Spiritual Science
and the Future of Humanity
GA 69e
29 November 1911, Stuttgart
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Spiritual Science and the Future of Humanity, tr. SOL
3. Wie begründet man Theosophie?
3. How Does One Justify Theosophy?
[ 1 ] Es könnte frivol genannt werden, wenn wir hier erst Theosophie zu widerlegen und dann sie zu begründen suchen, da ja der Vortragende anscheinend an die Widerlegung selbst nicht glaubt.
[ 1 ] It might be called frivolous for us to first attempt to refute theosophy here and then seek to justify it, since the speaker apparently does not believe in the refutation himself.
[ 2 ] Ich glaube aber allen Ernstes daran! Es kommt mir nicht auf eine Widerlegung von Widerlegungen an, sondern vielmehr möchte ich damit auf Wichtiges hindeuten über große Erkenntnisrätsel. Ich glaube in gewissem Sinn an die Richtigkeit und an das Gewicht der vorgebrachten Einwände. Um zu illustrieren, wie dies gemeint ist, möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen.
[ 2 ] But I truly believe in it! My aim is not to refute refutations, but rather to draw attention to important points regarding great epistemological puzzles. In a certain sense, I believe in the validity and significance of the objections that have been raised. To illustrate what I mean, I’d like to tell you a little story.
[ 3 ] In einem Dorfe war der junge Sohn einer Familie dazu ausersehen, die für den Familienbedarf täglich notwendigen Semmeln vom Bäcker zu holen. Dafür bekam er stets [zehn] Kreuzer mit auf den Weg. Dieser junge Sohn war kein großer Rechner und kümmerte sich daher nicht viel darum, wie viel Semmeln er für den Sechser bekam. Nun kam aber in die Familie zeitweilig ein Pflegesohn, der nun ein guter Rechner war. Dieser Pflegesohn fing nun an auszurechnen, wie viel Semmeln man für einen Sechser zu bekommen habe. Da die Semmel in dem Ort zwei Kreuzer kostete, so hätten es fünf Semmeln sein müssen. Der Junge hatte aber sechs Semmeln mitgebracht. Darüber wunderte sich der Pflegesohn und sagte: Das stimmt nicht, zweimal fünf ist zehn. Der bekommt also nur fünf Semmeln. – Am nächsten Tag waren es aber wieder sechs Semmeln, trotz der richtigen Rechnung des Pflegesohnes. Wie hing das nun zusammen? Es war nämlich üblich an dem Orte, auf zehn Kreuzer eine Semmel draufzugeben. Da war das Rätsel gelöst. Es stimmte also, trotzdem auch die Rechnung richtig war. Das Resultat der Rechnung hatte also nichts mit der Richtigkeit der Sache zu tun. Beides war in sich richtig, obwohl es nicht miteinander übereinstimmte. So wahr ich nun selber als der kleine Junge – der ich selber war – an die Richtigkeit der Rechnung glaubte, so wahr glaube ich auch heute an die Richtigkeit der Einwände gegen Theosophie, die ich vorbrachte. Einwände und Widerlegungen haben eine gewisse Eigenschaft, nämlich, dass sie sehr wohl richtig sein können, ohne dass deswegen die Sache selbst unbedingt falsch sein muss. Vielleicht wird man mir den einen Vorwurf machen können, nämlich, dass ich manche Dinge in lebendiger Weise vorbringe und dabei mit demselben Pathos für und wider spreche.
[ 3 ] In a village, the young son of a family was tasked with fetching the daily supply of rolls needed for the family from the baker. He was always given [ten] Kreuzer to take with him. This young son wasn’t very good at math and therefore didn’t pay much attention to how many rolls he could get for six Kreuzer. However, a foster son temporarily came to live with the family, and he was good at math. This foster son began to calculate how many rolls one should get for a sixer. Since a roll cost two Kreuzer in that town, there should have been five rolls. But the boy had brought back six rolls. The foster son was puzzled by this and said, “That doesn’t add up—two times five is ten. So he should only get five rolls.”—But the next day, there were six rolls again, despite the foster son’s correct calculation. How could this be? It turned out that it was customary in that town to throw in an extra roll for every ten Kreuzer. That solved the mystery. So it was correct, even though the calculation was also correct. The result of the calculation, then, had nothing to do with the correctness of the matter itself. Both were correct in their own right, even though they did not agree with one another. Just as I myself, as the little boy—who I was—believed in the correctness of the calculation, so too do I believe today in the correctness of the objections to theosophy that I raised. Objections and refutations have a certain characteristic, namely, that they can very well be correct without the matter itself necessarily being wrong. Perhaps one might reproach me for one thing, namely, that I present certain things in a vivid manner and, in doing so, speak for and against them with the same passion.
[ 4 ] Aber wenn die Dinge an sich richtig sind, so können sie doch auch mit derselben Lebhaftigkeit vorgebracht werden. Kritisieren ist ja im Allgemeinen leichter und bequemer als begründen. Auch das möchte ich an einem Beispiel illustrieren.
[ 4 ] But even if things are correct in and of themselves, they can still be presented with the same vigor. After all, it is generally easier and more convenient to criticize than to justify. I would also like to illustrate this with an example.
[ 5 ] Der Chefredakteur einer großen Zeitung hatte die Absicht, eine interessante Wochenschrift als Nebenblatt herauszugeben. Es fanden sich aber nur wenig geeignete Redakteure für ein derartiges Blatt, die witzig und interessant genug schreiben konnten, um das Publikum, auf das es ihm ankam, so recht zu fesseln. Da er nun aber ein kluger Mann war, so wusste er sich zu helfen. Es wurden eine Anzahl talentierter junger Herren angestellt mit der Aufgabe, die ganze Woche über nichts zu tun, als in Kaffeehäusern zu sitzen und Zeitungen zu lesen, und dann hatten sie jeden Artikel, der sie interessierte, einfach zu widerlegen. Mit dem, was da zusammenkam, füllte der Mann seine Wochenschrift, und sie wurde gern gelesen und fand guten Absatz, denn eine witzige Kritik ist etwas, was die Menschen reizt. Es prickelt so etwas von einem Kritiker in jeder Seele. Die jungen Herren sind bei dieser Beschäftigung sämtlich glänzende Polemiker geworden und zum Teil heute in angesehenen Stellungen.
[ 5 ] The editor-in-chief of a major newspaper intended to publish an interesting weekly as a supplement. However, he could find very few suitable editors for such a publication—people who could write with enough wit and interest to truly captivate the audience he had in mind. But since he was a clever man, he knew how to solve the problem. A number of talented young men were hired with the task of doing nothing all week but sitting in coffeehouses and reading newspapers, and then they simply had to refute every article that interested them. With the material they gathered, the man filled his weekly, and it was widely read and sold well, for witty criticism is something that appeals to people. Such commentary from a critic stirs something in every soul. Through this occupation, the young gentlemen all became brilliant polemicists, and some of them now hold prestigious positions.
[ 6 ] Es soll damit gezeigt sein, dass es gar nicht so schwer ist, etwas zu widerlegen, es zu kritisieren, wenn man eben weiter nichts will.
[ 6 ] This is meant to show that it isn't really that hard to refute something or criticize it if that's all you want to do.
[ 7 ] Unsere heutige Aufgabe ist nun schwieriger, denn wir wollen ja heute zeigen, wie man Theosophie begründet.
[ 7 ] Our task today is more difficult, since we want to show how to establish the foundations of theosophy.
[ 8 ] Greifen wir zunächst heraus den Einwand, es sei dilettantisch, anzunehmen, dass ein Ätherleib eingefügt sein solle dem physischen Leib. Ich erinnere an das, was gesagt wurde über die wissenschaftlich längst überwundene Lebenskrafttheorie. Als es gelang, Stoffgefüge laboratoriumsgemäß zusammenzufügen, war die Bahn frei für die Absetzung der Lebenskraft. Und man kann sagen, dass einmal eine Zeit kommen kann, wo man auch höhere und höchste organische Gefüge chemisch in Laboratorien wird erzeugen können. Darum kann es nur als Unwissenheit bezeichnet werden, wenn Theosophie gegenüber diesen wissenschaftlichen Fortschritten noch von einem ganz überflüssigen Äther- oder Lebensleib redet.
[ 8 ] Let us first address the objection that it is amateurish to assume that an etheric body should be superimposed on the physical body. I recall what was said about the theory of vital force, which science has long since discarded. Once it became possible to assemble material structures in the laboratory, the way was clear for the rejection of vital force. And one can say that a time may yet come when even higher and highest organic structures can be chemically produced in laboratories. Therefore, it can only be described as ignorance when Theosophy, in the face of these scientific advances, still speaks of a completely superfluous etheric or vital body.
[ 9 ] Es darf dagegen auf eins aufmerksam gemacht werden. Es gilt gewiss vielen Menschen als ein besonders aufgeklärter Geist der große Gotthold Ephraim Lessing. Weiter wird man heute gewiss den Satz unterschreiben: Niemand kann für aufgeklärt gelten, der nicht gegen den Gespensterglauben ist. Nun sagt aber einmal Lessing Folgendes:
[ 9 ] One point, however, deserves attention. Many people certainly regard the great Gotthold Ephraim Lessing as a particularly enlightened thinker. Furthermore, people today would certainly agree with the statement: No one can be considered enlightened who is not opposed to belief in ghosts. Yet Lessing himself once said the following:
Wir glauben keine Gespenster mehr? Wer sagt das? Oder vielmehr, was heißt das?
[...] In dieser Sache, über die sich fast ebenso viel dafür als darwider sagen lässt, die nicht entschieden ist und nicht entschieden werden kann, hat die gegenwärtig herrschende Art zu denken den Gründen darwider das Übergewicht gegeben; einige wenige haben diese Art zu denken, und viele wollen sie zu haben scheinen; diese machen das Geschrei und geben den Ton; der größte Haufe schweigt und verhält sich gleichgültig und denkt bald so, bald anders, hört beim hellen Tage mit Vergnügen über die Gespenster spotten und bei dunkler Nacht mit Grausen davon erzählen.
Do we no longer believe in ghosts? Who says so? Or rather, what does that mean?
[...] In this matter—about which there are almost as many arguments for as against, which has not been decided and cannot be decided—the currently prevailing way of thinking has given greater weight to the arguments against; a few hold this view, and many seem to want to hold it; these are the ones making the noise and setting the tone; the vast majority remain silent and indifferent, their minds wavering from one view to another—listening with pleasure to mockery of ghosts in broad daylight and recounting tales of them with horror in the dark of night.
[ 10 ] Es gibt keine Beweise dagegen, nur die Denkgewohnheiten haben sich geändert. So steht es auch mit der Lebenskrafttheorie. Die Denkgewohnheiten darüber haben sich geändert. Ein Beweis dagegen ist aber damit noch nicht erbracht.
[ 10 ] There is no evidence against it; only the way of thinking has changed. The same is true of the theory of vital force. The way of thinking about it has changed. However, this does not constitute proof against it.
[ 11 ] Und so steht es auch mit Bezug auf den wissenschaftlichen Einwurf: Wir brauchen keinen Ätherleib. Der ist auch nur eine Änderung der Denkgewohnheiten, die ja wieder ins Gegenteil umschlagen können, wie wir das ja oft genug erleben können. Man glaubte früher sogar, dass man ein ganzes, kleines Menschlein, den sogenannten Homunkulus, künstlich erzeugen könne. Trotzdem ja gerade der obige Einwand erst recht gelten würde, sehen wir doch, dass gerade die Homunkulus-gläubige Menschheit ganz an eine übersinnliche Welt glaubt. In einem Zimmer, in dem recht viel Schmutz ist, gibt es für gewöhnlich auch viel Fliegen. Früher erklärte man das so, dass man deshalb annahm, die Fliegen entstünden aus dem Schmutz. Jetzt weiß man, dass durch den Schmutz nur die Bedingungen hergestellt sind; es ist leicht gemacht für die Fliegen, hereinzukommen.
[ 11 ] And the same applies to the scientific objection: We do not need an etheric body. That, too, is merely a shift in thinking habits, which can just as easily swing back in the opposite direction, as we have seen often enough. In the past, people even believed that a whole, tiny human being—the so-called homunculus—could be created artificially. Yet the objection mentioned above would apply all the more here, since we see that it is precisely those who believe in the homunculus who are the ones who fully believe in a supernatural world. In a room where there is quite a lot of dirt, there are usually also a lot of flies. In the past, this was explained by the assumption that the flies originated from the dirt. Now we know that the dirt merely creates the conditions; it makes it easy for the flies to get in.
[ 12 ] So war es auch früher durch die anders gearteten Denkgewohnheiten nur leicht für Übersinnliches gemacht, hereinzukommen in den Wirkungsbereich des Menschen.
[ 12 ] In the past, too, because of different ways of thinking, it was easy for the supernatural to enter the sphere of human activity.
[ 13 ] Durch einen Zufall habe ich mir in diesen Tagen einen Freidenkerkalender gekauft, in dem ich den Aufsatz eines freidenkenden Menschen fand. Dieser Mann wendet sich nun nicht etwa gegen Theosophie – davon weiß er hoffentlich gar nichts –, sondern dagegen, dass man den Kindern schon in früher Jugend beibringe den Glauben an eine übersinnliche Welt. Vor dem Einschlafen bete man mit ihnen, dass ein göttlicher Geist sie bewahre und so weiter. Das sei ein Unfug, gegen den der Mann anscheinend sehr eingenommen ist. Er wettert dagegen und sagt, man müsse doch heute nicht Kindern Dinge einpfropfen wollen, die die Kinder nicht von selber haben. — Es ist nur zu raten, daraus die Konsequenz zu ziehen. Kinder kommen von selbst auch nicht auf die Sprache. Der Mann müsste daher eigentlich ein Gegner davon sein, den Kindern die Sprache beizubringen. Warum hat der Mann aber solche Konsequenzen nicht gezogen? Der Grund ist der, dass dieser Mann einfach gegen alles Übersinnliche im höchsten Grade eingenommen ist. Er will die Verkehrtheit des Übersinnlichen überall nachweisen und achtet daher gar nicht auf die logischen Gründe. Das Verurteilen alles Übersinnlichen ist ihm zu einer Denkgewohnheit geworden, über die er gar nicht herauskann, selbst wenn er wollte – aber er will auch gar nicht. So ist es auch vielfach im Leben. Es entscheiden für eine Stellungnahme letzten Endes nicht die logischen Gründe, sondern die Denkgewohnheiten.
[ 13 ] By chance, I recently bought a freethinker’s calendar, in which I found an essay by a freethinker. This man is not, however, speaking out against theosophy—he hopefully knows nothing about it—but rather against the practice of teaching children to believe in a supernatural world from an early age. Before going to sleep, people pray with them that a divine spirit will protect them, and so on. This is nonsense, against which the man seems to be very strongly opposed. He rails against it and says that today we shouldn’t try to instill in children things that they don’t already possess on their own. — One can only advise drawing the logical conclusion from this. Children don’t learn to speak on their own either. This man should therefore actually be opposed to teaching children to speak. But why hasn’t he drawn such conclusions? The reason is that this man is simply extremely prejudiced against everything supernatural. He wants to prove the fallacy of the supernatural everywhere and therefore pays no attention at all to logical arguments. Condemning everything supernatural has become a habit of thought for him, one from which he cannot break free even if he wanted to—but he doesn’t want to at all. This is often the case in life. Ultimately, it is not logical reasons that determine one’s stance, but habits of thought.
[ 14 ] Da erhebt sich nun die Frage: Gibt es denn die Möglichkeit, zu solchen Denkgewohnheiten zu kommen, die als an sich berechtigte hinaufentwickelt werden können? Die wirkliche Wissenschaft stellt da den Grundsatz auf, dass nur solche Dinge vom Wissenschaftler vorgebracht werden sollen, die jederzeit von jedem zu prüfen seien. Das kann eben die Theosophie nach Ansicht der modernen Wissenschaft nicht. Denn Theosophie beruft sich auf Quellen, die die Seele aus sich selbst heraus entwickelt durch das Mittel der Meditation. Intime innere Vorgänge gestalten die Seele um, und dann erwachen in ihr Geistesaugen und Geistesohren. Man urteilt da also nicht mehr mit den gewöhnlichen Sinnesinstrumenten, die jedermann zugänglich sind. Strenge Wissenschaft muss aber gerade ausschließen, was bloß subjektive Geltung hat.
[ 14 ] This raises the question: Is it even possible to develop habits of thought that can be cultivated into ones that are legitimate in and of themselves? True science establishes the principle that scientists should present only those things that can be verified by anyone at any time. According to modern science, theosophy simply cannot do this. For theosophy draws upon sources that the soul develops from within itself through the practice of meditation. Intimate inner processes transform the soul, and then the eyes and ears of the spirit awaken within it. One therefore no longer judges using the ordinary sensory instruments accessible to everyone. Strict science, however, must exclude precisely that which has merely subjective validity.
[ 15 ] Das ist ein Einwand, der nur durch Erfahrung entschieden werden kann. Es muss daher festgestellt werden, erstens: Ist es wahr, dass Wissenschaft nur objektiv entscheidet? Zweitens: Ist es wahr, dass Geisteswissenschaft subjektiv entscheidet?
[ 15 ] This is an objection that can only be resolved through experience. We must therefore determine, first: Is it true that science makes only objective judgments? Second: Is it true that the humanities make subjective judgments?
[ 16 ] Nun, die erste Forderung gilt durchaus nicht überall für die wissenschaftliche Forschung. In der Mathematik zum Beispiel kann nicht jeder Mensch jederzeit die Sache nachprüfen. Es weiß wohl jeder, dass der pythagoreische Lehrsatz richtig ist. Es braucht ihn aber nicht jeder nachprüfen können. Allerdings, wer es nicht nachprüfen kann, weil er nicht so viel Mathematik versteht, der beweist dagegen nichts.
[ 16 ] Well, the first requirement certainly does not apply to all areas of scientific research. In mathematics, for example, not everyone can verify the matter at any time. Everyone knows, of course, that the Pythagorean theorem is correct. But not everyone needs to be able to verify it. However, those who cannot verify it because they do not understand mathematics well enough do not thereby prove anything against it.
[ 17 ] Die Mathematik bringt aber nur solche Wahrheiten, die sich auf Verhältnisse beziehen. Aber ob die Ergebnisse der mathematischen Wissenschaft sich auch auf die objektive Welt beziehen und sich in ihr bewahrheiten [...], das hängt ab noch von anderen Dingen.
[ 17 ] Mathematics, however, yields only those truths that relate to relationships. But whether the results of mathematical science also relate to the objective world and hold true within it [...], that depends on other factors as well.
[ 18 ] Mathematische Gebilde kommen in der Natur nicht vor. Es gibt weder ein Dreieck an sich, noch einen mathematisch richtigen Kreis und so weiter. Das kann äußerlich nie dargestellt werden, kann aber errechnet und innerlich vorgestellt werden.
[ 18 ] Mathematical objects do not occur in nature. There is neither a triangle in and of itself, nor a mathematically perfect circle, and so on. These can never be represented externally, but they can be calculated and conceived internally.
[ 19 ] Stimmt das nicht mit hellseherischem Erleben überein? [Nur niedrigste Stufen des Seelenlebens nehmen sich subjektiv aus. Wer weiter geht, kommt stets zu den gleichen Erfahrungen. Mathematik gilt als lebendiger Faktor in den übersinnlichen Welten, so haben Plato und andere empfunden.] Am menschlichen Organismus, kann man sagen, wird «ichisiert» ebenso, wie man sagen kann, dass Gott «geometrisiert».
[ 19 ] Doesn't this correspond to clairvoyant experience? [Only the lowest levels of soul life appear subjective. Those who go further always arrive at the same experiences. Mathematics is regarded as a living factor in the supersensible worlds; this is how Plato and others perceived it.] One might say that the human organism is “ego-ified,” just as one might say that God “geometrizes.”
[ 20 ] Ich möchte Ihnen ein Beispiel für die Wirksamkeit des Übersinnlichen am physischen Leibe geben. Wenn wir beobachten einen Menschen, der nach Erkenntnis strebt – keinen bloßen Wissenschaftler, sondern eine suchende, ringende, verinnerlichte Seele –, wenn wir einen solchen Menschen wiedersehen, nachdem wir ihn zehn Jahre lang nicht gesehen haben, bemerken wir eine Veränderung in seinen Zügen. Wir sehen also, wie das doch verhältnismäßig geringe übersinnliche Arbeiten sich äußerlich einprägt seinem Leibe. Solche Veränderung kann sogar eine gewisse Gattung innerer Kämpfe dem Psychologen anzeigen. Es gibt aber eine Grenze für die Elastizität des Leibes. Wenn es nicht mehr weitergeht mit der äußeren Umgestaltung der Züge, dann treten für den Menschen die Lösungen der Rätsel ein, mit denen man sich geplagt hat. Das kann durchaus festgestellt werden. Das innere Erleben äußert sich zuerst wie arbeitend an der äußeren Sinneswelt am Menschen, dann erst kann es bei ihm ins Bewusstsein treten.
[ 20 ] I would like to give you an example of the effect of the supersensible on the physical body. When we observe a person who strives for knowledge—not merely a scientist, but a searching, struggling, introspective soul—and when we see such a person again after not having seen them for ten years, we notice a change in their features. We see, then, how even relatively minor supersensory activity leaves its mark on the body. Such a change can even reveal a certain kind of inner struggle to the psychologist. However, there is a limit to the body’s elasticity. When the external transformation of the features can go no further, the solutions to the riddles that have plagued the person begin to emerge. This can certainly be observed. The inner experience first manifests itself in the person as if working on the external sensory world; only then can it enter their consciousness.
[ 21 ] Wie vergleicht sich das mit den Erfahrungen eines Schülers der Geisteswissenschaft?
[ 21 ] How does this compare to the experiences of a student of the humanities?
[ 22 ] Die hellseherische Schulung muss bewusste Schlafzustände herstellen. Dadurch, dass sie das Bewusstsein auch im Schlafe möglich macht, kann sie Kräfte heraufholen ins Bewusstsein, die sonst zu schwach dazu sein würden. Also nur Willens-Vorstellungen, die durch nichts äußerlich angeregt sind. Eine solche Schulung dauert ja unter Umständen recht lange. Wenn sie aber wirksam wird, dann kann ein bestimmtes Erlebnis festgestellt werden. Es kommen für den Schüler dann innere Erlebnisse, zuerst wie ein Traum, den man nicht erhaschen kann. Man fühlt dann einen Widerstand des eigenen Gehirns. Das gibt dann allmählich nach. Dann kommt die Zeit, wo man das Gespürte in Begriffe verwandeln kann. Erst ist das wie bei einem Kinde, man weiß nicht recht davon, dann steigert es sich allmählich zu einem bewussten Erlebnis. Der Hellseher erlebt dann die Dinge, die ihr Sein durch sich selbst innerlich als unmittelbare Gewissheit, als innerlich objektiv darstellen. Und alle Hellseher erleben darin dasselbe.
[ 22 ] Clairvoyant training must induce conscious states of sleep. By making consciousness possible even during sleep, it can bring powers into consciousness that would otherwise be too weak to do so. In other words, only mental images arising from the will, unstimulated by any external factor. Such training can, under certain circumstances, take quite a long time. But once it becomes effective, a specific experience can be observed. The student then begins to have inner experiences, at first like a dream that one cannot quite grasp. One then feels resistance from one’s own brain. This gradually subsides. Then comes the time when one can transform what has been sensed into concepts. At first, it is like with a child—one is not quite aware of it—but then it gradually intensifies into a conscious experience. The clairvoyant then experiences things that present their very being through themselves internally as immediate certainty, as an inner objectivity. And all clairvoyants experience the same thing in this regard.
[ 23 ] Worauf beruht also Geisteswissenschaft? Auf allgemein für jeden Nachprüfbarem zwar nicht, aber darauf, dass es eine Möglichkeit gibt, in das geistige Sein selber hineinzuwachsen und dadurch unmittelbar aus unserem Innern Wahrheit zu schöpfen. Wenn man so eingesehen hat, dass ein Übersinnliches da ist, dann stellen sich die Einwände dagegen ganz anders dar. Es sind objektiv richtige Einwände, die gar nicht zu widerlegen sind.
[ 23 ] So what is spiritual science based on? Not on something that is universally verifiable by everyone, but on the fact that there is a possibility to grow into spiritual existence itself and thereby draw truth directly from within ourselves. Once one has come to realize that a supersensible realm exists, the objections to it take on a completely different character. They are objectively valid objections that cannot be refuted at all.
[ 24 ] Nehmen wir zum Beispiel den Einwand, dass man die theosophische Erklärung für den Schlafzustand gar nicht brauche, weil die Selbstregulatortheorie viel einfacher die Vorgänge erkläre. Aber außer beim Schlaf gibt es doch noch andere Selbstregulatoren. Die Uhr zum Beispiel ist in hervorragendem Maße solch ein Selbstregulator, sie kann aber – das wird niemand leugnen – nur durch die Gedankentätigkeit, durch den Geist des Uhrmachers zustande kommen. Warum sollte dasselbe nicht auch beim Menschen gelten? Wir sehen also, dass der Einwand an sich ja zutreffend ist, aber dass er gar nicht anwendbar ist, da dadurch nichts entschieden werden kann.
[ 24 ] Let us take, for example, the objection that the theosophical explanation for the state of sleep is unnecessary because the self-regulation theory explains the processes much more simply. But aside from sleep, there are other self-regulators as well. The clock, for example, is an excellent example of such a self-regulator, but—as no one will deny—it can only come into being through mental activity, through the mind of the clockmaker. Why should the same not apply to human beings as well? We see, then, that while the objection is valid in itself, it is not applicable here, since it does not resolve the issue.
[ 25 ] Nun bleiben aber ja außerdem noch die ethischen und moralischen Einwände gegen Theosophie. Wie steht es damit? Der Einwand gegen die Karmalehre, dass diese zum Egoismus führen könne, weil auf die guten Taten Belohnung und auf die bösen Taten Strafe folge, ist wiederum in gewisser Weise zutreffend. Es kann dazu führen, dass jemand nicht das Gute tut um des Guten willen, sondern um der Belohnung willen. Nun sagt Schopenhauer einmal: «Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.» Mit einer bloßen Moralpredigt, dass der Mensch doch ja das Gute tun möge, wird man im Allgemeinen nicht viel erreichen. Es ist das etwa so, wie wenn jemand zum Ofen sagen würde: «Lieber Ofen, es ist deine Bestimmung, deine moralische Pflicht, das Zimmer zu heizen; also bitte, sei so gut und richte dich danach.» Wenn weiter nichts geschieht, wird es wohl kalt im Ofen bleiben. Wer aber Holz nimmt und ein Feuer im Ofen entzündet, wird rascher und zweckmäßiger die Bestimmung des Ofens erreichen.
[ 25 ] But there are, of course, also ethical and moral objections to theosophy. What about those? The objection to the doctrine of karma—that it could lead to selfishness because good deeds are followed by reward and evil deeds by punishment—is, in a certain sense, valid. It can lead to someone doing good not for the sake of goodness itself, but for the sake of the reward. Now, Schopenhauer once said: “Preaching morality is easy; justifying it is difficult.” Generally speaking, one will not achieve much with a mere moral sermon urging people to do good. It is much like someone saying to a stove: “Dear stove, it is your purpose, your moral duty, to heat the room; so please, be so kind as to do so.” If nothing else happens, the stove will likely remain cold. But whoever takes wood and lights a fire in the stove will achieve the stove’s purpose more quickly and effectively.
[ 26 ] Beim Menschen hilft ja zwar das Predigen etwas mehr als beim Ofen, aber meist nicht viel mehr. Moral begründen — das innere Feuer im Menschen entzünden – ist wichtiger. Also es möge nur das Karmagesetz erst mal ruhig auf den Egoismus des Menschen wirken und ihn so zum Guten entzünden. Die Hauptsache ist, dass der Zweck erreicht wird. Man könnte auch von einem EIternpaare sagen, dass es seine Kinder nur aus Egoismus gut erzöge. Sollen sie es deshalb lieber bleiben lassen? Die Hauptsache ist, dass durch die gute Erziehung die Kinder zu ordentlichen Menschen werden. Selbst wenn die Eltern bei der Erziehung nur an sich und an die persönlichen Annehmlichkeiten, welche gut erzogene Kinder ihnen bringen können, gedacht haben, so kommt dann schon die Liebe zur Erziehungsarbeit ganz von selbst dazu. Das Gute kann also zunächst auch aus egoistischen Motiven entstehen, es wird dann schon durch die Gewohnheit des Guten ganz von selber aus dem Egoismus Selbstlosigkeit entstehen.
[ 26 ] With human beings, preaching does help a little more than it does with a stove, but usually not much more. Justifying morality—igniting the inner fire within a person—is more important. So let the law of karma first quietly take effect on human selfishness and thus inspire people toward goodness. The main thing is that the goal is achieved. One could also say of a couple that they raise their children well solely out of selfishness. Should they therefore refrain from doing so? The main thing is that, through a good upbringing, the children grow up to be decent people. Even if the parents thought only of themselves and the personal comforts that well-behaved children can bring them while raising them, love for the work of raising children will naturally follow. Goodness can thus initially arise from selfish motives; through the habit of doing good, selflessness will then naturally emerge from that selfishness.
[ 27 ] Nehmen wir nun den Fall, jemand sagt: Wir kommen ja doch wieder, was brauche ich mich jetzt plagen. Ich will jetzt mein Leben genießen, ich habe ja Zeit im späteren Leben, ein anständiger Mensch zu werden. – Wenn wir an das Karmagesetz glauben, so müssen wir uns klar werden, dass eine solche Gesinnung ihre Folgen haben wird für das nächste Leben. Die Folge wird eben die sein, dass ihm sein jetziges Verhalten selbst die Absicht, anständig zu werden, schwer machen wird.
[ 27 ] Let’s take the case where someone says: “We’re going to come back anyway, so why should I bother myself now?” “I want to enjoy my life now; I’ll have plenty of time in my next life to become a decent person.”—If we believe in the law of karma, we must realize that such an attitude will have consequences for the next life. The consequence will be that his current behavior—even his intention to become a decent person—will make it difficult for him to do so.
[ 28 ] Dann haben wir noch andere Einwände. Es wird gesagt, der Hellseher entlehne seine Vorstellungen ebenso wie bei Halluzinationen nur aus der physischen Welt. Das seien nur Reminiszenzen der gewöhnlichen sinnlichen Dinge, aber in phantastisch verworrene Form gekleidet, ebenso, wie zum Beispiel primitive Religionen ihre Gottvorstellung vom Menschen ableiten und so weiter.
[ 28 ] We also have other objections. It is said that the clairvoyant, just as with hallucinations, derives his visions solely from the physical world. These are merely reminiscences of ordinary sensory objects, but clothed in a fantastically convoluted form—just as, for example, primitive religions derive their concept of God from human beings, and so on.
[ 29 ] Nun kann aber ein geistiger Zusammenhang zwischen drei Menschen durch Hellsichtigkeit nachgewiesen werden, von denen der eine tot ist. Es gibt viele derartige gut beglaubigte Erlebnisse. Ich erzähle im Folgenden, wie ich das stets zu tun pflege, nur ein wirkliches Geschehnis, das sich genau so zugetragen hat und nachprüfbar ist.
[ 29 ] However, a spiritual connection between three people—one of whom is dead—can be demonstrated through clairvoyance. There are many such well-documented experiences. In what follows, as I always do, I will recount only a true event that took place exactly as described and can be verified.
[ 30 ] Ein Elternpaar lebte mit einem Sohn zusammen, der Sohn ward krank und war nach einem Tage tot. Das war ein schwerer Schlag für die Eltern. Sie waren daher viel mit dem Sohn beschäftigt. Da träumten beide Eltern nach Monaten einen gleichen Traum. Der Sohn erschien ihnen und erzählte ihnen, dass er lebendig begraben worden sei. Sie teilten sich gegenseitig den Traum mit am nächsten Morgen, und es erwies sich, dass sie beide dasselbe im Traum erlebt hatten, dass beide denselben Traum gehabt hatten. Sie wollten sich nun Gewissheit verschaffen und nachgraben lassen. Leider verhinderte die Behörde das Nachgraben, aber es bleibt doch die Tatsache, dass beide denselben Traum gehabt hatten. Nun ist ein Traum ja noch keine Realität, aber Träume sind in solchen Fällen die Vergegenwärtigung dessen, was aus den übersinnlichen Welten ins Bewusstsein hereinleuchtet.
[ 30 ] A couple lived with their son; the son fell ill and died after one day. This was a heavy blow for the parents. As a result, they spent a great deal of time thinking about their son. Then, months later, both parents had the same dream. Their son appeared to them and told them that he had been buried alive. They shared the dream with each other the next morning, and it turned out that they had both experienced the same thing in their dreams—that they had both had the same dream. They now wanted to be certain and had the grave reopened. Unfortunately, the authorities prevented the exhumation, but the fact remains that both had had the same dream. Now, a dream is not yet reality, but in such cases, dreams are a manifestation of what shines into consciousness from the supernatural worlds.
[ 31 ] Wie das zu verstehen ist, geht aus dem bekannten Traum von der Bäuerin hervor, die im 'Traum eine erbauliche Rede des Pfarrers zu hören meint und beim Erwachen den Hahn krähen hört, der sie geweckt hat und dadurch die Vorstellung in dem wiederkehrenden Bewusstsein von einer Predigt als Traumbild erregt hat, da sie vor dem Einschlafen an die erbaulichen Worte des Pfarrers gedacht hatte. Traumbilder richten sich nach Gesinnungen und nach Erlebnissen. Daraus wird klar ersichtlich, dass auch hellseherische Schilderungen, trotzdem sie in Bildern vom Alltäglichen gegeben werden, doch richtige, übersinnliche Erlebnisse enthalten können. Sonst kann man ja auch sagen: Ich sehe in einem Buche nichts als schwarze Buchstaben und Druckerschwärze. Was du daraus vorliest, kann ich durchaus nicht darin finden.
[ 31 ] How this is to be understood is evident from the well-known dream of the farmer’s wife, who, in her dream, believes she is hearing an edifying sermon from the pastor and, upon waking, hears the rooster crowing—which had awakened her and thereby evoked the recurring conscious image of a sermon as a dream image, since she had been thinking of the pastor’s edifying words before falling asleep. Dream images are shaped by one’s state of mind and experiences. From this, it becomes clear that even clairvoyant descriptions, despite being presented in images drawn from everyday life, can still contain genuine, extrasensory experiences. Otherwise, one might just as well say: “I see nothing in a book but black letters and printer’s ink. I cannot find what you are reading aloud from it at all.”
[ 32 ] Das ist zwar richtig für den, der selbst nicht darin lesen kann. Es kommt aber in Bezug auf den Inhalt für den, der lesen gelernt hat, nicht in Betracht.
[ 32 ] While this is true for someone who cannot read it themselves, it does not apply to those who have learned to read when it comes to the content.
[ 33 ] Wir kommen nun noch zu den religiösen Einwänden: von der Selbstvergottung des Menschen durch die Theosophie. Dadurch, dass man den Gott ins eigene Innere verlegt, während zu wahrer Religiosität die Hingabe an einen äußeren Gott notwendig sei — das bewirke Selbstüberhebung, indem es den Menschen dazu verleite zu sagen: Ich bin selber ein Gott.
[ 33 ] We now turn to the religious objections: the deification of humankind through theosophy. By placing God within oneself, whereas true religiosity requires devotion to an external God—this leads to arrogance, tempting people to say: “I myself am a god.”
[ 34 ] Das ist wiederum ein nicht unrichtiger Einwand. Wir können aber danebenstellen, was aus lebendigem Gefühl heraus die theosophische Wahrheit sagt. Du hast einen göttlichen Funken in dir, unentwickelt, keimhaft. Den musst du immer mehr ausgestalten. Es ist daher eine Pflichtverletzung gegen den Gott in dir, wenn du nicht unablässig nach Vervollkommnung strebst. [Dem Theosophen genügt nicht eine passive Hingabe an Gott — wie bei manchen frommen Christen –, sondern er muss aktive Hingabe fordern, wie das Paulinische Wort sagt: «Nicht ich, sondern der Christus in mir».]
[ 34 ] This, too, is not an unfounded objection. But we can set aside what theosophical truth says out of a living sense of feeling. You have a divine spark within you, undeveloped, in its embryonic state. You must develop it more and more. It is therefore a dereliction of duty toward the God within you if you do not strive ceaselessly for perfection. [For the theosophist, passive devotion to God—as is the case with some devout Christians—is not enough; rather, he must demand active devotion, as the Pauline saying goes: “Not I, but Christ in me.”]
[ 35 ] So sieht dann die Vergottung sich doch etwas anders an, denn sie führt unablässig zu Impulsen nach Vervollkommnung, sie verwandelt die Selbstgerechtigkeit des Menschen in ein ewiges Pflichtgebot.
[ 35 ] Thus, deification takes on a somewhat different form, for it constantly leads to impulses toward perfection; it transforms human self-righteousness into an eternal imperative.
[ 36 ] Sie sehen auch hier wiederum: Der Einwand braucht nicht widerlegt zu werden, trotzdem steht das, was Theosophie zu sagen hat, auf festem Grund und Boden. Denn wahr ist es: Die suchende Seele braucht nicht sich selbst zu verneinen, wenn sie nach Unsterblichkeit sich sehnt, sondern sie findet draußen das, was in ihr selber lebt.
[ 36 ] Here, too, you can see once again: The objection need not be refuted; nevertheless, what Theosophy has to say stands on solid ground. For it is true: The seeking soul need not deny itself when it longs for immortality, but rather finds outside itself that which lives within it.
