The Inner Nature and Essence
of the Human Soul
GA 80b
20 March 1922, Bern
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Das Innere der Natur und das Wesen der Menschenseele
10. Anthroposophie und die Rätsel der Seele
10. Anthroposophie und die Rätsel der Seele
[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Anthroposophie wird nicht nur aus dem Grunde missverstanden und heute ja vielfach auch verketzert, weil man darüber anders reden muss, als dasjenige ist, worüber sich die gewöhnliche Wissenschaft verbreitet, sondern vielmehr aus dem Grunde, weil sie eben nicht nur über anderes, sondern weil sie auch anders, in einer anderen Art reden muss. Dass sie über anderes zu reden hat als die gewöhnliche Wissenschaft, das erwartet ja im Grunde genommen derjenige, der überhaupt etwas von übersinnlicher Forschung erwartet. Dass aber auch in einer anderen Art, ich möchte sagen, wenn das Wort in einem höheren Sinne genommen wird, in einer anderen Ausdrucksform gesprochen werden muss, das erwartet man eben nicht. Denn seit Jahrhunderten hat sich einmal durch die Naturwissenschaft, die zu so großen Triumphen gekommen ist, eine ganz bestimmte Art, zu denken und sich über das Gedachte und Erforschte auszudrücken, herausgebildet. Es erscheint diese Ausdrucksform Menschen der Gegenwart als etwas so Sicheres, als etwas so gut Begründetes, dass sie es nicht vertragen können, wenn in einer anderen Weise über ein dem Menschen eigentlich noch viel näher liegendes Wissensgebiet gesprochen werden muss.
[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Anthroposophie wird nicht nur aus dem Grunde missverstanden und heute ja vielfach auch verketzert, weil man darüber anders reden muss, als dasjenige ist, worüber sich die gewöhnliche Wissenschaft verbreitet, sondern vielmehr aus dem Grunde, weil sie eben nicht nur über anderes, sondern weil sie auch anders, in einer anderen Art reden muss. Dass sie über anderes zu reden hat als die gewöhnliche Wissenschaft, das erwartet ja im Grunde genommen derjenige, der überhaupt etwas von übersinnlicher Forschung erwartet. Dass aber auch in einer anderen Art, ich möchte sagen, wenn das Wort in einem höheren Sinne genommen wird, in einer anderen Ausdrucksform gesprochen werden muss, das erwartet man eben nicht. Denn seit Jahrhunderten hat sich einmal durch die Naturwissenschaft, die zu so großen Triumphen gekommen ist, eine ganz bestimmte Art, zu denken und sich über das Gedachte und Erforschte auszudrücken, herausgebildet. Es erscheint diese Ausdrucksform Menschen der Gegenwart als etwas so Sicheres, als etwas so gut Begründetes, dass sie es nicht vertragen können, wenn in einer anderen Weise über ein dem Menschen eigentlich noch viel näher liegendes Wissensgebiet gesprochen werden muss.
[ 2 ] Nun haben aber zweifellos sehr viele unserer Zeitgenossen das Gefühl: An das für den Menschen Allerwichtigste kommt die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise gerade dann nicht heran, wenn sie auf ihrem Felde am allertreuesten in ihrer Methode, am allergewissenhaftesten vorgeht. Und deshalb suchen schon einmal viele Seelen der Gegenwart nach einem Wege eben zu demjenigen, was der Menschenseele so naheliegt an Fragen, an Rätseln, ich möchte sagen, die sich zwar nicht von außen herein von der Natur aufdrängen, die sich aber durch das eigene Wesen des Menschen aufdrängen.
[ 2 ] Nun haben aber zweifellos sehr viele unserer Zeitgenossen das Gefühl: An das für den Menschen Allerwichtigste kommt die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise gerade dann nicht heran, wenn sie auf ihrem Felde am allertreuesten in ihrer Methode, am allergewissenhaftesten vorgeht. Und deshalb suchen schon einmal viele Seelen der Gegenwart nach einem Wege eben zu demjenigen, was der Menschenseele so naheliegt an Fragen, an Rätseln, ich möchte sagen, die sich zwar nicht von außen herein von der Natur aufdrängen, die sich aber durch das eigene Wesen des Menschen aufdrängen.
[ 3 ] Will man von diesen letzteren Rätseln, sie charakterisierend, sprechen, so darf man vielleicht, meine sehr verehrten Anwesenden, erinnern an ein Wort eines geistvollen Mystikers, des Meisters Eckhart, der einmal sagte: Was nützt es [mir] — oder: Was nützte es [mir], ein König zu sein, wenn ich nicht wüsste, dass ich ein König bin! — wenn ich gar keine Ahnung davon hätte, dass ich ein König sei?
[ 3 ] Will man von diesen letzteren Rätseln, sie charakterisierend, sprechen, so darf man vielleicht, meine sehr verehrten Anwesenden, erinnern an ein Wort eines geistvollen Mystikers, des Meisters Eckhart, der einmal sagte: Was nützt es [mir] — oder: Was nützte es [mir], ein König zu sein, wenn ich nicht wüsste, dass ich ein König bin! — wenn ich gar keine Ahnung davon hätte, dass ich ein König sei?
[ 4 ] Nun könnte man ja sogar zugeben, vom Königsein könnte man vielleicht noch etwas haben, auch wenn man es gar nicht einmal noch wüsste. Aber dasjenige, was der Meister Eckhart ausdrücken wollte, das gilt wohl für etwas anderes noch in einem viel höheren Grade als für seinen Vergleich. Es gilt für das eigentliche Menschsein.
[ 4 ] Nun könnte man ja sogar zugeben, vom Königsein könnte man vielleicht noch etwas haben, auch wenn man es gar nicht einmal noch wüsste. Aber dasjenige, was der Meister Eckhart ausdrücken wollte, das gilt wohl für etwas anderes noch in einem viel höheren Grade als für seinen Vergleich. Es gilt für das eigentliche Menschsein.
[ 5 ] Sind wir denn eigentlich — man frage sich nur unbefangen —, sind wir denn eigentlich im vollen Sinne des Wortes Mensch, wenn wir uns unseres Menschentums nicht bewusst sind? Wenn wir uns nicht vor uns selbst sagen können: Was ist unser eigentliches Wesen als Mensch?
[ 5 ] Sind wir denn eigentlich — man frage sich nur unbefangen —, sind wir denn eigentlich im vollen Sinne des Wortes Mensch, wenn wir uns unseres Menschentums nicht bewusst sind? Wenn wir uns nicht vor uns selbst sagen können: Was ist unser eigentliches Wesen als Mensch?
[ 6 ] In dem Augenblicke, wo man sich diese Frage gründlich vorlegt, kommt man auch schon darauf, wie wenig eigentlich äußere Naturwissenschaft zu sagen weiß gerade über das Wichtigste an dieser Frage: Was sind wir mit Bezug auf unsere eigentliche Menschenwesenheit?
[ 6 ] In dem Augenblicke, wo man sich diese Frage gründlich vorlegt, kommt man auch schon darauf, wie wenig eigentlich äußere Naturwissenschaft zu sagen weiß gerade über das Wichtigste an dieser Frage: Was sind wir mit Bezug auf unsere eigentliche Menschenwesenheit?
[ 7 ] Man könnte vieles anführen, wenn man die ganze Tiefe und die ganze Bedeutung — seelische Tiefe, seelische Bedeutung — dieser Frage charakterisieren wollte. Man könnte diese Charakteristik von den verschiedensten Seiten unternehmen. Ich möchte heute gerade ausgehen — denn ich durfte ja oftmals auch in dieser Stadt über ähnliche Themen sprechen, wie das heutige Thema ist —, ich möchte heute gerade ausgehen von der Tatsache des Lebens, möchte ich sagen welche am allerintensivsten aus der äußeren Tatsachenwelt heraus das eigentliche Seelenrätsel vor den Menschen hinstellt.
[ 7 ] Man könnte vieles anführen, wenn man die ganze Tiefe und die ganze Bedeutung — seelische Tiefe, seelische Bedeutung — dieser Frage charakterisieren wollte. Man könnte diese Charakteristik von den verschiedensten Seiten unternehmen. Ich möchte heute gerade ausgehen — denn ich durfte ja oftmals auch in dieser Stadt über ähnliche Themen sprechen, wie das heutige Thema ist —, ich möchte heute gerade ausgehen von der Tatsache des Lebens, möchte ich sagen welche am allerintensivsten aus der äußeren Tatsachenwelt heraus das eigentliche Seelenrätsel vor den Menschen hinstellt.
[ 8 ] Vielleicht kann man sagen: Es stellt diese Tatsache das eigentliche Seelenrätsel am egoistischsten vor den Menschen hin. Aber es wird eben dieses Seelenrätsel durch diese Tatsache einmal hingestellt — hingestellt in einer, ich möchte sagen ganz allgemein selbstverständlichen Weise: Und diese Tatsache ist ja die Tatsache des Todes. Halten wir uns einmal diese Tatsache vor Augen, diese Tatsache des Todes in ihrer ganzen Bedeutung. Versuchen wir einmal einfach unbefangen diese Tatsache vor unsere Seele hinzustellen.
[ 8 ] Vielleicht kann man sagen: Es stellt diese Tatsache das eigentliche Seelenrätsel am egoistischsten vor den Menschen hin. Aber es wird eben dieses Seelenrätsel durch diese Tatsache einmal hingestellt — hingestellt in einer, ich möchte sagen ganz allgemein selbstverständlichen Weise: Und diese Tatsache ist ja die Tatsache des Todes. Halten wir uns einmal diese Tatsache vor Augen, diese Tatsache des Todes in ihrer ganzen Bedeutung. Versuchen wir einmal einfach unbefangen diese Tatsache vor unsere Seele hinzustellen.
[ 9 ] Der Tod — so wird zuweilen gerade heute von Naturforschern gesagt —, der Tod charakterisiere sich dadurch in Bezug auf sein Wesen, dass ein Leichnam da ist. Eine triviale Tatsache gewiss, aber gerade als triviale Tatsache vielleicht eine der erschütterndsten des menschlichen physischen Daseins. Was können wir, wenn wir unbefangen die Tatsache des Todes, das Dasein des Leichnams, vor unsere Seele uns rücken, sehen? Es beginnt in dem Augenblicke, wo der physische Leib Leichnam geworden ist, es beginnt für diesen physischen Menschen ein Weg der Entwicklung dessen, was in ihm ist, äußerlich stofflich-physisch, ein Weg der Entwicklung, der in ganz anderer Weise verläuft, als er verlaufen war bis zu dem Punkte, da der Mensch durch die Pforte des Todes hindurchgehen musste.
[ 9 ] Der Tod — so wird zuweilen gerade heute von Naturforschern gesagt —, der Tod charakterisiere sich dadurch in Bezug auf sein Wesen, dass ein Leichnam da ist. Eine triviale Tatsache gewiss, aber gerade als triviale Tatsache vielleicht eine der erschütterndsten des menschlichen physischen Daseins. Was können wir, wenn wir unbefangen die Tatsache des Todes, das Dasein des Leichnams, vor unsere Seele uns rücken, sehen? Es beginnt in dem Augenblicke, wo der physische Leib Leichnam geworden ist, es beginnt für diesen physischen Menschen ein Weg der Entwicklung dessen, was in ihm ist, äußerlich stofflich-physisch, ein Weg der Entwicklung, der in ganz anderer Weise verläuft, als er verlaufen war bis zu dem Punkte, da der Mensch durch die Pforte des Todes hindurchgehen musste.
[ 10 ] Wir sehen, wie sich dasjenige, was vom Menschen übrig bleibt als Leichnam — gleichgültig, ob es dem Feuer oder der Erde übergeben wird —, wie sich das mit den Naturelementen vereinigt, wie es übernommen wird von den Naturelementen, wie diese Naturelemente ihre Wesenheit nun geltend machen, ihre Herrschaft ausüben über dasjenige, was ihnen vom physischem Menschen übergeben wird. Die Stoffe und Kräfte in dem physischen Leib des Menschen folgen nicht mehr denjenigen Gesetzen, denen sie gefolgt sind bis zum Tode hin, wenigstens zunächst der äußeren sichtbaren Welt nach, sie folgen denjenigen Gesetzen, die ihnen aufgezwungen werden von der äußeren physischen Natur, die bis zum Tode der Mensch nur angeschaut hat.
[ 10 ] Wir sehen, wie sich dasjenige, was vom Menschen übrig bleibt als Leichnam — gleichgültig, ob es dem Feuer oder der Erde übergeben wird —, wie sich das mit den Naturelementen vereinigt, wie es übernommen wird von den Naturelementen, wie diese Naturelemente ihre Wesenheit nun geltend machen, ihre Herrschaft ausüben über dasjenige, was ihnen vom physischem Menschen übergeben wird. Die Stoffe und Kräfte in dem physischen Leib des Menschen folgen nicht mehr denjenigen Gesetzen, denen sie gefolgt sind bis zum Tode hin, wenigstens zunächst der äußeren sichtbaren Welt nach, sie folgen denjenigen Gesetzen, die ihnen aufgezwungen werden von der äußeren physischen Natur, die bis zum Tode der Mensch nur angeschaut hat.
[ 11 ] Sodass wir sagen können: Die äußere Welt ist es, in die der Mensch nicht nur in dem einen Augenblicke, da er stirbt, hineinstirbt, sondern dadurch, dass sie ihn in ihre Gesetzmäßigkeit als physischen Menschen aufnimmt, stirbt er in diese äußere physische Welt hinein.
[ 11 ] Sodass wir sagen können: Die äußere Welt ist es, in die der Mensch nicht nur in dem einen Augenblicke, da er stirbt, hineinstirbt, sondern dadurch, dass sie ihn in ihre Gesetzmäßigkeit als physischen Menschen aufnimmt, stirbt er in diese äußere physische Welt hinein.
[ 12 ] Wenn man unbefangen empfindungsdurchdrungen auf diese Tatsache hinschaut, dann strömt, möchte ich sagen aus dieser Anschauung allerlei von menschlichen Seelenrätseln aus. Und vor allen Dingen, eine bedeutsame Frage stellt sich doch vor den Menschen hin, wenn er eben unbefangen genug ist.
[ 12 ] Wenn man unbefangen empfindungsdurchdrungen auf diese Tatsache hinschaut, dann strömt, möchte ich sagen aus dieser Anschauung allerlei von menschlichen Seelenrätseln aus. Und vor allen Dingen, eine bedeutsame Frage stellt sich doch vor den Menschen hin, wenn er eben unbefangen genug ist.
[ 13 ] Er sieht hin auf die verschiedenen Elemente, die seinen Leichnam, also seinen äußeren physischen Leib, aufnehmen. Er sagt sich: Diese Elemente, in die mein physischer Leib übergeht, sie wirken im Grunde genommen dasselbe, was sie da draußen sind, indem sie meinen physischen Leib aufnehmen; sie bringen dasselbe ja täglich während meines Lebens in mich hinein. Indem der Mensch Speise und Trank aufnimmt, nimmt er diejenigen Stoffe und Kräfte in sich auf, denen er übergeben wird mit dem Tode.
[ 13 ] Er sieht hin auf die verschiedenen Elemente, die seinen Leichnam, also seinen äußeren physischen Leib, aufnehmen. Er sagt sich: Diese Elemente, in die mein physischer Leib übergeht, sie wirken im Grunde genommen dasselbe, was sie da draußen sind, indem sie meinen physischen Leib aufnehmen; sie bringen dasselbe ja täglich während meines Lebens in mich hinein. Indem der Mensch Speise und Trank aufnimmt, nimmt er diejenigen Stoffe und Kräfte in sich auf, denen er übergeben wird mit dem Tode.
[ 14 ] Kann man vernünftigerweise annehmen, dass die Gesetzmäßigkeit der Stoffe und Kräfte, denen wir mit dem Tode als physischer Mensch übergeben werden, dass diese Gesetzmäßigkeit eben nur da draußen in der Welt vorhanden ist? Muss man nicht vernünftigerweise annehmen, dass dasjenige, was uns nach dem Tode aufnimmt, indem es als Speise und Trank in unseren physischen Leib hineingeht, dieselben Gesetzmäßigkeitszustände da drinnen entfaltet? Eine Gesetzmäßigkeit, die nur durch das innere Wesen des menschlichen Individuums überwunden wird?
[ 14 ] Kann man vernünftigerweise annehmen, dass die Gesetzmäßigkeit der Stoffe und Kräfte, denen wir mit dem Tode als physischer Mensch übergeben werden, dass diese Gesetzmäßigkeit eben nur da draußen in der Welt vorhanden ist? Muss man nicht vernünftigerweise annehmen, dass dasjenige, was uns nach dem Tode aufnimmt, indem es als Speise und Trank in unseren physischen Leib hineingeht, dieselben Gesetzmäßigkeitszustände da drinnen entfaltet? Eine Gesetzmäßigkeit, die nur durch das innere Wesen des menschlichen Individuums überwunden wird?
[ 15 ] Wir sehen, möchte ich sagen den Weg nach der einen Seite: die Übergabe des menschlichen physischen Leibes an die Stoffe und Kräfte mit denselben Gesetzen, die wir tatsächlich in unseren physischen Leib hinein aufnehmen.
[ 15 ] Wir sehen, möchte ich sagen den Weg nach der einen Seite: die Übergabe des menschlichen physischen Leibes an die Stoffe und Kräfte mit denselben Gesetzen, die wir tatsächlich in unseren physischen Leib hinein aufnehmen.
[ 16 ] Man müsste natürlich viele Einzelheiten anführen, wollte man auf die ganze Bedeutung dieses Lebensrätsels, möchte ich sagen Seelenrätsels, das sich durch diese Tatsache so recht erschütternd vor unsere Seele stellt, wollte man vollständig charakterisierend auf dasselbe eingehen.
[ 16 ] Man müsste natürlich viele Einzelheiten anführen, wollte man auf die ganze Bedeutung dieses Lebensrätsels, möchte ich sagen Seelenrätsels, das sich durch diese Tatsache so recht erschütternd vor unsere Seele stellt, wollte man vollständig charakterisierend auf dasselbe eingehen.
[ 17 ] Allein eine andere Frage taucht ja da sogleich auf, die Frage: Kann nun äußere Naturwissenschaft, die sich hauptsächlich der Pflege widmet, der Beobachtung durch die Sinne, der Erkenntnis durch das Experiment — also wieder der Beobachtung durch die Sinne —, und die sich widmet der Ausbildung jenes Verstandes, der an diese Beobachtung und an diese Experimente gebunden ist, kann diese äußere Naturwissenschaft heran an das Wesentlichste im Menschen? Sie kann gewiss heran an dasjenige, was nach dem Tode übergeben wird den physischen Elementen und ihrer Gesetzmäßigkeit. Sie kann gewiss auch an dasjenige heran, was aus dieser physischen Gesetzmäßigkeit heraus dem physischen Leib tagtäglich einverleibt wird; und sie kann mit ihrer gewissenhaften Methode auch erforschen die Gesetze — die ja im menschlichen Leib zunächst keine anderen sind, insofern sie die Stoffe und Kräfte der Außenwelt betreffen, Leben eben in der Außenwelt selbst —, sie kann verfolgen die Gesetzmäßigkeit desjenigen, was ja tagtäglich vom menschlichen Leib aufgenommen wird. Sie kann aber nun auch den Menschen selbst verfolgen mit seinen seelischen Äußerungen, sie kann verfolgen, welche Bedeutung dasjenige, was wir ja täglich aufnehmen, hat für das seelische Leben des Menschen. Und in dieser Beziehung hat die Naturwissenschaft bis jetzt schon außerordentlich viel getan, und es stehen Ideale, die sehr berechtigt sind, in dieser Beziehung vor ihr.
[ 17 ] Allein eine andere Frage taucht ja da sogleich auf, die Frage: Kann nun äußere Naturwissenschaft, die sich hauptsächlich der Pflege widmet, der Beobachtung durch die Sinne, der Erkenntnis durch das Experiment — also wieder der Beobachtung durch die Sinne —, und die sich widmet der Ausbildung jenes Verstandes, der an diese Beobachtung und an diese Experimente gebunden ist, kann diese äußere Naturwissenschaft heran an das Wesentlichste im Menschen? Sie kann gewiss heran an dasjenige, was nach dem Tode übergeben wird den physischen Elementen und ihrer Gesetzmäßigkeit. Sie kann gewiss auch an dasjenige heran, was aus dieser physischen Gesetzmäßigkeit heraus dem physischen Leib tagtäglich einverleibt wird; und sie kann mit ihrer gewissenhaften Methode auch erforschen die Gesetze — die ja im menschlichen Leib zunächst keine anderen sind, insofern sie die Stoffe und Kräfte der Außenwelt betreffen, Leben eben in der Außenwelt selbst —, sie kann verfolgen die Gesetzmäßigkeit desjenigen, was ja tagtäglich vom menschlichen Leib aufgenommen wird. Sie kann aber nun auch den Menschen selbst verfolgen mit seinen seelischen Äußerungen, sie kann verfolgen, welche Bedeutung dasjenige, was wir ja täglich aufnehmen, hat für das seelische Leben des Menschen. Und in dieser Beziehung hat die Naturwissenschaft bis jetzt schon außerordentlich viel getan, und es stehen Ideale, die sehr berechtigt sind, in dieser Beziehung vor ihr.
[ 18 ] Dasjenige, was heute schon gewusst werden kann über die Bedeutung des Gehirnes und Nervensystems für das Vorstellen, dasjenige, was gewusst werden kann über gewisse Prozesse, die mit richtiger oder unrichtiger Ernährung oder richtiger oder unrichtiger Verarbeitung der Nahrungsmittel zusammenhängen, und auf das Seelische eben auch einen Einfluss äußern, alles dasjenige kann äußere Naturwissenschaft in einer gewissenhaften Weise verfolgen, und tut es heute. Und Anthroposophie würde überhaupt ihr Dasein nicht rechtfertigen können gegenüber dem, was Naturwissenschaft zu leisten in der Lage war, wenn sie nicht voll anerkennen würde dasjenige, was die Naturwissenschaft nach dieser Richtung zu leisten in der Lage ist. Daher ist es immer wieder und wieder ein Verkennen desjenigen, was Anthroposophie sein will, wenn man sie in irgendeinen Gegensatz zur Naturwissenschaft der Gegenwart bringt. Solch ein Gegensatz besteht nicht. Dasjenige, was Naturwissenschaft zu leisten vermag, wird von Anthroposophie voll anerkannt!
[ 18 ] Dasjenige, was heute schon gewusst werden kann über die Bedeutung des Gehirnes und Nervensystems für das Vorstellen, dasjenige, was gewusst werden kann über gewisse Prozesse, die mit richtiger oder unrichtiger Ernährung oder richtiger oder unrichtiger Verarbeitung der Nahrungsmittel zusammenhängen, und auf das Seelische eben auch einen Einfluss äußern, alles dasjenige kann äußere Naturwissenschaft in einer gewissenhaften Weise verfolgen, und tut es heute. Und Anthroposophie würde überhaupt ihr Dasein nicht rechtfertigen können gegenüber dem, was Naturwissenschaft zu leisten in der Lage war, wenn sie nicht voll anerkennen würde dasjenige, was die Naturwissenschaft nach dieser Richtung zu leisten in der Lage ist. Daher ist es immer wieder und wieder ein Verkennen desjenigen, was Anthroposophie sein will, wenn man sie in irgendeinen Gegensatz zur Naturwissenschaft der Gegenwart bringt. Solch ein Gegensatz besteht nicht. Dasjenige, was Naturwissenschaft zu leisten vermag, wird von Anthroposophie voll anerkannt!
[ 19 ] Nun aber wird auch ohne Weiteres zugegeben werden: Ja, in diesem physischen Leib, in den aufgenommen werden die mit den äußeren Gesetzmäßigkeiten ausgestatteten Stoffe und Kräfte der Natur, in diesem physischen Leib geht allerlei vor; geht allerlei vor, von dem zunächst die Seele nichts weiß, von dem die Seele allmählich dadurch Kenntnis erhält, dass sie eben Wissenschaft, Physiologie, Biologie und so weiter treibt. In diesem physischen Leibe aber, gleichgültig, ob die Seele weiß oder nicht weiß, was vorgeht, liegen dennoch die Veranlassungen zu der Art und Weise, wie die Seele sich im Einzelnen und wie sie sich durch eine gewisse Gesamtstimmung fühlt. Dasjenige, was man längst nicht zu wissen braucht, was man nennen kann allgemeine Unpässlichkeiten, was an Krankheiten vorgehen mag in den Organen, das mag herauftönen in die Seele. In der Seele kommt es als Stimmung zum Ausdrucke. Es braucht durchaus nicht im Bewusstsein wurzelnd werden, es drückt sich in allgemeiner Seelenstimmung aus.
[ 19 ] Nun aber wird auch ohne Weiteres zugegeben werden: Ja, in diesem physischen Leib, in den aufgenommen werden die mit den äußeren Gesetzmäßigkeiten ausgestatteten Stoffe und Kräfte der Natur, in diesem physischen Leib geht allerlei vor; geht allerlei vor, von dem zunächst die Seele nichts weiß, von dem die Seele allmählich dadurch Kenntnis erhält, dass sie eben Wissenschaft, Physiologie, Biologie und so weiter treibt. In diesem physischen Leibe aber, gleichgültig, ob die Seele weiß oder nicht weiß, was vorgeht, liegen dennoch die Veranlassungen zu der Art und Weise, wie die Seele sich im Einzelnen und wie sie sich durch eine gewisse Gesamtstimmung fühlt. Dasjenige, was man längst nicht zu wissen braucht, was man nennen kann allgemeine Unpässlichkeiten, was an Krankheiten vorgehen mag in den Organen, das mag herauftönen in die Seele. In der Seele kommt es als Stimmung zum Ausdrucke. Es braucht durchaus nicht im Bewusstsein wurzelnd werden, es drückt sich in allgemeiner Seelenstimmung aus.
[ 20 ] Sodass man, ich möchte sagen vieles voraussetzen muss, was da in den stofflichen Vorgängen und Kräftewirkungen des physischen Organismus vorhanden ist, und was so wirkt, dass die Seele durchaus den Anteil daran hat. Indem aber die Seele den Anteil daran hat, hat sie ja Anteil an dem, was schon während des Lebens so wirkt, wie dann diejenigen Kräfte wirken, denen der physische Leichnam übergeben wird nach dem Tode.
[ 20 ] Sodass man, ich möchte sagen vieles voraussetzen muss, was da in den stofflichen Vorgängen und Kräftewirkungen des physischen Organismus vorhanden ist, und was so wirkt, dass die Seele durchaus den Anteil daran hat. Indem aber die Seele den Anteil daran hat, hat sie ja Anteil an dem, was schon während des Lebens so wirkt, wie dann diejenigen Kräfte wirken, denen der physische Leichnam übergeben wird nach dem Tode.
[ 21 ] In uns tragen wir — sehr verehrte Anwesende — dieselben Gesetze, die unsere Vernichtung als physischer Mensch bewirken. Und da dieselben Gesetze mit Speise und Trank in uns kommen, so nimmt unsere Seele teil nicht nur an dem, was in uns sprießende, sprossende Kraft ist, sondern unsere Seele nimmt teil an alledem, was zuletzt sich äußert, indem unser physischer Mensch zerstört wird. Indem die Stoffe und Kräfte der Außenwelt in uns wirken, nimmt die Seele teil an unserem Verwesen schon während des Lebens. Und wenn die Tatsachenreihe, die sich da ergibt, wenn sie unbefangen vor die Seele gerückt wird, dann lernt man eben erkennen: Der Tod, der als ein einziger Augenblick vor uns am Ende des physischen Lebens dasteht, der ist schließlich nur das, was wie in eine große Summe zusammenschließt dasjenige, was im Grunde genommen während unseres ganzen physischen Lebens in uns waltet und webt. Ich möchte sagen: Teile des Todes, kleinste Teile des Todes, gewissermaßen die Atome des Todes sitzen in jedem Augenblick unseres physischen Lebens in uns, und unser seelisches Leben ist teilhaftig dieser Atome des Todes.
[ 21 ] In uns tragen wir — sehr verehrte Anwesende — dieselben Gesetze, die unsere Vernichtung als physischer Mensch bewirken. Und da dieselben Gesetze mit Speise und Trank in uns kommen, so nimmt unsere Seele teil nicht nur an dem, was in uns sprießende, sprossende Kraft ist, sondern unsere Seele nimmt teil an alledem, was zuletzt sich äußert, indem unser physischer Mensch zerstört wird. Indem die Stoffe und Kräfte der Außenwelt in uns wirken, nimmt die Seele teil an unserem Verwesen schon während des Lebens. Und wenn die Tatsachenreihe, die sich da ergibt, wenn sie unbefangen vor die Seele gerückt wird, dann lernt man eben erkennen: Der Tod, der als ein einziger Augenblick vor uns am Ende des physischen Lebens dasteht, der ist schließlich nur das, was wie in eine große Summe zusammenschließt dasjenige, was im Grunde genommen während unseres ganzen physischen Lebens in uns waltet und webt. Ich möchte sagen: Teile des Todes, kleinste Teile des Todes, gewissermaßen die Atome des Todes sitzen in jedem Augenblick unseres physischen Lebens in uns, und unser seelisches Leben ist teilhaftig dieser Atome des Todes.
[ 22 ] Das aber drückt sich in alledem in der menschlichen Seele aus, was heraufkommt in der Stimmung, durch die die Seele Anteil hat an den Vernichtungskräften der Welt, an den Untergangskräften der Welt. Und so kompliziert auch das menschliche Seelenleben sich darstellt, eines ist doch wahr: Die wichtigsten Stimmungen des Zweifels, des Verzweifelns, jene Stimmungen, die oftmals ganz ohne äußere Veranlassung, wenigstens ohne bemerkbare äußere Veranlassung da sind, die den Menschen oftmals schwach machen, die den Menschen oftmals aus den tiefsten Untergründen seiner Seele die wichtigsten Lebens-Seelenrätsel heraufzaubern, an denen er gesund und krank ist in seiner ganzen Lebensverfassung, sie stammen aus der Teilnahme der Seele an diesen Niedergangskräften der Welt.
[ 22 ] Das aber drückt sich in alledem in der menschlichen Seele aus, was heraufkommt in der Stimmung, durch die die Seele Anteil hat an den Vernichtungskräften der Welt, an den Untergangskräften der Welt. Und so kompliziert auch das menschliche Seelenleben sich darstellt, eines ist doch wahr: Die wichtigsten Stimmungen des Zweifels, des Verzweifelns, jene Stimmungen, die oftmals ganz ohne äußere Veranlassung, wenigstens ohne bemerkbare äußere Veranlassung da sind, die den Menschen oftmals schwach machen, die den Menschen oftmals aus den tiefsten Untergründen seiner Seele die wichtigsten Lebens-Seelenrätsel heraufzaubern, an denen er gesund und krank ist in seiner ganzen Lebensverfassung, sie stammen aus der Teilnahme der Seele an diesen Niedergangskräften der Welt.
[ 23 ] Gerade wenn man tief hineinblickt in das, was aus den Untergründen der Seele heraus da heraufwirkt, in das Bewusstsein hereinwirkt — das Bewusstsein weiß nicht, was es ist, aber das Bewusstsein hat das Wirken in sich, hat das Erleben davon in seiner Seelenstimmung —, wenn das voll bewusst ist, dann tauchen eben jene anderen Rätsel der Seele vor dem Bewusstsein auf, diejenigen, die gewissermaßen nach dem entgegengesetzten Weg hinweisen, diejenigen Rätsel, die die Menschen von jeher mit demjenigen Worte verbanden, welches dem Tode entgegengesetzt ist: mit dem Worte «Unsterblichkeit».
[ 23 ] Gerade wenn man tief hineinblickt in das, was aus den Untergründen der Seele heraus da heraufwirkt, in das Bewusstsein hereinwirkt — das Bewusstsein weiß nicht, was es ist, aber das Bewusstsein hat das Wirken in sich, hat das Erleben davon in seiner Seelenstimmung —, wenn das voll bewusst ist, dann tauchen eben jene anderen Rätsel der Seele vor dem Bewusstsein auf, diejenigen, die gewissermaßen nach dem entgegengesetzten Weg hinweisen, diejenigen Rätsel, die die Menschen von jeher mit demjenigen Worte verbanden, welches dem Tode entgegengesetzt ist: mit dem Worte «Unsterblichkeit».
[ 24 ] Die Frage nach der Unsterblichkeit, sie [ist] eben nicht bloß eine egoistische Frage des Menschen — etwa hervorgehend aus seiner Begierde, mit dem Tode nicht zu verschwinden —, sondern die Frage nach der Unsterblichkeit hängt eben innig zusammen mit demjenigen, was man nennen kann im Sinne des Meisters Eckhart von dem Beispiel vom Könige, was man nennen kann: Der Mensch ist nur dann ganz Mensch, wenn er wirklich von seiner eigenen Wesenheit weiß.
[ 24 ] Die Frage nach der Unsterblichkeit, sie [ist] eben nicht bloß eine egoistische Frage des Menschen — etwa hervorgehend aus seiner Begierde, mit dem Tode nicht zu verschwinden —, sondern die Frage nach der Unsterblichkeit hängt eben innig zusammen mit demjenigen, was man nennen kann im Sinne des Meisters Eckhart von dem Beispiel vom Könige, was man nennen kann: Der Mensch ist nur dann ganz Mensch, wenn er wirklich von seiner eigenen Wesenheit weiß.
[ 25 ] Aber — meine sehr verehrten Anwesenden — ich möchte sagen: Dieses Wissen nimmt uns, insofern wir es uns aneignen können durch äußere Naturwissenschaft, dieses Wissen nimmt uns die Tatsache des Todes hinweg. Denn alles, was wir wissen können, und wäre es das Größte, wäre es das Bedeutendste über den Menschen, was wir wissen können durch Experiment und Beobachtung: Es kann sich nur auf seinen Leib beziehen, und muss mit dem Tode seine Bedeutung für die menschliche Wesenheit verlieren, denn es bezieht sich auf etwas, was aufgeht in die außermenschliche, das heißt nicht-menschliche Naturwesenheit. Und der Mensch muss sich die Frage vorlegen: Kann man in einer ähnlichen Weise, wie man geblickt hat auf die Auflösung des physischen Leibes, wie man hinblicken kann auf dasjenige, was die Seele an inneren Rätseln erlebt, indem sie teilnimmt an den Vernichtungskräften der Welt, kann man in demselben Sinne hinblicken auf die Schöpferkräfte der Welt, auf die sprießenden, sprossenden Kräfte? Und das ist die Richtung, nach welcher aus demselben Geiste heraus, den die neuere Naturwissenschaft angenommen hat, und aus derselben wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit heraus Anthroposophie hindeuten will.
[ 25 ] Aber — meine sehr verehrten Anwesenden — ich möchte sagen: Dieses Wissen nimmt uns, insofern wir es uns aneignen können durch äußere Naturwissenschaft, dieses Wissen nimmt uns die Tatsache des Todes hinweg. Denn alles, was wir wissen können, und wäre es das Größte, wäre es das Bedeutendste über den Menschen, was wir wissen können durch Experiment und Beobachtung: Es kann sich nur auf seinen Leib beziehen, und muss mit dem Tode seine Bedeutung für die menschliche Wesenheit verlieren, denn es bezieht sich auf etwas, was aufgeht in die außermenschliche, das heißt nicht-menschliche Naturwesenheit. Und der Mensch muss sich die Frage vorlegen: Kann man in einer ähnlichen Weise, wie man geblickt hat auf die Auflösung des physischen Leibes, wie man hinblicken kann auf dasjenige, was die Seele an inneren Rätseln erlebt, indem sie teilnimmt an den Vernichtungskräften der Welt, kann man in demselben Sinne hinblicken auf die Schöpferkräfte der Welt, auf die sprießenden, sprossenden Kräfte? Und das ist die Richtung, nach welcher aus demselben Geiste heraus, den die neuere Naturwissenschaft angenommen hat, und aus derselben wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit heraus Anthroposophie hindeuten will.
[ 26 ] Sie kann aber nicht dadurch hindeuten, dass sie, ich möchte sagen hinweist auf etwas, was wie der Tod vor jedes Menschen Anblick sich täglich abspielen kann; sie kann hinführen, diese Anthroposophie, nur dadurch — nach dem entgegengesetzten Prinzip der Forschung der Lebensrealität betrachtet —, nur dadurch, dass sie auf etwas hinweist, was sich überhaupt zunächst nicht als äußere Tatsache, auch nicht als innerliche Tatsache des Seelenlebens ergibt, was erst durch die Seele errungen werden muss.
[ 26 ] Sie kann aber nicht dadurch hindeuten, dass sie, ich möchte sagen hinweist auf etwas, was wie der Tod vor jedes Menschen Anblick sich täglich abspielen kann; sie kann hinführen, diese Anthroposophie, nur dadurch — nach dem entgegengesetzten Prinzip der Forschung der Lebensrealität betrachtet —, nur dadurch, dass sie auf etwas hinweist, was sich überhaupt zunächst nicht als äußere Tatsache, auch nicht als innerliche Tatsache des Seelenlebens ergibt, was erst durch die Seele errungen werden muss.
[ 27 ] Der Tod — meine sehr verehrten Anwesenden — stellt sich uns freiwillig vor die Seele hin. Das Wesen der Unsterblichkeit müssen wir uns erst, wenn wir es erkennen wollen, erarbeiten. Darüber kann uns, wenigstens dem innersten Wesen nach, kein Wissen geschenkt werden.
[ 27 ] Der Tod — meine sehr verehrten Anwesenden — stellt sich uns freiwillig vor die Seele hin. Das Wesen der Unsterblichkeit müssen wir uns erst, wenn wir es erkennen wollen, erarbeiten. Darüber kann uns, wenigstens dem innersten Wesen nach, kein Wissen geschenkt werden.
[ 28 ] Darum muss immer wieder und wiederum darauf hingewiesen werden, wie derjenige, der nun wissend verfolgen will den Weg zur Welt der Seele, des eigentlichen Wesens der Seele, dass derjenige diesen Weg nur verfolgen kann in innerer Aktivität, in innerer Arbeit. Das heißt, durch dasjenige, was ich auch hier öfter als Seelenübungen bezeichnet habe.
[ 28 ] Darum muss immer wieder und wiederum darauf hingewiesen werden, wie derjenige, der nun wissend verfolgen will den Weg zur Welt der Seele, des eigentlichen Wesens der Seele, dass derjenige diesen Weg nur verfolgen kann in innerer Aktivität, in innerer Arbeit. Das heißt, durch dasjenige, was ich auch hier öfter als Seelenübungen bezeichnet habe.
[ 29 ] Nun, meine sehr verehrten Anwesenden, werden wir uns von dem Gesichtspunkte, von dem aus es für heute notwendig ist für dieses Thema, einen Begriff von diesen Seelenübungen machen können, wenn wir uns zunächst vergegenwärtigen, wie das menschliche Seelenleben in der Tat eine Einheit ist. Wir überblicken zunächst in uns selbst schauend dieses Seelenleben. Es wogt, möchte ich sagen auf und ab. Es drückt sich aus in Vorstellungen, durch die wir uns die äußere Welt vergegenwärtigen. Es drückt sich aus durch Gefühle, Empfindungen, es drückt sich aus durch Willensimpulse, die uns zu unseren Handlungen führen und die wir uns als ein Glied der sozialen Ordnung in der ganzen Welt aus der Seele heraus erscheinen lassen.
[ 29 ] Nun, meine sehr verehrten Anwesenden, werden wir uns von dem Gesichtspunkte, von dem aus es für heute notwendig ist für dieses Thema, einen Begriff von diesen Seelenübungen machen können, wenn wir uns zunächst vergegenwärtigen, wie das menschliche Seelenleben in der Tat eine Einheit ist. Wir überblicken zunächst in uns selbst schauend dieses Seelenleben. Es wogt, möchte ich sagen auf und ab. Es drückt sich aus in Vorstellungen, durch die wir uns die äußere Welt vergegenwärtigen. Es drückt sich aus durch Gefühle, Empfindungen, es drückt sich aus durch Willensimpulse, die uns zu unseren Handlungen führen und die wir uns als ein Glied der sozialen Ordnung in der ganzen Welt aus der Seele heraus erscheinen lassen.
[ 30 ] Dass dasjenige, was da drinnen als Vorstellungen, als Gefühle, als Empfindungen, als Willensimpulse im Menschen wellt und webt, dass das mit den Mitteln der äußeren Naturwissenschaft, die hingewiesen wird auf dasjenige, was mit dem Tode erstirbt, nicht erforscht werden kann, das sehen heute viele Menschen, die nur unbefangen genug sind, hinblickend auf das, was diese Seele eigentlich ist, wie sie ganz anders ist als dasjenige, was der äußeren Sinnesbeobachtung und dem Experimente zugänglich ist. Und dann wenden sich solche Menschen von den wissenschaftlichen Betrachtungen ab, weil sie glauben, es kann nur Wissenschaft allein für die äußere Natur geben, und sie wenden sich dann gewissen — wie man es nennt — mystischen Bestrebungen zu.
[ 30 ] Dass dasjenige, was da drinnen als Vorstellungen, als Gefühle, als Empfindungen, als Willensimpulse im Menschen wellt und webt, dass das mit den Mitteln der äußeren Naturwissenschaft, die hingewiesen wird auf dasjenige, was mit dem Tode erstirbt, nicht erforscht werden kann, das sehen heute viele Menschen, die nur unbefangen genug sind, hinblickend auf das, was diese Seele eigentlich ist, wie sie ganz anders ist als dasjenige, was der äußeren Sinnesbeobachtung und dem Experimente zugänglich ist. Und dann wenden sich solche Menschen von den wissenschaftlichen Betrachtungen ab, weil sie glauben, es kann nur Wissenschaft allein für die äußere Natur geben, und sie wenden sich dann gewissen — wie man es nennt — mystischen Bestrebungen zu.
[ 31 ] Anthroposophie, wie sie hier gemeint ist, darf auch nicht verwechselt werden mit solcher Mystik, die nur in das Seelenleben, wie man sagt, durch Selbstversenkung hineinwill; denn Anthroposophie ist wirkliche Wissenschaft und weiß, wie man da, wenn man in das gewöhnliche, irdische — wenn ich mich so ausdrücken darf — Seelenwesen des Menschen gewissermaßen rückblickend hineinschaut, dass man großen Illusionen und großen Täuschungen sich hingeben kann.
[ 31 ] Anthroposophie, wie sie hier gemeint ist, darf auch nicht verwechselt werden mit solcher Mystik, die nur in das Seelenleben, wie man sagt, durch Selbstversenkung hineinwill; denn Anthroposophie ist wirkliche Wissenschaft und weiß, wie man da, wenn man in das gewöhnliche, irdische — wenn ich mich so ausdrücken darf — Seelenwesen des Menschen gewissermaßen rückblickend hineinschaut, dass man großen Illusionen und großen Täuschungen sich hingeben kann.
[ 32 ] Anthroposophie gibt sich weniger Täuschungen hin, als ihre Gegner und ihre wohlwollenden Beurteiler eigentlich glauben! Man glaubt sehr häufig, Anthroposophie gebe sich hin denjenigen inneren Kräften, welche zu Illusionen, Halluzinationen, zu allerlei mediumhaften Dingen führen. Man beachtet nicht, dass die ganze Art und Weise, wie Anthroposophie ihre Forschungswege charakterisiert, dass diese ganze Art und Weise nach der genau entgegengesetzten Seite hingehen wie alles dasjenige, was irgendwie in die Illusion, in das Halluzinatorische, in die Vision und so weiter hineinführen kann. Dasjenige, um was es sich bei Anthroposophie handelt, das ist vor allen Dingen absolute Klarheit über das, was sich dem Menschen zunächst darbietet. Da wird derjenige, der unbefangen in das Innere wirklich hineinschaut, der eigentlich, ich möchte sagen die Anweisungen des Mystikers befolgt, der wird sehen, welch unsicheres Ding dieses Hineinschauen in das Innere ist, wie zum Beispiel Erinnerungen, die auf die frühere Jugend, die schon auf kindliche Erlebnisse hinweisen, wie diese Erinnerungen im späteren Lebensalter einfach auftauchen und wie man nicht wiedererkennt, dass dasjenige, was da als Gedanken auftaucht, eigentlich nur die Erinnerung, die Reminiszenz an irgendetwas vorher Erlebtes ist. Und würden diese Erinnerungen so auftauchen, dass sie unverändert sind, man würde bald erkennen, dass man es mit bloßen Erinnerungen zu tun hat. Aber in dem menschlichen Inneren werden ja die Vorstellungen von den äußeren Erlebnissen aufgenommen in das Gefühl, in die Willensimpulse, selbst in das Temperament, in die ganze menschliche Organisation, ich möchte sagen in das intime menschliche Gesundsein und Kranksein. Und nach Jahrzehnten können ja, in vollständig andere Gestalt umgewandelt, die Vorstellungen heraufkommen, die doch nichts anderes sind als dasjenige, was sich an der äußeren Beobachtung entzündet hat. Derjenige, der oftmals glaubt, ein Mystiker zu sein,
[ 32 ] Anthroposophie gibt sich weniger Täuschungen hin, als ihre Gegner und ihre wohlwollenden Beurteiler eigentlich glauben! Man glaubt sehr häufig, Anthroposophie gebe sich hin denjenigen inneren Kräften, welche zu Illusionen, Halluzinationen, zu allerlei mediumhaften Dingen führen. Man beachtet nicht, dass die ganze Art und Weise, wie Anthroposophie ihre Forschungswege charakterisiert, dass diese ganze Art und Weise nach der genau entgegengesetzten Seite hingehen wie alles dasjenige, was irgendwie in die Illusion, in das Halluzinatorische, in die Vision und so weiter hineinführen kann. Dasjenige, um was es sich bei Anthroposophie handelt, das ist vor allen Dingen absolute Klarheit über das, was sich dem Menschen zunächst darbietet. Da wird derjenige, der unbefangen in das Innere wirklich hineinschaut, der eigentlich, ich möchte sagen die Anweisungen des Mystikers befolgt, der wird sehen, welch unsicheres Ding dieses Hineinschauen in das Innere ist, wie zum Beispiel Erinnerungen, die auf die frühere Jugend, die schon auf kindliche Erlebnisse hinweisen, wie diese Erinnerungen im späteren Lebensalter einfach auftauchen und wie man nicht wiedererkennt, dass dasjenige, was da als Gedanken auftaucht, eigentlich nur die Erinnerung, die Reminiszenz an irgendetwas vorher Erlebtes ist. Und würden diese Erinnerungen so auftauchen, dass sie unverändert sind, man würde bald erkennen, dass man es mit bloßen Erinnerungen zu tun hat. Aber in dem menschlichen Inneren werden ja die Vorstellungen von den äußeren Erlebnissen aufgenommen in das Gefühl, in die Willensimpulse, selbst in das Temperament, in die ganze menschliche Organisation, ich möchte sagen in das intime menschliche Gesundsein und Kranksein. Und nach Jahrzehnten können ja, in vollständig andere Gestalt umgewandelt, die Vorstellungen heraufkommen, die doch nichts anderes sind als dasjenige, was sich an der äußeren Beobachtung entzündet hat. Derjenige, der oftmals glaubt, ein Mystiker zu sein,
[ 33 ] schaut in sein Inneres, bekommt solche Vorstellungen, sie erscheinen ihm so, als wären sie niemals der Außenwelt entlehnt, als kämen sie aus ewigen Untergründen des menschlichen Seelenlebens heraus, als könnte er unmittelbar erfahren aus solchen Vorstellungen, wie die Seele in göttlich-geistigen Welten, [im] Weltengrunde, im Ewigen zusammenhänge und dergleichen.
[ 33 ] schaut in sein Inneres, bekommt solche Vorstellungen, sie erscheinen ihm so, als wären sie niemals der Außenwelt entlehnt, als kämen sie aus ewigen Untergründen des menschlichen Seelenlebens heraus, als könnte er unmittelbar erfahren aus solchen Vorstellungen, wie die Seele in göttlich-geistigen Welten, [im] Weltengrunde, im Ewigen zusammenhänge und dergleichen.
[ 34 ] Wer unbefangen weiß, welche Metamorphosen, welche Verwandlungen Erinnerungen durchmachen können, der weiß auch, dass er sich an solche Selbstschau nicht halten kann. Und so erscheinen dem Unbefangenen auf der einen Seite die naturwissenschaftlichen Ergebnisse, die zeigen, wie ja die Seele im Erdenleben gebunden ist an das Leibliche, an jenes Leibliche, das ja den äußeren Naturkräften mit dem Tode übergeben wird; und auf der andern Seite erscheint dasjenige, was oftmals die nebulose, die nebelhafte Mystik darbietet, durch die man doch zu nichts anderem kommt als zum Heraufholen aus der Seele desjenigen, was man wiederum durch diese äußere Welt hereinbekommen hat, wenn auch so umgewandelt, dass man es nicht wiedererkennt, dass man es als angehörig einer ganz anderen Welt anschaut.
[ 34 ] Wer unbefangen weiß, welche Metamorphosen, welche Verwandlungen Erinnerungen durchmachen können, der weiß auch, dass er sich an solche Selbstschau nicht halten kann. Und so erscheinen dem Unbefangenen auf der einen Seite die naturwissenschaftlichen Ergebnisse, die zeigen, wie ja die Seele im Erdenleben gebunden ist an das Leibliche, an jenes Leibliche, das ja den äußeren Naturkräften mit dem Tode übergeben wird; und auf der andern Seite erscheint dasjenige, was oftmals die nebulose, die nebelhafte Mystik darbietet, durch die man doch zu nichts anderem kommt als zum Heraufholen aus der Seele desjenigen, was man wiederum durch diese äußere Welt hereinbekommen hat, wenn auch so umgewandelt, dass man es nicht wiedererkennt, dass man es als angehörig einer ganz anderen Welt anschaut.
[ 35 ] Gerade wenn sich der Mensch genügend vorbereitet hat, um zu erkennen, wie wenig ihm äußere Naturwissenschaft, wie wenig ihm auch Mystik geben kann, dann kommt er dazu, den Wert und die Bedeutung jener Seelenübungen zu erkennen, die einfach darinnen bestehen, dass wir das Seelenleben nicht bloß innerlich bebrüten oder anschauen, sondern es in innerliche Aktivität, in innerliche Tätigkeit bringen, sodass es etwas anderes wird, als es im alltäglichen Dasein ist.
[ 35 ] Gerade wenn sich der Mensch genügend vorbereitet hat, um zu erkennen, wie wenig ihm äußere Naturwissenschaft, wie wenig ihm auch Mystik geben kann, dann kommt er dazu, den Wert und die Bedeutung jener Seelenübungen zu erkennen, die einfach darinnen bestehen, dass wir das Seelenleben nicht bloß innerlich bebrüten oder anschauen, sondern es in innerliche Aktivität, in innerliche Tätigkeit bringen, sodass es etwas anderes wird, als es im alltäglichen Dasein ist.
[ 36 ] Die Natur nimmt uns unseren Leib mit dem Tode; sie verleibt die Stoffe und Kräfte dieses Leibes ihrer eigenen Gesetzmäßigkeit ein. Dasjenige, was Anthroposophie will als den Weg nach dem entgegengesetzten Ziele hin, das ist die Hingabe der Seele zur Einverleibung an dasjenige, das der äußeren Natur entgegengesetzt ist, an den Geist. Wie mit dem äußeren physischen Tode der physische Leib der äußeren Natur übergeben wird, so — nun nicht in einem bloßen formalen Erkenntnisakte, sondern als eine innere Tatsache mit dem anthroposophischen Erkennen — die Seelen übergeben werden dem Geiste, damit sie mit dem Geiste sich vereinigen.
[ 36 ] Die Natur nimmt uns unseren Leib mit dem Tode; sie verleibt die Stoffe und Kräfte dieses Leibes ihrer eigenen Gesetzmäßigkeit ein. Dasjenige, was Anthroposophie will als den Weg nach dem entgegengesetzten Ziele hin, das ist die Hingabe der Seele zur Einverleibung an dasjenige, das der äußeren Natur entgegengesetzt ist, an den Geist. Wie mit dem äußeren physischen Tode der physische Leib der äußeren Natur übergeben wird, so — nun nicht in einem bloßen formalen Erkenntnisakte, sondern als eine innere Tatsache mit dem anthroposophischen Erkennen — die Seelen übergeben werden dem Geiste, damit sie mit dem Geiste sich vereinigen.
[ 37 ] Und so wie uns die Tatsache der menschlichen physischen Vernichtung mit dem Tode vor Augen tritt, tritt uns dann vor die Seele die Unsterblichkeit des Menschen dadurch, dass wir in anthroposophischer Erkenntnis vereinigen das Seelenleben mit demjenigen, was als Geistesleben, als Geisteswesen und Geistesweben der ganzen Welt zugrunde liegt.
[ 37 ] Und so wie uns die Tatsache der menschlichen physischen Vernichtung mit dem Tode vor Augen tritt, tritt uns dann vor die Seele die Unsterblichkeit des Menschen dadurch, dass wir in anthroposophischer Erkenntnis vereinigen das Seelenleben mit demjenigen, was als Geistesleben, als Geisteswesen und Geistesweben der ganzen Welt zugrunde liegt.
[ 38 ] Es ist dasjenige, was anthroposophische Erkenntnis anstrebt, geradezu als tatsächliches inneres Erlebnis das Entgegengesetzte von dem, was das Todesereignis für den physischen Menschen ist. Und ebenso, wie die Seele teilnimmt an den Vorgängen, die da unten in der physischen Leibesorganisation vor sich gehen, und wie diese physischen Prozesse in die Stimmung der Seele heraufspielen, auch wenn die Seele nichts von ihrem Wesen weiß, so ist es so, dass unsere Seele vereint ist — es zeigt sich eben derjenigen Erkenntnis, von der ich gleich weitersprechen werde —, dass unsere Seele vereint ist nach der anderen Seite mit dem Geiste, dass sie nach dieser Seite hin erst ihre Erlebnisse kennenlernt, indem sie Erkenntnis als Tatsache, als tatsächliches inneres Erlebnis anstrebt. Und diese tatsächliche Erkenntnis, sie kann dadurch errungen werden, dass der Mensch nach der einen Seite sein Denken durch innerliche Tätigkeit weiterentwickelt, als es im gewöhnlichen Leben ist, und dass er auf der anderen Seite den Willen weiterentwickelt, als er im gewöhnlichen Leben ist.
[ 38 ] Es ist dasjenige, was anthroposophische Erkenntnis anstrebt, geradezu als tatsächliches inneres Erlebnis das Entgegengesetzte von dem, was das Todesereignis für den physischen Menschen ist. Und ebenso, wie die Seele teilnimmt an den Vorgängen, die da unten in der physischen Leibesorganisation vor sich gehen, und wie diese physischen Prozesse in die Stimmung der Seele heraufspielen, auch wenn die Seele nichts von ihrem Wesen weiß, so ist es so, dass unsere Seele vereint ist — es zeigt sich eben derjenigen Erkenntnis, von der ich gleich weitersprechen werde —, dass unsere Seele vereint ist nach der anderen Seite mit dem Geiste, dass sie nach dieser Seite hin erst ihre Erlebnisse kennenlernt, indem sie Erkenntnis als Tatsache, als tatsächliches inneres Erlebnis anstrebt. Und diese tatsächliche Erkenntnis, sie kann dadurch errungen werden, dass der Mensch nach der einen Seite sein Denken durch innerliche Tätigkeit weiterentwickelt, als es im gewöhnlichen Leben ist, und dass er auf der anderen Seite den Willen weiterentwickelt, als er im gewöhnlichen Leben ist.
[ 39 ] Zwischen dem Willen und dem Denken liegt dann das Gemüt, das Gefühl mittendrin. Das kostbarste Kleinod des menschlichen Lebens, dieses Gefühl, dieses Gemüt. Wenn wir aber nach der einen Seite das Denken ausbilden, nach der anderen Seite den Willen, dann geht das Gemüt, das Gefühl mit und wird selbst etwas anderes.
[ 39 ] Zwischen dem Willen und dem Denken liegt dann das Gemüt, das Gefühl mittendrin. Das kostbarste Kleinod des menschlichen Lebens, dieses Gefühl, dieses Gemüt. Wenn wir aber nach der einen Seite das Denken ausbilden, nach der anderen Seite den Willen, dann geht das Gemüt, das Gefühl mit und wird selbst etwas anderes.
[ 40 ] Damit wir uns — meine sehr verehrten Anwesenden — verständigen können über die Art und Weise, wie das Denken nach der einen Seite, der Wille nach der andern Seite ausgebildet wird, machen wir uns klar, dass die Seele trotzdem eben eine Einheit ist — in ihrem wogenden, webenden Leben eine Einheit ist —, trotzdem sie nach der einen Seite nach dem Denken, auf der anderen Seite nach dem Willen und in der Mitte nach dem Gefühl sich auslebt.
[ 40 ] Damit wir uns — meine sehr verehrten Anwesenden — verständigen können über die Art und Weise, wie das Denken nach der einen Seite, der Wille nach der andern Seite ausgebildet wird, machen wir uns klar, dass die Seele trotzdem eben eine Einheit ist — in ihrem wogenden, webenden Leben eine Einheit ist —, trotzdem sie nach der einen Seite nach dem Denken, auf der anderen Seite nach dem Willen und in der Mitte nach dem Gefühl sich auslebt.
[ 41 ] Wir müssen, indem wir zum Beispiel die äußere Natur anschauen, zunächst unsere Sinne in Tätigkeit versetzen. Aber dasjenige, was wir durch unsere Sinne aufnehmen, das verarbeiten wir dann in unseren Gedanken. Würden wir dabei unseren Willen anwenden, so würden wir eine treue Naturerkenntnis nicht erhalten können. Wir würden nicht in der Lage sein, wenn wir den Willen, der uns im alltäglichen Leben durchzieht seelisch, wenn wir den in unser Denken über die Natur einfließen lassen würden. Wir würden Phantasiegebilde statt Naturgesetzen erhalten. Darauf kann sich gewissenhafte naturwissenschaftliche Methode nicht einlassen.
[ 41 ] Wir müssen, indem wir zum Beispiel die äußere Natur anschauen, zunächst unsere Sinne in Tätigkeit versetzen. Aber dasjenige, was wir durch unsere Sinne aufnehmen, das verarbeiten wir dann in unseren Gedanken. Würden wir dabei unseren Willen anwenden, so würden wir eine treue Naturerkenntnis nicht erhalten können. Wir würden nicht in der Lage sein, wenn wir den Willen, der uns im alltäglichen Leben durchzieht seelisch, wenn wir den in unser Denken über die Natur einfließen lassen würden. Wir würden Phantasiegebilde statt Naturgesetzen erhalten. Darauf kann sich gewissenhafte naturwissenschaftliche Methode nicht einlassen.
[ 42 ] Wir haben gerade an denjenigen Vorstellungen, denjenigen Gedanken, die an der äußeren Natur von uns entwickelt werden müssen, dasjenige in unserem Seelenleben, wo für das alltägliche und auch das gewöhnliche wissenschaftliche Leben der Wille zurücktritt und der Gedanke in einer gewissen Einseitigkeit erscheint, als bloßes Bild desjenigen, was äußerlich vorhanden ist, und wir haben auf der anderen Seite den eigentlichen Willen. Seien wir dem eigentlichen Willen gegenüber ehrlich. Nehmen wir einen einfachen Willensimpuls: Ich hebe meinen Arm, meine Hand. Zunächst habe ich die Absicht, dass an irgendeiner Stelle erwas gehoben werden soll. Und dann geht die Absicht, die ein Gedanke ist, in unterbewusste Tiefen hinunter, vereinigt sich in einer gewissen Weise mit dem Organismus. Wie das im Alltagsfalle nicht durchschaut wird, denn dasjenige, was [geschieht], ist erst wiederum Erlebnis, das wird wiederum klar; Anfang und Ende ist klar zu sehen. Was in der Mitte drinnen liegt, wie der Wille gewissermaßen hineinschießt in den Organismus und die Absicht zustande bringt, das ist so tief in das Unterbewusste hinuntergetaucht wie das Leben des Menschen vom Einschlafen bis zum Aufwachen.
[ 42 ] Wir haben gerade an denjenigen Vorstellungen, denjenigen Gedanken, die an der äußeren Natur von uns entwickelt werden müssen, dasjenige in unserem Seelenleben, wo für das alltägliche und auch das gewöhnliche wissenschaftliche Leben der Wille zurücktritt und der Gedanke in einer gewissen Einseitigkeit erscheint, als bloßes Bild desjenigen, was äußerlich vorhanden ist, und wir haben auf der anderen Seite den eigentlichen Willen. Seien wir dem eigentlichen Willen gegenüber ehrlich. Nehmen wir einen einfachen Willensimpuls: Ich hebe meinen Arm, meine Hand. Zunächst habe ich die Absicht, dass an irgendeiner Stelle erwas gehoben werden soll. Und dann geht die Absicht, die ein Gedanke ist, in unterbewusste Tiefen hinunter, vereinigt sich in einer gewissen Weise mit dem Organismus. Wie das im Alltagsfalle nicht durchschaut wird, denn dasjenige, was [geschieht], ist erst wiederum Erlebnis, das wird wiederum klar; Anfang und Ende ist klar zu sehen. Was in der Mitte drinnen liegt, wie der Wille gewissermaßen hineinschießt in den Organismus und die Absicht zustande bringt, das ist so tief in das Unterbewusste hinuntergetaucht wie das Leben des Menschen vom Einschlafen bis zum Aufwachen.
[ 43 ] Man möchte sagen: Es ist ja in Bezug auf seinen Willen der Mensch auch durchaus beim Tagwachen schlafend. Von der Absicht, die Hand, den Arm zu heben, bis [zu] der Bemerkung der gehobenen Hand, des gehobenen Armes schläft im Grunde genommen das alltägliche Bewusstsein, schläft ein, indem der Willensimpuls in den Organismus schießt, und wacht erst wiederum auf, indem der Erfolg geschaut wird. Da tritt uns der Wille entgegen, nicht durchsetzt vom Gedanken. Aber dieser Wille ist — ich möchte sagen — etwas so Fremdes für unser Bewusstsein wie dasjenige, was da vorgeht um uns zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen.
[ 43 ] Man möchte sagen: Es ist ja in Bezug auf seinen Willen der Mensch auch durchaus beim Tagwachen schlafend. Von der Absicht, die Hand, den Arm zu heben, bis [zu] der Bemerkung der gehobenen Hand, des gehobenen Armes schläft im Grunde genommen das alltägliche Bewusstsein, schläft ein, indem der Willensimpuls in den Organismus schießt, und wacht erst wiederum auf, indem der Erfolg geschaut wird. Da tritt uns der Wille entgegen, nicht durchsetzt vom Gedanken. Aber dieser Wille ist — ich möchte sagen — etwas so Fremdes für unser Bewusstsein wie dasjenige, was da vorgeht um uns zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen.
[ 44 ] Nun kann man nach beiden Seiten, sowohl nach der Seite des Gedankens, wie nach der Seite des Willens, die menschliche Seele weiterentwickeln, als sie im gewöhnlichen Leben und in der gewöhnlichen Wissenschaft ist. Und was hat man da nach den zwei Seiten hin, nach der Gedankenseite und der Willensseite hin zu tun?
[ 44 ] Nun kann man nach beiden Seiten, sowohl nach der Seite des Gedankens, wie nach der Seite des Willens, die menschliche Seele weiterentwickeln, als sie im gewöhnlichen Leben und in der gewöhnlichen Wissenschaft ist. Und was hat man da nach den zwei Seiten hin, nach der Gedankenseite und der Willensseite hin zu tun?
[ 45 ] Ich sagte schon — meine sehr verehrten Anwesenden —, gegenüber dem Gedanken tritt der Wille zurück. Diejenigen Gedanken, die uns Klarheit über die Welt geben, diese Gedanken, sie lassen den Willen ganz und gar zurücktreten. Und diejenigen Willensimpulse, die im alltäglichen Leben sind, die lassen den Gedanken zurücktreten, wie ich eben ausgeführt habe.
[ 45 ] Ich sagte schon — meine sehr verehrten Anwesenden —, gegenüber dem Gedanken tritt der Wille zurück. Diejenigen Gedanken, die uns Klarheit über die Welt geben, diese Gedanken, sie lassen den Willen ganz und gar zurücktreten. Und diejenigen Willensimpulse, die im alltäglichen Leben sind, die lassen den Gedanken zurücktreten, wie ich eben ausgeführt habe.
[ 46 ] Aber es lebt dennoch, sowohl im Gedanken, und zwar in den abstraktesten und in den konkretesten Gedanken, in allen Gedanken lebt immer ein Willensrest, er ist nur nicht bewusst. Und in jedem Willensimpuls lebt ein Gedanke. Der Gedanke fließt irgendwo hinein, erscheint dann wiederum in dem Ergebnis. Wenn wir nun in dem Gedanken den Willen, und in dem Willen den Gedanken suchen, dann üben wir die Seele nach den beiden Richtungen hin. Was heißt das, in dem Gedanken den Willen suchen? Man erreicht das, indem man ausübt dasjenige, was ich ja auch schon hier gerade öfter charakterisiert habe, indem man ausübt Meditation und Konzentration, denn das heißt das Ruhen der Seele auf gewissen Vorstellungen, die völlig überschaubar, klar wie mathematische Begriffe, vor die Seele gestellt werden.
[ 46 ] Aber es lebt dennoch, sowohl im Gedanken, und zwar in den abstraktesten und in den konkretesten Gedanken, in allen Gedanken lebt immer ein Willensrest, er ist nur nicht bewusst. Und in jedem Willensimpuls lebt ein Gedanke. Der Gedanke fließt irgendwo hinein, erscheint dann wiederum in dem Ergebnis. Wenn wir nun in dem Gedanken den Willen, und in dem Willen den Gedanken suchen, dann üben wir die Seele nach den beiden Richtungen hin. Was heißt das, in dem Gedanken den Willen suchen? Man erreicht das, indem man ausübt dasjenige, was ich ja auch schon hier gerade öfter charakterisiert habe, indem man ausübt Meditation und Konzentration, denn das heißt das Ruhen der Seele auf gewissen Vorstellungen, die völlig überschaubar, klar wie mathematische Begriffe, vor die Seele gestellt werden.
[ 47 ] In diesem oftmals jahrelangen Hingeben — es dauert für den einen Menschen weniger lang, für den andern länger, je nach den Anlagen —, in diesem Hingeben an durchschaubare Vorstellungen wird entwickelt eine Kraft des Denkens, wie dasjenige, was vom Willen dem gewöhnlichen Bewusstsein nicht gegenwärtig ist, wie das Willenselement im Denken, wie das eingreift in unseren Organismus, und zwar jetzt in unseren vollständigen Organismus, entdeckt man — während man sonst immer nur auf den Gedanken schaut —, entdeckt man innerhalb des Gedankenlebens das sonst sich verbergende Willensleben; dann kommt in das menschliche Bewusstsein das erste Element der übersinnlichen Erkenntnis hinein. Denn dasjenige, was da sich in unsere Gedanken — ich möchte sagen — hineinmischt, das ist jetzt nicht so, wie sonst das Gedankenleben blass und abstrakt ist, das bringt in das Gedankenleben etwas hinein, was so lebendig ist, so innerlich intensiv ist, wie wir sonst nur erleben an der äußeren Sinneswahrnehmung. Dasjenige, was wir sonst als blasses, abstraktes Gedankenleben innerlich haben, wird wirklich so bildhaft, so lebendig, indem das Willenswesen in ihm entdeckt wird, dass wir ein Nachbild der äußeren Sinneswahrnehmung in unserem Gedankenleben haben. Und diese Vorgänge gehen also so vor sich, dass völliges Bewusstsein — wie wir es in einem mathematischen Problem entwickeln oder wie wir es in einer geometrischen Aufgabe entwickeln — vorhanden ist bei allen Seelenübungen, die zu einem solchen, ich möchte sagen willensverhüllten Bilddenken führen.
[ 47 ] In diesem oftmals jahrelangen Hingeben — es dauert für den einen Menschen weniger lang, für den andern länger, je nach den Anlagen —, in diesem Hingeben an durchschaubare Vorstellungen wird entwickelt eine Kraft des Denkens, wie dasjenige, was vom Willen dem gewöhnlichen Bewusstsein nicht gegenwärtig ist, wie das Willenselement im Denken, wie das eingreift in unseren Organismus, und zwar jetzt in unseren vollständigen Organismus, entdeckt man — während man sonst immer nur auf den Gedanken schaut —, entdeckt man innerhalb des Gedankenlebens das sonst sich verbergende Willensleben; dann kommt in das menschliche Bewusstsein das erste Element der übersinnlichen Erkenntnis hinein. Denn dasjenige, was da sich in unsere Gedanken — ich möchte sagen — hineinmischt, das ist jetzt nicht so, wie sonst das Gedankenleben blass und abstrakt ist, das bringt in das Gedankenleben etwas hinein, was so lebendig ist, so innerlich intensiv ist, wie wir sonst nur erleben an der äußeren Sinneswahrnehmung. Dasjenige, was wir sonst als blasses, abstraktes Gedankenleben innerlich haben, wird wirklich so bildhaft, so lebendig, indem das Willenswesen in ihm entdeckt wird, dass wir ein Nachbild der äußeren Sinneswahrnehmung in unserem Gedankenleben haben. Und diese Vorgänge gehen also so vor sich, dass völliges Bewusstsein — wie wir es in einem mathematischen Problem entwickeln oder wie wir es in einer geometrischen Aufgabe entwickeln — vorhanden ist bei allen Seelenübungen, die zu einem solchen, ich möchte sagen willensverhüllten Bilddenken führen.
[ 48 ] Wer beobachtet dasjenige, was ich im Einzelnen geschildert habe für diese Konzentrations- und Meditationsübungen in meinen Büchern «Geheimwissenschaft» und «Wie erlangt man Erkenntnis der höheren Welten?», und in meinem Buche «Von Seelenrätseln» und in anderen Schriften, der wird schon sehen, wie unbegründet es ist, wenn behauptet wird, dass irgendein träumerisches Seelenleben hinführen soll zu demjenigen, was da als imaginatives Erkennen, als bildhaftes, erkennendes Innenleben geschildert wird, dass alle Vorgänge so sind, dass wir, ich möchte sagen — wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen darf — so nüchtern und so mit gesundem Menschenverstand uns nähern und zuletzt in Besitz setzen dieses imaginativen Denkens, wie wir uns nähern und in Besitz setzen der Lösung einer geometrischen Aufgabe. Man möchte sagen: Alles dasjenige, was zu der Erlangung einer solchen Erkenntnis getan werden muss, wird so ausgeübt, dass es gerechtfertigt werden kann vor der durchschaubarsten, vor der mathematischen Erkenntnis. Und eigentlich muss man sagen, dass es einen am meisten wundern kann, dass mit demjenigen, was das innerste Wesen anthroposophischer Forschungsmethode ist, nicht gerade Mathematiker sympathisieren. Denn die Seelentätigkeit, die ausgeübt wird beim anthroposophischen Forschen, sie ist im Grunde genommen dieselbe, die ausgeübt wird bei Mathematik, nur dass der Inhalt ein anderer ist, bei Mathematik ein formaler, bei dem, was als anthroposophische Forschungsmethode zu gelten hat, ein solcher, der in die Realität, in die Wirklichkeit hineinführt.
[ 48 ] Wer beobachtet dasjenige, was ich im Einzelnen geschildert habe für diese Konzentrations- und Meditationsübungen in meinen Büchern «Geheimwissenschaft» und «Wie erlangt man Erkenntnis der höheren Welten?», und in meinem Buche «Von Seelenrätseln» und in anderen Schriften, der wird schon sehen, wie unbegründet es ist, wenn behauptet wird, dass irgendein träumerisches Seelenleben hinführen soll zu demjenigen, was da als imaginatives Erkennen, als bildhaftes, erkennendes Innenleben geschildert wird, dass alle Vorgänge so sind, dass wir, ich möchte sagen — wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen darf — so nüchtern und so mit gesundem Menschenverstand uns nähern und zuletzt in Besitz setzen dieses imaginativen Denkens, wie wir uns nähern und in Besitz setzen der Lösung einer geometrischen Aufgabe. Man möchte sagen: Alles dasjenige, was zu der Erlangung einer solchen Erkenntnis getan werden muss, wird so ausgeübt, dass es gerechtfertigt werden kann vor der durchschaubarsten, vor der mathematischen Erkenntnis. Und eigentlich muss man sagen, dass es einen am meisten wundern kann, dass mit demjenigen, was das innerste Wesen anthroposophischer Forschungsmethode ist, nicht gerade Mathematiker sympathisieren. Denn die Seelentätigkeit, die ausgeübt wird beim anthroposophischen Forschen, sie ist im Grunde genommen dieselbe, die ausgeübt wird bei Mathematik, nur dass der Inhalt ein anderer ist, bei Mathematik ein formaler, bei dem, was als anthroposophische Forschungsmethode zu gelten hat, ein solcher, der in die Realität, in die Wirklichkeit hineinführt.
[ 49 ] Und in der Tat: In eine ganz bestimmte Wirklichkeit werden wir hineingeführt, wenn wir also das Denken durch Meditation und Konzentration bis zur Erfassung des sonst unberücksichtigten Willenselementes kommen lassen. Denn da tritt uns eben das erste Ergebnis übersinnlicher Forschung, übersinnlicher Erkenntnis wirklich auf. Und das ist dasjenige, was ich genannt habe in meinen Büchern den Bildekräfteleib des Menschen.
[ 49 ] Und in der Tat: In eine ganz bestimmte Wirklichkeit werden wir hineingeführt, wenn wir also das Denken durch Meditation und Konzentration bis zur Erfassung des sonst unberücksichtigten Willenselementes kommen lassen. Denn da tritt uns eben das erste Ergebnis übersinnlicher Forschung, übersinnlicher Erkenntnis wirklich auf. Und das ist dasjenige, was ich genannt habe in meinen Büchern den Bildekräfteleib des Menschen.
[ 50 ] Wenn wir nämlich das Denken bis zu dieser Stufe, bis zu der Imagination gebracht haben, dann lernen wir leben, jetzt nicht in dem abstrakten Denken, sondern in einem solchen Denken, das eben innerlich viel realer ist als das abstrakte Denken. Jetzt lernen wir uns hineinleben in ein lebendiges, in ein wie Wirklichkeit hinströmendes und unsere Seele aufnehmendes Denken. Wir leben uns hinein in einen Gedankenorganismus. Und das erste Ergebnis tritt auf vor uns: Es ist das, was in einem großen Lebenstableau vor uns steht, dasjenige, was seit unserer Geburt gearbeitet hat, innerlich, unsern physischen Leib durchsetzend als ein Übersinnliches, eben der Bildekräfteleib.
[ 50 ] Wenn wir nämlich das Denken bis zu dieser Stufe, bis zu der Imagination gebracht haben, dann lernen wir leben, jetzt nicht in dem abstrakten Denken, sondern in einem solchen Denken, das eben innerlich viel realer ist als das abstrakte Denken. Jetzt lernen wir uns hineinleben in ein lebendiges, in ein wie Wirklichkeit hinströmendes und unsere Seele aufnehmendes Denken. Wir leben uns hinein in einen Gedankenorganismus. Und das erste Ergebnis tritt auf vor uns: Es ist das, was in einem großen Lebenstableau vor uns steht, dasjenige, was seit unserer Geburt gearbeitet hat, innerlich, unsern physischen Leib durchsetzend als ein Übersinnliches, eben der Bildekräfteleib.
[ 51 ] Dieser Leib, von dem ich hier spreche, er ist nicht so wie der physische Leib bloß im Raume ausgebreitet, dieser Leib ist ein Zeitleib. So wie im physischen Raumesleib die einzelnen Organe aufeinander bezogen sind und in Wechselwirkung stehen, so sind die Zeitvorgänge von unserer Geburt bis zum Tode in diesem Bildekräfteleib eine große Einheit. Dasjenige, was der Bildekräfteleib vom, zum Beispiel, vom 45. Jahre bis zum 50. Jahre erlebt, steht in einem solchen Zusammenhange mit demjenigen, was zwischen dem 10. und 15. Jahre erlebt worden ist, wie — sagen wir — irgendeine Partie unseres Gehirns zur Partie des Herzens oder unseres Magens im physischen Leibe zusammenhängt. Einen Zeitleib haben wir, der uns angegliedert ist, der aber ein erkraftetes Denken darstellt, ein Denken, das zu gleicher Zeit Wachstumskräfte, sprießende und sprossende Wachstumskräfte in sich hat. Wir fühlen jetzt nicht nur dasjenige, was wir seit der Geburt hier auf der Erde innerlich durchlebt haben — wie den Strom der Erinnerung, aus dem das eine oder andere herauftaucht aus dem Gedächtnisse —, sondern wir fühlen, wie diese Erinnerungen nur die abstrakten oberen Wellen sind desjenigen, was unter der Oberfläche des gewöhnlichen Bewusstseins unseren Leib durchwebt und durchlebt, was lebt in unserem Stoffwechsel, [was ist in der] Herzbewegung, was lebt in unserer Tätigkeit, unserem Nervensystem, was aber da anschaulich wird als ein Geistleib, als ein übersinnlicher, ätherischer Leib.
[ 51 ] Dieser Leib, von dem ich hier spreche, er ist nicht so wie der physische Leib bloß im Raume ausgebreitet, dieser Leib ist ein Zeitleib. So wie im physischen Raumesleib die einzelnen Organe aufeinander bezogen sind und in Wechselwirkung stehen, so sind die Zeitvorgänge von unserer Geburt bis zum Tode in diesem Bildekräfteleib eine große Einheit. Dasjenige, was der Bildekräfteleib vom, zum Beispiel, vom 45. Jahre bis zum 50. Jahre erlebt, steht in einem solchen Zusammenhange mit demjenigen, was zwischen dem 10. und 15. Jahre erlebt worden ist, wie — sagen wir — irgendeine Partie unseres Gehirns zur Partie des Herzens oder unseres Magens im physischen Leibe zusammenhängt. Einen Zeitleib haben wir, der uns angegliedert ist, der aber ein erkraftetes Denken darstellt, ein Denken, das zu gleicher Zeit Wachstumskräfte, sprießende und sprossende Wachstumskräfte in sich hat. Wir fühlen jetzt nicht nur dasjenige, was wir seit der Geburt hier auf der Erde innerlich durchlebt haben — wie den Strom der Erinnerung, aus dem das eine oder andere herauftaucht aus dem Gedächtnisse —, sondern wir fühlen, wie diese Erinnerungen nur die abstrakten oberen Wellen sind desjenigen, was unter der Oberfläche des gewöhnlichen Bewusstseins unseren Leib durchwebt und durchlebt, was lebt in unserem Stoffwechsel, [was ist in der] Herzbewegung, was lebt in unserer Tätigkeit, unserem Nervensystem, was aber da anschaulich wird als ein Geistleib, als ein übersinnlicher, ätherischer Leib.
[ 52 ] Erkenntnisstufen früherer Epochen, die diese Dinge noch nicht so klar erkennen konnten, wie die heutige Anthroposophie das anstrebt, die aber eine Ahnung hatten aus dumpfem Hellsehen heraus, die wussten, dass ein solcher Bildekräfteleib vorhanden ist. Da nannte man ihn den Ätherleib oder Lebensleib. Ich möchte nicht, dass bei diesen Ausdrücken etwas anderes gedacht wird als dasjenige, was ich selber hier charakterisierte! Und so entdecken wir wie in einem großen Tableau dasjenige, was wir als eine Einheit sind, seitdem wir auf dieser Erde einen physischen Leib haben.
[ 52 ] Erkenntnisstufen früherer Epochen, die diese Dinge noch nicht so klar erkennen konnten, wie die heutige Anthroposophie das anstrebt, die aber eine Ahnung hatten aus dumpfem Hellsehen heraus, die wussten, dass ein solcher Bildekräfteleib vorhanden ist. Da nannte man ihn den Ätherleib oder Lebensleib. Ich möchte nicht, dass bei diesen Ausdrücken etwas anderes gedacht wird als dasjenige, was ich selber hier charakterisierte! Und so entdecken wir wie in einem großen Tableau dasjenige, was wir als eine Einheit sind, seitdem wir auf dieser Erde einen physischen Leib haben.
[ 53 ] Das erste Übersinnliche — meine sehr verehrten Anwesenden —, es ist noch nichts, was uns über unser Erdendasein hinausführt. Anthroposophie muss durchaus gewissenhaft stufenweise weitergehen, aber es ist Inhalt des Erdendaseins, das in uns selbst befindliche erste übersinnliche Element, dieser Bildekräfteleib, der der Zeit gemäß organisiert ist, wie unser physischer Leib dem Raume gemäß organisiert ist, charakterisiert ist.
[ 53 ] Das erste Übersinnliche — meine sehr verehrten Anwesenden —, es ist noch nichts, was uns über unser Erdendasein hinausführt. Anthroposophie muss durchaus gewissenhaft stufenweise weitergehen, aber es ist Inhalt des Erdendaseins, das in uns selbst befindliche erste übersinnliche Element, dieser Bildekräfteleib, der der Zeit gemäß organisiert ist, wie unser physischer Leib dem Raume gemäß organisiert ist, charakterisiert ist.
[ 54 ] Aber wir können weiterschreiten. Wir können eine nächste Übung, die sozusagen noch an das Denken, an die Meditation und Konzentration anknüpft, die aber gleichzeitig über sie hinausführt, vollziehen. Sie besteht darinnen, dass wir, nachdem wir uns zunächst angestrengt haben, unsere ganze Seelenaufmerksamkeit auf eine Vorstellung in Meditation zunächst zu wenden, sodass wir gar nichts von der übrigen Welt wahrnehmen, sondern die Seele nur auf diese eine Vorstellung wenden; dann erkraften wir die Seele durch diese Konzentration, wie wir sonst den Muskel erkraften, der immer wieder und wiederum eine Arbeit ausführt. So, durch dieses immer [wiederkommende] Konzentrieren und Meditieren erfassen [wir] irgendeinen Vorstellungskomplex, der leicht [überschaubar] ist, [(der] erkraftet das Seelenwesen; dass [wir] zu dem — was wir [eben] geschildert haben —, zu dem Auffassen des Willenselementes im Denken aufsteigen, dass es zur imaginativen Erkenntnis kommt. Obwohl immer bei dieser anthroposophischen Methode, ich möchte sagen der gesunde Menschenverstand dableibt, müssen wir doch sagen, dass etwas wie eine zweite Persönlichkeit sich hinstellt neben den Menschen, wie er gewöhnlich ist, die nun dasjenige erlebt, was ich geschildert habe, sagen wir zum Beispiel in imaginativer Erkenntnis.
[ 54 ] Aber wir können weiterschreiten. Wir können eine nächste Übung, die sozusagen noch an das Denken, an die Meditation und Konzentration anknüpft, die aber gleichzeitig über sie hinausführt, vollziehen. Sie besteht darinnen, dass wir, nachdem wir uns zunächst angestrengt haben, unsere ganze Seelenaufmerksamkeit auf eine Vorstellung in Meditation zunächst zu wenden, sodass wir gar nichts von der übrigen Welt wahrnehmen, sondern die Seele nur auf diese eine Vorstellung wenden; dann erkraften wir die Seele durch diese Konzentration, wie wir sonst den Muskel erkraften, der immer wieder und wiederum eine Arbeit ausführt. So, durch dieses immer [wiederkommende] Konzentrieren und Meditieren erfassen [wir] irgendeinen Vorstellungskomplex, der leicht [überschaubar] ist, [(der] erkraftet das Seelenwesen; dass [wir] zu dem — was wir [eben] geschildert haben —, zu dem Auffassen des Willenselementes im Denken aufsteigen, dass es zur imaginativen Erkenntnis kommt. Obwohl immer bei dieser anthroposophischen Methode, ich möchte sagen der gesunde Menschenverstand dableibt, müssen wir doch sagen, dass etwas wie eine zweite Persönlichkeit sich hinstellt neben den Menschen, wie er gewöhnlich ist, die nun dasjenige erlebt, was ich geschildert habe, sagen wir zum Beispiel in imaginativer Erkenntnis.
[ 55 ] Das ist ja der Unterschied des anthroposophischen Erlebens von dem Erleben als Medium, dass derjenige, der als Medium erlebt, der Halluzinatorisches, der Visionen hat, er lebt sich mit seinem ganzen Ich, mit seiner ganzen Persönlichkeit in diese Zustände, die durchaus mit seiner leiblichen Entwicklung zusammenhängen, hinein. Er verliert dasjenige, was er sonst ist, aus dem Auge; er lebt nur in dem, was sich ihm vor die Seele stellt in abnormer Weise.
[ 55 ] Das ist ja der Unterschied des anthroposophischen Erlebens von dem Erleben als Medium, dass derjenige, der als Medium erlebt, der Halluzinatorisches, der Visionen hat, er lebt sich mit seinem ganzen Ich, mit seiner ganzen Persönlichkeit in diese Zustände, die durchaus mit seiner leiblichen Entwicklung zusammenhängen, hinein. Er verliert dasjenige, was er sonst ist, aus dem Auge; er lebt nur in dem, was sich ihm vor die Seele stellt in abnormer Weise.
[ 56 ] Derjenige, der sich hineinlebt in imaginative Erkenntnis und auch in die höheren Stufen desjenigen, was ich gleich zu schildern habe, der setzt eine zweite Persönlichkeit aus sich, den Betrachter des Übersinnlichen, aus sich heraus; aber er bleibt immer da, kontrollierend und kritisierend neben diesem Betrachter des Übersinnlichen, mit seinem gesunden Menschenverstand, so wie er im gewöhnlichen Leben ist.
[ 56 ] Derjenige, der sich hineinlebt in imaginative Erkenntnis und auch in die höheren Stufen desjenigen, was ich gleich zu schildern habe, der setzt eine zweite Persönlichkeit aus sich, den Betrachter des Übersinnlichen, aus sich heraus; aber er bleibt immer da, kontrollierend und kritisierend neben diesem Betrachter des Übersinnlichen, mit seinem gesunden Menschenverstand, so wie er im gewöhnlichen Leben ist.
[ 57 ] Daher kann auch Anthroposophie jedem vorgetragen werden, sie kann mit dem gesunden Menschenverstand begriffen werden, weil auch in demjenigen, der ein anthroposophischer Forscher ist, dasjenige, was sich ihm darbietet an übersinnlichem Anschauen, erst mit dem, was er geblieben ist daneben, mit dem Träger des gesunden Menschenverstandes, kontrolliert und kritisiert werden muss. Aber es ist doch so, dass man dadurch, dass man sich erst konzentriert auf bestimmte Vorstellungen, dass man dadurch auch die Neigung erhält, die innerliche Neigung, diese Vorstellungen nun in der Seele zu behalten, diese Vorstellungen nicht wieder loszulassen. Es gehört eine größere Kraft als zum gewöhnlichen Vergessen dazu, solche Vorstellungen, die man zuerst mit aller Kraft, mit der stärksten Kraft der inneren Aufmerksamkeit zunächst in die Seele hereingestellt hat, nun wiederum aus der Seele herauszubringen.
[ 57 ] Daher kann auch Anthroposophie jedem vorgetragen werden, sie kann mit dem gesunden Menschenverstand begriffen werden, weil auch in demjenigen, der ein anthroposophischer Forscher ist, dasjenige, was sich ihm darbietet an übersinnlichem Anschauen, erst mit dem, was er geblieben ist daneben, mit dem Träger des gesunden Menschenverstandes, kontrolliert und kritisiert werden muss. Aber es ist doch so, dass man dadurch, dass man sich erst konzentriert auf bestimmte Vorstellungen, dass man dadurch auch die Neigung erhält, die innerliche Neigung, diese Vorstellungen nun in der Seele zu behalten, diese Vorstellungen nicht wieder loszulassen. Es gehört eine größere Kraft als zum gewöhnlichen Vergessen dazu, solche Vorstellungen, die man zuerst mit aller Kraft, mit der stärksten Kraft der inneren Aufmerksamkeit zunächst in die Seele hereingestellt hat, nun wiederum aus der Seele herauszubringen.
[ 58 ] Da ist die zweite Übung erreicht, die entwickeln muss Vorstellungen, auf die man sich scharf konzentriert hat, ich möchte sagen, die einen ganz hingenommen haben, die wieder herauszuschaffen. Sodass man, nachdem man sich konzentriert hat, ich möchte sagen, nachdem man sie meditiert hat, das hinzustellen, was ich leeres Bewusstsein nenne.
[ 58 ] Da ist die zweite Übung erreicht, die entwickeln muss Vorstellungen, auf die man sich scharf konzentriert hat, ich möchte sagen, die einen ganz hingenommen haben, die wieder herauszuschaffen. Sodass man, nachdem man sich konzentriert hat, ich möchte sagen, nachdem man sie meditiert hat, das hinzustellen, was ich leeres Bewusstsein nenne.
[ 59 ] Wenn man dieses leere Bewusstsein entwickelt, wenn man die Kraft zur Herstellung dieses leeren Bewusstseins entwickelt, anwendet eben, heraus aus dem Meditieren, Konzentrieren, dann ist nicht dieses Bewusstsein erfüllt von irgendwelchen Erinnerungen, oder von Eindrücken der äußeren Welt; es ist wirklich leer.
[ 59 ] Wenn man dieses leere Bewusstsein entwickelt, wenn man die Kraft zur Herstellung dieses leeren Bewusstseins entwickelt, anwendet eben, heraus aus dem Meditieren, Konzentrieren, dann ist nicht dieses Bewusstsein erfüllt von irgendwelchen Erinnerungen, oder von Eindrücken der äußeren Welt; es ist wirklich leer.
[ 60 ] Dann aber, wenn dieses Bewusstsein leer ist, es bleibt nicht lange leer, denn die äußere Welt dringt herein, denn man hat sich dieses Bewusstsein zunächst selber hergestellt, man ist wachend ohne einen Inhalt. Der Inhalt kommt aber nach einiger Zeit — der uns sonst durch die Entwicklung kommt und mit dem gewöhnlichen Verstande verarbeitet wird —, das ist der Inhalt einer übersinnlichen, einer geistigen Welt. Und dadurch, dass man sich, nachdem man das imaginative Erkennen durch Meditation und Konzentration errungen hat, dass man dieses leere Bewusstsein hergestellt hat, dadurch erringt man sich die Einblicke in die geistige Welt, in die übersinnliche Welt, die uns ebenso umgibt, wie uns die sinnliche Welt umgibt. Jetzt lernt man: Hat man dieses — ich nenne es nun das initiierte Bewusstsein —, hat man dieses initiierte Bewusstsein errungen: Jetzt steht man drinnen überall in der geistigen Welt und daneben mit seinem gesunden Menschenverstand, seinen gesunden Sinnen — [so] hat man ebenso den Einblick in die physisch-sinnliche Welt, wie man ihn sonst als Erdenmensch hat.
[ 60 ] Dann aber, wenn dieses Bewusstsein leer ist, es bleibt nicht lange leer, denn die äußere Welt dringt herein, denn man hat sich dieses Bewusstsein zunächst selber hergestellt, man ist wachend ohne einen Inhalt. Der Inhalt kommt aber nach einiger Zeit — der uns sonst durch die Entwicklung kommt und mit dem gewöhnlichen Verstande verarbeitet wird —, das ist der Inhalt einer übersinnlichen, einer geistigen Welt. Und dadurch, dass man sich, nachdem man das imaginative Erkennen durch Meditation und Konzentration errungen hat, dass man dieses leere Bewusstsein hergestellt hat, dadurch erringt man sich die Einblicke in die geistige Welt, in die übersinnliche Welt, die uns ebenso umgibt, wie uns die sinnliche Welt umgibt. Jetzt lernt man: Hat man dieses — ich nenne es nun das initiierte Bewusstsein —, hat man dieses initiierte Bewusstsein errungen: Jetzt steht man drinnen überall in der geistigen Welt und daneben mit seinem gesunden Menschenverstand, seinen gesunden Sinnen — [so] hat man ebenso den Einblick in die physisch-sinnliche Welt, wie man ihn sonst als Erdenmensch hat.
[ 61 ] Dass diese Dinge sich nebeneinander entwickeln, ist das Wesentliche; dann wird der Mensch niemals in pathologische Zustände hineinkommen können, wenn er sich in solchen Forschungsmethoden bewegt. Aber man kann, wenn man herangeschult hat diese Kräfte, Meditationsvorstellungen, Konzentrationsvorstellungen zu unterdrücken, leeres Bewusstsein herstellen, kann auch dazu kommen, jenes Lebenstableau selbst zu unterdrücken, das unseren inneren Menschen, unseren Werdekräfteleib uns vor die Seele gerückt hat, wie er gewirkt hat, wie er gewebt hat in uns allen ein Übersinnliches, seit dem Beginn unseres Erdendaseins, wir können jetzt, wenn wir uns diese Kräfte angeeignet haben zur Herstellung des leeren Bewusstseins, wir können herausschaffen — wenn wir zunächst den Bildekräfteleib in das Bewusstsein hineingebracht haben —, wir können diesen Bildekräfteleib selber ausschalten. Wir erringen allmählich eine so starke Kraft, dass wir diese, unsere eigene geistige Welt nun auch ausschalten können, dass wir ihm gegenüber leeres Bewusstsein herstellen. Dann aber — meine sehr verehrten Anwesenden —, wenn wir diesem Leib gegenüber leeres Bewusstsein herstellen, dann erfüllt sich die menschliche Seele, das menschliche Bewusstsein, nicht bloß dieses jetzige leere Bewusstsein mit einem geistig-seelischen Inhalt aus der Umgebung, wie ich es eben beschrieben habe, sondern dann erfüllt sich dieses Bewusstsein des Menschen mit jenem geistig-seelischen Inhalt, der wir selbst waren, bevor wir heruntergestiegen sind aus der geistig-seelischen Welt und angenommen haben durch die Vererbung der Stoffe und Kräfte von unseren Eltern und Voreltern unseren physischen Leib. Das heißt: Wir gelangen zu der Anschauung desjenigen, was wir waren, bevor wir einen physischen Erdenleib angenommen haben. Das heißt, wir gelangen zu der Anschauung unseres Wesens vor der Geburt oder vor der Konzeption. Das ergibt sich in übersinnlicher Erkenntnis, der zweiten Stufe in der inspirierten Erkenntnis, die auf die Weise erlangt wird, wie ich es eben beschrieben habe.
[ 61 ] Dass diese Dinge sich nebeneinander entwickeln, ist das Wesentliche; dann wird der Mensch niemals in pathologische Zustände hineinkommen können, wenn er sich in solchen Forschungsmethoden bewegt. Aber man kann, wenn man herangeschult hat diese Kräfte, Meditationsvorstellungen, Konzentrationsvorstellungen zu unterdrücken, leeres Bewusstsein herstellen, kann auch dazu kommen, jenes Lebenstableau selbst zu unterdrücken, das unseren inneren Menschen, unseren Werdekräfteleib uns vor die Seele gerückt hat, wie er gewirkt hat, wie er gewebt hat in uns allen ein Übersinnliches, seit dem Beginn unseres Erdendaseins, wir können jetzt, wenn wir uns diese Kräfte angeeignet haben zur Herstellung des leeren Bewusstseins, wir können herausschaffen — wenn wir zunächst den Bildekräfteleib in das Bewusstsein hineingebracht haben —, wir können diesen Bildekräfteleib selber ausschalten. Wir erringen allmählich eine so starke Kraft, dass wir diese, unsere eigene geistige Welt nun auch ausschalten können, dass wir ihm gegenüber leeres Bewusstsein herstellen. Dann aber — meine sehr verehrten Anwesenden —, wenn wir diesem Leib gegenüber leeres Bewusstsein herstellen, dann erfüllt sich die menschliche Seele, das menschliche Bewusstsein, nicht bloß dieses jetzige leere Bewusstsein mit einem geistig-seelischen Inhalt aus der Umgebung, wie ich es eben beschrieben habe, sondern dann erfüllt sich dieses Bewusstsein des Menschen mit jenem geistig-seelischen Inhalt, der wir selbst waren, bevor wir heruntergestiegen sind aus der geistig-seelischen Welt und angenommen haben durch die Vererbung der Stoffe und Kräfte von unseren Eltern und Voreltern unseren physischen Leib. Das heißt: Wir gelangen zu der Anschauung desjenigen, was wir waren, bevor wir einen physischen Erdenleib angenommen haben. Das heißt, wir gelangen zu der Anschauung unseres Wesens vor der Geburt oder vor der Konzeption. Das ergibt sich in übersinnlicher Erkenntnis, der zweiten Stufe in der inspirierten Erkenntnis, die auf die Weise erlangt wird, wie ich es eben beschrieben habe.
[ 62 ] Anthroposophie ist in der Lage, [nicht] irgendetwas aus der Phantasie hervorzuholen, auch nicht aus leichtgeschürzter Mystik, sondern Anthroposophie muss sich stufenweise die Sichten erobern, indem sie sich erst die Kraft dazu heranzieht in der menschlichen Anlage, die in das übersinnliche Dasein hineinführt. Man verleumdet Anthroposophie, wenn man sie bloß eine Philosophie nennt. Sie beruht nicht auf einer philosophischen Spekulation, sondern sie beruht auf einer Anschauung, die ebenso lebendig ist, wie nur je eine [sinnliche] Anschauung sein kann, die aber eben errungen werden muss, indem der Mensch die Kräfte, die in seiner Seele sonst nur schlummern, so ausbildet, wie ich sie im Prinzip angedeutet habe, und wie Sie die weiteren Ausführungen davon in den genannten Büchern finden können.
[ 62 ] Anthroposophie ist in der Lage, [nicht] irgendetwas aus der Phantasie hervorzuholen, auch nicht aus leichtgeschürzter Mystik, sondern Anthroposophie muss sich stufenweise die Sichten erobern, indem sie sich erst die Kraft dazu heranzieht in der menschlichen Anlage, die in das übersinnliche Dasein hineinführt. Man verleumdet Anthroposophie, wenn man sie bloß eine Philosophie nennt. Sie beruht nicht auf einer philosophischen Spekulation, sondern sie beruht auf einer Anschauung, die ebenso lebendig ist, wie nur je eine [sinnliche] Anschauung sein kann, die aber eben errungen werden muss, indem der Mensch die Kräfte, die in seiner Seele sonst nur schlummern, so ausbildet, wie ich sie im Prinzip angedeutet habe, und wie Sie die weiteren Ausführungen davon in den genannten Büchern finden können.
[ 63 ] Nun aber — meine sehr verehrten Anwesenden —, jetzt stellt sich dem Geistesforscher etwas ganz Besonderes vor die Seele. In dem Augenblick, wo er gewissermaßen sein Menschentum, sein Seelenwesen kennenlernt, wie es war vor dem Herabstieg auf die Erde, in diesem Momente, da tritt dem Menschen sein physischer Leib wie ein äußerer Gegenstand entgegen. Er lebt jetzt gewissermaßen mit seiner erst erzeugten Persönlichkeit gewissermaßen zurückversetzt in sein Dasein, bevor sein physischer Leib war. Er hat diesen physischen Leib jetzt wie etwas Äußeres vor sich. Und indem er diesen physischen Leib als etwas Äußeres vor sich hat, sieht er diesen physischen Leib an — das ist dasjenige, was berücksichtigt werden muss. Er sieht diesen physischen Leib nicht bloß etwa, wie er im gewöhnlichen Leben ist für die physische Anschauung, sondern er sieht diesen physischen Leib seinen inneren Organen nach, allerdings diese inneren Organe vergeistigt.
[ 63 ] Nun aber — meine sehr verehrten Anwesenden —, jetzt stellt sich dem Geistesforscher etwas ganz Besonderes vor die Seele. In dem Augenblick, wo er gewissermaßen sein Menschentum, sein Seelenwesen kennenlernt, wie es war vor dem Herabstieg auf die Erde, in diesem Momente, da tritt dem Menschen sein physischer Leib wie ein äußerer Gegenstand entgegen. Er lebt jetzt gewissermaßen mit seiner erst erzeugten Persönlichkeit gewissermaßen zurückversetzt in sein Dasein, bevor sein physischer Leib war. Er hat diesen physischen Leib jetzt wie etwas Äußeres vor sich. Und indem er diesen physischen Leib als etwas Äußeres vor sich hat, sieht er diesen physischen Leib an — das ist dasjenige, was berücksichtigt werden muss. Er sieht diesen physischen Leib nicht bloß etwa, wie er im gewöhnlichen Leben ist für die physische Anschauung, sondern er sieht diesen physischen Leib seinen inneren Organen nach, allerdings diese inneren Organe vergeistigt.
[ 64 ] Wenn Sie sich vorstellen das menschliche Herz, die menschliche Lunge, das menschliche Gehirn, die verschiedenen menschlichen Organe, nicht in physischer Beziehung mit physischen Konturen, sondern als Prozesse, als innerliche Tätigkeit, als aufsteigende Werde-, Wachstumsprozesse, als absteigende Vernichtungsprozesse, Todesprozesse, die ineinanderwirken, wenn Sie sich so den inneren menschlichen Organismus denken — aber eben nicht den Menschen als Ganzes, wie wir ihn sonst vor der physischen Anschauung haben, sondern auch physisch, aber das Physische in geistiger Übersetzung, möchte ich sagen, wenn Sie sich das vorstellen, so steht das jetzt vor dem Menschen in demselben Augenblicke, wo er schaut sein geistig-seelisches Dasein, wie es war, bevor er auf die Erde herabgestiegen ist.
[ 64 ] Wenn Sie sich vorstellen das menschliche Herz, die menschliche Lunge, das menschliche Gehirn, die verschiedenen menschlichen Organe, nicht in physischer Beziehung mit physischen Konturen, sondern als Prozesse, als innerliche Tätigkeit, als aufsteigende Werde-, Wachstumsprozesse, als absteigende Vernichtungsprozesse, Todesprozesse, die ineinanderwirken, wenn Sie sich so den inneren menschlichen Organismus denken — aber eben nicht den Menschen als Ganzes, wie wir ihn sonst vor der physischen Anschauung haben, sondern auch physisch, aber das Physische in geistiger Übersetzung, möchte ich sagen, wenn Sie sich das vorstellen, so steht das jetzt vor dem Menschen in demselben Augenblicke, wo er schaut sein geistig-seelisches Dasein, wie es war, bevor er auf die Erde herabgestiegen ist.
[ 65 ] Ich scheue nicht zurück — meine sehr verehrten Anwesenden, weil die Dinge, von denen ich spreche, sichere geisteswissenschaftliche Forschungsresultate sind, und da ich einfach, selbstverständlich, ohne dass ich alle die Mittelglieder geben kann, die sich aber in den genannten Büchern durchaus finden, ich aber die Ergebnisse aufzählen will —, wenigstens auf einigen Gebieten dasjenige zu sagen, was dem heutigen Menschen dennoch durchaus paradox erscheinen muss, dasjenige, was nämlich auf der Stufe, die ich eben charakterisierte, vor den Menschen hinzustellen, in der folgenden Weise zu charakterisieren.
[ 65 ] Ich scheue nicht zurück — meine sehr verehrten Anwesenden, weil die Dinge, von denen ich spreche, sichere geisteswissenschaftliche Forschungsresultate sind, und da ich einfach, selbstverständlich, ohne dass ich alle die Mittelglieder geben kann, die sich aber in den genannten Büchern durchaus finden, ich aber die Ergebnisse aufzählen will —, wenigstens auf einigen Gebieten dasjenige zu sagen, was dem heutigen Menschen dennoch durchaus paradox erscheinen muss, dasjenige, was nämlich auf der Stufe, die ich eben charakterisierte, vor den Menschen hinzustellen, in der folgenden Weise zu charakterisieren.
[ 66 ] Bedenken Sie — meine sehr verehrten Anwesenden —, Sie schauen in Ihr Inneres hinein, Sie finden in Ihrem Inneren seelische Erinnerungen, Erinnerungen, die im Zusammenhang stehen mit Erlebnissen, und glauben, dasjenige sei erlebt, was im Innern Ihrer Seele als Vorstellungsleben, als empfindungsdurchdrungene Vorstellungen in bildhafter Art auftaucht. Sie können genau unterscheiden, ich möchte sagen die feine, zarte webende Art des Seelischen, das Sie erkennen; und Sie können es beziehen auf das robuste äußere Physische des Lebens, auf das es eben zu beziehen ist. Aber wie wäre es, wenn einmal das Folgende eintreten würde? Wenn plötzlich in der Seele etwas auftauchen würde, wovon Sie sich sagen: Ja, wo kommt denn das her? So etwas habe ich niemals erlebt. Sie werden nicht früher ruhen, bis Sie dasjenige, was da in Ihrer Seele aufgetaucht ist, was so auftritt wie eine Erinnerung, bis Sie das auf ein bestimmtes Erlebnis beziehen können, dann werden Sie ruhig sein. Und Sie beziehen immer dasjenige, was ein feines webendes, geistseelisches Weben im Innern ist, das beziehen Sie auf ein robustes Materielles in der Außenwelt, mit der Sie in Beziehung gestanden haben.
[ 66 ] Bedenken Sie — meine sehr verehrten Anwesenden —, Sie schauen in Ihr Inneres hinein, Sie finden in Ihrem Inneren seelische Erinnerungen, Erinnerungen, die im Zusammenhang stehen mit Erlebnissen, und glauben, dasjenige sei erlebt, was im Innern Ihrer Seele als Vorstellungsleben, als empfindungsdurchdrungene Vorstellungen in bildhafter Art auftaucht. Sie können genau unterscheiden, ich möchte sagen die feine, zarte webende Art des Seelischen, das Sie erkennen; und Sie können es beziehen auf das robuste äußere Physische des Lebens, auf das es eben zu beziehen ist. Aber wie wäre es, wenn einmal das Folgende eintreten würde? Wenn plötzlich in der Seele etwas auftauchen würde, wovon Sie sich sagen: Ja, wo kommt denn das her? So etwas habe ich niemals erlebt. Sie werden nicht früher ruhen, bis Sie dasjenige, was da in Ihrer Seele aufgetaucht ist, was so auftritt wie eine Erinnerung, bis Sie das auf ein bestimmtes Erlebnis beziehen können, dann werden Sie ruhig sein. Und Sie beziehen immer dasjenige, was ein feines webendes, geistseelisches Weben im Innern ist, das beziehen Sie auf ein robustes Materielles in der Außenwelt, mit der Sie in Beziehung gestanden haben.
[ 67 ] Jetzt, der inspirierten Erkenntnis gegenüber, da ist es so, dass der Mensch vor seiner Seele stehen hat, ich möchte sagen das ganze Innere seines Organismus mit allen einzelnen Organen, mit den Kräften, die diese Organe zusammensetzen, Lunge, Leber, alles ist da; der Mensch durchschaut sie gerade als physisches Wesen innerlich. Nur erscheint ihm dieses Physische in der neueren Zeit geistiger durchsetzt, aber es ist die physische Organisation. Und das ist so, wie wenn wir lauter Erinnerungen hätten — damit können wir es vergleichen —, von denen wir nicht wissen, auf was sie sich beziehen. Aber wir können lernen, auf was sich das, was uns da in unserem eigenen Organismus entgegentritt, auf was sich das bezieht in der Außenwelt. Wir lernen nämlich, indem wir uns das leere Bewusstsein angeeignet haben, die Außenwelt in einer neuen Gestalt sehen.
[ 67 ] Jetzt, der inspirierten Erkenntnis gegenüber, da ist es so, dass der Mensch vor seiner Seele stehen hat, ich möchte sagen das ganze Innere seines Organismus mit allen einzelnen Organen, mit den Kräften, die diese Organe zusammensetzen, Lunge, Leber, alles ist da; der Mensch durchschaut sie gerade als physisches Wesen innerlich. Nur erscheint ihm dieses Physische in der neueren Zeit geistiger durchsetzt, aber es ist die physische Organisation. Und das ist so, wie wenn wir lauter Erinnerungen hätten — damit können wir es vergleichen —, von denen wir nicht wissen, auf was sie sich beziehen. Aber wir können lernen, auf was sich das, was uns da in unserem eigenen Organismus entgegentritt, auf was sich das bezieht in der Außenwelt. Wir lernen nämlich, indem wir uns das leere Bewusstsein angeeignet haben, die Außenwelt in einer neuen Gestalt sehen.
[ 68 ] Sehen Sie, meine sehr verehrten Anwesenden, durch unsere physische Anschauung, auch durch die physische Wissenschaft — Astronomie, Astrophysik, Astrochemie —, wir sehen die physische Sonne in einer mehr oder weniger genaueren oder ungenaueren Kontur. Das ist aber nicht das Vollständige der Sonne, so wie dasjenige, was wir mit physischen Augen sehen, nicht das Vollständige in dem Menschen ist. In dem Augenblicke, wo leeres Bewusstsein hergestellt ist, sehen wir ja außerdem, was sich dem äußeren Auge in der äußeren Wissenschaft darbietet, gewissermaßen ein Sonnenhaftes, das durch den ganzen uns zugänglichen Raum webt und west als Kraftgestaltung, das sich da physisch konzentriert, aber dass es sich ja verbreitet. Wir sehen in dem ganzen uns zugänglichen Raum ein Sonnenhaftes.
[ 68 ] Sehen Sie, meine sehr verehrten Anwesenden, durch unsere physische Anschauung, auch durch die physische Wissenschaft — Astronomie, Astrophysik, Astrochemie —, wir sehen die physische Sonne in einer mehr oder weniger genaueren oder ungenaueren Kontur. Das ist aber nicht das Vollständige der Sonne, so wie dasjenige, was wir mit physischen Augen sehen, nicht das Vollständige in dem Menschen ist. In dem Augenblicke, wo leeres Bewusstsein hergestellt ist, sehen wir ja außerdem, was sich dem äußeren Auge in der äußeren Wissenschaft darbietet, gewissermaßen ein Sonnenhaftes, das durch den ganzen uns zugänglichen Raum webt und west als Kraftgestaltung, das sich da physisch konzentriert, aber dass es sich ja verbreitet. Wir sehen in dem ganzen uns zugänglichen Raum ein Sonnenhaftes.
[ 69 ] Und dieses Sonnenhafte, das erkannt wird erst durch das leere Bewusstsein in inspirierter Erkenntnis als ein lebendiges Wesen, dieses Sonnenhafte, das stellt sich in einer merkwürdigen Weise mit dem, was wir von uns selbst erkennen, zusammen, wenn wir einem Menschen gegenübertreten. Wir nehmen mit äußeren Sinnen seinen physischen Leib wahr. Dann ist gewissermaßen dasjenige, was sein physischer Leib ist als Ausbreitung, das ist zusammengefasst in seinem Seelischen. Wir müssen uns das Seelische wie ein Konzentriertes des räumlich Ausgedehnten vorstellen; indem wir in die äußere große Natur, in den Kosmos schauen, sind die Bedingungen entgegengesetzt. Da ist zum Beispiel das Leibliche der Sonne, das Zusammen-Konzentrierte, und das Geistige, das ist jetzt das weit im Raume Ausgedehnte. Aber wir nehmen es wahr. Wie wir den physischen Leib des Menschen mit den äußeren Sinnen als das weite Ausgedehnte wahrnehmen, und als das Konzentrierte nur in der Seele auffassen, so nehmen wir das mit der Sonne wahr als äußere Offenbarung; und wir nehmen wahr ein inneres konfiguriertes Leben und Weben durch den ganzen uns zugänglichen Raum, [ein] sich erstreckendes Kraftendes des Sonnenhaften. Wir verfolgen, wie es sich hineinlebt in das Mineralische, Pflanzliche, Tierische und auch in das physische Menschenleben. Wir fangen jetzt an, etwas Gewisses in unserem Herzen, in unserer Lunge, das wir erst geschaut haben durch inspirierte Erkenntnis, auf das Sonnenhafte zu beziehen.
[ 69 ] Und dieses Sonnenhafte, das erkannt wird erst durch das leere Bewusstsein in inspirierter Erkenntnis als ein lebendiges Wesen, dieses Sonnenhafte, das stellt sich in einer merkwürdigen Weise mit dem, was wir von uns selbst erkennen, zusammen, wenn wir einem Menschen gegenübertreten. Wir nehmen mit äußeren Sinnen seinen physischen Leib wahr. Dann ist gewissermaßen dasjenige, was sein physischer Leib ist als Ausbreitung, das ist zusammengefasst in seinem Seelischen. Wir müssen uns das Seelische wie ein Konzentriertes des räumlich Ausgedehnten vorstellen; indem wir in die äußere große Natur, in den Kosmos schauen, sind die Bedingungen entgegengesetzt. Da ist zum Beispiel das Leibliche der Sonne, das Zusammen-Konzentrierte, und das Geistige, das ist jetzt das weit im Raume Ausgedehnte. Aber wir nehmen es wahr. Wie wir den physischen Leib des Menschen mit den äußeren Sinnen als das weite Ausgedehnte wahrnehmen, und als das Konzentrierte nur in der Seele auffassen, so nehmen wir das mit der Sonne wahr als äußere Offenbarung; und wir nehmen wahr ein inneres konfiguriertes Leben und Weben durch den ganzen uns zugänglichen Raum, [ein] sich erstreckendes Kraftendes des Sonnenhaften. Wir verfolgen, wie es sich hineinlebt in das Mineralische, Pflanzliche, Tierische und auch in das physische Menschenleben. Wir fangen jetzt an, etwas Gewisses in unserem Herzen, in unserer Lunge, das wir erst geschaut haben durch inspirierte Erkenntnis, auf das Sonnenhafte zu beziehen.
[ 70 ] Und ebenso lernen wir das Geistige des Mondes, das Mondenhafte, erkennen, beziehen es auf etwas anderes. Wir lernen die sprießenden, sprossenden Kräfte in unserem Organismus kennen als das Sonnenhafte; wir lernen dasjenige, was Abbaukräfte sind, was Vernichtungskräfte sind, erkennen als das Mondenhafte. Wir lernen anderes im großen Kosmos auf das Innere beziehen.
[ 70 ] Und ebenso lernen wir das Geistige des Mondes, das Mondenhafte, erkennen, beziehen es auf etwas anderes. Wir lernen die sprießenden, sprossenden Kräfte in unserem Organismus kennen als das Sonnenhafte; wir lernen dasjenige, was Abbaukräfte sind, was Vernichtungskräfte sind, erkennen als das Mondenhafte. Wir lernen anderes im großen Kosmos auf das Innere beziehen.
[ 71 ] Nun, was lernen wir jetzt? Wir haben im gewöhnlichen Leben äußere Ereignisse robuster Natur, mit denen wir zusammenkommen; es sind die physischen Ereignisse. Sie spiegeln sich in unserem Denken, in unserem Empfinden gleichsam. Wir tragen das Geistige in uns. Äußerlich ist das robuste Physische. In Bezug auf dasjenige, was wir von dem Kosmos als Geistiges wahrnehmen, ist eben dieses Geistige da draußen, und in uns sind unsere physischen Organe. Wie unsere Vorstellungen, unsere Erinnerungsvorstellungen Abbilder sind des physischen Weltenalls, das wir erleben, so sind unsere physischen Organe — das zeigt ihre geistige Übersetzung, die wir kennenlernen — innerliche Abbilder, wenn ich jetzt den Ausdruck gebrauchen darf, physisch gewordene Abbilder desjenigen, was im großen Kosmos ausgebreitet ist. Wir lernen unsere Organe auf den großen Kosmos beziehen, auf den ganzen Kosmos beziehen, das heißt, auf den geistigen Inhalt des Kosmos. Wir wachsen mit den Rätseln unserer Seele in die Rätsel des Kosmos hinein, die wir äußerlich anschauen lernen.
[ 71 ] Nun, was lernen wir jetzt? Wir haben im gewöhnlichen Leben äußere Ereignisse robuster Natur, mit denen wir zusammenkommen; es sind die physischen Ereignisse. Sie spiegeln sich in unserem Denken, in unserem Empfinden gleichsam. Wir tragen das Geistige in uns. Äußerlich ist das robuste Physische. In Bezug auf dasjenige, was wir von dem Kosmos als Geistiges wahrnehmen, ist eben dieses Geistige da draußen, und in uns sind unsere physischen Organe. Wie unsere Vorstellungen, unsere Erinnerungsvorstellungen Abbilder sind des physischen Weltenalls, das wir erleben, so sind unsere physischen Organe — das zeigt ihre geistige Übersetzung, die wir kennenlernen — innerliche Abbilder, wenn ich jetzt den Ausdruck gebrauchen darf, physisch gewordene Abbilder desjenigen, was im großen Kosmos ausgebreitet ist. Wir lernen unsere Organe auf den großen Kosmos beziehen, auf den ganzen Kosmos beziehen, das heißt, auf den geistigen Inhalt des Kosmos. Wir wachsen mit den Rätseln unserer Seele in die Rätsel des Kosmos hinein, die wir äußerlich anschauen lernen.
[ 72 ] Nun müssen wir zu den Gedankenübungen, und ich möchte sagen zu jenem Übergang von den Gedankenübungen zu etwas anderem — den ich charakterisiert habe in dem leeren Bewusstsein —, wir müssen hinzufügen die Willensübungen.
[ 72 ] Nun müssen wir zu den Gedankenübungen, und ich möchte sagen zu jenem Übergang von den Gedankenübungen zu etwas anderem — den ich charakterisiert habe in dem leeren Bewusstsein —, wir müssen hinzufügen die Willensübungen.
[ 73 ] Eine einfachste Willensübung — meine sehr verehrten Anwesenden — kann noch mit dem Vorstellen und Denken vollzogen werden. Sie wird dadurch vollzogen, dass wir das ausführen, was ich Rückwärtsdenken nennen möchte. Es kann jeder in einer einfachen Weise diese Übungen ausführen, indem er abends sich die Ereignisse das Tages, rückwärts, in rückwärtiger Folge, vor die Seele führt, vor der Seele vorüberziehen lässt; zuerst dasjenige, was vor dem Schlafengehen war, dann etwas, was etwas vorher war, und so weiter zurück, bis zur Morgenzeit, in möglichst kleinen Partien. Man kann auch ein besonderes Interesse empfinden, man hat ein besonderes Interesse von dem Ereignis, man hat ein besonderes Interesse für die Vorgänge des fünften bis zum ersten rückerlebten [realen Vorgang]!
[ 73 ] Eine einfachste Willensübung — meine sehr verehrten Anwesenden — kann noch mit dem Vorstellen und Denken vollzogen werden. Sie wird dadurch vollzogen, dass wir das ausführen, was ich Rückwärtsdenken nennen möchte. Es kann jeder in einer einfachen Weise diese Übungen ausführen, indem er abends sich die Ereignisse das Tages, rückwärts, in rückwärtiger Folge, vor die Seele führt, vor der Seele vorüberziehen lässt; zuerst dasjenige, was vor dem Schlafengehen war, dann etwas, was etwas vorher war, und so weiter zurück, bis zur Morgenzeit, in möglichst kleinen Partien. Man kann auch ein besonderes Interesse empfinden, man hat ein besonderes Interesse von dem Ereignis, man hat ein besonderes Interesse für die Vorgänge des fünften bis zum ersten rückerlebten [realen Vorgang]!
[ 74 ] Was wird denn erreicht durch solche realen Vorgänge? Es ist das, trotzdem es so aus dem Vorstellen entspringt, eine Willensübung. Wir überlassen uns sonst, indem wir vorstellen, der äußeren Folge der Tatsachen. Wir entwickeln unser Seelenleben an dem Faden der äußeren Vorgänge, der äußeren Tatsachen. Jetzt widersetzen wir uns mit unserem Vorstellen dem, was da als Folge der äußeren Tatsachen da ist. Wir kehren den Gedanken um. Dazu ist eine starke Kraft anzuwenden, eine starke Kraftanwendung notwendig, eine stärkere Kraft, als wir sie sonst anwenden. Der Wille rückt nach und nach aus unserem Denken heraus.
[ 74 ] Was wird denn erreicht durch solche realen Vorgänge? Es ist das, trotzdem es so aus dem Vorstellen entspringt, eine Willensübung. Wir überlassen uns sonst, indem wir vorstellen, der äußeren Folge der Tatsachen. Wir entwickeln unser Seelenleben an dem Faden der äußeren Vorgänge, der äußeren Tatsachen. Jetzt widersetzen wir uns mit unserem Vorstellen dem, was da als Folge der äußeren Tatsachen da ist. Wir kehren den Gedanken um. Dazu ist eine starke Kraft anzuwenden, eine starke Kraftanwendung notwendig, eine stärkere Kraft, als wir sie sonst anwenden. Der Wille rückt nach und nach aus unserem Denken heraus.
[ 75 ] Wir können dann solche Willensübungen verstärken, wenn wir uns gewisse Gewohnheiten, die wir haben, nach und nach abgewöhnen, in andere verwandeln. Wenn wir noch weiter gehen; wenn wir uns zum Beispiel sagen in einem bestimmten Lebensalter: Du willst dir jetzt etwas angewöhnen, was für dich wie eine Temperament-Eigenschaft, wie eine ganz intime, innere, festsitzende Gewohnheit ist. Du wirst jahrelang brauchen, bis es etwas Selbstverständliches wird in [dir], aber du willst täglich arbeiten an dir. Wenn man so sich in die Hand nimmt, wenn man wirklich etwas, was aus dem Gedanken heraus entspringt, dann dem Willen einverleibt, dann wird der Wille etwas ganz anderes! Und dann tritt dasjenige ein — es ist scheinbar nur ein Vergleich, aber es stellt durchaus eine Wirklichkeit dar, meine sehr verehrten Anwesenden. Wodurch ist denn unser Auge hineinorganisiert in der Weise, wie es ist, sodass es zum Sehen dienen kann? Dadurch, dass sich die eigene Substanz des Auges nicht geltend macht, dass das Auge gewissermaßen selbstlos in unsern Organismus eingeschaltet ist. In dem Augenblicke, wo das Auge zum Beispiel in der Starkrankheit seine eigene Substanzialität geltend macht, können wir nicht mehr sehen! Das Sehen — und so ist es auch bei den anderen Sinnen —, das Wahrnehmen ist nur dadurch möglich, dass das Organ des Wahrnehmens seine eigene Materialität ausschaltet, dass es gewissermaßen selbstlos wird.
[ 75 ] Wir können dann solche Willensübungen verstärken, wenn wir uns gewisse Gewohnheiten, die wir haben, nach und nach abgewöhnen, in andere verwandeln. Wenn wir noch weiter gehen; wenn wir uns zum Beispiel sagen in einem bestimmten Lebensalter: Du willst dir jetzt etwas angewöhnen, was für dich wie eine Temperament-Eigenschaft, wie eine ganz intime, innere, festsitzende Gewohnheit ist. Du wirst jahrelang brauchen, bis es etwas Selbstverständliches wird in [dir], aber du willst täglich arbeiten an dir. Wenn man so sich in die Hand nimmt, wenn man wirklich etwas, was aus dem Gedanken heraus entspringt, dann dem Willen einverleibt, dann wird der Wille etwas ganz anderes! Und dann tritt dasjenige ein — es ist scheinbar nur ein Vergleich, aber es stellt durchaus eine Wirklichkeit dar, meine sehr verehrten Anwesenden. Wodurch ist denn unser Auge hineinorganisiert in der Weise, wie es ist, sodass es zum Sehen dienen kann? Dadurch, dass sich die eigene Substanz des Auges nicht geltend macht, dass das Auge gewissermaßen selbstlos in unsern Organismus eingeschaltet ist. In dem Augenblicke, wo das Auge zum Beispiel in der Starkrankheit seine eigene Substanzialität geltend macht, können wir nicht mehr sehen! Das Sehen — und so ist es auch bei den anderen Sinnen —, das Wahrnehmen ist nur dadurch möglich, dass das Organ des Wahrnehmens seine eigene Materialität ausschaltet, dass es gewissermaßen selbstlos wird.
[ 76 ] Nun werde ich gewiss nie behaupten — selbstverständlich nicht —, dass unser ganzer Organismus gegenüber dem gewöhnlichen Leben oder der gewöhnlichen Wissenschaft etwas Krankes sei. Aber dieser gewöhnliche Organismus, den wir im Erdenleben an uns tragen, er ist ja eingerichtet für das äußere alltägliche Leben, für das gewöhnliche, alltägliche Bewusstsein. Dafür ist er sehr gesund; nicht aber für das höhere Erleben, nicht aber für das Eindringen in die übersinnliche Welt. Da nimmt er sich aus wie ein starkrankes Auge und er wird im Gegenteil, möchte ich sagen noch undurchsichtiger, wenn wir bloß Gedankenübungen ausführen. Durch diese Gedankenübungen wird uns ja gerade dasjenige, was unser Herz, unsere Lunge ist, erst recht wie ein äußerer Gegenstand, undurchsichtig. Durch die Willensübungen kommt zu diesem Undurchsichtigwerden auf der anderen Seite ein Durchsichtigwerden hinzu. Es kommt, dass wir nach und nach wirklich wahrnehmen, was da geschieht zwischen der Absicht, den Arm, die Hand zu heben, und dem schließlichen Effekt. Dasjenige, was wie im Schlafe versenkt zwischen dem Gedanken und wieder dem Gedanken ist, dasjenige, was da als Wille in den Organismus hinuntergeht, das wird ergreifbar für die Wahrnehmung.
[ 76 ] Nun werde ich gewiss nie behaupten — selbstverständlich nicht —, dass unser ganzer Organismus gegenüber dem gewöhnlichen Leben oder der gewöhnlichen Wissenschaft etwas Krankes sei. Aber dieser gewöhnliche Organismus, den wir im Erdenleben an uns tragen, er ist ja eingerichtet für das äußere alltägliche Leben, für das gewöhnliche, alltägliche Bewusstsein. Dafür ist er sehr gesund; nicht aber für das höhere Erleben, nicht aber für das Eindringen in die übersinnliche Welt. Da nimmt er sich aus wie ein starkrankes Auge und er wird im Gegenteil, möchte ich sagen noch undurchsichtiger, wenn wir bloß Gedankenübungen ausführen. Durch diese Gedankenübungen wird uns ja gerade dasjenige, was unser Herz, unsere Lunge ist, erst recht wie ein äußerer Gegenstand, undurchsichtig. Durch die Willensübungen kommt zu diesem Undurchsichtigwerden auf der anderen Seite ein Durchsichtigwerden hinzu. Es kommt, dass wir nach und nach wirklich wahrnehmen, was da geschieht zwischen der Absicht, den Arm, die Hand zu heben, und dem schließlichen Effekt. Dasjenige, was wie im Schlafe versenkt zwischen dem Gedanken und wieder dem Gedanken ist, dasjenige, was da als Wille in den Organismus hinuntergeht, das wird ergreifbar für die Wahrnehmung.
[ 77 ] Dadurch aber wird der Organismus — natürlich im geistig-seelischen Sinne, nicht so wie bei dem Auge, sondern im geistig-seelischen Sinne —, der ganze Organismus wird geistig-seelisch durchsichtig. Der Mensch wird geistig-seelisch ein einziges Sinnesorgan. So entwickelt der Mensch — ich möchte sagen — nach einer Seite hin die Undurchsichtigkeit, indem er seine Organe kennenlernt und diese auf den Kosmos beziehen lernt. Und auf der anderen Seite entwickelt er auch, indem er willkürlich von dem einen zu dem andern übergehen kann — darauf kommt es an —, die Durchsichtigkeit seines ganzen Organismus.
[ 77 ] Dadurch aber wird der Organismus — natürlich im geistig-seelischen Sinne, nicht so wie bei dem Auge, sondern im geistig-seelischen Sinne —, der ganze Organismus wird geistig-seelisch durchsichtig. Der Mensch wird geistig-seelisch ein einziges Sinnesorgan. So entwickelt der Mensch — ich möchte sagen — nach einer Seite hin die Undurchsichtigkeit, indem er seine Organe kennenlernt und diese auf den Kosmos beziehen lernt. Und auf der anderen Seite entwickelt er auch, indem er willkürlich von dem einen zu dem andern übergehen kann — darauf kommt es an —, die Durchsichtigkeit seines ganzen Organismus.
[ 78 ] Und wenn er die Durchsichtigkeit seines Organismus entwickelt, dann — meine sehr verehrten Anwesenden — ist in höchstem Grade dasjenige im geistig-seelischen Sinne entwickelt, was sonst in der physischen Welt auftritt als die Entfaltung der Liebe, jener Liebe, die ja auch allen unseren wirklich freien Handlungen zugrunde liegt, wie ich es ja zusammengefasst habe für die moralische Welt — dargestellt in meiner «Philosophie der Freiheit» bereits im Beginn der Neunzigerjahre — und die dasjenige im geistigen Leben zeigt, was als Charakteristikum für die Ethik, für die Moral von Bedeutung ist. Ich habe diese besondere Hinneigung des Willens zu der Tätigkeit, die in Liebe sich entfaltet, eben da von seinem ethischen Gesichtspunkte geschildert; jetzt habe ich es zu schildern von dem Erkenntnisgesichtspunkte aus.
[ 78 ] Und wenn er die Durchsichtigkeit seines Organismus entwickelt, dann — meine sehr verehrten Anwesenden — ist in höchstem Grade dasjenige im geistig-seelischen Sinne entwickelt, was sonst in der physischen Welt auftritt als die Entfaltung der Liebe, jener Liebe, die ja auch allen unseren wirklich freien Handlungen zugrunde liegt, wie ich es ja zusammengefasst habe für die moralische Welt — dargestellt in meiner «Philosophie der Freiheit» bereits im Beginn der Neunzigerjahre — und die dasjenige im geistigen Leben zeigt, was als Charakteristikum für die Ethik, für die Moral von Bedeutung ist. Ich habe diese besondere Hinneigung des Willens zu der Tätigkeit, die in Liebe sich entfaltet, eben da von seinem ethischen Gesichtspunkte geschildert; jetzt habe ich es zu schildern von dem Erkenntnisgesichtspunkte aus.
[ 79 ] Dadurch aber gelangt der Mensch dazu, nun wirklich frei zu werden mit seinem Willen von seinem physischen Organismus, wie er frei ist im Sehen von seinem Auge. Er schaut geistig-seelisch durch seinen physischen Organismus durch. Und er schaut in die geistig-seelische Welt hinein, dass er in ihr steht, wie er in der physischen durch seine Sinne steht auf physische Weise. Er lernt sich einleben in die intuitive Erkenntnis, die in der Realität des Geistigen nunmehr drinnensteht.
[ 79 ] Dadurch aber gelangt der Mensch dazu, nun wirklich frei zu werden mit seinem Willen von seinem physischen Organismus, wie er frei ist im Sehen von seinem Auge. Er schaut geistig-seelisch durch seinen physischen Organismus durch. Und er schaut in die geistig-seelische Welt hinein, dass er in ihr steht, wie er in der physischen durch seine Sinne steht auf physische Weise. Er lernt sich einleben in die intuitive Erkenntnis, die in der Realität des Geistigen nunmehr drinnensteht.
[ 80 ] Nun, als das nächste Erlebnis tritt das Bild auf, der Bildinhalt desjenigen, was der Mensch dann wirklich erlebt, indem er durch die Pforte des Todes schreitet. Der Mensch wurde zuerst in dieser Stufenfolge von Erkenntnis, wie ich es Ihnen geschildert habe, unabhängig von seinem physischen Leib in Bezug auf sein Denken. Dadurch erlangt er Erkenntnis von seiner Wesenheit, wie sie war vor der Geburt, beziehungsweise vor der Empfängnis. Jetzt wird er mit seinem Willen frei von diesem Leib, indem der Leib durchsichtig geistig-seelisch wird, indem der Mensch in der geistig-seelischen Welt drinnensteht. Jetzt hat er die Bild-Erkenntnis von dem realen Vorgang, der sich im Tode vollzieht, wo der Leib nicht nur durchsichtig wird, sondern abgelegt wird, übergeben wird dem Element der Erde, und das Geistig-Seelische sich mit der geistig-seelischen Welt verbindet.
[ 80 ] Nun, als das nächste Erlebnis tritt das Bild auf, der Bildinhalt desjenigen, was der Mensch dann wirklich erlebt, indem er durch die Pforte des Todes schreitet. Der Mensch wurde zuerst in dieser Stufenfolge von Erkenntnis, wie ich es Ihnen geschildert habe, unabhängig von seinem physischen Leib in Bezug auf sein Denken. Dadurch erlangt er Erkenntnis von seiner Wesenheit, wie sie war vor der Geburt, beziehungsweise vor der Empfängnis. Jetzt wird er mit seinem Willen frei von diesem Leib, indem der Leib durchsichtig geistig-seelisch wird, indem der Mensch in der geistig-seelischen Welt drinnensteht. Jetzt hat er die Bild-Erkenntnis von dem realen Vorgang, der sich im Tode vollzieht, wo der Leib nicht nur durchsichtig wird, sondern abgelegt wird, übergeben wird dem Element der Erde, und das Geistig-Seelische sich mit der geistig-seelischen Welt verbindet.
[ 81 ] Das hat sich durch das ganze Erdenleben vorbereitet, dass in einer Wechselbeziehung stand das, was wir erblicken durch Meditation, Konzentration und leeres Bewusstsein vom Vorgeburtlichen, oder dem vor der Empfängnis Liegenden, dass sich das verbindet mit dem, was da aus dem Willen herauftaucht. Wir lernen uns einleben, wie wir in die Willensnatur des Gedankens uns eingelebt haben, so lernen wir uns einleben in die Gedankennatur des Willens; Weltengedanken gehen uns auf, jetzt nicht subjektive Gedanken, sondern diejenigen Gedanken, die aus der Welt heraus wirken. Die Welt wird uns gedanklich durchschaubar, wenn wir uns so in intuitiver Erkenntnis hineinstellen in diese Welt. Das Ereignis des Todes tritt vor uns auf, aber die Ursachen enthaltend für ein wirkliches Wissen, das gewissenhaft herangebildet worden ist und das nur derjenige verwechseln kann mit alledem, was heute als Okkultismus und dergleichen auftritt, der nicht auf dasjenige eingeht, was immer wieder und wiederum geschildert wird als die gewissenhafte Methode, durch die der Mensch aufsteigen kann zu einer seelischen Erkenntnis, die wirklich ihn herantreten lässt an das Gebiet, wo die Seelenrätsel erlebt werden, wo aber auch diejenigen Erlebnisse herankommen, die in einem gewissen Sinne tatsächlich die Antwort auf diese Seelenrätsel sind. Denn wir treten ja im Leben ein in die Tatsachen.
[ 81 ] Das hat sich durch das ganze Erdenleben vorbereitet, dass in einer Wechselbeziehung stand das, was wir erblicken durch Meditation, Konzentration und leeres Bewusstsein vom Vorgeburtlichen, oder dem vor der Empfängnis Liegenden, dass sich das verbindet mit dem, was da aus dem Willen herauftaucht. Wir lernen uns einleben, wie wir in die Willensnatur des Gedankens uns eingelebt haben, so lernen wir uns einleben in die Gedankennatur des Willens; Weltengedanken gehen uns auf, jetzt nicht subjektive Gedanken, sondern diejenigen Gedanken, die aus der Welt heraus wirken. Die Welt wird uns gedanklich durchschaubar, wenn wir uns so in intuitiver Erkenntnis hineinstellen in diese Welt. Das Ereignis des Todes tritt vor uns auf, aber die Ursachen enthaltend für ein wirkliches Wissen, das gewissenhaft herangebildet worden ist und das nur derjenige verwechseln kann mit alledem, was heute als Okkultismus und dergleichen auftritt, der nicht auf dasjenige eingeht, was immer wieder und wiederum geschildert wird als die gewissenhafte Methode, durch die der Mensch aufsteigen kann zu einer seelischen Erkenntnis, die wirklich ihn herantreten lässt an das Gebiet, wo die Seelenrätsel erlebt werden, wo aber auch diejenigen Erlebnisse herankommen, die in einem gewissen Sinne tatsächlich die Antwort auf diese Seelenrätsel sind. Denn wir treten ja im Leben ein in die Tatsachen.
[ 82 ] Wir mussten hinweisen auf der einen Seite auf das Ereignis, auf die Tatsache des Todes. Da verlässt die Seele den Leib, verlässt den Leib, mit dem sie verbunden war während des Erdendaseins. Der Mensch verbindet sich mit der physisch-sinnlichen Welt in ihrer Gesetzmäßigkeit. Und nach der anderen Seite entwickelt der Mensch innerlich dasjenige, wodurch sich die Seele vereint mit dem Geistigen, wie ich es geschildert habe. Da vereint sich die Seele mit dem Geistigen, und sie erlebt, wie sie, nachdem sie sich vom Leibe gelöst hat, sich mit dem Geistigen als Einheit nach dem Tode weiterentwickelt, bis sie sich heranentwickelt hat bis zu der Geburt oder — sagen [wir] — Empfängnis hin in der geistig-seelischen Welt. Und wie wir unten wirksam haben Prozesse, die einfach hineingetragen werden aus der äußeren Naturgesetzmäßigkeit, die während des Erdenlebens in die Seele heraufspielen, ihre Verfassung, ihre Stimmung bewirken, ihr Glück und ihr Unglück — wie das sich vom Innern ankündigt, so weben sich jetzt diejenigen Prozesse, wo ineinanderwirken das vorgeburtliche und das nachtodliche Element. Ebenso, wie wir abhängig sind von unserm Leib, so sind wir abhängig von unserem Geistigen. Und wie dasjenige, was im Leibe unbewusst bleibt der Seele, bis sie es wissenschaftlich erforscht, so bleibt unbewusst der Seele dasjenige, was ihr aus dem Geistigen zuströmt, ihr die Stimmung, die Verfassung, ihr Glück und ihr Unglück gibt, für das die empfängliche Menschenseele überhaupt zugänglich ist.
[ 82 ] Wir mussten hinweisen auf der einen Seite auf das Ereignis, auf die Tatsache des Todes. Da verlässt die Seele den Leib, verlässt den Leib, mit dem sie verbunden war während des Erdendaseins. Der Mensch verbindet sich mit der physisch-sinnlichen Welt in ihrer Gesetzmäßigkeit. Und nach der anderen Seite entwickelt der Mensch innerlich dasjenige, wodurch sich die Seele vereint mit dem Geistigen, wie ich es geschildert habe. Da vereint sich die Seele mit dem Geistigen, und sie erlebt, wie sie, nachdem sie sich vom Leibe gelöst hat, sich mit dem Geistigen als Einheit nach dem Tode weiterentwickelt, bis sie sich heranentwickelt hat bis zu der Geburt oder — sagen [wir] — Empfängnis hin in der geistig-seelischen Welt. Und wie wir unten wirksam haben Prozesse, die einfach hineingetragen werden aus der äußeren Naturgesetzmäßigkeit, die während des Erdenlebens in die Seele heraufspielen, ihre Verfassung, ihre Stimmung bewirken, ihr Glück und ihr Unglück — wie das sich vom Innern ankündigt, so weben sich jetzt diejenigen Prozesse, wo ineinanderwirken das vorgeburtliche und das nachtodliche Element. Ebenso, wie wir abhängig sind von unserm Leib, so sind wir abhängig von unserem Geistigen. Und wie dasjenige, was im Leibe unbewusst bleibt der Seele, bis sie es wissenschaftlich erforscht, so bleibt unbewusst der Seele dasjenige, was ihr aus dem Geistigen zuströmt, ihr die Stimmung, die Verfassung, ihr Glück und ihr Unglück gibt, für das die empfängliche Menschenseele überhaupt zugänglich ist.
[ 83 ] Dasjenige, was ganz als Analogon unbewusst im Geistigen erlebt wird, wie das Unbewusste im Leiblichen, das spielt für die Seele und ihre Selbstständigkeit eine solche Rolle wie das Leibliche und das, was an das Leibliche geknüpft ist. Dem Tod ist ja im Grunde genommen auch etwas anderes noch ähnlich, aber doch wieder in seiner Ähnlichkeit entgegengesetzt; mit unserem physischen Körper leben wir in der äußeren Welt. Indem wir diese äußere Welt fortwährend mit den Nahrungsmitteln aufnehmen, indem wir die Gesetze, die in der äußeren Welt sind, in uns weiterwirken lassen, indem wir uns auf der anderen Seite in die geistige Welt hineinleben, nehmen wir die geistigen Gesetzmäßigkeiten in uns auf. Und es berühren sich in uns die geistigen Gesetzmäßigkeiten, die physischen Gesetzmäßigkeiten.
[ 83 ] Dasjenige, was ganz als Analogon unbewusst im Geistigen erlebt wird, wie das Unbewusste im Leiblichen, das spielt für die Seele und ihre Selbstständigkeit eine solche Rolle wie das Leibliche und das, was an das Leibliche geknüpft ist. Dem Tod ist ja im Grunde genommen auch etwas anderes noch ähnlich, aber doch wieder in seiner Ähnlichkeit entgegengesetzt; mit unserem physischen Körper leben wir in der äußeren Welt. Indem wir diese äußere Welt fortwährend mit den Nahrungsmitteln aufnehmen, indem wir die Gesetze, die in der äußeren Welt sind, in uns weiterwirken lassen, indem wir uns auf der anderen Seite in die geistige Welt hineinleben, nehmen wir die geistigen Gesetzmäßigkeiten in uns auf. Und es berühren sich in uns die geistigen Gesetzmäßigkeiten, die physischen Gesetzmäßigkeiten.
[ 84 ] Aber was ist bezüglich der physischen Gesetzmäßigkeiten der Fall? Sie sind Leben, sie sind rhythmisches Leben, sie erneuern sich fortwährend. Wir müssen jeden Tag essen. Wenn ich etwas sehr Triviales sagen darf: Wir können uns nicht zufriedengeben damit, dass wir gestern oder vorgestern oder vorvorgestern gegessen haben und uns heute daran erinnern. Das ist beim äußeren Abstrakten, für das gewöhnliche Bewusstsein vorgesehene Wissen der Fall; wir nehmen nicht an, die Erinnerung an das Essen genüge uns.
[ 84 ] Aber was ist bezüglich der physischen Gesetzmäßigkeiten der Fall? Sie sind Leben, sie sind rhythmisches Leben, sie erneuern sich fortwährend. Wir müssen jeden Tag essen. Wenn ich etwas sehr Triviales sagen darf: Wir können uns nicht zufriedengeben damit, dass wir gestern oder vorgestern oder vorvorgestern gegessen haben und uns heute daran erinnern. Das ist beim äußeren Abstrakten, für das gewöhnliche Bewusstsein vorgesehene Wissen der Fall; wir nehmen nicht an, die Erinnerung an das Essen genüge uns.
[ 85 ] Dasjenige, was wir aus anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft aufnehmen, das ist — allerdings auf geistigem Gebiete — etwas, was so ein rhythmisches Dasein für den Menschen haben muss wie sonst das physisch Äußere, das leiblich Verlaufende. Wir können uns nicht erinnern — und uns damit zufriedengeben — an dasjenige, was wir als Anthroposophie aufnehmen, wie wir es etwa in der Chemie oder in der äußeren Wissenschaft machen können.
[ 85 ] Dasjenige, was wir aus anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft aufnehmen, das ist — allerdings auf geistigem Gebiete — etwas, was so ein rhythmisches Dasein für den Menschen haben muss wie sonst das physisch Äußere, das leiblich Verlaufende. Wir können uns nicht erinnern — und uns damit zufriedengeben — an dasjenige, was wir als Anthroposophie aufnehmen, wie wir es etwa in der Chemie oder in der äußeren Wissenschaft machen können.
[ 86 ] Derjenige, der selbst in höchste Gebiete des Anthroposophischen hinaufgestiegen ist, der fühlt: Er muss zu dem, was für ihn Vorstellung der höheren, der übersinnlichen Welt ist, mmer wieder zurückkehren; sonst entsteht etwas in ihm wie geistiges Hungern. Das ist ein ebenso Reales. Ja, man kann sich nicht mit den gewöhnlichen Erinnerungen zufriedengeben. Wir treten wiederum in ein Reales ein, indem wir dasjenige aufsuchen, was uns zeigt, wie die Seele mit dem geistigen Leben zusammenhängt.
[ 86 ] Derjenige, der selbst in höchste Gebiete des Anthroposophischen hinaufgestiegen ist, der fühlt: Er muss zu dem, was für ihn Vorstellung der höheren, der übersinnlichen Welt ist, mmer wieder zurückkehren; sonst entsteht etwas in ihm wie geistiges Hungern. Das ist ein ebenso Reales. Ja, man kann sich nicht mit den gewöhnlichen Erinnerungen zufriedengeben. Wir treten wiederum in ein Reales ein, indem wir dasjenige aufsuchen, was uns zeigt, wie die Seele mit dem geistigen Leben zusammenhängt.
[ 87 ] Das — meine sehr verehrten Anwesenden — ist dasjenige, was Anthroposophie zu sagen hat über Seelenrätsel, wenigstens der Anfang, möchte ich sagen. Ich musste ja nur in der kurzen Zeit eines Vortrages skizzieren, wie Anthroposophie hineintaucht in das Gebiet der Seelenrätsel, wie sie tatsächlich zeigt, nicht nur festhält an dem alltäglichen Leben, sondern wie sie hinausweist über Geburt und Tod, wie sie hinausweist in eine übersinnliche Welt, der die Seele mit ihrem ewigen Wesenskern so angehört, wie sie der physisch-sinnlichen Welt angehört mit ihrem Leiblichen. Der Mensch lernt, indem er die Tatsache des Todes ins Auge fasst, die Realität der anthroposophischen Erkenntnis durchschauen, und damit in den anthroposophischen Versuchen, oder sagen wir Anfang einer Seelenrätsel-Lösung, etwas zu erringen, was ihm eine wirklich, immer wieder und wieder notwendige geistige Nahrung wird.
[ 87 ] Das — meine sehr verehrten Anwesenden — ist dasjenige, was Anthroposophie zu sagen hat über Seelenrätsel, wenigstens der Anfang, möchte ich sagen. Ich musste ja nur in der kurzen Zeit eines Vortrages skizzieren, wie Anthroposophie hineintaucht in das Gebiet der Seelenrätsel, wie sie tatsächlich zeigt, nicht nur festhält an dem alltäglichen Leben, sondern wie sie hinausweist über Geburt und Tod, wie sie hinausweist in eine übersinnliche Welt, der die Seele mit ihrem ewigen Wesenskern so angehört, wie sie der physisch-sinnlichen Welt angehört mit ihrem Leiblichen. Der Mensch lernt, indem er die Tatsache des Todes ins Auge fasst, die Realität der anthroposophischen Erkenntnis durchschauen, und damit in den anthroposophischen Versuchen, oder sagen wir Anfang einer Seelenrätsel-Lösung, etwas zu erringen, was ihm eine wirklich, immer wieder und wieder notwendige geistige Nahrung wird.
[ 88 ] Damit aber entsteht ein Wissen, das Lebendigkeit hat. Und Anthroposophie ist dadurch die Grundlage für ein Wissen, das Lebendigkeit hat, das nicht ein totes, für die bloße Erinnerung geltendes Wissen ist. Dadurch entsteht aber aus Anthroposophie auch dasjenige, was dem Leben etwas sein kann. Aber ich brauche nur auf das eine Gebiet hinzuweisen, auf die von Emil Molt in Stuttgart begründete, von mir geleitete Waldorfschule in Stuttgart, wo Unterricht erteilt wird, wo Erziehung gepflegt wird ganz im Sinne einer solchen Menschenerkenntnis, wie sie der Anschauung des ganzen, vollen Mensch auch schon im Kinde hervorgehen kann. Nicht suchen wir dies zu verwirklichen in der äußeren Übertragung einer Weltanschauung. Wir lehren nicht anthroposophische Weltanschauung. Für Kinder taugt sie nicht in der Gestalt, wie sie heute vorhanden ist. Aber dasjenige, was sich ergibt aus der anthroposophisch orientierten Weltanschauung für den Unterricht und die Erziehung, ist ein wirkliches Eingehen auf die kindliche Wesenheit, ist ein wirkliches Eingehen auf die wahre Wesenheit des Menschen.
[ 88 ] Damit aber entsteht ein Wissen, das Lebendigkeit hat. Und Anthroposophie ist dadurch die Grundlage für ein Wissen, das Lebendigkeit hat, das nicht ein totes, für die bloße Erinnerung geltendes Wissen ist. Dadurch entsteht aber aus Anthroposophie auch dasjenige, was dem Leben etwas sein kann. Aber ich brauche nur auf das eine Gebiet hinzuweisen, auf die von Emil Molt in Stuttgart begründete, von mir geleitete Waldorfschule in Stuttgart, wo Unterricht erteilt wird, wo Erziehung gepflegt wird ganz im Sinne einer solchen Menschenerkenntnis, wie sie der Anschauung des ganzen, vollen Mensch auch schon im Kinde hervorgehen kann. Nicht suchen wir dies zu verwirklichen in der äußeren Übertragung einer Weltanschauung. Wir lehren nicht anthroposophische Weltanschauung. Für Kinder taugt sie nicht in der Gestalt, wie sie heute vorhanden ist. Aber dasjenige, was sich ergibt aus der anthroposophisch orientierten Weltanschauung für den Unterricht und die Erziehung, ist ein wirkliches Eingehen auf die kindliche Wesenheit, ist ein wirkliches Eingehen auf die wahre Wesenheit des Menschen.
[ 89 ] Was braucht man gerade in der heutigen Erziehung, die die Menschheit wird entwickeln müssen? Die Menschheit wird sich in einer ganz anderen Weise noch hineinstellen müssen in die großen Aufgaben des Lebens, als das heute schon der Fall ist. Die Menschheit wird sich noch in ganz anderer Weise hineinstellen müssen in die immer größer werdenden Aufgaben des Lebens in der Erziehung und dem Unterricht, als es die Menschen heute schon imstande sind.
[ 89 ] Was braucht man gerade in der heutigen Erziehung, die die Menschheit wird entwickeln müssen? Die Menschheit wird sich in einer ganz anderen Weise noch hineinstellen müssen in die großen Aufgaben des Lebens, als das heute schon der Fall ist. Die Menschheit wird sich noch in ganz anderer Weise hineinstellen müssen in die immer größer werdenden Aufgaben des Lebens in der Erziehung und dem Unterricht, als es die Menschen heute schon imstande sind.
[ 90 ] Und so viel man haben kann — meine sehr verehrten Anwesenden — gegen den Dornacher Bau, in ihm ist doch gezeigt, wie im Künstlerischen dasjenige sich auswirken kann, was sonst mit Worten als ein Weltanschauungsinhalt vorgeführt wird! Meine sehr verehrten Anwesenden! Ich möchte immer wieder den Vergleich gebrauchen: Nehmen Sie eine Nuss, und nehmen Sie ihre Schale. In der Nussschale, in ihren Biegungen und Krümmungen, da haben Sie dieselben Gesetze, dieselben Formbildungen wirksam wie in dem Nusskern selber. Die anthroposophische Weltanschauung macht es ebenso notwendig, wie es bei der Nuss notwendig ist, ihre äußere Schale dem Nusskern entsprechend zu bilden, irgendeine entsprechende äußere Umrahmung zu haben. Sie hätte nicht [bloß] eine äußere Hülle haben können. Es hätte nicht so äußerlich wirken können etwas, das nicht so wirkt, dass es innerliches Leben in sich trägt. Nicht irgendein Baumeister hätte vielleicht einen guten Bau aufführen können; das konnte nicht sein bei dem, was wir entwickeln als anthroposophisch orientierte Weltanschauung.
[ 90 ] Und so viel man haben kann — meine sehr verehrten Anwesenden — gegen den Dornacher Bau, in ihm ist doch gezeigt, wie im Künstlerischen dasjenige sich auswirken kann, was sonst mit Worten als ein Weltanschauungsinhalt vorgeführt wird! Meine sehr verehrten Anwesenden! Ich möchte immer wieder den Vergleich gebrauchen: Nehmen Sie eine Nuss, und nehmen Sie ihre Schale. In der Nussschale, in ihren Biegungen und Krümmungen, da haben Sie dieselben Gesetze, dieselben Formbildungen wirksam wie in dem Nusskern selber. Die anthroposophische Weltanschauung macht es ebenso notwendig, wie es bei der Nuss notwendig ist, ihre äußere Schale dem Nusskern entsprechend zu bilden, irgendeine entsprechende äußere Umrahmung zu haben. Sie hätte nicht [bloß] eine äußere Hülle haben können. Es hätte nicht so äußerlich wirken können etwas, das nicht so wirkt, dass es innerliches Leben in sich trägt. Nicht irgendein Baumeister hätte vielleicht einen guten Bau aufführen können; das konnte nicht sein bei dem, was wir entwickeln als anthroposophisch orientierte Weltanschauung.
[ 91 ] Was gewollt ist vom bloßen Leben zum guten Sehen, was als echte Formen, was als echte künstlerische Formen einem entgegentritt, entgegentritt im Malerischen, im Plastischen, es muss, trotzdem es künstlerisch bleibt, kein einziges Symbolum, keine einzige Allegorie enthalten, sondern alles ist ins Künstlerische ausgeflossen; es muss aber dasselbe auswirken, was sonst vom Goetheanum aus in Worten dargestellt wird. Dasjenige, was dort in Dornach auf der Bühne dargestellt wird, es ist nur ein anderes, in künstlerischer Weise Gesprochenes für dasjenige, was lebt, wenn es Wort werden will, um als Weltanschauungswort vor die Welt hinzutreten.
[ 91 ] Was gewollt ist vom bloßen Leben zum guten Sehen, was als echte Formen, was als echte künstlerische Formen einem entgegentritt, entgegentritt im Malerischen, im Plastischen, es muss, trotzdem es künstlerisch bleibt, kein einziges Symbolum, keine einzige Allegorie enthalten, sondern alles ist ins Künstlerische ausgeflossen; es muss aber dasselbe auswirken, was sonst vom Goetheanum aus in Worten dargestellt wird. Dasjenige, was dort in Dornach auf der Bühne dargestellt wird, es ist nur ein anderes, in künstlerischer Weise Gesprochenes für dasjenige, was lebt, wenn es Wort werden will, um als Weltanschauungswort vor die Welt hinzutreten.
[ 92 ] Das aber, was so hineinführt in spirituelle, übersinnliche Welten, indem es ausgeht von einem ebenso klaren methodischen Denken und methodischen Forschen wie nur jemals eine äußere Wissenschaft, das, was so in das Übersinnliche hineinführt, das liefert nun nicht nur eine Grundlage für ein lebendiges Wissen, für eine lebendige Wissenschaft, nicht nur eine schöpferische Kraft für künstlerisches Gestalten, und künstlerisches Genießen.
[ 92 ] Das aber, was so hineinführt in spirituelle, übersinnliche Welten, indem es ausgeht von einem ebenso klaren methodischen Denken und methodischen Forschen wie nur jemals eine äußere Wissenschaft, das, was so in das Übersinnliche hineinführt, das liefert nun nicht nur eine Grundlage für ein lebendiges Wissen, für eine lebendige Wissenschaft, nicht nur eine schöpferische Kraft für künstlerisches Gestalten, und künstlerisches Genießen.
[ 93 ] Man mag noch so viel haben gegen Dornach und seinen Stil — ich bin selbst der strengste Kritiker, man würde manche Sachen ein zweites Mal nicht wieder so bauen —, man lernt erst an der Praxis; aber darauf kommt es nicht an, sondern es kommt auf das Wollen an! Darauf kommt es an, dass man wirklich auch aus einer lebendigen Weltanschauung einem lebendigen Kunststil zustreben kann, sodass die äußere Umhüllung innerhalb der Welt wirkt nach denselben Gesetzen, wie die Nussschale nach der Nuss und wie der Nusskern auch eine äußerliche entsprechende Hülle hat. Wie äußerlich wäre irgendein alter Baustil gegenüber einer Weltanschauung, die jetzt herausgeboren wird aus dem unmittelbaren Drängen und unmittelbaren Sehnen der Gegenwartsmenschheit! Aber ein solches Streben muss zugleich hineinführen in die tiefsten Grundlagen des menschlichen Wesens.
[ 93 ] Man mag noch so viel haben gegen Dornach und seinen Stil — ich bin selbst der strengste Kritiker, man würde manche Sachen ein zweites Mal nicht wieder so bauen —, man lernt erst an der Praxis; aber darauf kommt es nicht an, sondern es kommt auf das Wollen an! Darauf kommt es an, dass man wirklich auch aus einer lebendigen Weltanschauung einem lebendigen Kunststil zustreben kann, sodass die äußere Umhüllung innerhalb der Welt wirkt nach denselben Gesetzen, wie die Nussschale nach der Nuss und wie der Nusskern auch eine äußerliche entsprechende Hülle hat. Wie äußerlich wäre irgendein alter Baustil gegenüber einer Weltanschauung, die jetzt herausgeboren wird aus dem unmittelbaren Drängen und unmittelbaren Sehnen der Gegenwartsmenschheit! Aber ein solches Streben muss zugleich hineinführen in die tiefsten Grundlagen des menschlichen Wesens.
[ 94 ] Das, was ich zuletzt erwähne, ist nicht das Letzte, und man sollte eigentlich glauben, dass diejenigen, die Ööffentliche Vertreter sind der Religionsbekenntnisse, nicht sehen würden irgendeine Gegnerschaft in der Anthroposophie, sondern geradezu eine Hilfe. Denn die Menschen sind nun einmal bis in das populärste Wissen hinein, bis in die einfachsten Gemüter hinein heute von demjenigen [geprägt], was die populäre Wissenschaft gibt. Und es muss dasjenige gemessen werden, was den Inhalt des Übersinnlichen darstellt, es muss gemessen werden an der Erziehung der Menschheit. Heute schon in der Schule wird nach den Denkgewohnheiten, Denkmethoden der äußeren Wissenschaft gearbeitet. Da wird immer mehr und mehr erschlagen auch der Zusammenhang des Menschen mit dem Übersinnlichen. Man wird immer mehr und mehr das religiöse Leben versinken lassen, wenn es nicht eine neue Grundlage erhielte, wenn es nicht erhielte die Stütze durch ein Wissen, durch ein beweisbares Wissen von der übersinnlichen Welt.
[ 94 ] Das, was ich zuletzt erwähne, ist nicht das Letzte, und man sollte eigentlich glauben, dass diejenigen, die Ööffentliche Vertreter sind der Religionsbekenntnisse, nicht sehen würden irgendeine Gegnerschaft in der Anthroposophie, sondern geradezu eine Hilfe. Denn die Menschen sind nun einmal bis in das populärste Wissen hinein, bis in die einfachsten Gemüter hinein heute von demjenigen [geprägt], was die populäre Wissenschaft gibt. Und es muss dasjenige gemessen werden, was den Inhalt des Übersinnlichen darstellt, es muss gemessen werden an der Erziehung der Menschheit. Heute schon in der Schule wird nach den Denkgewohnheiten, Denkmethoden der äußeren Wissenschaft gearbeitet. Da wird immer mehr und mehr erschlagen auch der Zusammenhang des Menschen mit dem Übersinnlichen. Man wird immer mehr und mehr das religiöse Leben versinken lassen, wenn es nicht eine neue Grundlage erhielte, wenn es nicht erhielte die Stütze durch ein Wissen, durch ein beweisbares Wissen von der übersinnlichen Welt.
[ 95 ] Daher sollten die Vertreter der Religionsbekenntnisse hinschauen auf die Anthroposophie wie auf eine Helferin, die gerade dasjenige, was sie am meisten sollte stützen wollen, eben ihrerseits so stützen will, wie es die Menschheit der Gegenwart wird immer mehr und mehr gestützt sehen wollen. Derjenige ist wahrhaftig ein kleinmütiger Christ, der nicht einsieht, dass ihm sein Christentum erst richtig gestützt wird durch Anthroposophie in der Gegenwart; nicht mehr durch dasjenige, was sich traditionell fortpflanzt, sondern durch das lebendige Anschauen des Mysteriums von Golgatha, zu dem wir hinkommen, wenn wir übergehen von solcher Lösung der Seelenrätsel, wie wir sie heute vor unsere Seelen hingestellt haben, in die Tiefen des religiösen Lebens.
[ 95 ] Daher sollten die Vertreter der Religionsbekenntnisse hinschauen auf die Anthroposophie wie auf eine Helferin, die gerade dasjenige, was sie am meisten sollte stützen wollen, eben ihrerseits so stützen will, wie es die Menschheit der Gegenwart wird immer mehr und mehr gestützt sehen wollen. Derjenige ist wahrhaftig ein kleinmütiger Christ, der nicht einsieht, dass ihm sein Christentum erst richtig gestützt wird durch Anthroposophie in der Gegenwart; nicht mehr durch dasjenige, was sich traditionell fortpflanzt, sondern durch das lebendige Anschauen des Mysteriums von Golgatha, zu dem wir hinkommen, wenn wir übergehen von solcher Lösung der Seelenrätsel, wie wir sie heute vor unsere Seelen hingestellt haben, in die Tiefen des religiösen Lebens.
[ 96 ] Belebung des religiösen Empfindens, Denkens und Fühlens, das ist dasjenige, was als Drittes hervorgehen soll aus jener Weltanschauung, die sich als Anthroposophie vor die Welt hinstellt, die nicht bloß denken will, die innerlich mit allen Seelenkräften in dem Menschen lebendig werden will, die einen inneren, geistigen Menschen zu dem äußeren, leiblichen Menschen für das eigene Bewusstsein erfassbar machen will.
[ 96 ] Belebung des religiösen Empfindens, Denkens und Fühlens, das ist dasjenige, was als Drittes hervorgehen soll aus jener Weltanschauung, die sich als Anthroposophie vor die Welt hinstellt, die nicht bloß denken will, die innerlich mit allen Seelenkräften in dem Menschen lebendig werden will, die einen inneren, geistigen Menschen zu dem äußeren, leiblichen Menschen für das eigene Bewusstsein erfassbar machen will.
[ 97 ] Dadurch aber wird Anthroposophie — so unvollkommen sie heute noch ist —, sie ist im Anfange, und ich bin der Erste, der die Unvollkommenheit zugesteht, ich bin aber auch derjenige, der alle diejenigen Kritiken, die heute geschrieben werden, selber schreiben könnte. Denn derjenige, der sich getraut, solche Dinge heute zu sagen vor der Welt, wie auch die Dinge, die heute vor Ihnen hier gesagt wurden, der weiß auch, was dagegen eingewendet werden kann, und er braucht nicht abzuwarten dasjenige, was von dieser oder jener Seite als ein Urteil auftritt, aus dem Bewusstsein, das noch nicht eingehen will auf die Anthroposophie. Neues wird ihm durchaus nicht entgegengebracht aus den Urteilen, die doch zumeist aus Unverständnis hervorgehen! Ich will das aus dem Grunde sagen, um zu zeigen, dass derjenige, der drinnensteht in der Anthroposophie, wie sie hier gemeint ist, nicht überrascht sein könnte von demjenigen, was einem da entgegentritt!
[ 97 ] Dadurch aber wird Anthroposophie — so unvollkommen sie heute noch ist —, sie ist im Anfange, und ich bin der Erste, der die Unvollkommenheit zugesteht, ich bin aber auch derjenige, der alle diejenigen Kritiken, die heute geschrieben werden, selber schreiben könnte. Denn derjenige, der sich getraut, solche Dinge heute zu sagen vor der Welt, wie auch die Dinge, die heute vor Ihnen hier gesagt wurden, der weiß auch, was dagegen eingewendet werden kann, und er braucht nicht abzuwarten dasjenige, was von dieser oder jener Seite als ein Urteil auftritt, aus dem Bewusstsein, das noch nicht eingehen will auf die Anthroposophie. Neues wird ihm durchaus nicht entgegengebracht aus den Urteilen, die doch zumeist aus Unverständnis hervorgehen! Ich will das aus dem Grunde sagen, um zu zeigen, dass derjenige, der drinnensteht in der Anthroposophie, wie sie hier gemeint ist, nicht überrascht sein könnte von demjenigen, was einem da entgegentritt!
[ 98 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Wenn Bewusstsein, das nicht eingeht auf Anthroposophie, recht hätte, dann brauchte man keine Anthroposophie. Wenn Anthroposophie ohne Weiteres heute es allen recht machen könnte, dann brauchte sie gar nicht aufzutreten! Sie strebt nicht darnach, dass ihr ohne Weiteres heute recht gegeben wird, denn sie spricht zu viel tiefer in der Seele liegenden Kräften; und sie weiß doch: Auch bei denjenigen, die widersprechen sogar, sind diese sehnenden, treibenden Kräfte nach einer wissenschaftlichen, nach einer künstlerischen, nach einer religiösen Vertiefung vorhanden.
[ 98 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Wenn Bewusstsein, das nicht eingeht auf Anthroposophie, recht hätte, dann brauchte man keine Anthroposophie. Wenn Anthroposophie ohne Weiteres heute es allen recht machen könnte, dann brauchte sie gar nicht aufzutreten! Sie strebt nicht darnach, dass ihr ohne Weiteres heute recht gegeben wird, denn sie spricht zu viel tiefer in der Seele liegenden Kräften; und sie weiß doch: Auch bei denjenigen, die widersprechen sogar, sind diese sehnenden, treibenden Kräfte nach einer wissenschaftlichen, nach einer künstlerischen, nach einer religiösen Vertiefung vorhanden.
[ 99 ] Neue Wege werden auf allen drei Gebieten aufgesucht. Anthroposophie kennt die Schwächen, von denen das Heute noch behaftet ist. Sie möchte aber durchaus sein — lassen Sie mich das zum Schlusse noch aussprechen, sehr verehrte Anwesende, durch ihre besondere Forschungsmethode, durch das Leben, das sie in der Seele hervorruft infolge dieser Forschungsmethode, durch die Vertiefung, zu der sie Empfinden und Kunsterkenntnis im Menschen bringen kann —, sie möchte dadurch sein eine Grundlegung einer geistigen Wissenschaft. Sie möchte sein dasjenige, was den Menschen hinführt zu dem Schöpferischen des künstlerischen Schaffens und künstlerischer Gesinnung. Und sie möchte endlich sein dasjenige, was ausbildet innerlich einen starken, seelenhaften, geisterfüllten Träger auch des religiösen Lebens.
[ 99 ] Neue Wege werden auf allen drei Gebieten aufgesucht. Anthroposophie kennt die Schwächen, von denen das Heute noch behaftet ist. Sie möchte aber durchaus sein — lassen Sie mich das zum Schlusse noch aussprechen, sehr verehrte Anwesende, durch ihre besondere Forschungsmethode, durch das Leben, das sie in der Seele hervorruft infolge dieser Forschungsmethode, durch die Vertiefung, zu der sie Empfinden und Kunsterkenntnis im Menschen bringen kann —, sie möchte dadurch sein eine Grundlegung einer geistigen Wissenschaft. Sie möchte sein dasjenige, was den Menschen hinführt zu dem Schöpferischen des künstlerischen Schaffens und künstlerischer Gesinnung. Und sie möchte endlich sein dasjenige, was ausbildet innerlich einen starken, seelenhaften, geisterfüllten Träger auch des religiösen Lebens.
[ 100 ] Wenn sie sich bemüht, nach diesen drei Richtungen hin zu arbeiten, dann darf sie vielleicht glauben, dass sie gerade im Sinne der bedeutsamsten heutigen Zeitforderungen arbeitet.
[ 100 ] Wenn sie sich bemüht, nach diesen drei Richtungen hin zu arbeiten, dann darf sie vielleicht glauben, dass sie gerade im Sinne der bedeutsamsten heutigen Zeitforderungen arbeitet.
