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The Rudolf Steiner Archive

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Kosmologie und menschliche Evolution
Notizen und Ausarbeitungen von Mathilde Scholl
Die Manifestation des Welten-Ich
GA 91

16 September 1906 a.m., Landin

22. Der göttliche Atem

[ 1 ] Akasha ist der göttliche Atem, in dem alles enthalten ist. Der Meister, der die Vereinigung mit Atma erreicht hat, kann infolge der damit erreichten Vollendung des Atmens im Akasha lesen; nur durch eine vollkommene Vereinigung mit dem Vaterprinzip, dem Atma, ist dies möglich.


[ 2 ] Die Yogaübungen dienen zunächst zur Reinigung des Astralkörpers und zur Konzentration des Gedankens, und dadurch führen sie den Schüler in die höhere Gedankenwelt ein, in die einigen Gedanken der Gottheit, wo ihm die Weltenwahrheiten eingeflößt werden.

[ 3 ] Dann besteht eine weitere Übung in der Rhythmisierung des Atems — das Atmen führt den Menschen zur Vergeistigung; zur Vereinigung mit seinem höheren Selbst. Das höhere Selbst des Menschen ist in der Luft verkörpert. Nun muss der Yogi lernen, seinen Atem dem Rhythmus des Weltenlebens, des Gottesatems einzuordnen.

[ 4 ] Wie die Beherrschung der Leidenschaft und die Gedankenkonzentration zur Vereinigung mit dem göttlichen Geiste führt, so führt die Rhythmisierung des Ätherkörpers durch Selbsthingabe an die Welt zur Vereinigung mit dem Weltenleben. Im selben Rhythmus muss der Mensch lernen, seinen Atem einzuatmen, anzuhalten und auszuströmen, wie das Weltenleben verläuft. Im Weltenleben herrscht ein bestimmter Rhythmus und durch Bearbeitung dieses Rhythmus wird der Schüler zu einem bewussten Teil des Weltenlebens.

[ 5 ] Auf einer höheren Stufe muss er lernen, wie er sich vereinigt mit dem Weltenwillen, der die Kraft des Vaters ist. Gelangen kann er dazu durch die Vereinigung mit dem Weltenleben. Ein Bild für die kosmischen Vaterkräfte ist uns gegeben in den zwölf Sternbildern des Tierkreises, durch die die Erde hindurchgehen muss, um in ihrer Entwicklung zur Vollendung zu gelangen.

[ 6 ] Wenn der Schüler lernt, alle seine physischen Kräfte in Einklang zu bringen mit den zwölf Kräften der Sternbilder des Tierkreises, dann gelangt er zur Meisterschaft auch über den physischen Körper. Das hatte Christus, der Sohn, erreicht, deshalb konnte er den Weg zum Vater gehen; und die anderen führt er auf diesem Weg, nämlich durch seine Kräfte, zum Vater. Unsere Entwicklung ist die Ausbildung des Geistes. Der Chela bildet das Leben des Sohnes in sich aus, und wenn er das ausgebildet hat durch vollkommene Rhythmisierung seines Atmens und durch Selbsthingabe, so wird eben die Vereinigung mit der kosmischen Vaterkraft möglich, mit Atma. Dadurch erlangt er die Stufe der Meisterkraft. Durch diese Atma-Kraft kann er eins werden mit dem Bewusstsein der Vaterkraft, und dadurch kann er im Akasha alles Vergangene und Zukünftige lesen. Was physisch als Raum erscheint, das ist eine Projektion des Vaterbewusstseins.