Theosophy and Occultism
GA 90c
25 September 1903, Berlin
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Theosophy and Occultism, tr. SOL
6. Das Symbol der Biene, Entwicklung auf der Erde, Kamaloka — Devachan, Unsterblichkeit
6. The Symbol of the Bee, Evolution on Earth, Kamaloka — Devachan, Immortality
[ 1 ] Das letzte Mal sprach ich davon, in welchem Momente die überirdische Wesenheit des Menschen sich mit dem vereinigt, was wir den «irdischen Körper» nennen. Diese Vereinigung war möglich aus dem Zusammenströmen zweier Wesenheiten, aus einer astralen Wesenheit und einer physischen. Sie sind dann zusammen den physischen Gesetzen unterworfen. Nehmen wir das Beispiel vom Haus. Es hängt der Zustand des Hauses nicht vom Bewohner ab. Der Zustand des Hauses kann von der Temperatur, vom Wetter und so weiter abhängen.
[ 1 ] Last time, I spoke about the moment when the human being’s supernatural essence unites with what we call the “earthly body.” This union was made possible by the convergence of two essences—an astral essence and a physical one. Together, they are then subject to the laws of physics. Let’s take the example of a house. The condition of the house does not depend on its inhabitants. The condition of the house may depend on the temperature, the weather, and so on.
[ 2 ] Ich müsste Ihnen von [sieben] Weltgeheimnissen sprechen. Besonders von einem, das handelt von Geburt und Tod. Es ist Sünde, diese Geheimnisse in Worten auszusprechen. Ich kann daher nur bis zu einem gewissen Grade davon sprechen.
[ 2 ] I would have to tell you about [seven] mysteries of the world. Especially one that concerns birth and death. It is a sin to put these mysteries into words. Therefore, I can only speak of them to a certain extent.
[ 3 ] Weiteres werden Sie im Herbst hören. Es hat sich dann noch manches angeschlossen, das ich jetzt so formulieren will: Ob mir nicht nach dem Tode noch manches Geheimnis kund wird, ob mir nicht, wenn unsere körperliche Hülle gefallen ist, noch eine Summe von Erkenntnissen zuteil wird, die uns jetzt in der körperlichen Hülle verborgen bleibt. Die Theosophen haben sich den Vorwurf zugezogen, dass sie diese Dinge so behandeln, als ob sie sie weg vom Sinnlichen auf das Übersinnliche hinleiten wollten, als ob sie die Menschen abzulenken versuchen von dem unmittelbaren, tatkräftigen Wirken, als ob sie die Menschen ablenken wollten von den physischen Menschen, unter denen sie leben. Das ist aber nicht richtig. Denn nur wenn man die Dinge zu einfach nimmt, kann man zu diesem Schlusse kommen. Wir dürfen nicht glauben, dass im Zwischenzustande der Mensch eine Fülle von Erkenntnissen hat, die er vorher nicht besaß. Von Verkörperung zu Verkörperung schreitet die Wesenheit in der Entwicklung vorwärts. Eine solche fortschreitende Entwicklung der menschlichen Wesenheit war in Urzeiten und wird auch in Urzeiten sein. Sie war aber etwas anderes in den Urzeiten und wird in künftigen Zeiten wieder etwas anderes sein. Sie war früher etwas, was den Durchgang durch die Arbeit in den kosmischen Welten brauchte.
[ 3 ] You will hear more about this in the fall. By then, a number of other things will have come to light, which I would like to put this way: Whether, after death, many a secret will be revealed to me; whether, once our physical shell has fallen away, I will be granted a wealth of insights that now remain hidden from us while we are still in our physical shells. The Theosophists have drawn the criticism that they treat these matters as if they were trying to divert attention away from the sensory realm toward the supersensory, as if they were attempting to distract people from immediate, active engagement, as if they wanted to divert people’s attention from the physical human beings among whom they live. But this is not correct. For only by taking things too simplistically can one arrive at this conclusion. We must not believe that, in the intermediate state, a human being possesses a wealth of knowledge that he or she did not possess before. From incarnation to incarnation, the being progresses in its development. Such progressive development of the human being existed in primeval times and will also exist in primeval times. However, it was something different in primeval times and will again be something different in future times. In the past, it was something that required passage through work in the cosmic worlds.
[ 4 ] Wir wissen, dass die Menschen, die jetzt hier leben, in früheren Leben auf diesem oder einem anderen Planeten gelebt haben. Bei all diesen Durchgängen nimmt der innere Kern des Menschen etwas auf. Er hat später, wenn er durchgegangen ist, mehr als er vorher hatte.
[ 4 ] We know that the people who live here now have lived on this or another planet in past lives. Throughout all these lifetimes, a person’s inner core absorbs something. Later, after going through this process, they have more than they did before.
[ 5 ] Zur Verdeutlichung hier das Beispiel des Schreiben-Lernens. Wir haben jetzt die Schwierigkeiten des Lernens vergessen. Aber die Fähigkeit des Schreibens ist uns geblieben. Diese Fähigkeit hätten wir nicht, wenn wir uns nicht der Mühe des Lernens unterzogen hätten. So ist es in der Welt des Menschen, und so ist es auch in der kosmischen Welt. So verhält es sich auch während der einzelnen Inkarnation. Der Mensch ist in einem dauernden Lernprozess. Tausenderlei Handgriffe, tausenderlei Erfahrungen sind da zu machen. Geblieben von den Mühen des Lernens ist das Ergebnis - eine Grundkraft.
[ 5 ] To illustrate this, here is the example of learning to write. We have now forgotten the difficulties of learning. But the ability to write has remained with us. We would not have this ability if we had not made the effort to learn. This is how it is in the human world, and this is also how it is in the cosmic world. The same is true during each individual incarnation. Human beings are in a constant process of learning. There are countless tasks to perform and countless experiences to be had. What remains from the efforts of learning is the result—a fundamental force.
[ 6 ] Deshalb gab und gibt es ein Symbol in allen Mysterien. Namentlich dann wurde dieses Symbol den Mysten in ihrer ganzen Bedeutung gezeigt, wenn der Myste etwas vorgeschritten war. Er wurde da mit den Bienen verglichen. Die Biene ist das Symbol des Menschen überhaupt. Man muss das nur richtig verstehen, dann wird man auch die Unsterblichkeit verstehen. Die Biene fliegt von Blume zu Blume und trägt in den Stock hinein, was sie gebrauchen kann. Der Honig ist aber das, was die Bedeutung des Bienenstocks ausmacht. Der Mensch ist auch eine Biene, welche aus der geistigen Welt - Bienenstock - herabzieht nach den verschiedenen anderen Welten und aus ihnen den Honig holt, um ihn dann zurückzubringen in das Reich des Geistes, das der Seele Heimat ist. Ohne das, was die Seele draußen gesammelt hat, würde niemals im Reiche des Geistes das Ergebnis des Sammelns sein. So ist auch der Mensch genötigt, den Honig mitzubringen, den er gesammelt hat. Wenn er keine Erfahrungen sammelt, würde er gleichen einer Biene, die sich nur auf die Blumen setzt, ohne deren Honig zu saugen.
[ 6 ] That is why there has always been—and still is—a symbol in all mysteries. This symbol was revealed to the initiates in its full meaning, particularly when the initiate had reached a certain level of advancement. He was then compared to the bees. The bee is the symbol of humanity itself. One need only understand this correctly, and then one will also understand immortality. The bee flies from flower to flower and carries back to the hive whatever it can use. But honey is what gives the beehive its meaning. Humanity, too, is like a bee that descends from the spiritual world—the beehive—into the various other worlds, gathering honey from them to then bring it back to the realm of the spirit, which is the soul’s home. Without what the soul has gathered from the outside world, the result of that gathering would never exist in the realm of the spirit. In the same way, human beings are compelled to bring back the honey they have gathered. If they did not gather experiences, they would be like a bee that merely lands on flowers without sucking their honey.
[ 7 ] So fordert die Theosophie von den Menschen nicht ein Unbekanntsein mit der Welt oder gar ein Abkehren von der Welt, sondern vielmehr ein Zusammenwachsen, ein Zusammenarbeiten mit der physischen Welt. Ein Reifer aus dieser sinnlichen Welt würde im Ewigen das Zeitliche und im Zeitlichen das Ewige nicht vergessen. Jedes an seinem Platze.
[ 7 ] Thus, Theosophy does not require people to remain ignorant of the world or even to turn away from it, but rather to grow together with and work in harmony with the physical world. A mature individual from this sensory world would not forget the temporal in the eternal, nor the eternal in the temporal. Everything in its proper place.
[ 8 ] Wir inkarnieren uns, wir leben dann innerhalb der Verkörperungen. Aber wir wollen die Wesenheiten bleiben, die wir sind. Deshalb sollen wir die Ergebnisse in die Welt des Geistes hinaufbringen! Der Unsterblichkeitsgedanke der Theosophie ist ein Gedanke, der uns auffordert, so viel wie irgend möglich in uns hineinzusaugen. Würde unsere Wesenheit nicht in einem Körper wohnen, in dem sie hören, sehen, tasten kann, so könnte sie niemals Werke verrichten, die in der äußeren sinnlichen Welt zu verrichten sind. Um die Dinge unserer Erde so mit uns in Verbindung zu bringen, bedürfen wir der Sinne. Die Erfahrungen, die wir nötig haben, können nur durch unsere Sinne aus dem physischen Dasein gezogen werden. Ich erwähnte schon die bezüglichen griechischen Ausdrücke: nous aisthetikon, niedere Geistes-Kraft, und nous poetikos, höhere Geistes-Kraft.
[ 8 ] We incarnate; we then live within these incarnations. But we want to remain the beings that we are. That is why we must raise the results up into the world of the spirit! The theosophical concept of immortality is one that calls upon us to absorb as much as possible into ourselves. If our being did not dwell in a body in which it can hear, see, and feel, it could never perform the works that must be done in the outer sensory world. In order to connect the things of our earth with us in this way, we need the senses. The experiences we require can only be drawn from physical existence through our senses. I have already mentioned the relevant Greek terms: nous aisthetikon, the lower mental faculty, and nous poetikos, the higher mental faculty.
[ 9 ] Heute sind wir inkarniert. Wir sollen so viel tun, als uns nach unseren Kräften möglich ist, damit wir, wenn wir wieder inkarniert werden, immer mehr und mehr für diese Erde tun können. Alles das, was zwischen zwei Inkarnationen fällt, dient ebenso seiner irdischen Entwicklung wie das, was er in dieser Inkarnation selbst tut. Wir werden in den Zwischenzuständen zwischen zwei Inkarnationen in ein Himmelsdasein versetzt, damit wir unser irdisches Dasein immer besser auszufüllen lernen. Das liegt dem zugrunde, was Sie öfter in theosophischen Büchern finden können. Es wird da oft gesagt, dass nichts Neues auftritt zwischen zwei Inkarnationen, sondern dass nur ein Verarbeiten eintritt. Wir sind hier nur für unser irdisches Dasein geschaffen.
[ 9 ] Today we are incarnated. We should do as much as we possibly can, according to our abilities, so that when we are incarnated again, we can do more and more for this Earth. Everything that occurs between two incarnations contributes just as much to one’s earthly development as what one does in this incarnation itself. In the intermediate states between two incarnations, we are placed in a heavenly existence so that we may learn to fulfill our earthly existence ever more fully. This is the basis for what you often find in theosophical books. It is often said there that nothing new occurs between two incarnations, but rather that only a process of assimilation takes place. We are created solely for our earthly existence.
[ 10 ] Unsere Urväter haben aber ganz andere Formen gehabt als wir, und unsere Nachkommen werden wieder ganz andere Formen haben, als wir sie jetzt gehabt haben. Das, was wir heute Physis, physischen Körper nennen, das gab es in der Monden-Epoche noch gar nicht. Das wird es auch in der Epoche nicht geben, die der unsrigen folgen wird. Das, was wir Mineralreich nennen, war nicht vor der Erde und wird auch nicht nach der Erde da sein. Wir müssen uns daher auch klar sein, dass das, was wir «Verstand» nennen, nur von Bedeutung ist innerhalb unserer irdischen Entwicklung. Unser menschlicher, persönlicher Intellekt ist etwas, was an dieser unserer Erde haftet, so wie unsere Physis an der Erde haftet. Nur innerhalb einer solchen Physis, wie die Erde sie besitzt, hat ein solcher Verstand eine Bedeutung. Unser Verstand entspricht den sinnlichen Dingen. Er ist das für diese sinnlichen Dinge richtige Instrument.
[ 10 ] Our ancestors, however, had forms quite different from our own, and our descendants will again have forms quite different from those we have now. What we today call the physical body did not even exist during the Lunar Epoch. Nor will it exist in the epoch that will follow ours. What we call the mineral kingdom did not exist before the Earth and will not exist after the Earth. We must therefore be clear that what we call “intellect” is significant only within the context of our earthly evolution. Our human, personal intellect is something bound to this Earth of ours, just as our physical body is bound to the Earth. Only within a physical body such as that of the Earth does such an intellect have any significance. Our intellect corresponds to sensory things. It is the proper instrument for these sensory things.
[ 11 ] Die ganze Form, wie Sie sie jetzt haben, ist nicht da, wenn Ihre leiblichen Sinne wegfallen und Sie den physischen Körper ablegen. Viele sagen, dass alles, was sie umgibt, nichts anderes als eine Illusion sei. Wir bilden uns nach unseren Vorstellungen das, was wir hier sinnlich haben. Es kann auch vorkommen, dass gesagt wird, dass alles das, was nicht sinnliche Wirklichkeit ist, nicht Wirklichkeit sei, dass es eine Illusion sei, dass es auch eine Illusion sei, die höhere Art von Wirklichkeit, wie sie «Kamaloka» und «Devachan» sind, auch «Wirklichkeit« zu nennen.
[ 11 ] The entire form as you now perceive it will no longer exist once your physical senses cease to function and you shed your physical body. Many say that everything surrounding them is nothing more than an illusion. We construct what we perceive here through our senses based on our own ideas. It may also be said that everything that is not sensory reality is not reality at all—that it is an illusion—and that even the higher forms of reality, such as “Kamaloka” and “Devachan,” are also illusions.
[ 12 ] Indem die Theosophie nun diese höhere Wirklichkeit lehrt, hilft sie nicht nur den Menschen, eine Wirklichkeit nach dem Tode zu begreifen. Wir leben mit den physischen Dingen auf unserer Erde. Mit diesen Dingen verknüpft sich unser Dasein. Zuerst durch das Gefühl, dann durch die Erkenntnis, durch das Denken. Wir empfinden auch Lust und Schmerz. Unsere Seele arbeitet an den Dingen, bildet sich Vorstellungen und Begriffe in der Welt. Und in diesen Vorstellungen und Begriffen lebt der Mensch. Würden Sie sich nur stoßen lassen von den Dingen und hätten Sie kein Gedächtnis und würden es vergessen, wenn Sie einen Hund gesehen haben, so würde jeder andere Hund für Sie ein neuer Gegenstand sein. Ohne Gedächtnis würden Sie keine Brücke zwischen den einzelnen Erfahrungen schlagen können. So stehen wir in der Welt als fühlende und denkende Menschen.
[ 12 ] By teaching this higher reality, Theosophy not only helps people to comprehend a reality beyond death. We live with the physical things on our Earth. Our existence is linked to these things—first through feeling, then through knowledge, and through thought. We also experience pleasure and pain. Our soul engages with these things, forming ideas and concepts about the world. And it is within these ideas and concepts that human beings live. If you were merely passively influenced by things, had no memory, and forgot every time you saw a dog, then every other dog would be a new object to you. Without memory, you would be unable to build a bridge between individual experiences. Thus, we stand in the world as feeling and thinking human beings.
[ 13 ] Wir verbinden, was in uns befriedigende Gefühle hervorruft, zu einer Einheit, zu dem Guten und auch zu allem, was in uns das unbefriedigende Gefühl hervorruft, zu dem Bösen. Wenn wir nicht mehr die Welt in sinnlichen Eindrücken haben, so bleiben doch die Sympathien und Antipathien noch übrig. Von der irdischen Welt können Sie nichts erfahren außer wenn Sie in der physischen Hülle mit den sinnlichen Organen sind.
[ 13 ] We associate whatever evokes satisfying feelings within us with a single entity—the good—and whatever evokes unsatisfying feelings within us with the evil. Even when we no longer perceive the world through sensory impressions, our sympathies and antipathies remain. You cannot learn anything about the earthly world unless you are in your physical body with your sensory organs.
[ 14 ] Aber das, was sich entwickelt aus diesen Sinnesempfindungen, die Gefühle und die Gedanken, die sind es, die bleiben. Das hat der Mensch dann aus dem Physischen herauszusaugen. Der Meister K[oot] H[oomi] hat uns gesagt, der Mensch kann unsterblich werden, wenn er nur will. Er hat nicht gesagt, dass er unter allen Umständen unsterblich sei, sondern dass er Unsterblichkeit erringt. Dies tut der Mensch, indem er den Honig aus der Welt heraussaugt und ihn mitnimmt in die geistigen Welten.
[ 14 ] But what develops from these sensory perceptions—the feelings and thoughts—are what remain. It is up to the individual to extract these from the physical realm. Master K[oot] H[oomi] told us that a person can become immortal if only they wish to. He did not say that a person is immortal under all circumstances, but rather that they attain immortality. A person does this by extracting the honey from the world and taking it with them into the spiritual realms.
[ 15 ] Wir können jedoch nicht ganz ausbilden das, was wir in einer Inkarnation erfahren haben. Wir sind fortwährend gehindert daran, diese freie Kraft unserer Seele voll zu entwickeln. Tatsächlich ist das Gefühl, das sich mit irgendeinem Gegenstande der Sinnenwelt verbindet, etwas viel Größeres, viel Gewaltigeres als tatsächlich in der sinnlichen Welt wahrgenommen werden kann. Das, worin diese Gefühle aufgenommen werden, ist der Astralleib. Sie kommen aber nicht in ihrer ganzen Kraft heraus. Für den Hellseher ist jeder Gedanke ein Stern, der nach allen Seiten seine Strahlen aussendet. Innerhalb dieser physischen Welt kommt dieser Stern aber verkrüppelt zum Dasein. Die Gefühle sollten sich auch nach allen Seiten entwickeln, aber sie werden durch die physische Hülle zusammengehalten wie eine Pflanze in einer Felsenspalte.
[ 15 ] However, we cannot fully develop what we have experienced in a single incarnation. We are constantly prevented from fully developing this free power of our soul. In fact, the feeling associated with any object in the sensory world is something much greater, much more powerful than can actually be perceived in the sensory world. The astral body is the vessel that contains these feelings. However, they do not emerge in their full power. To the clairvoyant, every thought is a star that radiates its rays in all directions. Within this physical world, however, this star comes into being in a stunted form. The feelings should also develop in all directions, but they are held together by the physical shell like a plant in a crevice in the rock.
[ 16 ] Nach dem Fallen der physischen Hülle lebt dann der Mensch in der astralen Welt, im Kamaloka. Ein Ausgleich muss da geschaffen werden zwischen den Gefühlen, die gut sind, und solchen, die schlecht sind. Das ist die Aufgabe der Entwicklung. Nur gute Gefühle können die Welt vorwärtsbringen, weiterleiten. Die schlechten müssen ausgeglichen werden im Kamaloka. Nichts Neues tritt daselbst auf. Höhere Gefühle sind die, welche Platon «Enthusiasmus» nennt. Sie kommen hinüber in die höhere Welt. Die niederen Gefühle bleiben im Kamaloka.
[ 16 ] After shedding the physical body, the human being then lives in the astral world, in Kamaloka. There, a balance must be established between good feelings and bad ones. That is the task of evolution. Only good emotions can move the world forward and guide it. The bad ones must be balanced out in Kamaloka. Nothing new occurs there. Higher emotions are those that Plato calls “enthusiasm.” They pass over into the higher world. The lower emotions remain in Kamaloka.
[ 17 ] Bevor wir eingeweiht sind in die Mysterien, können wir uns keine Vorstellungen machen von der Welt der Gefühle. Das, was wir hier gesät haben, geht auf in der astralen Welt. Die Frucht davon bekommen wir in der astralen Welt. Alle Begierden, die ausgestaltet worden sind, alles, was von dieser Art vorhanden ist, das wird uns sichtbar auf dem astralen Plan.
[ 17 ] Before we are initiated into the mysteries, we cannot form any concept of the world of feelings. What we have sown here takes root in the astral world. We reap the fruit of this in the astral world. All desires that have been developed, everything of this nature that exists, becomes visible to us on the astral plane.
[ 18 ] Die Mythe des Tantalos, der ewig Hunger und Durst leidet, trotzdem die Nahrung vor ihm ist, kann uns da belehren. Das Wasser und die Nahrung verschwinden ihm, indem er danach langt. Das ist die Verschärfung und die Korrektur, die auf der Astralebene eintritt. Überall in den Mythen der Völker können Sie diese Schilderung der Astralwelt finden. Im Devachan geschieht die Ernte dessen, was der Mensch auf der Erde gesät hat. Im Devachan wird der Mensch der regelmäßige Stern. Wir kommen dann zurück in das neue Leben mit entsprechenden sittlichen Grundsätzen.
[ 18 ] The myth of Tantalus, who suffers eternal hunger and thirst even though food is right before him, can teach us a lesson here. The water and food vanish just as he reaches for them. This is the intensification and correction that takes place on the astral plane. You can find this description of the astral world throughout the myths of various peoples. In Devachan, the harvest of what a person has sown on Earth takes place. In Devachan, a person becomes a regular star. We then return to a new life with corresponding moral principles.
[ 19 ] Jetzt noch einige Worte darüber, wie der Zusammenhang zwischen dem Devachan und unserer heutigen sinnlichen Welt ist, mit anderen Worten, es sei gefragt: Können wir vom Devachan herunterschauen auf die Seelen, die hier verkörpert sind? Die Seelen nehmen sich etwas anders aus. Nur dasjenige kann von uns im Devachan wahrgenommen werden, was selbst innerhalb dieses physischen Daseins schon zum devachanischen Dasein vorgedrungen ist. Als Beispiel dafür: eine Mutter mit zwei Kindern. Die Mutter stirbt. In allen dreien ist die Devachanwelt tätig, aber nicht in allen ist sie wirkliches Erlebnis. Es ist mehr devachanische Substanz in dem, der weiterentwickelt ist. Eine Verständigung zwischen einem Lebenden und einem im Devachan Befindlichen ist möglich. Es hängt aber von uns ab, wie viel vom Devachan von uns wahrgenommen werden kann. Der Unterricht in Bezug auf die höheren Welten wird nur im Devachan erteilt. Der Mensch kann sich zu einem Meister erheben. Innerhalb der Zwischenzeit zwischen zwei Inkarnationen kann aber nichts Neues gelernt werden.
[ 19 ] Now a few words about the relationship between Devachan and our present sensory world; in other words, let us ask: Can we look down from Devachan upon the souls who are incarnated here? The souls appear somewhat different. Only that which has already penetrated into Devachanic existence even within this physical life can be perceived by us in Devachan. Take, for example, a mother with two children. The mother dies. The Devachanic world is active in all three, but it is not a real experience for all of them. There is more Devachanic substance in the one who is more highly developed. Communication between a living person and one who is in Devachan is possible. However, it depends on us how much of Devachan we can perceive. Instruction regarding the higher worlds is given only in Devachan. A person can elevate themselves to the status of a master. However, nothing new can be learned during the interval between two incarnations.
