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The Human Soul, Fate and Death
GA 70a

21 March 1915, Munich

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Menschenseele, Schicksal und Tod
  1. The Human Soul, Fate and Death, tr. SOL

11. Was ist am menschenwesen Unsterblich?

11. Was ist am menschenwesen Unsterblich?

[ 1 ] Sehr verehrte Anwesende! Außer dem allgemeinen Interesse, welches Fragen hat wie diejenige, die den Gegenstand der heutigen Betrachtung bildet, liegt ja in unserer Zeit noch eine ganz besondere Veranlassung für die Menschenseelen vor, sich in eine solche Betrachtung einzulassen. In der Gegenwart gehen wir, wie ich mir erlaubte gestern ja anzudeuten und wie es jeder Empfindung heute naheliegen muss, durch Blut und Tod hindurch, und tausendfältig tritt uns die Frage nach dem Wesen des Menschlich-Seelischen entgegen. Eltern trauern oder bangen um ihre Söhne, Schwestern und Brüder gleichfalls, und auch mancherlei [Anzeichen] sehen wir, wie unter dem Großen, unter dem Bedeutungsvollen, von dem wir annehmen müssen, dass es im Schoße unserer schweren Zeit ruht, vielleicht auch das sein kann, dass die Aufmerksamkeit der Menschen wiederum gelenkt wird auf Betrachtungen, wie diejenige ist, die uns eben heute beschäftigen soll. Nun ist vom Standpunkt der Geisteswissenschaft, von dem ich seit vielen Jahren nun auch hier in dieser Stadt schon sprechen darf, es heute wahrhaftig nicht ganz leicht, die Frage zu erörtern: Was ist am Menschenwesen unsterblich? Denn man darf ja sagen: Gegenüber dem Anspruch, eine solche Frage wirklich wissenschaftlich zu behandeln, müssen ganz begreiflicherweise auftreten die mannigfaltigsten Denkgewohnheiten, die mannigfaltigsten Vorstellungsarten unserer Zeit, die — ich sage wiederum ganz begreiflicherweise — aus den Voraussetzungen, wie sie meinen, echter Wissenschaftlichkeit heraus dasjenige mit Recht bekämpfen wollen, was vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus zu sagen ist. Es ist ja durchaus wahr, dass die ganze Entwicklung gerade des wissenschaftlichen Denkens, wie wir sie verfolgen können, durch die letzten Jahrhunderte und besonders durch das neunzehnte Jahrhundert hindurch, gar sehr widerspricht demjenigen, was Geisteswissenschaft in solchen Fragen heute vorzubringen hat.

[ 1 ] Sehr verehrte Anwesende! Außer dem allgemeinen Interesse, welches Fragen hat wie diejenige, die den Gegenstand der heutigen Betrachtung bildet, liegt ja in unserer Zeit noch eine ganz besondere Veranlassung für die Menschenseelen vor, sich in eine solche Betrachtung einzulassen. In der Gegenwart gehen wir, wie ich mir erlaubte gestern ja anzudeuten und wie es jeder Empfindung heute naheliegen muss, durch Blut und Tod hindurch, und tausendfältig tritt uns die Frage nach dem Wesen des Menschlich-Seelischen entgegen. Eltern trauern oder bangen um ihre Söhne, Schwestern und Brüder gleichfalls, und auch mancherlei [Anzeichen] sehen wir, wie unter dem Großen, unter dem Bedeutungsvollen, von dem wir annehmen müssen, dass es im Schoße unserer schweren Zeit ruht, vielleicht auch das sein kann, dass die Aufmerksamkeit der Menschen wiederum gelenkt wird auf Betrachtungen, wie diejenige ist, die uns eben heute beschäftigen soll. Nun ist vom Standpunkt der Geisteswissenschaft, von dem ich seit vielen Jahren nun auch hier in dieser Stadt schon sprechen darf, es heute wahrhaftig nicht ganz leicht, die Frage zu erörtern: Was ist am Menschenwesen unsterblich? Denn man darf ja sagen: Gegenüber dem Anspruch, eine solche Frage wirklich wissenschaftlich zu behandeln, müssen ganz begreiflicherweise auftreten die mannigfaltigsten Denkgewohnheiten, die mannigfaltigsten Vorstellungsarten unserer Zeit, die — ich sage wiederum ganz begreiflicherweise — aus den Voraussetzungen, wie sie meinen, echter Wissenschaftlichkeit heraus dasjenige mit Recht bekämpfen wollen, was vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus zu sagen ist. Es ist ja durchaus wahr, dass die ganze Entwicklung gerade des wissenschaftlichen Denkens, wie wir sie verfolgen können, durch die letzten Jahrhunderte und besonders durch das neunzehnte Jahrhundert hindurch, gar sehr widerspricht demjenigen, was Geisteswissenschaft in solchen Fragen heute vorzubringen hat.

[ 2 ] Und es darf immer wieder und wiederum betont werden, meine sehr verehrten Anwesenden, dass ich vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus, wie er hier gemeint ist, wahrhaftig nicht sprechen möchte über solche Fragen wie die der Unsterblichkeit der Menschenseele, wenn ich mir nicht klar wäre darüber, dass das, was Geisteswissenschaft zu sagen hat, voll bestehen kann, aber auch voll rechnet, wenigstens rechnen kann, mit all dem, was wir echte, wahre wissenschaftliche Fortschritte, wissenschaftliche Errungenschaften in unserer Gegenwart nennen. Wahre Geisteswissenschaft möchte mit dem, was sie zu sagen hat, nicht verwechselt werden mit so mancherlei, was da glaubt, mit der wahren Geisteswissenschaft verwandt zu sein, und was auch allerlei Gründe, allerlei Meinungen vorbringt über Gegenstände, wie der ist, der uns heute beschäftigt. Solchen Meinungen gegenüber muss betont werden, dass ja wirklich redlichem Forschen, redlichem Denken entsprungen sind Erwägungen, Anschauungen, welche, ich möchte sagen schnurstracks zuwiderlaufen all dem, was für die Unsterblichkeit der Menschenseele zu sprechen scheint. Und gesagt werden muss, wirklich aufrichtig gesagt werden muss, dass der Scharfsinn, die Urteilsfähigkeit, die aufgebracht haben die Gegner der Unsterblichkeitsidee, im höchsten Grade, wenn man eben auf die bloße Fähigkeit des Denkens, auf die bloße Urteilskraft sieht, anzuerkennen ist, und derjenige, der in diesen Dingen bewandert ist, wird sagen, dass die Qualität desjenigen, was in den letzten Zeiten von den Gegnern der Unsterblichkeitsidee vorgebracht wird, auf viel besseren Grundlagen fußt als vieles, vieles, was für diese Unsterblichkeit vorgebracht wird. Ich kenne unzählige Auseinandersetzungen und Gründe der Gegner der Unsterblichkeit, und ich darf sagen, dass ich volle Achtung habe vor dem, was von dieser Seite aus vorgebracht wird. Nur auf solchen Voraussetzungen fußend, soll das auseinandergesetzt werden, was nun in positiver Weise zu sagen ist über die Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?

[ 2 ] Und es darf immer wieder und wiederum betont werden, meine sehr verehrten Anwesenden, dass ich vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus, wie er hier gemeint ist, wahrhaftig nicht sprechen möchte über solche Fragen wie die der Unsterblichkeit der Menschenseele, wenn ich mir nicht klar wäre darüber, dass das, was Geisteswissenschaft zu sagen hat, voll bestehen kann, aber auch voll rechnet, wenigstens rechnen kann, mit all dem, was wir echte, wahre wissenschaftliche Fortschritte, wissenschaftliche Errungenschaften in unserer Gegenwart nennen. Wahre Geisteswissenschaft möchte mit dem, was sie zu sagen hat, nicht verwechselt werden mit so mancherlei, was da glaubt, mit der wahren Geisteswissenschaft verwandt zu sein, und was auch allerlei Gründe, allerlei Meinungen vorbringt über Gegenstände, wie der ist, der uns heute beschäftigt. Solchen Meinungen gegenüber muss betont werden, dass ja wirklich redlichem Forschen, redlichem Denken entsprungen sind Erwägungen, Anschauungen, welche, ich möchte sagen schnurstracks zuwiderlaufen all dem, was für die Unsterblichkeit der Menschenseele zu sprechen scheint. Und gesagt werden muss, wirklich aufrichtig gesagt werden muss, dass der Scharfsinn, die Urteilsfähigkeit, die aufgebracht haben die Gegner der Unsterblichkeitsidee, im höchsten Grade, wenn man eben auf die bloße Fähigkeit des Denkens, auf die bloße Urteilskraft sieht, anzuerkennen ist, und derjenige, der in diesen Dingen bewandert ist, wird sagen, dass die Qualität desjenigen, was in den letzten Zeiten von den Gegnern der Unsterblichkeitsidee vorgebracht wird, auf viel besseren Grundlagen fußt als vieles, vieles, was für diese Unsterblichkeit vorgebracht wird. Ich kenne unzählige Auseinandersetzungen und Gründe der Gegner der Unsterblichkeit, und ich darf sagen, dass ich volle Achtung habe vor dem, was von dieser Seite aus vorgebracht wird. Nur auf solchen Voraussetzungen fußend, soll das auseinandergesetzt werden, was nun in positiver Weise zu sagen ist über die Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?

[ 3 ] Beantwortet werden kann diese Frage nur wirklich vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft aus, beantwortet werden so, dass die Antwort sich wirklich messen kann mit dem, was sonst heute als Wissenschaft gilt. Die Menschenseele muss, um Forschungen anzustellen über das Wesen der Unsterblichkeit, den Weg gehen, der sie führt in die Gefilde des geistigen Daseins, in die Gefilde der übersinnlichen Welt hinein. Und schon oft habe ich mir erlaubt, hier auseinanderzusetzen, in welcher Art es die Menschenseele anstellen muss, damit sie wirklich den Weg findet in die geistigen Welten hinein, in das übersinnliche Dasein hinein. Ich werde heute, da ich ja bei meiner letzten Anwesenheit hier insbesondere gesprochen habe von einem gewissen Gesichtspunkte aus über das Auffinden des Weges der Menschenseele in die geistigen Welten hinein, ich werde heute das, was dazumal gesagt worden ist, voraussetzen und nicht wiederum sprechen von dem, was die Menschenseele zu machen hat, um wirklich Geistesforschung anstellen zu können. Nur erwähnen will ich, dass erst der zu einer wirklichen wissenschaftlichen Betrachtung über geisteswissenschaftliche Fragen kommen kann, der gegenüber diesen geisteswissenschaftlichen Fragen denselben Gesichtspunkt innezuhalten vermag, den man einnimmt gegenüber wissenschaftlichen Forschungen, die auf rein physikalischem oder chemischem oder sonst irgendeinem sinnenfälligen Gebiete liegen.

[ 3 ] Beantwortet werden kann diese Frage nur wirklich vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft aus, beantwortet werden so, dass die Antwort sich wirklich messen kann mit dem, was sonst heute als Wissenschaft gilt. Die Menschenseele muss, um Forschungen anzustellen über das Wesen der Unsterblichkeit, den Weg gehen, der sie führt in die Gefilde des geistigen Daseins, in die Gefilde der übersinnlichen Welt hinein. Und schon oft habe ich mir erlaubt, hier auseinanderzusetzen, in welcher Art es die Menschenseele anstellen muss, damit sie wirklich den Weg findet in die geistigen Welten hinein, in das übersinnliche Dasein hinein. Ich werde heute, da ich ja bei meiner letzten Anwesenheit hier insbesondere gesprochen habe von einem gewissen Gesichtspunkte aus über das Auffinden des Weges der Menschenseele in die geistigen Welten hinein, ich werde heute das, was dazumal gesagt worden ist, voraussetzen und nicht wiederum sprechen von dem, was die Menschenseele zu machen hat, um wirklich Geistesforschung anstellen zu können. Nur erwähnen will ich, dass erst der zu einer wirklichen wissenschaftlichen Betrachtung über geisteswissenschaftliche Fragen kommen kann, der gegenüber diesen geisteswissenschaftlichen Fragen denselben Gesichtspunkt innezuhalten vermag, den man einnimmt gegenüber wissenschaftlichen Forschungen, die auf rein physikalischem oder chemischem oder sonst irgendeinem sinnenfälligen Gebiete liegen.

[ 4 ] Jedermann wird zugeben, dass, wenn er Wasser vor sich hat, ihm keine Spekulation, kein Urteil hilft, dazu zu sagen, dass in diesem Wasser drinnen ist ein Stoff wie der Wasserstoff, Wasser ist eine Flüssigkeit, Wasser löscht das Feuer; der Wasserstoff ist ein Gas, welches brennt, und wenn man das Wasser betrachtet, so ist es unmöglich, aus dieser Betrachtung des Wassers irgendetwas durch Nachdenken oder durch irgendwelches Forschen, das nicht auf das hinausläuft, was der Chemiker Zerlegung des Wassers nennt, anzugeben, dass etwas in dem Wasser darinnen ist, was ganz andere Eigenschaften hat als das Wasser. Diesen Gesichtspunkt innehaltend wird man sich gewöhnen, indem Geisteswissenschaft immer weiter und weiter eindringen wird in die menschliche Geistesentwicklung, überhaupt zuzugeben, dass des Menschen eigentliches Geistwesen, des Menschen eigentliches Seelenwesen nicht erkannt werden kann aus dem, was uns vom Menschen in der äußeren Welt entgegentritt, ebenso wenig erkannt werden kann wie das Wesen des Wasserstoffes aus dem Wasser. Wie der Chemiker den Wasserstoff absondern muss durch seine besonderen Methoden, herausheben muss aus dem Wasser, sodass er seine Eigenschaft vor sich hat, so muss der Geistesforscher das, was geistig-seelisch ist am Menschen und was nicht erkannt werden kann an dem Menschen so, wie er vor uns steht, herausheben aus diesem Menschen, muss es gleichsam durch eine geistige Chemie herausheben aus dem gewöhnlichen Menschen. Dann zeigt es sich allerdings so, wie der Wasserstoff sich zeigt gegenüber dem Wasser, da hat dieses Geistig-Seelische ganz andere Eigenschaften, ganz andere Innenwesenheit, als des Menschen Wesen im Alltagsleben, das heißt in der sinnenfälligen Wirklichkeit, hat.

[ 4 ] Jedermann wird zugeben, dass, wenn er Wasser vor sich hat, ihm keine Spekulation, kein Urteil hilft, dazu zu sagen, dass in diesem Wasser drinnen ist ein Stoff wie der Wasserstoff, Wasser ist eine Flüssigkeit, Wasser löscht das Feuer; der Wasserstoff ist ein Gas, welches brennt, und wenn man das Wasser betrachtet, so ist es unmöglich, aus dieser Betrachtung des Wassers irgendetwas durch Nachdenken oder durch irgendwelches Forschen, das nicht auf das hinausläuft, was der Chemiker Zerlegung des Wassers nennt, anzugeben, dass etwas in dem Wasser darinnen ist, was ganz andere Eigenschaften hat als das Wasser. Diesen Gesichtspunkt innehaltend wird man sich gewöhnen, indem Geisteswissenschaft immer weiter und weiter eindringen wird in die menschliche Geistesentwicklung, überhaupt zuzugeben, dass des Menschen eigentliches Geistwesen, des Menschen eigentliches Seelenwesen nicht erkannt werden kann aus dem, was uns vom Menschen in der äußeren Welt entgegentritt, ebenso wenig erkannt werden kann wie das Wesen des Wasserstoffes aus dem Wasser. Wie der Chemiker den Wasserstoff absondern muss durch seine besonderen Methoden, herausheben muss aus dem Wasser, sodass er seine Eigenschaft vor sich hat, so muss der Geistesforscher das, was geistig-seelisch ist am Menschen und was nicht erkannt werden kann an dem Menschen so, wie er vor uns steht, herausheben aus diesem Menschen, muss es gleichsam durch eine geistige Chemie herausheben aus dem gewöhnlichen Menschen. Dann zeigt es sich allerdings so, wie der Wasserstoff sich zeigt gegenüber dem Wasser, da hat dieses Geistig-Seelische ganz andere Eigenschaften, ganz andere Innenwesenheit, als des Menschen Wesen im Alltagsleben, das heißt in der sinnenfälligen Wirklichkeit, hat.

[ 5 ] Aber die Methode, das Geistig-Seelische aus dem sinnenfälligen Menschen herauszuheben, ist ja wieder eine rein geistige Arbeit, kann nicht vollzogen werden durch irgendeine äußere Verrichtung, sondern nur durch das, was die Seele in sich selber sich erarbeitet, was die Seele in sich, sich erlebend, erarbeitet. Und ich habe oftmals hier ausgeführt, wie durch eine gewisse Art, sich auf Gedanken zu konzentrieren, durch gewisse Arten des inneren Erlebens, die man als Meditation bezeichnen kann, kurz, durch gewisse intime innere Vorgänge, die in Geduld und Ausdauer ausgeübt werden, die Seele kommen kann zu einer Entdeckung in sich selber. Das Genauere kann man nachlesen in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft», auch am Schluss meiner «Theosophie». Wie gesagt, das, was dort angegeben ist, das ist eine Beschreibung von inneren Gedanken-, Empfindungs-, Willens- und Gefühlsverrichtungen, von einem gewissen inneren Verhalten der Seele, durch welches die Seele eine innere Entdeckung macht, die Entdeckung nämlich macht, dass in dieser Seele Kräfte ruhen, ein inneres Leben ruht, welche im Alltagsleben überhaupt gar nicht beobachtet werden. Im Alltagsleben, wenn wir auf die Seele hinblicken, dann werden wir gewahr, dass unsere seelische Tätigkeit verläuft im Gedanken- und Vorstellungsleben, im Gefühls- und Empfindungsleben, im Leben der Willensimpulse.

[ 5 ] Aber die Methode, das Geistig-Seelische aus dem sinnenfälligen Menschen herauszuheben, ist ja wieder eine rein geistige Arbeit, kann nicht vollzogen werden durch irgendeine äußere Verrichtung, sondern nur durch das, was die Seele in sich selber sich erarbeitet, was die Seele in sich, sich erlebend, erarbeitet. Und ich habe oftmals hier ausgeführt, wie durch eine gewisse Art, sich auf Gedanken zu konzentrieren, durch gewisse Arten des inneren Erlebens, die man als Meditation bezeichnen kann, kurz, durch gewisse intime innere Vorgänge, die in Geduld und Ausdauer ausgeübt werden, die Seele kommen kann zu einer Entdeckung in sich selber. Das Genauere kann man nachlesen in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft», auch am Schluss meiner «Theosophie». Wie gesagt, das, was dort angegeben ist, das ist eine Beschreibung von inneren Gedanken-, Empfindungs-, Willens- und Gefühlsverrichtungen, von einem gewissen inneren Verhalten der Seele, durch welches die Seele eine innere Entdeckung macht, die Entdeckung nämlich macht, dass in dieser Seele Kräfte ruhen, ein inneres Leben ruht, welche im Alltagsleben überhaupt gar nicht beobachtet werden. Im Alltagsleben, wenn wir auf die Seele hinblicken, dann werden wir gewahr, dass unsere seelische Tätigkeit verläuft im Gedanken- und Vorstellungsleben, im Gefühls- und Empfindungsleben, im Leben der Willensimpulse.

[ 6 ] Nun möchte ich sagen, hinblickend auf das, was uns beobachtbar ist an der vorstellenden, fühlenden, wollenden Seele, streiten sich heute die Menschen in Bezug auf die Unsterblichkeitsfrage so, wie schon in dem alten Plato-Dialog über die Unsterblichkeit Simmias dem Sokrates entgegentritt. Sokrates tritt uns entgegen unmittelbar, indem er vor dem Tode steht. Das, was er durchlebt hat durch sein philosophisches Leben, es zeigt sich uns, indem er spricht, dass es ihn gebracht hat zu einer Erkenntnis, dass in der Seele gefunden werden können Kräfte, die nicht im Alltagsleben vor dieses seelische Erleben treten. Simmias, der ihm erwidert, weiß nichts von einer solchen möglichen Vertiefung des Seelenlebens. Daher sagt er: Das, was die Seele darlebt, ist nichts anderes als etwa die Töne einer Laute; wenn die Laute erklingt, so sind die physischen Teile der Laute in Bewegung, und das lebt sich aus in Tönen; wenn aber die Laute zerstört ist, so hört alles Tönen auf. Damit vergleicht er das Leben des Menschen auch in Bezug auf das Seelische der Laute. Die Laute ist gleichsam das Körperliche, und indem körperliche Tätigkeiten stattfinden, erklingen diese körperlichen Tätigkeiten — bildlich gesprochen — im seelischen Erleben. Wenn aber das äußere Instrument des Körperlichen zerstört ist, dann ist es mit dem Seelenleben ebenso, wie das ganze Erklingen der Laute nicht mehr da sein kann, wenn die Laute selber zerstört ist. Man möchte sagen: In dem, was da von Simmias dem Sokrates erwidert wird, liegt schon all das im Prinzip beschlossen, was die heutigen Denkgewohnheiten, die fest auf dem Boden der Naturwissenschaft stehen wollen, gegen die Unsterblichkeitsidee einzuwenden haben. Und diese Einwendungen scheinen gut begründet zu sein, denn jeder Irrenarzt kann einem ja sagen, wie das, was man des Menschen Seelenleben nennt, dieses Ausleben der Seele in Gedanken, in Vorstellungen, in Gefühlen und Willensimpulsen, gestört wird dadurch, dass irgendetwas in den äußeren Organen, im Nervensystem nicht in Ordnung ist. Und man kann sagen: Solche Vorbringungen, sie müssen ganz begreiflicherweise auf die heutigen Überzeugungen durchaus bestimmend wirken. Warum bestimmend wirken?

[ 6 ] Nun möchte ich sagen, hinblickend auf das, was uns beobachtbar ist an der vorstellenden, fühlenden, wollenden Seele, streiten sich heute die Menschen in Bezug auf die Unsterblichkeitsfrage so, wie schon in dem alten Plato-Dialog über die Unsterblichkeit Simmias dem Sokrates entgegentritt. Sokrates tritt uns entgegen unmittelbar, indem er vor dem Tode steht. Das, was er durchlebt hat durch sein philosophisches Leben, es zeigt sich uns, indem er spricht, dass es ihn gebracht hat zu einer Erkenntnis, dass in der Seele gefunden werden können Kräfte, die nicht im Alltagsleben vor dieses seelische Erleben treten. Simmias, der ihm erwidert, weiß nichts von einer solchen möglichen Vertiefung des Seelenlebens. Daher sagt er: Das, was die Seele darlebt, ist nichts anderes als etwa die Töne einer Laute; wenn die Laute erklingt, so sind die physischen Teile der Laute in Bewegung, und das lebt sich aus in Tönen; wenn aber die Laute zerstört ist, so hört alles Tönen auf. Damit vergleicht er das Leben des Menschen auch in Bezug auf das Seelische der Laute. Die Laute ist gleichsam das Körperliche, und indem körperliche Tätigkeiten stattfinden, erklingen diese körperlichen Tätigkeiten — bildlich gesprochen — im seelischen Erleben. Wenn aber das äußere Instrument des Körperlichen zerstört ist, dann ist es mit dem Seelenleben ebenso, wie das ganze Erklingen der Laute nicht mehr da sein kann, wenn die Laute selber zerstört ist. Man möchte sagen: In dem, was da von Simmias dem Sokrates erwidert wird, liegt schon all das im Prinzip beschlossen, was die heutigen Denkgewohnheiten, die fest auf dem Boden der Naturwissenschaft stehen wollen, gegen die Unsterblichkeitsidee einzuwenden haben. Und diese Einwendungen scheinen gut begründet zu sein, denn jeder Irrenarzt kann einem ja sagen, wie das, was man des Menschen Seelenleben nennt, dieses Ausleben der Seele in Gedanken, in Vorstellungen, in Gefühlen und Willensimpulsen, gestört wird dadurch, dass irgendetwas in den äußeren Organen, im Nervensystem nicht in Ordnung ist. Und man kann sagen: Solche Vorbringungen, sie müssen ganz begreiflicherweise auf die heutigen Überzeugungen durchaus bestimmend wirken. Warum bestimmend wirken?

[ 7 ] Nun, sehen Sie, meine verehrten Anwesenden, weil im Grunde genommen im breitesten Umfange des heutigen Denkens die Frage nach der Unsterblichkeit ganz falsch gestellt wird. Man sieht hin auf das Seelenleben, wie es sich auslebt im Gedanken-, Gefühlsleben, im Leben der Willensimpulse, und man fragt dann: Ja, was bleibt denn eigentlich von dem, was da die Seele im Alltag in sich erlebt, wenn über das Körperliche der Tod hereinbricht, wenn der Körper zerstört wird? Und es gibt gewiss viele, die sich sagen: Indem ich hinblicke auf Denken, Fühlen und Wollen, erlebe ich innerlich etwas, was mit dem Körperlichen nicht identisch ist und was ein Dasein haben muss, wenn sich über das physische Dasein die Todespforte hin eröffnet. Nun zeigt gerade Geisteswissenschaft, was dieses vorstellende, empfindende, fühlende, wollende Leben der Seele ist. So wie man es in der Seele erlebt, ist dieses ganze innere Seelenleben im Grunde genommen nichts anderes als ein Spiegelbild. Und das, was wir in der Seele erleben — es ist ein Vergleich, der durchaus sich auf die Wirklichkeit bezieht —, man kann das, was die Seele innerlich erlebt, indem sie sich einfach in ihrem körperlichen Dasein betrachtet, vergleichen mit dem Bilde, das der Spiegel entwirft, wenn wir vor dem Spiegel vorbeigehen. Und derjenige, der da sucht nach der Ewigkeit dieses Seelenlebens, der sucht nach der Ewigkeit von bloßen Spiegelbildern, und diese Bilder werden wirklich so hervorgerufen, dass sich das eigentlich Seelische spiegelt, und der Spiegel ist der Leib, ist die leibliche Wesenheit des Menschen. Wenn wir an dem Spiegel vorbeigehen, dann ist der Spiegel der Grund, warum wir das Bild sehen; aber das Bild wird uns zurückgeworfen von dem Spiegel. Derjenige, der da fragt: Was ist von dem, was wir im Alltag von der Menschenseele erleben, unsterblich, der müsste fragen: Ja, wo ist denn das Spiegelbild, das mir der Spiegel entgegenwirft, hingekommen, wenn ich nicht mehr vor dem Spiegel stehe?

[ 7 ] Nun, sehen Sie, meine verehrten Anwesenden, weil im Grunde genommen im breitesten Umfange des heutigen Denkens die Frage nach der Unsterblichkeit ganz falsch gestellt wird. Man sieht hin auf das Seelenleben, wie es sich auslebt im Gedanken-, Gefühlsleben, im Leben der Willensimpulse, und man fragt dann: Ja, was bleibt denn eigentlich von dem, was da die Seele im Alltag in sich erlebt, wenn über das Körperliche der Tod hereinbricht, wenn der Körper zerstört wird? Und es gibt gewiss viele, die sich sagen: Indem ich hinblicke auf Denken, Fühlen und Wollen, erlebe ich innerlich etwas, was mit dem Körperlichen nicht identisch ist und was ein Dasein haben muss, wenn sich über das physische Dasein die Todespforte hin eröffnet. Nun zeigt gerade Geisteswissenschaft, was dieses vorstellende, empfindende, fühlende, wollende Leben der Seele ist. So wie man es in der Seele erlebt, ist dieses ganze innere Seelenleben im Grunde genommen nichts anderes als ein Spiegelbild. Und das, was wir in der Seele erleben — es ist ein Vergleich, der durchaus sich auf die Wirklichkeit bezieht —, man kann das, was die Seele innerlich erlebt, indem sie sich einfach in ihrem körperlichen Dasein betrachtet, vergleichen mit dem Bilde, das der Spiegel entwirft, wenn wir vor dem Spiegel vorbeigehen. Und derjenige, der da sucht nach der Ewigkeit dieses Seelenlebens, der sucht nach der Ewigkeit von bloßen Spiegelbildern, und diese Bilder werden wirklich so hervorgerufen, dass sich das eigentlich Seelische spiegelt, und der Spiegel ist der Leib, ist die leibliche Wesenheit des Menschen. Wenn wir an dem Spiegel vorbeigehen, dann ist der Spiegel der Grund, warum wir das Bild sehen; aber das Bild wird uns zurückgeworfen von dem Spiegel. Derjenige, der da fragt: Was ist von dem, was wir im Alltag von der Menschenseele erleben, unsterblich, der müsste fragen: Ja, wo ist denn das Spiegelbild, das mir der Spiegel entgegenwirft, hingekommen, wenn ich nicht mehr vor dem Spiegel stehe?

[ 8 ] Das ist das, was das so ungeheuer Irreführende ist, dass man das Wesen der Unsterblichkeit sucht in dem, was im Grunde genommen bloßes Bild ist. Und dann ist es ganz natürlich, dass man Gründe, unzählige Gründe anführen kann, weil ja das, was im Bilde entgegentritt, selbstverständlich nicht bestehen kann, wenn der Spiegel, das heißt die Leiblichkeit, vergangen ist, das Leben aufgehört hat. Es ist selbstverständlich, dass man dafür Gründe angeben kann, dass das nicht unsterblich sein kann, weil ja diese Bilder verschwinden müssen, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht. Kennt man nichts anderes als das, was des Menschen Leiblichkeit ist und worüber er aufklären kann auf dem Gebiete der anatomischen, biologischen, chemischen Wissenschaft, kennt man nichts anderes als [das], was der gewöhnliche Psychologe betrachtet als das Seelenleben, dann ist man nicht im Bereiche dessen, was am Menschen unsterblich ist, und man hat recht, wenn man sagt: Das alles, was man so erlebt, dessen Unsterblichkeit lässt sich nicht irgendwie beweisen. Daher sind die Einwendungen gegen die Unsterblichkeit, die vom wissenschaftlichen Gesichtspunkt aus gemacht werden, so einleuchtend, weil sie die [Sterblichkeit] desjenigen beweisen, was wirklich sterblich ist.

[ 8 ] Das ist das, was das so ungeheuer Irreführende ist, dass man das Wesen der Unsterblichkeit sucht in dem, was im Grunde genommen bloßes Bild ist. Und dann ist es ganz natürlich, dass man Gründe, unzählige Gründe anführen kann, weil ja das, was im Bilde entgegentritt, selbstverständlich nicht bestehen kann, wenn der Spiegel, das heißt die Leiblichkeit, vergangen ist, das Leben aufgehört hat. Es ist selbstverständlich, dass man dafür Gründe angeben kann, dass das nicht unsterblich sein kann, weil ja diese Bilder verschwinden müssen, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht. Kennt man nichts anderes als das, was des Menschen Leiblichkeit ist und worüber er aufklären kann auf dem Gebiete der anatomischen, biologischen, chemischen Wissenschaft, kennt man nichts anderes als [das], was der gewöhnliche Psychologe betrachtet als das Seelenleben, dann ist man nicht im Bereiche dessen, was am Menschen unsterblich ist, und man hat recht, wenn man sagt: Das alles, was man so erlebt, dessen Unsterblichkeit lässt sich nicht irgendwie beweisen. Daher sind die Einwendungen gegen die Unsterblichkeit, die vom wissenschaftlichen Gesichtspunkt aus gemacht werden, so einleuchtend, weil sie die [Sterblichkeit] desjenigen beweisen, was wirklich sterblich ist.

[ 9 ] Geisteswissenschaft hat dagegen die Aufgabe, über dieses Sterbliche hinaus in ein anderes Gebiet einzutreten, wo erst das Wesen desjenigen gefunden werden kann, was am Menschenwesen unsterblich ist. Dieses Unsterbliche liegt nicht in den Erlebnissen, die die Seele im Alltag haben kann, sondern es liegt in tieferen Wesenheiten der Seele, in die diese Seele erst durch den geistigen Erkenntnisweg eintreten muss — eintreten muss, indem sie das Denken energisiert bis zur Meditation, Konzentration, indem sie auch das Gefühls- und Empfindungsleben energisiert, indem so die Seele aus ihren Untergründen heraufholt in ihr Bewusstsein das, was im Alltag nicht in ihrem Bewusstsein ist. Wir kommen zu dem, was am Menschenwesen unsterblich ist, am besten, wenn wir zunächst fragen nach dem, was gewissermaßen in unserem Alltagserleben wie ein Endpunkt dasteht.

[ 9 ] Geisteswissenschaft hat dagegen die Aufgabe, über dieses Sterbliche hinaus in ein anderes Gebiet einzutreten, wo erst das Wesen desjenigen gefunden werden kann, was am Menschenwesen unsterblich ist. Dieses Unsterbliche liegt nicht in den Erlebnissen, die die Seele im Alltag haben kann, sondern es liegt in tieferen Wesenheiten der Seele, in die diese Seele erst durch den geistigen Erkenntnisweg eintreten muss — eintreten muss, indem sie das Denken energisiert bis zur Meditation, Konzentration, indem sie auch das Gefühls- und Empfindungsleben energisiert, indem so die Seele aus ihren Untergründen heraufholt in ihr Bewusstsein das, was im Alltag nicht in ihrem Bewusstsein ist. Wir kommen zu dem, was am Menschenwesen unsterblich ist, am besten, wenn wir zunächst fragen nach dem, was gewissermaßen in unserem Alltagserleben wie ein Endpunkt dasteht.

[ 10 ] Das, was so wie ein Endpunkt dasteht, ist das, was wir dem Gedächtnis, der Erinnerung zuschreiben. Wir erinnern uns an Erlebnisse, die wir gehabt haben, oder an Dinge, denen wir im Leben gegenübergestanden sind. Was heißt das? Das heißt nichts anderes als: Von dem Erlebnis, von der Betrachtung, bleibt in der Seele ein inneres Wesen zurück, ein Bild zurück, und dieses Bild kann, wenn das Erlebnis, wenn der Gegenstand längst nicht mehr um uns sind, dieses Bild kann wiederum auftreten vor dem Bewusstsein. Dann steht vor dem Bewusstsein ein Bild. Wie ist dieses Bild entstanden? Es ist dadurch entstanden, dass der Mensch gewissermaßen mit innerer, lebendiger Seelenkraft dem Ereignis, dem Ding gegenübergestanden hat und etwas innerlich getan hat durch das Erlebnis, durch das Ding. Und das, was er innerlich getan hat, das kann er wiederum erleben, das kann im Bilde wiederum auftreten. Wir haben diese Erinnerung an unsere Lebenserlebnisse, an unsere Lebenserfahrungen im Leben zwischen der Geburt und dem Tode nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurück. Jeder erinnert sich im gewöhnlichen Leben bis zu einem gewissen Zeitpunkt, der allerdings noch in der zarten Kindheit liegt, aber der doch eben sich nicht mit der Geburt deckt. Es geht etwas vor mit dem Menschen zwischen der Geburt und dem Zeitpunkt, bis zu dem er sich später zurückerinnert. Was liegt dieser Tatsache eigentlich zugrunde?

[ 10 ] Das, was so wie ein Endpunkt dasteht, ist das, was wir dem Gedächtnis, der Erinnerung zuschreiben. Wir erinnern uns an Erlebnisse, die wir gehabt haben, oder an Dinge, denen wir im Leben gegenübergestanden sind. Was heißt das? Das heißt nichts anderes als: Von dem Erlebnis, von der Betrachtung, bleibt in der Seele ein inneres Wesen zurück, ein Bild zurück, und dieses Bild kann, wenn das Erlebnis, wenn der Gegenstand längst nicht mehr um uns sind, dieses Bild kann wiederum auftreten vor dem Bewusstsein. Dann steht vor dem Bewusstsein ein Bild. Wie ist dieses Bild entstanden? Es ist dadurch entstanden, dass der Mensch gewissermaßen mit innerer, lebendiger Seelenkraft dem Ereignis, dem Ding gegenübergestanden hat und etwas innerlich getan hat durch das Erlebnis, durch das Ding. Und das, was er innerlich getan hat, das kann er wiederum erleben, das kann im Bilde wiederum auftreten. Wir haben diese Erinnerung an unsere Lebenserlebnisse, an unsere Lebenserfahrungen im Leben zwischen der Geburt und dem Tode nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurück. Jeder erinnert sich im gewöhnlichen Leben bis zu einem gewissen Zeitpunkt, der allerdings noch in der zarten Kindheit liegt, aber der doch eben sich nicht mit der Geburt deckt. Es geht etwas vor mit dem Menschen zwischen der Geburt und dem Zeitpunkt, bis zu dem er sich später zurückerinnert. Was liegt dieser Tatsache eigentlich zugrunde?

[ 11 ] Ja, die Kräfte der Seele, durch die wir uns zurückerinnern an das, was wir erlebt haben, diese liegen auch schon in der Menschennatur vor dem Zeitpunkt, bis zu dem wir uns zurückerinnern. Keine Kraft, auch im Geistigen, entsteht — dies ist ein Gesetz, das für das geistige Leben ebenso gilt wie für das physische Leben, wo es anerkannt ist —, alle Kräfte verwandeln sich nur. Die Kräfte, die wir nennen können Erinnerungskräfte und die eine so große Rolle spielen im Fortlaufen unseres Seelenlebens, die sind auch da vor dem Zeitpunkt, bis zu dem wir uns zurückerinnern. Aber was haben diese Kräfte vor diesem Zeitpunkt für eine Aufgabe? Sie haben die Aufgabe, bildend im menschlichen Organismus zu wirken, sie sind Bildekräfte.

[ 11 ] Ja, die Kräfte der Seele, durch die wir uns zurückerinnern an das, was wir erlebt haben, diese liegen auch schon in der Menschennatur vor dem Zeitpunkt, bis zu dem wir uns zurückerinnern. Keine Kraft, auch im Geistigen, entsteht — dies ist ein Gesetz, das für das geistige Leben ebenso gilt wie für das physische Leben, wo es anerkannt ist —, alle Kräfte verwandeln sich nur. Die Kräfte, die wir nennen können Erinnerungskräfte und die eine so große Rolle spielen im Fortlaufen unseres Seelenlebens, die sind auch da vor dem Zeitpunkt, bis zu dem wir uns zurückerinnern. Aber was haben diese Kräfte vor diesem Zeitpunkt für eine Aufgabe? Sie haben die Aufgabe, bildend im menschlichen Organismus zu wirken, sie sind Bildekräfte.

[ 12 ] Indem der Mensch in das physische Dasein eintritt, muss er erst eine gewisse Zeit hindurch das, was ihm in der Vererbung gegeben ist, plastisch durcharbeiten — das kann auch anatomisch-physiologisch verfolgt werden —, und er arbeitet es durch von innen heraus. Das noch unentwickelte Nervensystem und andere Organe werden erst plastisch durchgearbeitet durch die inneren Kräfte der Seele, und was jetzt wiederum bildlich ausgesprochen wird, aber auf eine Realität hindeutet, das ist, dass in einem gewissen Zeitpunkt, eben dem, bis zu dem man sich zurückerinnert, der menschliche äußere physische Organismus gleichsam so verhärtet ist, so plastisch durchgearbeitet ist, dass diese Bildekräfte aufhören können mit ihrem Bilden, mit ihrem plastischen Gestalten. Da fängt der Leib an, weil jetzt die Bildekräfte nicht mehr zum plastischen Ausgestalten des Leibes verwendet werden, es fängt der Leib an, diese Bildekräfte nicht mehr in sich aufzusaugen, sondern er wirft sie zurück in das Innere der Seele, er wirft sie zurück wie ein Spiegel. In diesem Zeitpunkt fangen wir an, unsere Seelentätigkeit nicht mehr hineinzuergießen in den Leib. Das Zurückspiegeln der Seelentätigkeit ist der Grund für alles Erinnerungsvermögen des Menschen.

[ 12 ] Indem der Mensch in das physische Dasein eintritt, muss er erst eine gewisse Zeit hindurch das, was ihm in der Vererbung gegeben ist, plastisch durcharbeiten — das kann auch anatomisch-physiologisch verfolgt werden —, und er arbeitet es durch von innen heraus. Das noch unentwickelte Nervensystem und andere Organe werden erst plastisch durchgearbeitet durch die inneren Kräfte der Seele, und was jetzt wiederum bildlich ausgesprochen wird, aber auf eine Realität hindeutet, das ist, dass in einem gewissen Zeitpunkt, eben dem, bis zu dem man sich zurückerinnert, der menschliche äußere physische Organismus gleichsam so verhärtet ist, so plastisch durchgearbeitet ist, dass diese Bildekräfte aufhören können mit ihrem Bilden, mit ihrem plastischen Gestalten. Da fängt der Leib an, weil jetzt die Bildekräfte nicht mehr zum plastischen Ausgestalten des Leibes verwendet werden, es fängt der Leib an, diese Bildekräfte nicht mehr in sich aufzusaugen, sondern er wirft sie zurück in das Innere der Seele, er wirft sie zurück wie ein Spiegel. In diesem Zeitpunkt fangen wir an, unsere Seelentätigkeit nicht mehr hineinzuergießen in den Leib. Das Zurückspiegeln der Seelentätigkeit ist der Grund für alles Erinnerungsvermögen des Menschen.

[ 13 ] Wir stehen also unserem Leibe wirklich gegenüber wie einem Spiegel, und insbesondere die Erinnerung kann uns zeigen, wie das innere seelische Erleben eine Summe von Spiegelungen ist. Wenn wir vor einem Spiegel stehen, dann haben wir nichts anderes zu tun, als uns ganz passiv hinzugeben dem, was geschieht. Die physikalischen Kräfte verursachen von selber, dass ein Bild von dem Spiegel zurückgeworfen wird. Nehmen wir aber jetzt an, wir würden — was im äußeren Physischen natürlich nicht möglich ist — in die Lage kommen, durch unsere eigene Kraft das zu tun, was sonst der Spiegel tut: Wir würden in die Lage kommen, uns innerlich so zu erleben, so stark zu erleben, dass wir ohne Spiegel ein Bild von uns selber vor uns hinstellen könnten — das können wir physisch nicht, aber geistig-seelisch kann es geschehen. Geistig-seelisch kann es eben geschehen, indem die Seele ihre Denk- und Empfindungs- und Willenserlebnisse verstärkt. Dann kommt die Seele dazu, die Kraft, die uns sonst im gewöhnlichen Alltagsleben als Erinnerungskraft entgegentritt, so zu verstärken, dass die Seele nicht mehr den Leib braucht, um innerlich Bilder zu erleben, wie sie sonst nur in der Erinnerung solche Bilder von gehabten Betrachtungen vor sich stehen hat. Dann kommt die Seele zu einer solchen innerlichen Verstärkung, dass sie wirklich so dasteht, wie wenn wir durch unsere Leibeskräfte ein Spiegelbild in die Luft hinauswürfen, ohne dass ein Spiegel da steht. Die Kräfte, durch die die Seele sich gleichsam ein seelisches Bild von sich selbst gestaltet, ohne auf das Spiegeln des Leibes Rücksicht zu nehmen, diese liegen nun nicht im gewöhnlichen Alltagsbewusstsein, sondern müssen erst durch eine Verstärkung des Seelenlebens aus den Tiefen des Bewusstseins heraufgeholt werden. Dann aber, wenn die Seele also diese in ihr zwar immer liegenden Kräfte — aber von ihr im gewöhnlichen Leben nicht beachteten Kräfte heraufholt, dann hat sie ja das im Inneren erlebt, was, wenn der Mensch empfangen hat von seinen Voreltern seinen Leib, als Bildekräfte wirkt, dann lebt sie in diesen Bildekräften, nicht in etwas, was durch den Leib vermittelt ist, sondern was den Leib selber erst gestaltet. Dann geht mit der Seele etwas Ähnliches vor sich wie mit dem Wasserstoff, wenn er wirklich herausgehoben wird aus dem Wasser.

[ 13 ] Wir stehen also unserem Leibe wirklich gegenüber wie einem Spiegel, und insbesondere die Erinnerung kann uns zeigen, wie das innere seelische Erleben eine Summe von Spiegelungen ist. Wenn wir vor einem Spiegel stehen, dann haben wir nichts anderes zu tun, als uns ganz passiv hinzugeben dem, was geschieht. Die physikalischen Kräfte verursachen von selber, dass ein Bild von dem Spiegel zurückgeworfen wird. Nehmen wir aber jetzt an, wir würden — was im äußeren Physischen natürlich nicht möglich ist — in die Lage kommen, durch unsere eigene Kraft das zu tun, was sonst der Spiegel tut: Wir würden in die Lage kommen, uns innerlich so zu erleben, so stark zu erleben, dass wir ohne Spiegel ein Bild von uns selber vor uns hinstellen könnten — das können wir physisch nicht, aber geistig-seelisch kann es geschehen. Geistig-seelisch kann es eben geschehen, indem die Seele ihre Denk- und Empfindungs- und Willenserlebnisse verstärkt. Dann kommt die Seele dazu, die Kraft, die uns sonst im gewöhnlichen Alltagsleben als Erinnerungskraft entgegentritt, so zu verstärken, dass die Seele nicht mehr den Leib braucht, um innerlich Bilder zu erleben, wie sie sonst nur in der Erinnerung solche Bilder von gehabten Betrachtungen vor sich stehen hat. Dann kommt die Seele zu einer solchen innerlichen Verstärkung, dass sie wirklich so dasteht, wie wenn wir durch unsere Leibeskräfte ein Spiegelbild in die Luft hinauswürfen, ohne dass ein Spiegel da steht. Die Kräfte, durch die die Seele sich gleichsam ein seelisches Bild von sich selbst gestaltet, ohne auf das Spiegeln des Leibes Rücksicht zu nehmen, diese liegen nun nicht im gewöhnlichen Alltagsbewusstsein, sondern müssen erst durch eine Verstärkung des Seelenlebens aus den Tiefen des Bewusstseins heraufgeholt werden. Dann aber, wenn die Seele also diese in ihr zwar immer liegenden Kräfte — aber von ihr im gewöhnlichen Leben nicht beachteten Kräfte heraufholt, dann hat sie ja das im Inneren erlebt, was, wenn der Mensch empfangen hat von seinen Voreltern seinen Leib, als Bildekräfte wirkt, dann lebt sie in diesen Bildekräften, nicht in etwas, was durch den Leib vermittelt ist, sondern was den Leib selber erst gestaltet. Dann geht mit der Seele etwas Ähnliches vor sich wie mit dem Wasserstoff, wenn er wirklich herausgehoben wird aus dem Wasser.

[ 14 ] Durch solche inneren seelischen Vorgänge wird die Seele wirklich freigemacht vom Leibe, so aus dem Leiblichen herausgehoben, dass sie sich jetzt in dem, was vom Leibe unabhängig ist, ja, wovon der Leib selber abhängig ist, dass sie sich in dem selber erlebt. Sie sehen, wenn man bloß hinschaut auf das, was die Seele in sich erlebt, dann kommt man nicht zu dem, was vor der Geburt oder, sagen wir Empfängnis da war und was durch die Pforte des Todes gehen kann, sondern man muss gleichsam unter die Oberfläche des gewöhnlichen Erlebens hinuntergehen und tiefere Kräfte heraufholen, die sich erst äußern, wenn die Seele vom Leibe frei geworden ist; und dieses Freiwerden kann wirklich eintreten, und die Methoden, durch die es eintritt, sind eben diejenigen, die man nennen kann diejenigen einer geistigen Chemie.

[ 14 ] Durch solche inneren seelischen Vorgänge wird die Seele wirklich freigemacht vom Leibe, so aus dem Leiblichen herausgehoben, dass sie sich jetzt in dem, was vom Leibe unabhängig ist, ja, wovon der Leib selber abhängig ist, dass sie sich in dem selber erlebt. Sie sehen, wenn man bloß hinschaut auf das, was die Seele in sich erlebt, dann kommt man nicht zu dem, was vor der Geburt oder, sagen wir Empfängnis da war und was durch die Pforte des Todes gehen kann, sondern man muss gleichsam unter die Oberfläche des gewöhnlichen Erlebens hinuntergehen und tiefere Kräfte heraufholen, die sich erst äußern, wenn die Seele vom Leibe frei geworden ist; und dieses Freiwerden kann wirklich eintreten, und die Methoden, durch die es eintritt, sind eben diejenigen, die man nennen kann diejenigen einer geistigen Chemie.

[ 15 ] Dann aber tritt uns die Seele, wenn wir sie losgelöst haben, wirklich so mit anderen Eigenschaften gegenüber dem Leiblichen entgegen wie der Wasserstoff gegenüber dem Wasser. Während wir, wenn wir im gewöhnlichen Alltagsleben sind, durchaus den Leib brauchen, um Bilder vor dem geistigen Anschauen zu haben, sind wir, wenn wir die Seele losgelöst haben, befugt, veranlasst, wenn wir irgendetwas erleben wollen, diese aus den inneren, tätigen Kräften der Seele heraus zu erleben. Der Mensch muss sich fortwährend anstrengen, muss fortwährend tätig sein. Er kann nicht, wenn er Geistesforscher werden will, so passiv sich nur hingeben.

[ 15 ] Dann aber tritt uns die Seele, wenn wir sie losgelöst haben, wirklich so mit anderen Eigenschaften gegenüber dem Leiblichen entgegen wie der Wasserstoff gegenüber dem Wasser. Während wir, wenn wir im gewöhnlichen Alltagsleben sind, durchaus den Leib brauchen, um Bilder vor dem geistigen Anschauen zu haben, sind wir, wenn wir die Seele losgelöst haben, befugt, veranlasst, wenn wir irgendetwas erleben wollen, diese aus den inneren, tätigen Kräften der Seele heraus zu erleben. Der Mensch muss sich fortwährend anstrengen, muss fortwährend tätig sein. Er kann nicht, wenn er Geistesforscher werden will, so passiv sich nur hingeben.

[ 16 ] Also das Erste, was uns entgegentritt, das ist eine Verstärkung, das ist eine Erhöhung desjenigen, was uns sonst in der Erinnerungskraft, in der Gedächtniskraft entgegentritt, das ist ein freies Bilden, jetzt wiederum von Bildern, man nennt sie Imaginationen, die man hinstellt, indem man innerlich erlebend gewahr wird, was die Seele ist, frei vom Leibe. Die Seele macht sich selber ihr Gegenbild von sich und wird sich gerade darin gewahr, dass sie außerhalb des Leiblichen noch etwas ist, das sie durch die Pforte des Todes tragen kann. Weil man erwartet, dass der Mensch stehen bleiben kann bei denjenigen inneren Erlebnissen, die er im Alltagsleben schon hat, macht man so viele Fehler in Bezug auf die Unsterblichkeit.

[ 16 ] Also das Erste, was uns entgegentritt, das ist eine Verstärkung, das ist eine Erhöhung desjenigen, was uns sonst in der Erinnerungskraft, in der Gedächtniskraft entgegentritt, das ist ein freies Bilden, jetzt wiederum von Bildern, man nennt sie Imaginationen, die man hinstellt, indem man innerlich erlebend gewahr wird, was die Seele ist, frei vom Leibe. Die Seele macht sich selber ihr Gegenbild von sich und wird sich gerade darin gewahr, dass sie außerhalb des Leiblichen noch etwas ist, das sie durch die Pforte des Todes tragen kann. Weil man erwartet, dass der Mensch stehen bleiben kann bei denjenigen inneren Erlebnissen, die er im Alltagsleben schon hat, macht man so viele Fehler in Bezug auf die Unsterblichkeit.

[ 17 ] Wenn man den Glauben noch hat, dass man für die Beantwortung der Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?, stehen bleiben kann bei demjenigen, was der Mensch im Alltagsleben seelisch-innerlich erlebt, dann kann man nichts erwidern demjenigen, der die Unsterblichkeit beweisen will, ihm nicht entgegentreten, denn er wird immer recht haben. Es ist eben unbequem, erst in die Notwendigkeit versetzt zu sein, ganz andere Begriffe zu finden, als man hat, gleichsam eine ganz andere wissenschaftliche Sprache und Sprechweise aufzufinden. Das ist es ja, was man immer wieder und wiederum erfährt, wenn über solche Dinge diskutiert wird, wenn solche Dinge besprochen werden; dann kommt der, der sie widerlegen will und sagt: Ich habe diese oder jene Vorstellungen, die widersprechen dem, was du gesagt hast. Gewiss, das weiß derjenige, der darüber spricht, ganz von selber; denn aus den Begriffen und Ideen, die man schon hat, kann man nicht die Unsterblichkeit finden; man muss zu anderen Begriffen übergehen, geradeso, wie man aus den Vorstellungen, die man über das Wasser hat, keine Vorstellung über den Wasserstoff finden kann. Das Letzte, wozu man kommt im gewöhnlichen Seelenleben, ist die passive Erinnerung, zu der uns unsere Leibesorganisation hilft. Die erste Tätigkeit gleichsam, durch die wir eintreten geisteswissenschaftlich in das unsterbliche Menschenwesen, sie ist eine von der vom Leibe befreiten Seele ausgeführte Tätigkeit, die durch ihre eigene innere Kraft ein Bild des Seelenwesens vor sich hinzaubert.

[ 17 ] Wenn man den Glauben noch hat, dass man für die Beantwortung der Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?, stehen bleiben kann bei demjenigen, was der Mensch im Alltagsleben seelisch-innerlich erlebt, dann kann man nichts erwidern demjenigen, der die Unsterblichkeit beweisen will, ihm nicht entgegentreten, denn er wird immer recht haben. Es ist eben unbequem, erst in die Notwendigkeit versetzt zu sein, ganz andere Begriffe zu finden, als man hat, gleichsam eine ganz andere wissenschaftliche Sprache und Sprechweise aufzufinden. Das ist es ja, was man immer wieder und wiederum erfährt, wenn über solche Dinge diskutiert wird, wenn solche Dinge besprochen werden; dann kommt der, der sie widerlegen will und sagt: Ich habe diese oder jene Vorstellungen, die widersprechen dem, was du gesagt hast. Gewiss, das weiß derjenige, der darüber spricht, ganz von selber; denn aus den Begriffen und Ideen, die man schon hat, kann man nicht die Unsterblichkeit finden; man muss zu anderen Begriffen übergehen, geradeso, wie man aus den Vorstellungen, die man über das Wasser hat, keine Vorstellung über den Wasserstoff finden kann. Das Letzte, wozu man kommt im gewöhnlichen Seelenleben, ist die passive Erinnerung, zu der uns unsere Leibesorganisation hilft. Die erste Tätigkeit gleichsam, durch die wir eintreten geisteswissenschaftlich in das unsterbliche Menschenwesen, sie ist eine von der vom Leibe befreiten Seele ausgeführte Tätigkeit, die durch ihre eigene innere Kraft ein Bild des Seelenwesens vor sich hinzaubert.

[ 18 ] Wenn wir aber also die Seele entwickeln über den Weg in die geistigen Welten hinein, dann wird tatsächlich in unserer Seele anders das gewöhnliche Denken, wie wir es haben, indem wir uns mit unseren Sinnen verbreiten über die Außenwelt und dann uns innerlich Gedankenbilder machen. Das wird anders. Geradeso, wie Erinnerungskraft zu einer höheren Kraft umgebildet wird, so wird die Denkkraft zu einer höheren umgebildet. Während unsere Gedanken gewöhnlich vorüberhuschende Gedankenschatten sind, fängt die Seele an, indem sie den Weg, der auch zur, ich möchte sagen freien Gestaltung der Imaginationen aus der Erinnerung herausführt, gewahr zu werden. Ja, aus dem Gedankenleben heraus entwickelt sich etwas, von dem man sagen könnte vergleichsweise, wie wenn ein Schatten, den man als Schatten erkannt hat, plötzlich anfangen würde, ein Eigenleben zu entwickeln, wie wenn ein Schatten, der von dem Menschen geworfen wird, plötzlich anfangen würde davonzulaufen. So ist es mit unseren Gedanken, sie fangen an, ein Eigenleben zu entwickeln; man ist nicht mehr in derselben Lage ihnen gegenüber, wie den gewöhnlichen Gedankenschatten gegenüber.

[ 18 ] Wenn wir aber also die Seele entwickeln über den Weg in die geistigen Welten hinein, dann wird tatsächlich in unserer Seele anders das gewöhnliche Denken, wie wir es haben, indem wir uns mit unseren Sinnen verbreiten über die Außenwelt und dann uns innerlich Gedankenbilder machen. Das wird anders. Geradeso, wie Erinnerungskraft zu einer höheren Kraft umgebildet wird, so wird die Denkkraft zu einer höheren umgebildet. Während unsere Gedanken gewöhnlich vorüberhuschende Gedankenschatten sind, fängt die Seele an, indem sie den Weg, der auch zur, ich möchte sagen freien Gestaltung der Imaginationen aus der Erinnerung herausführt, gewahr zu werden. Ja, aus dem Gedankenleben heraus entwickelt sich etwas, von dem man sagen könnte vergleichsweise, wie wenn ein Schatten, den man als Schatten erkannt hat, plötzlich anfangen würde, ein Eigenleben zu entwickeln, wie wenn ein Schatten, der von dem Menschen geworfen wird, plötzlich anfangen würde davonzulaufen. So ist es mit unseren Gedanken, sie fangen an, ein Eigenleben zu entwickeln; man ist nicht mehr in derselben Lage ihnen gegenüber, wie den gewöhnlichen Gedankenschatten gegenüber.

[ 19 ] Früher hat man einen Gedanken mit dem anderen vereinigt und von ihm getrennt; jetzt fangen die Gedanken an, ein Eigenleben zu entwickeln. Ein Gedanke sättigt sich gleichsam mit Realität, er wird wesenhaft und geht wie eine innere Wesenheit zu einem anderen Gedanken hin. Das Gedankenleben sättigt sich mit Realität, es füllt sich aus. Man lebt sich hinein aus dem Gedankenschattenleben in das lebendige Weben, zu dem sich das Denken selber erwählt und erwallt.

[ 19 ] Früher hat man einen Gedanken mit dem anderen vereinigt und von ihm getrennt; jetzt fangen die Gedanken an, ein Eigenleben zu entwickeln. Ein Gedanke sättigt sich gleichsam mit Realität, er wird wesenhaft und geht wie eine innere Wesenheit zu einem anderen Gedanken hin. Das Gedankenleben sättigt sich mit Realität, es füllt sich aus. Man lebt sich hinein aus dem Gedankenschattenleben in das lebendige Weben, zu dem sich das Denken selber erwählt und erwallt.

[ 20 ] Und so ist es mit dem Willens- und Gefühlsleben. Das Willensleben erleben wir im gewöhnlichen Dasein, indem wir durch Vermittlung unseres Leibes dieses oder jenes tun; es geht aus dem Begehrungsleben hervor. Das, was man so als Wille erlebt, von dem man sagt, er geht von unserer Seele aus, hört auf, diese Gestalt zu haben. Man lernt erkennen, wie in das Willensleben etwas, was außerhalb einem ist, etwas, was außerhalb des Seelischen ist, hereinfließt, wie man aufgenommen wird in einen Willen, der durch die ganze Welt geht. Man ist also herausgehoben aus seinem Leibe mit seinem Denken, Fühlen, Wollen, Erinnern und ist versetzt in eine andere Welt.

[ 20 ] Und so ist es mit dem Willens- und Gefühlsleben. Das Willensleben erleben wir im gewöhnlichen Dasein, indem wir durch Vermittlung unseres Leibes dieses oder jenes tun; es geht aus dem Begehrungsleben hervor. Das, was man so als Wille erlebt, von dem man sagt, er geht von unserer Seele aus, hört auf, diese Gestalt zu haben. Man lernt erkennen, wie in das Willensleben etwas, was außerhalb einem ist, etwas, was außerhalb des Seelischen ist, hereinfließt, wie man aufgenommen wird in einen Willen, der durch die ganze Welt geht. Man ist also herausgehoben aus seinem Leibe mit seinem Denken, Fühlen, Wollen, Erinnern und ist versetzt in eine andere Welt.

[ 21 ] Dem Leib aber gegenüber steht man dann so, und auch dem äußeren Leben gegenüber steht man dann so, wie man zu den äußeren Gegenständen in der sinnlichen Wahrnehmung steht. Wie der Tisch außerhalb einem steht und man ihn von außerhalb anschaut, so schaut man den Leib und die gewöhnlichen Erlebnisse zwischen Geburt und dem Zeitpunkt, in dem man die Beobachtung anstellt; man sieht sie an als etwas Äußeres, weil man mit der Seele herausgegangen ist aus dem Leibe. Daher ist es so ungeheuer wichtig, dass auf dem Weg, den die Seele durchzumachen hat in die geistige Welt hinein, Selbsterkenntnis eine große Rolle spiele, wirkliche Selbsterkenntnis. Und derjenige, der weiß, wie schwierig Selbsterkenntnis ist und wie sie im Grunde genommen dem Alltagsleben ferne liegt, der sieht schon ein, dass es schwierig sein muss, durch Geistesforschung zu dem inneren Erleben der Seele zu kommen, indem die Seele unabhängig vom Leibe sich mit ganz neuen Eigenschaften eben erfährt, erlebt.

[ 21 ] Dem Leib aber gegenüber steht man dann so, und auch dem äußeren Leben gegenüber steht man dann so, wie man zu den äußeren Gegenständen in der sinnlichen Wahrnehmung steht. Wie der Tisch außerhalb einem steht und man ihn von außerhalb anschaut, so schaut man den Leib und die gewöhnlichen Erlebnisse zwischen Geburt und dem Zeitpunkt, in dem man die Beobachtung anstellt; man sieht sie an als etwas Äußeres, weil man mit der Seele herausgegangen ist aus dem Leibe. Daher ist es so ungeheuer wichtig, dass auf dem Weg, den die Seele durchzumachen hat in die geistige Welt hinein, Selbsterkenntnis eine große Rolle spiele, wirkliche Selbsterkenntnis. Und derjenige, der weiß, wie schwierig Selbsterkenntnis ist und wie sie im Grunde genommen dem Alltagsleben ferne liegt, der sieht schon ein, dass es schwierig sein muss, durch Geistesforschung zu dem inneren Erleben der Seele zu kommen, indem die Seele unabhängig vom Leibe sich mit ganz neuen Eigenschaften eben erfährt, erlebt.

[ 22 ] Wenn wir hinblicken auf das, was die Menschen als Selbsterkenntnis haben, so werden wir das eben Gesagte zugeben müssen. Ein Beispiel für viele sei angeführt. Ein sehr berühmter Philosoph der Gegenwart, Dr. Ernst Mach hat gleich auf der dritten Seite seines berühmten Buches «Analyse der Empfindungen» eine sehr bemerkenswerte Äußerung getan über, ich möchte sagen Mangel an Selbsterkenntnis in Bezug auf das Alleräußerste. Da erzählt der berühmte Philosoph der Gegenwart das Folgende von sich selber.

[ 22 ] Wenn wir hinblicken auf das, was die Menschen als Selbsterkenntnis haben, so werden wir das eben Gesagte zugeben müssen. Ein Beispiel für viele sei angeführt. Ein sehr berühmter Philosoph der Gegenwart, Dr. Ernst Mach hat gleich auf der dritten Seite seines berühmten Buches «Analyse der Empfindungen» eine sehr bemerkenswerte Äußerung getan über, ich möchte sagen Mangel an Selbsterkenntnis in Bezug auf das Alleräußerste. Da erzählt der berühmte Philosoph der Gegenwart das Folgende von sich selber.

[ 23 ] Er sagt: Als ganz junger Mensch ging er einmal auf der Straße und fand, dass ein Mensch ihm begegnete, und hatte das Gefühl: Was ist das für ein widerwärtiges Gesicht, das mir da entgegenkommt! Und dann entdeckte er, dass er an einer Spiegelniederlage vorübergegangen ist und dass die Spiegel so geneigt waren, dass er sein eigenes Bild gesehen hat. Das hielt er also für ein «widerwärtiges Gesicht», so wenig hatte er eine Vorstellung von seinem eigenen Gesicht. Und weiter erzählt er, wie er, als er schon Universitätsprofessor war, nach einer ermüdenden Eisenbahnfahrt in einen Omnibus gestiegen ist und gesehen hat, wie noch ein anderer einsteigt. Da dachte er: Was für ein herabgekommener Schulmeister steigt denn da ein? Und wiederum musste er entdecken, dass es sein eigenes Spiegelbild war, das ihm da entgegengetreten war. So erkannte ich, sagte er, meinen Gattungshabitus besser als meinen individuellen Spezialhabitus.

[ 23 ] Er sagt: Als ganz junger Mensch ging er einmal auf der Straße und fand, dass ein Mensch ihm begegnete, und hatte das Gefühl: Was ist das für ein widerwärtiges Gesicht, das mir da entgegenkommt! Und dann entdeckte er, dass er an einer Spiegelniederlage vorübergegangen ist und dass die Spiegel so geneigt waren, dass er sein eigenes Bild gesehen hat. Das hielt er also für ein «widerwärtiges Gesicht», so wenig hatte er eine Vorstellung von seinem eigenen Gesicht. Und weiter erzählt er, wie er, als er schon Universitätsprofessor war, nach einer ermüdenden Eisenbahnfahrt in einen Omnibus gestiegen ist und gesehen hat, wie noch ein anderer einsteigt. Da dachte er: Was für ein herabgekommener Schulmeister steigt denn da ein? Und wiederum musste er entdecken, dass es sein eigenes Spiegelbild war, das ihm da entgegengetreten war. So erkannte ich, sagte er, meinen Gattungshabitus besser als meinen individuellen Spezialhabitus.

[ 24 ] Wie es dem Menschen ferne liegt im gewöhnlichen Gebaren des Lebens, hinzuschauen auf seine äußere leibliche Gestalt, so liegt es ihm wirklich noch ferner, irgendwie etwas zu tun, sein Seelisches wirklich kennenzulernen, wirklich zu durchschauen. Aber man muss sich, wenn man den geistigen Weg, den Weg übersinnlichen Forschens, gehen will, der die Seele aus dem Leibe gleichsam herausreißt, unterstützen durch Selbsterkenntnis. Denn nur dadurch, dass man nicht bloß das ins Auge fasst, was man jetzt tut, sondern wie man eigentlich dem Charakter nach geartet ist, sodass man die Gewohnheit hat, die Dinge so und so vorzustellen, wie man mehr in den Untergründen der Seele beschaffen ist, nur dadurch kommt man hinein in jene Fähigkeit, die man braucht, um die ganz anderen Eigenschaften desjenigen wirklich ins geistige Auge zu fassen, was am Menschenwesen unsterblich ist gegenüber dem, was man gewöhnlich als eigenes Seelenwesen vor sich hat.

[ 24 ] Wie es dem Menschen ferne liegt im gewöhnlichen Gebaren des Lebens, hinzuschauen auf seine äußere leibliche Gestalt, so liegt es ihm wirklich noch ferner, irgendwie etwas zu tun, sein Seelisches wirklich kennenzulernen, wirklich zu durchschauen. Aber man muss sich, wenn man den geistigen Weg, den Weg übersinnlichen Forschens, gehen will, der die Seele aus dem Leibe gleichsam herausreißt, unterstützen durch Selbsterkenntnis. Denn nur dadurch, dass man nicht bloß das ins Auge fasst, was man jetzt tut, sondern wie man eigentlich dem Charakter nach geartet ist, sodass man die Gewohnheit hat, die Dinge so und so vorzustellen, wie man mehr in den Untergründen der Seele beschaffen ist, nur dadurch kommt man hinein in jene Fähigkeit, die man braucht, um die ganz anderen Eigenschaften desjenigen wirklich ins geistige Auge zu fassen, was am Menschenwesen unsterblich ist gegenüber dem, was man gewöhnlich als eigenes Seelenwesen vor sich hat.

[ 25 ] Wenn ich noch einmal zurückkomme darauf, dass als eine erste Eigenschaft der Seele, wenn sie in die geistige Welt eintritt, wenn sie ihr Unsterbliches erfasst, eine fortgebildete Erinnerungsfähigkeit, eine frei gestaltende Erinnerungsfähigkeit ist, so muss man sagen: Diese Art der inneren Seelentätigkeit ist jetzt ganz anders, als die des gewöhnlichen Gedächtnisses ist. Es lässt sich diese Art der inneren Fähigkeit vergleichen, mit einer Gewohnheit, die man sich angeeignet hat. Denn wenn man es zum Beispiel einmal dahin wirklich gebracht hat durch die Verstärkung der Seelenkräfte, in der Imagination etwas vor sich hinzustellen, was jetzt Gegenbild ist der leibfreien Seele, dann ist es zum Beispiel nicht möglich, in einem späteren Zeitpunkt sich an dieses Gegenbild der leibfreien Seele so zu erinnern wie mit der gewöhnlichen Erinnerungskraft an etwas, was man früher erlebt hat.

[ 25 ] Wenn ich noch einmal zurückkomme darauf, dass als eine erste Eigenschaft der Seele, wenn sie in die geistige Welt eintritt, wenn sie ihr Unsterbliches erfasst, eine fortgebildete Erinnerungsfähigkeit, eine frei gestaltende Erinnerungsfähigkeit ist, so muss man sagen: Diese Art der inneren Seelentätigkeit ist jetzt ganz anders, als die des gewöhnlichen Gedächtnisses ist. Es lässt sich diese Art der inneren Fähigkeit vergleichen, mit einer Gewohnheit, die man sich angeeignet hat. Denn wenn man es zum Beispiel einmal dahin wirklich gebracht hat durch die Verstärkung der Seelenkräfte, in der Imagination etwas vor sich hinzustellen, was jetzt Gegenbild ist der leibfreien Seele, dann ist es zum Beispiel nicht möglich, in einem späteren Zeitpunkt sich an dieses Gegenbild der leibfreien Seele so zu erinnern wie mit der gewöhnlichen Erinnerungskraft an etwas, was man früher erlebt hat.

[ 26 ] Mit der gewöhnlichen Erinnerungskraft hat man Bilder, die gleichsam heraufsteigen aus dem Horizont des Seelenlebens. So ist es nicht mit dem, was die Seele als ihr unsterbliches Wesen erlebt. Wenn man es auch einmal erlebt hat, es ist ganz vergeblich, dass es heraufsteigt; man muss es ein zweites Mal durch dieselben Tätigkeiten wiederum heraufholen wie das erste Mal. Ist es schon schwer, sich zu erinnern an einen vorüberhuschenden Traum, weil der Traum nur heraufsteigt, wenn man die Kräfte in Bewegung setzt, die den Traum heraufgerufen haben, so ist es noch viel schwieriger, durch die gewöhnliche Erinnerungskraft ein Erlebnis der beschriebenen Art wiederum zu haben, weil es nicht da ist als Bild. Das Bild muss von Neuem hervorgerufen werden. Das, was bleibt, ist das verstärkte Erleben der Seele selber. Das sind also ganz neue Kräfte, gegenüber denen man neue Ideen und neue Begriffe sich aneignen muss, wenn man ihnen nahekommen will.

[ 26 ] Mit der gewöhnlichen Erinnerungskraft hat man Bilder, die gleichsam heraufsteigen aus dem Horizont des Seelenlebens. So ist es nicht mit dem, was die Seele als ihr unsterbliches Wesen erlebt. Wenn man es auch einmal erlebt hat, es ist ganz vergeblich, dass es heraufsteigt; man muss es ein zweites Mal durch dieselben Tätigkeiten wiederum heraufholen wie das erste Mal. Ist es schon schwer, sich zu erinnern an einen vorüberhuschenden Traum, weil der Traum nur heraufsteigt, wenn man die Kräfte in Bewegung setzt, die den Traum heraufgerufen haben, so ist es noch viel schwieriger, durch die gewöhnliche Erinnerungskraft ein Erlebnis der beschriebenen Art wiederum zu haben, weil es nicht da ist als Bild. Das Bild muss von Neuem hervorgerufen werden. Das, was bleibt, ist das verstärkte Erleben der Seele selber. Das sind also ganz neue Kräfte, gegenüber denen man neue Ideen und neue Begriffe sich aneignen muss, wenn man ihnen nahekommen will.

[ 27 ] Das, was am Menschenwesen unsterblich ist, liegt eben, ich möchte sagen verschleiert durch das gewöhnliche Seelenleben hinter diesem. Und das, was man im gewöhnlichen Seelenleben denkt und fühlt und will, das reicht nicht aus, um das zu charakterisieren, was am Menschenwesen unsterblich ist. Aber dieses Unsterbliche ruht hinter dem gewöhnlichen Seelenwesen, und die Geistesforschung ist die Methode, dieses Unsterbliche heraufzubringen. Und wenn dann der Mensch wirklich seine Seelenkräfte so verstärkt hat, dass er in freier innerer Tätigkeit in Bilder umformen kann das, was sein Wesen ist, dann offenbart sich dem Menschen die übersinnliche Welt durch mehrere Stufen hindurch.

[ 27 ] Das, was am Menschenwesen unsterblich ist, liegt eben, ich möchte sagen verschleiert durch das gewöhnliche Seelenleben hinter diesem. Und das, was man im gewöhnlichen Seelenleben denkt und fühlt und will, das reicht nicht aus, um das zu charakterisieren, was am Menschenwesen unsterblich ist. Aber dieses Unsterbliche ruht hinter dem gewöhnlichen Seelenwesen, und die Geistesforschung ist die Methode, dieses Unsterbliche heraufzubringen. Und wenn dann der Mensch wirklich seine Seelenkräfte so verstärkt hat, dass er in freier innerer Tätigkeit in Bilder umformen kann das, was sein Wesen ist, dann offenbart sich dem Menschen die übersinnliche Welt durch mehrere Stufen hindurch.

[ 28 ] Das Erste, wozu man kommt, wenn man durch die angedeuteten Vorgänge sein inneres Seelenleben erkraftet und gestärkt hat, das ist, dass man die Welt, der man auch gegenübersteht, wenn man im Leibe steht, dass man diese selbe Welt von einem Gesichtspunkt aus sieht, den die Seele einnimmt, wenn sie nun außerhalb des Leibes ist. Da ist alles anders, da können wir nicht zum Beispiel außerhalb des Leibes über die Dinge so denken wie im Leibe; denn das Gedankenleben im Leibe besteht darin, dass die Seele gleichsam unsichtbar hinter allem waltet und ihre inneren Tätigkeitsstrahlen an den Leib wirft und der Leib ihr dieses zurückspiegelt. Das sind dann die Gedanken; sie haben im Grunde genommen keine äußere Wesenheit.

[ 28 ] Das Erste, wozu man kommt, wenn man durch die angedeuteten Vorgänge sein inneres Seelenleben erkraftet und gestärkt hat, das ist, dass man die Welt, der man auch gegenübersteht, wenn man im Leibe steht, dass man diese selbe Welt von einem Gesichtspunkt aus sieht, den die Seele einnimmt, wenn sie nun außerhalb des Leibes ist. Da ist alles anders, da können wir nicht zum Beispiel außerhalb des Leibes über die Dinge so denken wie im Leibe; denn das Gedankenleben im Leibe besteht darin, dass die Seele gleichsam unsichtbar hinter allem waltet und ihre inneren Tätigkeitsstrahlen an den Leib wirft und der Leib ihr dieses zurückspiegelt. Das sind dann die Gedanken; sie haben im Grunde genommen keine äußere Wesenheit.

[ 29 ] Wenn wir aber von außerhalb des Leibes derselben Welt gegenüberstehen, dann können wir nicht so denken; denn dann können wir nicht zurückstrahlen lassen vom Leibe die innere Seelentätigkeit, sondern müssen sie zurückstrahlen lassen von dem, was außerhalb des Sinnlichen ist. Dann müssen wir leben und weben im Übersinnlichen, dann müssen wir uns von den Dingen selber zurückstrahlen lassen das Geistige, dann werden uns keine Gedanken zurückgestrahlt, sondern das erleben wir, was früher belebte Gedanken sind. Also, die lebend gewordenen Gedankenschatten erleben wir. Wir fühlen uns gleichsam ausgebreitet über alles, was wir anschauen. Wenn wir mit der Seele außerhalb des Leibes sind, vereinigen wir uns mit allem, was Gegenstand der Betrachtung werden kann, und wir leben uns in das ein, was Gedankentätigkeit ist. Aber das sind eben bewegte, wesenhafte Gedanken jetzt.

[ 29 ] Wenn wir aber von außerhalb des Leibes derselben Welt gegenüberstehen, dann können wir nicht so denken; denn dann können wir nicht zurückstrahlen lassen vom Leibe die innere Seelentätigkeit, sondern müssen sie zurückstrahlen lassen von dem, was außerhalb des Sinnlichen ist. Dann müssen wir leben und weben im Übersinnlichen, dann müssen wir uns von den Dingen selber zurückstrahlen lassen das Geistige, dann werden uns keine Gedanken zurückgestrahlt, sondern das erleben wir, was früher belebte Gedanken sind. Also, die lebend gewordenen Gedankenschatten erleben wir. Wir fühlen uns gleichsam ausgebreitet über alles, was wir anschauen. Wenn wir mit der Seele außerhalb des Leibes sind, vereinigen wir uns mit allem, was Gegenstand der Betrachtung werden kann, und wir leben uns in das ein, was Gedankentätigkeit ist. Aber das sind eben bewegte, wesenhafte Gedanken jetzt.

[ 30 ] Und ähnlich ist es mit dem Gefühls- und Willensleben. Wir sind nunmehr über das gerade ausgegossen, außerhalb dessen wir leben, wenn wir im Leibe ihm gegenüberstehen. Da erfahren wir, dass in der Tat in alldem, was uns sonst in abgeschatteten Gedanken, in abstrakten Gedankenbildern von den Dingen gegenwärtig wird, [etwas] wesenhaft lebt. Es füllt sich dann an die Welt mit Wesenhaftem, das verborgen ist hinter dem sinnlichen Dasein. Das, was uns in einer farbigen Oberfläche erscheint, in das leben wir uns so ein, dass wir in der Fläche drinnen leben und das äußerliche Erzeugen der Farbe wahrnehmen. Wir leben uns in eine elementarisch bewegte Welt hinein. Das ist die erste Stufe, möchte ich sagen, wie wir außerhalb des Leibes die Welt erleben. Alles Abstrakte des Gedankens hört auf, alles wird bewegt, und wir selber werden hineinversetzt in das bewegte Leben. Und wenn wir also die erste Stufe absolviert haben und das, was wir in intimer Seelenentwicklung vornehmen, weiter auf diese Seele wirkt, dann kommen wir zu einer anderen Stufe. Auf dieser ersten Stufe des geistigen Erlebens haben wir gleichsam dieselbe Welt gesehen, die wir innerhalb des Leibes von der sinnlichen Seite ebenso sehen.

[ 30 ] Und ähnlich ist es mit dem Gefühls- und Willensleben. Wir sind nunmehr über das gerade ausgegossen, außerhalb dessen wir leben, wenn wir im Leibe ihm gegenüberstehen. Da erfahren wir, dass in der Tat in alldem, was uns sonst in abgeschatteten Gedanken, in abstrakten Gedankenbildern von den Dingen gegenwärtig wird, [etwas] wesenhaft lebt. Es füllt sich dann an die Welt mit Wesenhaftem, das verborgen ist hinter dem sinnlichen Dasein. Das, was uns in einer farbigen Oberfläche erscheint, in das leben wir uns so ein, dass wir in der Fläche drinnen leben und das äußerliche Erzeugen der Farbe wahrnehmen. Wir leben uns in eine elementarisch bewegte Welt hinein. Das ist die erste Stufe, möchte ich sagen, wie wir außerhalb des Leibes die Welt erleben. Alles Abstrakte des Gedankens hört auf, alles wird bewegt, und wir selber werden hineinversetzt in das bewegte Leben. Und wenn wir also die erste Stufe absolviert haben und das, was wir in intimer Seelenentwicklung vornehmen, weiter auf diese Seele wirkt, dann kommen wir zu einer anderen Stufe. Auf dieser ersten Stufe des geistigen Erlebens haben wir gleichsam dieselbe Welt gesehen, die wir innerhalb des Leibes von der sinnlichen Seite ebenso sehen.

[ 31 ] Aber die nächste Stufe ist diejenige, dass wir wirklich eine ganz neue Welt wahrnehmen, die nichts mehr gemein hat mit dem, was äußere Sinneswelt ist. Ich kann mich über das, was da zu bemerken ist, vielleicht am leichtesten dadurch ausdrücken, dass ich auf Folgendes aufmerksam mache. Ich habe versucht, in meiner «Geheimwissenschaft» zu schildern, wie unsere Erde, so wie sie jetzt ist, mit alledem, was sich auf ihr entwickelt, sich herausentwickelt hat aus früheren planetarischen Zuständen, wie sie, bevor sie Erde geworden ist, ein anderer Weltkörper war. Ich habe versucht dann, diesen anderen Weltkörper, der erst zugrunde gegangen ist, zu beschreiben. Man kann diesen anderen Weltkörper, da heute nichts mehr von ihm da ist, nur dann sehen, wenn man wirkliche Beobachtung über den Kosmos von außerhalb des Leibes macht, denn dann eröffnet sich einem die Perspektive auch in Zeiträume hinein, die sonst nicht zu überblicken sind.

[ 31 ] Aber die nächste Stufe ist diejenige, dass wir wirklich eine ganz neue Welt wahrnehmen, die nichts mehr gemein hat mit dem, was äußere Sinneswelt ist. Ich kann mich über das, was da zu bemerken ist, vielleicht am leichtesten dadurch ausdrücken, dass ich auf Folgendes aufmerksam mache. Ich habe versucht, in meiner «Geheimwissenschaft» zu schildern, wie unsere Erde, so wie sie jetzt ist, mit alledem, was sich auf ihr entwickelt, sich herausentwickelt hat aus früheren planetarischen Zuständen, wie sie, bevor sie Erde geworden ist, ein anderer Weltkörper war. Ich habe versucht dann, diesen anderen Weltkörper, der erst zugrunde gegangen ist, zu beschreiben. Man kann diesen anderen Weltkörper, da heute nichts mehr von ihm da ist, nur dann sehen, wenn man wirkliche Beobachtung über den Kosmos von außerhalb des Leibes macht, denn dann eröffnet sich einem die Perspektive auch in Zeiträume hinein, die sonst nicht zu überblicken sind.

[ 32 ] Nun müsste ich beschreiben dieses so, dass jeder, der das für möglich hält, was ihn seine fünf Sinne lehren, der nur das zugeben will, der muss jene Beschreibung, woraus sich die Erde entwickelt hat, im Grunde genommen für verdreht und verrückt halten, weil das, was jetzt auf der Erde möglich ist, unmöglich war bei dem Vorgänger der Erde und weil dazumal Dinge möglich, Ereignisse möglich waren, die bei der heutigen Erde unmöglich sind. Aber solche Ereignisse sieht man nur, wenn man von der Welt, in die wir jetzt eingeschlossen sind, herauskommt und in eine ganz andere Welt eintritt als die gewöhnliche. Man kommt also auf der nächsten Stufe zu Welten, die ganz andere Eigenschaften haben, die durchaus anders gestaltet sind als das, was man von der Erde aus beobachten kann. Und indem man in diese Welten eintritt, ist man nun dann imstande, ist man imstande, dasjenige zu beobachten, was Umgebung der Seele, was geistiges Leben der Seele ist, bevor die Seele durch die Geburt oder, sagen wir durch die Empfängnis übernimmt das, was ihr an Physisch-Materiell-Körperlichem zuerteilt wird. Man sieht hinein, wenn man diese ganz anders geartete Welt beobachtet, in die Welt, die die Seele durchmacht von einem Tod, der ein früheres Erdenleben abgeschlossen hat, bis zu der Geburt oder, sagen wir Empfängnis, wo sie dieses Erdenleben antritt. Erst kommt die Seele, indem sie sich vom Leibe trennt, außerhalb des Leibes und beobachtet die Welt, in der wir sonst auch stehen. Indem sie aber weiterkommt, sieht sie eine neue Welt und in dieser Welt erlebt sie die Bildekräfte, durch die sie durch den naturgemäßen Gang der Entwicklung selber in einer geistigen Welt in den Zeiten drinnen lebt, in denen sie nicht physisch verkörpert ist.

[ 32 ] Nun müsste ich beschreiben dieses so, dass jeder, der das für möglich hält, was ihn seine fünf Sinne lehren, der nur das zugeben will, der muss jene Beschreibung, woraus sich die Erde entwickelt hat, im Grunde genommen für verdreht und verrückt halten, weil das, was jetzt auf der Erde möglich ist, unmöglich war bei dem Vorgänger der Erde und weil dazumal Dinge möglich, Ereignisse möglich waren, die bei der heutigen Erde unmöglich sind. Aber solche Ereignisse sieht man nur, wenn man von der Welt, in die wir jetzt eingeschlossen sind, herauskommt und in eine ganz andere Welt eintritt als die gewöhnliche. Man kommt also auf der nächsten Stufe zu Welten, die ganz andere Eigenschaften haben, die durchaus anders gestaltet sind als das, was man von der Erde aus beobachten kann. Und indem man in diese Welten eintritt, ist man nun dann imstande, ist man imstande, dasjenige zu beobachten, was Umgebung der Seele, was geistiges Leben der Seele ist, bevor die Seele durch die Geburt oder, sagen wir durch die Empfängnis übernimmt das, was ihr an Physisch-Materiell-Körperlichem zuerteilt wird. Man sieht hinein, wenn man diese ganz anders geartete Welt beobachtet, in die Welt, die die Seele durchmacht von einem Tod, der ein früheres Erdenleben abgeschlossen hat, bis zu der Geburt oder, sagen wir Empfängnis, wo sie dieses Erdenleben antritt. Erst kommt die Seele, indem sie sich vom Leibe trennt, außerhalb des Leibes und beobachtet die Welt, in der wir sonst auch stehen. Indem sie aber weiterkommt, sieht sie eine neue Welt und in dieser Welt erlebt sie die Bildekräfte, durch die sie durch den naturgemäßen Gang der Entwicklung selber in einer geistigen Welt in den Zeiten drinnen lebt, in denen sie nicht physisch verkörpert ist.

[ 33 ] Und dann, wenn die Seele so weit ist, dass sie diese geistige Welt — die eine ganz andere Welt ist als diejenige, die wir durch die Sinneswerkzeuge beobachten —, dass sie diese beobachtet, dann kann sie wiederum umgekehrt von dieser geistigen Welt aus das beobachten, was eigentlich des Menschen tief innerster Wesenskern ist und was durch die Geburten und Tode geht, was wirklich das Ewige, das Unsterbliche der Menschenseele ist. Das, was tief innerlich in uns wohnt, das werden wir erst gewahr, wenn wir es von einer anderen Welt mit anderen Eigenschaften anschauen als von dieser Welt, die ja nur ist ein Bild, entworfen [von] unserer Seele von dem Spiegel des Leibes her, uns selber im tiefsten Innersten lernen wir vom Horizont einer Welt aus kennen, die wir zwar anerkennen, innerhalb welcher wir aber unser innerstes Wesen nicht gewahr werden, trotzdem es in uns ist, wenn wir uns nur der alltäglichen Kräfte bedienen. Und dann, wenn wir also unser Inneres von der anderen Welt aus betrachten, dann erst sind wir fähig, zurückzublicken auf frühere Erdenleben, die wir durchgemacht haben; denn die lassen sich nur erblicken dadurch, dass man auf das im Menschen hinsieht, was übersinnlich in der menschlichen Natur ist.

[ 33 ] Und dann, wenn die Seele so weit ist, dass sie diese geistige Welt — die eine ganz andere Welt ist als diejenige, die wir durch die Sinneswerkzeuge beobachten —, dass sie diese beobachtet, dann kann sie wiederum umgekehrt von dieser geistigen Welt aus das beobachten, was eigentlich des Menschen tief innerster Wesenskern ist und was durch die Geburten und Tode geht, was wirklich das Ewige, das Unsterbliche der Menschenseele ist. Das, was tief innerlich in uns wohnt, das werden wir erst gewahr, wenn wir es von einer anderen Welt mit anderen Eigenschaften anschauen als von dieser Welt, die ja nur ist ein Bild, entworfen [von] unserer Seele von dem Spiegel des Leibes her, uns selber im tiefsten Innersten lernen wir vom Horizont einer Welt aus kennen, die wir zwar anerkennen, innerhalb welcher wir aber unser innerstes Wesen nicht gewahr werden, trotzdem es in uns ist, wenn wir uns nur der alltäglichen Kräfte bedienen. Und dann, wenn wir also unser Inneres von der anderen Welt aus betrachten, dann erst sind wir fähig, zurückzublicken auf frühere Erdenleben, die wir durchgemacht haben; denn die lassen sich nur erblicken dadurch, dass man auf das im Menschen hinsieht, was übersinnlich in der menschlichen Natur ist.

[ 34 ] Von allen unseren früheren Erdenleben ist das, was wir im Alltagsleben als sterbliche Menschen erfahren, vergangen. Das Ewige, das in all diesem Vergänglichen auch als unser Wesen ruht, das ist durch Geburten und Tode, durch Leben gegangen zwischen Geburt und Tod, dann wiederum durch Leben im Geistigen; das wird durch Leben gehen, die wiederum verlaufen werden zwischen Tod und neuer Geburt und neuer Geburt und Tod. Das Unsterbliche beginnt da, wo das Sterbliche aufhört, das von ihm ein vergängliches Gleichnis ist. Das Unsterbliche ruht tief unten in der menschlichen Natur und hängt zusammen mit Welten, die der Sinnesbeobachtung verborgen sind. Also nicht dadurch, dass man eine Definition oder irgendetwas anderes aufruft, sondern dadurch, dass man also beschreibt, wie die Seele den Weg findet zu anderen Welten als zu denen, die durch die Sinne gegeben sind, kann man die Frage beleuchten, möchte ich sagen den Weg zeigen zur Beleuchtung dieser Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?

[ 34 ] Von allen unseren früheren Erdenleben ist das, was wir im Alltagsleben als sterbliche Menschen erfahren, vergangen. Das Ewige, das in all diesem Vergänglichen auch als unser Wesen ruht, das ist durch Geburten und Tode, durch Leben gegangen zwischen Geburt und Tod, dann wiederum durch Leben im Geistigen; das wird durch Leben gehen, die wiederum verlaufen werden zwischen Tod und neuer Geburt und neuer Geburt und Tod. Das Unsterbliche beginnt da, wo das Sterbliche aufhört, das von ihm ein vergängliches Gleichnis ist. Das Unsterbliche ruht tief unten in der menschlichen Natur und hängt zusammen mit Welten, die der Sinnesbeobachtung verborgen sind. Also nicht dadurch, dass man eine Definition oder irgendetwas anderes aufruft, sondern dadurch, dass man also beschreibt, wie die Seele den Weg findet zu anderen Welten als zu denen, die durch die Sinne gegeben sind, kann man die Frage beleuchten, möchte ich sagen den Weg zeigen zur Beleuchtung dieser Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?

[ 35 ] Zeiten werden kommen, in denen man dasjenige, was hier in kurzen Worten, gleichsam kohlezeichnend, angedeutet worden ist, für wirkliche Wissenschaft so halten wird, wie man die Physik und Chemie heute für wahre Wissenschaft hält. Mögen noch so viele Denkgewohnheiten dem entgegenstehen — die Menschheit wird sich gewöhnen, dieses Übersinnliche in den Bereich des Wissenschaftlichen zu ziehen. Wahrhaftig, ebenso wie sich die Menschheit gewöhnt hat, das gewöhnliche physische Weltenbild der kopernikanischen Weltanschauung, das ebenso den Aussprüchen der fünf Sinne widerspricht, hinzunehmen — schon das Physische muss, wenn es im richtigen Licht gesehen wird, so gesehen werden, dass es den Aussagen der fünf Sinne widerspricht —, und die Menschheit hat sich daran gewöhnt, wird sich gewöhnen, eine Wissenschaft gelten zu lassen vom Übersinnlichen, wenn diese Wissenschaft auch dem, was man gewöhnlich die Aussprüche der fünf Sinne und des Verstandes nennt, widerspricht. Und in unserer Zeit ist es so, dass tatsächlich zunächst durch Jahrhunderte hindurch die äußere Wissenschaft ihre Fortschritte gemacht hat. Diese äußere Wissenschaft, die führt — wir müssen es zugeben — in ganz begreiflicher Weise dazu, abzuleugnen die Möglichkeit einer Beantwortung der Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?

[ 35 ] Zeiten werden kommen, in denen man dasjenige, was hier in kurzen Worten, gleichsam kohlezeichnend, angedeutet worden ist, für wirkliche Wissenschaft so halten wird, wie man die Physik und Chemie heute für wahre Wissenschaft hält. Mögen noch so viele Denkgewohnheiten dem entgegenstehen — die Menschheit wird sich gewöhnen, dieses Übersinnliche in den Bereich des Wissenschaftlichen zu ziehen. Wahrhaftig, ebenso wie sich die Menschheit gewöhnt hat, das gewöhnliche physische Weltenbild der kopernikanischen Weltanschauung, das ebenso den Aussprüchen der fünf Sinne widerspricht, hinzunehmen — schon das Physische muss, wenn es im richtigen Licht gesehen wird, so gesehen werden, dass es den Aussagen der fünf Sinne widerspricht —, und die Menschheit hat sich daran gewöhnt, wird sich gewöhnen, eine Wissenschaft gelten zu lassen vom Übersinnlichen, wenn diese Wissenschaft auch dem, was man gewöhnlich die Aussprüche der fünf Sinne und des Verstandes nennt, widerspricht. Und in unserer Zeit ist es so, dass tatsächlich zunächst durch Jahrhunderte hindurch die äußere Wissenschaft ihre Fortschritte gemacht hat. Diese äußere Wissenschaft, die führt — wir müssen es zugeben — in ganz begreiflicher Weise dazu, abzuleugnen die Möglichkeit einer Beantwortung der Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?

[ 36 ] Noch einmal sei es hervorgehoben: Alles das, was da gesagt wird, dass mit einer geringfügigen Zerstörung unseres Gehirns unser Selenleben gestört werde, und dass das beweise, dass das Seelenleben gebunden sei an das Gehirn, alles das ist unwiderleglich. Und nicht diejenige Wissenschaft von der Unsterblichkeit wird siegen, wird sich in die Kultur einleben, welche also die Naturwissenschaft bekämpft, sondern diejenige, die zugibt, dass die Naturwissenschaft von ihrem Standpunkt aus mit ihren Behauptungen recht hat, die wird siegen. Diejenige Wissenschaft, welche das Unsterbliche im Menschenwesen erst aufsucht durch die Wege, die die Seele erst durchzumachen hat, die Wissenschaft wird siegen, die nicht in der gewöhnlichen wissenschaftlichen Sprache über Bekanntes spricht, sondern die von dem Unsterblichen als etwas für das gewöhnliche Seelenleben noch Unbekanntem spricht. Die Missverständnisse gegenüber der Naturwissenschaft entstehen einfach dadurch, dass es heute der Naturwissenschaftler leicht hat, seinen Diskussionssieg zu erringen gegenüber dem, was ihm gesagt wird von einer vermeintlichen Geisteswissenschaft aus. Er braucht nur darauf hinzuweisen, wie mit Gehirnstörungen gestört wird das gewöhnliche Denken, wie mit dem Alter das Seelenleben schwächer wird. Das, was schwächer wird, sind nur die Bilder desjenigen, was erst gefunden werden muss, und wenn man ihm widerspricht, dann stört man ihn nur, dann macht man ihn nur widerspenstig; denn er hat recht für das, was er allein als Seelenleben sieht.

[ 36 ] Noch einmal sei es hervorgehoben: Alles das, was da gesagt wird, dass mit einer geringfügigen Zerstörung unseres Gehirns unser Selenleben gestört werde, und dass das beweise, dass das Seelenleben gebunden sei an das Gehirn, alles das ist unwiderleglich. Und nicht diejenige Wissenschaft von der Unsterblichkeit wird siegen, wird sich in die Kultur einleben, welche also die Naturwissenschaft bekämpft, sondern diejenige, die zugibt, dass die Naturwissenschaft von ihrem Standpunkt aus mit ihren Behauptungen recht hat, die wird siegen. Diejenige Wissenschaft, welche das Unsterbliche im Menschenwesen erst aufsucht durch die Wege, die die Seele erst durchzumachen hat, die Wissenschaft wird siegen, die nicht in der gewöhnlichen wissenschaftlichen Sprache über Bekanntes spricht, sondern die von dem Unsterblichen als etwas für das gewöhnliche Seelenleben noch Unbekanntem spricht. Die Missverständnisse gegenüber der Naturwissenschaft entstehen einfach dadurch, dass es heute der Naturwissenschaftler leicht hat, seinen Diskussionssieg zu erringen gegenüber dem, was ihm gesagt wird von einer vermeintlichen Geisteswissenschaft aus. Er braucht nur darauf hinzuweisen, wie mit Gehirnstörungen gestört wird das gewöhnliche Denken, wie mit dem Alter das Seelenleben schwächer wird. Das, was schwächer wird, sind nur die Bilder desjenigen, was erst gefunden werden muss, und wenn man ihm widerspricht, dann stört man ihn nur, dann macht man ihn nur widerspenstig; denn er hat recht für das, was er allein als Seelenleben sieht.

[ 37 ] Gewöhnen wird sich die Menschheit müssen, viel tiefer zu schürfen, wenn sie den Bedürfnissen einer Wissenschaft des Übersinnlichen in der Zukunft wird genügen wollen, wie diese Bedürfnisse heute schon in zahlreichen Menschenseelen bewusst, in unzähligen nur unbewusst, vorhanden sind, dass sich diese Menschenseelen nicht mehr befriedigen können mit dem, was ihnen die alten Traditionen oder Gefühlsvorstellungen geben können über die Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?

[ 37 ] Gewöhnen wird sich die Menschheit müssen, viel tiefer zu schürfen, wenn sie den Bedürfnissen einer Wissenschaft des Übersinnlichen in der Zukunft wird genügen wollen, wie diese Bedürfnisse heute schon in zahlreichen Menschenseelen bewusst, in unzähligen nur unbewusst, vorhanden sind, dass sich diese Menschenseelen nicht mehr befriedigen können mit dem, was ihnen die alten Traditionen oder Gefühlsvorstellungen geben können über die Frage: Was ist am Menschenwesen unsterblich?

[ 38 ] Aber eintreten wird in die Kulturentwicklung eine Geisteswissenschaft, welche das unsterbliche Wesen der menschlichen Seele so untersuchen wird, dass sie gar nicht widersprechen wird dem, dass man aus dem, was man vom Menschen im Alltagsleben sieht, das Unsterbliche ebenso wenig erkennen kann wie aus dem Wasser den Wasserstoff. Eine Geisteswissenschaft wird eintreten in die menschliche Kulturentwicklung, welche von dem sprechen wird, was eben als das Unsterbliche am Menschen entdeckt werden muss. Es ist ja da, aber es muss entdeckt werden, geradeso, wie das, was über Wissenschaft gilt, immer da war, aber erst entdeckt werden musste. Und so, wie es einmal keine Naturwissenschaft gegeben hat im heutigen Sinne, sondern wie diese erst entstanden ist, so ist das, was am Menschenwesen unsterblich ist, immer unter dem Grunde des sterblichen Teils der Menschenseele, aber für das Bewusstsein muss es erst heraustreten und wird, indem das Bedürfnis sich entwickeln wird nach solchem Wissen, wird für die Menschen das sein, was sie in den schwersten Augenblicken des Lebens mit Trost, Sicherheit, Kraft erfüllen wird und was ihnen Fragen beantworten wird, welche die gewöhnliche Wissenschaft nicht beantworten kann.

[ 38 ] Aber eintreten wird in die Kulturentwicklung eine Geisteswissenschaft, welche das unsterbliche Wesen der menschlichen Seele so untersuchen wird, dass sie gar nicht widersprechen wird dem, dass man aus dem, was man vom Menschen im Alltagsleben sieht, das Unsterbliche ebenso wenig erkennen kann wie aus dem Wasser den Wasserstoff. Eine Geisteswissenschaft wird eintreten in die menschliche Kulturentwicklung, welche von dem sprechen wird, was eben als das Unsterbliche am Menschen entdeckt werden muss. Es ist ja da, aber es muss entdeckt werden, geradeso, wie das, was über Wissenschaft gilt, immer da war, aber erst entdeckt werden musste. Und so, wie es einmal keine Naturwissenschaft gegeben hat im heutigen Sinne, sondern wie diese erst entstanden ist, so ist das, was am Menschenwesen unsterblich ist, immer unter dem Grunde des sterblichen Teils der Menschenseele, aber für das Bewusstsein muss es erst heraustreten und wird, indem das Bedürfnis sich entwickeln wird nach solchem Wissen, wird für die Menschen das sein, was sie in den schwersten Augenblicken des Lebens mit Trost, Sicherheit, Kraft erfüllen wird und was ihnen Fragen beantworten wird, welche die gewöhnliche Wissenschaft nicht beantworten kann.

[ 39 ] Eine Zeit wird kommen, wo das Leben des Menschen nur halb wäre, wenn sie von dem, was die Geisteswissenschaft herausholt, nichts wüsste, und wenn heute noch viele Menschen glauben, dass man auch ohne diese Geisteswissenschaft leben könnte, so werden sich Lebensbedürfnisse entwickeln durch die ganze Menschheit hindurch, welche Geisteswissenschaft in dem heute angedeuteten Sinne zu einer unbedingten Notwendigkeit für das Leben machen werden. Heute stehen die Dinge noch so, dass der, der fest auf dem Boden der Naturwissenschaft steht, von dem, was man gewöhnlich meint über die unsterbliche Seele, nicht widerlegt werden kann, indem er mit seinen Einwendungen recht haben muss; aber Zeiten werden kommen, wo man einsehen wird, dass diese Einwände durchaus gemacht werden können, dass sie aber nicht gelten für das, was Geisteswissenschaft als das unsterbliche Menschenwesen wirklich aufweist.

[ 39 ] Eine Zeit wird kommen, wo das Leben des Menschen nur halb wäre, wenn sie von dem, was die Geisteswissenschaft herausholt, nichts wüsste, und wenn heute noch viele Menschen glauben, dass man auch ohne diese Geisteswissenschaft leben könnte, so werden sich Lebensbedürfnisse entwickeln durch die ganze Menschheit hindurch, welche Geisteswissenschaft in dem heute angedeuteten Sinne zu einer unbedingten Notwendigkeit für das Leben machen werden. Heute stehen die Dinge noch so, dass der, der fest auf dem Boden der Naturwissenschaft steht, von dem, was man gewöhnlich meint über die unsterbliche Seele, nicht widerlegt werden kann, indem er mit seinen Einwendungen recht haben muss; aber Zeiten werden kommen, wo man einsehen wird, dass diese Einwände durchaus gemacht werden können, dass sie aber nicht gelten für das, was Geisteswissenschaft als das unsterbliche Menschenwesen wirklich aufweist.

[ 40 ] Wenn man einen Spiegel hat, der Unregelmäßigkeiten hat, dann zeigt sich das Spiegelbild auch unregelmäßig, und wenn man gar keinen Spiegel hat, dann zeigt sich kein Spiegelbild, und man wird einsehen, dass dieses die Vergleiche sind für die unsterbliche Seele mit dem Leibesleben. Ist etwas gestört am Leiblichen, so muss das sterbliche Seelische gestört werden, und was die Wissenschaft sagt, muss recht haben. Ebenso, wenn unbrauchbar geworden ist irgendetwas im Leibe gegen das Alter hin, so kann sich das gewöhnliche Seelenleben, das allein erlebt wird, es kann sich nicht äußern. Im vollsten Einklang mit dem, was Naturwissenschaft zu sagen hat, wird wahre Geisteswissenschaft in der Zukunft sein; aber man wird manches überwinden müssen, was heute noch als Vorurteile dem Menschen anhaftet.

[ 40 ] Wenn man einen Spiegel hat, der Unregelmäßigkeiten hat, dann zeigt sich das Spiegelbild auch unregelmäßig, und wenn man gar keinen Spiegel hat, dann zeigt sich kein Spiegelbild, und man wird einsehen, dass dieses die Vergleiche sind für die unsterbliche Seele mit dem Leibesleben. Ist etwas gestört am Leiblichen, so muss das sterbliche Seelische gestört werden, und was die Wissenschaft sagt, muss recht haben. Ebenso, wenn unbrauchbar geworden ist irgendetwas im Leibe gegen das Alter hin, so kann sich das gewöhnliche Seelenleben, das allein erlebt wird, es kann sich nicht äußern. Im vollsten Einklang mit dem, was Naturwissenschaft zu sagen hat, wird wahre Geisteswissenschaft in der Zukunft sein; aber man wird manches überwinden müssen, was heute noch als Vorurteile dem Menschen anhaftet.

[ 41 ] So zum Beispiel werden gewisse philosophische Begriffe über die menschliche Seele überwunden werden müssen. Ich weiß sehr wohl, was Philosophie über den Substanzbegriff gesagt hat; aber alles, was sie denkt über das, was als Seele sich entwickelt, ist doch so, dass sie etwas Substanzielles, was in irgendeiner Weise feinere Gestaltung ist dessen, was man gewöhnlich vor sich hat, durch die Pforte des Todes gehen lässt, während das, was wirklich durchgeht, ein rein Geistiges ist, ein geistiger Prozess ist, und zurücklässt alles das, was man im gewöhnlichen Erleben hat. Aber wir haben wohl gehört, dass die erste übersinnliche Seelenkraft eine Fortentwicklung der Erinnerungskraft ist, dass sie eine höhere Ausgestaltung der Erinnerungskraft ist. Und das ist wichtig; denn indem die Seele durch die Pforte des Todes geht, entwickelt sie in der Zeit, die sie dann durchmacht, solche Fähigkeiten, zu denen vor allen Dingen diese erhöhte Erinnerungskraft, dieses Hinschauen auf das Gegenbild dessen, was die Seele selber ist, sich entwickelt. Das heißt: Das, was der Seele bleibt, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, von dem gegenwärtigen Leben, das ist ein wirkliches höheres Erinnern, ein Hinschauen auf dieses Leben.

[ 41 ] So zum Beispiel werden gewisse philosophische Begriffe über die menschliche Seele überwunden werden müssen. Ich weiß sehr wohl, was Philosophie über den Substanzbegriff gesagt hat; aber alles, was sie denkt über das, was als Seele sich entwickelt, ist doch so, dass sie etwas Substanzielles, was in irgendeiner Weise feinere Gestaltung ist dessen, was man gewöhnlich vor sich hat, durch die Pforte des Todes gehen lässt, während das, was wirklich durchgeht, ein rein Geistiges ist, ein geistiger Prozess ist, und zurücklässt alles das, was man im gewöhnlichen Erleben hat. Aber wir haben wohl gehört, dass die erste übersinnliche Seelenkraft eine Fortentwicklung der Erinnerungskraft ist, dass sie eine höhere Ausgestaltung der Erinnerungskraft ist. Und das ist wichtig; denn indem die Seele durch die Pforte des Todes geht, entwickelt sie in der Zeit, die sie dann durchmacht, solche Fähigkeiten, zu denen vor allen Dingen diese erhöhte Erinnerungskraft, dieses Hinschauen auf das Gegenbild dessen, was die Seele selber ist, sich entwickelt. Das heißt: Das, was der Seele bleibt, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, von dem gegenwärtigen Leben, das ist ein wirkliches höheres Erinnern, ein Hinschauen auf dieses Leben.

[ 42 ] Nichts widerspricht im wahren geisteswissenschaftlichen Sinn der angenommenen Tatsache, dass der Mensch, indem er die Zeit durchläuft zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, immer zurückblicken kann in einer höheren Erinnerung auf das, was er hier zwischen Geburt und Tod durchgemacht hat. Ich möchte sagen: Wo die Erinnerung aufhört, fängt die höhere Erinnerung an, und wir stehen nach dem Tode in voller, lebendiger Beziehung zu dem, was wir hier erlebt haben. Alles das sind unentwickelte, primitive Gedanken, die im Menschen noch die Ängstlichkeit hervorrufen können, als ob der Zusammenhang, das Hinschauen auf das fehlte, was sie hier erlebt haben. Das fehlt ihr nicht. Die Seele erlebt in ihrem geistigen Sein mit ihren ganz anderen Fähigkeiten und Eigenschaften gegenüber dem, was zwischen Geburt und Tod ist, einen vollen Zusammenhang, eine Fortsetzung des Lebens, das sie zwischen der Geburt und dem Tode durchmacht. Und das ist das Bedeutsame, dass, indem sich die Seele künstlich aus dem Leibe heraushebt, sie als erste Kraft eine erhöhte, gesteigerte Erinnerungskraft entwickelt. So, wie diese übersinnliche erkennende Seele von sich selbst das Gegenbild entwerfen kann, so hat sie nach dem Tode die Kraft, im Bilde zu schauen das, was sie im Leibe durchlebt hat. Man muss immer nur zu diesen Dingen eben hinzu vorstellen, dass solche Eigenschaften der Seele, die wirklich durch die Geisteswissenschaft erforscht werden, ebenso wenig innerhalb des Alltags enthalten sind, wie die Eigenschaften des Wasserstoffes schon im Wasser enthalten sind.

[ 42 ] Nichts widerspricht im wahren geisteswissenschaftlichen Sinn der angenommenen Tatsache, dass der Mensch, indem er die Zeit durchläuft zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, immer zurückblicken kann in einer höheren Erinnerung auf das, was er hier zwischen Geburt und Tod durchgemacht hat. Ich möchte sagen: Wo die Erinnerung aufhört, fängt die höhere Erinnerung an, und wir stehen nach dem Tode in voller, lebendiger Beziehung zu dem, was wir hier erlebt haben. Alles das sind unentwickelte, primitive Gedanken, die im Menschen noch die Ängstlichkeit hervorrufen können, als ob der Zusammenhang, das Hinschauen auf das fehlte, was sie hier erlebt haben. Das fehlt ihr nicht. Die Seele erlebt in ihrem geistigen Sein mit ihren ganz anderen Fähigkeiten und Eigenschaften gegenüber dem, was zwischen Geburt und Tod ist, einen vollen Zusammenhang, eine Fortsetzung des Lebens, das sie zwischen der Geburt und dem Tode durchmacht. Und das ist das Bedeutsame, dass, indem sich die Seele künstlich aus dem Leibe heraushebt, sie als erste Kraft eine erhöhte, gesteigerte Erinnerungskraft entwickelt. So, wie diese übersinnliche erkennende Seele von sich selbst das Gegenbild entwerfen kann, so hat sie nach dem Tode die Kraft, im Bilde zu schauen das, was sie im Leibe durchlebt hat. Man muss immer nur zu diesen Dingen eben hinzu vorstellen, dass solche Eigenschaften der Seele, die wirklich durch die Geisteswissenschaft erforscht werden, ebenso wenig innerhalb des Alltags enthalten sind, wie die Eigenschaften des Wasserstoffes schon im Wasser enthalten sind.

[ 43 ] Eine Wissenschaft als Geisteswissenschaft steht der Menschheit bevor, welche nicht bloß eine abstrakte, nicht bloß eine Gedankenwissenschaft ist, sondern die sich in ihren Wirkungen in das Empfindungs-, in das Gefühls-, in das Gemütsleben hineinergießen wird, sodass von dem Menschen die bange Frage sich erheben mag in der Zukunft: Wie steht es mit dem, was am Menschenwesen unsterblich ist? Da wird er wissen, dass es eine Geisteswissenschaft gibt, welche von dem schon in dem gegenwärtigen Menschenleben spricht, was unabhängig ist von Tod und Geburt. Da wird der Mensch wissen, dass seine Unsterblichkeit nicht erst nach dem Tode beginnt, sondern dass das, was unsterblich ist, die Kräfte sind, die im gewöhnlichen Leben, aber unter der Oberfläche dieses Lebens, da sind, vorhanden sind. Und die Kräfte, die dem neuen Leben der Zukunft für den Menschen eignen müssen, werden aus einem solchen Bewusstsein seines lebendigen, unsterblichen Teiles ihm erfließen.

[ 43 ] Eine Wissenschaft als Geisteswissenschaft steht der Menschheit bevor, welche nicht bloß eine abstrakte, nicht bloß eine Gedankenwissenschaft ist, sondern die sich in ihren Wirkungen in das Empfindungs-, in das Gefühls-, in das Gemütsleben hineinergießen wird, sodass von dem Menschen die bange Frage sich erheben mag in der Zukunft: Wie steht es mit dem, was am Menschenwesen unsterblich ist? Da wird er wissen, dass es eine Geisteswissenschaft gibt, welche von dem schon in dem gegenwärtigen Menschenleben spricht, was unabhängig ist von Tod und Geburt. Da wird der Mensch wissen, dass seine Unsterblichkeit nicht erst nach dem Tode beginnt, sondern dass das, was unsterblich ist, die Kräfte sind, die im gewöhnlichen Leben, aber unter der Oberfläche dieses Lebens, da sind, vorhanden sind. Und die Kräfte, die dem neuen Leben der Zukunft für den Menschen eignen müssen, werden aus einem solchen Bewusstsein seines lebendigen, unsterblichen Teiles ihm erfließen.

[ 44 ] Diejenigen Menschen, die da sagen werden, man solle sich nicht kümmern um dieses Unsterbliche, werden dastehen gegenüber dem, was die Geisteswissenschaft stiften wird an segensvollem Inhalt des Menschlich-Seelischen, so wie der, der sagt: Ich habe vor mir ein Stück rundes Eisen; du sagst mir, dass da eine verborgene Kraft drinnen ist. Was geht mich das an? Der andere wird das Eisen in höheren Nutzen stellen, der die magnetische Kraft zugibt, die in dem Eisen verborgen ist. Der bewirkt das volle Leben, das dem Menschen eignen muss, der nicht nur das, was das Alltagsleben zeigt, weiß, sondern der es durchdrungen weiß von dem, was als unsterblicher Wesenskern durch die Geburt und den Tod des Menschen geht. Und es darf, wenn es auch nicht in direktem Zusammenhang steht, vielleicht erwähnt werden, dass diese Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, wirklich das ist, worauf gestern gedeutet worden ist als einer möglichen Frucht gerade des deutschen Idealismus.

[ 44 ] Diejenigen Menschen, die da sagen werden, man solle sich nicht kümmern um dieses Unsterbliche, werden dastehen gegenüber dem, was die Geisteswissenschaft stiften wird an segensvollem Inhalt des Menschlich-Seelischen, so wie der, der sagt: Ich habe vor mir ein Stück rundes Eisen; du sagst mir, dass da eine verborgene Kraft drinnen ist. Was geht mich das an? Der andere wird das Eisen in höheren Nutzen stellen, der die magnetische Kraft zugibt, die in dem Eisen verborgen ist. Der bewirkt das volle Leben, das dem Menschen eignen muss, der nicht nur das, was das Alltagsleben zeigt, weiß, sondern der es durchdrungen weiß von dem, was als unsterblicher Wesenskern durch die Geburt und den Tod des Menschen geht. Und es darf, wenn es auch nicht in direktem Zusammenhang steht, vielleicht erwähnt werden, dass diese Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, wirklich das ist, worauf gestern gedeutet worden ist als einer möglichen Frucht gerade des deutschen Idealismus.

[ 45 ] Wie gesagt, wenn es auch nur durch die Zeitereignisse äußerlich gefordert ist, was jetzt noch gesagt werden soll, es darf vielleicht doch gesagt werden. Wir sehen da, wie das deutsche Geistesleben an der Wende des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts zu Gedanken sich entwickelt, zu Gedanken des deutschen philosophischen Idealismus in Fichte, Schelling und Hegel, denjenigen Philosophen, die man heute so stark bekämpft, deren Größe man erst wiederum einsehen wird. Was ist denn das Eigentümliche dieses deutschen Idealismus, wie er sich auch erstreckt über die Dichter Lessing, Herder, Schiller, Goethe und so weiter? Das Wesentliche ist, dass diese Persönlichkeiten in dem Gedankenleben etwas Lebendiges fühlen und dass sie von diesen Gedanken sprechen nicht bloß, wie man im gewöhnlichen Leben von den Gedankenschatten spricht, sondern sie ahnen, dass in den Gedanken wirklich etwas Lebendiges ist, wenn auch Geisteswissenschaft noch nicht ein Produkt ihrer Zeit sein konnte; doch sprechen sie von der Realität der Gedanken. Heute weiß man, dass das herkommt davon, dass, wenn sich die Seele auslebt, sie nicht mehr in Gedankenschatten lebt, sondern dieses Schattenleben zeigt, das draußen ist. Daher kommt es, dass, wie die Frucht in der Blüte verborgen ist, sich jetzt etwas zeigt, was nun wirklich uns die sichere Hoffnung geben kann, dass in der gerade fortströmenden Entwicklung des deutschen Geisteslebens der Gang vom Idealismus zur wahren Geisteswissenschaft sich offenbaren wird. Man kann das an Verschiedenem sehen.

[ 45 ] Wie gesagt, wenn es auch nur durch die Zeitereignisse äußerlich gefordert ist, was jetzt noch gesagt werden soll, es darf vielleicht doch gesagt werden. Wir sehen da, wie das deutsche Geistesleben an der Wende des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts zu Gedanken sich entwickelt, zu Gedanken des deutschen philosophischen Idealismus in Fichte, Schelling und Hegel, denjenigen Philosophen, die man heute so stark bekämpft, deren Größe man erst wiederum einsehen wird. Was ist denn das Eigentümliche dieses deutschen Idealismus, wie er sich auch erstreckt über die Dichter Lessing, Herder, Schiller, Goethe und so weiter? Das Wesentliche ist, dass diese Persönlichkeiten in dem Gedankenleben etwas Lebendiges fühlen und dass sie von diesen Gedanken sprechen nicht bloß, wie man im gewöhnlichen Leben von den Gedankenschatten spricht, sondern sie ahnen, dass in den Gedanken wirklich etwas Lebendiges ist, wenn auch Geisteswissenschaft noch nicht ein Produkt ihrer Zeit sein konnte; doch sprechen sie von der Realität der Gedanken. Heute weiß man, dass das herkommt davon, dass, wenn sich die Seele auslebt, sie nicht mehr in Gedankenschatten lebt, sondern dieses Schattenleben zeigt, das draußen ist. Daher kommt es, dass, wie die Frucht in der Blüte verborgen ist, sich jetzt etwas zeigt, was nun wirklich uns die sichere Hoffnung geben kann, dass in der gerade fortströmenden Entwicklung des deutschen Geisteslebens der Gang vom Idealismus zur wahren Geisteswissenschaft sich offenbaren wird. Man kann das an Verschiedenem sehen.

[ 46 ] Wahrhaftig, es hatte auch bei anderen Nationen das Bestreben bestanden, in die geistige Welt hineinzudringen, aber es wird immer in viel äußerlicherer Weise genommen. Wenn man sieht, wie ein jetzt gar nicht [bekannter] Philosoph, Troxler oder Schubert, sich bemüht hat, durch Bereicherung des Seelenwesens in die übersinnliche Welt hinaufzusteigen, nicht dadurch, dass sie durch äußere Machinationen hinaufkommen wollten, dann sieht man den inneren Gang der geistigen Entwicklung in die Geisteswissenschaft hinein. Und bei einem Denker, bei einem ins Breite gehenden Denker, bei Herman Grimm, kann man sehen, wie überall die Fruchttriebe der geistigen Anschauung aus dem deutschen Geistesleben, aus den Wurzeln und Blüten des deutschen Geisteslebens sich herausentwickeln. Dafür seien zwei Beispiele angeführt.

[ 46 ] Wahrhaftig, es hatte auch bei anderen Nationen das Bestreben bestanden, in die geistige Welt hineinzudringen, aber es wird immer in viel äußerlicherer Weise genommen. Wenn man sieht, wie ein jetzt gar nicht [bekannter] Philosoph, Troxler oder Schubert, sich bemüht hat, durch Bereicherung des Seelenwesens in die übersinnliche Welt hinaufzusteigen, nicht dadurch, dass sie durch äußere Machinationen hinaufkommen wollten, dann sieht man den inneren Gang der geistigen Entwicklung in die Geisteswissenschaft hinein. Und bei einem Denker, bei einem ins Breite gehenden Denker, bei Herman Grimm, kann man sehen, wie überall die Fruchttriebe der geistigen Anschauung aus dem deutschen Geistesleben, aus den Wurzeln und Blüten des deutschen Geisteslebens sich herausentwickeln. Dafür seien zwei Beispiele angeführt.

[ 47 ] Herman Grimm, man kann ihn bewundern als Kunstforscher. Da sieht man in dieser Kunstforschung, wie er untertaucht in das Kunstwerk, wie er von innen heraus belebt, von der andern Seele heraus belebt dasjenige, was er darstellen will, wie er wirklich mit seiner Seele herausgeht schon in der künstlerischen Betrachtung. Wenn man sich nach den Gründen fragt und nicht ins Abstrakte schweifen will, dann findet man die Gründe für diese besondere Fähigkeit in der Art, wie er selber in seinem dichterischen Kunstschaffen sich verhalten hat. Er sagt, indem er zum Beispiel eine Novelle geschrieben hat, «Die Sängerin», oder einen Roman, «Unüberwindliche Mächte», dass er überall das Bewusstsein ausgießen will über diese seine Kunstwerke, dass das Leben nicht abgeschlossen ist mit dem, was sich zwischen Geburt und Tod abspielt, sondern [mit dem], was über den Tod hinausliegt.

[ 47 ] Herman Grimm, man kann ihn bewundern als Kunstforscher. Da sieht man in dieser Kunstforschung, wie er untertaucht in das Kunstwerk, wie er von innen heraus belebt, von der andern Seele heraus belebt dasjenige, was er darstellen will, wie er wirklich mit seiner Seele herausgeht schon in der künstlerischen Betrachtung. Wenn man sich nach den Gründen fragt und nicht ins Abstrakte schweifen will, dann findet man die Gründe für diese besondere Fähigkeit in der Art, wie er selber in seinem dichterischen Kunstschaffen sich verhalten hat. Er sagt, indem er zum Beispiel eine Novelle geschrieben hat, «Die Sängerin», oder einen Roman, «Unüberwindliche Mächte», dass er überall das Bewusstsein ausgießen will über diese seine Kunstwerke, dass das Leben nicht abgeschlossen ist mit dem, was sich zwischen Geburt und Tod abspielt, sondern [mit dem], was über den Tod hinausliegt.

[ 48 ] In der «Sängerin» stellt sich dar, wie sich in eine etwas kokette weibliche Persönlichkeit ein Mann verliebt, wie dann dieser Mann in furchtbare Lebensverzweiflung kommt und sich erschießt. Nun wird dargestellt, wie der Freund dieses Mannes in den nächsten Nächten wachen muss bei der Sängerin, wie diese Sängerin — so stellt Herman Grimm die Sache dar, dass man das deutliche Bewusstsein hat, er will nicht etwas darstellen, was Suggestion ist, sondern was mit den objektiven Weltvorgängen zusammenhängt —, dass diese Sängerin spricht, indem sie nicht schlafen kann, vor dem, der sie bewachen muss. Da kommt an der Türe herein derjenige, der sich erschossen hat, und tritt ihr näher. Und man sieht, dass dies nicht eine gewöhnliche Geschichte der Einbildung sein soll, sondern dass Herman Grimm schildern will, dass das nachwirkt, was im Leben geschieht. Es wird dargestellt, wie der Tod der Sängerin zusammenhängt mit dem, was übrig geblieben ist von dem andern, dass das Leben hinausragt über das gewöhnliche Leben.

[ 48 ] In der «Sängerin» stellt sich dar, wie sich in eine etwas kokette weibliche Persönlichkeit ein Mann verliebt, wie dann dieser Mann in furchtbare Lebensverzweiflung kommt und sich erschießt. Nun wird dargestellt, wie der Freund dieses Mannes in den nächsten Nächten wachen muss bei der Sängerin, wie diese Sängerin — so stellt Herman Grimm die Sache dar, dass man das deutliche Bewusstsein hat, er will nicht etwas darstellen, was Suggestion ist, sondern was mit den objektiven Weltvorgängen zusammenhängt —, dass diese Sängerin spricht, indem sie nicht schlafen kann, vor dem, der sie bewachen muss. Da kommt an der Türe herein derjenige, der sich erschossen hat, und tritt ihr näher. Und man sieht, dass dies nicht eine gewöhnliche Geschichte der Einbildung sein soll, sondern dass Herman Grimm schildern will, dass das nachwirkt, was im Leben geschieht. Es wird dargestellt, wie der Tod der Sängerin zusammenhängt mit dem, was übrig geblieben ist von dem andern, dass das Leben hinausragt über das gewöhnliche Leben.

[ 49 ] Und wenn Geisteswissenschaft das, was ich angeführt habe als die vom Leibe getrennte Seele, dass das mit einem gewissen Teil wiederum dem hellseherischen Sehen sichtbar wird, so zeigt sich uns, dass da durch die besondere Erschütterung des Lebens der Mensch, der sich durch den Tod losgerissen hat, dass der es wirklich ist, welcher erscheint. Ich führe solche Beispiele nicht an, weil sie zufällig in der Literatur auftreten; allein der Geisteswissenschaftler, der fachwissenschaftlich die Dinge betrachtet, der darf sagen: Diese Darstellung ist sachgemäß bei Herman Grimm. Diese Sache soll herangezogen werden so, dass gezeigt wird, wie in hervorragenden Geistern sich allmählich ein solches geistiges Erleben darstellt, dass sie selbst künstlerisch wirklich fachmännisch darstellen, wie der Mensch mit seinem Unsterblichen über den Tod hinausreicht.

[ 49 ] Und wenn Geisteswissenschaft das, was ich angeführt habe als die vom Leibe getrennte Seele, dass das mit einem gewissen Teil wiederum dem hellseherischen Sehen sichtbar wird, so zeigt sich uns, dass da durch die besondere Erschütterung des Lebens der Mensch, der sich durch den Tod losgerissen hat, dass der es wirklich ist, welcher erscheint. Ich führe solche Beispiele nicht an, weil sie zufällig in der Literatur auftreten; allein der Geisteswissenschaftler, der fachwissenschaftlich die Dinge betrachtet, der darf sagen: Diese Darstellung ist sachgemäß bei Herman Grimm. Diese Sache soll herangezogen werden so, dass gezeigt wird, wie in hervorragenden Geistern sich allmählich ein solches geistiges Erleben darstellt, dass sie selbst künstlerisch wirklich fachmännisch darstellen, wie der Mensch mit seinem Unsterblichen über den Tod hinausreicht.

[ 50 ] Und in den «Unüberwindlichen Mächten», in dem Roman Herman Grimms, dem wunderbaren — solche Dinge sind viel zu wenig bekannt —, zeigt Herman Grimm, wie wiederum dadurch, dass ihr der Geliebte weggeschossen worden ist, aber in seinem Unsterblichen bleibt in der geistigen Welt, wie die zurückgebliebene Geliebte hinstirbt. Sie hat ja schon den Todeskeim auch körperlich in sich und sie stirbt hin. Und nun zeigt Herman Grimm in wunderbarer geisteswissenschaftlich fachmännischer Darstellung, wie sich — indem Emmy, so heißt sie, stirbt — heraushebt aus dem Leibe eine Form, Hand aus Hand, Kopf aus Kopf, ein geistiges Ebenbild desjenigen, was leiblich war. Da sehen wir, wie wirklich, ich möchte sagen der Fruchttrieb der Geisteswissenschaft in der Blüte des deutschen Geisteslebens, im deutschen Idealismus, enthalten war und fortwirkend eine geistige Strömung erzeugte, die hinweist auf das, was Geisteswissenschaft heute will.

[ 50 ] Und in den «Unüberwindlichen Mächten», in dem Roman Herman Grimms, dem wunderbaren — solche Dinge sind viel zu wenig bekannt —, zeigt Herman Grimm, wie wiederum dadurch, dass ihr der Geliebte weggeschossen worden ist, aber in seinem Unsterblichen bleibt in der geistigen Welt, wie die zurückgebliebene Geliebte hinstirbt. Sie hat ja schon den Todeskeim auch körperlich in sich und sie stirbt hin. Und nun zeigt Herman Grimm in wunderbarer geisteswissenschaftlich fachmännischer Darstellung, wie sich — indem Emmy, so heißt sie, stirbt — heraushebt aus dem Leibe eine Form, Hand aus Hand, Kopf aus Kopf, ein geistiges Ebenbild desjenigen, was leiblich war. Da sehen wir, wie wirklich, ich möchte sagen der Fruchttrieb der Geisteswissenschaft in der Blüte des deutschen Geisteslebens, im deutschen Idealismus, enthalten war und fortwirkend eine geistige Strömung erzeugte, die hinweist auf das, was Geisteswissenschaft heute will.

[ 51 ] Wenn sich solche Menschen, die sich befassen wollen mit dem, was des deutschen Volksgeistes intimstes Wesen ist, nur an die rechten Orte begeben würden, dann würden sie nicht wie Rolland einen etwas engherzigen Schulmeister hinstellen als Typus der Deutschen, sondern sie würden sehen, wie hinter dem, was in der Gegenwart innerhalb der deutschen Kulturentwicklung lebt, sich Großes, Gewaltiges vorbereitet, überall vorbereitet. Hunderte von vorbereitenden Arbeiten könnten aufgewiesen werden, die zeigen, wie das, was wesenhaft enthalten ist als Bildekräfte im deutschen Geistesleben, nach Geisteswissenschaft hinweist.

[ 51 ] Wenn sich solche Menschen, die sich befassen wollen mit dem, was des deutschen Volksgeistes intimstes Wesen ist, nur an die rechten Orte begeben würden, dann würden sie nicht wie Rolland einen etwas engherzigen Schulmeister hinstellen als Typus der Deutschen, sondern sie würden sehen, wie hinter dem, was in der Gegenwart innerhalb der deutschen Kulturentwicklung lebt, sich Großes, Gewaltiges vorbereitet, überall vorbereitet. Hunderte von vorbereitenden Arbeiten könnten aufgewiesen werden, die zeigen, wie das, was wesenhaft enthalten ist als Bildekräfte im deutschen Geistesleben, nach Geisteswissenschaft hinweist.

[ 52 ] Unter den vielen Hunderten von Beispielen sei das eine angeführt: Ein einsam lebender Schuldirektor in Bromberg, der 1868 gestorben ist, hat eine Abhandlung geschrieben über die Unsterblichkeit der Seele. Sie ist nicht von besonderem Wert, denn sie bringt die Vernunftgründe, die von der Naturwissenschaft widerlegt werden können. Aber derjenige, dem dieser Schuldirektor — Johann Heinrich Deinhardt hat er geheißen — hinterlassen hat seinen Nachlass, der konnte bezeugen, dass Deinhardt vorhatte, eine zweite Ausgabe zu machen von seinem erwähnten Aufsatze. Da wollte er wieder all die Vernunftgründe anführen, die er angeführt hatte, aber zugleich ausführen, wie sich ihm ergeben hat durch innere Vertiefung der Seelenkräfte, dass die Seele sich ausarbeitet innerhalb des Leibes einen höheren, einen ätherischen Leib, den sie durch die Pforte des Todes trägt, damit sie nachher in einem neuen Leibe weiterlebt. Dieser neue Leib, von dem Deinhardt spricht, ist nichts anderes als das, was erlebt der Geisteswissenschaftler, indem er die Seele freimacht von dem Werkzeug des Leibes. So sehen wir, wie auftreten überall die ersten Triebe der geisteswissenschaftlichen Früchte innerhalb des deutschen Geisteslebens.

[ 52 ] Unter den vielen Hunderten von Beispielen sei das eine angeführt: Ein einsam lebender Schuldirektor in Bromberg, der 1868 gestorben ist, hat eine Abhandlung geschrieben über die Unsterblichkeit der Seele. Sie ist nicht von besonderem Wert, denn sie bringt die Vernunftgründe, die von der Naturwissenschaft widerlegt werden können. Aber derjenige, dem dieser Schuldirektor — Johann Heinrich Deinhardt hat er geheißen — hinterlassen hat seinen Nachlass, der konnte bezeugen, dass Deinhardt vorhatte, eine zweite Ausgabe zu machen von seinem erwähnten Aufsatze. Da wollte er wieder all die Vernunftgründe anführen, die er angeführt hatte, aber zugleich ausführen, wie sich ihm ergeben hat durch innere Vertiefung der Seelenkräfte, dass die Seele sich ausarbeitet innerhalb des Leibes einen höheren, einen ätherischen Leib, den sie durch die Pforte des Todes trägt, damit sie nachher in einem neuen Leibe weiterlebt. Dieser neue Leib, von dem Deinhardt spricht, ist nichts anderes als das, was erlebt der Geisteswissenschaftler, indem er die Seele freimacht von dem Werkzeug des Leibes. So sehen wir, wie auftreten überall die ersten Triebe der geisteswissenschaftlichen Früchte innerhalb des deutschen Geisteslebens.

[ 53 ] Gerade wenn wir diese deutsche Geisteskultur mit anderen Geisteskulturen vergleichen, dann finden wir, wie diese Geisteskultur in besonderem Maße geeignet ist, den Weg, der der Weg der Zukunft sein muss in die geistige Welt hinein, den Weg zu gehen, nämlich den, der durch Energisierung, durch Verstärkung der Kräfte der menschlichen Seele selber zu dem führt, was sonst gar nicht in das menschliche Bewusstsein hereintritt. Das ist dasjenige, was ich, wie gesagt, wenn es auch nur äußerlich zusammenhängt mit dem, was heute ausgeführt werden sollte, was ich — vielleicht nicht aus einem logischen, aber aus einem Empfindungszusammenhange — doch anführen durfte in einer Zeit, wo auch durch die Zeitereignisse diese Frage «Was ist am Menschenwesen unsterblich?» Tag für Tag in einer so bedeutungsvollen Weise vor unsere Seele hintritt, wo der Tod so hundertfältig jeden Tag die Frage nach dem Unsterblichen aufwirft, wo wir sehen, wie unsere mutigen, opferwilligen Zeitgenossen hingehen, um durch die Pforte des Todes zu schreiten und wahrhaftig nicht mit dem Willen, mit dem sie durch die Pforte des Todes gehen, einen Beleg geben wollen für eine materialistische Weltauffassung, sondern dafür, dass in ihnen bewusst oder unbewusst die Sicherheit lebt: Mit dem Tode wird nicht bloß der Tod, wird ein Leben, ein höheres Leben in den verschiedensten Formen errungen.

[ 53 ] Gerade wenn wir diese deutsche Geisteskultur mit anderen Geisteskulturen vergleichen, dann finden wir, wie diese Geisteskultur in besonderem Maße geeignet ist, den Weg, der der Weg der Zukunft sein muss in die geistige Welt hinein, den Weg zu gehen, nämlich den, der durch Energisierung, durch Verstärkung der Kräfte der menschlichen Seele selber zu dem führt, was sonst gar nicht in das menschliche Bewusstsein hereintritt. Das ist dasjenige, was ich, wie gesagt, wenn es auch nur äußerlich zusammenhängt mit dem, was heute ausgeführt werden sollte, was ich — vielleicht nicht aus einem logischen, aber aus einem Empfindungszusammenhange — doch anführen durfte in einer Zeit, wo auch durch die Zeitereignisse diese Frage «Was ist am Menschenwesen unsterblich?» Tag für Tag in einer so bedeutungsvollen Weise vor unsere Seele hintritt, wo der Tod so hundertfältig jeden Tag die Frage nach dem Unsterblichen aufwirft, wo wir sehen, wie unsere mutigen, opferwilligen Zeitgenossen hingehen, um durch die Pforte des Todes zu schreiten und wahrhaftig nicht mit dem Willen, mit dem sie durch die Pforte des Todes gehen, einen Beleg geben wollen für eine materialistische Weltauffassung, sondern dafür, dass in ihnen bewusst oder unbewusst die Sicherheit lebt: Mit dem Tode wird nicht bloß der Tod, wird ein Leben, ein höheres Leben in den verschiedensten Formen errungen.

[ 54 ] Was man heute schon fühlen muss, die Sehnsucht nach einer Sicherheit gegenüber der Unsterblichkeitsfrage — immer brennender und brennender wird sie werden —, und auch in dieser Beziehung können die heutigen, schicksalstragenden Zeiten, die so viel in ihrem Schoß bergen, eine Fackel sein, die in ihrem Leuchten darauf hinweist, dass die Zeit gekommen ist, in der die Menschheit über die Unsterblichkeitsfrage ein neues Forschen, ein neues Suchen entwickeln muss. Dieses Forschen, dieses Suchen wird zu einer übersinnlichen, zu einer Geisteswissenschaft führen. Einige Striche über das Wesen dieser Geisteswissenschaft sollten heute angegeben werden. Angegeben werden sollte vor allen Dingen das, wie der Geistesforscher in der Zukunft demjenigen, der die Frage der heutigen Betrachtung aufwirft, etwas zeigen wird, was er erst abtrennt von dem gewöhnlichen Menschenleben und was durch die Art, wie es sich selber darstellt, sich als das Unsterbliche des Menschenwesens erweist.

[ 54 ] Was man heute schon fühlen muss, die Sehnsucht nach einer Sicherheit gegenüber der Unsterblichkeitsfrage — immer brennender und brennender wird sie werden —, und auch in dieser Beziehung können die heutigen, schicksalstragenden Zeiten, die so viel in ihrem Schoß bergen, eine Fackel sein, die in ihrem Leuchten darauf hinweist, dass die Zeit gekommen ist, in der die Menschheit über die Unsterblichkeitsfrage ein neues Forschen, ein neues Suchen entwickeln muss. Dieses Forschen, dieses Suchen wird zu einer übersinnlichen, zu einer Geisteswissenschaft führen. Einige Striche über das Wesen dieser Geisteswissenschaft sollten heute angegeben werden. Angegeben werden sollte vor allen Dingen das, wie der Geistesforscher in der Zukunft demjenigen, der die Frage der heutigen Betrachtung aufwirft, etwas zeigen wird, was er erst abtrennt von dem gewöhnlichen Menschenleben und was durch die Art, wie es sich selber darstellt, sich als das Unsterbliche des Menschenwesens erweist.

[ 55 ] Nur eine Andeutung — selbstverständlich kann nicht in einer ja schon allzu lang währenden Auseinandersetzung alles an Beweisen gegeben werden, was Sie in der Literatur dann finden können —, nur eine Andeutung wollte ich geben, wie die Menschheit der Zukunft sich bei denen, die Geistesforscher sein werden, über die Frage werden unterrichten können, was am Menschen unsterblich ist, wie sich heute die Menschen unterrichten über das, was in den stofflichen Kräften enthalten ist, bei den Physikern und Chemikern. Wie heute nicht jeder ein Chemiker, ein Physiker, ein Biologe zu sein braucht, damit ihm die Errungenschaften der Chemie, der Physik, der Biologie in den verschiedensten Formen zugute kommen, so braucht in der Zukunft nicht jeder ein Geistesforscher zu sein, wenn er für seine Lebensstärkung das wird haben wollen, was die Geistesforschung ihm geben kann. Und wird man nur hinwegräumen die Vorurteile der gegenwärtigen Zeit, ihre Denkgewohnheiten, so wird man zugeben lernen, dass zwar gefunden werden können die Ergebnisse der Geistesforschung nur von dieser selbst, dass aber der gesunde Menschenverstand, der gesunde Wahrheitssinn jedes Menschen einsehen kann, begreifen kann, erhärtet finden kann, was der Geistesforscher sagt. Nicht ist es, dass irgendetwas in der menschlichen Seele in Wahrheit widerspricht den Aussagen der Geisteswissenschaft, sondern die Vorurteile sind es, mit denen sich der Mensch die Hindernisse in den Weg legt, durch die die Geisteswissenschaft hintangehalten wird heute noch.

[ 55 ] Nur eine Andeutung — selbstverständlich kann nicht in einer ja schon allzu lang währenden Auseinandersetzung alles an Beweisen gegeben werden, was Sie in der Literatur dann finden können —, nur eine Andeutung wollte ich geben, wie die Menschheit der Zukunft sich bei denen, die Geistesforscher sein werden, über die Frage werden unterrichten können, was am Menschen unsterblich ist, wie sich heute die Menschen unterrichten über das, was in den stofflichen Kräften enthalten ist, bei den Physikern und Chemikern. Wie heute nicht jeder ein Chemiker, ein Physiker, ein Biologe zu sein braucht, damit ihm die Errungenschaften der Chemie, der Physik, der Biologie in den verschiedensten Formen zugute kommen, so braucht in der Zukunft nicht jeder ein Geistesforscher zu sein, wenn er für seine Lebensstärkung das wird haben wollen, was die Geistesforschung ihm geben kann. Und wird man nur hinwegräumen die Vorurteile der gegenwärtigen Zeit, ihre Denkgewohnheiten, so wird man zugeben lernen, dass zwar gefunden werden können die Ergebnisse der Geistesforschung nur von dieser selbst, dass aber der gesunde Menschenverstand, der gesunde Wahrheitssinn jedes Menschen einsehen kann, begreifen kann, erhärtet finden kann, was der Geistesforscher sagt. Nicht ist es, dass irgendetwas in der menschlichen Seele in Wahrheit widerspricht den Aussagen der Geisteswissenschaft, sondern die Vorurteile sind es, mit denen sich der Mensch die Hindernisse in den Weg legt, durch die die Geisteswissenschaft hintangehalten wird heute noch.

[ 56 ] Damit aber möchte ich wiederum empfindungsgemäß mit ein paar Worten zusammenfassen, was den eigentlichen Inhalt der heutigen Betrachtung bildete, indem ich in ein paar Zeilen kleide die Empfindungen, die sich aus dieser Betrachtung ergeben. Das, was sich in das ganze Gemüt als ein Bewusstsein hineinergießen kann demjenigen, der die Frage «Was ist am Menschenwesen unsterblich®» in der Zukunft aufwerfen wird, das möchte ich zum Schluss in die folgenden Zeilen zusammendrängen, die wie das Gemütsergebnis sein sollen desjenigen was ich versuchte auseinanderzusetzen.

[ 56 ] Damit aber möchte ich wiederum empfindungsgemäß mit ein paar Worten zusammenfassen, was den eigentlichen Inhalt der heutigen Betrachtung bildete, indem ich in ein paar Zeilen kleide die Empfindungen, die sich aus dieser Betrachtung ergeben. Das, was sich in das ganze Gemüt als ein Bewusstsein hineinergießen kann demjenigen, der die Frage «Was ist am Menschenwesen unsterblich®» in der Zukunft aufwerfen wird, das möchte ich zum Schluss in die folgenden Zeilen zusammendrängen, die wie das Gemütsergebnis sein sollen desjenigen was ich versuchte auseinanderzusetzen.

Es sprechen zu den Menschensinnen
Die Dinge in den Raumesweiten;
Es kündet sich der Seelenkraft
Der Wandel in dem Zeitenlauf.
Sich selbst zum Geistessein erweckend,
Befreit des Menschen Innenwesen
Sich von des Leibes Schranken
Und schauet in Gedanken Wirklichkeiten
Des eignen Daseins tiefes Walten
Im Reich der Ewigkeiten.

Es sprechen zu den Menschensinnen
Die Dinge in den Raumesweiten;
Es kündet sich der Seelenkraft
Der Wandel in dem Zeitenlauf.
Sich selbst zum Geistessein erweckend,
Befreit des Menschen Innenwesen
Sich von des Leibes Schranken
Und schauet in Gedanken Wirklichkeiten
Des eignen Daseins tiefes Walten
Im Reich der Ewigkeiten.