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The Human Being as a
Spirit and Soul Being
GA 71b

1 July 1918, Hamburg

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Der Mensch als Geist- und Seelenwesen
  1. The Human Being as a Spirit and Soul Being, tr. SOL

16. Die wissenschaftliche Erkenntnis des Übersinnlichen und die wahre Wirklichkeit des menschlichen Lebens

16. Die wissenschaftliche Erkenntnis des Übersinnlichen und die wahre Wirklichkeit des menschlichen Lebens

Notizen

Notizen

[ 1 ] Derjenige, der in der anthroposophischen Geisteswissenschaft steht, kennt ganz genau die Einwände, die zahlreichen, unserer Zeitgenossen gegen das, was hier vorgebracht werden soll. Es muss nicht nur eine Erweiterung der Erkenntnisart angestrebt werden, sondern eine ganz andere Art der Erkenntnis, und gegen diese Art erheben sich die Einwände.

[ 1 ] Derjenige, der in der anthroposophischen Geisteswissenschaft steht, kennt ganz genau die Einwände, die zahlreichen, unserer Zeitgenossen gegen das, was hier vorgebracht werden soll. Es muss nicht nur eine Erweiterung der Erkenntnisart angestrebt werden, sondern eine ganz andere Art der Erkenntnis, und gegen diese Art erheben sich die Einwände.

[ 2 ] Man hat die Vorstellung des freien Handelns, aber diese Freiheit ergibt sich nicht aus der Organisation. Du hast ein Freiheitsgefühl, das eine Lüge wäre, oder wir müssten über unsere Organisation hinausgehen, um zum Grunde der Freiheit zukommen. Wohin kommst du mit der materialistischen Erkenntnis? An gewisse Grenzen. Es muss diese Grenzen geben, zum Beispiel die Vorstellung von Stoff und Kraft. Wir brauchen diese Grenzen, brauchen diese Vorstellungen. Aber wir müssen dazu kommen, wenn wir diesen Begriffen nachgehen, dass wir die naturwissenschaftlichen Begriffe zunichtemachen. Wie Pfähle müssen wir diese Begriffe hinstellen, darin spiegelt sich die Wirklichkeit. Spiegel sind diese Begriffe. Wie wenn man den Spiegel zerschlagen würde, um das Ding an sich hinter dem Spiegel zu finden, so würde derjenige handeln, der mit naturwissenschaftlichen Begriffen hinter diese Begriffe kommen will.

[ 2 ] Man hat die Vorstellung des freien Handelns, aber diese Freiheit ergibt sich nicht aus der Organisation. Du hast ein Freiheitsgefühl, das eine Lüge wäre, oder wir müssten über unsere Organisation hinausgehen, um zum Grunde der Freiheit zukommen. Wohin kommst du mit der materialistischen Erkenntnis? An gewisse Grenzen. Es muss diese Grenzen geben, zum Beispiel die Vorstellung von Stoff und Kraft. Wir brauchen diese Grenzen, brauchen diese Vorstellungen. Aber wir müssen dazu kommen, wenn wir diesen Begriffen nachgehen, dass wir die naturwissenschaftlichen Begriffe zunichtemachen. Wie Pfähle müssen wir diese Begriffe hinstellen, darin spiegelt sich die Wirklichkeit. Spiegel sind diese Begriffe. Wie wenn man den Spiegel zerschlagen würde, um das Ding an sich hinter dem Spiegel zu finden, so würde derjenige handeln, der mit naturwissenschaftlichen Begriffen hinter diese Begriffe kommen will.

[ 3 ] Hat man das erlebt, dann kommt die Frage: Weshalb ist das so, dass man sich Grenzen hinstellt, hinstellen muss? Der Mensch müsste ganz anders organisiert sein, wenn er nicht diese Grenzen sich setzen würde, als er ist zwischen Geburt und Tod. Es müsste ausgerissen werden eine gemeinsame Kraft aus der Seele, das ist die Liebefähigkeit. Ein solches Wesen könnte nicht irgendetwas, das in einem physischen Leibe lebt, lieben. Es hängt tief zusammen, wie wir uns Grenzen setzen müssen, mit unserer Organisation.

[ 3 ] Hat man das erlebt, dann kommt die Frage: Weshalb ist das so, dass man sich Grenzen hinstellt, hinstellen muss? Der Mensch müsste ganz anders organisiert sein, wenn er nicht diese Grenzen sich setzen würde, als er ist zwischen Geburt und Tod. Es müsste ausgerissen werden eine gemeinsame Kraft aus der Seele, das ist die Liebefähigkeit. Ein solches Wesen könnte nicht irgendetwas, das in einem physischen Leibe lebt, lieben. Es hängt tief zusammen, wie wir uns Grenzen setzen müssen, mit unserer Organisation.

[ 4 ] Weil dies schon immer da war, sind die Menschen zu einem andern Pol gekommen. Sie suchten in ihrem eigenen Innern die mystische Erkenntnis. Man meint das im eigenen Innern zu finden, was man draußen durch die Sinne nicht findet. Aber da, in seinem eigenen Innern, kommt man auch an Grenzen. Das, was ich Ihnen vom Selbstbewusstsein gesagt habe, wird dichter und dichter, aber es ist auch nur ein Bild. Also auch da kommt man an Grenzen. Die Vergeblichkeit der gewöhnlichen Mystik geht einem auf: auch an Grenzen kommt man. Dieses rührt daher, dass der Mensch eine Seelenkraft nicht haben müsste, um in gewöhnlicher mystischer Versenkung zum Bild, zur Grenze zu kommen. Das ist die Erinnerungskraft, Gedächtniskraft. Würde man diese Grenze durchstoßen, dann würde die Erinnerungsfähigkeit vergehen. Man könnte sich nicht an sich selbst in der richtigen Weise erinnern, man verliert den Faden der Erinnerung an sein eigenes Ich.

[ 4 ] Weil dies schon immer da war, sind die Menschen zu einem andern Pol gekommen. Sie suchten in ihrem eigenen Innern die mystische Erkenntnis. Man meint das im eigenen Innern zu finden, was man draußen durch die Sinne nicht findet. Aber da, in seinem eigenen Innern, kommt man auch an Grenzen. Das, was ich Ihnen vom Selbstbewusstsein gesagt habe, wird dichter und dichter, aber es ist auch nur ein Bild. Also auch da kommt man an Grenzen. Die Vergeblichkeit der gewöhnlichen Mystik geht einem auf: auch an Grenzen kommt man. Dieses rührt daher, dass der Mensch eine Seelenkraft nicht haben müsste, um in gewöhnlicher mystischer Versenkung zum Bild, zur Grenze zu kommen. Das ist die Erinnerungskraft, Gedächtniskraft. Würde man diese Grenze durchstoßen, dann würde die Erinnerungsfähigkeit vergehen. Man könnte sich nicht an sich selbst in der richtigen Weise erinnern, man verliert den Faden der Erinnerung an sein eigenes Ich.

[ 5 ] Nach außen: Liebefähigkeit; nach innen: Gedächtniskraft, die uns davor zurückhalten, die Grenzen nach außen, nach innen zu durchstoßen.

[ 5 ] Nach außen: Liebefähigkeit; nach innen: Gedächtniskraft, die uns davor zurückhalten, die Grenzen nach außen, nach innen zu durchstoßen.

[ 6 ] Louis Waldstein: «Das unterbewusste Ich» — Drehorgeltöne. Das, was da in Jahren sich ins Unterbewusstsein einfügt, wandelt sich mit der Zeit, daher das, was im Mystiker als innere Vorstellung und Schönes aufsteigt, wie die umgewandelten Töne des «Leierkastens» sind. Weder mit gewöhnlicher Naturerkenntnis noch mit gewöhnlicher Mystik kommt man ins Übersinnliche hinein. Die Umwandlung dieser Erkenntniskräfte ist nötig, um ins Übersinnliche zu gelangen. Zu suchen hat man so, dass die Kräfte, durch die die Grenzen hervorgerufen sind, dass man diese Kräfte ins Auge fasst und umwandelt, dass sie nicht mehr Grenzen hervorbringen.

[ 6 ] Louis Waldstein: «Das unterbewusste Ich» — Drehorgeltöne. Das, was da in Jahren sich ins Unterbewusstsein einfügt, wandelt sich mit der Zeit, daher das, was im Mystiker als innere Vorstellung und Schönes aufsteigt, wie die umgewandelten Töne des «Leierkastens» sind. Weder mit gewöhnlicher Naturerkenntnis noch mit gewöhnlicher Mystik kommt man ins Übersinnliche hinein. Die Umwandlung dieser Erkenntniskräfte ist nötig, um ins Übersinnliche zu gelangen. Zu suchen hat man so, dass die Kräfte, durch die die Grenzen hervorgerufen sind, dass man diese Kräfte ins Auge fasst und umwandelt, dass sie nicht mehr Grenzen hervorbringen.

[ 7 ] In ehrlicher Selbsterkenntnis fragen: Was geschieht in der Seele bei der Naturerkenntnis? Da ist Wahrnehmungsvermögen, lebhaft, intensiv, wenn wir nur wahrnehmen. Wenn wir Vorstellungen uns bilden, ist das Wahrnehmungsvermögen schattenhafter. Damit hängt Gedächtniskraft zusammen. Was in der Vorstellung abgeschwächt ist, bringt Gedächtnisvermögen hervor. Wir denken immer beim Wahrnehmen. Das Denken müssen wir unterscheiden vom Denken beim Erinnern und Vorstellungschaffen. Man verschärft das Denken zur Meditation, indem das Denken nicht zum Gedächtnis übergeht. Ein zu Bildern werdendes Denken, das ist Meditation. Alles Abstrakte, das nie ins Übersinnliche führt, weglassen. Derartiges Denken, das meditative, führt zu Gedächtnis, zu Erinnerung, zur Imagination führt es. Das ist noch keine Erkenntnis.

[ 7 ] In ehrlicher Selbsterkenntnis fragen: Was geschieht in der Seele bei der Naturerkenntnis? Da ist Wahrnehmungsvermögen, lebhaft, intensiv, wenn wir nur wahrnehmen. Wenn wir Vorstellungen uns bilden, ist das Wahrnehmungsvermögen schattenhafter. Damit hängt Gedächtniskraft zusammen. Was in der Vorstellung abgeschwächt ist, bringt Gedächtnisvermögen hervor. Wir denken immer beim Wahrnehmen. Das Denken müssen wir unterscheiden vom Denken beim Erinnern und Vorstellungschaffen. Man verschärft das Denken zur Meditation, indem das Denken nicht zum Gedächtnis übergeht. Ein zu Bildern werdendes Denken, das ist Meditation. Alles Abstrakte, das nie ins Übersinnliche führt, weglassen. Derartiges Denken, das meditative, führt zu Gedächtnis, zu Erinnerung, zur Imagination führt es. Das ist noch keine Erkenntnis.

[ 8 ] Hat man diese Übung fortgesetzt, dann sieht man in sich aufschießen Bilder. Man muss dann die Kraft in sich entwickeln, diese Bilder zu unterdrücken. Dann folgt ein bedeutendes Seelenerlebnis. Zu verschärftem Selbstbewusstsein kommt man. Man liegt in der dunklen Nacht, öffnet die Augen, sieht aber nichts im Dunkel, hört nichts in der Stille. Da steigt mit dem Ich in der Nacht das auf, was man erlebt hat. Es ist das nicht Erinnern, sondern Zurückschauen auf die Erlebnisse, die die Seele durchgemacht hat, che sie aus dem Geistigen heruntergestiegen ist in das Physische. Sie erlebt nun die Erlebnisse der Seele im Übersinnlichen. Das sagt der Dichter: «Die Zeit wird zum Raum.» Es bleiben die Ereignisse in der Zeit stehen, die Zeit wird zum Raum. Man sieht das Übersinnliche der eigenen Seele auf diesem Wege.

[ 8 ] Hat man diese Übung fortgesetzt, dann sieht man in sich aufschießen Bilder. Man muss dann die Kraft in sich entwickeln, diese Bilder zu unterdrücken. Dann folgt ein bedeutendes Seelenerlebnis. Zu verschärftem Selbstbewusstsein kommt man. Man liegt in der dunklen Nacht, öffnet die Augen, sieht aber nichts im Dunkel, hört nichts in der Stille. Da steigt mit dem Ich in der Nacht das auf, was man erlebt hat. Es ist das nicht Erinnern, sondern Zurückschauen auf die Erlebnisse, die die Seele durchgemacht hat, che sie aus dem Geistigen heruntergestiegen ist in das Physische. Sie erlebt nun die Erlebnisse der Seele im Übersinnlichen. Das sagt der Dichter: «Die Zeit wird zum Raum.» Es bleiben die Ereignisse in der Zeit stehen, die Zeit wird zum Raum. Man sieht das Übersinnliche der eigenen Seele auf diesem Wege.

[ 9 ] Wer Anfänger in dieser Sache ist, erlebt in sich eine Enttäuschung. Er kann sich nicht erinnern, das heißt er kann sich wohl an das einmal Erlebte erinnern, aber es kommt nicht mit derselben Vollgültigkeit und Lebendigkeit herauf; im Gegenteil: Nichts von Erinnerung an solche Erlebnisse darf dabei sein. Dieselbe Anstrengung muss die Seele machen, mehr noch als das erste Mal, um immer wieder solche Erlebnisse zu haben. Noch eins: Wie vorbeihuschend kommen solche Erlebnisse. Wer lange überlegt im gewöhnlichen Leben, lange herummurkst im Entschluss, der bereitet sich schlecht vor für solche übersinnlichen Erlebnisse.

[ 9 ] Wer Anfänger in dieser Sache ist, erlebt in sich eine Enttäuschung. Er kann sich nicht erinnern, das heißt er kann sich wohl an das einmal Erlebte erinnern, aber es kommt nicht mit derselben Vollgültigkeit und Lebendigkeit herauf; im Gegenteil: Nichts von Erinnerung an solche Erlebnisse darf dabei sein. Dieselbe Anstrengung muss die Seele machen, mehr noch als das erste Mal, um immer wieder solche Erlebnisse zu haben. Noch eins: Wie vorbeihuschend kommen solche Erlebnisse. Wer lange überlegt im gewöhnlichen Leben, lange herummurkst im Entschluss, der bereitet sich schlecht vor für solche übersinnlichen Erlebnisse.

[ 10 ] Der andere Pol der übersinnlichen Welt ist in der Zeit nach dem Tode. Wie für den ersten Pol die Erinnerungsfähigkeit abgeschwächt werden muss, so muss für den zweiten Pol die Liebefähigkeit gesteigert werden.

[ 10 ] Der andere Pol der übersinnlichen Welt ist in der Zeit nach dem Tode. Wie für den ersten Pol die Erinnerungsfähigkeit abgeschwächt werden muss, so muss für den zweiten Pol die Liebefähigkeit gesteigert werden.

[ 11 ] Wir wollen in jedem Augenblicke etwas anderes machen aus dem, was um uns ist. Diesen Willen muss der Mensch umwandeln. Er muss mit seinem Willen sein Leben durchmessen. Wie warst du im siebzehnten, achtzehnten Jahre? Wie hat dein unbewusster Wille gewirkt? Danach muss man trachten, diesen Willen muss man in die Hand nehmen, bewusst machen. Eine verstärkte Liebefähigkeit muss daraus werden. Damit kommt man in das nachtodliche Leben.

[ 11 ] Wir wollen in jedem Augenblicke etwas anderes machen aus dem, was um uns ist. Diesen Willen muss der Mensch umwandeln. Er muss mit seinem Willen sein Leben durchmessen. Wie warst du im siebzehnten, achtzehnten Jahre? Wie hat dein unbewusster Wille gewirkt? Danach muss man trachten, diesen Willen muss man in die Hand nehmen, bewusst machen. Eine verstärkte Liebefähigkeit muss daraus werden. Damit kommt man in das nachtodliche Leben.

[ 12 ] Damit gelangt man zu der Erkenntnis, dass der Mensch im Übersinnlichen wurzelt. Eine Kluft tut sich auf zwischen den Erlebnissen nach außen und nach innen. Die Erkenntnis der übersinnlichen Welt vermag diese Kluft auszufüllen.

[ 12 ] Damit gelangt man zu der Erkenntnis, dass der Mensch im Übersinnlichen wurzelt. Eine Kluft tut sich auf zwischen den Erlebnissen nach außen und nach innen. Die Erkenntnis der übersinnlichen Welt vermag diese Kluft auszufüllen.

[ 13 ] Der Mensch ist ein dreigliedriges Wesen: Kopf-, Rumpf- und Gliedmaßen-Mensch. [Mitschrift bricht ab.]

[ 13 ] Der Mensch ist ein dreigliedriges Wesen: Kopf-, Rumpf- und Gliedmaßen-Mensch. [Mitschrift bricht ab.]



Stenogrammübertragung

Stenogrammübertragung

[ 14 ] Sehr verehrte Anwesende, seit einer Reihe von Jahren schon darf ich, wie in anderen deutschen Städten, so auch hier in Hamburg, diesen Vortrag halten über anthroposophisch gemeinte Geisteswissenschaft, und ich habe [immer] vorher schon am Ausgangspunkte dieser Betrachtungen eine Bemerkung gemacht, die ich auch heute einleitend wiederum machen möchte: Ich kann mir sehr gut denken — und jeder, der drinnen steht in dem, was hier als anthroposophische Geisteswissenschaft gemeint ist, wird sich dies ebenso denken können —, dass zahlreiche unserer Zeitgenossen gegen das, was hier vorgebracht wird, das Mannigfaltigste einzuwenden haben. Gerade derjenige, der in diesen Dingen drinnen steht, kennt die Einwände, die gemacht werden. Allein er hat auch gelernt, das Gewicht dieser Einwände dadurch zu beurteilen, dass er ja weiß, wie sehr die Betrachtungen, die hier gegeben werden, abweichen von den Denkgewohnheiten unseres Zeitalters, wie sie sich erst den Weg bahnen müssen zu umgewandelten Denkgewohnheiten hin, die aber aus den tiefsten, bei vielen unterbewussten Erkenntnisschnsüchten in unserer Zeit und insbesondere in der nächsten Zukunft ganz gewiss herauswachsen werden.

[ 14 ] Sehr verehrte Anwesende, seit einer Reihe von Jahren schon darf ich, wie in anderen deutschen Städten, so auch hier in Hamburg, diesen Vortrag halten über anthroposophisch gemeinte Geisteswissenschaft, und ich habe [immer] vorher schon am Ausgangspunkte dieser Betrachtungen eine Bemerkung gemacht, die ich auch heute einleitend wiederum machen möchte: Ich kann mir sehr gut denken — und jeder, der drinnen steht in dem, was hier als anthroposophische Geisteswissenschaft gemeint ist, wird sich dies ebenso denken können —, dass zahlreiche unserer Zeitgenossen gegen das, was hier vorgebracht wird, das Mannigfaltigste einzuwenden haben. Gerade derjenige, der in diesen Dingen drinnen steht, kennt die Einwände, die gemacht werden. Allein er hat auch gelernt, das Gewicht dieser Einwände dadurch zu beurteilen, dass er ja weiß, wie sehr die Betrachtungen, die hier gegeben werden, abweichen von den Denkgewohnheiten unseres Zeitalters, wie sie sich erst den Weg bahnen müssen zu umgewandelten Denkgewohnheiten hin, die aber aus den tiefsten, bei vielen unterbewussten Erkenntnisschnsüchten in unserer Zeit und insbesondere in der nächsten Zukunft ganz gewiss herauswachsen werden.

[ 15 ] Ist schon das Gebiet, über das hier gesprochen werden soll, sehr verehrte Anwesende, ein solches, das von vielen als etwas bezeichnet wird, zu dem menschliche Erkenntnisaussichten nicht dringen können, so entspringen nicht nur wegen dieses Vorurteils, sondern wegen eines anderen Umstandes hauptsächlich gegen das zu Sagende Einwände, die ja von einem gewissen Gesichtspunkt [aus] heute noch durchaus begreiflich, wenn auch vielleicht nicht berechtigt sind. Es wird angestrebt, um dem übersinnlichen Gebiet sich zu nähern, nicht nur eine Erweiterung des gewöhnlichen menschlichen Erkenntnisvermögens, sondern es muss angestrebt werden, aus gewissen Voraussetzungen heraus, die gleich besprochen werden sollen, eine ganz andere Erkenntnisart, eine ganz andere Art und Weise des Erkennens, als man bereits heute gewöhnt worden ist. Gegen diese Art erhebt sich ja namentlich Widerspruch.

[ 15 ] Ist schon das Gebiet, über das hier gesprochen werden soll, sehr verehrte Anwesende, ein solches, das von vielen als etwas bezeichnet wird, zu dem menschliche Erkenntnisaussichten nicht dringen können, so entspringen nicht nur wegen dieses Vorurteils, sondern wegen eines anderen Umstandes hauptsächlich gegen das zu Sagende Einwände, die ja von einem gewissen Gesichtspunkt [aus] heute noch durchaus begreiflich, wenn auch vielleicht nicht berechtigt sind. Es wird angestrebt, um dem übersinnlichen Gebiet sich zu nähern, nicht nur eine Erweiterung des gewöhnlichen menschlichen Erkenntnisvermögens, sondern es muss angestrebt werden, aus gewissen Voraussetzungen heraus, die gleich besprochen werden sollen, eine ganz andere Erkenntnisart, eine ganz andere Art und Weise des Erkennens, als man bereits heute gewöhnt worden ist. Gegen diese Art erhebt sich ja namentlich Widerspruch.

[ 16 ] Allein, sehr verehrte Anwesende, schon gleich am Anfange geisteswissenschaftlicher Forschung ergibt es sich, dass man gegenüber dem Übersinnlichen von einer solchen anderen Erkenntnisart ausgehen muss. Denn von zwei Erlebnissen aus, nicht von irgendwelchen bloßen logischen Betrachtungen, sondern von zwei Erlebnissen geht der eigentliche Erforscher des Übersinnlichen aus. Diese Erlebnisse, sie knüpfen an an die Erkenntnissehnsüchte des Menschen, an zwei hauptsächliche innere Erkenntnistriebe, ich möchte sagen, die aber gerade von der offiziellen Geisteswissenschaft in den letzten Jahrzehnten sehr in den Hintergrund gedrängt worden sind, sodass man eigentlich, wo von Seelenwissenschaft die Rede ist, sehen kann, wie diese zwei, ich möchte sagen, Wurzelfragen des menschlichen Erkennens wie ausgerottet worden sind.

[ 16 ] Allein, sehr verehrte Anwesende, schon gleich am Anfange geisteswissenschaftlicher Forschung ergibt es sich, dass man gegenüber dem Übersinnlichen von einer solchen anderen Erkenntnisart ausgehen muss. Denn von zwei Erlebnissen aus, nicht von irgendwelchen bloßen logischen Betrachtungen, sondern von zwei Erlebnissen geht der eigentliche Erforscher des Übersinnlichen aus. Diese Erlebnisse, sie knüpfen an an die Erkenntnissehnsüchte des Menschen, an zwei hauptsächliche innere Erkenntnistriebe, ich möchte sagen, die aber gerade von der offiziellen Geisteswissenschaft in den letzten Jahrzehnten sehr in den Hintergrund gedrängt worden sind, sodass man eigentlich, wo von Seelenwissenschaft die Rede ist, sehen kann, wie diese zwei, ich möchte sagen, Wurzelfragen des menschlichen Erkennens wie ausgerottet worden sind.

[ 17 ] Diese zwei Wurzelfragen sind [zum] einen diejenige: Wie wurzelt die Menschenseele selbst im Übersinnlichen? Es ist ja nichts anderes, sehr verehrte Anwesende, als dasjenige, was man in einem breiteren Sinn die Unsterblichkeitsfrage nennt. Und die zweite Wurzelfrage des menschlichen Daseins, das ist die Freiheitsfrage. Wenn man diese Frage berührt, dann kommt man sogleich darauf, dass es wahrhaftig nicht bloß die menschlichen Wünsche sind, oder dass es gar die trivial gemeinte Todesfurcht ist, welche den Menschen zu diesen Fragen bringt, sondern es können ganz wissenschaftlich geartete Ausgangspunkte sein, die nach diesen tiefgehenden Fragen des menschlichen Gemüts und dem menschlichen Forschungsdrang hinführen. Das Erste ist, dass eigentlich ein jeder Mensch einmal, vielleicht vielmals, mehr oder weniger unbewusst, aber dann aus deutlich vernehmbaren Gefühlen heraus, dahin gedrängt wird, sich zu fragen: Was bist denn du eigentlich, was ist denn eigentlich dasjenige, was du als dein Selbstbewusstsein bezeichnest? Versucht dann der Mensch, ganz lebendig sich klar zu werden in einer etwas entwickelteren Selbsterkenntnis, was er eigentlich erfassen kann mit Selbstbewusstsein, dann muss er sich sagen: Dieses Selbstbewusstsein erscheint mir eigentlich als ein bloßer Gedanke, und dennoch, es muss mehr sein als ein bloßer Gedanke, was im Selbstbewusstsein hinaufwogt aus den Tiefen des menschlichen Seelenlebens.

[ 17 ] Diese zwei Wurzelfragen sind [zum] einen diejenige: Wie wurzelt die Menschenseele selbst im Übersinnlichen? Es ist ja nichts anderes, sehr verehrte Anwesende, als dasjenige, was man in einem breiteren Sinn die Unsterblichkeitsfrage nennt. Und die zweite Wurzelfrage des menschlichen Daseins, das ist die Freiheitsfrage. Wenn man diese Frage berührt, dann kommt man sogleich darauf, dass es wahrhaftig nicht bloß die menschlichen Wünsche sind, oder dass es gar die trivial gemeinte Todesfurcht ist, welche den Menschen zu diesen Fragen bringt, sondern es können ganz wissenschaftlich geartete Ausgangspunkte sein, die nach diesen tiefgehenden Fragen des menschlichen Gemüts und dem menschlichen Forschungsdrang hinführen. Das Erste ist, dass eigentlich ein jeder Mensch einmal, vielleicht vielmals, mehr oder weniger unbewusst, aber dann aus deutlich vernehmbaren Gefühlen heraus, dahin gedrängt wird, sich zu fragen: Was bist denn du eigentlich, was ist denn eigentlich dasjenige, was du als dein Selbstbewusstsein bezeichnest? Versucht dann der Mensch, ganz lebendig sich klar zu werden in einer etwas entwickelteren Selbsterkenntnis, was er eigentlich erfassen kann mit Selbstbewusstsein, dann muss er sich sagen: Dieses Selbstbewusstsein erscheint mir eigentlich als ein bloßer Gedanke, und dennoch, es muss mehr sein als ein bloßer Gedanke, was im Selbstbewusstsein hinaufwogt aus den Tiefen des menschlichen Seelenlebens.

[ 18 ] Vielfach bekannt ist ja geworden ein philosophischer Ausspruch eines sehr, sehr geistvollen Denkers, des Descartes, in dem dieser Denker andeutet wollte, wie er sich überzeugt hat von der Sicherheit des Selbstbewusstseins als einer Wirklichkeit, ganz bekannt geworden [ist] der Ausspruch «Ich denke, also bin ich». Und viele, viele Menschen glauben, die Wirklichkeit des Selbstbewusstseins in diesem Ausspruch verankern zu können. Für jeden Menschen aber, sehr verehrte Anwesende, wird diese Behauptung jeden Tag widerlegt, denn niemand kann leugnen, wenn er ganz unbefangen auf die Erlebnisse der Seele eingeht, dass wenigstens für die Zeit zwischen Geburt und Tod dasjenige, was dem menschlichen Selbst zugrunde liegt, auch anders sein müsse zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, wenn der Mensch nicht denkt. Jeder Schlaf widerlegt den Ausspruch des Descartes «Ich denke, also bin ich», denn ich bin auch dann, wenn ich nicht denke. Man muss nur solche Einwände in ihrem ganzen Gewicht nehmen.

[ 18 ] Vielfach bekannt ist ja geworden ein philosophischer Ausspruch eines sehr, sehr geistvollen Denkers, des Descartes, in dem dieser Denker andeutet wollte, wie er sich überzeugt hat von der Sicherheit des Selbstbewusstseins als einer Wirklichkeit, ganz bekannt geworden [ist] der Ausspruch «Ich denke, also bin ich». Und viele, viele Menschen glauben, die Wirklichkeit des Selbstbewusstseins in diesem Ausspruch verankern zu können. Für jeden Menschen aber, sehr verehrte Anwesende, wird diese Behauptung jeden Tag widerlegt, denn niemand kann leugnen, wenn er ganz unbefangen auf die Erlebnisse der Seele eingeht, dass wenigstens für die Zeit zwischen Geburt und Tod dasjenige, was dem menschlichen Selbst zugrunde liegt, auch anders sein müsse zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, wenn der Mensch nicht denkt. Jeder Schlaf widerlegt den Ausspruch des Descartes «Ich denke, also bin ich», denn ich bin auch dann, wenn ich nicht denke. Man muss nur solche Einwände in ihrem ganzen Gewicht nehmen.

[ 19 ] Aber der Ausspruch beweist etwas ganz anderes. Er beweist etwas wahrhaftig nicht Leichtzunehmendes, dass, wie sehr man sich auch bemüht, da[hinter] zu kommen mit der gewöhnlichen Erkenntnis, was sich eigentlich im eigenen Selbst, im Seelenselbst ankündigt, dass man an nichts anderes herankommt als an Gedanken, an ein Gedankenbild. Man erlangt im gewöhnlichen Bewusstsein für das Selbstbewusstsein nichts anderes als ein Gedankenbild. Geht man alle anderen Wesen durch, [so findet man]: Nur die dem Menschen zunächst ... [unleserlich] stehenden Tiere, für sie wird sich sehr bald herausstellen, dass dasjenige, was sie darleben, [in] Wirklichkeit begründet ist in ihrer Organisation und dergleichen. Der Mensch selbst muss sich in Selbstbeobachtung sagen: Gerade das, was ich als den Mittelpunkt meines Wesens bezeichne, kann ich mit gewöhnlichem Bewusstsein nicht anders fassen denn als einen Gedanken, als ein bloßes Bild; ein Bild tritt auf, und nichts anderes als ein Bild. Und das gewöhnliche Bewusstsein [er]gibt nicht eine Wirklichkeit für dieses Bild. Die Wirklichkeit muss auf anderen Wegen gesucht werden als durch gewöhnliches Bewusstsein, durch gewöhnliche Erkenntnis. Sonst müsste ein Bild da sein von etwas, keine Wirklichkeit.

[ 19 ] Aber der Ausspruch beweist etwas ganz anderes. Er beweist etwas wahrhaftig nicht Leichtzunehmendes, dass, wie sehr man sich auch bemüht, da[hinter] zu kommen mit der gewöhnlichen Erkenntnis, was sich eigentlich im eigenen Selbst, im Seelenselbst ankündigt, dass man an nichts anderes herankommt als an Gedanken, an ein Gedankenbild. Man erlangt im gewöhnlichen Bewusstsein für das Selbstbewusstsein nichts anderes als ein Gedankenbild. Geht man alle anderen Wesen durch, [so findet man]: Nur die dem Menschen zunächst ... [unleserlich] stehenden Tiere, für sie wird sich sehr bald herausstellen, dass dasjenige, was sie darleben, [in] Wirklichkeit begründet ist in ihrer Organisation und dergleichen. Der Mensch selbst muss sich in Selbstbeobachtung sagen: Gerade das, was ich als den Mittelpunkt meines Wesens bezeichne, kann ich mit gewöhnlichem Bewusstsein nicht anders fassen denn als einen Gedanken, als ein bloßes Bild; ein Bild tritt auf, und nichts anderes als ein Bild. Und das gewöhnliche Bewusstsein [er]gibt nicht eine Wirklichkeit für dieses Bild. Die Wirklichkeit muss auf anderen Wegen gesucht werden als durch gewöhnliches Bewusstsein, durch gewöhnliche Erkenntnis. Sonst müsste ein Bild da sein von etwas, keine Wirklichkeit.

[ 20 ] Nicht in den Vorstellungen, die ich innerlich eben nicht habe, sehr verehrte Anwesende, liegen all die Empfindungen, liegen all die inneren Antriebe, die Erkenntnissehnsüchte, die den Menschen dahin bringen, nachzusuchen, wie, da es im Sinnlichen nicht zu erreichen ist, das menschliche Selbst als Wirklichkeit verankert ist im Übersinnlichen. Nicht Todesfurcht alleine, nicht der Wunsch, fortzuexistieren nach dem Tode oder eine übersinnliche Wesenheit zu haben, sondern das Gewahrwerden, dass da ein Bild vorhanden ist, zu dem man im gewöhnlichen Leben keine Wirklichkeit findet, das treibt den Menschen gegenüber dieser Frage in das Übersinnliche hinein. Sonst müsste er sich sagen: In deiner Seele steigt ein Bild auf, zu dem du keine Wirklichkeit hast.

[ 20 ] Nicht in den Vorstellungen, die ich innerlich eben nicht habe, sehr verehrte Anwesende, liegen all die Empfindungen, liegen all die inneren Antriebe, die Erkenntnissehnsüchte, die den Menschen dahin bringen, nachzusuchen, wie, da es im Sinnlichen nicht zu erreichen ist, das menschliche Selbst als Wirklichkeit verankert ist im Übersinnlichen. Nicht Todesfurcht alleine, nicht der Wunsch, fortzuexistieren nach dem Tode oder eine übersinnliche Wesenheit zu haben, sondern das Gewahrwerden, dass da ein Bild vorhanden ist, zu dem man im gewöhnlichen Leben keine Wirklichkeit findet, das treibt den Menschen gegenüber dieser Frage in das Übersinnliche hinein. Sonst müsste er sich sagen: In deiner Seele steigt ein Bild auf, zu dem du keine Wirklichkeit hast.

[ 21 ] Das Zweite ist dasjenige was unweigerlich im Bewusstsein des menschlichen Handelns auftritt. Es ist da, nur kann es nicht erklärt werden, kann kein Grund dafür gefunden werden in der menschlichen physischen Organisation. Es ist die Empfindung, die wir wie... [unleserlich] haben, dass wir ein freies Wesen sind. Man kann theoretisch die Freiheit ableiten, im menschlichen Bewusstsein ist sie vorhanden, aber sie of[fenbar]t [sich] nie und nimmer aus der menschlichen Organisation. Die menschliche Organisation gestattet nur, naturwissenschaftlich zu erklären, dass all das, was aus ihr als Handlung fließt, mit Notwendigkeit fließt. Haben wir also gegenüber eigenen Handlungen das Bewusstsein der Freiheit, so kann nicht aus der sinnlich-physischen Wirklichkeit heraus dieses freie Bewusstsein kommen, und nur wenn man den Mut hat, über solche Dinge sich die richtigen [Ein-] Geständnisse zu machen, kann man sich sagen: Entweder du lebst in etwas, was dir dein Bewusstsein vorzaubert, mit Freiheitsbewusstsein, was eine Lüge wäre, oder aber du musst außerhalb der physisch-sinnlichen Wirklichkeit deiner Organisation die Wirklichkeit suchen im Übersinnlichen, aus der das Freiheitsbewusstsein deiner Seele entspringt.

[ 21 ] Das Zweite ist dasjenige was unweigerlich im Bewusstsein des menschlichen Handelns auftritt. Es ist da, nur kann es nicht erklärt werden, kann kein Grund dafür gefunden werden in der menschlichen physischen Organisation. Es ist die Empfindung, die wir wie... [unleserlich] haben, dass wir ein freies Wesen sind. Man kann theoretisch die Freiheit ableiten, im menschlichen Bewusstsein ist sie vorhanden, aber sie of[fenbar]t [sich] nie und nimmer aus der menschlichen Organisation. Die menschliche Organisation gestattet nur, naturwissenschaftlich zu erklären, dass all das, was aus ihr als Handlung fließt, mit Notwendigkeit fließt. Haben wir also gegenüber eigenen Handlungen das Bewusstsein der Freiheit, so kann nicht aus der sinnlich-physischen Wirklichkeit heraus dieses freie Bewusstsein kommen, und nur wenn man den Mut hat, über solche Dinge sich die richtigen [Ein-] Geständnisse zu machen, kann man sich sagen: Entweder du lebst in etwas, was dir dein Bewusstsein vorzaubert, mit Freiheitsbewusstsein, was eine Lüge wäre, oder aber du musst außerhalb der physisch-sinnlichen Wirklichkeit deiner Organisation die Wirklichkeit suchen im Übersinnlichen, aus der das Freiheitsbewusstsein deiner Seele entspringt.

[ 22 ] Damit, sehr verehrte Anwesende, habe ich Ihnen hingestellt dasjenige, was treibt den Menschen nicht bloß aus dunklen Gefühlen heraus, sondern aus ganz wissenschaftlich gearteten Erwägungen an die Frage nach dem Übersinnlichen heranzutreten. Derjenige, der dann so an diese Fragen herantritt, der wird aus der wissenschaftlichen Perspektive heraus, die hier gemeint ist, auf zwei Erlebnisse sich zu stützen haben. Man nimmt sie gewöhnlich nur als Erkenntniserlebnis. Die Geisteswissenschaft nimmt sie als Erlebnisse des ganzen ... [unleserlich] Menschen, als solche Erlebnisse, die von dem ganzen Umfang unserer Seele durchgemacht werden. Das Erste dieser Erlebnisse ist dasjenige, das man mit der naturwissenschaftlichen Erkenntnis erklärt. Ich habe ja auch hier schon die Bemerkung gemacht: Geisteswissenschaft ist durchaus nicht irgendwie feindlich gesinnt dem natürlichen Erkennen, ist vielleicht mehr durchdrungen von der ganzen Bedeutung, dem ganzen Wesenhaften der so fruchtbaren modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnis. Aber Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, nimmt diese naturwissenschaftliche Erkenntnis nicht bloß hin, wie der Naturforscher selbst durchaus oder wie diejenigen Menschen, die aus der naturwissenschaftlichen [Wertschätzung] heraus eine Weltanschauung bilden wollen, sondern die geisteswissenschaftliche Forschung muss mit der ganzen Seele erleben: Was kann naturwissenschaftliches Erkennen geben? Wo kommt man mit naturwissenschaftlichem Erkennen hin?

[ 22 ] Damit, sehr verehrte Anwesende, habe ich Ihnen hingestellt dasjenige, was treibt den Menschen nicht bloß aus dunklen Gefühlen heraus, sondern aus ganz wissenschaftlich gearteten Erwägungen an die Frage nach dem Übersinnlichen heranzutreten. Derjenige, der dann so an diese Fragen herantritt, der wird aus der wissenschaftlichen Perspektive heraus, die hier gemeint ist, auf zwei Erlebnisse sich zu stützen haben. Man nimmt sie gewöhnlich nur als Erkenntniserlebnis. Die Geisteswissenschaft nimmt sie als Erlebnisse des ganzen ... [unleserlich] Menschen, als solche Erlebnisse, die von dem ganzen Umfang unserer Seele durchgemacht werden. Das Erste dieser Erlebnisse ist dasjenige, das man mit der naturwissenschaftlichen Erkenntnis erklärt. Ich habe ja auch hier schon die Bemerkung gemacht: Geisteswissenschaft ist durchaus nicht irgendwie feindlich gesinnt dem natürlichen Erkennen, ist vielleicht mehr durchdrungen von der ganzen Bedeutung, dem ganzen Wesenhaften der so fruchtbaren modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnis. Aber Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, nimmt diese naturwissenschaftliche Erkenntnis nicht bloß hin, wie der Naturforscher selbst durchaus oder wie diejenigen Menschen, die aus der naturwissenschaftlichen [Wertschätzung] heraus eine Weltanschauung bilden wollen, sondern die geisteswissenschaftliche Forschung muss mit der ganzen Seele erleben: Was kann naturwissenschaftliches Erkennen geben? Wo kommt man mit naturwissenschaftlichem Erkennen hin?

[ 23 ] Da stellt sich heraus, und ich sage nicht irgendwas, was sich logisch ableiten lässt, sondern ich charakterisiere dasjenige, was erlebt wird, für denjenigen, der wissenschaftlich mit seiner ganzen Seele fragt: Wohin kommst du mit anderen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen? Da zeigt sich, dass jede naturwissenschaftliche Erkenntnis an gewisse Grenzen kommen muss. Diese Grenzen, sie müssen aufgerichtet werden durch die naturwissenschaftliche Erkenntnis. Nun könnte ich viele solche Vorstellungen, die als Grenzvorstellungen von der naturwissenschaftlichen Erkenntnis hingestellt werden müssen, anführen, bei denen man einfach gedanklich bleiben muss, man muss sie wie Pfähle hinstellen, wie Grenzpfähle, muss sich sagen: Hier einfach setzt du diese Grenzpfähle ein. Du darfst nicht gleich machen gewöhnliches naturwissenschaftliches Erkennen. So kann diese Vorstellung hineingehen, wie dann die Gedanken, mit naturwissenschaftlichem Fehler. Ich könnte sicher die Atome gerade, anderes gerade anführen, ich brauche aber nur hinzuweisen auf die gewöhnlichste naturwissenschaftliche Vorstellung, die Vorstellung von Stoff und Kraft. Wir brauchen sie, wenn wir naturwissenschaftlich erkennen wollen, aber wir müssen sie hinstellen.

[ 23 ] Da stellt sich heraus, und ich sage nicht irgendwas, was sich logisch ableiten lässt, sondern ich charakterisiere dasjenige, was erlebt wird, für denjenigen, der wissenschaftlich mit seiner ganzen Seele fragt: Wohin kommst du mit anderen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen? Da zeigt sich, dass jede naturwissenschaftliche Erkenntnis an gewisse Grenzen kommen muss. Diese Grenzen, sie müssen aufgerichtet werden durch die naturwissenschaftliche Erkenntnis. Nun könnte ich viele solche Vorstellungen, die als Grenzvorstellungen von der naturwissenschaftlichen Erkenntnis hingestellt werden müssen, anführen, bei denen man einfach gedanklich bleiben muss, man muss sie wie Pfähle hinstellen, wie Grenzpfähle, muss sich sagen: Hier einfach setzt du diese Grenzpfähle ein. Du darfst nicht gleich machen gewöhnliches naturwissenschaftliches Erkennen. So kann diese Vorstellung hineingehen, wie dann die Gedanken, mit naturwissenschaftlichem Fehler. Ich könnte sicher die Atome gerade, anderes gerade anführen, ich brauche aber nur hinzuweisen auf die gewöhnlichste naturwissenschaftliche Vorstellung, die Vorstellung von Stoff und Kraft. Wir brauchen sie, wenn wir naturwissenschaftlich erkennen wollen, aber wir müssen sie hinstellen.

[ 24 ] Wollen wir das, was wir mit Stoff und Kraft meinen, ebenso naturwissenschaftlich durchschauen, wie wir anderes Naturgesetzliches durchschauen, dann würden wir gleich, indem wir die Dinge erleben müssen, zu dem Gefühl kommen: Wir vernichten die naturwissenschaftliche Erkenntnis selbst. Wir können nicht mehr aufrechterhalten das, was wir sonst naturwissenschaftlich beteuern. Wir brauchen diese Grenze. — Wozu? — Ja, wir werden gewahr, dass wir diese Grenze hinstellen vor uns, wie wir einen Spiegel vor uns hinstellen, in dem wir uns sehen, und nur dadurch, dass wir diese Grenze hinstellen spiegelt sie uns das, was wir als naturwissenschaftliche Vorstellung haben, zurück. Würden wir sie nicht hinstellen, so hätten wir keinen Spiegel, und würden wir danach streben, an das zu kommen [was] durchaus das Ding an sich genannt wird, dann würde unser Bestreben gleichen demjenigen der sagt: Da kommt mir mein Bild aus dem Spiegel entgegen; ich will wissen, was da hinter dem Spiegel mir das Bild zuträgt, also [muss ich ihn] zerschlagen, damit [ich] sehen [kann], was dahinter ist. So nimmt sich derjenige aus, der die naturwissenschaftliche Grenze überschreiten will, an dem Beispiel des Naturwissenschaftlichen selbst. Das ganze Bestreben, hinter das Wesen der sinnlichen Dinge zu kommen, mit dem man der ... [Lücke] selbst, gleich dem ... [Lücke].

[ 24 ] Wollen wir das, was wir mit Stoff und Kraft meinen, ebenso naturwissenschaftlich durchschauen, wie wir anderes Naturgesetzliches durchschauen, dann würden wir gleich, indem wir die Dinge erleben müssen, zu dem Gefühl kommen: Wir vernichten die naturwissenschaftliche Erkenntnis selbst. Wir können nicht mehr aufrechterhalten das, was wir sonst naturwissenschaftlich beteuern. Wir brauchen diese Grenze. — Wozu? — Ja, wir werden gewahr, dass wir diese Grenze hinstellen vor uns, wie wir einen Spiegel vor uns hinstellen, in dem wir uns sehen, und nur dadurch, dass wir diese Grenze hinstellen spiegelt sie uns das, was wir als naturwissenschaftliche Vorstellung haben, zurück. Würden wir sie nicht hinstellen, so hätten wir keinen Spiegel, und würden wir danach streben, an das zu kommen [was] durchaus das Ding an sich genannt wird, dann würde unser Bestreben gleichen demjenigen der sagt: Da kommt mir mein Bild aus dem Spiegel entgegen; ich will wissen, was da hinter dem Spiegel mir das Bild zuträgt, also [muss ich ihn] zerschlagen, damit [ich] sehen [kann], was dahinter ist. So nimmt sich derjenige aus, der die naturwissenschaftliche Grenze überschreiten will, an dem Beispiel des Naturwissenschaftlichen selbst. Das ganze Bestreben, hinter das Wesen der sinnlichen Dinge zu kommen, mit dem man der ... [Lücke] selbst, gleich dem ... [Lücke].

[ 25 ] Ich habe nur kurz charakterisiert, das ist aber ein Erlebnis, das man sich erringen muss, das errungen wird von dem, der sich wiederum die Frage vorlegt: Was muss du tun, um naturwissenschaftlich zu erreichen, was, damit dir übersinnlich diese ... [unleserlich] Grenz-... [unleserlich] entgegentritt, die die Grundlage ausmacht für diese fruchtbare moderne naturwissenschaftliche Erkenntnis? Du musst dir selbst gewisse Grenzen setzen, die musst du stehen lassen, damit das andere für dich durchdring[bar] ist. Hat man dies erlebt, schr verehrte Anwesende, hat man in der Seele durchgemacht, was ich eben charakterisiert habe, und ich will heute bloß schildern, anregen, also von Erlebnissen sprechen, hat man das erlebt, dann taucht in der Seele die Frage auf: Ja, wollen, müssen wir, wenn wir naturwissenschaftlich erkennen wollen die Welt, uns Grenzen hinsetzen? Und da kommt man darauf, dass der Mensch ganz anders organisiert sein müsste, wenn er sich solche Grenzen nicht hinstellen würde. Der Mensch müsste anders beschaffen sein, dann wäre er nicht mehr diese menschliche Wesenheit, die er für den Zeitraum zwischen [Geburt und Tod] sein muss. Denn es hängt mit einer sehr bedeutungsvollen Seelenkraft zusammen, dass wir uns, indem wir die Natur betrachten, solche Grenzen setzen müssen.

[ 25 ] Ich habe nur kurz charakterisiert, das ist aber ein Erlebnis, das man sich erringen muss, das errungen wird von dem, der sich wiederum die Frage vorlegt: Was muss du tun, um naturwissenschaftlich zu erreichen, was, damit dir übersinnlich diese ... [unleserlich] Grenz-... [unleserlich] entgegentritt, die die Grundlage ausmacht für diese fruchtbare moderne naturwissenschaftliche Erkenntnis? Du musst dir selbst gewisse Grenzen setzen, die musst du stehen lassen, damit das andere für dich durchdring[bar] ist. Hat man dies erlebt, schr verehrte Anwesende, hat man in der Seele durchgemacht, was ich eben charakterisiert habe, und ich will heute bloß schildern, anregen, also von Erlebnissen sprechen, hat man das erlebt, dann taucht in der Seele die Frage auf: Ja, wollen, müssen wir, wenn wir naturwissenschaftlich erkennen wollen die Welt, uns Grenzen hinsetzen? Und da kommt man darauf, dass der Mensch ganz anders organisiert sein müsste, wenn er sich solche Grenzen nicht hinstellen würde. Der Mensch müsste anders beschaffen sein, dann wäre er nicht mehr diese menschliche Wesenheit, die er für den Zeitraum zwischen [Geburt und Tod] sein muss. Denn es hängt mit einer sehr bedeutungsvollen Seelenkraft zusammen, dass wir uns, indem wir die Natur betrachten, solche Grenzen setzen müssen.

[ 26 ] Kommt man einmal dahinter, was da eigentlich vorliegt, so ist dasjenige, was sich einem ergibt, ein ungeheuer Bedeutungsvolles. Es müsste [herJausgerissen werden aus unserer Seele eine gewisse Kraft, wenn der Mensch so geartet sein sollte, dass das Naturerkennen ihm keine Grenzen darbietet. Was ausgerissen werden müsste aus der Seele, das ist die Liebesfähigkeit. Ein Wesen, welches mit Naturerkenntnis nicht an Grenzen kommt, könnte nicht in sich haben die Fähigkeit, irgendwas, indem es im physischen Leib lebt, dieses Wesen, zu lieben. Wer das Ganze des menschliche Wesens durchschaut, der muss sich sagen: Derjenige Teil unseres Wesens, der auf die Natur gerichtet ist, muss sich Grenzen setzen, weil dieser Teil des menschlichen Wesens gebunden ist an einen anderen, der lieben kann. Wir würden nicht lieben können, wenn wir nicht ein so geartetes Erkenntnisvermögen hätten, welches sich Grenzen setzen muss im Naturerleben. Dieselbe Kraft in der Seele, welche uns drängt, eine solche Spiegelgrenze hinzusetzen, die uns dazu drängt, gewisse Pfähle nicht zu durchdringen, das ist dieselbe Kraft, welche uns liebesfähig macht. Es hängt also [dieser] Teil zusammen mit unserem ganzen Wesen, wie wir hier im Leib als Mensch sind, dass wir eine begrenzte Naturerkenntnis haben.

[ 26 ] Kommt man einmal dahinter, was da eigentlich vorliegt, so ist dasjenige, was sich einem ergibt, ein ungeheuer Bedeutungsvolles. Es müsste [herJausgerissen werden aus unserer Seele eine gewisse Kraft, wenn der Mensch so geartet sein sollte, dass das Naturerkennen ihm keine Grenzen darbietet. Was ausgerissen werden müsste aus der Seele, das ist die Liebesfähigkeit. Ein Wesen, welches mit Naturerkenntnis nicht an Grenzen kommt, könnte nicht in sich haben die Fähigkeit, irgendwas, indem es im physischen Leib lebt, dieses Wesen, zu lieben. Wer das Ganze des menschliche Wesens durchschaut, der muss sich sagen: Derjenige Teil unseres Wesens, der auf die Natur gerichtet ist, muss sich Grenzen setzen, weil dieser Teil des menschlichen Wesens gebunden ist an einen anderen, der lieben kann. Wir würden nicht lieben können, wenn wir nicht ein so geartetes Erkenntnisvermögen hätten, welches sich Grenzen setzen muss im Naturerleben. Dieselbe Kraft in der Seele, welche uns drängt, eine solche Spiegelgrenze hinzusetzen, die uns dazu drängt, gewisse Pfähle nicht zu durchdringen, das ist dieselbe Kraft, welche uns liebesfähig macht. Es hängt also [dieser] Teil zusammen mit unserem ganzen Wesen, wie wir hier im Leib als Mensch sind, dass wir eine begrenzte Naturerkenntnis haben.

[ 27 ] Das, was ich Ihnen jetzt auseinandergesetzt habe, das ist ein Erlebnis, das man an der Naturerkenntnis haben kann, aber schon unbewusst haben dieses Erlebnis schon viele unserer Zeitgenossen, es lebt ja in dem Teil des Bewusstseins, und das, [was] hinaufdämmert in dunklen Gefühlen, man schaut es nicht nur, aber es ist da, und weil dies bei diesen vielen Menschen da ist, allerdings auch immer da war bei vielen Menschen, so suchen viele Menschen in einer anderen Art zu den Quellen des Daseins zu kommen, zu dem zu kommen, was jenseits der Grenze liegt, da die übersinnliche Erkenntnis sich setzen muss, und sie kommen dann nach dem anderen Pol des menschlichen Strebens, sie sagen sich: Was wir außen in der Sinneswelt nicht finden können, das suchen wir durch Versenkung in das eigene Innere. Und da suchen dann diese Menschen mit der gewöhnlichen Bewusstseinskraft, mit der gewöhnlichen Begriffs- und Vorstellungsmacht, kurz, mit der gewöhnlichen Erkenntniskraft, die sie einfach haben, wenn sie wache Menschen sind, in ihr Inneres zu versinken. Man nennt das mystische Erkenntnis und meint damit ein Eintauchen in die Seele mit gewöhnlicher Kraft des Lebens. Man meint, das im Inneren zu finden, was man äußerlich in der Sinneswelt nicht finden kann.

[ 27 ] Das, was ich Ihnen jetzt auseinandergesetzt habe, das ist ein Erlebnis, das man an der Naturerkenntnis haben kann, aber schon unbewusst haben dieses Erlebnis schon viele unserer Zeitgenossen, es lebt ja in dem Teil des Bewusstseins, und das, [was] hinaufdämmert in dunklen Gefühlen, man schaut es nicht nur, aber es ist da, und weil dies bei diesen vielen Menschen da ist, allerdings auch immer da war bei vielen Menschen, so suchen viele Menschen in einer anderen Art zu den Quellen des Daseins zu kommen, zu dem zu kommen, was jenseits der Grenze liegt, da die übersinnliche Erkenntnis sich setzen muss, und sie kommen dann nach dem anderen Pol des menschlichen Strebens, sie sagen sich: Was wir außen in der Sinneswelt nicht finden können, das suchen wir durch Versenkung in das eigene Innere. Und da suchen dann diese Menschen mit der gewöhnlichen Bewusstseinskraft, mit der gewöhnlichen Begriffs- und Vorstellungsmacht, kurz, mit der gewöhnlichen Erkenntniskraft, die sie einfach haben, wenn sie wache Menschen sind, in ihr Inneres zu versinken. Man nennt das mystische Erkenntnis und meint damit ein Eintauchen in die Seele mit gewöhnlicher Kraft des Lebens. Man meint, das im Inneren zu finden, was man äußerlich in der Sinneswelt nicht finden kann.

[ 28 ] Und siehe da, ist man nur aufrichtig und ehrlich, wie es freilich viele Mystiker nicht sind, dann kommt man mit dieser mystischen Erkenntnis ebenso an eine Grenze. Das unmittelbare Erleben [er]gibt wiederum: Du musst hinuntersteigen in dein eigenes Inneres, aber du wirst nichts anderes finden als immer dein Selbst, aber dein Selbst so, dass du fühlen kannst, indem du vermeinst, dein Selbst zu ergreifen, dass du dich nicht in deiner Wirklichkeit ergreifst, /zwischen den Zeilen:] wie es ich [be]sprochen habe. — Das Bild wird dichter und dichter, aber es bleibt Bild, es steigt nicht zur Wirklichkeit hinauf. Und man merkt zuletzt, dass, indem man so versucht, in gewöhnlicher mystischer Weise in das Innere zu steigen, an kein Übersinnliches kommt, sondern an das innere Sinnliche, somit da auch an eine Grenze. Und ist man ehrlich, so merkt man, dass das davon herkommt, dass immer fast also etwas Subjektives, etwas, was aus einem selbst kommt, sich hineinmischt in diese Versenkung nach dem Inneren, und dass man nicht etwas Objektives ergreift, sondern dass man nur sich selbst durchflimmert, in sich selbst einmal hineindringt, sodass das Selbst immer dichter und dichter wird. Das ist das zweite Erlebnis, die Vergeblichkeit der gewöhnlichen Mystik geht einem auf.

[ 28 ] Und siehe da, ist man nur aufrichtig und ehrlich, wie es freilich viele Mystiker nicht sind, dann kommt man mit dieser mystischen Erkenntnis ebenso an eine Grenze. Das unmittelbare Erleben [er]gibt wiederum: Du musst hinuntersteigen in dein eigenes Inneres, aber du wirst nichts anderes finden als immer dein Selbst, aber dein Selbst so, dass du fühlen kannst, indem du vermeinst, dein Selbst zu ergreifen, dass du dich nicht in deiner Wirklichkeit ergreifst, /zwischen den Zeilen:] wie es ich [be]sprochen habe. — Das Bild wird dichter und dichter, aber es bleibt Bild, es steigt nicht zur Wirklichkeit hinauf. Und man merkt zuletzt, dass, indem man so versucht, in gewöhnlicher mystischer Weise in das Innere zu steigen, an kein Übersinnliches kommt, sondern an das innere Sinnliche, somit da auch an eine Grenze. Und ist man ehrlich, so merkt man, dass das davon herkommt, dass immer fast also etwas Subjektives, etwas, was aus einem selbst kommt, sich hineinmischt in diese Versenkung nach dem Inneren, und dass man nicht etwas Objektives ergreift, sondern dass man nur sich selbst durchflimmert, in sich selbst einmal hineindringt, sodass das Selbst immer dichter und dichter wird. Das ist das zweite Erlebnis, die Vergeblichkeit der gewöhnlichen Mystik geht einem auf.

[ 29 ] Da wiederum entsteht die Frage: Woher kommt diese Grenze? Diese Grenze, man merkt es nach und nach, indem man gerade versucht auf mystischem Wege zu übersinnlicher Erkenntnis zu kommen, sie kommt davon, dass der Mensch wiederum, wie er nun einmal ist zwischen Geburt und Tod, eine innere Seelenkraft braucht, die er nicht haben könnte, wenn er durch mystische Versenkung einfach hinuntertauchen könnte in das eigene Selbst. Es müsste dem Menschen, wenn er die Naturerkenntnis ohne Grenze hätte, die Liebesfähigkeit fehlen würde, das eine andere Seelenkraft [ersetzen], wenn [er] durch mystisches Versinken dahin gelangen [will]. Warum er... [unleserlich] will? Was einem da fehlen müsste, ist etwas, was gewöhnlich ... [unleserlich] ist, das ist Erinnerungsfähigkeit die Gedächtnisfähigkeit. Wir gelangen, indem wir uns in unser Inneres versenken, nur bis zu jener Seelenkraft, die uns zurückstrahlt die Erkenntnisse, die Begebenheiten, die Erlebnisse unseres Lebens zwischen Geburt und Tod. Da strahlt uns ein innerer Spiegel diese Erlebnisse zurück. Würden wir diesen Spiegel nach innen durchstoßen, dann würden wir ins Übersinnliche hineinkommen, aber wir dürfen ihn nicht auf gewöhnliche Weise durchstoßen, sonst müsste uns zerbrochen werden die Erinnerungsfähigkeit, und was hängt für das gesunde menschliche Leben von diesem ab?

[ 29 ] Da wiederum entsteht die Frage: Woher kommt diese Grenze? Diese Grenze, man merkt es nach und nach, indem man gerade versucht auf mystischem Wege zu übersinnlicher Erkenntnis zu kommen, sie kommt davon, dass der Mensch wiederum, wie er nun einmal ist zwischen Geburt und Tod, eine innere Seelenkraft braucht, die er nicht haben könnte, wenn er durch mystische Versenkung einfach hinuntertauchen könnte in das eigene Selbst. Es müsste dem Menschen, wenn er die Naturerkenntnis ohne Grenze hätte, die Liebesfähigkeit fehlen würde, das eine andere Seelenkraft [ersetzen], wenn [er] durch mystisches Versinken dahin gelangen [will]. Warum er... [unleserlich] will? Was einem da fehlen müsste, ist etwas, was gewöhnlich ... [unleserlich] ist, das ist Erinnerungsfähigkeit die Gedächtnisfähigkeit. Wir gelangen, indem wir uns in unser Inneres versenken, nur bis zu jener Seelenkraft, die uns zurückstrahlt die Erkenntnisse, die Begebenheiten, die Erlebnisse unseres Lebens zwischen Geburt und Tod. Da strahlt uns ein innerer Spiegel diese Erlebnisse zurück. Würden wir diesen Spiegel nach innen durchstoßen, dann würden wir ins Übersinnliche hineinkommen, aber wir dürfen ihn nicht auf gewöhnliche Weise durchstoßen, sonst müsste uns zerbrochen werden die Erinnerungsfähigkeit, und was hängt für das gesunde menschliche Leben von diesem ab?

[ 30 ] Bedenken wir nur, dass bei denjenigen Menschen, bei denen diese durchbrochen ist, das ganze Selbstbewusstsein nicht funktioniert. Wer nicht sich erinnern kann an Zurückliegendes im Leben, der kommt mehr oder weniger aus sich heraus, er irrt herum im Leben. Die krankhaften [Erscheinungen] nach dieser Richtung sind ja bekannt. Der Mensch muss nach außen hin Vorstellungen vor sich hinsetzen, die er wegen der Liebesfähigkeit nicht überschreiten kann. Er muss nach innen einer Grenze gewahr werden seiner inneren Versenkung, weil im Inneren wirken muss das Erinnerungsvermögen. Daher ist es, sehr verehrte Anwesende, dass man auch durch äußRerliche Erforschung desjenigen, was da ... [unleserlich], nicht zu irgendeiner Erkenntnis des Wesens der Menschenseele gelangen kann, in unserer Zeit in der naturwissenschaftlichen Betrachtung sich so große Verdienste erworben hat, hat man ja auch versucht, mit der Erinnerung, naturwissenschaftlichen Betrachtung ins eigene Innere hineinzusteigen.

[ 30 ] Bedenken wir nur, dass bei denjenigen Menschen, bei denen diese durchbrochen ist, das ganze Selbstbewusstsein nicht funktioniert. Wer nicht sich erinnern kann an Zurückliegendes im Leben, der kommt mehr oder weniger aus sich heraus, er irrt herum im Leben. Die krankhaften [Erscheinungen] nach dieser Richtung sind ja bekannt. Der Mensch muss nach außen hin Vorstellungen vor sich hinsetzen, die er wegen der Liebesfähigkeit nicht überschreiten kann. Er muss nach innen einer Grenze gewahr werden seiner inneren Versenkung, weil im Inneren wirken muss das Erinnerungsvermögen. Daher ist es, sehr verehrte Anwesende, dass man auch durch äußRerliche Erforschung desjenigen, was da ... [unleserlich], nicht zu irgendeiner Erkenntnis des Wesens der Menschenseele gelangen kann, in unserer Zeit in der naturwissenschaftlichen Betrachtung sich so große Verdienste erworben hat, hat man ja auch versucht, mit der Erinnerung, naturwissenschaftlichen Betrachtung ins eigene Innere hineinzusteigen.

[ 31 ] Ich möchte ein Beispiel erwähnen, aus der Literatur, ich könnte Hunderte andere erwähnen, aber damit [es] nachprüfbar ist, aus der Literatur. In dem sehr verdienstlichen Wiesbadener [Verlag, der Wiesbadener Sammlung, in der Reihe] über [Grenzfragen des] Nerven und Seelenlebens, wurde in einer [Schrift] über das unterbewusste Ich des Menschen von Louis Waldstein [Folgendes berichtet]. Es wird eine Geschichte erzählt, eine Geschichte, in der er sich aussprechend war, der Verfasser, über das Unsichere der Selbsterkenntnis. Waldstein erlebt offenbar [Folgendes]: Er ging auf einer — ging auf der Straße an einem Buchladen vorbei. Da schaut er die Bücher an, die ausgelegt werden. Da fand er ein Buch über die Mollusken. Das kann natürlich den Forscher interessieren, aber siehe da, nicht so sehr interessiert ihn das Buch über die Mollusken, sondern er musste lächeln.

[ 31 ] Ich möchte ein Beispiel erwähnen, aus der Literatur, ich könnte Hunderte andere erwähnen, aber damit [es] nachprüfbar ist, aus der Literatur. In dem sehr verdienstlichen Wiesbadener [Verlag, der Wiesbadener Sammlung, in der Reihe] über [Grenzfragen des] Nerven und Seelenlebens, wurde in einer [Schrift] über das unterbewusste Ich des Menschen von Louis Waldstein [Folgendes berichtet]. Es wird eine Geschichte erzählt, eine Geschichte, in der er sich aussprechend war, der Verfasser, über das Unsichere der Selbsterkenntnis. Waldstein erlebt offenbar [Folgendes]: Er ging auf einer — ging auf der Straße an einem Buchladen vorbei. Da schaut er die Bücher an, die ausgelegt werden. Da fand er ein Buch über die Mollusken. Das kann natürlich den Forscher interessieren, aber siehe da, nicht so sehr interessiert ihn das Buch über die Mollusken, sondern er musste lächeln.

[ 32 ] Nun denken Sie einmal, ein Naturforscher, der eine Neuerscheinung über die Mollusken sicht und lächeln muss. Es ist zwar nicht die geringste Veranlassung, dass man bei einem solchen Titel lächelt. Was tut Waldstein? Er will nachforschen, warum [er] da gelacht hat, schließt die Augen, um eben nicht gestört zu werden bei dem, was er sieht, bei seinem Nachdenken, schließt die Augen, um nachzuforschen, um zu sehen, wie er denn darauf kommt, was [ihn] zum Lächeln gebracht hat. Und da hört er ganz in der Ferne einen Leierkasten; den hat er nicht gehört, als [seine] Augen offen [waren]. Der Leierkasten spielt jene Melodie, die er vor Jahrzehnten gehört hat, aber auch nicht einmal aufmerksam verfolgt hat, weil ihn damals anderes interessiert hat, die Melodie, bei der er tanzen gelernt hat. Damals haben ihn mehr interessiert die Reize seiner Partnerin und diese Schritte, die er zu machen hatte, er hat nur halb hingehört auf das, was der Leierkasten spielt. Das hat sich also nur sehr schwach eingeprägt, aber jetzt nach Jahrzehnten, wo der Leierkasten ... [unleserlich] wieder die Sache anstimmt, brachte ihn das zum Lächeln.

[ 32 ] Nun denken Sie einmal, ein Naturforscher, der eine Neuerscheinung über die Mollusken sicht und lächeln muss. Es ist zwar nicht die geringste Veranlassung, dass man bei einem solchen Titel lächelt. Was tut Waldstein? Er will nachforschen, warum [er] da gelacht hat, schließt die Augen, um eben nicht gestört zu werden bei dem, was er sieht, bei seinem Nachdenken, schließt die Augen, um nachzuforschen, um zu sehen, wie er denn darauf kommt, was [ihn] zum Lächeln gebracht hat. Und da hört er ganz in der Ferne einen Leierkasten; den hat er nicht gehört, als [seine] Augen offen [waren]. Der Leierkasten spielt jene Melodie, die er vor Jahrzehnten gehört hat, aber auch nicht einmal aufmerksam verfolgt hat, weil ihn damals anderes interessiert hat, die Melodie, bei der er tanzen gelernt hat. Damals haben ihn mehr interessiert die Reize seiner Partnerin und diese Schritte, die er zu machen hatte, er hat nur halb hingehört auf das, was der Leierkasten spielt. Das hat sich also nur sehr schwach eingeprägt, aber jetzt nach Jahrzehnten, wo der Leierkasten ... [unleserlich] wieder die Sache anstimmt, brachte ihn das zum Lächeln.

[ 33 ] Sieht man daraus nicht, sehr verehrte Anwesende, dass viel da unten ist in unserer Seele, was der Aufmerksamkeit des gewöhnlichen Lebens sich gar recht sehr entzieht? Das unterbewusste Gedächtnis kommt zu dem bewussten Gedächtnis noch hinzu. Man kann im gewöhnlichen Leben und für das gewöhnliche Bewusstsein gar nicht wissen, was da alles unten sitzt an Erlebnissen, die man durchgemacht hat. Und diese Erlebnisse, die wandeln sich im Laufe des Lebens, und so kann man manchen Mystiker kennenlernen, der glaubt, ehrlich zu sein, und da sagt: Aus den Tiefen meiner Seele sind heraufgestiegen Vorstellungen über eine übersinnliche Welt, Vorstellungen von Herrlichkeit und Größe. [Es] braucht nichts anderes zu sein als das, was er vor Jahrzehnten gehört hat, der Leierkasten, der nur teilweise auf Einzelnes einen Einfluss gewonnen hat. Ebenso wie Waldstein gelacht hat vor dem Buch, konnte das, was [sich] damals in die Stimmung der Seele umgewandelt hat, nach Jahrzehnten so umgewandelt [sein], dass aus dieser Stimmung ja scheinbar erhabenste Vorstellung wird. Der Mensch muss so eingerichtet sein, da da drunten zurückprallen die Erlebnisse, die er durchgemacht hat zwischen Geburt und jetzt. Daher sind die Erlebnisse, die [sich] da drunten abspielen, [die Stimmung], sie ist niemals irgendwie maßgebend, sondern man muss immer sich klar darüber sein, dass das, was man aus solcher mystischer Versenkung hinaufholen konnte, nichts anderes sind als die umgewandelten Töne des Leierkastens, und manches, was in mystischen Tiefen [unleserlich; verzeichnet?] wird, worüber ... [unleserlich] ... [unleserlich] ... [unleserlich] gerede[t] wird, sondern die umgewandelten Töne des Leierkastens, und das führt [andererseits] dazu, dass man anerkennt, dass, auch wenn man mit gewöhnlicher Mystik sich im Inneren versenken kann, man nicht zum Quell des [inneren] Menschenwesens kommen kann.

[ 33 ] Sieht man daraus nicht, sehr verehrte Anwesende, dass viel da unten ist in unserer Seele, was der Aufmerksamkeit des gewöhnlichen Lebens sich gar recht sehr entzieht? Das unterbewusste Gedächtnis kommt zu dem bewussten Gedächtnis noch hinzu. Man kann im gewöhnlichen Leben und für das gewöhnliche Bewusstsein gar nicht wissen, was da alles unten sitzt an Erlebnissen, die man durchgemacht hat. Und diese Erlebnisse, die wandeln sich im Laufe des Lebens, und so kann man manchen Mystiker kennenlernen, der glaubt, ehrlich zu sein, und da sagt: Aus den Tiefen meiner Seele sind heraufgestiegen Vorstellungen über eine übersinnliche Welt, Vorstellungen von Herrlichkeit und Größe. [Es] braucht nichts anderes zu sein als das, was er vor Jahrzehnten gehört hat, der Leierkasten, der nur teilweise auf Einzelnes einen Einfluss gewonnen hat. Ebenso wie Waldstein gelacht hat vor dem Buch, konnte das, was [sich] damals in die Stimmung der Seele umgewandelt hat, nach Jahrzehnten so umgewandelt [sein], dass aus dieser Stimmung ja scheinbar erhabenste Vorstellung wird. Der Mensch muss so eingerichtet sein, da da drunten zurückprallen die Erlebnisse, die er durchgemacht hat zwischen Geburt und jetzt. Daher sind die Erlebnisse, die [sich] da drunten abspielen, [die Stimmung], sie ist niemals irgendwie maßgebend, sondern man muss immer sich klar darüber sein, dass das, was man aus solcher mystischer Versenkung hinaufholen konnte, nichts anderes sind als die umgewandelten Töne des Leierkastens, und manches, was in mystischen Tiefen [unleserlich; verzeichnet?] wird, worüber ... [unleserlich] ... [unleserlich] ... [unleserlich] gerede[t] wird, sondern die umgewandelten Töne des Leierkastens, und das führt [andererseits] dazu, dass man anerkennt, dass, auch wenn man mit gewöhnlicher Mystik sich im Inneren versenken kann, man nicht zum Quell des [inneren] Menschenwesens kommen kann.

[ 34 ] Das sind Ausgangspunkte, das sind Erlebnisse, die besagen, dass man weder mit gewöhnlicher Naturerkenntnis noch mit gewöhnlicher Mystik in das Innere eindringen kann. Hat er, [der Mensch], diese Erlebnisse, die ich geschildert habe, dann geben sie ihm die Kraft, nach ganz anderer Richtung und ganz anderer Art zu forschen, denn aus diesen Erlebnissen heraus kommt dem Geistesforscher die Kraft, einen anderen Weg und andere Art zu suchen, und dazu gehört zum einen der Mut. Innerer Seelenmut, sehr verehrte Anwesende, überhaupt nicht bei dem stehen zu bleiben, was die Erlebnisse des gewöhnlichen Bewusstseins sind, die Erlebnisse, die uns im alltäglichen Leben mit Recht führen, die uns auch in der gewöhnlichen Wissenschaft mit Recht führen, nicht dabei stehen zu bleiben, sondern umzuwandeln dieses Bewusstsein, sodass sich somit schlummernde Kräfte ergeben, die in anderer Weise wirksam sind als diejenigen, die in die gewöhnliche Naturwissenschaft und gewöhnliche Mystik hineinkommen wollen.

[ 34 ] Das sind Ausgangspunkte, das sind Erlebnisse, die besagen, dass man weder mit gewöhnlicher Naturerkenntnis noch mit gewöhnlicher Mystik in das Innere eindringen kann. Hat er, [der Mensch], diese Erlebnisse, die ich geschildert habe, dann geben sie ihm die Kraft, nach ganz anderer Richtung und ganz anderer Art zu forschen, denn aus diesen Erlebnissen heraus kommt dem Geistesforscher die Kraft, einen anderen Weg und andere Art zu suchen, und dazu gehört zum einen der Mut. Innerer Seelenmut, sehr verehrte Anwesende, überhaupt nicht bei dem stehen zu bleiben, was die Erlebnisse des gewöhnlichen Bewusstseins sind, die Erlebnisse, die uns im alltäglichen Leben mit Recht führen, die uns auch in der gewöhnlichen Wissenschaft mit Recht führen, nicht dabei stehen zu bleiben, sondern umzuwandeln dieses Bewusstsein, sodass sich somit schlummernde Kräfte ergeben, die in anderer Weise wirksam sind als diejenigen, die in die gewöhnliche Naturwissenschaft und gewöhnliche Mystik hineinkommen wollen.

[ 35 ] Nicht bloß der Gebrauch der gewöhnlichen Erkenntniskraft nach außen und innen, sondern die Umwandlung derselben, die Erringung einer neuen Erkenntnisart ist notwendig, um in das übersinnliche Leben einzudringen, und gerade die zwei Ausgangspunkte, die sichere Ausgangspunkte sind für eine übersinnliche Erkenntnis, die somit auch Hinweise daraufhin haben, wie man zu suchen hat. Zu suchen hat man offenbar so, dass man schon diejenigen Kräfte, diejenige Seelenfähigkeit, durch welche die zwei Grenzen hervorgerufen sind, gehörig ins Auge fasst, und dass man die Umwandlung des Seelenlebens nach einer Richtung bewirkt, sodass diese zwei Seelenkräfte nicht mehr Grenzen abgeben können.

[ 35 ] Nicht bloß der Gebrauch der gewöhnlichen Erkenntniskraft nach außen und innen, sondern die Umwandlung derselben, die Erringung einer neuen Erkenntnisart ist notwendig, um in das übersinnliche Leben einzudringen, und gerade die zwei Ausgangspunkte, die sichere Ausgangspunkte sind für eine übersinnliche Erkenntnis, die somit auch Hinweise daraufhin haben, wie man zu suchen hat. Zu suchen hat man offenbar so, dass man schon diejenigen Kräfte, diejenige Seelenfähigkeit, durch welche die zwei Grenzen hervorgerufen sind, gehörig ins Auge fasst, und dass man die Umwandlung des Seelenlebens nach einer Richtung bewirkt, sodass diese zwei Seelenkräfte nicht mehr Grenzen abgeben können.

[ 36 ] Ich habe beschrieben, sehr verehrte Anwesende, dasjenige, was der Geistesforscher zu machen hat, als intime Seelenerlebnisse zu durchringen hat, wenn er diese Umwandlung mit diesem Erkenntnisvermögen erringen will, in allen meinen Schriften ... [unleserlich]. Da können Sie die einzelnen Seelenerlebnisse, zwischen denen sich hinringen muss der Geist- und Seelenforscher, wenn er Erkenntnis erringen will, [nachlesen, die da] geschildert sind. Heute will ich von einem ganz besonderen Gesichtspunkte aus prinzipiell auf die Art und Weise hinweisen, in der sich die Seele zu sammeln hat, um ins Übersinnliche auch wirklich hineinzukommen, um die zwei Grenzen überschreiten zu können, die man erlebt hat auf die Weise, wie [von mir] geschildert worden ist. Es geht zunächst darum, dass man wirklich in ehrlicher innerer Selbsterkenntnis sich fragt: Was geschieht eigentlich durch die Seele, wenn sie in Naturerkenntnis begriffen ist?

[ 36 ] Ich habe beschrieben, sehr verehrte Anwesende, dasjenige, was der Geistesforscher zu machen hat, als intime Seelenerlebnisse zu durchringen hat, wenn er diese Umwandlung mit diesem Erkenntnisvermögen erringen will, in allen meinen Schriften ... [unleserlich]. Da können Sie die einzelnen Seelenerlebnisse, zwischen denen sich hinringen muss der Geist- und Seelenforscher, wenn er Erkenntnis erringen will, [nachlesen, die da] geschildert sind. Heute will ich von einem ganz besonderen Gesichtspunkte aus prinzipiell auf die Art und Weise hinweisen, in der sich die Seele zu sammeln hat, um ins Übersinnliche auch wirklich hineinzukommen, um die zwei Grenzen überschreiten zu können, die man erlebt hat auf die Weise, wie [von mir] geschildert worden ist. Es geht zunächst darum, dass man wirklich in ehrlicher innerer Selbsterkenntnis sich fragt: Was geschieht eigentlich durch die Seele, wenn sie in Naturerkenntnis begriffen ist?

[ 37 ] Was da durch die Seele geschieht, man kann es durch zwei Fähigkeiten ausdrücken. Dasjenige, was ich jetzt sage, es kann ganz gründlich und tief wissenschaftlich dargelegt werden. Ich muss die Frage selbstverständlich, weil Geisteswissenschaft noch am Anfang steht, in mehr populärer Art hier aussprechen: Diejenigen Fähigkeiten, die der Mensch anwendet, wenn er sich der Natur zukehrt, können wir fassen als Wahrnehmungsvermögen. Wir machen Wahrnehmungen, indem wir uns der Natur zukehren, und dann erhalten wir durch sie Vorstellung. Wir wissen also, wenn wir Wahrnehmungen haben, so ist die Wahrnehmung lebhaft, intensiv, sie nimmt uns ganz in Anspruch, als lebe in uns die Außenwelt durch die Wahrnehmung herein, wir wissen aber auch, wenn wir von der Wahrnehmung uns abkehren und das Wahrgenommene vorstellen, dass dann diese Vorstellung der Wahrnehmung gegenüber weniger lebendig ist, weniger intensiv ist, dass sie schattenhafter ist.

[ 37 ] Was da durch die Seele geschieht, man kann es durch zwei Fähigkeiten ausdrücken. Dasjenige, was ich jetzt sage, es kann ganz gründlich und tief wissenschaftlich dargelegt werden. Ich muss die Frage selbstverständlich, weil Geisteswissenschaft noch am Anfang steht, in mehr populärer Art hier aussprechen: Diejenigen Fähigkeiten, die der Mensch anwendet, wenn er sich der Natur zukehrt, können wir fassen als Wahrnehmungsvermögen. Wir machen Wahrnehmungen, indem wir uns der Natur zukehren, und dann erhalten wir durch sie Vorstellung. Wir wissen also, wenn wir Wahrnehmungen haben, so ist die Wahrnehmung lebhaft, intensiv, sie nimmt uns ganz in Anspruch, als lebe in uns die Außenwelt durch die Wahrnehmung herein, wir wissen aber auch, wenn wir von der Wahrnehmung uns abkehren und das Wahrgenommene vorstellen, dass dann diese Vorstellung der Wahrnehmung gegenüber weniger lebendig ist, weniger intensiv ist, dass sie schattenhafter ist.

[ 38 ] Hat das im Leben des Menschen einen Sinn, sehr verehrte Anwesende, dass wenn wir uns von der Wahrnehmung abkehren, die Vorstellung schattenhafter wird? Ja, damit hängt die Anlage zusammen, dass wir Erinnerung haben. Wollen wir Wahrnehmung haben, dann müssen wir einen Bezug zu dem Ding, das die Wahrnehmungen hervorruft, zurück [her]stellen, müssen in aller Lebendigkeit mit dem Ding zusammenleben, bleibt uns aber [eine] Vorstellung von dem Ding, so ist dieses lebendige Zusammenleben abgeschwächter, und das, was abgeschwächt ist, ist die Kraft, die die Erinnerung hervorruft. Bitte das zu berücksichtigen. Weil wir nicht bloß wahrnehmen, sondern auch denken, vorstellen gegenüber der äußeren, sinnlichen Wirklichkeit, können wir Erinnerungen bewahren.

[ 38 ] Hat das im Leben des Menschen einen Sinn, sehr verehrte Anwesende, dass wenn wir uns von der Wahrnehmung abkehren, die Vorstellung schattenhafter wird? Ja, damit hängt die Anlage zusammen, dass wir Erinnerung haben. Wollen wir Wahrnehmung haben, dann müssen wir einen Bezug zu dem Ding, das die Wahrnehmungen hervorruft, zurück [her]stellen, müssen in aller Lebendigkeit mit dem Ding zusammenleben, bleibt uns aber [eine] Vorstellung von dem Ding, so ist dieses lebendige Zusammenleben abgeschwächter, und das, was abgeschwächt ist, ist die Kraft, die die Erinnerung hervorruft. Bitte das zu berücksichtigen. Weil wir nicht bloß wahrnehmen, sondern auch denken, vorstellen gegenüber der äußeren, sinnlichen Wirklichkeit, können wir Erinnerungen bewahren.

[ 39 ] Nun muss der Geistesforscher ein anderes Vorstellungs-, ein anderes Denkvermögen entwickeln als das gewöhnliche. Dieses Denkvermögen, das er entwickeln muss, kann er nur entwickeln, wenn er in wirklicher Selbsterkenntnis gewahr wird, worinnen die Wahrnehmung eigentlich besteht. Wir nehmen niemals bloß wahr, wir denken immer beim Wahrnehmen, nur richten wir die Aufmerksamkeit nicht auf den Denkprozess, sondern auf Wahrnehmung. Und gerade dieses Denken, das wir mit Wahrnehmen entwickeln, das müssen wir unterscheiden von dem Denken, das wir nachher aus der Erinnerung entwickeln, von dem Denken, das bloß vorstellt. Und dann, wenn man dazu gelangt ist, zu erkennen, wie man mit seiner Denkkraft im Bewusstsein drinnen ist, dann gelangt man auch dazu, das Denken selbst durch Übung — und die Übung selbst [ist] in den [genannten] Büchern beschrieben — zu verstärken, lebendig zu machen. Man verschärft das bloße Denken, ohne dass man ihm seine Klarheit nimmt, zum Meditieren.

[ 39 ] Nun muss der Geistesforscher ein anderes Vorstellungs-, ein anderes Denkvermögen entwickeln als das gewöhnliche. Dieses Denkvermögen, das er entwickeln muss, kann er nur entwickeln, wenn er in wirklicher Selbsterkenntnis gewahr wird, worinnen die Wahrnehmung eigentlich besteht. Wir nehmen niemals bloß wahr, wir denken immer beim Wahrnehmen, nur richten wir die Aufmerksamkeit nicht auf den Denkprozess, sondern auf Wahrnehmung. Und gerade dieses Denken, das wir mit Wahrnehmen entwickeln, das müssen wir unterscheiden von dem Denken, das wir nachher aus der Erinnerung entwickeln, von dem Denken, das bloß vorstellt. Und dann, wenn man dazu gelangt ist, zu erkennen, wie man mit seiner Denkkraft im Bewusstsein drinnen ist, dann gelangt man auch dazu, das Denken selbst durch Übung — und die Übung selbst [ist] in den [genannten] Büchern beschrieben — zu verstärken, lebendig zu machen. Man verschärft das bloße Denken, ohne dass man ihm seine Klarheit nimmt, zum Meditieren.

[ 40 ] Was ist das Meditieren? Das Meditieren ist ein Denken, das nicht in die Erinnerung übergeht, sondern das so durch innere Seelenübung erkraftet wird, dass es so lebhaft verläuft wie sonst nur das Bewusstsein [Wahrnehmen]. Ein so innerlich von Inhalt erfülltes Denken, ein Zum-Bilde-Werden des Denken, das ist das Meditieren. Daher ist es gut, wenn man sich so übt, in innerer ... [unleserlich] dass man alle abstrakten Gedanken wegweist — sie führen nicht in Übersinnliches hinein —, [sondern] dass man bildhafte Gedanken aufnimmt, die Nachbilder sind der äußeren sinnlichen Wahrnehmung, ... [unleserlich].

[ 40 ] Was ist das Meditieren? Das Meditieren ist ein Denken, das nicht in die Erinnerung übergeht, sondern das so durch innere Seelenübung erkraftet wird, dass es so lebhaft verläuft wie sonst nur das Bewusstsein [Wahrnehmen]. Ein so innerlich von Inhalt erfülltes Denken, ein Zum-Bilde-Werden des Denken, das ist das Meditieren. Daher ist es gut, wenn man sich so übt, in innerer ... [unleserlich] dass man alle abstrakten Gedanken wegweist — sie führen nicht in Übersinnliches hinein —, [sondern] dass man bildhafte Gedanken aufnimmt, die Nachbilder sind der äußeren sinnlichen Wahrnehmung, ... [unleserlich].

[ 41 ] Wenn man so ein Denken entwickelt, dann hat man diesem Denken gegenüber ein sehr merkwürdiges Erlebnis, ein Erlebnis, das zunächst außerordentlich überrascht. Wenn man so meditierend ein bildhaftes Denken immer wiederum in Übung in der Seele anwesend sein lässt, dann kommt man darauf, dass dieses Denken zunächst zu etwas führt, das nicht unmittelbar Erinnerung werden kann. Es führt nur dazu, dass man sich in seinem Selbstbewusstsein gestärkt fühlt, dass man das eigene Selbstbewusstsein immer kraftvoll führt doch zu dem, was ich genannt habe das imaginative Bewusstsein. Dieses imaginative Bewusstsein führt zunächst noch zu keiner Erkenntnis, nur zur Verschärfung des Selbstbewusstseins. Was [bis] hierher ein Bild war, das fühlt jetzt in sich das Selbstbewusstsein. Das ... [unleserlich] wirkt in einen hinein ... [unleserlich], dadurch, dass es sich selbst so durch bildhaftes, meditierendes Denken dem Sein erkraftet hat.

[ 41 ] Wenn man so ein Denken entwickelt, dann hat man diesem Denken gegenüber ein sehr merkwürdiges Erlebnis, ein Erlebnis, das zunächst außerordentlich überrascht. Wenn man so meditierend ein bildhaftes Denken immer wiederum in Übung in der Seele anwesend sein lässt, dann kommt man darauf, dass dieses Denken zunächst zu etwas führt, das nicht unmittelbar Erinnerung werden kann. Es führt nur dazu, dass man sich in seinem Selbstbewusstsein gestärkt fühlt, dass man das eigene Selbstbewusstsein immer kraftvoll führt doch zu dem, was ich genannt habe das imaginative Bewusstsein. Dieses imaginative Bewusstsein führt zunächst noch zu keiner Erkenntnis, nur zur Verschärfung des Selbstbewusstseins. Was [bis] hierher ein Bild war, das fühlt jetzt in sich das Selbstbewusstsein. Das ... [unleserlich] wirkt in einen hinein ... [unleserlich], dadurch, dass es sich selbst so durch bildhaftes, meditierendes Denken dem Sein erkraftet hat.

[ 42 ] Hat man diese Übung eine Zeit lang fortgesetzt dann bekommt man die Erfahrung, dass man zunächst aufziehen sieht in der Seele Bild um Bild; gleichsam von selbst wird die Seele fähig, Imagination in sich aufsteigen zu lassen. Dann muss man wiederum die Fähigkeit erlangen, diese Imagination zu unterdrücken. Man muss also zweierlei Fähigkeiten in der Seele entwickeln: ein so lebhaftes Denken, das [so] lebhaft ist, wie sonst nur das äußere Bewusstsein, und dann wiederum die Fähigkeit, es zu unterdrücken. Denn oft, wenn man so meditierend vorschreitet, ist es sehr abhängig vom inneren Seelenerlebnis. Dieses Seelenerlebnis will ich Ihnen mehr bildhaft beschreiben, denn das, was sich auf diesem Feld ergibt, muss bildhaft beschrieben werden, da es ja durch die Kraft eines bildhaften Denkens erlebt wird. Wenn man in solcher Übung, die gesteigert werden muss, immer fortfährt, dass man die Macht erhält, die Imagination auch zu unterdrücken, und zunächst nichts hat als wirklichkeit[s]durchtränktes Selbstbewusstsein, dann wird es endlich so, dass man die Seelenverfassung, an die man kommt, vergleichen könnte damit, dass man liegt in der Nacht: Man macht die Augen auf; Sie könnten sehen, wenn nicht Dunkelheit da wäre. Es ist auch still rings umher, man hört nichts. Aber während man da liegt in der Dunkelheit der Nacht, geht auf die Erinnerung an dasjenige, was man am Tage erlebt hat, und man erinnert Erinnerung, [geht] nicht nur so auf, dass man sich sagt: Du bist es gewesen, der da erlebt hat, sondern es steigt auch auf das, was das Ich während des Tages erlebt hat, mit dem Ich selbst steigt da in derselben Nacht die Erinnerung auf an dasjenige, was in der Umwelt war. Man erlebt nicht bloß sich in der Nacht als sich selber, sondern die Welt, die man durchlebt. Man möchte vergleichen das mit... [unleserlich] Erlebnis, das [auftritt auf dem Weg, den ich geschildert habe.

[ 42 ] Hat man diese Übung eine Zeit lang fortgesetzt dann bekommt man die Erfahrung, dass man zunächst aufziehen sieht in der Seele Bild um Bild; gleichsam von selbst wird die Seele fähig, Imagination in sich aufsteigen zu lassen. Dann muss man wiederum die Fähigkeit erlangen, diese Imagination zu unterdrücken. Man muss also zweierlei Fähigkeiten in der Seele entwickeln: ein so lebhaftes Denken, das [so] lebhaft ist, wie sonst nur das äußere Bewusstsein, und dann wiederum die Fähigkeit, es zu unterdrücken. Denn oft, wenn man so meditierend vorschreitet, ist es sehr abhängig vom inneren Seelenerlebnis. Dieses Seelenerlebnis will ich Ihnen mehr bildhaft beschreiben, denn das, was sich auf diesem Feld ergibt, muss bildhaft beschrieben werden, da es ja durch die Kraft eines bildhaften Denkens erlebt wird. Wenn man in solcher Übung, die gesteigert werden muss, immer fortfährt, dass man die Macht erhält, die Imagination auch zu unterdrücken, und zunächst nichts hat als wirklichkeit[s]durchtränktes Selbstbewusstsein, dann wird es endlich so, dass man die Seelenverfassung, an die man kommt, vergleichen könnte damit, dass man liegt in der Nacht: Man macht die Augen auf; Sie könnten sehen, wenn nicht Dunkelheit da wäre. Es ist auch still rings umher, man hört nichts. Aber während man da liegt in der Dunkelheit der Nacht, geht auf die Erinnerung an dasjenige, was man am Tage erlebt hat, und man erinnert Erinnerung, [geht] nicht nur so auf, dass man sich sagt: Du bist es gewesen, der da erlebt hat, sondern es steigt auch auf das, was das Ich während des Tages erlebt hat, mit dem Ich selbst steigt da in derselben Nacht die Erinnerung auf an dasjenige, was in der Umwelt war. Man erlebt nicht bloß sich in der Nacht als sich selber, sondern die Welt, die man durchlebt. Man möchte vergleichen das mit... [unleserlich] Erlebnis, das [auftritt auf dem Weg, den ich geschildert habe.

[ 43 ] Hat man jene Übung, [siehe meine] Bücher, [einen] genügenden Zeitraum getrieben, [hat man es] dahin gebracht, das Selbstbewusstsein genügend verstärkt zu haben zur Imagination, und dann die Geistesstärke zu haben, dass die Imagination wiederum verdrängt werden ... [unleserlich] kann, dann ist dieses, was aufsteigt in der Seelenverfassung, nicht Erinnerung, sondern Zurückschauen. So wie es in dem Vergleich, den ich gemacht habe, [ein] Zurückschauen auf Tagerlebnisse war, so ist es jetzt ein Zurückschauen auf die Erlebnisse, welche die Seele durchgemacht hat im Geistigen, bevor sie aus dem Geistigen heruntergestiegen ist und sich vereinigt hat mit dem Leibesdasein, das sie erhalten hat durch physische Vermählung von Vater [und] Mutter und die zwei Vererbungsströmungen. Es tritt auf [bei] dem [in] der Seele aus dem imaginativen Bewusstsein hinauf das verstärkte Selbstbewusstsein, aber nicht für die Gegenwart, sondern zurückgehen, zurück musste [man] und erleben sich selber in geistigem Gebiet, im vorgeburtlichen Leben, und mit diesem sich selber erleben, die geistige Welt miterlebend. So wie man in der Erinnerung aus dem Schlaf heraus erlebt das, was man am Tage erlebt hat, wiederum das Ich mit der Umgebung, so erlebt man das Geistige, das Übersinnliche der Seele mit der übersinnlichen Umgebung, durch denjenigen Seelenvorgang, den ich eben jetzt geschildert habe.

[ 43 ] Hat man jene Übung, [siehe meine] Bücher, [einen] genügenden Zeitraum getrieben, [hat man es] dahin gebracht, das Selbstbewusstsein genügend verstärkt zu haben zur Imagination, und dann die Geistesstärke zu haben, dass die Imagination wiederum verdrängt werden ... [unleserlich] kann, dann ist dieses, was aufsteigt in der Seelenverfassung, nicht Erinnerung, sondern Zurückschauen. So wie es in dem Vergleich, den ich gemacht habe, [ein] Zurückschauen auf Tagerlebnisse war, so ist es jetzt ein Zurückschauen auf die Erlebnisse, welche die Seele durchgemacht hat im Geistigen, bevor sie aus dem Geistigen heruntergestiegen ist und sich vereinigt hat mit dem Leibesdasein, das sie erhalten hat durch physische Vermählung von Vater [und] Mutter und die zwei Vererbungsströmungen. Es tritt auf [bei] dem [in] der Seele aus dem imaginativen Bewusstsein hinauf das verstärkte Selbstbewusstsein, aber nicht für die Gegenwart, sondern zurückgehen, zurück musste [man] und erleben sich selber in geistigem Gebiet, im vorgeburtlichen Leben, und mit diesem sich selber erleben, die geistige Welt miterlebend. So wie man in der Erinnerung aus dem Schlaf heraus erlebt das, was man am Tage erlebt hat, wiederum das Ich mit der Umgebung, so erlebt man das Geistige, das Übersinnliche der Seele mit der übersinnlichen Umgebung, durch denjenigen Seelenvorgang, den ich eben jetzt geschildert habe.

[ 44 ] Diese Arbeit, die schafft zunächst das bewusste Erinnerungsvermögen weg. Der Dichter hat das erahnend ausgedrückt dadurch, dass er gesagt hat: Die Zeit wird zum Raume. Man hat, indem man sich zu einem solchen Erkenntnisvermögen aufgeschwungen hat, das aus der Imagination herausgeboren ist, nicht mehr die gewöhnliche Erinnerung in diesem Zustand, aber man hat ein Zurückschauen auf die geistigen Erlebnisse in der übersinnlichen Welt, die bleiben stehen. Was man da durchlebt hat, das bleibt so stehen für die geistige Anschauung, wie stehen bleibt, wenn Sie einen Weg machen, an Gegenständen, [an denen Sie] vorübergegangen sind, [wenn Sie] zurückschauen: Da stehen die Gegenstände, [eben] so bleiben die Ereignisse in der Zeit stehen. Das merkt man, wenn man in solcher übersinnlichen Anschauung sie anschauen lernt. Die Zeit wird zum ideellen Raum. Man sieht zurück in die geistige Verfassung der Seele im vorgeburtlichen Leben. Man sieht auf diese Weise wirklich in das Übersinnliche des eigenen Wesens durch eine verwandelte Erkenntnis hinein.

[ 44 ] Diese Arbeit, die schafft zunächst das bewusste Erinnerungsvermögen weg. Der Dichter hat das erahnend ausgedrückt dadurch, dass er gesagt hat: Die Zeit wird zum Raume. Man hat, indem man sich zu einem solchen Erkenntnisvermögen aufgeschwungen hat, das aus der Imagination herausgeboren ist, nicht mehr die gewöhnliche Erinnerung in diesem Zustand, aber man hat ein Zurückschauen auf die geistigen Erlebnisse in der übersinnlichen Welt, die bleiben stehen. Was man da durchlebt hat, das bleibt so stehen für die geistige Anschauung, wie stehen bleibt, wenn Sie einen Weg machen, an Gegenständen, [an denen Sie] vorübergegangen sind, [wenn Sie] zurückschauen: Da stehen die Gegenstände, [eben] so bleiben die Ereignisse in der Zeit stehen. Das merkt man, wenn man in solcher übersinnlichen Anschauung sie anschauen lernt. Die Zeit wird zum ideellen Raum. Man sieht zurück in die geistige Verfassung der Seele im vorgeburtlichen Leben. Man sieht auf diese Weise wirklich in das Übersinnliche des eigenen Wesens durch eine verwandelte Erkenntnis hinein.

[ 45 ] Das muss immer wiederum betont werden: Auf dem Wege der gewöhnlichen Erkenntnis gibt es keine Einsicht in das Übersinnliche, diese Einsicht muss erworben werden so, dadurch, dass die Seele Kraft entwickelt, die ... [nicht nur] ... in einer ganz anderen ... in Erinnerung zu haben ..., sondern etwas zu haben, was als ein Zurückschauvermögen dasteht. Wer ein Anfänger ist auf dem Gebiete der übersinnlichen Erkenntnis, wer also zu wenig solche Übung durchgemacht hat, ... [unleserlich], er kann, bei manchem ist das durchaus der Fall, ... [unleserlich] sehr bald zu gewissen übersinnlichen Einsichten kommen. Es ist sogar nicht ... [unleserlich]. Aber er erleidet nachher eine innere ... [unleserlich] Enttäuschung: dass er sich nicht durch das gewöhnliche Gedächtnis erinnern kann an das, was er erlebt hat, dass es vorbeigezogen ist, und dass er all die Veranstaltungen machen muss, die ... [unleserlich] zwei- bis dreimal schwieriger sind als das erste Mal. Denn er würde nicht etwas erinnern, sondern an dieselben geistigen Wirklichkeitsbilder herantreten; wie wir, wenn wir ein Erlebnis haben wollen in der sinnlichen Welt als Wahrnehmung, wiederum an das Ding herantreten müssen, [wie uns] die Erinnerung nicht genügt, so genügt uns die Erinnerung für geistige Erlebnisse niemals. Wir müssen dieselbe Veranstaltung machen. Da hat der Anfänger das Gefühl: Ich hatte das Erlebnis; es wäre ein Bleibendes, nicht bleibt es aber, es bleibt nicht, sondern geht für die Erinnerung verloren. Die Erlebnisse der übersinnlichen Welt sind eben andere als die Erlebnisse der sinnlichen Welt.

[ 45 ] Das muss immer wiederum betont werden: Auf dem Wege der gewöhnlichen Erkenntnis gibt es keine Einsicht in das Übersinnliche, diese Einsicht muss erworben werden so, dadurch, dass die Seele Kraft entwickelt, die ... [nicht nur] ... in einer ganz anderen ... in Erinnerung zu haben ..., sondern etwas zu haben, was als ein Zurückschauvermögen dasteht. Wer ein Anfänger ist auf dem Gebiete der übersinnlichen Erkenntnis, wer also zu wenig solche Übung durchgemacht hat, ... [unleserlich], er kann, bei manchem ist das durchaus der Fall, ... [unleserlich] sehr bald zu gewissen übersinnlichen Einsichten kommen. Es ist sogar nicht ... [unleserlich]. Aber er erleidet nachher eine innere ... [unleserlich] Enttäuschung: dass er sich nicht durch das gewöhnliche Gedächtnis erinnern kann an das, was er erlebt hat, dass es vorbeigezogen ist, und dass er all die Veranstaltungen machen muss, die ... [unleserlich] zwei- bis dreimal schwieriger sind als das erste Mal. Denn er würde nicht etwas erinnern, sondern an dieselben geistigen Wirklichkeitsbilder herantreten; wie wir, wenn wir ein Erlebnis haben wollen in der sinnlichen Welt als Wahrnehmung, wiederum an das Ding herantreten müssen, [wie uns] die Erinnerung nicht genügt, so genügt uns die Erinnerung für geistige Erlebnisse niemals. Wir müssen dieselbe Veranstaltung machen. Da hat der Anfänger das Gefühl: Ich hatte das Erlebnis; es wäre ein Bleibendes, nicht bleibt es aber, es bleibt nicht, sondern geht für die Erinnerung verloren. Die Erlebnisse der übersinnlichen Welt sind eben andere als die Erlebnisse der sinnlichen Welt.

[ 46 ] Noch eine andere Eigenschaft will ich hervorheben für dieses übersinnliche Erleben. Sie besteht darin, dass man, indem man das Erlebnis hat, rasch aufschauen muss, deshalb die Aufmerksamkeit entfalten muss, um das Erlebnis übersinnlich gewahr zu werden, denn es huscht rasch vorüber. [Es gibt] viele Menschen, [die] einmalige übersinnliche Erlebnisse oft und oft haben, sie haben sie auch, sind aber nicht aufmerksam, weil das Erlebnis schon vorüber sein [wird], wenn sie anfangen, aufmerksam zu sein. So rasch gehen diese Erlebnisse vorüber. Daher gehört zu der Schulung, die man durchmachen muss, auch die Schulung für Geistesgegenwart. Derjenige Mensch, der schon im gewöhnlichen Leben gewissen Erlebnissen gegenüber seine Geistesgegenwart aneignet der macht sich geeignet, das Übersinnliche zu beobachten. Der andere nicht. Derjenige, der gegenüber jedem Entschluss im Denken wiederum und wieder herummurkst, das und das tun möchte und nicht dazu kommt, rasch einen Entschluss zu fällen und bei dem Entschluss ... [unleserlich] stehen zu bleiben und seiner Vernunft zu vertrauen, [der] lernt nicht, sich aufzuringen zu solcher Seelenverfassung, der bereitet sich schlecht dazu vor, übersinnliche Erlebnisse zu beobachten.

[ 46 ] Noch eine andere Eigenschaft will ich hervorheben für dieses übersinnliche Erleben. Sie besteht darin, dass man, indem man das Erlebnis hat, rasch aufschauen muss, deshalb die Aufmerksamkeit entfalten muss, um das Erlebnis übersinnlich gewahr zu werden, denn es huscht rasch vorüber. [Es gibt] viele Menschen, [die] einmalige übersinnliche Erlebnisse oft und oft haben, sie haben sie auch, sind aber nicht aufmerksam, weil das Erlebnis schon vorüber sein [wird], wenn sie anfangen, aufmerksam zu sein. So rasch gehen diese Erlebnisse vorüber. Daher gehört zu der Schulung, die man durchmachen muss, auch die Schulung für Geistesgegenwart. Derjenige Mensch, der schon im gewöhnlichen Leben gewissen Erlebnissen gegenüber seine Geistesgegenwart aneignet der macht sich geeignet, das Übersinnliche zu beobachten. Der andere nicht. Derjenige, der gegenüber jedem Entschluss im Denken wiederum und wieder herummurkst, das und das tun möchte und nicht dazu kommt, rasch einen Entschluss zu fällen und bei dem Entschluss ... [unleserlich] stehen zu bleiben und seiner Vernunft zu vertrauen, [der] lernt nicht, sich aufzuringen zu solcher Seelenverfassung, der bereitet sich schlecht dazu vor, übersinnliche Erlebnisse zu beobachten.

[ 47 ] Ich habe Ihnen bisher geschildert, wie man einen Ausblick gewinnen kann in die übersinnliche Welt nach dem Vorgeburtlichen hin. Der Geistesforscher kann nicht so, wie manche Philosophen tun, mit der gewöhnlichen Erkenntnis, einfach die Unsterblichkeitsfrage nehmen als ein Einheitliches und darauf losgehen, sondern er muss sich diese Unsterblichkeitsfrage aus zwei Teilen zusammensetzen. Er zeigt zunächst nach dem vorgeburtlichen Leben hin, wie [ich] geschildert habe, gelangt da zu den Wurzeln der Seele im Übersinnlichen, bevor sie empfangen worden ist, vom Übersinnlichen. Das andere, sehr verehrte Anwesende, ist, dass der Mensch den anderen Pol der Unsterblichkeit erfasst, der eigentlich heute noch die Menschen ... [unleserlich] interessiert, das ist, den Pol [erfasst], der da führt über den Tod hinaus, in das Leben, das der Mensch als Seele zum Pol derselbigen hat, wenn [er] durch die Pforte [des Todes] gegangen ist. [Stenogramm bricht ab.]

[ 47 ] Ich habe Ihnen bisher geschildert, wie man einen Ausblick gewinnen kann in die übersinnliche Welt nach dem Vorgeburtlichen hin. Der Geistesforscher kann nicht so, wie manche Philosophen tun, mit der gewöhnlichen Erkenntnis, einfach die Unsterblichkeitsfrage nehmen als ein Einheitliches und darauf losgehen, sondern er muss sich diese Unsterblichkeitsfrage aus zwei Teilen zusammensetzen. Er zeigt zunächst nach dem vorgeburtlichen Leben hin, wie [ich] geschildert habe, gelangt da zu den Wurzeln der Seele im Übersinnlichen, bevor sie empfangen worden ist, vom Übersinnlichen. Das andere, sehr verehrte Anwesende, ist, dass der Mensch den anderen Pol der Unsterblichkeit erfasst, der eigentlich heute noch die Menschen ... [unleserlich] interessiert, das ist, den Pol [erfasst], der da führt über den Tod hinaus, in das Leben, das der Mensch als Seele zum Pol derselbigen hat, wenn [er] durch die Pforte [des Todes] gegangen ist. [Stenogramm bricht ab.]