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Consciousness — Life — Form
GA 89

9 June 1904

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Theosophische Kosmologie III

Theosophical Cosmology III

[ 1 ] Vor acht Tagen versuchte ich, die dem Abendlande so fremde Denkweise zu erläutern, durch die der Theosoph zu seinen Einsichten und Erkenntnissen in den Kosmos kommt. Der skizzenhafte Charakter, den diese Vorträge haben müssen, hindert mich, in aller Ausführlichkeit die theosophische Kosmologie auseinanderzusetzen. Indessen werde ich versuchen, Ihnen heute wenigstens in erzählender Form ein Bild von der Weltentstehung zu geben, wie es der Theosophie zugrundeliegt. Ich bitte diejenigen, die wissenschaftliche Anforderungen stellen, zu bedenken, daß es mir natürlich nicht möglich ist, in der Kürze von drei Vorträgen irgendwelche wissenschaftlich ausschauende Begründung dessen zu geben, was ich heute sagen werde. Wer eine solche wissenschaftliche Begründung haben will, wird sie in einem späteren Zyklus finden, wo ich ausführlicher über diesen Gegenstand sprechen werde. Und auch ein zweiter Band meiner «Theosophie», der bald erscheinen wird, soll von der Kosmologie handeln.

[ 1 ] Eight days ago, I attempted to explain the way of thinking—so foreign to the West—through which the theosophist arrives at his insights and understanding of the cosmos. The sketchy nature of these lectures prevents me from discussing theosophical cosmology in full detail. However, I will attempt today to at least give you, in narrative form, a picture of the origin of the world as it underlies Theosophy. I ask those who have scientific expectations to bear in mind that it is, of course, not possible for me to provide, within the brevity of three lectures, any scientifically sound justification for what I will say today. Anyone who wishes to have such a scientific justification will find it in a later series of lectures, where I will speak in greater detail on this subject. Furthermore, a second volume of my *Theosophy*, which will be published soon, will also deal with cosmology.

[ 2 ] Vor allem lassen Sie mich eine wichtige Vorstellung voraussetzen, die im Grunde genommen sehr einfach ist, die aber derjenige sich vergegenwärtigen muß, der die Entwicklung im theosophischen Sinne verstehen will. Wenn wir von der Entwicklung im Großen sprechen, dann meinen wir damit nicht nur das Hervorgehen des tierischen oder pflanzlichen Lebens aus einem anderen, sondern wir meinen die großen Umwandlungen innerhalb dieses Weltenalls, und wir zählen dazu auch die Entstehung der Materie, der Materie im eigentlichen Sinne, die wir heute durch unsere physischen Sinne wahrnehmen können.

[ 2 ] First of all, let me start with an important concept that is, in essence, very simple, but which anyone who wishes to understand evolution in the theosophical sense must keep in mind. When we speak of evolution in the broadest sense, we do not mean merely the emergence of animal or plant life from another form of life; rather, we refer to the great transformations within this universe, and we include among these the origin of matter—matter in the true sense of the word—which we can perceive today through our physical senses.

[ 3 ] Wir haben das letzte Mal davon gesprochen, daß wir in der Entwicklungsgeschichte unseres Planeten sieben aufeinanderfolgende Stufen zu unterscheiden haben, und ich habe Ihnen diese auch beschrieben, wenigstens andeutungsweise. Sie müssen sich also denken, daß unser irdischer Planet gleichsam in rhythmischer Folge sieben Stufen, die wir Runden nennen, durchmacht. Alles, was heute auf unserer Erde ist und lebt, war auch vorhanden, bevor unsere heutige Erde entstanden ist; es war aber vorhanden in einer Art von Keimzustand, so wie ja auch die ganze Pflanze im Keime schon vorhanden ist, gleichsam im Keime schläft, bevor sie sich in der äußeren Welt gestaltet. Einen solchen Schlummerzustand aller menschlichen Wesen bezeichnen wir in der Theosophie als ein «Pralaya». Dagegen nennt man den Zustand, in dem alles zum Leben erwacht, nach und nach herauskommt und von Anfängen bis zur Vervollkommnung, bis zu einem Höhepunkt fortschreitet, ein «Manvantara». Wenn der Zustand der Vollkommenheit eingetreten ist, dann folgt neuerdings wieder ein Pralaya, ein Schlafzustand, und auf diesen folgt wiederum ein Zustand des Wachens und Wachsens. So geht der Planet siebenmal durch diese Folge von Zuständen hindurch, siebenmal wieder erwachend zu einem neuen Rundenleben. Die Zeit zwischen einem Manvantara und dem anderen verfließt also in einem solchen Zustand, in dem alles, was lebt und webt auf unserer Erde, gleichsam schläft. Aber es ist das kein Schlaf, der sich vergleichen läßt mit dem gewöhnlichen menschlichen Schlaf. Beim gewöhnlichen menschlichen Schlaf ist nur die Verstandestätigkeit und die Sinnestätigkeit des Menschen unterbrochen, aber Sie sehen sein physisches Leben. Den Schlafzustand der Erde müssen Sie sich ganz anders vorstellen. Es ist so, daß von keinem Wesen auf unserer Erde irgend etwas während dieses Schlafzustandes zu sehen ist. Nur für das geöffnete Auge des höchstentwickelten Sehers, des sogenannten Dangma, wäre dieser Zustand der Erde wahrnehmbar. Unbeschreibbar mit unseren Worten ist dieser Zustand, denn unsere Worte sind nicht geprägt für diese Art des Seins. Ich finde in keiner Sprache Worte für diesen Zustand. Daher sagt der entwickelte Seher, um eine Vorstellung von diesem Zustande hervorzurufen, etwas ganz anderes. Er sagt: Stellt euch eine Pflanze vor. Diese Pflanze seht ihr. Nun stellt euch von dieser Pflanze eine Art Gipsabdruck vor, aber so, daß alles, was die Pflanze ist, hohl ist, leerer Raum, und ringsherum die Gipsmasse. Nehmen Sie nun an, alles dasjenige, was Gips ist, wäre geistig und nur für bestimmte Sinneswahrnehmungen bemerkbar. Derjenige welcher die Pflanze sehen kann, kann dann nicht zugleich den Gipsabdruck sehen, also das Negativ der Pflanze. So etwa würde sich dasjenige verhalten, was der entwickelte Seher von der Erde im Pralayaschlafe wahrzunehmen vermag. Die Erde ist nicht da. Sie ist die Aushöhlung, die Hohlform, sie ist wie in einem nach allen Seiten verschwimmenden, allmählich aufhörenden, großen, gewaltigen Meer höchster geistiger Wesenheiten, aus dem gleichsam herausfließt das Dasein der Erde selbst.

[ 3 ] Last time we spoke about how we can distinguish seven successive stages in the evolutionary history of our planet, and I also described these to you, at least in general terms. You must therefore imagine that our Earth, as it were, passes through seven stages—which we call rounds—in a rhythmic sequence. Everything that exists and lives on our Earth today was also present before our present Earth came into being; but it existed in a kind of embryonic state, just as the entire plant is already present in the seed, so to speak, lying dormant in the seed before it takes shape in the outer world. In Theosophy, we refer to such a dormant state of all human beings as a “Pralaya.” In contrast, the state in which everything awakens to life, gradually emerges, and progresses from its beginnings to perfection, to a climax, is called a “Manvantara.” Once the state of perfection has been reached, a Pralaya—a state of sleep—follows once more, and this is in turn followed by a state of waking and growth. Thus, the planet passes through this sequence of states seven times, awakening seven times to a new cycle of life. The time between one Manvantara and the next therefore elapses in a state in which everything that lives and thrives on our Earth is, as it were, asleep. But this is not a sleep that can be compared to ordinary human sleep. In ordinary human sleep, only the human mind and senses are suspended, yet you can still observe the person’s physical life. You must imagine the Earth’s state of sleep quite differently. The fact is that during this state of sleep, nothing at all can be seen of any being on our Earth. Only to the open eye of the most highly developed seer—the so-called Dangma—would this state of the Earth be perceptible. This state is indescribable with our words, for our words are not suited to this kind of existence. I cannot find words for this state in any language. Therefore, to evoke an idea of this state, the developed seer says something entirely different. He says: Imagine a plant. You see this plant. Now imagine a kind of plaster cast of this plant, but such that everything that constitutes the plant is hollow—empty space—and the plaster mass surrounds it. Now suppose that everything that is plaster were spiritual and perceptible only to certain sensory perceptions. The one who can see the plant cannot simultaneously see the plaster cast—that is, the negative of the plant. This is roughly how what the developed seer is able to perceive of the Earth in its Pralaya sleep would behave. The Earth is not there. It is the hollow, the hollow form; it is as if it were in a vast, mighty sea of the highest spiritual beings, blurring in all directions and gradually fading away, from which the very existence of the Earth itself flows, as it were.

[ 4 ] Nun beginnt innerhalb dieses Hohlraumes etwas zu entstehen, aber was da entsteht, ist immer noch nicht wahrnehmbar für sinnliche Augen, es ist nur wahrnehmbar für einen hochentwickelten Seher, der sich auf dem Gebiete des Devachanplanes bewußt bewegen kann. Derjenige, der dieses Sehen hat, würde im Beginne des irdischen Daseins im Raume eine Kugel sehen, eine rein geistige Kugel, auf der alles nur geistig vorhanden ist und die nur für das devachanische Seherauge wahrnehmbar wäre. Jedesmal bevor eine neue Runde beginnt, ist unsere Erde in einem solchen geistigen Zustande. Wenn sie erwacht aus dem Pralayaschlafe, so erwacht sie zu einer solchen Kugel. In einem wunderbaren rötlichen Schimmer sieht sie der das Devachanische Schauende. Selbst für den astralen Seher ist die Kugel nicht sichtbar. Aber dennoch enthält die Kugel schon alles, was später Erde wird. Auch die dichtesten Körper sind schon in dieser Kugel enthalten.

[ 4 ] Now something begins to take shape within this cavity, but what is emerging there is still imperceptible to the physical eye; it is perceptible only to a highly developed seer who can consciously move within the realm of the Devachan plane. One who possesses this vision would, at the beginning of earthly existence, see a sphere in space—a purely spiritual sphere in which everything exists only spiritually and which would be perceptible only to the Devachanic seer’s eye. Every time before a new cycle begins, our Earth is in such a spiritual state. When it awakens from the sleep of Pralaya, it awakens to such a sphere. The Devachanic seer sees it bathed in a wondrous reddish glow. Even to the astral seer, the sphere is not visible. Yet the sphere already contains everything that will later become the Earth. Even the densest bodies are already contained within this sphere.

[ 5 ] Wie haben wir uns. das nun vorzustellen? Wir können uns das durch einen einfachen Vorgang klarmachen. Stellen Sie sich ein Gefäß mit Wasser vor. Das Wasser ist flüssig. Wenn Sie die Temperatur abkühlen, wird das Wasser zu Eis erstarren. Sie haben dasselbe vor sich wie vorher — Eis ist nichts anderes als Wasser, nur in einer anderen Form. Erhöhen Sie die Temperatur, so geht das Eis wieder in Wasser über, bei noch weiterer Erhitzung sogar in Dampf. So können Sie sich auch vorstellen, daß alle Materialität durch Verdichtung aus dem Geistigen hervorgeht. Die geistige Kugel — nur für das entwickelte Seherauge zu sehen — verdichtet sich immer mehr und mehr, nachdem sie durch ein kleines Pralaya durchgegangen ist. Sie ist dann auch zu sehen für ein minder entwickeltes Seherauge. Dann kommt wieder eine Art von kurzem Schlafzustand, und dann tritt die ganze Kugel uns wiederum in einem verdichteteren Zustand entgegen, und jetzt ist diese Kugel sichtbar für das astrale Auge, also für denjenigen, dessen Sinne auf dem astralen Plan geöffnet sind. Es kommt wieder ein Pralayazustand, und wieder taucht die Kugel auf, jetzt als ganz dicht gewordene physische Materie. Jetzt erst können physische Augen sie sehen, physische Ohren hören, physische Hände greifen. Das ist der vierte Zustand. Danach kommt wiederum ein kurzes Pralaya. Der Zustand löst sich wieder auf und neuerdings tritt eine astrale Kugel uns entgegen, aber mit viel höher entwickelten Wesen. Ein analoger Zustand tritt auf in der sechsten Runde, der wiederum nur für den devachanischen Seher sichtbar ist. Danach wieder ein Pralaya und dann ein nur für das höchste Seherauge sichtbarer Zustand. Dann folgt das Hinschwinden selbst für den Dangma. Nun folgt ein großes Pralaya und dann beginnt der ganze Prozeß sich zu wiederholen. Dies geschieht siebenmal. So verwandelt sich die Erde vom Niedersten zum Höchsten.

[ 5 ] How are we supposed to picture this? We can understand it through a simple process. Imagine a container filled with water. Water is a liquid. If you lower the temperature, the water will freeze into ice. You are looking at the same thing as before—ice is nothing other than water, just in a different form. If you raise the temperature, the ice turns back into water, and with even further heating, it turns into steam. In the same way, you can imagine that all materiality arises from the spiritual through condensation. The spiritual sphere—visible only to the developed clairvoyant eye—becomes denser and denser after passing through a small pralaya. It then becomes visible even to a less developed clairvoyant eye. Then comes another sort of brief state of sleep, and afterward the entire sphere appears to us once more in a more condensed state; now this sphere is visible to the astral eye—that is, to those whose senses are open on the astral plane. Another state of pralaya follows, and the sphere reappears, this time as physical matter that has become quite dense. Only now can physical eyes see it, physical ears hear it, and physical hands grasp it. This is the fourth state. Afterward, another brief Pralaya occurs. The state dissolves once more, and an astral sphere reappears before us, but this time with much more highly developed beings. A similar state occurs in the sixth round, which is again visible only to the Devachanic seer. This is followed by another Pralaya and then a state visible only to the highest seer’s eye. Then comes the fading away, even for the Dangma. Now a great Pralaya follows, and then the entire process begins to repeat itself. This happens seven times. Thus the Earth transforms from the lowest to the highest.

[ 6 ] Lassen Sie uns jetzt die erste Runde verfolgen. Diese können wir am besten dadurch studieren, daß wir uns klarmachen, was auf unserer Erde vorhanden ist, da, wo sie am dichtesten ist. In der ersten Runde sind noch keine mineralischen Formen vorhanden, auch keine physischen Naturkräfte und keine chemischen Kräfte. Die Erde hat die bisherige Entwicklungsarbeit nur verrichtet, um die Grundlage für das physische Dasein zu schaffen; sie hat diese Grundlagen geschaffen, um ein physisches Dasein in der vierten Runde vorzubereiten. Wie eine feurige Masse erscheint hier unsere Erde, von so gewaltig hoher Temperatur, daß darin keiner unserer gegenwärtigen Stoffe die Form haben könnte, die er jetzt hat. Alle Stoffe sind in diesem Feuer-Urbrei — lassen Sie mich dieses triviale Wort gebrauchen —, in einer einheitlichen, undifferenzierten Materie durcheinandergeflutet. Die Theosophie sagt: Die Erde ist im Zustande des Feuers. — Damit ist aber nicht ein gewöhnliches Feuer gemeint, sondern ein Feuer höherer, geistiger Art. Da finden sich noch keine chemischen Elemente. Aber das, was im Innern dieser Materie ist, ist doch schon tätig. Zweierlei Arten von geistigen Wesenheiten sind darin tätig: diejenigen, die wir als «Dhyani Chohans» bezeichnen und solche Wesenheiten, die noch nicht zur physischen Materialität heruntergestiegen sind, die zum Teil nur einen Geistkörper haben, zum Teil eingehüllt sind in astrale Materie, und die mit ungeheurer Schnelligkeit die Feuermaterie durchfluten. Wir sehen da ein fortwährendes Entstehen und Vergehen von regellosen Formen, auch von solchen Formen, die schon erinnern an das, was später auf der Erde vorhanden ist. Wie eine Art Schablonen erscheint das, was fortwährend entsteht und vergeht. Es sprudelt etwas auf, was uns an die Gestalten von späteren Kristallen und von späteren Pflanzen erinnert; ja sogar etwas, das schon menschliche Formen annimmt und dann wieder zerstiebt. Die Menschen, die später inkarniert sein werden, sie lebten in diesem Feuer, die Körper ausmodellierend, sie vorbereitend. So erscheint uns dieser Zustand der ersten Runde der Erde. Dann folgt der Übergang dieser feurigfließenden Erde in den Schlafzustand.

[ 6 ] Let us now follow the first round. The best way to study it is to understand what exists on our Earth where it is at its densest. In the first round, there are still no mineral forms, nor any physical forces of nature, nor any chemical forces. The Earth has carried out its developmental work thus far solely to lay the foundation for physical existence; it has laid these foundations to prepare for physical existence in the fourth round. Here, our Earth appears as a fiery mass, of such an immensely high temperature that none of our present substances could have the form they now possess within it. All substances are intermingled in this primordial fiery mass—allow me to use this trivial term—in a uniform, undifferentiated matter. Theosophy states: The Earth is in a state of fire. — This does not, however, refer to an ordinary fire, but to a fire of a higher, spiritual nature. There are no chemical elements present yet. But what lies within this matter is already active. Two kinds of spiritual beings are active within it: those we call “Dhyani Chohans” and those beings who have not yet descended into physical materiality—some of whom possess only a spiritual body, while others are enveloped in astral matter—and who flow through the fiery matter with immense speed. We see there a continuous arising and passing away of formless shapes, including forms that already resemble what will later exist on Earth. What continually arises and passes away appears like a kind of stencil. Something bubbles up that reminds us of the shapes of future crystals and future plants; indeed, even something that already takes on human forms and then disperses again. The human beings who would later incarnate lived within this fire, shaping their bodies and preparing them. This is how this state of the Earth’s first round appears to us. Then follows the transition of this fiery, flowing Earth into a state of slumber.

[ 7 ] Die zweite Runde beginnt in derselben geistigen Weise. Betrachten wir wieder die Erde da, wo sie am dichtesten ist. Jetzt hat dieser Zustand eine. ganz andere Form als früher. Jetzt hat er eine Form, welche die heutige Physik schon kennt; der heutige Physiker nennt sie «Äther». Äther ist feiner als unsere heutigen Gase, aber dichter als die Erde in der früheren Runde war. In dieser ganz feinen Materie bildet sich dasjenige aus, was wir chemische Elemente nennen. Diese zweite Stufe können Sie in allen Religionsbüchern in wunderbar schöner Weise angedeutet finden, indem gesagt wird, daß die göttlichen Wesenheiten alles nach Maß, Zahl und Gewicht ordneten. Was früher regellos war, ordnete sich jetzt in chemische Elemente, und diese ordneten sich durch die Zahl. Der Chemiker wird mich verstehen, denn er kennt das regelmäßige periodische System der Elemente. So ist die Materie in bestimmte Maß- und Zahlenverhältnisse zueinander gekommen, nachdem sie als Materie eine gewisse Dichtigkeit, eine ätherische Form angenommen hat. Die einzelnen Stoffe haben auf dieser Stufe noch nichts miteinander zu tun. Sie stehen sich fremd gegenüber. Erst jetzt, wo sich die Materie differenziert, sehen wir die wunderbarsten Formen sich bilden, die uns an die späteren erinnern, sie sind nur noch nicht festbestehend: sternförmige Formen, eckige Formen, Tetraeder, Polyeder, runde Formen und so weiter. Da sind die Formen angedeutet, welche später im Naturreich auftreten. Wie in der ersten Runde die Kristallformen vorgebildet wurden, so bildet sich jetzt in der zweiten Runde das Pflanzenreich vor. Dann flutet das Ganze wieder ab; das Astralische und das Devachanische gehen wieder durch einen Pralaya-Zustand hindurch und erscheinen dann wieder in der dritten Runde.

[ 7 ] The second round begins in the same spiritual way. Let us again consider the Earth where it is at its densest. Now this state has a completely different form than before. It now has a form already known to modern physics; today’s physicists call it “ether.” Ether is finer than our present-day gases, but denser than the Earth was in the previous round. Within this very fine matter, what we call chemical elements take shape. You can find this second stage alluded to in a wonderfully beautiful way in all religious texts, where it is said that the divine beings arranged everything according to measure, number, and weight. What was once disordered now organized itself into chemical elements, and these were ordered through number. The chemist will understand me, for he is familiar with the regular periodic table of elements. Thus, matter came to exist in specific ratios of measure and number to one another after it had, as matter, assumed a certain density—an ethereal form. At this stage, the individual substances still have nothing to do with one another. They remain alien to one another. Only now, as matter differentiates, do we see the most wondrous forms taking shape—forms that remind us of those that will come later, though they are not yet permanently fixed: star-shaped forms, angular forms, tetrahedrons, polyhedrons, round forms, and so on. Here, the forms that will later appear in the natural kingdom are foreshadowed. Just as the crystal forms were prefigured in the first round, so now, in the second round, the plant kingdom is prefigured. Then the whole process subsides again; the astral and devachanic realms pass through a state of Pralaya once more and then reappear in the third round.

[ 8 ] Wenn wir den physischen Zustand in der dritten Runde betrachten, so finden wir da die Materie schon in einem wesentlich anderen Zustand. Sie ist noch nicht geordnet nach Luft und Wasser, sondern sie hat eine Art von Nebelform, von Dampfform. Nicht mehr in Ätherform, sondern wie eine Art von Wasserdampf, von Nebel oder wie Wolkengebilde heute sind, so würden wir uns die Erde auf dieser dritten Stufe vorzustellen haben. Und innerhalb dieser Nebelgebilde, die wir in alten Sagen erhalten finden — die Sagen von Nebelheim, Niflheim, zeigen uns diesen Zustand —, zeigt sich uns die Materie in anderer Form, nicht mehr nach der Zahl geordnet, sondern mit Kräften ausgestattet. Der okkulte Forscher spricht hier von dem Gesetz der Wahlverwandtschaften. Die chemischen Stoffe regeln sich nach dem Gesetz der Wahlverwandtschaft. Jetzt aber, in der dritten Runde, tritt Kraft auf, die bewirkt, daß das Kleine größer werden kann, sich ausdehnen kann. Die Stoffe können sich von innen heraus durchorganisieren, durchkraften. Nicht nur die Anfänge des Pflanzentums, die wir in der zweiten Runde kennengelernt haben, treten auf, sondern Wachstum ist jetzt möglich. Die ersten tierischen Bildungen treten auf, die uns heute höchst grotesk anmuten würden. Riesig große, kolossale Formen bildeten sich selbst aus dieser Nebelmasse. Es hat für den Okkultisten etwas von Wahrheit an sich, wenn er in die Wolken hinaufschaut und sieht, daß die eine Wolke wie ein Kamel, die andere wie ein Pferd ausschaut. In dieser dritten Runde sind die Wesen nebelhafte Gestalten, die sich dadurch fortpflanzen, daß eines in das andere sich verwandelt, eines aus dem anderen hervorgeht, so wie niedere Zellorganismen, die eine Erinnerung daran sind. Diese tierischen Körper, die aus dem Nebel entstanden sind, können jetzt die erste Grundlage abgeben, damit diejenigen Individualitäten, die von früheren Welten herübergekommen sind, einen Körper finden. Jetzt kann der Mensch sich verkörpern, er findet ein Gehäuse vor, das ihm gestattet, sich zum Ausdruck zu bringen, zuerst allerdings in unvollkommener, in primitiver, täppischer Weise. Auch mißglückte Inkarnationen sind möglich. Man kann davon sprechen, daß während der dritten Runde sich Wesen auf der Erde befunden haben, Zwischenwesen zwischen Mensch und Tier, in denen sich der Mensch zwar nicht ganz wohl fühlte, sich aber doch inkarnieren konnte.

[ 8 ] When we consider the physical state in the third round, we find that matter is already in a significantly different state. It is not yet organized into air and water, but rather takes on a kind of mist-like or vapor-like form. No longer in the form of ether, but rather like a kind of water vapor, mist, or the cloud formations we see today—this is how we would have to imagine the Earth at this third stage. And within these mist-like formations—which we find preserved in ancient legends—the legends of Nebelheim and Niflheim illustrate this state—matter appears to us in a different form, no longer ordered according to number but endowed with forces. The occult researcher speaks here of the law of elective affinities. Chemical substances are governed by the law of elective affinity. But now, in the third round, a force emerges that enables the small to become larger, to expand. Substances can organize and energize themselves from within. Not only do the beginnings of plant life, which we encountered in the second round, appear, but growth is now possible. The first animal formations appear, which would seem highly grotesque to us today. Enormous, colossal forms took shape of their own accord from this misty mass. For the occultist, there is a grain of truth in looking up at the clouds and seeing that one cloud resembles a camel and another a horse. In this third round, the beings are nebulous forms that reproduce by one transforming into another, one emerging from another, just like lower cellular organisms, which are a remnant of this process. These animal bodies, which arose from the nebula, can now provide the first foundation for those individualities that have come over from earlier worlds to find a body. Now the human being can incarnate; he finds a vessel that allows him to express himself, though at first in an imperfect, primitive, and clumsy manner. Failed incarnations are also possible. One can say that during the third round, beings existed on Earth—intermediate beings between humans and animals—in which humans did not feel entirely at ease, but in which they were nevertheless able to incarnate.

[ 9 ] Nun kommt wieder ein Pralaya und dann die vierte Runde. Das ist die Runde, der wir selbst heute angehören. Die Erde machte also erst den devachanischen Zustand durch, ging dann herunter durch den astralen und den ätherischen Zustand und kommt endlich in den physischen Zustand, den wir jetzt erreicht haben. Während der ersten Runde hat sich die Grundlage für das Mineralreich gebildet, während der zweiten Runde bildete sich die Grundlage für das Pflanzenreich, während der dritten Runde entstand die Möglichkeit, daß tierische Bildungen auftreten konnten. Und jetzt, während der vierten Runde, bekommt der Mensch die Fähigkeit, die Gestalt anzunehmen, die er heute hat.

[ 9 ] Now another Pralaya is coming, followed by the fourth cycle. This is the cycle to which we ourselves belong today. The Earth thus first passed through the Devachanic state, then descended through the astral and etheric states, and finally reached the physical state that we have now attained. During the first round, the foundation for the mineral kingdom was laid; during the second round, the foundation for the plant kingdom was laid; and during the third round, the possibility arose for animal forms to emerge. And now, during the fourth round, human beings acquire the ability to assume the form they have today.

[ 10 ] Betrachten wir den Zustand unserer physischen Erde, unserer jetzigen Runde etwas genauer. Der Zustand der Erde auf dieser vierten Stufe muß als sehr viel dichter bezeichnet werden als die Zustände in den früheren Runden. Zuerst war ein feuriger Zustand, dann ein nebliger, dann ein solcher zwischen Luft und Wasser. Jetzt aber, im Anfang der vierten Runde, haben wir eine Art quellende Materie, ähnlich dem Eiweiß. In diesem Zustand befand sich die ganze Erde im Anfang der vierten Runde. Allmählich hat sich aber alles verdichtet, und was wir heute auf der Erde als Materie kennen, ist nichts anderes als die verdichtete, ursprünglich quellende Materie — genauso, wie das Eis verdichtete Wassermaterie ist. Im Anfang dieser vierten Runde waren alle Wesenheiten so beschaffen, daß sie in dieser quellenden Materie leben konnten. Der Mensch hatte eine Gestalt, die schon ähnlich war der heutigen, aber er war noch in einem völlig dumpfen Bewußtseinszustand, der zu vergleichen ist mit dem Zustand eines träumenden Menschen. Er träumte sein Dasein dahin in einer Art von Schlafbewußtsein; es fehlte ihm noch der Geist. Betrachten wir diesen Zustand etwas genauer. Der Mensch war also in dieser quellenden Materie schon möglich. Traum-Menschen nennen wir den Menschen dieser ersten Rasse. Es ist schwer, eine Beschreibung des Menschen der ersten Rasse zu geben. Diesem Zustand folgte ein anderer, in dem die Materie sich weiter verdichtete und sich getrennt hat in eine mehr geistige und eine mehr physische Materialität, gleichsam in Nordpol und Südpol. Nur bitte ich Sie, dabei zu berücksichtigen den Unterschied zwischen der okkulten Auffassung und der landläufigen Auffassung des Darwinismus. Wir haben also in diesem angedeuteten Zustand der Erde ursprünglich den Menschen vorhanden, und wir haben das Pflanzenreich; auch das Tierreich war vorhanden, aber in denjenigen Formen, wo noch keine geschlechtliche Fortpflanzung da ist und kein warmes Blut. Diese Wesen waren noch nicht fähig, Töne aus dem Inneren hervorzubringen. Der Mensch selbst ist noch stumm. Und er kann noch nicht denken, nicht einmal dumpfe Vorstellungen kann er sich bilden. Der Geist ist noch nicht in den Körper eingezogen. In der folgenden, der zweiten Rasse, sondert sich die Materie in zwei Pole. Der Mensch zieht sich gleichsam diejenige Materie heraus, die für ihn brauchbar ist und sondert das minder Brauchbare aus, woraus sich als eine Art Seitenzweige die höheren Tiere heranbilden. Die unteren Tierarten sind schon ähnlich den Formen der heutigen Mollusken, sogar fischähnliche Formen entwickeln sich schon.

[ 10 ] Let us examine the state of our physical Earth—our current round—a little more closely. The state of the Earth at this fourth stage must be described as much denser than the states in earlier rounds. First there was a fiery state, then a misty one, then one intermediate between air and water. Now, however, at the beginning of the fourth round, we have a kind of gelatinous matter, similar to egg white. The entire Earth was in this state at the beginning of the fourth round. Gradually, however, everything condensed, and what we know today on Earth as matter is nothing other than the condensed, originally gelatinous matter—just as ice is condensed water. At the beginning of this fourth round, all beings were constituted in such a way that they could live within this swelling matter. Human beings had a form that was already similar to that of today, but they were still in a completely dull state of consciousness, comparable to the state of a dreaming person. They drifted through their existence in a kind of sleep-like consciousness; they still lacked the spirit. Let us examine this state a little more closely. Human beings were thus already possible within this bubbling matter. We call the people of this first race “dream-people.” It is difficult to provide a description of the people of the first race. This state was followed by another, in which matter continued to condense and separated into a more spiritual and a more physical materiality, as it were, into a North Pole and a South Pole. I ask you, however, to bear in mind the difference between the occult view and the common understanding of Darwinism. So in this described state of the Earth, we originally had human beings present, and we had the plant kingdom; the animal kingdom was also present, but in forms that did not yet exhibit sexual reproduction or warm blood. These beings were not yet capable of producing sounds from within. Human beings themselves were still mute. And they could not yet think; they could not even form vague concepts. The spirit had not yet entered the body. In the next, the second race, matter divides into two poles. Humans, as it were, extract the matter that is useful to them and separate out the less useful matter, from which the higher animals develop as a kind of offshoot. The lower animal species are already similar to the forms of today’s mollusks; even fish-like forms are already developing.

[ 11 ] Der Mensch entwickelt sich immer höher und auf der dritten Stufe der Rassenbildung sondert er wiederum Materie aus, die er nicht zum Träger eines höheren Bewußtseins machen kann. Er gibt sie wieder ab als Material für die Tiere, die nun aussehen etwa wie Amphibien, die riesige Formen haben. Sie werden uns in den Fabeln und Mythen der Völker beschrieben als fliegende Drachen und so weiter. Auch jetzt hat noch kein Wesen, das sich entwickelt hat, eine geschlechtliche Fortpflanzung. Erst ist der Mitte der dritten Rasse, in der Mitte der lemurischen Zeit, treten die Anfänge davon auf. Der Schauplatz dieser Ereignisse befand sich in Lemurien, in der Gegend von Hinterindien im Indischen Ozean.

[ 11 ] Humanity continues to evolve to ever higher levels, and at the third stage of racial development, it once again sheds matter that it cannot transform into a vehicle for higher consciousness. They release it again as material for the animals, which now resemble amphibians of enormous size. They are described to us in the fables and myths of various peoples as flying dragons and so on. Even at this stage, no being that has evolved yet engages in sexual reproduction. It is not until the middle of the third race—in the middle of the Lemurian epoch—that the first signs of this appear. The setting for these events was in Lemuria, in the region of Hinterindia in the Indian Ocean.

[ 12 ] In der Mitte der lemurischen Zeit geschah das große Ereignis, das den Menschen zum Menschen gemacht hat. Unter den menschlichen Wesen, die herübergekommen sind von früheren planetarischen Zuständen befanden sich nicht alle auf der gleichen Entwicklungsstufe. Diejenigen, die schon während des früheren Zyklus auf der Nebelerde eine normale Entwicklung erreicht hatten, konnten sich während der dritten Rasse verkörpern. Unter diesen aber war eine Anzahl, die schon eine höhere Stufe erlangt hatte; diese konnten sich während der dritten Runde überhaupt nicht verkörpern. In jeder Runde entwickeln sich Menschen zu einer normalen Stufe und andere zu einem solchen Stadium, das darüber hinausgeht. Meister sind diejenigen, welche über das normale Maß hinausgeschritten sind. Sie sind höherentwickelte Individualitäten. Diese höherentwickelten Individualitäten, die über das normale Maß schon hinausgeschritten sind, nennt man in der Theosophie Solarpitris oder Sonnenpitris. Sie haben schon eine höhere Geistigkeit erlangt, aber sie konnten sich in den Körper des damaligen Menschen ebensowenig verkörpern, wie der heutige Mensch im Pflanzenbau sich verkörpern könnte. Sie warteten die weitere Entwicklung ab, bis der richtige Zeitpunkt gekommen war und in der vierten Rasse ihre erste wirkliche Verkörperung stattfinden konnte. Jetzt erst konnten diese höher entwickelten Individualitäten, die Solarpitris, von den vorhandenen Formen Besitz ergreifen. Es entstand eine geistig hochentwickelte Menschheit. Die Sagen und Mythen berichten davon, daß es seinerzeit Persönlichkeiten gegeben hat, welche weit über ihre Mitmenschen hinausragten. Individualitäten wie Prometheus, die Rishis der Inder, Feuer-Rishis, die dann zu den eigentlichen Führern der Menschheit wurden, zu den Manus, die den späteren Menschen:die Gesetze gaben. Nur diese Solarpitris konnten sich zu Adepten verkörpern.

[ 12 ] In the middle of the Lemurian era, the great event took place that made humans truly human. Among the human beings who had come over from earlier planetary states, not all were at the same stage of development. Those who had already achieved normal development on the Nebular Earth during the earlier cycle were able to incarnate during the third race. Among these, however, there were a number who had already attained a higher stage; these were unable to incarnate at all during the third round. In every cycle, some people develop to a normal level, while others reach a stage that goes beyond it. Masters are those who have advanced beyond the normal level. They are highly evolved individuals. These highly evolved individuals, who have already advanced beyond the normal level, are called Solar Pitris in Theosophy. They had already attained a higher spirituality, but they were just as unable to incarnate in the bodies of the humans of that time as modern humans would be unable to incarnate in plant forms. They waited for further development until the right time had come and their first true incarnation could take place in the fourth race. Only then were these highly developed individualities—the Solarpitris—able to take possession of the existing forms. A spiritually highly developed humanity emerged. The legends and myths recount that there were, at that time, personalities who towered far above their fellow human beings. Individualities such as Prometheus, the Rishis of India—the Fire Rishis—who then became the true leaders of humanity, the Manus, who gave laws to later generations of humans. Only these Solarpitris were able to incarnate as adepts.

[ 13 ] Ich habe Ihnen erzählt, daß im Beginn der vierten Runde noch keine Geschlechtlichkeit vorhanden war. Erst in der lemurischen Zeit trat die Trennung der Geschlechter auf. Dadurch wurde auch erst die Inkarnation möglich, das Inbesitznehmen eines Körpers, das es vorher nicht gab. Früher ging ein Wesen aus dem anderen hervor. Mit der Trennung der Geschlechter in der Mitte der lemurischen Zeit trat Geburt und Tod ein und damit war auch die Möglichkeit der Wirkung von Karma gegeben. Der Mensch konnte eine Schuld auf sich laden. Alles, was wir als «menschlich» kennen, entstand damals.

[ 13 ] I have told you that at the beginning of the fourth round, there was no sexual differentiation. It was not until the Lemurian era that the separation of the sexes occurred. This is what first made incarnation possible—the inhabiting of a body that had not existed before. Previously, one being emerged from another. With the separation of the sexes in the middle of the Lemurian era, birth and death came into being, and with them the possibility of karma took effect. Human beings could incur guilt. Everything we know as “human” originated at that time.

[ 14 ] Der Kontinent Lemurien ging durch feuerähnliche Katastrophen zugrunde, und nun entstand der atlantische Kontinent auf dem Boden des heutigen Atlantischen Ozeans. In der atlantischen Zeit trat wieder ein wichtiges Ereignis ein, auf das ich Sie aufmerksam gemacht habe, als ich über das Pfingstfest sprach. Ich habe da gesagt, daß mit Ausnahme der Solarpitris alle Wesenheiten in niedrigem Geisteszustande lebten. Nur ausgewählte Körper konnten die Solarpitris aufnehmen. Die anderen Körper hätten diesen Wesen nur die Möglichkeit geboten, im Zustand eines dumpfen Bewußtseins zu leben. Gemütlose Menschen wären entstanden, wenn die damaligen Körper benutzt worden wären. Es warteten deshalb die Pitris, bis sich gewisse tierische Formen weiter ausgebildet hatten. Diese waren auf der einen Seite tiefer in das Triebleben gesunken, aber andererseits hatten sich dadurch die Vorbedingungen für die spätere Entwicklung eines Gehirns gebildet. Die Materie hatte sich differenziert in eine Nervenmaterie und eine Geschlechtsmaterie. In dieser verschlechterten Materie haben sich dann diejenigen Pitris verkörpert, die gewartet haben bis zu diesem späteren Zustand. Das ist das, was die Religion als den Sündenfall der Menschheit bezeichnet hat: das Hinabsteigen in die schlechter geartete Materie. Wäre das unterblieben, so wären sie alle in einem viel weniger bewußten Zustande geblieben. Sie wären nicht zu dem klaren Gedankenleben brauchbar gewesen, wie wir es heute haben, sondern in einem viel dumpferen Zustand geblieben. Das haben sie erkauft dadurch, daß sie den Körper auf der einen Seite sich verschlechtern ließen, um ihn auf der anderen Seite zu Gehirn-Materie zu veredeln, um ein höheres Bewußtsein erreichen zu können. Dadurch konnten sie schon damals zu einer gewissen geistigen Höhe emporsteigen. Ein besonderes Ergebnis der Entwicklung der atlantischen Rasse war die Ausbildung eines phänomenalen Gedächtnisses.

[ 14 ] The continent of Lemuria was destroyed by fire-like catastrophes, and the Atlantic continent then emerged on the floor of what is now the Atlantic Ocean. During the Atlantic era, another important event occurred, which I brought to your attention when I spoke about the Feast of Pentecost. I said then that, with the exception of the Solar Pitris, all beings lived in a low spiritual state. Only certain bodies were capable of receiving the Solar Pitris. The other bodies would have offered these beings only the possibility of living in a state of dull consciousness. People devoid of feeling would have emerged had the bodies of that time been used. The Pitris therefore waited until certain animal forms had developed further. On the one hand, these forms had sunk deeper into the realm of instinctual life, but on the other hand, this had created the preconditions for the later development of a brain. Matter had differentiated into nervous matter and sexual matter. It was within this degraded matter that those Pitris who had waited for this later state then incarnated. This is what religion has referred to as the Fall of humanity: the descent into matter of a lower nature. Had this not occurred, they would all have remained in a much less conscious state. They would not have been capable of the clear life of thought that we have today, but would have remained in a much more dull state. They paid for this by allowing their bodies to deteriorate on the one hand, in order to refine them into brain matter on the other, so as to attain a higher level of consciousness. This enabled them even back then to rise to a certain spiritual height. A notable result of the development of the Atlantean race was the formation of a phenomenal memory.

[ 15 ] Nachdem die Atlantis untergegangen war — durch Wasser —, entwickelte sich als spätere Fortsetzung unsere gegenwärtige fünfte Rasse, die als besondere Errungenschaft den kombinierenden Verstand ausgebildet hat, der sie befähigt, Kunst und Wissenschaft zu höchster Entwicklung zu bringen, was vorher nicht möglich war. In der fünften Unterrasse der vierten Runde erreicht der Mensch einen Höhepunkt: Die Beherrschung durch den Geist, der herabgestiegen ist in die Materie, damit er nun wiederum hinaufgetragen werden kann zu immer höher und höheren Stufen. Wir haben gesehen, wie sich der Kosmos in rhythmischer Stufenfolge entwickelt hat bis zu dem Punkt, wo wir heute stehen. In den früheren Runden wurden entwickelt:

[ 15 ] After Atlantis had sunk—by water—our present fifth race developed as its later continuation; as a special achievement, it has developed the synthetic mind, which enables it to bring art and science to the highest levels of development, something that was not possible before. In the fifth subrace of the fourth round, humanity reaches a pinnacle: mastery by the spirit, which has descended into matter so that it may now be carried upward again to ever higher and higher levels. We have seen how the cosmos has developed in a rhythmic sequence of stages up to the point where we stand today. In the earlier rounds, the following were developed:

1. das Mineralreich,
2. das Pflanzenreich,
3. das Tierreich, und dann
4. der Mensch.

1. the mineral kingdom,
2. the plant kingdom,
3. the animal kingdom, and then
4. humans.

[ 16 ] Die theosophische Kosmologie ist ein in sich geschlossenes Gebäude, das aus der Weisheit der höchstentwickelten Seher entsprungen ist. Wenn ich nur einigermaßen mehr Zeit hätte, so würde ich Ihnen zeigen können, wie gerade gewisse naturwissenschaftliche Tatsachen dazu hindrängen, dieses Weltbild aus der Wissenschaft heraus zu bezeugen. Sehen wir uns zum Beispiel die berühmten Stammbäume Haeckels an, in denen alle Entwicklung rein materiell gedeutet ist. Wenn Sie aber statt der Materie, anstelle des Kristalles, die geistigen Zustände nehmen, wie die Theosophie sie beschreibt, dann können Sie die Stammbäume machen, wie Haeckel sie gemacht hat — nur die Erklärung ist eine andere.

[ 16 ] Theosophical cosmology is a self-contained system that has sprung from the wisdom of the most highly developed seers. If I had just a little more time, I could show you how certain scientific facts in particular point to this worldview from a scientific perspective. Let us consider, for example, Haeckel’s famous evolutionary trees, in which all development is interpreted in purely material terms. But if, instead of matter—instead of the crystal—you take the spiritual states as described by Theosophy, then you can construct the evolutionary trees just as Haeckel did—only the explanation is different.

[ 17 ] Damit Sie das, was ich gesagt habe, nicht verwechseln mit dem, was in manchen theosophischen Büchern als die verschiedenen astralen oder physischen Zustände beschrieben wird, mache ich auf folgendes aufmerksam: Die Entwicklung wird oft so beschrieben, als ob das nebeneinanderliegende Zustände wären; Sie finden Kugeln nebeneinandergestellt, so daß es scheint, als ob das Leben von einer Kugel zur anderen ginge. In Wirklichkeit ist aber nur eine einzige Kugel vorhanden, und nur der Zustand derselben ändert sich. Es ist immer dieselbe Kugel, welche die verschiedenen Metamorphosen durchmacht: geistig, astral, physisch und so weiter.

[ 17 ] So that you do not confuse what I have said with what is described in some theosophical books as the various astral or physical states, I would like to point out the following: This development is often described as if these were distinct, parallel states; You find spheres placed side by side, so that it seems as if life were passing from one sphere to another. In reality, however, there is only a single sphere, and only its state changes. It is always the same sphere that undergoes the various metamorphoses: mental, astral, physical, and so on.

[ 18 ] So haben wir gesehen, daß der Ausgangspunkt, den wir von den Worten Goethes genommen haben, vollberechtigt ist, die Worte, daß es zuletzt doch der Mensch ist, was sozusagen als ein Ziel, als eine Aufgabe des irdischen Planeten erscheint. Der Okkultist weiß, daß jeder Planet seine bestimmte Aufgabe hat. Nichts ist in dem ganzen Kosmos zufällig. Daß das, was für uns Menschen entsteht, sein Ziel erreicht, das ist die Aufgabe der physischen Entwicklung. Einen Menschen, der so ist wie der heutige Mensch, würden Sie auf keinem anderen Planeten finden. Wesen — ja, aber nicht Menschen. Daß der Mensch als ich-bewußtes Wesen entstehen konnte, dazu ist die Erde da. Durch die ersten vier Runden haben sich die Reiche der Natur entwickelt, um in der vierten den Menschen zum selbstbewußten Wesen zu machen, das sich im Körper bewußt spiegeln kann. Nun wird er weiter zu höheren Zuständen aufsteigen, von denen nur sehr wenige sich einen richtigen Begriff machen können. In der nächsten, der fünften Runde wird das Mineralreich ganz verschwinden. Alle mineralische Materie wird in Pflanzenmaterie verwandelt sein. Alles wird leben im Pflanzengedanken — okkultistisch gesprochen. Dann wird das Pflanzenreich auch seine Vollendung erreichen und in der nächsten Runde wird das Tierische das unterste Reich bilden. In der siebenten Runde wird dann der Mensch die Höhe seiner Entwicklung erreicht haben. Da wird er das sein, was er in seiner planetarischen Entwicklung werden soll.

[ 18 ] We have thus seen that the starting point we have taken from Goethe’s words is entirely justified—the words that, in the end, it is indeed the human being who appears, so to speak, as the goal, as the task of the earthly planet. The occultist knows that every planet has its specific task. Nothing in the entire cosmos is random. Ensuring that what emerges for us humans achieves its goal—that is the task of physical development. You would not find a human being like the human of today on any other planet. Beings—yes, but not humans. The Earth exists so that the human being could emerge as a self-conscious being. Throughout the first four cycles, the kingdoms of nature have developed so that, in the fourth cycle, human beings could become self-conscious beings capable of consciously reflecting themselves in the body. Now they will continue to ascend to higher states, of which very few can form a true conception. In the next, the fifth cycle, the mineral kingdom will disappear entirely. All mineral matter will have been transformed into plant matter. Everything will live within the plant consciousness—to speak in occult terms. Then the plant kingdom will also reach its completion, and in the next cycle, the animal kingdom will form the lowest kingdom. In the seventh cycle, humanity will have reached the pinnacle of its development. There, humanity will become what it is meant to become in its planetary evolution.

[ 19 ] Wer das versteht, der kann wiederum einen tiefen Einblick haben in die religiösen Urkunden. Es gab eine Zeit, wo die Menschen an die Religionsurkunden glaubten wie Kinder. Dann kam die Zeit der Aufklärung, wo nichts mehr geglaubt wurde, und nun kommt eine Zeit, wo die Menschen wiederum die Bilder begreifen lernen werden, die uns in religiösen Urkunden, in Märchen und in Fabeln aufbewahrt sind. So haben wir die sieben Runden als die sieben Schöpfungstage in der Bibel. Die drei ersten Schöpfungstage sind vergangen, im vierten Schöpfungstage stehen wir jetzt, und die drei letzten Schöpfungstage werden noch kommen. Die drei ersten Schöpfungstage der Genesis stellen die vergangenen Runden dar, in den drei letzten wird angedeutet, was in der Zukunft kommen wird. Richtig aufgefaßt will Moses mit der Beschreibung des vierten Schöpfungstages sagen, daß wir in der vierten Runde leben; er beschreibt auch den vierten Schöpfungstag besonders. Deshalb finden Sie auch in der Genesis eine zweifache Schöpfung. Diejenigen, die die Bibel nur mit dem Verstande messen, können das niemals verstehen. Der Mensch des siebenten Schöpfungstages ist noch nicht erschaffen. Daß der Mensch aus Ton und Lehm gemacht ist, ist ein Sinnbild für unsere vierte Runde. Die zweifache Schöpfung sagt uns in bildlicher Form von dem Geschaffenen, von dem Zustand, in dem wir uns jetzt befinden, und von dem Zustand am Ende der siebenten Runde. Wenn wir das durch die Bibel Überlieferte so ansehen, dann kommt plötzlich ein Sinn aus diesen Urkunden, den wir früher nicht ahnen konnten. Nun wird die Menschheit endlich sehen, daß darin ein so tiefer Sinn liegt, daß man fast ein anderer Mensch werden muß, um ihn zu verstehen. Es ist notwendig, daß in der gegenwärtigen Zeit der hohe, spirituelle Sinn dieser ältesten Urkunde den Menschen wieder erschlossen wird, und das ist die Aufgabe der theosophischen Bewegung. Sie tadelt nicht das Materialistische unserer Zeit, weil sie dies für etwas Notwendiges hält. Aber sie arbeitet daran, daß die Menschen den spirituellen Sinn dieser Urkunden wieder erkennen sollen. Daran lassen Sie uns auch im kommenden Winter arbeiten. Unter den Zyklus-Vorträgen ist dieser heutige der letzte. Unsere Montage aber bleiben. Jeden Montag um acht Uhr abends treffen wir uns wieder hier.

[ 19 ] Anyone who understands this can, in turn, gain a deep insight into religious texts. There was a time when people believed in religious texts like children. Then came the Age of Enlightenment, when nothing was believed anymore, and now a time is coming when people will once again learn to understand the images preserved for us in religious texts, fairy tales, and fables. Thus, we have the seven cycles as the seven days of creation in the Bible. The first three days of creation have passed; we are now in the fourth day of creation, and the last three days of creation are yet to come. The first three days of creation in Genesis represent the past cycles, while the last three hint at what is to come in the future. Properly understood, Moses’ description of the fourth day of creation means that we are living in the fourth round; he also describes the fourth day of creation in particular detail. That is why you will also find a twofold creation in Genesis. Those who judge the Bible solely with their intellect can never understand this. The human being of the seventh day of creation has not yet been created. The fact that man is made of clay and loam is a symbol of our fourth round. The dual creation tells us, in figurative form, about the created world, about the state in which we now find ourselves, and about the state at the end of the seventh round. When we view what has been handed down through the Bible in this way, a meaning suddenly emerges from these ancient texts that we could not have anticipated before. Now humanity will finally see that there is such a profound meaning in these texts that one must almost become a different person to understand it. It is necessary that, in the present age, the lofty, spiritual meaning of this oldest text be made accessible to people once again, and that is the task of the Theosophical Movement. It does not condemn the materialism of our time, because it considers this to be a necessary phase. But it works to help people rediscover the spiritual meaning of these texts. Let us continue to work on this in the coming winter as well. Today’s lecture is the last in this series. Our Monday meetings, however, will continue. Every Monday at eight o’clock in the evening, we will meet here again.