Appendix to the Public Lectures
GA 85
4 January 1905, Stuttgart
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Appendix to the Public Lectures, tr. SOL
63. Weltgerechtigkeit und Menschenschicksal
63. Global Justice and the Fate of Humanity
[ 1 ] Über Weltgerechtigkeit und Menschenschicksal hielt Dr. Rudolf Steiner, Berlin, auf Veranlassung der Theosophischen Gesellschaft Adyar, Zweig Stuttgart, gestern Abend im Konzertsaal der Liederhalle einen Vortrag. In seiner Einleitung bezeichnete der Vortragende das Weihnachtsfest als die Feier der Wiedergeburt des Sonnenlichts, worin die Begriffe von Weltgerechtigkeit und Menschenschicksal zum Ausdruck kommen. Die theosophische Bewegung sei bestrebt, in neuer Form Antwort zu geben auf die großen Rätselfragen des menschlichen Daseins. Mit ihrer Erläuterung dieser tiefen Rätselfragen befinde sich die Theosophie in keinem Widerspruch mit den Ergebnissen der Wissenschaft. Es könne heute, erklärte der Redner, als erwiesen angesehen werden, dass es eine Wiedergeburt, eine Wiederverkörperung des Geistes gebe. So wie eine Pflanze, deren äußere Form zugrunde geht, den Keim zu neuem Leben in sich trage, so erneuere sich auch das geistige Leben immer und immer wieder. Auch der menschliche Geist unterliege dem Gesetz, dass er die Umwelt in sich aufnimmt, und der geistige Inhalt des menschlichen Wesens sei das Ergebnis gesammelter Erfahrungen. Der Geist trage das, was er erfahren hat, hinüber in ein neues Leben. Darin beruhe das Geheimnis des Fortschreitens und Aufsteigens des Menschengeistes überhaupt. In diesem Sinn führe auch die Selbsterkenntnis in der Menschengeschichte weiter zurück als jegliche Wissenschaft. Die äußere Gestaltung des Menschenschicksals werde zurückzuführen sein auf die Art und Weise, wie sich der Geist des Menschen in seinen früheren Leben betätigt habe. Davon ausgehend malte der Vortragende zum Schluss ein hoffnungsfreudiges Zukunftsbild vom Wesen der Menschen. Im Anschluss an diese Darlegungen wurden mehrere Fragen an den Vortragenden gerichtet, die von ihm eingehend beantwortet wurden.
[ 1 ] Dr. Rudolf Steiner of Berlin gave a lecture on “World Justice and Human Destiny” last night in the concert hall of the Liederhalle at the invitation of the Stuttgart branch of the Theosophical Society of Adyar. In his introduction, the speaker described Christmas as the celebration of the rebirth of sunlight, in which the concepts of world justice and human destiny find expression. The Theosophical Movement strives to provide new answers to the great mysteries of human existence. In its explanation of these profound mysteries, Theosophy is not in conflict with the findings of science. Today, the speaker explained, it can be regarded as proven that there is a rebirth, a reincarnation of the spirit. Just as a plant whose outer form perishes carries within itself the seed of new life, so too does spiritual life renew itself over and over again. The human spirit, too, is subject to the law that it absorbs its environment, and the spiritual content of the human being is the result of accumulated experiences. The spirit carries what it has experienced over into a new life. In this lies the very secret of the human spirit’s progress and ascent. In this sense, self-knowledge also leads further back in human history than any science. The outward shape of human destiny can be traced back to the way in which the human spirit has acted in its past lives. Building on this, the speaker concluded by painting a hopeful picture of the future of the human being. Following these remarks, several questions were directed at the speaker, which he answered in detail.
