, dass irgendein Riesenlehrer da draußen steht und das Ganze in Bewegung setzt, dann kann man zur Not davon sprechen, dass die Gestaltung der Erde sich aus dem Kant-Laplace’schen Urnebel heraus gebildet hätte. Aber dann kommt man wieder auf einen bedenklichen Punkt, und dieser ist nicht nur von Geistesforschern gesehen worden, sondern auch von nachdenkenden Naturforschern. Dieser Punkt betrifft die Entstehung des Lebens überhaupt auf unserem Erdenkörper. Man kann ja, wenn man gewisse Verhältnisse nicht berücksichtigt, sich vielleicht dem Glauben hingeben, dass [durch das zufällige Zusammentreten] gewisser Substanzen einmal durch Urzeugung Lebendiges habe entstehen können. Es würde sehr, sehr weit führen, wenn man alle die philosophischen und sonstigen Gründe auseinandersetzen wollte, welche die Unmöglichkeit ergeben, dass aus Verhältnissen, die rein physikalisch gedacht sind, das Leben abgeleitet werden könnte. Viel wichtiger ist, dass diese Unmöglichkeit tiefer denkenden Naturen wie Gustav Fechner und Wilhelm Preyer, dem geistvollen Biographen Darwins, eingeleuchtet hat, dass sie keine Möglichkeit fanden, in ihren Gedanken damit zurechtzukommen, aus einer geistlosen, [leblosen] Erde Leben hervorgehen zu sehen. So haben diese Forscher zu der Annahme gegriffen, dass unsere Erde im Beginne ihres Erdenwerdens keineswegs bloß irgendein physischer oder physikalisch-chemische Wirkungen in sich habender Körper gewesen sei, sondern sie nahmen an, wenn auch für die Gegenwart gelte, dass der Erdenkörper, den wir unter unseren Füßen haben, für die Mineralogen als ein Lebloses sich darstellt und die Lebewesen auf ihm in ihren eigenen Reichen durch Vererbung sich fortpflanzen, so gelte das nicht für die uralten Zeiten, sondern Preyer und Fechner waren in die Notwendigkeit versetzt, sich die Erde in urferner Vergangenheit als ein Lebewesen, als einen großen Organismus zu denken, sodass im Sinne dieser Naturforscher die Erde ursprünglich ein großer lebender Organismus im Weltenall war. Dann wäre die Zeit gekommen, wo gewisse Substanzen und Bestandteile dieser Erde sich herauskristallisierten aus dieser sogenannten Lebesubstanz, und das, was sich da herauskristallisierte, ist unser heutiger chemische und physikalische Kräfte in sich bergender Leib. Während ursprünglich die Erde ein Gesamtleben hatte, gibt sie, in ihrem Sinne, ihr Leben ab an einzelne Erdenwesen, sodass der Ursprung der Lebewesen zu denken wäre durch Hervorgehen eines Lebendigen aus einem lebendigen Erdenleibe.

[ 12 ] Now, if one were to follow the standard presentations of the Kant-Laplace theory and the operations associated with it, one could say that it is possible to derive what our body is and the formation of physical and mental structures from the rotation within the primordial nebula. If one is willing to assume that some giant teacher out there sets the whole thing in motion, then one could, at a pinch, say that the Earth’s form arose from the Kant-Laplace primordial nebula. But then one comes back to a problematic point, and this has been recognized not only by researchers in the spiritual sciences but also by thoughtful natural scientists. This point concerns the origin of life itself on our Earth. If one disregards certain conditions, one might perhaps succumb to the belief that [through the chance coming together] of certain substances, life could once have arisen through spontaneous generation. It would take us very, very far afield to examine all the philosophical and other reasons that demonstrate the impossibility of deriving life from conditions conceived in purely physical terms. Far more important is that this impossibility struck deep-thinking minds such as Gustav Fechner and Wilhelm Preyer—Darwin’s insightful biographer—as self-evident; they found no way to reconcile in their minds the idea of life emerging from a lifeless Earth. Thus, these researchers resorted to the assumption that, at the beginning of its formation, our Earth was by no means merely some physical or physically chemical processes, but rather they assumed that—even if it is true today that the Earth’s body beneath our feet appears lifeless to mineralogists and that living beings on it reproduce through heredity within their own kingdoms— this did not apply to ancient times; rather, Preyer and Fechner were compelled to conceive of the Earth in the distant past as a living being, as a great organism, so that, in the view of these natural scientists, the Earth was originally a great living organism in the universe. Then the time would have come when certain substances and components of this Earth crystallized out of this so-called living substance, and what crystallized out of it is our present-day body, which contains chemical and physical forces within itself. While the Earth originally possessed a unified life, it, in their view, imparts its life to individual earthly beings, so that the origin of living beings could be understood as the emergence of a living entity from a living earthly body.

[ 13 ] Es macht einen merkwürdigen Eindruck, wenn der Biograph Darwins seine Gedanken hinlenkt auf diese Urgestalt der Erde und sich aus seinem Denken heraus eine Vorstellung macht. Wenn wir bei Preyer hören, dass der Erdenorganismus ursprünglich lebendig vorzustellen wäre, dass seine Blutströme glühende Eisendämpfe gewesen seien, dass der Atem dieses Erdenleibes aus der Umgebung einströmende Weltendämpfe gewesen seien und die Nahrung des Erdenleibes Materie gewesen sei, die aus dem Weltenall ihr zugeflossen sei – merkwürdiges Gemisch naturphysikalischer Vorstellungen [mit Lebensvorgängen]! Er kommt nicht ganz los von seinen physikalischen Vorstellungen, aber er muss sich doch denken, dass in den hineinströmenden Dämpfen etwas wie Ernährung, Atmung, Blutkreislauf anzunehmen ist. Wir müssen bei Ernährung nicht denken, dass glühendes Eisen diese Funktionen besorgt. Aber eines zeigt uns Preyer: dass auch Naturforscher mit Notwendigkeit sich gezwungen fühlen können, die Erde als Organismus zu erkennen. Sie kommen der Geisteswissenschaft auf halbem Wege entgegen; sie geben zu, dass, wenn man rückwärtsgeht, man an einen Ausgangspunkt komme, wo die Erde [ein großer lebendiger Organismus] war, dass die Erde als etwas Totes im weiteren Verlaufe [der Entwicklung] das Lebendige [...] herausgesetzt hat, [spezialisiert] in [mannigfaltigste] Wesen, in [Pflanzen], Tiere, Menschen. Durchdrungen denken sie sich urferne Vergangenheiten mit vollem Leben. Aber eines fehlt noch, was Geisteswissenschaft von diesen Voraussetzungen aus diesem Erdenleibe zuschreiben muss: [Es fehlt der Gedanke], dass der Erdenleib in Wahrheit nicht nur einen lebendigen Ausgangspunkt haben muss, sondern dass er [durchseelt, durchgeistigt] gedacht werden muss, sodass wir, wenn wir auf den Erdenursprung hinblicken, es nicht nur mit einem [lebendigen] Organismus zu tun haben, sondern dass wir uns die Erde als einen beseelten, [durchgeistigten] Organismus vorzustellen haben.

[ 13 ] It makes a strange impression when Darwin’s biographer turns his thoughts to this primordial form of the Earth and forms a conception based on his own thinking. When we hear Preyer say that the Earth organism was originally to be conceived as alive, that its blood streams were glowing iron vapors, that the breath of this Earth body consisted of cosmic vapors flowing in from the surroundings, and that the nourishment of the Earth body was matter that flowed to it from the cosmos—a strange mixture of concepts from physical science [with life processes]! He cannot quite shake off his physical concepts, but he must nevertheless imagine that the inflowing vapors involve something akin to nutrition, respiration, and blood circulation. When it comes to nutrition, we need not think that glowing iron performs these functions. But Preyer shows us one thing: that even natural scientists can feel compelled to recognize the Earth as an organism. They meet spiritual science halfway; they admit that, if one goes back in time, one arrives at a starting point where the Earth was [a great living organism], that the Earth, as something dead in the further course [of development], gave rise to the living [...]—[specialized] into [the most diverse] beings—plants, animals, and humans. They envision the distant past as teeming with life. But one thing is still missing, which spiritual science must attribute to this earthly body based on these premises: [What is missing is the idea] that the Earth’s body must in truth not only have a living point of origin, but that it must be conceived as [animated, spiritualized], so that when we look back to the Earth’s origin, we are not dealing merely with a [living] organism, but must imagine the Earth as an animated, [spiritualized] organism.

[ 14 ] Ja, nun könnte man sagen: Was tut man denn da anderes, als das, was erst erklärt werden soll, hineinzulegen in das, was man ursprünglich annimmt? Statt den Geist zu entwickeln, nimmt man den Geist als ursprünglich bestehend an. Das aber muss man tun, meine sehr verehrten Anwesenden, nach allen irgend möglichen Voraussetzungen einer Erkenntniswissenschaft, denn nirgends ist es möglich, auch nur denkbar, dass aus untergeordneten Naturreichen sich die höheren Naturreiche entwickeln; nirgends ist uns gegeben im Verlauf der Erfahrungen ein Heraustreten des Geistig-Seelischen aus einem bloß Physischen, eines Lebendigen aus einem bloß [Physikalisch-] Chemischen. Was uns gegenübertritt, namentlich auch an uns selber, ist, dass wir das Geistig-Seelische arbeiten sehen an dem Materiellen; und wer in den Vorträgen, die hier gehalten worden sind, verfolgt hat, was von diesem Geistig-Seelischen dargelegt worden ist, der wird ja wissen, mit welchem Recht man gerade beim Menschen davon zu sprechen hat, dass das Geistig-Seelische an dem äußeren Leiblich-Materiellen arbeitet.

[ 14 ] Yes, one might say: What else is one doing there but inserting into one’s original assumption precisely what is supposed to be explained in the first place? Instead of developing the spirit, one assumes the spirit to exist from the outset. But this is what one must do, my esteemed audience, according to all possible premises of a science of knowledge, for nowhere is it possible—or even conceivable—that the higher realms of nature develop from lower ones; nowhere in the course of our experience do we find the spiritual-soul aspect emerging from the merely physical, or the living from the merely [physical-]chemical. What we encounter—particularly within ourselves—is that we see the spiritual-psychic working upon the material; and anyone who has followed what has been presented about this spiritual-psychic aspect in the lectures held here will know just how rightly one can speak, particularly in the case of human beings, of the spiritual-psychic aspect working upon the outer physical-material body.

[ 15 ] Wir verfolgen den Menschen in uns, sagen wir, in der Zeit, von jenem Moment an, bis zu dem wir uns im normalen [Menschenleben] zurückerinnern, und sehen da in unserer Erinnerung aus den Tiefen unseres Bewusstseins unsere Erlebnisse heraustreten. Wir sehen im Mittelpunkt dieser Bewusstseinsereignisse lebendiger und lebendiger werden dasjenige, worauf wir das Wort «Ich» anwenden. Absurd wäre es nun, anzunehmen, dass dieses Ich erst begonnen habe in dem Moment, bis zu dem wir uns zurückerinnern. Es muss da gewesen sein auch in dem traumhaften, dämmerhaften Bewusstsein, wo das Kind noch nicht zu sich «Ich» sagt. Da muss das Ich da gewesen sein. Wie war es da im Zusammenhang mit den sonstigen Seelenkräften vorhanden? Wenn wir das gewöhnliche Seelenleben des Menschen betrachten, dann können wir sagen, dass das, was da in diesem Stadium als Bewusstsein hervortritt, etwas Besonderes, etwas Persönliches ist. Wir sehen, wie wir die besonderen Lebensenergien, die uns ja individuell sind, hineinarbeiten. Deshalb sind wir genötigt, das, was wir später im Leben innerhalb unseres Bewusstseins wirken sehen, als den eigentlichen Akteur unseres ganzen Organismus zu denken. Wir müssen denken, dass wir die allgemeine Gestaltung dieses Organismus von den Vorfahren erben, dass aber hineingearbeitet werden müssen die Energien, die unseren Organismus ausmachen, [bis in die feinsten plastischen Ausgestaltungen des Gehirns].

[ 15 ] We trace the human being within us—let us say, in time—from that moment onward, up to the point we can recall in normal [human life], and there, in our memory, we see our experiences emerging from the depths of our consciousness. At the center of these events of consciousness, we see that which to which we apply the word “I” becoming more and more alive. It would be absurd, however, to assume that this “I” only began at the moment we can recall. It must have been there even in that dreamlike, twilight state of consciousness where the child does not yet say “I” to itself. The “I” must have been there. How was it present there in connection with the other soul forces? When we consider the ordinary soul life of a human being, we can say that what emerges as consciousness at this stage is something special, something personal. We see how we weave in the special life energies that are, after all, unique to us. Therefore, we are compelled to regard what we later see at work within our consciousness as the actual agent of our entire organism. We must consider that we inherit the general structure of this organism from our ancestors, but that the energies that constitute our organism must be worked into it [down to the finest plastic formations of the brain].

[ 16 ] Wenn wir das erkennen, dann sind wir nicht mehr weit davon entfernt, diese Individualität zurückzuführen auf ein früheres Erdenleben. Da sehen wir das GeistigSeelische arbeiten an unserer inneren leiblich-materiellen Wesenheit, und wir sagen uns dann wohl, dass, wie heute, wie in unserer Erdengegenwart, unser Ich mit seinen Seelenkräften noch arbeitet an unserem Leib in der ersten Kindheit. Dieses Arbeiten ist nicht vererbt von unseren Vorfahren; vielmehr ist in dem, was wir durch die Vererbungskräfte geworden sind, [noch ein gewisser Spielraum gelassen], in den wir unser geistig-seelisches Wesen hineinarbeiten können. Das sehen wir zum Beispiel an der Tatsache, dass wir aus einem kriechenden Wesen ein gehendes Wesen werden. Wir sehen, wie das GeistigSeelische uns aufrichtet, wir sehen das Geistig-Seelische arbeiten an dem Leiblichen.

[ 16 ] Once we recognize this, we are not far from tracing this individuality back to a previous earthly life. There we see the spiritual-soul aspect at work on our inner, physical-material being, and we then tell ourselves that, just as today, just as in our present earthly existence, our “I,” with its soul forces, is still working on our body in early childhood. This work is not inherited from our ancestors; rather, within what we have become through hereditary forces, [a certain leeway is still left] into which we can work our spiritual-soul nature. We see this, for example, in the fact that we develop from a crawling being into a walking being. We see how the spiritual-soul nature raises us up; we see the spiritual-soul nature at work on the physical body.

[ 17 ] Erst wenn wir vorschreiten zu dem, was im letzten Vortrag – über die verborgenen Tiefen des Seelenlebens — erwähnt worden ist, zu der geistigen Schulung, durch die man Einblick in die hinter der physischen liegende geistige Welt gewinnt, dann können wir so ins Auge fassen das, was hier schon geschildert wurde. Wenn man auf sich anwendet die Methoden, die Sie finden in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», so gelangt man allmählich dazu, dass man als Mensch nicht mehr angewiesen ist, so in der Seele zu leben, dass man sich der körperlichen Werkzeuge bedienen muss. Geisteswissenschaft zeigt, dass der Mensch Methoden der Meditation und Konzentration auf sich anwenden kann, durch die er sich eine Wesenheit geistiger Art aneignen kann, unabhängig vom Körperlichen, sodass er Erlebnisse hat und weiß, er hat sie nicht mit Hilfe der Sinne; sondern weiß: Jetzt erlebst du etwas in deinem ursprünglich geistig-seelischen Wesen, du wirst da gewahr, was du über dieses körperliche Wesen hinaus noch bist.

[ 17 ] Only when we move on to what was mentioned in the last lecture—on the hidden depths of soul life—namely, the spiritual training through which one gains insight into the spiritual world that lies beyond the physical world—can we truly comprehend what has already been described here. If one applies to oneself the methods found in my book *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?*, one gradually reaches the point where, as a human being, one is no longer dependent on living in the soul in such a way that one must make use of physical instruments. Spiritual science shows that a person can apply methods of meditation and concentration to themselves through which they can acquire a spiritual nature independent of the physical, so that they have experiences and know that they are not having them with the help of the senses; rather, they know: “Now you are experiencing something in your original spiritual-soul nature; you are becoming aware of what you are beyond this physical being.”

[ 18 ] Und insbesondere ist es interessant, dass man, wenn man zu solcher Schulung aufsteigt, von Anfang an das Gefühl hat: Ja, du erlebst jetzt etwas Übersinnliches. Aber zugleich ist man anfangs nicht imstande, was man so erlebt, in derselben Weise in Begriffe und Ideen und Worte zu kleiden. Warum nicht? Weil man, wenn man Ideen und Begriffe in Worte kleidet, eben das Instrument des Gehirns braucht. Die Ideen und Begriffe, die die Menschen sich bilden, sind aus der Welt genommen, sodass sich eine Kluft auftut zwischen dem, was man erlebt, und dem, was man ausdrücken kann. Erst wenn man Geduld und Ausdauer übt und die Übungen fortsetzt, kommt der Zeitpunkt, dass man in die Lage kommt, die Erlebnisse, die man aus der geistigen Welt herunterbringt, auch wirklich in Begriffe und Ideen zu kleiden, die dem äußeren Leben entnommen sind. Da weiß man, bevor man zu dieser Möglichkeit kommt, dass man das Gehirn fühlt wie etwas, das einem einen schweren Widerstand entgegenbringt, und man fühlt: Man muss im weiteren Verlauf der Schulung die Arbeit leisten – ähnlich wie das Kind das noch ungeschickte Gehirn für das Leben plastisch ausgestalten muss —, so feine Gestaltungen in das Gehirn hineinzuarbeiten, dass sie gar nicht mit äußeren Instrumenten von den Naturforschern erkannt werden. Die Arbeit des seelisch-geistigen Wesens an der materiellen Substanz des Leiblichen kann allerdings nur innerlich verfolgt werden. Wir sehen also wiederum im Geistig-Seelischen den eigentlichen Ursprung des Werdenden.

[ 18 ] And it is particularly interesting that when one advances to this kind of training, one has the feeling right from the start: Yes, you are now experiencing something supernatural. But at the same time, one is initially unable to express what one is experiencing in this way through concepts, ideas, and words. Why not? Because when one expresses ideas and concepts in words, one needs the instrument of the brain. The ideas and concepts that people form are drawn from the world, so a gap opens up between what one experiences and what one can express. Only when one exercises patience and perseverance and continues the exercises does the moment come when one is able to truly express the experiences brought down from the spiritual world in concepts and ideas drawn from external life. Before one reaches this stage, one knows that one perceives the brain as something that offers one heavy resistance, and one feels that, in the further course of the training, one must do the work—much as a child must malleably shape its still-clumsy brain for life—to work such subtle formations into the brain that they cannot even be detected by natural scientists using external instruments. The work of the soul-spiritual being on the material substance of the physical body, however, can only be observed inwardly. Thus, we see once again in the soul-spiritual realm the true origin of what is becoming.

[ 19 ] Es ist nunmehr keine unberechtigte Behauptung, wenn man nun sagt: Gewiss, so, wie die gegenwärtigen Verhältnisse unserer Erde liegen, ist das Geistig-Seelische des Menschen, wie es vor der Entstehung des ersten materiellen Atoms unseres Leibes war, nur imstande, den Spielraum [zu nutzen], der in der allgemeinen Gestaltung unseres physischen Körpers [begrenzt ist]. Während dieser Spielraum, über den die Vererbungsverhältnisse keine Macht haben, das Geistig-Seelische gestaltet, sehen wir, dass das Physische, die allgemeine Menschengestalt, nur erhalten werden kann von gleichartigen menschlichen Lebewesen. Also unter den heutigen Lebensverhältnissen ist das Geistig-Seelische nur in der Lage, gewisse Dinge innerhalb eines durch Vererbung erhaltenen Leibes zu gestalten.

[ 19 ] It is by no means an unfounded assertion to say: Certainly, given the current conditions on our Earth, the spiritual-soul aspect of the human being—just as it was before the formation of the first material atom of our body—is capable only of [utilizing] the scope [that is limited] by the general structure of our physical body. While this scope—over which hereditary factors have no power—shapes the spiritual-soul aspect, we see that the physical aspect, the general human form, can only be sustained by human beings of the same kind. Thus, under today’s conditions of life, the spiritual-soul aspect is only capable of shaping certain things within a body preserved through heredity.

[ 20 ] Wenn das heute so ist – und wenn wir annehmen, dass die Erde eine Entwicklung durchgemacht hat, was selbst die Naturforschung zugibt –, so ist ja damit nicht gesagt, dass in urferner Vergangenheit das Geistig-Seelische nur in der Lage war, innerhalb eines bestimmten Spielraumes zu arbeiten. Nehmen Sie es zunächst nur als Hypothese; es braucht nicht mehr als absurd zu gelten, wenn Geisteswissenschaft sagt: Je weiter wir zurückgehen in uralte Verhältnisse, desto mächtiger wirkt das Geistig-Seelische [des Menschen]. In urferner Vergangenheit war dieses Geistig-Seelische so bedeutsam, so mächtig, dass es auch dasjenige gestalten konnte, was heute nur innerhalb der Vererbung gestaltet werden kann. So, wie wir heute das Geistig-Seelische nur einen kleinen Teil des materiellen Menschen gestalten schen, so sehen wir es in alten Zeiten den gesamten Organismus gestalten, sodass im beseelten Erdenorganismus vorhanden waren als Geistig-Seelisches die Menschenseelen, und der Erdenleib einstmals eine solche Substanz hergeben konnte, die unmittelbar aus der Seele zum vollen Menschen gebildet werden konnte von den geistig-seelischen Welten.

[ 20 ] If this is the case today—and if we assume that the Earth has undergone a process of development, which even the natural sciences acknowledge—this does not necessarily mean that, in the distant past, the spiritual-soul aspects were only capable of operating within a certain range. Take it for now merely as a hypothesis; it need not be regarded as absurd when spiritual science says: The further back we go into ancient conditions, the more powerfully the spiritual-soul aspects [of the human being] act. In the distant past, these spiritual-soul aspects were so significant, so powerful, that they could even shape what today can only be shaped through heredity. Just as today the spiritual-soul aspect shapes only a small part of the material human being, so in ancient times we see it shaping the entire organism, so that within the animated Earth organism, human souls existed as the spiritual-soul aspect, and the Earth body was once able to provide a substance that could be formed directly from the soul into a complete human being by the spiritual-soul worlds.

[ 21 ] So blicken wir zurück in die uralte Vergangenheit, wo die Verhältnisse noch nicht die von heute waren, wo innerhalb der Gesamtseele des Erdenorganismus die menschlichen Seelen enthalten waren, das heißt, dem Erdenorganismus eignete auch organische Substanz, die anders war als die gegenwärtige, die sich nur den Vererbungskräften einordnen kann im Menschenkörper. So kommen wir zurück zu einer Erdenkonfiguration – gegenüber der Erdengestaltung, in der wir stehen –, in welcher nicht eine solche Fortpflanzung vorhanden war wie in unserer Zeit, wir finden nicht einen solchen Zusammenhang zwischen Generationen, zwischen Männlichem und Weiblichem. An der Stelle des Zusammenwirkens von Männlichem und Weiblichem finden wir das Zusammenwirken des Geistig-Seelischen mit der lebendigen Substanz des Erdenleibes. Geistig-Seelisches wirkte befruchtend auf die Erdensubstanz und ließ dasjenige hervorgehen, was der Mensch am Ursprung seines Erdendaseins war: ein rein aus dem geistig-seelischen Wesenskern herausgestaltetes, herausgebildetes Geschöpf.

[ 21 ] Thus we look back to the ancient past, when conditions were not yet as they are today, when human souls were contained within the collective soul of the Earth organism—that is to say, the Earth organism also possessed organic substance that was different from the present one, which can be classified only in terms of hereditary forces within the human body. Thus we return to a configuration of the Earth—in contrast to the form of the Earth in which we now live—in which reproduction did not take place as it does in our time; we do not find such a connection between generations, between the masculine and the feminine. In place of the interplay between the masculine and the feminine, we find the interplay of the spiritual-soul aspect with the living substance of the Earth body. The spiritual-soul aspect had a fertilizing effect on the earthly substance and brought forth what the human being was at the origin of their earthly existence: a creature formed and shaped purely from the spiritual-soul core of their being.

[ 22 ] Wenn wir die gegenwärtigen Verhältnisse wirklich unbefangen betrachten, dann scheint das vielleicht eine gewagte Hypothese, aber durchaus nicht etwas, das absurd wäre. Wir sehen unseren Erdenleib also gleichsam aus lebendiger Substanz gebildet. Wie er heute von Lufthülle umgeben ist, so war er dazumal von einer Seelen-Geistes-Hülle umgeben, und wie es heute aus den Lufthüllen regnet und der Boden durch Keime befruchtet wird, so befruchteten einstmals geistig-seelische [Keime] die lebendige Substanz, und dies verursachte, dass die befruchtete Erde den Menschen hervorbrachte. Dass sich Personen, die auf dem Boden der Naturwissenschaft stehen, bei [solchen Vorstellungen] der Magen umdreht, ist ganz begreiflich und dem Geistesforscher durchaus verständlich.

[ 22 ] If we truly examine the current circumstances with an open mind, this may seem like a bold hypothesis, but it is by no means absurd. We see, then, that our earthly body is, as it were, formed from living substance. Just as it is surrounded by a layer of air today, so was it once surrounded by a layer of soul and spirit; and just as rain falls from the air today and the soil is fertilized by seeds, so did spiritual and soul-like [seeds] once fertilize the living substance, and this caused the fertilized earth to bring forth human beings. It is quite understandable—and perfectly comprehensible to the spiritual researcher—that [such ideas] turn the stomachs of those who base their views on the natural sciences.

[ 23 ] [Etwas anderes muss noch gesagt werden], das auch wahr ist. Wenn der Geistesforscher zurückverweist auf Erdenepochen, wo es keinen Sinn hatte, von Männlichem und Weiblichem zu sprechen, sondern wo Himmlisches und Irdisches sich befruchteten, da kommen ihm die Anschauungen der Naturforscher in die Quere, nicht aber die Tatsachen der Naturforschung, welche sich in den letzten Jahrzehnten ergeben haben. Diese Tatsachen haben die Naturforscher zu besonderen Annahmen geführt. Da sehen wir, wie in der letzten Zeit, die damit begonnen hat, dass Ernst Haeckel in der [Stettiner] Naturforscherversammlung [1863] zum ersten Mal eine materialistische Deutung des menschlichen Ursprungs in seiner Auffassung der darwinistischen Theorie geben zu müssen glaubte; wir sehen, wie die auf diesem älteren Standpunkt stehenden Naturforscher sich gedrungen fühlten, eine gerade Entwicklungslinie [von den Moneren] bis zum Menschen zu ziehen, und wie sie immer genötigt sind zu sagen, wie vor dem Menschen auf der Erde ein Wesen ähnlich dem heutigen Affen gelebt habe. [Aber die neuere Forschung hat] diese Anschauung [korrigiert]. Überall sehen wir, dass man versucht hat, den Vorfahren des Menschen heranzubringen an ein physisches, tierartiges Wesen, das durch Vervollkommnung der physischen Organisation auch die Höhe der geistigen Organisation hervorgebracht habe.

[ 23 ] [Something else needs to be said], which is also true. When the spiritual researcher refers back to earthly epochs in which it made no sense to speak of male and female, but rather in which the heavenly and the earthly mutually enriched one another, he is hindered by the views of natural scientists—though not by the facts of natural science that have emerged in recent decades. These facts have led natural scientists to specific assumptions. There we see how, in recent times—a period that began when Ernst Haeckel, at the [Stettin] Naturalists’ Congress [1863], felt compelled for the first time to offer a materialistic interpretation of human origins in his conception of Darwinian theory— we see how naturalists adhering to this older viewpoint felt compelled to draw a straight line of development [from the protozoa] to humans, and how they are always forced to assert that a creature similar to today’s apes lived on Earth before humans. [But recent research has] corrected this view. Everywhere we see that attempts have been made to trace the ancestors of humans back to a physical, animal-like being that, through the perfection of its physical organization, also attained a high level of mental organization.

[ 24 ] Solche Dinge nicht mehr annehmen zu können, solche Dinge, dass der Mensch einen Vorfahren gehabt habe, der irgendwie einer heutigen tierischen Gestalt ähnlich war, sehen wir die Notwendigkeit sich erweisen. Die Naturforscher sagen, dass es einmal Menschenvorfahren gegeben habe, die dem heutigen Affen ähnlich gewesen seien. Das, was jetzt als Tierwelt lebt, habe sich aus der Dekadenz ergeben, sodass, was wir als Affen haben, ein Wesen ist, das sich aus einer niedergehenden Bildung einer höheren Form ergeben habe auf der einen Seite, und auf der anderen Seite haben wir den Menschen. Wir sehen Affen und Menschen wie zwei Äste zurückführen auf ein Wesen, das nicht mehr existiert, das nur in urfernen Erdenzeiten gewesen sei. Dieser gemeinsame Vorfahre von Tierheit und Menschheit, zu dem die Tatsachen die naturforschenden Weltanschauungsleute hinführen, ist [hypothetisch], ein Wesen, das rein ausgedacht ist.

[ 24 ] We see that it is becoming necessary to no longer accept such ideas—that humans once had an ancestor that somehow resembled a modern animal. Naturalists say that there were once human ancestors who resembled today’s apes. The animal world as we know it today is said to have emerged from a process of decline, so that what we call apes are beings that arose, on the one hand, from the degenerate remnants of a higher form, and on the other hand, we have human beings. We view apes and humans as two branches tracing back to a being that no longer exists, one that is said to have existed only in the distant past. This common ancestor of the animal kingdom and humanity—to which the facts lead natural scientists and those with a natural-scientific worldview—is [hypothetically] a being that is purely imaginary.

[ 25 ] Nun sind gewisse Naturforscher durch sorgfältige Ergebnisse gezwungen worden, dieses Wesen immer weiter hinaufzurücken, sodass viele schon gezwungen sind zu sagen, auch höhere Säugetiere erinnerten nicht an dieses hypothetische Wesen, wir müssten noch weiter zurückgehen zu einem Wesen, von dem die allerersten Säugetierformen abstammen, und dieses Wesen habe gleichzeitig einen Ast ausgebildet, der immer erhaben über der Tierheit gewesen sei und der endlich zum Menschen sich ausgebildet habe. Wenn man einen Affen sieht, so müsse man ihn immer zurückführen zu einer früheren Tierheitsstufe und dann eine rein hypothetische, eine rein gedachte Wesenheit annehmen, die einen Zweig ausgebildet habe, der zu Reptilien geworden ist, während ein anderer Zweig sich abgliederte, der zum Menschen geworden ist. Wir sehen also den Naturforscher zu etwas gehen, was Menschen und Tiere aus gleichem Wesen gebildet hat.

[ 25 ] Now, certain naturalists have been compelled by meticulous findings to trace this creature’s origins ever further back, so that many are already forced to say that even higher mammals bear no resemblance to this hypothetical creature; we would have to go even further back to a creature from which the very first forms of mammals are descended, and this creature simultaneously gave rise to a branch that has always been elevated above the animal realm and that eventually evolved into humans. When one sees a monkey, one must always trace it back to an earlier stage of animality and then assume a purely hypothetical, purely conceptual being that formed one branch that became reptiles, while another branch diverged and became human. We thus see the naturalist moving toward a view that humans and animals were formed from the same essence.

[ 26 ] Wie weit sind solche Gelehrte entfernt von dem, was wir aus der Geisteswissenschaft ausgeführt haben? Nicht weiter, als dass sie durch ihre Denkgewohnheiten genötigt sind, sich die Entwicklungsbedingungen der Erde so zu gestalten, dass sie nur auf physische Art die Entstehung heutiger Lebensformen sich denken können, während die Geistesforscher an diese Stelle etwas hinsetzen, das unter ganz anderen Erdenverhältnissen und aus ganz anderen Bedingungen hervorgegangen ist: Befruchtung der Erdensubstanz durch das Geistig-Seelische.

[ 26 ] How far are such scholars from what we have expounded in spiritual science? No further than that their habits of thought compel them to conceive of the Earth’s conditions of development in such a way that they can imagine the origin of today’s life forms only in physical terms, whereas spiritual researchers posit in this place something that arose under entirely different earthly conditions and from entirely different causes: the fertilization of the Earth’s substance through the spiritual-soul aspect.

[ 27 ] Auch die Möglichkeit finden wir, uns den weiteren Fortgang der Entwicklung bis hinauf zum Menschen als eine aus dem Geistig-Seelischen herausgearbeitete Wesenheit zu denken. Wie jetzt der heutige Mensch das Produkt von Vater und Mutter ist, so war auch ein solcher Urmensch, wie ich ihn jetzt im Sinne der Geisteswissenschaft geschildert habe, von zwei Seiten zusammengefügt, aus der Substanz der Erde und dem Geistig-Seelischen des Erdenumkreises. So können wir sagen, dass der Mensch dem geistigen Umkreis angehörte. Der Mensch hat durch dieses Urelement mehr im ganzen Himmelsumkreis gelebt und fühlte seinen Zusammenhang mit kosmischen Verhältnissen.

[ 27 ] We also find it possible to conceive of the further course of evolution, all the way up to the human being, as a being shaped out of the spiritual-soul aspects. Just as modern human beings are the product of a father and a mother, so too was such a primordial human being—as I have now described him in the sense of spiritual science—formed from two sources: the substance of the Earth and the spiritual-soul aspects of the Earth’s atmosphere. Thus, we can say that human beings belonged to the spiritual atmosphere. Through this primordial element, human beings lived more within the entire celestial sphere and felt their connection to cosmic conditions.

[ 28 ] Aber unseren geistig-seelischen Keim konnten wir nur an einem bestimmten Punkt der Erde bekommen. Dadurch ist der Mensch individualisiert, dadurch, dass er [an einen bestimmten Ort] gekommen ist, dadurch ist er ein besonderes Wesen geworden, ein Wesen, das heimisch wurde, das fest an die Örtlichkeit der Erde gebunden wurde.

[ 28 ] But we could only receive our spiritual-soul seed at a specific point on Earth. This is what individualizes human beings—the fact that they came [to a specific place]—and this is what made them unique beings, beings who found a home here, who became firmly bound to this specific location on Earth.

[ 29 ] So haben wir in diesem Urmenschen zugleich: ein Allgemein-Menschliches und ein Individuelles, ein erdgebundenes und ein mehr himmlisches, makrokosmisches Element. Merkwürdig nachwirken sehen wir im heutigen Menschen dasjenige, was wir eben charakterisiert haben.

[ 29 ] Thus, in this primeval human being, we find at the same time: a universal human element and an individual one, an earthbound element and a more heavenly, macrocosmic element. We see the peculiar aftereffects of what we have just characterized in modern human beings.

[ 30 ] Wenn man sorgfältig alles prüft, was dem Menschen durch Vererbung zukommt, so zeigt sich, dass trotz aller sonstigen, durch Vererbung spezialisierten Verhältnisse wir dem Menschen zugrunde liegend finden ein Allgemein-Menschliches, und dass individualisiert wird in jeder Menschennatur eine zweite. Beide finden wir noch heute: etwas Allgemein-Menschliches und das Spezialisierte. Wenn man die gegenwärtige Menschheit prüft, so findet man: Das Allgemein-Menschliche ist erblich von weiblicher Seite, und der besondere, individuelle Charakter ist im Wesentlichen Erbteil der männlichen Vorfahren, wobei es einerlei ist, ob der Einzelne als Individualität männlich oder weiblich ist. Das heißt, wir sehen noch jetzt das nachwirken, was sich im Urmenschen als allgemeines himmlisches Element zeigte – wenn der Ausdruck nicht pedantisch genommen wird –, und das, was an ihm aus der allgemeinen Lebenssubstanz der Erde kam. Daher brauchen wir nur anzunehmen, dass in den Urmenschen, die aus dem Geiste heraus gestaltet waren, in dem einen Falle das makrokosmische Element überwog, das aus dem Umkreis befruchtend wirkte, während das Element, das aus der Erde selber kam, mehr zurücktrat. Dadurch spezialisierte sich ein Teil der Urmenschen. Wo das Himmlische mehr wirkte, spezialisierte es sich zum Weiblichen, und da, wo das Irdische überwog, wo die spezielle Erdenbestimmung Oberhand gewann, da bildete sich das mehr Individuelle, die Anlage zum Männlichen. Da sehen wir, wie aus diesen allgemeinen Verhältnissen heraus aus dem ursprünglich geistigseelischen Menschen die Anlagen gestaltet wurden, sich mehr und mehr verdichteten und sich herausbildeten als Mann und Frau.

[ 30 ] If one carefully examines everything that comes to a human being through heredity, it becomes apparent that, despite all other conditions specialized through heredity, we find at the core of the human being something universally human, and that a second aspect is individualized within every human nature. We still find both today: something universally human and the specialized aspect. If one examines present-day humanity, one finds that the universally human aspect is inherited from the female side, and the specific, individual character is essentially inherited from male ancestors, regardless of whether the individual is male or female. This means that we still see the lingering effects of what manifested in the primordial human as a general heavenly element—if the term is not taken too literally—and of what in him came from the general life substance of the Earth. Therefore, we need only assume that in the primordial human beings, who were formed out of the spirit, the macrocosmic element—which had a fertilizing effect from the surrounding sphere—prevailed in one case, while the element that came from the Earth itself receded into the background. As a result, a portion of the primordial human beings became specialized. Where the heavenly influence was stronger, it specialized into the feminine; and where the earthly element predominated—where the specific earthly destiny gained the upper hand—there the more individual aspect, the predisposition toward the masculine, took shape. Here we see how, out of these general conditions, the predispositions were shaped from the originally spiritual-soul human being, became increasingly condensed, and developed into man and woman.

[ 31 ] Und diesen ganzen Vorgang, meine verehrten Anwesenden, müssen wir uns so vorstellen, dass die Verhältnisse immer andere wurden, das heißt nichts anderes, als dass die Bedingungen verschwanden, die es möglich gemacht hatten, dass aus dem geistigen Umkreise heraus die kosmischen Elemente befruchtend wirkten. Die lebendige Erdensubstanz setzte das rein Mineralische, Chemische aus sich heraus und war daher nicht mehr in der Lage, lebendige Substanz herauszusetzen. An die Stelle dessen, was durch das Untere und Obere in geistiger Befruchtung aufgetreten war, was nicht mehr auf diese Art den Menschen gestalten konnte, trat etwas auf andere Weise und wurde dadurch gestaltend, dass es hineingelegt wurde in den Menschen selber, sodass die Fortpflanzung von Generation zu Generation eintrat. Die Kräfte, die den Menschen gestalten, sehen wir so sich zurückführen, dass die weibliche Beisteuer auf ein Kosmisches, auf ein himmlisches Element zurückführt, und das, was in der Fortpflanzung durch das Männliche gegeben wird, zurückführt zur ursprünglichen organischlebendigen Erdensubstanz. Wir sehen noch nachwirken im Weiblichen das Allgemeine und im Männlichen das Individuelle. Niemand wird in die Vererbungsverhältnisse und den Anteil des Männlichen und Weiblichen Licht bringen, der diese Dinge nicht berücksichtigt, sie nicht berücksichtigt [auch] nur in hypothetischer Weise. Die Kräfte, die zwischen der Erdenumgebung und der Erde wirkten, mussten abgegeben werden an die Vererbung.

[ 31 ] And we must conceive of this entire process, my esteemed audience, in such a way that the circumstances were constantly changing—which means nothing other than that the conditions disappeared that had made it possible for the cosmic elements to exert a fertilizing influence from within the spiritual sphere. The living substance of the Earth expelled the purely mineral and chemical elements from within itself and was therefore no longer able to produce living substance. In place of what had arisen through the Lower and Upper in spiritual fertilization—which could no longer shape human beings in this way—something emerged in a different manner and became formative by being placed within human beings themselves, so that procreation took place from generation to generation. We see the forces that shape human beings as tracing back in such a way that the feminine contribution leads back to a cosmic, heavenly element, and that which is given through the masculine in procreation leads back to the original, organically living earthly substance. We still see the general at work in the feminine and the individual in the masculine. No one will shed light on the laws of heredity and the respective roles of the masculine and feminine who does not take these things into account—not even in a purely hypothetical sense. The forces that acted between the Earth’s environment and the Earth itself had to be transferred to the process of heredity.

[ 32 ] Es muss uns nun interessieren, wie sich zu dieser Entwicklung des Menschen, zu dieser Anschauung vom Ursprung des Menschen die Entwicklung der Tiere verhält. Denn in einer gewissen Weise wird der Ursprung des Menschen nicht recht verstanden, ohne die Entwicklung der Tiere ins Auge zu fassen. Da zeigt sich, dass der Mensch, so wie er heute vor uns steht in seiner Zweiheit – sodass einerseits noch gewisse Spielräume da sind, in denen Geistig-Seelisches arbeitet, andererseits er Vererbtes erhält —, nur so entstehen konnte, wie er heute ist, wenn er bis zu einem gewissen Zeitpunkt diese geistig-seelische Bildung beibehalten hat, bis die Bedingungen auf der Erde so waren, dass sie nicht mehr aus sich die Möglichkeit hergeben konnten, den Menschen aus Geistig-Seelischem entstehen zu lassen. Da erst gestaltete sich die heutige Art der Fortpflanzung. Als geistig-seelisch geformtes Wesen musste der Mensch warten.

[ 32 ] We must now consider how the development of animals relates to this evolution of humankind and to this view of human origins. For, in a certain sense, the origin of humankind cannot be fully understood without taking the development of animals into account. It becomes apparent that human beings, as they stand before us today in their duality—such that, on the one hand, there are still certain areas where the spiritual-soul aspect is at work, while on the other hand they inherit certain traits— could only have come into being as he is today if he had retained this spiritual-soul formation up to a certain point in time, until conditions on Earth were such that they could no longer, of their own accord, provide the possibility for human beings to arise from the spiritual-soul realm. Only then did the present mode of reproduction take shape. As a being formed by the spiritual-soul realm, the human being had to wait.

[ 33 ] Was wäre geschehen, wenn er früher die Entstehung aus dem Geistig-Seelischen abgelegt und sich bloß den Erdenverhältnissen gefügt hätte? Einfache Überlegungen können uns das zeigen. Wäre das Geistig-Seelische nicht bis zum äußersten Zeitmoment in seiner ursprünglichen Art geblieben, sondern hätte es den Erdenverhältnissen ein Übergewicht eingeräumt, dann wäre das GeistigSeelische schwach geworden gegenüber den irdischen Verhältnissen. Wäre der Mensch früher zu der Fortpflanzungsart übergegangen, die ihm jetzt eigen ist, so wäre er schwächer in seinen geistig-seelischen Kräften, und das, was von der Erde kommt, würde ein Übergewicht bekommen haben — weil es noch mächtiger war, als die Erde noch in sich organisierende Kräfte gehabt hatte –, und er wäre unter der Einwirkung der organisierenden Erdenkräfte zu einer niedereren Stufe herabgestiegen.

[ 33 ] What would have happened if he had earlier renounced his origin in the spiritual-soul realm and merely submitted to earthly conditions? Simple reflections can show us this. If the spiritual-soul aspect had not remained in its original form until the very last moment, but had instead allowed earthly conditions to take precedence, then the spiritual-soul aspect would have become weak in relation to earthly conditions. Had human beings transitioned earlier to the mode of reproduction that is now characteristic of them, they would be weaker in their spiritual-soul forces, and that which comes from the earth would have gained the upper hand—because it was even more powerful than the organizing forces the earth had possessed—and they would have descended to a lower level under the influence of the earth’s organizing forces.

[ 34 ] Das ist der Fall bei der Tierheit. Es hat das GeistigSeelische der Tiere sich zu verschiedener Zeit mit der Erde vereinigt, indem es vor dem Menschen herabgestiegen ist in die Erdensphären. Das Tier ging dem Menschen voran. Der Mensch aber stammt nicht vom Tiere ab, sondern von seiner geistigen Urform. Diejenigen geistigen Urformen, welche zu Tieren geworden sind, sind früher heruntergestiegen als der Mensch, der am längsten oben geblieben ist in den geistigen Regionen. So sind die Entwicklungslinien nicht so, dass sie zum Urbilde des Tierreiches und des Menschen führen. Das Urbild des Tierreiches müssen wir uns abgesondert von dem Seelisch-Geistigen des Menschen denken.

[ 34 ] This is the case with the animal kingdom. The spiritual-soul aspect of the animals united with the Earth at various times by descending into the earthly spheres before human beings did. The animal preceded human beings. Human beings, however, do not descend from animals, but from their spiritual archetype. Those spiritual archetypes that became animals descended earlier than human beings, who remained in the spiritual regions the longest. Thus, the lines of development do not lead to the archetype of the animal kingdom and of human beings. We must conceive of the archetype of the animal kingdom separately from the spiritual-soul aspects of human beings.

[ 35 ] So sehen wir, wie im Sinne einer logisch erarbeiteten Entwicklungstheorie die Geisteswissenschaft den Menschen hineinstellt in die Gesamtentwicklung der Erde, und wie das zusammenstimmt mit richtig erwogener naturwissenschaftlicher Anschauung. Geisteswissenschaft stellt den Menschen hinein in eine solche Entwicklungslinie, in welcher berücksichtigt werden die Metamorphosen der Erde selber, wie dann die Tierformen sich ergeben und endlich der Mensch sich ergibt, indem er so lange gewartet hat im geistigen Umkreis der Erde, damit er sich so anpassen konnte an die Erdenverhältnisse, dass der größte Spielraum für das Geistig-Seelische gegeben war.

[ 35 ] Thus we see how, in accordance with a logically developed theory of evolution, spiritual science places human beings within the overall evolution of the Earth, and how this is consistent with a properly considered scientific view. Spiritual science places the human being within a line of development that takes into account the metamorphoses of the Earth itself, how animal forms subsequently emerge, and finally how the human being emerges—having waited so long within the Earth’s spiritual sphere so that he could adapt to Earth’s conditions in a way that afforded the greatest scope for the spiritual and soul life.

[ 36 ] Meine sehr verehrten Anwesenden, ich habe schon angedeutet, dass das, was heute gesagt worden ist, gerade von den Menschen, die sich ausgerüstet haben mit allem Wissen der heutigen Zeit, vielfach als undenkbar, als Absurdität angesehen werden muss. Und wenn es nur einzelne Menschen sind, welche die Neigung und den Willen haben, einzusehen, dass diese Dinge [der Geisteswissenschaft], die in das Kulturleben hineinspielen, mit demselben Ernste durchgeführt werden wie die [der] Naturwissenschaft, dann wird das genügen, zu zeigen, wie dies Hereinwirken in das Kulturleben geschieht. Geisteswissenschaft geht von einem anderen Standpunkte aus, gelangt zu etwas allerdings, wozu sich der Naturforscher noch ablehnend verhalten muss, aber einsehen können diejenigen, die es wollen, dass die wahre Naturforschung, die auf Tatsachen beruht, «schnurstracks» dem entgegenkommt, was die Geisteswissenschaft zu geben hat. Geisteswissenschaft geht von einem anderen Standpunkt aus als die Naturwissenschaft, sie gelangt allerdings zu etwas, wozu sich der Naturforscher jetzt noch ablehnend verhalten muss. Wenn man absieht von dem, was phantasiert wird in der Naturwissenschaft, und nur die Tatsachen ins Auge fasst, so wird man sehen, dass diese überall dasjenige belegen und beweisen, was heute charakterisiert worden ist.

[ 36 ] Ladies and gentlemen, I have already indicated that what has been said today must, in many cases, be regarded as unthinkable—even as absurd—precisely by those who have equipped themselves with all the knowledge of our time. And if there are even just a few individuals who have the inclination and the will to recognize that these aspects [of spiritual science], which play a role in cultural life, are pursued with the same seriousness as [those of] natural science, then that will suffice to show how this influence on cultural life takes place. Spiritual science proceeds from a different standpoint and arrives at something to which the natural scientist must still be hostile; yet those who are willing can see that true natural science, based on facts, “goes straight” toward what spiritual science has to offer. Spiritual science proceeds from a different standpoint than natural science; however, it arrives at something to which the natural scientist must still take a negative stance. If one disregards what is imagined in natural science and considers only the facts, one will see that these facts everywhere corroborate and prove what has been characterized today.

[ 37 ] Für den Menschen aber ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass in ihm ein selbstständiges Geistiges ist, das nicht das Ergebnis eines Materiell-Leiblichen ist, sondern dass das Leibliche das Ergebnis eines Geistigen ist, das seinen Ursprung in der geistigen Umwelt hat und seine Keime eingesenkt hat der nun unlebendigen Substanz der Erde.

[ 37 ] For human beings, however, it is important to be aware that within them there is an independent spiritual element that is not the result of the material-physical, but rather that the physical is the result of a spiritual element that has its origin in the spiritual environment and has planted its seeds in the now-lifeless substance of the earth.

[ 38 ] Die Erforschung der äußeren Tatsachen in der Erdenentwicklung [widerspricht nicht der selbstständigen Bedeutung des Geistig-Seelischen in der Menschennatur, sondern die Naturwissenschaft bekräftigt das Verhältnis, in dem er zur Welt, zu Geist und Seele steht, durch] jedes tiefere Nachsinnen, jedes Einleben in seine Wesenheit — wie ein Selbstgespräch, wie ein Gespräch, das die Seele mit sich selber führt, sich formen muss, welches aus den Tiefen der menschlichen Natur heraus sich immer wieder so gestalten muss, dass [wir] das Verhältnis des Menschen zu sich und dem Leben [in die Worte zusammenfassen können]:

[ 38 ] The study of external facts in the Earth’s evolution [does not contradict the independent significance of the spiritual-soul aspect in human nature; rather, natural science confirms the relationship in which it stands to the world, to spirit, and to the soul, through] every deeper reflection, every immersion into its essence—like a soliloquy, like a conversation the soul conducts with itself, which must take shape, which, arising from the depths of human nature, must repeatedly take such a form that [we] can [summarize in words] the relationship of the human being to itself and to life:

Aus dem Geiste ist der Mensch entsprungen,
In dem Geiste wirkt und webt des Menschen ganzes Leben,
Zu dem Geiste strebt des Menschen ganzes Wesen.

Humanity sprang from the Spirit,
In the Spirit, a person’s entire life unfolds and takes shape,
A person’s whole being strives toward the Spirit.