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The Rudolf Steiner Archive

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Self-Knowledge and God-Knowledge I
GA 90a

19 December 1904, Berlin

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72. Die Geburt des Lichtes eine Weihnachtsbetrachtung

72. The Birth of Light: A Christmas Reflection

[ 1 ] Wer heute auf der Straße zwischen den aufgestellten Weihnachtsbäumen hindurchgeht, der könnte wohl leicht auf den Gedanken verfallen, dass der Weihnachtsbaum selbst etwas sehr Altes sei. Gerade am Weihnachtsbaum aber können Sie die Veränderung in den Gebräuchen und Sitten der Menschen sehen, denn der Weihnachtsbaum, der heute fast in keinem Hause fehlt, ist noch nicht einmal hundert Jahre alt. Vor einem Jahrhundert würden Sie nicht durch solche von Weihnachtsbäumen besetzten Straßen haben gehen können. Sie würden sich auch vergeblich in der Dichtung vor hundert oder hundertzwanzig Jahren umsehen nach einem Lied, nach einem Gedicht, welches den Weihnachtsbaum besingt. Das müsste Ihnen aber doch eine auffällige Erscheinung sein, denn der Weihnachtsbaum ist jedenfalls etwas, was von den Dichtern besungen worden ist in der Zeit, in der er einmal da war. Er ist eine ganz neue Erscheinung, er ist etwas, was erst in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in Europa so allgemein geworden ist. Der Weihnachtsbaum als Symbol des Weihnachtsfestes tritt erst auf um das Jahr 1800 herum, das Weihnachtsfest aber ist uralt, ist nicht erst christlich. Es wurde in derselben Weise gefeiert in allen Zeiten, von denen wir geschichtlich Nachricht haben können.

[ 1 ] Anyone walking down the street today past all the Christmas trees on display might easily be led to believe that the Christmas tree itself is a very old tradition. But it is precisely in the Christmas tree that you can see the change in people’s customs and traditions, for the Christmas tree—which is now found in almost every home—is not even a hundred years old. A century ago, you would not have been able to walk down streets lined with Christmas trees like this. Nor would you have found, even if you searched in vain, a song or a poem from a hundred or a hundred and twenty years ago that celebrated the Christmas tree. Yet this must surely strike you as a striking phenomenon, for the Christmas tree is certainly something that poets sang about back when it was already a part of life. It is a completely new phenomenon; it is something that only became so widespread in Europe in the second half of the nineteenth century. The Christmas tree as a symbol of Christmas first appeared around the year 1800, but Christmas itself is ancient—it predates Christianity. It has been celebrated in the same way throughout all the eras for which we have historical records.

[ 2 ] Im Christentum selbst ist das Weihnachtsfest als solches symbolisch genommen worden für die Geburt des christlichen Erlösers erst seit dem vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Keineswegs wurde in den ersten christlichen Jahrhunderten der 25. Dezember als der Geburtstag des Stifters des Christentums gefeiert; erst im vierten Jahrhundert wurde er als solcher aufgefasst. Aber ein Fest wurde in dieser Zeit doch gefeiert im römischen Reiche, ein Fest wurde auch gefeiert in derselben Zeit bei den alten keltischen und bei den germanischen Völkern und mit einem ähnlichen Gedanken auch schon im alten Ägypten und noch in mancher anderen Gegend. Was da gefeiert worden ist, war noch etwas anderes; erst im vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde es zusammengebracht mit dem Geburtstage des Stifters des Christentums.

[ 2 ] In Christianity itself, Christmas as such has been regarded symbolically as marking the birth of the Christian Savior only since the fourth century A.D. By no means was December 25 celebrated as the birthday of the founder of Christianity in the early centuries of the Christian era; it was not until the fourth century that it came to be understood as such. However, a festival was indeed celebrated during this time in the Roman Empire; a festival was also celebrated during the same period among the ancient Celtic and Germanic peoples, and with a similar concept even in ancient Egypt and in many other regions. What was celebrated then was something else entirely; it was not until the fourth century A.D. that it was associated with the birthday of the founder of Christianity.

[ 3 ] Nun könnte man daraus den Schluss ziehen, dass die christliche Kirche etwas getan hätte, was geschichtlich gegen jedes Herkommen wäre, und sozusagen damit etwas korrigieren wollte. Das ist aber nicht der Fall. Wer wirklich die Bedeutung des Weihnachtsfestes versteht, der erkennt die uralte Weisheit, die in einem solchen Feste verborgen liegt. Feste, wie das Weihnachtsfest, das Oster-, das Pfingstfest, sind nichts anderes als Daten, als in die Zeit eingeschriebene Daten unserer Altvordern, unserer Vorfahren, mit denen sie uns, ihren Nachkommen, gezeigt haben, wie sie das Verhältnis von Welt und Mensch und die großen Geheimnisse des Daseins verstanden haben. Wer zu entziffern weiß die Schrift, die uns in den großen Festen niedergelegt ist, wer zu entziffern weiß die Hieroglyphen, die uns die Zeit selbst darbietet, der blickt in tiefe, in bedeutungsvolle Mysterien alles menschlichen Werdens. Ich sagte - und wir werden gleich sehen, in welchem Sinne das gilt —, dass das Weihnachtsfest gefeiert worden ist seit der Zeit, in der wir Geschichte haben. Die Zeiten, über die wir Geschichtsurkunden kennen, gehen zurück bis in die dritte Unterrasse der fünften Wurzelrasse. Bis zum fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert gehen die Zeiten unserer eigenen Unterrasse, in der sich physische Wissenschaft und physische Kultur entwickelt haben. Dieser ging eine andere Rasse voran, und diese geht zurück bis ins neunte, achte Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, in die Zeiten, in denen Homer seine Dichtungen den Griechen vorgesungen hat. Diese Zeit berichtet uns von den Gefühlen und Taten der uns vorangegangenen vierten Unterrasse.

[ 3 ] One might conclude from this that the Christian Church did something that would have been historically contrary to all tradition, and sought, so to speak, to correct something. But that is not the case. Anyone who truly understands the meaning of Christmas recognizes the ancient wisdom hidden within such a celebration. Festivals such as Christmas, Easter, and Pentecost are nothing other than dates—dates inscribed in time by our forebears, our ancestors—through which they showed us, their descendants, how they understood the relationship between the world and humanity and the great mysteries of existence. Whoever knows how to decipher the script recorded for us in the great festivals, whoever knows how to decipher the hieroglyphs that time itself presents to us, gazes into the deep, meaningful mysteries of all human becoming. I said—and we shall soon see in what sense this applies—that Christmas has been celebrated since the time we have had history. The periods for which we have historical records date back to the third subrace of the fifth root race. The period of our own subrace, in which physical science and physical culture developed, extends up to the fifteenth and sixteenth centuries. This was preceded by another race, which dates back to the ninth and eighth centuries B.C., to the times when Homer recited his poems to the Greeks. This period tells us of the feelings and deeds of the fourth subrace that preceded us.

[ 4 ] Dann kommen wir zurück zu den noch älteren Zeiten, die uns aber schon in das graue Altertum zurückführen, in die Zeit des alten Babylons und Assyriens, in die alten Zeiten des jüdischen Volkes, in die Zeiten, in denen die ägyptischen Priester ihre Weisheit bewahrt haben und sie nur in exoterischer Weise in das Volk gebracht haben. Dann hört die geschichtliche Überlieferung auf. Was uns von der persischen Geschichte überliefert ist, das ist erst viel später aufgezeichnet worden. Was uns als die erhabene Religion des alten Indien mitgeteilt wird, was in den Veden und in der Vedanta-Philosophie verzeichnet ist, das sind späte Aufzeichnungen gegenüber den je Zeiten, in denen die großen Gedanken der alten indischen Rishis, die sie unmittelbar von den göttlichen Geistern selbst empfangen haben, durch diese der Menschheit zugeflossen sind. So blicken wir zurück aus der Zeit, in der wir selber sind und die noch lange dauern wird, in die römisch-griechische Epoche, die in das Christentum übergeführt wird, dann in die Epoche, in welcher die ägyptischen Priester wirkten. Dann aber verlieren sich die Wege. Nur derjenige, welcher auf anderen Wegen die Geschichte verfolgen kann, kann vom alten Persien etwas wissen. Noch weiter zurück werden wir geführt in die Zeiten, in die nur der Okkultist hineinzusehen vermag.

[ 4 ] Then we return to even more ancient times, which, however, take us back to the mists of antiquity—to the era of ancient Babylon and Assyria, to the ancient times of the Jewish people, to the times when the Egyptian priests preserved their wisdom and imparted it to the people only in an exoteric manner. Then the historical record ceases. What has been handed down to us from Persian history was recorded much later. What has been communicated to us as the sublime religion of ancient India—what is recorded in the Vedas and in Vedanta philosophy—are late records compared to the times when the great thoughts of the ancient Indian rishis, which they received directly from the divine spirits themselves, flowed through them to humanity. Thus, looking back from the time in which we ourselves live—and which will endure for a long time yet—we gaze upon the Roman-Greek epoch, which gave way to Christianity, and then upon the epoch in which the Egyptian priests were active. But then the paths diverge. Only those who can trace history through other avenues can know anything of ancient Persia. We are led even further back into times that only the occultist is able to glimpse.

[ 5 ] Nun, wer das Christfest verstehen will, der muss in der Zeitenwende bis zu dem Punkte zurückblicken, wo zum ersten Male eine neue Weisheit wiederum die neuerstandene Menschheit gelehrt worden ist. Wir sind damit zurückgekommen bis zu der Zeit, wo durch die ungeheuren Überflutungen eines großen Kontinents die alte atlantische Kultur verschwunden war und eine neue Menschheitskultur - zu der diese Epochen, die ich schon aufgezählt habe, gehören begründet worden ist. Eine ganz neue Denk- und Empfindungsweise ist mit dieser neuen Menschheit heraufgezogen. Nichts ist von der eigentlichen Kultur der Atlantier, geschweige denn von der noch älteren Kultur der lemurischen Völker, die einst in uralten Zeiten gelebt haben und durch Feuer untergegangen sind, unmittelbar erhalten geblieben. Das, was die Menschheit aber einmal durchlebt hat, muss dann, wenn ein neuer Wendepunkt der Entwicklung erreicht worden ist, nochmals kurz durchgemacht werden. So sind in der Tat die ersten Unterrassen der fünften Wurzelrasse dazu bestimmt gewesen, drei wichtige Entwicklungsepochen der Menschheit kurz zu wiederholen.

[ 5 ] Now, anyone who wishes to understand the Christian festival must look back through the turn of the ages to the point where, for the first time, a new wisdom was once again taught to the reborn humanity. This brings us back to the time when, as a result of the immense floods that submerged a great continent, the ancient Atlantean culture had vanished and a new human culture—to which the epochs I have already listed belong—was established. A completely new way of thinking and feeling emerged with this new humanity. Nothing has been directly preserved from the actual culture of the Atlanteans, let alone from the even older culture of the Lemurian peoples, who once lived in ancient times and perished in a great fire. However, what humanity has once experienced must be briefly relived when a new turning point in development is reached. Thus, the first subraces of the fifth root race were in fact destined to briefly repeat three important epochs in human development.

[ 6 ] Im alten Indien blickten die weisen Rishis zurück auf jene Zeiten, in denen die Menschheit noch auf einer ganz anderen Stufe war, auf jene Zeiten, in denen es noch nicht ein männliches und ein weibliches Geschlecht gab, in denen der Mensch noch eine Einheit war. Da blickten sie zurück auf jene große Einheit im Menschengeschlecht, auf jenen Urmenschen Adam, der in verschiedenen Geheimlehren auch Adam Kadmon genannt wird, der Mann und Weib zugleich war. Sie brachten in geistiger Art jene Ureinheit des Menschentums zum Ausdruck, indem sie das oberste Weltwesen mit dem unbestimmten heiligen Namen Brahman andeuteten. Brahman ist ursprünglich dasjenige, aus dem als aus der Alleinheit, aus dem göttlichen Einheitsgrunde hervorgegangen ist alle Mannigfaltigkeit. Auf der Erde selbst war diese Einheit für den Menschen in gewisser Weise nur vorhanden in den Zeiten, in denen es noch nicht Männliches und Weibliches gegeben hat, in den Zeiten, in denen noch nicht die Mannigfaltigkeit, wie wir sie jetzt haben, vorhanden war. Es ist wie ein Spiegelbild aus dem Geiste der großen indischen Rishis, was uns da entgegentritt: die göttliche Ureinheit der Menschen, der vormenschliche Adam Kadmon, in dem noch Friede, Geist, Klarheit und Eintracht war; der redet aus dem Vedenwort, wie es den Lippen der indischen Rishis entströmte, Das war die erste Epoche unseres Menschengeschlechtes nach der großen Flut. Da war es noch nicht so, dass man auf unserer Erde sprach von einer Dreieinigkeit, von einer dreifachen göttlichen Person. Lediglich von einer Ureinheit, von Brahman sprach man, in dem alles beschlossen ist, von dem alles stammt.

[ 6 ] In ancient India, the wise Rishis looked back to those times when humanity was still at a completely different stage, to those times when there were not yet male and female sexes, when human beings were still a unity. They looked back upon that great unity within the human race, upon that primordial human, Adam—who is also called Adam Kadmon in various esoteric teachings—who was both man and woman at the same time. They expressed that primordial unity of humanity in a spiritual sense by alluding to the supreme being of the world with the indefinite sacred name Brahman. Brahman is, in its origin, that from which—as from oneness, from the divine principle of unity—all diversity has emerged. On Earth itself, this unity existed for humankind in a certain sense only during the times when there was not yet male and female, during the times when the diversity we now experience did not yet exist. What confronts us here is like a reflection from the spirit of the great Indian Rishis: the divine primordial unity of humankind, the pre-human Adam Kadmon, in whom there was still peace, spirit, clarity, and harmony; who speaks through the words of the Vedas, as they flowed from the lips of the Indian rishis. That was the first epoch of our human race after the Great Flood. At that time, people on our earth did not yet speak of a Trinity, of a threefold divine person. People spoke only of a primordial unity, of Brahman, in which everything is contained, from which everything originates.

[ 7 ] Dann kam eine Zeit, in der die persischen Zarathustra-Priester, die Weisen der Parsen, zurückblickten auf jene Epoche, in der aus dem Feuer herausgeboren wurde der zweigeschlechtige Mensch, in der geboren wurde jener Mensch, welcher ein Duales, ein Zweifaches vorstellt. Und mit jener Geburt des Menschen aus dem Feuer kam etwas in unsere irdische Welt, was vorher noch nicht da war, es kam da erst das Böse in die Welt. Das Böse ist im menschlichen Sinne nicht vorhanden gewesen vor der Entstehung der Geschlechter. Diese entstanden seit der Mitte der lemurischen Zeit. Und Gut und Böse gibt es auch erst seit jener Zeit. Gut und Böse erfüllte die letzte lemurische Zeit und die erste atlantische Zeit.

[ 7 ] Then came a time when the Persian priests of Zoroaster, the sages of the Parsis, looked back on that epoch in which the hermaphroditic human being was born from fire—the human being who represents a duality, a twofold nature. And with that birth of the human being from fire, something entered our earthly world that had not been there before; it was then that evil first entered the world. Evil, in the human sense, did not exist before the emergence of the sexes. These emerged from the middle of the Lemurian epoch onward. And good and evil have also existed only since that time. Good and evil permeated the late Lemurian era and the early Atlantean era.

[ 8 ] Interessant ist es, zu erforschen nach den spirituellen Urkunden, die man die <«Akasha-Chronik> nennt, wie sich diese zweierlei Gestaltung der Menschheit auslebt. Sie werden im nächsten Heft der Zeitschrift «Lucifer - Gnosis» eine Darlegung finden, wie sich die Zweiheit im Menschen ausgestaltet, wie wirklich, als der Mensch in zwei Geschlechtern erschien, des Menschen Seele und des Menschen physische Willenskraft zunächst verteilt waren unter die Geschlechter. Selbst derjenige, der heute als Okkultist die wunderbaren Urkunden entziffert, die uns in der Akasha-Chronik erhalten sind, kann — weil das so verschieden ist von den Vorstellungen, die man sich über diese Zeiten macht - erstaunt sein über die Art und Weise, wie grundverschieden von dem heutigen Zustande das Männliche und Weibliche in diesen ersten Zeiten auf unserer Erde auftrat. Die Frau bildete zunächst die Seele aus, unter der Führung der weisen Menschheitsführer; der Mann bildete das Willenselement aus. So entsteht eine Zweiheit von Wille und Seele. Sie stehen einander gegenüber in der atlantischen Epoche in den zwei Geschlechtern der Menschheit. Dadurch, dass Seele in den physischen Leib und dadurch in die Menschheit kam, ist das Böse in die Menschheit gekommen. Und dadurch, dass unsere Menschheit jene Epoche wiederholen musste, welche sich charakterisiert durch den Unterschied von Gut und Böse, dadurch kam die Feuerreligion, die Parsenreligion, die Lehre von Ormuzd und Ahriman heraus. Dies geht unserer Geschichte voran als persische Kulturperiode.

[ 8 ] It is interesting to explore, through the spiritual records known as the <“Akasha Chronicles,”> how these two aspects of humanity manifest themselves. In the next issue of the journal “Lucifer—Gnosis,” you will find an explanation of how this duality manifests within the human being—how, when humanity first appeared in two sexes, the human soul and the human physical will were initially distributed between the sexes. Even those who, as occultists today, decipher the marvelous records preserved for us in the Akashic Records may—because this is so different from the ideas people have about those times—be astonished at how fundamentally different the masculine and feminine were in those earliest times on our Earth compared to the present state of affairs. At first, the woman developed the soul under the guidance of the wise leaders of humanity; the man developed the element of will. Thus a duality of will and soul arose. They stood in opposition to one another in the Atlantean epoch within the two genders of humanity. Because the soul entered the physical body—and thereby entered humanity—evil entered humanity. And because humanity had to repeat that epoch, which is characterized by the distinction between good and evil, the fire religion—the Zoroastrian religion—and the doctrine of Ormuzd and Ahriman emerged. This precedes our history as the Persian cultural period.

[ 9 ] Das «Gut und Böse» lebte in der Religion des Zarathustra. Da sprach man noch nicht von einer Dreiheit. Das kam erst später, ungefähr in der Zeit, da unsere geschichtlichen Dokumente beginnen. Nichts meldet die Akasha-Chronik von einer Dreieinigkeit in der vorgeschichtlichen Zeit. Erst als die Menschen zu unterscheiden wussten zwischen Gut und Böse, da waren sie in die Notwendigkeit versetzt, zu einem Dritten aufzublicken. Da tritt uns in der Gestalt des Mittlers, in der Gestalt, die uns in den sogenannten Mithrasmysterien am klarsten entgegentritt, die von Persien über die ganze Welt verbreitet werden, da tritt uns in der Dreieinigkeit der Mittler, der Versöhner, der Erlöser der Menschheit vom Bösen, der Hinführer vom Bösen zum Guten auf.

[ 9 ] “Good and evil” were present in the religion of Zarathustra. At that time, people did not yet speak of a Trinity. That came only later, around the time our historical records begin. The Akashic Records contain no mention of a Trinity in prehistoric times. It was only when human beings learned to distinguish between good and evil that they were compelled to look up to a Third Being. There, in the form of the Mediator—the form that appears most clearly to us in the so-called Mithraic Mysteries, which spread from Persia throughout the entire world—there, in the Trinity, appears the Mediator, the Reconciler, the Redeemer of humanity from evil, the Guide leading from evil to good.

[ 10 ] In diesen alten Zeiten hat man immer in dem Irdischen ein Abbild des Göttlichen sehen müssen, ein Abbild dessen, was sich am großen Himmelsgewölbe zugetragen hat. Wenn Sie sich den Tierkreis ansehen, so werden sie sehen, dass in diesem Tierkreis aufeinanderfolgen die Zeichen des Krebses, der Zwillinge, des Stiers und des Widders oder Lammes. Nach gewissen Gesetzen rückt die Sonne oder besser der Frühlingspunkt der Sonne vor, sodass in uralten Zeiten die Sonne im Frühling aufgegangen ist im Zeichen des Krebses, später im Zeichen der Zwillinge, noch später im Zeichen des Stiers, und noch später im Zeichen des Widders oder Lammes. Ungefähr um die Zeit des achten Jahrhunderts vor Christi Geburt hatte die Sonne am Himmelsgewölbe das Sternbild des Widders oder Lammes erreicht. Jetzt, in unserer Kulturzeit tritt sie in das Sternbild der Fische ein.

[ 10 ] In those ancient times, people always had to see in the earthly realm a reflection of the divine, a reflection of what took place in the great celestial vault. If you look at the zodiac, you will see that the signs of Cancer, Gemini, Taurus, and Aries—or the Lamb—follow one another in this zodiac. According to certain laws, the Sun—or rather, the vernal equinox—advances, so that in ancient times the Sun rose in the spring in the sign of Cancer, later in the sign of Gemini, even later in the sign of Taurus, and still later in the sign of Aries or the Lamb. Around the eighth century B.C., the Sun had reached the constellation of Aries (the Ram) in the celestial dome. Now, in our cultural era, it is entering the constellation of Pisces.

[ 11 ] Je nachdem nun, was im Geistigen geschieht, gestaltet sich das aus, was auf der Erde sich ereignet. Das Krebszeichen ist Ihnen ja bekannt, aber seine wahre Bedeutung ist nicht immer bekannt. Dieses Zeichen des Krebses muss man verstehen; dann wird man auch verstehen, wie es hindeutet auf das Aufgehen einer ganz neuen Zeit. Es sind zwei ineinandergeschlungene Spiralen oder zwei ineinander geschlagene Wirbel. Wenn etwas Wichtiges in der Welt geschieht, wenn ein Entwicklungsabschnitt von einem anderen abgelöst wird, wenn etwas ganz Neues eintritt in der Welt, dann verschlingen sich zwei solche Wirbelbewegungen. In diesem einen Wirbel haben Sie das Aufhören der atlantischen Kultur, und in dem anderen haben Sie den Anfang der arischen Kultur bezeichnet. Am Himmel oben haben unsere Vorfahren das äußere Zeichen für das Aufgehen der neuen arischen Kultur erblickt. Dann, in späterer Zeit, trat die Sonne in das Zeichen der Zwillinge. Die Zwillinge sind ein Zeichen für Gut und Böse; die Zwillinge sind das Tierkreiszeichen, welches das persische Denken beherrschte. Dann tritt die Sonne in das Zeichen des Stieres. Damit kommen wir in die dritte Unterrasse; sie hat die Stierverehrung, den ägyptischen Apis, in Babylonien den Stierdienst, und endlich im damaligen späteren Persien das Stieropfer, den Mithrasdienst. Das Stieropfer hat der Mensch vom Himmel heruntergeholt, weil es da eingezeichnet war.

[ 11 ] Depending on what happens in the spiritual realm, events on Earth take shape accordingly. You are, of course, familiar with the sign of Cancer, but its true meaning is not always understood. One must understand this sign of Cancer; then one will also understand how it points to the dawn of a completely new era. They are two intertwined spirals or two interlocking vortices. When something important happens in the world, when one phase of development gives way to another, when something entirely new enters the world, then two such vortex movements intertwine. In one of these vortices you have the end of Atlantean culture, and in the other you have the beginning of Aryan culture. In the heavens above, our ancestors beheld the outward sign of the dawn of the new Aryan culture. Then, in later times, the sun entered the sign of Gemini. Gemini is a sign of good and evil; Gemini is the zodiacal sign that dominated Persian thought. Then the sun enters the sign of Taurus. This brings us to the third sub-race; it features the worship of the bull—the Egyptian Apis—the cult of the bull in Babylonia, and finally, in what was then later Persia, the bull sacrifice, the cult of Mithras. Humanity brought the bull sacrifice down from the heavens because it was inscribed there.

[ 12 ] Die vierte Unterrasse, in welche das Aufgehen des Christentums fällt, beginnt damit, dass die Sonne in den Widder eintritt. Eine wichtige Sage — das Herüberholen des Widderfelles durch den griechischen Helden Jason - zeigt uns diesen wichtigen Wendepunkt der Geschichte an. Und einen weiteren wichtigen Wendepunkt zeigt uns die Opferung des mystischen Lammes am Kreuze an. Das ist der geschichtliche Ausdruck des Mysteriums, der damit angedeutet ist, dass die Sonne, der Regent der Welt, den Punkt am Himmelsgewölbe erreicht hat, der bezeichnet wird mit Lamm oder Widder.

[ 12 ] The fourth sub-race, during which Christianity emerged, begins with the sun’s entry into Aries. An important legend—the Greek hero Jason’s quest for the Fleece of Aries—marks this significant turning point in history. And the sacrifice of the mystical Lamb on the cross marks yet another important turning point. This is the historical expression of the mystery indicated by the fact that the sun, the ruler of the world, has reached the point in the celestial vault designated as the Lamb or Aries.

[ 13 ] Nun müssen wir aber diese ganze Entwicklung in der richtigen Weise verstehen. Nach der Zweiheit von Gut und Böse tritt im menschlichen Bewusstsein die Dreieinigkeit auf. In verschiedenen Religionen tritt dies auf. Wir brauchen sie nur kennenzulernen in dem, was wir in den verschiedenen Ländern am Mittelmeer kennen als Mithrasmysterien. Blicken wir auf einen solchen Mysterientempel hin. Es vollzieht sich da für diejenigen, welche nur teilnehmen an den kleinen Mysterien, eine symbolische Handlung. Für diejenigen, die an den großen Mysterien teilnehmen dürfen, vollzieht sich dasselbe als Tatsache im Astralraum. Nur über die kleinen Mysterien des Mithrasdienstes kann ich sprechen. Der symbolische Stier wird sichtbar. Auf ihm reitet der Mittler, der Gott. Er hält dem Stiere dann die Nüstern zu und stößt ihm das Schwert in die Seite. Eine Schlange kommt, ein Skorpion; über dem Haupte des Mithras sieht man einen Vogel, und oben über der ganzen Gruppe sieht man auf der einen Seite den Genius mit gesenkter und auf der anderen Seite mit erhobener Fackel, was symbolisiert die Sonne auf ihrem Gange durch das Himmelsgewölbe.

[ 13 ] Now, however, we must understand this entire development in the proper way. Following the duality of good and evil, the Trinity emerges in human consciousness. This is evident in various religions. We need only become acquainted with it through what is known in various countries around the Mediterranean as the Mithraic Mysteries. Let us look at such a mystery temple. There, a symbolic ritual takes place for those who participate only in the Lesser Mysteries. For those permitted to participate in the Greater Mysteries, the same event unfolds as a reality in the astral realm. I can speak only of the Lesser Mysteries of the Mithraic cult. The symbolic bull becomes visible. Riding upon it is the Mediator, the God. He then clamps the bull’s nostrils shut and thrusts the sword into its side. A snake appears, a scorpion; above Mithras’s head one sees a bird, and high above the entire group, on one side, the Genius is seen with a torch lowered, and on the other side with a torch raised—symbolizing the sun on its course across the celestial vault.

[ 14 ] Das Menschenleben, wie es sich abspielt im Bewusstsein der damaligen Zeit, wird uns damit dargestellt. Der Mensch war dahin gelangt, in sich selbst zunächst die Erlösung zu suchen, das dritte göttliche Prinzip, das ihn hinwegführt über das Böse, und das das Böse mit dem Guten versöhnen kann. Das Böse sind die Leidenschaften, das, was den Menschen herunterzieht zur Erde, bis in das, was durch den Stier symbolisiert wird. Was aber den Menschen zum höheren Selbst hinaufführen kann, was als Unsterbliches erscheint, ist der Mittler, der das Niedere ertötet hat, wenn er symbolisch das Schwert in die Lenden des Stieres gestoßen hat. So tritt als Mittler zwischen Gut und Böse, also in der dritten Unterrasse, eine Dreiheit im Göttlichen auf, und damit hat die Menschheit das begriffen, was in der Theosophie Atman-Budhi-Manas genannt wird. In dem Augenblick, wo der Mittler erscheint, wird das mystische Geheimnis vollzogen: Die Dreiheit im Bewusstsein des Menschen erwacht.

[ 14 ] Human life, as it unfolds in the consciousness of that time, is thus presented to us. Human beings had come to seek salvation first within themselves—the third divine principle that leads them beyond evil and can reconcile evil with good. Evil consists of the passions—that which drags humanity down to the earth, even into what is symbolized by the Bull. But that which can lead humanity upward toward the higher Self—that which appears as the immortal—is the Mediator who has slain the lower nature by symbolically thrusting the sword into the Bull’s loins. Thus, as the Mediator between good and evil—that is, in the third sub-race—a trinity within the Divine emerges, and with this, humanity has grasped what is called Atman-Budhi-Manas in Theosophy. At the moment the Mediator appears, the mystical mystery is fulfilled: the trinity within human consciousness awakens.

[ 15 ] So wurde der Mensch geführt durch die menschliche Erkenntnis der Einheit, der Zweiheit und der Dreiheit zu Atman, Budhi, Manas. Atman oder der Geistesmensch ist die Einheit, die der Mensch in sich selbst wahrzunehmen in der Lage ist, wenn er sich dazu entwickelt haben wird. Budhi oder der Lebensgeist wird im Menschen dadurch zum Ausdruck kommen, dass das Böse durch das Gute überwunden wird, dass die Zweiheit einerseits die niederen Instinkte oder das Verlangen läutert und andererseits höhere sogenannte Feuerinstinkte oder die Liebe versöhnt sein werden, indem alles Böse im Feuer der Liebe verzehrt sein wird. Manas oder das Geistselbst ist das geistige Prinzip, das jetzt schon die menschliche Entwicklung regiert. Wie durch den Messias, den Erlöser, in der Welt ein Einklang geschaffen wird, der von der Disharmonie zur Harmonie führen muss, so löst die Zweiheit sich auf durch die Dreiheit, in der das Böse durch das Gute überwunden wird.

[ 15 ] Thus, through human understanding of unity, duality, and trinity, humanity was led to Atman, Budhi, and Manas. Atman, or the spiritual human, is the unity that a person is capable of perceiving within themselves once they have developed to that point. Budhi, or the spirit of life, will find expression in human beings through the overcoming of evil by good; through the purification of duality—on the one hand, the lower instincts or desire—and, on the other hand, the reconciliation of the higher, so-called “fire instincts” or love, as all evil is consumed in the fire of love. Manas, or the spiritual self, is the spiritual principle that already governs human development. Just as the Messiah, the Redeemer, creates harmony in the world—a harmony that must lead from disharmony to harmony—so too does duality dissolve through the trinity, in which evil is overcome by good.

[ 16 ] Damit war das Menschengeschlecht so weit gekommen, dass es in der Dreiheit sein ganzes Schicksal erblickt. Aber es erblickt in dieser Dreiheit das Schicksal so, wie es als eine ewige Weltordnung über die Menschen verhängt ist. Der Mensch blickt zu dem dreifachen Aspekt der Gottheit hinauf, erblickt eine göttliche Dreieinigkeit in der Welt und sich selbst abhängig von dieser göttlichen Dreieinigkeit. Wahrhaft erfahren musste er zuerst, dass diese göttliche Dreieinigkeit unmittelbar, in einem Menschenbruder, selbst zu ihm herunterstieg. Das war das große Ereignis, das im Beginne unserer Zeitrechnung steht. Damit wird für das menschliche Bewusstsein die Dreieinigkeit zu etwas ganz Neuem.

[ 16 ] Thus, the human race had reached the point where it perceived its entire destiny in the Trinity. But it perceives this destiny in the Trinity as an eternal world order imposed upon humankind. Humanity looks up to the threefold aspect of the Godhead, perceives a divine Trinity in the world, and sees itself as dependent on this divine Trinity. First, however, they had to truly experience that this divine Trinity had descended directly to them, in the person of a fellow human being. That was the great event that marks the beginning of our calendar. With this, the Trinity becomes something entirely new for human consciousness.

[ 17 ] Nun verstehen wir aber die tiefere Bedeutung des Weihnachtsfestes nur, wenn wir den Mittler in der richtigen Weise auffassen. Aus der Einheit hat sich die Zweiheit entwickelt, aus der Zweiheit ein Chaos, aus dem sich wieder Harmonie entwickeln soll. Diese Harmonie kann sich nur dadurch entwickeln, dass der Mittler diese Harmonie schafft. Diese Harmonie kann nur ihren Ausdruck finden in einer urewigen Gesetzlichkeit, und diese urewige Gesetzlichkeit fand ihren symbolischen Ausdruck - in der Zeit, in der der Mithrasdienst entstanden ist — dadurch, dass in dem Menschen selbst ein Abbild gesehen wurde dieses die urewigen Weltenharmonien schaffenden Weltgesetzes.

[ 17 ] However, we can only understand the deeper meaning of Christmas if we grasp the Mediator in the right way. Out of unity, duality arose; out of duality, chaos; and out of chaos, harmony is to arise once more. This harmony can only come about through the Mediator creating it. This harmony can find expression only in an eternal law, and this eternal law found its symbolic expression—at the time when the cult of Mithras arose—in the fact that within human beings themselves a reflection was seen of this universal law that creates the eternal harmonies of the world.

[ 18 ] In denselben Mysterien, von denen ich schon hier gesprochen habe, in den Geheimnissen der persischen Religion, finden Sie eine siebenfache Einweihung derjenigen, welche zugelassen wurden zu den heiligen Geheimnissen. Zu dem ersten Grad gehörten diejenigen, die etwas erfuhren von den allerersten Geheimnissen: Das war der Grad der «Raben», wie der symbolische Name heißt. Der zweite Grad war derjenige der «Okkulten». Der dritte Grad war derjenige der «Kämpfer» oder für die heilige Wahrheit. Der vierte Grad waren die sogenannten «Löwen», und der fünfte Grad waren die «Perser. Erst der wurde als voller Perser angesehen, in dem erwacht war das Bewusstsein des höchsten Geistigen im Menschen, das wir mit Manas bezeichnen. Derjenige, in dem das erwacht war, konnte als ein im fünften Grade Eingeweihter bezeichnet werden, und den bezeichnete man als Perser. Er war ein Angehöriger eines Volkes im wahrsten Sinne des Wortes. Er repräsentierte das Schicksal seines Volkes. Und wurde er einen Grad höher eingeweiht, so repräsentierte er nicht mehr das Persönliche seines Volkes, sondern das der ganzen Menschheit. Er repräsentierte dann nicht das Karma eines Volkes, sondern der ganzen Menschheit, insofern sie sich entwickelt hat von der Mitte der lemurischen Rasse und weiter in die fünfte Wurzelrasse hinein. Dann nannte man einen solchen Eingeweihten einen Sonnenläufer oder einen ‹Sonnenhelden›. Alle diejenigen, welche Sie in den Büchern als Sonnenhelden finden, sind nichts anderes als solche Eingeweihte im sechsten Grade. Dann kam der ‹Vater›; der war verknüpft mit der Menschheitsentwicklung der Zukunft.

[ 18 ] In the very same mysteries I have already mentioned here—the mysteries of the Persian religion—you will find a sevenfold initiation for those who were admitted to the sacred mysteries. The first degree comprised those who learned something of the very first mysteries: This was the degree of the “Ravens,” as the symbolic name is called. The second degree was that of the “Occultists.” The third degree was that of the “Fighters” or for the sacred truth. The fourth degree consisted of the so-called “Lions,” and the fifth degree consisted of the “Persians.” Only he was regarded as a full-fledged Persian in whom the consciousness of the highest spiritual aspect within the human being—which we call Manas—had awakened. The one in whom this had awakened could be described as an initiate of the fifth degree, and he was designated a Persian. He was a member of a people in the truest sense of the word. He represented the destiny of his people. And if he was initiated to a higher degree, he no longer represented the personal destiny of his people, but that of all humanity. He then represented not the karma of a single people, but that of all humanity, insofar as it had developed from the middle of the Lemurian race and onward into the fifth root race. Such an initiate was then called a “Sun-Walker” or a “Sun Hero.” All those you find referred to as “Sun Heroes” in the books are nothing other than such sixth-degree initiates. Then came the “Father,” who was connected to the future development of humanity.

[ 19 ] Was bedeutet der Name Sonnenläufer? Wenn Sie zurückblicken könnten in die Urzeiten unseres Sonnensystems, so würden Sie sehen, dass dieses Sonnensystem hervorgegangen ist aus dem Kampf des Wärmechaos, und dass sich die Harmonie selbst in unserer Welt aus Disharmonie hergestellt hat, dass sich der Friede und die Gesetze aus Unfriede und Disharmonie herausentwickelt haben. Aber wie sind sie entstanden? Sie sind so entstanden: Die Sonne hat einen so geregelten Lauf, dass wir uns gar nicht vorstellen können, dass die Sonne auch nur einen Augenblick abweichen könnte von ihrer Bahn; so fest in Harmonie begründet ist unsere Welt, dass die Sonne von ihrer Bahn durch die Welt fest bestimmt in ihrer Richtung ist, dass nichts sie aus dieser Richtung herausbringen kann. In diesem Gang der Sonne über das Himmelsgewölbe sah der alte persische Eingeweihte im sechsten Grad sein eigenes inneres Schicksal. So fest musste die Sonne seines eigenen Inneren ihm leuchten, die Sonne seines Geistes, dass er ebenso unmöglich von der Bahn des Guten und des Weisen abweichen konnte wie die Sonne von ihrer Bahn. So durchdrungen von dieser Gesetzmäßigkeit musste der Mensch sein, der die sechste Stufe der Einweihung erreicht hatte, dass er unmöglich aus seiner Bahn herausweichen konnte; dann war er ein Sonnenheld, ein Sonnenläufer.

[ 19 ] What does the name “Sonnenläufer” mean? If you could look back to the primordial times of our solar system, you would see that this solar system emerged from the struggle of thermal chaos, and that harmony itself was forged from disharmony in our world—that peace and laws developed out of strife and disharmony. But how did they come into being? They came into being in this way: The Sun has such a regular course that we cannot even imagine the Sun deviating from its path for even a moment; our world is so firmly grounded in harmony that the Sun’s path through the world is firmly determined in its direction, and nothing can divert it from this direction. In this path of the sun across the celestial vault, the ancient Persian initiate of the sixth degree saw his own inner destiny. The sun of his own inner being—the sun of his spirit—had to shine so firmly within him that it was just as impossible for him to deviate from the path of goodness and wisdom as it was for the sun to deviate from its path. The person who had reached the sixth degree of initiation had to be so imbued with this law that he could not possibly stray from his path; then he was a solar hero, a solar runner.

[ 20 ] Alle früheren Grade der Einweihung hatten keinen anderen Zweck, als dem Menschen diese innere Sicherheit, diese innere Sonnenhaftigkeit zu geben. So sah der Mensch, der etwas wusste von diesen Mysterien, eine tiefe Harmonie zwischen dem menschlichen Schicksal und dem Gang der Sonne über das Himmelsgewölbe. Die Sonne - so sagte er -, sie bewirkt, dass die Tage immer kürzer und kürzer werden, dass die Natur gegen den Herbst hin abstirbt, dass alles sich zurückzieht in das Innere. Und wenn wir zu dem Zeitpunkt herankommen, der heute als das Weihnachtsfest gefeiert wird, dann tritt eine neue Wende ein: Das Licht tritt hervor, die Tage werden länger in der Natur, die Natur kann wieder erwachen. Die Geburt des Lichtes, das war der Moment, der gefeiert worden ist seit den Zeiten, in denen man gesprochen hat davon, dass das Licht das Symbol der Offenbarung in der Welt und im Menschen ist. Sodass im Morgenlande alle Völker unserer Wurzelrasse das Licht als das Kleid für die weise Einrichtung der Welt betrachteten. In dem Licht sahen sie das Kleid für die Weltenweisheit. Wenn wir das Auge in den Weltenraum hinausrichten, so erscheint das Licht, harmonisch und fest eingeprägt, in den Sternen draußen. In Wirklichkeit offenbaren sich die Geister der Weisheit durch das Licht, das die alten Religionen als das Kleid der Weisheit der Welt angesehen haben.

[ 20 ] All earlier degrees of initiation had no other purpose than to give human beings this inner security, this inner solar radiance. Thus, those who knew something of these mysteries saw a deep harmony between human destiny and the course of the sun across the celestial vault. The sun—he said—causes the days to grow shorter and shorter, causes nature to wither as autumn approaches, and causes everything to withdraw inward. And when we approach the time that is celebrated today as Christmas, a new turning point occurs: light emerges, the days grow longer in nature, and nature can awaken once more. The birth of the light—that was the moment that has been celebrated since the times when it was said that light is the symbol of revelation in the world and in human beings. Thus, in the East, all the peoples of our root race regarded light as the garment of the wise order of the world. In the light, they saw the garment of worldly wisdom. When we turn our gaze out into the cosmos, light appears, harmonious and firmly imprinted, in the stars beyond. In reality, the spirits of wisdom reveal themselves through the light, which the ancient religions regarded as the garment of the world’s wisdom.

[ 21 ] So erschien den alten Religionen die Dreiheit, dass sie zuerst die Einheit feierten, die Urweisheit, dann die Zweiheit, Licht und Finsternis, und endlich, als Dreiheit, auch den erleuchteten Menschen, den Lehrer und Mittler, den Mithras.

[ 21 ] Thus, to the ancient religions, the Trinity appeared in such a way that they first celebrated unity—primordial wisdom—then duality—light and darkness—and finally, as a Trinity, the enlightened human being, the teacher and mediator, Mithras.

[ 22 ] Aber nicht eher konnte der Menschheit ein Heil werden im Sinne dieses Bewusstseins, bis aus den Menschenherzen selbst hervorgebracht wird das Bewusstsein von dieser ganzen Weltenharmonie. Das, was draußen lebt in der Welt als Licht, als die Geburt des Lichtes, das muss in dem Zeitpunkte, an den wir jetzt herantreten, dem Menschenherzen selbst aufgehen. Davon ist die äußere mystische Tatsache, die sich vollzogen hat, die Begründung des Christentums. In dem Christus ist dasjenige erschienen auf unserer Erde, was von Anbeginn an da war, was aber durch die Zeit hindurch, von der wir jetzt gesprochen haben, der Menschheit verborgen blieb. Während dieser Zeit hat die Menschheit jene drei Stufen nach und nach wiederholt. Jetzt aber kann ein neuer Standpunkt, ein neuer Höhepunkt erreicht werden: Das Licht kann neu geboren werden. So wie nach dem immer schwächer und schwächer Werden des Lichtes, indem wir uns dem Herbst nähern, dann, wenn wir zur Winter-Sonnenwende kommen, das Licht neu geboren wird, so wurde auch in der vierten Unterrasse der Heiland, der Christus, der Menschheit geboren. Er ist der neue Sonnenheld, der nicht nur in den Tiefen der Mysterientempel eingeweiht war, sondern vor aller Welt erschien, auf dass selig sein können auch diejenigen, die nicht sehen und doch glauben! Damit war es von selbst gegeben, dass, als man erkannte, dass bis zu der Persönlichkeit heruntersteigen kann das Göttliche, man in dem Momente setzen konnte an die Stelle des Geburtsfestes des Lichtes das Geburtsfest des Sonnenhelden der vierten nachatlantischen Rasse.

[ 22 ] But salvation for humanity in the sense of this consciousness could not come about until the awareness of this entire cosmic harmony arose from within human hearts themselves. That which lives out there in the world as light—as the birth of light—must dawn within the human heart itself at the very moment we are now approaching. The outer mystical event that has taken place is the foundation of Christianity. In Christ, that which has existed from the very beginning—but which remained hidden from humanity throughout the period of time we have just discussed—has appeared on our Earth. During this time, humanity has gradually repeated those three stages. But now a new stage, a new high point, can be reached: the light can be reborn. Just as, after the light has grown weaker and weaker as we approach autumn, the light is reborn when we reach the winter solstice, so too was the Savior, Christ, born to humanity in the fourth sub-race. He is the new Sun Hero, who was not only initiated in the depths of the mystery temples but appeared before the whole world, so that even those who do not see and yet believe might be saved! Thus it followed naturally that, once it was recognized that the Divine can descend all the way to the level of the individual personality, the feast of the birth of the Sun Hero of the fourth post-Atlantean race could immediately be established in place of the feast of the birth of the Light.

[ 23 ] Das geschah im vierten Jahrhundert unserer vierten Unterrasse. Was früher nie da war, war jetzt da, nämlich die Möglichkeit, dass der Mensch das Licht in sich selber gebären konnte. Er konnte es, weil das Lichtprinzip zum ersten Male in einem Menschen inkarniert war. Damit, dass dies geschehen war, war notwendigerweise das Wintersonnenwendfest in Zusammenhang gebracht mit dem Christfest. Die ganze Bedeutung der vorhergehenden Unterrassen ist festgelegt und festgestellt mit der Verlegung des Geburtsfestes Christi auf das Wintersonnenwendfest. Von außen war zuerst den Menschen die Weisheit und das Licht erschienen, jetzt aber soll das Licht hervorgebracht werden aus dem eigenen menschlichen Herzen. Christus sollte im Menschen selbst geboren werden. Deshalb musste auch das Ereignis in Palästina eintreten, ein mystisches Ereignis und eine historische Tatsache.

[ 23 ] This occurred in the fourth century of our fourth subrace. What had never existed before now existed: namely, the possibility that human beings could give birth to the light within themselves. They could do so because the principle of light had incarnated in a human being for the first time. Because this had happened, the winter solstice festival was necessarily linked to the Christian festival. The entire significance of the preceding subraces is established and affirmed by the transfer of the feast of Christ’s birth to the winter solstice. At first, wisdom and light had appeared to human beings from without; but now the light was to be brought forth from within the human heart itself. Christ was to be born within the human being. That is why the event in Palestine also had to take place—a mystical event and a historical fact.

[ 24 ] Wir haben es also mit einem historischen Ereignis zu tun, und das ist gerade das große Mysterium, das so wenig begriffen wird: dass sich das, was sich in Palästina abgespielt hat, wörtlich so abgespielt hat, wie es beschrieben worden ist im Johannes-Evangelium, und dass es zugleich eine mystische Tatsache ist. Wer das Ereignis nicht so auffasst, der versteht das Ereignis noch nicht. Wenn Sie es aber so auffassen, dann werden Sie auch verstehen, warum von diesem Momente an Gott als Persönlichkeit vorzustellen ist, und dass die Dreieinigkeit, die vorher anders vorgestellt worden war, in der Form von drei göttlichen Personen vorzustellen ist. Christus war jetzt Person geworden, und damit war der Beweis geliefert, dass das Göttliche im Menschen verwirklicht werden kann. Damit war ein Erstling auf der Erde erschienen, in dem einmal das Göttliche gewohnt hat. Und das konnte fortan ein bleibendes, ein nimmer zu zerstörendes Ideal für die Menschen werden.

[ 24 ] We are therefore dealing with a historical event, and that is precisely the great mystery that is so poorly understood: that what took place in Palestine happened exactly as it is described in the Gospel of John, and that it is, at the same time, a mystical reality. Anyone who does not understand the event in this way does not yet understand it. But if you do understand it this way, then you will also understand why, from this moment on, God must be conceived as a personality, and why the Trinity—which had previously been conceived differently—must be conceived in the form of three divine persons. Christ had now become a person, and with that, the proof was provided that the divine can be realized in human beings. Thus, a firstfruits had appeared on Earth in whom the divine once dwelt. And from then on, this could become a lasting, indestructible ideal for humanity.

[ 25 ] Alle früheren großen Weisheitslehrer - der ägyptische Hermes, die alten indischen Rishis, der chinesische Konfuzius, der persische Zarathustra —, sie haben das Wort des Göttlichen ausgesprochen, sie waren die großen Lehrer. Mit Jesus, der der Christus war, hat zum ersten Male in einer lebendigen Gestalt das Göttliche selbst auf der Erde gewandelt. Vorher hatten wir auf der Erde nur den Weg und die Wahrheit. Jetzt haben wir den Weg, die Wahrheit und das Leben. Das ist der große Unterschied zwischen den früheren Religionen und dem Christentum, dass das Letztere die Erfüllung der vorhergehenden Religionen ist, dass man es bei Christus nicht mit einem Weisheitslehrer zu tun hat - denn Weisheitslehrer sind auch in allen anderen Religionen vorhanden -, sondern mit einer menschlichen Persönlichkeit, die zugleich als göttliche Persönlichkeit verehrt werden muss. Daher ist die Botschaft der Jünger so wichtig: Wir haben die Hände in seine Wunden gelegt, wir haben seine Botschaft gehört. — Daher auch das Bauen auf den Augenschein, auf den unmittelbaren Sinneseindruck; dass man nicht bloß auf das Wort zu hören, sondern auch auf die Persönlichkeit zu sehen hätte. Und daher auch die Überzeugung, dass er der Welten-Sonnenheld in ganz einziger Art war.

[ 25 ] All the great teachers of wisdom of the past—the Egyptian Hermes, the ancient Indian rishis, the Chinese Confucius, the Persian Zarathustra—they spoke the word of the Divine; they were the great teachers. With Jesus, who was the Christ, the Divine itself walked the earth for the first time in a living form. Before that, we had only the Way and the Truth on earth. Now we have the Way, the Truth, and the Life. This is the great difference between the earlier religions and Christianity: that the latter is the fulfillment of the preceding religions; that in Christ we are not dealing with a teacher of wisdom—for teachers of wisdom exist in all other religions as well—but with a human personality who must at the same time be revered as a divine personality. That is why the disciples’ message is so important: We have laid our hands on his wounds; we have heard his message. — Hence, too, the emphasis on what is visible, on the immediate sensory impression; that one should not merely listen to the word, but also look to the personality. And hence, too, the conviction that he was the Sun Hero of the Worlds in a wholly unique way.

[ 26 ] Wenn wir das begreifen, dann verstehen wir auch, dass das alte Fest der Wintersonnenwende früher etwas anderes bedeutet hat als das heutige Christfest. In Ägypten finden wir Horus, Isis und Osiris, das Urbild dessen, was auch im Christentum lebt. Im alten Indien haben wir die Geburt des Krishna von der heiligen Jungfrau. Überall finden wir Anklänge an diese Mythe. Aber das, worauf es bei dem Christentum ankommt, ist dasjenige, was ich soeben ausgesprochen habe: Es ist der Umstand, dass nicht nur die Dreiheit, sondern die Vierheit heilig geworden ist, dass das Heilige heruntergestiegen ist bis zur Persönlichkeit. Vorher war das Heilige göttlich und thronte in unerreichbarer Höhe über den Menschen. Die alten Weisheitslehrer, die heiligen Rishis, verehrten es als das unbestimmte, nicht auszusprechende Brahman; die alten Zarathustra-Schüler sahen es in dem Doppelausdruck des Guten und Bösen; in Ägypten ist, wie gesagt, die Dreiheit von Isis, Osiris und Horus - aber dass das Göttliche gewohnt hat unter den Menschen, dass es Persönlichkeit geworden ist, das war das Geheimnis der vierten Unterrasse. Das ist das wichtigste Ereignis unserer Menschheitsepoche, dass das Weihnachtsfest, das immer dargestellt hat die Geburt eines Eingeweihten, jetzt darstellt die Geburt des größten Sonnenhelden, des Christus selbst. So sehen wir notwendig diese zwei Dinge im Weltenlauf zusammenklingen.

[ 26 ] Once we grasp this, we also understand that the ancient festival of the winter solstice used to have a different meaning than today’s Christian celebration. In Egypt, we find Horus, Isis, and Osiris—the archetype of what also lives on in Christianity. In ancient India, we have the birth of Krishna from the holy virgin. Everywhere we find echoes of this myth. But what is essential to Christianity is what I have just stated: it is the fact that not only the Trinity but also the Quaternity has become sacred, that the sacred has descended to the level of the individual. Previously, the sacred was divine and reigned from an unattainable height above humanity. The ancient sages, the holy Rishis, revered it as the indefinable, ineffable Brahman; the ancient disciples of Zarathustra saw it in the dual expression of good and evil; in Egypt, as I said, there is the Trinity of Isis, Osiris, and Horus—but that the Divine dwelt among human beings, that it became a personality, that was the mystery of the fourth sub-race. This is the most important event of our epoch of humanity: that Christmas, which has always symbolized the birth of an initiate, now symbolizes the birth of the greatest solar hero, Christ himself. Thus, we must necessarily see these two things resonating together in the course of world history.

[ 27 ] Wenn wir hinblicken auf die vierte Unterrasse und sie vergleichen mit dem Zeitpunkt, an dem wir selbst stehen, dann sehen wir das Göttliche noch weiter heruntergerückt. Und es hat eine eigentümliche Gestalt in unserer jetzigen Zeit angenommen, eine Gestalt, die man verstehen muss, wenn man das Weihnachtsfest völlig entziffern will. Gehen Sie zurück in die vierte Unterrasse, bis in das zwölfte, dreizehnte Jahrhundert: Überall werden Sie volles Verständnis für die wirkliche Persönlichkeit Christi bei denen finden, die das wissen; wobei diese Persönlichkeit Christi so umfassend geschildert wird, dass zum Beispiel in der Dichtung «Heliand» deutsche Verhältnisse auf den Christus übertragen werden. Der Christus steht so fest innerhalb der Menschheit, dass man die Verhältnisse anderer Länder in Beziehung bringen kann zu seiner erlösenden Tat. So fest steht er in der allgemeinen Menschheit drinnen als Persönlichkeit. Dann aber kommt eine andere Stimmung. Es kommt eine gewisse Erschütterung des Glaubens an dieses Urbild der Menschheit. Etwas, was auf der einen Seite ein Fortschritt ist, tritt ein: Ein viel größerer Kreis der Menschheit tritt ein in die weitere Evolution des Christentums. Aber dafür hört der Mensch auf, zu begreifen, dass in der einzelnen Persönlichkeit des Christus der Mittelpunkt seines Denkens, Fühlens und Wollens liegen könne. Immer weniger werden diejenigen, welche sich zu sagen getrauen, dass es sich nicht um die Lehre, sondern um die Persönlichkeit Christi handelt. Schließlich löst sich das gar auf in der Verehrung des abstrakten Ideals, das man nur noch geistig denkt und dem der Mensch zustrebt. Zur Zeit der ersten Unterrasse war es Brahman, zur Zeit der zweiten war es Licht und Finsternis, zur Zeit der dritten war es die Dreieinigkeit. Dann, zur Zeit der vierten Unterrasse, war diese Dreieinigkeit heruntergestiegen und Person geworden. Es ist das Persönliche zuletzt noch weiter heruntergestiegen, bis zum bloßen Verstande, der das Menschheitspersönliche aufgelöst hat und nur noch als abstraktes Ideal verehrt.

[ 27 ] When we look at the fourth subrace and compare it to the stage we ourselves are at, we see that the Divine has receded even further. And it has taken on a peculiar form in our present time—a form that must be understood if one is to fully decipher the meaning of Christmas. Go back to the fourth sub-race, to the twelfth or thirteenth century: everywhere you will find a full understanding of the true personality of Christ among those who know it; and this personality of Christ is described so comprehensively that, for example, in the poem Heliand, German conditions are projected onto Christ. Christ is so firmly rooted within humanity that one can relate the circumstances of other countries to his redemptive act. He stands so firmly within the general fabric of humanity as a personality. But then a different mood arises. A certain shaking of faith in this archetype of humanity sets in. Something that, on the one hand, represents progress occurs: a much larger segment of humanity enters into the further evolution of Christianity. But as a result, people cease to grasp that the center of their thinking, feeling, and willing could lie in the individual personality of Christ. Fewer and fewer are those who dare to say that it is not about the teaching, but about the personality of Christ. Eventually, this dissolves entirely into the veneration of the abstract ideal, which is now conceived only spiritually and toward which humanity strives. In the time of the first sub-race it was Brahman; in the time of the second it was light and darkness; in the time of the third it was the Trinity. Then, during the time of the fourth sub-race, this Trinity had descended and become a Person. Ultimately, the Personal has descended even further, down to mere intellect, which has dissolved the human personal aspect and is now venerated only as an abstract ideal.

[ 28 ] In unserer fünften Unterrasse bereitet sich aber schon der Zeitpunkt vor, der da noch kommen muss, und der uns bringen muss den Glauben an die neuen Eingeweihten, an die ‹Väter›. Die im siebenten Grad Eingeweihten nennt man die Väter, und wir sprechen in der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung von der Erkenntnis der Meister, weil es nicht bloß der eine ist, sondern weil es die Meister sein werden, zu denen der Mensch in Dankbarkeit und Verehrung hinblicken wird als zu den großen Führern der Menschheit. So verbindet uns die fünfte Unterrasse mit unserer Zukunft. Und so erscheint uns diese vierte Unterrasse mitten hineingestellt in den großen Prozess, den wir durchmachen, in den Prozess des Advents, das heißt der drei vorangegangenen Rassen, wovon der dreiwöchige Advent ein Abbild ist, weil der Mensch in Kürze noch einmal durchmacht die Art und Weise, wie in früherer Zeit das Aufgehen des Lichtes zur Weihnachtszeit erfolgte. Dann folgt darauf das Leben im Lichte. Deshalb ist auch für den Christen das Weihnachtsfest nicht etwas Vorübergehendes, nicht ein Erinnerungsfest an das, was vorübergegangen ist; denn das Weihnachtsantiphon heißt nicht: Christus ist geboren worden, oder Christus war geboren, sondern es heißt: Heute ist Christus geboren. - Immer wird von heute gesprochen. Das ist wichtig und bedeutungsvoll. Von «heute wird gesprochen in dem Sinne, wie Christus selbst gesprochen hat: ‹Ich bin bei euch bis ans Ende der Tage.› - Das ist etwas, was mit jedem Jahre neu vor uns steht und uns enthüllt den Zusammenhang zwischen Mensch und Himmel. Er zeigt uns, dass auch im Menschen sich das vollziehen muss, was sich im Himmel vollzogen hat. Und wie die Sonne aus ihrer Bahn nicht einen Zentimeter hinausgehen könnte, ohne Verwirrung anzurichten, so muss auch der Mensch seinen Weg einhalten. Er muss jene innere Harmonie, jenen inneren Rhythmus erreichen, den ihm darlebt Christus, der in dem Jesus inkarniert war und der wirken wird in den Vätern, deren Führung der Mensch in Zukunftszeiten nachleben muss.

[ 28 ] In our fifth subrace, however, the time is already being prepared—a time that is yet to come—which must bring us faith in the new initiates, in the “Fathers.” Those initiated into the seventh degree are called the Fathers, and in the spiritual-scientific worldview we speak of the knowledge of the Masters, because it is not merely one individual, but because there will be Masters to whom humanity will look with gratitude and reverence as the great guides of humanity. Thus, the fifth sub-race connects us with our future. And so this fourth subrace appears to us as being placed right in the midst of the great process we are undergoing—the process of Advent, that is, the three preceding races, of which the three-week Advent is a reflection—because humanity will soon once again experience the way in which, in earlier times, the dawning of light took place during the Christmas season. Then life in the light follows. That is why, for Christians as well, Christmas is not something fleeting, not a festival commemorating what has passed; for the Christmas antiphon does not say: “Christ has been born,” or “Christ was born,” but rather: “Today Christ is born.”—It always speaks of “today.” That is important and significant. “Today” is spoken of in the sense that Christ himself spoke: “I am with you until the end of the age.”—This is something that stands before us anew each year and reveals to us the connection between humanity and heaven. It shows us that what has taken place in heaven must also be fulfilled within the human being. And just as the sun could not deviate a single centimeter from its orbit without causing chaos, so too must human beings stay the course. They must attain that inner harmony, that inner rhythm, exemplified by Christ—who was incarnated in Jesus and who will work through the Fathers—whose guidance human beings must follow in times to come.

[ 29 ] Das ist der Zusammenhang zwischen Mensch und Himmel: Die Sonne soll nicht nur unbeirrbar am Himmel wandeln und zur Wintersonnenwende neue Kräfte gewinnen, sie soll auch im Menschen bewirken eine Geburt des Lichtes aus dem tiefsten Inneren heraus, ein Auferstehen, ein Sonnenheldentum der fünften Wurzelrasse. Daher heißt auch der Weihnachtsspruch: «Gloria in excelsis deo et in terra pax», «Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind.» Der innere Friede wird auch die Menschheitsevolution in einen rhythmischen Gang bringen, so wie die Sonne ihren eigenen Gang in einen regelmäßigen Rhythmus gebracht hat. In der Sonne haben wir ein Abbild des urewigen Kreislaufs des Kosmos. Sie hat das Chaos in sich selbst überwunden und zum Frieden gebracht. In diesem Sinne ist das Weihnachtsfest ein Fest des Friedens, von dem auch ausströmen soll die Stimmung des Friedens und der Harmonie. Dann wird es in der richtigen Weise begangen, wenn von diesem Feste ausströmt die Kraft des Friedens und der Harmonie. Es ertönen mit den Weihnachtsglocken nicht allein kirchliche Klänge, es ertönen uns die Klänge der ganzen strebenden Menschheit, die an der gegenwärtigen Kultur und ihrer Fort-Entwicklung arbeitet und gearbeitet hat, seitdem die Erde mit ihrer Geistigkeit wieder aus dem großen Froste emporsteigt.

[ 29 ] This is the connection between humanity and the heavens: The sun is not only meant to move unwaveringly across the sky and gain new strength at the winter solstice; it is also meant to bring about within humanity a birth of light from the deepest inner self—a resurrection, a solar heroism of the fifth root race. Hence the Christmas verse: “Gloria in excelsis Deo et in terra pax,” “Peace on earth to people of good will.” Inner peace will also bring the evolution of humanity into a rhythmic course, just as the sun has brought its own course into a regular rhythm. In the sun we have a reflection of the eternal cycle of the cosmos. It has overcome the chaos within itself and brought about peace. In this sense, Christmas is a festival of peace, from which the spirit of peace and harmony should also radiate. It is celebrated in the proper way when the power of peace and harmony radiates from this festival. When the Christmas bells ring out, it is not merely the sounds of the church that resound; we hear the sounds of all of striving humanity, which has been working on and continues to work on present-day culture and its further development ever since the Earth, with its spirituality, rose once more from the great frost.

[ 30 ] Was die vorhergehenden Rassen als ihre Zukunft ersehnt haben, das wurde der vierten nachatlantischen Unterrasse geboren. Und das, was die drei nachfolgenden erstreben müssen, das tönt heraus aus den Weihnachtsklängen. Die Harmonien der Himmel sprechen wirklich zu uns, wenn wir verstehen, was das Weihnachtsfest ausdrückt. So fest begründet ist in der uralten Weisheit ein jegliches Fest des Jahres.

[ 30 ] What the preceding races longed for as their future was bestowed upon the fourth post-Atlantean subrace at birth. And what the three subsequent subraces must strive for resounds in the sounds of Christmas. The harmonies of the heavens truly speak to us when we understand what the Christmas festival expresses. Every festival of the year is so firmly rooted in ancient wisdom.

[ 31 ] Nicht zufällig sind diese Feste festgesetzt worden, nicht der Willkür sind sie entsprossen, sondern aus der tiefsten Weisheit der Welt sind sie geschöpft, und wer sie wirklich verstehen und mit vollem Verständnis feiern kann, der findet darin die Schriftzeichen der uralten Weisheit für das, was geschehen ist von Anbeginn und geschehen wird in die Zukunft hinein. Dadurch gewinnen die Feste eine neue Bedeutung; sie hören auf, die konventionelle Bedeutung zu haben, die sie ja für viele nur noch haben. So die großen Weltenwahrheiten lesen, heißt, die großen Weltenfeste im richtigen Sinne feiern. Mit dem Herzen, mit dem Sinn, mit dem Gemüte lesen Sie die Urwahrheiten des Himmels, wenn Sie die großen Weltenfeste feiern. Dann sind sie auch wieder echt aus dem Geiste heraus gefeiert, dann sind sie der Menschheit wieder etwas.

[ 31 ] These festivals were not established by chance; they did not arise from arbitrariness, but were drawn from the deepest wisdom of the world, and whoever can truly understand them and celebrate them with full comprehension will find in them the symbols of ancient wisdom for what has happened since the beginning and what will happen in the future. In this way, the festivals take on new meaning; they cease to have the conventional significance that, for many, is all they have left. To read the great cosmic truths in this way means to celebrate the great cosmic festivals in their true sense. With your heart, your mind, and your spirit, you read the primordial truths of Heaven when you celebrate the great world festivals. Then they are once again celebrated authentically from the Spirit, and then they are meaningful to humanity once more.

[ 32 ] Nicht bloße abstrakte Gedanken, nicht ein Dogmengeflecht ist die Geisteswissenschaft. Sie hat eine große Aufgabe und eine Weltmission, um das, was die Menschheit vergessen hat, wieder zu beleben, das Feuer wieder herauszuschlagen aus dem, was uns von unseren Altvordern gegeben worden ist. Dann wird auch der Egoismus der Menschen aufhören. Sie werden lernen, in dem Einheitsgeist der Welt zu leben. Das ist die Weisheit, welche, neben vielem anderen, von der Geisteswissenschaft ausströmt, und sie ist in gutem Sinne praktisch; sie gibt uns den inneren Halt und die sichere Hoffnung. Und deshalb wird jene Friedensstimmung und Geisteszuversicht, die von dem Weihnachtsfest ausströmt, den zur Geist-Erkenntnis Strebenden im tiefsten Inneren durchseelen können.

[ 32 ] Spiritual science is not merely abstract thought, nor is it a web of dogmas. It has a great task and a global mission: to revive what humanity has forgotten, to rekindle the fire within what has been handed down to us by our ancestors. Then human selfishness will also come to an end. People will learn to live in the spirit of unity with the world. This is the wisdom that, among many other things, flows from spiritual science, and it is practical in the best sense of the word; it gives us inner stability and steadfast hope. And that is why the spirit of peace and spiritual confidence that radiates from the Christmas season will be able to permeate the innermost being of those who strive for spiritual knowledge.

[ 33 ] Die erhabenen geistigen Führer der Menschheit haben uns in Urzeiten selbst einmal dieses Fest vorgeschrieben. Lassen Sie uns das als echte Weihnachtsweisheit heute am Schluss dieser Stunde noch vor das innere Auge stellen: Vorgeschrittene Menschenbrüder sind die Führer der spirituellen Bewegung, vorgeschrittene Menschenbrüder, die bei dem Beginne der fünften Wurzelrasse damals, als die großen Weltenfeste festgelegt worden sind, schon zugegen waren, und die uns auch heute noch als die großen Lehrer der Menschheit solche Wahrheiten wieder enthüllen. Die Weisheitslehren geben sie uns nicht aus Spekulation, aus eigener Meinung heraus, sondern weil sie dabei waren, als die Dinge sich offenbarten. Sie haben den Frieden vorbereitet, der einst über die Menschheit strömen soll, und sie haben in den Festen die heilige Schrift verfasst, aus der wir lesen sollen die Botschaft des Friedens, die Botschaft der inneren Seelenseligkeit, die wir durch die Geisteswissenschaft wieder erlangen sollen. Leben wir im Sinne der Meister des Einklangs, dann leben wir immer mehr dem großen Ideal entgegen, das sie uns selber darleben. An jene erhabenen Führer der Menschheit lässt uns die Geisteswissenschaft denken, wenn uns die Weihnachtsstimmung ergreift, die uns vom Frieden spricht, und von den Opfergaben der großen Meister. Es strömt dieser Friede in die Menschheitszukunft hinein. Wir sehen sie ganz umflossen von dem Glanze dieses geistigen Lichtes und des Zusammenklangs der Empfindungen. In dieser Glorie, in der sie uns erscheinen, erkennen wir sie als die Väter, die uns der Zukunft entgegenführen. Wir streben ihnen nach, und aus unserer eigenen Seele wird ein Leben geboren, das in Frieden getaucht ist, in Harmonie und Eintracht - in jene Harmonie, die ein Abbild ist des Ganges der Sonne um die Welt.

[ 33 ] The exalted spiritual leaders of humanity themselves once prescribed this festival for us in ancient times. Let us, as true Christmas wisdom, hold this before our inner eye today as we conclude this hour: Advanced fellow human beings are the leaders of the spiritual movement—advanced fellow human beings who were already present at the beginning of the fifth root race, back when the great world festivals were established, and who, even today, as the great teachers of humanity, reveal such truths to us once again. They do not impart these teachings of wisdom to us out of speculation or based on their own opinions, but because they were present when these things were revealed. They have prepared the way for the peace that is one day to flow over humanity, and in the festivals they have composed the sacred scripture from which we are to read the message of peace, the message of inner spiritual bliss, which we are to regain through spiritual science. If we live in the spirit of the Masters of Harmony, then we live ever more in accordance with the great ideal that they themselves exemplify for us. Spiritual Science leads us to think of those sublime guides of humanity when the Christmas spirit takes hold of us, speaking to us of peace and of the sacrifices of the great Masters. This peace flows into humanity’s future. We see them completely enveloped in the radiance of this spiritual light and the harmony of feelings. In this glory, in which they appear to us, we recognize them as the fathers who lead us toward the future. We strive toward them, and from our own soul a life is born that is steeped in peace, in harmony and concord—in that harmony which is a reflection of the sun’s path around the world.

[ 34 ] Die Geburt des Friedens zur Weihnachtszeit ist ein Abbild des Ganges der Sonne um das Himmelsgewölbe. Das lehren uns die weisen Magier, die großen Meister, das sprechen diejenigen, die nicht nur einen blinden Glauben an diese Meister haben, sondern die da wissen und aus ihrem vollen Wissen heraus sagen: Die Meister, sie sind, und die spirituelle Weltbewegung unter der Führung der Meister ist die große erhabene Friedensbewegung, die den Menschen hinführt zu jener Weltenharmonie, in welcher die Menschenseelen mit der harmonischen Regelmäßigkeit und Unbeirrbarkeit leben werden, mit der die Sonne durch die Welten zieht und uns die Wege weist zur leuchtenden Schönheit der geistigen Sonne.

[ 34 ] The birth of peace at Christmas time is a reflection of the sun’s path across the celestial vault. This is what the wise magi, the great masters, teach us; this is what those say who not only have blind faith in these masters, but who know and speak from their full understanding: The Masters exist, and the spiritual world movement under the guidance of the Masters is the great, sublime peace movement that leads humanity toward that cosmic harmony in which human souls will live with the same harmonious regularity and unwavering steadfastness with which the sun traverses the worlds and shows us the way to the radiant beauty of the spiritual sun.