Consciousness — Life — Form
GA 89
2 June 1904
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Consciousness — Life — Form, tr. SOL
Theosophische Kosmologie II
Theosophical Cosmology II
[ 1 ] Nach den einleitenden Bemerkungen vom letzten Donnerstag möchte ich nun damit beginnen, Ihnen eine Skizze der Weltentwicklung zu geben, so wie wir sie nach unseren theosophischen Erkenntnissen geben können. Ich bitte Sie zu berücksichtigen, daß ich, weil wir nur ein paar Stunden zur Verfügung haben, nur eine kurze Skizze geben kann, in der manches nur angedeutet werden kann. Es wird sich vielleicht eine Gelegenheit ergeben, dies später weiter auszuführen.
[ 1 ] Following last Thursday’s introductory remarks, I would now like to begin by giving you an outline of world history, as we can present it based on our theosophical insights. Please bear in mind that, since we only have a few hours, I can only provide a brief outline, in which some points can only be touched upon. Perhaps an opportunity will arise to elaborate on this further later.
[ 2 ] Bevor wir im theosophischen Sinne die Entwicklungsgeschichte des Weltalls und vor allen Dingen die Bildung unseres irdischen Planeten verfolgen, müssen wir uns einige Begriffe aneignen, welche der abendländische Mensch dadurch, daß er so lange Zeit hindurch sich ausschließlich mit physischen Erscheinungen befaßt hat, gar nicht mehr hat. In jedem Buche, das von Kosmologie handelt, wird ja immer wieder darauf hingewiesen, daß wir nur einen Blick in den Weltenraum zu senden brauchen, um zu sehen, wie Tausende und Abertausende von Welten vor unseren Blicken sich ausbreiten, die so wie unser eigenes Sonnensystem sind, und daß unsere Erde, der Planet, auf dem unser Leben seit Millionen von Jahren sich abspielte, sich wie ein kleines Staubkörnchen innerhalb dieser vielen Welten ausnehme; und wie ein winziges Lebewesen auf diesem Staubkörnchen im Weltenall nehme sich der Mensch dabei aus. Das alles hätte die Naturwissenschaft seit dem Heraufkommen der kopernikanischen Theorie erkannt. Es wird uns gesagt von der Wissenschaft, wie falsch es gewesen sei, daß der Mensch in alten Zeiten die Erde als Mittelpunkt der Welt angesehen und geglaubt habe, das, was kosmisch geschehen sei, sei nur eine Vorbereitung für das eigene menschliche Dasein. Es wurde uns eingeschärft von der Wissenschaft, wie klein der Mensch ist gegenüber dem Weltenall. Es sei eine Überheblichkeit des Menschen zu glauben, daß die Welt um seinetwillen so gestaltet sei, wie sie gestaltet ist. Schon Schiller hat ja gegen diese Anschauung und Empfindungsweise die schönen Worte «An die Astronomen» gerichtet:
[ 2 ] Before we trace the history of the universe’s evolution—and, above all, the formation of our Earth—from a theosophical perspective, we must familiarize ourselves with certain concepts that Westerners have lost sight of, having devoted themselves exclusively to physical phenomena for so long. In every book on cosmology, it is repeatedly pointed out that we need only cast our gaze into outer space to see thousands upon thousands of worlds spreading out before our eyes, worlds that are just like our own solar system, and that our Earth—the planet on which our lives have unfolded for millions of years—appears like a tiny speck of dust amidst these countless worlds; and within this vast cosmos, humanity appears as a minuscule living being upon that speck of dust. Science has recognized all of this since the emergence of the Copernican theory. Science tells us how wrong it was for people in ancient times to regard the Earth as the center of the world and to believe that everything that happened in the cosmos was merely a preparation for human existence. Science has drummed into us just how small humanity is in comparison to the universe. It is human arrogance, we are told, to believe that the world is shaped as it is for our sake. Schiller, after all, directed the beautiful words of “To the Astronomers” against this view and way of feeling:
Schwatzet mir nicht so viel von Nebelflecken und Sonnen!
Ist die Natur nur groß, weil sie zu zählen euch gibt?
Euer Gegenstand ist der erhabenste freilich im Raume;
Aber, Freunde, im Raum wohnt das Erhabene nicht.
Don’t go on and on to me about nebulae and suns!
Is nature great only because it gives you something to count?
Your subject is, of course, the most sublime in space;
But, friends, the sublime does not dwell in space.
[ 3 ] Und Goethe, von dem Sie ja aus anderen Vorträgen wissen, daß er okkultes Wissen hatte, drückt seine Gedanken über diesen Punkt etwa so aus: Wozu wäre doch endlich die ganze Welt mit ihren Sonnensystemen und Sternen, wenn sie nicht auf den Menschen hinzielt, daß er sich an alldem erbauen und erfreuen könnte? — Sie sehen, Menschen mit einer wahren geistigen Weltanschauung wie diese beiden, konnten sich nicht begnügen mit der Idee von der Winzigkeit des Menschen und der Staubkörnchenhaftigkeit der Welt.
[ 3 ] And Goethe—whom you know from other lectures to have possessed occult knowledge—expresses his thoughts on this point something like this: What, after all, would be the purpose of the entire world, with its solar systems and stars, if it were not directed toward humankind, so that people might be uplifted and find joy in it all? — You see, people with a true spiritual worldview, like these two, could not be satisfied with the idea of humanity’s insignificance and the world’s insignificance, like a speck of dust.
[ 4 ] Lassen Sie uns jetzt im Sinne der Theosophie die Kosmologie und den Menschen in seinem Verhältnis zur ganzen Entwicklungsgeschichte betrachten. Einige Vorstellungen muß ich da vorausschicken. Sehen wir uns einmal an, welche Stellung der gegenwärtige Mensch vom kosmologischen Standpunkt aus in der Welt einnimmt. Alles das, was der Mensch mit den Sinnen erfassen kann — seien es die groben Sinne des Alltags oder die feineren, die die Naturwissenschaft mit ihren Mikroskopen und Zergliederungsmethoden uns bieten kann —, alles das, was uns da am Menschen entgegentritt, ist schließlich nur der äußere, physische Mensch. Diejenigen, die schon häufiger theosophische Vorträge gehört haben, wissen, daß dieser äußere Mensch nur die Hülle, die äußere Offenbarung des eigentlichen, inneren Menschen ist. Was ist nun der physische Mensch? Wenn Sie anatomisch den physischen Menschen studieren, dann werden Sie finden, daß er aus verschiedenen Systemen besteht: aus dem Knochen- und dem Muskelsystem, aus dem Nervensystem, das sich zu einem Gehirn geformt hat, und so weiter. Sie wissen auch, daß das Gehirn das Organ des Denkens ist. Als Theosophen wissen Sie auch, daß nicht das Gehirn es ist, das denkt, sondern daß das Gehirn nur Werkzeug ist, also daß das eigentliche Wesen des Menschen sich des Gehirns nur als eines Denkwerkzeuges bedient. Dieses Wesen, das im Menschen denkt, kann man nicht mit physischen Sinneswerkzeugen wahrnehmen; das kann sogar derjenige noch nicht sehen, dessen astrale Sinne erschlossen sind. Es gehört schon ein sehr ausgebildeter Hellsehersinn dazu, um wirklich wahrnehmen zu können, was da eigentlich im Menschen denkt. Im theosophischen Sinne bezeichnen wir das, was im Menschen denkt, als das wahre Selbst des Menschen. Dieser innere Wesenskern, dieses wahre Selbst des Menschen, ist geistiger Natur. Es ist nicht etwas, das sich im Raume ausdehnt und nicht etwas, das in der Zeit dahinfließt. Es ist zeitlos und raumlos, es besteht über Zeit und Raum hinaus, es ist ewig. Sie haben von diesem Selbst eine Beschreibung in meinen Vorträgen über das Devachan erhalten, und Sie werden eine genaue Beschreibung finden können in meinem in den nächsten Tagen herauskommenden Buche über «Theosophie».
[ 4 ] Let us now, in the spirit of theosophy, consider cosmology and humanity in relation to the entire history of evolution. I must first present a few preliminary ideas. Let us examine the position that modern humanity occupies in the world from a cosmological standpoint. Everything that human beings can perceive with their senses—whether the coarse senses of everyday life or the finer ones that natural science offers us through its microscopes and methods of analysis—everything that we encounter in human beings is, after all, only the outer, physical human being. Those who have frequently attended theosophical lectures know that this outer human being is merely the shell, the outer manifestation of the true, inner human being. What, then, is the physical human being? If you study the physical human being anatomically, you will find that it consists of various systems: the skeletal and muscular systems, the nervous system—which has developed into a brain—and so on. You also know that the brain is the organ of thought. As Theosophists, you also know that it is not the brain that thinks, but that the brain is merely an instrument—that is, the true essence of the human being uses the brain only as a tool for thinking. This essence that thinks within the human being cannot be perceived with physical sensory organs; even those whose astral senses are developed cannot yet see it. It requires a highly developed clairvoyant sense to truly perceive what is actually thinking within a human being. In the theosophical sense, we refer to that which thinks within a human being as the human being’s true Self. This inner core of being, this true Self of the human being, is of a spiritual nature. It is not something that extends in space, nor is it something that flows away in time. It is timeless and spaceless; it exists beyond time and space; it is eternal. You have received a description of this Self in my lectures on Devachan, and you will be able to find a detailed description in my book on “Theosophy,” which will be published in the coming days.
[ 5 ] Um in dieser gegenwärtigen Entwicklungsepoche der Menschheit leben und denken zu können, braucht das geistige Selbst ein physisches Gehirn. Wir könnten mit diesem geistigen Selbst in der astralen Welt und in der devachanischen oder mentalen Welt wahrnehmen ohne physisches Gehirn, aber in dieser äußeren, physischen Welt können wir nur mit dem physischen Gehirn wahrnehmen. Wenn wir den gegenwärtigen Menschen richtig verstehen wollen, so müssen wir sagen: Der gegenwärtige Mensch ist ein Geistesselbst, verkörpert in einem physischen Gehirn. Dieses physische Gehirn mußte aber erst entstehen, es mußte sich erst entwikkeln, es ist nicht ewig wie das geistige Selbst. Das Geistesselbst können wir zurückverfolgen bis in unendlich ferne Zeiten der Vergangenheit und auch verfolgen bis in unendlich ferne Zeiten der Zukunft. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hat sich dieses Geistesselbst umkleidet mit dem Gehirn, es hat sich das Gehirn anerschaffen, es hat, seiner eigenen Wesenheit entsprechend, dieses Gehirn gebildet. Man kann ein solches Organ in der physischen Natur nicht so ohne weiteres bilden. Das wäre ganz unmöglich, daß durch irgendeinen Prozeß der Welt jetzt jemand ein lebensfähiges Gehirn in den Raum hinein erschaffen würde. Es würde ein künstliches Ding sein, aber kein lebensfähiges Gehirn, dessen sich ein Geist als Werkzeug bedienen könnte. Dazu, daß ein solches Gehirn entstehen konnte, mußten sich zuvor andere Organe entwickeln. Ein Gehirn kann nur in einem solchen physischen Leib, wie der Menschenleib es ist, sich entwickeln. Deshalb war es notwendig, daß der Entwicklung unseres Gehirnwerkzeuges die Entwicklung des übrigen Menschenleibes vorausging. Wenn wir zurückblicken auf die Entwicklungsstadien, die unseren jetzigen vorangegangen sind, so sehen wir, wie langsam und allmählich sich das erst herausgebildet hat, was heute der Mensch als sein Werkzeug besitzt, durch das er sich mit seiner Umwelt verständigt. Das, verehrte Anwesende, daß der Mensch mit seinem geistigen Selbst solche Organe bekam, die ihn in dieser Art zum Verständnis der Welt führen konnten, das ist Ziel und Zweck unserer gegenwärtigen irdischen Entwicklung. Alles, was auf dieser Erde seit Jahrmillionen geschehen ist, ist zu dem Ziele geschehen, daß die Entwicklung den Punkt erreichen kann, in dem ein Geistesselbst sich eines Gehirns bedienen kann.
[ 5 ] In order to live and think in this present epoch of human development, the spiritual self needs a physical brain. With this spiritual self, we could perceive in the astral world and in the devachanic or mental world without a physical brain, but in this outer, physical world, we can perceive only with the physical brain. If we wish to understand modern human beings correctly, we must say: Modern human beings are spiritual selves embodied in a physical brain. This physical brain, however, first had to come into being; it first had to develop; it is not eternal like the spiritual self. We can trace the spiritual self back to infinitely distant times in the past and also follow it into infinitely distant times in the future. At a certain point in time, this spiritual self clothed itself in the brain; it created the brain for itself; it formed this brain in accordance with its own nature. One cannot simply create such an organ in the physical world. It would be entirely impossible for anyone to create a viable brain out of thin air through any process in the world. It would be an artificial object, but not a viable brain that a spirit could use as a tool. For such a brain to come into being, other organs had to develop first. A brain can develop only within a physical body such as the human body. Therefore, it was necessary for the development of the rest of the human body to precede the development of our brain as a tool. When we look back at the stages of development that preceded our present one, we see how slowly and gradually that which humanity now possesses as its tool—through which it communicates with its environment—first took shape. The fact, dear attendees, that human beings, through their spiritual self, acquired organs capable of guiding them in this way toward an understanding of the world—that is the goal and purpose of our present earthly evolution. Everything that has happened on this Earth over millions of years has occurred with the aim of enabling evolution to reach the point where a spiritual self can make use of a brain.
[ 6 ] Versetzen Sie sich einmal einen Augenblick mit mir zurück an den Anfangspunkt unserer irdischen Entwicklung. Derjenige, dessen mentales Schauen ausgebildet ist, wird folgende Wahrnehmung vor sich haben: Am Beginn unserer planetarischen Entwicklung hatte unser Geistesselbst eine bestimmte Stufe seines Daseins erreicht. Jeder von uns war damals, als die Erde in ihrem Keimzustand war, auf einer bestimmten Stufe der Entwicklung. Sie können sich alle die geistigen Selbste, die auf unserer Erde heute verkörpert sind, waren oder sein werden, zurückversetzt denken in den Zeitpunkt, wo unsere irdische Entwicklung begonnen hat. Sie alle waren damals schon vorhanden, allerdings nicht so, wie Sie heute sind, sondern in einem ganz anderen Zustande. In der irdischen Entwicklung haben wir eine ganz bestimmte Aufgabe; der Mensch muß durch diese irdische Entwicklung etwas werden. Lassen Sie mich in erzählender Form mit wenigen Worten andeuten, was das Geistesselbst war, als es eintrat in die irdische Entwicklung. Als es vor den Toren unseres irdischen Daseins stand, da hatte unser Geistesselbst ein ganz anderes Bewußtsein, als wir es heute haben. Wir können uns das begreiflich machen, wenn wir uns in die Lage eines dumpf Träumenden versetzen, der nicht imstande ist, über die Bilder, welche vor seinem Bewußtsein vorbeihuschen, in Begriffen nachzudenken, sondern sie einfach vor sich hingestellt hat und sie wie ein Panorama vor sich abspielen sieht. Jedes einzelne Geistesselbst hatte dieses Traumbewußtsein, und das mußte durch die irdische Entwicklung hindurchgehen und muß auch durch fernere Entwicklungen hindurchgehen, um sich aus dem dumpfen Bewußtsein des bildhaften Anschauens zu entwickeln zum hellen, klaren, begrifflichen Tagesbewußtsein. Der traumartige. Bewußtseinszustand, in dem das geistige Selbst am Anfang der irdischen Entwicklung war, ist vergleichbar dem des Tieres, aber die Bewußtseinshöhe ist nicht dieselbe. Das ist die Aufgabe, die unser geistiges Selbst während des Ganges dieser planetarischen Periode zu leisten hat, daß das Bewußtsein immer heller und heller wird; und wenn wir in ferner Zukunft herausgehen werden aus dieser irdischen Entwicklung, werden wir dieses helle, klare Bewußtsein bis zum höchsten Gipfel gebracht haben.
[ 6 ] Let us take a moment to go back with me to the starting point of our earthly evolution. Those whose mental vision is developed will have the following perception before them: At the beginning of our planetary evolution, our spiritual self had reached a certain stage of its existence. Each of us, back when the Earth was in its embryonic state, was at a certain stage of development. You can all imagine the spiritual selves that are, were, or will be incarnated on our Earth today, transported back to the moment when our earthly evolution began. You were all already present back then, though not as you are today, but in a completely different state. In earthly evolution, we have a very specific task; through this earthly evolution, the human being must become something. Let me briefly describe, in narrative form, what the spiritual self was like when it entered into earthly evolution. When it stood at the gates of our earthly existence, our spiritual self possessed a consciousness quite different from the one we have today. We can grasp this by putting ourselves in the position of a person in a dull dream, who is unable to reflect in concepts on the images flitting past their consciousness, but simply has them set before them and sees them playing out like a panorama. Every single spiritual self possessed this dream-like consciousness, and it had to pass through earthly evolution—and must also pass through further stages of development—in order to evolve from the dull consciousness of pictorial perception to the bright, clear, conceptual consciousness of waking life. The dreamlike state of consciousness in which the spiritual self found itself at the beginning of earthly evolution is comparable to that of an animal, but the level of consciousness is not the same. This is the task our spiritual self must accomplish during the course of this planetary period: to make consciousness ever brighter and brighter; and when, in the distant future, we emerge from this earthly evolution, we will have brought this bright, clear consciousness to its highest peak.
[ 7 ] Die Wesenheiten, die damals in die irdische Entwicklung eingetreten sind, nennen wir «Pitris», das heißt «Väter». Solche Pitris waren wir damals; diese Natur haben wir uns angeeignet gehabt in dem früheren Zustande der Entwicklung. Bevor wir in die irdische Entwicklung eingetreten sind, haben wir schon Vorstufen durchgemacht, und wir haben uns heraufgearbeitet bis zum traumhaften Zustande des Pitri. Nun wissen wir also, wo wir selbst gestanden haben, als die irdische Entwicklung begann. Die Pitris mußten sich stufenweise mit all denjenigen Organen umgeben, die sie brauchten, um mittels eines physischen Gehirns innerhalb derjenigen physischen Körperlichkeit, die wir heute kennen, sich mit der Umwelt, die auch eine physische ist, verständigen zu können. Das letzte, was der Mensch erreichen mußte — das geht aus den vorhergehenden Betrachtungen hervor —, war: er mußte, damit sein Selbst im Physischen denken kann, selbst ein physisches Denkwesen werden.
[ 7 ] We call the beings who entered earthly evolution at that time “Pitris,” which means “Fathers.” We were such Pitris back then; we had acquired this nature in our earlier state of development. Before we entered earthly evolution, we had already gone through preliminary stages, and we had worked our way up to the dreamlike state of the Pitri. So now we know where we ourselves stood when earthly evolution began. The Pitris had to gradually surround themselves with all the organs they needed so that, by means of a physical brain within the physical body we know today, they could communicate with the environment, which is also physical. The final step that human beings had to take—as is evident from the preceding considerations—was this: in order for their Self to be able to think within the physical realm, they themselves had to become physical thinking beings.
[ 8 ] Und nun komme ich zu der zweiten Vorstellung, die ich vorausschicken muß. Wenn Sie das Gehirn prüfen, wenn Sie es in wissenschaftlicher Weise nach allen Seiten untersuchen, dann werden Sie finden, daß dieses menschliche Gehirn, wenn es bloß mit den Sinnen untersucht wird, aus denselben Stoffen besteht und durch dieselben Kräfte gelenkt wird wie die übrigen physischen Wesen auf der Erde. Wenn Sie einen Bergkristall, ein Stück Kalkspat, ein Stück Steinsalz, eine Pflanze, ein Tier ansehen und sie chemisch und physikalisch untersuchen, so werden Sie finden, daß die ganze physische Natur, insofern sie mit Augen gesehen, mit Händen gegriffen werden kann, in gleichartiger Weise aus denselben chemischen und physikalischen Kräften besteht, die eben im Mineralreich, im Pflanzen- und im Tierreich wirken. Deshalb sagen wir in der Theosophie: Damit der Mensch seine gegenwärtige Stufe der Entwicklung erreichen konnte, mußte er sein spirituelles Selbst umkleiden mit einem mineralischen Körper. Das geistige Selbst hat sich einen mineralischen Körper anerschaffen. Das brauchte eine lange Zeit, und dieser Prozeß ist auch heute noch nicht abgeschlossen. Der Mensch wird in der Zukunft noch weiter in dieser mineralischen Hülle sich entwickeln. Es gibt noch keimhafte Organe in unserem Körper, die sich erst ausbilden müssen, neue Sinne, die heute erst andeutungsweise vorhanden sind. Sie sehen, eine lange Zeit brauchte der Mensch — sein geistiges Selbst —, um sich zu umkleiden mit dem physischen Körper, den er heute hat.
[ 8 ] And now I come to the second point I must make clear from the outset. If you examine the brain—if you investigate it scientifically from every angle—you will find that this human brain, when examined solely through the senses, consists of the same substances and is governed by the same forces as the rest of the physical beings on Earth. If you look at a rock crystal, a piece of calcite, a piece of rock salt, a plant, or an animal, and examine them chemically and physically, you will find that the entire physical world—insofar as it can be seen with the eyes and touched with the hands—consists in the same way of the same chemical and physical forces that are at work in the mineral, plant, and animal kingdoms. That is why we say in Theosophy: In order for human beings to reach their present stage of development, they had to clothe their spiritual self in a mineral body. The spiritual self has created a mineral body for itself. This took a long time, and this process is not yet complete even today. In the future, human beings will continue to develop within this mineral shell. There are still embryonic organs in our body that have yet to develop, new senses that are present only in a rudimentary form today. As you can see, it took a long time for human beings—their spiritual self—to clothe themselves in the physical body they have today.
[ 9 ] Versetzen Sie sich nun in den Zeitpunkt, wo das geistige Selbst des Menschen begonnen hat mit der Arbeit, sich diesen mineralischen Körper zu bilden, der gehen und stehen kann, der alle Wachstums- und Fortpflanzungsverrichtungen hat, wie sie für den Menschen eine Notwendigkeit sind, der ein Nervensystem hat und ein Gehirn, wie der Mensch es braucht. Versetzen Sie sich zurück in die Zeit, wo das alles in einem ersten Keimzustand war, und dann versetzen Sie sich in eine Zeit, wo der Mensch den höchsten Punkt seiner Entwicklung erreicht haben wird, wo in der Mitte seines Kopfes ein Organ sich entwickelt haben wird, durch das er andere Wahrnehmungen wird machen können, als wir es heute können. In dem Zeitabschnitt zwischen diesen beiden Punkten verläuft die ganze mineralische Entwicklung des gegenwärtigen Menschen. Einen solchen Zeitabschnitt nennen wir in der theosophischen Ausdrucksweise eine «Runde». Die Runde, die ich Ihnen jetzt beschrieben habe, diesen Entwicklungsabschnitt, nennen wir die «mineralische Runde». Bevor der Mensch aber diesen Körper so ausbildete, um sich das Werkzeug des Gehirns zu schaffen, mußte er erst andere Teile seines Wesens vorbereiten. Das geistige Selbst, dieses rein spirituelle Wesen, hätte nicht einfach einen solchen mineralischen Körper dirigieren können. Denken Sie sich das geistige Selbst meinetwillen als einen Punkt, und denken Sie sich den Punkt im Innern eines Mechanismus, wie es unser Körper ist; dieser Punkt würde nimmermehr den Mechanismus bewegen können, er würde nimmermehr imstande sein, durch ein physisches Gehirn zu denken.
[ 9 ] Now imagine the moment when the human spiritual self began the work of forming this mineral body—one that can walk and stand, that possesses all the functions of growth and reproduction necessary for human beings, and that has a nervous system and a brain suited to human needs. Transport yourself back to the time when all of this was in a primordial state, and then transport yourself to a time when humankind will have reached the pinnacle of its development—a time when an organ will have developed in the center of the head, through which humankind will be able to perceive things differently than we can today. The entire mineral development of present-day humankind unfolds during the period between these two points. In theosophical terminology, we call such a period a “round.” The round I have just described to you—this stage of development—we call the “mineral round.” But before human beings developed this body in such a way as to create the tool of the brain, they first had to prepare other parts of their being. The spiritual Self—this purely spiritual being—could not simply have directed such a mineral body. For my sake, imagine the spiritual Self as a point, and imagine that point inside a mechanism such as our body; this point would never be able to move the mechanism, nor would it ever be capable of thinking through a physical brain.
[ 10 ] Somit haben wir zweierlei: Wir wissen, daß unser geistiges Selbst im Anfang ein traumhaftes Bewußtsein hatte, niemals aber hätte es den mineralischen Körper dirigieren können. Es mußte sich einen Vermittler schaffen, um den Körper bewegen zu können. Wodurch bewege ich meine Hand? Ich fasse zuerst den Gedanken: Ich will die Hand bewegen. — Hätte ich bloß den Gedanken, so würde der Gedanke zwar in mir leben, aber er würde nie eine physische Hand in die Höhe bewegen können, geradesowenig, wie der bloße Gedanke zum Beispiel eine Flasche in die Höhe heben könnte. Wollen Sie die Flasche bewegen, so müßte zu dem Gedanken noch eine Kraft hinzukommen, die der Vermittler ist zwischen dem Gedanken und meinem physischen Körper. Und diese Kraft nennen wir eine astralische Kraft. Das ist eine Kraft, wie es sie in der astralen Welt gibt. Ich würde meinen Arm nicht bewegen können, wenn nicht zwischen meinem Gedanken und meinem physischen Körper, zu dem mein Arm gehört, in mir eine astrale Kraft wäre, die den Vermittler bildet zwischen meinem Gedanken und meinem physischen Körper, meinem physischen Arm. Es muß zwischen meinem geistigen Selbst und meinem physischen Körper ein Vermittler da sein, und dieser Vermittler ist von astralischer Wesenheit. Ob ich mein Bein, meine Hand bewege, ob ich mein Gehirn in Bewegung bringe, um Gedanken auszuhecken — mein physischer Körper muß durch den astralischen Organismus verbunden sein mit meinem Gedanken.
[ 10 ] Thus, we have two things: We know that our spiritual self initially possessed a dreamlike consciousness, but it could never have controlled the mineral body. It had to create an intermediary in order to move the body. How do I move my hand? First, I form the thought: I want to move my hand. — If I merely had the thought, the thought would indeed live within me, but it would never be able to raise a physical hand, just as a mere thought could not, for example, lift a bottle. If you want to move the bottle, a force must be added to the thought—a force that acts as the mediator between the thought and my physical body. And we call this force an astral force. It is a force of the kind that exists in the astral world. I would not be able to move my arm if there were not, within me, an astral force between my thought and my physical body—to which my arm belongs—that acts as the mediator between my thought and my physical body, my physical arm. There must be a mediator between my spiritual self and my physical body, and this mediator is of astral nature. Whether I move my leg or my hand, or whether I set my brain in motion to formulate thoughts—my physical body must be connected to my thought through the astral organism.
[ 11 ] Sie wissen aus früheren Vorträgen, daß der Mensch einen solchen Astralkörper hat, den der Hellseher in einer astralen Wolke sieht, die wir seine Aura nennen, in der seine Wünsche, sein Wollen und seine Begierden leben. Fasse ich einen Gedanken, so ist der Gedanke allein ohnmächtig, etwas zu tun. Tritt dazu der Wunsch, der Wille, so ist dies eine Kraft, eine Strahlung, die für den Hellseher erkennbar ist. Der Mensch mußte, bevor er einen physisch-mineralischen Körper aufbaute, wie er ihn heute hat, erst einen Astralkörper sich schaffen, einen Wunschkörper, welcher der Vermittler sein kann zwischen seinem Gedanken und seinem physisch-mineralischen Wesen. Es mußte der Entwicklungsepoche, welche ich die «mineralische Runde» genannt habe, eine andere Entwicklungsepoche vorangegangen sein, die den Astralkörper zur Entwicklung gebracht hat. Sie müssen sich also zurückversetzen in eine Epoche, die den menschlichen Astralleib vorbereitet hat. Dann erst konnte dem Astralleib der mineralisch-physische Leib eingebettet werden. Diese Epoche, die wiederum einen Anfangs- und einen Endpunkt hat und die der mineralischen Runde vorausging, nennen wir die «astralische Runde».
[ 11 ] You know from previous lectures that human beings have an astral body, which the clairvoyant sees as an astral cloud—what we call the aura—in which their wishes, their will, and their desires dwell. When I form a thought, that thought alone is powerless to do anything. When the desire and the will are added to this, it becomes a force, a radiation that is perceptible to the clairvoyant. Before a human being could build up a physical-mineral body such as the one he has today, he first had to create an astral body—a body of desire—which can serve as a mediator between his thoughts and his physical-mineral being. The epoch of development that I have called the “mineral round” must have been preceded by another epoch of development that brought the astral body into being. You must therefore transport yourselves back to an epoch that prepared the human astral body. Only then could the mineral-physical body be embedded within the astral body. We call this epoch—which in turn has a beginning and an end and which preceded the mineral round—the “astral round.”
[ 12 ] Sie sehen, wir haben zwei «Zeiten». Die eine ist diejenige, in welcher wir jetzt leben: die mineralische Runde. Dieser ist eine andere vorangegangen, das ist die astralische Runde. Aber der menschliche Astralkörper brauchte selbst wieder eine Vorbereitung. Es ist nur in einer ganz bestimmten Art und Weise möglich, diesen innerhalb der menschlichen Natur einzubauen. Der Astralkörper war ja nicht da, bevor wir geboren wurden, und er wird nicht mehr da sein einige Zeit nach unserem Tode. Er entsteht und vergeht, er ist bestimmten Gesetzen des Entstehens und Vergehens unterworfen. Sehen Sie sich ein Kind an. Beim Kind ist der Astralkörper entsprechend klein; er wächst mit dem körperlichen Wachstum des Kindes. Der mineralisch-physischen und der ätherischen Wesenheit des Menschen liegen Wachstum und Fortpflanzung zugrunde. Es sind die Gesetze des Wachstums und der Fortpflanzung, nach denen der Mensch sich innerhalb des irdischen Lebens entwickeln muß. Daß wir entstehen und wachsen, daß wir überhaupt lebendige Wesen sind, das liegt nicht in unserem Astralkörper begründet. Im Astralkörper liegen nur Wünsche und Wollen und Begierden. Wir sind astrale Wesenheiten, wie auch die Tiere astrale Wesenheiten sind, und wir haben mit den Pflanzen und den Tieren diejenige Wesenheit gemeinsam, die imstande ist, aus dem Organismus heraus ihresgleichen hervorzubringen, diese vom Kleinen zum Großen wachsen zu machen. Wenn Sie dafür einen Ausdruck haben wollen, so können Sie sagen: Das, was ich beschrieben habe, ist das Gestaltgebende, das die Gestalt Formende. Unser physischer und unser ätherischer Körper müssen eine ganz bestimmte Gestalt bei ihrer Entstehung haben, und diese muß wachsen und sich vergrößern können. Sie können sich davon einen Begriff machen, wenn Sie ein Samenkorn nehmen ... [Lücke in der Nachschrift].
[ 12 ] As you can see, we have two “ages.” One is the one in which we now live: the Mineral Age. This was preceded by another, the Astral Age. But the human astral body itself needed further preparation. It is possible to incorporate it into human nature only in a very specific way. After all, the astral body was not present before we were born, and it will no longer be present some time after our death. It arises and passes away; it is subject to certain laws of arising and passing away. Look at a child. In a child, the astral body is correspondingly small; it grows along with the child’s physical growth. Growth and reproduction underlie the mineral-physical and etheric essences of the human being. It is the laws of growth and reproduction according to which the human being must develop within earthly life. The fact that we come into being and grow—that we are living beings at all—is not rooted in our astral body. The astral body contains only desires, will, and cravings. We are astral beings, just as animals are astral beings, and we share with plants and animals that aspect of our being which is capable of producing our own kind from within the organism, causing them to grow from small to large. If you wish to put this into words, you can say: What I have described is the form-giving, the form-shaping force. Our physical and etheric bodies must have a very specific form at the time of their formation, and this form must be able to grow and expand. You can get a sense of this if you take a seed ... [gap in the postscript].
[ 13 ] Die Gestaltungskraft gehört nicht zum Astralen. Das Astrale kann sich innerhalb des Gestalteten ausleben, aber es muß erst selbst gestaltet werden. Der Astralkörper des Menschen hätte nicht entstehen können, wenn ihm nicht vorangegangen wäre eine andere Entwicklungsepoche, diejenige Epoche, wo die Gestalt des Menschen vorbereitet worden ist. Diese Epoche lassen Sie mich die gestaltende Epoche nennen, theosophisch die «Rupa-Runde». Es ist diejenige Epoche, in der die Gestalt des Menschen vorbereitet worden ist, so daß seine jetzige Form sich hat bilden können.
[ 13 ] The creative power does not belong to the astral realm. The astral realm can manifest itself within what has been created, but it must first be created itself. The human astral body could not have come into being had it not been preceded by another epoch of development—the epoch in which the human form was prepared. Let me call this epoch the formative epoch, or, in theosophical terms, the “Rupa Round.” It is the epoch in which the human form was prepared so that its present form could come into being.
[ 14 ] Alles, was wir in diesen drei «Runden» verfolgen können, sind die Umkleidungen, die Hüllen für das geistige Selbst des Menschen. In der mineralischen Runde hat sich das Menschenwesen mit der mineralischen Hülle umkleidet. In der vorangehenden Epoche, der astralischen Runde, hat sich das Menschenwesen seine astrale Hülle zubereitet, und in der noch weiter vorhergegangenen Epoche, der Rupa-Runde, hat das Menschenwesen die Fähigkeit erlangt, sich die Gestalt zu geben, die es braucht, um als Mensch wahrnehmen, denken und handeln zu können.
[ 14 ] All we can observe in these three “cycles” are the forms, the sheaths, of the human being’s spiritual self. In the mineral cycle, the human being clothed itself in a mineral sheath. In the preceding epoch, the astral round, the human being prepared its astral sheath, and in the epoch that preceded that even further, the Rupa round, the human being acquired the ability to take on the form it needs to be able to perceive, think, and act as a human being.
[ 15 ] Als Theosophen können wir sagen: Als wir noch Pitris waren, als wir noch in diesem traumhaften Bewußtsein lebten, am Anfang unserer irdischen Entwicklung, damals waren wir, wenn ich so sagen darf Ergebnis, Frucht. Wir sind damals nicht aus dem Nichts heraus entstanden, sondern wir hatten uns bis zu diesem Zustande auch schon entwickelt; wir waren ein Resultat früherer Epochen, die wir noch beschreiben werden. In ähnlicher Weise wie aus dem Samenkorn, wenn es im Frühling in neues Erdreich kommt, eine Pflanze emporschießt, so mußten auch wir uns für den Schauplatz der Erde erst vorbereitet haben, um uns dort entwickeln zu können. Wir waren das Ergebnis einer anderen Welt, und nun mußten wir der Anfang werden für eine ganz neue Welt, aber in diese mußten wir uns selbst erst hineinfinden. Ebenso, wie Sie ein Samenkorn, das sie im Herbst bekommen, überwintern lassen und im Frühling in neuen Boden hineinversenken, so verhält sich gleichsam die Pitri-Natur. Sie muß erst hineingesenkt werden in eine neue Umgebung, in die Stoffe der irdischen Welt, die in der früheren planetarischen Epoche nicht vorhanden waren. Wollten Sie sich eine Vorstellung davon machen, was für Kräfte und Stoffe auf der früheren planetarischen Stufe vorhanden waren, auf der wir uns zum Pitri entwickelt haben, dann würden Sie dort ganz andere Kräfte und Stoffe finden. Daher mußte dieser Entwicklungepoche wiederum eine andere vorangegangen sein, in der zunächst sich einmal das Geistesselbst des Menschen, das sich herübergebracht hat aus einer früheren Epoche, an das neue Milieu, an die neue Umgebung gewöhnen mußte. Wir kommen hier schon. zu einer weit zurückliegenden Entwicklungsepoche.
[ 15 ] As Theosophists, we can say: When we were still Pitris, when we were still living in that dreamlike state of consciousness, at the beginning of our earthly evolution—back then, if I may put it this way, we were the result, the fruit. We did not arise out of nothing back then, but had already developed to that state; we were the result of earlier epochs, which we will describe later. Just as a plant sprouts from a seed when it is planted in new soil in the spring, so too did we first have to prepare ourselves for the stage of Earth in order to be able to develop there. We were the result of another world, and now we had to become the beginning of an entirely new world—but we first had to find our way into it. Just as you let a seed that you receive in the fall overwinter and then plant it in new soil in the spring, so too does the Pitri nature behave, as it were. It must first be immersed in a new environment, in the substances of the earthly world that did not exist in the earlier planetary epoch. If you were to try to imagine what kinds of forces and substances existed on the earlier planetary stage where we developed into Pitris, you would find entirely different forces and substances there. Therefore, this epoch of development must have been preceded by yet another, in which the human spirit itself—which had carried itself over from an earlier epoch—first had to acclimate to the new milieu, to the new environment. Here we are already approaching a development epoch that lies far in the past.
[ 16 ] Je mehr wir uns von der Gegenwart entfernen, desto schwieriger wird es, sich Vorstellungen zu bilden. Der Theosoph hat nicht den Glauben, daß er bis an den Anfang der Welt mit seinen Fragen zurückgehen kann. Wenn Menschen zum ersten Male etwas von Theosophie hören, so wird oft gefragt: Wie ist eigentlich die Welt entstanden? — Ein gut Teil solcher Fragen können wir als Theosophen nicht mehr stellen, denn wir kommen nicht an einen Anfang. Sie haben den Zeitpunkt gesehen, an dem wir herübergekommen sind von der Pitri-Natur. Der Hellseher kann diesen Zeitpunkt verfolgen durch bestimmte Methoden. Aber der Mensch ist nicht erst damals entstanden, er war damals schon auf einer gewissen Höhe der Entwicklung. Der Theosoph gibt sich nicht Spekulationen hin, er denkt nicht in abstrakten Begriffen über diese Dinge nach. Er verfolgt seine Erfahrungen, seine Intuitionen, seine Erlebnisse auf dem übersinnlichen Gebiete, und soweit er Erfahrungen und Erlebnisse hat, soweit erzählt er diese. Ebensowenig, wie ein Forschungsreisender auf irdischem Gebiete etwas anderes tun würde, als die Gegenden zu beschreiben, die er gesehen hat, sagen wir von Afrika, und nicht etwas anderes beschreibt, was er nicht gesehen hat, ebensowenig wird der Theosoph etwas über den Weltenanfang sagen, der weit, weit zurückliegt. Der Theosoph kann nur ein Stück unserer Entwicklung verfolgen, und dieses Stück verfolgen wir durch Erfahrungen und nicht durch Spekulation.
[ 16 ] The further we move away from the present, the more difficult it becomes to form concepts. The theosophist does not believe that he can go back with his questions all the way to the beginning of the world. When people hear about theosophy for the first time, they often ask: How did the world actually come into being? — As theosophists, we can no longer ask a good portion of such questions, for we do not arrive at a beginning. You have seen the point in time when we crossed over from the Pitri nature. The clairvoyant can trace this point in time through certain methods. But human beings did not come into being only then; they were already at a certain level of development at that time. The Theosophist does not indulge in speculation; he does not think about these things in abstract terms. He follows his experiences, his intuitions, and his encounters in the supersensible realm, and to the extent that he has experiences and encounters, to that extent he recounts them. Just as an explorer in the earthly realm would do nothing other than describe the regions he has seen—say, in Africa—and would not describe anything he has not seen, so too will the theosophist say nothing about the beginning of the world, which lies far, far in the past. The theosophist can only trace a portion of our evolution, and we trace this portion through experience, not through speculation.
[ 17 ] Ein Keim war es, der aus früherer Zeit herüberkam in unsere Entwicklung hinein. Ein gestaltloser Erdenkeim ist der Mensch gewesen. Diesen Zeitpunkt nennen wir die «Arupa-Runde», die formlose Runde. So haben wir vier Zeitabschnitte bis zu dem, in dem wir heute stehen. Wir nennen diese Zeitabschnitte «Runden». Die erste, zweite, dritte Runde sind verflossen; in der vierten Runde stehen wir jetzt darin, und drei weitere Runden werden folgen, von denen wir noch zu sprechen haben werden. Wir nennen den Menschen der vierten Runde den Menschen des Mineralreiches, weil er sich in den mineralischen Kräften gestaltet hat; und wir nennen einen Menschen der vorhergehenden Runde, der astralen Runde, in der er seinen Astralkörper formen konnte, einen Menschen des dritten Elementarreiches. Wir unterscheiden den Menschen des dritten, zweiten und ersten Elementarreiches. Während des ersten Elementarreiches oder der ersten Runde bewegten sich die Gedanken des Menschen in einer formlosen Gedankenmaterie. Während des zweiten Elementarreiches oder der zweiten Runde bewegten sich die menschlichen Gedanken in gestalteter Gedankenmaterie. Und im dritten Elementarreiche konnten sich die menschlichen Gedanken schon gestalten bis zum Wunsche; sie konnten jene Gestalt annehmen, die wir als astrale Strahlen verfolgen können in der astralen Welt. Erst in der vierten Runde ist der Mensch soweit, daß er das Mineralreich beherrscht. So wie in der dritten Runde aus der Astralmaterie sich gebildet hat ein menschliches Astralgehirn, so konnte der Mensch in der vierten Runde sich ein physisches Gehirn bilden, in dem er denken kann.
[ 17 ] It was a seed that carried over from an earlier time into our evolution. Human beings were once a formless earthly seed. We call this period the “Arupa Round,” the formless round. Thus, we have passed through four periods of time leading up to the one in which we now find ourselves. We call these periods “cycles.” The first, second, and third cycles have passed; we are now in the fourth cycle, and three more cycles will follow, which we will discuss later. We call the human being of the fourth round the human being of the mineral kingdom, because he has taken shape within the mineral forces; and we call a human being of the preceding round—the astral round, in which he was able to form his astral body—a human being of the third elemental kingdom. We distinguish between human beings of the third, second, and first elemental kingdoms. During the first elemental kingdom, or the first round, human thoughts moved within formless thought-matter. During the second elemental kingdom, or the second round, human thoughts moved within shaped thought-matter. And in the third elemental kingdom, human thoughts were already able to take shape as desires; they could assume the form that we can trace as astral rays in the astral world. It is not until the fourth round that human beings are ready to master the mineral kingdom. Just as a human astral brain formed from astral matter in the third round, so too could human beings in the fourth round form a physical brain in which they can think.
[ 18 ] Wir haben also drei Elementarreiche und das Mineralreich. In den drei Elementarreichen lebte der Mensch der Vergangenheit. Das folgende kann ich nur andeuten, Sie werden es aber aufgrund der Analogie begreifen können. Auf unsere jetzige Runde wird eine andere folgen, wo der Mensch eine noch höhere Entwicklungsstufe erreichen wird. Er wird dann nicht nur in seinem physischen Gehirn denken können, sondern in derjenigen Kraft, die wir die astralische Kraft nennen. Da wird der Mensch imstande sein, nicht nur die physische Materie zu beherrschen, sondern er wird auch imstande sein, die astralische Kraft zu beherrschen. Ich will Ihnen zur Verdeutlichung dafür ein Beispiel geben: Will ich heute das Glas von hier nach da stellen, so brauche ich eine physische Vermittlung — meine Hand. So weit hat es der Mensch der vierten Runde gebracht, daß er in der physischen, in der mineralischen Welt.bewußt handeln kann. Er kann aber noch nicht die astralische Kraft bewußt handhaben, er hat noch nicht ein astrales Willensorgan entwickelt. Das wird er aber in der fünften Runde können. Der Mensch der fünften Runde wird die astralische Welt ebenso beherrschen können, wie er heute die physische Welt beherrscht. In der sechsten Runde wird der Mensch noch weiter sein. Er wird dann die gestaltende Welt beherrschen können, wie er heute die physische Welt beherrscht und in der fünften Runde die astralische Welt beherrschen wird. In der fünften Runde wird der Mensch einen Wunsch nicht nur an dem Orte vollziehen können, an dem gewünscht wird. Er wird seine Wünsche nach fernen Orten senden können. In der sechsten Runde wird der Mensch selbst gestalten können. Er wird dann die Rupa-Kraft selbst beherrschen können. Nach der sechsten Runde wird unsere irdische Entwicklung ihre Vollendung erreicht haben, und erst dann wird der Mensch in sich selber alles aufgenommen haben, was er auf der Erde hat lernen können. Erst dann wird er im wahren Sinne des Wortes zu seinem wirklichen, klaren Selbstbewußtsein gekommen sein. Er braucht dann keine Vermittlung mehr; er ist unmittelbar an seinem Ziele angelangt. In der siebenten Runde hat der Mensch sein Ziel erreicht. Formlos wird er wieder sein. Aber alles, was er zu lernen hatte, wird er aufgenommen haben.
[ 18 ] So we have three elemental kingdoms and the mineral kingdom. Humanity of the past lived in the three elemental kingdoms. I can only hint at what follows, but you will be able to understand it based on the analogy. Our current cycle will be followed by another, in which humanity will reach an even higher stage of development. Humanity will then be able to think not only with its physical brain, but also with the force we call the astral force. Humanity will then be capable not only of mastering physical matter, but also of mastering the astral force. To illustrate this, let me give you an example: If I want to move this glass from here to there today, I need a physical medium—my hand. Humanity has progressed so far in the fourth round that it can act consciously in the physical, mineral world. However, it cannot yet consciously wield the astral force; it has not yet developed an astral organ of will. But they will be able to do so in the fifth round. Human beings of the fifth round will be able to master the astral world just as they now master the physical world. In the sixth round, human beings will have progressed even further. They will then be able to master the formative world just as they now master the physical world and will master the astral world in the fifth round. In the fifth round, human beings will be able to fulfill a wish not only at the place where it is made. They will be able to send their wishes to distant places. In the sixth round, human beings will be able to shape reality themselves. They will then be able to master the rupa-force themselves. After the sixth round, our earthly evolution will have reached its completion, and only then will human beings have absorbed within themselves everything they could learn on Earth. Only then will they have attained, in the true sense of the word, their genuine, clear self-awareness. They will then no longer need any mediation; they will have reached their goal directly. In the seventh round, humanity will have reached its goal. It will once again be formless. But it will have absorbed everything it had to learn.
[ 19 ] Sieben Runden hat der Mensch durchzumachen. Nur ungefähr konnte ich diese sieben Runden beschreiben. Nun müssen wir noch eines festhalten: Während unserer mineralischen Runde waren der Mensch und die Erde nicht immer physisch, sondern sie mußten sich erst zu diesem Zustand hinentwickeln, sie mußten diesen Zustand erst annehmen, um physisch wahrnehmbar zu werden. Von unserer mineralischen Runde blicken wir zurück auf die anderen Entwicklungsstufen. Wir können dabei verfolgen, daß wir es mit einer siebenstufigen Entwicklung unserer Erde zu tun haben und daß das Geistesselbst sieben Stufen oder Runden durchzumachen hatte. Während jeder dieser sieben Runden war das Geistesselbst in einem der Naturreiche. — Sehen wir den Menschen an. Er ist durch das erste, zweite, dritte Elementarreich hindurchgegangen und befindet sich jetzt in der vierten Runde, welche unsere gegenwärtige Welt ist.
[ 19 ] Humanity must go through seven cycles. I could only describe these seven cycles in general terms. Now we must note one more thing: During our mineral cycle, humanity and the Earth were not always physical; rather, they first had to evolve toward this state, they first had to assume this state in order to become physically perceptible. From our mineral cycle, we look back on the other stages of development. In doing so, we can see that we are dealing with a seven-stage development of our Earth and that the spiritual self had to pass through seven stages or cycles. During each of these seven cycles, the spiritual self was in one of the kingdoms of nature. — Let us look at human beings. They have passed through the first, second, and third elemental kingdoms and are now in the fourth cycle, which is our present world.
[ 20 ] Nun werde ich das nächste Mal zeigen, daß nur der Mensch während dieser vierten Runde die mineralische Stufe erreicht. Das aber, was heute Mineral ist, was unbelebter Naturstoff ist, was Bergkristall, Kalkspat und so weiter ist, hat die Höhe seiner Entwicklung bereits während der ersten Runde erreicht. Das, was heute Pflanze ist, hat während der zweiten Runde die Höhe seiner Entwicklung erreicht, und das, was das heutige Tier ist, hat während der dritten Runde seine Entwicklungshöhe erreicht. Der Mensch hat seine physisch-mineralische Entwicklung während der vierten Runde erreicht.
[ 20 ] Next time, I will show that only human beings reach the mineral stage during this fourth round. However, what is a mineral today—what is inanimate natural matter, such as rock crystal, calcite, and so on—had already reached the peak of its development during the first round. What is now a plant reached the peak of its development during the second round, and what is now an animal reached the peak of its development during the third round. Human beings reached the peak of their physical-mineral development during the fourth round.
[ 21 ] Wir sehen also, unserer Erde ging vor Jahrmillionen eine andere voraus. Damals entstand das mineralische Reich. Der Mensch war aber erst im ersten Elementarreiche. In der zweiten Runde trat die Pflanzennatur auf; nun waren schon vorhanden Mineralisches und Pflanzennatur; der Mensch war damals im zweiten Elementarreich. Es kommt die dritte Runde, das Tierische wird aufgenommen in die irdische Entwickelung. Der Mensch als solcher ist aber erst ein astralisches Wesen, er kann noch nicht bis zur mineralischen Verkörperung heruntersteigen. Erst in der vierten Runde, wo Mineral, Pflanze und Tier schon vorhanden sind, kann es der Mensch zur mineralischen Verkörperung bringen. Daher haben wir in den vier Runden vier nebeneinanderstehende Reiche: Das Mineralreich in der ersten Runde, das Pflanzenreich in der zweiten Runde, das Tierreich in der dritten Runde und das Menschenreich in der vierten Runde. Das Menschenreich hat die drei anderen Reiche als vorbereitende Stadien vorangeschickt. Daher hat Goethe recht, wenn er sagt: Was wäre eigentlich die ganze Natur, wenn sie nicht auf den Menschen hinzielte? Diese große kosmische Veranstaltung mußte geschehen; durch drei Runden hindurch mußte der Mensch sich entwickeln, damit er in der vierten Runde eine mineralische Form annehmen konnte. Der Mensch ist in unsichtbarer Gestalt der Schöpfer, der Mitschöpfer gewesen. Als Pitri kam er herüber von einer anderen Entwicklungsepoche. Mit unserem träumerischen Bewußtsein haben wir an den ersten Runden gearbeitet. Wir haben an der Bildung unserer Erde vorbereitend gearbeitet, damit sich ein Reich bilden konnte, das zur Grundlage für unsere Entwicklung werden konnte.
[ 21 ] We see, then, that millions of years ago, another Earth preceded ours. At that time, the mineral kingdom came into being. Humanity, however, was still in the first elemental kingdom. In the second round, the plant kingdom emerged; by then, both the mineral and plant kingdoms already existed; humanity was in the second elemental kingdom at that time. The third round arrives, and the animal kingdom is incorporated into Earth’s evolution. Humanity, however, is still only an astral being; it cannot yet descend to the level of mineral embodiment. Only in the fourth round, when the mineral, plant, and animal kingdoms are already present, can human beings achieve mineral embodiment. Therefore, in the four rounds, we have four kingdoms existing side by side: the mineral kingdom in the first round, the plant kingdom in the second round, the animal kingdom in the third round, and the human kingdom in the fourth round. The human kingdom was preceded by the other three kingdoms as preparatory stages. That is why Goethe is right when he says: What would all of nature actually be if it were not directed toward the human being? This great cosmic event had to take place; the human being had to develop through three rounds so that it could assume a mineral form in the fourth round. In invisible form, humanity has been the creator, the co-creator. As Pitri, it came over from another epoch of evolution. With our dreamlike consciousness, we worked through the first cycles. We worked preparatorily on the formation of our Earth so that a kingdom could be formed that would serve as the foundation for our development.
[ 22 ] Das ist der Gang der Erdenentwicklung von einem Anfange an, den ich heute vor Sie hinstellen konnte bis zu dem Zeitpunkte, in dem wir jetzt stehen. Wir werden das nächste Mal zu dem weiteres hinzufügen.
[ 22 ] This is the course of Earth’s development from its very beginning—which I was able to present to you today—up to the point where we stand now. We will add to this next time.
