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Self-Knowledge and God-Knowledge II
GA 90b

18 December 1905, Berlin

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Self-Knowledge and God-Knowledge II, tr. SOL
  1. Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis II, 1st ed.

21. Erkenntnis der höheren Welten II

21. Insights into the Higher Worlds II

[ 1 ] Ich möchte heute fortfahren in der Betrachtung derjenigen Dinge, die wir vor acht Tagen anfingen. Vor nicht langer Zeit zeigte mir einer unserer theosophischen Freunde einen Brief, der auf eine Einladung dieses theosophischen Freundes hin geschrieben war von einem süddeutschen Pastor. Der Freund meinte, dass es gut sein könnte, den betreffenden Herrn zu dem Vortrag über die Weisheitslehren des Christentums einzuladen, weil er glaubte, dass der Betreffende eigentlich Theosophie predigte, und dass man eine Verbindung zwischen der Theosophie und der Auffassung des Christentums von Seiten des betreffenden Pfarrers herbeiführen könne. Interessant war die Antwort, die der Betreffende erteilte. Er lehnte es ab, an dem Abend zu kommen. Er war durch Äußerlichkeiten verhindert. Aber er sagte, er hätte sich mit der Theosophie befasst, auch versucht, einige Hefte der «Lucifer - Gnosis» zu lesen und ersehe daraus, dass die Theosophie bezweckt, gewisse alte gnostische Vorstellungen wieder zu erneuern. Er könne ja diesen ganzen Bestrebungen nicht eigentlich so recht etwas Besonderes abgewinnen, aus dem Grunde, weil er es vorziehe, ein unmittelbares Verhältnis zu seinem Gott zu gewinnen und sich nicht zu begnügen durch ein so vermitteltes, durch viele Zwischenwesen hindurchgehendes Verhältnis zu der Göttlichkeit zu kommen. Das ist eine sehr charakteristische Antwort, die ich aus dem Grunde erwähne, weil sie heute von so vielen Leuten gegeben wird. Sehr viele - und das soll nicht irgendeine Kritik an unseren Zeitgenossen sein, sondern nur eine Bemerkung -, denn die Erscheinung ist so berechtigt wie nur möglich. Sie geht ganz aus dem Zeitbewusstsein hervor. - Ich sage: Diese Antwort wird heute vielfach gegeben. Die Menschen meinen, dass man eigentlich etwas nicht recht mit dem heutigen Zeitbewusstsein und ihrem Gefühle Übereinstimmende macht, wenn man außer der sinnlichen Welt, in der wir leben, und in der die Welt durchflutenden Göttlichkeit noch eine ganz große Reihe von Zwischenwesen, sagen wir Götter oder geistige Wesenheiten zwischen drinnen noch annimmt. Seit vier Jahrhunderten ist die Menschheit erzogen worden in dieser Anschauung. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn eine solche Empfindung heute allgemein geworden ist, und man glaubt, dass die Theosophie etwas zu viel zu tun habe mit all den verschiedenen Geistern und geistigen Wesenheiten, mit einer ganzen Hierarchie von geistigen Wesenheiten zwischen den Menschen, und von denen man kein Bewusstsein, sondern nur eine Ahnung haben kann.

[ 1 ] Today I would like to continue my discussion of the topics we began eight days ago. Not long ago, one of our Theosophical friends showed me a letter written by a pastor from southern Germany in response to an invitation from this Theosophical friend. The friend thought it might be a good idea to invite the gentleman in question to the lecture on the wisdom teachings of Christianity, because he believed that the man was actually preaching Theosophy, and that a connection could be established between Theosophy and the pastor’s understanding of Christianity. The response given by the gentleman in question was interesting. He declined to attend that evening, citing external circumstances. However, he said that he had studied Theosophy and had even tried to read a few issues of *Lucifer – Gnosis*, and from this he concluded that Theosophy aims to revive certain ancient Gnostic ideas. He said he could not really see anything particularly special in all these endeavors, for the reason that he preferred to establish a direct relationship with his God and was not content to arrive at the Divine through such a mediated relationship, one that passes through many intermediary beings. This is a very characteristic response, which I mention because it is given by so many people today. Very many people—and this is not meant as any kind of criticism of our contemporaries, but merely an observation—for the phenomenon is as justified as can be. It arises entirely from the consciousness of our time. —I say: This response is given frequently today. People believe that one is actually doing something that does not quite align with today’s sense of the times and their feelings if, in addition to the sensory world in which we live—and in which divinity permeates the world—one also posits a whole series of intermediate beings, let us say gods or spiritual entities, in between. For four centuries, humanity has been educated in this view. It is therefore not surprising that such a sentiment has become widespread today, and that people believe Theosophy has a little too much to do with all the various spirits and spiritual beings—with an entire hierarchy of spiritual beings among human beings—of whom one can have no consciousness, but only a vague inkling.

[ 2 ] Was Lehre einer Anschauung einer so großen Summe geistiger Wesenheiten ist, ist nicht neu, sondern so alt, als die Menschheit ist. Die Zeit, in der man glaubt, absehen zu können von diesem Fühlen des Geistigen, die ist eigentlich klein im Verhältnis zu der großen Entwicklungszeit. Da, wo man ein Bewusstsein hatte von der wirklichen Bedeutung und Tiefe der geistigen Welt, da war niemals die Ansicht verbreitet, dass man von geistigen Wesenheiten und ihrer Kenntnis absehen kann. Ich habe es öfters hier erwähnt, dass die Theosophie als solche nichts besonders Neues ist, dass sie nur die Popularisierung, die allgemein verständliche Verkündigung von Lehren darstellt, die in den sogenannten Brüderschaften immer gepflegt worden sind. Nur die Art und Weise, wie die Menschen zu diesen Lehren gekommen sind, war in den verflossenen Jahrhunderten anders als heute. Von alledem, wovon wir heute reden, hätte man vor fünfzig Jahren noch nicht reden können. Damals verlangte man von dem, der so etwas wissen wollte, ganz entschieden, dass er die Aufnahme suche in eine sogenannte okkulte Schule, und es wurde niemand bekannt gemacht etwa gleich mit so bedeutsamen und einschneidenden Anschauungen, wie sie heute in jedem kleinen Handbüchelchen der Theosophie zu finden sind. Man musste sich da die Möglichkeit, mit solchen Dingen bekannt zu werden, erst langsam und allmählich erwerben, man musste Grad für Grad absolvieren, studieren. Jeder neue Grad, den man erwarb, machte einen erst berechtigt, gewisse höhere Anschauungen aufzunehmen. Und die Erziehung innerhalb eines solchen Grades bestand darin, dass man das Gefühl bekam, dass das das Wahre, Richtige und Wesentliche ist, was man in der aufsteigenden Menschheitsentwicklung erhielt von den Lehrern okkulter Schulen. Das gab es nicht deshalb, weil es verboten war — keine Kritik an dem okkulten Lehrer -, sondern weil man sich stufenweise überzeugte, dass es ein Unsinn wäre, eine Kritik an den okkulten Lehrern zu üben, geradeso, wie es ungereimt von einem Kinde wäre, Kritik am Einmaleins zu üben, bevor es dasselbe kann, oder bei einem Schüler der Geometrie, wenn er noch nicht reif dazu wäre, sie zu verstehen. Geradeso hat man früher nie gesagt: «Das mag ich nicht, das konveniert mir nicht» und so weiter. Man hat es als selbstverständlich hingenommen, weil man dazu vorbereitet war.

[ 2 ] The teaching that conveys a vision of such a vast multitude of spiritual beings is not new, but as old as humanity itself. The period during which people believe they can disregard this sense of the spiritual is actually brief in relation to the long course of human evolution. Wherever there was an awareness of the true significance and depth of the spiritual world, the view that one can disregard spiritual beings and knowledge of them was never widespread. I have often mentioned here that Theosophy as such is nothing particularly new; it merely represents the popularization—the proclamation in terms accessible to all—of teachings that have always been cultivated within the so-called brotherhoods. Only the way in which people came to these teachings in past centuries differed from how it is today. Fifty years ago, it would not have been possible to speak of any of the things we are discussing today. Back then, anyone who wished to know such things was quite explicitly required to seek admission into a so-called occult school, and no one was immediately introduced to such significant and far-reaching concepts as those found today in every little handbook on theosophy. One had to earn the opportunity to become acquainted with such things slowly and gradually; one had to progress step by step and study. Each new level one attained first entitled one to absorb certain higher concepts. And the education within such a level consisted in developing the sense that what one received from the teachers of occult schools—in the course of humanity’s ascending development—was the true, right, and essential. This was not because it was forbidden—no criticism of the occult teacher—but because one gradually became convinced that it would be nonsense to criticize the occult teachers, just as it would be absurd for a child to to criticize the multiplication tables before mastering them, or for a student of geometry to do so before being ready to understand it. Similarly, people in the past never said, “I don’t like that; it doesn’t suit me,” and so on. They accepted it as a matter of course because they had been prepared for it.

[ 3 ] Heute sind wir in die Notwendigkeit versetzt, einen weiteren Kreis ohne solche Vorbereitungen einführen zu können und von den elementaren Lehren des Okkultismus zu sprechen. Die Gründe habe ich öfters auseinandergesetzt, weshalb die geistige Lehre vor allen Menschen verkündigt wird. Glauben Sie nicht, dass das, was wir von diesen okkulten Lehren verkündigen dürfen, die ganze Lehre des Okkultismus ist. Es ist das Allererste. Und es werden noch lange nicht die Zeiten kommen, wo die tieferen Lehren mitgeteilt werden können. Aber auch diese werden kommen, in denen man auch höhere geistige Welten wird erschließen können. Heute ist es nur notwendig, so viel zu verkünden und die Menschen in so viel einzuführen, als der Zeitenlauf von uns erfordert. Diejenigen, die hier sitzen, sind ja zum größten Teile oft und oft hier gewesen, und aus diesem Grunde dürfen hier immerzu Behauptungen und Mitteilungen gemacht werden, welche für den, der draußen steht, für den, der zu einem öffentlichen Vortrag kommt, grotesk und paradox erscheinen, phantastisch, wenn nicht gar verrückt. Aber die tieferen Wahrheiten, gerade diejenigen, die den eigentlichen Nerv des Lebens ausmachen, die tiefsten Gesetze der Welterkenntnis, diese Lehren erscheinen zunächst dem, der nur in die äußere Sinnlichkeit gebannt ist und an dasjenige, was ihm sonst gesagt wird über die geistige Welt, als illusionär, als paradox. Dem, der tiefer und tiefer in die heutige Welt eindringt, erscheint gerade das als Illusion, was uns im gewöhnlichen Leben die Sinne lehren und was uns unser Verstand vermitteln kann. Nun hat die Menschheit seit Jahrhunderten die Kraft verloren, das Geistige wirklich unterscheiden zu können, und das, meine verehrten Anwesenden, betrachten Sie als etwas Wesentliches in der Einleitung zu dem heutigen Vortrag, dass der Menschheit Unterscheidungskräfte in den letzten vier Jahrhunderten etwas eingebüßt haben.

[ 3 ] Today we are faced with the necessity of being able to introduce another group without such preparations and to speak about the elementary teachings of occultism. I have often explained the reasons why the spiritual teaching is proclaimed to all people. Do not believe that what we are permitted to proclaim of these occult teachings constitutes the entire teaching of occultism. It is only the very beginning. And the time is still far off when the deeper teachings can be revealed. But that time will also come, when it will be possible to gain access to higher spiritual worlds. Today, it is necessary to proclaim only as much and to introduce people to only as much as the course of time requires of us. Those sitting here have, for the most part, been here time and again, and for this reason, statements and revelations may continually be made here that appear grotesque and paradoxical—fantastical, if not downright crazy—to those on the outside, to those who come to a public lecture. But the deeper truths—precisely those that constitute the very essence of life, the deepest laws of world-knowledge—these teachings initially appear illusory and paradoxical to those who are captivated solely by external sensory perception and who rely on what they are otherwise told about the spiritual world. To those who penetrate deeper and deeper into the modern world, precisely what our senses teach us in ordinary life and what our intellect can convey to us appears to be an illusion. Now, for centuries, humanity has lost the ability to truly discern the spiritual, and this, ladies and gentlemen, is something you should regard as essential in the introduction to today’s lecture: that humanity has somewhat lost its powers of discernment over the last four centuries.

[ 4 ] Daher kommt es, dass Einwendungen gemacht werden können wie in dem erwähnten Briefe. Denken Sie sich einmal, was eine solche Einwendung bedeutet. Sie ist ganz dasselbe, wie wenn Sie jemandem einen Vorschlag machen wollten, er solle zu einem Vortrag kommen über Botanik und er schriebe Ihnen zurück: Ich habe einiges gelesen von Botanik, gelesen, dass sie unterscheidet zwischen verschiedenen Pflanzen - Orchideen, Eichen, Palmen und so weiter —, aber es interessiert mich nicht weiter. Ich will nicht zwischen den einzelnen Pflanzen unterscheiden, ich will mich damit begnügen ein allgemeines, unmittelbares Gefühl von dem Pflanzendasein als solchem zu haben. Ich weiß, dass die Welt Pflanzen hat: Eichen, Lilien, Tulpen, Pappeln - das sind Pflanzen; es ist für mich aber eine übertriebene Gnosis, wenn man erst unterscheiden soll zwischen Lilien, Tannen, Tulpen, Pappeln. Ich begnüge mich damit, dass es im Allgemeinen etwas Geistiges gibt, etwas Göttliches, das die Welt durchflutet was reden mir die Leute etwas vor von solchen Wesenheiten. Ein solcher ist in derselben Lage wie der, welcher den Einwand gegen die Unterscheidung in der Botanik macht. Dieses Unterscheidungsvermögen hat die Menschheit seit Jahrhunderten etwas verloren. Dieses Unterscheidungsvermögen muss heute aber wieder erweckt werden. Gerade dazu ist die theosophische Weltanschauung da. Für den, der die geistigen Zusammenhänge kennt, ist es wirklich kein leichter Entschluss, vor die Welt hinzutreten und von den großen Zusammenhängen zwischen den großen geistigen Wesenheiten zu sprechen, denn er weiß, wie hart es ist, in dieser Zeit Verständnis zu erzielen, und wie der Mensch beirrt werden kann durch solche Auseinandersetzungen über die geistigen Wesenheiten. Aber zu gleicher Zeit muss ein solcher hineinblicken in den Gang der geistigen Welt.

[ 4 ] That is why objections such as those raised in the letter mentioned can be made. Just imagine what such an objection means. It is exactly the same as if you were to suggest to someone that they attend a lecture on botany and they wrote back to you: “I’ve read a bit about botany—I’ve read that it distinguishes between different plants—orchids, oaks, palms, and so on—but I’m not really interested in it.” I don’t want to distinguish between individual plants; I’m content to have a general, immediate sense of plant existence as such. I know that the world has plants: oaks, lilies, tulips, poplars—these are plants; but for me, it’s an exaggerated form of gnosis to have to distinguish between lilies, firs, tulips, and poplars. I am content with the fact that, in general, there is something spiritual, something divine, that permeates the world—what do people mean when they talk to me about such entities? Such a person is in the same position as the one who objects to distinctions in botany. Humanity has, to some extent, lost this power of discernment over the centuries. But this power of discernment must be reawakened today. The theosophical worldview exists precisely for this purpose. For those who understand the spiritual connections, it is truly no easy decision to step before the world and speak of the great interrelationships among the great spiritual beings, for they know how difficult it is to gain understanding in this age, and how people can be led astray by such discussions about spiritual beings. But at the same time, such a person must gain insight into the workings of the spiritual world.

[ 5 ] Es ist wenig bekannt, dass die Erscheinungen der Welt in den sogenannten Zyklen verlaufen. Heute in der materialistischen Zeit übersieht man den regelmäßigen rhythmischen Gang auch der fatalen Erscheinungen in der Welt. Der aber, der hineinsieht in das Getriebe des großen menschlichen Geisteslebens, der sieht etwas herankommen, etwas, was sich mehr und mehr der Menschheit offenbart. Auch das ist paradox, was ich jetzt sagen will, aber es wird nur zu klar erkannt werden in einiger Zeit, vielleicht in einer nicht zu fernen Zeit. Dasjenige, was der Menschheit bevorsteht, bevorstehen muss einfach wegen des Materialismus, der sich seit vier Jahrhunderten vorbereitet hat, das ist ein gewisser Verlust des geistigen Lebens, eine Verwirrung im geistigen Leben, die sich ganz gewiss ausbilden würde zu einer Art von geistiger Krankheit, zu einer Art von Epidemie, wenn nicht durch die Einstrahlungen der Lehrer des geistigen Lebens dieser geistigen Epidemie gerade entgegengearbeitet würde. Vor dem würden wir stehen. Heute bereitet es sich langsam vor. Wer nicht Augen hat, sieht nicht, und wer nicht Ohren hat, hört nicht, wenn er auch in der Psychiatrie drinnen steht. Wer aber seelisch beobachten kann, der weiß, in welcher Gefahr der Mensch steht. Diese Gefahr muss nicht kommen, aber sie würde kommen, wenn nicht durch das Leben dieser menschliche Geist wieder in sich befestigt würde, das heißt einen richtigen Mittelpunkt erhielte. Zu nichts anderem soll die Theosophie da sein, als im tiefsten Seelengrunde des Menschen Charakter, festen, starken Charakter zu erzeugen, keine geistig schwankende Natur aufkommen zu lassen. Derjenige, der mit seinem Erkennen so hinhuscht, hin und her irrlichterliert durch die äußeren materiellen Erscheinungen des Daseins, heute dem und morgen jenem sich zuneigt, der ist der großen Gefahr ausgesetzt, seinen geistigen Mittelpunkt zu verlieren. Und da hilft es auch nichts, wenn wir mit allgemeinen Ideen von Göttlichkeit und Geistigkeit dieses Hinhuschen durchtränken. So wie der nur Herrscher und sicher ist im Pflanzenreich, der Botanik gelernt hat, so vermag nur der Sicherheit zu haben mit den geistigen Wesenheiten — die nun einmal da sind —, der eine Erkenntnis der geistigen Welt hat.

[ 5 ] It is little known that the phenomena of the world unfold in so-called cycles. Today, in this materialistic age, people overlook the regular, rhythmic course even of the fateful phenomena in the world. But those who look into the workings of the great human spiritual life see something approaching—something that is revealing itself more and more to humanity. What I am about to say is also paradoxical, but it will become all too clear in time—perhaps in the not-too-distant future. What lies ahead for humanity—and must lie ahead simply because of the materialism that has been building for four centuries—is a certain loss of spiritual life, a confusion in spiritual life that would most certainly develop into a kind of spiritual illness, a kind of epidemic, were it not for the influence of the teachers of spiritual life, who are actively counteracting this spiritual epidemic. That is what we would be facing. Today, it is slowly taking shape. Those who have no eyes do not see, and those who have no ears do not hear, even if they are in a psychiatric ward. But whoever is capable of spiritual observation knows the danger humanity faces. This danger need not come to pass, but it would if human spirit were not re-anchored within itself through this life—that is, if it were not given a true center. Theosophy exists for no other purpose than to foster character—a firm, strong character—in the deepest recesses of the human soul, and to prevent the emergence of a spiritually wavering nature. Anyone whose perception flits about, wandering aimlessly through the external material phenomena of existence—turning to one thing today and another tomorrow—is exposed to the great danger of losing their spiritual center. And it does no good to imbue this flitting with general ideas of divinity and spirituality. Just as only the one who has studied botany is in control and secure in the plant kingdom, so too can only the one who has knowledge of the spiritual world find security in relation to the spiritual beings—which do, after all, exist.

[ 6 ] Früher hat niemals jemand etwas gesagt von höheren geistigen Wesenheiten. Wer reif dazu war, hat es gesucht und gefunden. Per Zufall, der keiner war, kamen sie zu den Menschen, die sie einweihen konnten. Es war der große, geistige menschliche Magnetismus, der dem Schüler notwendig den Lehrer zutreibt. Scheinbar treffen sie einen harmlosen Menschen an, meinethalben im Wartesaal oder in der Eisenbahn, wo sie vielleicht mehrere Stunden sitzen müssen. Da kommen Sie ins Gespräch mit einem solchen Menschen. Es ist scheinbar zufällig, in Wahrheit ist es aber für Sie eine Notwendigkeit. Sie finden vielleicht in einem solchen Menschen denjenigen, der den bedeutsamsten Einfluss auf Sie hat, der vielleicht Ihr okkulter Lehrer ist. So kam es, dass jener innere seelische Magnetismus so abgenommen hat, dass diese Kraft nicht mehr spielt. Sie finden nicht mehr so leicht den Anschluss an die eigentlichen geistigen Lehrer.

[ 6 ] In the past, no one ever spoke of higher spiritual beings. Those who were ready for it sought it out and found it. By chance—which was no chance at all—they came into contact with people who could initiate them. It was the great, spiritual human magnetism that inevitably drew the teacher to the student. Outwardly, they seem to encounter a harmless person—say, in a waiting room or on a train, where they might have to sit for several hours. There they strike up a conversation with such a person. It seems to be by chance, but in truth it is a necessity for you. You may find in such a person the one who has the most significant influence on you—who may well be your occult teacher. Thus it came to pass that this inner spiritual magnetism has diminished to such an extent that this force no longer plays a role. You no longer find it so easy to connect with true spiritual teachers.

[ 7 ] Daher ist es notwendig geworden, in einer tumultuarischen Weise durch das gesprochene Wort vor den größeren Mengen unserer Zeitgenossen die okkulten Lehren elementar zu entwickeln, damit jeder sich sagen kann, da und dort ist ein Mittelpunkt; wenn ich will, so kann ich mich anschließen. Eigentlich sollte niemand aufgefordert werden, sich irgendeiner geheimwissenschaftlichen Strömung anzuschließen. Wie weit da der einzelne geht, muss sein absolut freier Entschluss sein. Im Zeichen des Okkultismus sollte nie, wie man das heute auffasst, agiert werden. Durch eine solche Agitation wird nämlich das hervorgerufen, was nicht da sein sollte auf diesem Gebiete. Wer sich anschließt ohne eigentlich Suchender zu sein, der sagt: «Das gefällt mir, und das gefällt mir nicht - und das ist nicht das Richtige.» Eigentlich ist das Prinzip des gesellschaftlichen Zusammenschlusses nicht dasjenige, was richtig ist, wie im Buddhismus. Es ist nur ein Surrogat heute, weil man sich zu allem gesellschaftlich zusammenschließt. Das, was im Okkultismus das Richtige ist, ist die Gruppierung.

[ 7 ] It has therefore become necessary to present the basic principles of occult teachings in a dynamic manner through the spoken word to the broader masses of our contemporaries, so that everyone can say to themselves, “Here and there is a center; if I wish, I can join it.” In fact, no one should be urged to join any occult movement. How far the individual goes in this must be his or her absolutely free decision. One should never act in the name of occultism, as it is understood today. Such agitation, in fact, brings about what should not exist in this field. Those who join without actually being seekers say: “I like this, and I don’t like that—and that isn’t right.” In reality, the principle of social association is not what is right, as in Buddhism. It is merely a substitute today, because people form social associations for everything. What is right in occultism is the group.

[ 8 ] Ebenso wenig hat es einen Sinn, sich in eine Gesellschaft zum Zwecke des Okkultismus zusammenzuschließen, wie es auch keinen Sinn und Verstand hat, sich in Bezug auf Geometrie zusammenzuschließen. Man kann Geometrie von einem lernen, der Geometrie kann, aber in Gesellschaft kann man nichts über die Wahrheit der Geometrie ausmachen. Der Okkultismus ist ein kleiner Kreis innerhalb unserer Gesellschaft. Die Theosophische Gesellschaft ist eine Verwaltungssache, eine administrative Sache. Das okkulte Leben aber kann man in keinem anderen Sinne pflegen, als ich es zu erörtern versucht habe. Diejenigen, welche sich eingelebt haben in das okkulte Leben, die wissen, dass jene große Sicherheit des inneres Seelencharakters nur erreicht werden kann, wenn man das Unterscheidungsvermögen innerhalb der geistigen Welt hat.

[ 8 ] It makes just as little sense to form a society for the purpose of the occult as it does to form one for the purpose of geometry. One can learn geometry from someone who knows geometry, but in a society one cannot determine anything about the truth of geometry. Occultism is a small circle within our society. The Theosophical Society is an organizational matter, an administrative matter. But the occult life can be cultivated in no other way than I have attempted to discuss. Those who have become accustomed to the occult life know that the great security of the inner character of the soul can only be attained if one possesses the power of discernment within the spiritual world.

[ 9 ] Das musste ich voraussetzen, weil mit Lehren, wie wir sie nun entwickeln werden, immer und immer wieder auf die gleichen Widersprüche gestoßen wird.

[ 9 ] I had to make this assumption because, with the theories we are now going to develop, we will encounter the same contradictions over and over again.

[ 10 ] Nun möchte ich dasjenige noch weiter ausbauen, wovon wir das letzte Mal gesprochen haben. Ich habe schon angedeutet, dass es vier Stufen der Erkenntnis gibt. Diese vier Stufen sind immer gepflegt worden da, wo es Okkultisten gegeben hat. Nicht willkürlich, meine verehrten Anwesenden, durch Erwägungen, durch Schlussfolgerungen, durch Spekulation hat die Menschheit Kunde erhalten von den höheren geistigen Welten und ihren Wesenheiten, sondern dadurch erlangt man davon Kunde, dass man sich die geistigen Organe bildet, durch die man Erfahrungen machen kann in diesen höheren Welten.

[ 10 ] Now I would like to expand further on what we discussed last time. I have already indicated that there are four stages of knowledge. These four stages have always been cultivated wherever there have been occultists. It is not by chance, my esteemed audience, nor through deliberation, conclusions, or speculation that humanity has gained knowledge of the higher spiritual worlds and their beings; rather, such knowledge is attained by developing the spiritual organs through which one can have experiences in these higher worlds.

[ 11 ] Nun wollen wir diese Stufen des höheren Lebens einmal kurz vor die Seele bringen. Das gewöhnliche Erkennen, das eigen ist allen Menschen in aller Welt, das nennt man das materielle Erkennen. Dieses Materielle ist das, was der heutige Mensch fast einzig und allein nur kennt. Es ist fast kein anderes Erkennen bekannt heute als dieses materielle Erkennen. Das suchen Sie im Alltagsleben, ganz gleichgültig, ob Sie tanzen, kochen oder etwas anderes tun, da erkennen Sie auf diese Weise. Aber auch im anatomischen Seziersaal, im Laboratorium und in der ganzen Wissenschaft ist nichts anderes als das materielle Erkennen. Es ist die erste Stufe des Erkennens. Es ist nicht der Fall, dass der Okkultist eine Kritik über das materielle Erkennen ausüben will. Das materielle Erkennen hat seine volle Berechtigung im Leben. Nur muss gesagt werden, dass es höhere Stufen des Erkennens gibt. Dieses materielle Erkennen müssen Sie sich klarmachen seinen einzelnen Teilen nach.

[ 11 ] Now let us briefly present these stages of higher life to the soul. Ordinary perception, which is common to all people throughout the world, is called material perception. This material aspect is what modern people know almost exclusively. There is almost no other form of cognition known today besides this material cognition. You seek it in everyday life—whether you are dancing, cooking, or doing something else—you perceive in this way. But even in the anatomy lab, in the laboratory, and throughout the entire realm of science, there is nothing other than material cognition. It is the first stage of cognition. It is not the case that the occultist wishes to criticize material cognition. Material cognition has its full justification in life. It must simply be said, however, that there are higher stages of cognition. You must understand this material cognition in all its individual aspects.

[ 12 ] Vier Glieder sind es, die im materiellen Erkennen eine Rolle spielen. Nun bitte ich Sie, mir genau zu folgen. Was gehört zum gewöhnlichen materiellen Erkennen? Denken Sie sich, Sie sollten diese Blüte unter dem Gesichtspunkt des materiellen Erkennens betrachten. Vier Dinge sind notwendig, damit dieses materielle Erkennen zustande kommt. Erstens die Blüte, das ist der Gegenstand. Zweitens das Bild des Gegenstandes. - Wenn Sie überhaupt so etwas würdigen wollen wie dieses, so müssen Sie sich schon einlassen auf solche subtilen Dinge. Drittens der Begriff. Der ist etwas anderes als das Bild. Der Begriff wird erlangt durch innere geistige Arbeit. Das Bild bleibt als Eindruck des Objektes auf ihrer Seele. Der Begriff ist aber etwas anderes. Ich will es Ihnen noch klarer machen.

[ 12 ] There are four elements that play a role in material cognition. Now I ask you to follow me closely. What is involved in ordinary material cognition? Imagine that you are to observe this flower from the perspective of material cognition. Four things are necessary for this material cognition to take place. First, the flower—that is the object. Second, the image of the object. —If you wish to appreciate something like this at all, you must be open to such subtle matters. Third, the concept. This is something different from the image. The concept is attained through inner mental work. The image remains as an impression of the object on your soul. The concept, however, is something else. Let me make it even clearer to you.

[ 13 ] Denken Sie sich: Viele Menschen haben den Sternenhimmel angeschaut. Sie haben entweder das Bild gehabt ohne Begriff oder den Begriff und auch das Bild. Der Astronom hat einen Begriff von dem Sternenhimmel und das Bild; der Bauer hat ein Bild davon, aber keinen Begriff. Sie sehen hierbei, dass Begriff und Bild verschieden sind. Nehmen wir den Begriff des Kreises. Der Kreis ist eine Linie, welche von dem Mittelpunkt gleich weit absteht.

[ 13 ] Just think: Many people have looked up at the starry sky. They either had the image without the concept, or they had both the concept and the image. The astronomer has a concept of the starry sky and the image; the farmer has an image of it, but no concept. Here you can see that concept and image are different. Let’s take the concept of a circle. A circle is a line that extends an equal distance from the center.

[ 14 ] Das Vierte ist das Ich, Sie selbst. Wenn Sie diese vier Dinge sich vorhalten, so haben Sie die Bestandteile der gewöhnlichen materiellen Erkenntnis. Dasjenige, wodurch das Bild zustande kommt bei dem materiellen Erkennen, nennt man Sensation.

[ 14 ] The fourth is the “I,” yourself. If you keep these four things in mind, you have the components of ordinary material cognition. That which gives rise to the image in material cognition is called sensation.

[ 15 ] Die zweite Stufe des Erkennens, die es auch gibt, unterscheidet sich von der ersten dadurch, dass der äußere Gegenstand wegbleibt, und damit auch die Sensation. Das, wodurch Sie die Anregung zum Bild bekommen, ist weg. Alles dasjenige, was Sie auf diese Weise erkennen, dass ein Gegenstand auf Sie wirkt, ist eben nicht die zweite Erkenntnisstufe. Sie müssen sich denken, dass da die ganze Welt weg ist. Nun sagt ja der materialistische Mensch, dann ist ja überhaupt nichts mehr da. Das ist es aber, worauf es ankommt, dass man dann noch etwas hat. In der Tat hat derjenige, der keine Entwicklung durchmacht, auch nichts mehr, wenn er die Augen zumacht. Er hat den leeren, finsteren Raum um sich. Ausgebildet wird die zweite Erkenntnisstufe durch die sogenannte Meditation. Weggeblieben ist der äußere Gegenstand. Vorhanden sind dabei noch das Bild, der Begriff und das Ich. Diese drei sind noch vorhanden. Dass kein äußerer Gegenstand da ist, nur noch das Bild, das verleitet viele zu sagen: Das ist Phantastik.

[ 15 ] The second stage of cognition, which also exists, differs from the first in that the external object is absent, and with it, the sensation. That which provides the stimulus for the image is gone. Everything you perceive in this way—that an object is acting upon you—is precisely not the second stage of cognition. You must imagine that the entire world has vanished. Now, the materialist might say, “Then there is nothing left at all.” But that is precisely the point: that you still have something. In fact, someone who has not undergone any spiritual development has nothing left when they close their eyes. They are surrounded by an empty, dark space. The second stage of cognition is cultivated through what is known as meditation. The external object has disappeared. What remains are the image, the concept, and the “I.” These three are still present. The fact that there is no external object—only the image—leads many to say: “That’s just fantasy.”

[ 16 ] Das kann es auch sein, und es wird immer dann Phantastik sein, wenn es nicht systematisch ausgebildet ist. Das schon als Phantastik anzusehen, wenn man nur ein Bild hat, das wäre eine Torheit. Wenn jemand den lenkbaren Luftballon im 'Traume erfinden könnte und ihn dann verwirklichte, dann bleibt das doch ganz egal, ob er die Entdeckung im Träumen oder im Wachen gemacht hat. Wenn Sie eine Überzeugung gewinnen können, dass dasjenige, was Ihnen im Traume erscheint, wahr ist, dann ist es doch richtig - und darum handelt es sich. Der Gegenstand, der sonst Sensation bewirkt, der muss ersetzt werden. Da tritt eben das auf, was man im Okkultismus die Illumination nannte. Und dieses ganze Erkennen, welches wieder vier Teile hat - nämlich Bild, Begriff, Ich und Illumination -, das nennt man jetzt imaginatives Erkennen. Ausgebildet wird dieses imaginative Erkennen durch die Meditation. Wie das gemacht wird, das habe ich öfters beschrieben. Man kann nicht meditieren, ohne dass man dazu die Anleitung eines Menschen hat, der Erfahrung hat auf diesem Gebiete. Die Meditation verläuft so, dass der Meditierende die Gegenstände um sich herum wirklich verliert, dass er sich blind und taub macht und dann auch das Gedächtnis verliert, sodass die Seele ganz leer ist von äußeren Gegenständen. Eine Kanone muss man losschießen können, ohne dass Sie darauf achten, dann haben Sie die Stille der Seele erreicht.

[ 16 ] That may well be the case, and it will always be considered fantasy if it is not systematically developed. To regard it as fantasy based solely on a single image would be sheer folly. If someone were to invent the steerable balloon in a “dream” and then bring it to life, it would not matter at all whether the discovery was made while dreaming or while awake. If you can become convinced that what appears to you in a dream is true, then it is true—and that is what matters. The object that otherwise causes a sensation must be replaced. This is precisely when what is called “illumination” in occultism occurs. And this entire process of cognition, which in turn has four parts—namely, image, concept, “I,” and illumination—is now called “imaginative cognition.” This imaginative cognition is developed through meditation. I have described how this is done on several occasions. One cannot meditate without the guidance of someone who has experience in this field. Meditation proceeds in such a way that the meditator truly loses awareness of the objects around them, making themselves blind and deaf, and then also losing their memory, so that the soul is completely emptied of external objects. You must be able to fire a cannon without paying attention to it; then you have attained the stillness of the soul.

[ 17 ] Dann muss durch eine Übung die Illumination angeregt werden. Erkennen, dass man da etwas erreicht hat, kann man dadurch, das man bemerkt, dass die Träume aufhören, einen chaotischen Charakter zu haben. Man muss aufmerken, dass die Traumwelt ruhig verläuft und stetig. Bei den gewöhnlichen Menschen ist die Traumwelt gewöhnlich so, dass er Reminiszenzen hat, oder dass er die Stimmungen des äußeren Lebens im Traum erlebt. Wenn er also meditiert, dann fängt die Traumwelt an, einen regelmäßigen Charakter zu erhalten. Er bekommt dann die Dinge zu wissen, die er nicht kennt. Träume sprechen zunächst in Symbolen. Dies muss gefühlt werden. Aber da geht der Mensch meist zu weit. Er versucht, diese Traumbilder zu deuten. Man soll sie aber nicht verstandesmäßig deuten. Auf diese Tatsache bezieht sich auch die Sage vom Schatz-Graben. Die sagt, dass, wenn man einen Schatz gräbt, man nicht sprechen darf, sonst kann er nicht heraus. Auch wenn man innerlich etwas ausspricht, also deutelt, so ist das schon eine Gefahr. Nur mit dem kann man sprechen, der eine genaue Erfahrung über diese Sache hat. Deutelt man aber, so fängt der Verstand an, wie versengend, wie abbrennend auf das feine geistige Leben zu wirken.

[ 17 ] Then, through practice, enlightenment must be stimulated. One can recognize that one has achieved something by noticing that dreams no longer have a chaotic character. One must pay attention to the fact that the dream world proceeds calmly and steadily. For ordinary people, the dream world usually consists of reminiscences or experiences of the moods of external life. When one meditates, however, the dream world begins to take on a regular character. One then comes to know things that one did not know before. Dreams initially speak in symbols. This must be sensed. But here, people usually go too far. They try to interpret these dream images. However, one should not interpret them rationally. The legend of the treasure dig also refers to this fact. It says that when digging for treasure, one must not speak, otherwise the treasure cannot be unearthed. Even if one voices something inwardly—that is, interprets it—this in itself is already a danger. One should speak only with someone who has direct experience of the matter. But if one interprets, the intellect begins to act upon the subtle spiritual life like a scorching, burning force.

[ 18 ] Man soll ganz intim die Träume erleben, sie behandeln wie ganz zarte Dinge, denen man sich ahnend hingibt, und nicht gleich in scharfen, groben Verstandeslinien die Dinge deuten. Das muss man aus dem Grunde tun, weil die Traumbilder, wenn sie auftreten mit Wirklichkeitswert, dann einen so reichen und umfassenden Wirklichkeitswert haben, dass die gewöhnlichen Verstandeskräfte nicht ausreichen, sie zu erfassen. Sie vernichten sich das innere Leben, wenn sie mit dem äußeren Verstande an die spinnengewebefeinen inneren Gebilde herangehen. So ist dieses wunderbare Leben zunächst, so beginnen die inneren Illuminationen, und bald werden Sie gewahr, dass sich eine neue Welt darin erschließt. Sie lernen dadurch etwas kennen, was ganz anders ist als diese gewöhnliche, materielle Welt rings um Sie herum.

[ 18 ] One should experience dreams in a very intimate way, treating them as extremely delicate things to which one surrenders with a sense of foreboding, and not immediately interpret them in terms of sharp, crude rational distinctions. One must do this because when dream images appear with a sense of reality, they possess such a rich and comprehensive sense of reality that ordinary intellectual faculties are insufficient to grasp them. One destroys one’s inner life by approaching these inner structures—as delicate as a spider’s web—with the outer intellect. This is how this wondrous life begins; this is how the inner illuminations start, and soon you will become aware that a new world is unfolding within it. Through this, you come to know something that is entirely different from this ordinary, material world around you.

[ 19 ] Ich möchte mich einmal klar machen, wie es sich in Bezug auf eine Art des Wahrnehmens innerhalb der Illumination gestaltet. Nehmen Sie an diese Blume. Sie ist gelb, hat grüne Blätter. Wir wollen zunächst einmal die Farben ins Auge fassen. Diese Farben sind sozusagen über die Oberfläche des Gegenstandes ausgebreitet. Denken Sie einmal nach, dass Sie meist die Farbe so wahrnehmen, dass sie über die Oberfläche des Körpers ausgebreitet erscheint. Versuchen Sie, sich einmal zu überlegen, wie wenig es vorkommt, dass Sie von den Gegenständen abgetrennte Farben sehen. Sie haben das höchstens beim Regenbogen. Grob stellt sich Ihnen das dar, wenn Sie im bestaubten Zimmer den Sonnenstrahl hereinkommen sehen. Da haben Sie ungefähr das Gefühl von einer Farbe. Denken Sie sich nun, dass das Gelb nicht am Gegenstand haftet, sondern frei ist wie Flocken von Farbe, die den Raum durchschweben. Denken Sie sich jetzt einen solchen Raum durchsetzt nach allen Richtungen mit solchen Farbflocken und Farbengebilden, dann haben Sie ungefähr etwas, was sich Ihnen darstellt bei Vorstellungen in der Illumination in Bezug auf die Farbenwelt.

[ 19 ] I’d like to clarify how a certain way of perceiving things manifests within enlightenment. Take this flower, for example. It is yellow and has green leaves. Let’s first focus on the colors. These colors are, so to speak, spread across the surface of the object. Think about how you usually perceive color in such a way that it appears spread across the surface of the object. Try to consider how rarely you see colors that are separate from the objects themselves. You experience this, at most, with a rainbow. Roughly speaking, this is what you see when a ray of sunlight enters a dusty room. That’s roughly the sensation you have of a color. Now imagine that the yellow does not adhere to the object but is free, like flakes of color floating through the room. Now imagine such a room permeated in all directions by these color flakes and color formations—then you have roughly what presents itself to you in the visions of illumination regarding the world of colors.

[ 20 ] Diejenigen der okkulten Schüler, welche eine weichere Natur haben als die abendländischen Menschen, die machen ganz besondere Übungen. Der Abendländer ist viel zu kompakt dazu. Die Morgenländer aber haben infolge ihrer weichen Natur die Möglichkeit, dieses Übungen zu machen. Der morgenländische Yogi setzt sich hin und sieht sich die Farbe einer solchen Blume an, wendet die ganze Aufmerksamkeit auf diese Farbe, lebt in dieser Farbe so, dass er imstande ist, die Aufmerksamkeit ganz von dem Gegenstande abzulenken und sie nur an der Farbe festzuhalten, dann erlangt er die Fähigkeit, die Farbe festzuhalten, auch wenn der Gegenstand weg ist. Dann wird es ihm möglich, diese schwebende Farbenwelt allmählich ins Bewusstsein hereinzubringen.

[ 20 ] Those occult students who have a gentler nature than Westerners perform very special exercises. Westerners are far too rigid for this. Easterners, however, because of their gentle nature, are able to perform these exercises. The Eastern yogi sits down and looks at the color of such a flower, focuses all his attention on this color, and lives within this color to such an extent that he is able to divert his attention completely from the object and hold it solely on the color; then he acquires the ability to retain the color even when the object is gone. Then it becomes possible for him to gradually bring this ethereal world of colors into his consciousness.

[ 21 ] Ebenso kann es sein in Bezug auf die Tonwelt und auch in Bezug auf andere Formen der Welt. Sie sehen: Der Mensch erobert sich ein ganz neues Gebiet des Wahrnehmens. Diese Welt und diese Farbenflocken sind immer und überall da. Diese Farbenflocken sind nicht unregelmäßig, sind nicht bloß herumfliegende Wolken, sondern genau, wie auf dem physischen Erdenplane die Gegenstände nicht bloß Klötze sind, sondern auch Wesenheiten, so offenbaren sich auch Wesenheiten in dieser flockigen Farbenwelt. Sie haben keine Knochen und kein Fleisch, sie sind inkarniert in dem Stoff, den ich eben beschrieben habe.

[ 21 ] The same may be true with regard to the world of sound and also with regard to other aspects of the world. You see: Human beings are opening up an entirely new realm of perception. This world and these flakes of color are always and everywhere present. These flakes of color are not irregular; they are not merely clouds floating about. Just as, on the physical plane of the Earth, objects are not merely blocks but also beings, so too do beings reveal themselves in this flaky world of color. They have neither bones nor flesh; they are incarnated in the substance I have just described.

[ 22 ] Das sind also Körper von bestimmten Wesenheiten. Diejenigen Formen der Wesenheiten, mit denen Sie Bekanntschaft machen können, wenn Sie die Illumination erzeugt haben, sodass Sie sie in diesem Raum wahrnehmen können, sind größtenteils die Körper der Geister des Zwielichts. Sie können also wahrnehmen als die hervorragender Geister dieser Sphäre: die Geister des Zwielichts, die lunarischen oder Mond-Pitris. Solche Wesenheiten waren die Menschen selbst einmal auf dem unserer Erde vorangehenden Planeten. Die jetzige Gestalt haben sie nur durch ihre Verdichtung erlangt. Diejenigen Wesenheiten, die nicht die menschliche Verdichtung erreicht haben, die stehengeblieben sind auf jener Stufe, stehen heute in jener Welt als Lunar-Pitris, als Geister des Zwielichts.

[ 22 ] These, then, are the bodies of certain beings. The forms of these beings that you may encounter once you have achieved illumination—allowing you to perceive them in this space—are for the most part the bodies of the spirits of twilight. You can thus perceive as the preeminent spirits of this sphere: the spirits of twilight, the lunar or Moon Pitris. Such beings were once human beings themselves on the planet that preceded our Earth. They have attained their present form solely through their densification. Those beings who have not achieved human densification—who have remained at that stage—exist today in that world as Lunar Pitris, as spirits of the twilight.

[ 23 ] Wie man sich jeweils mit einem Reiche bekannt machen muss, wenn man vom Mineralreich zum Pflanzenreich, zum Tierreich aufsteigt, und man nicht alle drei Reiche zusammenwerfen darf, so können wir nun auch weiter hinaufsteigen zum Reiche der lunarischen Pitris, die sich in diesem sogenannten Elementarreiche kundgeben können. Das ist das erste Elementarreich - eigentlich das dritte.

[ 23 ] Just as one must become acquainted with each kingdom in turn as one ascends from the mineral kingdom to the plant kingdom and then to the animal kingdom—and one must not lump all three kingdoms together—so we can now ascend further to the kingdom of the lunar Pitris, who are able to manifest themselves in this so-called elemental kingdom. This is the first elemental kingdom—actually the third.

[ 24 ] Damit haben wir nicht in unbestimmter Weise herumgeredet, sondern wir haben einen Weg angedeutet, der zur Wahrnehmung einer Sorte von Wesenheiten führt, die Sie bei der planetarischen Entwicklung kennenlernen. Diese Geister des Zwielichts spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Das sind die Wesenheiten, die in der geistig übergeordneten Welt dem Menschen am nächsten verwandt sind. Das nächste Mal werde ich über die verwandtschaftliche Beziehung des Menschen zu diesen geistigen Wesenheiten etwas mitteilen. Diese Wesenheiten sind um Sie herum vorhanden und beeinflussen Sie fortwährend.

[ 24 ] We have not been speaking in vague terms here, but rather have pointed to a path that leads to the perception of a certain kind of beings that you will come to know in the course of planetary evolution. These spirits of twilight play a very special role in this process. These are the beings in the higher spiritual world that are most closely related to human beings. Next time, I will share some insights about the kinship between human beings and these spiritual beings. These beings are present all around you and constantly influence you.

[ 25 ] Bei der nächsten Erkenntnisstufe fällt also auch das Bild fort. Es bleiben also nur noch der Begriff und das Ich. Diesen Zustand erreicht man durch Konzentration. Diese besteht darin, dass der Mensch gewisse Teile in Zusammenhang bringt mit bestimmten Teilen des Organismus. Dasjenige, was macht, dass er nicht blind herumphantasiert, dass er nicht Begriffe erfindet, das ist etwas Ähnliches wie bei der vorhergehenden Stufe die Illumination und bei der weiter vorhergehenden Stufe die Sensation. Wir haben also Sensation, Illumination und jetzt auf der dritten Stufe Inspiration. Hier bleiben Gegenstand und Bild weg, und der Begriff bekommt Inhalt dadurch, dass die Inspiration eintritt. Sie haben es also hier zu tun mit Ich, Begriff und Inspiration.

[ 25 ] At the next level of cognition, therefore, the image also disappears. All that remains, then, are the concept and the “I.” This state is attained through concentration. This consists in the person connecting certain elements with specific parts of the organism. What prevents him from blindly fantasizing, from inventing concepts, is something similar to “illumination” at the previous stage and to “sensation” at the stage before that. So we have sensation, illumination, and now, at the third stage, inspiration. Here, the object and the image are absent, and the concept gains content through the onset of inspiration. You are thus dealing here with the “I,” the concept, and inspiration.

[ 26 ] Die Illumination hat etwas Lichtartiges, darum heißt sie auch Illumination. Die Inspiration ist ganz frei von allen diesen bildhaften Vorstellungen. Da schwebt der Mensch in der rein geistigen Welt. Daher sagt man auch, dass seine Vorstellungen einen Inhalt bekommen, ohne dass sie zuerst Bilder zu sein brauchen. Es ist das Bildlose des Wortes, mit dem man das vergleichen kann. Daher sagt man auch, der Mensch bekommt auf dieser Stufe das innere Wort, das heißt, er ist imstande, Wahrheiten durch Eingebungen zu finden, indem die geistige Welt in sein Begreifen hineinwirkt, sodass nicht das Bild auf ihn wirkt, sondern dass der Geist direkt zu ihm spricht. Es fließt in seine Begriffe die Sprache der geistigen Welt selbst ein. Das ist Inspiration. Es ist das Gespräch mit den Wesen einer geistigen Welt. Der Mensch ist still in sich abgeschlossen, weist ab alles Visionäre, Bildhafte, hält sich ruhig und still, und die Geister sagen ihm die Wahrheit. Das ist die Stufe der Inspiration, das innere Wort. Diese Stufe der Inspiration macht es möglich, dass der Mensch überall, wo er hintritt, die Gegenstände nicht bloß sieht, sondern dass sie ihm überall etwas sagen, dass er überall heraushört, was da in einem jetzt wieder neuen Raum herumschwirrt. Diese Stufe der Erkenntnis meint Goethe, als er im Anfang des Prologs im Himmel die Worte spricht: «Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären Wertgesang.» Das ist keine Phrase, das ist Wirklichkeit. Er spricht da von der geistigen Sonne, die tönt. Die ganze Welt wird da eine tönende Welt, die uns bedeutsam unterrichtet über den inneren Wesenskern. In dieser Welt machen wir dann Bekanntschaft mit einer höheren Gruppe von geistigen Wesenheiten, die wir nennen die Sonnengeister oder auch die Feuergeister. Wie wir dort die Geister des Zwielichts kennengelernt haben, so lernen wir hier die Geister des Feuers kennen.

[ 26 ] Illumination has something of the nature of light; that is why it is called illumination. Inspiration, on the other hand, is entirely free from all such pictorial images. There, the human being soars in the purely spiritual world. That is why it is also said that his ideas acquire content without first having to be images. It is the word’s lack of imagery that serves as a point of comparison. That is why it is also said that, at this stage, a person receives the inner word—that is, they are able to discover truths through inspiration, as the spiritual world works into their understanding, so that it is not the image that acts upon them, but the Spirit that speaks directly to them. The language of the spiritual world itself flows into his concepts. This is inspiration. It is a conversation with the beings of the spiritual world. The human being is quietly withdrawn into himself, rejects everything visionary and pictorial, remains calm and still, and the spirits tell him the truth. This is the stage of inspiration, the inner word. This stage of inspiration makes it possible for a person, wherever he goes, not merely to see objects, but for them to speak to him everywhere, so that he hears everywhere what is swirling around in a space that is now, once again, new. Goethe refers to this stage of knowledge when, at the beginning of the prologue in heaven, he utters the words: “The sun resounds, in the old manner, with a song of value in the spheres of brotherhood.” This is not a mere phrase; it is reality. He is speaking here of the spiritual sun that resounds. The whole world becomes a resounding world that instructs us meaningfully about the inner core of being. In this world, we then become acquainted with a higher group of spiritual beings whom we call the sun spirits or the fire spirits. Just as we became acquainted with the spirits of twilight there, so here we become acquainted with the spirits of fire.

[ 27 ] So haben wir also: Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich, Geister des Zwielichts, Geister des Feuers. Die Erkenntnis auf dieser Stufe ist eine willensartige Erkenntnis, weil die Kraft, die man besonders entwickeln muss, der Wille ist. Eine besondere Ausbildung des Willens durch Konzentration, durch innere Willenszucht und Willenserziehung. Man macht dann die Bekanntschaft mit den Wesen, die Wachstum hervorbringende Kraft sind, Kraft der Fortpflanzung und so weiter. Das lernen wir auf diese Weise kennen. Dasjenige, was von diesen Feuergeistern überall existiert, lebt in allen wachsenden Wesenheiten. Derjenige, der zu einer inspirierten Erkenntnis sich erhebt, ist ein solcher, der ‹das Gras wachsen hört›. Die Sprichwörter sind oft ungeheure Weisheitsworte. Auf dieser Stufe wird alles Wachsen gehört. Dasjenige, was die Wesen wachsen macht, ist die Kraft, die in den Feuerwesen lebt.

[ 27 ] So we have: the mineral kingdom, the plant kingdom, the animal kingdom, spirits of twilight, and spirits of fire. Knowledge at this level is a will-based form of knowledge, because the power one must develop in particular is the will. This involves a special training of the will through concentration, through inner self-discipline, and through the cultivation of the will. One then becomes acquainted with the beings who embody the power that brings about growth, the power of procreation, and so on. This is how we come to know them. That which exists everywhere in these spirits of fire lives in all growing beings. The one who rises to an inspired realization is one who “hears the grass grow.” Proverbs are often words of immense wisdom. At this stage, all growth is heard. That which causes beings to grow is the power that lives in the fire spirits.

[ 28 ] Zum Abschluss jetzt noch [die vierte] Stufe. Da bleibt nun noch der Begriff weg. Dann ist das Ich allein. Da ist kein Erkennen im Begriff mehr, da ist ein Erkennen ohne Begriff, ein reines Leben im Geistigen. Da kriechen Sie in die Wesenheiten hinein, die Sie erkennen wollen. Am gröbsten ist die Erkenntnis im Materiellen. Denken Sie einmal, wie wenig Sie vermögen, in die Blume hineinzukriechen. Sie müssen draußen bleiben. Beim imaginativen Erkennen haben Sie die Bilder um sich herum. Beim inspirierten Erkennen, da kommen die Töne von der Außenwelt an Sie heran. Jetzt aber kriechen Sie in die Wesen hinein. Sie sind jedes Wesen, das Sie erkennen. Da hört Raum und Zeit auf. Sie sind dort, wo Sie das entsprechende Wesen erkennen. Sie sind nicht mehr verschieden von jenem Wesen. Ihr Ich ist untergetaucht in jenem Wesen. Und das ist die Erkenntnis durch Intuition - intuitive Erkenntnis.

[ 28 ] Finally, [the fourth] stage. Here, the concept is no longer present. Then the “I” remains alone. There is no longer any cognition through concepts; there is cognition without concepts—a pure life in the spiritual realm. There, you creep into the beings you wish to perceive. The coarsest form of cognition is in the material realm. Just think how little you are able to “creep” into a flower. You have to remain outside. In imaginative cognition, the images surround you. In inspired cognition, the sounds from the external world reach you. But now you enter into the beings themselves. You are every being you perceive. There, space and time cease to exist. You are right there where you perceive the corresponding being. You are no longer distinct from that being. Your “I” is immersed in that being. And that is cognition through intuition—intuitive cognition.

[ 29 ] Das sind die vier Stufen der Erkenntnis. Durch dieses intuitive Erkennen lernen Sie nicht nur das Äußere der Wesenheiten, sondern die Wesen in ihrem Inneren kennen. Da erweitert sich das Ich über die ganze Umwelt. Der Mensch, welcher diese höhere Erkenntnis erlangt hat, heißt der «Schwan». Lohengrin wird durch einen Schwan aus einer geistigen Welt in die physische Welt hineingeführt. Man erlangt also durch diese Gabe eine Erkenntnis, die nur dem zugänglich ist, der die Gabe der Umwandlung, der Transformation in diese Wesen hat. Wenn Sie sich auf diese Stufe erheben wollen, auf der das intuitive Erkennen steht, so müssen Sie sich in solcher Materie zeigen, dass das intuitive Erkennen sich in Sie verwandeln kann. Daher muss Zeus sich in einen Schwan verwandeln, damit er erfasst werden kann. Die Sagen haben alle eine große Beziehung auf dieses Weltendasein.

[ 29 ] These are the four stages of knowledge. Through this intuitive recognition, you come to know not only the outer appearance of beings, but also their inner essence. In this way, the “I” expands to encompass the entire environment. The person who has attained this higher insight is called the “swan.” Lohengrin is led from a spiritual world into the physical world by a swan. Through this gift, one thus attains an insight that is accessible only to those who possess the gift of metamorphosis—of transformation into these beings. If you wish to rise to this level, where intuitive knowledge resides, you must present yourself in such a form that intuitive knowledge can be transformed into you. That is why Zeus must transform himself into a swan so that he can be perceived. All myths have a profound connection to this earthly existence.

[ 30 ] Durch dieses intuitive Erkennen erheben Sie sich auf die Stufe von Wesenheiten, die man die Geister der Persönlichkeit oder die Geister des Egoismus nennt. Alles, was in uns als Prinzip, als Wesen des Egoismus lebt, das ist von diesem geistigen Reich, dem Reich der Geister des Egoismus oder der Persönlichkeit. Die Geister des Egoismus waren immer an der Arbeit. Zuerst wird der physische Leib von den Geistern des Egoismus bearbeitet, dann der Ätherleib und dann der Astralleib. Daher ist der Mensch als kama-manasisches Wesen Egoist. Was er denkt, ist das Selbstständige und auch das Selbstsüchtige. Was das für Wesen sind, kann man erst erkennen, wenn man auf der Stufe steht, dass man in das Wesen, in das Ego der Wesen hineinkriechen kann. Da lernen Sie die Geister der Persönlichkeit kennen.

[ 30 ] Through this intuitive recognition, you rise to the level of beings known as the spirits of personality or the spirits of egoism. Everything that lives within us as a principle, as the essence of egoism, belongs to this spiritual realm—the realm of the spirits of egoism or personality. The spirits of egoism have always been at work. First, the physical body is influenced by the spirits of egoism, then the etheric body, and then the astral body. Therefore, as a kama-manasic being, the human being is egoistic. What he thinks is both independent and self-centered. One can only recognize what kind of beings these are when one has reached the stage where one can penetrate into the essence, into the ego of these beings. There you will come to know the spirits of the personality.

[ 31 ] So also sehen Sie, dass es nicht ins Blaue hineingeredet ist, wenn Sie so etwas in meinem «Luzifer» oder bei Mrs. Besant, wenn vielleicht auch nicht unter denselben Namen, angeführt finden. Die Geister sind nicht erfunden, sondern mithilfe der Erkenntnisstufen gewonnen. Daher unterscheiden wir: Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich, Mensch, Lunar-Pitris oder Geister des Zwielichts, Feuergeister oder Solar-Pitris, Geister des Egoismus oder Geister der Persönlichkeit - Suras und Asuras. Dann die höheren Reiche: Geister der Form, Geister der Bewegung und Geister der Weisheit. Von diesen vier geistigen Stufen werden wir das nächste Mal sprechen.

[ 31 ] So you can see that it is not mere speculation when you find such things cited in my *Lucifer* or in Mrs. Besant’s writings—even if perhaps not under the same names. The spirits are not invented, but have been discovered through the stages of knowledge. Therefore, we distinguish between: the mineral kingdom, the plant kingdom, the animal kingdom, the human kingdom, the Lunar Pitris or spirits of twilight, the fire spirits or Solar Pitris, the spirits of egoism or spirits of personality—the Suras and Asuras. Then there are the higher kingdoms: spirits of form, spirits of movement, and spirits of wisdom. We will discuss these four spiritual levels next time.

[ 32 ] Schon von dem, was ich aber heute gesagt habe, können Sie die praktische Anwendung machen, nämlich dass derjenige, der etwas weiß von dieser Natur, wenn er auch noch nicht sich bis in die unmittelbare Erfahrung in dieser Weise hinaufhebt, eine innere Festigkeit bekommt, wenn er auch nur etwas weiß. Sein Zentrum würde der Mensch ganz und gar verlieren in den nächsten Jahrzehnten, wenn nicht die Erkenntnis von diesen Dingen käme. Diese Wesenheiten sind nicht in Wolkenkuckucksheim vorhanden, sondern sie umgeben uns fortwährend. Indem der Mensch vor mir steht, ist er nicht bloß ein Mensch, sondern in ihm und mit ihm zusammenhängend ist der Lunar-Pitri, der Solar-Pitri, sind die Geister des Egoismus und so weiter. Und sie sind fortwährend tätig in diesem Menschen. Ich erkenne etwas unvollständig, wenn ich nur den äußeren Menschen vor mir habe. Denken Sie sich einmal, wie unsicher Sie würden, wenn Sie einmal erblinden würden. Die Orientierung in der neuen Welt wird erst durch neue Sinne möglich gemacht. So wird Erkenntnis in der Welt auch erst möglich gemacht dadurch, dass man weiß, was da ist. Das macht uns fest, dass wir wissen, dass es solche Dinge gibt, dass solche Dinge da sind. Es ist also notwendig, dass die jetzige Menschheit solche Dinge weiß. Im vierten Jahrhundert da führten den Menschen - ihm unbewusst - noch höhere geistige Wesenheiten. Das ist die höhere Entwicklung. Der Sinn der materialistischen Zeit ist, dass die Geister geflohen sind, um in seinem Bewusstsein wieder aufzutauchen. Der Mensch ist heruntergestiegen in die Finsternis, um bewusst zum Lichte wieder hinaufzusteigen. Das wäre der größte Schaden, wenn der Mensch hier unten bliebe in der Finsternis und nicht den Weg zurückfinden würde zum Licht. Nicht aus bloßer Willkür ist die theosophische Lehre gebracht worden, sondern weil sie eine Notwendigkeit für die Menschheit ist. Einzelne hat es in geheimen Gesellschaften immer gegeben, die die Erkenntnis hatten. Aber viel allgemeiner muss das noch werden. Deshalb die populäre Art, in der diese Lehren in der Theosophie verbreitet werden.

[ 32 ] But even from what I have said today, you can draw a practical conclusion: namely, that anyone who knows something about this nature—even if they have not yet risen to direct experience in this way—gains an inner strength, even if they know only a little. Humanity would completely lose its center in the coming decades if knowledge of these things did not come. These beings do not exist in some far-off fantasy world, but surround us constantly. When a person stands before me, they are not merely a human being; connected within them and to them are the Lunar Pitri, the Solar Pitri, the spirits of egoism, and so on. And they are constantly at work within this person. My perception is incomplete if I see only the outer human being before me. Just imagine how uncertain you would feel if you were to go blind. Orientation in this new world is made possible only through new senses. In the same way, knowledge of the world is made possible only by knowing what is there. This gives us a firm foundation: the knowledge that such things exist, that they are there. It is therefore necessary for humanity today to know such things. In the fourth century, higher spiritual beings still guided humanity—unbeknownst to them. That is higher evolution. The meaning of the materialistic age is that the spirits have fled, only to reemerge in human consciousness. Humanity has descended into darkness in order to consciously ascend once more toward the light. It would be the greatest tragedy if humanity were to remain down here in the darkness and fail to find its way back to the light. The theosophical teachings were not brought forth out of mere caprice, but because they are a necessity for humanity. There have always been individuals in secret societies who possessed this knowledge. But it must become much more widespread. That is why these teachings are disseminated in such a popular manner within Theosophy.