Self-Knowledge and God-Knowledge II
GA 90b
16 January 1905, Cologne
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Self-Knowledge and God-Knowledge II, tr. SOL
23. Die Apokalypse des Johannes I
23. The Apocalypse of John I
[ 1 ] Mit der Apokalypse kommen wir in die tiefsten Tiefen der christlichen Weltanschauung hinein, jede große Religion hat ihre Geheimlehrer gehabt, auch das Christentum. Wir müssen uns vor allen Dingen darüber klar sein, welches eigentlich das Wesen der Geheimlehre ist. Nichts anderes ist die Apokalypse als die christliche Geheimlehre. Man muss nur die Kernworte verstehen: «Selig sind, die da glauben und nicht schauen.» Das ist der Kern des Christentums. Glauben und Schauen sind zwei Gegensätze. Das Christentum sollte auch denen, die glaubten, wenn sie nicht schauten, Seligkeit bringen. Das große Mysterium auf Golgatha hatte seine Vorboten in den früheren Menschenrassen. Schon in den uralten Mysterien, solange unsere Wurzelrasse auf der Erde ist, hat man in geheimen Tempelstätten etwas gefeiert, etwas den Leuten gezeigt, welches nichts anderes war als das Geheimnis der Weltentaten Gottes.
[ 1 ] With the Apocalypse, we delve into the very depths of the Christian worldview; every great religion has had its esoteric teachers, including Christianity. Above all, we must be clear about what the essence of the secret teaching actually is. The Apocalypse is nothing other than the Christian secret teaching. One need only understand the key words: “Blessed are those who believe and do not see.” That is the core of Christianity. Believing and seeing are two opposites. Christianity was also meant to bring bliss to those who believed, even if they did not see. The great mystery on Golgotha had its precursors in earlier human races. Even in the ancient mysteries—as long as our root race has been on Earth—people celebrated something in secret temples, revealing to the people nothing other than the mystery of God’s deeds in the world.
[ 2 ] Wir begleiten unsere Voreltern in diejenigen Orte, die ihnen die heiligsten waren. Da wurde ihnen dargestellt, wie der Gott selbst heruntersteigt auf die Erde, wie er verschmilzt mit dem stofflichen Dasein. Man nennt das die Kreuzigung der Gottheit im Irdischen. Das wurde so dargestellt, dass eine menschliche Gestalt in eine Art Sarg gelegt wurde; das bedeutete, dass sich die Gottheit in die Materie begibt. Dann wurde gezeigt, dass der Mensch sich vervollkommnen muss; dann würde er den Gott selbst in sich finden. Das ist dieselbe Kraft, die gekreuzigt ist in der Materie, und die daher aus der Materie heraus wieder neu geboren werden kann.
[ 2 ] We accompany our ancestors to the places that were most sacred to them. There, they were shown how God Himself descends to Earth, how He merges with material existence. This is called the crucifixion of the Deity in the earthly realm. This was depicted by placing a human figure into a kind of coffin; this signified that the Deity enters into matter. Then it was shown that human beings must perfect themselves; only then would they find God Himself within themselves. This is the very same power that is crucified in matter and can therefore be reborn anew from matter.
[ 3 ] Alles, was Religion, Kunst und Wissenschaft geworden ist, ist aus den Mysterien hervorgegangen. Es waren die Mysterien eine bildhafte Darstellung dessen, was sich später auf Golgatha zugetragen hat. Immer mehr entwickelte sich das Gottesdrama in seinen Einzelheiten. - Wenn man verfolgen könnte, was der Tempelpriester zum Tempelschüler sprach, würde man ungefähr dasselbe hören, was im Evangelium des Johannes steht. Es hatte sich zu einem Kanon verdichtet. Die christlichen Evangelien sind uralte Tempelurkunden. Die Lehre wurde herausgeholt aus den Tiefen der Tempel. Sie ist nichts Neues. Dies wird in den Evangelien angedeutet, namentlich bei Johannes. In dem, was der Schüler im Tempel sah, sollte dargestellt werden, was in der Welt vor sich gegangen ist. Das wurde in diesem einen Testament dargestellt. Was in der Tempelstätte dargestellt wurde, das drückt Johannes aus:
[ 3 ] Everything that religion, art, and science have become originated from the mysteries. The mysteries were a pictorial representation of what later took place on Golgotha. The drama of God unfolded in ever greater detail. — If one could follow what the temple priest said to the temple student, one would hear roughly the same thing as is written in the Gospel of John. It had crystallized into a canon. The Christian Gospels are ancient temple records. The teaching was drawn from the depths of the temple. It is nothing new. This is hinted at in the Gospels, particularly in John. What the disciple saw in the temple was meant to depict what had taken place in the world. This was depicted in this one Testament. John expresses what was depicted in the temple:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ‚ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternisse haben es nicht begriffen. [Joh 1,1-5]
In the beginning was the Word, and the Word was with God, and God was the Word. He was with God in the beginning. Through Him all things were made; without Him nothing was made that has been made. In Him was life, and that life was the light of men. And the light shines in the darkness, and the darkness has not understood it. [John 1:1–5]
[ 4 ] Der Schüler, der zu den Mysterien zugelassen wurde, konnte schauen in den Mysterien ein Bild des großen Weltgeheimnisses. Was so in den Mysterien dargestellt worden war, hatte sich in Palästina wirklich vollzogen. Das Christentum ist eine Erfüllung. Es ist auf den historischen Schauplatz hinausgetreten; die Tempelurkunden wurden geheim gehalten. Die, welche zu den Mysterien zugelassen wurden, mussten einen heiligen Eid leisten, nichts davon den Uneingeweihten mitzuteilen. Heute kann des Wissens sich jede Wissenschaft bemächtigen, die Alten aber sagten: Nur ein reines Herz darf wissen, im unreinen Herzen wird das Wissen zu einer bösen Macht. - Nur der durfte wissen, der das Wort des Wissens aus würdigem Herzen und Empfinden anderen mitteilen konnte. Nur das Wort des Wissens, das durchwärmt war von dem guten, dem reinen, dem edlen Gefühl, wurde geachtet. Die Tempelurkunden waren die geheime Offenbarung für die Schüler der Mysterien.
[ 4 ] The student who was admitted to the mysteries could behold, within the mysteries, an image of the great mystery of the world. What had been depicted in this way in the mysteries had actually taken place in Palestine. Christianity is a fulfillment. It has stepped out onto the historical stage; the temple records were kept secret. Those admitted to the Mysteries had to take a sacred oath not to reveal anything to the uninitiated. Today, any science can lay claim to this knowledge, but the ancients said: Only a pure heart may know; in an impure heart, knowledge becomes an evil power. - Only those who could convey the word of knowledge to others with a worthy heart and sentiment were permitted to know. Only the word of knowledge that was imbued with good, pure, and noble sentiment was held in esteem. The temple documents were the secret revelation for the students of the Mysteries.
[ 5 ] Nun war Christus wirklich offenbar geworden. Dadurch war das Christentum für die ganze Welt herausgeholt aus den Tempelstätten auf den Schauplatz der Welt. Selig sollten auch die sein, die da glaubten, ohne in die Tempelstätten zu schauen. Durch Jahrtausende wurde in den Tempelstätten eine Geheimlehre verkündigt; diese wurde offenbar durch das Erscheinen Christi.
[ 5 ] Now Christ had truly been revealed. As a result, Christianity was brought out of the temples and onto the world stage for the whole world to see. Blessed, too, were those who believed without ever setting foot in the temples. For millennia, a secret teaching had been proclaimed in the temples; this was revealed through the appearance of Christ.
[ 6 ] Die Eingeweihten sollen in dem Sinne wirken, dass die Menschen auf die Zukunft vorbereitet würden. Die Propheten waren in die Mysterien eingeweiht. Jeder Einweihungsinhalt wird später offenbar. In demselben Augenblick wird ein neuer Inhalt gegeben für eine neue Zukunft. Christus hat in dem Lazarus-Wunder selbst eine solche Einweihung vollzogen. Das Evangelium war durch das Christentum offenbar geworden, war Botschaft geworden. Eine neue Geheimlehre entwickelte sich nun im ersten Christentum. Draußen wurde der Inhalt der Evangelien verkündet, das Leiden, die Auferstehung. In den Mysterien aber wurden Ereignisse der Zukunft dargestellt. Auch heute gibt es noch christliche Mysterien. Darin wird dargestellt, was in der fernen Zukunft geschehen soll.
[ 6 ] The initiates are to work in such a way that people are prepared for the future. The prophets were initiated into the mysteries. The content of every initiation is revealed later. At that very moment, new content is given for a new future. Christ Himself performed such an initiation in the miracle of Lazarus. The Gospel had been revealed through Christianity and had become a message. A new esoteric teaching now developed within early Christianity. Outwardly, the content of the Gospels was proclaimed—the Passion and the Resurrection. In the Mysteries, however, events of the future were depicted. Even today, there are still Christian Mysteries. In them, what is to happen in the distant future is depicted.
[ 7 ] Christus ist dasjenige, was man in der Theosophie die zweite Wesenheit der göttlichen Dreiheit nennt. Diese besteht aus den drei Wesenheiten: Gott, der Vater, das Wort und der Heilige Geist. Der Vater, das ist das, wonach alles hinstrebt, diejenige Wesenheit, zu welcher sich das ganze unbekannte Weltenall hinbewegt. Das Wort ist der Führer zu dem Vater. Es wurde in allen Welten als dasjenige angesehen, was zu dem Vater führt. ‹Veda› heißt das ‹Wort›. Die ältesten Urkunden der Inder hießen die «Veden». Der Inder wusste, dass seine Rishis - seine Lehrer - inspiriert waren; sie teilten die ‹Veden› mit, das ‹Wort›, welches von der Gottheit inspiriert war, das Wort, aus welchem die Welt entstanden ist. Im uralten Indien war das Wort nichts Äußerliches. Es gab die Wesenheit des Gegenstandes wieder.
[ 7 ] Christ is what is called in Theosophy the second Entity of the Divine Trinity. This consists of the three Entities: God the Father, the Word, and the Holy Spirit. The Father is that toward which everything strives, the essence toward which the entire unknown universe is moving. The Word is the guide to the Father. It has been regarded in all worlds as that which leads to the Father. “Veda” means “Word.” The oldest Indian texts were called the “Vedas.” The Indians knew that their rishis—their teachers—were inspired; they imparted the “Vedas,” the “Word” inspired by the Deity, the Word from which the world came into being. In ancient India, the Word was not something external. It reflected the essence of the object.
[ 8 ] Bei den alten Deutschen gab es eine Runenschrift; wenn in alter Zeit der Mensch den Namen eines Dinges aussprach, wusste er, dass aus dem Wort das Ding entstanden ist. Daher finden wir bei den Juden den unaussprechlichen Namen Gottes, weil er das Wesen selbst war. Daher wurde nur bei den feierlichsten Gelegenheiten und Handlungen der eigentliche Name Gottes gebraucht - Jahwe.
[ 8 ] The ancient Germans had a runic script; in ancient times, when a person uttered the name of a thing, he knew that the thing had come into being from that word. This is why we find among the Jews the unpronounceable name of God, because He was the essence itself. That is why God’s actual name—Yahweh—was used only on the most solemn occasions and during the most sacred rituals.
[ 9 ] Die alten Völker sagten sich: Die Welt ist durch das Wort, den Logos, entstanden. Das Wort hat einstmals Weltenschwingungen erregt, rhythmische Bewegungen, aus denen die Welt hervorgegangen ist. Die dritte göttliche Wesenheit ist dasjenige, was das Wort fassen kann, das Kraft gibt, emporzustreben zum Vater. - Das Wort, die göttliche Schöpfungskraft, das zweite Glied in der göttlichen Dreiheit, hat menschliche Gestalt angenommen.
[ 9 ] The ancient peoples said to themselves: The world came into being through the Word, the Logos. The Word once set the world in motion—rhythmic movements from which the world emerged. The third divine being is that which can grasp the Word, which gives the strength to strive upward toward the Father. —The Word, the divine creative power, the second member of the divine Trinity, has taken on human form.
Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. [Joh 1,14]
The Word became flesh and made his dwelling among us, and we beheld his glory, the glory of the only Son from the Father, full of grace and truth. [John 1:14]
[ 10 ] Der Mensch wird nicht immer in dieser grobstofflichen Form erscheinen; die Entwicklung des Menschen im Fleische ist die vierte Runde oder der vierte Zyklus. Vorher war der Mensch in einer freieren Stofflichkeit und blieb durch drei Zyklen hindurch in einer ganz anderen Art des Daseins. Aber die Fähigkeiten, die er jetzt hat, konnte er erst im Fleische erlangen. Er muss sich nun wieder hinaufentwickeln durch feinere Materien hindurch.
[ 10 ] Human beings will not always appear in this gross material form; the evolution of human beings in the flesh is the fourth round or the fourth cycle. Previously, human beings existed in a freer form of matter and remained in a completely different mode of existence throughout three cycles. But the abilities they now possess could only be attained in the physical body. They must now evolve upward again through finer forms of matter.
[ 11 ] Im sechsten Kreislauf wird etwas Besonderes sein. In einer verfeinerten Materie wird er dann sein. Heute können wir das Wort nur in physischen Luftschwingungen verkörpern. Nur insofern ich mein Wesen im Worte ausdrücke, kommt es zu einem anderen. Aber im sechsten Zyklus werden wir aus einem feineren Stoff bestehen, sodass wir unser ganzes Wesen nach außen in Schwingungen fortpflanzen und vor allen Menschen unser ganzes Wesen enthüllen werden. Heute kann der Mensch durch die grobe Stofflichkeit vieles verbergen. Dann aber, in der sechsten Runde, werden wir ganz Schwingung, ganz Ton sein, Wesen, die in rhythmischen oder nicht-rhythmischen Wellen sich der Umwelt mitteilen. Dann ist das Wort, der Name des Menschen äußere Körperlichkeit. Jetzt kann der Mensch nicht sein ganzes Wesen der Außenwelt mitteilen. Aber es gibt immer schon Wesen, die übermenschlich sind, wie das Wort selbst; diese können im Fleisch schon im vierten Zyklus sein, was die anderen im sechsten Zyklus werden. Das Wort ist in Christus schon Fleisch geworden. Das, was für die Menschen sich im sechsten Zyklus vollziehen kann, das hat sich im vierten Zyklus durch Christus hereingestellt in die Menschlichkeit. Das ist das Geheimnis der Menschenwerdung des Logos.
[ 11 ] The sixth cycle will be something special. It will then exist in a more refined form of matter. Today, we can embody the word only through physical vibrations in the air. Only to the extent that I express my being through the word does another being come into being. But in the sixth cycle, we will consist of a finer substance, so that we will radiate our entire being outward in vibrations and reveal our entire being to all people. Today, human beings can conceal many things through coarse materiality. But then, in the sixth cycle, we will be entirely vibration, entirely sound—beings who communicate with the environment through rhythmic or non-rhythmic waves. Then the Word, the name of the human being, will be outward physicality. Now, human beings cannot communicate their entire being to the outside world. But there have always been beings who are superhuman, like the Word itself; these can already be in the flesh in the fourth cycle what others will become in the sixth cycle. The Word has already become flesh in Christ. What can be accomplished for human beings in the sixth cycle has already been established in humanity through Christ in the fourth cycle. This is the mystery of the Incarnation of the Logos.
[ 12 ] Das Ziel des Menschen ist: Du sollst dich dahin entwickeln, dass du dein ganzes Wesen nach außen kehren kannst. Das ist die Nachfolge Christi. Der Mensch soll im sechsten Zyklus das werden, was Christus ihm im vierten Zyklus vorgelebt hat. Clemens Alexandrinus, Origenes, waren christliche Eingeweihte und erfüllt von der ganzen Bedeutung des Zieles, davon, dass ein Jahrtausend, ein Zyklus, kommen muss, wo der Mensch die Möglichkeit findet, ein äußerer Siegelabdruck des im Fleisch lebenden Christus zu sein. So ist im Menschen ein schlummerndes Christus-Prinzip verborgen. Damit dies offenbar werden kann, muss der Mensch hindurchgehen durch verschiedene Zustände. In den ersten christlichen Mysterien wurde dies dargestellt. Dies finden wir in den ersten Kapiteln der Apokalypse. Der «Erstgeborene von den Toten» bedeutet, dass er das Vorbild in der vierten Runde von dem war, was es heißt, das ganze Wort so darzuleben, dass es offenbar sein wird.
[ 12 ] The goal of human beings is this: You should develop to the point where you can turn your entire being outward. This is what it means to follow Christ. In the sixth cycle, human beings are to become what Christ exemplified for them in the fourth cycle. Clement of Alexandria and Origen were Christian initiates and fully imbued with the full significance of this goal—that a millennium, a cycle, must come in which human beings will find the opportunity to be an outward imprint of Christ living in the flesh. Thus, a dormant Christ-principle is hidden within human beings. For this to be revealed, human beings must pass through various states. This was depicted in the early Christian mysteries. We find this in the first chapters of the Book of Revelation. The “Firstborn from the dead” signifies that he was the model in the fourth round of what it means to live out the entire Word in such a way that it will be revealed.
[ 13 ] Die menschliche Entwicklung ist viel älter als die Geschichte. Unsere jetzige Wurzelrasse - [die arische,] die fünfte - entwickelte sich in ihrer ersten Unterrasse im heutigen Indien. Die indischen Religionsbücher sind erst in viel späterer Zeit geschrieben. In der ersten Zeit ist dem Menschen nichts äußerlich über die Entwicklung der Menschheit anvertraut worden. Diese wurde geleitet von den alten Rishis, zu einem Religionsbekenntnis, das in wunderbarer Weise monotheistisch war. Die zweite Unterrasse - die der Perser - entwickelte eine Religion, die auf das Zweiheitsprinzip gebaut war; niedergeschrieben wurde sie aber auch erst in viel späterer Zeit. In der dritten Unterrasse erkannte man vor allem in Ägypten eine dreigliedrige Gottheit. Dies wirkte auf die vorhergehenden Rassen zurück. Jetzt erst wurden die Veden aufgeschrieben. In den ägyptischen Pyramidentempeln wurden die Mysterien gezeigt, von dort wurden die Evangelien herausgeholt. Die Flucht nach Ägypten deutet darauf hin.
[ 13 ] Human evolution is much older than history. Our current root race—[the Aryan,] the fifth—developed its first subrace in what is now India. The Indian religious texts were written much later. In the earliest times, no external knowledge of human evolution was entrusted to humankind. This evolution was guided by the ancient Rishis toward a religious creed that was, in a wondrous way, monotheistic. The second sub-race—that of the Persians—developed a religion based on the principle of duality; however, it, too, was not written down until much later. In the third sub-race, particularly in Egypt, a triune deity was recognized. This had a retroactive effect on the preceding races. It was only then that the Vedas were written down. The mysteries were revealed in the Egyptian pyramid temples; the Gospels were derived from there. The flight into Egypt points to this.
[ 14 ] Auf die dritte Unterrasse folgt als vierte die griechisch-römische Unterrasse, in welcher das Christentum sich entwickelte; dann bildete sich die wissenschaftliche Weltanschauung aus anstelle der religiösen; die Kultur des Verstandes entwickelte sich vom elften, zwölften und dreizehnten Jahrhundert an. Wie ein Schwanengesang liegt noch etwas von der alten Weltanschauung in jener Zeit, mit der sich damals die neue Weltanschauung verknüpfte.
[ 14 ] The third subrace is followed by the fourth, the Greco-Roman subrace, in which Christianity developed; then the scientific worldview took shape in place of the religious one; the culture of the intellect developed beginning in the eleventh, twelfth, and thirteenth centuries. Like a swan song, something of the old worldview still lingered in that era, with which the new worldview became intertwined at that time.
[ 15 ] Das Heraustreten des innersten Wesens des Menschen vor die anderen Menschen ist dasjenige, was das Glaubensbekenntnis des Christus werden muss. Die, welche völlig begreifen können, dass Christus der Welt angehört, die werden die vierundzwanzig Ältesten sein, die das Lamm - Christus - anbeten. In der Zukunft, in der sechsten Wurzelrasse wird sich das abspielen, dass einige imstande sein werden, das Lamm in seiner ganzen Bedeutung anzubeten. Dann kann der Mensch sich mischen unter die, welche das Lamm anbeten. Das wird durch das Symbol der vier Tiere dargestellt - Löwe, Kuh, Mensch und Adler -, die da anbeten unter den Ältesten.
[ 15 ] The revelation of a person’s innermost being to others is what must become the confession of faith in Christ. Those who can fully comprehend that Christ belongs to the world will be the twenty-four elders who worship the Lamb—Christ. In the future, during the sixth root race, some will be able to worship the Lamb in all its significance. Then human beings will be able to join those who worship the Lamb. This is represented by the symbol of the four living creatures—the lion, the cow, the human, and the eagle—who worship among the elders.
[ 16 ] Der Mensch hat außer dem physischen Leib noch einen Astralleib. Dieser ist in der Entwicklung noch nicht so weit wie der physische Leib. In Bezug auf den physischen Leib ist der Mensch Gott ähnlich; nur noch schöner wird das Menschengeschlecht werden. Die weitere Vervollkommnung wird sein, dass er den astralischen Leib vervollkommnen wird. Das Empfinden, Fühlen und dergleichen wird vollkommener werden. Das geschieht im fünften Zyklus. Wir stehen noch vor diesem Zyklus. Jetzt ist des Menschen astralischer Körper noch nicht so weit entwickelt. Entwickelt ist jetzt erst der physische Körper. Im astralischen Körper wird er erst Mensch in dem fünften Zyklus. Da, wo der Mensch mit dem Gefühl daliegt vor dem Lamm, anbetend, steht er noch nicht als völliger Mensch da. Da hat er eine der Gestalten der Tierheit. Diese astralische Gestalt des Menschen hat er sich errungen durch frühere Entwicklungsstufen hindurch. Gewisse Eigenschaften der Tierheit drücken sich in den Rassen aus. Den Mut bezeichnet der Löwe, das sinnliche Schaffen das Rind, die Kuh; der Mensch bezeichnet den niederen Menschen, den Kama-Manas-Menschen, der sich über das Irdische erhebt. — Diese sind noch nicht gottähnlich. Menschen mischen sich in das Gottähnliche hinein und werden symbolisiert durch die vier Tiere, das ist der Zeitpunkt, in dem der Mensch angelangt sein wird in der sechsten Wurzelrasse, nachdem ein Untergang wieder über die Erde hinweggegangen sein wird.
[ 16 ] In addition to the physical body, human beings also have an astral body. This body is not yet as far along in its development as the physical body. In relation to the physical body, human beings are like God; the human race will become even more beautiful. Further perfection will come as human beings perfect their astral bodies. Perception, feeling, and the like will become more perfect. This will take place in the fifth cycle. We are still facing this cycle. At present, the human astral body is not yet that far developed. Only the physical body is developed at this time. It is not until the fifth cycle that the human being will truly become human in the astral body. When a human lies there before the Lamb, filled with feeling and in adoration, he does not yet stand there as a complete human being. There he takes on one of the forms of the animal realm. He has attained this astral form of the human being through earlier stages of development. Certain characteristics of the animal realm are expressed in the races. Courage is symbolized by the lion; sensual creativity by the ox, the cow; man represents the lower human, the Kama-Manas human, who rises above the earthly. — These are not yet godlike. Humans blend into the godlike and are symbolized by the four animals; this is the point in time when humanity will have reached the sixth root race, after another cataclysm has swept across the Earth.
[ 17 ] Nun beschreibt Johannes fernere, spätere Zustände. Es ergehen die Botschaften an die sieben Gemeinden. Die Rassen leben nicht nur nacheinander, sondern auch nebeneinander. Sie haben auch alle führende Persönlichkeiten, von denen die Geschichte nichts erzählt.
[ 17 ] Now John describes further, later conditions. The messages are sent to the seven churches. The races live not only one after the other, but also side by side. They also all have leaders about whom history tells us nothing.
[ 18 ] Die verschiedenen Schulen, die ihre Aufgabe erfüllt haben und nun noch starr konservativ festhalten an ihrer Aufgabe, die aber ihre Mission abgeben müssen an die Menschheit, das sind die sieben Gemeinden. Diese bekommen die sieben Sendschreiben. Die Apokalyptik räumt zuerst aus dem Wege die alten Geheimlehren, um der neuen Geheimlehre Platz zu machen. Zu den sieben Gemeinden wird gesagt: Ihr könnt nicht mehr Führer sein, jetzt muss eine neue Offenbarung kommen, eine neue Gemeinde.
[ 18 ] The various schools that have fulfilled their purpose and now cling rigidly and conservatively to their task—but which must hand over their mission to humanity—are the seven churches. These receive the seven epistles. Apocalyptic literature first dispels the old esoteric teachings to make way for the new esoteric teaching. To the seven churches it is said: You can no longer be leaders; now a new revelation must come, a new church.
[ 19 ] Auch die drei nachfolgenden Runden beschrieb der Apokalyptiker. Man kann diese Runden nicht mit dem astralischen Hellsehen sehen, sondern nur, wenn der Mensch in die Welt des Devachan, die mentale Welt eindringt. Wenn der Mensch so weit gelangt ist, dann schaut er im Geiste. Wenn der Mensch in diese DevachanWelt eindringt, dann sieht er nicht, sondern dann hört er. Er ist dort hellhörend. Hellhörend ist der Ausdruck, den wir gebrauchen für die geistige Welt. Er hört dort die Sphärenmusik, von der in den Pythagoreer-Schulen gesprochen wurde. Goethe deutet auch das Tönen an, da wo er vom Geiste redet. «Die Sonne tönt», sagt Goethe. Dadurch wird auf das Hörbare hingedeutet, wie es im Devachan ist. «Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke.» Die Engel sind die geistigen Wesenheiten, die den Planeten vorstehen. Will man sehen, wie ein Zyklus sich abspielt, so muss man das in der Welt erkennen, was tönt; diese Weltzyklen deutet der Apokalyptiker an in den Posaunen der Engel.
[ 19 ] The apocalyptic writer also described the three subsequent spheres. These spheres cannot be seen through astral clairvoyance, but only when a person enters the world of Devachan, the mental world. When a person has reached this stage, he sees in the spirit. When a person enters this world of Devachan, they do not see, but rather hear. There, they are clairaudient. “Clairaudient” is the term we use for the spiritual world. There, they hear the music of the spheres, which was spoken of in the Pythagorean schools. Goethe also alludes to this sound when he speaks of the spirit. “The sun resounds,” says Goethe. This points to the audible realm as it exists in Devachan. “Their sight gives strength to the angels.” The angels are the spiritual beings who preside over the planets. If one wishes to see how a cycle unfolds, one must recognize in the world that which resounds; the apocalyptic writer alludes to these world cycles in the trumpets of the angels.
[ 20 ] In der sechsten Runde wird nun das ganze Wesen vor allen offenbar liegen. Aber noch bevor die sechste Runde anfängt, kann der Mensch das Christus-Prinzip aus sich heraus entwickeln. Was früher äußerlich war, ist bei dem Menschen Fähigkeit geworden durch Verinnerlichung, Involution. Die Veräußerlichung, die Evolution in den großen Weltgesetzen und die Verinnerlichung, Involution, verhalten sich wie Ausatmen und Einatmen. Während der Mensch durch die Rassen hindurchgeht, nimmt der Mensch das in sich auf, was um ihn lebt. Alle sind durchgegangen durch die alte indische Zeit, dann durch alle anderen Unterrassen, und so werden sie hineinleben in die Zeit, wo sie vor den Füßen des Lammes anbetend liegen werden. Die sieben Siegel werden dann entsiegelt, wenn der Mensch zu der Erkenntnis seiner selbst gekommen ist, zur Anbetung Christi. Dann wird das Buch entsiegelt. Weil Johannes andeutet, dass dies noch vor der siebenten Rasse ist, darum lässt er erst sechs Siegel öffnen; erst später das siebente Siegel, wenn der Mensch in der Entwicklung noch weiter gelangt ist.
[ 20 ] In the sixth round, the entire nature of things will now be revealed to all. But even before the sixth round begins, human beings can develop the Christ principle from within themselves. What was once external has become an inner capacity in human beings through internalization, or involution. Externalization—evolution—in the great laws of the world, and internalization—involution—are like exhalation and inhalation. As human beings pass through the races, they absorb into themselves what lives around them. All have passed through the ancient Indian era, then through all the other subraces, and thus they will enter the time when they will lie in worship at the feet of the Lamb. The seven seals will be unsealed when humanity has come to the knowledge of itself, to the worship of Christ. Then the book will be unsealed. Because John indicates that this will occur before the seventh race, he first has six seals opened; only later, when humanity has progressed further in its development, will the seventh seal be opened.
