Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Death and Immortality
in the Light of Spiritual Science
GA 69d

19 January 1913, Vienna

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Death and Immortality in the Light of Spiritual Science, tr. SOL
  1. Tod und Unsterblichkeit im Lichte der Geisteswissenschaft

11. Die Übersinnlichen Welten und das Wesen der Menschenseele

11. The Supernatural Worlds and the Nature of the Human Soul

[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Die beiden Vorträge von heute und morgen bitte ich Sie als ein Ganzes zu betrachten. Wenn ich mich auch bemühen werde, in jedem einzelnen in gewissem Sinne ein abgeschlossenes Ganzes zu geben, so wird doch dasjenige, was ich darzustellen vor Ihnen die Ehre haben werde, vollständig beleuchtet erst erscheinen können, wenn das in dem einen Vortrage Gegebene an dem des anderen gemessen wird.

[ 1 ] Ladies and gentlemen! I ask that you consider today’s and tomorrow’s lectures as a single whole. Although I will endeavor to present each one as a self-contained whole in a certain sense, what I have the honor of presenting to you will only be fully illuminated when what is presented in one lecture is measured against what is presented in the other.

[ 2 ] Wenn heute vom Gesichtspunkte jener Weltanschauung, von der aus hier meine Darstellungen gegeben werden sollen, über das Wesen der Menschenseele und ihren Zusammenhang mit den übersinnlichen Welten gesprochen wird, so muss begreiflicherweise demjenigen, der vom Standpunkte der heutigen Allgemeinbildung ausgehend das, was hier zu sagen ist, beurteilt, zunächst befremdlich, sonderbar erscheinen, vielleicht gar phantastisch. Am begreiflichsten, dass es so sein muss, ist dies demjenigen selbst, der auf dem Standpunkt dieser von einer Art geistiger Forschung ausgehenden Weltanschauung steht, denn wie sollte es denn nicht auf der einen Seite sonderbar erscheinen, wenn heutigen Weltanschauungen gegenüber, die da meinen, auf dem festen Boden der heutigen Wissenschaft zu stehen, ausgeführt wird von dieser sogenannten geistigen Forschung, dass des Menschen Seele ein viel umfassenderes Wesen ist als alles dasjenige, was dem Menschen von dieser Seele selbst bekannt ist im gewöhnlichen Leben, während des ganzen Verlaufes des Lebens zwischen Geburt und Tod, denn zeigen will ja diese Geistesforschung, dass sich dieses menschliche Seelenleben nicht erschöpft in alldem, was zutage tritt zwischen Geburt und Tod, sondern dass dieses menschliche Seelenwesen seinen Weg geht von Geburt zu Tod und wieder vom Tode zu Geburt in neue Leben, als die Folge der vorhergegangenen [Erdenleben und Ursache für spätere].

[ 2 ] When, from the perspective of the worldview from which my explanations are to be presented here, we speak today about the nature of the human soul and its connection to the supersensible worlds, it is understandable that to those who judge what is to be said here from the standpoint of today’s general education, it must at first seem alien, strange, perhaps even fantastical. This is most understandable to the very person who holds this worldview, which is based on a kind of spiritual research, for how could it not seem strange, on the one hand, when—in contrast to today’s worldviews, which believe they stand on the firm ground of modern science—this so-called spiritual research asserts that the human soul is a far more comprehensive entity than anything known to the human being about this soul in ordinary life, throughout the entire course of life between birth and death, for this spiritual research seeks to show that human soul life is not limited to all that comes to light between birth and death, but that this human soul being follows its path from birth to death and again from death to birth into new lives, as the consequence of previous [earthly lives and the cause of subsequent ones].

[ 3 ] Des Menschen Gesamtdasein zerfällt also in aufeinanderfolgende Erdenleben, zwischen denen Daseinsformen eines seelisch-geistigen Lebens liegen, die in einer rein geistigen Welt verlaufen. Das erscheint zunächst ganz begreiflicherweise als nichts anderes denn eine ganz phantastische Sache, und niemand braucht sich zu wundern, auch nicht derjenige, der auf dem Boden der Geistesforschung steht, dass in den weitesten Kreisen der gegenwärtig Gebildeten eine solche Anschauung als nichts anderes genommen wird als die Phantasie einiger sonderbarer Schwärmer, und wenn schon auf der einen Seite die Sache selbst höchst anfechtbar erscheint, so wird sich zu einer solchen Anfechtung in der Gegenwart noch leicht die andere dazugesellen können, die auch viele erheben, diejenige nämlich, die da sagt: Wenn es schon wirklich so etwas gibt wie ein vom Alltäglichen abgesondertes, besonders abgesondertes Seelenleben, so kann [doch] der Mensch mit seinen gewöhnlichen Erkenntniskräften, die ihm zur Verfügung stehen, sicherlich nicht vordringen zu einer solchen Lösung der Weltenrätsel, die auf einem Boden stehen, wie er eben charakterisiert worden ist. Sagt also der eine, der der gewöhnlichen Bildung der Gegenwart beipflichtet, dass sich so etwas überhaupt nicht erkennen lasse, so würde der andere die Sache als vollständig phantastisch erklären. Und in der Tat, meine verehrten Anwesenden, man kommt ja nicht ohne Weiteres nahe den Forschungsmethoden, den Forschungswegen, die zu Erkenntnissen führen, von denen die angedeuteten über das menschliche Seelenwesen [nur] ein Teil sind. Nicht durch äußere Verrichtung, durch äußere Experimente, auch nicht durch die gewöhnliche Beobachtungsmethode der äußeren Wissenschaft, kann der Mensch zu solchen Ergebnissen kommen, und derjenige, der sich vorstellen würde, dass Geistesforschung zu den Methoden greifen kann wie die gebräuchliche Wissenschaft, der würde sich einem großen Irrtum hingeben. Geisteswissenschaft kann nicht zu ähnlichen Beweisen greifen wie die gebräuchliche Wissenschaft. Oh, [zweifellos] liegt ja alles dasjenige, [worauf sich bezieht, was gesagt wird], außer dem Bereiche, [außerhalb dessen], was Menschenseelen beobachten können, und was auch jene Erkenntniskräfte des Menschen erfahren können, die an das Instrument des Gehirns gebunden sind. Da entsteht denn sofort die Frage: Ja, gibt es im Wesen der menschlichen Seele irgendwelche Möglichkeiten, zu Erkenntnissen zu kommen, die nicht durch die Sinne, die nicht durch das menschliche Gehirn bedingt sind? Die Antwort auf diese Frage kann selbstverständlich nur die Erfahrung geben, die Erfahrung derjenigen, die eben zu solchen Erkenntnissen gekommen sind. Aber fragen kann jeder: Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, von einem «Überwesen» der menschlichen Seele zu sprechen, das abgesondert verläuft von der äußeren Leiblichkeit des menschlichen Gehirns?

[ 3 ] Human existence as a whole thus breaks down into successive earthly lives, between which lie forms of soul-spiritual existence that unfold in a purely spiritual world. At first glance, this understandably appears to be nothing more than a completely fantastical notion, and no one need be surprised—not even those grounded in spiritual research—that in the broadest circles of today’s educated public, such a view is regarded as nothing more than the fantasy of a few eccentric dreamers, and even if, on the one hand, the matter itself appears highly open to criticism, such criticism can easily be joined at present by another that many also raise—namely, the one that says: “Even if there really is such a thing as a soul life that is separate—and particularly separate—from everyday life, a person, with the ordinary powers of cognition at his disposal, certainly cannot advance to a solution of the world’s mysteries that is grounded on the basis just described.” So if one person, who concurs with the prevailing view of our time, were to say that such a thing cannot be known at all, the other would declare the matter to be entirely fantastical. And indeed, ladies and gentlemen, one does not readily come close to the research methods and paths that lead to insights of which those indicated regarding the human soul are [only] a part. Not through external activities, through external experiments, nor even through the ordinary observational methods of external science, can human beings arrive at such results; and anyone who might imagine that spiritual research can resort to the same methods as conventional science would be indulging in a grave error. Spiritual science cannot resort to evidence similar to that of conventional science. Oh, [undoubtedly] everything [to which what is said refers] lies beyond the realm [beyond which] human souls can observe, and beyond what even those cognitive powers of human beings bound to the instrument of the brain can experience. This immediately raises the question: Are there, in the nature of the human soul, any possibilities for arriving at insights that are not conditioned by the senses or by the human brain? The answer to this question can, of course, only be provided by experience—the experience of those who have already arrived at such insights. But anyone can ask: Is there any possibility at all of speaking of a “superior being” of the human soul that exists separately from the external physicality of the human brain?

[ 4 ] Einen Ausgangspunkt, meine verehrten Anwesenden, müssen wir nehmen, den ich schon öfters, als ich die Ehre hatte, vor Ihnen zu sprechen, genommen habe, von einer Tatsache, die innig mit allen höchsten Lebensrätseln des Menschen zusammenhängt, die jeden Tag sich dem Menschen von Neuem aufdrängt, die nur nicht beobachtet wird, weil der Mensch das am wenigsten im Leben beobachten will, was er als eine Alltäglichkeit erlebt. Überraschend bedeutsamer ist allerdings jenes Lebensrätsel, von dem morgen näher die Rede sein soll, das sich in die Frage zusammenschließt nach Tod und Unsterblichkeit. Aber innig zusammenhängend mit diesem jeden Menschen so tief berührenden Lebensrätsel ist ein [anderes], alltägliches. Das ist jenes Lebensrätsel, das sich birgt in dem Wechselzustand, den wir alltäglich zwischen Wachen und Schlafen erleben. Nicht von den allerdings im höchsten Grade interessanten wissenschaftlichen Hypothesen über das Wesen des Schlafes soll hier die Rede sein, sondern von dem, was zunächst in ganz elementarer Weise die Geisteswissenschaft über das Wesen des Wechselzustandes zwischen Wachen und Schlafen zu sagen hat. Geisteswissenschaft hat zunächst aufmerksam zu machen auf das Unlogische, was darin liegt, wenn jemand annehmen wollte: dass an jedem Abend alles, was an jedem abflutenden Tage vom Morgen bis zum Abend heraufkommt, am Abend verschwinden würde, wenn wir in [die Finsternis], die Bewusstlosigkeit des Schlafes hineintauchen. Triebe, Begierden, Leidenschaften, Empfindungen, Vorstellungen, [Freude und Leid], alles senkt sich in die Bewusstlosigkeit des Schlafs; dass es am Abend verschwände und am Morgen [wiederkomme], sich wieder gestalte, das kann kein logisches Denken annehmen. Daher kann dieses Denken hinblicken auf dasjenige, und vorläufig als eine Hypothese ansehen, was Geisteswissenschaft ihrerseits zu sagen hat. Zu sagen hat sie nämlich, dass im Einschlafen, wenn der Mensch verliert die Herrschaft über die äußeren Glieder und die Bewegung, wenn er verliert die Möglichkeit, zu empfinden, zu denken, des Menschen seelisch-geistiges Wesen so sagt die Geisteswissenschaft – in diesem Augenblicke die Leiblichkeit verlässt. Außerhalb des Leibes ist [dann des Menschen seelisch-geistiges Wesen] während des Schlafes, und es kehrt zurück, hinein des Morgens; wenn der Mensch wiederum [erwacht], sein Tagleben beginnt, taucht dieses seelisch-geistige Wesen — so sagt die Geisteswissenschaft – [wieder] unter in die [physische] Leiblichkeit [und] beginnt, sich zu regen, um den Verkehr zu pflegen mit der physisch-sinnlichen Außenwelt.

[ 4 ] A starting point, ladies and gentlemen, is one that I have often taken—on the many occasions when I have had the honor of speaking before you—namely, a fact that is intimately connected with all of humanity’s greatest mysteries of life, a fact that presents itself anew to us every day, yet goes unobserved simply because people are least inclined to observe in life precisely those things they experience as part of their everyday routine. Surprisingly more significant, however, is the mystery of life that will be discussed in greater detail tomorrow—one that centers on the question of death and immortality. But intimately connected to this mystery of life, which touches every human being so deeply, is [another], everyday mystery. This is the mystery of life hidden in the transitional state we experience daily between waking and sleeping. We shall not discuss here the scientific hypotheses—which are, admittedly, of the utmost interest—concerning the nature of sleep, but rather what spiritual science has to say, in a very elementary way, about the nature of the transitional state between waking and sleeping. Spiritual science must first draw attention to the illogicality inherent in the assumption that every evening, everything that has arisen during the passing day—from morning to evening—would vanish as we plunge into [the darkness], the unconsciousness of sleep. Instincts, desires, passions, sensations, ideas, [joy and sorrow]—all sink into the unconsciousness of sleep; that they would vanish in the evening and [return] in the morning, taking shape anew—no logical thinking can accept this. Therefore, this line of thought can turn its attention to what spiritual science has to say on the matter and, for the time being, regard it as a hypothesis. For spiritual science teaches that when a person falls asleep—when they lose control over their physical limbs and movement, and when they lose the ability to feel and think—their soul-spiritual being, as spiritual science puts it, leaves the physical body at that very moment. [The human soul-spiritual being] is outside the body during sleep, and it returns to it in the morning; when the person [awakens] once more and their daily life begins, this soul-spiritual being—so says spiritual science—[once again] submerges into [physical] body [and] begins to stir in order to interact with the physical-sensory external world.

[ 5 ] Gewiss, meine verehrten Anwesenden, muss das eine Hypothese sein für jeden, der noch nicht näher auf die Geisteswissenschaft eingegangen ist; denn wenn man [nun] auch annimmt, dass das geistig-seelische Wesen sich aus der Leiblichkeit herauszieht und ein eigenes Dasein führt, [so] ist ja der Mensch nicht imstande, etwas über dieses seelisch-geistige Wesen zu wissen; angenommen auch, es sei aus der äußeren Leiblichkeit herausgetreten, so verliert der Mensch [mit dem Heraustreten] doch die Möglichkeit, sich bewusst, handelnd und leidend, zu fühlen in dem, was da heraußen sein soll. Und wenn es keine Möglichkeit gibt, zu zeigen, dass dasjenige, was da heraustritt, wirklich real vorhanden ist, wenn es keine Möglichkeit gibt, zu zeigen, dass der Mensch in die Lage kommen kann, sich außerhalb des Leibes zu erleben, dann kann es auch keinen wirklichen Beweis geben für das, was die Geisteswissenschaft sagt. Diesen Beweis liefern muss derjenige, der Geistesforscher sein will, und unmöglich ist es, in die Geisteswelt hineinzuschauen, unmöglich ist es, in der Geisteswelt Erkenntnisse zu gewinnen, als dass dasjenige, was untertaucht im Schlafe [in die geistige Welt], dass das im Menschen als das eigene menschlich-seelische Wesen regsam gemacht wird, belebt wird, zum Bewusstsein erhoben wird auch dann, wenn es vom Leib getrennt ist. Das muss der Geistesforscher als eine Entwicklung seines geistig-seelischen Wesens durchmachen, damit er zu einer [neuen] Anschauung kommen kann. Wahrnehmen muss der Geistesforscher lernen, verkehren mit demjenigen geistig-seelischen Wesen, von dem der Mensch im gewöhnlichen Leben gar nichts weiß, von dem er sagen muss: Wenn es schon an mir ist, so weiß ich es doch nicht. Das schließt ein, dass etwas eintreten könnte beim Geistesforscher, das ähnlich wäre dem Schlafzustande [und] doch wieder radikal verschieden. Nehmen wir einmal an, dass die Hypothese richtig wäre; so könnte man sagen: Der Mensch verlässt im Schlaf seinen physischen Körper. Das bewusste Leben hört auf, die [Sinnes-]Organe versagen ihren Dienst, daher ist der Schlafzustand also dadurch [konstituiert], dass die Menschenseele, wo sie sich der Werkzeuge nicht bedient, [scheinbar] bewusstlos wird, in die Finsternis des Schlafes versinkt. Der Geistesforscher muss diesen [Seelen-]Zustand herbeiführen können durch seine Willkür, durch seinen energisch gemachten Willen. Er muss tatsächlich dasjenige, was sonst den Menschen willenlos befällt, [willkürlich] herbeiführen: allen Verkehr mit der physischen Außenwelt aufzuheben. Das muss der Geistesforscher künstlich herbeiführen. Damit noch nicht genug; er würde für die geistige Erkenntnis nichts herbeiführen, wenn er nur das täte; er würde den Schlafzustand herbeiführen.

[ 5 ] Certainly, ladies and gentlemen, this must be a hypothesis for anyone who has not yet delved more deeply into spiritual science; for even if one assumes that the spiritual-soul being withdraws from physicality and leads an existence of its own, human beings are not capable of knowing anything about this spiritual-soul being; even if we assume that it has stepped out of the outer physical body, human beings nevertheless lose [upon stepping out] the ability to feel themselves—consciously, actively, and in suffering—within what is supposed to be out there. And if there is no way to demonstrate that what emerges is truly real, if there is no way to demonstrate that a human being can come to experience themselves outside the body, then there can be no real proof for what spiritual science asserts. This proof must be provided by the one who wishes to be a spiritual researcher, and it is impossible to look into the spiritual world; it is impossible to gain insights into the spiritual world unless what submerges into the spiritual world during sleep—that which is activated and enlivened within the human being as their own human-soul being— and raised to consciousness even when it is separated from the body. The spiritual researcher must undergo this as a development of his own spiritual-soul being so that he may arrive at a [new] insight. The spiritual researcher must learn to perceive and to commune with that spiritual-soul being of which the human being knows absolutely nothing in ordinary life, of which he must say: “Even if it is happening to me, I am still unaware of it.” This implies that something could occur in the spiritual researcher that would be similar to the state of sleep [and] yet radically different. Let us assume for a moment that the hypothesis is correct; then one could say: In sleep, the human being leaves his physical body. Conscious life ceases, the [sensory] organs cease to function; thus, the state of sleep is [constituted] by the fact that the human soul, when it does not make use of these instruments, becomes [apparently] unconscious and sinks into the darkness of sleep. The spiritual researcher must be able to bring about this [soul] state through his own volition, through his energetically exerted will. He must in fact [voluntarily] bring about that which otherwise befalls a person involuntarily: the severing of all contact with the physical external world. The spiritual researcher must bring this about artificially. But that is not enough; if he did only that, he would not be bringing about anything for spiritual knowledge; he would merely be inducing a state of sleep.

[ 6 ] Ein Zweites muss noch [Folgendes] sein: Wenn sich [der Geistesforscher] durch seine Willkür unabhängig gemacht hat von allem Dienste für die Leiblichkeit, nicht in die Bewusstlosigkeit verfällt, sondern weiß, dass er mit dem Ich in einer neuen Welt, in einer jenseits der gewöhnlichen Welt lebenden, sich befindet, das heißt, er muss in die Lage kommen, das Ich, das sonst wie gelähmt sich ausnimmt, keine innere Regsamkeit, kein inneres Leben verspürt, zu innerem Leben und Regsamkeit zu entwickeln; was sonst als ein Nichtwirkliches, Gelähmtes erscheint, [muss er ganz wirklich machen].

[ 6 ] A second condition must also be met: When [the spiritual researcher], through his own free will, has freed himself from all service to the physical body, he does not fall into unconsciousness, but knows that he finds himself with the “I” in a new world—one that exists beyond the ordinary world—that is to say, he must be able to develop the “I”—which otherwise appears paralyzed, sensing no inner activity or inner life—into inner life and activity; what otherwise appears as something unreal and paralyzed, [he must make entirely real].

[ 7 ] Wenigstens im Prinzip muss ich Ihnen, verehrte Anwesende, [angeben], was zu einer solchen Belebung führt; eine ausführliche Darstellung, wie der Mensch zu einer wirklichen inneren Belebung [seiner Seele] kommen kann, findet man in meinen Schriften «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», «Theosophie» und [«Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen»]. Was dort ausführlich gesagt ist, soll hier nur im Prinzipe gegeben werden. Nicht durch äußere Maßnahmen [gelangt] man dazu, sondern durch intime innere Vorgänge, die man bezeichnen kann mit den Worten Meditation, Konzentration des Seelenlebens, Kontemplation. Was hat man darunter zu verstehen? Man bekommt den besten Begriff, wenn man sich zunächst nicht vorstellt, dass darunter [etwas] dem gewöhnlichen Seelenleben ganz Fremdes, abseits Liegendes gemeint sei. Alles dasjenige, was der Geistesforscher auf seine Seele anzuwenden hat, ist nur eine Fortsetzung dessen, was er, [was das Seelenleben auch] sonst vollbringt.

[ 7 ] At least in principle, I must [explain] to you, esteemed audience, what leads to such a revitalization; a detailed account of how a person can attain a true inner revitalization [of their soul] can be found in my writings *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?*, “Theosophy,” and [“A Path to Self-Knowledge”]. What is explained in detail there will be presented here only in principle. One does not attain this through external measures, but through intimate inner processes that can be described with the words meditation, concentration of the soul life, and contemplation. What is meant by these terms? One gains the best understanding if one does not initially imagine that these terms refer to [something] entirely foreign to ordinary soul life or lying apart from it. Everything that the spiritual researcher must apply to his soul is merely a continuation of what he otherwise accomplishes [in his soul life].

[ 8 ] Nehmen wir ein Beispiel. Einer der großen Fortschritte im Geistesleben der Menschheit wird bezeichnet durch dasjenige, was einstmals Giordano Bruno getan hat, der dastand als Welten-Denker auf dem Boden der kopernikanischen Weltanschauung. Was ist eigentlich mit Giordano Bruno für das sich fortentwickelnde Geistesleben gewonnen worden? Wir können es etwa so konstruieren, was da gewonnen wurde: Ein großer Teil der Menschen sah [damals], in der Zeit, die dem Giordano Bruno vorangegangen ist, hinauf in den Weltenraum, er sah [da] die verschiedenen Sterne kreisen, aber er stellte sich dazu vor, der naive Mensch der damaligen Zeit, dass der ganze Raum abgeschlossen wäre vom Äther, von dem, was man den Kristallhimmel nannte, weil man das blaue Himmelsgewölbe sah. Wie aber schaute Giordano Bruno in den Weltenraum? So schaute er hinaus in den Weltenraum, dass er erkannte: Jeder Blick, der hinaussieht, sieht hinaus in Unendlichkeiten, und da, wo sich eine Grenze für das Auge darstellt, da ist eigentlich nichts; es ist nur durch das Auge, durch die ganze menschliche Anschauung bewirkt, dass da etwas wie eine blaue Hohlkugel gesehen wird. Durchbrochen wurde also, was das Auge sicht; und durch die Weltanschauung des Giordano Bruno [wurde durchbrochen] dasjenige, was die Mission der Entwicklung der Menschheit bis zu seiner Zeit brauchte. Ein neues Element trat auf. [Unendliche Weltenräume hat das Auge vor sich], eingebettet in den unendlichen Weltenraum, unendliche Welten. Der Mensch kann sich sagen: Was du also da siehst, so wie dein Blick auf das blaue Himmelsgewölbe hinsicht, ist nur Schein, ist nur bewirkt durch deinen Wechselverkehr mit der Außenwelt, ist [eigentlich] in Wahrheit [gar] nicht da. Wodurch war eine solche Anschauung gewonnen worden? [Gewonnen worden war diese Anschauung] nicht durch äußere Beobachtung natürlich, denn diese hat doch solchen Anschauungen widersprochen, sondern durch eine höhere Energisierung, [Durchkraftung] des menschlichen Erkenntnis- und Seelenlebens. Man hatte den Mut gefasst, aus den Angaben der Sinne innere Erkenntnis zu erwerben und damit zu durchbrechen, was die Sinne boten. Als Schein war etwas Umfassendes erklärt [worden — was die Sinne boten]. Dadurch, dass in sich selber die Menschenseele Kräfte entwickelt hat, die sie aufklären können über das Wirkliche trotz des äußeren Scheines, ist gleichsam als eine Fortsetzung derjenigen geringen Seelenentwicklung, welcher sich die geistig führenden Persönlichkeiten hingaben, das zu [betrachten], was als Meditation, Kontemplation, [Konzentration] bezeichnet wird.

[ 8 ] Let's take an example. One of the great advances in humanity’s spiritual life is marked by what Giordano Bruno once accomplished, standing as a thinker of the cosmos on the foundation of the Copernican worldview. What, in fact, was gained for the evolving spiritual life through Giordano Bruno? We can outline what was gained in roughly the following way: A large portion of humanity [at that time], in the era preceding Giordano Bruno, looked up into outer space; they saw the various stars circling there, but the naive people of that time imagined that the entire space was enclosed by the ether—by what was called the “crystal sky,” because they saw the blue vault of the heavens. But how did Giordano Bruno look out into outer space? He looked out into outer space in such a way that he recognized: Every gaze that looks out sees into infinities, and where a boundary appears to the eye, there is actually nothing; it is only through the eye, through the entire human perception, that something like a blue hollow sphere is seen. Thus, what the eye sees was transcended; and through Giordano Bruno’s worldview, that which the mission of human development had required up to his time was transcended. A new element emerged. [Infinite cosmic spaces lie before the eye], embedded in infinite cosmic space, infinite worlds. A person can say to themselves: What you see there—just as your gaze rests upon the blue vault of the sky—is only an illusion, is only brought about by your interaction with the external world, and [in truth] is not really there at all. How was such a perspective gained? [This perspective was gained] not through external observation, of course, for that contradicted such perspectives; rather, through a higher energization [or vitalization] of human cognitive and spiritual life. One had mustered the courage to derive inner insight from the data provided by the senses and thereby transcend what the senses offered. That which the senses offered had been declared to be an all-encompassing illusion. Because the human soul has developed within itself powers that can enlighten it about reality despite outward appearances, what is referred to as meditation, contemplation, and [concentration] can be regarded, as it were, as a continuation of that modest spiritual development to which the spiritually leading personalities devoted themselves.

[ 9 ] Wie der Mensch zu jener Willkür kommt, die Aufmerksamkeit abzuziehen, kann nachgelesen werden [in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?»]. Gerade so, wie es im gewöhnlichen Leben möglich ist, die Aufmerksamkeit von etwas abzuziehen, so ist es durch innere, höhere Willenstat möglich, alle Seelenaufmerksamkeit von allen äußeren Eindrücken abzulenken, sodass man künstlich in den Zustand kommt wie unwillkürlich in den Schlaf. [Aber] dann muss man bereits Sorge getragen haben, [dass das Seelenleben so kräftig ist], dass man nicht in Unlebendigkeit, in Untätigkeit verfällt, und das wird dadurch bewirkt, dass man jene innere Seelentätigkeit vollführt, die dazu nötig ist. Und wie das zu geschehen hat, wird uns am meisten klar werden, wenn wir bedenken, dass der Mensch alles, was er erlebt, denkt und empfindet, in Anlehnung an die Außenwelt erlebt, denkt und empfindet. Man braucht sich nur zu besinnen, wie leer das Menschenseelenwesen wäre, wenn es auf einmal, auf einen Augenblick, alles vergäße, was von außen kommt. Da würde sich manches Seelenwesen nur zu leer fühlen. Nun kann man [aber] auch zu einer gewissen Vertiefung, Verinnerlichung [des Seelenlebens] kommen, wenn man die Vorstellung nimmt, die man durch äußere Eindrücke gewinnt, sie zurückhält, [sich zurückzieht und] innerlich verarbeitet, [was man an Vorstellungen durch äußere Eindrücke gewonnen hat. Das ist schon eine Art Meditation.] Wirksam wird sie erst dann, wenn der Geistesforscher lebendig macht Vorstellungen, die nicht von außen kommen, sondern die er aus der Seele heraus, wenn auch mit einem Anklang an äußere Wirklichkeiten, sich selber [schafft]. Ich möchte hier einmal eine solche konkrete Vorstellung hervorheben, eine Vorstellung, die zunächst dem äußeren Menschen recht töricht erscheinen mag: Man stelle sich vor, man habe vor sich stehen zwei Wassergläser, ein leeres und ein teilweise gefülltes; man stelle sich weiter vor, man schütte Wasser aus dem halb gefüllten Glase in das leere hinein; dabei suche man sich vorzustellen, dass das Glas durch das Ausgießen nicht leerer wird, sondern immer voller und voller, je mehr man auch Wasser ausgießt. Eine törichte Vorstellung in der äußeren Welt, aber solche Vorstellungen sind zu etwas anderem wichtig und wesentlich. Demjenigen, der da einwerfen würde, dass diese Vorstellung doch ganz töricht sei, müsste man sagen: Dazu soll eine solche Vorstellung auch nicht sein, dass irgendetwas von außen abgebildet werde, sondern [diese Vorstellung soll dazu] sein, dass die Seele zur Tätigkeit hervorgerufen werden solle, dass eine sinnbildliche Vorstellung in der Seele rege gemacht werden solle. Wie können wir uns dazu verhalten? Diese Vorstellung kann ein Sinnbild sein für etwas [sehr Rätselvolles], Tiefbedeutsames im menschlichen Leben; und das ist dasjenige, was man einschließt in das Wort «die Liebe». Wo man auch hinsieht im menschlichen Leben, tritt sie uns als ein Befruchtendes entgegen, [gibt sich kund als etwas Belebendes]. Rätsel über Rätsel, [Lebensrätsel höchster Art] gibt sie uns auf. Wer wollte sich vermessen, zu sagen, er könnte hineinblicken in jene Seelentiefen, welche getroffen werden, wenn von der Liebe die Rede ist? [Etwas unendlich Umfassendes wird angeregt durch die Vorstellung «Liebe».] Aber eine Eigenschaft der Liebe wird wunderbar versinnlicht durch das Gleichnis mit den zwei Gläsern, durch diese unmögliche Vorstellung: Derjenige, der [immer] von Neuem und Neuem hingibt aus Liebe, der wird nicht leerer und leerer, sondern voller und voller, reicher und reicher. Das ist eine Eigentümlichkeit [der Liebe], desjenigen, was sich da ausspricht: dass der Seele immer reicher und reicher wird gegeben, wenn sie aus Liebe schenkt. Das können wir vorstellen, was in jenem Sinnbilde gegeben ist; wir machen damit nichts so ungeheuer Törichtes, denn wir machen es [dem Wissenschafter nach, demjenigen, der als der strengste gilt, dem Mathematiker], wir machen es nach der Mathematik und der Geometrie.

[ 9 ] How a person comes to possess the ability to divert one’s attention can be read about [in my book *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?*]. Just as it is possible in ordinary life to withdraw one’s attention from something, so too is it possible, through an inner, higher act of will, to divert all the soul’s attention away from all external impressions, so that one artificially enters a state similar to falling asleep involuntarily. [But] one must already have ensured [that one’s soul life is strong enough] so as not to fall into lifelessness or inactivity, and this is achieved by performing the inner soul activity necessary for it. And how this is to be accomplished will become clearest to us when we consider that human beings experience, think, and feel everything in relation to the external world. One need only reflect on how empty the human soul would be if it were to suddenly, in an instant, forget everything that comes from the outside. Many a soul would then feel far too empty. Now, [however], one can also achieve a certain deepening and internalization [of the soul life] by taking the images gained through external impressions, holding them back, [withdrawing, and] processing them inwardly—[that is, the images gained through external impressions. This is already a kind of meditation.] It becomes effective only when the spiritual researcher brings to life ideas that do not come from the outside, but which he [creates] for himself from within the soul, even if they have a resonance with external realities. I would like to highlight one such concrete idea here, an idea that may at first seem quite foolish to the outer human being: Imagine that you have two glasses of water in front of you, one empty and one partially filled; imagine further that you pour water from the half-filled glass into the empty one; as you do so, try to imagine that the glass does not become emptier as you pour, but rather becomes fuller and fuller the more water you pour out. A foolish notion in the outer world, but such notions are important and essential for something else. To anyone who might object that this notion is indeed quite foolish, one would have to say: Such a notion is not meant to represent anything from the outside, but [its purpose is] to stir the soul into activity, to awaken a symbolic image within the soul. How should we relate to this? This image can be a symbol for something [highly enigmatic] and profoundly significant in human life; and that is what is encompassed by the word “love.” Wherever one looks in human life, it appears to us as something life-giving, [revealing itself as something invigorating]. It presents us with riddle upon riddle, [life’s greatest mysteries]. Who would presume to say that they could peer into those depths of the soul that are touched upon when we speak of love? [Something infinitely all-encompassing is evoked by the concept of “love.”] But one quality of love is wonderfully illustrated by the parable of the two glasses, by this impossible notion: the one who [always] gives again and again out of love does not become emptier and emptier, but fuller and fuller, richer and richer. This is a peculiarity [of love], of that which is expressed here: that the soul is given more and more as it gives out of love. We can conceive of what is presented in that metaphor; in doing so, we are not committing any immense folly, for we are following the example of the scientist—the one considered the most rigorous, the mathematician—we are doing so according to mathematics and geometry.

[ 10 ] Nehmen wir an, jemand hätte eine Medaille vor sich, er hätte gar keine Ahnung von dem substanziellen Inhalt derselben – eines aber kann er sehen: dass sie kreisförmig ist. Er zeichnet sich den Kreis auf, er stellt ihn sich vor. Alles, was er sich als Kreis vorstellen kann, gilt für die Medaille. Was tut er also? Er sondert die Eigenschaften von den Dingen ab [und] betrachtet sie [einzeln], abgesondert, und so kommt er zu seinen Erkenntnissen. Mit einem solchen Seelenbilde kann man allerdings nicht genauso weit gehen wie in der Mathematik. Aber dieses Sinnbild soll zum [selbstständigen] inneren Leben der Seele führen. Nun handelt es sich darum, dass man, mit Ausschluss aller anderen Vorstellungen, mit Ausschluss aller Sorgen, [dessen, was sonstige Lebenserfahrung sei], eine Weile dahin bringt, sich einer solchen Vorstellung ganz und gar hinzugeben, ganz in ihr zu leben. Was wird da erreicht? Es wird erreicht, dass der, der ein Seelenforscher werden will, alles das in seiner Seele vereinigt hat, was er sonst auf viele Sinnesempfindungen, viele Willensimpulse zersplittert, dass er alles konzentriert auf eine einzige Vorstellung, die er sich selbst geschaffen hat, die er also ganz überschaut, [auf ein Sinnbild]. Es muss eine ungeheuer viel größere Energie des Seelenlebens angewendet werden, wenn eine solche Vorstellung keine Stütze, keine Krücke hat im äußeren Seelenleben. Aber es genügt nicht, dass man eine solche Schulung nur etwa kurze Zeit macht. Viel ist notwendig, wie es im Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» konstatiert ist. Moralische Vorstellungen aller Art [sind notwendig], die sind besonders fruchtbar für die innere Energisierung, für eine innere Belebung, ein Regsammachen des Seelenlebens.

[ 10 ] Let’s suppose someone has a medal in front of them and has absolutely no idea what it actually represents—but there is one thing they can see: that it is circular. They sketch the circle; they imagine it. Everything he can imagine as a circle applies to the medal. So what does he do? He isolates the properties from the objects [and] considers them [individually], in isolation, and in this way he arrives at his insights. With such a mental image, however, one cannot go quite as far as in mathematics. But this symbol is meant to lead to the soul’s [independent] inner life. The point now is that, by setting aside all other ideas, by setting aside all worries—[that is, whatever else life experience might entail]—one should spend some time devoting oneself entirely to such a concept, living wholly within it. What is achieved in this way? What is achieved is that the person who wishes to become a researcher of the soul has united within his soul everything that he would otherwise have scattered across many sensory perceptions and many impulses of the will; he concentrates everything onto a single image that he has created for himself—one that he thus fully comprehends—[a symbol]. An immensely greater energy of the soul life must be expended when such an idea has no support, no crutch, in the outer soul life. But it is not enough to engage in such training for only a short time. Much is required, as stated in the book *How to Attain Knowledge of the Higher Worlds*. Moral concepts of all kinds [are necessary]; they are particularly fruitful for inner energization, for inner revitalization, and for stimulating the life of the soul.

[ 11 ] Das Erste, was so die Seele fühlt, ist nicht etwa gleich übersinnliche Erkenntnis – es ist, dass sie nun weiß: Es gibt in dir die Möglichkeit, andere Kräfte hervorzurufen, als im gewöhnlichen Leben zu erfahren sind. Es ist ein wichtiger, wesentlicher Augenblick des Lebens, dies zu erfahren. Es lässt sich dieser Augenblick nicht vergleichen mit etwas, was man sonst [im gewöhnlichen Leben] in einer anderen Wissenschaft erfährt, was man nennen kann Erweiterung der Erkenntnis auf gewöhnlichem wissenschaftlichem Gebiete; was man da erlebt, lässt sich nur vergleichen mit etwas anderem im menschlichen Leben, mit dem, was das Kind erlebt, nachdem es die erste Zeit, die ersten Jahre nach der Geburt innig verbunden ist mit dem Körperlichen. Wir sehen es heranwachsen so, dass die Seele vom Leibe gleichsam nicht getrennt ist, das geistige Einwirkung in physischer Bewegung sich äußert, dann werden wir gewahr jenes [wichtigen] Zeitpunktes, indem es gewahr ist, dass es ein Ich ist, bis zu dem es sich später zurückerinnert, während die frühere Zeit verschwindet. Wie eine innere Gliederung in ein Geistiges und ein Seelisches stellt sich das Kindesleben dar. Das Leibliche tritt jetzt als etwas anderes dem Seelenleben gegenüber, eine Art Geburt des Seelenlebens vollzieht sich, eine Loslösung des Seelenlebens; nicht nur, dass das Kind etwas hinzubekam, sondern es ist anders geworden, es ist [damit] ein anderes Wesen geworden. Im selben Sinne fühlt man sich heranwachsen, wenn das eintritt, was erreichbar ist durch die Meditation; [etwas Ähnliches fühlt man bei diesem Erlebnis wie das Kind.] In dem Momente fühlt man immer mehr und mehr, wie sich da etwas loslöst, so wie sich die Leiblichkeit des Kindes loslöst vom Seelenleben. Doppelt wird das Seelenleben, man sieht etwas sich herausgliedern, wie wenn ein neuer Mensch aus dem Alten herausgeboren wird, [man wird ein anderes Wesen, bekommt ein neues Ich, ein neues inneres Seelenleben erwacht]; so wie das Kind, wenn es anfängt, sich als Ich bewusst zu werden, sich ganz anders seiner Leiblichkeit gegenüberstellt als früher, so stellt sich der Mensch, der das erlebt hat, seinem ganzen Seelenleben gegenüber. Das ist aber ein Moment, der aber wieder wesentlich verschieden ist von dem Momente, der eben besprochen worden ist, im Leben des Kindes; wie, das kann klar werden, wenn Sie bedenken, dass der Mensch zeitlebens dasjenige ist, was er sich hereinentwickelt hat als sein Fühlen, Denken und Vorstellen; das, was er nun seelisch erlebt, das muss er von sich loslösen wie ein neues Ich. Was innerlich war, muss jetzt äußerlich werden, es wird nunmehr der größte Teil davon äußerlich, und ein neues inneres, zugleich höheres Seelenleben erwacht. In diesem Momente fühlt man erst zweierlei Dinge; die Erlebnisse sind von früher gut bekannt, aber in der Stärke hat man sie früher niemals durchgemacht.

[ 11 ] The first thing the soul feels in this way is not, as it were, immediate supersensible knowledge—it is the realization that within you lies the potential to summon powers other than those experienced in ordinary life. Experiencing this is an important, essential moment in life. This moment cannot be compared to anything one otherwise experiences [in ordinary life] in another branch of science—what might be called an expansion of knowledge within the ordinary scientific realm; what one experiences here can only be compared to something else in human life, namely, what a child experiences after being intimately connected to the physical body during the earliest period, the first years after birth. We see the child growing up in such a way that the soul is, as it were, not separated from the body—spiritual influence manifests itself in physical movement—and then we become aware of that [important] moment when the child realizes that it is an “I,” a realization it will later recall, while the earlier period fades away. The child’s life presents itself as an inner division into a spiritual and a soul aspect. The physical now stands opposite the soul life as something distinct; a kind of birth of the soul life takes place, a detachment of the soul life; it is not merely that the child has gained something, but that it has become different—it has [thereby] become a different being. In the same sense, one feels oneself growing as one approaches what can be attained through meditation; [one feels something similar to what the child feels in this experience.] At that moment, one feels more and more how something is breaking away, just as the child’s physicality breaks away from the life of the soul. The soul life becomes twofold; one sees something branching off, as if a new person were being born out of the old one, [one becomes a different being, acquires a new “I,” and a new inner soul life awakens]; just as the child, when it begins to become conscious of itself as an “I,” relates to its physicality quite differently than before, so too does the person who has experienced this relate to their entire inner life. This, however, is a moment that is again fundamentally different from the moment just discussed in the life of the child; how so becomes clear when you consider that throughout their life, a person is what they have developed within themselves as their feeling, thinking, and imagining; what they now experience psychologically, they must detach from themselves as a new “I.” What was inner must now become outer; the greater part of it now becomes outer, and a new inner—and at the same time higher—life of the soul awakens. It is only at this moment that one feels two distinct things: the experiences are well known from earlier times, but one has never before gone through them with such intensity.

[ 12 ] Das Erste, was da eintritt, ist: Nun weiß man, was Eigenliebe, was Selbstliebe ist. In diesem Momente tritt einem die Selbstliebe vor Augen. Jetzt weiß man: Du hast dich zu trennen von dem, in was du so verliebt warst, was du für dein Alles gehalten hast, bisher deine Wesenheit genannt hast; es ist, als ob der Boden unter den Füßen verschwände. Jetzt fühlt man erst, wie man sich selbst geliebt hat, und was man herausreißen [muss], wenn einem dieses Seelenleben objektiv gezeigt wird. [Das ist natürlich]; für den Alltag muss es so sein, weil der Mensch das, was er ist, am meisten liebt, wenn er sich auch für noch so selbstlos hält. Da übersieht man, dass man dasjenige, was man sich nach und nach herangebildet hat in seinem Seelenleben, [was man sich entreißen muss], am meisten liebt. Es ist ein harter Zeitpunkt, von sich selbst loszukommen; und ohne an den Punkt heranzukommen, wo man sozusagen das, was man in sich am meisten liebt und schätzt, aus sich herausreißt, ohne diese Tatsache kann man das Seelische als begründet in den seelischen Welten nicht erkennen. Eine Empfindung davon, was das Ausstoßen der Selbstliebe ist, hat man auch im gewöhnlichen Leben; die Stärke [der Selbstlosigkeit], die jetzt dieser Empfindung nötig ist, lernt man erst kennen an einem bestimmten Entwicklungspunkt des meditativen, konzentrierten Seelenlebens, der die Seele in ihrer Wesenheit erst sich gewahr werden lässt.

[ 12 ] The first thing that happens is this: Now you know what self-love is. At that moment, self-love becomes clear to you. Now one knows: You must separate yourself from that which you were so in love with, that which you considered your everything, that which you have hitherto called your very being; it is as if the ground were vanishing from under your feet. Only now does one feel how much one has loved oneself, and what one [must] tear away when this inner life is objectively revealed to you. [This is natural]; in everyday life, it must be this way, because a person loves what they are most of all, even if they consider themselves to be as selfless as possible. In doing so, one overlooks the fact that what one has gradually shaped within one’s soul life—[what one must tear away]—is what one loves most. It is a difficult moment to detach oneself from oneself; and without reaching the point where one, so to speak, tears from oneself what one loves and values most within oneself—without this fact—one cannot recognize the soul as rooted in the spiritual worlds. One also has a sense of what it means to cast off self-love in ordinary life; but the strength [of selflessness] now required for this sensation is only truly recognized at a certain point in the development of the meditative, concentrated life of the soul—a point that first allows the soul to become aware of its own essence.

[ 13 ] Das Zweite ist das Gewahrwerden: Was bist du jetzt [in deinem Kern], nachdem du deinen Kern zu deiner Hülle gemacht hast, [nachdem das, was der Kern schien, nur die Hülle ist]? Da fühlt man zunächst, dass anfangs man gar nicht viel ist, dass das, was einem als ein neues Ich entgegentritt, gar dünn ist. Was man nun braucht, ist innerer Mut, sich aufrecht zu erhalten gegenüber dem Gefühl von Ohnmacht, von Bodenlosigkeit des ganzen neuen Seins. Es gehört im Grunde genommen zu den wichtigsten Erfahrungen des Geistesforschers das Herausreißen der Selbstliebe und das Überwinden der ungeheuren Furcht, die sich ergibt, wenn man die eigene Ohnmächtigkeit des neuen Ich erkennt. Nun, im gewöhnlichen Leben ist [das] auch vorhanden, was der Geistesforscher da erreicht, es ist bei jedem vorhanden; etwas Neues wird [ja] den Menschen [gar] nicht gegeben, [nur] gewahr werden kann es dem Seelenforscher erst auf der charakterisierten Stufe. Da tritt ihm entgegen, was er eigentlich ist, Selbsterkenntnis tritt jetzt erst ein. Warum kann der Mensch sie nicht immer haben? [Warum war sie nicht vorher da?] Und hier kommen wir zu jener wichtigen Entdeckung, die ein jeder, der ein Geisteswissenschafter werden will, der das Wesen seiner Seele umgestaltet, damit er in die übersinnlichen Welten hineinschauen kann, machen muss: Er kommt zum Bewusstsein, dass es gut ist im gewöhnlichen Leben, dass alles das, [dass Selbsterkenntnis] nicht eintritt, weil der Mensch es nicht zu ertragen vermöchte. Darin muss die Schulung bestehen, dass er [in dem Augenblick, wo er die Seelenhülle ablegt], dass er dann auch imstande ist, so sich gegenüberzutreten, dass er alle Selbstliebe herausreißt, dass er den bezeichneten Mut in genügendem Grade hat. Dass der Mensch im gewöhnlichen, [realen] Leben dem nicht so entgegentritt, ist ein Schutz, weil [der gewöhnliche Mensch] es nicht ertragen würde, [dass einem das äußerlich wird, was früher innerlich war]. Daher spricht man in der Geisteswissenschaft davon, dass man [in diesem Augenblick] vor den «Hüter der Schwelle» tritt. Man meint mit der Schwelle diejenige, die man übertreten muss, wenn man in die übersinnliche Welt hineinkommen will. Man spricht davon, dass das gewöhnliche Leben Schutz findet durch diesen Hüter der Schwelle, denn jetzt erst beginnt im Grunde genommen die Möglichkeit der Beziehung der Seele zu den übersinnlichen Welten, jetzt erst ist die Seele so weit, dass sie in die übersinnlichen Welten hineinschauen kann. Jetzt erst fängt der Mensch an, ein Geistesforscher zu werden.

[ 13 ] The second is becoming aware: What are you now [at your core], after you have made your core into your shell, [after what seemed to be the core turns out to be only the shell]? At first, one senses that one is not much at all, that what confronts one as a new self is quite thin. What one now needs is inner courage to hold one’s ground in the face of the feeling of powerlessness, of the groundlessness of this entire new existence. Essentially, one of the most important experiences for the spiritual seeker is the uprooting of self-love and the overcoming of the immense fear that arises when one recognizes the powerlessness of the new self. Now, what the spiritual seeker achieves in this process is also present in ordinary life; it is present in everyone. Something new is not actually given to human beings at all; rather, the spiritual seeker can only become aware of it at the stage described. There, he is confronted with what he truly is; self-knowledge only now begins to take hold. Why can’t a person always have it? [Why wasn’t it there before?] And here we come to that important discovery that everyone who wishes to become a spiritual scientist—who transforms the nature of his soul so that he can look into the supersensible worlds—must make: He comes to realize that it is good in ordinary life that all of this—[that self-knowledge]—does not occur, because human beings would not be able to bear it. The training must consist in ensuring that [at the moment when he sheds the soul-sheath], he is then also capable of facing himself in such a way that he uproots all self-love and possesses the necessary courage to a sufficient degree. The fact that people do not face this in ordinary, [real] life serves as a protection, because [ordinary people] could not bear [for what was once internal to become external]. That is why spiritual science speaks of stepping before the “Guardian of the Threshold” [at that moment]. The threshold referred to here is the one that must be crossed if one wishes to enter the supersensible world. It is said that ordinary life finds protection through this Keeper of the Threshold, for it is only now, in essence, that the possibility of the soul’s relationship to the supersensible worlds begins; only now is the soul ready to look into the supersensible worlds. Only now does a person begin to become a spiritual researcher.

[ 14 ] Denn es kommt ein Zeitpunkt, in dem der Mensch, wenn er genügend lange Zeit eine solche innere Erkräftigung seines Seelenlebens gepflogen hat, wenn er lange genug solche sinnbildliche Vorstellungen vor seine Seele gerückt hat, [von denen er weiß, dass sie dazu da sind, die Kräfte der Seele zu stärken], dann ist seine Seele stark geworden, dann nimmt er auch die Frucht dieses Starkwerdens wahr, dann wird er gewahr jenes wichtigen, bedeutsamen Moments, den er wie eine Erleuchtung empfindet. Es treten aus den unbestimmten Tiefen des Seelenlebens [von selbst] solche Imaginationen herauf, welche ihm neue Welten zu zeigen scheinen. Jetzt ist der allerwichtigste, entscheidendste Moment für die Seele des Geistesforschers gekommen. Jetzt muss er einen Entschluss fassen können, der ungeheuer schwierig ist. Warum er schwierig ist, mag aus einem Vergleiche hervorgehen, aus dem Vergleiche, was eintritt mit einem Menschen, wenn in ihm ohne sein Zutun auftauchen immer neue Bilder, die nicht von äußeren Tatsachen kommen. Sie wissen, man nennt sie Visionen, Halluzinationen, Wahnvorstellungen und dergleichen. Derjenige, der äußerer Wissenschaftler ist, wird versucht sein zu sagen: Das, was der Geistesforscher erlebt, das ist auch nichts anderes als Wahnvorstellungen, die in einer kranken Seele auftauchen.

[ 14 ] For there comes a time when a person, having cultivated such an inner strengthening of his soul life for a sufficiently long time, having held such symbolic images before his soul for long enough—[images he knows are meant to strengthen the soul’s powers]— then his soul has become strong; then he also perceives the fruit of this strengthening; then he becomes aware of that important, significant moment, which he experiences as an illumination. From the indefinite depths of his soul life, such imaginations arise [of their own accord], which seem to reveal new worlds to him. Now the most important, the most decisive moment for the soul of the spiritual researcher has arrived. Now he must be able to make a decision that is immensely difficult. Why it is difficult may become clear from a comparison—a comparison of what happens to a person when, through no action of his own, ever new images arise within him that do not stem from external facts. As you know, these are called visions, hallucinations, delusions, and the like. An external scientist will be tempted to say: What the spiritual researcher experiences is nothing other than delusions that arise in a sick soul.

[ 15 ] Nun kann man allerdings den Unterschied nicht ohne Weiteres klarmachen, aber klar kann er jedem werden, wenn er wieder einen Vergleich vornimmt. Es wird auch Ihnen bekannt sein, was eintritt bei einem Menschen, der durch Krankheitszustände zu solchen Wahnvorstellungen gekommen ist. Einem solchen Kranken diese Wahnvorstellungen auszureden ist eine vergebliche Sache. Jetzt zeigt sich gerade, wie [sehr] der Mensch verliebt ist gerade in das, was er [sich] geschaffen hat. Gerade dazu muss der Mensch kommen, dass er als Geistesforscher nicht so verliebt ist in sein Bild, und deshalb muss er die Eigenliebe herausreißen; er muss wissen: In alledem, was als Vorstellung da kommt, darin lebst nur du selber; wie Schattenbilder der eigenen Wesenheit – was die innere Art der Seelenstimmung ist, das drückt sich aus in dem, was dich da umgibt. — Das ist sehr schwierig, denn man kann Leute kennenlernen, die durch irgendwelche Übungen, durch Krankheitszustände, von denen hier nicht die Rede sein soll, und dergleichen, zu solchen Erlebnissen gekommen sind. Oh, solche Menschen sind selig in der Welt, die sie gewonnen haben wollen. Man kann da sonderbare Dinge erzählen, sie sind völlig von dieser neuen Welt überzeugt. Dass das nicht passiert, das gehört zur geistigen Schulung. Ja, der Wille muss noch weitergehen; es darf nicht bloß beim Wissen bleiben, das hilft auf die Dauer nicht. Es tritt einem eine herrliche neue Welt entgegen, doch man muss wissen, was sie bedeutet, dass sie aufgekommen ist aus der inneren Art der Seelenstimmung. [Es gehört ein starker Wille dazu, sich zu sagen: Das alles ist nur ein Spiegelbild deines eigenen Wesens; ein abstraktes Wissen nützt da nichts.] Der Willensentschluss muss so stark sein, [dass er imstande ist], auszulöschen diese ganze [imaginative] Ich-Welt, dass sie nicht mehr da ist. Das ist der Rubikon, der überschritten werden muss. Man hat diese Welt sich geschaffen und man muss diese Welt wieder auslöschen können. [Nur wer das durchgemacht hat, kann darüber sprechen.] Wenn er es aber dahin gebracht hat, diese ganze Ich-Welt auszulöschen, [dann hat er sich objektiv gemacht], dann hat man das Bewusstsein frei gemacht für das Erleben einer objektiven neuen Welt. Die Dinge kommen wieder, ähnlich wie bei vergessenen Vorstellungen, die unten ruhen in dem Seelenleben, und doch wieder ganz anders; [die Imagination ruht im Innern der Seele]. Die Seele sieht sich dann erst durch ihre Kräfte versetzt in eine ganz neue Welt. Es ist so eigentümlich, was man auf dieser Stufe des Erkennens erlebt; es ist so, wie wenn man erlebt ein ganz Neues, das da die Seele fähig gemacht hat, eine objektive geistige Welt wahrzunehmen. Jetzt ist das Seelenleben zum geistigen Auge, zum geistigen Ohr geworden; jetzt nimmt es nicht [bloß] sich selber wahr, [man ist objektiv geworden]; jetzt ist die Seele geistiges Auge und Ohr, weil sie sich nun nicht mehr selber sieht. So wie das äußere Auge [nicht sich selbst zu sehen bekommt], von sich selbst nichts weiß, und dadurch für die äußere Welt durchlässig geworden ist, [so] muss der Mensch durch die vorgenommenen Prozeduren sich selber gleichsam durchlässig gemacht haben gegenüber der geistigen Welt; [dann sieht man die übersinnliche Welt]. Wenn er durch seine Energie in seiner Wurzel sich durchlässig gemacht hat, dann findet er, was in der Seele drinnen lebt!

[ 15 ] Now, however, it is not easy to explain the difference, but it can become clear to anyone if they make another comparison. You are also aware of what happens to a person who has developed such delusions as a result of illness. Trying to talk such a sick person out of these delusions is a futile endeavor. This is precisely where it becomes evident just how [deeply] a person is in love with what he has created for himself. It is precisely this that a person must come to realize: as a spiritual researcher, one must not be so enamored of one’s own image; and therefore one must uproot self-love; one must know: in all that arises as a mental image, it is only you yourself who lives within it; like shadows of one’s own being—the inner nature of one’s soul’s mood is expressed in what surrounds you there. — This is very difficult, for one may encounter people who, through various exercises, through states of illness—which we shall not discuss here—and the like, have arrived at such experiences. Oh, such people are blissful in the world they believe they have gained. One can hear strange stories from them; they are completely convinced of this new world. Ensuring that this does not happen is part of spiritual training. Yes, the will must go even further; it must not stop at mere knowledge, for that does not help in the long run. A magnificent new world presents itself to you, but you must know what it means—that it has arisen from the inner nature of your soul’s mood. [It takes a strong will to tell oneself: All of this is merely a reflection of your own being; abstract knowledge is of no use here.] The resolve of the will must be so strong [that it is capable of] erasing this entire [imaginative] “I”-world, so that it is no longer there. That is the Rubicon that must be crossed. One has created this world for oneself, and one must be able to erase this world again. [Only those who have gone through this can speak of it.] But once one has managed to erase this entire “I-world,” [then one has become objective], and one has freed one’s consciousness to experience an objective new world. Things return, much like forgotten images that lie dormant in the depths of the soul’s life, and yet they are entirely different; [imagination rests within the soul]. Only then does the soul find itself transported by its own powers into an entirely new world. It is so peculiar what one experiences at this stage of cognition; it is as if one were experiencing something entirely new, which has enabled the soul to perceive an objective spiritual world. Now the life of the soul has become a spiritual eye, a spiritual ear; now it does not [merely] perceive itself, [one has become objective]; now the soul is a spiritual eye and ear, because it no longer sees itself. Just as the outer eye [cannot see itself], knows nothing of itself, and has thereby become permeable to the outer world, [so] must the human being, through the procedures undertaken, have made himself, as it were, permeable to the spiritual world; [then one sees the supersensible world]. Once one has made oneself permeable through the energy at one’s root, one discovers what lives within the soul!

[ 16 ] Nun, man könnte ja sagen: Es könnte ja alles das, was der geistige Forscher vorfindet, Autosuggestion, Täuschung sein. Ich habe hier auch schon einmal angeführt, was mir in einer anderen [Lücke in der Mitschrift] jemand gesagt hat: Die Seele ist ein eigentümliches Ding, sie bildet sich oft ein, dass sie eine Wirklichkeit vor sich habe. — Es müsste dem eingewendet werden, dass es keinen Beweis gibt für irgendetwas, was bei irgendeiner Welt erfahren werden kann, außer dem Erleben [selbst]. Nur das Erleben gibt den Beweis. Wir brauchen uns nur an eine sonderbare philosophische Behauptung Schopenhauers zu erinnern, auf welche Philosophien gegründet wurden. Wenn wir da hören, die Welt sei eine Vorstellung, und im Grunde sei alles, was an den Menschen herantritt, [nur] Vorstellung – muss geantwortet werden, dass die Vorstellungen recht deutlich zu unterscheiden sind vom Erleben. Ein anderes ist es doch, wenn man sich die deutlichste Vorstellung auch bildet eines Stückes heißen Eisens, und wenn man ein heißes Eisen wirklich angreift; daran wird man sich verbrennen, an der deutlichsten Vorstellung aber gewiss nicht. Es gibt keinen Beweis für die Realität außer jenem durch unmittelbare Erfahrung. Wenn niemand einen Walfisch gesehen hätte, könnten wir niemals beweisen, dass es ein solches Tier wirklich gibt. Im Leben selbst wird die Wirklichkeit in der Tat garantiert durch dieses Erleben. So ist es auch in den übersinnlichen Welten. Wer sich dahin gebracht hat, wohin der Geistesforscher gelangen soll, der erlebt da die Realität jener Welten, in die er eingetreten ist, und wenn da jener Herr gesagt hat, es gäbe Menschen, die sich eine Limonade so deutlich vorstellen können, dass sie sie zu schmecken glauben, muss man sagen: Ja gewiss, das kommt vor, dass jemand sich an der Vorstellung einer Limonade den Geschmack vorstellen kann, aber ist das Erlebnis bis zu Ende getrieben? — Das ist es erst, wenn er sich den Durst gelöscht hat, und an der bloßen Geschmacksvorstellung hat sich noch niemand den Durst gelöscht. Es muss das Erlebnis eben tatsächlich zu Ende gebracht werden, und dieses Zuendebringen der Erlebnisse erfährt man, wenn man mit der Seele [wirklich] in die übersinnlichen Welten hineingetreten ist. Wenn man in dieser Weise an die übersinnlichen Welten herangetreten ist, dann erst ist man im Grunde genommen in der Lage, das übersinnliche selbsteigene Wesen zu durchschauen.

[ 16 ] Well, one could say: Everything the spiritual researcher encounters could simply be autosuggestion or an illusion. I have already cited here what someone once told me in another [gap in the transcript]: “The soul is a peculiar thing; it often imagines that it has a reality before it.” — One would have to object to this by saying that there is no proof for anything that can be experienced in any world, except for the experience [itself]. Only experience provides the proof. We need only recall a peculiar philosophical assertion by Schopenhauer, upon which philosophies were founded. When we hear that the world is a representation, and that, fundamentally, everything that comes to meet a person is [merely] a representation—we must respond that representations must be quite clearly distinguished from experience. It is quite another matter, after all, to form even the clearest representation of a piece of hot iron, and to actually touch a hot iron; one will burn oneself on the latter, but certainly not on the clearest representation. There is no proof of reality other than that provided by direct experience. If no one had ever seen a whale, we could never prove that such an animal really exists. In life itself, reality is indeed guaranteed by this experience. The same is true in the supersensible worlds. Anyone who has reached the point to which the spiritual researcher is meant to arrive experiences the reality of those worlds into which they have entered; and when that gentleman said that there are people who can imagine a glass of lemonade so vividly that they believe they can taste it, one must say: Yes, certainly, it happens that someone can imagine the taste of lemonade through the image of it, but has the experience been carried through to its conclusion? — It is only complete when one has quenched one’s thirst, and no one has ever quenched their thirst through the mere imagination of taste. The experience must indeed be brought to its conclusion, and one experiences this bringing of experiences to their conclusion when one has [truly] entered the supersensible worlds with one’s soul. Only when one has approached the supersensible worlds in this way is one, in essence, able to penetrate the supersensible nature inherent within oneself.

[ 17 ] Dieses selbsteigene Wesen tritt einem ganz besonders dann vor Augen, wenn man auf das eigene Leben zurückblickt. Eben dieses eigene Leben aber kann der Mensch nur sehr schwer erkennen, denn alles, als was es gewöhnlich erscheint, ist eigentlich, man möchte sagen, eine durch die Lebensverhältnisse, durch die Anlage herbeigeführte Einseitigkeit. Wir treffen Idealisten, Materialisten; der eine sieht den anderen für einen Toren an. Es genügt nicht, eine oberflächliche Selbsterkenntnis zu durchschauen. Tiefere Geister, wie zum Beispiel Goethe, haben diesen verschiedenen Standpunkten gegenüber gewusst, dass im Grunde jeder dieser Standpunkte nur eine Einseitigkeit darstellt. Materiell muss erkannt werden mit materiellen Gesetzen; spirituell mit spirituellen Gesetzen, aber Goethe hat sich auf jeden Standpunkt gestellt und er ist nicht dazu gekommen, den Spiritualisten als einen Toren anzusehen, denn er wusste, dass man nur durch seine spirituellen Kräfte das übersinnliche Leben einsehen kann. Manche, die nicht so weit vorgedrungen sind wie Goethe, meinen, dass man in der Mitte die Wahrheit suchen müsse; für den, der die Wahrheit kennt, ist es gerade so, als hätte man zwei Stühle, und da könnte es passieren, dass man sich, statt auf einen der Stühle, zwischen beide auf den Boden setzte. Nicht dadurch kommt man zur Wahrheit, dass man das arithmetische Mittel nimmt, sondern wenn man jeden Standpunkt zu dem seinigen macht, dann findet man den Weg zur Wahrheit, wie Goethe sagt. Man kann aber das eigentlich erst, wenn man eine tiefere Selbsterkenntnis durchmacht; wenn man [auf sein Leben zurückblickt], dann erkennt man: Das hast du dadurch und deshalb erreicht, weil du deinen Standpunkt eingenommen hast, [von dem aus du die ganze Welt betrachtest], dadurch bist du geworden, was du bist. So wird einem das Leben zu einem Bilde, und man kommt immer näher dem, was man das Wegrücken des Menschen nennen kann, denn der Mensch ist gewöhnlich nicht mehr als sein Standpunkt. Wenn der Mensch sich selbst wegrückt, wird einem das eigene Leben zu einem Bilde, zu etwas, was einem so gegenübertritt, wie früher von der Imagination gesprochen worden ist, und wenn man jetzt seinen starken Willensentschluss anwendet auf sein Leben, wenn man das alles, was man erkennt, [durch starken Willensentschluss] unterdrückt, wenn das ganze Leben, wenn es erst da gewesen ist, wie eine vergessene Vorstellung wird, dann kann heraufkommen dasjenige, was man außer dem Leibe ist zwischen Geburt und Tod, was hinausgeht über den Tod, [was man außer dem einzelnen Leben in einer rein geistigen Welt ist]. Man lernt sich als geistiges Wesen kennen, welches den Leib ablegt und in einer rein geistigen Welt lebt zwischen Tod und neuer Geburt, das mitnimmt, was es erfahren hat, in das neue Leben hinüber und das nun mitbaut am menschlichen Leib, um später erst seiner selbst bewusst zu werden. Kurz, man wird also auch durch Erfahrung das umfänglichere Wesen seiner Seele kennenlernen, das nicht begrenzt ist mit jenen Grenzen, mit welchen unser Leben begrenzt ist; [es ist ein Wesen, das hinausragt über die Lebensgrenzen und geht von Leben zu Leben.

[ 17 ] This essence of the self becomes particularly evident when one looks back on one’s own life. Yet it is precisely this own life that a person finds very difficult to recognize, for everything as it usually appears is, one might say, a one-sidedness brought about by life circumstances and one’s disposition. We encounter idealists and materialists; each regards the other as a fool. It is not enough to see through a superficial self-understanding. Deeper minds, such as Goethe, recognized that, when it comes down to it, each of these different viewpoints represents nothing more than a one-sided perspective. The material must be understood through material laws; the spiritual through spiritual laws. Yet Goethe adopted every point of view and never came to regard the spiritualist as a fool, for he knew that one can comprehend the supersensible life only through one’s spiritual powers. Some who have not advanced as far as Goethe believe that one must seek the truth in the middle; for those who know the truth, it is just as if one had two chairs, and it could happen that, instead of sitting on one of the chairs, one would sit on the floor between them. One does not arrive at the truth by taking the arithmetic mean; rather, as Goethe says, one finds the path to the truth by making every point of view one’s own. But one can truly do this only after undergoing a deeper self-knowledge; when one [looks back on one’s life], one realizes: You have achieved this through and because you have taken your standpoint, [from which you view the whole world]; through this you have become what you are. In this way, life becomes a picture, and one comes ever closer to what might be called the “stepping aside” of the human being, for the human being is usually nothing more than his or her standpoint. When a person steps aside from themselves, one’s own life becomes a picture, something that confronts one in the way that was once described in terms of the imagination; and when one now applies one’s strong will to one’s life, when one suppresses everything one perceives [through a strong act of will], and when one’s entire life—once it has been there—becomes like a forgotten image, then what one is outside the body between birth and death, what extends beyond death, [what one is outside the individual life in a purely spiritual world] can emerge. One comes to know oneself as a spiritual being who sheds the body and lives in a purely spiritual world between death and a new birth, who carries what one has experienced over into the new life and who now helps to shape the human body, only to become conscious of oneself later. In short, through experience one will thus also come to know the more comprehensive nature of one’s soul, which is not limited by the boundaries that define our life; [it is a being that transcends the limits of life and passes from life to life.

[ 18 ] Dadurch nimmt dieses neue Leben ein Element auf, das etwas Ähnliches hat wie das, was Kopernikus und Giordano Bruno gebracht haben.] Während der Mensch zur Zeit Giordano Brunos hinaufsah zu den Sternen und eine begrenzte Welt annahm, hat dieser sie durchbrochen und sie erklärt als herausgenommen aus der Beschränkung des Seelenlebens; so wird Geistesforschung in vollem Einklange mit der Naturwissenschaft das Todesrätsel zu lösen [Lücke in der Mitschrift], dass sie zeigen wird: Wie das Firmament keine eigentliche Grenze ist, so ist die Grenze, die gesetzt ist dem Leben von der Geburt bis zum Tode, keine wirkliche, sondern sie ist nur hervorgerufen durch die menschliche Anschauung. Wie von einem geistigen Firmament sind wir eingeschlossen durch Geburt und Tod; aber so, wie Giordano Bruno das Begrenzte durchbrochen hat, [die Menschen gewiesen hat in die Unendlichkeit des Raumes], so wird es auch die Geistesforschung tun in vollem Einklang mit der Naturwissenschaft, [so weist die Geisteswissenschaft in die Unendlichkeit des Geistes].

[ 18 ] In this way, this new life incorporates an element that bears some resemblance to what Copernicus and Giordano Bruno introduced.] While people in Giordano Bruno’s time looked up at the stars and assumed a limited world, he broke through this limitation and explained it as being removed from the confines of spiritual life; thus, spiritual research, in full harmony with the natural sciences, will solve the riddle of death [gap in the transcript], showing that: Just as the firmament is not an actual boundary, so the boundary set for life from birth to death is not a real one, but is merely a product of human perception. Just as we are enclosed by birth and death as if by a spiritual firmament; but just as Giordano Bruno broke through the finite [and led people into the infinity of space], so too will spiritual research do in full harmony with natural science, [thus spiritual science points to the infinity of the spirit].

[ 19 ] Wie verhält sich aber der Geistesforscher zu demjenigen, der nicht selbst ein Geistesforscher werden kann, der nur lesen und hören kann, was der Geistesforscher mitteilen kann? Nicht berechtigt ist der Einwand, dass nur der Geistesforscher hineinschauen kann in die geistigen Welten. Der Geistesforscher ist so wie der Maler seinem Bilde gegenüber. Wenn zwei Personen vor dem Bilde stehen, der eine stumpf, der andere mit lebendiger Empfindung, so kann dem Letzteren eine ganze Welt aufgehen. Dass aber das Bild hat zustande kommen können, davon ist die Kunst des Malers die Ursache. Er muss überwunden haben, was dazu führte, dass das Bild gemalt werden konnte; aber wenn der Betrachter eindringt, wird ihm gegenwärtig, was der Maler gedacht hat. Dahin muss der Geistesforscher kommen, dass er in gewöhnlichen Begriffen und Worten schildern kann, was er aus der Geisteswissenschaft herausgeholt hat. Um ein Bild zu verstehen, braucht man kein Maler zu sein. So kann man auch als Wahrheit empfinden, was der Geistesforscher zum Ausdruck bringt. Daher kann Geistesforschung in ihren Resultaten erkannt werden, auch wenn man kein Geistesforscher ist. Es kann also dasjenige, was Geistesforschung gibt, durchaus Inhalt unseres Kulturlebens werden. Wer sich [wirklich] einlässt auf die Erkenntnisse der Geistesforschung, kann [dadurch] zu einer wirklichen Erkenntnis der übersinnlichen Welt und der menschlichen Seele kommen. [Er kann] mit solcher Sicherheit [sich der übersinnlichen Welt bewusst werden], dass er gegenüber allen Einwänden, die da kommen können von denen, die aus begreiflichen Gründen Theosophie als Torheit und Phantasterei ansehen, in eine ähnliche Lage versetzt wird, wie Goethe einmal zu seinem sonderbaren Ausspruch gedrängt worden ist gegenüber Menschen, die als Philosophen die Bewegung leugneten. Schon in der alten griechischen Philosophie war die Leugnung der Bewegung vorhanden. Diese Philosophen sagten: Wenn [ein Pfeil abgeschossen wird und] der fliegende Pfeil in einem Augenblicke gesehen wird, ruht er [doch immer] im Ruhepunkte, im nächsten Augenblicke ist er im Ruhepunkte und so weiter; daher ist er immer im Ruhepunkte, daher ist er überhaupt nicht in Bewegung, [also gibt es keine Bewegung]. Goethe sagte, als ihm das vor das geistige Auge trat, was doch ein glaublicher Beweis ist:

[ 19 ] But how does the spiritual researcher relate to those who cannot themselves become spiritual researchers—those who can only read and hear what the spiritual researcher has to say? The objection that only the spiritual researcher can look into the spiritual worlds is unfounded. The spiritual researcher is like a painter standing before his own painting. If two people stand before the painting—one dull, the other with a vivid sense of feeling—a whole world can open up to the latter. But the fact that the painting could come into being is due to the painter’s art. He must have overcome whatever it was that made it possible for the painting to be created; but when the viewer penetrates it, what the painter intended becomes present to them. The spiritual researcher must reach the point where he can describe, in ordinary concepts and words, what he has gleaned from spiritual science. One does not need to be a painter to understand a painting. In the same way, one can also perceive as truth what the spiritual researcher expresses. Therefore, the results of spiritual research can be recognized even by those who are not spiritual researchers. Thus, what spiritual research offers can certainly become part of our cultural life. Anyone who [truly] engages with the insights of spiritual research can [thereby] arrive at a genuine understanding of the supersensible world and the human soul. [One can] become aware of the supersensible world with such certainty that, in the face of all objections that may arise from those who, for understandable reasons, regard theosophy as folly and fantasy, one is placed in a situation similar to that in which Goethe was once compelled to make his peculiar statement in response to people who, as philosophers, denied motion. Even in ancient Greek philosophy, the denial of motion was present. These philosophers said: When [an arrow is shot and] the flying arrow is seen in one instant, it [is always] at rest; in the next instant, it is at rest, and so on; therefore, it is always at rest; therefore, it is not in motion at all, [so there is no motion]. Goethe said, when this image came to his mind’s eye—which is, after all, a plausible proof:

Es mag sich Feindliches eräugnen,
Du bleibe ruhig, bleibe stumm;
Und wenn sie dir die Bewegung leugnen,
Geh ihnen vor der Nas’ herum.

You may spot something hostile,
Stay calm, stay silent;
And if they deny you the freedom to move,
Go right around their noses.

[ 20 ] Er meinte, man hat die Tatsachen bewiesen, was vom Verstande auch lückenlos bewiesen werden kann, aber entgegengesetzt. Ebenso möchte man sich verhalten, wenn man die Sicherheit gewonnen hat von der Realität der geistigen Welt, der menschlichen Seele selber und deren Begründetsein in der übersinnlichen Welt. Dann möchte man sich an diesen Ausspruch Goethes erinnern, wenn Menschen kommen und lückenlos von ihrem Standpunkte beweisen [wollen], es könne keine übersinnliche Welt geben, und wenn sie ist, könne sie nicht erkannt werden, dann möchte man diesen Leugnern des Geisteslebens und des Begründetseins der menschlichen Seele darin entgegenhalten, wenn sie feindlich gegenübertreten der Weltanschauung der Geistesforschung:

[ 20 ] He believed that the facts had been proven—which can indeed be proven beyond a doubt by reason—but in the opposite direction. One would want to take the same stance once one has gained certainty regarding the reality of the spiritual world, the human soul itself, and its foundation in the supersensible world. Then one would recall this statement by Goethe when people come and [attempt to] prove conclusively from their point of view that there can be no supersensible world, and that even if it exists, it cannot be known; then one would counter these deniers of spiritual life and the foundation of the human soul—when they take a hostile stance toward the worldview of spiritual research—with the following:

Es mag sich Feindliches ereignen,
Du aber bleibe ruhig, bleibe heiter,
Und wenn sie dir den Geist ableugnen,
So grüble du nicht weiter.
Ja, gib ihnen dann am End noch recht,
Es steht mit ihrem Geiste eben schlecht

Hostile things may happen,
But you, stay calm, stay cheerful,
And if they deny your spirit,
Don’t dwell on it any further.
Yes, in the end, even agree with them,
Their spirit is simply in a bad state