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Self-Knowledge and God-Knowledge II
GA 90b

30 October 1905, Berlin

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Self-Knowledge and God-Knowledge II, tr. SOL
  1. Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis II, 1st ed.

18. Theosophie im alltäglichen Leben

18. Theosophy in Everyday Life

[ 1 ] Sie hören häufig, namentlich von gelehrter oder, sagen wir, von fortschrittlicher Seite: Ja, geistige Wesenheiten sind vorhanden für diejenigen, die noch am alten kindlichen Glauben hängen, die in ihrer Phantasie und ihren Gefühlen leben. Aber für Leute, die klare, logische Begriffe haben, sind solche geistigen Wesenheiten nicht da. Ich möchte an das erinnern, was der Leipziger Universitätsprofessor Wundt geschrieben hat, worin er gegen alle spirituellen Tatsachen kämpft. Er sagt: Diejenigen Menschen, die von vornherein an solche geistigen Wesenheiten glauben, sehen diese Dinge, diejenigen aber, die nicht daran glauben, sehen diese Dinge nicht. Für die bleibt dies etwas, was immer zweifelhaft sein muss. Das ist aber das Maßgebende.

[ 1 ] You often hear, especially from scholarly or, shall we say, progressive circles: Yes, spiritual beings exist for those who still cling to old-fashioned, childlike beliefs, who live in their imagination and emotions. But for people who have clear, logical concepts, such spiritual beings do not exist. I would like to recall what Wundt, a professor at the University of Leipzig, wrote in his argument against all spiritual phenomena. He says: Those people who believe in such spiritual beings from the outset see these things, but those who do not believe in them do not see them. For the latter, this remains something that must always be doubtful. But that is the decisive factor.

[ 2 ] Nun wollen wir uns fragen, ob diejenigen, die mit logisch-klaren Begriffen in die Welt hineinsehen, auch wirklich ausschlaggebend sind mit ihren Aussagen über die Erscheinungen einer höheren Welt. Da müssen wir ein wenig auf dasjenige Rücksicht nehmen, was Lebensbedingung ist für eine ganze Reihe von zunächst elementaren Erscheinungen der höheren Welt.

[ 2 ] Now let us ask ourselves whether those who view the world through clear, logical concepts are truly decisive in their statements about the phenomena of a higher world. Here we must give some consideration to what constitutes the conditions of existence for a whole series of phenomena in the higher world that are, at first glance, elementary.

[ 3 ] Wir sind fortwährend nicht nur von sinnlichen Dingen und Wesen umgeben, sondern wir sind auch immer von einer Welt übersinnlicher Wesenheiten umgeben. Man darf nicht glauben, dass diese übersinnlichen Wesenheiten in [keiner] Beziehung stehen zu der sichtbaren Natur. Genau wie der Mensch aus sichtbaren und unsichtbaren Teilen besteht, aus seinem sichtbaren physischen Leib und aus seinem unsichtbaren Geist und seiner unsichtbaren Seele, so bestehen auch andere Wesenheiten aus einem sichtbaren und einem unsichtbaren Teil. Die Beziehungen können dann allerdings weitaus andere sein als beim Menschen.

[ 3 ] We are constantly surrounded not only by sensory things and beings, but we are also always surrounded by a world of supersensory entities. One must not believe that these supersensible beings have [no] connection to visible nature. Just as human beings consist of visible and invisible parts—their visible physical body and their invisible spirit and soul—so, too, do other beings consist of a visible and an invisible part. The relationships, however, may be quite different from those found in human beings.

[ 4 ] Die einfachsten übersinnlichen Wesen, mit denen wir es zu tun haben, sind die sogenannten Elementarwesen. Das sind Wesenheiten, die uns auf Schritt und Tritt umgeben. Der ganze Raum um uns herum ist mit solchen Wesenheiten ausgefüllt. Genauso, wie Pflanzen, Tiere und Menschen um uns herum leben, so leben um uns herum auch übersinnliche Wesenheiten. Aber sie sind nicht immer vollständig ausgebildet, sie sind in einem mehr oder weniger unvollkommen ausgebildeten Zustand. Wenn Sie die uns umgebende Natur betrachten, werden Sie sich dasselbe [Lücke in der Mitschrift] der sichtbaren Sinnenwelt. Wenn Sie hier eine Bohne haben, einen Bohnensamen, und dort eine aufgeschossene Bohnenpflanze, die sich um den Stock windet und Bohnenblüten entfaltet, dann können Sie sich sagen: In gewisser Beziehung sind der Bohnensamen und die aufgeschossene Bohnenpflanze, die in vielen Windungen sich an einem Stock hinaufschlingt, im Grunde genommen von einem gewissen Standpunkt dasselbe. Wenn Sie heute die Bohne in die Erde hineinlegen, kann sie in einiger Zeit genau ebenso am Stock hinaufsprießen, kann genau dasselbe sein, was heute als ausgebildete Bohnenpflanze vor Ihnen steht. So haben Sie hier in der Sinnenwelt scheinbar zwei Wesenheiten. Von einem anderen Gesichtspunkte aus sind sie in Wirklichkeit dasselbe. So ist es auch in der geistigen Welt. Da haben Sie tatsächlich Wesenheiten, die wie die Bohnen im Samenzustande vorhanden sind - als geistige Keime -, die uns fort und fort umgeben, die fortwährend in der geistigen Welt um uns herum sind. So wie Sie der Bohne die Gelegenheit geben, die ausgesprochene Bohnenpflanze zu sein, so können Sie auch diesen geistigen Keimen, die im Astralraum fortwährend uns umgeben, einen Boden geben, in dem sie wurzeln können. Wenn Sie die Bohne immerfort auf der Oberfläche der Erde liegen lassen, auf steinigem Boden, wird sie sich niemals entwickeln können. Wenn Sie sie aber hineinsenken in geeigneten Boden, dann wird sie aufsprießen. So kann es auch bei einem geistigen Keim sein. Es gibt nun Wesenheiten um uns herum, solche Keimwesenheiten, die einfach durch das, was wir entwickeln, wachsen, die dadurch einen Nährboden haben, in dem sie wachsen und gedeihen. Nehmen Sie einmal an, geistige Wesenheiten seien um Sie herum, welche — so wie die Bohnenpflanze physischen Erdboden, Salze, physisches Licht und so weiter braucht, sich einen physischen Körper aufzubauen - sich einen Astralkörper aufbauen wollen aus Astralstoff.

[ 4 ] The simplest supernatural beings we encounter are the so-called elemental beings. These are entities that surround us at every turn. The entire space around us is filled with such beings. Just as plants, animals, and humans live around us, so too do supersensible beings live around us. But they are not always fully developed; they exist in a more or less imperfectly developed state. When you observe the nature that surrounds us, you will see the same [gap in the transcript] in the visible sensory world. If you have a bean here—a bean seed—and over there a sprouting bean plant that winds itself around a pole and unfolds bean blossoms, then you can say to yourself: In a certain sense, the bean seed and the sprouting bean plant, which winds its way up a pole in many coils, are essentially the same thing from a certain point of view. If you plant the bean in the ground today, in time it can sprout up the stake in exactly the same way; it can be exactly the same as what stands before you today as a fully grown bean plant. So here in the sensory world, you seemingly have two entities. From another point of view, however, they are in reality the same. It is the same in the spiritual world. There you actually have entities that exist in a seed-like state—as spiritual seeds—which constantly surround us, which are continually present in the spiritual world around us. Just as you give the bean the opportunity to become a fully grown bean plant, so too can you provide these spiritual seeds—which constantly surround us in the astral realm—with soil in which they can take root. If you leave the bean lying on the surface of the earth, on stony ground, it will never be able to develop. But if you plant it in suitable soil, it will sprout. The same can be true of a spiritual seed. There are beings around us—these seed-like beings—who grow simply through what we develop; through this, they have a breeding ground in which they grow and flourish. Suppose there are spiritual beings around you who—just as the bean plant needs physical soil, salts, physical light, and so on to build a physical body—wish to build an astral body out of astral matter.

[ 5 ] Was ist nun astraler Stoff? Das sind zum Beispiel menschliche Leidenschaften, Triebe, Begierden. Astralstoff ist die Habsucht, die Freigiebigkeit, die entwickelt die Liebe. Das alles verhält sich zu einem Wesen, das seiner ganzen Natur nach nicht im Physischen wurzelt und sich einen Astralkörper machen will [wie der Erdboden für den Samen]. Was da der Mensch ausströmt, entwickelt an Begierden und Trieben, das ist für gewisse Wesenheiten notwendig, sodass man sagen kann: Hier im Astralraum ist ein geistiger Keim, und da entwickelt ein Mensch einen ausgeprägten Instinkt für die Habsucht. Das ist ein [geeigneter] geistiger Boden für ein gewisses geistiges Wesen, das in seiner Umgebung ist; das findet Gelegenheit darin [zu wachsen], sodass Sie geistigen Wesenheiten die Möglichkeit geben, darin zu leben. Tatsächlich ist das vorhanden.

[ 5 ] What, then, is astral matter? It consists, for example, of human passions, instincts, and desires. Astral substance is greed and generosity—the latter of which gives rise to love. All of this relates to a being whose entire nature is not rooted in the physical realm and who seeks to form an astral body [just as the soil does for a seed]. What a human being radiates in the form of desires and instincts is necessary for certain beings, so that one can say: Here in the astral realm there is a spiritual seed, and there a human being develops a pronounced instinct for greed. This is a [suitable] spiritual soil for a certain spiritual being that is in its surroundings; it finds an opportunity to grow there, thereby giving spiritual beings the possibility to live within it. In fact, this exists.

[ 6 ] Es ist zum Beispiel auch bekannt, dass die Menschen ihren Schmerz in den Tränen zu entladen suchen. Niemand wird leugnen, dass die Tränen etwas haben, das den Schmerz lindert. Ein gewisses Linderungsmittel des Schmerzes sind die Tränen. Durch eine astrale Substanz wird bewirkt dieser eigentümliche Linderungseffekt, der in den Tränen liegt. Diese astrale Substanz, die dadurch zustande kommt, dass der Schmerz sich in Tränen entlädt, gibt Veranlassung, dass sich gewisse Wesenheiten inkarnieren, verkörpern. Tatsächlich saugt der Mensch, der weint, aus der Umgebung geistige Wesenheiten ein. Diese bewirken, dass der Schmerz immer geringer und geringer wird.

[ 6 ] It is also well known, for example, that people seek to release their pain through tears. No one would deny that tears have a quality that alleviates pain. Tears are a certain kind of pain reliever. An astral substance brings about this unique soothing effect found in tears. This astral substance, which arises when pain is released through tears, causes certain spiritual beings to incarnate, to take on physical form. In fact, a person who cries draws spiritual beings from their surroundings. These beings cause the pain to become less and less intense.

[ 7 ] Nun sind aber Schmerzen vielfach, wenn wir sie selbst durchleben, ohne dass sie sich in Tränen entladen, eine bedeutende Kraftsteigerung, die noch viel stärker wirken kann, wenn wir sie als gute Erfahrung anhäufen und nicht die Wollust der Tränen suchen. Dann sind sie ein Quell der Weisheit. Schmerzliche Erfahrungen sind ein Quell der Weisheit. Es wird immer wieder derjenige, der etwas weiß, etwas sieht in der Welt, seine Freuden gern hingeben; seine Schmerzen wird er aber nicht gern hingeben, denn aus schmerzlichen Erfahrungen geht das hervor, was wir tun und nicht tun sollen. Hat etwas Schmerz gemacht, dann wissen wir, dass es nichts Lebensförderndes ist, und wir wissen uns in späterer Zeit zu verhalten.

[ 7 ] Yet pain, when we experience it ourselves without letting it spill over into tears, is often a significant source of strength—one that can have an even greater effect if we accumulate it as a positive experience rather than seeking the pleasure of tears. Then it becomes a source of wisdom. Painful experiences are a source of wisdom. Time and again, those who know something, who see something in the world, will gladly give up their joys; but they will not gladly give up their pains, for painful experiences reveal what we should and should not do. If something has caused pain, then we know that it is not life-affirming, and we know how to conduct ourselves in the future.

[ 8 ] Große Idealisten sind in früheren Inkarnationen oft Märtyrer gewesen. Aus diesen schmerzlichen Erfahrungen, die sie mit Würde und Gleichmut ertragen haben, ist ihnen ein idealer Sinn entsprossen. Daraus können Sie schon sehen, dass bittere Erfahrungen mit Weisheit zusammenhängen. So werden Sie auch zugeben müssen, dass, wenn der Mensch sich die schmerzlichen Erfahrungen ausweint, er dann auch deren Wirkungen abstumpft. Das ist tatsächlich der Fall. Derjenige, der in höhere Welten hineinschauen will, der muss vor allen Dingen verstehen, sich den Schmerz in der Seele zu vergraben, ihn zu einem wirkenden Ferment zu machen und ihn nicht in den nach außen entströmenden Tränen verschwinden zu lassen. Neben allen bildlichen Ausdeutungen ist auch als eine wirkliche Wahrheit buchstäblich zu nehmen das Wort in «Licht auf den Weg»:

[ 8 ] Great idealists have often been martyrs in previous incarnations. From these painful experiences, which they endured with dignity and equanimity, an ideal sense has sprung forth within them. From this you can already see that bitter experiences are connected to wisdom. Thus, you will also have to admit that when a person cries out the pain of these experiences, they also dull their effects. This is indeed the case. Anyone who wishes to glimpse into higher worlds must, above all, understand how to bury the pain within the soul, to transform it into a catalyst for growth, and not to let it vanish in tears that flow outward. Beyond all figurative interpretations, the following passage from *Light on the Path* should also be taken literally as a true reality:

Bevor das Auge sehen kann, muss es der Tränen sich entwöhnen.

Before the eye can see, it must wean itself from tears.

[ 9 ] Damit soll nichts gegen die Tränen bei Menschen einer gewissen Entwicklungsstufe gesagt sein. So sehen Sie, wie das einen Nährboden abgibt für geistige Wesenheiten, die fortwährend da sind, und aus denen astrale Wesenheiten aufsprießen wie Pflanzen aus besäter Erde.

[ 9 ] This is not meant to disparage the tears of people at a certain stage of development. You can see how this provides a breeding ground for spiritual entities that are constantly present, and from which astral entities sprout like plants from sown soil.

[ 10 ] Was sind denn nun diese astralen Keime? Wo sind sie vorhanden? Wenn Sie sich diese Fragen ganz genau vorlegen, dann werden Sie manches verstehen in der Natur, was Sie sonst schwer begreiflich finden. Für denjenigen, der die Welt in jener Weise zu ergründen versucht, sind die Dinge der Natur nicht reine physische Wesenheiten, die man gewöhnlich in ihnen vermutet, sondern sie sind durchsetzt von geistigem Leben. Die ganze Natur ist belebt, wirklich belebt von geistigen Wesenheiten. Scher wussten das und wissen es auch heute noch. Paracelsus zum Beispiel sagte, dass in den Pflanzen und Steinen überall geistige Wesenheiten ruhen.

[ 10 ] What, then, are these astral seeds? Where are they found? If you consider these questions very carefully, you will come to understand many things in nature that you would otherwise find difficult to grasp. For those who seek to fathom the world in this way, the things of nature are not mere physical entities, as is commonly assumed, but are permeated by spiritual life. All of nature is animated—truly animated—by spiritual beings. The ancients knew this, and we still know it today. Paracelsus, for example, said that spiritual beings dwell everywhere in plants and stones.

[ 11 ] Nun wollen wir einmal die Natur solcher geistiger Wesenheiten zu erforschen suchen, die anders geartet sind als die Wesenheiten, die rings uns umgeben. Zunächst muss ich einige Begriffe erörtern, die Ihnen die ganze zunächst übersinnliche Natur begreiflich machen werden. Einige kennen diese Dinge ja schon, aber ich glaube, sie in einem anderen Zusammenhang zu bringen. Außerdem kann man sie auch öfters hören.

[ 11 ] Now let us try to explore the nature of such spiritual beings, which are of a different kind than the beings that surround us. First, I must discuss a few concepts that will help you understand this nature, which at first seems supernatural. Some of you are already familiar with these things, but I believe I am presenting them in a different context. Besides, you may hear them mentioned quite often.

[ 12 ] Der Mensch weiß von seiner Umgebung und handelt aus seinem Bewusstsein heraus. Was heißt das? Wenn er schläft, handelt er nicht aus dem Bewusstsein heraus, denn dann ist sein eigentliches höheres Ich, seine eigentliche höhere Wesenheit, von dem Leibe getrennt. Der Leib ist für sich. Wenn Sie einen schlafenden Menschen betrachten - was haben Sie da eigentlich vor sich? Der Mensch besteht aus dem physischen Leib, [den Sie mit den Augen sehen,] dann aus einem Ätherleib, der ähnlich gebaut ist und eine Art Modell zu dem physischen Leibe bildet, dann aus dem Astralleib mit dem Gefühls-, Trieb-, Begierden- und Leidenschaftsleben, und endlich aus dem Ich, in dem ich die höheren Glieder zusammenfasse.

[ 12 ] Human beings are aware of their surroundings and act out of their consciousness. What does that mean? When they sleep, they do not act out of consciousness, for then their true higher self—their true higher being—is separated from the body. The body exists on its own. When you look at a sleeping person—what are you actually seeing? A human being consists of the physical body [which you see with your eyes], then of an etheric body, which is similarly structured and forms a kind of model of the physical body, then of the astral body with its life of feelings, instincts, desires, and passions, and finally of the “I,” in which I summarize the higher members.

[ 13 ] Wenn der Mensch wach ist, stehen folgende Teile vor uns: physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich. Der physische Leib ist in der sinnlichen Welt, der Ätherleib, der Astralleib und das Ich sind in der übersinnlichen Welt. Wir haben also ein Wesen vor uns, das sein Bewusstsein im Übersinnlichen hat und nur den Körper auf dem physischen Plan. Während des Schlafes legt er den physischen Körper ab und lebt in den höheren Welten. Was hier der Mensch im Schlafzustand darstellt, das können Sie bei den anderen physischen Wesen, die Sie umgeben, als einen konstanten Zustand betrachten. Bei der Pflanze können Sie sagen - und nicht bloß bildlich -, dass sie schläft. Was der Mensch in der Nacht ist - annähernd-, das ist die Pflanze immer: Sie ist ein Schläfer, hat ein schlafendes Bewusstsein. Es ist wichtig, dass man das richtig weiß. Sehen Sie, ebenso wie der Mensch, wenn er schläft, sein Bewusstsein nicht im physischen Leibe hat, so hat auch die Pflanze ihr Bewusstsein nicht im physischen Leibe, und daher ist sie ein Schläfer.

[ 13 ] When a person is awake, the following parts are present: the physical body, the etheric body, the astral body, and the I. The physical body is in the sensory world; the etheric body, the astral body, and the I are in the supersensory world. We thus have before us a being whose consciousness resides in the supersensible realm and whose physical body is situated only on the physical plane. During sleep, the human being sheds the physical body and lives in the higher worlds. What the human being represents here in the state of sleep, you can regard as a constant state in the other physical beings that surround you. In the case of the plant, you can say—and not merely figuratively—that it is asleep. What a human being is at night—approximately—is what a plant always is: it is a sleeper, possessing a sleeping consciousness. It is important to understand this correctly. You see, just as a human being, when asleep, does not have their consciousness in the physical body, so too does the plant not have its consciousness in the physical body, and therefore it is a sleeper.

[ 14 ] Dadurch unterscheidet sich der Mensch von der Pflanze, dass der Mensch sein Bewusstsein im Leibe darinnen hat, während die Pflanze ihr Bewusstsein außerhalb des Leibes hat. Die Pflanze ist nicht ohne Bewusstsein, sie hat es nur außerhalb ihres Körpers; sie hat es auf dem Mentalplan. Das Tier hat das Bewusstsein auf dem Astralplan, die Pflanze aber hat es auf dem Mentalplan.

[ 14 ] What distinguishes humans from plants is that humans have their consciousness within their bodies, while plants have their consciousness outside their bodies. Plants are not without consciousness; they simply have it outside their bodies—on the mental plane. Animals have consciousness on the astral plane, but plants have it on the mental plane.

[ 15 ] Da kommen wir jetzt zur Beschreibung der äußeren sinnlichen Welt, der sinnlichen Natur. Ich möchte versuchen, es Ihnen schematisch darzustellen. Wenn Sie diese ganze Welt betrachten, so tritt Ihnen diese Welt durch Ihre Sinne, durch Ihre Augen, Ohren, durch die Empfindung und das Gefühl entgegen. Dies nennen wir den physischen Plan. Geradeso wie ein Schwamm von Wasser durchzogen ist, so ist diese Welt von der Astralwelt durchzogen; sie durchdringt die physische Welt. Der Astralplan hat nun nicht Gegenstände und Wesenheiten, die man angreifen und mit Augen sehen kann. Die «Materie, die auf demselben vorhanden ist, besteht aus demselben Stoff, aus dem Ihre Wünsche und Begierden bestehen.

[ 15 ] This brings us to the description of the external sensory world, sensory nature. I would like to try to present this to you schematically. When you look at this entire world, it comes to you through your senses—through your eyes, ears, perceptions, and feelings. We call this the physical plane. Just as a sponge is permeated by water, so is this world permeated by the astral world; it permeates the physical world. The astral plane, however, does not contain objects or beings that one can touch or see with the eyes. The “matter” present there consists of the same substance as your desires and longings.

[ 16 ] Wenn Sie hier eine Kerze haben und anzünden, so brennt sie auf dem physischen Plan. Das Feuer entsteht also durch einen physischen Vorgang. Wenn Sie aber Ihrem Nachbar fluchen, so brennt auf dem Astralplan Feuer. Er hat Schmerz, und das ist auf dem Astralplan in einer Art Flämmchen sichtbar. Die Lust ist auch so etwas Ähnliches auf dem Astralplan.

[ 16 ] If you have a candle here and light it, it burns on the physical plane. The fire is thus created by a physical process. But if you curse your neighbor, a fire burns on the astral plane. He feels pain, and this is visible on the astral plane as a kind of little flame. Lust is also something similar on the astral plane.

[ 17 ] Ein noch feinerer Stoff ist derjenige, aus dem Ihre Gedanken gewoben sind, den nennen wir Mentalstoff.

[ 17 ] An even finer substance is the one from which your thoughts are woven; we call it mental substance.

[ 18 ] Dann gibt es noch einen höheren Plan, das ist der höhere Mentalplan. Der Stoff auf diesem Plan ist derselbe wie derjenige, aus dem die Gedanken bestehen, die ganz frei von Sinnlichkeit sind, die höchsten Gedanken, die der Mensch überhaupt haben kann.

[ 18 ] Then there is an even higher plane, namely the higher mental plane. The substance on this plane is the same as that of which thoughts are composed—thoughts that are entirely free from sensuality, the highest thoughts a human being can possibly have.

[ 19 ] Nun haben wir an Wesen auf der Erde: Mineralien, Pflanzen, Tiere und Menschen. Der Mensch hat, wenn er wacht, sein Bewusstsein hier auf dem physischen Plane; sein Bewusstsein wohnt im physischen Leibe. Das Tier hat sein Bewusstsein nicht im physischen Leibe, sondern auf dem Astralplan. Dadurch ist das Tier nicht imstande, auf dem physischen Plane sein Ich auszusprechen. Es fehlt ihm die Möglichkeit, selbst zu denken. Es gibt eine sogenannte Gattungsseele beim Tier; die lebt auf dem astralen Plan. Die Pflanze hat ihr Selbstbewusstsein auf dem Mentalplan. So sind der Mensch, das Tier, die Pflanze und endlich das Mineral in ihrer Zweiheit als Form und Bewusstsein. Daraus können wir sehen, was Mineral, Pflanze, Tier und Mensch sind. Das Tier ist nicht imstande, das Ich zu fassen. Es ist kein Instrument da, durch das es wirken kann. Auf dem Astralplan sind die Tiere so wie auf dem physischen Plane die Menschen; sie fangen an, mit Ihnen zu sprechen. Und auf dem Mentalplan sind die Pflanzen so wie die Menschen auf dem physischen Plane. Das Tier ist auf dem physischen Plane und wurzelt im Astralplan mit seinem Bewusstsein. Es kann auch umgekehrt sein, sodass nämlich das Bewusstsein auf dem physischen Plane ist und der Körper auf dem Astralplan, der dann mit seinem Bewusstsein in unsere Welt hineinreicht. Was würde ein solches Wesen bedeuten? Ein solches Wesen würde sich droben im Astralraum bewegen, es würde im Astralraum spazieren gehen. Und so, wie wir das Tier hier unten erfahren, so äußert sich das ‹Tier›, das sein Bewusstsein im Physischen hat, in physischer Wirkung, das heißt in Form einer Anziehung.

[ 19 ] Now, there are various beings on Earth: minerals, plants, animals, and humans. When awake, a human’s consciousness is here on the physical plane; his consciousness resides in the physical body. The animal does not have its consciousness in the physical body, but on the astral plane. Consequently, the animal is unable to express its “I” on the physical plane. It lacks the ability to think for itself. There is what is called a “species soul” in animals; it lives on the astral plane. The plant has its self-consciousness on the mental plane. Thus, humans, animals, plants, and finally minerals exist in their duality as form and consciousness. From this, we can see what minerals, plants, animals, and humans are. Animals are incapable of grasping the “I.” There is no instrument through which they can act. On the astral plane, animals are like humans on the physical plane; they begin to speak with you. And on the mental plane, plants are like humans on the physical plane. The animal is on the physical plane and is rooted in the astral plane with its consciousness. It can also be the other way around, so that the consciousness is on the physical plane and the body is on the astral plane, which then extends into our world with its consciousness. What would such a being mean? Such a being would move about up there in astral space; it would go for walks in astral space. And just as we experience the animal down here, so does the “animal”—which has its consciousness in the physical plane—manifest itself in physical effects, that is, in the form of an attraction.

[ 20 ] Der Physiker hat zum Beispiel hier einen Magneten, und wenn er etwas Eisen in seine Nähe bringt, so zieht er es an. Der Physiker redet dann von einer Anziehung. Das ist natürlich bloß ein Wort. Was liegt in Wahrheit hier vor? In Wahrheit liegt vor, was ich beschrieben habe. In Wahrheit liegt der magnetischen Kraft, die darin wirkt und sichtbar ist, eine astrale Wesenheit zugrunde. Allen Naturkräften liegen astrale Wesenheiten zugrunde. Den Naturkräften liegen astrale Wesenheiten zugrunde. Da gehen auf dem Astralplan Wesenheiten spazieren, und hier äußern sie sich als Naturkräfte. Naturkräfte sind nicht anderes als Handlungen auf dem physischen Plane von Wesenheiten, die auf dem Astralplan leben!

[ 20 ] For example, the physicist has a magnet here, and when he brings a piece of iron near it, it attracts it. The physicist then speaks of an attraction. That is, of course, merely a word. What is actually happening here? In truth, what I have described is happening. In truth, the magnetic force that is at work here and is visible is based on an astral being. All natural forces are based on astral beings. Natural forces are based on astral beings. Beings walk about on the astral plane, and here they manifest as forces of nature. Forces of nature are nothing other than actions on the physical plane by beings who live on the astral plane!

[ 21 ] Deshalb wird derjenige, welcher mit seiner ganzen Empfindungsfähigkeit an die Natur herantritt, aus den Naturkräften heraus solche Wesenheiten wahrnehmen können.

[ 21 ] Therefore, anyone who approaches nature with their full sensory capacity will be able to perceive such entities through the forces of nature.

[ 22 ] Nehmen Sie einen sehr sensitiven, empfindungsfähigen Menschen, der sich solchen Kräften nähert. Er wird nicht nur dann, wenn das Eisen da ist und angezogen wird, sagen können: Hier ist magnetische Kraft vorhanden, sondern sein Auge wird die magnetischen Kräfte sehen - und das ist dasselbe, was das Bewusstsein des Tieres auf dem Astralplan ist. Diese magnetischen Kräfte haben ihren Körper auf dem Astralplan, und dies kann der betreffende sensitive Mensch sehen.

[ 22 ] Take a very sensitive, perceptive person who approaches such forces. Not only will they be able to say, “There is a magnetic force here” when the iron is present and is attracted, but their eye will see the magnetic forces—and this is the same as the animal’s consciousness on the astral plane. These magnetic forces have their body on the astral plane, and the sensitive person in question can see this.

[ 23 ] Ein Stück Schwefel ist nicht nur ein Stück Schwefel, sondern es ist auch eine Kraft, und diese Kraft entspricht einer astralen Wesenheit auf dem Astralplan. Das ist auf dem astralen Plane eine Wesenheit, ein Organismus.

[ 23 ] A piece of sulfur is not just a piece of sulfur; it is also a force, and this force corresponds to an astral entity on the astral plane. On the astral plane, this is an entity, an organism.

[ 24 ] Daraus können Sie ersehen, dass wir es eigentlich fortwährend mit Wesenheiten zu tun haben, die auf dem Astralplan ihre Wesenheit haben, wie bei den Naturkräften. Der Mensch kann die eine Pflanze lieblich, die andere antipathisch empfinden. Das hat keinen anderen Grund - wie der Hellseher sehen kann - als den, dass die eine Pflanze Kräfte hat, die sich in einem schönen Astralkörper zum Ausdruck bringen, und die andere Kräfte hat, die sich in einem scheußlichen Astralkörper zum Ausdruck bringen. Den Geruch, den der physische Mensch riechen, der astrale Mensch wahrnehmen kann, können Sie sehen in einer astralen Gestalt. Eine Pflanze, wenn Sie anfangen die Kräfte wirklich zu bekommen, um das zu sehen, was nicht für die physischen Sinne wahrnehmbar ist, ist für Sie umgeben mit Lichtwirkungen. So haben wir in der Pflanze zwei Wesenheiten ineinander stecken, die zusammengehören. Die Pflanze sprosst vom Boden heraus. Sie hat ihr Bewusstsein auf dem Mentalplan und den physischen Körper hier unten. Eine andere Wesenheit ist in sie hineingesteckt, die hat ihren Körper auf dem Astralplan und ihr Bewusstsein hier unten.

[ 24 ] From this you can see that we are, in fact, constantly dealing with entities that exist on the astral plane, just as with the forces of nature. A person may find one plant lovely and another unpleasant. As the clairvoyant can see, there is no other reason for this than that one plant possesses forces that manifest in a beautiful astral body, while the other possesses forces that manifest in a hideous astral body. The scent that the physical human can smell and the astral human can perceive can be seen in an astral form. A plant—once you begin to truly develop the powers to see what is imperceptible to the physical senses—is surrounded by effects of light. Thus, within the plant, we have two entities intertwined that belong together. The plant sprouts from the ground. It has its consciousness on the mental plane and its physical body down here. Another entity is embedded within it; this entity has its body on the astral plane and its consciousness down here.

[ 25 ] Verfolgen Sie mit mir einmal den Gang, den das Tier durch sein Leben macht. Wenn das Tier nun lebt, geboren wird, so entsteht zunächst der Astralkörper des Tieres, dann der Ätherkörper, und dann kleiden sich dieselben mit physischem Stoff aus. Das Tier bekommt den physischen Körper, das Astrale lebt in dem physischen Körper. Nehmen Sie nun dieses Leben des Tieres. Das kann nur so lange bestehen, als Sauerstoff in der Luft da ist. In dem Augenblick, wo die Luft nicht genug Sauerstoff hat, stirbt das Tier. In dem Augenblick, wo Sie das Tier lebendig begraben, stirbt es auch, weil es nicht genug Sauerstoff hat. So sehen Sie, dass der bloße physische Körper den Astralkörper des Tieres nicht halten kann, wenn nicht die entsprechende Lebensluft da ist. Wenn Sie das ganze Tier mit der Erde zudecken, dann kann dieses Tier nicht leben.

[ 25 ] Let’s trace together the path that an animal takes through its life. When an animal is born and begins to live, its astral body is formed first, then its etheric body, and then these two bodies are clothed in physical matter. The animal acquires a physical body; the astral body lives within the physical body. Now consider the animal’s life. It can only continue as long as there is oxygen in the air. The moment the air no longer contains enough oxygen, the animal dies. The moment you bury the animal alive, it also dies because it lacks sufficient oxygen. Thus you see that the physical body alone cannot sustain the animal’s astral body unless the necessary life-giving air is present. If you cover the entire animal with earth, then that animal cannot live.

[ 26 ] Etwas Ähnliches können Sie auch bei den astralen Wesen machen, von denen ich Ihnen gesprochen habe. Nehmen Sie an, Sie haben den Astralkörper einer Wesenheit, die eine Pflanze begleitet, die zu ihr gehört; dieser Wesenheit treten Sie nun gegenüber. Wenn Sie ihr gegenübertreten, so ist es für eine solche Wesenheit vielfach so, wie wenn Sie eine Bohne in den Boden einpflanzen. Sie bieten ihr durch Ihren eigenen Geist die Möglichkeit zu wurzeln, zu wachsen und zu gedeihen. Sie bekommt eine äußerlich sichtbare Form. Das ist ein sehr wichtiger Vorgang. Sie treten einer Pflanze gegenüber, sie fängt an, wie von Feuerfunken umgeben zu sein; es bildet sich ein Wesen, das mit der Pflanze verbunden ist; es bildet sich dieses seinen Körper.

[ 26 ] You can do something similar with the astral beings I’ve told you about. Suppose you have the astral body of a being that accompanies a plant belonging to it; you now stand face to face with this being. When you stand before it, for such a being it is often like planting a bean in the ground. Through your own spirit, you offer it the opportunity to take root, grow, and flourish. It takes on an outwardly visible form. This is a very important process. You stand before a plant; it begins to appear as if surrounded by sparks of fire; a being connected to the plant takes shape; it forms its own body.

[ 27 ] Nun fangen Sie an, nachzudenken über dieses Wesen. Wenn Sie nachdenken, so ist das wirklich wie eine Art von Boden, in den das Wesen eingesenkt wird. Aber so wohltätig der Boden für die Pflanze auch ist, wenn er in der richtigen Weise einen Teil ihrer Organe umhüllt, so verderblich ist er für sie, wenn Sie die ganze Pflanze bedecken. Und wie der Erdboden die Pflanze tötet, wenn Sie die ganze Pflanze mit Erde überschütten, so wirkt auch der Gedankenboden auf solche Wesenheiten. Wenn Sie sie ganz mit Gedankenmaterie verschütten, so wirkt dies ertötend. Es fehlt ihnen die Lebensluft. Daher sterben die Elementargeister der Natur, indem man ihnen die Lebensluft durch Gedanken nimmt.

[ 27 ] Now begin to reflect on this being. When you reflect, it is truly like a kind of soil into which the being is sunk. But as beneficial as the soil is for the plant—when it properly envelops part of its organs—it is just as destructive to it if you cover the entire plant. And just as the soil kills the plant when you cover the entire plant with soil, so too does the soil of thought affect such beings. If you completely bury them in thought-matter, it has a deadly effect. They lack the breath of life. Therefore, the elemental spirits of nature die when their breath of life is taken from them by thought.

[ 28 ] Das ist etwas, warum kaustische Denker, solche Leute, die alles ausspintisieren, womöglich alles mit ihrem Gedankenstoff umgeben wollen, die zarten Wesenheiten, die uns umgeben, tatsächlich um sich herum ertöten. Das wird Ihnen erklärlich machen, was es heißt: Solche Wesenheiten «sterben>; sie sterben tatsächlich vielfach im Menschen. Geradeso, wie ein Bergrutsch alle darunterliegenden Pflanzen begräbt und sie sterben macht, so macht das menschliche Denken dadurch, dass es sich ausbreitet, eine ganze Reihe von Naturwesenheiten tot.

[ 28 ] This is why caustic thinkers—those who overanalyze everything and seek to envelop everything in their own mental constructs—actually kill off the delicate entities that surround us. This will make it clear to you what it means when such beings “die”; they do indeed die in many ways within human beings. Just as a landslide buries all the plants beneath it and causes them to die, so human thinking, by spreading out, kills a whole series of natural beings.

[ 29 ] Der Mythos und die Sage haben das schön ausgedrückt in einer symbolischen Sprache; sie finden es ausgedrückt in dem Mythos von den Heinzelmännchen: Früher, wo der Mensch noch nicht so viel gedacht hat, waren sie da. Dann kam die Zeit, wo der Mensch vorzugsweise zu denken anfing; da zogen sie sich zurück, die Naturgeister. Das ist sinnbildlich ausgedrückt, aber einer verborgenen Wirklichkeit entsprechend. Wie der Mensch seinem physischen Körper nach der Erde übergeben wird, wenn er stirbt, so werden diese Naturgeister ihren Elementarkörpern nach in die mentale Erde in den oberen Welten gesenkt, und da sterben sie. Der Mensch hat seinen Tod in der physischen Erde, der Naturgeist hat seinen Tod in der «Erde der geistigen Welt! [Sie haben dort ihr Grab, und das wird ihnen bereitet durch das spintisierende, klügelnde Denken der Menschen.]

[ 29 ] Myth and legend have beautifully expressed this in symbolic language; they find it expressed in the myth of the little helpers: In the past, when people did not yet think so much, they were there. Then came the time when human beings began to think more than anything else; then the nature spirits withdrew. This is expressed symbolically, but it corresponds to a hidden reality. Just as the human being is surrendered to the earth in his physical body when he dies, so these nature spirits, in their elemental bodies, are lowered into the mental earth of the upper worlds, and there they die. Human beings meet their death in the physical earth; nature spirits meet their death in the “earth of the spiritual world”! [There they have their grave, and it is prepared for them by the speculating, pondering thoughts of human beings.]

[ 30 ] Dem, der noch nicht eingeschult ist in diese Dinge, wird die Sache phantastisch erscheinen. Derjenige, der mit zweifelnden Gedanken an die geistige Welt herantritt, der wird diese geistige Welt nicht finden. Er benimmt sich, wenn er durch die geistige Welt durchschreitet, so, wie wenn man mit einer Feuerflamme durch einen Mückenschwarm durchgeht. So ist es mit einem Denker, der keine Sensitivität hat. Viele getötete [geistige] Wesenheiten zeigen die Spur solcher Denker an. Deshalb ist der Mensch vielfach ein Zerstörer der Elementargeister. Er ist etwas, was sich höher entwickeln will, und diese Wesenheiten, die in einer umgekehrten Entwicklung stehen, werden vielfach von den Menschen zerstört. Da haben Sie wieder ein praktisches Beispiel, das Ihnen eine wirkliche Lehre des Okkultismus begreiflich erscheinen lässt: dass Sie selbst den geistigen Wesenheiten dasjenige entgegenbringen müssen, was sie erscheinen lässt, was sie da sein lässt. Daher die immer und immer wieder auftauchende Forderung: Man soll nicht kaustisch denken, nicht kritisieren, sondern sich hingebungsvoll der Umwelt überlassen. Dann treten aus ihrer Finsternis heraus die hellen geistigen Elementarwesen. Diese Dinge hängen alle mit tiefen Gesetzen des geistigen Seins zusammen.

[ 30 ] To those who are not yet familiar with these matters, the whole thing will seem fantastical. Anyone who approaches the spiritual world with doubts will not find it. When such a person passes through the spiritual world, they behave as if they were walking through a swarm of mosquitoes with a flame. This is the case with a thinker who lacks sensitivity. Many slain [spiritual] beings bear the marks of such thinkers. That is why human beings are often destroyers of elemental spirits. They are beings that seek to evolve to a higher level, and these entities, which are in a state of reverse evolution, are often destroyed by human beings. Here you have yet another practical example that makes a true lesson of occultism comprehensible to you: that you yourselves must offer the spiritual entities that which allows them to appear, that which allows them to be there. Hence the repeatedly emphasized requirement: One should not think caustically or criticize, but rather surrender oneself devotedly to one’s surroundings. Then the luminous spiritual elemental beings emerge from their darkness. All these things are connected to the profound laws of spiritual existence.

[ 31 ] Nun noch ein weiteres Beispiel, aus dem Sie sehen können, wie das unmittelbare Leben erklärlich wird durch solche Erkenntnisse, die den verborgenen Welten angehören. Nehmen Sie an, ein Mensch lügt den anderen an. Wenn ich die Wahrheit sage, bedeutet das in der geistigen Welt etwas ganz anderes, als wenn ich lüge. Wenn ich die Wahrheit sage, erzeuge ich eine Gedankenform. Jeder Gedanke, den ich äußere, ist eine Form in der übersinnlichen Welt. Nun entspricht der Tatsache, die ich mitteilen will, aber auch etwas in der geistigen Welt. Einer jeden Tatsache im äußeren, sinnlichen Raum entspricht auch etwas in der geistigen Welt. In dem Augenblick, wo ich die Wahrheit sage, verbindet sich die Gedankenform, die ich gebildet habe, mit dem, was der Tatsache in der geistigen Welt entspricht. Sage ich oder denke ich aber eine Lüge, die nicht der Tatsache entspricht, dann wird meine Gedankenform sofort, wenn ich versuche, sie zu vereinigen mit dem geistigen Gegenbild, das der Tatsache entspricht, auf mich zurückprallen und an mir haften bleiben. Auf denjenigen, der Gewohnheitslügner ist, prallen fortwährend seine erlogenen Sachen zurück, und er umgibt sich mit einem ganzen Panzer seiner Lügen. Nun denken Sie sich einmal einen solchen Menschen, der in einen solchen Panzer von Lügen eingeschlossen ist. Da können die Kräfte nicht hinein, die ihn entwickeln könnten, und die Folge davon ist, dass er in der [Entwicklung] zurückbleibt. Wer lügt, schließt sich von der Kraft aus, die er ein- und ausströmen [lassen] muss, und er bleibt infolgedessen zurück. Daher ist alles, was Unwahrheit ist, was nicht mit den Tatsachen übereinstimmt, ein Hemmschuh der Entwicklung. Alle Wahrheit verbindet sich mit den Tatsachen selbst, und sie lässt den Menschen in den ganzen Strom der Tatsachen hineintauchen. Wenn Sie das in Betracht ziehen, werden Sie verstehen, was es bedeutet ein ‹wahrhaftiger Mensch zu sein›. Ein wahrhafter Mensch zu sein, bedeutet: sich fähig zu machen fortzuschreiten, immer weiter und weiter zu schreiten. Nur wahrhaftige Menschen werden weiterkommen. Auf dem physischen Plan lässt sich eine Lüge vielleicht verbergen, aber auf dem Astralplan lässt sich eine Lüge nicht verbergen. Lügenhafte Menschen sind auf dem Astralplan wie von dicken Krusten umgeben. Daher können sie sich nicht entwickeln. Aus diesem Grunde ist der größte Hemmschuh in der Welt die vorhandene Lüge. ‹Lüge› heißt im Hebräischen ‹Tophel›. Und wenn Sie sich den ‹Geist der Lüge› in der Welt denken, der es sich zur Aufgabe machen wollte, der Welt möglichst viele Hindernisse in den Weg zu legen, so müsste das ein ‹Lügengeist› sein. Der müsste so lügen, dass sich eine Kruste um die ganze Menschheit bildet; er würde der Verderber der Menschheit sein. Verderber heißt im Hebräischen ‹Mephiz›. Einen solchen Lügengeist können Sie also ‹Mephistophel› nennen, ‹Geist der Lüge›. Sein Name ist aus dem Grund gewählt, weil er der «Vater aller Hindernisse ist. Auch bei Goethe wird er so genannt.

[ 31 ] Now here is another example that shows how everyday life can be explained through insights that pertain to the hidden worlds. Suppose one person lies to another. When I tell the truth, it means something entirely different in the spiritual world than when I lie. When I tell the truth, I create a thought-form. Every thought I express is a form in the supersensible world. Now, the fact I wish to communicate also corresponds to something in the spiritual world. Every fact in the outer, sensory realm also corresponds to something in the spiritual world. The moment I speak the truth, the thought-form I have created connects with that which corresponds to the fact in the spiritual world. But if I say or think a lie that does not correspond to the fact, then as soon as I try to unite my thought-form with the spiritual counterpart that corresponds to the fact, it will bounce back at me and cling to me. For those who are habitual liars, their lies continually bounce back at them, and they surround themselves with an entire armor of lies. Now imagine such a person, enclosed within such an armor of lies. The forces that could help them develop cannot penetrate it, and the result is that they fall behind in [development]. Whoever lies cuts themselves off from the force that must flow in and out of them, and as a result, they fall behind. Therefore, everything that is untruth—everything that does not correspond to the facts—is an obstacle to development. All truth is connected to the facts themselves, and it allows a person to immerse themselves in the entire flow of facts. If you consider this, you will understand what it means to be a “truthful person.” To be a truthful person means: to make oneself capable of progressing, of moving ever further and further. Only truthful people will make progress. On the physical plane, a lie may be concealed, but on the astral plane, a lie cannot be concealed. Deceitful people are surrounded on the astral plane as if by thick crusts. Therefore, they cannot develop. For this reason, the greatest obstacle in the world is the existence of lies. “Lie” is “tophel” in Hebrew. And if you imagine the “spirit of lies” in the world—one that has made it its mission to place as many obstacles as possible in the world’s path—it would have to be a “spirit of lies.” It would have to lie in such a way that a crust forms around all of humanity; it would be the corrupter of humanity. “Corrupter” is “Mephiz” in Hebrew. So you can call such a spirit of lies “Mephistophel,” the “Spirit of Lies.” His name was chosen for this reason: because he is the “father of all obstacles.” Goethe also refers to him by this name.

[ 32 ] So haben Sie hier etwas, woraus Sie sehen können, dass man den Dichter nur verstehen kann, wenn man ihn vom Okkultismus aus betrachtet. Sie werden bei den meisten wirklich großen Dichtern genau dasselbe finden. Sie werden niemals finden, dass die großen Weltdichter aus einer beliebigen Phantasie heraus geschaffen haben, sondern aus den okkulten Tatsachen, aus den okkulten Zusammenhängen heraus!

[ 32 ] So here you have something from which you can see that one can only understand the poet by viewing him through the lens of occultism. You will find exactly the same thing in the works of most truly great poets. You will never find that the great poets of the world created their works out of mere fantasy, but rather out of occult facts and occult connections!

[ 33 ] Nun noch ein anderes Beispiel, das schon öfter erwähnt worden ist. Wir stehen in der fünften Wurzelrasse, und innerhalb dieser in der fünften Unterrasse. Drei Unterrassen hatten eine priesterliche Kultur. In der vierten Kulturperiode kamen die semitischen Völker herauf. Aus den Priesterkulturen entwickelte sich eine Kultur, die ganz anders war, die nicht begründet war auf die Inspiration von oben; darauf nämlich war die Priesterkultur gegründet. - Die Kultur der vierten Unterrasse war begründet auf Klugheit. Es bedeutet also das Heraufkommen der griechischen Kultur die Überwindung der Priesterweisheit durch die Schlauheit. Dies stellen uns ein griechischer Dichter und ein griechischer Bildhauer dar. Der Dichter Homer stellt uns dies vor in Odysseus, der durch List, indem er ein hölzernes Pferd macht, die Trojaner überwindet. Der Bildhauer lässt den alten trojanischen Priester Laokoon erdrückt werden von der Schlange, dem Symbol der Weisheit und Klugheit. Die wirklichen Dichter haben immer aus dem Okkulten geschöpft. Die anderen sind keine Dichter, weil nichts in ihrer Dichtung der Wirklichkeit entspricht. Bei spirituellen Völkern nur kann die Dichtung blühen. Die Wahrheit wird den Menschen in verschiedener Weise überliefert. Die Dichter waren nicht bloß Unterhalter der Menschheit; sie waren Seher, die über unsere physische Wirklichkeit hinweg hineinleuchten wollten in die höheren Welten. Homer ist daher der «blinde Seher», weil er aus dem Verborgenen, nicht aus der Sinnenwelt heraus seine Werke schuf. So sehen Sie, dass wahre große Dichtungen nur verstanden werden können, wenn wir sie auf der Grundlage der okkulten Tatsachen betrachten. Leben und Menschenschöpfung wird uns nur klar, wenn wir sie vom okkulten Standpunkte aus betrachten. Bedenken Sie, was das bedeutet! Man kann gegen den Okkultismus wettern und ihn ansehen als etwas, das die Menschen zu Phantasten macht. Sie sehen aber: In Wahrheit führt der Okkultismus immer tiefer und tiefer in die Welt hinein. Er macht den äußeren Zusammenhang der Welt erst recht verständlich. Es gibt, wie Goethe schon gesagt hat, kein Außen und kein Innen. «Natur hat weder Kern noch Schale, alles ist sie mit einem Male.» Offenbar sind die Geheimnisse, wenn der Sinn der Menschen sich öffnet.

[ 33 ] Now another example that has already been mentioned several times. We are in the fifth root race, and within that, in the fifth subrace. Three subraces had a priestly culture. In the fourth cultural period, the Semitic peoples emerged. From the priestly cultures, a culture developed that was entirely different, one not founded on inspiration from above; for it was precisely on this that the priestly culture was based. — The culture of the fourth subrace was founded on cleverness. The rise of Greek culture thus signifies the overcoming of priestly wisdom by cleverness. A Greek poet and a Greek sculptor depict this for us. The poet Homer illustrates this through Odysseus, who, through cunning—by constructing a wooden horse—defeats the Trojans. The sculptor depicts the old Trojan priest Laocoön being crushed by the serpent, the symbol of wisdom and shrewdness. True poets have always drawn upon the occult. The others are not poets, because nothing in their poetry corresponds to reality. Poetry can flourish only among spiritual peoples. Truth is handed down to humanity in various ways. Poets were not merely entertainers of humanity; they were seers who sought to shine beyond our physical reality into the higher worlds. Homer is therefore the “blind seer” because he created his works from the hidden realm, not from the sensory world. So you see that true, great works of poetry can only be understood if we view them on the basis of occult facts. Life and the creation of humankind become clear to us only when we view them from the occult standpoint. Consider what this means! One may rail against occultism and regard it as something that turns people into dreamers. But you see: in truth, occultism leads ever deeper and deeper into the world. It makes the outer structure of the world all the more comprehensible. As Goethe has already said, there is no outside and no inside. “Nature has neither core nor shell; she is all at once.” The mysteries are revealed when people’s minds open up.

[ 34 ] Damit komme ich zu etwas, was zunächst schwer glaublich erscheint, was aber wirklich wahr ist, nämlich dazu, welchen Nutzen es hat, wenn es neben den okkulten Schulen noch eine äußere exoterische, theosophische Bewegung gibt. Nur der, welcher okkultes Leben haben will, soll sich einweihen lassen. «Was hat es denn für einen Zweck, eine Theosophische Gesellschaft zu haben?», so könnte man fragen. Der, welcher sich nur mit verstandesmäßigen Erkenntnissen an diese Sache heranmacht, wird kaum eine zufriedenstellende Antwort finden. Wer sich aber vertiefen würde in diese geistige Welt, würde mehr Erfolg haben. Es mag lange dauern, was aber davon kommt, ist ein wirkliches Hineinschauen in die Welt. Nicht umsonst sitzen die Menschen beisammen. Je nach dem Karma dauert es bei dem einen längere, bei dem anderen kürzere Zeit. Was man da hört, ist krafterweckend, selbst hineinführend in die geistige Welt, der Anfang der Einweihung. Das muss man bedenken, wenn man den richtigen Zweck und den wahren Grund der theosophischen Bewegung einsehen will. Der wahre Grund der theosophischen Bewegung ist der, in den weitesten Kreisen nicht nur erzählend von den höheren Welten zu reden, sondern durch unser Reden, dadurch, dass darin die Kraft der höheren Welt selbst fließt, auch die Gabe, die Fähigkeit zu wecken, in den höheren Welten selbst zu leben. Das ist durchaus nötig. In der Tat würde derjenige, welcher alles verstände, alles durchdränge mit seinem reinen Begriffsmaterial, was erzählt werden kann von den höheren Welten, und welcher mit Unbefangenheit der Sache entgegenkäme, bloß noch ein feines Häutchen zum Zerspringen zu bringen haben, und es würde die Gabe des Hellsehens ohne Weiteres eintreten. Es mag Einzelne geben, welche ein abgekürztes Verfahren gar haben. Es muss immer solche geben, die sich etwas weiter entwickeln als die anderen. Aber die ganze Menschheit kann in unserer Zeit weitergebracht werden. Was heute gelehrt wird, kann unbedingt in einiger Zeit von selbst Kräfte des Sehens hervorbringen. Und zwar in folgender Weise:

[ 34 ] This brings me to something that at first seems hard to believe, but which is indeed true: namely, the benefit of having an external, exoteric, theosophical movement alongside the occult schools. Only those who wish to lead an occult life should seek initiation. “What, then, is the purpose of having a Theosophical Society?” one might ask. Those who approach this matter solely with intellectual understanding will hardly find a satisfactory answer. But those who immerse themselves in this spiritual world will have more success. It may take a long time, but what results is a genuine glimpse into that world. It is not for nothing that people gather together. Depending on one’s karma, it takes longer for some and shorter for others. What one hears there awakens inner strength, leading one into the spiritual world—the beginning of initiation. One must bear this in mind if one wishes to understand the true purpose and the real reason behind the Theosophical Movement. The true reason for the Theosophical Movement is not merely to speak about the higher worlds to the widest possible audience, but—through our words, through which the power of the higher world itself flows—to awaken the gift and the ability to live in the higher worlds ourselves. This is absolutely necessary. In fact, anyone who understood everything, who penetrated everything that can be told about the higher worlds with their pure conceptual material, and who approached the matter with an open mind, would have only a thin veil left to shatter, and the gift of clairvoyance would arise without further ado. There may be individuals who even have a shortcut to this process. There will always be those who develop somewhat further than others. But all of humanity can be brought forward in our time. What is taught today can certainly, in time, bring forth the powers of seeing on its own. And this is how:

[ 35 ] Heute denken die Menschen, sie seien furchtbar gescheit in ihren kritischen Gedanken. Wem verdanken sie das? Nehmen Sie an, Sie sitzen in einer Versammlung. Vor Ihnen steht ein Redner, der, wie man sagt, die Wahrheit verkündet. Wenn ein solcher Mensch gesprochen hätte vor denselben Menschen in ihrer vorhergehenden Verkörperung, so hätten sie ihn nicht verstanden. Keine Spur! Nehmen wir an, alle, die in einer solchen Versammlung sitzen, wären vor eintausendfünfhundert Jahren oder mehr auf der Erde gewesen. Damals wurden ihnen aber von ihren Priestern Märchen erzählt. Sie wurden nicht auf die Weise unterrichtet wie wir heute, in Verstandesform, sondern es wurden ihnen Märchen erzählt. Und diese Seelen verkörpern sich wieder: Die Kraft, mit der sie die Märchen eingesehen haben, kommt jetzt dadurch zur Geltung, dass sie verstandesmäßigem Reden Verständnis entgegenbringen können. Und durch das jetzt entwickelte Verständnis wird ein höheres Verständnis zur Entwicklung kommen. Es wird sich nicht mehr um ein Begreifen mit dem Verstande handeln, sondern um ein Hellsehen.

[ 35 ] Today, people think they are incredibly clever in their critical thinking. To whom do they owe this? Suppose you are sitting in an assembly. Standing before you is a speaker who, as they say, proclaims the truth. If such a person had spoken to these same people in their previous incarnations, they would not have understood him. Not a bit! Let’s suppose that everyone sitting in such an assembly had been on Earth fifteen hundred years ago or more. Back then, however, their priests told them fairy tales. They were not taught in the way we are today—intellectually—but were told fairy tales. And these souls are incarnating again: the power with which they perceived those fairy tales now comes to the fore in that they are able to grasp intellectual discourse. And through this newly developed understanding, a higher understanding will emerge. It will no longer be a matter of comprehending with the intellect, but of clairvoyance.

[ 36 ] Sie sehen also, dass die theosophische Bewegung eine große Perspektive eröffnet. Sie wirkt so, wie vor Jahrhunderten die Priester mit ihren Märchen in die übersinnliche Welt hineingewirkt haben. So wie sie etwas in die Seele versenkt haben, das heute hervorkommt, so wird die heutige verstandesmäßige Bildung in der nächsten Verkörperung die Fähigkeit erzeugen, mit hellseherischen Kräften die Welt zu durchdringen. Das ist der Weltberuf der theosophischen Gesellschaft. Das will sie und soll sie sein. Wenn Sie sie so betrachten, werden sie sich klar darüber sein, dass man in den Okkultisten-Vereinen das nicht haben kann. Bewegungen, die ethische oder andere Zwecke haben, gibt es viele. Bewegungen aber, in denen gesprochen wird von den übersinnlichen Welten heraus, um das Geistige, den Geist zu wecken, solche Bewegungen gibt es außerhalb der theosophischen Bewegung als populäre Bewegung heute nicht. Das ist der Grund, weshalb durch die theosophische Bewegung eine solche Strömung ins Leben gerufen wurde. Die theosophische Bewegung ist nichts, was uns graue Theorien lehrt, sondern uns unmittelbar hineinführt ins Leben, was uns Anleitung gibt, mit offenen Augen ringsherum die Welt anzusehen.

[ 36 ] So you see that the Theosophical Movement opens up a vast perspective. It has the same effect as the priests had centuries ago when they used their fairy tales to draw people into the supersensible world. Just as they planted something deep in the soul that is now coming to the surface, so today’s intellectual education will, in the next incarnation, generate the ability to penetrate the world with clairvoyant powers. This is the global mission of the Theosophical Society. This is what it aims to be and what it is meant to be. If you view it in this light, you will realize that this cannot be found in occultist societies. There are many movements with ethical or other purposes. But movements in which one speaks from the supersensible worlds in order to awaken the spiritual, the spirit—such movements do not exist today outside the Theosophical Movement as a popular movement. That is why the Theosophical Movement brought such a current into being. The Theosophical Movement does not teach us dry theories, but leads us directly into life, giving us guidance to look at the world around us with open eyes.

[ 37 ] In der ganzen Welt ist wirklich etwas wie Blindheit bei denjenigen vorhanden, die in der Außenwelt den Anstoß geben sollten. Letzten Donnerstag versuchte ich das auf sozialem Gebiete klarzumachen. Auf allen Gebieten, auf denen ein Wissen der Kräfte herrschen sollte, sehen wir, wie eigentlich Blindheit die Handschrift derer ist, die erweckend sein sollten. Die Theosophie will die Kräfte, die ihr zugrunde liegen, herausbringen.

[ 37 ] Throughout the world, there is truly a kind of blindness among those who should be setting the tone in the outer world. Last Thursday, I tried to make this clear in the social sphere. In all areas where an understanding of these forces should prevail, we see how blindness is, in fact, the hallmark of those who should be inspiring others. Theosophy seeks to bring to light the forces upon which it is based.

[ 38 ] Der Mensch ist vielfach ein Feind der uns umgebenden Elementarwesen, die uns immerfort und fort umgeben. Er wird aber zu ihrem Freund, wenn er sie erkennt und vertraut mit ihnen wird und in ihrem Sinne wirkt. Wir werden Freunde derjenigen Wesen, die uns immer umgeben in der geistigen Welt, wenn wir uns in die verborgenen Seiten des Naturdaseins hineinbegeben; dann wirken sie mit uns, nicht gegen uns. Alles, was in der Welt auftritt und was fortschritthemmend ist und was manche blutige Zerstörung in der Welt bewirkt, hat seinen Grund in nichts anderem als in den wachgerufenen Elementarwesen in der Welt. Sie sind Feinde des Menschen, solange der Mensch wirken will, ohne sie zu kennen. Sie verwandeln sich in Freunde, wenn er sie kennenlernen will, wenn er ihnen mit Vertrautheit gegenüberstehen will. Äußerlich, physisch gesprochen heißt es: Der Mensch steht in der Welt, wirkt und wirkt, und um ihn herum geschehen die Dinge, die von seinen Handlungen ausgehen. Er sieht nichts. Gar nichts sieht er. Dann plötzlich brechen revolutionäre Bewegungen herein, weil er nichts gesehen hat, weil er die verborgenen Dinge, die lange da waren, bevor sie den äußeren feindlichen Sturm entladen haben, nicht gesehen hat. Würde der Mensch sie sehen, dann würde er nicht so sein, dass er sie missachtet und zu revolutionären Strömungen ausarten lässt. Dann würde er in ihrem Sinne wirken. Daraus ersehen Sie, dass nicht den Gang der Gesetze, die geistigen Elementarwesen zu erkennen, Zerstörung, Tumulte und Revolutionen in der Welt bedeutet, und dass, je mehr wir die Kräfte um uns herum kennenlernen, desto mehr wird eintreten, was wir eine ruhige Entwicklung der Menschen nennen. So haben auch im Großen die Kenntnisse der elementaren Natur, die Kenntnis der geistigen Welt um uns herum einen großen praktischen Wert. So können wir tiefer in unsere Umwelt eindringen und sie verstehen.

[ 38 ] Human beings are often enemies of the elemental beings that constantly surround us. However, they become their friends when they recognize them, grow familiar with them, and act in accordance with their nature. We become friends with those beings who are always around us in the spiritual world when we delve into the hidden aspects of nature; then they work with us, not against us. Everything that occurs in the world—everything that hinders progress and causes bloody destruction—has its root in nothing other than the elemental beings that have been roused in the world. They are enemies of humankind as long as humans seek to act without knowing them. They become friends when humans seek to get to know them, when they seek to approach them with familiarity. Outwardly, in physical terms, it means: Humans stand in the world, acting and acting, and around them happen the things that arise from their actions. They see nothing. He sees nothing at all. Then suddenly revolutionary movements break out, because he has seen nothing, because he has not seen the hidden things that were there long before they unleashed the external hostile storm. If humanity were to see them, it would not disregard them and allow them to degenerate into revolutionary currents. Then he would act in accordance with their spirit. From this you can see that recognizing the workings of the laws and the spiritual elemental beings does not mean destruction, turmoil, and revolution in the world, and that the more we come to know the forces around us, the more what we call the peaceful development of humanity will come to pass. Thus, on a larger scale as well, knowledge of elemental nature and of the spiritual world around us has great practical value. In this way, we can penetrate more deeply into our environment and understand it.

[ 39 ] Das nächste Mal wollen wir von einem Problem sprechen, das dem Menschen sehr nahegehen kann. Vieles haben wir schon gehört von Kräften, die um den Menschen herum wirken. Und so wollen wir uns fragen: Ist der Mensch ein Wesen, bei dem man von Freiheit sprechen kann oder nicht? Ist er am Gängelbande der Elementarwesen oder nicht? Das sind die Fragen, die uns das nächste Mal beschäftigen sollen.

[ 39 ] Next time, let’s talk about a problem that can really affect people deeply. We have already heard a great deal about the forces at work around human beings. And so let us ask ourselves: Is the human being a creature of whom one can speak in terms of freedom, or not? Is he held on a leash by the elemental beings, or not? These are the questions we will address next time.